Das Chamäleon
12. Oktober 2008 von Nick Abbe - Drucken
Die verschiedenen Gesichter der Sarah Palin oder Einmal Washington und zurück
Die republikanische Kandidatin für die US-Vizepräsidentschaft gibt sich als unabhängige Politik-Außenseiterin und bodenständige Mutter, während sie über ihre fragwürdigen Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen schweigt. Nun stolpert die selbsternannte Reformerin über ihren Amtsmissbrauch als Gouverneurin von Alaska.
Sarah Palin – das Chamäleon. So zumindest beschreiben sie zwei ihrer ehemaligen Mitarbeiter in Alaska, die unabhängig voneinander für einen aktuellen Artikel in „The Guardian“ interviewt wurden. Der Artikel zeichnet das Bild einer Frau, die in erster Linie sich selbst und ihrer Karriere verpflichtet ist. So wird sie als „geborene Schauspielerin“ beschrieben, die zwar eine „brilliante Politikerin“ sei, der es aber nur um die eigene Popularität ginge.
In vielen liberalen bis linken Medien wird Sarah Palin auch als „Darling“ der ultrakonservativen, religiösen Rechten bezeichnet. Und tatsächlich: einer der „Paten“ jener Bewegung, der Gründer der einflussreichen Organisation „Focus on the Family“ – die, laut eigenen Angaben, allein mit ihren Radioprogrammen täglich bis zu 220 Millionen Hörer weltweit erreicht – James Dobson, erteilte ihrer Kandidatur freudig seinen „Segen“. Dobson, der über die Präsidentschaftskandidatur des bis dato innenpolitisch eher moderat eingestellten John McCain alles andere als erfreut war, hatte noch vor kurzem damit gedroht, seinen wahlberechtigten Anhängern vom Gang zur Wahlurne abzuraten.
Kaum war Sarah Palin aufgestellt, änderte er seine Meinung. Er würde nun für McCain stimmen, so Dobson, da die Auswahl Palins „extrem beruhigend für die konservative Basis [der republikanischen Partei, Anm. d. A.]” gewesen sei. Dem schloss sich neben Dobson eine Reihe weiterer einflussreicher Figuren aus der religiösen Rechten, sowie anderer Strömungen aus dem konservativen gesellschaftlichen Lager an.

Wahlkampfgetöse?
Betrachtet man die Äußerungen Palins im laufenden Wahlkampf, ist es leicht nachzuvollziehen, dass man im rechtskonservativen Lager zu großen Teilen regelrecht entzückt von ihr ist. Wiederholt erklärte sie, der demokratische Kandidat Obama „treibt sich mit Terroristen herum“ – eine Behauptung, die ebenso abstoßend wie unwahr ist.
Sie habe Angst, so Palin weiter, dass „dies kein Mann [ist], der Amerika so sieht, wie Sie und ich es sehen – als größte Macht für das Gute in der Welt. Ich befürchte dies ist jemand, der Amerika als ‚unvollkommen genug’ betrachtet, um mit einem früheren einheimischen Terroristen, der dieses Land angegriffen hat, zusammenzuarbeiten.“
Die Resultate dieser Hetz-Kampagne sind umstritten: scheint man im republikanischen Lager der Meinung zu sein, in den noch verbleibenden Wochen bis zur Wahl mit dieser Strategie Punkte gut machen zu können, äußerte sich beispielsweise ein ehemaliger Mitarbeiter McCains eher zweifelnd über den Erfolg dieser Taktik: während man damit der Zivilgesellschaft schade, würde es unentschiedene Wähler eher abschrecken. Er bezog sich damit auf eine Reihe von Vorfällen, bei denen, im Zuge republikanischer Wahlkampfveranstaltungen, üble Beschimpfungen Obamas und der Demokraten bis hin zu Morddrohungen zu hören waren.
Dabei fällt auf – und dies stellt Glen Greenwald bei Salon.com heraus – dass Teile des Mainstreams der US-Medien beiden Seiten die Nutzung der „negative campaigning“ genannten Wahlkampfstrategie, bei der die Persönlichkeit des Gegners angegriffen wird, zu gleichen Teilen unterstellen. Dabei hatte eine aktuelle Studie ergeben, dass seit Ende September sämtliche Wahlkampfspots McCains - 100% - negativ ausgerichtet waren, hingegen nur 34% seines Opponenten Obama.
Wer im Glashaus sitzt…
Doch zurück zur vorgeblichen „Hockey mom“ aus Alaska, die als Bürgermeisterin ihres Geburtsortes Wasilla auch schon mal eine Maßnahme zur Waffenkontrolle ablehnte, bei der es lediglich darum ging, das Tragen von Waffen in „Schulen, Bars, Krankenhäusern, Regierungsgebäuden und Spielplätzen“ zu verhindern.
Während Palin anderen ihre vermeintliche Nähe zu „anti-amerikanischen Extremisten“ vorwirft, gibt sie sich Mühe, ihre entsprechenden Wähler-Zielgruppen zu umwerben – beispielsweise durch ihre Mitgliedschaft bei der Organisation „Feminists for Life“. Diese Organisation setzt sich für eine bessere Vereinbarkeit von Schwangerschaft bzw. Kindern und Karriere für Frauen ein. Im Gegensatz zum eigentlichen Feminismus besteht „Feminists for Life“ aber nicht auf Wahlmöglichkeiten für Frauen, sondern fordert die bedingungslose Illegalität aller Formen von Abtreibung – auch nach Vergewaltigungen oder bei schwer missgebildeten Föten. Somit dürfte Palin nicht unbedingt eine Mehrzahl an Frauen aller gesellschaftlichen Schichten ansprechen, sondern lediglich die Stammklientel der Republikaner aus dem Dunstkreis der religiösen Rechten.

Als Sarah Palin in den 1990er Jahren in die Lokalpolitik Alaskas einstieg, fand in der Region des Matanuska-Susitna Valley, in dem Wasilla liegt, ein Kulturkampf statt (wie auch in vielen anderen Teilen der Vereinigten Staaten). Liberale und auch konservative Befürworter der Trennung von Staat und Kirche standen den selbst erklärten „Gralshütern des Christentums“ gegenüber, die – in erster Linie angesiedelt in der republikanischen Partei – zum Teil auch nicht davor zurückschreckten, Drohungen gegen Andersdenkende auszusprechen. Auf dieser Seite befand sich auch Sarah Palin, die als „christliche“ Kandidatin, gestärkt durch eine Empfehlung der „National Rifle Association“, ins Rennen ging. Doch zum Zeitpunkt der Kandidatur Palins für das Amt der Bürgermeisterin Wasillas, existierten auch politische Kräfte, die noch weiter rechts standen als die Republikaner.
Palin verstand sich offenbar mit beiden Lagern gut
Da war Steve Stoll, ein Mitglied der ultrakonservativen „John Birch Society“, aufgrund seines Hanges zu antikommunistischen Verschwörungstheorien auch „Black Helicopter Steve“ genannt (ein Bezug auf die schwarzen Helikopter, mit denen die, angeblich von der UNO gesteuerte, Bundesregierung ihre Bevölkerung überwacht). Palin versuchte, ihm einen Sitz im Stadtrat von Wasilla zu verschaffen – ihm, der auch schon öffentliche Erziehung oder Stadtplanungsaktivitäten als Formen „sozialistischer Regierung“ ablehnte.
Und dann war da Mark Chryson, Vorsitzender der Alaska Independence Party (AIP). Delegierte der Partei besuchen regelmäßig die Treffen des „North American Secessionist Movement“, welches einen Zusammenschluss aller Organisationen darstellt, die die Unabhängigkeit diverser Bundesstaaten von der Zentralregierung in Washington fordern. In diesem Dunstkreis bewegen sich auch diverse rassistische Organisationen sowie Anhänger einer „christlichen Theokratie“ in den USA. Die AIP ist in diesem Zusammenhang auch eng mit der U.S. Constitution Party verbunden, die vor allem auch ein Auffangbecken für aktive und ehemalige Mitglieder größtenteils rechtsgerichteter paramilitärischer Milizen in den Vereinigten Staaten ist.

Während Palins Ehemann Todd von 1995 bis 2002 Mitglied der AIP war, besuchte Sarah deren Parteitage in den Jahren 1994 und 2000. Außerdem hatte sie ständig ein offenes Ohr für Chryson und Stoll und arbeitete im Stadtrat von Wasilla so gut mit ihnen zusammen, dass sie auch schon mal darüber hinweg sah, wenn Stoll und Konsorten eine Sitzung des Stadtrates stürmten, um die bereits erwähnte Maßnahme zur Waffenkontrolle zu verhindern.
Anscheinend gefiel es ihr auch bei der AIP so gut, dass sie 2006 wieder erschien und sogar eine Rede hielt. Und während der stellvertretende Vorsitzende der AIP ein Jahr später davon sprach, die Republikaner und Demokraten zu „infiltrieren“, schickte Frau Palin dieses Jahr eine Video-Grußbotschaft an den Parteitag der AIP – an die Partei, deren Gründer einst sagte: „Die Feuer der Hölle sind vereiste Gletscher, verglichen mit meinem Hass auf die amerikanische Regierung. Ich werde nicht unter ihrer verdammten Flagge begraben werden […].”
Ein kurzer Auftritt?
Trotz ihrer Nähe zur religiösen Rechten und anderen fragwürdigen Figuren hat Sarah Palin anscheinend auch im eigenen Lager ein Problem: Glaubwürdigkeit. Während sie ihren Bürgermeisterwahlkampf in Wasilla als jemand betrieb, der den „Status quo“ der etablierten Politik durcheinander wirbeln wollte, beschuldigte man sie schon nach wenigen Monaten der Vetternwirtschaft und durchsichtiger politischer Manöver, wie der Entlassung der Stadt-Bibliothekarin aufgrund eines Streites um die, von Palin geforderte, Zensur eines Buches über homosexuelle Eltern.
Während der Gouverneurswahl 2006 trat Palin als Frontfrau der religiösen Rechten und „als moralische Kreuzzüglerin“ an, die Korruption und Verschwendung bekämpfen wollte. Der amtierende Gouverneur Murkowski, der aufgrund seiner engen Beziehungen zur Ölindustrie immer unbeliebter beim Wahlvolk wurde, machte es ihr einfach. Sie ging öffentlich auf Distanz zu einigen korrupten Parteifreunden und eroberte das Amt des Gouverneurs damit im Sturm.
Diejenigen hingegen, die nun auf die rasche Umsetzung der politischen Agenda der religiösen Rechten, oder aber auf echte Reformen bezüglich der Probleme Alaskas gehofft hatten, sollten eine Enttäuschung erleben. Abgesehen von einigen populistischen Maßnahmen, die in einem 1200 US-$ Scheck für jeden Bürger Alaskas mündeten, war nichts zu sehen von mittel- oder langfristigen politischen Planungen der frisch gebackenen Gouverneurin und bekennenden Anhängerin des Kreationismus.

Vielleicht war sie in jenen Tagen schon mit dem nächsten Ziel, ihrem Einstieg in die Bundespolitik beschäftigt. Sicher ist zumindest, dass ihr der Ruf als moralisch und ethisch gefestigte Person, die sich im Zweifelsfall auch mit der eigenen Partei anlegt, beim Präsidentschaftswahlkampf zwei Jahre später hilfreich sein sollte. Wenn, ja wenn da nicht die Episode aus Sarah Palins Leben wäre, die in den amerikanischen Medien inzwischen als „Troopergate“ bekannt geworden ist.
Wie ein überparteilicher parlamentarischer Untersuchungsausschuss gestern mitteilte, ist es erwiesen, dass Sarah Palin ihre politische Macht als Gouverneurin für persönliche Zwecke missbraucht hat. Sie hatte Druck ausgeübt, um die Entlassung ihres früheren Schwagers aus den Reihen der Staatspolizei von Alaska zu erreichen. Vorausgegangen war eine Art Rosenkrieg zwischen ihm und Palins Schwester. Es endete mit der Entlassung des Beauftragten für öffentliche Sicherheit, der sich entschieden gegen die Entlassung des Polizisten ausgesprochen hatte.
Auch wenn diese Entscheidung vorerst keine persönlichen Konsequenzen für Palin haben wird – die Parlamentarier können keinerlei Sanktionen gegen die Gouverneurin verhängen –, dürfte diese Entwicklung doch schwerwiegende Konsequenzen für den republikanischen Wahlkampf im Allgemeinen und für Sarah Palin im Besonderen haben. Ihr Ruf als „Maverick“, als politische Außenseiterin, die sich nicht von ihrer Macht korrumpieren ließ, ist nun schwer beschädigt. Etwas mehr als drei Wochen vor der Wahl ist es noch zu früh, endgültige Prognosen zu treffen, doch diese Steilvorlage für den Wahlkampf werden sich die Demokraten nicht entgehen lassen.
Eine Vizepräsidentschaftskandidatin, die des Amtmissbrauchs für schuldig befunden wurde, ist mit Sicherheit keine gute Grundlage, um eine Wahl zu gewinnen. Was einige Anhänger der Republikaner noch wütender machen dürfte, als sie ohnehin schon sind.
Nick Abbe
Posted in US-Wahlen 08, USA |




















































































Zur Ergänzung taugt auch ein Artikel von Marc Pitzke auf SPON: “MACHTMISSBRAUCH”, RASSISMUS, BUHRUFE. Sollte irgendein irrer Hillbilly Obama abknallen, tragen die McCain Strategen dafür die Hauptschuld. Armes Amerika.
Bei der Diskussion um die komplett untaugliche Frau Palin sollte man sich immer wieder McCains hohes Alter und seinen desolaten Gesundheitszustand vor Augen halten. McCain als Präsident wäre schlimm, aber Palin als Präsidentin wäre eine echte Katastrophe.
Dieser Artikel ist genauso unsinnig wie die Tatsache der Person “Palin” einen Gedanken zu widmen. Der Spiegelfechter berichtet über eine Volksshow der USA und übersieht die aktuelle Situation der USA und der aktuellen, finanzabhängigen Machtverschiebungen in unserem System. Die US-Präsidentschaftswahl ist es nicht wert beachtet zu werden und ich werfe dem Spiegelfechter vor sich damit in das Terrain der Boulevardberichterstattung zu begeben. Entschuldige mich für diese klaren Worte! Sie seien Herrn Ranicki gewidmet.
Es gibt wichtigeres, und ich empfehle dir folgenden Podcast um dich zu informieren. Nicht das hier bald über die Eisvögel und das Fussballspiel berichtet wird. Die Informationen über den Einsatz der Bundeswehr im Inland waren sehr informativ, da es eine fundamentale Neuorientierung in der bestehenden Krise darstellt.
Hier der Podcast - extrawagan...
Mit der Wahl von Palin zum “running mate” hat McCain seinen Anspruch, für “rationale überparteiliche Politik” zu stehen (eine Behauptung, welche sowieso eher mißtrauisch machen sollte) endgültig ad absurdum geführt. Diese Nominierung ist die VErkörperung der Verantwortungslosigkeit.
Davon abgesehen ist es immer wieder ein Trauerspiel, wie Medien und Wähler sich auf die irrelevanten Fragen konzentrieren. Die Frage “ist sie/er einer von uns” hat im US-Wahlkampf offensichtlich eine Bedeutung, welche die wesentlich wichtigere Frage nach den politischen Inhalten und wirklich relevanten Kompetenzen oft in den Hintergrund drängt. Wobei deren Zweitrangigkeit ja leider nichts außergewöhnliches ist. Dass nichts riskanter ist, als zu versuchen, die Wähler/Konsumenten (der Unterschied ist leider oft schwer auszumachen) auf rationaler Ebene anzusprechen, ist ja mittlerweile eine echte stets befolgte Binsenweisheit.
@ Alexander: Im Gegensatz zur Weltrevolution findet die Präsidentschaftswahl in absehbarer Zeit statt…
Mumia Abdu Jamal bringt es Jahren wie auch Chomsky auf den Punkt: Wer von den beiden Kandiaten Präsident wird, ist völlig gleichgültig: beide sind zutiefst reaktionär.
suicidegir...
suicidegir...
Außerdem:
Clinton führt die Kill and destroy Liste seit Jahren, dich gefolgt von Bush Senior and Junior an, und wieso sollte Palin sich nicht auch in diese Politikgeneration erfolgreich einreihen dürfen?
Und Obama, da bin ich mir sicher, wird niemand ein Haar krümmen können: der ist mittlerweile als integrative Werbefigur so wichtig für den aggressiv rationaleren Teil der amerikanischen Eliten, dass die genau alle Kanäle auf Doppelrot gestellt haben.
@name
Ich würde mal vermuten, dass aus deiner Sicht auch 95% der Gesamtbevölkerung “reaktionär” ist. Die werden dann wohl beglückt…
@5
[Zensur: Beleidigungen werden hier nicht toleriert/SF]
Die Hitliste zwischen MC Cain führt Obama an: mit seiner gradiosen Rede zu einem Überfall auf Pakistan konnte er sich die ersten eigenen Hundert Tote auf seiner Liste verbuchen. MC Cain liegt da noch deutlich zurück.
Von der Tatsache ,dass der gute Obama seine alten Weggefährten wie Abfall weggeschmissen hat, fangen wir gar nicht erst an, stimmts?
Die Macht und die Macht ..;)
@3.
“Im Gegensatz zur Weltrevolution findet die Präsidentschaftswahl in absehbarer Zeit statt…”
Du bist desinformiert! Höre dir den Podcast an den ich weiter oben verlinkt habe. Beschäftige dich einmal mit CDS-Kreditabsicherungen und verstehe das “wir” “jetzt” die Veränderungen im fundamentalsten Bereich erleben! Begreift doch endlich mal das dies keine Krise ist, sondern die Zuspitzung einer zwingend zerstörerisch wirkenden Verschuldungsspirale. Ich gebe Brief und Siegel, das unsere Regierungen dieses Spiel mit Ihrem G7-Rettungspaket weiterspinnen werden. Ob Verstaatlichungen oder Garantien; die Verschuldung wird noch weiter in die Höhe getrieben.
In einer solch brisanten Zeitenwende über Palin als Marionette des Systems zu berichten ist Boulevardklatsch! Berichte über die Entstehung der Krise, der CDS als Geldschöpfungsabsicherung, dafür sind die meisten Hirne unserer Welt durch Politiktheater verbaut!
Alexander, entspann Dich doch mal ein bisschen.
Irgendwie hängt alles zusammen - das ist nicht nur schlecht, sondern auch gut.
Ganz so unwichtig, wie die Wahlen in den USA ausgehen werden, ist es nun insbesondere abseits der Finanzkrise nicht.
Und vielleicht kann man ja auch langsam mal und ganz vorsichtig die Chancen einer - ja noch gar nicht so sichtbaren - Zeitenwende ins Auge fassen.
@Peter
Naja, ich denke auch, dass es völlig unerheblich ist, ob McCain, Obama oder Mickey Mouse Präsident werden - die Entscheidungen werden sowieso von anderen getroffen. Aber Palin ist wenigstens nicht so häßlich wie McCain :-).
Im übrigen finde ich ab und zu auch Gameshows interessant - warum soll ich mich nicht auch mal an einer Wahlcomedy erfreuen?
Der Artikel ist übrigens nicht von JB, sondern von Nick Abbe und obendrein ist er gut recherchiert. Ich finde es wichtig, über die Vergangenheit von Marionetten Bescheid zu wissen. Mal davon abgesehen ist dies hier JBs eigenes Portal. Er kann und soll da schreiben und tun, was er will und das ist auch gut so, denn er hat mitnichten einen öffentlichen Auftrag, sondern ist als Bereicherung zu sehen. Wenn Alexander jetzt den Artikel nicht gut findet oder andere wichtiger … was hält ihn davon ab, die anderen zu lesen? :-)
Vielleicht wollte er auch nur ein wenig Werbung für sich machen?
Zum Thema: Ich denke, dass McCain (wenn nicht mal wieder die Wahlautomaten dazwischen kommen) schon verloren hat. Er konnte sich finanzpolitisch nicht eindeutig positionieren, sein Sohn ist in den Bankenskandal verwickelt, seine Vize hat sich als dampfender Hundehaufen herausgestellt, sein Wahlkampfteam hat soviel Scheisse um sich geworfen, dass mittlerweile alle nur noch wissen, was er an Obama schlecht findet, aber keiner, was er als Präsident überhaupt tun will usw. usf..
Obama muss eigentlich nur noch abwarten. Wäre er nicht von schwarzer Hautfarbe, wäre er schon gewählt. Es besteht eigentlich nur noch der KuKlux-Clan-Faktor, der ihn aufhalten könnte. Oder ein Barschel/Möllemann-Faktor :-)
Für alle die noch immer desinformiert sind:
Die Poltik wird durch die Finanzwelt diktiert!
Ob geopolitisch, ob innenpolitisch. Schaut euch doch die aktuelle Situation an:
- Altersvorsorge wurde auf Druck der Finanzwelt weitestgehend privatisiert und damit den Finanzinstituten anvertraut.
- Krankenversorgung wird mehr und mehr durch Konzerne bestimmt. Der Arzneimarkt wandelte sich aufgrund der Pharmaindustrie zu einem Spekulationsmarkt.
- Städtische und regionale Energieversorgung unterliegt den Spekulationen und Kapitalisierungen, statt dem Umlageprinzip einer breitstellenden Infrastruktur.
Das sind nur ein paar “verherrende” Beispiele für den bereits bestehenden Umbruch.
Wer hier noch behauptet der Staat und dessen Poltik beeinflusse diese Sektoren, der muss schon vollkommen verstrahlt worden sein. Auch der Ruf nach staatlicher Einflussnahme wird diese Entwicklung nicht mehr Umkehren können, da der Staat sich dessen Umfang gar nicht mehr annehmen kann. Er obliegt einer spekulativen Finanzwelt und dessen Interessensgemeinschaften.
Und so ist es auch in den USA wiederzufinden. Sie ist gar der Quell dieser Entwicklung und zeigt doch beispielhaft wie es scheitern wird. Lassen wir die CDS-Blase platzen oder alternativ verstaatlichen, es treibt die Verschuldung nur weiter in die Höhe und damit auch die Entkoppelung der Realwirtschaft von der spekulativen Finanzwelt.
Jetzt aber zurück zu Palin……….McCain oder Obama können es ja anscheinend richten! ;-)
@Alexander
Ich kann ja verstehen, dass Ihr Weltuntergangspropheten aller Denkschulen momentan der Meinung seit, Eure große Stunde sei gekommen. Aber … immer suce. Krisen kommen und gehen. Ich kann es ja verstehen, wenn ein junger Hund bei seinem ersten Gewitter denkt, die Welt würde untergehen und er könne dies durch Bellen verhindern, aber wenn es ums Thema Finanzkrise geht, sind die Sachen doch etwas komplexer, als die Internetweisheiten es ahnen lassen.
Ich habe mir Deinen Podcast mal angehört und muß als finanzwissenschaftlich nicht eben unbeschlagener Hörer sagen … eieiei, was für ein Unfug.
Da höre ich mir doch lieber den “Eisvogel” im Supermarkt an ;-)
@Alexander
-> Fußball
Die Meldung “Enke bricht sich Kahnbein” finde ich übrigens herrlich - meine Lieblingsschlagzeile der letzten Woche ;-)
Hach, ich boulevardesker Clown, ich *lol*
@9
Das mit dem visuellen Optikvergleich stimmt natürlich, obwohl da schon wieder charakterlich die Schönheit zur Fratze mutiert. Eine politische Wende wird es nicht geben können, nur Obama wird der bessere Verkäufer und Buhmann sein, wenn er die Nationalgarde auf die revoltierenden Schwarzen und Hispanics schiessen lassen muss.
Der Artikel von Nick Abbe ist natürlich inhaltlich sehr gut und informativ geschrieben und ich finde, dass JB hier den Artikel von Nick Abbe veröffentlich, verdient Anerkennung.
Guter Beitrag! Ich wußte wirklich nicht, was sich so alles hinter amerikanischen Hausfrauenschürzen versteckt.
Jedenfalls, als Fazit für mich, hat der Spiegelfechter meinen bisher unreflektierten Antiamerikanismus in einen fundiert reflektierten überführt.
…”Beware of american houswives!”………”and their neighborhood!”…:-)
@ Alexander
Natürlich hast Du wohl nicht unrecht, wenn Du auf die “ökonomischen Rahmenbedingungen” verweist und ein “Das Sein bestimmt das Bewußtsein” daraus ableitest, nur - wir, wie auch unsere transatlantischen Waffenbrüder - leben immer noch in einer Demokratie, weshalb ja Herrschaften wie Lewis oder Ackermann nicht direkt die Zügel in der Hand haben, sondern dies immer noch über Lobbyismus geschieht.
Daher erschien und erscheint es der Redaktion (Jou, wir haben jetzt sowas ähnliches, auch wenn “der Cheffe” natürlich weiter den Ton angibt) sinnvoll, weiter über Leute zu rapportieren, die direkt “Politik machen”.
Und persönlich: Es war mir mal wieder ein Vergnügen, einen Artikel von Nick Abbe zu lektorieren ;-)
Gruß
hannilein (”Cheflektorin” *gg*)
Was ich so an anti-Palin-Kommentaren gelesen habe, heben die eher auf ihre Unerfahrenheit ab. Alaska ist wirklich anders. Und dieser Ort, in dem sie Buergermeisterinn war ist ein absolutes Nest.
Obama wird ohnehin gewählt, einfach weil die US-Amerikaner wissen, dass die Republikaner seit Reagan einfach zu stark in diese - wie wir jetzt wissen - übertriebenen Finanzmarktliberalisierungen verstrickt sind.
Zu viel Angst vor der amerikanischen Religiösität hab ich aber nicht. Das hängt vermutlich mit der geringeren Abgesichertheit des amerikanischen Lebens zusammen und ist sowieso pan-amerikanisch.
Wenn jemand einer Kirche angehört, bedeutet das noch längst nicht, dass er total blöd ist. Ich kenne eine bekennende Anhängerinn katholisch-charismatischer Strömungen, die ich für absolut weltoffen und geistig wach halte.
Bin selbst aus der katholischen Kirche ausgetreten, aber ich kann beispielsweise die undifferenzierte ostdeutsche Kirchenfeindlichkeit genau so wenig verstehen wie die religiöse Rechte.
Meiner Meinung nach ist die Wahl des amerikanischen Präsidenten ein Ereignis, dass auch Auswirkung auf unsere Leben entfaltet. Ob es nun durch neue Kriege, die Änderung der Rahmenbedingungen für die Wirtschaft, oder durch Änderungen im Machtgefüge der Weltpolitik ist. Insofern ist die Auswahl eines prominenten Themas im Zusammenhang mit den Wahlen nicht Boulevardberichterstattung per se.
Bei aller Verachtung, die mancher für die Wahlkampfshow oder für deren Akteure haben mag, zu Recht oder zu Unrecht, wir sollten nicht vergessen, das wir nicht gefragt werden. Es sind nicht wir, die wählen gehen oder dürfen. Natürlich darf man seine Meinung zu alldem haben, aber gefallen muss und soll es denen da drüben. Und die sind, da beisst die Maus keinen Faden ab, total anders als wir wenn es um Politik, Werte, Patriotismus, Politik und Show geht. ich glaube, dass sieht jeder ein, egal aus welcher politischen Ecke.
Ich begrüsse es, wenn der Spiegelfechter mir/uns eine zwar etwas einseitige Zusammenstellung von Informationen über die VP Kandidatin Palin gibt, aber Dinge darin aufführt, die man so sachlich sonst nirgends findet.
Interessant ist dabei allemal, dass so kurz vor der Wahl die Ersatzbank im Rampenlicht steht und nicht die Präsidentschaftskandidaten selbst. Was der eine oder andere von denen verändern will, ausser das es Zeit für Veränderungen ist, hat sich mir allerdings noch nicht so recht erschlossen. Wofür stehen Obama und McCain und was bedeutet das für uns, das herauszuarbeiten wäre wohl noch nützlicher als über Frau Palin zu berichten.
Zunächst kam sie mir als guter Schachzug vor: Clinton bei den Demokraten abserviert, die Republikaner bringen eine Frau, die auch noch konservative Christin ist und dem farblosen McCain etwas Glanz verleihen sollte. Kommt doch alles super an im mittleren Westen bei den Bibeltreuen. Mithin die optimale Ergänzungsspielerin zum Volkshelden.
Mittlerweile mutiert sie aber mehr und mehr zum Rohrkrepierer und zur Belastung bzw. wird dazu gemacht. Man stelle sich die Maschinerie vor, die sich auf ihr Leben und ihre Vergangenheit gestürzt hat. Ich frage mich dabei immer, wozu das Ganze? Ist der McCain nicht so schon schlecht genug, oder der Obama nicht überzeugend genug oder wäre der Sieg des Schwarzen in den USA so undenkbar, dass man auch noch die Ersatzfrau diskreditieren muss?
@Spiegelfechter:
Ja Ja, die Internetweisheiten. Es sind Weisheiten wie aus diesem Artikel, welche den Menschen das Interesse an dem Wesentlichem nimmt. Du beschäftigst dich zutiefst mit einem parteipolitischem Geplänkere, welches sich nach der Wahl ohne Wiederholung im Nachtprogramm als Zapping-Show verabschiedet.
Ich möchte mich im Übrigen nicht als Weltuntergangsverschwörer bezeichnen lassen, sondern möchte dir doch lieber Dinge vorhalten, welche in deinem Kopf noch ein wenig Zeit benötigen um vollkommen realisiert zu werden. Du hast wie immer deine Leser im Blickfeld und bist Blogger durch und durch! Aufgrund Dessen wirst du nicht die Tiefe in ein Blogformat bringen dürfen, welches sich mit CDS-Kontrakt-Analysen, IWF-Berichten und den Folgewirkungen von Verschuldungsspiralen beschäftigt. Ich wage es sogar zu behaupten: Du würdest scheitern weil sich dein Kreis nicht schliessen würde.
Diesen Bruch des erdachten Kreises finden wir aktuell in allen politischen Diskussionen.
Die immer wieder aufkeimenden Rettungsversuche; sie erzielen medial ihren Erfolg, verhalfen jedoch unter genauer Betrachtung kein Stück weiter.
Morgen wird es heissen “Verstaatlichung von Banken”. Die Nation begreift es als Herbeibringung einer Ordnung, versteht jedoch nicht das die Verschuldungsspirale sich weiter und weiter dreht. Wer sich einmal mit dem Zinsaufkommen im Nahrungsmittelhandel beschäftigt hat, der wird wie gesagt unter seinen Systemvorstellungen keine logische Erklärung finden. Der gedachte Kreis der neoklassischen Volkswirte ist groß und auch du Jens, sitzt mittendrin und beflügelst deine Leser mit Artikeln, welche wenn du dich wahrhaftig mit den Grundlagen des veränderten Geld- und Finanzsystems beschäftigt hättest, dich aus Vernunft nicht mehr berühren würden.
Lese dir wenigstens die ersten 50 Seiten des IWF-Berichts durch:
imf.org/ex...
Mich, Zweifler oder Erregte danach als Weltuntergangsbeschwörer zu bezeichnen ist unterste Klasse für einen Blogger der doch stets neutral wirken will.
Lese es und wach mal auf!
@Alexander
Nun lass mal gut sein ;-)
Ich habe schon einiges über die Finanzkrise geschrieben und beschäftige mich auch seit längerem mit CDS und teile da im wesentlichen die Meinung der BIS. Alarmismus ist da nicht von Nöten. In diesem Thread geht es um die US-Präsidentschaftswahlen, bitte respektiere das. Wenn Du die Finanzkrise diskutieren willst, dann tue dies in einem passenden Thread, von denen es viele gibt. OT-Postings werden hier nämlich bei all zu exzessiven Gebrauch geläscht, sonst bräuchte ich keine separaten Kommentarsektionen unter den Artikeln.
Heute morgen las ich schon den Spiegel-Online-Artikel Palins Naivität kann so heimtückisch sein, vor allem die verlinkten Youtube-Videos sind wirklich gruselig. Diese Frau ist gefährlich!
Man male sich mal aus was noch alles passieren könnte, Obama gewinnt die Wahl und wird Präsident, die US-Wirtschaft rauscht noch tiefer in die Krise und muss sich allein schon aus wirtschaftlichen Gründen militärisch zurücknehmen. Plötzlich wird selbst dem hintersten rotnackigen Provinzidioten klar, dass die USA sich verzockt hat. Ein Sündenbock muss her, wie passend dass ein Schwarzer Präsident ist. Ein weiteres Attentat auf einen Schwarzen, die religiös fanatische Rechte, ein existenziell bedrohtes Proletariat das nichts mehr zu verlieren hat und genügend Feuerwaffen in Bürgerhänden für einen fulminanten Abgang der einstigen Supermacht. Wir leben in spannenden Zeiten!
@Lemmy Caution
Wo verortest Du die besagte “undifferenzierte ostdeutsche Kirchenfeindlichkeit”?
Das ist mir ganz neu…..sowas hab ich bisher noch nicht gehört.
@21
Kirche ist ja ein Marktplatz um die ideologischen Köpfe an sich, und natürlich um eine verdammte Menge Geld, aber, was viel wichtiger ist, selbst in ach so athestisches DDR wurde die Kirche nie enteignet. Sie hat ihr Eigentum immer behalten, und zählt im Osten zu den größten Grundstückseigentümern. ;)
Was stand auf den Koppelschlössern der Wehrmacht ? ;)
Das nur mal am Rande der Unwichtigkeiten.
Das drüber hinaus, die Bilderung in der DDR vielfältiger und ausgeprägter in allen Bereichen war, weil dort das finnische Ausbildungssystem herrschte, verstehen viele auch nicht.
@ 11. Spiegelfechter
Wie bitte?
“Aber … immer suce”
Sutsche ist ein friesischer Ausdruck und keine italienische oder türkische Redensart!
Nicht böse sein. Wollte nur helfen.
Grüße Korrektum
Schon längst bevor ich diesen Artikel gelesen hatte, mochte ich Palin von Anfang an nicht. Und mein Misstrauen bestätigt sich langsam. Ganz komisch!
Danke Alexander, Du sprichst mir aus der Seele. Was ist nun mit der BW im Innern, die jetzt vor dem Kollaps so zufällig über D hereinbricht. Oder mit der riesigen Verschuldungsspirale die wir, nicht mal unsere Kinder oder deren Kinder stemmen können? Die Palin ist nur Schall und Rauch und wird auch nie etwas anderes sein, so wie die USA in Schall und Rauch aufgehen.
Gruß Kurt
p.s. denn die Wahlmaschinen wählen den Präsidenten, nicht die Bevölkerung
@22 name
Auf meine Frage wo denn die ausgeprägte ostdeutsche Kirchenfeindlichkeit nun verortet wird, ist das aber keine Anwort.
Etwas….perplex
carlo
Sorry, aber irgendwie kriege ich bei Dir den Trackback nicht hin:
duckhome.d...
@26
Ich vermute folgendes: Wenn man sich im “Osten” über Kirche unterhält, wird man in einem Gespräch sofort auf die gesellschaftliche Funktion und Bedeutung von Kirche, deren aktutelle und historische Bedeutung gestossen, und es wird deren religiöser , auch finanzieller Auftrag von Anfang an in Frage gestellt. Diese begründete Direktheit stösst viele sofort ab und lässt diese Themengebiete und Antworten als “undifferenziert” liegen, ohne dabei zu erkennen, auf wessen Seite mehr Klarheit herrscht.
Neoliberale Ausbeutung der Mitarbeiter gibt es in den kirchlichen sozialen Einrichtungen wie überall auch, genauso wie dort auch viele christliche “Rebellen”, die sich der sozialpolitischen Ausrichtung verwehren: sei es in der Frage des Asyls , der Betreuung von sozial Armen usw. Das ist alles bekannt.
Nur wird der Drahtseilakt zwischen dem Grundstückseigentümer Kirche und dem religiösem Kampf um die Köpfe mit sozialpolitischem Bestreben, letztlich um viel viel Geld , hier viel klarer noch wahrgenommen.
Wenn man zynisch diesem Umstand beschreiben würde wollen, so könnte man feststellen: je weniger diese Republik für diese 8 Millionen Arme sozial und finanzpolitisch tätig wird, umso mehr nimmt der religiös geprägte Sozialauftrag zu: Fressen müssen die Leute letztlich irgendwo was, ob ein Kreuz, zwei Kreuze oder andere Symbole an der Wand hängen, spielt für den Hunger keine Rolle.
Kir chenfeindlichkeit im Osten:
Im Osten gibt es - auf Grund der jahrelangen Berieselung durch die Ersatzreligion Kommunismus - wesentlich weniger Leute, die sich nicht zum Christentum bekennen und wesentlich mehr, die diesen arroganten Unfug von “Kirche als Opium fürs Volk” übernommen haben.
Kirchen sind in Ost-Deutschland leerer als in West-Deutschland. Dies hat aber auch deutlich soziokulturelle Ursachen, da in West-Deutschland vor allem in wohlhabenderen - d.h. sozialstaats-stützenden - Gemeinden die Kirchen gut besucht sind. In der DDR gibts davon eben weniger.
Tja 29 : Du bestätigst alles ;)
Im Westen waren und sind die Menschen bedeutend dümmer, was die Frage von Politik und Kirche betrifft, weil sie nie eine politische Bildung bekommen haben, nie über den bürgerlichen Tellerrand hinausschauen konnten und weil man auf Koppelschlösser der Wehrmacht in der Kirche sehr stolz war und das religiöse Geschäft der Kirche in einer Republik im Westen nie erwähnt hat, weil es keine Aufklärung gab und die Kurzformel Kirche ist Opium fürs Volk stimmt.
name, genau das meine ich. Danke.
Warum entledigen sich dann die sehr klugen Ostler nicht einfach von uns verblödeten West-Deutschen?
Ihr könnt auch die mit unserem Geld finanzierte massivst erneuerte Infrastruktur behalten.
Wegen mir bauen wir euch auch wieder eine Mauer und lassen euch in China ein paar frische Blauhemden nähen.
Aber dann ist Ende im Gelände.
@31 Weisst du eigentlich, woher dein Nick stammt, die Filmfigur “Lemmmy Caution”, wer diese, mit welchem Inhalt, erschaffen hat ?
Und die Sache mit “unserem” Geld, ist so lustig, wie dein Nick, der eine Kopie der Filmfigur von Jean Luc Godard ist, eines Sozialisten, der die Kirche, das Leben wie jeder andere Erscheinung immer aus marxistisch, dialektischer Sicht filmisch dargestellt hat ;)
Aber, “Lemmy” ich tue hier ganz umsonst etwas für dein Unwissen, damit du nicht ganz dumm sterben wirst. Du hast von der bundesrepublikanischen Geschichte, deren Reichtum und deren Verbrechen, deren Politik und deren Konzernfamilien soviel Ahnung, wie man das von Dir erwarten darf ;)
Lieber name,
1. hat Godard diese Filmfigur von einem Groschenroman und europäischen B-Movies adaptiert. Ich bezieh mich mit dem Nick aber auf Godards “Alphaville”, der übrigens kein explizit marxistischer Film ist. Es geht dort eher um die Behauptung individueller Gefühle gegen eine perfektionisierte Welt. Und darüber hinaus ist der Film eher poetisch und atmospherisch als politisch. Der Film beinhaltet auch eine frühe und unscharfe Perzeption von IBM, die in meinem Leben eine vielfältige Rolle eingenommen hat/ einnimmt.
Godard wandte sich erst danach stärker marxistischen Gedankengut zu, wobei ich manche dieser Filme auch mag ohne selbst Marxist zu sein.
2. hab ich überhaupt keine Probleme mit Künstlern mit einer marxistischen Grundsicht. Solange der Marxismus keine politische Macht erlangt, mag er für manche Leute ja hilfreich sein. An der politischen Macht erzeugt der Versuch der Schaffung einer perfekten Welt stets etwas, das ich als Diktatur bezeichnen würde. Godards Verhältnis zum Marxismus war sicherlich auch ein wenig anders als das unter Margot Honecker gelehrte.
3. hat sich der Schweizer Godard Zeit seines Lebens eher in Frankreich aufgehalten. Er verspürte nie ein Bedürfnis, in die DDR auszuwandern.
@33
Ich kenne alle Filme von Jean ;)
Und, wer die Augen nicht aufmacht, und lieber die Dikatur des Kapitals nicht als solche Dikatur wahrnehmen will, von dieser nichts wissen will, und sich auch sonst für nichts anderes interessiert, kann herrlich über andere Dikaturen schwadronieren, in denen es diese Milliardärsdynastien nicht gab ;)
Der ganze Reichtum der Bundesrepublik Deutschland beruht auf der Ausbeutung und der Dikatur gegenüber den Ländern des Trikont: seit 60 Jahren.
Angesichts der vorsichtig gesprochen sehr ungleichen Entwicklung in Sachen Infrastruktur, wirtschaftlicher Fortschritt, Armutsbekämpfung, Bildungspolitik und und und in Ländern wie Südkorea, China, Chile, Brasilien auf der einen Seite sowie Kuba, Venezuela, Myanmar, Nordkorea auf der anderen Seite gehen ja die Gemeinsamkeiten des Trikontinents ein wenig zurück.
Neben Godard mag ich halt auch diesen Spaßvogel sehr: youtube.co... Bayly&search_type=&aq=f
Warst du mal auf diesem Trikontinent? Hast du dort Freunde?
Guter Artikel, der auch mal halbwegs objektiv die ‘Kellerleichen’ von Sarah Palin seziert, anstatt wie in den meisten US-amerikanischen Medien üblich, sich auf Oberflächlichkeiten zu stürzen.
Übrigens: Artikel auf gewohnt hohem Niveau von Gastautoren tun dem SF-Blog IMO sehr gut.
Was in Sachen Palin aus meiner Sicht besoders interessant ist, ist dass ihr Engagement für die Alaska Independence Party keine nachhaltige Thematisierung wiederfährt. Sie ist ja immerhin Vizepräsidentschaftskandidatin der Republikaner, die ja anno dazumal unter Abe Lincoln einen recht nachhaltigen Krieg gegen den Seperatismus geführt haben. Ich kann das nur dahingehend interpretieren, dass offensichtlich die Vereinigten Staaten weniger einig sind als dies fürgewöhnlich angenommen wird.
Darüberhinweg gibt es über die “Hockey Mum” nur wenig neues zu berichten. Sie ist und bleibt die impersonifizierte Verzichtserklärung des menschlichen Verstandes, und ihre Wahl zur Vizepräsidentin würde die Ernennung eines Pferdes zum Senator von Rom in Nachhinein in einem günstigeren Licht erscheinen lassen.
Dass Palin für ihre Bemerkung, dass sie, weil man ja von Alaska aus Russland sehen könne, eine Prädestination für Aussenpolitik hätte, nicht nur für Aussenpolitik sondern auch für Geographie schlicht und einfach Note “6″ verdient steht ausser Frage. Und ich kenne die Diomede Inseln ;) .
Ich bin einstweilen optimistisch, dass sie eine historische Fussnote bleibt, die eines Tages bei Diskussionen über die amerikanische Präsidentschaft nach dem zweiten Sixpack für nachhaltige Heiterkeit sorgt. You betcha!
Interessante Artikel aus dem amerikanischen “Rolling Stone” zu McPalin:
rollingsto...
rollingsto...
offener Brief von Frank Schaeffer an McCain
huffington...
Und die Moral von der Geschicht’?
Es gibt sie nicht!
Übrigens ist McCain jetzt in die Linkspartei eingetreten und soll deutscher Bundespräsident werden. Die Finanzkrise verändert die Welt … :)
Zumindest gem. Tagesschau-Startseite: tagesschau...
bzw hier: tagesschau...
Ups! - 14:52 Uhr: Schon geändert. :)
Fand ich aber klasse:
“McCain - Vom Fernseh-Kommissar zum Bundespräsidenten?”
picasaweb....
..Chomsky: Of course there are differences, but they are not fundamental. Nobody should have any illusions. The United States has essentially a one-party system and the ruling party is the business party…
spiegel.de...
Schön, dass die Seite wieder online ist! Hoffentlich keine Sabotage von Sarah Palin ;) !
@42
Vermutlich stimmt es, dass sowohl unter Obama als auch unter McCain die Wirtschaft weiterregiert. Die Unterschiede mögen klein sein, sie sind aber nicht unbedeutend. Schlimmer geht immer und schlimmer ist zweifellos McCain und noch schlimmer ist Sarah Palin. Andererseits, vielleicht sollte man in Zeiten des Niedergangs die Rechten ranlassen, sonst gibt es wieder diese Dolchstoßlegenden …
Palin ist einfach nur eine peinliche Katastrophe. Keith Olbermann hat ein paar sehr informative und unterhaltsame Kommentare zu ihr hinterlassen:
de.youtube...
und andere…
Das furchtbare daran ist: Er erfindet überhaupt nichts, diese Frau IST so.
zwei Hinweise dazu
“voter suppression in Nevada”
guardian.c...
und hier das “Sarah Palin Debate Flow Chart”
3.bp.blogs...
The Daily Show hat ein wunderbares Interview mit der Bürgermeisterin von Wasilla gemacht(?).
Ab etwa 1:50:
Geiles Video. Will auch Bürgermeister einer Kleinstadt werden. Und dann auch behaupten, dass ich qualifiziert wäre das Land zu Regieren….
in den USA gibt es in vielen Staaten die Möglichkeit, vorzeitig zu wählen, das so genannte ‘early voting’. Wann diese Stimmabgabe stattfindet, unterscheidet sich von Staat zu Staat. In einigen hat es schon begonnen, zB in West Virginia, North Carolina, Ohio. Democrarcynow berichtet von Hinweisen auf Einschüchterungen von Wählern, Fehler bei der Stimmabgabe an Wahlcomputern und den Versuch von Republikanern, registrierte Wähler mit juristischen Mitteln am Wahlgang zu hindern.
“Early voting has begun, and problems are already emerging at the polls. In West Virginia, voters using touchscreen machines have claimed their votes were switched from Democrat to Republican. In North Carolina, a group of McCain supporters heckled a group of mostly black supporters of Barack Obama. In Ohio, Republicans are being accused of trying to scare newly registered voters by filing lawsuits that question their eligibility.”
democracyn...
lesenswert
“Nachgedanken eines Amerikamüden”
gazette.de...
Das Problem der Konservativen ist (wie ich seit der Lektüre des Buches von ProDialog “Von der Botschaft zur Bewegung” über den Wahlkampf von Obama glaube), dass sie es noch nicht verstanden haben, eine positive Kampagne oder eben “Bewegung” zu starten, sondern lieber immer noch diese veralteten Schmutzkampagnen fahren (”Obama treibt sich mit Terroristen rum”). Das hat keine Zukunft, zumindest ist das zu hoffen… warten wir es ab.