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  • Der Papa wirds schon richten

    geschrieben am 15. Oktober 2008 von Spiegelfechter

    Die ganze Welt befindet sich im Bankenrettungsfieber. Rund 2.000 Mrd. Euro werden weltweit in verschiedenen Rettungspaketen als gigantischer Risikoschirm über das darbende Finanzsystem ausgebreitet. Wer sich vor ein paar Wochen noch ungläubig die Augen gerieben hat, als das amerikanische Repräsentantenhaus ein 750 Mrd. US$ schweres Rettungspaket billigte, dem wird beim deutschen Rettungspaket der Atem stocken. Wenn man die mehr als drei mal so hohe Wirtschaftskraft der USA und den Dollarkurs mit einbezieht, entspräche das deutsche 500 Mrd. Euro Paket stolzen 2.100 Mrd. US$. Die europäische Antwort auf die Finanzkrise erfolgt allerdings auch nach einem grundsätzlich anderen Konzept als der Plan der Herren Bernanke und Paulson. Ob und in welchen Bereichen es sich als wirksam herausstellen wird, kann erst die Zukunft zeigen. Bei potentiellen Belastungen für den Steuerzahler von bis zu 500 Mrd. Euro ist dies allerdings etwas vage.

    Das Ungetüm mit dem sperrigen amtsdeutschen Namen ?Maßnahmenpaket Stabilisierung Finanzmärkte? wird wohl bereits in der nächsten Woche umgesetzt werden. Maximal 100 Mrd. Euro wird der Staat in einen Finanzmarktstabilisierungsfonds einzahlen, über dessen Arbeit einzig und allein das Bundesfinanzministerium entscheidet. Maximal 80 Mrd. Euro werden dabei in ein Programm zur Rekapitalisierung und Risikoübernahme für den Finanzmarkt investiert. Weitere 20 Mrd. Euro werden als 5% Einlage in einen Garantiefonds eingezahlt, der Bürgschaften für Refinanzierungen in Höhe von 400 Mrd. Euro abdecken soll. Wer diese Bürgschaften in Anspruch nimmt, zahlt eine 2% Gebühr an den Staat. Wenn also ? wovon nicht auszugehen ist ? tatsächlich Bürgschaften in Höhe von 400 Mrd. Euro in Anspruch genommen werden, würden also jährlich 8 Mrd. Euro an Gebühren in die Staatskassen fließen.

    Finanzinstitute, die Mittel aus diesem Topf in Anspruch nehmen wollen, müssen sich einem ganzen Katalog von Auflagen unterwerfen. Gehälter und Boni der Manager werden gekappt, Dividendenauszahlungen beschränkt und das Finanzministerium hat auch die Möglichkeit, in das Geschäftsmodell der betroffenen Institute einzugreifen. Welche Maßnahmen im Falle eines Falles ergriffen werden, liegt im Entscheidungshorizont des Finanzministeriums. Unklar ist jedoch, welche Aktiva zu welchem Preis als Sicherheit für die Rekapitalisierung an den Staat übertragen werden. Das Rettungspaket ist für die Banken einerseits ein Segen, andererseits ein Fluch. Der große Vorteil besteht darin, dass das Mißtrauen gegen andere Institute sinken wird. Von selbst wird allerdings keine Bank freiwillig in den Genuß von Hilfen aus dem Staatssäckel kommen wollen. Alleine die Auflagen wirken für halbwegs gesunde Banken derart abschreckend, dass Mittel aus diesem Fonds in der Realität nur von Instituten in Anspruch genommen werden, die es wirklich nötig haben. In einem solchen Falle hat der Staat dann auf dem Papier die Möglichkeit, weitgehend in das Geschäft dieser Institute einzugreifen.

    Um es klar zu sagen: Das deutsche Rettungspaket ist kein ?Giga-Bailout?. Die gigantische Summe von 500 Mrd. Euro hat eher eine symbolische Wirkung, die den Finanzakteuren signalisieren soll, dass der Staat bereit ist, das Finanzsystem vor dem Kollaps zu retten. Dieser symbolische Schritt war bitter nötig. Wenn Privatpersonen schon ihr Girokonto leer räumen und ihre Fonds und Sparbücher auflösen, ist Not am Manne. Die Finanzkrise hatte sich in der letzten Woche in eine selbsterfüllende Prophezeiung gewandelt. Die institutionelle Vertrauenskrise könnte sich so schnell zu einem Flächenbrand ausbreiten. Um die schlimmsten Folgen für die Realwirtschaft abzufangen, müsste die selbstzerstörerische Eigendynamik der Märkte, die niemand will, aber auch niemand außer dem Staat verhindern kann, gestoppt werden. Sollte die Finanzkrise nicht weitere unheilvolle Mechanismen auslösen, ist es unwahrscheinlich, dass das Rettungspaket überhaupt signifikant genutzt wird. Wie hoch die Nettobelastung für den Steuerzahler sein wird, ist von diversen Faktoren abhängig, die zu diesem Zeitpunkt unmöglich zu beziffern sind. Es erscheint jedoch momentan wesentlich wahrscheinlicher, dass es keine signifikante Nettobelastung geben wird, als dass der Staat am Ende der Krise hohe Abschreibungen machen muss.

    Eine konzertierte Aktion der EU-Staaten war nötig, um die Gemüter der Märkte zu beruhigen. Am eigentlichen Kern des akuten Finanzmarktproblems ändert das Breitschwert ?Rettungspaket? jedoch nichts, hier wäre eher das Florett von Nöten. Der Interbankengeldmarkt ist nach wie vor schwer gestört und es erscheint mittlerweile immer unwahrscheinlicher, dass er sich je wieder regenerieren wird. Wenn die Banken sich selbst kein Geld mehr leihen, muss dies halt die Zentralbank machen. Dies ist momentan in den USA und der EU bereits der Status Quo. Banken, die kurzfristig Liquidität zur Verfügung haben, parken diese Gelder zum Einlagesatz von 3,25 Prozent bei der EZB. Von Dienstag auf Mittwoch betrug die Summe der ?geparkten? Gelder stolze 196 Mrd. Euro ? an Liquidität mangelt es dem Finanzsystem also nicht. Die EZB vergibt wiederum Kredite an Banken, die kurzfristig Liquidität benötigen und nimmt dafür den Spitzenrefinanzierungssatz von 4,25 Prozent.Wenn dieses Modell mittel- bis langfristig das Interbankengeschäft bei der Refinanzierung ablösen soll, müssen verbindliche Regeln eingeführt werden. Der 500 Mrd. Euro-Schirm wäre vielleicht gar nicht nötig, wenn der Staat an dieser Stelle ansetzen würde. Er könnte beispielsweise gegen eine Gebühr bei der EZB Liquiditätskredite absichern, für die der Kreditnehmer keine ausreichenden Sicherheiten hat. Ein solches Programm wäre sicher billiger und würde genau an der Stelle ansetzen, an der momentan die größten Probleme vorliegen.

    Allen Unkenrufen zum trotz haben die Hilfsprogramme der US-Regierung bereits erste Wirkungen auf den Finanzmärkten erzielt. Die Credit Default Swaps (Kreditversicherungen) für amerikanische Finanzinstitute sind in den letzten Tagen massiv gesunken. Die Panik auf den amerikanischen Finanzmärkten scheint sich langsam zu legen. Interessanterweise sind die Auswirkungen auf den LIBOR, der den Zinssatz für Interbankenkredite abbildet, kaum zurückgegangen. Dies könnte eine simple Ursache haben ? viele Institute haben gar kein Interesse an einem fallenden Zinssatz im Interbankenhandel. So lange die Institute zuverlässig und günstig Liquidität von der FED und der EZB bekommen, müssen sie nicht auf den Interbankenhandel zurückgreifen. Kredite, die von diesen Instituten vergeben werden, orientieren sich in vielen Fällen am LIBOR ? insgesamt sind dies Papiere im Wert von 360.000 Mrd. US$. Für die Banken ist dies ein profitables Geschäft ? man refinanziert seine vergebenen Kredite mit billigem Zentralbankgeldern und kassiert dafür Zinsen in Höhe von LIBOR + X. Ein hoher LIBOR sichert diesen Kreditgebern so hohe Zinsen, die allerdings vom Endkunden bezahlt werden müssen. Mit der Zurückhaltung, auf dem Interbankenmarkt Liquidität zur Verfügung zu stellen, lässt sich so sehr viel Geld verdienen. Es ist an der Zeit, dass die Zentralbanken auf diese Entwicklung reagieren. Solange sie Unmengen an billigem Geld in die Märkte pumpen, können die Banken auf diese Liquiditätsquelle ausweichen und der LIBOR bleibt auf ?Krisenniveau? – die Zeche zahlt im Endeffekt der Kreditnehmer, der in den meisten Fällen in der Realwirtschaft zu finden ist.

    Jens Berger

    99 Kommentare Print This Post
    Die ganze Welt befindet sich im Bankenrettungsfieber. Rund 2.000 Mrd. Euro werden weltweit in verschiedenen Rettungspaketen als gigantischer Risikoschirm über das darbende Finanzsystem ausgebreitet. Wer sich vor ein paar Wochen noch ungläubig die Augen gerieben hat, als das amerikanische Repräsentantenhaus ein 750 Mrd. US$ schweres Rettungspaket billigte, dem wird beim deutschen Rettungspaket der Atem ...
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    99 Kommentare:

    1. Memo schrieb am 15. Oktober 2008 at 18:19 - Permalink

      Das Informationsportal Globalisierung
      http://www.jjahnke.net
      bringt zum 500 Mrd. Euro-Paket einen Beitrag. Dort heißt es, das Hilfsprogramm könne nicht leisten, was alles versprochen wird. Was ist Deind Meinung?
      (Leider kann ich Dir die Internet-Adresse zu dem Beitrag nicht nennen, da ich übers Handy arbeite :-) )

    2. Kolumnistenschwein schrieb am 15. Oktober 2008 at 18:33 - Permalink

      Na gut. Mag eine “Rettung” vonnöten sein, um Gröberes zu verhindern. Mir allein stösst sauer auf, dass auf dem Börsenparkett schon wieder die Champagnerkorken knallen, während für es für die Malocher maximal Selters gibt. Und dies nicht mal in ausreichender Menge. Für mich war es sowieso mehr eine Systemkrise, als denn eine Finanzkrise. Und jetzt also weiter so. Mal sehen wie lange …

    3. Spiegelfechter schrieb am 15. Oktober 2008 at 18:36 - Permalink

      @Memo

      Hmmm, ich werde aus Jahnkes Artikel nicht so recht schlau. Zu recht führt er (wie ich ja auch) LIBOR und EURIBOR an – er sieht darin allerdings – anders als ich – ein großes Problem. Nun, so lange die Banken ihre Gelder von FED/EZB bekommen, ist der hohe Geldmarktzins zwar sicher nicht positiv, aber auch nicht eben so bedrohlich – und wenn, dann eher für die Bankkunden, als für die Banken.

      Er führt noch die Rezession an – OK, aber für die Kreditkrise ist dies kein Damoklesschwert.

      Dann führt er noch die Hedgefonds an, die sicher ein Problem sind aber kein systembedrohendes.

      Alles in allem stimme ich ihm eigentlich zu, ich sehe nur den Sinn seiner Überschrift nicht ;-)

    4. Spiegelfechter schrieb am 15. Oktober 2008 at 18:38 - Permalink

      @Kolumnistenschwein

      Die Börse ist ein Auf und Ab. Nach Verlusten von über 30% kann man den Junkies schon mal den Schaumwein zugestehen, wenn es auch mal wieder 10% nach oben geht ;-)

    5. michael1366 schrieb am 15. Oktober 2008 at 18:40 - Permalink

      Das Korkenknallen wandelt sich aktuell in ein kohlensäurearmes “plöpp”…die 2tages Rallye ist schon wieder beendet. Ich befürchte eher, dass die Rettungspakete an den Ursachen vorbeigehen, bzw. an falschen Stellrädern ansetzen, so dass in kürzester Zeit wieder neue Pakete geschnürt werden müssen.

    6. Spiegelfechter schrieb am 15. Oktober 2008 at 18:47 - Permalink

      @michael1366

      Ich halte die Bärenphase für maßlos übertrieben – sie spiegelt eher die – teils irrationalen – Ängste wieder, als die Realtität. Börsenkurse spiegeln ja den Wert der Realwirtschaft wieder und nicht irgendwelche esoterischen Finanzkonstrukte. Natürlich wird es v.a. in D schlechtere Ergebnisse geben, die allerdings mindestens genau so sehr auf eine blinde Wirtschaftspolitik und eine verfehlte Wahrungspolitik zurückzuführen sind, wie auf rezessionsbedingte Mindereinnahmen. Dies ist aber beileibe kein Grund die Realwirtschaft derart abzustrafen, wie es die panischen Hühner an der Börse momentan tun.

    7. Fiend_THeyde schrieb am 15. Oktober 2008 at 18:49 - Permalink

      @ SF: Den wichtigsten Punkt hast du leider nicht kommentiert. Die “Lockerung” der Bilanzierungsregeln nämlich, die zweifellos auf Herrn Ackermanns Mist gewachsen sind (ähnliches hatte er bekanntlich schon vor einigen Wochen vorgeschlagen). “Böse” Anteile werden mit “guten” gemischt, indem man ein bischen Bilanzfälschung betreibt; mit wohlwollender Genehmigung des Staates.

      Aprospos Risiko: “Risikoübernahme durch Ankauf von Problemaktiva” ist offenbar ein weiteres Ziel des sog. “Rettungspaketes” (wenn man dem Schaubild des BMF glauben kann).

      Siehe hier:
      http://www.weissgarnix.de/?p=627

      Wenn der Staat “Problemaktiva” erwirbt, werden die Kosten am Steuerzahler hängenbleiben, denn die “Problemaktiva” sind problematisch, eben weil sie unverkäuflich sind. Wer wird sich freiwillig mit derartigem Müll eindecken? Der Staat fungiert hier als Endlager. Mal sehen, ob es bei den angestrebten 80 Milliarden bleibt. Man muß sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: wegen 500 Millionen Rentenerhöhungen drohte der Staat angeblich bankrott zu gehen und jetzt quillt die Kohle nur so aus dem Boden. Die Lotterie wird von Leuten bezahlt, die nicht mal Lose besitzen, geschweige denn sich diese leisten könnten.

      Imübrigen ist das Strohfeuer schon wieder gelöscht und die Börsen rauschen wieder fröhlich in den Keller (nachdem gestern noch mit großem Geschrei das angebliche Ende der Krise bejubelt worden ist).

      Börsenkurse spiegeln ja den Wert der Realwirtschaft wieder und nicht irgendwelche esoterischen Finanzkonstrukte.

      *Hüstel* Das ist in dieser entschiedenen Formulierung leider nicht mehr der Fall. Die Börse spiegelte mal den Wert der Realwirtschaft wieder… bevor der shareholder value zum alles entscheidenden Kriterium wurde. Die esoterischen Finanzkonstrukte sind mittlerweile leider das Hauptschmiermittel der Finanzwirtschaft (Schmiermittel im doppelten Sinn des Wortes).

      Oder welche reale Wirtschaft wird bitteschön mit Renditeerwartungen von 25% gespiegelt? Mal ganz abgesehen davon, daß alle sogenannten Problemlösungen verpuffen, solange die Politik erpreßbar bleibt.

    8. H. Wolter schrieb am 15. Oktober 2008 at 18:51 - Permalink

      Was mir an der Berichterstattung unserer Medien aufstößt:
      Steinbrück und vor allem Merkel kommen in den Genuß einer unglaublichen Hofberichterstattung, obwohl deren Ideologie mit zu dieser Finanzmarktkatastrofe mit beigetragen hat. Man braucht nur in den schwarz-roten Koalitionsvertrag zu gucken. Auch die rot-grünen Sünden wurden von Union und FDP mitgetragen. Die alleinige Schuldzuweisung an USA/GB entspricht dem Motto “Haltet den Dieb.”

    9. michael1366 schrieb am 15. Oktober 2008 at 18:52 - Permalink

      @SF
      Klar ist das Herdenverhalten der Zocker an der Börse höflich ausgedrückt eher irrational; mir ist schon bekannt, dass Aktienkurse nur wiedergeben, was ein Käufer für einen Unternehmensanteil bereit ist zu bezahlen, was nicht zwingend etwas mit dem realen Unternehmenswert zu tun hat. Leider scheinen aber unsere obersten Paketeschnürer (ob fremdgesteuert oder aus eigenem Nichtwissen begründet, sei dahingestellt) diesen Zusammenhang nicht ganz zu begreifen. Wie sonst hätte Steinbrück freudestrahlend am Montagabend verkünden können, dass sein Paket schon wirkt, da ja die Kurse weltweit steigen würden, und wir alle uns ganz toll darüber freuen sollten.

    10. michael1366 schrieb am 15. Oktober 2008 at 19:03 - Permalink

      @ H.Walter
      Diese Hofberichterstattung wird nur noch getoppt von der aktuellen Forsa-Umfrage, angeblich kann Merkel von der Krise profitieren. Ich möchte ungern den Verschwörungstheoretiker geben, aber wenn das nicht nach Propaganda riecht.

    11. Spiegelfechter schrieb am 15. Oktober 2008 at 19:04 - Permalink

      @Fiend

      Den wichtigsten Punkt hast du leider nicht kommentiert. Die ?Lockerung? der Bilanzierungsregeln nämlich, die zweifellos auf Herrn Ackermanns Mist gewachsen sind (ähnliches hatte er bekanntlich schon vor einigen Wochen vorgeschlagen). ?Böse? Anteile werden mit ?guten? gemischt, indem man ein bischen Bilanzfälschung betreibt; mit wohlwollender Genehmigung des Staates.

      Jein, das Bilanzierungsrecht wird auf das amerikanische System umgestellt … was aber sicher kein Fortschritt ist – da hast Du recht.

      Aprospos Risiko: ?Risikoübernahme durch Ankauf von Problemaktiva? ist offenbar ein weiteres Ziel des sog. ?Rettungspaketes? (wenn man dem Schaubild des BMF glauben kann).

      Wieso ein weiteres? Den Punkt nannte ich doch im Artikel. Leider gibt es zu diesem Punkt ja keine Details. Er enstpricht wohl dem TAD der FED – ich sehe das weniger problematisch.

      Wenn der Staat ?Problemaktiva? erwirbt, werden die Kosten am Steuerzahler hängenbleiben, denn die ?Problemaktiva? sind unverkäuflich, eben weil sie problematisch sind.

      Unverkäuflich heißt aber eben nicht wertlos. Wenn es beispielsweise um CDOs mit Hypothekenanteilen unbekannter Herkunft geht, so sind diese idT fast unverkäuflich – m.W. beträgt da der OTC-Preis rund 30% des Nennwertes. Was diese Papiere aber wert sind, wenn sie liquidiert werden, ist vollkommen offen. US-Experten gehen von eine realistischen Bewertung von 75 bis 95% aus. Wenn der Staat diese Papiere also z.B. zu 65% des Nennwertes übernimmt, würde er sogar Gewinne machen – was keineswegs unrealistisch ist.

      Imübrigen ist das Strohfeuer schon wieder gelöscht und die Börsen rauschen wieder fröhlich in den Keller (nachdem gestern noch mit großem Geschrei das angebliche Ende der Krise bejubelt worden ist).

      Du kennst doch die Hühner ;-)
      Jetzt entdecken sie auf einmal die Rezession … war ja auch was gaaaanz neues. Das gibt sich aber wieder.

      *Hüstel* Das ist in dieser entschiedenen Formulierung leider nicht mehr der Fall. Die Börse spiegelte mal den Wert der Realwirtschaft wieder? bevor der shareholder value zum alles entscheidenden Kriterium wurde.

      Klar – aber zum Glück hat der Shareholder ja momentan kaum Alternativen … die momentan so beliebten Staatsanleihen sind auch nicht endlos vorhanden, egal welche Mühe man sich in den USA gibt, Schulden zu machen ;-)

    12. Schwitzig schrieb am 15. Oktober 2008 at 19:06 - Permalink

      @SF
      In meinen Augen kein guter Artikel. Wo thematisierst Du z.B. die neuen Konkursverschleierungsregeln – Bilanzierungsregeln genannt?

      Darüber hinaus ist Dein Gewinnbeispiel mit den 2% Zinsen doch ziemlich an den Haaren herbeigezogen, zumal sich Deutschland das Geld entweder selbst bei Banken leihen muss (!) oder mit einer weiter steigenden Inflation rechnen muss.

      Darüber hinaus gibt es keinerlei Gewähr, dass die Bürgschaften nicht restlos gebraucht werden.

      Was ist dann? Dann ist das Geld weg.

    13. Spiegelfechter schrieb am 15. Oktober 2008 at 19:07 - Permalink

      @michael1366

      OK, so gesehen ;-)
      Ich würde allerdings die Äußerungen des Sparschweinchens nicht einmal im Ansatz für satisfaktionsfähig halten. Ich hatte das bereits ausgeblendet ;-)

    14. Spiegelfechter schrieb am 15. Oktober 2008 at 19:13 - Permalink

      @Schwitzig

      In meinen Augen kein guter Artikel.

      Das dachte ich mir ;-)

      Wo thematisierst Du z.B. die neuen Konkursverschleierungsregeln – Bilanzierungsregeln genannt?

      Gar nicht – weil es darüber noch keine Details gibt und ich das Stochern im Dunkeln gerne anderen überlasse.

      Darüber hinaus ist Dein Gewinnbeispiel mit den 2% Zinsen doch ziemlich an den Haaren herbeigezogen, zumal sich Deutschland das Geld entweder selbst bei Banken leihen muss (!) oder mit einer weiter steigenden Inflation rechnen muss.

      Seit wann kaufen Banken Staatsanleihen? Die Auswirkung auf die Inflation müsste auch erst einmal belegt werden. Es wird ja kein Geld geschaffen. Für die Hilfen werden Aktiva als Sicherheit hinterlegt, die bei Ende des Programmes genau so wie die Hilfen aus dem Geldkreislauf verschwinden.

      Darüber hinaus gibt es keinerlei Gewähr, dass die Bürgschaften nicht restlos gebraucht werden.

      Natürlich nicht, es gibt auch keine Gewähr, dass die Sonne nicht morgen explodiert. Man kann hier nur von Wahrscheinlichkeiten ausgehen und wenn es zu einem Totalkollaps kommt, ist es total wurscht, wer wem was schuldet, da das System eh kollabiert.

      Was ist dann? Dann ist das Geld weg.

      Und?

    15. salvo schrieb am 15. Oktober 2008 at 19:24 - Permalink

      hmmm…
      Du hast sicher Münchaus Kommentar in der ftd gelesen, nach meinem verständnis schätzt der das ganz anders ein

      “Ich hatte mir in meiner Naivität einfach nicht vorstellen können, dass die Regierungen so wahnsinnig sind, den gesamten Finanzmarkt zu garantieren. Ich hätte gedacht, die Versicherung würde sich auf Transaktionen im Geldmarkt beschränken, weil das viel billiger ist.

      Eine derartige Versicherung hätte man auf europäischer Ebene ansiedeln oder ein sehr ausgeklügeltes System gegenseitiger Versicherungen wählen müssen. Aus der Tatsache, dass man mit einer Totalgarantie das gesamte Problem angeht, schließe ich, dass entweder die Solvenzsituation deutscher und anderer europäischer Banken weitaus schlimmer ist, als selbst ich mir das vorgestellt habe, oder dass die Mitgliedsstaaten der Euro-Zone auf Biegen und Brechen eine europäische Lösung vermeiden wollten. Letzteres würde bedeuten, dass Politiker aus reinem Machtinteresse die Lösung des Problems behindern.”

      http://www.ftd.de/meinung/leitartikel/:Kolumne-Banken-gerettet-Staat-pleite/426196.html?p=2

    16. dagmar lücke schrieb am 15. Oktober 2008 at 19:26 - Permalink

      @spiegelfechter

      du hast ja die die Regeln, nach denen diese 500-Mrd-Bürgschaft funktionieren soll, ausführlich beschrieben.

      Aber vielleicht funktionieren diese Regeln nicht, weil die Finanzindustrie den ihr zugedachten Part einfach nicht erfüllt.
      Diese Branche kennt historischerweise nur ein allbeherrschendes Gesetz:

      Profitmaximierung.

      Nach diesem Gesetz ist es sinnvoll, dieses, als Bürgschaft gedachte Hilfspaket sich einzuverleiben, denn in schlechten Zeiten laufen konservative Anleihen gut.

      Deshalb fährt die Finanzindustrie nach ihrer kurzfristigen Logik am besten dabei, die 500 Mrd einzulösen.

      Jede andere Logik hat die Finanzwirtschaft verlernt, wenn die Protagonisten – in ihrer Mehrzahl relativ junger Akteure – überhaupt je etwas anderes gelernt haben!

      Es steht also zu befürchten, dass die testosteroverseuchten Finanzmärkte die neuen Gesetze mit profitorientierten Strategien unterlaufen und den finanziellen Freibrief über die freiwillig disponierte Summe durch die die Realwirtschaft bestimmenden Börsen erpressen.

      Rot-Grün (1998 – 2005) hat diese Zustände zu verantworten.

      Dass Schröder und Fischer jetzt überall die dicke Kohle abgreifen, sollte uns endlich mal gründlich zu denken geben.

    17. superguppi schrieb am 15. Oktober 2008 at 19:27 - Permalink

      Ein lustiger Artikel in der FAZ: ?Den Bock zum Gärtner? http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E56BE5B3CDF864BF78386227AAA499A2F~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    18. Fiend_THeyde schrieb am 15. Oktober 2008 at 19:38 - Permalink

      @ 11 SF:

      Wieso ein weiteres? Den Punkt nannte ich doch im Artikel.

      Das stimmt natürlich. Ich wollte eigentlich nur auf diesen Punkt eingehen. Sollte uneigentlich nicht als Ergänzung rüberkommen. War etwas blöd (= mißverständlich) formuliert meinerseits. ;-)

      Leider gibt es zu diesem Punkt ja keine Details. Er enstpricht wohl dem TAD der FED – ich sehe das weniger problematisch.

      Wenn keine Details bekannt sind, ist das eher besorgniserregend, da es mittlerweile gängige Praxis ist, unangenehme oder fragwürdige Absichten/Pläne im Kleingedruckten, respektive den Anlagen, zu verstecken. Da die üblichen Verdächtigen am Werk sind (Steinbrück, Asmussen, Ackermann etc.pp.), ist umso mehr Skepsis angebracht. Erst recht, wenn die – ohnehin schwachbrüstigen – parlamentarischen Kontrollen umgangen werden, bzw. Steinbrück Vollmachten erteilt werden, deren Verwendung niemand zu kontrollieren gedenkt.

      Unverkäuflich heißt aber eben nicht wertlos. Wenn es beispielsweise um CDOs mit Hypothekenanteilen unbekannter Herkunft geht, so sind diese idT fast unverkäuflich – m.W. beträgt da der OTC-Preis rund 30% des Nennwertes. Was diese Papiere aber wert sind, wenn sie liquidiert werden, ist vollkommen offen. US-Experten gehen von eine realistischen Bewertung von 75 bis 95% aus. Wenn der Staat diese Papiere also z.B. zu 65% des Nennwertes übernimmt, würde er sogar Gewinne machen – was keineswegs unrealistisch ist.

      Mit Verlaub: daran glaube ich erst, wenn es soweit ist. Man denke nur an den Börsengang der Bahn und die damit verknüpfte Bereitschaft der “Befürworter”, das tatsächliche Vermögen der Bahn für einen Apfel und ein gepelltes Ei herzuschenken. Oder an die CO2-Emmissionssrechte, wo auf eine Vergütung von vorneherein verzichtet wird, um “die Wirtschaft” nicht zu “belasten”, wodurch dieses (an und für sich gar nicht so verkehrte) Unterfangen Emmissionshandel völlig ad absurdum geführt wurde, respektive die Unternehmen vom Zwang befreite, ihre Kraftwerke zu modernisieren. Mit anderen Worten: das ganze Gegenteil des Beabsichtigten wird erreicht, weil Dreckschleudern gefördert werden.

      Du glaubst doch nicht allen Ernstes, daß o.g. Problemaktiva – sollten sie tatsächlich eines Tages wieder gehandelt werden können – zum dann fälligen Tagespreis abgegeben werden? Ich kann mir schon die Stimmen der üblichen Verdächtigen vorstellen: “Staat versucht sich im Zuge der Krise auf Kosten der Banken zu bereichern; die Anteile sollten den Banken – im Interesse des Finanzstandortes D – zu einem Preis zurückgegeben werden, der diese nicht belastet und deren Konkurrenzfähigkeit nicht gefährdet” etc.pp.

      Daß der Herr Steinbrück und die Dame Merkel diesen Einflüsterungen widerstehen, ist kaum zu erwarten. :-)

    19. salvo schrieb am 15. Oktober 2008 at 19:41 - Permalink

      apropos … kritische Einsichten dazu sogar in den Mainstream-Medien

      http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/1020246

      bin über den sehr guten Blog weißgarnix darauf gekommen, das für seine aufklärerische Leistung auch sehr zu loben ist, zB hier

      “Lassen wir das mal so stehen, und stellen wir uns nun folgende Frage: was haben die Damen und Herren Angela Merkel, Michael Glos, Michael Meister, Heinz Seiffert, Leo Dautzenberg, Georg Fahrenschon, Otto Bernhardt, Klaus-Peter Flosbach, Olav Gutting, Manfred Kolbe, Patricia Lips, Hans Michelbach, Stefan Müller, Peter Rzepka, Hartmut Schauerte, Norbert Schindler, Christian Freiherr von Stetten und Elke Wülfing denn schönes gemeinsam, außer daß sie im Mai 2005 allesamt Mitglieder der CDU/CSU-Bundestagsfraktion waren? Antwort: sie stellten sich gemeinsam an die Spitze einer politischen Bewegung, die in Deutschland für genau jene Verhältnisse sorgte, die jetzt allenthalben beklagt werden.

      Klingt unglaublich? Na, dann stöbern wir halt mal ein wenig in alten Drucksachen des Bundestages, und fördern schwuppdiwupp diese süße ?kleine Anfrage? mit dem gänzlich unschuldig daherkommenden Aktenzeichen 15/5496 zu Tage. Worum es dabei geht, erfahren wir gleich im Titel, nämlich um ?Hemmnisse für die True-Sale-Verbriefung?, bzw um deren Beseitigung, für die sich alle oben genannten Herrschaften gegenüber der damaligen Regierung Schröder starkmachten. Was sind ?True Sales Verbriefungen?? – Yep, das sind genau die Dinger, von denen wir in den letzten Monaten so dermaßen viel in den Medien zu hören und zu lesen bekamen, daß selbst mein 6-jähriger Sohn mich fragte: ?Du Papa, was ist denn eigentlich eine Collaterized Debt Obligation??. Die Rede ist genau von jenen Finanzinstrumenten, die den Banken weltweit diese elende ?Aus den Augen – aus dem Sinn?-Attitude gestatteten, an der sie schlußendlich alle zerbrachen.”

      http://www.weissgarnix.de/?p=620

    20. H. Wolter schrieb am 15. Oktober 2008 at 19:42 - Permalink

      @michael
      Zur Forsa-Umfrage: Forsa hatte 3 Tage vor der Bayern-Wahl die CSU bei 50% gesehen. Tatsächlich waren es dann 43,4%.
      Forsa-Chef Güllner ist ein 100%-iger Vertreter der Agenda-”Reformen”. Auffällig auch seine sehr einseitigen Stellungnahmen gegen die Linkspartei (so z.B. heute: “Keine Problemlösungs-Kompetenz”) und pro Merkel. Güllner möchte mit seinen Umfragen Politik machen (oder manipulieren).

    21. Stephan schrieb am 15. Oktober 2008 at 19:44 - Permalink

      Deine Argumentation im fünften und sechsten Absatz kann ich nicht nachvollziehen: Das ist doch genau das Problem, dass die Banken ihre Knete bei der EZB bunkern und im großen Maße sich von ihr wieder Geld leihen, das sie dann wieder direkt zurückfliessen lassen. Das macht bei den jetzigen Konditionen -1% für sie, ganz abgesehen davon, dass die Realwirtschaft, die mit dem Geld etwas anfangen könnte, nichts davon zu sehen bekommt. Der commercial paper Markt ist auch eingefroren (Das sind kurzfristige Kredite, die Großunternehmen aufnehmen, um nicht in den Dispo zu rutschen, wenn sie an einigen Tagen mehr Aus- als Einnahmen haben).
      Noch ein Wort zu den CDS: Nach meinen Infos betragen die Kosten der Lehmanpleite ca. 6 Bill. $
      http://www.ad-hoc-news.de/CorporateNews/19739504/rss
      Da bringen die 2 Bill.$ gar nichts; außerdem ist am 23.10. noch WaMu an der Reihe; und was ist, wenn GM wirklich Pleite geht, ist eine völlig offene Frage.
      Was man gerade erlebt ist ganz, ganz fieses Deflationsszenario. Die Liquidität ist zwar prinzipiell da, aber alle sitzen drauf, wie die Hühner auf den Eiern.
      Man kann zwar den Staat als “lender of last resort” benutzen, Japan hat das zu Beginn der 90′er auch gemacht mit der Konsequenz, dass man hunderte von Zombiebanken am Leben erhielt, die Rezession trotzdem nicht abgewendet werden konnte, und der japanische Staat nun so verschuldet ist wie Italien.
      Und Japan war zu Beginn der Krise gesünder als die USA heute (Haushalts-, Bilanzdefizit, private und unternehmerische Verschuldung).
      Aus meiner Sicht wäre die schwedische Lösung angebrachter.

    22. apfeldieb schrieb am 15. Oktober 2008 at 19:47 - Permalink

      moin,
      auch wenn 500 milliarden viel klingt dennoch ist das mal eine im Grundsatz gute “innenpolitische Entscheidung” Die Wirtschaft scheint ja doch verdammt stark von einem sicheren Finanzmakrt abhängig zu sein. Natürlich freut man sich innerhlich über jeden pleite gegangenen Brooker an der Börse, aber wenn man sich überlegt das unzählige Altersvorsorgen krachen gehen weil die kunden nicht richtig beraten wurden, da ist mir so eine zusicherung von 400mrd. lieber. Und ich glaube auch nicht das von den 400mrd soviele benötigt werden. Etwas kritisch seh ich die 80mrd die so in den markt gepulvert werdden …. Da kann man sich doch sicher sein das da nen paar scheine vom geldlaster fallen.
      ICh bin gespannt was die Wirtschaft und der Staat aus dem Reset der Börse macht.
      Vllt kann man es endlich mal schaffen sich vom amerikanischen markt zu befreien.

    23. Spiegelfechter schrieb am 15. Oktober 2008 at 19:54 - Permalink

      @15 salvo

      hmmm…
      Du hast sicher Münchaus Kommentar in der ftd gelesen, nach meinem verständnis schätzt der das ganz anders ein

      Nicht wirklich anders – sein Modell der Versicherung auf Transaktionen (das übrigens von Buiter stammt) nenne ich ja auch als erste Wahl – allerdings halte ich das jetzige Modell nicht für so katastrophal wie er … da ich denke, dass es nie signifikant zum Einsatz kommt und nur aus heißer Luft besteht, die allerdings heilsam für die Psyche “der Hühner” sein kann.

    24. Spiegelfechter schrieb am 15. Oktober 2008 at 19:56 - Permalink

      @dagmar lücke

      Auch wenn das “Paket” bei mir relativ gut wegkommt ändert dies nichts an meinem “ceterum censeo”, dass zwingend die Finanzmärkte reguliert werden müssen. Aber da sehe ich momentan kein Licht … :-(

    25. Spiegelfechter schrieb am 15. Oktober 2008 at 20:01 - Permalink

      @Fiend

      Wenn keine Details bekannt sind, ist das eher besorgniserregend, da es mittlerweile gängige Praxis ist, unangenehme oder fragwürdige Absichten/Pläne im Kleingedruckten, respektive den Anlagen, zu verstecken.

      Ja, man muß wohl vom Schlimmsten ausgehen … leider

      Mit Verlaub: daran glaube ich erst, wenn es soweit ist. Man denke nur an den Börsengang der Bahn und die damit verknüpfte Bereitschaft der ?Befürworter?, das tatsächliche Vermögen der Bahn für einen Apfel und ein gepelltes Ei herzuschenken.

      Ja, aber da ging es ja um Dummheit – auf die liquidierbaren Summen aus den TAD-Mitteln haben die Dämel zum Glück keinen Einfluß ;-)

      Du glaubst doch nicht allen Ernstes, daß o.g. Problemaktiva – sollten sie tatsächlich eines Tages wieder gehandelt werden können – zum dann fälligen Tagespreis abgegeben werden?

      Nein, so wie ich das (auch beim US-Modell) verstanden habe, werden sie gar nicht verkauft, sondern (held to maturity) eingelöst.

      Daß der Herr Steinbrück und die Dame Merkel diesen Einflüsterungen widerstehen, ist kaum zu erwarten. :-)

      Keine “Angst” – ich bleibe am Thema dran ;-)

    26. misterL schrieb am 15. Oktober 2008 at 20:02 - Permalink

      @SF – Artikel.

      Zustimmung zum letzten Absatz zu 100%. Mich wundert, dass sich das so komprimiert weder in der ftd noch im Handelsblatt und schon gar nicht von Merkel zu hören ist.

    27. salvo schrieb am 15. Oktober 2008 at 20:03 - Permalink

      @23

      “allerdings halte ich das jetzige Modell nicht für so katastrophal wie er ? da ich denke, dass es nie signifikant zum Einsatz kommt und nur aus heißer Luft besteht”

      soeben in der ftd gelesen

      “Der Vorstandsvorsitzende der WestLB, Heinz Hilgert, hat die Mitverantwortung der Bankchefs für die Finanzkrise eingestanden. “Wir Banker haben die Krise teilweise selbst verschuldet. Jetzt dürfen wir nicht am Status Quo kleben, sondern müssen akzeptieren, dass die Politik Gehaltsverzicht durchsetzt und die Nachhaltigkeit der Geschäftsmodelle prüft”, sagte Hilgert. Er ist überzeugt, dass viele Banken in Deutschland auf die von der Bundesregierung bereitgestellten 400 Mrd. Euro Staatsgarantien für Bankschuldverschreibungen zurückgreifen werden. “

    28. Spiegelfechter schrieb am 15. Oktober 2008 at 20:06 - Permalink

      @21 stephan

      Deine Argumentation im fünften und sechsten Absatz kann ich nicht nachvollziehen: Das ist doch genau das Problem, dass die Banken ihre Knete bei der EZB bunkern und im großen Maße sich von ihr wieder Geld leihen, das sie dann wieder direkt zurückfliessen lassen. Das macht bei den jetzigen Konditionen -1% für sie, ganz abgesehen davon, dass die Realwirtschaft, die mit dem Geld etwas anfangen könnte, nichts davon zu sehen bekommt.

      Richtig – deshalb denke ich ja auch über eine Neuregulierung dieser Mechanismen nach – 100bp sind natürlich zu viel.

      Man kann zwar den Staat als “lender of last resort” benutzen, Japan hat das zu Beginn der 90′er auch gemacht mit der Konsequenz, dass man hunderte von Zombiebanken am Leben erhielt, die Rezession trotzdem nicht abgewendet werden konnte, und der japanische Staat nun so verschuldet ist wie Italien.
      Und Japan war zu Beginn der Krise gesünder als die USA heute (Haushalts-, Bilanzdefizit, private und unternehmerische Verschuldung).
      Aus meiner Sicht wäre die schwedische Lösung angebrachter.

      Leider sieht dies die deutsche Regierung anders.

    29. misterL schrieb am 15. Oktober 2008 at 20:14 - Permalink

      @SF allgemeine Frage.

      Was hälst Du von der Idee dass die Staaten, die jetzt Bürgschaft und Sicherungen in Billionen Euro Grössenordnung dem Finanzmarkt zur Verfügung stellen (im Zweifelsfall) diese Kohle direkt in die Rezessionsangst geplagte Realwirtschaft auf der einen Seite zu stecken und auf der anderen Seite privaten Spareinlagen bis zu einem Betrag X abzusichern und den Rest der Finanzwirtschaft soweit wie möglich dem freien Verfall zu überlassen?

      Bürgschaften also dort zu geben für Investitionen wo reale Wirtschaft echte Produktivität erzeugt.

    30. misterL schrieb am 15. Oktober 2008 at 20:16 - Permalink

      @Salvo #27

      Diesen Satz erwarte ich mit aktivem Verhalten von Ackermann & Co. Derzeit ist dort aber öffentliche Funktstille angesagt. ;-)

    31. otti schrieb am 15. Oktober 2008 at 20:35 - Permalink

      “Der Papa” und die Mama Merkel “wird’s schon richten” …
      Grenzenloser Optimist!

      Ein Pyramidenspiel kann man nicht ‘retten’.

      Merkel versorgt gerade ihre ungeratene Brut, die Finanz-Junkies, mit frischem Stoff. Neue Nadeln in Form geänderter Bilanzierungsregeln (s. obige Diskussion) werden zusätzlich zur Verfügung gestellt.
      So wird kein Vertrauen geschaffen, so wird weiterhin getäuscht und verschleiert!

      Wer war es denn, der die Voraussetzungen dafür geschaffen hat, dass hiesige Banken bei den irren Iren Zweckgesellschaften außerhalb der Bilanz gründen konnten?
      Das war nicht der Engländer oder der Amerikaner, das war der Deutsche in Gestalt einer verantwortungslosen Politikerkaste selbst.
      Und jetzt wollte Merkel tatsächlich Hans Tietmeyer zum Vorsitzenden eines wirtschaftspolitischen Beratergremiums berufen. Ja, was ist denn das? Der Mann sitzt im Aufsichtsrat der Hyo Real Estate! Ein starkes Stück.

      Da wird in aller Eile ein ‘Rettungspaket’ zusammengeschustert, dessen Erfolg durchaus bezweifelt werden darf, wenn darüber nicht zuerst angemessen diskutiert werden soll.
      Mainstream ist, das Paket zu loben und regierungsseitig als alternativlos darzustellen. Insoweit ist leider dem vorliegenden Artikel diese weiter oben schon angedeutete Ansicht bzw. Bewertung vorzuwerfen.

      Zu fragen wäre, wer an der Ausarbeitung des Gesetzesvorhabens beteiligt war und ob es sein könnte, dass dabei der Bock zum Gärtner gemacht wurde.
      Ein 500-Milliarden-Gesetz in dieser Weise durchzupeitschen ist schlicht und einfach ein Skandal. Man wolle Schaden für das Volk vermeiden, behaupten die verantwortlichen Leute, nachdem dieselben Leute mit ihrem neoliberalen Dreck dem Volk geschadet haben, wie noch niemals zuvor in der bundesrepublikanischen Geschichte.
      Diese Leute gehören allesamt vor Gericht gestellt.

      Jetzt, wo die angelikale Bruchbude lichterloh brennt, wird eingeworfen, man könne nicht fragen, was das Löschwasser koste, sondern müsse zunächst löschen.
      So, so!
      Man kann den Unrat einfach ausbrennen lassen. So einfach ist das!

      Nicht die Häuser der Bevölkerung sollen gerettet werden, sondern die Villen der Reichen.
      Das ist der Eindruck, wenn man nach Amerika schaut, und das ist der Eindruck, wenn man die Aktivitäten der politischen Freundin des Bush hierzulande betrachtet.

      Hier wie dort wird die Bevölkerung durch eine Unkultur gewissenloser Propaganda bis zum Gehtnichtmehr gnadenlos verarscht und abgezockt.

      Lasst das Feuer brennen, damit Neues und hoffentlich Besseres daraus erwachsen kann.

      http://themessthatgreenspanmade.blogspot.com/2008/10/rogers-coming-inflationary-holocaust.html

    32. Hr. Klimmek schrieb am 15. Oktober 2008 at 20:46 - Permalink

      Es gibt in der Washington Post zu lesen das Hypotheken mit 2 % Zinsen
      wieder angeboten werden, wenn das so weitergeht Finanziert der Staat
      und die EZB mit dem Libor die nächste Suprime Krise.
      Allerdings hätte ich gern einen Unternehmer Kredit zu 2% um Zukünftig
      als Steuerzahler mitzuhalten aber den gibt die KFW Bank nicht raus.

    33. Spiegelfechter schrieb am 15. Oktober 2008 at 20:57 - Permalink

      @Otti

      “Freu” Dich nicht zu früh – die Gelgenheit auf dem Grabe des Systems zu tanzen, werden wir sobald nicht bekommen … und das ist gut so ;-)

    34. Anonym schrieb am 15. Oktober 2008 at 21:16 - Permalink

      In der heutigen 17-Uhr-Tagesschau wurden von allen Bundestagsfraktionen Redeausschnitte der heutigen Bundestagsdebatte zum 500
      Mrd. Euro-Paket gesendet, mit einer Ausnahme: Die Linkspartei (Hauptredner: Lafontaine) wurde “vergessen”. Und die ARD-Redakteurin verstieg sich zu der Andeutung, Merkel und Attac verträten gleiche Positionen.
      Ich wußte gar nicht daß Merkel-Kumpel Tietmeyer neben der Arbeitgeber-Organisation INSM auch für Attac tätig ist :-) :-)

    35. Hr. Klimmek schrieb am 15. Oktober 2008 at 21:37 - Permalink

      Denn Bankern empfehle ich jetzt eine schön gepuderte Nase
      Und die Grabtänzer werden jetzt Medizinisch mit Marihuana
      eingschläfert siehe in SZ Hasch Prohabitation.
      Ich wollte doch nur selbst ein EI legen.
      Gag Gag Mittelstand Muhhahuhaha
      Ich AG beiteilige jeden der es noch nötig hat
      besonders Steinbrück und Merkel als Share Holder
      out of Value
      Mehr Kapitalismus wagen Hr Merz mit 13 Jobs und
      alle gut mit 7000 euro bezahlt das geht auch.
      Wäre also eine Std. Arbeit am Tag in jeden Job.
      Erzähl das mal dem Müllmann der kommt dann
      nur noch einmal im Jahr. Muhahahaah
      Mein Papa sagte immer mach Dir nie die Schuhe zu
      wenn du nicht in einer Betonschale als Fischfutter
      enden möchtest.

    36. Spiegelfechter schrieb am 15. Oktober 2008 at 21:49 - Permalink

      @39 misterL

      Was hälst Du von der Idee dass die Staaten, die jetzt Bürgschaft und Sicherungen in Billionen Euro Grössenordnung dem Finanzmarkt zur Verfügung stellen (im Zweifelsfall) diese Kohle direkt in die Rezessionsangst geplagte Realwirtschaft auf der einen Seite zu stecken und auf der anderen Seite privaten Spareinlagen bis zu einem Betrag X abzusichern und den Rest der Finanzwirtschaft soweit wie möglich dem freien Verfall zu überlassen?

      Nichts ;-)
      Man kann die Finanzwirtschaft leider nicht einfach kollabieren lassen, ohne einen Tsunami auszulösen, der die Realwirtschaft massiv schädigen würde. Dafür bräuchte es schon ein neues Bretton-Woods mit fixen Währungskursen, neuen Spielregeln für Kredite und den internationalen Finanzverkehr etc. pp.. Dies alles wäre wünschenswert (darüber werde ich die Woche wohl noch schreiben) aber leider total illusorisch, da politisch nicht gewollt.

      Bürgschaften also dort zu geben für Investitionen wo reale Wirtschaft echte Produktivität erzeugt.

    37. Spiegelfechter schrieb am 15. Oktober 2008 at 21:51 - Permalink

      @27 salvo

      Die West/LB mag das so sehen, andere Banken sehen das (noch?) anders – aber die Staatsbanken spielen da eh eine Sonderrolle.

    38. Spiegelfechter schrieb am 15. Oktober 2008 at 22:09 - Permalink

      @21 Stefan

      Nachtrag:

      Noch ein Wort zu den CDS: Nach meinen Infos betragen die Kosten der Lehmanpleite ca. 6 Bill. $
      ad-hoc-new…
      Da bringen die 2 Bill.$ gar nichts

      Kleiner Tipp: Im Englischen steht “Billion” für das deutsche “Milliarden” – die Lehmanpleite kostet also lt. diesem Artikel 6 Mrd. US$.

    39. Stephan schrieb am 15. Oktober 2008 at 22:16 - Permalink

      oh, peinlich, peinlich…
      Nur man hört halt so viele verschiedene Sachen bei diesem Wahnsinn:
      `Banks can go to the Federal Reserve, or use the commercial paper market where it is still functioning” to meet protection payments, said Cicione, who said a 9.75 cent recovery rate would lead to payments of about $270 billion. “But fund managers or hedge funds, once they’ve used their cash, have only one option: to sell assets.”
      http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601087&sid=a7u7y24vbV38&refer=home

    40. Spiegelfechter schrieb am 15. Oktober 2008 at 22:39 - Permalink

      @Stefan

      Passiert mir auch manchmal ;-)

    41. misterL schrieb am 15. Oktober 2008 at 23:16 - Permalink

      @SF #36

      Dafür bräuchte es schon ein neues Bretton-Woods mit fixen Währungskursen[...]

      jein. ;-)

      es bräuchte ein abgestimmtes vorgehen in der welt, wobei die notenbanken im prinzip die aufgaben der (versätzlich) “versagenden” banken übernähmen und die wirtschaften mit krediten und konditionen (billigeres geld) zu versorgen für investments statt den vermeintlich maroden banken die bilanzen zu verbessern.

      das braucht also keine neue goldersatzwährung, sondern politisches abgestimmtes einheitliches vorgehen. aber ich gebe zu, das ist wohl illusion. die politik ist nicht so weit und wenn sie soweit wäre, fehlt das geld, bzw. es ist nur (viel zu) teuer (für investments) bei den privatbanken zu bekommen,weil die es nun haben. was die kommende rezession verlängert und nicht verkürzt.

    42. Gebintit schrieb am 15. Oktober 2008 at 23:18 - Permalink

      Die Analyse “Der Papa wirds schon richten” erscheint mir zu optimistisch. Man hat vor allem eines gewonnen: Zeit. Der Rest ist äußerst zweifelhaft.

    43. Ashitaka schrieb am 15. Oktober 2008 at 23:37 - Permalink

      Um es in Ranickis Worten zu sagen: Blödsinn! m.E
      Ich will mich aber auch nicht festnageln.

      Spiegelfechter schrieb:
      Kleiner Tipp: Im Englischen steht ?Billion? für das deutsche ?Milliarden? – die Lehmanpleite kostet also lt. diesem Artikel 6 Mrd. US$.

      Die nun von der ISDA und von der DTCC angekündigte Nettoquote von 8 Billionen. USD bewegt sich in Bereichen von Zinsderivaten. Aus einbem guten Grund bewerten die Analysten die Zahlungsverpflichtungen so gering. Die CDS-Geber halten selber aktivische
      CDS als Absicherung in ihren Bilanzen. Die 365 Billionen nominalen Ausfällen bei Lehmann werden zwar von den Gebern gezahlt, diese jedoch holen sich 357 Billionen bei ihren Gebern wieder. Macht 8 Billionen USD für die Öffentlichkeitspresse und zur allgemeinen Beruhigung!

      Am 21.10.2008 wird diese Transaktion fällig. Ob hier eine erste Kettenreaktion stattfinden kann bleibt dahingestellt. Ich finde es nur wichtig dieses wahre Ausfallvolumen zu berücksichtigen. Es wird durch die Kette der Derivatehändler weitergereicht. Hoffen wir die indirekten CDS-Geber oder Versicherer im Hinterzimmer sind darauf gefasst.

      Lehmann ist zudem nur einer von vielen abzuwickelnden Kandidaten.

      Der folgende Links zeigen die Derivatemarktdaten der ISDA zum 31.08.2008:
      http://www.isda.org/statistics/recent.html#2008mid
      http://www.isda.org/statistics/pdf/ISDA-Market-Survey-historical-data.pdf

      Die enormen Anstiegsvolumen der ersten Jahreshälfte wurden zwar geringfügig zurückgefahren, betragen jedoch noch unglaubliche 474 Trillionen USD.

      Dürfen wir hier schon von Erfolgen sprechen?

      Gruß!

    44. Spiegelfechter schrieb am 16. Oktober 2008 at 00:15 - Permalink

      @Ashikata

      Sorry, das ist mir zu wirr. Wo ist von 365.000.000.000.000 US$ nominalen Ausfällen bei Lehman die Rede? Das ist doch abstrus! Wenn Du Dir einen Spaß daraus machst, mit großen Zahlen um Dich zu schmeißen, dann fasse sie bitte in einen Rahmen. Es macht keinen Sinn Zinsswaps, Währungsswaps und Kreditderivate in einen Topf zu schmeißen. Weniger als 1% der Kreditderivate, die ihrerseits “nur” 10% des Derivatemarktes ausmachen, stehen im Zusammenhang mit den TAD-Papieren, die etwas mit Hypotheken zu tun haben. Große Zahlen sehen immer sehr beeindrickend aus, sagen aber oft sehr wenig.

      p.s.: Es ist auch wenig sinnvoll hier in voller Absicht die falschen Übersetzungen von Trillion zu verwenden. Das erhöht nicht eben die Seriösität Deines Beitrages ;-)

    45. Spiegelfechter schrieb am 16. Oktober 2008 at 00:21 - Permalink

      @41 misterL

      es bräuchte ein abgestimmtes vorgehen in der welt, wobei die notenbanken im prinzip die aufgaben der (versätzlich) ?versagenden? banken übernähmen und die wirtschaften mit krediten und konditionen (billigeres geld) zu versorgen für investments statt den vermeintlich maroden banken die bilanzen zu verbessern.

      Richtig, aber ….

      das braucht also keine neue goldersatzwährung, sondern politisches abgestimmtes einheitliches vorgehen.

      … ich griff ja auch nur Dein Beispiel auf, was zu tun wäre, wenn man das Finanzsystem absichtlich kollabieren lassen würde. Dann(!) müßte man schleunigst ein neues Finanzsystem aufbauen, das (wenn überhaupt) nur mit einem vollkommen neuen Rahmensystem möglich wäre. Da würden dann Deine Vorschläge von oben nicht mehr reichen – die passen auf eine Operation am schlagenden Herzen.

    46. blodder schrieb am 16. Oktober 2008 at 00:22 - Permalink

      400 Mrd. Euro, 4Mill. Arbeitslose, macht 100.000? pro Arbeitslosem. Ich frage mich, ob es nicht Volkswirtschaftlich wesentlich lukrativer wäre, zumindest einem Teil der Arbeitslosen mit einer solchen Summe eine Existenzgrundlage zu schaffen.
      Oder anders ..
      Unser Sozialsystem ist so marode, wurde und wird immer weiter kaputtreformiert, weil es ja ach so teuer ist und nicht mehr finanziert werden kann.
      Dann kacken ein paar Banken ab, und schon kann der Staat mal eben – ohne viel nachdenken zu müssen – eine Summe von 400Mrd. Euro zur Verfügung stellen.
      Irgendwie wäre ich jetzt gerne eine bankrottierte Investmentbank!

    47. superguppi schrieb am 16. Oktober 2008 at 00:46 - Permalink

      @blodder 46

      Ich frage mich, ob die angesprochenen Arbeitslosen in der Lage wären, mit 100.000? umzugehen. Ansonsten hast Du recht.

    48. otti schrieb am 16. Oktober 2008 at 00:48 - Permalink

      Netzwerke der Macht
      http://www.nachdenkseiten.de/?p=3510#more-3510

      @SF, 33
      Auf einem abgebrannten Scheiterhaufen zu tanzen liegt mir schon wegen der verseuchten Asche fern, gell.
      Gott sei Dank besteht das System nicht nur aus der Finanzindustrie, obwohl durch deren Unverantwortlichkeit der Geldfluss, eine essentielle Systemvoraussetzung, in’s Stocken geraten ist.

    49. Schwitzig schrieb am 16. Oktober 2008 at 05:50 - Permalink

      @superguppi

      superguppi am 16. Oktober 2008 um 00:46 – Permalink

      @blodder 46

      Ich frage mich, ob die angesprochenen Arbeitslosen in der Lage wären, mit 100.000? umzugehen. Ansonsten hast Du recht.

      Das ist egal. Es würde in den Kreislauf zurückkommen und den Binnenmarkt stärken. Es würde also genau das bewirken, was wir gerade jetzt brauchen.
      Ganz im Gegensatz zu dem 500.000.000.000 E “Instrumentenkasten” für “taumelnde” Banken, an dem die seriösen und generösen Herren Ackermann und Asmussen mitgearbeitet haben, welches dann von dem vertrauenswürdigen Herrn Tietmeyer verwaltet worden wäre. Selbstverständlich nachdem der geachtete IWF-Köhler 500.000.000.000 DM-Versenker zu DDR-Zeiten eine “Entschuldigung” von “den Bänkern” erhalten hätte und der “Reformkurs”, wie er es im selben Satz gefordert hat, fortgesetzt wird.
      Sorry – das ist Realsatire, was wir hier sehen.

      Das Geld ist weg und wir alle werden Jahrzehnte daran abzahlen dürfen. Eine Krise, die sich seit 5 Jahren andeutete, benötigt plötzlich ein “Paket”, das innerhalb von 2 Wochen durchgepeitscht wird? Mit neuen Bilanzierungsregelungen, Mobberuhigern (Begrenzung der Managergehälter) und vor allem ohne Sicherheiten, dass es zurückgezahlt wird oder überhaupt wirksam ist?
      Was ein Quatsch! Da sehe ich Seilschaften, die sich Pfründe sichern. Mehr nicht.

      Übrigens: Dieses Geschwaller von wegen “die Realwirtschaft leidet, wenn wir taumelnde Banken nicht retten”, halte ich für Geschwurbel. Banken sollen Kredite geben, um Zukunftsinvestitionen von Privatmenschen und Unternehmen zu ermöglichen, bzw. um Zahlungsperioden zu überbrücken. Mehr nicht. Das tun sie aber nicht mehr – also: Zerstört sie und vergebt die benötigten Kredite mit staatlichen Banken direkt an die, die sie brauchen! Das kostet zwar auch, aber die Rückflusswahrscheinlichkeit ist höher und vor allem versickert das Geld nicht bei irgendwelchen Buffet(t)s. Die derzeitige Lösung festigt nicht nur den Status Quo, sondern verteilt Werte aus der Gemeinschaft in Privatvermögen.

      Übrigens: Es gab wohl ein 14 Milliarden-Programm – also Peanuts – für die Verbesserung der Infrastruktur in Staaten, wo Menschen ganz real hungern. Die 14-Milliarden wurden nicht zur Verfügung gestellt, das Programm wurde eingestampft.

      Aber wir müssen nicht so weit gehen: Selbst in Deutschland gibt es ganz offiziell 2.500.000 Kinder, die sich nicht ausreichend ernähren können. Dafür ist übrigens auch kein Geld da. Noch nicht einmal ein Notprogramm.

      Es ist mir wirklich ein Rätsel, wie man an dem Festigen von Seilschaften und an der Umverteilung von Milliarden noch etwas Positives finden kann.

    50. misterL schrieb am 16. Oktober 2008 at 09:02 - Permalink

      @SF #

      [...]was zu tun wäre, wenn man das Finanzsystem absichtlich kollabieren lassen würde. Dann(!) müßte man schleunigst ein neues Finanzsystem aufbauen[...]

      ja, aber müsste das finanzsystem kolabieren, wenn es “bloss” ins zweite glied zurück geschickt würde bei der abwendung/abkürzung der rezession? ich sehe das nicht zwingend, denn ich (spekuliere mal), die jetztige bankpolitik des nicht-durchreichens von billigerem geld an die realwirtschaft ist weniger der not geschuldet also der chance auch noch an der eigenen krise geld zu verdienen zum einen. zum anderen liegt die zaghafte annahme des aktuellen europäischen plans zur “eignen” AG rettung wohl mehr der rettung des eigenen einkommens und der eigenen macht in der “eigenen” AG.

      ich denke das finanzsystem würde nach schwerer see sicher anders aussehen und vielleicht kann man den einen oder anderen bänker/analyst dann auch bei einem hartz-4-treffen treffen (die hoffnung strirbt zuletzt;)) ich glaube aber weder an kolabierende finanzsysteme (die gestütze realwirtschaft würde ggf. das finanzsystem in grenzen stützen, weil ja irgend jemand die neuen produkte (sinnvolle PKWs zB) erwerben können muss und wie soll das bei hochwertigen produkten anderes sein in der breite als durch kredite?) andererseits glaube ich auch nicht an den verfall von währungen. das beziehungsgeflecht der weltwährungen (mE derzeit drei $, ?, Yen) ist auch in der aktuellen krise an sich erstaunlich stabil (wohl, weil alle im selben boot sitzen und ähnliches tun müssen).

      kurz, ich schreibe es mir naiv, ahnungslos ein wenig schön. ich denke sinnvollere prioritäten bei der vergabe der kohle wäre der bessere und nachhaltig richtigere weg. derzeit habe ich den eindruck am nierentisch der informationspolitik, dass die finanzenwelt (vertreten durch die privatbanken) die politik massiv an der leine durch den zirkus führt und die politik tatsächlich glaubt, sie hält die zügel in der hand. ;-)

    51. King Balance schrieb am 16. Oktober 2008 at 09:46 - Permalink

      Mein herzliches Beleid gilt all denen die am Montag Aktien gekauft haben in dem Glauben das Richtige zu tun. Wenn die Börsenkurse fallen, regt sich Kummer bei uns allen!!

      WiWo tönt heute mit der Forderung von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt:

      Mindestlohngesetze stoppen!!

      Angesichts schlechter Konjunkturaussichten (Herbstgutachten) werden Forderungen nach einer Entlastung von Unternehmen laut. Mut hat er ja der Herr Hundt, großen Zuwachs an Einkommen hat es in Deutschland in der Vergangenheit ja gegeben, aber dieser Zuwachs hat in den falschen Taschen geklingelt.

      Wer hat den hierfür die Verantwortung zu tragen?

    52. Fiend_THeyde schrieb am 16. Oktober 2008 at 09:55 - Permalink

      @ 42 Gebintit:

      Die Analyse ?Der Papa wirds schon richten? erscheint mir zu optimistisch. Man hat vor allem eines gewonnen: Zeit. Der Rest ist äußerst zweifelhaft.

      Nun, wie es aussieht hat man gerade mal zwei Tage “gewonnen”. Aus Zweifel dürfte also Gewißheit geworden sein. ;-)

      @ 49 Schwitzig:

      Sorry – das ist Realsatire, was wir hier sehen.

      Das Geld ist weg und wir alle werden Jahrzehnte daran abzahlen dürfen. Eine Krise, die sich seit 5 Jahren andeutete, benötigt plötzlich ein ?Paket?, das innerhalb von 2 Wochen durchgepeitscht wird? Mit neuen Bilanzierungsregelungen, Mobberuhigern (Begrenzung der Managergehälter) und vor allem ohne Sicherheiten, dass es zurückgezahlt wird oder überhaupt wirksam ist?
      Was ein Quatsch! Da sehe ich Seilschaften, die sich Pfründe sichern. Mehr nicht.

      100 %ige Zustimmung! Die Prämisse lautet (seit Beginn der Krise): Banken leihen sich untereinander kein Geld mehr, weil sie sich gegenseitig mißtrauen und nicht deshalb, weil es ihnen an Liquidität fehlen würde. Die angebliche Lösung, sie mit mehr Liquidität auszustatten und dabei gleichzeitig Bilanzfälschung straffrei zu stellen, geht an den Problemen vorbei. Aber es nützt natürlich den Bankern, die mehr Geld bei der EZB parken können = höhere Zinsgewinne.

      Übrigens: Dieses Geschwaller von wegen ?die Realwirtschaft leidet, wenn wir taumelnde Banken nicht retten?, halte ich für Geschwurbel. Banken sollen Kredite geben, um Zukunftsinvestitionen von Privatmenschen und Unternehmen zu ermöglichen, bzw. um Zahlungsperioden zu überbrücken. Mehr nicht. Das tun sie aber nicht mehr

      Sehr richtig! Und zwar nicht erst seit Beginn der Subprimekrise. Stattdessen haben die Banken zunehmend ihr Geschäftsfeld auf “innovative Finanzprodukte” verlagert und gleichzeitig dafür gesorgt, daß der gesetzliche Rahmen dem “Geschäftsfeld” Zocken um jeden Preis angepasst wurde (wie z.B. Steuererleichterungen/freiheit für Kapitalgesellschaften/Unternehmensverkäufe, Aufweichung des Bankenrechts, Abschaffung der degressiven Abschreibung für Unternehmen etc.pp.).

      Die Finanzwirtschaft hat sich seit Jahren von staatlichen Auflagen befreit und von der Realwirtschaft abgekoppelt. Unternehmen werden von “Investoren”auf Pump aufgekauft und mit den Kreditkosten belastet, um danach zerschlagen zu werden. Diejenigen, die daran verdienen, sind u.a. die Banken (direkt oder indirekt). Die Unternehmen, die Opfer dieser Praktiken werden, sind bekanntlich keineswegs immer und überall Sanierungsfälle.

      DIESES System ist im Zuge der Subprimekrise zusammengebrochen. Die kommende Rezession hat dagegen weniger mit dem aktuellen Verhalten der Banken zu tun, sondern ist vielmehr die direkte Folge des Platzens der Subprimeblase und der daraus resultierenden Krise des Kreditkartensektors, was den Privatkonsum in den USA hat zusammenbrechen lassen. Schlecht für ausschließlich exportorientierte Nationen wie D, wo der Binnenmarkt nicht nur vernachlässigt, sondern systematisch dem Export untergeordnet wurde. IFO wundert sich nun darüber, daß die Konsumenten nicht nur konsumunwillig sind, sondern daß auch die Sparquote zurückgegangen ist.

      “Erklärt” haben sie dies mit “Unsicherheit” bezgl. der zukünftigen Entwicklung, was die Konsumenten “zurückhaltend” reagieren lassen würde. Auf die logische Schlußfolgerung, daß die Leute weder Geld zum Konsumieren, noch Geld zum Sparen haben, kommen die Damen- und Herrschaften natürlich nicht. Wäre auch zu peinlich, dies zuzugeben, vor allem nach dem Hype am Anfang des Jahres, wo es hieß, die Deutschen seien in Konsumlaune wie noch nie, weil die Tarifabschlüsse so toll gewesen wären, respektive der Aufschwung bei den Menschen ankommen würde. Tja, Scheiße fällt nach unten.

      Die derzeitige Lösung festigt nicht nur den Status Quo, sondern verteilt Werte aus der Gemeinschaft in Privatvermögen.

      … und darum geht es ausschließlich.

    53. salvo schrieb am 16. Oktober 2008 at 09:59 - Permalink

      ich verweise auf den Aufruf von Hartmut Finkeldey auf seinem Blog

      “Wir haben nicht viel Zeit. ich bitte alle Blogger, sofern einverstanden, folgenden Entwurf eines Anschreibens an unsere Bundestagsabgeordneten weiter zu verbreiten – und natürlich auch abzusenden.”

      http://kritik-und-kunst.blog.de/2008/10/15/freitag-kolleginnen-kollegen-ueberwaeltigender-mehrheit-sog-bankenrettungsplan-zustimmen-fordern-zustimmung-4874755

    54. Lago schrieb am 16. Oktober 2008 at 10:10 - Permalink

      @ Fiend_THeyde

      Nun, wie es aussieht hat man gerade mal zwei Tage ?gewonnen?. Aus Zweifel dürfte also Gewißheit geworden sein. ;-)

      Kannst du das näher erläutern? Worauf beziehen sich die zwei Tage?

      Die aktuelle Rezession ist immer noch die normale Reduktion des Wirtschaftswachstums im Schweinezyklus. Die zusätzlichen Effekte aus der Finanzmarktkrise sind ja noch nicht wirklich messbar. Diese Krise ist insofern entschärft, als dass die Banken weitestgehend wieder arbeitsfähig sind. Dass sie die neue Situation natürlich schamlos ausnutzen, war klar und ist ein nicht zu vermeidender Nebeneffekt.

      Ich bin nicht ganz sicher, was der SF mit einer Reaktion der Notenbank meint. Soll(en) die die Leitzinsen jetzt erhöhen, um den Zinsspannenmissbrauch durch die Banken zu bestrafen?

    55. misterL schrieb am 16. Oktober 2008 at 10:23 - Permalink

      @Lago #54

      Ich bin nicht ganz sicher, was der SF mit einer Reaktion der Notenbank meint. Soll(en) die die Leitzinsen jetzt erhöhen, um den Zinsspannenmissbrauch durch die Banken zu bestrafen?

      sähe ich nicht als sinnvolle konsequenz. die konsequenz müsste etwa so aussehen, dass wenn von der notenbank gezogenes geld nicht innerhalb einer woche in der realwirtschaft gelandet ist zu einem zins unterhalb des aktuellen libor, wird es sofort fällig zum aktuellen libor zurück an die notenbank. das dürfte wirken. etweder rufen die keine kohle mehr ab oder es geht in den kreislauf.

    56. Lago schrieb am 16. Oktober 2008 at 10:33 - Permalink

      Das stelle ich mir sehr schwierig realisierbar vor. Denn das Geld ist ja nicht “nummeriert”. Dafür bräuchte es eine vollständige Kontrolle aller Bankenaktivitäten durch die Notenbank/Regierungen. Da könnte man auch gleich ein einheitliches Staatsbankensystem einsetzen, welches das Geld direkt der “Realwirtschaft” zur Verfügung stellt, das wäre weniger Aufwand.

      In dem Moment, in welchem ich als Notenbank die Banken zwinge, Geld an “die Realwirtschaft” zu verschleudern (z.B. für Subprime-Kredite), wird doch alles noch viel schlimmer.

    57. Fiend_THeyde schrieb am 16. Oktober 2008 at 10:45 - Permalink

      @ 54 Lago:

      Kannst du das näher erläutern? Worauf beziehen sich die zwei Tage?

      Damit meinte ich das kurze Börsenstrohfeuer, das am Beginn der Woche zu Schlagzeilen führte, wie “Börsenkurse explodieren; die Krise ist vorüber; höchste Gewinne seit XYZ” etc.pp. Mir ist natürlich klar, daß das “Rettungspaket” – selbst wenn es wirksam wäre – noch gar nicht wirken kann, da noch nicht in Kraft, respektive bislang nur aus Ankündigungen bestehend.

      Die aktuelle Rezession ist immer noch die normale Reduktion des Wirtschaftswachstums im Schweinezyklus.

      Da liegt schon ein bißchen mehr im Argen. Das sind nicht nur die üblichen Schwankungen.

      Diese Krise ist insofern entschärft, als dass die Banken weitestgehend wieder arbeitsfähig sind. Dass sie die neue Situation natürlich schamlos ausnutzen, war klar und ist ein nicht zu vermeidender Nebeneffekt.

      Naja, entschärft… man hat ein paar Banken vor der Insolvenz bewahrt. Allerdings ist das Mißtrauen der übrigen Marktteilnehmer, aka Banken, damit nicht beseitigt. Im Gegenteil. Die arbeitsfähigen Banken verzichten darauf, ihrer eigentlichen Arbeit nachzugehen, sondern
      horten lieber Liquidität bei der EZB. Nutzen für die reale Wirtschaft gleich null, aber die Zinsgewinne der Banken steigen, wenn auch nicht mehr in diesem aberwitzigen Rahmen wie zuvor, doch Kleinvieh macht auch Mist. Erst recht in Krisenzeiten.

      Darüberhinaus wird die bilanztechnische Verschiebung kritischer Posten von “höchst giftig” nach “äußerst wertvoll” das Mißtrauen nicht beseitigen, denn selbstredend wird jede Bank dieses Mittel nutzen und die Unsicherheit über die tatsächliche Situation des Gegenübers bleiben. Tatsächlich handelt es sich wohl um die bilanztechnische Wiederholung der Praktiken, die zu der derzeitigen Krise geführt haben, nämlich gute mit schlechten Krediten zu mixen.

      Wie diese Maßnahme Vertrauen schaffen sollen, ist mir schleierhaft, aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. :-)

    58. Spiegelfechter schrieb am 16. Oktober 2008 at 10:49 - Permalink

      @52 Fiend

      Nun, wie es aussieht hat man gerade mal zwei Tage ?gewonnen?. Aus Zweifel dürfte also Gewißheit geworden sein. ;-)

      Du willst den Erfolg/Misserfolg des Pakets doch wohl nicht tatsächlich von den Börsenkursen abhängig machen? Die stark gesunkenen Preise für CD-Swaps auf dem US-Markt sind auf jeden Fall ein Erfolg, der genau dort ansetzt, wo es am nötigsten ist. Wenn die Geldmarktindizes nun noch “auf Reihe” gebracht werden, ist der Kern der Finanzkrise erst einmal freigelegt. Das wäre ein Erfolg. Was dann kommt, hängt vom politischen Willen ab und da bin ich skeptisch.

      Die Rezession, die momentan kommt, hat sehr wenig mit der Finanzkrise zu tun. Wenn Automobilbauer zu viel produzieren, ist dies ein branchentypisches Problem. Wenn die Löhne in D seit Jahren – nein, seit Jahrzehnten – kaum steigen, braucht sich niemand zu wundern, dass die sinkende Nachfrage von Märkten, die eine Konsumquote höher 1 hatten, nun auch und sogar ganz besonders auf die Sparschweine in Deutschland durchschlagen wird. Das schreibe ich seit Jahren, das ist nichts neues und hat mit der Finanzkrise wenig zu tun.

    59. Spiegelfechter schrieb am 16. Oktober 2008 at 10:53 - Permalink

      @Lago

      Ich bin nicht ganz sicher, was der SF mit einer Reaktion der Notenbank meint. Soll(en) die die Leitzinsen jetzt erhöhen, um den Zinsspannenmissbrauch durch die Banken zu bestrafen?

      Nein, sie sollen die Quadatur des Kreises hinbekommen und dafür sorgen, dass entweder der LIBOR/EURIBOR abgeschafft wird und der “Interbankenhandel” über die EZB/FED läuft, oder die Banken zwingen, wieder den offenen Geldmarkt mit Liquidität zu befüllen. Das hat weniger etwas mit dem Leitzins, als mehr mit dem Einlagesatz, dem Spitzenrefinanzierungssatz und den Regeln für die zentralbankgesteuerte Refinanzierung zu tun.

    60. Lago schrieb am 16. Oktober 2008 at 10:57 - Permalink

      Liquidität zu horten, selbst zu niedrigen Zinsen, heißt für eine Bank: Verluste.

      Die Börse würde ich derzeit (und eigentlich generell) ignorieren. Das sind rein technische Reaktionen. Jedem vernünftigen Menschen ist klar, dass zehn Prozent Kursschwankungen des gesamten Aktienmarktes an einem Tag (nach oben oder nach unten) keinen Zusammenhang mit irgendetwas real wirtschaftlichem haben können.

      Der bisher real messbare Wachstumsrückgang ist absolut im Rahmen (soweit ich mitbekommen habe). Das bedeutet natürlich nicht, dass es nicht schlimmer wird, im Gegenteil. Kennt jemand irgendwelche Metriken, die etwas anderes vermuten lassen?

      Das Bankenproblem, nun gut. Solange sie ihren primären Aufgaben nachkommen …

    61. misterL schrieb am 16. Oktober 2008 at 11:04 - Permalink

      @SF #48

      Die Rezession, die momentan kommt, hat sehr wenig mit der Finanzkrise zu tun. Wenn Automobilbauer zu viel produzieren, ist dies ein branchentypisches Problem.

      sie hat schon was damit zu tun. durch die wegfallende lockere kreditvergabe ist das starthilfkabel für die autoindustrie schlicht weg. oder andersrum. das vorhandene starthilfekabel hat dafür gesorgt dass die krise verschoben wurde und nun ggf verdichtet aufreisst bzw. die hersteller eher gedankenlos weitermachten wie gewohnt. falsche produkte für eine markt, der annahme es geht immer so weiter.

      ähnliches gilt auch für lohnzuwäche. wenn ich mit lockerer kreditvergabe ausfallende lohnzuwächse für wertigen konsum kompensieren kann, warum soll dann jemand mehr verdienen?

      das mit der börse und den kursen ist schon ein problem. wenn ein unternehmen dort schlechter bewertet wird, wird es gleichzeitig schwieriger an höhere finanzmittel zu kommen – oder?

    62. Spiegelfechter schrieb am 16. Oktober 2008 at 11:40 - Permalink

      @Lago

      Liquidität zu horten, selbst zu niedrigen Zinsen, heißt für eine Bank: Verluste.

      Nicht zwingend – wenn die Banken in Euroland z.b. 200 Mrd. Euro zum Einlagesatz “bunkern”verlieren sie (relativ) Geld – das ist klar. Wenn man nun aber an die Einnahmeseite der Banken denkt, die massiv(!) von einem hohen LIBOR/EURIBOR-Spread profitiert, kommt dabei sicher in vielen Fällen ein schönes Geschäft heraus. Die Zahl von 300.000 Mrd. US$ an Papieren, die auf dem LIBOR basieren, lässt da einiges erahnen.

      Die Börse würde ich derzeit (und eigentlich generell) ignorieren. Das sind rein technische Reaktionen. Jedem vernünftigen Menschen ist klar, dass zehn Prozent Kursschwankungen des gesamten Aktienmarktes an einem Tag (nach oben oder nach unten) keinen Zusammenhang mit irgendetwas real wirtschaftlichem haben können.

      Das sehe ich ähnlich.

      Der bisher real messbare Wachstumsrückgang ist absolut im Rahmen (soweit ich mitbekommen habe). Das bedeutet natürlich nicht, dass es nicht schlimmer wird, im Gegenteil. Kennt jemand irgendwelche Metriken, die etwas anderes vermuten lassen?

      Nein – die Zahlen, die ich kenne, sind zwar eindeutig aber absolut im normalen Rahmen. Ich sehe auch keine akute Gefahr, dass sich dies mittelfristig massiv ändern könnte. Das Damoklesschwert Finanzkrise sollte man allerdings nicht unterschätzen, da die Gefahr eines Komplettcrashs – so gering sie momentan auch sein mag – natürlich massiv in die strategischen Planungen der Unternehmungen eingreift.

    63. Spiegelfechter schrieb am 16. Oktober 2008 at 11:46 - Permalink

      @61 misterL

      sie hat schon was damit zu tun. durch die wegfallende lockere kreditvergabe ist das starthilfkabel für die autoindustrie schlicht weg. oder andersrum. das vorhandene starthilfekabel hat dafür gesorgt dass die krise verschoben wurde und nun ggf verdichtet aufreisst bzw. die hersteller eher gedankenlos weitermachten wie gewohnt. falsche produkte für eine markt, der annahme es geht immer so weiter.

      Klar – die “lockere” Kreditvergabe weltweit hat zu einer realen Überproduktion geführt, nun ist die Abnahme auf ein gesundes Maß gestutzt worden und es wird in 10 Jahren sicher nur noch die Hälfte der Unternehmen geben, die heute am Markt sind. Ich sehe das aber nicht als direkte Folge der Finanzkrise … aber da sind wir glaube ich einer Meinung.

      ähnliches gilt auch für lohnzuwäche. wenn ich mit lockerer kreditvergabe ausfallende lohnzuwächse für wertigen konsum kompensieren kann, warum soll dann jemand mehr verdienen?

      Nun, in D war die Kreditvergabe ja zum Glück nicht so locker, wie anderswo. Dafür haben wir momentan eine miserable Binnennachfrage, was im Falle des Wegbrechens relevanter Teile des Exportmarktes (das erleben wir nun) besonders harte Folgen hat. Hausgemachte Probleme der neoliberalen Sparschweinchen in D – und die ganze Welt feixt vor Freude und das zu recht.

      das mit der börse und den kursen ist schon ein problem. wenn ein unternehmen dort schlechter bewertet wird, wird es gleichzeitig schwieriger an höhere finanzmittel zu kommen – oder?

      Ja sicher, da die Eigenkapitalmenge schrumpft. Wichtiger sind aber die Fundamentaldaten – ein gesundes Unternehmen wird auch jetzt keine Probleme haben, Kredite zu bekommen. Mit Anleihen ist es da schon schwerer.

    64. Lago schrieb am 16. Oktober 2008 at 11:50 - Permalink

      das mit der börse und den kursen ist schon ein problem. wenn ein unternehmen dort schlechter bewertet wird, wird es gleichzeitig schwieriger an höhere finanzmittel zu kommen – oder?

      Nein, wieso? Die Marktkapitalisierung eines Unternehmens geht eigentlich überhaupt nicht in den Wert des Unternehmens ein, noch viel weniger in seine Zahlungsfähigkeit.

      @SF wieso schrumpft die Eigenkapitalmenge mit sinkendem Aktienkurs?

    65. misterL schrieb am 16. Oktober 2008 at 11:58 - Permalink

      @SF #63

      Genau dieser Automobilindustrie fallen nun ein paar Säulen weg. Eigenkapital, Kredite (oder Anleihen) zur Entwicklung und Finanzierung marktfähiger (auch bezahlbare) Alternativen zu ihren Dickschiffen und als Aktiva auf der Kundenseite der Gebrauchtwagenwert zur Verrechnung. Deren Wert sinkt erheblich (nicht erst) sobald es marktfähige Produkte gäbe.

      Mein “local dealer” jammert über den Verfall des Gebrauchtwagenmarktes wegen der Sondermodellschlacht für einen Neuwagen zum Gegenwert eines Jahreswagens des gleichen Modells. Das hat zwar völlig andere Hintergründe, zeigt aber den Trend an, wo es hingehen wird.

      Ist derzeit nur VW gesund? ;-)

      Wir sind uns im Kern einig im Sinne was war zuerst da. Die gerade im Umbruch oder sich auf dem Wege zum Umbruch befindliche Automobilindustrie trifft es dennoch besonders hart (zur Recht oder nicht sein dahin gestellt). Deren Noch-Beschäftigt zahlen dafür einen heftigen Preis plus Zulieferindustrie.

    66. Spiegelfechter schrieb am 16. Oktober 2008 at 12:10 - Permalink

      @Lago

      @SF wieso schrumpft die Eigenkapitalmenge mit sinkendem Aktienkurs?

      Ich habe da natürlich wieder mal Quatsch geschrieben, da ich unzulässig gekürzt habe.

      Ich meine natürlich die Eigenkapitalmenge und -struktur nach Basel II, die natürlich auch für Unternehmen wichtig ist, da sie im Rating der Banken sinken, wenn gehaltene Aktien vom eigenen Unternehmen oder Beteiligungen an anderen Unternehmen so – wenn sie bilanziert werden – an Wert verlieren, was bei Krediten nicht eben von Vorteil ist.

    67. Spiegelfechter schrieb am 16. Oktober 2008 at 12:13 - Permalink

      @misterL

      Alles richtig, aber wir wollen doch nicht die makroökonomischen Effekte vergessen. Der hohe Eurokurs ist für die Automobilindustrie in D (und die Zulieferer) natürlich Gift. Nun hat die EZB jahrelang alles getan, um die Inflation niedrig zu halten und schwupps sind wir Deutschen aufgrund des hohen Euros nicht mehr so konkurrenzfähig. So schnell kann das gehen.

    68. misterL schrieb am 16. Oktober 2008 at 12:32 - Permalink

      @SF 67

      Das musss ich mal hervor heben. ;-)

      Alles richtig,

      Mein “local dealer” dealt mit Mazda. Da spielt die Produktion in D glaube ich keine Rolle. ;-) Ich kenne die Zulieferer nicht alle und weiß nicht wo sie produzieren. Ist schwierig geworden in der globalen Welt. ;-)

      aber wir wollen doch nicht die makroökonomischen Effekte vergessen. Der hohe Eurokurs ist für die Automobilindustrie in D (und die Zulieferer) natürlich Gift. Nun hat die EZB jahrelang alles getan, um die Inflation niedrig zu halten und schwupps sind wir Deutschen aufgrund des hohen Euros nicht mehr so konkurrenzfähig. So schnell kann das gehen.

      Die Überalterung der Flotte in D liegt wahrscheinlich auch an den zu hohen Preisen für Neufahrzeuge aus D – die in Teilen in H, E oder den USA gefertigt werden und an den schlechten Lohnzuwächsen in D für in D beschäftigte. Siehe oben. Den Euro für im Euro-Binnenmarkt produzierte Waren zu nehmen ist eher falsch. ;-)

      Hinzu kommen manchmal Preisvergleiche das einem an sich übel wird. Würde ich die Währungsumrechnung bei dem einen oder anderern Teil vornehmen ist Deutschland gegen allen Beteuerungen von diversen Stellen ein teures Pflaster. Per Euro/Dollar-Umrechnung müßten diverse Teile reichlich preiswerter sein. Sind es aber nicht. Und nichts davon kommt aus der Euro-Zone. ;-) (Musikgedöns aus Korea, China oder den USA selber).

      Glatt vergessen, von wegen “alles richtig”. Wenn das alles richtig sein sollte, so wäre die eine sinnvolle (ggf. Produktspezifische) Stützung dieser Industrie wichtiger als den Finanzmarkt umfassend zu stützen. Der Dominoeffekt dort bezogen auf die die Schwere der Rezession sollte stärker (schlimmer) sein – oder nicht?

    69. Stephan schrieb am 16. Oktober 2008 at 13:12 - Permalink

      Wer soll denn deine tollen Autos kaufen? Etwa die Amerikaner oder die Chinesen. Oder am Ende der deutsche Konsument, der unter Lohnzurückhaltung, fallenden Export und damit größerer Arbeitslosigkeit leidet?

    70. misterL schrieb am 16. Oktober 2008 at 13:16 - Permalink

      Ähhh, ja was denn nun? Wenn das so ist warum die Hülfe???

      http://www.ftd.de/politik/international/:Kreditvergabe-Wo-klemmt-es-denn/426903.html

      @Stephan #69

      Alle, die es wollen, sollten es können.

    71. Frage schrieb am 16. Oktober 2008 at 13:27 - Permalink

      Kein Bedauern, dass Deutschland 1/4 bis 1/3 des Schadens aus den Immobilienkrediten tragen muß, bei einem geschätzten Gesamtschaden von 1,5 Billionen Dollar.
      Wer Exportweltmeister ist, ist auch zwangsläufig Weltmeister in der Vergabe von Auslandskrediten. Und trägt hohe Risiken, je größer die Überschüsse werden.
      Wer Exportweltmeister werden will muß Lohndumping betreiben, was die Binnennachfrage schwächt.
      Das Gerede von der Abkopplung Deutschlands war doch pure Ideologie.
      Zumal China wie Deutschland ganz auf Exportinduziertes Wachstum setzt.
      Das die USA ihre Kriege und ihren Konsum mit dem Export von Kettenbriefen bezahlen haben, hat mich gewundert.
      Das Modell exportinduzierten Wachstums ist damit zusammengebrochen.
      Die USA müssen jetzt richtige Aktiva,Fabriken, Grundstücke, Aktien, usw. im Tausch anbieten.
      Was lustig ist, denn der Liebingsspruch von Milton Friedman an die Europäer war:” Ihr seid alle Sklaven.”
      Das werden die Amerikaner nicht tun.

    72. Ashitaka schrieb am 16. Oktober 2008 at 13:51 - Permalink

      @ 44. Spiegelfechter:

      Jetzt kommst du selber mit Dollarwerten durcheinander. Es sind Dollar 365 Billions = 270 EURO Milliarden beim Umrechnungskurs 1,35 vom heutigen Tag. Uns so hoch sind auch die tatsächlich zu übernehmenden Kreditausfälle.

      [Weiter alles in Euro dargestellt]

      Die 5,9 Milliarden EURO sind die primäre Belastung der CDS-Geber. Diese werden durch aktivisch CDS-Absicherungen weitergereicht, weshalb jeder von der Möglichkeit der Kettenreaktion spricht. Letzendlich muss wer die 270 Milliarden die bei Lehmann ausfallen übernehmen. Kannst du mir folgen?
      Die CDS-Absicherungen und Besicherung anderer Banken ist undurchschaubar und wird auch selten veröffentlicht. In den Bilanzen spiegelt sich das nach Fair Value zwar wieder, zeigt jedoch nicht wer mit wem die Kontrakte schließt.

      Diese Übernahmen im zweiten, dritten…. Schritt werden zeigen was wirklich bei den Banken und Versicherungen los ist. Die sind mit ihren SVP (Zweckgesellschaften) die Hauptgeber von CDS.

      Ich schmeisse auch keine Zinsderivate mit CDS in einen Topf, denn die Aufstellung trennt es fein säuberlich. Ich habe lediglich gemeint das die offiziellen CDS bei Lehmann sich in der gleichen Höhe wie deren übliche Zinsderivate bewegt. Sorry falsch es zu verschachtelt klang. Die wirren Auswirkungnen dessen Zusammenspiel will ich hier gar Keinem zumuten.
      Aber zu behaupten die Politik der FED zeigt Wirkung ist m.E. genau der fatale Fehler den alle Parteipressen auch machen und damit für Verwirrung sorgen.

      Ich wiederhole [in EUR]:

      Am 21.10.2008 wird diese Transaktion für Lehmannfällig. Ob hier eine erste Kettenreaktion stattfinden kann bleibt dahingestellt. Die enormen Anstiegsvolumen der ersten Jahreshälfte wurden zwar geringfügig zurückgefahren, betragen jedoch noch unglaubliche 351 Billionen EUR. (Quelle:ISDA)

      Dürfen wir hier schon von Erfolgen sprechen?
      Das war meine Frage an dich.

      Gruß!

    73. Stephan schrieb am 16. Oktober 2008 at 14:08 - Permalink

      Meinst Du jetzt die anderen die Lehman verkaufte und nun wertlos sind? Oder worauf sollen sich deine 351 Bill. $ beziehen? Ist dir klar, dass es sich bei den ISDA-Zahlen nur um Nominalbeträge handelt?
      Außerdem sind diese Zahlen nicht offiziell, das ist ja das Grundproblem beim CDS- Markt.

      http://de.youtube.com/watch?v=P2cUh-e_Qkc&feature=related
      http://de.youtube.com/watch?v=Z8kCQkfblzY

    74. Anonym schrieb am 16. Oktober 2008 at 14:29 - Permalink

      Hier ein interessanter aktueller Beitrag des Informationsportals Globalisierung:

      “Finanzkrise: Die Bundesregierung hat entscheidend mitgezündelt”

      http://jjahnke.net/verant-p.html

    75. Ashitaka schrieb am 16. Oktober 2008 at 14:58 - Permalink

      Oh ich hätte nich anfangen dürfen in USD hier zu kommentieren.
      [alles weitere in EUR]

      @ 73 Stephan: Die 351 Billionen EUR sind die Gesamtvolumen an CDS-Derivaten.
      Nicht alleine auf Lehmann bezogen. Wäre auch irsinn, da nicht realisierbar.
      Du hast recht, die ISDA-Zahlen sind nicht offiziell, dennoch existenziell richtig,
      wenn auch nach oben Erweiterbar. Es umfasst das was der ISDA bekannt ist.

      Die Kernaussagen meiner Kommentare soll sein:

      Lehmann hat 270 Milliarden EUR Ausfall, welche von der ersten Stufe der CDS-
      Geber übernommen werden. Diese sind jedoch ebenfalls abgesichert und reichen
      die Verpflichtung weiter. Nun trägt die Erststufe der Geber nur die von Spiegelfechter
      genannten 8 Billionen USD = 5,9 oder 6 Milliarden EUR.

      Dies als Belastung des Systems zu sehen ist nicht ausreichend, da der Rest weitergereicht
      wird in den Ketten der CDS-Geber-Nehmer und Zweckgesellschaften. Die Produkte werden sogar über OTC-Märkte zerrissen, neu gebündelt und gehandelt. Warten wir ab wer als erstes unter den CDS-Gebern fallen wird.

      Kritisch wird es wenn ein Geber keine Liquidität für den Transfer aufbringt, trotz hinreichender Absicherung. Das Rettungspaket, die Teilverstaatlichung oder die direkten Finanzspritzen müssen dann effizient an den maroden Liquiditätsengpässen wirken.

      Gruß!

    76. Spiegelfechter schrieb am 16. Oktober 2008 at 15:04 - Permalink

      @Ashitaka

      Jetzt kommst du selber mit Dollarwerten durcheinander. Es sind Dollar 365 Billions = 270 EURO Milliarden beim Umrechnungskurs 1,35 vom heutigen Tag. Uns so hoch sind auch die tatsächlich zu übernehmenden Kreditausfälle.

      Du hattest doch oben von 365 “Billionen” gesprochen – nicht “Billions”. Das hat nichts mit Dollar und Euro zu tun, zumal ich in diesem Zusammenhang auch nie von Euro sprach.

      Die 5,9 Milliarden EURO sind die primäre Belastung der CDS-Geber. Diese werden durch aktivisch CDS-Absicherungen weitergereicht, weshalb jeder von der Möglichkeit der Kettenreaktion spricht. Letzendlich muss wer die 270 Milliarden die bei Lehmann ausfallen übernehmen. Kannst du mir folgen?

      Na aber sicher ;-)
      Du gehst davon aus, dass Du schuldenfrei bist, wenn die Bank, bei der Du einen Kredit hast, konkurs geht. Dem ist aber nun einmal nicht so. Meines Wissens hatte Lehman Aktiva im Bilanzwert von über 600 Mrd. US$ – über den realen Marktwert kann man sich sicherlich streiten, aber die Nettoausfälle am Ende des Konkurses werden sicher nicht 100% betragen, wie Du suggerierst. Bislang ist von 6 Mrd. US$ (nicht Euro) versicherten Ausfällen die Rede. Da kann man nun wild spekulieren und abenteuerliche Kettenreaktionen in den Raum werfen oder man bleibt auf dem Teppich. Ich befolge letzteres.

      Ich habe lediglich gemeint das die offiziellen CDS bei Lehmann sich in der gleichen Höhe wie deren übliche Zinsderivate bewegt. Sorry falsch es zu verschachtelt klang.

      Da klang nichts verschachtelt – das ganze ist schlichtweg falsch. Die “offziellen” Zahlen der DTCC sprechen von 6 Mrd. US$ an CDS-Grantien, die im Rahmen der Lehman-Pleite gezogen werden. Deine Phantastilarden stehen damit in keinem Zusammenhang.

      Die wirren Auswirkungnen dessen Zusammenspiel will ich hier gar Keinem zumuten.

      Das ist aber nett ;-)

      Aber zu behaupten die Politik der FED zeigt Wirkung ist m.E. genau der fatale Fehler den alle Parteipressen auch machen und damit für Verwirrung sorgen.

      Der FT-Alphaville Blog ist also eine “Parteipresse” – interessant *rolleyes*

      Dürfen wir hier schon von Erfolgen sprechen?
      Das war meine Frage an dich.

      Und ich weiß nicht, wie Du von einer rein quantitativen Beobachtung des Derivatemarktes auch nur irgendwelche qualitativen Schlüsse ziehen willst. Die Kosten für CDS bei den US-Finanzinstituten sind indes ein klarer Indikator – und die sind massiv gesunken und das ist auf den BP-Plan zurückzuführen.

    77. Spiegelfechter schrieb am 16. Oktober 2008 at 15:11 - Permalink

      @75 Ashikata

      Oh ich hätte nich anfangen dürfen in USD hier zu kommentieren.
      [alles weitere in EUR]

      Das hat damit gar nichts zu tun, Du verquirlst andere Dinge.

      @ 73 Stephan: Die 351 Billionen EUR sind die Gesamtvolumen an CDS-Derivaten.

      Nein! Dies ist die Gesamtsumme aller Zinsderviate. Vielleicht liest Du mal die Links, die Du selber postest:

      The notional amount outstanding of credit default swaps (CDS) dropped 12 percent to $54.6 trillion in the first half of 2008.
      ISDA

      Zur Hilfe: Trillion (engl.) = Billionen (deutsch).

      Lehmann hat 270 Milliarden EUR Ausfall, welche von der ersten Stufe der CDS-
      Geber übernommen werden.

      Das ist auch falsch – dies sind die Forderungen an Lehman und nicht die Ausfälle!

      Diese sind jedoch ebenfalls abgesichert und reichen
      die Verpflichtung weiter. Nun trägt die Erststufe der Geber nur die von Spiegelfechter
      genannten 8 Billionen USD = 5,9 oder 6 Milliarden EUR.

      Lerne es endlich!!! 1 Billionen US$ sind 1000 Mrd. US$.

    78. Fiend_THeyde schrieb am 16. Oktober 2008 at 15:22 - Permalink

      @ 58 SF:

      Du willst den Erfolg/Misserfolg des Pakets doch wohl nicht tatsächlich von den Börsenkursen abhängig machen?

      Ich nicht, aber die Damen und Herren in der Politik, respektive den lieben Leitmedien, schon und darauf bezog sich meine Bemerkung. :-)

      Fakt ist: ohne den spektakulären Crash, den wir gerade erleben, hätte es keinerlei Rettungspakete etc. gegeben. Einfluß haben die Kurse also schon. Fakt ist aber auch: das Paket kann bislang weder gewirkt, noch versagt haben, weil es noch gar nicht in Kraft ist, respektive wir zur Zeit über geplante Maßnahmen sprechen, deren praktische Umsetzung noch ein paar Tage in Anspruch nehmen wird.

      Die stark gesunkenen Preise für CD-Swaps auf dem US-Markt sind auf jeden Fall ein Erfolg, der genau dort ansetzt, wo es am nötigsten ist.

      Sofern dieser Effekt auf die angekündigten Rettungs-Pakete zurückzuführen ist…

      Wenn die Geldmarktindizes nun noch ?auf Reihe? gebracht werden, ist der Kern der Finanzkrise erst einmal freigelegt. Das wäre ein Erfolg. Was dann kommt, hängt vom politischen Willen ab und da bin ich skeptisch.

      Da die Ursachen nicht angegangen werden, ist Skepsis wohl eher Realismus zu nennen. :-)

      Die Rezession, die momentan kommt, hat sehr wenig mit der Finanzkrise zu tun. Wenn Automobilbauer zu viel produzieren, ist dies ein branchentypisches Problem. Wenn die Löhne in D seit Jahren – nein, seit Jahrzehnten – kaum steigen, braucht sich niemand zu wundern, dass die sinkende Nachfrage von Märkten, die eine Konsumquote höher 1 hatten, nun auch und sogar ganz besonders auf die Sparschweine in Deutschland durchschlagen wird. Das schreibe ich seit Jahren, das ist nichts neues und hat mit der Finanzkrise wenig zu tun.

      Als Massengut sind Autos ein klein wenig zu teuer, um wegzugehen wie warme Semmeln. Üblicherweise finanzieren die Käufer neue Autos über Kredite. Wenn die Bereitschaft der Banken zur Kreditvergabe – aufgrund der Finanzkrise – sinkt oder vollständig erliegt, hat das selbstredend nicht nur Auswirkungen auf die Investitionen, sondern ebenso auf den privaten Konsum, der – wie du sehr richtig dargelegt hast – ohnehin schon aufgrund der einseitig exportorientierten Wirtschaftspolitik schwächelt. An diesbezüglichen Warnungen, daß, wenn der Binnenmarkt derart vernachlässigt wird, eine weltweite Rezession, die den Export einbrechen läßt, fatale Folgen für D zeitigt, hat es in der Tat nicht gefehlt.

      Noch ein kleines Zitat aus meinem Beitrag No. 52 :

      Die kommende Rezession hat dagegen weniger mit dem aktuellen Verhalten der Banken zu tun, sondern ist vielmehr die direkte Folge des Platzens der Subprimeblase und der daraus resultierenden Krise des Kreditkartensektors, was den Privatkonsum in den USA hat zusammenbrechen lassen. Schlecht für ausschließlich exportorientierte Nationen wie D, wo der Binnenmarkt nicht nur vernachlässigt, sondern systematisch dem Export untergeordnet wurde. IFO wundert sich nun darüber, daß die Konsumenten nicht nur konsumunwillig sind, sondern daß auch die Sparquote zurückgegangen ist.

      ?Erklärt? haben sie dies mit ?Unsicherheit? bezgl. der zukünftigen Entwicklung, was die Konsumenten ?zurückhaltend? reagieren lassen würde. Auf die logische Schlußfolgerung, daß die Leute weder Geld zum Konsumieren, noch Geld zum Sparen haben, kommen die Damen- und Herrschaften natürlich nicht. Wäre auch zu peinlich, dies zuzugeben, vor allem nach dem Hype am Anfang des Jahres, wo es hieß, die Deutschen seien in Konsumlaune wie noch nie, weil die Tarifabschlüsse so toll gewesen wären, respektive der Aufschwung bei den Menschen ankommen würde. Tja, Scheiße fällt nach unten.

      Die Finanzkrise ist nicht die Ursache, aber der Auslöser der Rezession. Ursächlich sind in D die verfehlte Wirtschaftspolitik, d.h. die Austrocknung des Binnenmarktes, bzw. die einseitige Ausrichtung auf den Export und die Beseitigung der gesetzlichen Rahmenbedingungen, die den sog. “innovativen Finanzprodukten” erst Zugang zum deutschen Markt ermöglicht haben.

    79. Stephan schrieb am 16. Oktober 2008 at 15:29 - Permalink

      @Ashitaka:
      OK. Um nochmal drüber klar zu werden… Du beziehst dich auf den zweiten Link von deinem ersten Post und dort wiederum auf die drittletzte Spalte. Soweit korrekt? Deine Interpretation wie die 270 Mrd. plötzlich auf 6 Mrd. fallen, halte ich im übrigen für sehr schlüssig.
      Nur diese Billionenzahl (alles jetzt dtsch. zahlen) sind doch die Interest und currency swaps und nicht die Credit default swaps. Und diese wurden sogar wirklich von 62 Bill$ auf 54 Bill $ (vorletzte Spalte) heruntergefahren; da man da im August ein wenig aufgeräumt hat.

      Wenn ein CDS-Geber nicht mehr zahlen kann; ist das tatsächlich ein Problem, nur mach es bitte nicht noch größer als es eh’ schon ist.

      Ich fand es außerdem sehr interressant, dass AIG (einer der großen in diesem Segment) einen Tag nach der Lehman Auktion sagen musste, dass sie ganze zwei Wochen brauchten, um den 85 Mrd.$ Kredit zu verbrennen und sie einen Nachschuss von 35 Mrd. brauchten. Die Deutsche Bank ist nach JP Morgan die Nr.2 in diesem Markt, aber das nur am Rande.
      Gruß

    80. Gruss schrieb am 16. Oktober 2008 at 17:31 - Permalink

      Hedge-Fonds und das Crash-Szenario:

      http://www.handelsblatt.com/finanzen/fondsnachrichten/prominenter-hedge-fonds-kommt-unter-die-raeder;2064564

      Loesungen zur Krise:
      Auch wenn mir der SF immer wieder widerspricht, laesst mich das Thema, wie und von wem das Geld erzeugt werden soll nicht in Ruhe, da ich denke, dass das jetztige FED-System (welches urspruenglich von Privatbankiers gegruendet wurde) einen Grossteil der Ungerechtigkeit auf der Welt erzeugt und einen hohen Anteil an der jetztigen Krise hat.
      In frueheren Kommentaren habe ich mehrfach darauf hingewiesen, wie die Insel Guernsey versucht hat, sich des Schuldensystems (der FED) zu entledigen.
      Mittlerweile habe ich noch herausgefunden, dass die Nationalbank in China einen kontraeren Ansatz zur Politik der FED hat, naemlich nicht das Hauptgewicht der Arbeit auf Waehrungsstabilitaet zu legen, sondern auf die nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft (S. 309 und ff: ISBN-10: 3938516690). Ein Grossteil des China-Booms koennte damit zusammenhaengen, da man sich der Schuldenkraken (IWF, FED, BoE) verschliesst.

      Gruss
      Gruss

    81. Ashitaka schrieb am 16. Oktober 2008 at 17:37 - Permalink

      Die 351 Billionen EUR sind die Gesamtvolumen an CDS-Derivaten.
      Spiegelfechter antwortet: Nein! Dies ist die Gesamtsumme aller Zinsderviate. Vielleicht liest Du mal die Links, die Du selber postest:

      Da hast du recht. Sorry, les aber mal meinen ersten Post. Ich meinte die Gesamtsumme der Interest Derivate, dem eigentl. Derivatemarkt. Die IRD sind gegenüber den CDS weitaus höher und sorgen für den Hebel bei den liquiditätsarmen Banken, Versicherer und Anleger.
      Näheres dazu in einem mal nicht vernebelnd, erfolgnennenden Artikel der Financial Times:
      http://www.ft.com/cms/s/0/af1e1c18-ee04-11dc-a5c1-0000779fd2ac.html?nclick_check=1
      Im zweiten Post habe ich mich vertan. Es sollen die Interest Derivate gemeint sein. Diese runterzufahren wird enorme schwierigkeiten bereiten. Alleine deshalb würde ich noch lange nicht von einem Erfolg träumen.

      Doch zurück zu den CDS. Erfolg sehe ich da keinen. Bisher sind nur die obersten CDS-Dealer runtergefahren. Was da noch in den beschriebenen zweiten, dritten Stufen schlummert und für Engpass sorgt, warten wir mal ab.

      Die CDS sind Ausfallabsicherungen und stehen bei Lehmann als Aktiva gegen Sichteinlagen aus Kreditgewährung. Sie wurden nach Basel II als Sicherheiten zur Kreditvergabe genutzt.

      Diese aktivischen CDS wurden am 10.10. quasi versteigert, bzw. geleistet (21.Oktober)

      Aus FTD:
      “Per 21. Oktober müssen Vermögensverwalter, Versicherer und Banken nominal bis zu 365 Mrd. $ an die Käufer der Credit Default Swaps (CDS) auszahlen. Netto allerdings dürfte der Betrag deutlich kleiner ausfallen, sagen Analysten. Sie rechnen mit rund 8 Mrd.
      $, da sich die CDS-Verkäufer in der Regel selbst abgesichert haben. ”

      Hier haben wir es also nochmal in Kurzform!
      Weshalb werden die CDS von Lehmann nun so behandelt?
      Weil ihnen zu finanzierende Ausfälle von 365 Mrd. $ gegenüberstehen.

      Gruß!

    82. Schwitzig schrieb am 16. Oktober 2008 at 18:24 - Permalink

      In dem ganzen Thread konnte bisher nicht einer darlegen, weshalb Geld für die “Rettung” von “taumelnden” Banken bereitgestellt werden soll. Wenn es um Geldtransfers geht, können der Staat und die gesunden Banken das übernehmen – ob das Geld sinnvoll zur Behebung der Krise angewendet wird oder den Verursachern der Krise quasi geschenkt wird, ist ein Unterschied. Mit Hilfe ähnlicher Pakete durch den Staat ist eine Stabilisierung der Volkswirtschaft (nicht “Finanzwirtschaft” – die braucht kein Schwein) möglich und die kranken Banken kann man verrecken lassen. Sie sind dann weg. Gut so. Stattdessen wird immer herumgeschwurbelt, wie dreckig es doch den Bööhööörsen geht und dass “taumelnde” Banken gerettet werden müssten. Für WEN, verdammt noch mal?
      Übrigens: Schon heute habe ich einen Kommentator gehört, dass zukünftig bei Bildung, dem Sozialwesen und bei der Infrastruktur gespart werden müsste. Fazit: Die 500.000.000.000 Euro werden zu einem nennenswerten Anteil in private Hände fließen, der Rest wird verbrannt, für ein paar Politiker gibt es “Pöstchen”.

      Dann doch lieber das zu ewigem Wachstum verdammte und im Kern fehlerhafte System jetzt vor die Wand fahren und ein vernünftiges Konglomerat danach aufbauen, wenn dann noch etwas übrig ist. Wenn nichts mehr übrig ist, ist das peinliche Elend wenigstens auch vorbei, weil die Menschheit halt nicht leistungsfähig genug war.

      Das heutige System könnte man folgendermassen beschreiben: Ich fresse Hundehaufen und finde das gut, weil wenn ich den Hund nicht füttern würde, bekäme ich noch viel seltener Hundehaufen zu essen.

      Absurd.

    83. JesseJ schrieb am 16. Oktober 2008 at 18:27 - Permalink

      Der richtige Spass wird erst beginnen wenn die Auswirkungen beim Volk ankommt.
      Was passiert wenn Lebensmittel wie im Moment beispielsweise Mehl knapp wird weil Lieferungen nicht bezahlt werden können?

    84. Stephan schrieb am 16. Oktober 2008 at 18:42 - Permalink

      @Ashikata:

      Ich kann bei den Interest und currency swaps kein wirkliches Problem erkennen. Dieser Markt existiert schon länger und scheint im Zuge der Globalisierung ein normales Hedging für multinationale Unternehmen zu sein. Gut, man kann auch damit spekulieren (UK lässt grüßen), empfinde ich aber als nicht so dramatisch. Ich bin allerdings auch gegen feste Wechselkurse, weil sie Ungleichgewichte in Volkswirtschaften negieren und damit nicht wirklich stabilisierend sind. Ich habe bisher auch noch nie etwas schlimmes darüber gelesen und ich treibe mich schon häufig auf Bären- oder Armageddonseiten herum.
      Zu CDS: ganz deiner Meinung, Lehman könnte durchaus ein Dominstein sein, v.a. wo sie selber CDS verkauft haben und ziemlich gleichzeitig WaMu Konkurs angemeldet haben, womit die Leute, die sich bei Lehman gegen WaMuausfälle abgesichert haben, nun im Regen stehen.
      Das mit der Umgehung von BASEL 2 hatte ich auch gelesen und die Hebelung der europäischen Banken ist wirklich erschreckend, aber hej: Papa Steinbrück hat gesagt, unser Bankensystem sei stabiler als in den pösen USA.

      Wenigstens kommt unsere Elite von ihrem Finanzchauvinismus weg, dass es keine europäische Lösung geben dürfe.

      Bis denn!

    85. Gruss schrieb am 16. Oktober 2008 at 23:20 - Permalink

      @ 82

      Recht hast Du (vielleicht). Vielleicht deshalb, weil so recht niemand auf der ganzen Welt absehen kann, was genau passiert bzw. was getan werden koennte, um die Krise moeglichst schnell zu beenden und das dazu noch “fair” oder zumindest im Einklang mit den wichtigsten Interessen.

      Siehe hier:
      http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28940/1.html
      http://www.boerse-online.de/tools/ftd/426773.html

      Gruss
      Gruss

    86. Danyel schrieb am 16. Oktober 2008 at 23:52 - Permalink

      Ich erstaune immer mehr, wie dumm doch die Linken diese “Finanzkrise” interpretieren, weil es völlig an der Wahrheit vorbei läuft. Ihr labbert nur noch um Kleinigkeiten, dabei ist das System insgesamt völlig im ARSCH. Sorry, aber ihr Dumpflabbertussen (einschließlich SP) habt nicht die geringste Ahnung!!! Diesen Unsinn wie hier lese ich überall!!!

      Ich hätte ja nur zu gerne, dass ihr Linksliberalen recht habt, aber schaut euch mal diesen Crash-Course an und sagt mir, dass ihr immer noch Recht habt. Sorry, aber ihr habt keine Ahnung!!! Ihr labbert nur reaktionäre Scheiße:
      http://www.chrismartenson.com/crash-course/chapter-1-three-beliefs

      Richtig interessant wird es erst später, also zuhören!

    87. Spiegelfechter schrieb am 17. Oktober 2008 at 00:07 - Permalink

      @danyel

      Wow! Welch hochintellektueller und tiefschürfender Beitrag … und dann auch noch diese geschliffene Rhetorik. Ich bin begeistert.

    88. equityshark schrieb am 17. Oktober 2008 at 11:50 - Permalink

      “Rund 2.000 Mrd. Euro werden weltweit in verschiedenen Rettungspaketen als gigantischer Risikoschirm über das darbende Finanzsystem ausgebreitet.”

      na da ist es doch wohl reiner Zufall, dass diese Summe in etwa dem entspricht, was die Banker an Provisionen und Boni für ihre Kunstprodukte bezogen haben:

      http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,583325-3,00.html

      “Von 2003 bis heute sind in den USA bei Hypothekenkrediten und davon abgeleiteten Produkten allein für Provisionen und Boni zwei Billionen US-Dollar gezahlt worden.”

    89. misterL schrieb am 17. Oktober 2008 at 16:41 - Permalink

      @equityshark #88

      Dann wissen wir ja, wer die Suppe auslöffelt. ;-)

      Nein, Ernst beiseite, es läßt sich nicht nachvollziehen, wer wann womit wieviel “verdient” (also erwettet) hat. Wirklich ärgerlich ist, das es von 2003 bis 2008 gebraucht hat, um in solchen Magazinen relisiert wird und viel wichtiger, das es diese Krise benötigt hat, um zumindest Zweifel zu bekommen.

      Mal gucken, wie nachhaltig begriffen wird dort im “Abseits” in den Etagen und Büros der Wirtschaft (besser Casinos) und der Politik (also dessen Türsteher, so sich als dessen im Endeffekt darstellen lassen müssen).

      (Der Beitrag war Sarkasmus, also nicht zornig werden. ;-))

    90. SD6 schrieb am 17. Oktober 2008 at 17:33 - Permalink

      Laut HaWe Sinn sind jetzt alle(!) Blasen geplatzt, meinte er zumindest eben im Illner-Chat.
      Desweiteren ist Sinn der Ansicht das Merkelchens Eigenkapitalspritzen von den Banken nicht angenommen werden weil unsere Management-Elite so verkommen ist das die NIEMALS eine Gehaltsbeschneidung auf lumpige 500k Euro/M akzeptieren und lieber die ganze Wirtschaft absaufen lassen als auf Teile ihres Gehalts zu verzichten.

      Aber der Markt oder besser der Mob wird das später schon alles Regeln?

    91. equityshark schrieb am 18. Oktober 2008 at 15:53 - Permalink

      kleine ergänzung zu #88
      http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,584916,00.html
      “Krisenbanker gönnen sich 70-Milliarden-Belohnung

      Wo kann man pokern, alles verlieren und trotzdem kassieren? In der Bankenwelt. Wie der “Guardian” berichtet, zahlen Wall-Street-Firmen ihren erfolglosen Managern noch einmal 70 Milliarden an Gehältern und Sonderprämien – bevor sie in Washington um Hilfe betteln.”

      der Sarkasmus der Realität ist nicht zu überbieten :-)

    92. Schwitzig schrieb am 18. Oktober 2008 at 18:32 - Permalink

      Übrigens: Der Steuerzahler darf noch nicht mal mehr erfahren, welcher Bank er sein Geld schenken muss:

      http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/der-kapitalismus-besiegt-den-staat/

      Wie gut, dass er die “taumelnden” Banken retten darf. Das ist wirklich wichtig für den Steuerzahler.
      Ich mache das im realen Leben auch so: Ich gebe mein Geld einem Treuhänder, damit er damit z.B. Hungernde unterstützt. Selbstverständlich bestehe ich darauf, dass der Treuhänder mir auf gar keinen Fall sagt, wen er mit meinem Geld unterstützt hat. Nein, ich verlange von dem Treuhänder, dass er von mir erwartet, dass ich ihm vertraue.
      Denn er hat es sich verdient, denn schließlich gebe ich ihm mein Geld. OK – ich muss das tun, weil er mir ansonsten mit seinem Schlägertrupp das Leben ruiniert – aber mein Vertrauen hat er selbstverständlich verdient.

    93. michael1366 schrieb am 18. Oktober 2008 at 19:18 - Permalink

      Ein weiterer guter Link zum Thema:

      http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/aus-nix-wird-nix/

      sehr schön beschrieben wie eine Blase nach der anderen platzt

    94. Schwitzig schrieb am 18. Oktober 2008 at 20:16 - Permalink

      @93 michael1366

      Ein weiterer guter Link zum Thema:

      taz.de/1/d…

      sehr schön beschrieben wie eine Blase nach der anderen platzt

      In der Tat. Der Artikel hat eine schöne Struktur und spiegelt etwas professioneller das wieder, was ich darüber denke. Und das in der “taz” – wer hätte das gedacht :-)

    95. michael1366 schrieb am 18. Oktober 2008 at 21:23 - Permalink

      @94 Schwitzig
      Immerhin deutet der Autor, der ja scheints kein gänzlich Unbeleckter der Materie ist, an, was uns noch bevorsteht.
      Über die Rolle der taz und anderer Einheitsmedien mache ich mir zur Zeit eh keine Illusionen mehr, die arbeiten ja durch die Bank fast nur nach in Orwell´schem “Neusprech”

    96. Schwitzig schrieb am 19. Oktober 2008 at 07:23 - Permalink

      Ist zwar ein “Video”, aber dennoch interessant zum sogenannten Weltgeldbetrug:

      http://de.youtube.com/watch?v=HIw5qdUFg6A

    97. Jörg schrieb am 19. Oktober 2008 at 15:29 - Permalink

      @Spiegelfechter:
      “Die ?offziellen? Zahlen der DTCC sprechen von 6 Mrd. US$ an CDS-Grantien, die im Rahmen der Lehman-Pleite gezogen werden. Deine Phantastilarden stehen damit in keinem Zusammenhang.”

      Nein. Die 6 Mrd. sind der open interest, der in der zweiten Phase des Abwicklungsverfahrens – der Auktion – zur Preisfindung diente. Der gefundene Preis wird nun auf die Gesamtsumme angewendet, deren Verteilung auf verschiedene Player bereits öffentlich dokumentiert ist und im ersten Prozessstadium – dem Meldeverfahren – ermittelt wurde. Die Gesamtsumme wird von den CDS-Experten von BNP Paribas mit ca. 270 Mrd. beziffert. Dieses Geld wird am 21. Oktober fließen. Aufgrund der im System gebunkerten Liquidität ist auch davon auszugehen, dass es diesmal wohl (noch) nicht zu einer Kettenreaktion kommt. Würde aber bspw. im Sommer nächsten Jahres GM Pleite machen – möglicherweise im Kontext einer leicht verbesserten Finanzierungssituation der Realwirtschaft im allgemeinen, damit einhergehend aber auch abgeschmolzener Liquiditätspolster im Bankensystem -, ist aufgrund der noch höheren involvierten Beträge – bei GM handelt es sich um ca. 1 Billion – anzunehmen, dass das Eintreten der befürchteten Kettenreaktion nicht mehr unwahrscheinlicher ist als ihr Ausbleiben.
      Ein GM-Bankrott wiederum würde wahrscheinlich, wenn sich der Trend des Ölpreises umkehren sollte. Letzteres könnten politische Akteure im Nahen Osten mit Abenteuerlust oder schlichten Fehlkalkulationen durchaus bewerkstelligen.

      Lafontaine hat einen großen politischen Fehler begangen, indem er das aktuelle Rettungspaket als unvermeidlich bezeichnete. Prof. Schui von der Linksfraktion hat bereits vor etlichen Monaten in der FR ein am schwedischen Modell orientiertes Konzept vorgelegt. Lafontaine hätte es offensiver als Alternativlösung vertreten müssen. Stattdessen erleben wir jetzt, dass der lange Zeit für die Linkspartei positive Trend sich umkehrt. Bereits in Bayern konnte sie nicht von der Desillusionierung über die Etablierten profitieren. Zwar ist der positive Forderungskatalog, den Lafontaine artikuliert, nach wie vor richtig. In der politischen Auseinandersetzung kommt es jedoch auch entscheidend darauf an, von den Medien nicht für Fehlentscheidungen mitverantwortlich gemacht werden zu können. Lafontaine fehlt es hier ganz klar am Teflon-Instinkt. Man kann sich natürlich immer sagen, dass man keine Wähler will, die die Linkspartei nun schlicht in den Reigen der Systemparteien einreihen, aber diese Attitüde hat schon in der Weimarer Republik nicht weitergeholfen.
      Die grotesken Äußerungen des SPD-Haushalts-Inexperten Carsten Schneider in der Bundestagsdebatte – die Banken müssten nun halt mal ein, zwei Jahre kürzer treten, bevor sie wieder mit 25% Eigenkapitalrendite rechnen könnten – sowie die Durchsetzung der Sprachregelung, Hartz IV sei ein “linkes Projekt” gewesen, innnerhalb der SPD – nach Müntefering und Clement haben mittlerweile Scholz und Lauterbach diese Orwell-Nummer vorgeführt – sind nur zwei von vielen Indizien, dass gegenwärtig nicht von einem Lernprozess unserer Eliten die Rede sein kann. Die deutsche Linke innerhalb und außerhalb der drei Parteien, in denen hierzulande Linke organisiert sind, steht vor einem Abwehrkampf. Hartz V – die Verweigerung der Kostenerstattung für das Einlegen von Rechtsmitteln gegen Hartz IV-Bescheide – liegt bereits auf dem Tisch. Nach der nächsten Bundestagswahl wäre dann der ideale Zeitpunkt für Hartz VI, ergänzt vielleicht durch ein Mobilisierungsprogramm zur Beschäftigung der deutschen Unterschicht im bewaffneten Brunnenbau am Hindukusch und in der NWFP.

      @Spiegelfechter:
      “US-Experten gehen von eine realistischen Bewertung von 75 bis 95% aus. Wenn der Staat diese Papiere also z.B. zu 65% des Nennwertes übernimmt, würde er sogar Gewinne machen – was keineswegs unrealistisch ist.”

      Da irrst Du Dich deutlich. Ich habe in Kalifornien umgebaute Doppelgaragen gesehen, die als Einfamilienhäuser angeboten wurden und in der Spitze über 300000 $ gekostet haben. Ein Korrespondent berichtet mir, dass sich der Preis mittlerweile gedrittelt hat. Es ist nicht einsichtig, warum er wieder steigen sollte. Entscheidend ist das Verhältnis des Medianeinkommens der lokalen Population zum Preis für Wohneigentum. Während dieser affordability index mancherorts in den USA – z. B. in Indianapolis – aussagt, dass für eine Familie mit Medianeinkommen 90% der Angebote finanzierbar sind, lag der Index in manchen Gegenden Kaliforniens bei unbeschreiblich lächerlichen 1,6% und hat sich keineswegs soweit erholt, dass von einer vollständigen Normalisierung die Rede sein könnte (bitte hierbei beachten, dass es nicht um Beverly Hills geht – dort sind die Villen sehr viel teurer, aber die Einkommen der Käufer proportional höher.) Die Aussagen der von Dir referenzierten Experten entstammen nicht der historischen Erfahrung, auf die die lateinische Wortwurzel des Begriffs “Experte” Bezug nimmt. Es sind – schlichter formuliert – Inexperten: Leute, die gutes Wetter herbeireden, weil ihre Erkenntnisse auf die unbestreitbare Einsicht beschränkt sind, dass Regen und Sonnenschein in der richtigen Mischung erstens für die Ernte gut und zweitens in der jüngeren Vergangenheit – dem Zeitraum, den ihre Biographie abdeckt – meist zuverlässig eingetreten sind.

      Noch eine Anmerkung zum Gebrauch des Systembegriffs: als IT´ler bin ich selbst anfällig für den Typ binärer Schematisierung, der Dir hier unterläuft. Nun, es gibt, wie Blair und Schröder durchaus richtig formulierten, einen dritten Weg. Dieser wurde in der Bundesrepublik ca. 50 Jahre lang beschritten. Dann kamen Etikettenschwindler, die einen massiven Angriff auf die Kombination von Marktwirtschaft und Sozialstaat – im keynesianischen Jargon gemeinhin als mixed economy bezeichnet – unternahmen, diesen Rückgriff auf das Modell des ersten Wegs aber rhetorisch kaschierten.

      Unter anderem als Ergebnis der Politik dieser Rattenfänger macht das “System” jetzt einen Phasenwechsel oder Gestaltwandel zum Korporatismus durch. Historisch ist der Korporatismus immer nur als Zwilling des Faschismus aufgetreten. Dies, denke ich, ist der Grund, warum Lafontaine in der Bundestagsdebatte von einer “Krise der Demokratie” sprach. Die gegenwärtige politisch-ökonomische Konfiguration ist hochgradig instabil und dürfte kaum länger als ein halbes Jahrzehnt konservierbar sein. Unsere Kräfte müssten sich jetzt darauf richten zu verhindern, dass wir den Grabstein dessen, was einst das bundesrepublikanische System war, als tonnenschwere Last auf den Buckel geladen bekommen. Was jetzt tanzt, sind die Verhältnisse – nicht die Menschen, die unter ihnen leiden.

    98. misterL schrieb am 30. Oktober 2008 at 08:24 - Permalink

      @SF

      Eine Fachfrage statt Kommentar. Dort http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:Neue-Bilanzregeln-Deutsche-Bank-rettet-sich-ins-Plus/432561.html ist zu lesen, dass die DB Dank einer Steuergutschrift von 400 und etwas Millionen nun Gewinn gemacht habe. Ist dieser Gewinn nun wiederum steuerpflichtig oder ein 100%-Geschenk von uns Steuerzahler an die DB?

    99. Spiegelfechter schrieb am 30. Oktober 2008 at 09:45 - Permalink

      @misterL

      Nein, der Gewinn vor Steuern beträgt 90 Mio. und dieser Gewinn mußte versteuert werden. Ich weiß nicht 100% wofür die DB eine Steuergutschrift erhalten hat, denke aber, dass das etwas mit der bereits gezahlten Steuersumme zu tun hat. Beträge, die man als Steuern abgeführt hat und die man zurückbekommt, sind natürlich nicht steuerpflichtig – denke da an Deinen Einkommenssteuerausgleich.


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