Die Angst des Kleinbürgers vor dem Fremden
geschrieben am 22. Oktober 2010 von Spiegelfechter
Immer wieder befeuert die Politik die Fremdenfeindlichkeit des Kleinbürgertums. Warum hat der Kleinbürger Angst vor dem Fremden und warum schürt die Politik diese Angst, anstatt sie zu bekämpfen?
In regelmäßigen Abständen wird Deutschland von der Überfremdungsdebatte überrollt. Früher ging es nicht um den Begriff Integration. In den 70ern sprach man von einem “Gastarbeiterproblem”, in den 80ern ging es darum, eine “Überfremdung des Landes” zu verhindern, in den 90ern waren es die “Asylanten”, die als Problem aufs Tableau gehoben wurden. Heute wird hitzig über den vermeintlich nicht vorhandenen Integrationswillen der – oft in dritter Generation – in Deutschland lebenden muslimischen Migranten debattiert. So unterschiedlich die Begriffe, so unterschiedlich das aktuelle Reizthema – im Kern geht es immer um das gleiche psychologische Phänomen: Die Angst des Kleinbürgers vor dem Fremden.
Was ist eigentlich ein Ausländer, was ist ein Migrant? Formal sind auch in Deutschland lebende Österreicher, Holländer oder Dänen Migranten. Doch wenn öffentlich über Migration debattiert wird, geht es nicht um diese Migranten. Es geht auch nicht um unterschiedliche Kulturen oder die nicht vorhandenen Sprachkenntnisse. Kein Mensch regt sich darüber auf, wenn die japanische Community in Düsseldorf ihre Kinder auf japanische Schulen schickt, Sushi isst und vor einem Shinto-Schrein betet. Trifft ein Bewohner des Berliner Bionade-Viertels Prenzlauer Berg auf einen amerikanisch- oder französischstämmigen Migranten, der die deutsche Sprache nur rudimentär beherrscht, käme er im Traum nicht auf die Idee, am Integrationswillen dieser Migranten zu zweifeln. Englisch-, dänisch- oder niederländischsprachige Speisekarten sind in vielen deutschen Städten eine Selbstverständlichkeit.
Gibt jedoch eine deutsche Bank einen türkischsprachigen Werbeflyer heraus, um potentielle Kunden besser zu erreichen, so ist dies nicht nur in offen fremdenfeindlichen Internetblogs, sondern auch in den Leitartikeln der konservativen Qualitätszeitungen ein Aufreger erster Klasse. Wenn wir über Migranten und Ausländer sprechen, sprechen wir in Ausnahmefällen zwar auch von Vietnamesen, Schwarzafrikanern oder Russen – eigentlich meinen wir aber doch die Migranten, die aus der arabischen Welt und der Türkei stammen.
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Ich fürchte, der Text geht ein wenig am eigentlichen Thema vorbei: Dem Kleinbürger ist die Frage “Türkei, Dänemark oder Italien” verhältnismäßig egal, der Kleinbürger sieht als größte Bedrohung gerade den Islam (und den vertreten in der bundesrepublik eben mehrheitlich türkischstämmige Migranten). Und das ist eine gesteuerte Angst: Durch die politische und mediale Diskussion ist es mittlerweile absolut gesellschaftsfähig, den Islam abzulehnen. Da bilden sich plötzlich ganz eigenartige Koalitionen: Etwas gegen den Islam haben können Atheisten wie Laizisten (denen die nach außen getragene Frömmigkeit des Islam suspekt ist), Hardcore-Christen (die noch an einen Wettbewerb der Religionen glauben und fürchten, im Vergleich zum Islam ins Hintertreffen zu geraten), vorgebliche Israelfreunde (die im Islam den Faschismus des 21. Jahrhunderts herbeifantasieren) sowie ganz klassisch Xenophobe (die Sie oben angesprochen haben. Die haben aber durchaus immer noch was gegen Italiener, Polen, Vietnamesen etc., zum Beispiel in Ostdeutschland, Süditalien und Österreich ist diese Spezies längst nicht so ausgestorben, wie Sie glauben).
Den Schuh muss sich die Politik anziehen: nichts dagegen unternommen zu haben, nein, es sogar gefördert zu haben, dass es in weiten Teilen der Bevölkerung (und damit auch im wahlentscheidenden Kleinbürgertum) derzeit sehr opportun ist, gegen den Islam zu hetzen.
Ja, das ist richtig. Aber ich glaube noch nicht einmal, dass es um die “Religion” Islam geht. Er ist eher eine Chiffre, ähnlich wie das Judentum beim Antisemtismus.
Ich bin zwar nicht allzu bewandert auf dem Gebiet der Antisemitismusforschung, kann mit aber nicht vorstellen, dass der traditionelle Antisemitismus etwas mit religiösen Fragen zu tun hat. Ich sehe hier eher Parallelen zum Artikel. Der Kleinbürger (früher war das je eine andere Schicht) hatte Angst, seinen Status gegen die (damals) ökonomisch erfolgreicheren und gebildeteren Juden zu verlieren – ihre Netzwerke machten die Welt schneller und unübersichtlicher. Das kann man natürlich nicht 1:1 mit der Islamophobie unserer Tage vergleichen. Dennoch halte ich “Angst” für den Schlüsselfaktor für beide Formen der Xenophobie.
Richtig!
Soweit ich weiss, hat Antisemitismus seinen Ursprung in einer Konkurrenzsituation. Der Hebel Unterschied Juden/Christen wurde dazu benutzt, Juden als Ventil für die zu Recht Enttäuschten aufzubauen. Mit Judentum hat das wohl eher wenig zu tun – die Intention war es, einen Ablenkungsfeind zu etablieren.
@schwitzig
Sofern ich es einschätzen kann, hat jede Art von Xenophobie ihren Ursprung in der Konkurrenzsituation.
Je schlechter dem Ottonormalbürger geht, desto lauter sind Ressentiments ggü. den “Fremden”, die “uns unsere Arbeitsplätze wech nehmen”. Das kann man in allen Herren Ländern überdeutlich sehen.
Auch Russland ist mal ein sehr tolerantes Land gewesen. Der braune Schaum steigt von unten auf und wird auf die “Fremden” kanalisiert, die dem Prekariat tatsächlich Konkurrenz machen, wenn es bergab geht.
Den Politikern ist es halt angenehmer, wenn sich die Wut der Enttäuschten auf irgendwelche Ablenkungsfeinde, (auch: Sündenböcke) konzentriert, als dass die Menschen anfangen, das Versagen der Politik zu analysieren und danach zu handeln.
Man muss halt auf einen allen gemeinsamen Feind verweisen, um den Zusammenhalt der Gruppe zu stärken.
Im Grunde genommen heißt das auch, dass die Politik schon lange nicht mehr mit Inhalten operieren kann, sondern sich auf PR-Kampagnen verlassen muss.
Gegen Ausländer. Gegen Pädophile. Gegen faule Lehrer. Gegen faule Langzeit-Studenten. Gegen Menschen mit Migrationshintergrund. Gegen Muslime. Gegen Islamisten. Gegen Linksextreme (auch: die Partei “die Linke”). Gegen Kopftuchmädchen. Gegen Menschen in der sozialen Hängematte.
Xenophobie entsteht in Konkurrenzsituationen erst, wenn Menschen in dieser Situation sich als den Umständen hilflos ausgeliefert begreifen, wenn sie keine realen, friedfertigen Chancen zur Verbesserung haben und sie dann noch nicht verstehen, woher ihre Chancenlosigkeit herrührt.
Sprich: Xenophobie aus Unverständnis der Zusammenhänge.
Dann erst kann man Menschen einreden, eine bestimmte Gruppe sei an ihrer schlechten Lage Schuld.
Das Problem ist, dass man in einer hochtechnologisierten, hoch arbeitsteiligen (Post-)Industrie-Gesellschaft nicht mit Analphabeten oder zu wenig Ausgebildeten nennenswerte Wirtschaftsleistung erzeugen kann. Selbst in der Massenproduktion ist das schwer. Und die politischen Eliten und deren direkter Zuarbeiterstab leben in einer Massenproduktionswirtschaft wesentlich schlechter als in einer hochtechnologisierten Industriegesellschaft.
Leider handeln unsere Politiker nicht nach dieser Erkenntnis, sondern bevorzugen kurzfristige Strategien zum Wahlgewinn, aber nicht langfristige Veränderungen, die ihnen keine Wiederwahl bescheren würde.
Industrielobbyismus, der Versuch, kurzfristige Gewinne auf Kosten der Umwelt oder der zukünftigen nationalen Wirtschaftsentwicklung zu realisieren, und andere Strömungen verstärken diese fatale kurzfristige und rein polemische Politik noch.
Mal ein historisches Beispiel: Zinsverbot und “katholische Bildungspolitik”
Apropos Judentum: die katholische Kirche hat mal die Juden als Jesusmörder etc. dargestellt und dies benutzt, um die Gläubigen schön zusammenzuhalten – gegen einen vermeintlichen äußeren Feind. Dazu kam noch das so interpretierte Verbot, als Christ Geld zu verleihen – dazu benutzte man die Juden, drängte sie durch Berufsverbote geradezu in die Finanzwirtschaft hinein. Übrigens kann man Bibeltexte auch so interpretieren, dass sie sich lediglich gegen Wucherzinsen, schon ein Problem zu Zeiten Jesu, aussprechen, nur fehlte im gesamten Christentum in der späten Antike und im frühen Mittelalter Intelligenz und Bildung zur kritischeren Auseinandersetzung mit der Bibel. Bildungsmangel führt halt zu wortwörtlichen Textauslegungen. Humor- und Satireverständnis, Nachvollziehen und Bewerten von Argumenten, vergleichendes Lesen und diskutieren verschiedener Texte, kritische Distanz zu und kontextuelle Einbettung von Texten ist nur mit Bildung möglich, nicht notwendigerweise schulische Bildung, aber Bildung.
In welchen Ausmaßen die Christen Bildungsvernichtung betrieben haben, kann man mal in den angefügten nachlesen. Es ist schon eine Ironie der Geschichte, dass die herrschende christliche Mehrheit zu ungebildet war, zu verstehen, dass Geld und Geldverleih Wirtschaft und Handel in Schwung bringen können und dass das Kredit-Instrumente unter bestimmten Umständen SEHR positive Folgen für alle haben und Jesus vermutlich nix dagegen gehabt hätte.
Erst Thomas von Aquin (1225-1275) hat das Zinsverbot eingeschränkt, weil es einfach zu nachteilig war.
http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_von_Aquin
5% Zinsen für Risiko des Geldverleihers hat er als “erlaubt” betrachtet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Geldverleih#Geschichtliche_Entwicklung
http://de.wikipedia.org/wiki/Zinsverbot
Um mal die Entwicklung von Alphabetisierung und Bildung in den Jahrhunderten vor statistischer Erfassung, PISA und Timms annähernd nachzuvollziehen, mal diese Zitate:
Alle: http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCcherverluste_in_der_Sp%C3%A4tantike
In der Antike konnten städtische Sklaven lesen, teilweise sogar ländliche Sklaven, was für einen relativ hohen Alphabetisierungsgrad spricht.
Wenn man sich dazu mal im Vergleich überlegt, dass die katholische Kirche dem Volk Bildung vorenthalten wollte, Messen auf lateinisch lesen ließ und die Werke der klassischen Antike in Giftschränken verschwinden ließ, wird einem klar, was die mit ihrer kirchlichen Bildungspolitik angerichtet haben.
http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCcherverluste_in_der_Sp%C3%A4tantike
Man kann auch sagen, dass die christliche Bildungspolitik die wissenschaftliche Entwicklung um gut 2.000 Jahre verzögert hat:
http://de.wikipedia.org/wiki/Aristarchos_von_Samos
Diesmal geht es zwar nicht um das heliozentrische Weltbild, aber Unbildung zu verbreiten und Bildungsmangel zu verschlimmbessern (Bologna, USA: No Child left Behind, deutscher Schulreformstau 3gliedriges Schulsyst., Erhöhung der Studiengebühren in GB, zu wenig Studienplätze und Bildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten in fast allen westl. Industriestaaten), hat schon wieder Methode.
Es wird nichts unternommen, es besser zu machen.
Och nö, nicht schon wieder ein Kommentar zu S21, davon hat es doch jetzt wirklich genug.
Nach wikipedia:
Damit eine Haltung gegenüber bestimmten Gruppen fremdenfeindlich ist, muß sie also feindlich und angeblich sein. Und sie besteht nur weil ein Unterschied gegenüber der diskriminierten Gruppe wahrgenommen wird.
Sollte hingegen eine kritische Betrachtung vorliegen, die Tatsachen entspricht, wie etwa die Zustände auf manchen deutschen Schulhöfen usw. so liegt grundsätzlich keine Fremdenfeindlichkeit vor. Andererseits könnte man ja existierende Probleme überhaupt nicht mehr ansprechen.
Wieso sollen z. B. die Bürger, die in Mönchengladbach-Eicken gegen Salafisten protestiert haben fremdenfeindlich sein., Die haben berechtigte Angst vor dieser Gruppierung. Angst Die werden beim Heckenschneiden von diesen bärtigen gefilmt (und zwar nicht etwa anonym von einem Google Street View Fahrzeug), um eingeschüchtert zu werden.
Normalerweise fragt man in einer solchen Situation als Privatmann selbst Hundebesitzer um Erlaubnis, wenn man deren Hund und auf Video bannen will.
AAANNNGGGSSSTTT !!!
Danke für diesen wertvollen Beitrag.
Wikipedia ist auch nicht der heilige Gral ;-)
Mag sein und ich habe mich auch ein wenig verzettelt in meinen Anmerkungen zur Definition der wikipedia. Als ich das merkte, schickte ich schnell noch die Anmerkung
hinterher, dann war die Editierzeit weg!. Was konkret fremdenfeindlich ist, ist nicht leicht zu bestimmen Aber grundsätzlich ist die wikipedia “Definition” sinnvoll.
Nochmal deutlicher:
Fremdenfeindlich ist man jedenfalls dann, wenn man einem Anderen nur (das nur ist entscheidend) wegen seiner Andersartigkeit also z. B. seiner Zugehörigkeit zu einer anderen Religion feindlich gegenübersteht. Ihn z. B, allein deswegen anpöbelt oder durch die Stadt hetzt weil er fremdländisch aussieht. Das Problem mit dieser Definition ist allerdings, das es noch andere Formen der Fremdenfeindlichkeit geben kann. Aber ich hab nicht die Zeit, das weiter auszuführen.
Wenn der Andere Verhaltensweisen zeigt, die grundsätzlich nicht akzeptabel sind, also etwas das Mobbing von deutschen Schülern auf Schulhöfen, so ist die Lehrerin die das anspricht nicht fremdenfeindlich. Sie könnte es sein, aber an ihrer berechtigten Kritik kann man das nicht erkennen.
Aber Fremdenfeindlichkeit ist schwer zu definieren. Man kann sie eigentlich immer nur am konkreten Beispiel erläutern. Insofern müßte man auch die Beispiele des Artikels nun einzeln abklopfen aber mir fehlt die Zeit.
Du bist ja ein Spezialexperte in Sachen Fremdenfeindlichkeit. Schade, dass Du keine Zeit zum “Abklopfen” hast. Wäre sicher unterhaltsam geworden.
Nebenbei:
Gelungene Integration: Kleiner Timmy von deutschen und türkischen Schülern gemobbt
Diese Begriffe sind allgemeinverbindlich definiert. Aber was ist eigentlich ein ‘Kleinbürger’?
Das frage ich mich auch… SF, bitte mal definieren.
Der Begriff ist m.W. auch gar nicht klar sozioökonmisch umrissen. Es gibt zwar Definition, die meist aus der marxistischen Ecke kommen oder sich auf das 19. und frühe 20. Jhd. beziehen, die aber heute nicht mehr 1:1 anwendbar sind.
Versuchen wir es mal nach dem Ausschlussverfahren: Kleinbürger gehören der Mittelschicht an, stammen nicht aus bildungsfernen Schichten, haben aber auch keine Herkunft aus höheren Bildungsschichten (Bildungsbürgertum). Entscheidender ist aber der soziologische Aspekt: Kleinbürger gehören meist einer konservativen Gesinnung an, womit ich keineswegs ausschließlich Unionswähler meine, auch Linke, SPD und Grüne bedienen ein kleinbürgerliches Milieu.
Was Du nicht sagst! Kleinbürger sind Menschen, die keine Proletarier sind, aber davon bedroht, welche zu werden. Dazu gehören Freiberufler, Bildungsbürger (die auch!), Selbständige, Ladenbesitzer, Angestellte und Beamte, Ingenieure, Bauern, also irgendwie alles das, was heutzutage Mittelschicht heißt. Der Terminus “Kleinbürger” ist ideologisch etwas abgegriffen; wegen 68 und so. Deswegen heißt es jetzt “Mittelschicht”. Kleinbürger sind, wie ich schon sagte, von der Proletarisierung bedroht, haben also etwas zu verlieren. Besonders in hereinbrechenden Wirtschaftskrisen werden insbesondere Kleinbürger massenhaft wirtschaftlich ruiniert. Doch damit nicht genug, Bürger bilden sich ein, etwas besseres zu sein als der Plebs; zur Elite zu gehören, und sich ihren Status durch “Leistung” verdient zu haben. Wenn nun Wirtschaftskrisen hereinbrechen, dann brechen auf der einen Seite Abstiegsängste und -kämpfe aus. Andererseits suchen Kleinbürger Schuldige für die Malaise. Die Medien tun dann ihr bestes, dem Publikum Schuldige zu präsentieren, z.B. Juden, Arbeitslose, Zigeuner, Kommunisten oder eben Moslems. Damit versuchen die Medien dann, die Radikalisierung des Kleinbürgertums auf für sie acceptable Ziele zu lenken. Denn aus dem Kleinbürgertum rekrutrieren sich die Uljanows, Robespierres und die Anhänger spinnerter Ideologien wie der Freigeldtheorie u.ä.
Ist mir die Begriffsklärung gelungen? Das wird jetzt niemand lesen können.
Kleinbürger haben einen kleinen Erfahrungshorizont. Das ist unabhängig von ihren wirtschaftlichen Verhältnissen. Es sind die Menschen, die nicht willens sind, über ihren Tellerrand hinauszublicken und die eine panische Angst vor jeder Änderung ihrer Lebensverhältnisse haben.
GROßARTIG!!!!
Sollte mit in den Artikel rein.
Wenn Du nun noch den Satz von GehardQ mit reinnimmst … “Kleinbürger haben einen kleinen Erfahrungshorizont” … kommt das schon hin.
@ SF
Wir können hier, Gott sei Dank, klären, was Du mit dem Begriff “Kleinbürger(tum)” meinst.
Und was ist, wenn Dein Artikel in einem anderen Portal landen würde, und zwar ohne Kommentarfunktion ?
Der Leser wird sich bestimmt fragen, ob er vielleicht auch dazu gehört, weil der Begriff “Kleinbürger” einen (schwerdeffinierbaren) unangenehmen Unterton hat.
Niemand will, verständlicherweise, dazu gehören.
Unterm Strich bleibt das übrig… Die Definition von lurchwurch auf TP überzeugt mich mehr, übrigens auch der Rest seines Textes. Insbesondere was die Vermutung angeht, dass du da was durcheinanderwirfst mit Kleinbürgern und gehäufter Ausländerfeindlichkeit. Denn die ist sicher eher bei unteren sozialen Schichten zu finden als bei ‘Kleinbürgern’, egal wie konservativ und ob die grün oder schwarz wählen.
Übrigens sind, wenn man schon die politische Ausrichtung ansieht, gerade die Linken nicht als ausgesprochen ausländerfreundlich aufgefallen, sondern (nicht nur, aber auch) diesbezüglich oft eher als eine rote Version der braunen Deppen.
Also ich weiss ja nicht. Der Ansatz mit dem Kleinbürger ist mir ehrlich gesagt etwas zu kurz gegriffen. Immerhin ist das Thema praktisch eines der ältesten der Menschheit und ich kann ehrlich gesagt beim Rückblick nicht erkennen, dass es nur eine bestimmte Schicht der Gesellschaft betreffen würde.
Geht es nicht vielmehr einfach um soziale Abgrenzung? In welchen Gruppen das stattfindet ist dabei wohl eher belanglos… irgendwo findet man immer Menschen, auf die man seine Angst/Hass projizieren kann. Bei den einen sind es die Türken, bei den anderen die Kapitalisten, für andere wiederum die jüdische Weltverschwörung. Insgesamt alles sehr gefährlich ohne Zweifel, denn in seinen extremen Auslegungen kostet es schnell mal Menschenleben, aber andererseits halt offensichtlich irgendwie im Menschen drin.
Den einzig sinnvollen Ansatz beim Umgang damit sehe ich darin eine Gesellschaft so aufzubauen, dass sie sich dieser Gefahr bewusst ist und entsprechend Mechanismen dagegen etabliert/einsetzt.
Aus Wikipedia:
Kleinbürgertum ist dann wohl auch nur ein höflicher Ausdruck, der eigentlich etwas umschreibt….
ja, mit dieser Definition kann ich leben
Ok, aber ich bin damit nicht zufrieden. Denn diese Definition ist (ebenso wie der hier nicht zitierte Rest des Wiki-Eintrages, bzgl. der Kleinbürger in der marxistisch-lenistischen Terminologie) weit in die Vergangenheit gerichtet.
Ich würde aber gerne wissen, wie du die heutigen Kleinbürger definierst. Nicht aus Jux und Dollerei, sondern ich halte das für die Diskussion für grundlegend wichtig, damit auch jeder vom selben Verständnis ausgeht – das er ja übrigens nicht mal teilen muss. Nur verstehen.
Übrigens: Wikipedia ist auch nicht der heilige Gral ;-)
Hm, könnte man evtl. als “Musterexemplar” den guten alten Alfred Tetzlaff nehmen?
Ich sag mal, wie ich den Kleinbürger heute definiere:
Kleinbürger ist einer, der selbst kein Diener (mehr) sein will, der ‘dafür lebt’, welche zu haben.
Alle bislang aufgeführten Definitionen des Kleinbürgers sind nicht verkehrt, aber, wie jemand bemängelte, nicht aktuell genug. Der intellektuelle Aspekt “kleingeistig” ist jedenfalls aktuell, der ökonomische Aspekt der Berufsgruppen und der Absinkensangst ins Proletariat aber hinkt, da es dieses so auch nicht mehr gibt, und es um die Angst des Herausfallens aus der Gesellschaft, des Absinkens in prekäre Verhältnisse geht.
Eine auch streitbare, aktuelle Definition, die nur zusammen mit den anderen das Phänomen erklären kann, wäre der “anständige Deutsche”.
Also anständig plus deutsch, und “anständig” im Sinne der “deutschen Tugenden” wie Fleiss, Loyalität etc. etc..
Streitbar ist das, weil der Begriff “anständig” natürlich ironisch eingesetzt ist, allerdings das ironisiert, was reaktionäre Gemüter wirklich empfinden, was Merkel in ihrer Rede beim JU-Tag nicht offen ausspricht, aber selber denkt und anspricht.
Alleine kann der Begriff “anständiger Deutscher” nicht stehen, aber das kann der “Kleinbürger” heute offensichtlich auch nicht mehr.
Vorteil ist aber, dass er genau so klassenlos ist wie die Fremdenfeindlichkeit bzw. -angst, die ja auch in den untersten Schichten gang und gäbe sind.
Außerdem ist er dehnbar und damit gegen äußere Gruppen sehr integrativ: arbeitende Kleingeister, die den Arbeitslosen oftdie Anständigkeit i.o.S. (und Gruppenzugehörigkeit) absprechen, können dieses Element betonen. Die Nichtarbeitenden oder Ungehorsamen, denen die deutschen Tugenden oft abgesprochen werden und die sich mit ihnen im Laufe der Zeit auch immer weniger identifizieren, können das Element “deutsch” unterstreichen, gelangen damit gewissermaßen auf Umwegen ihre Kleinbürgerlichkeit zurück und gehören wieder zur Gruppe – wenn es gegen Fremde geht, sogar in den Augen der “richtigen anständigen Deutschen”, der Kleinbürger.
Wie Zahnwart schon richtig festgestellt hat. Es dreht sich viel mehr um Religion als um “das Fremde”.
So ist es.
Um nichts anderes.
Religion und Politik.
War noch nie anders.
SF versucht verkrampft alles “nur” politisch zu sehen und zu erklären.
Das geht nicht.
Was bleibt, ist nichts weiter als ein Spiegelgefecht.
Er macht damit seinem Blognamen alle Ehre.
Aber ich bin gewiss, er betreibt es unbewusst.
Boaktov
Muss jetzt jedes Hauptwort eingeführt werden? Ich bin da auch sehr genau, aber Kleinbürger hab ich so verstanden, wie es auch bei Wiki steht.
SF meinte es besser auch so ^^.
“Warum schürt die Politik diese Angst, anstatt sie zu bekämpfen?”.
Mit Speck fängt man Mäuse. Mit Ressentiments kleinkarierte Spießbürger.
So einfach ist das Demagogiespiel.
Weil viele Politiker nichts anderes als Kleinbürger in dem hier verwendeten Sinne des Wortes sind.
“Die Angst vor dem Fremden” beschreibt das Phänomen, glaube ich, nicht ganz. Meiner Meinung nach hat eine bestimmte nicht gerade kleine Gruppe der deutschen Bevölkerung außerdem das Bedürfnis, bestimmten Migratengruppen, die nach ihrer Meinung aus niederstehenden Kulturen kommen, immer wieder zu zeigen, das sie nach unten gehören. Es wird zähneknirschend akzepiert, wenn ein Migrant aus dieser Gruppe es geschafft hat, den anderen wird ihr vermeintlicher Status bei jeder Gelegenheit vorgeführt. In den deutschen Amtsstuben ist dieser Geist übrigens sehr lebendig.
Ich bin selbst Migrant, mehr als mein halbes Leben hier, aber mein russischer Akzent ist unüberhörbar. Man versteht mich problemlos vor Gericht oder wenn ich mich am Telefon als Rechtsanwalt vorstelle auch. Auch wenn ich vor der Arbeit im Anzug und Krawatte irgendwo Brötchen kaufe, versteht man mich stets problemlos. Gehe ich dagegen in meinem Freizeitdress Brötchen kaufen, ist zu mehr als 50 % garantiert, dass die Verkäuferin mich beim ersten Mal nicht versteht und nachfragen muss. Und wenn man eine Behörde anruft und die Berufsbezeichnung unterschlägt wird man nicht selten wie Halbdebiler behandelt.
Eigentlich schön
Da hat doch kürzlich
einer
zu fremden Menschen
gesagt
daß sie ihm gefallen
und daß er gerne
reden würde mit ihnen.
Eigentlich schön! Oder?
Aber doch bitte nicht
in einem Zugabteil
der Deutschen Bundesbahn…
Aus Jörn Pfennig – Hand aufs Hirn – 1981
Ich bin mit meinem plattgelatschten, norddeutschen Nasalslang neidisch auf unseren Auszubildenen mit Migrationshintergrund (kein schöner Begriff), der jedes deutsche Wort kristallklar, mit all seinen Silben und ohne Akzent ausspricht, um wenige Augenblicke später am Telefon, in seiner Muttersprache, das Wochenende zu verabreden.
Und ich rate jedem davon ab, Autofahrer mit dänischem Kennzeichen in deutscher oder englischer Sprache ob ihrer vermeintlich schlechten Fahrkünste zu beschimpfen. Die können integrierter antworten, als einem lieb ist.
Da immer von “der” Islam und von “die” Moslems gesprochen – und insbesondere vorverurteilt wird, mach ich das jetzt mit “den ” Christen mal genauso. Ich verfahre dabei nach der christlichen Textstelle:
„Aber was siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, doch den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr?“ (Matthäus Evangelium 7,3)
1.) Terroranschläge
99 % aller Sprengstoffanschläge kommt von christizistischen Terroristen – nicht Anhängern anderer Weltanschauungen!
Denn nicht nur Sprengstoff, der in Koffern oder in Autos gezündet wird, stellt einen Sprengstoffanschlag dar, sondern auch Sprengstoff der aus Flugzeugen oder von Drohnen abgeworfen oder von Panzern oder Raketen abgefeuert wird.
Hinzu kommen noch die blutigen Schneisen, die die Christen fortlaufend mit ihren Autobomben durch den Irak, Iran, Afghanistan, Jemen, Somalia, Sudan, Pakistan, Indien usw. legen. Dabei versucht man mit Hilfe der christlichen Medien diese Morde anderen Religionsgruppen in die Schuhe zu schieben. Beispiel für solche christliche false-flag-Operationen: Z. B.. Basra http://www.scoop.co.nz/stories/HL0510/S00052.htm ….oder ….http://www.freemasonrywatch.org/libya.html , http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=992 (Fotos: http://www.flickr.com/photos/publik15/3553314768/sizes/o/ )
2.) Kriege
Sowohl die US-Soldaten, wie auch z. B. die Bundeswehrsoldaten, die rechtlos in fremde Länder eingefallen sind und dortige Bürger massenweise töten, verwunden und foltern lassen, sind regelmäßig Christen. Auch deren Oberhäupter – die Merkel, aber ganz besonders dieser Wulff – sind schwer christizistisch! Dieser Präsident Wulff ist sogar ein fanatische Christ! Auf wikipedia finden wir ( http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Wulff ): “Kuratoriumsmitglied von ProChrist/Engagement für den „Arbeitskreis Christlicher Publizisten“ ACP sein Amt als Kuratoriumsmitglied der missionarisch-evangelikalen Vereinigung ProChrist….So bezeichnete der Sektenbeauftragte der Evangelischen Landeskirche Württemberg Hans-Jörg Hemminger den ACP als „Splittergruppe am äußersten rechten Rand des Protestantismus“ und Wulffs Auftreten dort als „politisch bedenklich“.
a) Seit Jahrzehnten werden alle existierenden Kriege von Christen entweder selbst geführt oder zumindest veranlaßt. Z. B . Irak, Afghanistan usw.
b) Auch landesinterne Kriege bzw. Bürgerkriege wurden und werden stets (von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen) von Christen veranlaßt. Z. B. die sog. ‘Tschetschenischen Freiheitskämpfer’ sind von der CIA ausgebildete saudische Wahabiten. Echte Tschetschenen gibt es kaum unter diesen “Freiheitskämpfern” (inzwischen kommen die meisten Terroristen nicht mehr aus Saudi-Arabien, sondern aus den zahlreichen zentralasiatischen Länder; aber fast nie aus Tschetschenien). Oder der “Bürgerkrieg” in Somalia: Ein ausschließlich von Christen – nicht nur von NATO-Christen, sondern auch von äthiopischen Christen – organisierter Krieg. Oder der “Bürgerkrieg” im Sudan oder der im Jemen : Ausschließlich von Christen emtweder initiiert oder zumindest angefacht!
Oder der landesinterne Krieg in Pakistan: Von Christen erzwungen.
Noch nie ist ein irakisches, afghanisches, iranisches Bataillon in den USA oder EU eingefallen (etwa um das von Christen brutal unterworfene Hawaii zu befreien). Es ist i m m e r umgekehrt
3.) Massenvernichtung/Ausrottung/Massaker/ Rassenhaß
a) Es waren und sind christizistische Terroristen, die Falutscha ausrotteten, die in das alte Afghanistan einfielen.
b) Die Christen haben die Einwohner des amerikanischen Kontinent praktisch ausgerottet (die katholischen im Süden, die protestantischen/reformierten im Norden), sie haben Afrika versklavt (George Washington und andere verfügte über eine Unzahl grausam gehaltener und oftmals auch sexuell vergewaltigter Sklaven!). Sie haben die Bevölkerung Chinas mit Opium vergiftet und hunderttausende in ein elendes Schicksal geschickt – usw. usw.
c) Der christliche Antisemitismus hat sich immer gegen das Arabische und Orientalische gewandt. Dieser neue=alte Antisemitismus gegen die angeblich minderwertigen Semiten in und aus Arabien wird in unserem “abendländisch-christlichen” Staat nach wie vor munter angefacht.
Auch die Massenvernichtung der Nazis wurde von (fast immer) Christen durchgeführt und auch “befohlen” – Adolf war (vegetarischer) Katholik!!
4.) Folter
Die von den Christen im letzten Jahrtausend flächendeckend eingeführte massenweise Folterungen (in Europa, Asien, Afrika, im neue entdeckten Amerika usw.) wurde nur kurz in der Zeit der (nicht-christlichen) Zeit der “Aufklärung” unterbrochen – und in den nachfolgenden zwei Jahrhunderten auch noch weitgehend durch die verbliebene Ausstrahlung dieses Geistes.
Nun wird wieder massenhaft gefoltert: Abu Ghreib, Guantanamo, Folterschiffe der USA, Foltercamps in Jordaniden, Ägypten, Marokko, Pakistan, Folterungen in Nordirland und in Spanien usw. – auf Geheiß der (christlich dominierten) Nato-Staaten.
5.) Hetze
a) Ausschließlich zum Zwecke der H E T Z E geprägte Worte wie “Konvertit” oder “Islamofaschist” werden von den deutschen Regierungen (Bund, Länder) und Medien munter unters Volk gestreut. Auf Widerstand treffen diese HETZworte nirgendwo – dies obwohl sie nicht den geringsten sachlichen Gehalt haben:
Das Hetzwort “Konvertit”, welches vom Trio Schäuble-Merkel-Steinmeier systemisch verwandt wurde, trifft sachlich auf j e d e n Religionswechsler (auch z. B. auf Christen die zum Buddhismus oder Protestanten die zum Katholizismus übertreten usw.) zu. Es n u r auf Wechsler zum Islam anzuwenden – wie MerkelSchäubleSteinmeier dies will – ist sachlich (vom echten Wortsinn her) einfach unhaltbar. Die unsachliche Verwendung des Wortes “Konvertit” soll, deutlich erkennbar, allein der H e t z e dienen. Ist Schäuble bei irgendwelchen Christen auf nennenswerten Widerstand gestoßen? Nein – nie!!
Das Hetzwort “Islamofaschist”, welches George W. Bush in Umlauf brachte, findet sachlich ebenfalls keinen Halt: Gerade der Islam hat sich des Rassismus stets enthalten – anders als das Christentum (katholisch, protestantisch oder reformiert). Hier wäre es an der Zeit einmal mit einer Gegenparole zu antworten: “Wie wäre es mit “Christofaschismus”?
Schäuble ist ein CHRIST – kein Moslem! Merkel ist eine CHRISTIN – keine Muslimin! Hitler war ein KATHOLIK – kein Moslem. Auch die Blutsaufenden, folternden und hetzenden Päpste waren alles KATHOLIKEN (jedenfalls soweit ich das nachverfolgen konnte) – keine Moslems!
Der hetzende Udo Ulfkotte (regelmäßig auf Kopp Verlag) ist ein genauso fanatischer Christ wie dieser Christian Wulff (guckst Du wikipedia)!
6.) Wer der MENSCHLICHKEIT
endlich wieder Geltung verschaffen will, muß gegen diese christlichen Terroristen Stellung beziehen.
In unserem Umfeld wimmelt es geradezu von Christen. Haben man auch nur von einem einzigen Christen gehört, der/die sich von den vorstehend benannten Verbrechen distanzierte, deren Bestrafung verlangte oder den Austritt aus der NATO? Oder der zum Wahlboykott der CDUCSUSPDFDPGRÜNE aufgerufen hätte? Hat man je von einen Christen gehört, der z. B. den sofortigen Rauswurfs Schäubles aus der evangelischen Kirche verlangt hatte? Nein, nie!
Jetzt nehmen wir mal nicht einen stillen Christen, sondern einen dieser lauten. Sagen wir mal einen, der im letzten Jahr besonders laut ‘Demokratie für den Iran’ verlangt hat. Hat der auch Demokratie für das NATO-gelenkte Ägypten verlangt, oder für das NATO-gelenkte Saudi-Arabien oder für das NATO-gelenkte Jordanien oder das NATO-gelenkte Äthiopien usw.?
Hat nur einer der Christen, der/die sagen wir mal besonders empört über die Ermordung von NEDA war, sich auch über die Auslöschung einer ganzen Stadt, wie Falutscha (und von diesen von Christen ausgerotteten Städten gibt es inzwischen unzählige im Irak und in Afghanistan und Somalia usw.) erregt? Bestimmt nicht!! In meinem christlichen Umkreis jedenfalls habe ich das noch nie erlebt!
Das ist es eben: Bei den Moslems (ich bin keiner, und auch noch nicht mal gottgläubig) kann man zwischen ‘islamistischen Terroristen” und “Moslems” unterscheiden. Denn allenthalben d i s t a n z i e r e n sich die Moslems – sogar höchste Religionslehrer – von diesen Abtrünnigen. Und deswegen hatte ich auch früher zwischen “christizistischen Terroristen” und “Christen” unterschieden.
Aber das kann ich heute nicht mehr aufrechterhalten. Denn – wenn auch nicht von der Tat her, so doch geistig – gibt es ganz offensichtlich keine Unterscheidung. Auch der zaghafte Distanzierungsversuch der Margot Käsmann vom grausamen und völker- und verfassungswidrigen Krieg gegen die Afghanen war doch völlig unzureichend. Hat sie denn wenigstens den Austritt der BRD aus der NATO verlangt oder die sofortige Ausschließung Merkels und Schäubles aus der evangelischen Kirche? Nein!!
Außerdem: Die Christen, die ich persönlich kenne, kommen noch nicht mal auf das Niveau der Käsmann. (Schramm zu Käsmann: http://www.radio-utopie.de/2010/06/02/schramm-zu-dem-rucktritt-des-bundesprasidenten/ )
Kennen sie einen braven Pastor, der zum Austritt aus der NATO – zumindest solange bis Abu Ghreib geschlossen wird (“Nächstenliebe”) – aufgefordert hätte? Nein! l
7.) HASS
Anders als der islamische Glaube ist die christliche Lehre eindeutig ist eine Lehre des Hasses. Der geradezu inflationären Verwendung des Wortes “Liebe” und “Nächstenliebe” zum Trotz. Und sie ist eine Lehre des Hasses nicht erst seit heute – sondern v o n A n f a n g a n !
Nehmen wir mal Judas. Der hatte seinen Chef an den Verfassungsschutz oder Staatschutz verpfiffen. Und er bekam 30 Silberlinge dafür. Dann aber hat ihn seine Tat aber bitter gereut. Warum er Jesus verpfiffen hatte, wissen wir nicht. Vielleicht im Affekt. Vielleicht hatte er gerade einen Streit mit ihn gehabt oder er war verletzt oder hatte sch geärgert. Jedenfalls hat es seien Tat bitter bereut. Und er wollte die Silberlinge zurückgeben; die Pharisäer wollten sie aber nicht wiederhaben. Dann war Judas so verzweifelt, daß er seinem Leben sogar ein Ende setzte und sich erhängte!
Hätte Judas seinen verzweifelten Selbstmord überlebt – j e d e r Strafverteidiger hätte sich um das ‘Mandat Judas’ gerissen! Ja, es war ein Verbrechen. Aber der Mann bereut zutiefst. Der Traum eines jeden Strafverteidigers!
Jeder der über ein Minimum an MENSCHLICHKEIT verfügt, wird Mitgefühl (“Nächstenliebe”) mit diesen Judas haben. Aber diese Christen wollen nun bestrafen: Soll er – nach dem Willen der Christen – nun für eine Woche in die Hölle? Die Hölle stelle ich mir so wie Guantanamo vor. Ich würde lieber für 5 Jahre in einen deutschen Knast gehen, als für eine Woche nach Guantanamo.
Nein eine Woche Hölle reicht den Christen nicht. Ein Jahr? Auch nicht! Zehn Jahre? Auch nicht! Hundert Jahre? Auch nicht! Tausend Jahre? Auch nicht! Eine Millionen Jahre? Auch nicht! Eine Milliarden Jahre? Auch nicht! Tausend Milliarden Jahre? Auch nicht!
Nein: E W I G – für alle Zeiten!!!
Diejenigen, die Katholiken kennen, werden wissen, daß die Messen lesen können, um sich für verstobene noch ein bißchen einzusetzen und zumindest ‘Fürsprache zu halten’.
Kennt irgend jemand einen Katholiken, der schon mal eine Messe (oder zwei, oder tausend) für JUDAS gelesen hat ??? Bestimmt nicht.
Und die Evangelen und die Reformierten haben zwar keine Messe – aber sie sind auch nicht anders.
Und das sagt ja wohl über das kranke Herz unserer christlichen Nachbarn mehr aus, als es unserem ruhigen Schlaf guttut.
Übrigens: Ob die Geschichte mit Judas wirklich historisch ist, ist völlig wurscht. Ich wollte ja nur den Geist der Christen betrachten – und diese halten die Geschichte mit Judas ja nun einmal für historisch.
Wenn es eine Religionsgruppe gibt, von der ich mich physisch bedroht fühle, dann sind das diese CHRISTEN!!! (s. auch: http://en.wikipedia.org/wiki/Eric_Robert_Rudolph)
Wenn es eine Religionsgruppe gibt, von der ich mich wirtschaftlich bedroht fühle (die meine Rente fürs Alter vergeigen) , dann sind das diese CHRISTEN!!!
@ Jörg
Ich bin katholischer Christ :-)
Bist Du sicher, daß Du “Jörg” heißt und nicht Muhammed, Abdulla etc. ?
Denn Dein (einseitiger) Kommentar klingt für mich irgendwie, wie eine Werbung für Islam.
PS. Ich hoffe, wir müssen hier nicht irgendwelche religiöse Kämpfe austragen.
@Truvor schrieb am 22. Oktober 2010 at 20:57
“Denn Dein (einseitiger) Kommentar klingt für mich irgendwie, wie eine Werbung für Islam.”
Bester Truvor, wo “werbe” ich denn für den Islam?? Ich k r i t i s i e r e nur das Christentum.
Der Islam ist doch gottgläubig … und ich lehne aber den Glauben an einen Schöpfergott grundsätzlich ab! Das hatte ich doch ganz deutlich geschrieben! Das Moslems (ebenfalls) gottgläubig sind ,wirst du doch wohl wissen!
Wenn Du statt Christ ein Moslem wärest, würdest Du mich doch sofort als “Ungläubigen” bezeichnen – oder? Und wenn ich den Islam kritisierte (was ich auch könnte), würdest Du mich doch gleich der “Werbung” für das Christentum bezichtigen. Der Unterschied zwischen Dir und einem Moslem ist marginal. Mich hingegen trennen Welten von Euch ‘Gläubigen’.
Statt zu maulen solltest Du Dich lieber mal distanzieren vom Christen-Terror. Die Moslems machen das wenigstens – aber die Christen eben nicht. Statt dessen morden und foltern sie genauso in der Welt herum, wie im restlichen Jahrtausend davor! Das ist doch der Punkt!
@ Jörg
Ha, ausgerechnet ein Atheist will mir ins Gewissen reinreden.
Das wart Ihr Atheisten, die in der Sowjetunion Millionen von Menschen in die GULAGs gesteckt habt.
Es war der Atheist Adolf samt seiner (Atheisten)Schergen, der in Deutschland KZs bauen ließ.
Die Atheisten sind die Letzten auf dieser Welt, die das Recht hätten, irgendeine (oder mehrere) Religion zu kritisieren.
“Die Moslems machen das wenigstens – ……..”
Was machen die Moslems wenigstens ?
Wo hast Du diesen ganzen Blödsinn, den Du uns da oben aufgetischt hast, abgeschrieben ?
Wieder aus Wikipedia ?
Ihr Wikipedia-Fans seid unheilbar, ehrlich.
” Ha, ausgerechnet ein Atheist will mir ins Gewissen einreden.”
Ich bin ein Atheist aber kein Materialist. Karl Marx’ Ansicht, daß am Anfang Materie war, finde ich genauso unlogisch wie Deine Annahme, daß am Anfang ein Gott war! Wo kommt Dein Gott bzw. Marx’ Materie her?? Unter logischem Gesichtspunkt kann es kein kosmisches a priori geben!
Ich halte es mit einer logischen Religion, deren Chef vor langer Zeit einmal äußerte – und das paßt sehr schön auf die “deutsche Leitkultur”:
“Stolz sein auf seine Lebensart – was ist das anderes als Mangel an Lebensart!”
@ Jörg 22.10.10 um 22:36
“Ich bin ein Atheist aber kein Materialist”. – Mein Beileid !
Dieser Satz sagt mir nur, daß Du nicht weißt, was ein Atheist ist.
PS. Übriegens, Ihr Atheisten seid für die Moslems schlimmer als Ungeziefer.
Und mit Ungeziefer fackeln sie nicht lange.
Hitler war Christ – das kannst du gerne bestreiten aber die Fakten sprechen für sich. Auch die Gründungsväter in den USA waren Christen und haben einen ganzen Kontinent von “Heiden” gesäubert. Auch die Conquistadori waren Christen und haben Millionen an Menschen in Südamerika ausgerottet. Man geht von weit über 50 Millionen ermordeten aus, ohne das man Kriege wie den des “wiedergeborenen Christen” G. W. Bush mit einbezieht.
Nein, dein Christentum ist nix schönes – mit Liebe hat es jedenfalls nix zu tun. Christentum steht für 2000 Jahre Hass, Gewalt und Mord im Namen Gottes. Man kann nur hoffen, dass diese Religion den Mordes eines Tages überwunden wird.
Die paar Grammatikfehler dürften die Frage beantworten: Nein, er heißt bestimmt nicht Jörg.
@ Eichhörnchen
“Nein, er heißt bestimmt nicht Jörg”.
Das ist nicht das Schlimmste bei ihm.
Schlimmer ist, er kennt die Geschichte/Historie nicht besonders gut.
Diesen widersprüchlichen, langen Kommentar hätte er sich sparen können.
@ Jörg
J(ö?)rg, wenn Du schon das Christentum kritisieren willst (wozu Du auch das Recht hast), dann mußt Du (um Objektiv zu bleiben) über Islam und andere Religionen auch was sagen (vergiß Atheismus nicht).
Man kann nur dann was Erkennen, wenn man vergleicht !
Gewalt hat schon immer (alle) Religionen begleitet, aber es war und ist die Gewalt, die hier im Vordergrund steht und nicht die Religionen.
Gäbe es keine Religion, dann hätten die Menschen sowieso einen Grund gefunden, um Gewalt auszuüben.
Atheismus ist keine Religion, aber schau mal, was all diese Atheisten Hitler, Stalin, Mao, Pol Poth etc. angerichtet haben.
Islam als Religion hat sich mit einem Schwert (hoch zu Roß) ausgebreitet, Jahrunderte, bevor der Papst zum (1) Kreuzzug aufgerufen hat.
Es waren Muslime, die im Namen Allahs Spanien und Portugal erobbert haben.
Und im Osten haben die Muslime Zivilisationen und Kulturen vernichtet, die sogar damals viel Fortschrittlicher waren als der Islam es heute ist.
Du meinst die Christen führen gerade Kriege in Afghanistan, Irak, Sudan etc. (vermutlich) im Namen des Christentums ?
Und was sagst Du zu Kosovo-Krieg ?
Dort haben die christliche Europäer und US-Amerikaner die muslimische Albaner gegen die christliche Serben unterstützt.
Kannst Du mir folgen ?
Und was ist mit Bosnien-Krieg (wieder gegen Serben, 92-95) ?
Und was ist mit Krim-Krieg ?
Dort haben die christliche Briten, Franzosen (Katholiken), Sardinier (Katholiken), etc., die muslimische Türken gegen die christliche Russen unterstützt.
Für andere Widersprüche in Deinem Kommentar habe ich ehrlich zu sagen, keine Zeit.
Also, laß bitte die Christen in Ruhe und kehre bitte wieder zum Thema zurück.
Immer wieder lustig wie Theisten jeden noch so blödsinnigen Quark verbreiten können ohne rot zu werden.
Man darf also das Christentum nur kritisieren wenn man auch was über den Islam sagt? Was ist mit Kritik am Hinduismus? Muß man da was über Buddhisten oder Taoisten absondern um sich das Recht sich äußern zu dürfen erkauft zu haben? Warum? Wenn ich Mercedes kritisiere muß ich auch was schlechtes über BMW sagen? lolwas?
Können wir dann einfach ohne lange Wortklauberei zur Erkenntnis kommen das die Welt ohne die Gehirnerkrankung Religion besser dran wäre? Danke. Schon allein weil sich die Leute mehr Mühe mit der Begründung fürs gegenseitige an-den-Halsgehen geben müßten.
Was für eine schöne, dreiste und dumme LÜGE.
Erstens: Aber schau mal was die Religionen und auch gerade die aufrechten Christen an furchtbarsten Verbrechen im Laufe von 2000 Jahren angerichtet haben und immer noch anrichten. Aber gut…wir wollen keine Bodycounts aufrechnen, da würden die Dikaturen des 20ten Jhds. eh gnadenlos verlieren.
Zweitens: Hitler war Katholik. Wollen Katholiban zwar nicht wahrhaben ist aber so. Überhaupt waren die meisten Nazis “gute Christen”. Ich erspare mir auf die unzähligen Zitate von Hitler, führenden Nazis oder zeitgenössischen Kirchenvertretern hinzuweisen die diese Verbindung mehr als deutlich darstellen. Einmal “Mein Kampf”-Zitate googeln sollte da aufschlußreich genug sein.
Drittens: Stalin war im Priesterseminar. So furchtbar atheistisch kann er also in seiner Jugend nicht gewesen sein, das dies sein späteres Verhalten unglaublich bestimmt hat.
Viertens: Pol Pot war in seiner Jugend buddhistischer Mönch. Öh.
Fünftens: Könnte es sein das Verbrechen der genannten Herren weniger mit ihrem bösen Atheismus zu tun haben, sondern mit der Tatsache das sie widerwärtige, verrückte Diktatoren waren?
Schöner kann man die Verblendung der Theisten nicht beweisen. Atheismus ist keine Religion. Die eigenen Feststellung schon 3 Zeilen später vergessen. Traurig. Aber diese Unkenntnis wundert mich nicht, von jemandem der meint ein Atheist MÜSSE Materialist sein.
Nein. Moslems, Christen, Juden, Hindus…alles eine Mischpoke. Massenverblödung, Intoleranz und Gewaltätigkeit. Und alles weil die eine Gruppe Erwachsener meint sie hätte einen besseren, nein den besten, imaginären Zauberfreund, der nur ihnen die einzige Warheit verkündet hat.
Der Feind der Zivilisation heißt nicht Islam, sondern Religion. So einfach ist das.
@ Fyyff 23.10.10 um 02:14
Du bist noch “witziger” als dieser “Komiker” für den Du hier einen Anwalt spielst.
” …….. das die Welt ohne die Gehirnerkrankung Religion besser dran wäre?”
Bist Du sicher :-)
Hitler: Du kapierst einfach nicht, daß die Ideologie der Nazis überhaupt nichts mit dem Christentum zu tun hatte.
Religion (egal welche) hatte keinen Platz in der Ideologie der Nazis.
Ihre Sche..-Ideologie haben die Nazis über alle Götter, Gottheiten, Heiligen etc. gestellt.
Du vergißt auch, daß Hitler und seine gar nicht so “gute Christen” auch mehre katholische (aber auch unzählige evangelische) Pfarrer ins KZs stecken ließ.
Es ist nicht so wichtig, was er (oder seine Schergen) aus konjunkturellen und populistischen Gründen gesagt hat, wichtig ist, was er (sie) getan hatte.
Nächstes Mal, beobachte die Taten all dieser Kreaturen und nicht, welcher ekligen Sche.. aus ihren Mäulern rauskommt.
Stalin: Stalin ein Christ ?
Ich habe schon viele dumme Sachen in meinem Leben zu Gesicht bekommen, aber ein solcher Quatsch, hoffe ich, steht nicht mal in der (allbeliebten) Wikipedia.
Wen interessiert es, daß Stalin im Priesterseminar war.
Weißt Du dann, weshalb er aus dem Seminar rausgeschmissen wurde ?
Vielleicht, weil er die Bibel nicht so gut kannte ?
Nein, weil er von gar nicht so christlichen Büchern angesteckt wurde.
Von einem Karl Marx, den Du vermutlich schon kennst.
Jetzt möchte ich endlich vorspulen, zu seiner Diktator-Kariere.
Sage mir bitteschön, ließ er aus christlichen Liebe unzählige Kirchen schließen und zerstören ?
Und wer ließ Tausende Popen, Priester, Pfarrer (mein Beichtvater war 18 Jahre im GULAG), Mullahs etc. in die GULAGs stecken ?
Ich vielleicht ?
Solchen Schwachsinn, den Du uns hier auftischst, können sich nicht mal Dritt-Klässler leisten.
Und zu Pol Poth will ich nicht mehr rüberspringen.
Dein “Wissen” über Stalin hat mir völlig gereicht.
“Atheismus ist keine Religion”.
Ja klar, vor Dir wußte ich das nicht :-)
Und, daß Atheismus Antireligiös(on) ist, wußte ich auch früher nicht.
Danke :-)))))))))
“Der Feind der Zivilisation heißt nicht Islam, sondern Religion.”
Nein, nicht Religion, sondern solche ungebildete Typen, wie Du.
So einfach ist das.
@Truvor #14 am 23. Oktober 2010 at 00:49
Truvor, warum tust Du denn nicht einmal, was Der Herr Dein Gott Dir sagt: Du sollst nicht ständig nach einem Splitter in meinen Auge sehen, sondern Du sollst Dich endlich mit dem “BALKEN” in deinem e i g e n e n Auge beschäftigen (Matthäus Evangelium 7,3)
Zitat: ” Man kann nur dann was Erkennen, wenn man vergleicht!”
Antwort: Nein. Man kann nur erkennen, wenn man WIDERSPRÜCHE ausräumt. Du willst ja mit Anderen vergleichen (‘die tun das ja auch, O Herr!’). Dann ist Dein ‘vergleichen’ nicht zu retten. Anders wäre es, wenn Du Dein Verhalten mit Deinen Vorschriften vergleichst. Aber das nennt man besser WIDERSPRÜCHE ausräumen.
Zitat: ” Atheismus ist keine Religion, aber schau mal, was all diese Atheisten Hitler, Stalin, Mao, Pol Poth etc. angerichtet haben.”
Antwort: Der Materialismus ist ebenfalls religionsartig (‘ich glaube das’) – s. oben: “a priori”.; und dies ist nicht nur die marxistischen Materialismus, sondern z. B. auch die Hädonisten oder auch die Jakobiner usw.
Zitat: “Islam als Religion hat sich mit einem Schwert … ausgebreitet…”
Antwort: Der Splitter IN DEINEM AUGE!!! Dein HERR hat’s Dir doch gesagt – und ich stimme ihm hier ausdrücklich zu. Das ist ein weiser Spruch, der für alle gilt (auch für mich)!
Ein Mörder wird doch nicht freigesprochen, nur weil er auf zahlreiche andere Mörder verweisen kann! Etwa: “So viele Morde wie dieses Schmalzhaar Guttenberg, habe ich aber nicht auf de Gewissen, Herr Vorsitzender!” Sollte der angeklagte Deiner Meinung nach nun freigesprochen werden????
Truvor: Nimm endlich Stellung zu den Anklagepunkten – oder schweig!
Aber Lichtenberg hat auch in Deinem Fall mal wieder Recht: ” Ist es nicht sonderbar, daß die Menschen so gerne für die Religion fechten, und so ungerne nach ihren Vorschriften leben?”
Ich denke, man kann so einen Streit wie diesen hier in etwas ruhigere Bahnen lenken, wenn man die Frage stellt, in wessen Namen bzw. in welcher Mission Kriege geführt bzw. Massaker veranstaltet werden.
Falls Hitler, Stalin, Mao, Pol Poth etc. Atheisten waren, so haben sie ihre Massenmorde aber nicht im Namen der Nichtexistenz Gottes verbrochen, nicht in atheistischer Mission, sondern für und auf Grundlage politischer Ideologien. Sie haben es nicht als atheistische, sondern politische Fanatiker getan, mit einem Glauben, im Besitz einer Lizens für Massenmord zu sein, der dem religiösen Exklusivglauben entspricht, nicht dem “atheisten Glauben” – das einzige, was der Atheismus tut, ist die Gottesexistenz abstreiten.
Im Namen des Atheismus wurde noch niemand getötet, im (jeweiligen) Namen Gottes schon, und zwar hauptsächlich Atheisten, sofern man den Begriff “Ungläubige”, der bei den religiösen Fanatikern sowohl Atheisten wie Gläubige anderer Religionen einschließt, als eine religionsspezifische Definition des Atheisten auslegt.
Auch bei den Führern der christlichen Nationen, die ihre Truppen in Kriege schicken, sollte, egal wie tief gläubig sie selber sind, daher die Frage “in welcher Mission” gestellt werden, und außer Bush fällt mir seit dem ersten Weltkrieg da niemand ein, der für den Christengott tötet bzw. vorgibt, es zu tun.
Soweit zu den “Moderaten”, bei denen dann allerdings die Folgefrage angehängt werden muss: Warum tun sie es denn dann trotz ihrer angeblich friedliebenden Religionen?
Und hier kommen wir zu einer atheistischen Grundaussage: “Ein schlechter Mensch wird Böses tun, mit oder ohne Religion. Ein guter Mensch wird Gutes tun, mit oder ohne Religion. Dass aber ein guter Mensch Böses tut, das geht nur mit Religion.”
Mal ganz ruhig.
Hat kein Mensch geschrieben. Lediglich eine Anmerkung das er als Jugendlicher im Priesterseminar war. So als kleinen Denkanstoß das er nicht immer ein böser, böser Atheist gewesen sein kann. Im Gegensatz zu dir habe ich nämlich nicht versucht irgend einer mir nicht genehmen Gruppe mal eben nebenbei die schrecklichsten Massenmörder des 20. Jhds. unterzuschieben.
Aber einen feinen Strohmann aufgebaut an dem man sich abarbeiten kann, bravo.
Nochmal. Die genannten Dikatoren haben ALLE ihre Verbrechen eben nicht im Namen ihres Atheismus begangen. Sie haben ihre Verbrechen begangen weil sie furchtbare Diktatoren waren, die ein fanatisches, politisches Ziel verfolgten. Ob sie dabei an Götter, Geister, Schamananen, kleine blaue Zwergwesen von Fomalhaut b oder nix geglaubt haben spielt keine Rolle.
Und du kapierst nicht das die Ideologie wohl kompatibel genug war, das die christliche Kirche, allen voran der Papst überhaupt kein Problem mit den Faschisten und den Nazis hatte. Weder in Deutschland, noch in Italien, noch in Kroatien oder sonstwo. Komisch was? Reichskonkordat, anyone? Warum kommt in gefühlt jedem zweiten Satz in “Mein Kampf” das Wort Gott oder göttliche vor? Warum hat die Kirche nach dem Krieg dabei geholfen Dutzende, wenn nicht Hunderte Naziverbrecher außer Landes zu schaffen. Rattenlinie, sagt dir was? Weil die Faschisten und Nazis ja soooooo unchristlich waren?
Natürlich mag Hitler nicht an den Käse geglaubt haben, dazu befragen kann man ihn nicht mehr. Das ändert aber nix an der Sympathie vorallem der katholischen Kirche für Nazis und Faschisten. Und das sind nunmal historische Tatsachen, ob dir das passt oder nicht. Wobei ich mir deine Antwort natürlich schon denken kann. “Ja wenn das alles so ist…dann waren das eben keine richtigen Christen, so.” No true Scotsman(tm), was?
Das ist doch Unsinn. Es heißt Atheismus nicht Antitheismus. Außerdem: was ist eine Antireligion? Alle die nicht katholisch sind? Ist Nichtfernsehengucken etwa Antifernsehen?
PS:
Bonusfrage: Nenne 3 Verbrechen die im Namen das Atheismus begangen wurden. Ich wart auch gern länger, falls die Recherche sich überraschend als schwierig heraustellt.
“Jörg”, das hast Du ganz toll geschrieben. Dafür bekommst Du auch ein Fleißkärtchen.
Aber mußt du deswegen das ganze Netz damit vollmüllen?
http://www.zweitausendeins.de/writersblog/broeckers/index.cfm?mode=entry&entry=14B1EA5F-65BF-D72D-ADD6F1F0725878DB
http://almabu.wordpress.com/2010/10/04/christen-juden-und-muslime-ok-aber/
http://www.meinpolitikblog.de/2010/06/06/wulff-und-der-acp-die-brcke-zum-rechten-rand/
Haha, sehr schönes Beispiel für Kleinbürgelichkeit. Da wird einem Kommentator der Name “aberkannt”, ob der vermeintlichen “Grammatikfehler”. Der kann ja nicht dazugehören :-) Das was hier grade passiert ist,ist Kleibürgerlichkeit in progress, und zwar par excellence. Da die Meisten tief in dieser Kleinbürger-Welt verhaftet sind, fällt es auch niemandem auf. Ein Treppenwitz und Kunstwerk zugleich.
Nach dem man versucht hat (die) Kleinbürgerlichkeit theoretisch zu beschreiben, folgte eine Art von praktischer Darstellung…. und das schönste ist… man ist sich dessen nicht mal bewusst. Ihr seid sehr schöne Forschungsobjekte und Prototypblaubausen. Der Mainstreamsamen hat sehr fruchtbaren Boden gefunden. Wie war das nochmal mit dem Schoß?
@stef #14 am 23. Oktober 2010 at 03:21
Wenn ich diskutiere, muß ich doch nicht plötzlich schweigen, weil ich ein Argument schon mal in einer g a n z a n d e r e n Diskussion verwandt hatte!
Zu allen denkbaren Themen (Geschichte, Religion, Wissenschaft usw.) habe ich w i e D u (!) ungezählte Diskussionen in der Vergangenheit gehabt. Die Argumente sind dann notwendig doch identisch (es sei denn man hat seine Ansicht geändert). Was hatte ich mit meinem Vater diskutiert! Da kannst Du stef, jetzt doch nicht kommen und sagen ‘dasselbe hattest du schon deinem Vater vorgetragen’! D u , stef, machst es doch nicht anders! Oder schweigst du plötzlich in einer Diskussion, nur weil Du das Argument im letzten Jahr schon jemand anders entgegengehalten hattest? Nein, das tust Du nicht!
Für dich gilt dasselbe wie für Deinen Truvor: Vielleicht legst DU mal Deine Maßstäbe zuerst an D i c h s e l b s t an!
Du aber bitte auch!
Im Grunde genommen wolltest du beweisen, dass nur das Christentum als Religion verantwortlich ist für viele Kriege und Morde.
Daran gibt es zwei Probleme:
1. Die Frage der Verantwortlichkeit des “Christentums”:
“Das Christentum” besteht genau genommen aus Texten und aus Gläubigen und bei beiden gibt es sehr große Unterschiede zwischen den individuellen Expemplaren bzw. Individuen, sowohl was ihre soziopolitische und ethische Einstellung angeht, wie auch ihre Möglichkeiten, soziopolitisch Macht auszuüben. Ein einziger christlicher Kaiser hat nunmal die Macht, einen Kreuzzug zu befehlen, auch wenn 199 christliche Gelehrte dagegen sind. In so einem Fall wären statistische 0,5% schlechte Christen für den Kreuzzug verantwortlich. Inwiefern Ungebildete und Abhängige wirklich die Möglichkeit hatten, den Sinn und Unsinn von Kreuzzügen zu beurteilen oder nicht mitzumachen, sei mal aus Gründen der Langatmigkeit und statistischen Korinthenkackerei jetzt nicht genauer erörtert. Tatsache bleibt, dass in ihrer Gesamtheit weder “das Christentum” noch “die Christen” vollständig verantwortlich für die von dir genannten Taten sind.
Analoge Argumentation bei Texten.
2. Die Frage der Verantwortlichkeit des Islams:
Theoretisch einfach analog zu 1.
Nur leider verweigerst du hier stur und unbegründet jegliches Nachdenken über den Sinn und Unsinn der Taten, die im Namen des Islams oder von seinen Anhängern verübt wurden.
Du kannst nicht von uns fordern, was du selber bei dir verweigerst. Was du also an Nachdenken über das Christentum forderst, verweigerst du im Nachdenken über den Islam. Du solltest dich nicht beschweren, dass man dir das als Heuchelei, mangelnden Intellekt und xenophobe Einseitigkeit auslegt.
Grundsätzlich ist wohl festzustellen, dass Religionsausübung (alleine) kein präventiver Schutz gegen das Begehen von Straftaten ist. Inwieweit Religionsausübung ein präventiver Schutz vor … aus Gründen der Langatmigkeit und statistischen Korinthenkackerei…
@ Jörg 23.10.10 um 10:29
Ich habe irgendwie das Gefühl, daß Du (Fyyff und vielleicht ein paar andere) meine Botschaft nicht verstanden hast.
Ich habe NIE behauptet, daß es im Namen der Religion (egal auch welcher) keine Kriege gegeben hat.
Insbesondere das Mittelalter ist voll davon.
Erinnere Dich, wie unser Streit begonnen hat.
Du hast in Deinem sehr langen Kommentar das Christentum kritisiert.
Ich habe Deinen Kommentar durchgelesen und zwischen den Zeilen habe ich irgendwie das Gefühl gekriegt, daß Du ausschließlich das Christentum für all die Kriege schuldig machen willst, aber Islam nicht.
Dann hast Du Dich als ein Atheist geoutet.
Erinnerst Du Dich als ich schrieb: “Ha, ausgerechnet ein Atheist will mir ins Gewissen reinreden”.
In diesem Satz (und im selben Kommentar) steckt meine Botschaft, die Ihr Jungs nicht verstehen wollt.
Meine Botschaft ist, daß die Atheisten die gleiche gewalttätige Blutsauger sind, wenn sie ihre Ziele erreichen wollen, wie all die Christen, Muslimen, Buddhisten etc..
andreas_fecke hat größtenteils das Problem schon richtig erkannt, aber nur teils.
Er schrieb: “Im Namen des Atheismus wurde noch niemand getötet, …….”.
Nein Andreas, da liegst Du falsch: Im Namen des Atheismus wurden unzählige Gläubige (Christen, Muslime etc.) in den GULAGs umgebracht.
Die Kommunisten in der SU haben einen Atheismus-Krieg gegen die Religion geführt, und das ist auch kein Geheimnis.
All diese Stalins, Trotzkijs, Lenins etc. waren zu ihren anfänglichen (Einer wurde getauft, ein Andere beschnitten) Zeiten Christen, Juden, Moslems etc., aber irgendwann hat sich jeder von denen, von der kommunistischen Ideologie angesteckt.
Ein Kommunist kann nicht gleichzeitig ein Kommunist und ein Christ sein oder ein Kommunist und ein gläubiger Jude sein.
Ein Kommunist kann nur ein Atheist sein, er muß jeglicher Religion abschwören.
Daher bin ich der Meinung, daß Fyyff dummes Zeug redet, wenn er behauptet, daß Stalin ein Christ war (Fyyff, damit Du es weißt: Stalin hat Priesterseminar gemacht, nicht weil er es für sich wollte, sondern weil seine tiefgläubige Mutter ihn hingeschickt hat).
Ich will Euch “tollerante” Jungs mal fragen: Wie wollt Ihr denn die Religion abschaffen ?
Wollt Ihr wieder GULAGs bauen ?
Dann gleich für mindestens 5 Milliarden Menschen.
Und welche Ersatz-Ideologie hättet Ihr für die Gläubigen ?
Denkt Ihr im Ernst, daß wenn die Menschheit alle mögliche Religionen irgenwann abschüttelt, dann wir es keine Kriege und Gewalt mehr geben ?
Seid Ihr naiv oder naiv ?
Die Kriege wird es leider immer geben.
Das “tolerante”, religiose oder atheistische Wesen MENSCH wird schon immer einen Grund (Vorwand) finden, um einen Krieg anzufangen (seht Irak).
Nochmal. Das behauptest gerade nur du.
Nochmal. Kein Atheist versucht den Theisten die ganzen Massenmörder des 20ten Jhds. unterzujubeln.
Nochmal. Die Verbrechen des Kommunismus wurden nicht im Namen des Atheismus begangen, sondern im Names des Kommunismus. Und das weißt du vermutlich auch. Der Atheismus trifft keinerlei Aussagen wie mit Theisten zu verfahren ist. Er stellt lediglich fest das ein Glauben an einen übernatürlichen Schöpfer Blödsinn ist, weil weder von Fakten noch von Logik gedeckt. Alles darüber hinausgehende hat mit Atheismus nichts mehr zu tun, sondern mit Politik.
Niedlich, wie Gläubige immer von sich auf andere schließen. Wie heißt das gleich? Projektion?
Nein, die böse atheistische Weltverschwörung will keine Gulags bauen. Gegen Glauben gibts nur eine Waffe: Bildung. Je mehr man vom Funktionieren des Universums begreift desto kleiner wird die Lücke in die Gott passt. So einfach ist das.
Und natürlich ist es für den religiösen Apologeten bezeichnend das er eine “Ersatzideologie” braucht. Wozu? Moral und Ethik gibts auch ohne Religion und religiöse Ideologien. Da braucht es keinen Ersatz. Humanismus und Aufklärung sei dank.
@ Fyyff 23.10.10 um 16:36 + 17:54
“Nochmal. Das behauptest gerade nur du.”
“Lediglich eine Anmerkung das er als Jugendlicher im Priesterseminar war”.
Es ist Amysant, wie Du Dich aus der Verantwortung für das Geschriebene stehlen versuchst.
Nein, Du hast nicht “lediglich eine Anmerkung” gemacht.
Du hast`s versucht, auf eine miese Weise, Stalin nicht vorhandene Religiosität anzuhängen.
Auf diese Weise kann man jedem Menschen seine Jugendsünden irgendwann anhängen.
“Sie haben ihre Verbrechen begangen weil sie furchtbare Diktatoren waren, ……..”
Nein, sie haben ihre Verbrechen aus rein ideologischen Gründen begangen.
Eine Diktatur (Diktator) ist keine Ideologie, Atheismus schon.
Zumindest als ein wichtiger Bestandteil der kommunistischen Ideologie.
” …….. , die ein fanatisches, politisches Ziel verfolgten.”
Welches Ziel, was redest Du da ?
Die Kommunisten haben nicht all diese Popen, Pfarrer und Mullas in die GULAGs gesteckt, weil die schlecht gepredigt haben, sondern weil sie (Kommunisten) die Religion durch Atheismus ersetzen wollten.
Atheismus ist ein Bestandteil des Kommunismus, sowie Meinungsfreiheit ein Bestandteil der Demokratie ist.
Gefällt es Dir oder nicht, aber es waren die atheistische Kommunisten oder kommunistische Atheisten (Du kannst Dir was wählen), die die GULAGs bauen ließen, um dort Menschen zu vernichten.
“Moral und Ethik ……..”
Was ????
Schau doch unsere deutsche (und Europas) Jugend an.
Sie sind schon seit Langem nicht mehr Religiös (dieses Thema ist übrigens einen Artikel wert).
Und wo siehst Du bei ihnen “Moral und Ethik” ?
Sie wissen doch gar nicht, was diese beide Begriffe bedeuten.
“Hummanismus und Aufklärung”
Ich weiß, wie bei den Atheisten “Humanismus und Aufklärung” aussehen.
In den GULAGs und KZs wurde auch sehr “humanistisch” “aufgeklärt”.
Nein, Danke !
“Bildung”
Wenn willst Du denn bilden ?
Sie wollen Deine Bildung nicht, sie wollen immer neuere, dümmere Computerspiele haben.
Für Bildung gibt`s da keinen Platz mehr.
Das ganze Bildungsniveau ist mit der Religion verschwunden.
Ich befürchte Unwiederbringlich.
Nein, Fyyff, wenn Du den Menschen ihren Glauben wegnehmen willst, dann mußt Du ihnen einen Ersatz geben.
Der Mensch bzw. die Gesellschaft kann nicht ohne den Glauben bzw. Ideologie existieren.
“Der Glaube versetzt die Berge”.
Und wenn die Menschheit weiter kommen will, dann darf sie diesen Satz nicht vergessen.
mein Truvor? Da wird sich Truvor sicher freuen. Ja, ich diskutiere auch ab und zu im Netz, wie Du siehst. Aber ich diskutiere, Ich gehe auf Artikel oder Vorposter ein und fasse mich kurz. Du hingegen nötigst die Leute, deine erzürnten, wortreichen “Pamphlete” durchzuarbeiten, die dann eigentlich das Thema nur am Rande berühren.
@ stef
Empfehle Dir mich zu behalten.
Fresse nicht viel.
Bin Stubenrein.
Ein Problemchen habe ich aber, bin großer Wodka-Liebhaber.
Falls das für Dich kein großes Problem ist, dann laß Dir Zeit, habe sowieso keine andere Interessenten :-)))))))))))
Bravo .. Gaaaanz großes Kino !
Einfach mal zum nachdenken: Setzen sie ( Eliten) Millonäre egal welcher Konfesion, egal aus welchem Winkel der Welt zusammen und die Herrschaften werden glänzend miteinander auskommen…Bei den feisten Speisen und Getränken wird man ungezwungen über das Wetter in Canes oder sonst wo ,Grundstückspreise ,das neueste Luxusgefährt oder Jacht u.s.w. talken.
Welch eine Idyle … nix da von Jud’ Kaffer Kanacke Eselstreiber .. egal ob Christ,Moslem,Jude,Hindu oder weiß der Deibel was…
Die selbe Mischung ” Normal – Klein-Spieß- Bürger ..
Mord und Totschlag …warum nur ? Weil die Ersten das haben was die Unter und nun auch die Mittelschicht nicht mehr haben …
S I C H E R H E I T …! Sie müssen nichts beweisen,bekommen nichts weggenommen,müssen nicht mehr konkurieren,müssen keine Zukunftsangst haben … und und und
Sehr schöner Artikel.
Nur an das Wort “Migrant” werde ich mich wohl nie gewöhnen können.
Das klingt wie, bäääh, “Schaumkuss” statt leckerem Negerkuss. ^^
Udo Vetter hat ne schöne Linksammlung zusammen gestellt, zu welchem internationalen Medienecho, dieser Populismus führt.
Ist denn die Angst vor dem Fremden nicht seit jeher im Menschen verwurzelt und bestehend seit Jahrtausenden?
Überfordern wir uns nicht manchmal mit dem heutigen Tempo?
Ist Angst nicht auch ein Stück weit eine ganz normale Schutzfunktion, das Eigene zu erhalten und zu bewahren?
Sind wir Menschen denn überhaupt Multikulti in Windeseile, wie die Politik es uns glauben machen möchte?
Hat nicht jedes Volk der Erde Angst seine Identität und Kultur zu verlieren?
Warum haben denn “Migranten” Angst zu Deutsch zu werden und bewahren sich ihre Herkunft?
Sicherlich sollte man diese Angst nicht politisch und religiös ausschlachten, man sollte sensibler mit ihr umgehen und sie vor allem Ernst nehmen, ohne direkt rechte und linke Politik zu unterstellen oder daraus zu machen.
Grüße
Julia
Sicher, aber wir müssen hier zwischen rationalen Ängsten (die ja durchaus produktiv sein können) und irrationalen Ängsten unterscheiden. Ich schreibe hier über die letzteren.
Ja, ich denke genau darum geht es – diffuse Ängste von nicht besonders reflektierten Menschen, die nach einer alles erklärenden Projektionsfläche suchen.
Was auch auf die Unfähigkeit komplexere Zusammenhänge zu erfassen bzw. zu ertragen verweist.
Ich sehe ja wie es hier in Berlin läuft – die Türken, Kurden, Araber sind für viele die Anderen/Fremden. Dabei wird übersehen, dass diese genauso Berliner sind wie jeder andere in der Stadt geborene auch. Man kann sie nicht nach Hause senden, denn sie sind schon da (zu Hause). Also muss man den Status Quo anerkennen und sich damit konstruktiv auseinandersetzen, aber das ist ja zu aufwendig und könnte den kleinen Horizont erweitern – was übrigens für beide Seiten gilt sofern eine Gegnerschaft ausgemacht bzw. angenommen wird, denn den Kleinbürger gibt es bei den “Fremden” genauso.
Die Wiedervereinigung hatte gerade in Berlin zu einer speziellen Konkurrenzsituation geführt.
Übrigens, Spiegelfechter, manche [Link auf extremistische Seite entfernt/sf] mögen Dich nicht. Da existiert ein BOYKOTT-Aufruf gegen Dich (auf der verlinkten Seite in der rechten Spalte unter der Überschrift ‘Blogboykott’). Du seist SEXIST, wird da behauptet. Die Pi-piphanten und Feministen scheinen sich auch wie die Karnickel zu vermehren, wie man im Kommentarbereich drüben bei Telepolis sieht. Irgendwann wird es wohl ziemlich einsam werden.
Nicht beeindrucken lassen!
Na ja, wer sein verwirrtes “linkes” Ego damit aufwerten will, rechte Schreihälse zu zitieren, ist natürlich nicht satisfaktionsfähig. Diese Stalkerin tut mir aufrichtig leid.
Ach was, ich schrieb ja schon bei TP:
“Wenn sich die üblichen Verdächtigen nicht wie Rohrspatzen aufregen
und mich nicht ad personam beleidigen würden, hätte ich bei dieser
Themensetzung wohl etwas falsch gemacht. Wer den Sumpf trockenlegen
will, darf sich nicht am Gequarke der Frösche stören.”
Eher seitdem es Lebewesen gibt. Im natürlichen, evolutionären Kontext ist es völlig irrational, dass wir Fremde nicht fürchten, hassen und wenn möglich töten, denn im natürlichen Kontext ist jedes unbekannte andere Lebewesen entweder eine potentielle Bedrohung oder Futter.
Jeder, der schon mal mit höher entwickelten Tieren zu tun hatte, wird Dir bestätigen, dass Paranoia bei Tieren nicht nur weit verbreitet, sondern einer der wesentlichen Triebe ist. Jede Potentialität birgt für ein im Einklang mit der Natur lebendes Wesen das Potential, das eigene Leben zu gefährden.
Pragmatisch betrachtet sollten wir nicht die ganzen Paranoiker (oft eine der Ursachen für irrationalen Fremdenhass), sondern die weltoffenen, toleranten Menschen als krank definieren :-).
Es waren Milliarden Jahre von Entwicklung notwendig, um eine Spezies soweit kommen zu lassen, dass ein geringer Anteil der Gesamtpopulation tatsächlich den größten Teil seines Lebens ohne Angst und präventive Vorsicht leben kann.
Wir haben eigentlich viel erreicht. Es ist nicht genug, aber immerhin ein Anfang.
Migranten und ihre Nachkommen, besonders aus dem südosteuropäischen/vorderasiatischen Raum werden zur Zeit als willkommene Idealtypen von “Sozialschmarotzern” dargestellt. Es gibt zwar auch sehr viele Deutsche, die der untersten sozialen Schicht zuzuordnen wären, aber es ist politisch eben nicht opportun, die grundlegenden Probleme unseres Sozialstaats zu benennen und anzugehen. So sind es eben nur Türken, die arm, gelangweilt, gewalttätig und unintegriert dargestellt werden, obwohl der selbe Befund auch ohne türkische Einwanderer zu finden wäre.
Je kleiner der Kuchen, desto stärker das Gedränge.
Bist du dir denn so sicher, dass diese Ängste irrational sind? Ich nicht.
Wenn in einer Schulklasse von 30 Kindern 25 Kinder anderer Nationalitäten sitzen und wenn in einer Stadt die Moschee plötzlich sichtbarer ist, als die eigene Kirche, dann sind die Ängste nicht mehr irrational, sondern sehr rational und auch sicherlich verständlich.
Das Problem ist die Berichtserstattung der Medien, denn ich glaube, dass nicht ganz Deutschland Angst hat, sondern viel mehr nur die betroffenen Bürger.
Und bedingt durch diese Meinung machende Berichterstattung, entsteht ein völlig falsches Bild.
Ja, aber auf diesem Weg sollte man sich nicht selbst überholen.
Aber auch nicht, wie ich bereits schrieb, die Ängste der Menschen für seine eigenen Zwecke schamlos ausnutzen.
Ich denke aber auch, dass viele Menschen zu einer differenzierten Auseinandersetzung gar nicht fähig sind oder sein wollen. Es ist doch viel bequemer nach dem Motto zu leben: “Bild dir deine Meinung”.
Die Angst vor der Größe von theologischen Phallussymbolen halte ich für komplett irrational. Was andere Punkte angeht, so mag eine Angst in den betroffenen Brennpunkten rational sein, in Hintertupfingen ist das aber etwas anderes. Dort gibt es nicht 25, nicht 20 und auch nicht 15 Migrantenkinder pro Klasse, sondern wesentlich weniger.
Eben nicht, in Neukölln ist diese Angst weniger ausgeprägt als in Hintertupfingen.
Warum? Wie begründest du das?
Damit sind wir wieder bei der Angst vor dem Fremden/Unbekannten, oder?
Ich weiß nicht, warum man vor “hohen Gebäuden” Angst haben sollte? Wenn ich mir deutsche Großstädte so anschaue, müsste ich ja dann Angst vor Banken und Versicherungen haben ;-)
Richtig, aber bei einer irrealen Angst.
Ich bin mit 15 mit einem Freund in Leipzig im Schwimmbad war und uns dort ein arabisch/türkischer Junge von vielleicht 8-10 Jahren (in einer Gruppe von 6) ein Messer an den Hals gehalten hat. War eine ziemliche Scheißerfahrung.
Jetzt studiere ich in Berlin wohne in Kreuzberg komme vom Einkaufen bin noch paar Meter von meiner Wohnung enfernt mir kommt eine Gruppe arabisch/türkischer Jugendlicher entgegen von dem mir einer eröffnet, dass er mich jetzt gerne umbringen würde.
Das sind sicher Einzelwahrnehmungen, aber sie prägen auf einer emotionalen Ebene. Und um ehrlich zu sein fühle ich mich aufgrund meiner Erfahrungen und auch dem was man so liest durchaus bedroht. Nicht von irgendwelchen Familienvätern und -müttern, sondern von den Jugendlichen aus diesem Kulturkreis. Natürlich kann man solche Dinge nicht auf alle beziehen und ich kenne auch viele Symphatische, aber ich bin davon überzeugt, dass der Anteil an dreist/aggressiven und hemmungslosen Jugendlichen dort einfach größer ist. Das hat keine genetische Gründe, aber kulturelle Prägungen (damit auch Erziehung) spielen denke ich eine große Rolle.
Über organisierte schwerstkriminelle Kurdenclans liest man ja auch nicht allzu selten.
Warum darf man vor sowas keine Angst haben? Warum muss man das tolerieren, nur weil diese Menschen Migranten sind?
Du hast am Anfang deines Textes darauf hingewiesen, dass besonders gegen Menschen aus dem muslimischen Kulturkreis Ressentiments bestehen, aber z.B. nicht gegen Vietnames oder Chinesen. Was ist denn der Grund für diese Differenzierung?
Diffuse Verlustängste in einer globalisierten Welt sind es eben nicht, dann wären die Chinesen wohl eher das Objekt der Fremdenangst.
Versteht mich nicht falsch ich habe nichts gegen Türken, Araber im allgemeinen, im Gegenteil ich finde es sogar erstaunlich wie umtriebig und fleißig sie zum Teil sind. Ich bin aber nicht bereit mich über Gewalttäter zu freuen, egal aus welchem Land.
Den Eindruck, dass die Politik Xenophobie gezielt schürt habe ich im übrigen nicht, zumindestens fehlen mir dafür die eindeutigen Beweise.
Auf diesen Kommentar, den ich so auch hätte schreiben können (kann ich mir zum Glück nun sparen) wünschte ich mir eine Antwort vom Autor, der in dem Artikel meiner Meinung ausnahmsweise völlig daneben liegt.
Es war doch eben nicht die Politik, die die Islamkritik vorangetrieben hat. Während dort noch von Multikulti geschwärmt wurde, musste sich das geschmähte Kleinbürgertum Sprachrohre wie Sarrazin suchen und der Politikerkaste ihre Meinung mit Leserbriefen in Talkshows mitteilen, bis sich zaghaft die ersten Schröders und Seehofers aus dem Gebüsch gewagt haben.
Ich lasse mich nicht als Kleinbürger abstempeln, nur weil ich keine sozialwissenschaftliche Ausbildung genossen habe. Meine Angst beruht auf Zusammentreffen mit unprovoziert aggressiven arabisch-stämmigen Migranten, nicht französischen, nicht japanischen, nicht östereichischen.
Mir wird bei pi auch regelmäßig schlecht, aber ich möchte, wie heintje, meine Angst ausdrücklich nicht als kleinbürgerlich, diffus oder irrational abgetan wissen.
@heintje
“Ich bin aber nicht bereit mich über Gewalttäter zu freuen, egal aus welchem Land.”
Mal abgesehen davon, dass ich dem hier betriebenem Kleinbürger-Bashing wenig abgewinnen kann (ganz grauenhaft finde ich den Gartenzwerg mit der Deutschlandfahne-gehts noch einfallsloser und abgeschmackter?): Wer hat denn von dir verlangt, dich über Gewalttäter zu freuen? Niemand. Was von dir jedoch verlangt werden kann, ist, aus einzelnen Erlebnissen keine ressentimentgeladene Weltanschauung werden zu lassen. Mit anderen Worten: Furcht vor Gewalttätern ist eine ziemlich logische Sache, Furcht vor Türken ist ziemlicher Unsinn.
Achso, und nur so ne Frage: Warum wohnt jemand wie du, dem Berichte über “organisierte schwerstkriminelle Kurdenclans” den Schlaf rauben, eigentlich in Kreuzberg? Ist das so eine Art Konfrontation-mit-der-Angst-Therapie?
Meiner Wahrnehmung nach ist es nur schwer möglich, negative Begleiterscheinungen von Zuwanderung zu thematisieren, z.B. eine möglicherweise erhöhte Kriminalität ohne das die Rassismuskeule kommt, welche jegliche sachliche Diskussion im Keim erstickt. Wobei ich nicht nachvollziehen kann, was sinnvoll daran sein soll, dieses Thema Rechtspopulisten zu überlassen. Es besteht einfach keine vernüftige Möglichkeit zur Kritik der bestehenden Zustandes.
Ich habe nicht den Eindruck eine ressentimentgeladene Weltanschauung zu vertreten. Vielleicht kannst du das näher erläutern. Wie ich auch schrieb, habe ich keine Angst vor einer bestimmten Volksgruppe im Allgemeinen.
Ich habe einen relativ guten Schlaf. Es war nur ein beispielhafter Verweis auf bestehende Probleme, den du zu einer recht lahmen Polemik zu verwenden wusstest.
Nebenbei ist Kreuzberg eigentlich sehr in Ordnung, nur nachts im Görli kann einem ein wenig mulmig werden.
Wieso ist eigentlich jemand der Probleme mit negativen Begleiterscheinungen von Zuwanderung thematisiert eigentlich ein Rechtspopulist? Zumal wenn er mit dem Stigma des Rechtspopulismus nur deswegen belegt wird, weil er diese Probleme thematisiert. (Oder wurde z. B: Sarrazin von der offiziellen Politik als Rechtspopulist bezeichnet als er HARTZ IV Empfänger verhohnepiepelte? Nein da war er mit der offiziellen Politik im Prinzip konform) Er ist zunächst mal ein Politiker wie jeder andere auch und wenn ich seine Ansichten für falsch halte, habe ich das mit Argumenten zu belegen. Die Wahrheit ist weder links noch rechts! Im Grunde ist es eine Unverschämtheit etablierter Politiker, Konkurrenzpolitiker als (Rechts) Populisten zu bezeichnen und sich selber damit ohne Argumente über sie zu erheben. Die Verleumdung als Rechtspopulist ist nichts anderes als die Rassismuskeule.
Doch die Politiker die die Probleme ansprechen versuchen das. In Deutschland gibt es derzeit allerdings noch keinen “offiziellen” Politiker der die Thematik umfassend und sachlich angemessen diskutiert. Ich las z. B. vor kurzem, das es in den USA als unfein gilt sich über fremde Kulturen “auszulassen” aber es ist eine Selbstverständlichkeit, sich zu fragen ob ein Immigrant dem Land Nutzen bringt. Das ist in Deutschland so noch nicht möglich.
Du bist kein Berliner, und das ihr Zugezogenen Euch immer einbildet, Berlin und Kreuzberg müsste nach Eurer Peife tanzen ohne überhaupt zu begreifen, für welchen sozialen Status Kreuzberg eigentlich steht, und warum ausgerechnet du nach Kreuzberg gezogen bist, grenzt schon an völlige Blödheit. Deine Erfahrungen nicht in einen sozialen Kontext einzuordnen, spricht für deine geistige Beschränkheit.
Sächsische Gentrifizierungstudenten, die sich über Kreuzberg dat Maul zerreissen sind mir die liebsten.
Du hast ja ordentlich Schaum vorm Mund. Habe auch nie behauptet Berliner zu sein, noch sein zu wollen. Mal davon abgesehen, dass es wohl auch nicht mehr soviele Urberliner gibt. Leb deinen Lokalpatriotismus ruhig aus, soll mir egal sein.
Du verstehst dich als links und bist nicht fähig die simpelste Diskussion ohne Beleidigungen zu führen. Links sein hat auch was mit Denken zu tun. Respektvoller Umgang scheint für dich sowieso ein Fremdwort zu sein.
Dein Weltbild setzt sich aus hohlen Schlagworten und Phrasen zusammen, hinter denen du dich verstecken kannst ohne auch nur einen Moment mal Selbstzweifel zu haben. Du brauchst das alles, es gibt dir Halt und Zusammengehörigkeitsgefühl. Es gibt zu viele von deiner Sorte, die sobald jemand Gedanken formuliert, die den plakativen Inhalten deiner Jugendbewegung widersprechen, geifernd ihre Schmähattacken fahren, weil sie fürchten ihre übernommene Identität bricht zusammen.
Also komm runter, iss nen Veggieburger und schreib dann auf indymedia einen Comment zu Speziismus der lautet: “Alle Fleischesser sind Mörder und gehören abgeschlachtet.”
Tja, solche Gestalten aus der Provinz, die sich einbilden, sie könnten das Lied vom “der Ausländer, in der “arabischen” Menschenform, ist schuld” auf sächsisch singen, bekommen das zu hören, was sie sind: kleine rechte Spiesser, die zu dämlich sind, soziale Zusammenhänge zu erfassen, und lieber den aufgeklärten Rassisten raushängen lassen.
Wie dämlich muss man sein, dieses Rassistenliedchen überhaupt anstimmen zu wollen, in einem Stadtteil in dem Du nichts zu suchen hast?
Zu Glück gilt in Kreuzberg noch die klare Losung “Rassisten auf die Fresse”.
Alles Rassisten außer Mutti! ;) Schwarz und Weiß. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich. Wer selber denkt bekommt auf die Fresse. Schön, dass damit zumindestens deine körperliche Unversehrtheit gesichert ist. Du weißt gar nicht, wie nah du dem totalitären Faschismus eigentlich bist. Ich bezweifle auch, dass du es je erkennen wirst. Ich beglückwünsche dich zu deiner Schlichtheit. Ein einfaches Weltbild lässt Raum für andere schöne Aktivitäten. Der nächste hippe Trend kommt bestimmt und du wirst dabei sein, verachtend niederblickend auf alle Kritiker…äh…Rassisten.
Und da Du haben verloren das Fähigkeit, deutsche Sprache zu schreiben oder sprechen? Du erst mal Integrationskurs macht, dann darft schreiben in Foren deutsch.
Kann ja nicht sein, dass die Zuwanderer aus Läpsch die deutsche Kultur versauen.
a^2
Alle Jahre wieder wird die Sau namens Fremdenfeindlichkeit durchs Dorf getrieben. Und immer wieder springen welche drauf an, so wie hier der Spiegelfechter.
Das Thema spiessiger Kleinbürger ist auch nicht ganz neu.
Hab mir noch überlegt, ob ich ich hier meine Enttäuschung verkünden soll, aber der Artikel hat zu einigen lustigen Threads im Telepolis-Forum geführt, was man wohl als gewissen Fortschritt für die Menschheit werten kann. Zumindest irgendwie oder so.
Abgesehen von der allgemein etwas unklaren “Begriffsverwertung” in diesem Artikel – ein Artikel, um sich in die Diskussion um die En-vogue-Thematik Islam einreihen zu können/dürfen? – , nehme ich an, dass Du eigentlich “kleingeistige Bürger” meintest, und Dich nur nicht trautest das auch so zu schreiben.
Gemäß der Definition vom Kleinbürger, der auch Du Dich anschließen kannst (s.o. #6), und gemäß der Definition von Mittelschicht in einem von Dir noch kürzlich empfohlenen Buch (Herrmann, Ulrike: Hurra, wir dürfen zahlen. Der Selbstbetrug der Mittelschicht. Frankfurt/Main 2010), können es nur ebendiese Menschen und Bürger sein, die sich mit dem “wahren” Leben auseinandersetzen (müssen), bezogen auf obige Thematik eben mit religiös reaktanten Migranten (Disclaimer: es gibt auch religiös reaktante Christen).
Die Oberschicht sitzt in dem viel zitierten Elfenbeinturm und kauft sich aus der Realität so wie sie der Kleinbürger/die Mittelschicht tagtäglich erlebt/erleben muss einfach raus (vgl. private Bildungsinstitute (Internate usf.); Villengegenden, unbewacht/bewacht; usf.); um das Ganze mal etwas pointiert darzustellen.
Und hier triffst Du für mich mit dem letzten Satz Deines Artikels den Kern der Sache für mich ziemlich genau und treffend:
P.S.:
Ich hätte auch schreiben können: “religiös reaktionäre Migranten” bzw. “religiös reaktionäre Christen” – das wollte ich eigentlich auch so schreiben; nun ja, Fehler passieren.
“reaktant” ist ein Begriff aus der Psychologie; eine Form von Abwehrverhalten; passt also auch irgendwo in den hier angegebenen Zusammenhang
“reaktionär” passt mehr in die Politik; starres beharren und festhalten an althergebrachten Positionen; Rückwärtsgewandtheit
“Wenn wir über Migranten und Ausländer sprechen, sprechen wir in Ausnahmefällen zwar auch von Vietnamesen, Schwarzafrikanern oder Russen – eigentlich meinen wir aber doch die Migranten, die aus der arabischen Welt und der Türkei stammen.”
Dann frag mal die Leute die “per Dekret” ein Spätaussiedlerghetto in ihr Dorf bekommen haben, wie “begeistert” die von den “friedlichen, rechtschaffenden” Spätaussiedlern sind.
Solange man nicht selber betroffen ist, lässt sich aus der Ferne wunderbar über die Fremdenfeindlichkeit dozieren, wenn du aber mal selber konkret betroffen wärst, wäre auch bei dir schnell Schluss mit der Toleranz.
Der Bad Harzburger Kleinbürger Spiegelfechter liefert das übliche kleinbürgerliche Geschwafel gegen Kleinbürger. Dabei liegt Bad Harzburg doch näher an Hintertupfingen als es seinen kleinbürgerlichen Lesern lieb ist.
Ich wette, dass mindestens 90 Prozent der Kommentatoren hier mit einem Kleinbürgertumhintergrund gesegnet sind, mich und den Spiegelfechter eingeschlossen.
Die Fremdenfeindlichkeit unter deutschen Arbeitern ist auch kaum kleiner als im Kleinbürgertum.
Lediglich das Großbürgertum ist fremdenfreundlich in dem Sinne, als es ihm egal ist, wer in den Fabriken arbeitet oder die Villa putzt.
Palinski, das verstehst du nicht. Ein aufrechter Linker kann nicht fremdenfeindlich sein, ergo ist er auch kein Kleinbürger, denn Kleinbürger ist natürlich ein Synonym für Rechts.
nö, es gibt natürlich auch linke Kleinbürger
vf. dieses (s. oben) ist ja nicht mal´n linker kleinbürger, nur [...]
Schon bald erstaunt es mich nicht mehr, wie oberflächlich und abseits jeglicher korrekten Semantik hier mit Begriffen umgegangen wird. Während der “Asylant” (Demonstrant, Ignorant, Denunziant, Bummelant) noch mit distanzierenden Gänsefüßchen versehen wird, benutzt SF die “Fremdenfeindlichkeit” genauso wie viele andere Foristen hier in einer euphemistischen Weise, um den definitiv richtigen Begriff Rassismus zu umgehen. Fremd ist mir nicht der Moslem an der Dönerbude oder im Ring-Verein; fremd sind mir die Guttenbergs und Ackermänner. Und es bilde sich doch bitte niemand ein, ein wenig “FremdenFREUNDLICHKEIT” würde die Situation der Betroffenen ändern. Eine “freundliche” Abschiebung ode eine “mit freundlichen Grüßen” versehene Ablehnung eines Asylantrages ist doch eher zynisch.
Als Pendant würde ich gerne das “Frauenfeindlich” in die Diskussion einwerfen, mit dem “sexistisch” oder “frauenverachtend” vermieden wird, weil es sich auch besser anhört, denn auch hier müßte Mann ja nur frauenfreundlich sein, was z. B. Dieter Bohlen, “James Bond”-Darsteller, Atze Schröder und Mario Barth auch selbstverständlich für sich reklamieren würden.
Und dann der in Foren, Bloggs und Talkshows beliebte “deutsche Staatsbürger mit Migrationshintergrund”. Dieses als Ausgrenzungskriterium benutzte Ereignis liegt in der Regel zwei Generationen zurück. Dann bitte auch konsequent und zur Differenzierung bei Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft den Anhang “……mit Faschismushintergrund”.
Das alles ist das Ergebniss deiner Zuwanderungs und Ausländerpolitik die nur eines im Auge hatte nämlich ” billige Arbeitskräfte ” ins Land zu holen. Vornehmlich um die Einkommen im Niedriglohn Sektor nach unten zu drücken.Heute sind diese ” Billigen ” Überflüssig den der Niedriglohn Sektor wird von Hochqualifizierten Leuten bedient die einfach trotz guter Ausbildung keine vernünftige Anstellung mehr bekommen. Nach 2 Jahren aus dem Beruf gild man dann als Unqualifiziert für das Amt …so entsteht Statitischer Facharbeiter Mangel.
Zieht euch mal “Im Jungel der Maßmahmen” von Isabel Horstmann rein, das ist was für Masochisten… da geht einem die Galle über..
So weiter … um Intergration hat sich keiner gekümmert ,warum auch und solange die Gastarbeiter in ihrem Getto blieben waren die weit weg vom Mittelschicht Michel…..nun finden sich immer mehr “Michels” in direkter Gesellschaft der Gastarbeiter wieder …auf dem Amt,ARGE,Soz Amt u.s.w und es fängt an zu dämmern das auch der Bessermichel von der eigenen Regierung abgekocht wurde,nur statt da die Verfehlungen zu suchen lässt er seine Aufmerksamkeit von den Medien und Markigen Spüchen der Polit Clowns wieder auf diese Minderheit lenken.
Den Verantwortlichen Polit Marionetten würden nun die ungeliebten und auch nicht mehr gebrauchten Migranten am liebsten alle nach Hause schicken .. der Mohr hat seine Schuldigkeit getan..er kann gehen.Man hat die Migranten nur Ausgebeutet und als Lohnpreisbrecher gegen die Deutschen Niedriglöhner mißbraucht, eine echte Perspektive hatten die nie und das war auch von Regierungsseite nicht gewollt.
Der Teutsche Michel sollte sich vor anderen Dingen fürchten als vor Überfremdung .. Die Angst ist von den Medien geschürt und gelenkt .
der Begriff “Kleinbürger” ist vielleicht nicht ganz optimal, denn eigentlich betrifft es jeden Bürger, nur manche können besser damit umgehen, sind nicht so schnell verblendet, nicht so leicht durch die Medien beeinflußt oder sind vielleicht auch nur gebildeter?
Angst ist meiner Meinung nach praktsich immer irrational. Wenn ich einem Bär gegenüberstehe und losschreie und wegrennen ist das sicher nicht die optimale Lösung. :D Respekt oder Ehrfurcht vor etwas kann sicher nie schaden sonder ist sogar sinnvoll aber Angst und die daraus folgende Abneigung gegenüber irgendetwas führt selten zu besseren Verhältnissen in unserer Gesellschaft.
Eine interessante Ansicht. Dann setzt du Religion gleich mit Kapitalismus.
Bleibt damit die Frage, was ist denn dann furchteinflössender?
Ist uns der Kapitalismus besser bekannt und erzeugt damit weniger Angst?
Und warum erzeugen Banken und Versicherungen keine irreale Angst, Fremdsein aber schon?
Off Topic:
Man sollte die genannten Männer nicht so ernst nehmen und ihnen keine allzu große Bedeutung beimessen, dann verliert sich das “frauenverachtend” in der Weite des Blödsinns.
Im Übrigen gibt es auch reichlich Männerwitze, die ihr Männer auch nicht als so wirklich witzig empfindet, oder?
Ich bin ein Kleinbürger.
Ja, wie von Jens beschrieben. Und?
a^2
Überraschung. Außerdem in den neuesten Nachrichten:
Wasser ist nass!
Der Himmel ist blau!
Burger sind lappriger Industriefraß!
Früher konnte man Mitmenschen mit Fremdenangst auf Holland oder Dänemark verweisen: Dort geht es doch auch, die leben gut und friedlich miteinander.
Nun geht es dort auch nicht mehr, im Gegenteil. Einen Wilders (oder wie der heißt) haben wir hier noch nicht, S. (Thilo) und S. (Horst) kann man mit dem nun doch nicht vergleichen.
Und warum geht es nun auch dort nicht mehr?
Wegen des Neoliberalismus oder wegen der Probleme die der fremde Kulturkreis verursacht?
Ich habe mal ein Interview mit Wilders gesehen. Ich konnte keinen Rassismus und keine Fremdenfeindlichkeit entdecken. Vielleicht stimme ich nicht mit seinen übrigen Ansichten überein (die kenne ich nicht), aber soweit seine Ansichten die hier behandelte Thematik im engeren wie im weiterem Sinne berühren, konnte ich nichts entdecken was fremdenfeindlich sein soll.
Ich habe daher auch keine Ahnung warum er ein “Rechtspopulist” sein soll.
Auch seine Collage Fitna setzt sich fair mit dem Islam auseinander.
In dem Interview wird er gefragt ob er eine Fatwa habe. Nein damals hatte er wohl noch keine, aber vor kurzem wurde von einem Vertreter der Religion des Friedens sein Kopf gefordert (es wurde noch deutlicher ausgedrückt! Ich scheue mich das widerzugeben, nicht aus Respekt vor dem Islam, sondern weil es mich schaudert!) Soweit ich weiß hat Wilders Personenschutz und wechselndes Quartier. Da muß viel Mut dazugehören.
Theo van Gogh wurde für sein Eintreten gegen die Erniedrigung der Frau im Islam, ermordet. Das hat die Niederlande traumatisiert. Ich denke man sollte es einfach mal den Niederländern überlassen und nicht Angela Merkel, was die als hilfreich für sich erachten.
Dänemark: In Dänemark mußte sich der Karikaturist Ostergaard (ich hoffe so heißt er) vor kurzem in einen Schutzraum vor einem Vertreter der Religion des Friedens retten.
Wir haben ein islamisches “Ereignis” vermutlich noch vor uns.
Ich würde schon gern verstehen, was in den Niederlanden den Umschwung gebracht hat. Kann die Gewalttat eines Fanatikers eine ganze Gesellschaft umpolen?
Ich weiß es leider nicht wirklich. Ich kann nur allgemeine Überlegungen anstellen. Ansonsten muß man sicher nur suchen nach “Niederlande Islam” und wird sicher fündig werden, aber ich hab heute keine Zeit mehr.
In den USA kam es nach den Anschlägen von 9/11 nicht zu größeren Ressentiments gegen Muslime oder deren Kultur. Aber die USA sind ein riesiges Land. Die können nicht so schnell kulturell überfremden auch weil sie eine gesteuerte Einwanderungspolitik haben. Gut gebildete Muslime leben “verwestlichter” und säkularer. Auch bei uns.
Das mit der Traumatisierung ist von mir einfach nur so widergegeben das habe ich mal so in diesem Zusammenhang gelesen. Aber man kann doch nachvollziehen, das gerade solch eine Tat schockiert und traumatisiert und Einfluß ausübt.
Soweit ich Wilders verstanden habe unterwandert der Islam einfach zu stark die Kultur der Niederlande. Und viele Niederländer werden das wohl ähnlich sehen.
Ich kenne keine andere Kultur, die im fremden Land durch ihre “offiziellen” Vertreter so viel für sich fordert wie der Islam, immer nur fordert. In Paris beten Moslems mittlerweile sich verneigend auf offener Straße , obwohl das im laizistischen Frankreich verboten ist. Das ist eine Provokation des Gastlandes.
Von einem Gast würde ich mehr Bescheidenheit und Respekt vor dem Gastland erwarten. Mir ist z. B. nicht bekannt das hier lebende Hindus eigene Tempel für sich fordern.
Westergaard heißt der Karikaturist fällt mir gerade ein. Aber Oster ist ja nicht weit weg.
@SF
Soso, ein Euro pro Klick und Zehn pro Beleidigung!
Das war gut, Dank für den Lacher… :))
Ich glaube ja immer mehr daran, daß Volker Pispers recht hat: der männliche deutsche Kleinbürger ist neidisch auf den männlichen muslimischen Migranten – weil bei dem die Frau noch gehorcht und “ihren Platz” in der ´Hackordnung kennt. (Glaubt jedenfalls der männliche deutsche Kleinbürger.)
Und wenn es etwas gibt, was männliche deutsche Kleinbürger auf die Palme bringt, dann ist es, wenn es jemand vermeintlich besser hat als selbst.
Sorry, aber meine konservative Seite in mir muss auch jetzt mal die Ängste und Sorgen dieser “Kleinbürger” ernst nehmen, weil ich die Sorte ganz gut kenne. Ich wohne in einem recht multikulturellem Stadtviertel, wo der sozial Friede trotz hohem Türken-Anteil noch vorhanden ist, weil es da auch viele Ausländer gibt, die sich sehr gut integriert haben. Ein Stadtviertel weiter hört man schon von anderen Geschichten. Ich arbeite allerdings auf dem Land und der alltägliche Rassismus gegen Türken ist da nunmal Gang und Gäbe, mit Ausnahme der Türken, die man persönlich kennt und mag versteht sich.
Aber vor allem in Kleinstädten haben sich auch schon Hartz-IV-”Ghettos” gebildet und der Anteil an türkischen Immigranten ist da natürlich recht hoch, weil die als große Minderheit auch gerne zusammen wohnen wollen. Der deutsche Steuerzahler fühlt sich da auch zurecht als Melkkuh, die neben den vielen Assi-Deutschen auch noch Assi-Türken durchfüttern soll. Und was machen die? Naja, also Türken-”Gangs” mit anscheinend viel Geld in der Tasche, dicken Autos, aber augenscheinlich keiner geregelten Arbeit gibt es leider auch in sichtbar großen Dosen. Wenn ein deutscher Assi mit nem 5er BMW rumprollen kann, hat der vielleicht geerbt oder nen spendablen Daddy, aber der Türke hat ganz bestimmt was illegales dafür gemacht und dabei noch Hartz IV kassiert. Und ehrlich gesagt, ich glaube das auch in vielen Fällen. Ich hatte schon so zwei, drei türkische Freundinnen und ein Vater war übrigens Verbrechter und wurde nie erwischt. Und gerade, wenn man in die Türkei fährt, lernt man die Türken mal besser kennen und vielleicht auch mögen. Der Schlag, der in Deutschland sein Glück versucht hat, hat´s halt in der Türkei nicht weit gebracht…
Ich kenne eine Grundschullehrerin, die in einer dieser Kleinstädte arbeitet und von enormen sozialen und kognitiven Defiziten der türkischen und arabischen Schüler gesprochen hat. Die sagt ganz klar, dass es für die meisten Kinder in der Grundschule längst zu spät ist “sich zu integrieren” oder als Klartext “in dieser Gesellschaft es durch Arbeit was zu bringen”, gerade weil es auch da in manchen Klassen einen hohen Ausländeranteil gibt. Das ist nicht nur ein Problem von Neu-Kölln.
Ich bin zumindest in der Richtung beruhigt, dass ich von diesen “Türken-Hassern” nie ein schlechtes Wort über Schwarz-Afrikaner gehört habe, obwohl es da für mich subjektiv noch mehr gibt. Aber die verhalten sich auch unauffälliger, man sieht mehr Familien als Männer-Grüppchen, die pöbeln nicht rum, bilden keine eigenen Stadtviertel und man könnte meinen, die integrieren sich besser.
@anindo
Äh, und wegen der 5er BMW und wegen dem, was wo die Grundschullehrerin gesagt hat, geht Fremdenfeindlichkeit jetzt in Ordnung, verstehe ich das richtig?
@Björn
Es geht hier nicht um Fremdenfeindlichkeit. Es geht um die echten Probleme, die dieses Land vor allem mit türkisch stämmigen Immigranten hat, die sich mehrheitlich hier freiwillig ghettoisiert haben.
Von den vier Türkinnen, mit denen ich mal was hatte, sind zwei in archaischen Familien aufgewachsen, die keine Beziehung mit einem Deutschen dulden. Eine hat sich vor der eigenen Familie versteckt und versucht jetzt eine Annäherung nach über einem Jahrzehnt. Die andere hat wohl den Absprung geschafft, ich habe keinen Kontakt mehr, aber türkische Frauen sind hier auch nicht das Problem, sondern die Männer! Zumindest viele aus dem Kulturkreis. Die hängen auch ohne 5er BMW immer im Mehrfach-Pack zusammen und werden auch seltener dieses Patriarchat verlassen, was ihnen diese Sicherheit und Geborgenheit gibt. Ich war länger nicht mehr in der Türkei, aber selber vor 15 Jahren kamen mir dort einige Türken deutlich weltgewandter und sympathischer vor, als viele hier. Da habe ich Zappa-Hörer und Hesse-Leser kennengelernt, hier noch nicht.
Man muss einfach das Problem hier eingestehen, dass wir nicht gerade die intellektuellen Türken nach Deutschland gelockt haben, sondern mehr Armutsflüchtlinge. Bei Iranern ist das ganz anders, weil hier nunmal viele Perser leben, deren Eltern Intellektuelle waren und vor dem Khomeini-Regime geflüchtet sind. Und gegen die hat hier auch keiner was.
PS: Wenn wir Armutsflüchtlinge aufnehmen, nehmen wir auch geistige Armut mit auf. Vor allem, wenn nicht in DDR-Manier was dagegen getan wird. Nur mit frühzeitiger Zwangs-Bildung kann man viele Immigranten-Kinder in Deutschland “auffangen”, damit sie in diesem “jeder kämpft gegen jeden”-Gesellschaftssystem mit prügeln können.
Was unterscheidet einen Noch-Sozialstaat wie Deutschland von einem Gesellschaftssystem wie in China, mit dem wir in direkter Konkurrenz stehen? Hartz IV hätten sehr viele Länder nur zu gerne, aber die können es sich nicht leisten! Wir können es uns nur leisten, weil es noch genug Einzahler gibt, die das finanzieren, neben noch nicht wirklich existenziellen Nöten. Aber dieser Standard ist nicht in Stein gemeißelt. Und wenn man nicht enden will, wie der Rest der Welt, muss man wieder zurück zum Protektionismus. Einem Wort, was deutlich negativer belegt ist, als es sein sollte, wenn man sich einen gewissen Wohlstand und ein Sozialsystem in einer globalisierten Wirtschaft leisten will. Das kostet nunmal, auch pro Stück und Arbeitsstunde.
Aber so lange wir uns im unbarmherzigen Wettbewerb des Kapitalismus befinden und diejenigen, die noch daran teilnehmen und profitieren, zu jeder Zeit raufgeworfen werden können, finde ich es auch verständlich, wenn diese Leute eine gewisse Feindseligkeit gegenüber Leuten äußern, die sich aus dem System schon ausgeklinkt haben und quasi auf ihren Kosten leben. Das ist nicht nur kleinbürgerlich, sondern auch verständlich.
PPS: Ich arbeite übrigens auch viel lieber auf dem Land, weil es da nicht gleich Dutzende Bewerber in Eigeninitiative monatlich bewerben, die mir den Job liebend gerne abnehmen wollen. Das Arbeiten ist dadurch schon viel relaxter und besser bezahlt als in der Stadt, wo es auch noch genug gut-ausgebildete Praktikanten gibt, die ihr Wissen für lau weggeben, um überhaupt noch was zu tun und die theoretische Möglichkeit auf nen Job zu kriegen.
Klar wollen sich diese “Kleinbürger” besonders auf dem Lande sich besser ausbilden lassen als “der Pöbel” um es zu was zu bringen, zumindest ähnlich gut wie ihre eigenen Eltern, und der Standard ist schon jetzt kaum mehr erreichbar, aber mehr gebildete Menschen führt auch oft dazu, dass die sich deutlich unter Wert verkaufen müssen. Und da kann ich einen gewissen Protektionismus nicht nur negativ bewerten, auch wenn es Verlierer gibt. Da reagiert der Mensch halt wie ein Tier, welches sein Revier schützen will und letztenendes ist die Misere ja auch von den Frauen mitverursacht, die am Arbeitsmarkt deutlich kräftiger mitmischen als noch vor 20, 30 Jahren. Was früher mal der Mann verdient hat, um Haus, Frau und Kinder zu ernähren, verdienen jetzt beide Geschlechter zusammen und das weibliche hat da keine Zeit und Muße mehr Kinder zu kriegen. Das ist in Anbetracht unseres auch tierischen Verlangen nach Fortpflanzung und des spürbaren Wohlstands doch ganz schön unnatürlich, finde ich.
@anindo,
Jetzt haben Sie mit vielen Worten Phänomene beschrieben, von denen wir alle wissen – weil sie seit Jahren diskutiert werden, in den vergangenen Wochen zudem mit einer unglaublichen Penetranz. Wie heißt es so schön bei Valentin: Es ist schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem.
Die Frage bleibt, ob man angesichts dessen, was Sie da aufzählen, Angst haben muss. Und meine Antwort lautet: nein.
Erstens, weil die Gruppe der Türkischstämmigen noch immer eine kleine Minderheit ist. Zweitens, weil die Problemfälle, von denen Sie sprechen und die ich nicht leugne, innerhalb dieser Gruppe auch bloß eine Minderheit bilden. Und drittens, weil es keine Welle von Armutsflüchtlingen gibt, die nach Deutschland schwappt – die Einwanderungszahlen sind allesamt rückläufig. Die gesamte Debatte ist hochgradig hysterisch: Es geht dabei eben nicht nur oder nur noch am Rande um tatsächliche Probleme und wie man sie bekämpfen kann (ganz sicher wohl nicht, indem man immer wieder verbal auf eine Gruppe der Bevölkerung einschlägt!) – stattdessen hat die Angst, die irrationale, das Kommando übernommen.
Das mit Freund und Feind ist oft ziemlich beliebig, aber es fällt auf, dass im Negativ-Ranking der Orient immer ganz mies abschneidet.
Angst vorm “nahmen Fremden”??
Ich glaube das ist der Grund.
Der Rest ist leicht erklärt; momentane Zweckbündnisse, Kulturgrenzziehungen, Trends bei den Witzen etc.
Auf die Weise bleibt der “edle Wilde” immer ganz oben (z.B Indianer) da er 1.) niemals eine Gefahr werden kann 2.) gar nicht hier rein will in unser schönes Land 3.) weil es über die edlen Wilden die schönsten Geschichten gibt 4.) weil sie doch wie große Kinder sind -> positiver Rassismus
Dagegen haben wir bei Buhmännern (wie etwa “dem Russ”) die alten Geschichten wie der kalte Krieg intus, dümmliche Witze und aktuelle Politpossen tun ihr übriges…
Lustig, als ich den Artikel bei Telepolis gelesen habe, hab ich mir gedacht “der ist doch von Jens” – erst dann hab ich den Namen nachgesehen. Hast auf jeden Fall einen einprägsamen Stiel.
Zum Thema:
Ein Migrant ist auch immer eine Reflektion des Landes wo er herkommt, wenn das Land stark und machtvoll ist, dann buckelt der Kleinbürger, wenn es ein armes Land ist dann schimpft er über den Migranten. Ein gutes Beispiel ist Japan und Vietnam – beides komplett fremde Kulturen doch über die Japaner wird eigentlich nie schlecht gesprochen während über die Vietnamesen gerne hergezogen wird. Auch China ist ein gutes Beispiel – 20 Jahre zuvor war China ein Entwicklungsland und der Kleinbürger hatte über die Chinesen ein Bild, in welchem der Chinese Koch oder Wäschereifachkraft war. Heute im Jahre 2010 ist China einer der mächtigsten Staaten dieser Welt und daher sieht man den durchschnittlichen Chinesen anders – als Reflektion seines Staates.
Natürlich ist das alles Bullshit – die wenigsten Menschen sind Reflektionen ihres Staates aber solch ein Denkschema erleichtert dem Kleinbürger die Meinungsbildung.
Meiner Meinung nach passt der Begriff des Kleinbürgers – definiert im 19. Jahrhundert – nicht so recht in die heutige Zeit, und ist somit IMO weniger geeignet die beschriebene Fremdenfeindlichkeit im teutschen Volke daran festzumachen. Zum einem gibt es diese festgefügten Klassen (Schichten) des 19. Jahrhunderts so nicht mehr – damals war man als Kleinbürger ein Mitglied der unteren Mittelschicht – und zum anderen (was noch wichtiger erscheint) korrelieren Vorurteile, wie z.B. die subjektiven Gründe für Fremdenfeindlichkeit, nicht mit dem Status und Geldbeutel eines Menschen sondern wohl viel mehr mit seiner Bildung und Kultur.
Ich bin leider (Gott sei dank) kein Soziologe/ Verhaltensforscher, aber der Mechanismus hinter dieser Betrachtung erkläre ich mir damit, dass Vorurteile (gerade auch negativer Art) im Falle von „nichts genaues weiß man nicht“ auch Vorteile haben können, zumindest in archaischen Gesellschaften, da der Mensch oft schnelle Entscheidungen treffen muss (bzw. musste) um zu Überleben, und da helfen Vorurteile ungemein. Beispiel: Auch ohne „richtiges“ Wissen gehe ich davon aus, dass alle großen Tieren mit Reizzähnen für mich gefährlich werden können.
Dieser Hang zu Vorurteilen wird also bei jedem Menschen mehr der weniger angeboren sein, und die große kulturelle Leistung besteht nun darin Vorurteile im menschlichen Miteinander durch andere, am besten durch humanistische Konzepte zu ersetzen.
Um so fataler ist es, dass man den Eindruck gewinnen kann, dass manche Politiker aus schnödem Eigennutz die alten Verhaltensmuster ansprechen mit möglicherweise sehr fatalen Folgen.
Gegen diese schlechten und destruktiven Entwicklungstendenzen kann man nur Aufklärung und Bildung setzen, die haben aber leider für das einzelne Individuum den vermeintlichen Nachteil von Mühe und Anstrengung, im Gegensatz zu den Vorurteilen die jedem Depp als „feature eingebaut sind“.
Eine vielleicht am Rande für diese Diskussion interessante Sichtweise auf die auch hier beweinte und Betroffenheit ausgelöst habende Studie der Friedrich – Ebert – Stiftung kommt von der Politikwissenschaftlerin Viloa Neu. Frau Neu kritisiert beispielsweise Fragestellungen, deren Antworten uns hier als “rechtsradikal” verkauft werden, Wer zum Beispiel meint “arbeitslose Ausländer sollten nachhause geschickt werden”, befürworte eigentlich nur, was in vielen demokratischen Staaten die Regel sei.
und, ich zitiere: “Die Autoren der Friedrich-Ebert-Studie haben im übrigen auch Fragen gestellt, die auf Antikapitalismus und Antiamerikanismus hindeuten, die gemeinhin eher als Symptome linksextreme Gesinnung gelten. In den Antworten fanden sich teilweise noch höhere Zustimmungsraten als zu vorgeblich rechten Positionen. Für Viola Neu ist das nicht überraschend. Es gebe Menschen, die “einfach etwas merkwürdige politische Vorstellungen haben”. Solche Leute hätten eine starke Neigung zu Verschwörungstheorien, die sowohl rechter wie linker Herkunft sein können, eine gewisse Neigung zu Freund-Feind-Schemata, und sie glaubten an so etwas wie einen allgemeinen Volkswillen, der ebenfalls rechts wie links gestaltet sein könne. Auch solche Haltungen seien in der Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung abgefragt worden.
Man könne, meint Neu, solche Einstellungen nicht einfach mit Rechts- oder Linksextremismus klassifizieren. Aus vergleichenden europäischen Studien wisse man, dass es in allen demokratischen Staaten Menschen mit solchen Ansichten gebe. Allerdings, sagt Neu, liege ihr Anteil überall zwischen zwei und fünf Prozent, auch in Deutschland – und nicht, wie in der Ebert-Studie behauptet, im hohen zweistelligen Bereich. ”
Vor einer Republik voller Linksextremisten warnt die FES allerdings nicht. Passt ja auch nicht so ins Bild, gelle?
Die Schweizer Bürger werden möglicherweise bald darüber abstimmen ob Ausländer, die Gewalttaten begehen oder das Sozialsystem betrügen ausgewiesen werden sollen.
Auch der Schweiz, scheinen die Probleme (und zwar wahrscheinlich die realen und nicht die eingebildeten) also über den Kopf zu wachsen. Denn da Ausweisung in solchen Fällen anscheinend noch nicht die Regel ist, hat also auch die Schweiz anscheinend gutwillig lange ausgehalten.
Jepp.
Aber es gibt Gruppen die auffallen:
Zum Bespiel durch Gewalt und die Unlust sich anzupassen.
Ziehen Sie doch mal irgendwo in ein Problemviertel, nach einem Jahr reden wir weiter.
Okay, dann mal von Anfang an…
Im Anfang erschuf GOtt…
…und dann kamen in den Fuffzigern oder Sechzigern die Türken, Italiener und Jugoslawen als billige Hilfsarbeiter ins Land.
Arbeit: Hart
Lohn: Gering
Wohnung: ungemütlich und überteuert
Gastfreundschaft: “Kameltreiber”, “Spaghettifresser” etc.
Dass so Integration – die natürlich niemals eine Einbahnstraße sein darf klar – nicht klappt ist klar.
Bis in den 80ern und 90ern eine linksliberale Partei (Grüne) entstanden ist, waren die Probleme der Migranten unwichtige Themen oder wenn dann für den Stammtisch (woher kenn ich das nur?)
Eine jede hierarchische Gesellschaft braucht ein unten und bei uns sind das nunmal “die” Türken geworden.
Warum nur sind aber Vietnamesen etwa (gerne auf PI als pos. Gegenbeispiel genannt) erfolgreicher in der Integration?
Ganz einfach; weil der Rechte (siehe Text von mir oben) den Fremden gerne in “Packesel”, “edlen Wilden” und was weiß ich einteilt.
So ist der Türke halt – teilweise durch selbsterfüllende Prophezeihung teilweise durch die billigen Malocher aus Anatolien – der ruppige Proll geworden, während Herr Nguyen breitgrinsend seinen Dr. in Physik macht. KLischees sind was feines.
Sieht man allerdings in diese Länder sehen wird dort dasselbe wie überall auf der Welt; Diktaturen, Prostitution, Scheinheilgkeit und dergleichen.
Es ist also keine Frage der “RAsse” oder der “überlegenen Kultur” sondern der Gesellschaftsstruktur hier; der Hierarchie.
“Gott” erschuf schon mal gar nichts.
Und bevor Du weiterhin deine völlige Unkenntnis der Sachlage so bereitwillig einer Öffentlichkeit präsentierst – Stichwort: “kamen in den fuffzigern oder sechzigern” und dich zum Gespött machst, indem Du Theorien, die man höchstens noch auf Parteitagen der “jungen Grünen”
ernstnimmt, empfehle ich Dir Dich zu informieren. Einen Einstieg in die Materie findest du zum Beispiel, indem du dir mal das “Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei” googelst.
Es gibt bis heute keine Studien die nachweisen, daß Türken in den späten 60ern und später “Drecksarbeit” gemacht hätten, die “die Deutschen” nicht machen wollten. Im Gegenteil standen die nämlich neben Heinz und Klaus bei Ford am Fließband. Also, mach Dich schlau..bevor Du uns demnächst noch erzählst, die Türken hätten Deutschland nach dem Krieg aufgebaut.
Warum so zornig?
Habe ich etwa was grundsätzlich falsches gesagt?
Es geht doch schon in der Schule los; Türken landen auf der Hauptschule (war bei mir zumindest so) während sich der Anteil der Deutschen auf der “Restschule” in Grenzen hält.
Zwischenfrage an die “Islamkritiker”:
Hat das etwa was mit dem Koran zu tun?
Weiter…
Dann sind die Kinder schonmal vorbelastet, nach der Hauptschule folgt vllt die weiterführende Schule aber die meisten werden dann die Scheißjobs machen oder ALG II.
Und nein, ich glaube nicht dass die Türken Deutschland nach dem Krieg wiederaufgebaut haben!
Ich weiß aber welche Typen es überhaupt erst in den Krieg geführt haben; politisch inkorrekte Klartexter der 30er Jahre.
Und um nochmal auf dieses Fließband zurückzukommen:
Der durchschnittliche Türke hat damals härter körperlich gearbeit als der durchschnittliche Deutsche (z.B. diese in der Verwaltung, Innendienst oder von Beruf Sohn/Tochter etc.)
Weshalb man halt die billigen Malocher geholt hat.
Dann kam zusammen:
einfacher Arbeiter + Klischees über “den” Orientalen + (will ich gar nicht abstreiten aber eher hintanstellen) kulturelle Unterschiede
-> tendenziell Unterschicht.
Oder gib mal bei Google ein “why are muslims/buddhists/christians/jews…” und dann die Vorschläge lesen!!!
Wie es in den Wald hineinruft…
zornig? Nee, eigentlich nicht. Nur wenn jemand mit den “Worten “Okay, mal von Anfang an” den Anschein erweckt, den Mitforisten die Welt erklären wollen, im nächsten Satz dann aber schon nicht mehr genau weiß, in welchem Jahrzehnt das Besprochene stattfand, dann kann der Tonfall schon mal deutlicher werden.
Ob Du falsch liegst? Ja.
1. Das Anwerbeabkommen über türkische “Gastarbeiter” wurde eher von der türkischen Regierung und den USA – die gerne Air Force Basen und Raketen in der Türkei haben wollten – forciert als von der deutschen Regierung. Das ist zwar schon lange her, aber immer noch wird ständig erzählt, Deutschland hätte die Leute “geholt” um die “Drecksarbeit” zu machen. Das ist schlicht so nicht richtig.
2. Vertraglich geregelt wurde damals ein Rotationsprinzip, nachdem die türkischen Arbeitnehmer 24 Monate hier arbeiten sollten. Deswegen hat sich auch anfangs niemand über “Integration” Gedanken gemacht.
3. Natürlich sind die Hilsarbeiter und Arbeiter gekommen. Wer denn auch sonst? Die Intellektuellen und Gutverdiener sicher nicht. Es sind arme Menschen aus anatolischen Bergdörfern gekommen, die sich hier ein besseres Leben als zuhause erhofft haben. Und das haben sie auch bekommen. Das ist auch Heute, nach über 30 Jahren noch so.
Deine steile These, der “durchschnittliche Deutsche” hätte in der Verwaltung, im Büro gearbeitet oder wäre von Beruf Sohn /Tochter gewesen,und hätte “die Türken” für sich arbeiten lassen. ist ja wohl kaum haltbar. Der durchnittliche Deutsche war damals Arbeiter, D war nämlich eine Industrienation und keine Dienstleistungsgesellschaft. Deswegen musst du den”durchschnittlichen Türken” mit dem durchschnittlichen deutschen Arbeiter und Hilsarbeiter vergleichen. Und diese beiden Gruppen haben exakt die gleichen Jobs gemacht. Die es leider heute in der Anzahl nicht mehr gibt.
Nr. 1 und Nr. 3 scheinen sich zu widersprechen, nicht?
Und ich habe NICHT gesagt, dass alle Deutsche nur Beamte waren und die Türken alle nur Packesel, ich habe gesagt, dass IM DURCHSCHNITT der Türke eher der Malocher war.
Das gibst du ja selbst in Punkt 3 zu, oder?
Und solche Geringverdiener, Tagelöhner und dergleichen bilden ÜBERALL in jeder Industrienation die Unterschicht, das hat mit Orient, Islam oder irgendwelchen Genen nichts zu tun.
Folge: erhöhte Kriminalität (da schlechtere Anwälte:) etc.
Und zu Punkt 2:
Na und, als die 2 Jahre um waren waren die Türken noch hier.
Ist dann etwas geschehen?? Eher nicht
@stef
Jaja, das Pamphlet (Deutschland im Wandel), das Ihnen als Quelle gilt, habe ich grade heute morgen gelesen. Das perverse dabei ist, dass der Titel des Buchs von einem seriösen Buch “geliehen” worden ist. Eine Mogelpackung, die den Schein eines neutralen wissenschaftlichen Werks nutzt. Um das Buch kurz zusammenzufassen… der erste Teil ergeht sich in Leugnung und Verpönung (Gastarbeiter wurden nicht gebraucht, wir Deutschen haben alles aufgebaut, “wir” waren und sind das Sozialamt der Welt, etcetcetc) Der zweite Teil ist mehr oder weniger Hetze und Hass. Passagen klingen sehr nach PI… aber PI kanns eigentlich nicht sein, da grade Amerika als die böse allesunterdrückende Weltmacht dargestellt wird, die die Deutschen ausrotten will. Ein wirklich widerliches Traktak, das die Deutschen als Opfer des 2 WK und Deutschland als ausgeplünderte Nation sieht, dabei stolz alle, zT rassistischen, dummen Vorurteile wiederkaut und extrem nationalistisches Gedankengut verbeitet.
Da sind Revisionisten am Werk.
@ stef
das hat mit der verschachtelung der kommentare zu tun…
kommentare ohne antwortbutton sind die letzte ebene, sonst würde es unleserlich werden…
was diese ganze verschachtelung sowieso ist, weil möchte man alle kommentare lesen, muss man bei jedem neu einloggen, wieder von anfang an starten…
und scrollen…
und scrollen…
und scrollen…
Ja klar, aber “Der Meister” [tm] sagte dereinst:
Aus Marzahnismen
;-)
@Muffin:
Nein, das erwähnte Buch sagt mir nichts.
Ich beziehe meine Informationen aus allen möglichen, zumeist öffentlich zugänglichen Quellen
Z.B. ist eine der Quellen zu immer wieder gern geäußerten Thesen aus der linken Ecke wie “Die Türken haben Deutschland nach dem Krieg aufgebaut” und “Wir haben die hierher geholt, damit die unsere Drecksarbeit machen”
das rassistische, revisioistische und bekanntermassen von Rechtsextremen unterwanderte WIKIPEDIA
http://de.wikipedia.org/wiki/Anwerbeabkommen_zwischen_der_Bundesrepublik_Deutschland_und_der_T%C3%BCrkei
Sie werden mir jetzt erklären, Wikipedia sei keine ernstzunehmende Quelle.
Das mag für wissenschaftliche Arbeiten zutreffen. Allerdings wird in Wiki Diskussionen oft erbittert über einzelne Sätze oder Worte gestritten, so daß ich denke, für den Hausgebrauch in einem Forum dürfte es reichen.
Es steht Ihnen natürlich frei, den Wortlaut des Abkommens andernorts zu recherchieren. Das werden Sie nicht tun, genausowenig wie Sie den verlinkten Wikipedia Artikel lesen werden. Es könnte ja das eigenenWeltbild gefährden, und es kann ja nicht sein, was nicht sein darf.
P.S.: Warum ist an Ihrem Posting eigentlich keine Antwortfunktion?Kann man sich hier aussuchen, welche Antworten man gern unbeantwortet so stehen lassen möchte?
Spinner. Ich lebe seit über 20 Jahren in einem “Problemviertel”, und es sind die Provinzler, die uns ein Problem aufreden wollen.
a^2
Für die, die noch nicht völlig gaga im fremdeigenen und eigenfremden Köpfchen und dem nationalisierten Verwertungsfahnentopf sind, ein wenig geistiges Tacheles:
http://de.indymedia.org/2010/10/292590.shtml
@SF
Solche Artikel bringen mMn. einige Leute zu recht auf die Palme.
Nicht nur die Diejenigen, die dort traditionell überwintern.
Hätte vor einem solchen Artikel, der an sich nicht zu beanstanden ist, einen der sich kritisch mit Migration und der Politik in dem Bereich auseinandersetzt empfohlen.
Kann man denke ich auf einem Blog gut machen, Themenkomplexe differenziert abarbeiten.
Wurde zwar schon viel zu geschrieben, aber bspw. an grundsätzlichen Vorstellungen, wie Einwanderungspolitik gestaltet ist und werden könnte und warum mangelt es, zumindest lese ich dazu nie was, wobei ich zugegebenermaßen auch nicht danach suche ;) .
Sagt sich natürlich leicht, erfordert sicher einiges an Arbeit.
Lange Rede kurzer Sinn, es wird immer diese Karte ausgespielt um das Volk von den Wirklich Wichtigen Fragen und Problemen abzulenken. es sind Nebelkerzen.
Schlimm ist doch auch das Wegducken der GROSSbürger vor dem grassierenden Deutschenhass.
Auch für viele Kleinbürger ist das kein Thema, weil sie glauben, im Islam den geeigneten Verbündeten gefunden zu haben, dessen Vertreter sich trauen, was sie selber sich nicht trauen, nämlich zuzuschlagen.
Also Karl-Heinrich, ich finde es schade, wie Du abfällst. Mit dem “Deutschenhass” wird aufs Idiotischste eine Sau durchs Dorf getrieben. Komisch, dass mir noch kein Fall von Deutschenhass aufgefallen ist, ich habe im Gegenteil mitunter den Eindruck, unsere Migranten sehen die Deutschen zu oft mit rosa Brille.
Was da als “Deutschenhass” beschrieben wird, ist Schulhofmobbing. Das hat es schon immer gegeben. In meiner Kindheit gab es jenseits der Bahnschienen ein paar Strassenzüge mit grossen grauen Mietshäusern, da lebten Leute aus dem aufgelösten DP-Lager, Flüchtlinge und vom Sozialamt Eingewiesene. Wer da keine Freunde oder Bekannten hatte (die Eltern in unserem “etwas besseren” Arbeiterviertel warnten von Kontakten mit “denen”), hielt sich besser fern, denn da konnte es schon mal Beschimpfungen oder gar Schläge geben. Das war kein Nationalproblem, denn die meisten waren Deutsche, aber sehr wohl ein Sozialproblem. Die Hackordnung war da umgekehrt der sozialen Stufenleiter: die aus den Problemblöcken waren die Herren des Schulhofs, und die aus den eher gutbürgerlichen Eigenheimsiedlungen weiter nördlich die Opfer, die sich am besten immer nahe der Aufsicht aufhielten. Kinder sind nicht nett.
Und nein, man soll das nicht durchgehen lassen. Es ist in der Tat die Aufgabe der Schulen, dagegen einzuschreiten. Das ist nicht einfach, aber ich jedenfalls habe nie behauptet, der Lehrerberuf sei einfach. Das behaupten die Kampagnenspindoctors, wenn die nächste Sau, die “Beamtenprivilegien”, durchs Dorf getrieben wird.
Meine Kinder aus zweiter Ehe sind in Kreuzberg und Tempelhof zur Schule gegangen. Ich habe da eine ganze Reihe von Problemen mitbekommen, aber von Deutschenhass war da nichts zu spüren. Und bei uns sind auch die türkischen Kinder ein und aus gegangen, wir hatten viel Kontakt mit den Eltern, anders wohl als die, die diese Kampagne betreiben.
Wie gesagt, enttäuschend. Du hast schon interessantere Beiträge geliefert.
a^2
Man kann nicht einfach mit rein formalen Argumenten wie Kinder sind grausam alles wegdiskutieren. Man muß an die spezifische Problematik des Islam und seiner archaischen Kultur herangehen.
Also zum einen wird unter dem Link den “Karl Heinrich” angegeben hat und aus dem ich im folgenden wörtlich bzw. so wörtlich wie möglich zitiere erheblich mehr beschrieben als nur Schulhofmobbing.
Zweitens, wenn man einschreitet gilt man als ausländerfeindlich. Das ist eben die Rassismuskeule. Probleme mit (türkischen) Migranten darf (durfte man Jahrzehntelang) nicht ansprechen!
Ja ich weiß, ein Einschreiten gegen mobbende deutsche Schüler wäre auch nicht einfach!
existieren nicht oder?
Für kleine Türken Jungen ist der Moscheeverein natürlich die erste Indoktrinationsstufe. Hier können sie stolz an der Welt der Erwachsenen teilnehmen und beim Freitagsgebet erleben wie:
Auf Elternabenden wird auch niemand
Und das gegen
Geld (wie z. B. ein Integrationssoli) nicht helfen wird, ist auch nicht bedenkenswert.
Ich meine hingegen es wäre tatsächlich geboten beim Islam statt mit der Religionsfreiheit mit dem Grundgesetz zu beginnen.
Ein Problem mit dem Islam ist nämlich, das er extremen Wert auf religiöse Äußerlichkeiten sowie Sitten und Gebräuche legt. Man sollte ihn zwingen (sonst werden die Probleme nicht mehr zu lösen sein) in dieser Hinsicht im Gastland bescheidener aufzutreten statt ständig vor seinem Fordern zu Katzbuckeln.
Ein Vietnamese z. B. will wohl eher zunächst beruflich etwas werden statt seine Religion sowie Sitten und Gebräuche maximal leben zu wollen.
@Axel
“Für kleine Türken Jungen ist der Moscheeverein natürlich die erste Indoktrinationsstufe.”
Dann schauen Sie sich mal im Wedding um, zB Sprengelstr. Kita der Ev. Osterkirchengemeinde zB , Sie würden überrascht sein, dass viele kupftuchtragende wie auch nicht kopftuchtragende Frauen muslimischen Glaubens ihre Kinder in eine christliche Kita bringen…oder schauen Sie sich bei anderen christlichen Gemeinden um… oder fragen Sie nach, wie hoch der Anteil der muslimischen Kinder dort ist und wieso die Eltern ihre Kinder grade in christliche Kitas geben. Sie wären überrascht, naja vllt sogar schockiert. Die Mehrheit der Kitakinder in manchen Gemeinden sind muslimischen “Ursprungs”, die Eltern, obwohl sie zum Teil nicht gut Deutsch sprechen, geben ihre Kinder grade in diese Kitas in der Hoffnung, dass ihren Kindern “vernünftig” Deutsch beigebracht wird und das diese Kinder von Anfang an intergriert sind.
Dann schauen Sie sich manch Betreuerin an,befristete Arbeitsverträge, immer im Ungewissen. Schlecht bezahlte Verträge, zu wenige Betreuer(innen), schlecht geschult, daher überfordert…. weil überfordert, am Ende auf Alles und Jeden schimpfend. So etwas dringt natürlich nicht an die Öffentlichkeit, das sind Interna und Erfahrungen aus eigenem Erleben.
Nun wenn dem so ist, habe ich das zu einseitig gesehen. Aber d. h, noch nicht das ich völlig falsch liege. Die Frage ist u.a. wer den größeren Einfluß hat?
Als ich das mit der Indoktrination der “kleinen Türken Jungen” schrieb erinnerte ich mich an einen Beitrag über “milli görüs” (und die Gefahren die davon ausgehen) in Duisburg-Marxloh. Ich meine es ging damals um den Bau einer Moschee. Das muß so um 2002 herum gewesen sein. Da wurden die kleinen Jungs in einer Moschee neben den Erwachsenen gezeigt und es wurde auf die Gefahr der Indoktrination mit radikalem Gedankengut hingewiesen. Aber sie waren eventuell auch bereits aus dem Kita-Alter heraus.
Danke. Der Grundtenor einiger Kommentare hier ist für jemanden, wie mich, die im tiefsten “Türkenghetto” ihrer Stadt wohnt schon etwas verwirrend. Fast wär ich doch zu meinen Nachbarn gelaufen und hätte gefragt, warum ich in den Jahren, die ich schon im Viertel wohne, nie gemobbt wurde. Aber vielleicht seh ich einfach net deutsch genug aus und “Heller” ist ja auch so ein typisch undeutsch klingender Name, gelle? ;)
Aber jetzt mal ernsthaft. Als ich vor einigen Jahren ins Viertel zog haben so ziemlich alle meine Bekannten total entsetzt reagiert. “Was denn, du ziehst ins Nachtjackenviertel/nach Klein-Istanbul/in die Türkenhochburg?” Ich war echt platt, wie viele Ressentiments doch auch in jenen schlummern, die nach aussen hin weltoffen und intelligent erscheinen.
oha, unsere herzallerliebste ministerin für rassismus und islamophobie ist auf fruchtbaren boden gestossen…
“Immer wieder befeuert die Politik die Fremdenfeindlichkeit des Kleinbürgertums.”
Dies ist nur mit Unterstützung der Systemmedien möglich.
Und diese Medien dokumentieren immer überzeugender, dass sie der Debatte hinterherlaufen oder immer ungeeigneter werden, aufzuklären.
Irak-Krieg – die Beweise werden immer schockierender, wie der NATO-Goliath USA mit
seinen Vasallen in fremden Ländern haust. Merkel hatte noch bei Bush
Sympathien für diesen Krieg geäußert.
Afghanistan-Krieg
Finanz-System-Krise des Westens und seine Ursachen
Hartz IV
Stuttgart 21
Es lässt sich fortsetzen.
Deshalb hat das SchweizMagazin mit:
“Deutsche Medien: Verlacht, verhöhnt und verspottet” völlig recht.
http://www.schweizmagazin.ch/news/ausland/4783-Deutsche-Medien-Verlacht-verhhnt-und-verspottet.html
Warum verlassen so viele Partei-Karrieristen in Deutschland den Acker?
Stehen globale Blamagen des Westens an?
Lässt die schwindende US-Macht auch poltische Karrieren in Europa entzaubern?
Sind die BRIC-Länder trotz letzten Aufbegehrens des Westens (Friedensnobelpreis an Liu Xiaobo) in Ihrer globalen Einflussnahme nicht mehr aufzuhalten?
Die Wendehälse und Selbstverleugner werden Konjunktur haben.
Die gezüchtete Verankerung lässt sich aber nicht so einfach auflösen.
Der Kleinbürger sollte endlich für sich wieder Verantwortung übernehmen.
@stef
Falls kein anderer antworten sollte:
Die Schachtelungstiefe für das Antworten auf Kommentare ist begrenzt! Das ist ja irgendwann auf dem Bildschirm nicht mehr darstellbar.
@stef
“Es steht Ihnen natürlich frei, den Wortlaut des Abkommens andernorts zu recherchieren. ”
Die ANWERBEABKOMMEN ( sie wissen ja, was das Wort “ANWERBEN” zu bedeuten hat, also … nochmal für Sie… man hat Arbeiter ANGEWORBEN, die sind nicht einfach so gekommen) ist auch irrelevant und makulatur, da zig Jahre zuvor schon Menschen aus div, Ländern die Arbeit hier erledigt haben. Die staatlichen Abkommen wurden erst nach jahrerlanger Anwerbung, quasi, nachgereicht. Das dürfte ihnen doch wohl enscheinen, oder. Ist genau wie jetzt mit HartzIV und Elterngeld, es git noch kein Gesetz , aber es ist schon längst Realität.
Im übrigen, Sie brauchen nicht so zu tun, als ob Sie dieses Machwerk nicht gelesen hätten. Die “Informationen” und Interpretationen, die Sie von sich geben, wie etwa … ihr ganzer Kommentar ist bei Wikipedia nicht zu entnehmen. Also leigt ihre Quelle ganz klar auf der Hand, vllt haben Sie sie unter anderem Titel gelesen (würde mich nicht wundern, denn man “leiht” sich gerne andere Titel).
wie gesagt, man muss Fakten ignorieren, die das eigene Weltbild gefährden.
Jetzt weiß der Kleinkuchen schon, welche Bücher der Mitdiskutant gelesen haben muss. Interessant – und auf eine drollige Art kleinbürgerlich. Womit wir wieder beim Artikel wären.
wie gesagt, man muss Fakten ignorieren, die das eigene Weltbild gefährden.
Es geht doch nichts über eine Portion ungbeabsichtigter Selbstironie am frühen Morgen… :)
Zu lange politisch gepennt,, sich in einem vermeintlichen Wohlstand sicher gefühlt und nun heisst es für die Kleinen Besitzstand wahren, für die Grossen vorwaerts rechts marsch,, denn bald sind Wahlen..
Geehrter Herr Berger,
zunehmend finden sich auch im Spiegelfechter Texte, die man nicht anders als Zeilenschinderei bezeichnen kann. Was man verstehen könnte, wenn Sie pro Zeile ordentlich bezahlt würden – ich kann es mir nur mit Eitelkeit erklären, und was es für einen Spass zu machen scheint, inflationär in die Tasten zu hauen. Eitel sind wir alle, und Sie machen keinen Hehl aus Ihrer. Bescheidenheit fällt schwer bei all dem Honig, den Sie dauernd um den Bart geschmiert bekommen (angenommen, Sie hätten einen Bart).
Nehmen Sie das alles nicht so ernst.
Was halten Sie von meiner Idee, demnächst kurz inne zu halten, bevor Sie mal wieder einen Text online stellen? Gelegentlich sind Ihre Beiträge ja ein Grund zur Freude, und das ist viel! Sie scheuen sich aber auch nicht, Flachsinn zu verbreiten, was Sie fast schon noch sympathischer macht.
Flachsinn wie hier in Ihrem Text:
Denn wer den Spiesser von heute verhöhnt, ist bestenfalls der Spiesser von morgen, und damit sind, mit Verlaub, Sie gemeint.
Der Kleinbürger, den Sie bemühen, ist eine soziologische Liebhaberei. Eine Grille der Intellektuellen, die es früher mal gegeben haben mag (die Grille, nicht die Intellektuellen, zu denen wir uns hier ja alle zählen. Oder nicht?). Heute, wo der schnöde Kapitalismus sein Haupt erhebt, doch doch, und der sog. Sozialstaat immer mehr eine Angelegenheit der Vergangenheit wird, eine Episode für die Geschichtsbücher, hat der Kleinbürger ausgedient.
Was Sie, Herr Berger, sich winden in den Kommentaren, um den Kleinbürger zu definieren! Sie halten sich – logo! – für keinen und sind doch so sehr darin verhaftet. Wie wir alle übrigens, ich sowieso, nur um mich nicht misszuverstehen.
Top aktuell der SF
Und nächste Woche:
Die Türken haben ihre Koffer gepackt zu haben.
http://www.eastwest-review.com/article/increasing-influence-right-wing-parties-europe-three-concepts