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      Keiner bleibt übrig, weil dein Beispiel absolut nicht...

      Bruder Johannes bei Der Demografie-Traktor: Immer in Bewegung:

      In einer Agrargesellschaft ein lösbares Problem. :-)...

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  • Schwarz-Gelb bittet die Mieter zur Kasse

    geschrieben am 30. September 2010 von Spiegelfechter

    
Vor wenigen Wochen strich die Regierung ihre Förderprogramme für die wärmedämmende Sanierung von Altbauten, nun wälzt sie die Kosten auf die Mieter ab

    Das Energiekonzept der Regierung dürfte für viele Mieter sehr teuer werden. Die Regierung will das Interesse an energiesparender Wärmedämmung ankurbeln, indem sie Vermietern gestattet, die Sanierungskosten künftig verstärkt auf die Mieter umzulegen. Doch was will die Regierung eigentlich zusätzlich ankurbeln? Wärmedämmende Sanierungsmaßnahmen sind so beliebt, dass die Regierung erst vor wenigen Wochen die Förderprogramme der KfW einstellen ließ, da die Kosten aus dem Ruder zu laufen drohten. Zwischen den Zeilen bedeutet das nichts anderes, als dass der Bund sich weitestgehend aus der Subventionierung zurückzieht und die Kosten auf die Mieter abwälzt. Die Forderung nach „mehr Netto vom Brutto“ scheint bereits wieder vergessen zu sein, die Kaufkraft der Bevölkerung wird weiter sinken.

    Deutschland im Dämmwahn

    Auf die Gebäudebeheizung entfallen rund 40 Prozent des deutschen Energieverbrauchs und rund 20 Prozent des CO2-Ausstoßes. Da macht es nicht nur aus umweltpolitischer Sicht durchaus Sinn, hier den Energieverbrauch zu senken, schließlich werden Öl und Gas auf lange Sicht sicherlich nicht preiswerter. Die Bundesregierung hat sich daher vorgenommen, den Wärmebedarf in Wohngebäuden um 20 Prozent zu senken – und hiermit ist diesmal nicht der Minderverbrauch durch die Kürzung des Heizkostenzuschusses für Langzeitarbeitslose gemeint. Wenn mehr Altbauten saniert werden, so die Idee, sinkt auch der Energieverbrauch. Das leuchtet ein, es ist jedoch fraglich, ob eine Aussensanierung, die zwischen 100 und 400 Euro pro Quadratmeter Fassadenfläche kostet, ohne Zuschüsse überhaupt über die gesparten Heizkosten refinanzierbar ist.

    Nach heutigem Stand darf der Vermieter jährlich 11% der Sanierungskosten auf die Miete umlegen – bei einem Sanierungsvolumen von 20.000 Euro kann er also die Monatsmiete um 180 Euro erhöhen. Nach Angaben des Deutschen Mieterbundes spart der Mieter in diesem Beispiel aber durchschnittlich nur rund 80 Euro Heizkosten. Er subventioniert den Wertzuwachs des Vermieters also bereits heute mit rund 100 Euro pro Monat bzw. mit jährlich 6% der Investitionskosten. Zusätzlich kann der Vermieter die Investitionskosten linear steuerlich abschreiben. Um die Sanierung noch attraktiver zu machen, fördert der Bund solche Projekte über seine Förderbank KfW. Für solche „Einzelmaßnahmen“ konnte der Vermieter bis vor Kurzem noch bis zu 13.125 Euro Zuschuss pro Wohneinheit aus der Staatskasse beziehen und das gesamte Projekt über einen Sonderkredit der KfW finanzieren, der nur mit vermieterfreundlichen 2,32% verzinst ist. Die Hälfte geschenkt, den Rest zu Top-Konditionen geliehen und dann auch noch die Möglichkeit, sich die Wertsteigerung am eigenen Haus von den Mietern versilbern lassen? Kein Wunder, dass Deutschland sich in den letzten Jahren in einen Dämmwahn hineingesteigert hat.

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    Tags: Energie Schwarz-Gelb
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    1. Schwarz-Gelb bittet die Mieter zur Kasse « mein name ist mensch

    79 Kommentare:

    1. unbequemer schrieb am 30. September 2010 um 09:18 - Permalink

      Jetzt wird auch klar, warum der Bund den Gemeinden erlauben will, die Unterkunftskosten für ALG-2-Bezieher zu Pauschalieren.

      Sollen die doch sehen, wo sie in Zukunft noch wohnen, wenn sie die Mieten nicht mehr bezahlen können.

      Koch hatte ja schon “Arbeitslager” mit “Billigunterkünften” vorgeschlagen. Darin haben die Deutschen ja schon genug Erfahrung gesammelt. So können auch wieder neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Damals wurden die dann Kapos genannt.

    2. Oliver schrieb am 30. September 2010 um 09:29 - Permalink

      Die Forderung nach „mehr Netto vom Brutto“ scheint bereits wieder vergessen zu sein, die Kaufkraft der Bevölkerung wird weiter sinken.

      Der Rösler hat doch das FDP Konzept “mehr Netto vom Brutto” endlich erklärt. Es geht nicht darum, dass die normalen Menschen mehr Geld haben, es geht darum, dass die FDP Wähler mehr Geld bekommen. Vorzugsweise halt das Geld, was die Hartz IV Schmarotzer Empfänger weniger haben.

      siehe auch http://www.youtube.com/watch?v=7JunfqFrckU

      Mehr Netto für die Immobilienbesitzer, was die Mieter dann Brutto weniger haben … oder so … !? Der Lindner (also der ältere Vollpfosten) hat ja auch endlich erklärt, warum wir uns das nicht mehr leisten können mit einem Drittel Faulenzer und den ganzen Hartz IV Huren.

      Das ist auch jetzt gar nicht menschenverachtend, das nenne ich mal ehrliche Politik.

    3. Beate schrieb am 30. September 2010 um 09:33 - Permalink

      Das Haus in dem ich wohne ist wärmegedämmt worden.

      Die Heizkosten sind für 2009 höher als in der Zeit vor der Wärmedämmung.

      Was daran liegt , daß sich der Gaspreis mehr als verdoppelt hat.

      Können wir mit sinkenden Gaspreisen rechnen?

      • Lazarus09 schrieb am 30. September 2010 um 17:54 - Permalink

        Nein ..natuerlich nicht ..weniger Nachfrage —->Preiserhoehung der Anleger braucht Geld mehr Nachfrage ——> Preiserhoehung der Anleger braucht Geld
        keine Nachfrage ——.> Gesetze die jedliches Heizen und brennen verbieten ausser mit Gas
        —–> Preiserhoehung der Anleger braucht Geld

        Praktizierte lupenreine Demokratie die den Gesetzten von Angebot und Nachfrage folgen..Thats it

    4. Heldentasse schrieb am 30. September 2010 um 09:58 - Permalink

      Zwischen den Zeilen bedeutet das nichts anderes, als dass der Bund sich weitestgehend aus der Subventionierung zurückzieht und die Kosten auf die Mieter abwälzt.

      Das ist für mich die Kernaussage. Der Tigerentenclub bleibt seiner Linie treu und macht weiterhin dreiste Klientelpolitik für die Habenden. Ich denke aber auch, dass die Habenichtse zum Teil selber daran Schuld sind, denn es können ja nicht nur die Hausbesitzer gewesen sein die die diese korrupten *öcher gewählt haben.

      Frau Suhrbier hat SPD gewählt, das hast du wohl vergessen. Das muss man
      sich mal vorstellen, eine Hausbesitzerin und wählt die Sozis. Fällt ihren eigenen Leuten in den Rücken – das ist doch widerlich.

      Ekel Alfred aus “Ein Herz und eine Seele”

    5. leslie schrieb am 30. September 2010 um 10:01 - Permalink

      Wir sehen uns unter der Brücke…^^

      Ich kenn mich übrigens im Höhlenbau aus. :-))

      Das ist noch interessant.
      http://www.konservativ.de/umwelt/bumann.htm
      Wer 10 cm dämmt, spart vielleicht Geld ein.
      Wer 20 cm dämmt, der dämmt für das ruhige Politikergewissen.
      Wer 30cm dämmt, hat zuviel Geld.
      Wer 40cm dämmt um Energie einzusparen, sollte seine Gehirnmoleküle
      vorher in Bewegung setzen.
      Schönen Dämmertag

      Mlg

      • Beate schrieb am 30. September 2010 um 10:58 - Permalink

        2008 lag der Heizölpreis bei 0,95 Euro pro Liter.

        Plötzlich hat sich die Wärmedämmung schon nach 10 Jahren amortisiert.

        Und das absolut blöde. Wie hoch sind die externen Kosten.

        Wieviel kostet eine zerstörte Umwelt?

        Umweltschutz ist eine nationale Aufgabe.

        Muss dann auch so finanziert werden.

        Entweder druckt die Bundesbank das dafür notwendige Geld.

        Oder der Spitzensteuersatz wird erhöht.

    6. Hannes schrieb am 30. September 2010 um 10:05 - Permalink

      Was mich im Zusammenhang mit Mietpreisen schon länger interessiert, ist die theoretische Untergrenze, die nachhaltig wäre. Die Mietpreise müssen eigentlich nur die tatsächlichen Kosten wiederspiegeln, die für Bau und Betrieb der Immobilie anfallen. Alles was darüber liegt, dient der Verzinsung von Kapital, dass für Spekulation draufgeht, also bezahlt wird, um Grundstücke zu kaufen etc.

      Hat irgendjemand ne Ahnung, wie man die realen Mietuntergrenzen ermitteln kann, oder werden sie irgendwo sogar ermittelt? Wäre doch mal eine schöne Sache für den deutschen Mieterbund.

      • Duisburger schrieb am 30. September 2010 um 12:13 - Permalink

        Eine theoretische Untergrenze gibt es nicht, auch keine reale.

        Die Mietpreise müssen eigentlich nur die tatsächlichen Kosten wiederspiegeln, die für Bau und Betrieb der Immobilie anfallen.

        Dann wäre der Hausbau bzw. -kauf sinnlos. Es gibt auch noch Inflation und ein gewisses Risiko hat man als vermietender Immobilienbesitzer auch. Darüber hinaus ließe sich eine “theoretische Untergrenze” auch nicht verallgemeinert darstellen, dazu sind Wohnimmobilien zu unterschiedlich. Was Du meinst, geht wahrscheinlich eher in Richtung “Kostenmiete” (http://de.wikipedia.org/wiki/Kostenmiete). das kann man jedoch nur im Einzelfall berechnen.

        Ansonsten gilt:
        Mietpreise sind auch Marktpreise und bestimmen sich nicht nur nach der Ausstattung der Immobilie, sondern auch nach der Nachfrage und vor allem nach der Lage.
        Nach unten hin sind die Wohnungsmieten aber relativ unelastisch in Bezug auf Nachfrageänderungen und nach oben hin ist die Elastizität der Miete weitestgehend lageabhängig. Die energetische Effizienz ist da nur nachrangig von Bedeutung, zumal man den Mietern viel erzählen kann, wie hoch die Heizkosten sind. Die Wahrheit erfährt man erst mit der ersten Abrechnung:D

        Hierin zeigt sich auch der Unsinn des Vorstoßes mehr Kosten auf die Mieter zu übertragen: In den meisten Regionen Deutschlands haben wir einen sehr entspannten Wohnungsmarkt, d.h. ein quantitatives Überangebot. Bei der Wahl weniger Miete zu zahlen oder (eventuell) Heizkosten zu sparen, werden sich viele eher nach einer neuen Wohnung umschauen. Das betrifft m.E. nicht nur schlechte, sondern auch mittlere Lagen. In Spitzenlagen gibt es eh schon fast durchgängig eine gute Wärmedämmung, ebenso wie im Neubau. Kurzum: das ganze Vorhaben ist ausgemachter Bockmist.

        • Enev Schock schrieb am 15. Oktober 2010 um 00:42 - Permalink

          @Duisburger, ihr Marktvertrauen in Ehren, das beruhigt zwar angesichts der schockierenden Darstellung im Artikel, aber glauben Sie wirklich, dass in den Städten, wenn die Vermieter die Miete plötzlich um z.B. 80 Euro erhöhen, die Mieter massenweise ausziehen und sich etwas Billigeres suchen? Es wird ganz schlicht eine Kalkulation zwischen Kosten für Umzug, Makler-Courtage, Adressänderung usw. einerseits und Miet-Erhöhung andererseits sein. Von den sozialen und psychischen Kosten zu schweigen. Wer 12 Jahre in seinem Viertel wohnte, wird auch bei teurerer Miete dort bleiben wollen. Wie man es dreht – die Belastung für die Allgemeinheit wird immens sein. Wer hat denn so ein Gesetz geschrieben, frage ich mich …

      • Spiegelfechter schrieb am 30. September 2010 um 13:20 - Permalink

        Alles was darüber liegt, dient der Verzinsung von Kapital, dass für Spekulation draufgeht, also bezahlt wird, um Grundstücke zu kaufen etc.

        Natürlich und das ist ja auch vollkommen ok. Warum sollte ich als Hausbesitzer meine Geldanlage kosten- und damit gewinnneutral zur Verfügung stellen? Wenn ich also beispielsweise mal annehme, eine Wohnung ist 100.000 Euro wert und ich 5% Verzinsung für ok halte, wären 5.000 Euro Jahreskaltmiete durchaus angemessen. Das setzt aber voraus, dass ich keine Investitionen tätgigen muss, die den Werterhalt sichern. Da das nicht möglich ist, sind weitere 2,5% p.a. m.E. ebenfalls plausibel. Dann kommen wir auf 7.500 Euro Jahreskaltmiete – das entspricht auch so ungefähr dem gängigen Markt.

        • unschuldvomland schrieb am 30. September 2010 um 15:05 - Permalink

          Hallo SF,
          die steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten (sowohl im Bestand, als auch bei Instandhaltung -also völlig ohne Modernisierung oder Energieeffizienz -) könntest Du schon noch erwähnen; ist ja nicht unerheblich. Ohne Steuerberater kannst Du Instandhaltung und Modernisierung aus dem Gesichtspunkt der steuerlichen Abschreibung ohnehin nur kaum unterscheiden. Wer clever genug ist, kann sicher teilweise kumulieren (abschreiben und Miete erhöhen: der Mieter erhält keinen Einblick in die Steuererklärung des Vermieters und das Finanzamt prüft nicht die Berechnung der Miete, allenfalls – und das ist kein Witz – falls die Miete zu niedrig erscheint).

          • unschuldvomland schrieb am 30. September 2010 um 15:46 - Permalink

            Hallo SF,
            damit Du nicht zu umständlich suchen musst, eine kurze Darstellung. Steuerberater und Fachanwälte im Mandantengespräch wissen natürlich etwas mehr:
            http://www.haus-und-grund-muenchen.de/mainw/presse/enev_01_10.html

        • Vogel schrieb am 1. Oktober 2010 um 08:29 - Permalink

          Naja, lieber Jens, die Mietkalkulation hier iss wohl ‘n bisschen arg verkürzt, oder?

    7. D. Fear schrieb am 30. September 2010 um 10:24 - Permalink

      Was Heizkosten angehen, hoffen wir auf die Erwärmung des Klimas, nicht wahr? Beate hat einen sehr guten Punkt genannt. Solange die Energiekosten schneller steigen, als man mit Wärmedämmung oder sonstigen Maßnahmen Geld sparen kann, ist die ganze Chose sozusagen Heißluft.
      Ganz von der Richtigkeit der Feststellung(en) abgesehen, die besagen, dass der Mieter am Ende nicht nur die Kosten für die Gebäude tragen sollen, sondern auch darüber hinaus als Quelle des Gewinns dienen sollen.
      Na ja, es ist ja nur ein klein wenig einseitig, wie immer in Gagaland. (Ich höre es jetzt schon von irgendwelchen FDP- und CDU-Sympathisanten im Brustton der Überzeugung daherschallen: Wenn es Dir nicht passt, Mieter zu sein, warum wirst Du Versager nicht einfach Vermieter?)
      Also, weiter zurück in die Zukunft – die Zukunft des 18. Jahrhunderts war immerhin das 19. Jahrhundert. Juhu!

    8. Pantheister schrieb am 30. September 2010 um 10:25 - Permalink

      Unter ökologischen Gesichtspunkten ist die Sanierung des Gebäudebestandbereiches ein Sektor, der ein riesieges energetisches Einsparpotential birgt. Und zu mindestens ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll ist.
      Da uns die EU zur regelmäßigen Verschärfung der entprechenden Normen zwingt, kann leider nicht mehr gesagt werden, ob unsere Volksvertreter dieses Vorhaben in Anbetracht der ökologischen Vorteile umsetzten oder lediglich weil sie es müssen.
      Positiver Nebeneffekt ist die gute Beschäftigunssituation im Handwerks- und Zulieferungsbereich.
      Das die Kosten nun scheinbar überproportional an die Mieter weitergegeben werden sollen und bestimmte, bereits bessergestellte Bevölkerungsschichten, weiter entlastet werden ist natürlich bescheiden.
      Die Regierung tut in diesem Zusammenhang genau das, was ich nach den Ereignissen des letzten Jahres erwartet habe. Ich find auch das sehr bescheiden, aber es ist letztendlich dass, was sie angekündigt und versprochen haben. Genau wie bei der Kernenergie.

      Würde ich an diese Demokratie glauben, müsste ich sagen, dass wir es nicht anders verdient hätten. Aber ist wohl ein wenig komplexer.

      Vielleicht noch ein Nachtrag zur Sinnhaftigkeit der energetischen Gebäudesanierung. Wir sind vor einigen Jahren in einen sinnvoll durchsanierten Altbau gezogen. Schon damals war das veränderte Verhältnis von hoher Kaltmiete aber dafür geringen Betriebskosten erkenn- und bewertbar. Bezahlt hat es sich das für uns dann schnell gemacht, als die Energiepreise dramatisch stiegen und wir noch immer keine wesentliche Steigerung der Betriebskosten verzeichnet haben.
      Grund, die moderne Brenwerttechnik ist nicht nur hochwertig, sondern auch vernunftig dimensioniert und eingestellt. Das ist leider ganz und garnicht die Regel.

      Pantheister

    9. elwu schrieb am 30. September 2010 um 10:36 - Permalink

      Vermieter sind allesamt gnadenlose Abzocker, die nichts in die Wohnungen investieren wollen, und Mieter sind allesamt stets pünktlich zahlende, mit dem fremden Eigentum sorgfältig umgehende Menschen…

      Die 11%-Umlageregel ist ja seit langem bekannt. Aber versuch’ mal als Besitzer eines vermieteten Eigentums-Apppartements die anderen ~50Eigentümer der anderen Buden in der Hütte dazu zu bringen, in die Werterhaltung und -steigerung durch Dämmmaßnahmen etc. zu investieren. Da scheiterst du bei der Abstimmung mit 11:39 oder so. Weil der Invest sich bei den gegebenen Abschreibungen und trotz der (zumeist nur theroetisch umsetzbaren) 11% Umlageregel sich nur langfristig rechnet. Wenn überhaupt: es sind vielerorts die an sich zulässigen und zur Amortisation notwendigen Mieterhöhungen überhaupt nicht durchsetzbar. Also lassen das Gedämme viele Eigentümer sein, (die eher übersichtliche) Förderung durch die KfW hin oder her.

      Dämmen kostet sowohl Eigentümer wie auch Mieter viel Geld, und bringt zumindest kurzfristig keine Heizkosteneinsparung dank der ständigen Kostensteigerungen für Gas, Holzpellets, Öl, und Strom. Unterm Strich ist das ein Konjunkturprogramm für das Handwerk und die Zulieferindustrie.

      Dein Text ist, beginnend bei der Überschrift, diese Fakten ignorierend oder in Unkenntnis derselben, einseitig nur auf Gebarme für die Mieter abgestellt. Dass die meisten Vermieter ebenso oder noch mehr geschröpft werden bei Dämm-Amortisationsdauern von mehreren Jahrzehnten, KfW hin Zins her, passt halt nicht in die Ideologie :)

      • Lars schrieb am 30. September 2010 um 11:06 - Permalink

        Welcher Vermieter wird denn “geschröpft”?
        Wenn er es sich nicht leisten kann, oder es wirtschaftlich keinen Sinn hat, dann lässt er es einfach, denn im Unterschied zum Mieter ist es sein Haus und er hat die freie Wahl.

        Das mit den Kostensteigerungen, die die Einsparungen wieder auffressen, mag zwar stimmen, juckt den Vermieter aber nicht, denn die zahlt der Mieter ja auch. Und die Steigerungen währen auch ohne neue Dämmung vorhanden, nur noch viel höher.

        Und das Gejammer mit den unpünktlich zahlenden, sorglosen, bösen Mietern lenkt bloß vom Thema ab und hat mit Sanierungsumlage mal garnichts zu tun.

    10. Brick schrieb am 30. September 2010 um 10:42 - Permalink

      Es ist allerdings fraglich, ob solche Mieterhöhungen auf dem Markt überhaupt durchsetzbar sind.

      Wohl eher nicht. Vielleicht in Städten in denen es fast nur Altbauten gibt.

      Offen ist auch, ob die Möglichkeit der Umlagefinanzierung auch rückwirkend greift.

      Yeah. Ich wohne in einem frisch sanierten Altbau. Wegen der Renovierung bin ich da erst reingezogen. Sollte es also zu einer Mieterhöhung mit so ner fadenscheinigen Begründung kommen, dann sehen mein Vermieter und alle Mieter uns vor Gericht. Ich gehe davon aus, dass unsere Regierung aufgrund der ihr eigenen Kompetenz das tatsächlich zulässt. Doppelt(erst beim Staat und dann bei mir) abkassieren für die Vermieter wie geil ist das denn.

      @Hannes:

      Die Mietpreise müssen eigentlich nur die tatsächlichen Kosten wiederspiegeln, die für Bau und Betrieb der Immobilie anfallen.

      Äh. Nein.
      hat man schon probiert; das Ergebnis war eindrucksvoll:
      http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/14421/alles_nur_fassade.html
      In dem Ort wo ich jetzt wohne stechen immer noch einige Zeugen dieses Versuchs, wie schwarze Zähne aus einem weißen Gebiss, heraus.

    11. Hannes schrieb am 30. September 2010 um 10:46 - Permalink

      @Brick:
      Hä? Jetzt bin ich Kommunist? Verstehe ich nicht.

      • Brick schrieb am 30. September 2010 um 16:57 - Permalink

        Jetzt bin ich Kommunist?

        Ja. Das einzige Ergebnis kann ausschließlicher Staatsbesitz sein. Niemand macht eine Investition, die sich nicht rentiert.

        • Vogel schrieb am 1. Oktober 2010 um 08:56 - Permalink

          Niemand macht eine Investition, die sich nicht rentiert.

          Stimmt! Das muss verboten werden! Ob’s gelingt? Und wem iss damit gedient?

    12. egal schrieb am 30. September 2010 um 12:34 - Permalink

      Jetzt, wo die Laufzeitverlängerung den Ausbau regenerativer Energien verhindert, muss man das CO2 wohl woanders einsparen. Ob die Wärmedämmung tatsächlich nichts nützt, kann ich nicht beurteilen, auf jeden Fall führt sie zu Kosten, die bisher in keine Kalkulation eingehen (wie entsorgt man eigentlich in ein paar Jahrzehnten die ganzen Dämmstoffe wie Glaswolle?). Am Schlimmsten: Die Verschandelung schöner Altbaufassaden.

      @ Hannes
      Naja, sowas in der Art, weil du den Vermietern keine Rendite zugestehen willst.

      @SF
      Welcher Heizkostenzuschuss für Langzeitarbeitslose? Langzeitsarbeitslose beziehen HartzIV. Verwechselst du mit dem Heizkostenzuschuss für Wohngeldempfänger (Wohngeld ist eine eigenständige Sozialleistung, die nichts mit den Unterkunftskosten bei HartzIV zu tun hat)

    13. hyde schrieb am 30. September 2010 um 13:03 - Permalink

      Ich bin vielleicht auch zu blöd, das zu kapieren… aber ich habe zwei Probleme:

      1. Bereits jetzt darf der Vermieter 11% der (reinen) Modernisierungskosten auf die Jahresmiete umlegen. Das bedeutet, dass sich erstens nach 10 Jahren seine Investition bereits amortisiert hat (von Zinskosten mal abgesehen), und er zweitens danach jährlich stattliche 11% Rendite auf seine Investition einfährt. Verglichen mit Geldmarkt oder Aktienmarktanlagen eine geradezu traumhafte Rendite. Wo besteht hier eine Notwendigkeit, dies auch noch zu erhöhen??

      2. Ich bezweifle stark, dass sich schon die heutigen 11% – in der Breite – überhaupt am Markt realisieren lassen, sofern die Heizkosten nicht tatsächlich ähnlich sinken. Der Vermieter muss – zu Recht – befürchten, dass bei einer Kaltmieteerhöhung, die deutlich höher liegt als die Heizkostenersparnis, die Mieter einfach in unsanierte Gebäude umziehen; denn alle Gebäude Deutschlands wird man nicht gleichzeitig sanieren können. Der Vermieter muss also bei einer zu starken Mieterhöhung mit teurem Leerstand rechnen, insofern wird er sich eine entsprechende Mieterhöhung SEHR genau überlegen.

      Gerade aufgrund Punkt 2 kann ich weder die Lobbyforderung nach Abschaffung der 11% Grenze verstehen noch den aufgeregten Tenor dieses Artikels. Aber, wie gesagt, vielleicht bin ich zu naiv…

      • schwitzig schrieb am 30. September 2010 um 13:33 - Permalink

        Gerade aufgrund Punkt 2 kann ich weder die Lobbyforderung nach Abschaffung der 11% Grenze verstehen noch den aufgeregten Tenor dieses Artikels. Aber, wie gesagt, vielleicht bin ich zu naiv…

        Die Mieten errechnen sich nach dem allgemeinen Mietspiegel. Sanieren ein paar Besitzer, kann die Miete problemlos angehoben werden. Darüber hinaus wirst Du wegen des allg. Mietspiegels wahrscheinlich weit weg und überdies in Gegenden ziehen müssen, die Dir nicht gefallen. Die Ghettoisierung und die Etablierung von Gated Communities werden so aktiv gefördert.
        Ursprünglich war sogar eine Sanierungspflicht (!) geplant und dann hättest Du vollends die Arschkarte gezogen.
        Abgesehen davon kosten Umzüge viel Geld und bei neuen Wohnungen werden bis zu 3 Monatsmieten “Kaution” fällig – Belastungen, die sich die meisten “Mittelschichtler” mitterweile nicht mehr leisten können.
        Und dann gibt es auch Menschen, die nicht umziehen wollen oder können.

        Der springende Punkt ist:
        Der Mensch muss irgendwo wohnen. Da die meisten niemals die Möglichkeit haben werden, Eigentum zu erwerben, sind die meisten erpressbar. Genau das wird gerade praktiziert.

        • Duisburger schrieb am 30. September 2010 um 17:05 - Permalink

          Diesen “Einfluss” hat ein Mietspiegel nicht. Ein “qualifizierter Mietspiegel” soll die “ortsüblichen Vergleichsmiete” widergeben. Diese dient nach § 558 abs. 3 BGB als rechtlich zulässige Grenze bei Mieterhöhungen von Bestandsmieten (bis max. 20 % in 3 Jahren sind möglich). Mieterhöhungen nach §§ 559-560 BGB, also auch aufgrund von Modernisierungen, sind aber nicht an die Kappungsgrenze des § 558 abs. 3 gebunden.
          Das ist auch logisch, da es sich nach Modernisierung auch meist um eine andere Qualität und somit andere Stufe im Mietspiegel handelt.
          Dein Rückschluss mag für einen angespannten Immobilienmarkt gelten, nicht jedoch für einen entspannten. Und den haben wir in weiten Teilen des Bundesgebietes. Die Ausnahmen kann man an einer Hand abzählen und es handelt sich hierbei auch immer um Regionen mit derart hohen Mietpreisspannen, dass die Modernisierungsbedingten Erhöhungen prozentual kaum ins Gewicht fallen. Glaub mir: ein Großteil der Eigentümer, die versuchen erhöhte Modernisierungskosten für eine Wärmedämmung auf die Miete umzulegen, würde sein blaues Wunder erleben;)

          • schwitzig schrieb am 30. September 2010 um 18:35 - Permalink

            Das ist auch logisch, da es sich nach Modernisierung auch meist um eine andere Qualität und somit andere Stufe im Mietspiegel handelt.

            Also gibst Du mir Recht, obwohl Du vorher das Gegenteil behauptest.

            Dein Rückschluss mag für einen angespannten Immobilienmarkt gelten, nicht jedoch für einen entspannten. Und den haben wir in weiten Teilen des Bundesgebietes. Die Ausnahmen kann man an einer Hand abzählen und es handelt sich hierbei auch immer um Regionen mit derart hohen Mietpreisspannen, dass die Modernisierungsbedingten Erhöhungen prozentual kaum ins Gewicht fallen. Glaub mir: ein Großteil der Eigentümer, die versuchen erhöhte Modernisierungskosten für eine Wärmedämmung auf die Miete umzulegen, würde sein blaues Wunder erleben;)

            Das halte ich für ausgemachten Blödsinn. Empirische Belege für Deine wilde These (die auch meine ständigen und alle anderen ständigen MietSTEIGERUNGEN erklären, so dass die Mieten NICHT kontinuierlich gestiegen sind, steigen und steigen werden) bitte, die auch der Realität standhalten.

            • duisburger schrieb am 30. September 2010 um 21:00 - Permalink

              Nein, der Mietspiegel ist nachgeschaltet. Er nimmt nur bereits erfolgte Mietpreisänderungen auf und informiert über die so ermittelten “ortsüblichen Vergleichsmieten”. Hierbei werden i.d.R. die Neuvermietungen der letzten 4 Jahre zu einem drittel und Erhöhungen von Bestandsmieten zu zwei drittel gewichtet ausgewertet.

              Und aus “Sicht” eines Mietspiegels rutscht eine modernisierte Wohnung zunächst einmal nur in eine andere Kategorie. Das ist dann streng genommen keine Mietpreiserhöhung. Der Mietspiegel ist in der Diskussion einfach nichtmal ein geeignetes Messinstrument, geschweige nimmt er Einfluss auf die Mietpreisentwicklung.

              Zu der Frage nach empirischen Daten:
              http://www.ifs-staedtebauinstitut.de/hi/hi2008/hi01.pdf

              oder auch

              http://www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen/download/M1302C%20201005/M1302C%20201005.pdf

              Mag ja sein, dass Du in einer Hochpreislage und/oder gefragten Wohngegend wohnst. Dann können Mieten auch exorbitant gestiegen sein. Aber die durchschnittliche Nettokaltmiete ist es in Deutschland seit Jahren definitiv nicht!!!

      • Axel schrieb am 30. September 2010 um 13:51 - Permalink

        Ich versteh “das Ganze”, im Moment jedenfalls, auch nicht.

        Ausnahmsweise haben wir doch aber hier mal eine Thematik die sich leicht(er) objektivieren lassen müßte.
        Zunächst mal war es auch mein Gedanke (im Gegensatz zu “elwu“) das sich schon heute nach rund 10 Jahren die Sanierungsmaßnahme für den Vermieter rentiert, wenn er eine entsprechend höhere Miete durchsetzen kann.

        Da die Dämmung eine freiwillige Maßnahme ist würde man doch meinen, das ein Vermieter davon Abstand nimmt, wenn er keinen Gewinn daraus erzielen kann (Ausnahmen mögen die Regel bestätigen).

        Oder ist es so. daß die Vermieter aus Altruismus, bzw. als vorbildliche “gute Deutsche” (ich vermute Deutschland hat die ehrgeizigsten Ziele) für die Umwelt im “Dämmwahn” sind und nicht darauf schauen, das sie auf einem Teil der Kosten sitzenbleiben könnten und gleichzeitig die Mieter ins Unglück stürzen.

        Oder sind die Bauunternehmen gleichzeitig im großen Stil Vermieter von Altbauten?

        Oder hat “schwitzig” recht wenn er (wie ich gerade sehe) meint die Mieterhöhung ist problemlos durchsetzbar.

        Für Merkel scheinen die Kosten ja umlegbar, aber wenns ums eigene Geld geht wird man doch selbst Merkels Ansichten mal hinterfragen, auch wenn so etwas i.a. politisch eigentlich inkorrekt zu sein scheint.

    14. André aus H. schrieb am 30. September 2010 um 13:18 - Permalink

      Ist doch wie immer ganz einfach: Viel Sanierung = viel Bau- und Dämmstoff = viel Auftragsvolumen = viel Umsatz für die Bau- und Baustoffindustrie. Und nur darum geht es. Die Hausbesitzer werden per Gesetz gezwungen, ihre Hütten zu dämmen. Sie werden verpflichtet, Solaranlagen auf´s Dach zu setzen. Und der alte Heizkessel muß auch raus, weil es das Gesetz so will. Dies alles sind nichts als Konjunkturprogramme für die Industrie. Wir leben schließlich im Zeitalter der Klientelpolitik.

    15. egal schrieb am 30. September 2010 um 13:25 - Permalink

      Es gibt in Ballungsgebieten bereit jetzt Wohnraummangel, der sich noch weiter verschärfen wird. Einfach woanders mieten, dass geht also nicht.

      Wohnraummangel führt zu Preisexplosion. Großstädte verzeichnen Mietanstieg um mehr als zehn Prozent. Berlin macht den Vorreiter

      junge welt

      Alarmierende Studie In 15 Jahren droht uns Wohnungsnot
      Experten warnen vor sozialen Unruhen +++ Niedersachsen, Hessen & Berlin besonders betroffen

      BILD

      • Duisburger schrieb am 30. September 2010 um 14:05 - Permalink

        Nein, das stimmt so pauschal definitiv nicht!! Vermietermärkte mit entsprechenden Mietzinsen und Mietzinssteigerungen gibt es zwar in einigen (wenigen) Ballungsräumen (München und Stuttgart bspw.) aber die sind die absolute Ausnahme.

        Der größte Teil Deutschlands ist eindeutig ein Mietermarkt. Man muss hier allerdings zwischen quantitativem und qualitativem Wohnungsangebot unterscheiden. Ausreichend Wohnraum bedeutet nicht gleichzeitig auch ein den Wohnungswünschen entsprechendes Angebot. Das kann in der Tat langfristig zu einem mehr an Segregation führen, insbesondere aufgrund der (relativ) geringen Neubautätigkeit der letzten Jahre.
        Wenn man die aktuelle Kürzung der Städtebauförderungsmittel betrachtet, muss man dies aber schon fast als politisch gewollt ansehen.

        Aber von einer sich abzeichnenden Wohnungsnot zu schwadronieren, halte ich hierbei für übertrieben. Man kann sich zudem fragen, wo bei der Diskussion die ganzen “Demographieexperten” bleiben…

      • Irreversibel schrieb am 30. September 2010 um 17:24 - Permalink

        Oh, die BILD als Quelle für irgendwas zu nennen ist ja mal echt gewagt……

        Abgesehen davon muss man mal sehen, was unter der “Preisexplosion” z.B. in Berlin zu verstehen ist. Dort steigen die Mieten zwar in manchen (angesagten) Bezirken extrem, jedoch findet sich in anderen durchaus noch ne Menge bezahlbarer Wohnraum. Abgesehen davon bewegt sich das Niveau der Berliner Mieten i.d.R. immer noch auf dem westdeutscher Provinzstädte. Das ist zwar erstmal gut und richtig so, da die Berliner Einkommen eben auch relativ gering sind aber wenn man über asoziale Mieten sprechen will sollte man den Blick vielleicht doch eher auf HH, Frankfurt/Main oder München richten.

      • Duisburger schrieb am 30. September 2010 um 17:36 - Permalink

        Jetzt hab ich sogar nochmal den Bild Link angeschaut und muss nochmal meinen senf dazugeben;)

        Zu dem ersten Link: hier wurden Angebotsmieten ausgewertet, d.h. Mieten aus Zeitungsanzeigen und Internetangeboten. Die haben wenig Aussagekraft, da es sich nicht unbedingt um Mietabschlüsse oder Erhöhungen handeln muss. Zudem Schwanken gerade die Miethöhen von Erstabschlüssen bei Neuvermietungen sehr stark. Ich beziehe mich jetzt mal direkt auf Berlin: je nachdem wie die Verteilung der zu Rate gezogen Mieten ist, wäre es sicher kein Problem rückläufige oder stark steigende Mietzinsen zu suggerieren. Der Wohnungsmarkt in Berlin ist extrem heterogen und wechselhaft. Bezogen auf die Gesamtstadt sind die Mietpreissteigerungen (also nettokaltmiete) in Berlin – wie auch in den meisten anderen deutschen Städten – im Durchschnitt sehr moderat, nämlich weitestgehend unterhalb der Inflationsrate…

        Die typischen Auftraggeber von empirica sind im Übrigen Baufinanzierer, Bau- und Wohnungsbranche. Das nur mal so am Rande, um die Infos einordnen zu können….

        Zu dem Bild (darf man hier überhaupt noch Artikel sagen) Link nur zwei Zitate:
        “Rentner und Singles müssen sich nach Einschätzung von Experten sogar auf Zwangs-WGs einstellen.”

        Ich hab köstlich gelacht:D

        Und:
        “DENN: SOZIALE UNRUHEN DROHEN

        IG-Bau-Chef Klaus Wiesehügel schlägt Alarm, warnt vor einer zunehmenden Gettoisierung: „Wenn nichts getan wird, werden wir in 20 Jahren die Katastrophe haben, nämlich dass wir viel zu wenig Wohnungen haben, dass wir dann eine Verelendung kriegen.“”

        Soso, der IG Bau Chef sagt das…naja…der wird wohl objektiv sein…

        Ups…Irreversibel war schneller:D

      • titus schrieb am 30. September 2010 um 23:09 - Permalink

        bei uns im dörfli gibbet seit 2-3 jahren mehrere schöne alte bauernkaten, voll renoviert und saniert, zum kauf oder miete…
        kaufpreis hat sich seitdem halbiert… z.b. 160qm, ölbrennwertheizung, gedämmt u. neue 3-fachverglasung, grosses grundstück, momentan 90.000 euro oder 500 euro kaltmiete…

        und so siehts auch in den umliegenden dörfern aus plus viel leerstand an mietwohnungen…
        von alarmierenden wohnungsnotstand in niedersachsen keine spur…

        • elwu schrieb am 30. September 2010 um 23:18 - Permalink

          kaufpreis hat sich seitdem halbiert… z.b. 160qm, ölbrennwertheizung, gedämmt u. neue 3-fachverglasung, grosses grundstück, momentan 90.000 euro oder 500 euro kaltmiete…

          Na gut dass du das Zeug nicht gekauft hast, und sonst auch niemand. Oder?

      • ega333 schrieb am 1. Oktober 2010 um 03:03 - Permalink

        Na ja! Auch wenn´s unbequem ist, man kann auch auf´s Umland ausweichen. Ist ´eh schöner und es gibt bessere Luft. Hier in Brandenburg sind die Immobilien zur Zeit sehr, sehr günstig!!! Und es sind grade mal 50km bis Berlin, das is ´ne knappe Stunde Fahrweg.
        Wäre ja vielleicht für den Ein oder Anderen ´ne Alternative.

    16. muffin schrieb am 30. September 2010 um 13:35 - Permalink

      Neuste Meldung, in Form von einem Gerichtsurteil, zur Energiespardämmung-Modernisierung, wie man es auch immer nennen will:

      “Gericht: Mieter haftet für Schimmel

      Mieter müssen nach dem Einbau von neu-
      en, dichteren Fenstern mehr lüften und
      heizen, um Schimmel zu verhindern. Tun
      sie dies nicht, haften sie für Schäden,
      wie das Immobilienportal immowelt.de
      mitteilt.
      Erneuert der Vermieter die Fenster in
      einem schlecht sanierten Altbau, so sei
      der Mieter verpflichtet, mehr zu lüften
      und zu heizen, gehe aus einem Urteil
      des Amtsgerichts Nürtingen (AZ: 42 C
      1905/09) hervor.

      Danach muss der Vermieter den Mieter
      nicht einmal auf diese Notwendigkeit
      hinweisen.”

      Ja, so funktioniert Energiesparsamkeit. Man baue isolierfenster ein, nun noch mehr auf die Kosten des Mieters, damit man Energie “spart”. Dabei muss, per Gericht mehr gelüftet und geheizt werden. :-) Der Wahnsinn hat Methode. Man beraubt den Mieter nicht nur einmal(Mieterhöhung), sondern gleich zweimal (weggelüftete Haizungsenergie)… und vergeht sich doppelt an der Umwelt, durch den höheren Energieaufwand und Produktion von Plastikfenstern, Einbau und Entsorgung.
      Das Energiekonzept hat Hand und Fuß, also wirklich.

      • schädlingsbote schrieb am 1. Oktober 2010 um 12:23 - Permalink

        Nun ja man muss ja nicht umbedingt die Heizung voll aufdrehen und dann das Fenster auf Kipp stellen. Schonmal was von Stoßlüften gehört?

      • derHarti schrieb am 1. Oktober 2010 um 12:24 - Permalink

        Zitat
        “Ja, so funktioniert Energiesparsamkeit. Man baue isolierfenster ein, nun noch mehr auf die Kosten des Mieters, damit man Energie “spart”. Dabei muss, per Gericht mehr gelüftet und geheizt werden. :-) Der Wahnsinn hat Methode. Man beraubt den Mieter nicht nur einmal(Mieterhöhung), sondern gleich zweimal (weggelüftete Haizungsenergie)… und vergeht sich doppelt an der Umwelt, durch den höheren Energieaufwand und Produktion von Plastikfenstern, Einbau und Entsorgung.”

        Nichts für Ungut aber da sind Sie einfach schlecht informiert.
        Sanierte Gebäude mit neuen Fenstern haben eine alte Schwachstelle nicht mehr: Undichte Fenster. Deshalb muss der Luftwechsel (der vorher durch die Fugen stattfand), welcher für ein gutes Raumklima notwendig ist, per Lüftung hergestellt werden. Hier meint das Gericht garantiert nicht, dass man das Fenster im Winter die ganze Zeit offen lassen soll. Stoßlüftung ist hier das Stichwort. Sicherlich geht dabei Energie verloren aber die ist vorher massiver durch undichte Fenster entwichen.
        Und sicherlich ist es auch besser konstant zu heizen. Dies soll aber nicht bedeuten, dass man die Heizung auf 5 lässt sondern eine Raumtemperatur herstellt, die einen gewissen Komfort herstellt (ca. 22°C). Bei konstanter Temperatur verbrauchen Sie viel weniger Heizenergie, da Sie keine ausgekühlten Bauteile neu aufheizen müssen.

        Und dass Schimmelbildung auch vom Nutzerverhalten abhängt (und auch zu 100% vom Nutzerverhalten abhängen kann!), ist unbestritten. Dies sollte in die Köpfe der Menschen, da wir in Zukunft in energetisch hochwertigen Häusern leben werden und diese Thematik eine größere Rolle spielen wird.

        Zu Plastikfenstern kann man stehen wie man will, ich finde die Optik nicht sehr schön, aber man muss anerkennen, dass sie sehr langlebig und dicht sind. Und im Gegensatz zu Holzfenstern muss man sie nicht aller paar Jahre neu bestreichen (Farben für Anwendungen im Außenbereich sind meines Wissens nach auch Ölbasiert…)

        Dies ist mein erster Kommentar hier und ich lese deinen Blog schon ne ganze Weile, Jens. Danke für deine Arbeit und die tollen Artikel. Ich gehe mit dir zu 90% konform aber wenn ich “Dämmwahn” muss ich mich melden :) Ich bin Bauingenieur, kenne mich mit Bauphysik und Energieeffizienz ein wenig aus und sehe das alles daher aus einer anderen Perspektive.
        40% der verbrauchten Primärenergie in Deutschland gehen zu Lasten der Bausubstanz. Das ist ein großer Wert und ich fände es schlimm, wenn das so bleibt, da es ein riesiges Einsparpotential gibt. Ich lehne die Reglung der Sanierungskostenumlage, wie eigentlich alles was Schwarz-Gelb beschließt und plant, ab. Trotzdem muss Geld fließen, wenn wir in ein paar Jahrzehnten ohne Kernkraft auskommen wollen/müssen und bei fossilen Energieträgern müssen.
        Natürlich nur wenn die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleibt. Mir geht es nicht darum, jedes alte Gebäude in ein Plusenergiehaus zu verwandeln.

        http://de.wikipedia.org/wiki/Plusenergiehaus#Plusenergiehaus

        Achja eins habe ich hier immer wieder gelesen: Es würde keinen Sinn ergeben Häuser energetisch zu optimieren, wenn die Heizkosten ständig steigen und dadurch der erzielte Gewinn durch sparsameres Heizen aufgebraucht wird. Tut mir leid, da verabschiedet sich bei mir die Logik. Ich dachte es geht darum Ressourcen zu sparen? Vielleicht kann mir das ja mal jemand erklären…

        • Stefan K. schrieb am 1. Oktober 2010 um 15:42 - Permalink

          Vielleicht kann mir das ja mal jemand erklären…

          Der Logikfehler liegt nicht im Sparen von Ressourcen, sondern die Heizkosten wären genau um denselben Faktor höher als wenn nicht sarniert wird.

          Gern geschehen)!

          • derHarti schrieb am 1. Oktober 2010 um 19:54 - Permalink

            Zitat:
            “Der Logikfehler liegt nicht im Sparen von Ressourcen, sondern die Heizkosten wären genau um denselben Faktor höher als wenn nicht sarniert wird.”

            Ich geh davon aus, dass Sie die Mietkosten meinen?
            Das ist mir schon klar, aber lieber mehr Kaltmiete als mehr Verbrauch. Dass die Heizkosten immer mehr steigen ist eine Frechheit, die separat diskutiert werden sollte. Sonst bekomme ich noch Schaum vorm Mund :)

            Ich gebe auch gerne zu nicht immer alles sofort zu verstehen. Wenn ich wieder daneben liege hätte ich gern eine ausführlichere Erklärung, muss aber nicht ;)

            • Stefan K. schrieb am 3. Oktober 2010 um 11:25 - Permalink

              Es würde keinen Sinn ergeben Häuser energetisch zu optimieren, wenn die Heizkosten ständig steigen und dadurch der erzielte Gewinn durch sparsameres Heizen aufgebraucht wird.

              Ich meinte dieses Zitat und diesen Logikfehler auf den Du nicht eingegangen bist, sondern mit dem Sparen von Ressourcen argumentiert hast;).

        • titus schrieb am 1. Oktober 2010 um 15:44 - Permalink

          Ich dachte es geht darum Ressourcen zu sparen?

          herr bauinschenör, sie mögen ja in allem recht haben, aber was gehen einem niedriglöhner die ressourcen an, wenn er jahr für jahr weniger zum überleben hat…?
          da wird seine bude saniert, seine miete steigt, eine recht bescheidene heizkostenersparniss wird im nächsten jahr für höhere energiepreise wieder aufgezehrt…
          beim hartz4 pöbel ist es noch schlimmer, die miete steigt und schwupps ist die bude nicht mehr angemessen und er darf aus seinem regelsatz zuschiessen oder umziehen, falls er überhaupt noch was angemessenes findet…

          den luxus der ressourceneinsparung muss man sich auch erstmal leisten können…

          • Stefan K. schrieb am 1. Oktober 2010 um 15:52 - Permalink

            Wir nähern uns offensichtlich den Zeiten der Wilhelminischen Ära, in der die Ärmsten in Berlin die neu gebauten Wohnungen ein Jahr trockengewohnt haben, um dann in das nächste Loch weiterzuziehen.

          • derHarti schrieb am 1. Oktober 2010 um 20:04 - Permalink

            Recht haben Sie!

            Ein wenig zu meiner Geschichte. Vor einem 1,5 Jahren fertig mit studieren, danach 1 Jahr Hartz 4 und jetzt für 1400,- € Brutto bei 40 Std. die Woche.
            Mir ist finanzielle Not nicht unbekannt und auch jetzt sieht es Mitte des Monats eher mies aus.

            Es sollte nicht der Eindruck entstehen, dass ich von oben herab schreibe.
            Wenn es nach mir geht, sollte jeder Mensch in Deutschland genug Geld zum Leben haben. Und damit meine ich ein würdevolles Leben in einer ordentlichen Behausung. ;)

    17. Duisburger schrieb am 30. September 2010 um 13:42 - Permalink

      Die Hausbesitzer werden per Gesetz gezwungen, ihre Hütten zu dämmen.

      M.W.n. ist die Modernisierung freiwillig, war aber in einer früheren Version verpflichtend.

      Eine Modernisierungszwang wäre richtig lustig geworden…Das hätte zu wahnsinnigen Verwerfungen am Wohnungsmarkt geführt. Eigentlich unkalkulierbar.

      Darüber hinaus noch eine ganze Reihe Spezialfragen, für die Extralösungen zu finden wären. Nur mal als Stichworte: Denkmalschutz, finanzielle Engpässe der Besitzer, überhaupt Eigentümerstruktur (besonders spaßig bei Erbengemeinschaften mit tlw. Sitz im Ausland oder ehemaligen Fondsobjekten (insbesondere wenn es ausländische Investitionsobjekte waren gaaaaanz besonders interessante Eigentümerstrukturen und Verantwortlichkeiten:P), Leerstand usw….

      Interessant finde ich, dass der Spiegelfechter schreibt:
      “Offen ist auch, ob die Möglichkeit der Umlagefinanzierung auch rückwirkend greift.”

      Wo hast Du das her? Normalerweise gilt Wärmedämmung als Modernisierung und beinhaltet daher auch ein Sonderkündigungsrecht…

    18. Stefan K. schrieb am 30. September 2010 um 13:50 - Permalink

      Das leuchtet ein, es ist jedoch fraglich, ob eine Aussensanierung, die zwischen 100 und 400 Euro pro Quadratmeter Fassadenfläche kostet, ohne Zuschüsse überhaupt über die gesparten Heizkosten refinanzierbar ist.

      Die polemische Schwarz-Weiß-Sicht unterschlägt natürlich die Wirtschaftlichkeit. Es ist im Bestandsbau der Jahrundertwende, der das Gesicht der Stadt prägt, schon viel getan, wenn die Oberdecken und gerade in Blockrandbebauung alle Fassaden ohne Fensteröffnungen – Giebelwände an Baulücken und durch Entkernung entstandenen Lücken im Inneren des Blocks – energetisch saniert werden.
      Eine erhöhte Umlage auf die Mieter ist m.E. vollkommen unsinnig und erhöht die Fluktuation zusätzlich, denn in der gesamten Armotisationszeit bleiben die wenigsten ihrer Mietwohnung treu. D.h. die Armotisation kann nur Objektgebunden betrachtet werden. Alles andere wäre eine zusätzliche Belastung der Mittelschicht, der sich nach Selbstdarstellung der Regierungskoalition eben diese verpflichtet fühlt.

      • Spiegelfechter schrieb am 30. September 2010 um 13:53 - Permalink

        Die polemische Schwarz-Weiß-Sicht unterschlägt natürlich die Wirtschaftlichkeit. Es ist im Bestandsbau der Jahrundertwende, der das Gesicht der Stadt prägt, schon viel getan, wenn die Oberdecken und gerade in Blockrandbebauung alle Fassaden ohne Fensteröffnungen – Giebelwände an Baulücken und durch Entkernung entstandenen Lücken im Inneren des Blocks – energetisch saniert werden.

        Sehr richtig und genau darum male ich ja auch nicht schwarz-weiß. Genau diese “Einzelmaßnahmen” – die ich explizit als sinnvoll bezeichne – werden ja eben nicht(!) mehr gefördert. Dafür aber Komplettsanierungen, die – wie Du richtig sagst – vor allem im Bestandsbau der Jahrhundertwende ganz einfach unsinnig sind, da sie a) das Stadtbild verschandeln und sich b) wirtschaftlich oft nicht rechnen.

        • Stefan K. schrieb am 30. September 2010 um 13:54 - Permalink

          Du warst mit Deiner Antwort schneller als ich mit meinem Beitrag;).

          Ich habs halt nochmal in meinen Worten zusammengefasst.

          “Den” Energieberater gibt es übrigens nicht – idealer Weise ist es allerdings ein Architekt mit Zusatzqualifikation, dem die Gestalt etwas bedeutet und der spielerisch mit den Bauelementen umgehen kann.

          Gefördert werden die Einzelmaßnahmen nicht mehr, aber immerhin gestattet die EneV diese noch.

    19. Dierk schrieb am 30. September 2010 um 15:12 - Permalink

      Jens, nur zum Verständnis, da meine VoWi-Zeit schon länger her ist, gelten heute alle notwendigen Lebenshaltungskosten als Brutto? Früher war das nur das Nettogehalt plus Sozialabgaben plus Steuern [bzw. andersherum, genau genommen ist Netto ja Brutto minus SozAb und St], Miete, Lebenshaltungskosten, Notgroschen, Spareinlagen wurden alle vom Netto bezahlt.

    20. unschuldvomland schrieb am 30. September 2010 um 15:37 - Permalink

      Leider muss man auf wikipedia zurückgreifen, um in einem relativ kurzem Text einen Überblick zu den Energieinsparverordnungen 2002, 2007 und 2009 zu erhalten:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Energieeinsparverordnung
      Wer`s offiziell mag:
      http://www.dena.de/
      Es gibt die deutsche Energieagentur, die über sich selbst veröffentlicht: “Die Gesellschafter der dena sind die Bundesrepublik Deutschland, die KfW Bankengruppe, die Allianz SE, die Deutsche Bank AG und die DZ BANK AG. Als GmbH agiert die dena kosten- und leistungsorientiert. Sie finanziert ihre Projekte in erster Linie durch Public Private Partnership (PPP), also durch öffentlich-private Partnerschaften.”
      Noch Fragen ?
      Wer m.E. Besseres über Ökologisches Bauen für Gegenwart und Zukunft lesen will:
      http://www.passiv.de/
      Die Bewohner von Wohnungen mit Passivhaustechnologie sind seit 1995 weder erstickt noch verschimmelt.
      Man wird sich nur mit dem Gedanken anfreunden müssen, dass auch im Hausbau technologische Entwicklungen stattgefunden haben (und noch werden). Und luftdichtes Dämmen allein ist bauphysikalisch einfach undurchdacht. Wieso jetzt “Dämmwut” als Modewort auftaucht, ist mir unerklärlich. Ein bißchen Info und schon ist man klüger. Aber das ist wohl zu viel verlangt.
      Übrigens, die EU hat (also alle EU-Regierungen einstimmig) das Nullenergiehaus ab 2019 im Neubau als Richtlinie vorgegeben:
      http://www.tga-fachplaner.de/TGA-2009-6/2019-nur-noch-Nullenergiehaeuser,QUlEPTI0NzA2NSZNSUQ9MzAwMDI.html
      Im Original (natürlich für einen Laien unverständlich formuliert):
      http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2010:153:0013:0035:DE:PDF

    21. Lars schrieb am 30. September 2010 um 17:03 - Permalink

      Formal ist das korrekt, jedoch geht es darum bei dem Spruch “mehr Netto vom Brutto” ja auch nicht. Der Satz entstand deshalb, weil er dem Bürger suggerieren sollte, dass ihm mehr von seinem Gehalt zum Leben und konsumieren bleibt.
      In den letzten Jahren wurden aber vor allem neue Bereiche eingeführt, die das übrig bleibende Geld noch weiter verringern (Privatisierung der Rentenvorsorge, KK-Zuschläge, diverse Umlagen auf die Mieter etc.). Natürlich wird all das vom Netto abgezogen und nicht vom Brutto, das kann dem Bürge raber letztendlich egal sein, denn es fehlt ihm in jedem Fall.

    22. R_Winter schrieb am 30. September 2010 um 17:55 - Permalink

      Wer will schon ein schönes altes Haus, das mit Stuck und Intarsien aus der Gründerzeit verziert ist…….

      Es gibt von Nord nach Süd noch einen wesentlichen Unterschied in den Hausfassaden:
      Klinker zu Glattputz. Wie werden/sollen dann die Klinkerfassaden isoliert werden?

      Im Übrigen bezweifle ich die betriebswirtschaftlichen Fähigkeiten dieser Regierung.
      Seit dem 30.9.2010 sind die Zuschüsse für Fotovoltaik-Stromerzeugung weiter eingeschränkt. Dieses bedeutet Arbeitsplatzverluste und Existenzvernichtungen in Deutschland.
      Ungereimtheiten überall.

      • elwu schrieb am 30. September 2010 um 20:04 - Permalink

        Seit dem 30.9.2010 sind die Zuschüsse für Fotovoltaik-Stromerzeugung weiter eingeschränkt.

        Ja, leider viel zu gering und viel zu spät. Aber immerhin ein Anfang.

    23. Lazarus09 schrieb am 30. September 2010 um 18:27 - Permalink

      Die Idiotie hat System und Methode seit Jahren..

      1. Viele bekommen keine Finazierung zum Erwerb einer Immobile duerfen aber Wuchermieten zahlen..ihr leben lang,dafuer sind sie gut genug. Statt irgendwann raus aus der Mietmuehle und Kapitalaufbau fuers Alter muessen sie als Melkkuehe der Investoren herhalten,sonst wuerde das schoene Profitsytem nicht rentabel funktionieren.

      2. Das fuehrt auch die Maer des Vermieters als selbstlosen Heisbringer,der den Habenichtsen ein Dach ueber dem Kopf bietet ins absurde. Deutschland ist ein Volk von Mietern und das soll zum Wohle weniger auch so bleiben.

      3. Die lobbyistische Parteiendemokratur samt seiner abgehoben und ueberversorgten Vertreter agiert zum Wohle der Investoren und Anleger im Immobilenbereich indem sie bezahlbaren Wohnraum privatisiert sich vom oeffentlichen Wohnungsbau zurueckzieht und
      Wohnraum vernichtet bei zu grossem Angebot.

      4. Statt in bezahlbaren Wohnraum zu investieren und so fuer den Staat Werte zu schaffen , fuer die welche mit niedrigem Einkommen auskommen muessen und definitiv kein Eigentum abzahlen koennen, werden ueber Mietzuschuesse und Mietzahlungsuebernamen die Privaten Investoren bedient um deren Reichtum zu mehren.

      5. Die neue Regelung nun ist nur ein neuer Streich um auf Kosten der Mieter, wenige zu bereichern, und passt Einwandfrei in die bisherige Richtung der Politmarionetten egal welcher Colour

      Erstaunlich nur wie gelassen der Deutsche Michel dieses Trommelfeuer der Grausamkeiten ueber sich ergehen laesst…die letzten 20 Jahren wurde ausschliesslich zum Nachteil der Bevoelkerung und sehr zum Wohl einiger weniger die sich die ” Maerkte ” nennen lassen beschlossen. Die Farbe des Vereins spielte dabei nicht die geringste Rolle was die rethorische Frage aufwirft :

      IST DIE DEMOKRATIE KAEUFLICH, WENN JA UND DAS DUERFTE UNBESTRITTEN SEIN , WIE WEHREN SICH DIE GEGEN DIE SICH DIE ( SCHEIN )DEMOKRATIE RICHTET ?

      • elwu schrieb am 30. September 2010 um 20:02 - Permalink

        Viele bekommen keine Finazierung zum Erwerb einer Immobile duerfen aber Wuchermieten zahlen

        Naja, wer Wuchermieten zahlt kann sich eine andere Wohung suchen, es herrscht bis auf wenige lokale/regionale Ausnahmen ein Markt, in dem die Mieter bestimmen.

        Zum anderen ist es nicht sinnvoll, dass zu finanzschwachen Menschen die Finanzierung einer Immobilie ermöglicht wird, denn wozu das führt, hat die Welt in den letzten Jahren leidvoll bezahlen müssen.

        • Lazarus09 schrieb am 30. September 2010 um 20:31 - Permalink

          Vielleicht hab ich mich zu knapp ausgedrueckt….Die finanzschwachen sollen bezahlbaren Wohnraum aus Staatshand bekommen statt in Privaten Buden zu uebrhoehtem Mietpreis wo auf Steurzahlers Kosten Rattenloecher versilbert werden und die Gewinne abgeschoepft werden…..

          Fuer die andern ist das mit dem ” andere Wohnung suchen ” auch nicht so einfach..da flaechendeckend der selbe Schrott zum selben Quatratmeterpreis angepriesen wird .. Kartell wie bei allem..Moin Herr Nachbar
          Rhein Main Gebiet …. minimum 10 Euro der Qautratmeter egal wo welcher Zustand ;-)
          Freie Marktwirtschaft ist tot … gelenkte Marktwirtschaft ist HEUTE

          • elwu schrieb am 30. September 2010 um 20:56 - Permalink

            Die finanzschwachen sollen bezahlbaren Wohnraum aus Staatshand bekommen

            Naja, die Staatshand, das sind ja genaugenommen primär die abhängigen Arbeitnehmer vorrangig der Mittelschicht, die da die Masse an Geld reingeben. Und raus geht es an alle anderen. Ich zweifle daran, dass das noch lange gut gehen kann so.

            Davon ab steht es außer Frage, dass es bezahlbaren und angemessenen Wohnraum für alle geben muss. Im Wesentlichen gibt es den, und zwar mehrheitlich zur Verfügung gestellt von den von manchen so verächteten privaten Vermietern.

            • Lazarus09 schrieb am 30. September 2010 um 22:59 - Permalink

              Ja,, raus geht das Geld der Mittelschicht hauptsaechlich fuer Profitgeile Baenker und Anleger ;-) das Problem sind doch weniger die Dank mieser Politik zahlungsunfaehigen Schuldner als die Ueberbewerteten Objekte an denen sich einige wenige goldene Nasen verdient haben ….aber lassen wir das.

              siehe 24. —>

      • Heldentasse schrieb am 30. September 2010 um 20:21 - Permalink

        IST DIE DEMOKRATIE KAEUFLICH, WENN JA UND DAS DUERFTE UNBESTRITTEN SEIN , WIE WEHREN SICH DIE GEGEN DIE SICH DIE ( SCHEIN )DEMOKRATIE RICHTET ?

        Nun ja eine wirklich fundierte und objektive Antwort wäre wohl einige Promotionen wert. Meine Sicht auf diese IMO gute (obwohl rhetorische) Frage ist viel einfacher, und deshalb auch subjektiv:

        In meinen Augen ist unsere Demokratie grundsätzlich reformfähig, d.h. durch entsprechende Mehrheiten könnte sich schon was zum Besseren ändern. Warum es diese Mehrheiten nicht gibt, liegt u.a. an einer systematische und andauernde durchgeführte Beeinflussung durch die Massenmedien&Co. (z.B. Bertelsmannstiftung), die Nachdenkseiten von Albrecht Müller berichten immer wieder darüber. Früher – vielleicht noch vor 20 Jahren – waren diese demokratiefeindlichen Manipulationen subtiler, mittlerweile sollte eigentlich jeder Depp merken was da abgeht tut er aber leider nicht.

        Ein anderes Problem ist m.E. die aktuelle Ausrichtung der SPD. Die wenn man gutartig denkt noch als linker Flügel der Union durchgeht, böse Zungen behaupten die SPD- Seeheimer, die lange Zeit die Politik dieser Partei bestimmten und vielleicht sogar heute noch den Ton angeben haben unter dem „S“ozialen Deckmantel eine neoliberale Politik verfolgt. Die Folge daraus sind geringe Wahlbeteiligungen mit der zwangsläufigen Überbewertung der extremen Parteien, für mich sind das aber eher die Gelben als die Dunkelroten. Meine Fazit: Die SPD hat (leider) total versagt!

        Mein Wunsch(traum?) ist es, dass DIE LINKE erwachsen wird und die SPD wieder das macht was der Parteiname suggeriert, dann würden beiden Parteien soviel Wähler „abgreifen“ das „der kleine Mann“ [tm] seine Interessen erfolgreich vertreten sieht. Realistisch ist aber wohl eher, dass die mannigfaltigen „Eiterherde“ aufbrechen und der teutsche Michel es mal wieder diversen Sündenböcken – und im Enddefekt damit auch sich selber – so richtig besorgt. :-(

      • H. Müller schrieb am 1. Oktober 2010 um 19:32 - Permalink

        Volle Zustimmung.

        Die Kommunen werfen den Privatvermieter noch unverschämt hohe Mieten in den Rachen, da sie nicht mehr über eigene Wohnungen für Unterkunftslose verfügen. Da kann es schon mal passieren, dass für eine mehr-köpfige Familie pro Monat tausende von Euro Miete für ein Rattenloch bezahlt werden. Es werden pro Kopf und Tag 40,– Euro und mehr bezahlt.

        Gruß

        H. Müller

    24. Beate schrieb am 30. September 2010 um 19:42 - Permalink

      Millionen wohnen in Sozialwohnungen.

      Im Sozialbudget ist Wohnen mit 20 Milliarden für 2008 aufgeführt.

      http://www.bpb.de/wissen/I4WOAW,0,0,Sozialbudget.html

      Ohne dass unterschieden wird, in Baugeld, Wohngeld, sozialer Wohnungsbau etc.

      Aber so zu tun.
      Wir bräuchten diese Sozialwohnungen nicht mehr, weil ja soviele Bruchbuden leerstehen ist haarsträubend.

      Je weniger jetzt gebaut wird, desto mehr Mieterhöhungen gibt es in der Zukunft.

      Gibt es denn irgendeine Rechnung , die die Einsparungen durch weniger Zahlungen an die Rohstoffländer, den Kosten im Inland gegenüberstellt?

      Sind das überhaupt Kosten wenn für die Arbeiten Arbeitslose genommen werden?

    25. schwitzig schrieb am 30. September 2010 um 21:17 - Permalink

      @duisburger

      Mag ja sein, dass Du in einer Hochpreislage und/oder gefragten Wohngegend wohnst. Dann können Mieten auch exorbitant gestiegen sein. Aber die durchschnittliche Nettokaltmiete ist es in Deutschland seit Jahren definitiv nicht!!!

      Ich habe mir die Statistiken noch nicht durchgelesen – allerdings muss ich dazu sagen, dass ich sowieso davon ausgehe, dass der überwiegende Anteil von staatlichen Statistiken gefälscht ist :-). Aber vielleicht ist ja trotz Demokraturfaktor noch ein wenig Wahrheit in den Zahlen übrig geblieben – daher werde ich sie mir zumindest mal ansehen.

      Zu den Kaltmietepreissteigerungen (Nebenkosten außer Heizkosten sind da übrigens statistikfälschenderweise nicht enthalten):
      Ich kenne quer durch Deutschland (außer in Bayern) Menschen in den unterschiedlichsten Wohngegenden und mir ist kein einziger Mieter bekannt, bei dem die Kaltmiete in den letzten 15 Jahren nicht wenigstens um ein Drittel gestiegen wäre. Daher deckt sich mein Erfahrungsbild nicht im geringsten mit dem Deinigen Statistikbild. Aber vielleicht sind das ja auch alles Einzelfälle.

      Nachtrag:
      Habe mir gerade die “Statistiken” angesehen … mit Verlaub, das ist ja schon methodisch völliger Mumpitz. “Verbraucherpreisindex” und “allg. Lebenshaltungskosten” als Vergleichsmassstab für den Zuwachs zu nehmen, ist nicht nur angesichts der Tatsache, dass insbesondere diese Erhebungen einem starken Demokraturfälschungsprozess unterworfen sind, hanebüchen. Wenn wenigstens der prozentuale Anteil am durchschnittlichen Nettogehalt unter Berücksichtigung der Lohnentwicklung ausgewertet worden wäre – aber das da ist ja bestenfalls Aussagelos.

    26. Paule schrieb am 30. September 2010 um 23:35 - Permalink

      @ 16. Das Urteil, wonach fleißig gelüftet werden soll, ist ein hübsches Beispiel, was in deutschen Gerichtssälen so alles abgeht. Sicherlich erwähnt die Urteilsbegründung mit keinem Wort, wie viele Bausünden beim Sanieren möglich sind, besonders wenn Geld statt Fachwissen das Handeln bestimmt. Und dann hilft nicht mal Durchzug.

      Also vorher schlau sein, Energieberater konsultieren. Am besten (Vorsicht Satire) den Bezirksschornsteinfeger. Die selbsternannten Glücksbringer qualifizieren sich gerade im großen Stil zu Energieberatern wegen der zunehmenden Kritik an ihren Pfründen, dem Milliardengeschäft mit gesetzlich verordneten Scheindienstleistungen.

    27. Permanent schrieb am 30. September 2010 um 23:40 - Permalink

      Mal wieder ein aktueller und wie ich finde wichtiger Artikel von Dir Jens.

      Doch die Frage bleibt. Was will uns diese Aussage der Kanzlerin wirklich sagen? Was steckt wirklich dahinter? Wieder so ein Kuckucksei, das wir ausbaden dürfen?

      Es betrifft sicherlich meist diejenigen Mieter, die wenig Einkommen haben und somit auch die Erhöhung als extreme Belastung ansehen. Seit Jahren stagniert – wie auch bereits von Dir berichtet – der Lohn- und Gehaltsbereich, was nicht abhängig ist von Ausbildung oder Berufsjahren. Immer geringere Löhne und Gehälter bei immer steigenderen Mieten und Fixkosten sind ein echtes Problem. Nicht nur H4ler müssen sich da um ihre Zukunft Gedanken machen.

      Was ich vermute ist ( kein VT oder sowas ), dass die Einkommensschwachen aus den Ballungszentren ausgegrenzt werden sollen. Wenn unsere Regierung wirklich etwas von Klima und Umwelt halten würde, dann wäre sicherlich etwas anderes herausgekommen als Atom-Deal, Auslagerung von Industrie und Handwerksfertigung ins Ausland, weil gerade durch den Import dieser Güter weit mehr Ressourcen verbraucht werden, als nötig wären. Rohstoffe, die wir manuell nicht herstellen können, weil sie einfach zu “natürlich” entstanden sind und wir -einfach gesagt- nicht das Zeug dazu haben, diese herzustellen.

      Bei aller Zustimmung für den Klimaschutz und die Dämmung bin ich mir sicher, die Kanzlerin hat mit ihrem Vorstoß etwas anderes im Sinn. Das juckt mir eindeutig zuviel in meinen Fingern.

    28. Benedikt schrieb am 30. September 2010 um 23:46 - Permalink

      Ich glaube du hast Merkel und die CDU völlig falsch Verstanden!!! Das Ziel der Gesetzes ist nicht, dass die Häuser gedämmt werden sollen.

      Das Prozessrisiko bei Mieterhöhungen nach Renovierungen soll einfach nur beseitigt werden. Die größten Profiteuere des Gesetzes ist nicht das Mitglied der Vermieter von 2. Wohnungen, sondern die Investoren, die ganze Wohnblocks kaufen oder Altbauten in Luxus Mietwohnungen umwandeln. Die Investoren haben auch die beste Lobby.

      Die Luxus Sanierer sparen sich die Anwaltskosten und die Abfindungen für der Altmieter. Der Altmieter muss nach der Gesetzesänderung sowieso die volle Miete zahlen. Eine Reele Chance zu klagen wird es wohl nicht mehr geben. Da die meisten Mieter eh nach der kräftigen Erhöhung das weite suchen werden, könnte man auch gleich die Mietwohnungen in eine Eigentumswohnungen umwandeln. Das Luxus saniereren dürfte in Zukunft praktisch Risikofrei sein. In Zukunft kann eine Luxus Sanierung jeder der Geld hat durchführen. Bisher muss man die richtigen Methoden der Entmietung drauf haben.

      Die Investoren von Wohnblöcken können einfach für einen ganzen Block eine Mietpreiserhöhung festsetzen ohne Prozesrisiko. Mit diesem Gesetz dürften nur noch die Dummen gegen eine Erhöhung vorgehen. Die Vermieter sind die Herren der Unterlagen. Da wird alles als Energetische Maßnahme deklariert und fertig. Die Rechnungen zu kontrolieren ist auch einfach zu aufwendig. Die Mieter haben auch hier nur die Möglichkeit zu zahlen, oder zu gehen.

      Mit diesen Gesetz werden nur die Investitionen in Mietwohnungen abgesichert, und nicht die Umwelt geschützt.

    29. Vogel schrieb am 1. Oktober 2010 um 09:11 - Permalink

      Danke für Info, sehr guter Post (wie gewohnt :-D), aber bitte nich das Kind mit dem Bad ausschütten:

      [...] Vermietern gestattet, die Sanierungskosten künftig verstärkt auf die Mieter umzulegen [...]

      Hm, wer soll denn sonst die Kosten für die Sanierung tragen, auf wen könnte den alt. umgelegt werden, wenn nicht auf die Mieter?

      [...] die Kaufkraft der Bevölkerung wird weiter sinken [...]

      Ja, wenn die Mieter die Kosten für die Dämmung tragen müssen, dann sparen sie nicht nur Energiekosten, sie können auch nicht mehr soviel Geld zum Discounter tragen ;).

      [...] es ist jedoch fraglich, ob eine Aussensanierung, die zwischen 100 und 400 Euro pro Quadratmeter Fassadenfläche kostet, ohne Zuschüsse überhaupt über die gesparten Heizkosten refinanzierbar ist.

      heutige Preise fortgeschrieben, sicher nicht – zukünftige Kosten und Kostensteigerungen einkalkuliert, vielleicht doch?

      Nach heutigem Stand [...]

      eben! Vllt. muss nur das Verhältnis Wertzuwachs beim Eigentümer und Ersparnis beim Verbraucher (Mieter) besser justiert werden? Und immer dran denken: Energie wird teurer werden! (Fußnote zum Wertzuwachs: Wer entschädigt oder fördert Eigentümer, wenn, durch Abnahme der Bevölkerung, in Zukunft mehr und mehr Leerstände zu erwarten sind?) Es ist idT nicht besonders charmant, dass Wohneigentümer über Förderung, Abschreibung und Umlage “Geld verdienen” können. Wäre das nicht so, würden wahrscheinlich sehr viel weniger Wärmedämmmaßnahmen ergriffen werden. Wem wäre damit gedient? Vermutlich nur den Energieversorgern, unseren “Atombombern”.

      Augenwischerei

      Ab hier hast Du natürlich recht, da läuft einiges, tigerententypisch, aus dem Ruder! Eine Erhöhung der Umlage sollte keinesfalls kommen dürfen!

    30. Huuh (rrah) schrieb am 1. Oktober 2010 um 09:42 - Permalink

      @ Spiegelfechter

      “Vor wenigen Wochen strich die Regierung ihre Förderprogramme für die wärmedämmende Sanierung von Altbauten, nun wälzt sie die Kosten auf die Mieter ab.”

      Irgendwie klingt das immer noch, als wärest du darüber erstaunt.

    31. carlos manoso schrieb am 1. Oktober 2010 um 12:32 - Permalink

      Doch was will die Regierung eigentlich zusätzlich ankurbeln?

      Der Modus operandi ist klar erkennbar.

      Nehmen wir als Beispiel mal die meisten der in den letzten 15 Jahren gegründeten mittelständischen Unternehmen. Die Banken haben in kleinen Steps das Wachstum dieser Firmen finanziert und dabei ihre Zinskonditionen (aus ihrer Sicht) step by step immer mehr verbessert. Betriebswirtschaftlich richtig müssten diese Unternehmer nun einen extrem scharfen Konsolidierungskurs einschlagen. d.h. Mitarbeiter entlassen, mehr aus dem “Rest” herauspressen und weniger vergüten, um mit dem freien Cash ihre Abhängigkeit von den Banken verringern. Diesen brutalen Kurs fahren mittelständische Firmen in Deutschland momentan auf breiter Front.

      Gegenläufig bieten die Exportmärkte derzeit Chancen (bzw Versuchungen), exportorientierte Unternehmen wieder verstärkt in die Abhängigkeit von der Banken treiben und so zum Wachsen, Untergehen oder Verkauf an Konzerne zu verurteilen. Das Baunebengewerbe agiert bekanntlich überwiegend lokal/national und eng verwoben mit den Banken. Die schwarz/gelbe Bundesregierung vergrößert nun die Investitionsanreize für Immobilieneigentümer, indem die Umlage von Investitonen auf die Mieter per Gesetz ermöglicht wird. Dies bedeutet natürlich nichts anderes, dass diese Investitionen von den Banken vorfinanziert werden, wobei die „sanierten“ Immobilien von den Banken teilweise als Sicherheiten verlangt werden.

      Die “Freiwilligkeit” der Immobilieneigentümer, Investitionen in Wärmedämmung zu tätigen, wird nun bestimmt von der Möglichkeit, die Investitionen tatsächlich auf die Mieter umzulegen und von den freien Sicherheiten, die sie den Banken geben können. Da die Regierung international Klimaziele zugesagt hat, wird sie im Zuge fallender Immobilienwerte im nächsten Step die Immobilieneigentümer zwingen „müssen“, mit Hinweis auf diese „Klima-Ziele“ die Investitionen in die Wärmedämmung per Gesetz gezwungen durchzuführen. Denn die Bundesregierung weiß, daß nur auf diese Weise immer größere Immobilienbestände als Sicherheiten bei den Banken landen werden. Sofern –wie absehbar- der Wert der Immobilienbestände noch weiter verfällt, werden die Banken a) weitere Sicherheiten verlangen und b) immer höhere Zinskonditionen für Investitionsdarlehen in Wärmedämmungsmaßnahmen verlangen. Im Ergebnis werden –wie in den USA- die Banken immer größere Teile des Immobilienvermögens in Deutschland in ihr Eigentum bringen und die Mieter als finanzielle Geiseln kontrollieren.

      Parallel dazu werden die steigenden Mieten in Teilen immer mehr das Sozialbudget des Staates belasten und die Abhängigkeit des Staates (und der Bürger) von den Banken weiter verstärken. Damit wird die politische und die finanzielle Macht immer mehr verschmelzen in “Machtzentren”, denen eine wachsende „demokratische“ Ohnmacht gegenüberstehen wird, (weshalb ja auch die Wehrpflicht abgeschafft werden muß und eine Berufsarmee ein ganzes Land am Hindukusch als Truppenübungsplatz behalten muß).

    32. Groo schrieb am 1. Oktober 2010 um 12:34 - Permalink

      Also, ich stosse mich erstmal am Begriff ‘Dämmwahn’.

      Achtung! Das wird eine Fahrt ins Grundsätzliche!
      Also bitte anschnallen!

      Die Zusammenhänge sind doch etwas andere:

      a) der CO2-Ausstoss bis ca 2050 muss um ca 90% reduziert werden.
      Idealerweise müssten dann alle Gebäude Energie/CO2-neutral sein.
      Und nicht nur die. Dann bleibt uns noch ein bisschen für industrielle Produktion, Distribution, Forschung.

      b) der verdeckte Zinsanteil in allen ökonomischen Aktivitäten macht >ca 40% -manche sagen: >50%- aus.

      c) Gebäude sind gesamt zu ca 50% abgeschrieben, sind – mit diesem Prozentsatz- reine Zins-/Umverteilungsmaschinen. Bleibt nur der Erhaltungsaufwand.
      Wenn der über KfW etc zinsgünstig finanziert wird, und der Löwenanteil auf die Mieter umgewälzt werden kann, ist das schlicht wieder ein Bausteinchen für verdeckte Umverteilung von unten nach oben.

      So.

      Wenn das so ist, was können wir daraus schliessen?
      (a) ist kein Wahn, sondern eine Notwendigkeit.
      Ausser wir hinterlassen buchstäblich verbrannte Erde.
      Es geht darum, das weitsichtig und optimal zu gestalten.

      (b)/(c) sind die Treiber, die man angehen KÖNNTE.
      Über eine wohldurchdachte langfristige (Null-/Negativ-)Zinspolitik, oder man steigt aus dem zinsbasierten-System überhaupt aus.

      Was aus bekannten, und täglich besser sichtbaren Gründen nicht passieren wird.

      Das ist eine Catch-22-Situation.
      Bitter, aber man sollte das wenigstens erkennen.

      Nur als Beispiel:
      Mittlerweile (2010) leben 77% der Amis from paycheck to paycheck.
      http://www.bizjournals.com/sacramento/blog/numbers/2010/09/are_you_living_paycheck-to-paycheck.html
      Deutsche Zahlen sind mir nicht bekannt, aber recht viel besser dürften sie nicht sein.

      Was bedeutet das?
      Dass wir in einer ca 80-20-0,1% Gesellschaft leben (Achtung: Rundungsfehler).

      Die unteren 80% bedienen nur die Zinspumpe, und können sich eigentlich garnichts leisten
      was über ein paar Monate rausgeht.
      Und das definiert unsere Spielräume!

      Also bitte keine Strohmänner aufbauen.

      Und jetzt sage bitte keiner, dass das off-topic wäre!
      Das ist nämlich das eigentliche Agens!

      Wenn wir das nicht erkennen, wirds echt zappenduster!

      Eine komplett hirnverbrannte Gesellschaft, wo die einen (80%) die Externalitäten nicht erkennen, weil sie wg. Hamsterrad keine Zeit haben, nachzudenken, und die anderen (20%-0,1%) glauben, es sich im ‘System’ bequem machen zu können, weil ihnen ihr Geldbeutel das sagt, und sie deshalb meinen, die Externalitäten getrost ignorieren zu können, und diese sonderbare Truppe von ‘Leistungsträgern’ sogar noch glaubt, den IQ haufenweise zu haben!

      How dumb can you get?

      Schaut mal über den Teller-Rand: betrachtet das Ganze! – oder seit ihr auch schon gedanklich in einem anderen Universum, wie das der Schwätzer in chief Hawking postuliert?

      • carlos manoso schrieb am 1. Oktober 2010 um 16:30 - Permalink

        @groo

        Eine komplett hirnverbrannte Gesellschaft, wo die einen (80%) die Externalitäten nicht erkennen, weil sie wg. Hamsterrad keine Zeit haben, nachzudenken, und die anderen (20%-0,1%) glauben, es sich im ‘System’ bequem machen zu können, weil ihnen ihr Geldbeutel das sagt, und sie deshalb meinen, die Externalitäten getrost ignorieren zu können, und diese sonderbare Truppe von ‘Leistungsträgern’ sogar noch glaubt, den IQ haufenweise zu haben! How dumb can you get? Schaut mal über den Teller-Rand: betrachtet das Ganze!

        Sigmund Freud schrieb 1927: “die Stimme des Intellekts ist leise, aber sie ruht nicht, ehe sie sich Gehör geschafft hat. Am Ende, nach unzählig oft wiederholten Abweisungen, findet sie es doch. Dies ist einer der wenigen Punkte, in denen man für die Zukunft der Menschheit optimistisch sein darf .“ Beweis: Das “System” “weiß”, warum es sich auf den „war on terror“ einschießt.

        Und jetzt sage bitte keiner, dass das off-topic wäre!
        Das ist nämlich das eigentliche Agens!

        Exponentiell wachsende Wertschöpfung bedingt exponentiell wachsende Ansprüche an begrenzte Ressourcen, exponentielle Lähmung der globalen Lebenserhaltungssysteme der Biosphäre. Die Idee von Reformen INNERHALB des Systems wird sich so gesehen in baldiger Zukunft von selbst erledigen

        Letztlich geht es um den kommenden Übergang vom crashenden Kapitalismus zur nachhaltigen CO2-Wirtschaft, als Notbremse, um die rasende Fahrt in den Crash zu stoppen.Wenn wir realistisch davon ausgehen, dass weiteres Leben auf der Erde dauerhaft nur auf der Basis einer gerechten Verteilung (global&lokal) möglich ist, errechnet sich für jeden Menschen ein „persönliches Budget“ von ca 2t CO2 pro Kopf/Jahr.

        Dieses „persönliche Co2-Budget“ von ca 2t Co2 pro Kopf/Jahr würde menschliches Überleben&Wirtschaften auf der Erde nachhaltig noch möglich machen. Dieses „„persönliche Co2-Budget“ wie ein heute zur Verfügung stehendes Jahreseinkommen als Zahlungsmittel eingesetzt werden, das an reale Ressourcen gebunden ist. Aus diesem Budget müßte bei jedem Einkauf von Gütern der CO2-„Verbrauch“ bezahlt werden, der bei der Erzeugung der betreffenden Güter&Dienstleistungen verursacht wurde. Das persönliche Co2-Guthaben – auf der persönlichen Magnetstreifen- oder Chipkarte als zweiter Strichcode gespeichert- würde im Verlauf von 30 -40 Jahren von heute 11 t Schritt für Schritt auf 2t schrumpfen.

        Dieses „Co2-Geld“ würde als reines Tauschmittel dienen, d.h. sich nicht zu Vermehrung per Wertschöpfung eignen. Die Aneignung dessen, was man selbst nicht braucht, was jedoch infolge dieser Aneignung anderen Menschen zum Leben fehlt, wäre ausgeschlossen.

    33. H. Müller schrieb am 1. Oktober 2010 um 20:07 - Permalink

      Scheiß auf Dämmung.
      Photovoltaik und Solar auf’s Dach, Rest mit erneuerbarer Energie.
      Innen eine moderne Infrarotheizung und die Sache ist gegessen. Kommt als Neuinvestition nicht viel teurer als eine herkömmliche Brennwertheizung und man ist ziemlich autark.

      Gruß

      H. Müller

    34. Lazarus09 schrieb am 1. Oktober 2010 um 20:46 - Permalink

      Kommentarfunktion fuer Stuttgart 21 ist abgeschaltet … warum ?

      • Spiegelfechter schrieb am 1. Oktober 2010 um 20:51 - Permalink

        das ist ein ärgerlicher WordPress-Bug, der allerdings zum Glück schnell behoben werden kann … wenn man weiß, dasss der Bug aufgetaucht ist. Danke also für den Hinweis ;-)

    35. Matthias schrieb am 3. Oktober 2010 um 09:52 - Permalink

      Hi,

      meine Freundin arbeitet in einer Wohnungsverwaltung.
      Bei den oben genannten Fakten zu den aktuellen Zahlen sind ein paar Hintergründe weggelassen worden bzw. nicht sauber formuliert:

      Die Miete konnte schon, seit jeher durch Sanierungsmaßnamen und Wertsteigerung, um bis zu 11% ( und insgesamt über drei Jahre nicht mehr wie 20%(!)) erhöht werden. “Mehr nicht” (Mieterhöhung bei Modernisierung §558 BGB und “Kappungsgrenze”).

      Die KfW hat durch die aktuellen Aktionen der Bundesregierung einen so hohen Zulauf bekommen, dass sie aktuelle Anträge auf die Förderung ablehnt, da die “Gelder all” sind.

      Dennoch sind solche Modernisierungsmaßnahmen unter Umständen unverhältnismäßig, denn wenn ich für 100.000 Euro modernisiere, aber nur 1.000 Euro einspare- rechnen sich die Investitionskosten (bei eigengenutzten Kapital) nicht.
      Man bezahlt mit der Miete ja nur den Erhalt der Wohnung, nicht aber die Verbesserung. Wird heute Laminat (statt so einem ollen PVC Boden) in der Wohnung verlegt, wird die Wohnung damit auch “verbessert”und die Miete erhöht.

      liebe Grüße
      Matthias

      • Spiegelfechter schrieb am 3. Oktober 2010 um 10:04 - Permalink

        Lieber Matthias, es ist ja nett, dass Du uns dies aus berufener Quelle mitteilst. Aber das steht alles(!) im Artikel – hast Du vielleicht nicht auf den “Weiter auf Telepolis”-Link geklickt? ;-)

        • Matthias schrieb am 3. Oktober 2010 um 15:06 - Permalink

          Hi, nein habe ich nicht- ich habe mich von dem reißerischen Artikel verleiten lassen… liebe Grüße Matthias


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