Wenn sich der Bock zum Gärtner macht
geschrieben am 20. Oktober 2008 von Spiegelfechter
Das Rettungspaket für die Finanzbranche steht und trat dieses Wochenende in Kraft. Was von der Politik rhetorisch als Rückkehr des starken Staates kommentiert wird, ist jedoch ein intransparentes Werk, das so auch aus der Feder der Finanzwirtschaft stammen könnte. Kein Wunder, der federführende Autor des Gesetzes gilt als Mann der Finanzbranche.
Am heutigen Morgen nimmt die Finanzmarktstabilisierungsanstalt (FSMA) ihre Arbeit auf. Sie ist mit satten staatlichen Mitteln in Höhe von 100 Mrd. Euro ausgestattet und soll den Finanzsektor in Deutschland vor dem Zusammenbruch retten. Dafür darf die FSMA Kreditbürgschaften in Höhe von bis zu 400 Mrd. Euro von deutschen Kreditinstituten übernehmen. Da man intern mit einer Ausfallquote von bis zu 5% kalkuliert, stehen der FSMA zur Vorsoge 20 Mrd. Euro aus dem Bundeshaushalt zur Verfügung. Die FSMA kann ferner Kapitalspritzen in Höhe von bis zu 80 Mrd. Euro vergeben, für die Stammaktien, stimmrechtslose Vorzugsaktien oder Genussscheine an die FSMA ausgegeben werden. Auf diese Art und Weise beteiligt sich der Staat an den Instituten, die diese Hilfe in Anspruch nehmen. Im Idealfall kann der Staat diese Beteiligungen wieder veräußern, wenn sich die Situation an den Finanzmärkten beruhigt hat. Im besten Falle könnte der Staat so von steigenden Aktienkursen der Institute profitieren, im schlimmsten Falle geht das Institut bankrott und der Staat sitzt auf wertlosen Papieren, die in keiner Art und Weise über eine gesonderte Sicherung verfügen, wie beispielsweise Schatzbriefe oder Sonderschuldverschreibungen. Aktien und Genussscheine sind Risikokapital ? ein Risiko, das in diesem Falle vom Steuerzahler getragen wird.
Bildnachweis: Bundesfinanzministerium
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Guter Artikel.
Etwas leicht OT.
Mich wundert in dem ganzen Zusammenhang immer wieder, dass auch auf kritischen Seiten zur Zeit immer wieder über Norbert Blüms ?Die Renten sind sicher? abgelästert wird. Ja meine Fresse, wer bietet denn “Riester-renten” an und wem wird denn gerade mit staatlichen Mitteln der Arsch gerettet? Wer also bezahlt letztendlich diese Leistungen? Und wer verstaatlicht/sozialisiert quasi das höhere Risiko/Rendite gerade?
Die Leute denken gerade mal von 12:00 bis Mittag, das ist erschreckend.
Deshalb traut sich auch ein “Vorzeigebanker” heute schon wieder Sprüche zu klopfen.
Der Staat handelt genauso wie bei der Wirtschaftskrise 1857:
“Um die Preise zu halten, und so die eigentliche Ursache des Unheils abzuwehren, mußte der Staat die Preise zahlen, die vor dem Ausbruch der Handelspanik galten, und Wechsel diskontieren, die nichts anderes mehr repräsentieren als ausländische Bankrotte. Mit anderen Worten, das Vermögen der gesamten Gesellschaft, welche die Regierung vertritt, hätte die Verluste der privaten Kapitalisten zu vergüten. Diese Art Kommunismus, wo die Gegenseitigkeit völlig einseitig ist, erscheint den europäischen Kapitalisten ziemlich anziehend.”
http://www.mlwerke.de/me/me12/me12_339.htm
http://www.jungewelt.de/2008/10-18/002.php
Um diese Misswirtschaft zu beenden, müssen die Kapitalisten enteignet werden. Entweder durch eine sozialistische Revolution oder Reformismus(siehe Allende).
OT: Ackermann reisst sein Maul auf:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,585023,00.html
In Sachen PR ist der Typ eine echte Katastrophe. Ist es möglich, dass er wirklich so hirnlos ist?
“Mir wird langsam Angst um dieses Land”
Diesem Satz von Herrn Ackermann stimme ich zu, allerdings aus einer anderen Warte.
Mir ist Angst um ein Land, in dem ständig – und immer stärker – gegen die “Unterschicht” gehetzt wird, z.B. indem ständig behauptet wird, wer nur wolle, der fände auch Arbeit. Stimmt, aber die reicht nicht zum Leben, so daß man weiter Stütze beziehen muß – und weiter als faules, arbeitsscheues Subjekt gehandelt wird.
Mir ist Angst um ein Land, in dem man immer mehr zum potentiellen Täter und auf einen bloßen Verdacht hin abkassiert wird. Siehe der völlig vergeigte Einsatz gegen die beiden jungen Männer, deren Fahndungsplakate einige Tage nach ihrer Freilassung immer noch an Bahnhöfen aushingen.
Mir ist Angst um ein Land, in dem sich Manager für ihre angebliche Leistung und ihre angeblichen Risiken das 300fache Gehalt eines Facharbeiters auszahlen (lassen). Daß ein großer Teil davon Boni sind – geschenkt.
Mir ist Angst um ein Land, in dem den kleinen Leuten gesagt wird, sie sollten mal auf ihren Urlaub verzichten.
Mir ist Angst um ein Land, in dem einem verkauft wird, die staatliche Rente (Umlageverfahren) sei zu teuer, daher müsse der Rentensatz gesenkt werden, während gleichzeitig (und einseitig!) dem Arbeitnehmer 4% vom Bruttogehalt als freiwillige Privatpflichtrente aufgedrückt werden sollen.
Für wie bescheuert halten die Manager und Politiker ihr Volk?
Mir ist Angst um ein Land, in dem die obigen Umstände anscheinend immer noch vom Großteil der Bevölkerung als “normal” und nicht weiter der Rede wert wahrgenommen werden.
Dagegen ist ein Bundespräsident in spe, der sich so äußert, überhaupt nicht der Rede wert.
@Herrn Ackermann.
Falls er hier lesen läßt oder gar selber liest: ;-)
1. Wir haben in D die solziale Marktwirtschaft, auch wenn das in den letzten Jahren nicht gerne so gesehen wird und seitens der Wirtschaft/Politik alles getan wird, diese abzuschaffen.
2. Bin ich alles Mögliche bloss kein Feind der sozialen Marktwirtschaft und schon gar nicht der Freiheit. (Gruss aus dem Rheinland. ;-)
3. Sie die Feinde der Freiheit dort zu finden, die diese Freiheit um des kurzfristigen Profites wegen lieber vor den Abgrund fahren. Sie sollten also ein paar Ihrer Kollegen und ggf. sich selber als solche anzeigen und von Verfassungsschutz beobachten lassen. Bei Feinden der Freiheit wird das üblicherweise gemacht. ;-)
Ich hoffe, die soziale Marktwirtschaft erholt sich wieder und entwickelt sich der Form, dass das Treiben von Wirtschaftsradikalen unmöglich wird
Leider wird im Artikel wieder suggeriert, dass es sich bei der IKB um eine staatliche Bank handelt. Der Staat hatte aber immer weniger als 50% Anteil. Das Sagen in der IKB hatte der Bund der deutschen Industrie.
Imho müsste in den Medien vielmehr darauf hingewiesen werden, wie sehr die Politik in die Entstehung dieser Krise verstrickt ist. Die Parteien der letzten beiden Regierungen (in D) haben die Deregulierung der Finanzmärkte massiv gefördert und voran getrieben. Die Möglichkeit von Kreditverbriefungen sowie weiterer “innovativer Finanzprodukte” wurde in Recht und Gesetz gegossen und ist als Regierungsziel auch im Koalitionsvertrag 2005 festgeschrieben. Und jetzt spielen sich diese Finanzlobbyisten als Retter vor den ach so bösen und gierigen Bankern auf? Letztens gab es immerhin einen guten PlusMinus-Beitrag in der ARD dazu:
http://de.youtube.com/watch?v=sv2qDCAAwjM
‘Der Zauberlehrling’ von Goethe liest sich in diesem Zusammenhang übrigens auch ganz amüsant. ;)
Gerade bei SPON gesehen: Herr Ackermann beharrt auf Renditevorgaben von 25%, ja, jubelt sogar darüber, wieviel besser es uns allen dank solch’ ambitionierter Ziele geht.
In der Realwirtschaft sind 10-15% Rendite drin, mehr nicht. Also kommen obige Renditen aus Risikogeschäften.
Herr Ackermann jubelt also den Scheiß, der uns jetzt trifft, hoch. Allein dafür hätte er Knast verdient, aber ich habe den Eindruck, daß er die größeren Zusammenhänge einfach nicht versteht. Mein Mitleid hat er.
@Roman
Du vergisst die “Magie” der Finanzmärkte. Die deutschen Banken haben eine Eigenkapitalquote von rund 6 bis 9%. Nehmen wir mal 10% – damit läßt sich leichter rechnen. Wenn ich nun 25% Rendite für das Eigenkapital haben will, heißt das nicht, dass ich 25% Rendite aufs Gesamtkapital erreichen muss – das Zauberwort heißt “Hebel”. Wenn man sich auf ein Teil Eigenkapital neun Teile Fremdkapital für 5% leiht und im Gesamtgeschäft 10% Rendite macht, sieht das folgendermaßen aus:
1 Teil Eigenkapital => 1,1 Teile Eigenkapital
9 Teile Fremdkapital => 9,9 Teile Fremdkapital
Wir haben also 1 Teil (100%) “Gewinn” gemacht. Wenn man nun die (5% Zinsen) 0,45 Teile Finanzierkosten abzieht hat man 0,65 Teile Eigenkapitalrendite, also 65%.
Der Haken bei der Sache ist … damit steigt natürlich auch das Risiko, was wir momentan mitbekommen.
Der zweite Haken ist … Investoren bevorzugen solche “Magiemodell” und wollen nicht mehr in normale Unternehmen investieren, die “nur” 5% EKRendite erwirtschaften. Wenn man in diese Unternehmen investieren will, dann über Hebelprodukte, womit wir bei den ABS-Papieren wären.
@SF
So als Gedankensplitter und Anregung. Was hälst Du davon ein paar Papierformen zu erklären und deren Bedeutung im heutigen Wirtschaftsleben darzustellen mit politischen Feedbacks zu aktuellen Lage auf dem Finanzierungsmarkt.
Als Anregung hierzu ein Link: http://www.maxblue.de/io/content/pdfs/LC_Anleihen_23_AssetBackedSecurities.pdf Ich vermute, Dir wäre der Award in Platin für die nächsten 2-3 Jahre sicher. ;-)
@Jens: Die Wirkungsweise ist mir durchaus vertraut ;-) (Nein, ich habe mit dem Rotz nichts zu tun, aber leider Betriebswirtschaftslehre studiert, da bekommt man so was mit …)
Du sagst es ja selbst: das hat die ganze Scheiße, die gerade herniederprasselt, erst ausgelöst.
Das muß jedem Menschen mit einigermaßen funktionierenden Denkprozessen klar sein.
@misterL
Eine gute Idee – da ich aber nicht aus dem Bankenwesen komme, wage ich nicht, die Bedeutung dieser Papiere im Bankenwesen immer 100% richtig einschätzen zu können. Wenn es hier einen Bankeninsider gibt, der die Artikel vor Veröffentlichung querlesen könnte … dann mache ich das. Bitte melde Dich ;-)
Aber.. aber… CDU und SPD, Grüne und CSU (FDP nicht) haben doch bereits aus der Krise gelernt! Kam doch im Fernsehen.
Und Steinbrück und Merkel haben doch immer schon gewarnt vor der Liberalisierung der Finanzmärkte! Eigentlich wollten sie das garnicht, aber sie mussten leider leider! Wegen der Globalisierung und weil Sozialromantik out ist und Friedman viel besser als Keynes! Und Marx gehört in die Mottenkiste!
Und… und, und diese Linkspartei ist doch total populistisch! Verspricht Dinge, die Milliarden kosten würden! Wo soll das Geld denn herkommen! Muss ja erst erwirtschaftet werden! Z.B. auf dem Finanzmarkt, mit innovativen Produkten!
Gibt nichts mehr zu verteilen! Die Kassen sind leer! (Spätestens jetzt jedenfalls.)
Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt! Besonders die Armen! Die Leistungsträger aber nicht. Wir müssen nun den Gürtel enger schnallen! Die Boni müssen aber schon bezahlt werden, damit sich Leistung auch weiterhin lohnt. Die Bahn muss auch privatisiert werden, weil… weil… na, sie muss eben!! Stand doch in der Zeitung, irgendwann. Merkel und Steinbrück wissen schon, was sie tun.
2009 – CDU und SPD! Denn sozial ist, was Arbeit schafft. Haareraufen und Kopfschütteln ist ja auch Arbeit. Irgendwie.
Glückauf!
@SF
Verstehe es nicht als Bewerbung. Ich komme nicht aus dem Bankenwesen. ;-)
http://www.faz.net/s/Rub09A305833E12405A808EF01024D15375/Doc~EB88A889239EC4F819B5E487E86749939~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Aber ich habe sofort begriffen, dass Banken an solchen Geschäftsmodellen festhalten wollen (werden).
Und plötzlich liebt man wieder das Kleingeld des Normalbürgers. Auch bei der Deutschen Bank AG. http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:Privatkunden-statt-Investmentbanking-Deutsche-Bank-greift-an/423788.html Wie war das noch damals, als man mit Bank24 den Privatkunden aufgeben wollte. Ich erinnere mich vage… ;-)
@3 Schwitzig
Sodann und Ackermann haben beide den Schuß nicht gehört. Was Sodann betreibt ist billiger Populismus – natürlich ist Ackermann ein Unsympath und jedem, der gegen ihn polemisiert ist Applaus sicher. Man muß aber festhalten, dass Ackermann nicht gegen geltende Gesetze verstößt. Aufgabe der Politik muß es sein, diese Gesetze zu machen bzw. zu verschärften. Darum(!) sollte sich Sodann kümmern und nicht um Personenschelte, die billigen Applaus einbringt. Man kann viel über Ackemann jammern, er ist und bleibt nur ein Bestandteil des Systems. Der Wolf frißt Lämmer, fein – das kann und darf man dem Wolf nicht anlasten. Wer die Lämmer schützen will, der schaffe sich einen Hund an, der kein Kumpan des Wolfes ist.
@7 Marktbeobachter
Yep, mich wundert die Chuzpe, mit der die Vertreter der Politik durch Talkshows tingeln und einen auf “Kapitalismuskritiker” machen und dabei auch noch den Beifall des uninformierten Publikums bekommen.
@SP
Der größte Hacken an deiner Rechnung ist: Woher kommen die Zinsen? Das hat mit Magie nämlich nichts zu tun, sondern mit Ausbeutung von Ländern, Menschen und Ressourcen und weiteren Krediten, um Zins und Zinseszins wieder zu tilgen, was wiederum zu weiteren Krediten und riskanteren Investments führen muss usw.
Die Geldmenge hat sich in den letzten 30 Jahren vervierzigfacht, die Gütermenge nur vervierfacht und 95% des Geldes besteht aus Krediten. Das Finanzsystem spielt ein Pyramidenspiel, bei dem am Ende alles zusammenbrechen muss und es nur wenige Gewinner gibt. Der Banktrott der Lehman-Bank war wahrscheinlich länger geplant um Europa die Zeche zahlen zu lassen. Am Schluss könnte eine Hyperinflation die gesamten Schulden der USA im Nichts verschwinden lassen, weil man diese mit ein paar Billionen-Dollar-Noten zurückzahlen kann, währen die Güter längst den Besitzer gewechselt haben.
http://www.zeit-fragen.ch/ausgaben/2007/nr36-vom-1092007/weltwaehrungssystem-dollarkrise/
http://www.teleboerse.de/992304.html
Netter Lösungsansatz, auch wenn auf Kosten der Währungsstabilität:
http://www.egon-w-kreutzer.de/Meinung/12742 LB Spiegel BankenUndGeldkrise.html
@SF #16
Jaein. Sodann ist als nicht Politprofi an der Stelle weniger bewußter Popoulist als viel eher moralische Instanz in gewisser Tradition zu seiner Rollenauslegung im Tatort. An sich wäre damit durchaus auf BP-Kurs, was die Berufsauslegung angeht, würde er sich dabei auf gültiges Recht berufen können. Weil er das nicht kann, hat diese Aussage durchaus gefährliche Züge. Lafontaine scheint das ja mit seinen populistischen Versuchen im Hinblick auf Managerhaftung in politische Inhalte zu formen. Dem also die Spitze zu nehmen.
Lieber Spiegelfechter, du schreibst:
Wo kann man doch gleich deinen Aufsatz aus dem Jahre 2006 nachlesen, in dem du vor Asset Backed Securities warnst, weil demnächst die beigemischten amerikanischen Hypotheken platzen würden? ;-)
Das Wetter in Deutschland: Freundlich und trocken !!!
Laut «Spiegel» hat der Schätzerkreis der Rentenversicherung ermittelt, dass die Altersbezüge zum 1. Juli 2009 um 2,75 Prozent steigen sollen.
Eine Rentenerhöhung 2009 um satte 2,75 Prozent, Jubel im Lager der Rentner!!!
Wenn alle Bilanzen & Leichen der Banken aus dem Keller heraus auf den Tisch geknallt werden, bleibt unseren Schirmherren der ?Instrumentebox? vermutlich nicht nur die Spucke weg. Sobald der erlauchte Kunde der Bank Wind davon kriegt, dass er sich die Zinsen, die ihm seine Bank auf seine Einlagen zahlt, künftig aus seinen eigenen Steuersäckel selber zahlen muss, ist Feierabend angesagt.
Süddeutsche: Hoher Schaden bei Sparkassen-Kunden erwartet
Die Verbraucherzentrale Hamburg rechnet mit etwa 10.000 Verbrauchern, die durch Berater der Hamburger Sparkasse (Haspa) inzwischen wohl wertlose Lehman-Zertifikate vermittelt bekommen haben.
Werbung von “LEHMAN BROTHERS”
»Where vision gets built« (»Wo die Vision entworfen wird«)
Verluste: mehr als acht Milliarden Dollar. Die viertgrößte Investmentbank der USA meldete Insolvenz an!!!
>>Wo kann man doch gleich deinen Aufsatz aus dem Jahre 2006 nachlesen, in dem du
>> vor Asset Backed Securities warnst, weil demnächst die beigemischten amerikanischen
>> Hypotheken platzen würden? ;-)
Das hätt auch auch gern gewußt :). Im nachhinein gibt es viele die gerne mal Kritik von sich geben. Dabei war die Immobilenbrachen analytisch gesehen eine sichere Anlage. Ein konstantes und stetiges wachstum findet man nur bei wenigen Handelsmärkten.
@18 Anindo
Ach watt – Zins spiegelt (bei Kreditaufnahme) den Mehrwert wieder. Wenn ich mir auf Kredit eine Marketingkampagne leiste und dann mehr verkaufe und mehr einnehme, kann ich den Kredit samt Zinsen zurückzahlen und habe im Normalfall noch Gewinn auf meiner Seite. Das Problem ist vielmehr der Hebel, der die reale Wertschöpfung von der Finanzrendite abkoppelt.
Kein Problem des Zinses, sondern des Hebels.
Nun, Ökonomie ist nicht so einfach, wie klein Fritzchen das sich so vorstellt.
@20 Karl Heinrich und 22 Roman
So alt ist der SF ja noch nicht ;-)
Aber in einem meiner ersten Artikel, aus dem Februar 2007, erwähnte ich bereits die Gefahr von Kreditderivaten in diesem Zusammenhang.
@SF
Wenn das so ist wie ich das interpretiere, dann sind bei diesen ABS-Teilen frü die Banken eigentlich zwei andere Dinge reizvoll. Sie sorgen dafür, das man wegen der Eigenkapitaldecke nicht mehr bei seinen Kreditvergaben ein zu engens Korsett hat und zum anderen stehen jene Darlehn nicht in den Bilanzen. Sie verschönern drastisch das Risiko einer Bank auf der einen Seite andererseits sorgen die Zinserträge für risikobefreite Bilanzgewinne in derem folgendem Bonisprudel das Managment herrlich plantschen kann.
Am I wrong?
Mich wundert garnichts mehr. Immer der selbe blöde Mist.
Hänschen Müller geht zur Bank, will 10tsd Euro um sichn neues Auto zu kaufen und nach kurzem Blick in die Schufaeinträge wird er fortgeschickt.
Hänschen Müller leiht sich von seiner Oma 10tsd Euro, gründet die HM Investment Bank Manhatten Inc, kauft sich nen schicken Anzug, geht mit den verbliebenen 1000 Euro zu einer Bank, sagt, er braucht 99tsd Euro für Blablabla20%Renditepapiere, kriegt sie, Bank kauft auch gleich noch welche – das ganze geht immer so weiter wie beim Pyramidenspiel – irgendwann bricht das Kartenhaus zusammen – statt der 100 Billionen sind nur noch 1 Billion da (der Rest war gepumpt bei Banken, die ihrerseits sich Geld gepumpt haben bei anderen Banken) und das Deseaster ist da. Banker und Broker verlieren ihre Jobs, Investoren ihr Geld, Banken ihr Vertrauen – nur Hänschen Müller – der fährt jetzt Rolls Royce, hat ein Appartment in New York, eine Villa in Beverly Hills, eine kleinere Südseeinselgruppe und lacht sich über die doofen Banker kaputt.
Als ich von dem “Rettungspaket” und dem Vertrauen gehört habe, das wiedergewonnen werden sollte, dachte ich an das Vertrauen der Bürger in Banken und Politik aber nein, darum ging es nicht, es ging darum, daß sich die Banken nicht mehr vertrauen. Wenn mir meine Bank nicht traut wegen eines dummen Schufa-Eintrages, hab ich halt Pech gehabt, traut meine Bank einer anderen nicht mehr, kriegt die 10mrd Zucker in den Hintern geblasen. Versteht das wer?
Ich nicht.
Meine Geduld mit Politik und Politikern in Deutschland ist vollends erschöpft, ich hoffe, daß sich viele MdB nach der nächsten Wahl einen richtigen Job suchen müssen – wenngleich für die Unfähigkeit gibts ja auch gleich wieder dicke Kohle.
Gute Nacht Deutschland
@misterL
Ganz richtig. Die Bank kann mehr Kredite zu “marktgerechten” Bedingungen vergeben und hat die Risiken ausgelagert. In der Theorie wurden durch die Bündelung die Risiken minimiert. Wenn ich mir die Schreiben von True Sale Int. so anschaue, dann klingt das alles auch sehr gut – nur ein Punkt wird verschwiegen. Wenn der Käufer dieser Risiken nicht mit seinem eigenen Kapital, sondern mit Krediten und einem hohen Hebel aus dem Bankensystem diese Papiere kauft, entsteht ein gewaltiges Systemrisiko. Auch wenn jedes einzelne der Papiere wirklich ein relativ geringes Risiko hat, so ist durch den Hebel bei einer systembedingten Erhöhung des Einzelrisikos (z.B. der Verfall der Immobpreise in den USA) ein Systemrisiko für das gesamte Segment und damit im Endeffekt auch für die Fremdkaptialgeber (eben die Banken) zu rechnen. Ich würde diese Finanzinstrumente mal “Schönwetteranlagen” nennen wollen – im Artikel vom Feb. 07 sprach ich von Volatiltät, die nun einkehrte und das schöne Wetter vertrieb.
@All
Spannend ist die Motivation von Basel II … : http://de.wikipedia.org/wiki/Basel_II#Motive
@SF #27
Ich kann mir nicht ernsthaft vorstellen, dass strategisch denkende und an sich kluge Köpfe in den Chefetagen der Banken die Langfristkonsequenzen nicht sahen, auch wenn sie nur von Quartal zu Quartal berichten müssen.
Hier geht es aber nicht um die Vorstellungen Klein-Fritzchens, sondern um die des renomierten Forstwirtschaftsprofessors Hamer!
Was zum schmunzeln…
Eine Oma steht mit einem Koffer in der Deutschen Bank am Schalter und der Mitarbeiter fragt, was er für sie tun kann. Sie antwortet: “Ich möchte ein Konto eröffnen und gleich Geld einzahlen, aber das mache ich nur mit dem Direktor der Deutschen Bank!”
Alles reden des Mitarbeiters nutzt nichts die Oma möchte den Direktor dafür haben. Der Mitarbeiter holt schließlich den Direktor und der fragt verwundert nach dem Grund. “Weil ich 10 Millionen in dem Koffer habe, und die zahle ich nur bei ihnen ein, und nicht bei einem normalen Mitarbeiter.” Der Direktor erledigt alle Formalitäten, nimmt die 10 Millionen entgegen und zahlt sie auf das neue Konto ein.
“Eine Frage hab ich aber noch” sagt er anschließend, “wie kommt eine Dame mit 85 Jahren an 10 Millionen?” “Das Geld hab ich mit Wetten gewonnen” “Wie? Mit Wetten?” fragt der Direktor verwundert. “Na ich hab hin und wieder gewettet und jedes Mal gewonnen” erwidert die Oma, “und mit ihnen kann ich auch eine Wette abschließen.” “Um was wollen sie mit mir wetten?” will der Direktor wissen. “Ich wette mit ihnen um 10.000 Euro, dass sie morgen früh um 10.00 Uhr eckige Eier haben!”
Nach einem kurzen hin und her lässt sich der Direktor auf die Wette ein. “Ich bringe aber morgen früh meinen Anwalt mit, damit der es sofort überprüfen kann und alles seine Richtigkeit hat” sagt die Oma noch bevor sie die Bank verlässt. Am nächsten Morgen kurz vor 10.00 Uhr: Der Direktor rennt zum dritten mal auf die Toilette und untersucht seine Eier. Alles Ok. Um 10.00 Uhr kommt die Oma mit ihrem Anwalt. “Na dann zeigen sie mal her ob die Eier eckig sind.” Der Direktor lässt seine Hosen runter. “Das reicht nicht” meint die Oma, “die Unterhosen auch!” Der Direktor steht textilfrei vor ihr, sie kniet sich hin und schaukelt seine Eier in der Hand. “Alles Ok” meint er, “die Wette hab ich gewonnen. Meine Eier sind nicht eckig. Das sollte ihr Anwalt nun bestätigen.”
Er dreht sich um und schaut zu dem Anwalt. Der steht in einer Ecke des Büros, haut ständig mit dem Kopf gegen die Wand und stammelt: “Das darf nicht wahr sein das gibts nicht ich werde wahnsinnig.” “Was ist denn mit ihnen los?” will der Direktor wissen. “Das kann ich ihnen sagen” kommt vom Anwalt zurück, “die Oma hat gestern mit mir um 100.000 Euro gewettet, dass heute um 10.00 Uhr der Direktor der Deutschen Bank nackt vor ihr steht und sie seine Eier in der Hand hält.”
:-))
Mlg
@leslie #30
:-)) was für ein Hebel…. *flöt* ;-))
@Anindo
Ich weiß nicht, aus welche Währung, welche Geldmenge und welche Güter du dich beziehst. Dies ergäbe ein jährliches Wachstum der Geldmenge von 13% und des Gütermarktes von 5%. Ich halte beide Zahlen für etwas hoch, zumindest für ein Industrieland. In den USA etwa betrug das Geldmengenwachstum (M3) in den letzten 30 Jahren eher so was wie 8% p.a., also eine Verzehnfachung.
Wenn man ein “Geldproblem” sehen möchte, dann eventuell dieses: den überproportionalen Anteil des M3/M2-Wachstums. Dieser Teil der Geldmenge hat sich in den letzten dreißig Jahren von weniger als 10% Anteil am M3 auf über ein Drittel gesteigert (das ist natürlich Wasser auf die Mühlen der Goldkernwährungsfanatiker, denn dieser Anstieg begann etwa zu dem Zeitpunkt, als die Goldsicherung des Dollar aus dem Reich der Märchen ins Reich der Vergangenheit geschickt wurde …)
Eine Finanz-Diktatur wird uns nun von der Politikerkaste als Rettungspaket verkauft.
Im Sinne des Volkes kann das nicht sein!
Richtig, Ackermann-Bashing ist in, gerade bei staatstragenden Politikern (von wegen Peter Sodann, der macht dagegen aus seinem Herzen keine Mördergrube!). Und die, die dem neoliberalen Dreck gesetzgeberisch den Weg geebnet haben, weisen nun jede Verantwortung von sich. Aber das ist bei solchen Leuten ohne Rückgrat wohl so üblich.
Merkel hat uns Unglück gebracht.
@SP (23)
Aber gesamtwirtschaftlich stammen die Einnahmen und Gewinne, vor allem der Banken, hauptsächlich aus Krediten, für die jetzt der Staat bürgen soll, obwohl das Ausmaß der Krise längst das Sozialprodukt der betroffenen Länder sprengt und die Nutznießer fein raus sind. Um mal Max Otte (“Der Crash kommt”, 2006) zu zitieren:
Das globale Finanzsystem ist mittlerweile ein komplexes Kartenhaus von Krediten auf vielen Ebenen, die beim besten Willen nicht mehr zurückgezahlt werden können. 2005 betrug allein das Volumen der Finanzderivate ? die der amerikanische Superinvestor Warren Buffet als “finanzielle Massenvernichtungswaffen” bezeichnet, fast das Fünffache des Weltsozialprodukts. Irgendwann wird die Masse der Schulden unter ihrem eigenen Gewicht zusammenbrechen.
Ich könnte jetzt neben Max Otte noch einige andere Namen nennen, die du als “klein Fritzchen” diskreditierst, weil du dir nicht vorstellen kannst, dass das Finanzsystem und damit die Wirtschaft systemimmanent kollabieren muss, wenn sich die Geldmenge unabhängig vom realen Sozialprodukt so vervielfacht hat wie in den letzten Jahrzehnten, und das vor allem auf Pump basiert. Die entstandenen Schulden haben nicht so inflationär gewirkt, so lange sich vor allem die virtuelle Geldmenge M3 in diesen Finanzderivaten verstecken konnte, deren Rendite wiederum auf Kredite basieren, damit Banken sich noch riskantere Derivate refinanzieren können, während Geldmenge M1 (also das “echte” Geld, was im Geldbeutel und auf dem Konto ist) seit Jahrzehnten selbst nominal stagniert und M2 schlicht nicht nachfragerelevant wirkt. Ob der Crash dank der Finanzspritzen erst 2010 passiert oder morgen ist die Frage und nicht, ob der Crash kommen wird. Die “kleinen Fritzchen” sehe ich da mehr in Diskussionsrunden von Anne Will und dem Rest der Mainstream-Medien. Georgien hast du toll vorhergesehen, aber was die Finanzkrise angeht, kann ich da auch nur tagespolitische Nachrichtenanalyse rauslesen, aber kein Wort zum Kern des Problems. Schade, aber man kann wohl nicht alles können.
Nehmt mal den Balken vor den Augen weg, oder stört dieser etwa beim Balken/Hebel schauen? Den Herrn sodann gleich als Populist zu beschimpfen (ja bei ihm kams von Herzen) zeugt von der Unfähigkeit selber noch mit dem Herzen zu denken.
@spiegelfechter:
Na , bist ja gegenüber deinem letzten Beitrag zur Finanzkrise deutlich kritischer geworden…
vermutlich wirst du noch kritischer werden;
unsere Banker werden mit aller ihnen zu Gebote stehenden Schlitzohrigkeit versuchen, sich die Milliarden unter den Nagel zu reißen, sie haben doch nichts anderes gelernt…
Wieviele Koffer voller Bargeld wurden im Rahmen der Krise schon auf Offshore- Konten verbracht und wieviele werden es noch sein?
In Finanzmarktkreisen rettet dieser Tage jeder für sich, was greifbar ist.
Die Finanzberater und Wirtschaftsanwälte werden schon Mittel und Wege finden, die Steuermilliarden zu guten Teilen auf private Konten umzuleiten.
Oder möchte jemand daran Zweifel anmelden?
genau: den mehrwert des geldes gegenüber der sach- & dienstleistung. genau das ist ja das problem.
@27 bestätigt die Rede von@34
Großes Fritzchen
Die neoliberale Saat “keimt” in Gestalt der Bankenkrise nicht nur, sie ist aufgegeangen und sie überwuchert und zerstört alles, was eine freiheitlich-demokratische Gessellschaft ausmacht. Die Saat ist das gefährlichste Unkraut, das menschlicher Irrsinn hervorbringen konnte.
Warren Buffett sprach in diesem Zusammenhang bekanntlich von Massenvernichtungswaffen (s. toxic waste bei SF) oder allgemein von der Kernschmelze des Finanzsystems. Der dabei erzeugte Fallout in Form verlorenen Vertrauens betrifft allerdings neben der Finanz- auch die Politindustrie, die keinen Deut besser ist.
Mit den politischen Maßnahmen ist Zeit gewonnen.
Der Offenbarungseid wird unweigerlich folgen.
Ein sowohl politisch als auch wirtschaftlich korruptes System kann man nicht retten.
Schulden kann man auf Dauer nicht mit Schulden bezahlen.
@lago
Die Geldmenge M3 wird von der FED schon länger nicht mehr veröffentlicht, aber sie steigt wohl ähnlich wie die des Euros, seit 2000 durchschnittlich über 10% und Anfang 2008 wohl bei 11,5%. Zahlen von gestern kannst du bei exponentiellem Wachstum ganz schnell vergessen und durch die “Rettungsmaßnahmen” wird es wohl noch viel mehr werden müssen. Man will ja bloß nichts platzen lassen, was platt gemacht gehört.
Zwischen Golddeckung und dem gegenwärtigem Pyramidensystem gibt es noch viele Möglichkeiten der Geldmengenerhöhung, die der Staat jahrzehntelang dem Finanzunwesen überlassen hat.
Natürlich haben wir eine enorme Inflation und was uns als “gefühlte Inflation” verkauft wird, ist in Wahrheit längst die echte. Hier hat es mal jemand nett erklärt und in Deutschland wird die Inflation spätestens 2004 ähnlich übel manipuliert. Auch das BIP besteht etwa zu einem Drittel aus obskuren Schätzungen. http://www.chrismartenson.com/crash-course/chapter-16-fuzzy-numbers
Selbst bei 11% im Moment komme ich für die letzten 30 Jahre maximal auf eine Verelffachung von M3. Wie kommst du auf Vervierzigfachung?
@Lago
Wie kommst du darauf? Basis ist immer das letzte Jahr und in 8 Jahren seit der Währungsunion hat sich die Geldmenge des Euros faktisch und mathematisch verdoppelt. In weiteren 22 Jahren wird sich die Geldmenge bei nur 10% Wachstum verzwanzigfachen im Vergleich zum erstem Jahr und 40 geht dann ganz schnell.
Schau dir mal den Crash Course an.
@SF
Das ist gut so. Aber da ich gerade am mosern bin: Worin genau besteht die Finanzkrisen-Wirkung der Steuerfreiheit von Veräußerungsgewinnen in Deutschland?
Nebenbei: Die ist im Rahmen der Steuerreform 1999/2000 eingeführt worden, und ist durchaus systemkohärent: Die Aufdeckung stiller Reserven wird beim Tochterunternehmen besteuert, nicht zugleich bei der Mutter, genauso wie die Ausschüttung von Dividenden.
Wie auch immer, nehmen wir an, ab 2000 wurden mehr Unternehmensanteile verkauft. Was ist das Ergebnis? Es ist steht jetzt eine höhere Summe in den Büchern als vorher. Gut, aber das ist doch reell. Der Käufer hat das ja gezahlt. Was hat das mit Blase zu tun?
Und wenn das eine Investment-Bank abgewickelt hat, das spricht doch nicht per se gegen deren Geschäftsmodell, oder?
Ehrlich gesagt, ähnlich sehe ich das mit den Riester-Verträgen. Das sind ja per Gesetz konservative Sachen. Worin liegt dabei die Blasen-Brisanz?
Ich hab manchmal das Gefühl, die Finanzkrise wird von vielen Leuten zum Anlass genommen, alles, was ihnen in den letzten Jahren nicht gepasst hat, mit einem “Siehste!” noch mal aufzuzählen.
Du schriebst:
Also von welcher Währung war denn nun die Rede: USD, EUR(?), Rubel?
1977, also etwa vor 30 Jahren, lag die Geldmenge M3 des USD bei etwa 1,3 Billionen USD. Derzeit liegt sie keinesfalls deutlich über 14 Billionen USD.
Den Dollar kannst du also schon mal nicht gemeint haben, denn dessen Geldmenge verhielt sich ja relativ gemäßigt.
Lesenswerter Artikel! Der Crash der Wirtschaft ist doch um vieles bedeutender, als der von J. Haider! ;)
@Lago
Das Buch von Otte habe ich auch gelesen, er schreibt: “Die Geldmenge der Welt hat sich in den letzten dreißig Jahren mehr als vervierzigfacht, die Gütermenge vervierfacht.” (Seite 22, 8. Auflage). Die Währung wird dann wohl Dollar sein. Exakte Zahlen kann da sicher keiner berechnen, dass sich die Finanzwirtschaft von der Realwirtschaft abgekoppelt hat, das hört und liest man aber mittlerweile mehrmals täglich. Wer will das noch bestreiten? Leute wie Ackermann sind Zocker mit Größenwahn. Er glaubt immer noch zu wissen, unter welchem Hütchen der Geldschein steckt.
Wie ist das denn nun mit dem heise Artikel ?
Wie kam es denn dazu ? Eine Ankündigung gab es ja auch nicht : o
Haben auch keine Korken geknallt ? xD …wo es den Spiegelfechter ja nun zum ersten Mal weit über seine Blog-Grenzen hinaus verschlagen hat.
Und wieso bin ich der einzige der sich da nun ein wenig wundert ? .-.
@Lago
Otte spricht aber von der Geldmenge der Welt (wie immer er das rechnet), aber die Kurve des USD tendiert doch sehr exponentiell in die Richtung http://en.wikipedia.org/wiki/Image:Currency_component_of_the_US_money_supply_1959-2007.gif und mit dem Euro ist es tendenziell nicht besser http://en.wikipedia.org/wiki/Image:Euro_money_supply_Sept_1998_-_Oct_2007.jpg
Solche Kurven stabilisieren sich nie. Entweder brechen sie schlagartig ab oder steigen ins Unermessliche. Entweder De- oder Inflation. Ich tendiere zu letzterem.
Auch ein interessanter Beitrag, der die Motive des Irakkriegs in ein anderes Licht rückt: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19603/1.html
@34 Anindo
Tut es das? Im Falle Island sicher, im Falle der OECD-Staaten wohl kaum.
Das Du diverse Namen in petto hast, glaube ich Dir gern ? alleine die Definition des Kollaps unterscheiden Dich, die Namen und mich.
Und? Das sich der Finanzkreislauf vom physischen Geld wegbewegt hat, ist weder neu, noch spektakulär.
Wer lesen und verstehen kann, der lese und verstehe. Dass Du es nicht verstehen willst, hat mehr mit der Rezeption ungarer Thesen auf diversen Internetseiten zu tun, als mit der Sachlage selbst.
@47 Anindo
Whatever Deine esoterischen Quellen so pflüstern – exponential ist dies nicht:
http://www.nowandfutures.com/key_stats.html
Aber egal – es geht ja kaum um die Sache, als mehr um die Show *kopfschüttel*
@Karl-Heinrich
Du kennst die Art und Weise, mit der PE-Fonds Unternehemsübernahmen händeln? Er geht hierbei auch um Hebel und um Kreditderivate, mit denen die Märkte gefüttert werden. Dies heißt den Run auf Kreditderivate etc. pp. an und ist ganz sicher kein Bestandteil ordentlicher hanseatischer Kaufmannskunst ;-)
Da lies Dir mal bitte diesen guten Artikel vom SPIEGEL durch – ja ja, auch die “Konkurrenz” kriegt mal ein Lob ab ;-)
Sie spülen Kapital in die Märkte, das zwar idT konservativ angelegt wird, aber dadurch andere Investoren in diesen (begrenzten) Bereichen verdrängt und in riskantere Anlagen treibt. Angebot und Nachfrage.
OK, das Gefühl habe ich idT auch, versuche mich da aber (so weit wie möglich) zurück zu halten.
@46 Kokiri
Das ist ja nun nicht mein erster Artikel für das Haus Heise ;-)
Auch der Standard, die ZEIT, der Kommersant und andere hatten schon das “Vergnügen” meine Text zu publizieren ;-)
@46: Weil es eben nicht das erste Mal ist? Und, mal ehrlich, Heise? Die nehmen doch jeden! ;)
@ SF 49:
Wieso? M3 long term ist doch offensichlich annähernd exponentiell, so wie es bei einer Geldmenge für eine relativ stetig wachsende Wirtschaft ja auch sein sollte.
Auf die ominöse ver40fachung der Geldmenge weltweit in den letzten 30 Jahren komme ich indes niemals. Außer vielleicht ich rechne 1 Dollar = 1 Rupie = 1 Rubel etc. pp.
@Lago
Nun ja, der Graph ist aber sehr gestaucht – der M3 Graph in der ersten Abbildung ist nicht exponentiell.
@42 Karl Heinrich
Das ist korrekt. Allerdings ist das “Siehste!” insbesondere nach den Erfahrungen mit dem Liberalismus 1923 bis 1929 völlig berechtigt und angebracht und es hat vor allem eine ethische Komponente.
Ich gehe mal von mir aus:
Ich habe seit jeher Angebote z.B. zur Riesterverarschung, Aktien etc. abgelehnt. Auch während der NE-Blase habe ich in erster Linie aus moralischen Überzeugungen darauf verzichtet mitzupokern, auch wenn ich wahrscheinlich einen guten Schnitt gemacht hätte. Geld hat nämlich keinerlei Wert, sondern repräsentiert lediglich Wert, womit die logische Konsequenz ist, dass es sich nicht vermehren kann, ohne entweder an anderen Stellen zu fehlen oder in der dem Wert gegenübergestellten Menge vermehrt zu werden, wodurch der einzelne Schein automatisch immer weniger Wert repräsentiert -> Inflation. Wenn dann noch Zinsen und Zinsen auf Gewinne durch Zinsen hinzukommen, hat man ein exponentielles Wachstum, was irgendwann korrigiert werden muss, da die Schubkarren zum Geldtransport zu klein werden. Die Verlierer dabei sind und waren immer diejenigen, die genügend Geld hatten und haben, dass sie es beiseite legen können oder in Sachwerte investieren könnten. Ein einfaches Beispiel: Wenn ein Warren Buffet(t) 50 Milliarden besitzt und die dem Sachwert 100 entsprechen, er aber für ein Leben in Saus und Braus nur den Sachwert 1 benötigt, stört es ihn nicht sonderlich, wenn seine 50 Milliarden plötzlich nur noch dem Sachwert 50 entsprechen. Derjenige, der keine Reserven hat, hat ein Verhältnis von 1 zu 1. Wenn seine finanzielle Potenz um 50% reduziert wird, heisst das ganz konkret, dass er nichts zu fressen hat.
Dieses System ist verwerflich und unethisch und wegen dem Wachstumsmoment zwangsläufig zum Vollcrash verdammt. Es führt durch Akkumulation immer zum Krieg und zur Vernichtung von Menschen und Produktion – spätestens, wenn die Abnehmer
sich die von ihnen selbst produzierten Produkte nicht mehr kaufen können. In kleinem Massstab zeichnet sich das bei unserer Binnenkonjunktur ab.
Die Blüten, die wir aktuell sehen, sind faszinierend aber nicht schön. Wenn ich z.B. über “Finanzprodukte” lese, fällt mir als erstes ein, dass es gar keine “Finanzprodukte” gibt.
Im Moment erleben wir die exponentielle Kurve der Geldakkumulation, die bei den Abgreifern bald in eine Übernahme von realen Sachwerten ausarten wird und dann zur Korrektur das Vernichtungsmoment heranziehen wird. Der Dreck schwimmt dabei in nicht spürbar abgeschwächter Form immer noch oben. Verlieren im realen Sinne werden ausschließlich die Unter- und Mittelschicht.
Widerlich. Ehrlich – meine Verachtung für Geldhändler existiert schon seit mindestens 20 Jahren und sie wird in ihrer Berechtigung immer wieder bestätigt. Ich habe und werde niemals jemanden respektieren, nur weil er reich ist. Ich werde immer die Frage stellen, wem das fehlt, was der Reiche zuviel hat.
@Karl Heinrich #42
Was spricht dagegen “Siehste” zu sagen, wenn es sachlich korrekt begründbar sein sollte? Nichts. Nur weil es länger gedauert, als man sich das eine oder andere vorgestellt hat war die damalige “paßt mir nicht” Haltung ja offensichtlich nicht völlig falsch.
Umgekehrt ist es vielleicht die Position deren, die sich schon immer alles lieber schönen reden am Ende der Entwicklung (so sie negativ war), um bloss nicht daran erinnert zu werden, dass man sich das Ganze einfach viel zu schön geredet hat. Wäre ja dann auch ein Fall für Verantwortung und deren Übernahme.
Ein Beispiel dazu das thematisch völlig OT ist zum Thread hier. Studiengebühren und deren Konsequenzen. Gestern wurde aus einer Studie zitiert, dass die Einführung der Studiengebühren dazu geführt hat, das Kinder aus sogenannten bildungsfernen Elternhäusern nun seltener studieren. Was für ein Wunder! Es war absehbar. Berlin braucht dafür eine Studie. Darf der “Prophet” der das voraussagte (was nun wirklich nicht schwierig war) deshalb jetzt nicht “siehste” sagen?
Hallo Leute, das mag jetzt leicht Offtopic sein, aber Schwitzig hat in 54. gemeint, dass Riester Verarsche wäre. Jens schimpft auch gern über die “Goldbugs”, die auf Edelmetalle als Anlage schwören.
Was aber empfiehlt Ihr, wenn es um die Altersvorsorge geht (mir reicht eine Empfehlung in einem kurzen Satz)? Ich bin Freiberufler, und mir wurde von der Verbraucherzentrale die Rürup Basisrente empfohlen. Ist das was Seriöses, oder würdet Ihr das auch als Verarsche und Ausbeutung brandmarken? Und wegen irgendwelcher Spekulationen verlieren will ich meine Ersparnisse ja auch nicht.
Nochmal zu den Hebelsätzen, 10 ist ein utopisch zu niedriger Wert, die Deutsche Bank schafft auch über 50(31.12.2007 52,5) Das heißt der Eigenkapitalanteil liegt bei 1.9%! Die Ursache dafür dürfte u.a. in Joes Forderung nach 25% Eigenkapitalrendite liegen. Sie ist aber nicht allein. Wenn da was größeres platzt, gibt es eine Kettenreaktion.
siehe auch http://www.jjahnke.net/index_files/03773.gif
@SP (49, 53)
Die Long-Term-M3-Kurven aber schon und auf die kommt es an. Wie gesagt, bei 10% Geldmengenwachstum pro Jahr hat man nach 10 Jahren erst den Faktor 2,6 erreicht, nach 20 Jahren liegt der bei 6,7 und nach 50 Jahren sollte man besser 117 mal mehr Geld und Waren haben. Das ist die Tücke des Zinseszins.
Meine esoterischen Quellen berufen sich mehr auf Mathematik als Magie und keine behauptet, die Finanzblase alleine bringt den Crash. Es müssen schon mehrere Krisen zusammenkommen, was ja momentan passiert und sich in den nächsten Jahren akkumuliert. Selbst sueddeutsche.de malt heute ein düsteres Zukunftsszenarios http://www.sueddeutsche.de/,tt4m1/kultur/902/314798/text/ . Optimistisch zu sein und Vertrauen in die Märkte zu haben scheint auf lange Sicht esoterischer.
@Netzbummler
Das überlasse mal lieber einem guten Berater in einer Bank. Die “optimale” Anlage fürs Alter gibt es ebenso wenig, wie die optimale Schuhgröße. Es kommt auf viele Faktoren an – Steuerlast, Föderbarkeit, Risikopräferenz, Struktur der Besitztümer (z.B. Immobilien), familiäre Situtation etc. pp.
Was Riester und Gold angeht: Riester kann für einen Sparer sehr wohl sinnvoll sein, da er ja vom Staat subventioniert wird. Es ist allerdings unflexibel und für viele Sparer (die nicht so sehr von den Förderungen profitieren) nicht unbedingt die beste Wahl. Gesamtwirtschaftlich ist es eine Katastrophe – aber das kann Dir als Anleger egal sein. Gold ist eine Anlageform, die man ruhig als kleinen Anteil (5-10%) in seinem Portfolio haben kann, aber als Risikoanlage und nicht als sichere Bank. Gold ist höchst volatil und ganz sicher nicht die risikofreie Anlage, als die es von den Goldbugs vergöttert wird. Wer seine komplette Altersvorsorge auf Gold setzt, ist ein ähnlich verwegener Zocker, wie derjenige, der zu 100% in Rohstoffaktien oder Zertifikate geht. Wer das will, der kann dies machen, muß(!) sich aber im Klaren sein, dass er auch Geld verlieren kann. Nur weil bei Gold ein Totalverlust schwer vorstellbar ist, heißt dies nicht, dass Verluste von 30 bis 60 Prozent nicht vorstellbar wären.
Als neutrale Richtschnur würde ich ein Pyramidenmodell vorschlagen (hat nichts mit einem Pyramidenspiel zu tun). 60% mündelsichere festverzinsliche Papiere, von Schludnern mit erstklassiger Bonität (z.B. deutsche Staatsanleihen in Euro). 30% in festverzinslichen Papieren mit etwas höherer Rendite – das kann auch über einen Fonds gehändelt werden. Da gibt es verschiedene Modelle, von denen viele auch als vermögenswirksame Leistung vom Arbeitgeber unterstützt werden – was für Dich als Freiberufler aber weniger interessant ist. Die verbleibenden 10% kann man ferner in riskantere Papiere, wie z.B. Aktien oder Aktienfonds stecken. Auch in diesem 10% Bereich sollte ein Pyramidenmodell vorherrschen – also im Idealfall 6% solide “Blue Chips”, 3% renditeorientierte Aktien (z.B. Rohstoff oder Emerging Markets) und nur 1% Risikopapiere. Statt Aktien, kann man auch gerne Gold in diesem Risikobereich mit aufnehmen. Aber auch nur in diesem Bereich, nicht in die sicheren oder besser risikoarmen Anlagen.
Dies ist ein theoretisches Modell, das nicht auf die o.g. Faktoren eingeht. Wer gerne ein Polster haben würde, an das er ständig herankommt, ohne mit Verlust verkaufen zu müssen, sollte beispielsweise auch ein Tagegeldkonto in Betracht ziehen. Lass Dich da besser von einem Fachmann beraten, dem Dein persönliches Umfeld bekannt ist.
@Profis.
Kann mir mal jemand die Geldmengen eMs kurz und knapp und dennoch richtig präzise erklären?
Danke!!!
@Corax: Sie haben völlig recht.
Die breit gestreute Kampagne gegen Blüm war Teil der Kampagne gegen die gesetzliche Rente. Wie sollte die Versicherungsloby – ohne Blüm und seine Aussage zu diskreditieren – die angebliche Notwendigkeit von privater “Vorsorge” in den Köpfen der Menschen “implementieren?
Man kann – gerade aktuell – sehen das Blüm schlicht recht hatte. Natürlich sind die gesetzlichen Renten sicher. Vergleicht man (nur so als Beispiel) mal wie viel Geld die privaten Rentenfonds in den USA gerade verbrannt haben, kann man IMHO zu keinem anderen Ergebnis kommen. Und Blüm hat ja exakt in dem Spannungsfeld private / gesetzliche Renten in der Diskussion mit Riester (zu finden u.a. auf den Nachdenkseiten) diesen und seine Argumentationskette in der Luft zerrissen.
Naja und die aktuell viel zu geringen Zuwachsraten bei der Rente haben wir – welch Zufall – eben diesem Herrn Riester zu verdanken, der – allein in 2007 – mit MINDESTENS über einer Viertel Million Euro von der Versicherungswirtschaft gesponsort wird. ein Schelm der Böses dabei denkt.
Das dies auf “kritischen” Websites in aller Regel nicht gesehen wird, dürfte an der prinzipiellen Gegnerschaft zu Mitgliedern der Regierung des Bimbeskanzlers liegen. anders kann ichs mir zumindest nicht erklären.
@misterL: Als Einstieg eignet sich http://de.wikipedia.org/wiki/Geldmenge, das war aber jetzt einfach. ;-)
@whamburg
*g*
Da bist Du mir knapp zuvorgekommen – ich hatte den Wiki-Link auch schon rausgesucht ;-)
Zwei Dumme, ein Gedanke … oder auf uns bezogen … great minds think alike *lol*
@Grosse Geister ;-))
Schönen Dank, aber ich finde in dieser Grafik zB die aktuelle Finanzkrise als Geldmengenteil von M1, M2 oder M3 nicht wirklich wieder. http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Geldmengen.jpg. Worin stecken all die komplexen Zertfikate, ABS-Papiere u.d.g.m.?
Die Finanzbranche hat schwere Fehler gemacht und muss neu reguliert werden.
Trotzdem sind auch die Medien in der Verantwortung.
Sie steigern die Krisenangst durch ihre exzessive Berichterstattung und der Jagd nach neuen Superlativen für den Medienstar “Die Finanzkrise”.
Jede noch so kleine schlechte Nachricht wird zur “Breaking News”, gute Nachrichten, wie sinkende Arbeitslosenzahlen, sind ?unsexy? und werden nur am Rand erwähnt.
Dies ist gefährlich für uns alle!
Die ganze Wirtschaft hängt von den Banken ab und deren Geschäft basiert auf Vertrauen.
Das Vertrauen aber, ist bereits genug beschädigt und braucht keine Weltuntergangsrhetorik. Im Interesse aller sollten die Medien ihre einseitige Berichterstattung einschränken.
@50 SF
Klar, kenn ich. Die Heuschrecken wurden angelockt wegen der massiven Unterbewertung traditioneller deutscher Unternehmen. Übrigens ist dagegen auch nicht im Prinzip etwas zu sagen. Denn dadurch wird Kapital ausgebuddelt, das anderswo investiert werden kann.
Dass das Bootstrapping Nachfrage auf dem Kreditmarkt schafft – klar ist das so. Und damit wird es von den dortigen Refinanzierungsrisiken betroffen, auch klar. Bloß, ob Deutschland da steuerlich eine besondere Stellung einnimmt? In dem von dir genannten Artikel steht jedenfalls davon nichts. Naja, vielleicht hast du recht und es spielt eine gewisse Rolle.
@misterL
Bei den Zertifikaten ist das nicht so einfach, da sie unterschiedliche Formen haben – dennoch dürften sie größtenteils in der M3 liegen. Die ABCP sind Geldmarktpapiere, als Teil der M3.
@Klaus Breuer #65
Ja, die Medien sind in der Verantwortung. Sie müssen endlich damit anfangen, sofern sie journalistisches Programm machen, die Bevölkerung aufzuklären, die Hintergründe zu nennen, die Folgen zu erklären, die Verantwortlichen zu stellen und nach ihrer Verantwortung ihren Konsequenzen zu löchern. Zudem haben sie die Aufgabe Macht (also Wirtschaft und Politik) endlich wieder mit Abstand zu begleiten, als ihnen devot zu folgen oder kommentarlose Sendezeit zu schenken.
Nein, es braucht keine neuen Superlative damit die Krise ständig ohne realen Inhalt stärker kocht. Die Fachblätter und Internetauftritte selber sind es, die aus einem 1 EuroCent an Veränderungen eine sprachliche Botschaft machen, als wäre es die Götterdämmerung, die da gerade passiert. Das machen sie aber nicht erste seit der Finanzkrise. Das machen sie schon immer.
Allerdings, hört die Krise nicht auf Krise zu sein, weil man sie tot schweigt.
@56 Netzbummler
Je höher der individuelle Steuersatz, desto mehr lohnt sich das (wegen “Sonderausgabe”). Siehe hier.
@65 Klaus Breuer
Im Kern gebe ich Dir recht – eine distanzierte und fundierte Berichterstattung ist von Nöten. Das heißt aber nicht, dass die Medien sich nun sämtlicher Kritik an der Deregulierung enthalten sollten. Es ist natürlich verwunderlich, wenn die WELT und die FAZ sich in diesen Wochen so lesen, wie das Neue Deutschland oder die Junge Welt. Auch die Medien haben eine Verantwortung – wer die Apokalypse herbeischreibt, kann eine selbsterfüllende Prophezeiung auslösen und damit ist niemanden gedient.
@54 Schwitzig
Eben, jeder sollte die Freiheit haben, diese Dinge nach Gutdünken selber zu regeln. Wobei das natürlich auch immer eine gewisse Informiertheit voraussetzt.
@Grosse Geister ;-))
Dann machen wir mal einen Kurz-Lehrgang. ;-) Wenn ich bei http://de.wikipedia.org/wiki/Geldmenge#Quantit.C3.A4tsgleichung ein Produkt nehme und dieses Produkt sei ein Haus mit einem Wert P-01 auf dem eine Hypothek lastet mit dem Wert P-01 N. Dieses Produkt fliesst nun in ein ABS-Papier (W-01) ein sagen wir zu 10% mit 10 anderen gleicher Art und wird als Wertpapier nun von Bank A an Bank B verkauft.
Wie erhöht sich nun die Geldmenge M3 real, wenn ich (Narr) davon ausgehe, dass zu einem Geldmengenwachstum im Hintergrund irgendwo in der Welt dazu passend ein eher physikalisch greifbarer Gegenwert adäquat mitsteigt (also der Wrt von P-01)? Steigt die Geldmenge M3 auch alleine dadurch an, dass Bank B das Papier W-01 an Bank C verkauft und welche Erwartungshaltung an die Wertsteigerung von P-01 steckt dahinter, wenn ich ein mit Hypotheken an sich schon über Wert bewertetes Objekt über zusätzlich Verkauf in Form von eines Wertpapieres W-01 an sich belaste?
Steigt das wirklich eine Geldmenge M3 an oder ist das nur die Phantasie davon, dass sie einst so gestiegen sein dürfte, wenn man zum Zeitpunkt T-01 Delta seinen Gewinn realisieren dürtfe?
Hier ist ein interessantes Interview zur Berichterstattung über die Finanzkrise:
http://www.manager-magazin.de/it/artikel/0,2828,584474,00.html
@70 Spiegelfechter:
Sie sprechen genau meine Angst an. Die Dynamik der selbsterfüllenden Prophezeiung greift nun mal sehr stark im Bereich der Finanzwirtschaft.
“So kann eine ‘falsche’ Prognose (etwa: ‘Morgen geht die XYZ-Bank pleite!’) dazu führen, dass die vollkommen solide XYZ-Bank durch einen jähen Abzug aller Gelder ihrer Gläubiger insolvent wird.” (Wikipedia)
Es geht ja nicht um hochkomplizierte Börsen-Finanzprodukte sondern um das Basis-Geschäftsmodell der Banken.
Im Prinzip bekommt die Finanzwirtschaft die Quittung dafür, dass sie sich immer weiter von diesem entfernt hat. Doch es geht nicht nur um das Wohl der Banken, die jede Schelte verdient haben, sondern um die gesamte Wirtschaft und jeden einzelnen Arbeitsplatz.
@Klaus Breuer #73
Naja, es ist halt eine Zustandsbeschreibung der Medienlandschaft über eine singular auftretende Geschichte vergleichbar mit der Berichterstattung über die Vogelpest oder ein bevorstehendes Meteoriteneinschlages. Nichts neues und danach geht es an sich weiter wie bisher. Klimavorhersagen mit ihren Konsquenzen kann man ja getrost ihn die Zukunft schieben, also nach 22:45 Uhr. Da brauchts dann auch keinen roten Ticker. ;-)
Die Unterschiede sind: das die Finanzwirtschaft dem Untergang geweiht scheint, würde man ihr nicht radikal und sofort helfen. Dieser Untergang die Realwirtschaft mitreissen und wenn ich dann des morgen aus dem Haus gehe stecke ich im selben Stau wie vor der Finanzkrise, die an sich den Untergang bedeutet (bei FTD und Co). Gleichzeitig erlebt man eine Politik, die angesichts roter Ticker kaum aus den Puschen kommt mit einer Hektik, die für Deutsche Politikerleber eher ungewöhnliche ist. Die Zahlen Dimensionen sind deratig gross, dass sie nicht faßbar sind und gleichzeitg wird vermittelt, dass der Durchschnittsbänker Produkte verkaufte, die er selber nicht begriffen hat. In China fällt nicht wie gewöhnlich ein Sack Reis um, sondern (angeblich) laut ftd.de und/oder Spiegel stehen bei gut 9% Wachstum die ersten Werksschleissungen an. Island, die Ukraine und nun Pakistan bitten vor dem Staatsbankrott den IWF um Hilfe und ich stehe morgens immer noch im selben Stau. Der noch nicht bemerken konnte, es hat auch was mit ihm zu tun, fragt sich ist das alles real oder doch nur Medien-Hype und der bereits Kohle verloren hat fragt sich wem vertraue ich noch. Gleichzeitig entsagen sich die “Gestalter” der Finanzkrise jeder medialen Präsenz, die mehr ist als ein Zeitungsinterview.
Nun kommst Du und meinst, man solle die Finanzkrise völlig sachlich eindimensional (isoliert?) den wirklichen Fachleuten überlassen, auf das keiner etwas mitbekommt und sich das Ganze nicht selbst noch beschleunigt.
Mit Verlaub, bei all den angebotenen Zusammenhängen (auch durch die Wirtschaftsfachpresse) überall (sachlich wie räumlich) geht das nicht (mehr) und wäre, wenn es die Auswirkungen am Ende mehr oder weniger real an welcher Stelle auch immer haben sollte auch nicht wünschenswert. Nach einem Crash aus zuviel Gier sollte es keinen 2. Versuch geben, nur weil man die Ursachen unter dem Teppich gekehrt hat.
@misterL
ohne Gewähr auf Richtigkeit:
In diesem Schritt erhöht sich die Geldmenge gar nicht, vorrausgesetzt, der Käufer agiert zu 100% mit Eigenkapital. Das ist in der Realität aber nicht so. Der Käufer leiht sich Teile des Geldes und dadurch steigt die Geldmenge – in diesem Falle M3, über Verbindlichkeiten gg.über den Geschäftsbanken und letztlich als Repoverbindlichkeiten gg-über der EZB.
Dem ist nicht so ;-)
Nein
Du stellst Fragen ;-)
@SF #76
Du stellst Fragen ;-)
Gib Dir bei den Antworten mehr Mühe, dann muss ich so blöde Fragen stellen. ;-))
Dem ist nicht so ;-)
Wächst Geld an Bäumen und wird so mehr? Dann wäre man ja fast bei Arthur Dents Ur-Gesellschaft der Erde. ;-))
Der Käufer leiht sich Teile des Geldes und dadurch steigt die Geldmenge – in diesem Falle M3, über Verbindlichkeiten gg.über den Geschäftsbanken und letztlich als Repoverbindlichkeiten gg-über der EZB.
Das heisst auf Informatiker-Deutsch was??? ;-)) Nein andersrum. Irgendein M bzw. dessen Gegenwert in Produktform (oder Dienstleistung) muss am Ende steigen, damit es die Steigerungen bei M3 (Zinsen) gerechtfertigt. Ansonsten wächst Geld in der Tat an Bäumen. Wo finde ich die? ;-))
@misterL
Das mit der Geldmenge wird hier eigentlich recht amüsant erklärt und nein, Geld wächst nicht aus den Bäumen, sondern aus den Banken
http://video.google.de/videoplay?docid=6433985877267580603
Das kann man auch etwas ausführlicher in “Der Crash kommt” von Max Otte nachlesen oder diversen anderen Quellen.
Auch lustig: http://www.youtube.com/watch?v=9BrLrwbkQWQ
@77 misterL
Du hörst Dich ja an, wie meine Ex *lol*
Nein, Geld entsteht über Schulden. Wenn ich Dir Deine Hypothek mit meinem eigenen Geld abkaufe, steigt die Geldmenge nicht. Wenn ich mir die Hälfte von der Bank leihe, steigt die Geldmenge. Vereinfacht gesagt, steigt die Geldmenge dann um Hypothek durch zwei. Aber so einfach ist das nicht, da ich kein Geld von der EZB bekomme und die Banken da auch noch mitspielen. Wenn die Banken nun meinen Kredit auch noch weiterverkaufen, steigt (wenn jemand diesen Kredit auf Kredit kauft) die Geldmenge durch unsere kleine Transaktion noch weiter. Geld wächst nicht auf Bäumen … aber fast ;-)
Geld entsteht natürlich nicht im luftleeren Raum, sondern es ist gegengesichert. In der Realität bekomme ich nur dann Kredit (um Deine Hypothek zu kaufen), wenn ich selbst kreditwürdig bin – meine Hausbank verlangt da Sicherheiten. Das Problem im großen Spiel ist es, dass diese Sicherheiten “falsch” bewertet wurden, bzw. über Querverbindungen mit dem Ausfallrisiko des Papieres, das von dem Kredit gekaut werden soll, zusammenhängen.
@Anindo
Lass es bitte! Ich weiß nicht, wie oft diese unsinnigen Filmchen hier und anderswo gepostet wurden/werden. Beim nächsten mal, fliegen die Beiträge in den Mülleimer.
@Jens #16, 24
Wie wär’s denn damit: Aufgabe der Politik muß es sein, diese Gesetze zu machen bzw. zu verschärfen und für die Anwendung der Gesetze zu sorgen.?
Klasse! Deshalb hast Du ja auch ‘n paar treue Leser! ;-) Ehrlich: In puncto Finanzkrise bist Du schon (für mich) ‘ne Instanz. Weiter so!
Was mich von Anfang an getroffen hat wie ein Blitz, sind diese Zweckgesellschaften und das Auslagern von Risiken in diese. Dat iss doch nix anderes als Bilanzfrisur! Denn wenn diese Risiken dort platzen und dann auf die Banken zurückschlagen – wie jetzt geschehen – dann sind das doch erst recht Risiken frei nach G. Stein: “Risiken sind Risiken sind Riskien” … und wenn man die 10 m tiefer vergräbt (oder bündelt oder, oder …) sind’s immer noch Risiken! Wenn ich jetzt noch ‘mal oben anschließe: Wie ist das rechtlich? Kann man da keine bestehenden Gesetze anwenden und den Jungs vor’s Schienbein treten? Oder steht in den Deregulierungsgesetzen der letzten Jahre explizit drin “Bilanzen sind wie Taxen – eben Faxen!” schreibt rein, was ihr drin haben wollt, lasst raus (lagert aus) was ihr nicht drin haben wollt, und immer dran denken: “Die Bilanz ist der Kopf des Unternehmens, man kann ihn frisieren!”
Zum dritten Mal zurück zur Frage: Wie ist das mit der Zulässigkeit der Auslagerung von Risiken über Zweckgesellschaften? Mit der Bilanz neben der Bilanz? Wat hab’ ich da überhört?
Btw.: Hier wird häufig – und gerade in den Kommentaren – Intelligenz, Verstand und so’n Zeug beschworen: Na ja, Schönsprech, Illusion, Wunschdenken: Wenn’s dat gäb’ – Verstand, Intelligenz, Vernunft, Empathie usw. – gäb’s die Probleme nich! :-) Doch leider: Menschen sind halt anders …
@Schwitzig
Deine #54 gefällt mir sehr. Wenn Du noch schlüssig liefern könntest: und warum handeln Menschen trotzdem so, wie sie handeln? würdest Du mir viele Kopfschmerzen ersparen! Oder iss dat nur weil Menschen halt anders sind … :-) ?
@ misterL #68
Uiuiui, dat tun’se doch,
das Volkdie Bevölkerung muss “nur” das Panorama & Co. überlesen und aus dem Interessenfokus streichen und sich statt dessen auf den Politik- und den Wirtschaftsteil konzentrieren, die “richtigen” Medien konsumieren und – z. B. SF :-) – und sich von “panem et circenses” fern halten (weitgehend – ‘n bisschen gehört zum Leben dazu)! Ich bin bei Dir (!), aber Wer will das Wie durchsetzen!? Denn: Doch leider, Menschen funktionieren nich so …Beste Grüße
Vogel
@SP
Wenn die Filme so unsinnig sind (ich habe die Links übrigens noch nie irgendwo gesehen, sondern von einem Freund bekommen), warum passiert genau das, was da schon länger zu sehen ist?
Die Geschichte vom Goldschmied steht übrigens auch im Otte-Buch etwas ausführlicher, aber prinzipiell das Selbe. Die Statistiken zur Geldmenge sprechen auch für sich. Von dir lese ich dagegen keinerlei Argumentation. Wenn ich persönlich angegriffen werde statt mit Fakten konfrontiert, liege ich fast immer richtig.
Was unser Geld wirklich Wert ist, macht diese Grafik http://www.jjahnke.net/index_files/03035.gif deutlich. Die Finanzwirtschaft ist von der “realen” Wirtschaft abgehoben. Geld arbeitet eben doch nicht! Ist es Zeit für eine Art weltweite Tobinsteuer( http://de.wikipedia.org/wiki/Tobin-Steuer )? Dann wäre der Zauber schlagartig aus. Es müssen ja nicht gleich 50%(Glücksspielsteuer) sein. ;-)
So jetzt noch die Quelle(hatte mich da heute schon mal bedient): http://www.jjahnke.net/index.html
Dort findet man noch viele weitere und gut aufbereitete Daten. Danke an JJ(http://www.jjahnke.net/impressum.html)
@Anindo
Amen! Ich habe aufgehört gegen diesen Unfug zu argumentieren – das hat mich bereits nur in diesem Blog zig Stunden gekostet, die auch besser verbringen kann. Wenn Du meinst, Du lägest richtig – bitte, das sei Dir gegönnt.
p.s.: Ich greife Dich nicht persönlich an. Ich lasse mir aber den Blog nicht permanent (damit meine ich nicht Dich) durch diesen Esoquatsch zumüllen. Punkt.
@whamburg
Die Zahlen von Jahnke sind immer wieder interessant, nur sollte man sie besser in den Zusammenhang stellen. Wenn durch die Deregulation und neue Finanzinstrumente der Fremdkapitalanteil “explodiert”, so ist dies per se nicht sonderlich dramatisch, wenn es denn vernünftige Regelungen geben würde, die sowohl den Missbrauch, als auch ein Systemversagen so gut wie möglich verhindern. Das ist nicht der Fall und das ist das Problem. Die gigantischen Zahlen an sich, sind m.E. eher uninteressant. Wenn ich mich beispielsweise über Devisenderivate gegen Währungsschwankungen absichere, entsteht schnell (durch die Instrumente) eine gewaltige Summe, die durch den Finanzorkus schwirrt. Da diese Summe aber fast ausschließlich mit Forderungen gegenfinanziert ist, ist sie von “normalen” Geld, das in normalen Warengeschäften kursiert, zu unterscheiden.
@Vogel #81
Glaubst wirklich 30 Minuten Panorama & Co. in der Woche reicht aus? Bei den 30 Minuten kann man locker weggucken oder das Tun, was man wo anders bei den Werbeblöcken macht. Aber ich bin insoweit bei Dir, dazu braucht es auch Zuschauer.
@Vogel #81 an Jens
Seit dem ich diese ABS-Papiere ansatzweise Begriffe habe denke ich auch das Bilanzen an sich lustige Zusammenstellungen frommer Wünsche sind. Und ich frage mich, wie Analysten solche Bilanzen sachlich bewerten können als Grundlage zur Bewertungen von Unternehmenswerten und Kurszielen. Ich frage mich seither ebenfalls wann und wer das Bilanzrecht so beschlossen hat, das Bilanzen von Banken mit schwunghaften ABS-Handel an sich wertlos für Bewertungsbetrachtungen sind?!?
@SF #85
Da diese Summe aber fast ausschließlich mit Forderungen gegenfinanziert ist, ist sie von ?normalen? Geld, das in normalen Warengeschäften kursiert, zu unterscheiden.
Sollten dann nicht in normalen Warengeschäften (und Banken) immer mindestens zwei Kassen stehen, damit man es in Zukunft trennen kann? Bei Banken können es auch gerne mehr sein, damit wirklich sieht was in welcher Kasse ist, was von wo nach wo fliesst und wo ggf. ein Leck ist. ;-)
@SF #79
Die Filmchen würde ich mir schon noch gerne angucken wollen. Lasse sie bitet einstweilen als Links stehen. Danke. Ansonsten finde ich steckt im Folgenden auch reichlich “Esotherik” wenn man dabei behauptet, es würde dafür kein produktiver Gegegenwert erzeugt:
Nein, Geld entsteht über Schulden.
Der Gegenwert (bzw. die Erbringung des selben) wird nur in die Zukunft gelegt, von der man ausgeht, dass sie hinreichend (ich nehme es bewußt als Begriff) Tauschmittel liefert, um die Schuld samt Zinsen zu begleichen und in der Zwischenzeit das Objekt der Schuld als Pfand im Raum steht.
Alles andere wäre schon der Glaube vom Geldwachstum (Tauschmittel) an Bäumen. ;-)
@misterL
Aber natürlich ;-)
Ich erkenne die Esoterik darin nicht, man sollte sich halt abgewöhnen, Geld mit Wert zu verwechseln. Aber hier bewegen wir uns eher in die Bereiche der Philosophie. Der Unterschied zwischen Geld in der Realwirtschaft und Geld in der Finanzwirtschaft ist natürlich vorhanden und auch ich sehe das sehr problematisch.
@SF #88
Ich erkenne die Esoterik darin nicht, man sollte sich halt abgewöhnen, Geld mit Wert zu verwechseln.
Das erkläre einem Dümmchen wie mir. Wenn ich mir abgewöhnen soll Geld mit Wert zu verwechseln (und dabei Gegenwert im Kopf habe), dann werde ich in Zukunft die Preise auf Etiketten von Waren als Ausdruckes eines Wertes mit Knöpfen begleichen wollen statt mit Geld als objektivertem Tauschmittel. ;-)
@89 misterL
*lol*
Vielleicht kommen wir so weiter: Du hast 1.000 Euro und kannst Dir dafür Waren kaufen. Dein Geld ist 1:1 mit realen Waren gedeckt. Stell Dir nun vor, ich leihe Dir Geld ohne Zinsen zu nehmen (mir geht es nur um ein einfaches Modellbeispiel). Vorher hattest Du 1.000 Euro inner Täsch, nun hast Du 2.000 Euro. Du kannst Dir jetzt zwar doppelt so viele Waren kaufen, aber (theoretisch) gehören Dir diese Waren nur noch zur Hälfte, da ich ja mein Geld auch wiederhaben will und im Notfall der Gerichtsvollzieher Dir die Hälfte der Waren wieder wegnimmt. Das meine ich mit Geld und Wert. Wenn ich Dir Geld leihe, hast Du zwar doppelt so viel Geld, dem aber nicht doppelt so viele Waren, die Dir gehören könnten, gegenüberstehen.
Wenn ein Fonds sich also auf 1.000 Euro Eigenkapital, 30.000 Euro leiht, ist die Geldmenge zwar um 30.000 Euro gestiegen, der Tauschwert für die eigene(!) Bilanz des Fonds bleibt aber bei 1.000, wenn man die Verbindlichkeiten mit einbezieht. Der einzige Unterschied zwischen “unserem” Leihmodell und dem Leihmodell der Fonds und Banken ist, dass diese sich das Geld primär bei der EZB leihen, womit die Gesamgeldmenge natürlich steigt. Aber da das Geld ja zurückgezahlt werden muß, steigt damit nicht die Menge der “Waren”, die sich die Fonds mit diesem Geld kaufen können, ohne die EZB (das Geldsystem) zu Mitbesitzern zu machen. Erst wenn die Schulden zurückbezahlt werden, gehören die Waren “wirklich” den Käufern – dann sinkt aber auch die Geldmenge wieder rapide.
Ich hoffe, das war verständlich ;-)
Der Artikel von Asmussen ist hier zu finden:
http://rapidshare.com/files/153488981/ZKW_19_Seiten1016-1018_Asmussen.pdf
In den Leserbriefen von http://www.weissgarnix.de/?p=620 findet man noch Links zu weiteren relevante Dokumenten wie True Sale International.
@Klaus Breuer (#65 “Medien berichten zu negativ”)
Als ich mich vor einem Jahr endlich über verschiedene Anlageformen informieren wollte und deshalb eine Buchhandlung aufsuchte, nahm ich unter anderem das in den Kommentaren hier nun schon öfters zitierte Buch “Der Crash kommt”, von Max Otte, in der Hand. Ich habe es damals durchgeblättert und auch gedacht, “naja, da will einer mit Angst Auflage machen”. Während der Finanzkrise hat ein Buchhändler hier im Städtchen das Buch in die Auslagen gelegt und ich habe es wieder durchgeblättert und gedacht, “verflixt, der Kerl hatte ja in vielem Recht”. Gut, die Immobilienkrise haben viele vorhergesehen, u.a. wohl auch der Spiegelfechter.
Ich finde es toll, dass sich nun viele Leute wie ich, die nicht Wirtschaftswissenschaften studiert haben, mit unserem Wirtschaftssystem intensiver auseinandersetzen.
Es muss erlaubt sein, auch Schreckensszenarien (für den eigenen Wohlstand) zu denken und zu diskutieren. Das heißt ja nicht, dass man in Schreckstarre verfallen soll. Aber viel zu lange hat die Masse des Volkes den sogenannten Eliten nicht ausreichend auf die Finger geschaut. Und die Eliten haben schon immer alles getan, damit ihnen die Massen nicht auf die Finger schauen können! Hier möchte ich mich dem Blüm-Fanclub anschließen: Blüm hat neulich in einer Fernsehtalkrunde die Komplikateure unseres Wirtschaftssystem angeprangert und als humoriges Beispiel die Bahntarife gebracht. Der Bahntarifdschungel ist aber nichts gegen die Finanzkonstrukte der “Casino-Banker”. Und leider, und das ist doch auch das Fazit aus dem Artikel von Jens Berger, verschlimmert die Politik die Undurchschaubarkeit und Unkontrollierbarkeit des Systems weiter, genau so, wie sie das Steuersystem weiter verkompliziert hat. Je höher die Komplexität, desto größer die Chancen dass die unfairen Praktiken nicht erkannt und angeprangert werden.
Bitte kein “Augen zu” und “weiter so”, erstens fahren wir damit aus meiner Sicht erst recht gegen die Wand und zweitens ist das System derartig unfair, dass man sich eine reinigende Krise (Katharsis) fast wünschen möchte.
Its the economy, stupid!
http://awesome.goodmagazine.com/goodsheet/goodsheet006economy.html
Oder sind’s die Schulden?
@misterL #85
Tschuldigung, Missverständnis: Panorama heißt die “Blut, Katastrophen, Stars & sonstiger Dumpfsinn”-Seite im KStA (nach dem Wirtschaftsteil). Hab’ ich übersehen, dass dies in anderen Zeitungen sicher anders heißt. Und ich schrob “überlesen” also im Sinne von nicht lesen, nicht tun. Interessanterweise iss dat auch häufig die letzte Seite des “wichtigen” Teils von vielen seriösen Zeitungen – also für eine Vielzahl von Lesern, die die Zeitung idR hinten anfangen – die “erste” Seite, die “muss_zuerst_gelesen_werden”-Seite. Das “Wichtige” (vorne – Politik, Wirtschaft) kommt dann später dran sprich: wird geschlabbert (“keine Zeit” “nich so interessant(!)” usw.) Die Menschen ticken halt anders – ach, dat hat ich ja schon gesagt!
Zum Fernsehn hab’ ich größte Distanz (außer Kultur und Sport sonst fast nix). Panorama (z. B. mit Dieter Meerseburger) war auch schon ‘mal besser – wie überhaupt fast alles ;-)
Scusi!
Grüße
Vogel
Die deutschen Bürger müssen damit rechnen mehr als 500.000.000.000 ? für die verbrecherischen Bankster zu bezahlen. (Die Banken haben stets dafür gesorgt, die Bürger abzuzocken, sie zu tricksen und nicht zuletzt sie zu enteignen).
Bevor die so versklavten Menschen die wahrhaft Verantwortlichen, ihre Helfer und Helfershelfer, also auch die Politiker ausmachen, versuchen diese Politiker, sozusagen präventiv, andere Schuldige zu benennen, um von sich abzulenken.
Das typische Sündenbockprinzip. Ablenken von der eigenen Verantwortung, ablenken von eigenen, evidenten Fehlern.
Die Verbrecher á la Steinbrück & Co. müssen entlarvt werden. Die Menschen müssen erkennen, wo die tatsächlichen Schuldigen UND Mitschuldigen sind.
Die Politiker sind Trittbrettfahrer/Marionetten der Drahtzieher, also des Großkapitals.
Sie sind in keiner Weise Volksvertreter, eher Volksverräter.
Es macht ihnen z.B. gar nichts aus, ein Land wie die Schweiz auf offensichtliche Weise zu diffamieren. Wenn man sich dessen, was momentan passiert, wirklich einmal bewusst wird, so kann man sich nur schämen und denken, mit solchem Gesindel möchte ich nichts zu tun haben. Sollte die Schweiz , wie Steinbrück das angedeutet hat, ein Steuerparadies sein, dann sollte dieser Peer Steinbrück auch so ehrlich sein und uns allen mitteilen, dass Deutschland eine Steuerhölle ist.
Solch ein schäbiges Verhalten war schon des Öfteren Ausgangspunkt von leidvollen Kriegen. Aber damit haben die verantwortlichen “Demokraten” der EinheitsreGIERung in diesem Land hinreichende Erfahrungen.
Das sind keine NULLEN, dies wäre geschönt. Da benötigt man die Menge großer negativer Zahlen.
@SF *lol*
Da gehst also davon aus. Die Banken deren Kunden und ggf deren Kunden zahlen alle die Schulden mitsamt eines Tages zurück. *hüstel’, Nee nicht ernsthaft. ;-) Wo soll denn dass viele Nullen lange schuldenfreie Geld herkommen, um es einst bezahlt zu haben?
In so einem Gedankengebäude muss es crashen, damit man mit Uhren auf Null wieder von vorne anfangen kann.
Money, money and M3.
http://www.nowandfutures.com/key_stats.html
http://prudentinvestor.blogspot.com/2005/11/unpleasant-trend-fed-counters-by.html
What goes up must come down
spinning wheel got to go round
(Blood, Sweat&Tears)
@96 misterL
Natürlich nicht – wie kommst Du darauf?
Ok, wir reden aneinander vorbei ;-)
Die bloße Vermehrung der Kreditkette erhöht zwar das Aufallrisiko, aber nicht die reale(!) Menge an Geld, die zurückgezahlt werden muß. Wenn meine Hypothek weiterverkauft wird und das Risiko separat weiterverkauft wird, erhöht sich die Menge des Geldes, die ich zurückzahlen muß um keinen Heller.
Amen ;-)
@SF 99
Ja, nein jetzt interpretierst Du meine Ahnungslosigkeit über. ;-) Die reale Menge an zurück zu zahlender Kohle von mir als Immobilen und Darlehnsbesitzer *g* nicht, da auf die verkauften Papier aber Zinsen fällig werden als Papier, als das sie verkauft werden erhöht in Summa schon den Schuldenberg. Auch wenn mir nicht komplett gehört. ;-)
Nein, nicht amen. Ich bin doch in keinem Glaubenshaus, wo am Ende ein Segen verteilt wird. ;-) Aber dann erkläre vielleicht noch welche Produkte in der Zukunft noch an Wert entstehen müssen, die diesen Schulden entsprechen, damit diese zurück bezahlt werden können? Ab wann wir damit rechnen können, das ohne neue Schulden neue Produkte entstehen? Wenn in Folge von überzogenem und/oder fehlgesteuertem Wachstum auf Pump eine kaputte Realwirtschaft durch eine nun kaputte Finanzwirtschaft auch nicht mehr flott zu machende Realwirtschaft die Überschuldung der privaten Haushalte keine neue Schulden zuläßt auch weil alte nicht mehr bedient werden können, was passiert dann?
Es macht *poff*…
@misterL
Das ist mir doch immer eine Freude ;-)
Klar – dadurch steigt ja auch die Geldmenge. Aber wenn Du Deine Schulden (die sich nicht verändern) brav zurückzahlst, zahlen die Hebelmänner ihre Schulden ja auch zurück. Wenn Du das nicht tust, dann macht es idT “poff”.
Gar keine – genau darin besteht ja das Missverständnis. Schau – letztendlich ist dies ein Automatismus. Wenn Du die reale Schuld zurückzahlst, werden auch alle Hebelschulden getilgt.
@SF #101
siehste, und das geht nur wenn mir realwelt die option liefert in der fiktionswelt nicht die funktion mein persönliches *poff* ziehen zu müssen.
dummerweise sorgt die fiktionswelt ein bisserl dafür, das die realwelt ins schleudern kam/kommt/kommen wird, weil die fiktionswelt ein bisserl zu schnell zu viel wollte/will/immer noch wollen will. es kommt nicht gut bei einem heckantrieb, wenn die hinterräder viel zu schnell schneller wollen als die vorderräder. es macht dann *poff* – real.
zwei welten, die dauerhaft unterschiedlich schnell sind, aber wechselseitig voneinander abhängig sind wird keine dauerhafte verbindung sein. irgendwann muss die realwelt die chance haben, die fiktivwelt wieder einzuholen. klappt das nicht, macht es auch *poff* – real.
ich vernehme von der fiktivwelt keinerlei ernsthaften anzeichen, dass sie das auch nur im ansatz begreifen wollen. also macht es in zukunft *poff* – das derzeitige ächtzen in der fiktivwelt ist da bloss ein *vorplopp*.
nun von mir aus: amen. ;-)
@ SF
Sach mal, Scheff, mir ist gestern ein Gedanke gekommen. Zwar eventuell etwas verspätet, aber ich bin nu manchmal nicht der Schnellste.
Fassen wir das in der letzten Zeit Geschehene mal zusammen:
1.) Die Finanzkrise war schon eine ganze Weile vorhersehbar, mindestens seit einem Jahr wenn nicht schon länger.
2.) Jetzt kracht es auch bei uns, und nach kaum einer Woche hat unsere GröKaZ ein fantastisches “Finanz-Ermächtigungsgesetz” geschmiedet, wo sonst für ähnliche Gesetzeswerke Monate und Jahre ins Land gehen.
3.) Mitgewirkt haben hierbei so grundsympathische Menschen wie z. B. der von Dir im Artikel genannte Herr Asmussen und in der Kommission, die die Reform der internationalen Finanzmärkte entwerfen soll, hätte Herr Tiemeyer sitzen sollen, statt dessen kommen Issing, Krahnen und was weiß ich nicht noch für deutsche “Chicago-Boys” (auf die Nominierung von “Un-”Sinn warte ich noch… ;-) )
4.) Jetzt schauen wir auf Deiner hervorragenden Seite hier mal schnell unter Literaturtipps und was finden wir da? Ta-Da: “Die Schock Strategie” von Naomi Klein.
Und jetzt frage ich Dich: Werden wir gerade alle geschockt? Ich persönlich fühle mich tatsächlich etwas “gewaterboarded”. Sollte Frau Klein in der nächsten Auflage ein neues Kapitel “Die Finanzkrise 2007/2008″ anfügen?
Im “Freitag” war vor Kurzem ein sehr guter Artikel, in dem gefragt wurde, warum die Linken auf diese ganze Krise überhaupt keine Antwort haben außer “Haben wir ja schon immer gewußt, dass es krachen wird”, warum es jetzt keinen Notfallplan gibt, keine neuen Visionen, Nichts. So wie es aussieht, war die Gegenseite mal wieder etwas cleverer und sind zumindest etwas schneller in die Puschen gekommen, weil nach Masterplan sah das Gepfusche in den letzten Wochen bei uns ja nicht gerade aus, aber jetzt sitzen sie wieder sehr gut an allen Hebeln.
Grüße aus dem Süden
@ den Leser aus dem Süden
Dieser Gedanke ist mir freilich auch schon gekommen, aber das scheitert wohl an der Komplexität der Finanzinstrumente. So etwas lässt sich weder planen, noch fahrlässig herbeiführen.
@ SF
Ich meinte ja auch nicht, dass der ganze Schlamassel von irgend jemand herbeigeführt wurde. Frei nach Klein: Der Tsunami in Asien oder der Hurrikan über New Orleans wurde ja auch nicht von den NeoCons herbeigeführt, sondern die NeoCons haben nur schnell die Schublade aufgemacht und den entsprechenden Plan und die richtigen Leute parat gehabt.
Und dieser Tsunami (die Finanzkrise) war ja nun wirklich sehr leicht vorherzusehen.
Das passt doch irgendwie verdächtig gut auf unsere derzeitige Situation: erst einmal die Öffentlichkeit mit Horrorszenarien schocken (“Kernschmelze der gesamten Finanzmärkte”, “eine neue große Depression wie in den 20ern”), da kann man garnicht laut genug schreien und die Farben können nicht grell genug sein, dann im Windschatten dieses Schocks schnell mal alles neu strukturieren und die entsprechenden Leute an die richtigen Stellen setzen. Vernünftige und konzertierte Gegenwehr ist ja auch gerade kaum in Sicht, von der Personalie Tietmeyer mal abgesehen- aber das hat die Regierenden ja wohl sogar etwas überrascht, dass sie mit dem nicht so durchgekommen sind. Aber das sind ja auch nur ein paar Bauernopfer.
In den USA sitzt jetzt auch ausgerechnet zufälligerweise Paulson (als ehemaliger Goldman Sachsler) am richtigen Ort, und deren 1. Hilfsplan sollte ja auch nur zufälligerweise in ähnlicher Art und Weise (ohne ausreichende Kontrolle) im Eilverfahren als TINA durchgepeitscht werden. Das war ja schon fast die Blaupause für das, was bei uns letzte Woche abging.
Ich bin ja sonst kein VTler, und Kleins Buch fand ich eigentlich etwas übertrieben, aber gerade komme ich schon etwas ins Grübeln…
@Leser aus dem Süden
Yep – diesen Gedankengängen kann ich folgen und ja … ich schätze, Du hast recht.
@59, 69: Jens und Karl Heinrich, danke für die Infos! Sorry, ich kam vorher einfach nicht dazu, Euch zu antworten. Beste Grüße!
@all
Der Fall Asmussen ist jetzt auch bei SZ angekommen.
Ein Hai zwischendruch aus dem Arbeitsstreß.
Die Finanzkrise ist noch lange nicht ausgestanden, da drängt Cheffe Ackermann schon auf Rückzug des Staates in Sachen Ende der Deregulierung in der Finanzwirtschaft. Falls jemand den Link zum Brief vom Cheffe hat oder findet? Nur zu.
Hier ein Artikel zum Brief in ftd.de:
http://www.ftd.de/politik/international/:Brief-an-Bush-Ackermann-fordert-staatlichen-R%FCckzug-nach-Bankenrettung/437651.html
Hier der Brief vom Ackermännchen: International Monetary Fund … (PDF).
@misterL
Und ich dachte schon, Dich hätten die “schwarzen Hubschrauber” eingefangen ;-)
@Gebintit
Danke, den Link wollte ich auch gerade posten – aber eine so schöne und kurze Zusammenfassung hätte ich nicht hinbekommen ;-)
Nee SF.
Ist doch immer so. Da hat man ein wenig zuviel reiches Leben (also Langeweile), nimmt sich am Ende der Trödelei endlich etwas sinnvolles vor und Zack, kommt eine Ladung Arbeit.