Wann kommt die Große Depression?
20. November 2008 von Spiegelfechter - Drucken
Die US-Ökonomen Roubini und Farrell prognostizieren eine schwere Wirtschaftskrise und das Platzen der US-Staatsverschuldungsblase
Während der Sturm an den Finanzmärkten in den letzten Wochen allmählich abgeflaut ist, steuert die Weltwirtschaft auf eine tiefe Rezession zu, die sich zu einer lang anhaltenden Depression ausweiten könnte. Vor allem die USA stehen vor einem realwirtschaftlichen, finanzwirtschaftlichen und fiskalischen Scherbenhaufen.
Die expansive Geldpolitik der FED hat bei dem Versuch, nach dem Platzen der Dotcom-Blase 2000 die amerikanische Realwirtschaft zu stärken, die Saat für die Finanzkrise 2008 gesät. Die Dynamik des Finanzsystems hat in den USA nun dazu geführt, dass konjunkturelle Faktoren, die eine Rezession abwenden könnten, in den Strudel der Krise geraten.
Die einzige Antwort, auf diese Dynamik zu reagieren, scheint eine antizyklische Wirtschaftspolitik zu sein. Geht es nach dem Finanzjournalisten Paul B. Farrell, ist dieses Unterfangen nur ein weiterer Prozess im Teufelskreis der Blasenökonomie, der zu einer Großen Depression im Jahre 2011 führen wird, wenn die letzte große Blase platzt – die US-Staatsverschuldungsblase.
Blasenökonomie
Spekulationsblasen entstehen aus verschiedenen Gründen. Auf den Finanzmärkten können Gier, Herdenverhalten oder eine zu hohe Liquidität zur Blasenbildung führen. Nach einer Theorie des Ökonomen Hyman Minsky führt ein lang anhaltender Aufschwung, verbunden mit Liquiditätsüberschüssen und einer geringen Volatilität an den Märkten zwangsläufig zu einer Blasenbildung. Die Globalisierung, die Deregulierung der Finanzmärkte und die Privatisierung der Daseinsvorsorge haben zu einer lang anhaltenden Aufschwungsphase an den Finanzmärkten geführt, die nach Minsky Spekulationsblasen unvermeidlich macht.
Die erste große Finanzblase der Neuzeit platzte in den USA im Oktober 1987 – der Dow Jones fiel nach einem rasanten Anstieg während der wirtschaftsliberalen Reagan-Ära innerhalb weniger Tage um rund ein Viertel seines Wertes. Obgleich die Märkte sich schnell wieder fangen konnten, löste die mit dem Crash verbundene Sparkassenkrise zwei Jahre später eine Rezession aus, die erst 1992 ihr Ende fand und die Staatsschulden der USA in die Höhe katapultierte.
Dreizehn Jahre später lösten das Platzen der Dotcom-Blase und die Anschläge von 9/11 eine lang anhaltende Baisse an den Finanzmärkten aus – in drei Jahren verlor der Dow Jones Index rund 40% seines Wertes, wodurch die USA 2002 in eine 30monatige Rezession gerieten. Die FED steuerte gegen, indem sie die Leitzinsen über Jahre hinweg senkte und damit Unsummen an frischem Geld in die Finanzmärkte pumpte. Die Wirtschaft erholte sich, aber auslösender Faktor für diesen “Scheinaufschwung” war der Konsum auf Pump – Geld war schließlich billig und im Überfluss zu haben.
Der Teufelskreis in die Depression
Dies löste einen Teufelskreis aus - die finanziellen Ersparnisse und die Rentenansprüche der Amerikaner sind durch die Baisse auf den Finanzmärkten gesunken, während die Verschuldung stark anstieg.
Nur der Immobilienbesitz vieler Amerikaner sicherte den Konsum auf Pump mittel- bis langfristig ab. Mit dem Platzen der kreditfinanzierten Immobilienblase läuft die Vermögensbilanz der Haushalte nun vollends aus dem Ruder. Neue Kredite werden von den angeschlagenen Finanzinstituten nicht mehr so leicht vergeben; die Folge ist ein harter Rückgang beim Konsum. All dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem die US-Wirtschaft sich in einem Schrumpfungsprozess befindet und wirkt wie eine positive Rückkoppelung.
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uk.youtube...
Und: Erster!
Ist nicht sogar zu erwarten, dass eine Steuererhöhung die Finanzkrise als erstes weiter verschärfen wird, weil Consumer Kredite (PKW-Kredite/Kreditkarten) dann noch öfter und schneller platzen und sich damit die Rezession beschleunigt und vertieft?
Deutschland-Schweden
Out of Europe
“Best” war ein Nordallianz ml Europa, Russland und Japan (große Krieger Personen)
Wenn es nicht gehen, wie Deutschland - Schweden
2 Möglichkeiten wirklich
1. große Armee (stehend)
2. intelligenter - flexiblere Variante = Patente und Innovation, Kreativität (und Gemeinschaft), in denen neues Wissen und qualifizierte Züchter der alten Krieger-Mentalität
Auf den weltweit führenden Weltraum-Programm (Kiruna)
sverigepat...
dagobertsb...
na ja, es hängt wohl davon ab, wie diese Steuererhöhung allgemein gestaltet wird, untere und mittlere Einkommen sollten entlastet, große maßgeblich belastet werden
Ist das dieser Farrell, und wenn ja, was qualifiziert den eigentlich, vom Spiegelfechter zitiert zu werden? (Und das ist ernst gemeint. Beurteilt man den nach seinen Büchern und den Spiegelfechtern nach denen, die hier links verlinkt sind, wundert mich das wirklich.)
Dass wir gerade erst den Auftakt zu einer ausgewachsenen Weltwirtschaftskrise erleben, kann man doch nicht mehr ernsthaft bezweifeln. Für die USA ist ein massives Konjunkturprogramm doch schon fast zur einzigen Handlungsoption geworden, und wie man das finanziert und/oder die Stabilität garantiert, muss man dann eben gucken. Sehr interessant ist in dem Zusammenhang das Blog von Krugman, allerdings bin ich mir sicher, dass ich dem Spiegelfechter da nichts neues erzähle. Wunder’ mich ja nur, warum spannende Diskussionen links liegen gelassen werden, und jetzt Farrell ran darf. Come on!
Außerdem ist die spannendste Geschichte eigentlich schon fast die Europäische. Denn man könnte annehmen, dass die EU (egal ob Kommission oder Mitgliedsstaaten) gar nicht die Möglichkeit haben, angemessen auf das zu reagieren, was da kommt.
von dem ganzen zeug habe ich keine ahnung. bin aber gerade dabei das buch “der schwarze schwan” zu lesen. vielleicht ein guter tip für alle, die sich mit der krise beschäftigen. der man hat recht, das sogenannte humsche-induktionsproblem verfärbt unsere wahrnehmung im alltag aber vor allem auch da, wo wir uns als experten darstellen.
Wieso denn? Taleb ist doch nicht der einzige, der seit längerem den großen Crash ankündigt. Ich höre immer, die Niedrigzinspolitik von Greenspan wäre Schuld. (Und nie wird dabei erwähnt, dass die USA wieder beim selben Zinsniveau wie 2003 sind, das wäre doch das mindeste.) Die Frage ist doch vielmehr, _was wäre damals die Alternative gewesen_? Was wäre die Alternative zu Reaganomics und Deregulierung gewesen? Warum haben das alle mitgemacht? Und die Gegenfrage wäre: Funktioniert das System wirklich noch, wenn es nur aufgrund solcher Maßnahmen am Leben gehalten wird? Womöglich holt uns jetzt nur die Antwort auf diese Fragen ein.
Der Spitzensteuersatz betrug in den USA einmal 90%.
Zunächst senkte Kennedy diesen auf 80% .Bevor dann Reagan den Spitzensteuersatz von 70% auf 33% senkte.
Steuererhöhungen müssen nicht weniger Konsum bedeuten. Die Struktur der Konsumausgaben ändert sich. Weniger Einsatz im Spielcasino und weniger Bau von Hochseeyachten. Würden die Amerikaner die gleichen Steuern auf Benzin zahlen wie die Deutschen, wäre vielleicht die amerikanische Autoindustrie die wettbewerbsfähigere und nicht die Deutsche. Mich wundert dass überhaupt jemals jemand an den Neoliberalismus geglaubt hat. Farrells Analyse der ideologischen Blockierung ist zutreffend.
@misterL
Ganz genau ;-)
@5 Nikopol
Farrell ist “nebenbei” auch ein viel gelesener Analyst auf Marketwatch.com - das qualifiziert ihn zumindest als “satisfaktionsfähig” zu gelten ;-)
Weil es in diesem Artikel über “Schwarzmalerei” und “Depressionsprophezeiungen” geht und nicht um die Diskussion, wie eine mögliche Depression abzuwenden wäre.
@7 Nikopol
2000? Wenn man die Welt schon mit Geld flutet, sollte man Regeln aufstellen, dass dieses Geld nur der Realwirtschaft zugute kommt - so hat die FED nur dafür gesorgt, dass die Finanzmärkte geflutet werden, was zu neuen Blasen führte.
Die FED stand vor der Wahl, die Krise langsam zu einer sanften Landung zu bringen, oder am großen Rad zu drehen und das System zu gefährden - sie hat sich für letzteres entschieden.
Ist das eine ernste Frage?
Natürlich funktioniert es - das System ist nicht gut oder schlecht, das System hat kein Ziel. Auch wenn die Paramter auf Weltwirtschaftskrise stehen, funktioniert das System.
@SF
Man hat es aber offensichtlich löchrig genug gehalten, damit es doch nicht so richtig funktioniert, das mit den Regeln
in 2008. ;-) ftd.de/unt... Den Link auf die Niederländer mit ihrem Sparkassenkauf in den USA schenke ich mir hier. ;-)
BTW, warum geben die US Banken nicht preiswerte Kredite aus dem US-Topf an die drei carmaker zwecks Sanierung? ;-)
Aber vielleicht war man im Jahre 2000 durchaus informierter, über das was da auf einen zukommt nachdenkse... als man sich in 2008 erinnern möchte. Managment ist i.d.R. ja immer sehr passend von Blackouts befallen. ;-)
Hallo Jens,
vorab das Kompliment an Dich für diesen sehr informativen Blog, der die aktuellen Themen mit Hintergrundinformationen konkreter werden lässt. Echt super recherchiert und geschrieben.
Zum Thema: Ich bin der Meinung, dass es nun endlich einmal richtig knallen sollte, um dann das Haus vom Fundament auf neu zu bauen. Denn unser Geldsystem mit Zinseszins ist einfach nur krank. Die ganze Welt ist in sich verschuldet und die Realwirtschaft kann niemals mit der Finanzwirtschaft, die rein gar nichts produziert, mithalten. Die USA wird bald selbst um eine Schuldenbefreiung betteln müssen. Und wenn China dann noch seine Dollar Bestände auf den Markt wirft, good bye. Hier noch zwei Links, die das Problem ursächlich begründen:
miprox.de/...
youtube.co...
Man braucht ja kein Hellseher zu sein, um zu sehen, dass das nicht funktionieren kann.
Während der Sturm an den Finanzmärkten in den letzten Wochen allmählich abgeflaut ist, steuert die Weltwirtschaft auf eine tiefe Rezession zu, die sich zu einer lang anhaltenden Depression ausweiten könnte…….
Zur Stunde ca. DAX - 4,5%, Dow -2% …..sieht so aus als ob der Sturm noch nicht wirklich vorbei wäre, allerdings stimme ich zu, dass es ernstzunehmende Deflationsrisiken gibt, u.a. Öl unter 50$ aktuell.
Vielleicht erleben wir auch nur eine self-fulfilling prophecy, da ja selbst der Herr Franz schon die Machtlosigkeit der Staaten in der Krise beklagt: welt.de/wi...
@michael1366
Verwechsele mal die Börsenkurse nicht mit dem Finanzmarkt - da spielt noch viel Realwirtschaft mit rein.
Wenn man sich aber z.B. den Interbankengeldmarkt anschaut, so ist der Sturm idT abgeflaut - das heißt aber nicht, dass er sich wieder verstärken wird oder gar ein Orkan werden kann.
da muss ich Nikopol voll und ganz zustimmen…es haben viele Menschen vorhergesagt…geglaubt hats irgendwie aber keiner so richtig…
Bissl off-topic, aber: Wird das jetz auf Dauer so, dass deine Beiträge hier nur noch halbiert auftauchen?
Ein klein wenig Off-Topic:
Ich finde immer mehr Parallelen zu einem Meilenstein der Literatur von Kate Wilhelm 1972 geschrieben (leider wohl nur noch gebraucht erwerbbar): Hier sangen früher Vögel
Eigentlich sind es drei Liebesgeschichten, die in einem “change”-Rahmen (böse, ich weiss :-) ablaufen. Dennoch sehr lesenswert und extrapolierbar.
Du fragst in der Überschrift “Wann kommt die Große Depression?” -
Nun, depressiv werden die Leute, sobald die Weltwirtschaftskrise kommt.
Weltwirtschaftskrise ist seit Jahrzehnten die deutsche Bezeichnung für den amerikanischen Begriff “great depression”. Erst seitdem faule Journalisten immer weniger zum Wörterbuch greifen und meinen, alle englischen Begriffe ließen sich “leicht übersetzen”, erst seitdem tauchen Bezeichnungen wie “Große Depression” gehäuft auf. Muss doch nicht sein.
SF: Offensichtlich hatte ich Deinen Beitrag mißverstanden, denn das es um Schwarzmalerei geht, ist mir nicht in den Sinn gekommen. Das widerum heißt, dass eine Diskussion zwischen uns wahrscheinlich sinnlos ist, denn dass zumindest eine große Depression kommt, halte ich für eine ausgemachte Sache, und wenn die überhaupt noch abzuhalten ist, dann durch einen Stimulus, wie ihn Krugman beschreibt, also massiv und ohne Rücksicht auf Verschuldung, und das geht eh’ nur in den Staaten, für Europa sehe ich in jedem Fall sehr schwarz.
Jetzt überhaupt Haushaltsdisziplin zu diskutieren, finde ich absurd. Die Verschuldung der Staaten hat sich allein im Oktober um eine Billion Dollar erhöht. Bei den Größenordnungen, um die es im Moment geht von Steuererhöhungen zu sprechen, ist grotesk. Und es wird meiner Einschätzung nach weitergehen, denn die Finanzkrise ist nicht “vorbei” und höchstens scheinbar abgeflaut, und die ganze Schuldenthematik wird sich dramatisch zuspitzen, wenn es nicht gelingt, die Einkommen drüben zu sichern. Was wiederum bedeutet, Geld auszugeben, sehr viel Geld. Und soweit ich das mitkriege, wird drüben weniger diskutiert, ob das eine Inflation auslöst, sondern ob die Deflation überhaupt aufzuhalten ist. Probleme bei den Staatsanleihen wären da fast nur ein Detailproblem. Letztendlich denke ich, dass die USA immer irgendwie einen Weg finden, ihre Währung zu retten, ob sie dann allerdings noch als reserve currency und Quasi-Weltmarktwährung taugt, und was das für die Weltwirtschaft bedeutet, steht auf einem anderen Blatt. Für die EU dürfte die Lage deutlich schwieriger aussehen.
Das mit Reganomics meine ich tatsächlich ernst, denke aber, dass diese meine Frage in die falsche Richtung führt, denn über vergossene Milch zu streiten, ist irgendwie müßig. Mein Punkt ist, dass es einen roten Faden von Reagan zu Greenspan führt, diese Argumentation ist ja auch so ungewöhnlich nicht. (Z.B. Soros.) Die weitergehende These wäre natürlich, dass im Grunde seit den Achtzigern der Zusammenbruch eines “realwirtschaftlich” nicht mehr funktionierenden Systems durch Staatsverschuldung, Deregulierung und staatliche “Bailouts” (1987, Pesoskrise, Long Term Capital Management) verhindert wurde. Im Prinzip argumentieren so oder ähnlich Krisis und Exit. Der Zusammenhang insbesondere der heutigen Schuldenthematik mit Reaganomics lässt sich auch an der Grafik hier ganz gut nachvollziehen. (Die Grafik ist übrigens auf dem Stand vom Sommer, Juni oder Juli.) Und wenn man diese These ernst nimmt, hat dieses Modell den Zusammenbruch natürlich mehr als 20 Jahre recht erfolgreich verhindert.
Natürlich kann das System zusammenbrechen, rein funktional. Das ganze Wirtschaftssystem lebt letztlich davon, dass Geld prinzipiell in der Lage sein muss, durch Investition Gewinn abzuwerfen, und dafür braucht es letztlich Wachstum. Das heißt natürlich nicht, dass es nicht wieder von vorne losgehen könnte, wenn es einmal richtig zusammengebrochen ist.
@21
Zu vielen Punkten absolute Zustimmung, und die einzige Variante, die wirklich besteht, den Systemcrash zu vermindern, besteht in einem Konjukturprogramm von ein paar Hundert Milliarden Euro nur für Deutschland, doch in Deutschland sieht man die Krise als Chance die eigenen Konzerne in die Poolpositions in Europa gegen über den anderen europäischen Konzernen in Stellung zu bringen.
Die entscheide Frage ist eigentlich eine andere: ist die politische Krise, samt Aufständen, Hungernöte, weltweiter Inflation politisch beherrschbar und im Sinne des Systemerhalts transformierbar?
Schaut euch genau an, wie der bürgerliche Kapitalismus in Form des Faschismus in Italien, Spanien und Deutschland möglich wurde, unter welchen Bedinungen, Grundlagen und mit welchen Charakteren, oder schaut einfach ganz aktuell auf Italien, was da politisch passiert.
Wenn gar nichts mehr hilft ,werden alle zu Piraten mutieren, wie das jetzt schon in den Regionen der Fall ist, die vom Weltmarkt der zahlungsfähigen Nachfrage abgeschnitten sind.
Jetzt gebe ich der Versuchung nach, hier zur Illustration aktuelle Meldungen zu zitieren. Könnte man die ganze Zeit machen, also nur dies eine Mal. This is just in from Floyd Norris, seines Zeichens chief financial correspondent of The New York Times and The International Herald Tribune:
“There are three reasons that come to mind as possible explanations for such an overwhelming bear market.
1. The world financial system is in deep trouble, and it is integrated, so that the credit crunch is virtually universal.
2. The world recession is hitting everywhere. Even China is now worried, and with good reason, as unemployment rises.
3. In an integrated global financial system, all asset prices were pumped up by excessive leverage, and all are now falling amid urgent deleveraging. The widely feared selling by over-indebted hedge funds is part of this, but not all of it.
I think all of them help to explain what is happening.
If you believe the third one is important, and that we are not entering into Great Depression II, then that should be creating bargains for wide investors who can wait out the recovery without worrying about margin calls.
P.S. I am following the suggestion of several commentators on this blog. I am giving up on trying to identify a market bottom.”
@Jessica
Da muß ich Dir leider widersprechen - das amerikanische Wort “Great Depression” (in England “Great Slump”) bezieht sich auf die Krise in den USA und nicht auf die Weltwirtschaftskrise - wenn letztere gemeint ist, schreiben englischsprachige Autoren meist “global economic crisis” oder “world economic crisis”. Der Ausdruck “Great Depression” lässt sich in dem Zusammenhang, den die zitierten Autoren meinten, nur mit “Große Depression” übersetzen, da sie sich nur auf die USA, nicht aber auf den Rest der Welt beziehen. “Depression” ist übrigens ein gängiger wirtschaftswissenschaftlicher Begriff, den man nicht scheuen sollte.
Natürlich neigen auch Wissenschaftler dazu, sich ihr eigenes Kauderwelsch zuzulegen. Gerade im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich fliegen einem die englischen Ausdrücke, pseudomäßig eingedeutsch, nur so um die Ohren. Manche Wissenschaftler finden das “chic”. Zum allgemeinen Verständnis trägt es nicht bei.
Ein wissenschaftlicher Begriff ist für mich dann sinnvoll, wenn er etwas ganz Spezifisches ausdrückt, das man mit keinem anderen Wort ausdrücken kann. Das englische Wort “depression” heißt nichts anderes als das deutsche Wort Wirtschaftskrise. - Warum soll ich auf Deutsch da von “Depression” schwafeln?
Selbstverständlich handelt es sich bei Depression um einen Fachbegriff — in der Psychologie und Medizin.
@Nikopol
Wie Du schon sagtest - da sind wir komplett einer Meinung
Yep, sehr richtig.
Aber hier habe ich einen entscheidenden Einwurf zu machen. Es müssen(!) parallel Regeln aufgestellt werden, die verhindern, dass das “neue” Geld wiederum Blasen produziert. Hier müsste das Finanzsystem in einigen Punkten reformiert, sprich reguliert, werden. Ansonsten sind diese Konjukturprogramme idT Schokolade für Zuckerkranke.
Mit einer Ausnahme - die Finanzpolitik Clintons. Der hat von 93 bis 01 die Neuverschuldung von Jahr zu Jahr zurückgefahren und in den letzen beiden Amtsjahren sogar eine negative Neuverschuldung durchgesetzt - m.W. zum ersten Mal in der Nachkriegsgeschichte (aber hier lasse ich mich auch gerne korrigieren)
Das sehe ich allerdings anders - man hat eine Rezession damit verhindert, dass man das System immer weiter aufgebläht hat. Wäre in den 80ern eine Rezession noch sanft verlaufen, wird es heute kräftig krachen. Vor allem die amerikanischen Renten sind davon betroffen. Meiner Meinung nach (die nicht stimmen muss) haben die Ökonomen, die sich für diese Politik verantwortlich zeigten, dies auch gewußt und nur nach neuen “Zaubermitteln” gesucht, dies noch abzuwenden, was nicht gelang.
Dann bricht das System aber nicht zusammen, es ändern sich nur ein paar Parameter. Ein Zusammenbruch wäre das komplette Außerkraftsetzen des geldbasierten Waren- und Finanzhandels - und soooo schwarz sehe ich keinesfalls.
1929 oder 1873?
chronicle....
@Jessica
So so - und das Wort “Depression” ist ein Anglizismus? “Depression” heißt nichts anderes als “Niederdrückung” und ist in vielen Wissenschaften ein gebräuchlicher Ausdruck.
Da wirst Du aber wenige Ausdrücke finden ;-)
Weil es nicht das gleiche ist, wie ich oben bereits ausführte. Dass Du das nicht verstehen willst, ist Deine Sache.
Selbstverständlich!!! Was auch sonst ;-)
Das Wort “Depression” wird in Pierer’s Universal-Lexikon aus dem Jahre 1858 folgendermaßen beschrieben:
Herab-, Niederdrückung; so D. cataractae, eine Art der Operation des Grauen Staares, s. Staaroperation; D. des Geschützes, s. u. Depressiren 2); D. der Sonne od. eines Sternes, dessen Abstand derselben zu irgend einer Zeit unter dem Horizont, durch einen Verticalzirkel gemessen; D. des Pols, die Annäherung des Pols am Himmel an den Horizont für das Auge, bei gegenseitiger Annäherung des Beschauers an den Aquator; D. des Horizontes (Dücking, Kimmtiefe, Kimm, Seew.), der Winkel, welchen die Gesichtslinie des Beobachters mit der Ebene des Horizontes bildet.
Klar, 1858 hat sich die Menschheit noch nicht so sehr um die Psychologie geschert. Da haben die Psychologen wohl einen Begriff, der in der Physik, der Astronomie, der Geologie, der Medizin und der Wehrtechnik gebräuchlich war, einfach übernommen - in Lexika des 20 Jahrhunderts findet auch die psychologische Verwendung des Begriffes einen Platz. Warum sollte Wirtschaftswissenschaftler nicht ähnlich dreist “klauen”, wie Psychologen? ;-)
Eine Frage zur Technik: Wie kann ich denn so zitieren, wie Du, d.h. mit welchem Tag?
“Aber hier habe ich einen entscheidenden Einwurf zu machen. Es müssen(!) parallel Regeln aufgestellt werden, die verhindern, dass das “neue” Geld wiederum Blasen produziert. Hier müsste das Finanzsystem in einigen Punkten reformiert, sprich reguliert, werden. Ansonsten sind diese Konjukturprogramme idT Schokolade für Zuckerkranke.”
Wo ist denn eigentlich der Unterschied? Die Finanzwirtschaft hat, z.B. über Hypothekenkredite, den Konsum, also die Güterproduktion, also die Realwirtschaft angekurbelt. Jetzt übernimmt der Staat. Gibt er das Geld für Infrastrukturmaßnahmen aus, tut er dasselbe, nur zahlt er direkt.
Finanz- und Realwirtschaft lassen sich eben nicht trennen. Es ist nicht nur eine Abwertungsspirale, sie sitzen im selben Boot.
Aber da werden wir uns wohl nicht mehr einig. ;)
Sehr interessant ist es, derzeit Werbung auf n-tv zu gucken. Da machen zT dieselben Institute (zB HSBC) wieder für hochspekulative Wertpapiere Werbung, so als wär nicht passiert. Im Gegenteil man versucht zT seine “langjährig bewährten Analysetools” als Anreiz für den Handel mit “Hebelprodukten” zu verkaufen. Anscheinend wähnt man sich nun in Narrenfreiheit, der Staat fängts ja auf…
Es mag OT erscheinen…
Ergänzt hierzu aus dem Kopf: schaft das System es nicht fällt es auf einen früheren Entwicklungstand zurück und beginnt von neuem den bekannten Irrweg.
@Nikopol
Mit dem HTML-Tag “Blockquote”
Der Unterschied liegt darin, dass bei einer normalen Direktfinanzierung kein Raum für Finanzprodukte jeglicher Art bleibt, die eine Blase bilden könnten.
Klar, nur wenn aus einem Dollar, der in der Realwirtschaft kursiert, 30, 100 oder 1.000 Dollar werden, die an den Finanzmärkten kursieren, kann etwas nicht stimmen. Das ist Schönwetter-Ökonomie, die so lange funktioniert, bis es Regen am ökonomischen Himmel gibt - dann gewittert es und zwar heftig, wie wir gerade beobachten können.
@Aphyx
Ja, da mußte ich neulich auch bitter lachen - ein junger Herr erklärte dort für die Börse Stuttgart den Zauber von Zertifikaten, mit denen man sich jeden Traum erfüllen kann. Klar, die Finanzbranche hat momentan Probleme ihre Innovationen auf den Markt zu bringen, da muß man die Marketingtrommel rühren. Ich habe neulich im Radio gehört, dass die Lockzinsen (z.B. 7,5%) für die erste Festgeldperiode bei Eröffnung eines größeren Depots aus dem Marketingtopf gezahlt werden - verrückte Welt ;-)
Danke für den Hinweis, gleich mal ausprobieren.
Wenn es so einfach wäre… Autos verkaufen funktioniert heute halt in der Breite nicht mehr, wenn man nicht den Kredit gleichzeitig mitverkauft. Gleichzeitig ist der potentiell eine “Bubble”.
[...]
Nur kannst Du diese, ich sag’ mal, nur zur Wahrung des kosmischen Gleichgewichts, Euros nicht von einander unterscheiden, auch zirkulieren sie nicht in getrennten Welten. Der Unterschied ist nicht zwischen Finanz- und Realwirtschaft, sondern zwischen Konsum und Kapitalstockbildung. Letztere funktioniert halt nicht mehr, die Kapitalakkumulation ist an ihre objektive Grenze gestoßen, wie Kurz sagen würde. Und das schon vor einiger Zeit.
Wie kann man aus dieser Diskussionssackgasse rauskommen? Bin da gerade ratlos, und belasse es dabei für heute.
Nach meiner Meinung spielt auch die in vielen Staaten (insbesondere auch in D) zu beobachtende Zunahme der Einkommens-/ Vermögens-Konzentration eine Rolle bei der Entstehung der Finanzkrise.
In D z.B. wurde durch das Lohndumping der private Verbrauch ausgetrocknet, durch die immer ungleichere Einkommens-/ Vermögens- Verteilung die Spekulationsblasen aufgepumpt u. durch die einseitige Exportorientierung die Außenhandels-Ungleichgewichte aufgebaut.
@ Jens #11
Ich glaub’s nich! Da hat doch der Grünspan tatsächlich entschieden, das System (unsere Zukunft) zu gefährden! *Trommel, trommel auf der Tischplatte, denk, denk* “Hach, was mach ich denn jetzt? Ich könnt’ doch einfach ‘mal … das System gefährden! Jo, das iss geil, das mach’ ich jetzt!”?
Stop, so hast Du’s sicher nich gemeint - so will ich es aber verstehen! Oder anders: Meinungen, Erklärungen, nachträgliche Erkenntnisse, Spekulationen (auch wir spekulieren, auch wir werden erst schlau sein, wenn wir vom Rathaus kommen) …
Alle Macht dem System! Da haste natürlich dem Nagel sein Kopp getroffen ;-)
Farrell hat in einem Punkt imho in jedem Fall recht:
Natürlich: All’ das Gerede und Gemale wirkt (auch) wie self-fullfing prophecy … aber so isses nu ‘mal!
Grüße
Vogel
PS @ Jessica #25: Klasse!!
@ Jens #26
Och komm, Jens, das meinste doch nich ernst, oder? Willst Du tatsächlich die schönen Billionen auf den Mond schicken?, das macht doch kein Spaß! ;-) Du hast doch schon mehr als ein Geschichtsbuch gelesen, oder? Klar, kurzfristig wird böse geknurrt, schon mittelfristig weicht das Knurren einem breiten Grinsen, langfristig …? Kurieren an Symptomen, nich “trial and error” sondern “error and error”, iss angesagt!
Na und? Auf Clinton folgt Bush, auf Müller folgt Meier, auf Sommer folgt Winter …
Ich such’ noch verzweifelt ein schönes Zitat von Dostojewski, hab das Buch (”Der Idiot”) z. Z. verliehen, sobald zurück, liefere ich nach, versprochen! (Auf die Stelle hat mich Paul Watzlawik in einem Vortrag [ca. 1996] aufmerksam gemacht. Es bringt menschliche Eigenschaften wie Gier, Neugier, Spielleidenschaft usw. schön auf den Punkt.]
Grüße
Vogel
Von mir noch ein (kleines) Indiz zum Zusammenhang von Spitzensteuersatz und Blasenbildung:
In Japan betrug der Spitzensteuersatz der Einkommenssteuer einmal 70%. 1984 wurde er auf 37% abgesenkt. 1985 begann die Bubble-Oekonomie mit explodierenden Grundstueckspreisen und Aktienkursen (platzte dann 5 Jahre spaeter).
Solche Fakten geben mir immer zu denken, wenn gewisse Politiker davon reden, dass man die “Leistungstraeger” entlasten muss.
The $58 Trillion Elephant in the Room
portfolio....
@Goldener Reiter #38
da gibt’s bestimmt einen Zusammenhang, das glaub’ ich auch!!
Trotzdem: Für mich klingt bei solchen und ähnlichen Wortmeldungen - wie z. B. auch # 4 - immer wieder durch dass (metaphorisch gesagt), “die pösen Reichen doch bitte qua Höchststeuer die Menschheit retten möchten”. Klar, wenn man den Menschen das (private) Geld wegnimmt, können die dieses nicht mehr ins Ausland schaffen, können die nicht mehr “Blasen bauen”, sprich: spekulieren ;-), insoweit iss dat richtig! Vergiss aber bitte nicht: Hier in der BRD ist es so, dass die “pösen Großverdiener” (das geht hier schon bei 60 T€ p. a. los), bereits heute für den größten Teil des EK-Steueraufkommens sorgen - die Oberen ca 28% Einkommen (ab ca. 30 T€ p. a.) erbringen bereits 80 % der EK-Steuer, tragen also Leistung! Und: Wenn so ein “Großverdiener” seine 30, 50, 100 T€ p. a. unters Volk bringt, erbringt er dann nicht auch höhere Verbrauchs- und Konsumsteuern als ein “Kleinverdiener”? Was meinst Du? Natürlich kann, sollte, muss der Spitzensteuersatz höher sein als er ist. Aber bedenke auch den Rest!
Beste Grüße
Vogel
Blasenökonomie gibt es es schon seit 1987? Und ich dachte, erst seit Bill Clinton…
Aber vom Kalauer des Tages zurück zum Thema: Wieso sehen alle Finanzexperten (und damit meine ich vor allem die neoliberalen) jetzt plötzlich die große Rezession kommen, hatten aber vor der Finanzkrise scheinbar keine Ahnung, dass es überhaupt solche ökonomischen Blasen gibt.
Diese Wirtschaftsexperten sind wie eine Herde Gnus. Erst grasen alle friedlich und keiner schert aus der Herde aus, kommt aber der erste Löwe/Abschwung bricht gleich eine Stampede aus.
Dabei soll Wirtschaft ja angeblich was mit Psychologie zu tun haben. Wenn man die Konsumstimmung durch Panikmache schlecht redet, wird sie auch sinken und die Krise kommt zwangsläufig.
Sobald die Finanzmarkt-Stampede aber erstmal losgegangen ist, scheint daran auch keiner mehr zu denken.
Meiner Meinung nach ist dieses System nicht von innen heraus zu verändern. Wir erleben gerade die Rückentwicklung in Mittelalter und urfeudalistische Zeiten. Die Methoden für die Unterdrückung werden Schritt für Schritt wieder eingeführt. Alle konzentriert sich in dem Unsichermachen der Bevölkerung. Angst und Schrecken sollen verbreitet werden, um so die Meute manipulierbar und korrumpierbar zu machen und sie daran zu hindern, sich selbst zu organisieren und zu emanzipieren. Diesen Trieben hat man viel zu lange zugeschaut. Das internationale Finanzmonopol, früher die britische Imperium, herrscht mittlerweile wirklich weltumspannend. Das geht soweit, dass es auch temporäre Verlust einfach wegsteckt (beispielsweise Enteignungen, Vertreibungen etc. die in zu ausgebeuteten Ländern periodisch auftreten) und wartet, denn nach 50 Jahren bekommen sie durch einen ihnen wieder treue Regierung den Besitz zurück und werden sogar noch entschädigt. Das alte imperiale Gesetz des “Teile und Herrsche” ist immer noch dominierend, besser: noch nie so perfekt umgesetzt worden und so erfolgreich wie heute. Unzählige Bespiele: Freie Märkte und Globalisierung statt lokale, nationale Wirtschaften mit festen von der lokalen Produktivität abhängigen Wechselkursen der einzelnen Währungen und Grenzzölle für importierte Waren, eine Zersplitterung von kontinentalen Mächten die zu dauerhaften Feindschaften hochstilisiert wird (schon traditionell: Frankreich, Deutschland, Russland oder die Teilung Indiens in Pakistan/Indien/Bangladesch; neuer: das Zerlegen des Balkans in zig Einzel”staaten”), die Verhinderung des Ausbaus von Infrastruktur auf ganzen Kontinenten (Bsp. Afrika,dass ca 30 verschiedene Schienenspurbreiten und keine Verbundstrecken besitzt, Südamerika, aber auch Indien) sowie die Unterdrückung von Forschung und Entwicklung neuer Transport- und Energiegewinnungsmethoden (Transrapit, Anti-Atom-Bewegung, Propagierung der Öko-Energiegewinnung). Letztendlich aber leidet die Welt darunter, dass unser derzeitiges System suggeriert, dass wir alle in Gefahr sind. Die Erfindung des Terrorismus, das staatlich organisiert Geldwaschen über Drogen, Glücksspiel, Menschenhandel und Kriege sowie das Aufeinander-Treiben verschiedener sozialer Schichten gegeneinander (z.B. noch dem Mittelstand zugeschriebene Bürger verachten Arme und verhöhnen diese), die Ansiedlung von Migranten aus völlig anderen Lebenseinstellungs-Regionen um die lokalen System zu schwächen und zerstören, das Sparen an Bildung, die Vereinheitlichung aller Medien, das Propagieren von Pornografie und Gewalt und die Missionierung und Erfindung neue/alter Religionen zum Vorgaukeln einer vermeintlich besseren Welt nach dem Tode/dem Sieg nach dem “heiligen Krieg”/dem Ertragen des irdischen Leids etc. sowie das Austreiben jeglicher lokaler Identität und Tradition führt zu einem uralten Ruf der Masse: Dem Ruf nach Führung von Oben und ein “Sich freiwillig unter den Schutzmantel des Adels”-stellen. So wird Unterdrückung freiwillig. Und alle Menschen, die dies nicht machen möchten, die aufmüpfigen, die noch nicht genug repressierten vielleicht sich noch als Individuuen fühlenden- diese Menschen wird man mit Privatarmeen und Söldnerheeren treiben, töten und sich vor ihnen im wahrsten Sinne des Wortes schützen. Als Teil des Systems, dass unweigerlich dieses von mir beschriebene Ziel anstrebt, ist keine Änderung des Systems möglich. Denn in ihm regiert immer und überall die Macht des Geldes, der Gier und der Diskriminierung derer, die unter einem stehen. Solange wir also Macht und Status von Besitz und Geld abhängig machen, wird sich nichts ändern. Es ist also Zeit, ein Parallelsystem, Parallelstaatsstrukturen, Informationsebenen, Verteidigungsposten, Verpflegungs- und Selbstversorgungsmöglichkeiten einzurichten. Wir müssen wieder lernen, ohne Spekulationsgewinne, letztendlich ohne Geld, geleitet von echten humanistischen Werten, geprägt durch Nächstenliebe und echte Toleranz, aufbauend auf Bildung und Wirtschaft im Einklang mit der Natur ein System aufzubauen, dass ohne das Imperium auskommt. Die Zeit ist reif. Aber können wir die Kraft aufbringen, den inneren trägen Schweinehund überwinden? Wann lassen wir uns nicht mehr kaufen und unserer Freiheit berauben?
Entschuldigt die Länge und Grundsätzlichkeit. Aber das Palavern über Krise X und Katastrophe Y soll doch nur blenden und ablenken. Alle Medien lügen - keine Wahl ist mehr frei - die vermeintlichen Optionen sind schon vorher gewählt von denen die bezahlen, die jeglichhe Moral gekauft haben. Fragt euch endlich: Wer verdient mit steigendem und fallendem Ölpreis, wer verdient an Piraten, wer verdient durch unser Krankenkassensystem, wer verdient in Afghanistan, wer verdient am Banken”crash”, wer verdient am Ost-West-Konflikt, wer verdient an der der landesweiten Überwachung, wer verdient am ….
Nur diese einzige Frage ist wichtig in der heutigen Welt - alles andere ist untergeordnet.
@ Kristof #42
Verdammt, ja, du hast recht mit deiner Analyse :-(
Doch wie zerschlägt man diesen gordischen Knoten?
Zumal die vielleicht knapp 2% diese Ansichten Teilenden als irgendwas-isten ins Abseits gedrängt werden?
Es gibt ja bekanntlich Gesetze gegen wirtschaftkliche Kartelle. OK, sie funktionieren nicht oder nur sehr schlecht usw, aber immerhin zeugen sie von einer Art Problembewußtsein. Wären Gesetze gegen Meinungskartelle denkbar respektive realisierbar? Der zeitgenössische ‘Stürmer’ und ‘Völkische Beobachter’, worunter ich das ganze spon-faz-taz-welt-bild-sdz-ör-rtl-usw-Geschrammel verstehe, machen doch klar, daß somalische Piraten 9/11reloaded aufgezogen haben, daß die Banker ‘nur ihre Gier zügeln’ müßten, daß mehr kostengünstige Betreuung des Nachwuchses auch mehr Lebensqualität erzeugen, und noch viel Kokolores mehr.
Mir drängt sich der fatale Eindruck auf, daß nicht einmal mehr “Wir sind das Volk” noch funktioniert.
Die US of A scheint echt an vielen Stellen schlichtweg überdehnt zu sein. Vielleicht wärs am Besten für uns, wenn Schwellenländer einmal mehr darüber nachdenken könnten, den Konsum zu steigern.
Die US-Sparquote der privaten Haushalte war so einfach nachhaltig nicht durchzuhalten.
Die Problematik aus der Abhängigkeit von ausländischen Ersparnissen zeigt sich jetzt gerade in der Krise.
PS. Kannst du vielleicht in der Forumsoftware Möglichkeiten für die Leser schaffen, gewisse Kommentatoren auszublenden. Der User “name” ist ok und unterhaltsam. Nur leider hat er zu viele Klone, die weder sprachlich noch in der konzisen Formulierung der Gedanken an das Original heranreichen…
@#40 Vogel
Erschreckend wie man immer wieder auf dieses Nachplappern gängiger Statistik-Verbiegungen hereinfallen kann. Um´s abzukürzen hier ein Link der Nachdenkseiten zur Kenntnis, wie genau dieser Unsinn zusammengesetzt ist:
nachdenkse...
@Vogel#40
Das die Grossverdiener heutzutage auch den Grossteil der Einkommenssteuer (und nur der, nicht unbedingt auch der Mehrwertsteuer) erbringen sehe ich eher als Anzeichen einer bedenklichen Ungleichverteilung des Einkommens.
Ob diese Ungleichverteilung durch Leistung begruendet ist wage ich zu bezweifeln. Waehre genauerer Untersuchung wert.
Zu Deinem anderen Argument mit der Verbrauchssteuer:
Wenn ich das lese, muss ich an meine VWL-Vorlesungen denken. Damals habe ich diese wunderschoen einfachen, abstrakten Modelle auch kritiklos hingenommen. Mittlerweile glaube ich nicht mehr, dass man sich das so einfach machen kann.
Dazu hier mein Argumentationsstrang:
Privatpersonen kaufen im wesentlichen Gueter, die nur ihnen selbst Nutzen stiften. Der Staat gibt sein Budget im wesentlichen aus um “oeffentliche Gueter” bereitzustellen (sollte er zumindest), die einem grossen Personenkreis gleichzeitig von Nutzen sind.
Ein klassisches Beispiel ist hierbei die “Bildung”. Wenn der Staat den “Reichen” Geld “abnimmt” und damit schulische Ausbildung fuer die “Armen” bereitstellt, erhoeht er deren “Humankapital” und damit das volkswirtschaftliche Produktionspotential.
Ergebnis (im Idealfall): Hoeheres Einkommen fuer alle, insbesondere fuer die “Armen”, die dann auch einen groesseren Teil des Einkommenssteueraufkommenserbringen koennen.
Simple Argumentation, das gebe ich zu. Aber nicht simpler als die Mainstream-Oekonomie und sicherlich bedenkenswert.
Das große Erwachen kommt wenn die Milliarden zur Rettung der Landesbanken in den
Sand gesetzt waren.
Dann wird auch dem mittellosständler spätestens klar was Agend da 2010 heist, wenn
die ersten Alg I Empfänger erst zur bedrohung unseres Staatshaushaltes werden weil
diese Bezüge über dem 5 bis 8 fachen eines normalen Alg II er liegen.
Was ist schon ein Bankraub gegen die Gründung einer Bank?
Auf jeden Fall kein Bafög das dann plötzlich zu Lehmann verfliest, wieso gibt es keine
Haftung für Profilneurotiker wie diesen Milliadär und Schmerzmittelhersteller der in seinen
Wahn von Ralitätsverlust in dieser Rezession zu Zocken und auch noch ansprüche an den Staat stellt, ja mal schnell ein Milliardchen mit Leerverkäufen verzockt das Ehrt sehr.
In Wirklichkeit müsste diese Profilpyschose in Behandlung und seine bitteren Merckle Pillen
schlucken, um mit der Verantwortung für mehere Tausend Mitarbeiter besser und
gemässigter in Zukunft umgehen zu können.
handelsbla...
Odious debts
Farrell ist uninteressant. Das hier ist interessant.
Wobei die leider für uns relevante Geschichte der bevorstehende Untergang Europas wäre. Darüber schreibt nur keiner, irgendwie sind alle beschäftigter mit dem von ihnen klammheimlich erhofften Untergang der Amerikaner. Narren.
apropos Deflation und den Wert der Prognosen unserer ‘Ökonomen’
“Most economists are saying that the chance of a full-blown deflation is remote if it exists at all, but most economists have been mistaken in their predictions about everything these last few years.”
thenation....
@ michael1366
Du hast recht, es ist erschreckend … wie mit leichter Hand argumentiert wird, wie ungenau gelesen wird!
Ich habe mich nicht auf das Gesamtsteueraufkommen bezogen sondern nur auf die EK-Steuer (Einkommensteuer), habe keine Aussage gemacht, dass die nur ein ca. Drittel zum Steueraufkommen beiträgt. Und dass eine 4-köpfige Familie mit 2500 brutto weniger Verbrauchs- und Konsumsteuern zahlt (weil weniger nur verbrauchen und konsumieren kann) als die gleiche Nachbarsfamilie mit 3.500 brutto - die auch mehr EK-Steuern zahlt, relativ und absolut - müssen wir nicht ersthaft untersuchen (dto. Ehepaar mit z. B. 50 T€ vergleichsweise zum Paar mit z. B. 90 T€). Dass bei den jeweils zweitgenannten auch noch 100 - 300 € (bzw. 400 - 700 €) zum “Blasen bauen” - vulgo sparen/vorsorgen - geschenkt!
Und, zur Beruhigung aller, bin ich auch für deutlich höhere Spitzensteuersätze!
Es ist für mich nicht zielführend, Quellen unabhängig davon, ob diese nun explizit herangezogen wurden oder auch nicht und Statistiken über einen Kamm zu diffamieren (”Gugge ma hier, die mei iss abber scheener!”), mir geht’s um Sinn und Inhalt - meistens wenigestens ;-)!
Ich mein’s nich bös’! Deshalb
Beste Grüße an Dich
Vogel
@ Goldener Reiter #46
Wenn ich sinngemäß richtig verstehe: D’accord - ich hab’ auch nix gegenteiliges behauptet, oder? Den Zweifel teile ich!
Ja, die Dinge sind komplex, manchmal so komplex wie “moderne Finanzpapiere” ;-) Spaß beseite, ich glaub’, die #51 bringt uns ziemlich dicht zusammen, gelle?
Hm? HmHm! … Pfft!?
Da isses wieder! Den Reichen abnehmen für die Armen! Heureka! Natürlich: Für die Bildung - zu wenig + föderal-ideologisches Gewurschtel! Natürlich: Spitzensteuersatz - zu niedrig (ich bin für 63,749% ;-) oder wäre auch 71,984% okay?)
Da isses wieder: Passt mir nich, muss wohl Mainstream sein!
Auch an Dich, trotz viel Ironie, ich bin nicht mit Dir überkreuz. Zu fast allem was Du sagst seh’ ich wenig Diskussionsstoff zwischen uns. Deshalb
Beste Grüße
Vogel
@#52Vogel
Das Problem mit der Ironie ist, dass sie nicht geeignet ist Diskussionen voranzubringen.
Schlimmstenfalls redet man aneinander vorbei, weil man nicht mehr weiss was der andere wirklich sagen will; bestenfalls bringt man rueber, dass man sich fuer unheimlich intellektuell ueberlegen haelt.
Und ob wir beide so nahe beisammen sind weiss ich nicht,
genausowenig wie ich worauf Du eigentlich hinauswillst…
Daher kann ich Dir nur zustimmen, wenn Du so treffend sagst:
“Hm? HmHm! … Pfft!?”
Immer “cool”, von zu viel Liquidität, also Geld, viel zu viel Geld, zu lesen, dass dann zu Blasenbildungen führen kann, die dann platzen können, was das ganze Geld verbrennt. Da sieht man die Absurdität, ein anderes Wort gibt es nicht, höchstens noch Perversität, wenn man bedenkt dass das zuviele und in die wahrscheinliche Vernichtung investierte Geld doch dahin gegeben hätte werden können, wo es gebraucht wird. Beispiele brauche ich wohl nicht zu nennen. (smiley, der wo sich vor Bus wirft).
@39. otti
portfolio....
Der Mechanismus wird in der Mathematik durch “vollständige Induktion” beschrieben und lässt sich in scharf abgegrenzten Bereichen am Besten beobachten, z.B. im Viktoriasee:
gruene-jug...
Es handelt sich um etwas, das einem hochansteckenden Virus vergleichbar ist.
Von Brüchen in ‘funktionierenden’ Systemen.
blaetter.d...
@55, calvin&hobbes
Eben ‘biologisch’-finanzielle Massenvernichtungswaffen (Warren Buffett), die sich über die ganze Welt unkontrolliert ausgebreitet haben!
Auch in Täuschland wurden vom Gesetzgeber falsche Anreize gesetzt, z.B. Zweckgesellschaften (in Irland) oder Bio-Sprit (Palmöl!!!).
Die Merkel-Regierung mit ihrem neoliberalen Blödsinn hat versagt, die bringt uns allen Unglück.
einen guten statistischen Überblick zur Finanzmarktkrise und ihre Auswirkungen auf die ‘Realwirtschaft’ bietet Jahnke hier
jjahnke.ne...
Hi Jens,
vielleicht war ja von “denen da oben”, sprich der US/UK Finanzelite, der Crash gewollt…
Auf jeden Fall ist dieser Artikel sehr aufschlussreich:
hintergrun...
Gruss
Gruss
ein Hinweis auf die Diskussion bei weißgarnix
“Hier ruht die deutsche Volkswirtschaft”
weissgarni...
aus den Kommentaren:
““Ist euch eigendlich klar das die 13-Week Treasury Bill bei 0.1% ist?Es gibt kein System mehr es ist Tod!””
“Also das ist eine Staatsanleihe der US Regierung die in 13 Wochen fälig wird.
Das bedeutet das man lieber 0% Zinsen in kauf nimmt als irgend einem Bankster sein Geld zu geben.”
könnte das vielleicht einer der Experten hier kommentieren?
p.s. man muss sich wirklich die Summen vergegenwärtigen:
““Bloomberg calculates the total amount the taxpayer is on the hook for is $7.76 trillion.” Barry Rietholz (Big Bailouts, Bigger Bucks, the big picture) kommt auf etwas weniger, aber immerhin: “The $4.6165 trillion dollars committed so far is about a trillion dollars ($979 billion dollars) greater than the entire cost of World War II borne by the United States: $3.6 trillion, adjusted for inflation (original cost was $288 billion).”
@Salvo
Das bedeutet, dass Anleger für mittelfristige Anlageformen in Staatsanleihen “flüchten”, obwohl diese keine echten Zinsen abwerfen. Die ist durchaus in Konkurrenz zu Festgeldern zu sehen, die deutlich mehr Zinsen versprechen, aber auch riskanter sind, da die Bank, bei der man die Festgelder anlegt Konkurs anmelden könnte.
Ich teile die “Analyse” des zitierten Kommentators allerdings keinesfalls - es sind wohl kaum anzunehmen, dass die Leute freiwillig 0,1% Zinsen in Kauf nehmen. Es wird sich eher um institutionelle Käufer handeln, die kaufen müssen - z.B. weil die Fondsstruktur dies vorschreibt. Wenn Du Dir bei Deiner Bank beispielsweise einen Rentenfonds kaufst, der in Staatsanleihen mit hoher Bonität investiert, muß dieser auch die T-Bills kaufen.
btw.: letzte Woche waren die 13W T-Bills noch bei 0.005% - da sind die 0,1% von heute schon eine wahre Hausse *lol*
Sie kommt - die grosse Trauer und aufschlußreich wirken manchmal die sogenannten Fotostrecken. Sagen sie doch manchmal mehr als viele Worte.
Ein Beispiel mit einem Link der hoffentlich klappt.
Einmal Unternehmenserwartungen. Hier ist spannend, das die Unternehmen in D einen ückgang der Exporte um 2.8% erwarten dafür aber die Beschäftigung um 15.9% !!! abnimmt.
spiegel.de...
Das andere Bild (oder besser, die andere Grafik) befaßt sich mit der Erwartung zum Binnenmarkt. Es ist Bild 7 und das fehlt. Keine Überraschung - oder? ;-)
Hey,
sie wollen das Schuldenproblem lösen indem sie noch mehr Schulden machen- was ist denn das für ne Logik?
Bloomberg geht jetzt übrigens davon aus, dass die Gesamtschuldenlast, die der US Bürger tragen könnte (worst case scenario), auf diesen Betrag anwachsen kann:
ftd.de/pol...
Gruss
Gruss
Taleb und der Bürgerkrieg
pbs.org/ne...
Geforderte Stimulus-Größe steigt weiter.
Das mit den Treasury-Bills sehen alle, die ich lese, anders als Du, z.B. Krugman.
Flassbeck fordert in der ftd ein Konjunkturprogramm:
Ich melde mich übrigens nicht aus Rechthaberei hier wieder zu Wort, sondern weil ich Dein Blog sehr schätze. Im Augenblick vergeudet Deutschland wertvolle Zeit mit albernsten Debatten über die Rezession. Dabei müsste diskutiert werden, dass wir früher oder später ein Konjunkturprogramm brauchen, mit welchen politischen Zielsetzungen das angegangen wird (denn neutral ist es nie) und vor allem, wie man europäisch eine Perspektive aufbauen kann, denn wenn man letzteres nicht tut, wird uns das nicht nur um Jahre zurückwern.
Deutschlands Eliten setzen auf Kapitalkonzentration und kündigen den sozialen Frieden mit Gewalt gegen Alle auf
Wenn selbst die FTD ihre Kommentatoren laut rufen lässt, scheinen die klügeren Eliten den kommenden Zuständen überhaupt nicht zu trauen. Die großen Parteien leben seit Jahren in einer Parallelgesellschaft, völlig abgekoppelt von der Wirklichkeit und werden erst dann aufwachen, wenn man deren Vertreter öffentlich feddert und in die Wirklichkeit mit deren gesäter Gewalt zerrt.
Es scheint so zu sein, dass die verschiedenen Kapitalgruppen in Deutschland miteinander im Konzentrationskrieg des Kapitals liegen und dabei selbst die wirklichen Mittelständler eiskalt über die Klinge springen lassen, um im folgenden Raubkaufskrieg in Europa so die Nase vor haben zukönnen. Sie bilden sich wirklich ein, sie könnten die Armut, die flächendeckend in Deutschland überall existiert, noch beherrschen. Wenn Berlin Mitte und der hässliche Regierungsbezirk drum herum erst überrannt worden sind, erinnern sich diese Gestalten vielleicht an die filmischen Szenen aus “Gangs of New York” und deren kapitalistische gewaltsame Wirklichkeit, die dann für sie Wirklichkeit wird.
Sehr guter Kommentar von Thomas Fricke, der darüber verwundert ist, dass man das man das bestehene konstante Kapital so vor die Hunde gehen lässt, und dem kleiner werdenden Zeitfenster völlig mißtraut.
ftd.de/mei...
es ist ein Verteilungsproblem
“Umso mehr deutet darauf hin, dass die eigentliche Brisanz der vergangenen Jahre darin lag, dass Finanz- und Realwelt auseinanderdrifteten – ebenso wie die Einkommen. Die Einkommenszuwächse, die auf Immobiliengeschäften basierten, seien stark auf das obere Ende der Einkommensskala konzentriert, sagt der künftige US-Präsidentenberater Larry Summers. Die Gewinne der Unternehmen haben sich seit 2000 in den USA verdreifacht. Die Gehaltssumme stieg hingegen nur um 40 Prozent (siehe Grafik). Und: Die Finanzbranche schöpfte in ihrer Hochzeit absurde 40 Prozent aller Gewinne in der US-Wirtschaft ab.
Nur so lässt sich erklären, dass die Finanzwelt einen Preisschub (der Vermögenswerte) erlebte, während es – mangels Geld – im Rest der Wirtschaft nicht den Hauch von Inflation gab. Es geht um ein Verteilungs- und nicht um ein Zinsproblem.
Das beantwortet auch die Frage, warum ein und dieselben Zinsen zur Finanzmarktblase offenbar beigetragen haben – für die Realwirtschaft aber gar nicht zu hoch waren. Im Gegenteil. Die Ursache für die aktuelle Krise liegt dann nicht darin, dass es eine Geldschwemme gab – sondern darin, dass nur relativ wenige im Geld geschwommen sind. Und dass irgendwann die solide und breit angelegte Einkommensbasis für steigende Nachfrage fehlte.”
ftd.de/wir...
Aber warum sind ‘Finanz- und Realwelt auseinandergedriftet’? Falsche Politik, Einflußnahmen, Lobbyismus, Korruption? Gewiss auch, es erklärt aber nicht, warum seit den 70ern diese ‘falsche Politik’ weltweit Fuß fassen konnte. Damals waren die Profitraten kontinuierlich gefallen, Investitionen blieben mangels ausreichender Gewinnerwartungen aus, es begann eine Flucht in Finanzwerte und Verschuldung - und in die vermehrte Ausbeutung der Arbeitnehmer, durch zurückbleibende Löhne, Arbeitszeitverlängerungen, Arbeitsverdichtung und last not least Sozialkürzungen. Damit entzog sich der Kapitalismus aber mit der Nachfrage auch die eigene Grundlage.
Woraus nährt sich nun aber die (stillschweigende) Hoffnung, durch eine ‘Umkehrung’ dieser Entwicklungen käme man nicht wieder gerade in die Klemme zurück, aus der man mit dieser Politik ja (vergeblich) zu entfliehen suchte? Die entscheidenden Faktoren dieser Klemme - Marktsättigung und mangelnde Expansionsmöglichkeiten bei anhaltender Produktivitätssteigerung - sind ja seitdem nicht verschwunden, ganz im Gegenteil.
zu einem Kritiker der ‘orthodoxen Ökonomie’
Buchrezension von Richard Werners ‘Neue Ökonomie’
“Es mag angehen, wenn Theorie und Wirklichkeit über ein oder zwei Jahre auseinanderklaffen; demgegenüber kann mehr als eine Dekade eklatanter Leistungsschwäche trotz mustergültiger Stimulationsmaßnahmen nur als ein Zeichen dafür gewertet werden, dass die Denkweise des „mainstream“ mit schwerwiegenden Fehlern behaftet ist (…)
Die plötzliche Erholung der Wirtschaft im Jahre 2004 war eine weitere Überraschung für die Ökonomen, und nur wenige sind sich über die Ursachen einig. Bis dato spricht nichts dafür, dass irgendeine Theorie aus dem Umfeld der traditionellen Ökonomie diese Wendung erklären kann oder gar in der Lage war, diese rechtzeitig vorherzusagen (…) Die orthodoxe Ökonomie hat sich diesen Herausforderungen nicht gestellt, d.h. sie nimmt sie schlechterdings nicht zur Kenntnis. Sieht man von einer kleinen Gruppe von Wirtschaftswissenschaftlern ab, zu denen Joseph Stiglitz und dessen Mitarbeiter gehören, wurden kaum ernsthafte Versuche unternommen, Erklärungen zu finden, warum die zum Standard gewordenen Theorien versagen, warum sie die Ereignisse in Japan nicht zu erklären vermögen oder warum sie nicht in der Lage sind, wirksame wirtschaftspolitische Lösungen anzubieten.”
nachdenkse...
für Greenspan reguliert sich der Markt immer noch selbst
“Alan Greenspan, writing in the current issue of the Economist, argues that in the future banks will need more of a capital cushion than they needed before the crisis because holders of bank liabilities will require them to hold more capital. “Today, fearful investors clearly require a far larger capital cushion to lend” to financial intermediaries. In other words, there’s no need for additional regulations requiring banks to have more capital. The financial market will take care of itself. Greenspan has learned nothing at all.”
robertreic...
es geht weniger um ein kognitives Problem, da es handfeste Interessen sind, die Greenspan und seinesgleichen so denken lassen, die selben Interessen, welche zB die Altersvorsorge der Entwicklung an den Kapitalmärkten überlassen haben mit dem Ergebnis, dass sie immer mehr Menschen genommen wird
“Unless things change fast, human history will show that the phenomenon of “retirement” was limited to one generation. After World War II, when European and Japanese economies stood in tatters, American capitalism could fulfill “the American dream,” since there was little foreign competition to speak of. For the first time ever, workers were promised that — after working thirty or so years — they would be able to securely retire. That was largely the case … for one generation.
The second generation is having a devastating reality check. 2008 was supposed to be a watershed year for retirement: it was the first year that the baby-boomers turned 62, and the retirement frenzy was to begin (since people could begin to draw on their social security benefits). Early in the year, however, a study was conducted that found one-fourth of these boomers were delaying retirement (only the baby-boomers who were actually able to plan for retirement were studied). The economy has since nosedived, and many more retirements are being delayed. The unfortunate reality is that many who planned on retiring will work until the grave, joining the millions of other baby-boomers who never had such dreams.
The experts are calling this the “perfect storm” for retirement. Everything that could go wrong is in fact going wrong. This storm, however, was not created by supernatural forces, but the coordinated effort of big-business and their puppet politicians.”
alternet.o...
Arun Gupta meint, dass Obamas ’stimulus plan’ aus folgenden Gründen scheitern wird
“And like the New Deal, Obama’s stimulus plan will almost certainly fail to pull the economy out of a historic free-fall. For one, the plan is inadequate. Two, it will be drafted and overseen by Obama’s economic “dream team,” who are committed to the failed ideology that got us into this mess. Three, there’s the matter of the still-festering financial crisis. And four, there has been no national debate over economic priorities such as who controls the economy, how production should be structured and what should be produced.”
indypenden...
siehe auch diese Kritik an Obamas Entscheidung die Steuersenkungen der Bush Regierung für die Reichen doch nicht wie im Wahlkampf versprochen sofort zurückzunehmen sondern 2011 auslaufen zu lassen
motherjone...
@arun gupta
fuck the rules, fuck the economy, if you make a change so make it complete or leave it.
Hi SF
Ich nehme mal “meine” liebe ftd.de Site als Hintergund für eine Frage zum Thema “Was meint der VWLer”?
Wie kann der Steuerzahler, der ja ohnehin schon mit Bürgschaften weltweit die Folgen des Deasasters in der Finanzwirtschaft “belastet” ist mit Steuer finanzierten Konjunkturprogrammen die Stütze der Realwirtschaft bilden und zeitgleich die Staaten die Steuern senken? Zeitgleich fallen die Notenbanken und letztlich auch die Privatbanken über billiges Geld wegen (fast) Null Zinsen aus als Sponsor der Realwirtschaft für an sich schon nicht mehr Kredit finanziertes (Zinsen fallen ja fast weg) Wachstum.
Wo ist da (noch) ein funktionierender Kreislauf zu entdecken?
Quasi zur Kenntnisnahme. UK auf den Spuren Island.