Der Fall Derakhshan
21. November 2008 von Spiegelfechter - Drucken
Laut iranischen Medienberichten wurde der bekannte Blogger und Journalist Hossein Derakhshan, der die letzten acht Jahre in Kanada und Großbritannien verbrachte, bei einem Aufenthalt in Teheran verhaftet. Derakhshan war in den letzten beiden Jahren zweimal auf humanitärer Mission in Israel – darauf stehen in Iran bis zu zwei Jahre Haft. Seit einem Monat fehlt von ihm jede Spur, nun soll er gegenüber den iranischen Behörden gestanden haben, für den Staat Israel spioniert zu haben, worauf in Iran die Todesstrafe steht. Dies ist im mehrfachen Sinne pikant, da Derakhshan eher als Verteidiger Ahmadinedschads Politik gilt, der sich mehrfach mit prowestlichen und proisraelischen Exilanten überworfen hatte. Beobachter befürchten, dass er durch seine offene Kritik an beiden Seiten sich zwischen zwei Stühle gesetzt hat und nun von der iranischen Propaganda für ihre Zwecke eingespannt wird.
Derakhshan, der unter dem Namen „Hoder“ einer der bekanntesten iranischen Blogger ist, erscheint vielen Beobachtern als janusköpfige Gestalt. Der Mann, der den Iranern das Bloggen beibrachte, galt dem Westen nach seiner unfreiwilligen Emigration nach Kanada im Jahre 2000 als Leuchtfeuer der freien Meinungsäußerung in einem repressiven System. Derakhshan war allerdings nie ein Vertreter der amerikanischen Idee eines Regime-Change in Iran. Als der Westen vor zwei Jahren im Rahmen des Atomstreits gegenüber Iran einen immer härter werdenden Kurs vertrat, der durchaus zu einem Krieg führen könnte, nahm Derakhshan eine klare antiwestliche und proiranische Position ein. In einem Interview mit TELEPOLIS nannte er die Gründe für diese vermeintliche Kehrtwende. Derakhshan ist als bekennender Atheist kein Anhänger des klerikalen Establishments, wohl aber ein Sympathisant des postkolonialen Ansatzes der islamischen Revolution und des Präsidenten Ahmadinedschad.
Derakhshan machte nie einen Hehl daraus, dass er gerne wieder nach Iran zurückkehren würde. Umso unverständlicher erscheinen in diesem Zusammenhang seine beiden Besuche in Israel, die er als humanitäre Mission beschreibt. Derakhshan wollte den Israelis zeigen, dass die meisten Iraner abseits jeglicher Propaganda von beiden Seiten keine antisemitischen Reaktionäre sind und seinen iranischen Lesern wollte er die normalen Menschen und das normale Leben in Israel abseits der gelenkten Meinung näher bringen. Obwohl er mit seinem kanadischen Pass einreiste, musste er als Iraner mit doppelter Staatsbürgerschaft bei einer Einreise nach Iran mit einer Strafe von bis zu zwei Jahren rechnen.
Derakhshan war sich bei seiner Rückkehr nach Iran zwar klar, dass er nicht mit einem blauen Auge davonkommen würde. Er spekulierte aber auf einen niedrigeren Strafrahmen von drei Monaten, den er absitzen wollte, um wieder in seiner Heimat leben zu können. Wenn die Meldungen der regierungsnahen „Jahan News“ der Realität entsprechen sollten, hat er sich da grob verschätzt. Laut regierungsnahen Quellen soll er mittlerweile gestanden haben, für Israel spioniert zu haben. Dieser Vorwurf wird von Freunden wie Feinden Derakhshans als absurd angesehen. Seine Feinde, die sich vor allem aus prowestlichen iranischen Exilanten rekrutieren, halten Derakhshan wahlweise für einen Agenten Teherans oder für einen talentierten Selbstdarsteller, der von den Mullahs bezahlt wird. Seine Verhaftung wird von dieser Seite bezweifelt – einige Kritiker behaupten gar, er sitze momentan bei seinen Freunden in Frankreich und mache sich einen Spaß aus den Reaktionen über seine vermeintliche Verhaftung. Derlei Schlammschlachten der „Expats“ sind allerdings nichts Neues – in den letzten beiden Jahren war Derakhshan häufiger Opfer von teils abstrusen Kampagnen der iranischen Exilgemeinde.
Die Meldung über Derakhshans Verhaftung werden von offizieller Seite weder bestätigt noch dementiert. Die kanadische Botschaft in Teheran erhielt auf eine Anfrage keine näheren Informationen. Der Vertreter Irans bei der UN dementierte gegenüber NPR ebenfalls. Dies ist allerdings „normal“ für Irans Informationspolitik und keinesfalls ein Grund, die Meldung von „Jahan News“ als falsch anzusehen. Jahan ist allerdings keine seriöse Quelle. Von einigen Beobachtern werden sie als glaubwürdig, von andern als unglaubwürdig eingeschätzt – einig sind sich alle Beobachter lediglich in dem Punkt, dass Jahan der Regierung sehr nahe steht.
Dass Derakhshan im Oktober in Iran angekommen ist, erscheint zumindest gesichert zu sein. Er hatte am 12. Oktober in seinem iranischen Blog angekündigt, nach Teheran zu reisen. Dafür hatte er sich extra den speziellen Blog HoderInIran.com gegründet, auf dem er bis zum 1. November aktiv war. In den letzten Beiträgen schrieb er enthusiastisch über Teheran und überlegte sich, dort eine Wohnung zu nehmen. In seinem englischsprachigen wie seinem iranischen Blog ist seitdem ebenfalls kein Lebenszeichen von ihm zu vernehmen. Auf Twitter hatte er sich zuletzt vor 27 Tagen gemeldet – er hänge hier in Teheran rum und sei frustriert über die langsame Internetverbindung, liebe es aber wieder in Teheran zu wohnen.
Warum wurde Derakhshan nicht bei der Einreise, sondern einige Tage später in Teheran verhaftet? Auch wenn prowestliche Exiliraner Derakhshan für einen systemtreuen Büttel halten, so ist er zwar ein Sympathisant Ahmadinedschads, aber dennoch ein Kritiker des theokratischen Systems. Er hat sich mit seinen Artikeln sehr viele Feinde im iranischen Establishment gemacht, zuletzt äußerte er beispielsweise harsche Kritik an Ajatollah Rafsandschānī, der im Westen als pragmatischer Reformer, in Iran allerdings als umtriebiger Taktiker gilt und nebenbei einer der reichsten Männer Irans sein soll. Derakhshan hatte nicht nur im prowestlichen Exilantenlager Feinde, sondern auch innerhalb des iranischen Establishments.
Das erste „offizielle“ Statement über das Schicksal Derakhshans könnte ein ominöser Artikel der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA sein. Dort berichtet ein „Hossein D.” über Freunde in reformistischen Zeitungen, die ihn überredet hätten, ins Exil zu gehen und dort für Geld Artikel zu schreiben, die die obersten religiösen Führer beleidigen und die Menschenrechtslage in Iran negativ beleuchten sollten. In diesem ans iranische Publikum gerichteten Bericht erzählt „Hossein D.“ über die iranische Exilantenszene im Westen – die Exilanten würden mit großen Versprechungen angelockt und dann von ihren Förderern fallen gelassen und müssten daraufhin ihr Geld als Kellner oder Taxifahrer verdienen, woraufhin viele tablettenabhängig würden und Selbstmordversuche unternommen hätten. Dies und die materielle Not würden sie von prowestlichen Interessengruppen abhängig machen, die sie dazu brächten, Schmähartikel für kleinere Summen zu verfassen.
Dem Guardian liegt eine eMail vor, die nahelegt, dass diese Zitate wohl aus dem “Geständnis” Derakhshans stammen und nur der Auftakt eines Propagandafeldzugs seien, der sich gegen die iranische Exilgemeinde richtet und für den Derakhshan instrumentalisiert werden soll. Mit dem Damoklesschwert „Todesstrafe“ über dem Kopf wird Derakhshan sich kaum weigern können, alles zu gestehen und zu schreiben, was man von ihm will. Die Frage ist, was Teheran mit Derakhshan machen wird, wenn er seine Aufgabe erfüllt hat. Es ist möglich, dass man ihn in einigen Monaten freilassen wird, es ist aber auch möglich, dass man ihn letztendlich zum Galgen führt, da der Mann, der beste Kontakte im Netz hat, eine zu große Gefahr für gewisse Kreise in Teheran darstellt.
Tragisch ist in diesem Zusammenhang das Schweigen der westlichen Medien. Außer dem Guardian, für den Derakhshan gelegentlich schrieb und einigen britischen, kanadischen und israelischen Zeitungen ist der Fall Derakhshan in den westlichen Medien nicht präsent. Auch online findet der Fall Derakhshan entweder nicht statt, oder er wird mit einem sarkastischen, fast schadenfrohen Unterton unterlegt – dass hat er nun davon, erst die Mullahs loben und den Westen kritisieren, um nun von den Mullahs eingesperrt zu werden.
Voltaire wird das Zitat „Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst“ zugeschrieben – so viel Toleranz scheint in den Kreisen der um Meinungs- und Pressefreiheit kämpfenden Aktivistenszene nicht vorhanden zu sein. In deren „Leitmedium“ GlobalVoices wird zwar kurz über Derakhshans Verhaftung berichtet, in den Kommentaren wird er jedoch bereits von seinen Gegnern mit Schmutz beworfen. Derakhshan sitzt zwischen den Stühlen – gehasst von den Einen, verhaftet von den Anderen, was für eine menschliche Tragödie. Wäre es nicht Derakhshan, sondern ein stromlinienförmiger prowestlicher Blogger, der in Teheran verhaftet worden wäre – das Netz wäre voll mit Solidaritätsbuttons und virtuellen Unterschriftenlisten, die sich für eine Freilassung stark machen. Menschenrechte sind allerdings unteilbar. Es ist vollkommen egal, ob man Derakhshan mag oder nicht, ob man seine Meinung teilt, respektiert oder ablehnt – er ist ein Mensch wie jeder andere. Ein Mensch, der vielleicht gerade eben gefoltert wird und dem die Todesstrafe für etwas droht, das nach dem Common Sense kein Verbrechen sein kann. Wie lange wird es dauern, bis die „Menschenrechtler“ über ihre Schatten springen und dies erkennen?
Jens Berger
Bildnachweis: Alle Hossein Derkhashan
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Posted in Iran |




















































































Jens,
Du hast möglicherweise eine persönliche Bindung zu dem Mann, deshalb ist Deine persönliche Note völlig ok. Bedenke vielleicht dennoch, dass just in dieser Sekunde einige Menschen wegen ihrer Überzeugungen drangsaliert und gefoltert werden und sich auch kaum ein “Menschenrechtler” öffentlich zum Fenster begibt und dieses alltägliche Verbrechen brandtmarkt.
@misterL
Das Eine macht das Andere aber keinen Deut besser - und es sind ja nicht nur die Menschenrechtler. Die Politik und die Medien nehmen sich da nichts, aber anders als die Menschenrechtler erheben sie auch nicht den Anspruch.
Es gab doch bereits Fälle, wo Blogger über ihre ungerechtfertigte Kündigung oder Abmahnung berichteten, und dann von der sog. Netzgemeinde große Unterstützung und Solidarität erfuhren, bis die Dinge dann sogar in Printmedien auftauchten und scheinbar mächtige Gegner gezwungen waren, zumindest Stellung zu nehmen, oft auch zu kapitulieren. Es wäre schön, wenn sowas auch international ginge, wie hier beispielhaft versucht, ohne eine prowestliche o.ä. Suppe darauf zu kochen. Apropos: Hatte Ahmadenijad (?) nicht auch einen Blog? Ich meine, ich hätte sowas gelesen. Falls es da Kommentare gibt, könnte ihn dann einfach fragen, was das denn eigentlich soll, und ob er sich nicht vielleicht mal daür einsetzen möchte, dass sein Kollege da mal wieder freigelassen wird. Leider handelt es sich bei dem Blog aber wohl eher um einen PR-Gag.
@postgrün
Klar, da war die Sache auch einfach. “Wir”, die Guten(TM) gegen “Die”, die Bösen(TM). Wenn aber die Trennung zwischen gut und böse verschwindet und es letztendlich nur noch um die Sache an sich geht, ebbt die Begeisterung der Netzgemeinde schnell ab - mach Dir da mal keine falschen Vorstellungen.
Das wäre idT schön - aber so etwas kann ich mir schwerlich vorstellen. Hoder hat sogar in einem seiner letzten Beiträge geschrieben, dass er es im Falle einer Verhaftung nicht will, dass daraus eine mediale Kampagne gemacht wird, weil er wußt, dass dies Kampagne gegen seine eigenen Intensionen instrumentalisiert werden würde.
Jo, Bush und Merkel haben doch auch so etwas … oder nicht?!? Wurscht, wenn ich mit den PR-Referenten dieser Leute sprechen will, kann ich sie auch anrufen ;-)
Das würde ich jetzt nicht so sagen - zuerst von diesem Fall gelesen habe ich bei Jörg Lau, der sich hinter Hoder stellt, und dann bei Ethan Zuckerman, der zweifelt, und der Netzpolitik.
Bei den meisten Artikeln, die ich gelesen habe, überwiegt die Solidarität (die Kommentare sind zugegebenermaßen was anderes), aber viele sind sich einfach nicht sicher, was nun wirklich passiert ist - da ist es schwer, die Leute zu mobilisieren. Ich denke, wäre die Verhaftung offiziell bestätigt, sähe es ein bisschen anders aus.
Eine weitere Möglichkeit, die aber wohl keinem der “Freunde” in den Sinn kommt wäre, dass das “Geständnis” unter Folter entstanden ist. Wenn man Amnesty trauen darf, dann ist Folter im Iran ja durchaus noch üblich.
@Sonja
Klar, ein paar Blogger haben sich der Sache schon angenommen - aber neben Zuckerman habe ich bei den meisten anderen auch eher Skepsis und Ablehnung gesehen.
Ich schätze diese Zurückhaltung ist allerdings in der Person und nicht in den Umständen begründet. Wenn in China ein Sack Reis umfällt, ist die Netzgemeinde weniger an Fakten interessiert, wie wir in diesem Frühjahr beobachten durften - aber das ist ein anderes Thema, das aber in die gleiche Kerbe schlägt.
Ich persönlich kenne Hr. Derakhshan nicht aber Zensur ist immer Sc…e, kann mich noch gut erinnern wie die Iranische Polizei mich 8 std. festhielt wegen ein paar schwarz gewechselten Rial die sind da gnadenlos, und auch nicht viel anders als das CIA meine Freunde zogen weiter obwohl die das nie ohne mich täten ich wagte mich nicht mit dem Zorn der Söldner anzulegen.
Erst einmal Danke für diesen Artikel. Zurecht wird beklagt dass Derakhshans Verhaftung in den Netzmedien kaum Erwähnung findet. Nicht auf Heise und auch nicht auf Telepolis findet man dazu einen Artikel, wobei gerade diese Sites, als Avantgarde der Netzkultur, auf diesen Fall aufmerksam machen sollten.
Als zweites habe ich eine Kritik an einigen Formulierungen innerhalb dieses Artikels:
Solche Formulierungen wie:
“Verteidiger Ahmadinedschads Politik”, “ist er zwar ein Sympathisant Ahmadinedschads”, können die Leser die kaum mit der Arbeit Derakhshans vertraut sind, eine falsche Vorstellung vermitteln.
Es bleibt festzuhalten Dass Derakhshans einige Teile der aussenpolitischen Bemühungen Ahmadinejads zwar verteidigt, er aber insgesamt in Opposition zu diesem steht.
Bauchschmerzen verursacht auch die Formulierung “nahm Derakhshan eine klare antiwestliche und proiranische Position ein”. Seine Differenzierte Kritik, sowohl am Westen als auch an der jetzigen Regierung Irans, wird diese Formulierung leider nicht gerecht.
Natürlich gibt es die Gefahr dass die Verhaftung von Derakhshans als Politikum missbraucht wird, aber ich halte es für unermäßlich wichtig dass die Netizens und wichtige Netzmedien, wie auch Spiegelfechter, sich der Sache annehmen.
Aber nur darüber zu schreiben ist mitunter zu wenig. Wichtig wären Demonstrationen vor den iranischen Botschaften und Konsulaten in Deutschland und idealerweise europaweit.
Wir aktiven Bloger haben es uns leider zu gemütlich gemacht, hinter unseren PCs.
Es ist zwar wichtig zu informieren und aufzuklären, aber genauso ist es auch wichtig öffentlich für Derakhshan Aufzutreten und zu demonstrieren.
Derakhshan als prominente Figur der Netzkultur, der einer dessen größter Fürsprecher war/ist, hat es verdient von der Netzgemeinde entsprechend unterstützt zu werden.
Daher fordere ich aktive Solidarität für den Netzbürger Derakhshan.
Die meisten machen es sich zu einfach. Haben kaum Infos über die politischen und kulturellen Strukturen im Iran. Ich habe viele Jahre dort gelebt und bin alles andere als ein Freund des Landes. Aber die Vorwürfe hier sind meist pupulistisch und aus der Luft gegriffen.
Man beachte doch auch die Gesetzte hier:
Es ist strafbar den Holocaust zu leugnen. Als außenstehender würde ich es auch für schwachsinnig und undemokratisch halten.
Sollte ein Iraner hören, dass hier über den Verbot von einer Partei (NPD), die auch nicht wenige Anhänger hat, diskutiert wird würde er sich auch fragen wie sich so ein Land demokratisch nennen kann. In einer Demokratie werden keine Parteien verboten.
Besonders im Bezug mit der NS gibt es sehr viele Beispiele.
Solche Dinge kann man doch nur nachvollziehen, wenn man die Geschichte und politische Strukturen besser kennt.
Freiheit hat auch Grenzen. Hier darf ich auch nicht die Abschaffung der Verfassung fordern. Und genauso ist es auch Im Iran. Aber das Land gehört ja zur Achse des Bösen. Da muss einfach alles Böse sein, was die tun.
Ich will nur damit sagen, dass sich die ganzen möchtegern Moralprediger und Menschenrechtversteher besser ein Paar Hintergrundinfos verschaffen sollten, bevor sie einfach mal Parolen durch die Gegend streuen und alles verurteilen.
Das Regime dort hat bei weitem mehr Anhänger als die Medien es hier darstellen.
Genauso ist es mit der Meinungs- und Pressefreiheit.
Am meisten gefällt mir der Vergleich von Iran mir Irak (zu Saddams Zeiten).
Wer den Iran besser kennen würde, würde wissen dass Deutschland und Namibia viel mehr Gemeinsamkeiten als der Iran und Irak.
In diesem Sinne… BILD dir deine EIGENE Meinung :)
Ich muss gestehen, als ich den Artikel zuerst durchlas dachte ich “who the hell is Hossein Derakhshan?”. Leider habe ich viel zu wenig Zeit, um mich in dem Maße mit Politik zu beschäftigen, wie es für eine möglichst differenzierte Meinungsbildung nötig wäre. Dieser Fall zeigt aber auch wunderbar, wie schwierig diese differenzierte Meinungsbildung ist. Allen Lesern, die wie ich, die politische Bloggerszene nicht so gut kennen, sei der im Artikel verlinkte ältere Telepolis-Artikel von J. Berger über Hossein Derakhshan empfohlen. Nachdem ich diesen Artikel gelesen habe, wurde mir die Bedeutung des Falles klar und ich muss Jens dafür danken, dass er den “Kegel seiner Taschenlampe” auf diesen Fall richtet. Denn die einen sind im Dunkeln und die anderen sind im Licht. Und die einen, die sieht man und die anderen sieht man nicht! (Brecht). Man sollte nicht vergessen, dass es einflussreiche Kreise im Westen gibt, die sich einen Krieg gegen den Iran wünschen, dieser würde natürlich auch uns in Deutschland betreffen. Derakhshan wünsche ich jedenfalls alles Gute, als aufrechter Verkünder einer eigenen Meinung hat er sich viele mächtige Feinde gemacht, hoffentlich hat er auch einflussreiche Freunde, die ihn jetzt nicht fallen lassen. Man könnte ja mal Mahmoud fragen, wo Hossein gerade steckt. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Nachtrag: Das Blog von Ahmandinejad (http://www.ahmadinejad.ir/) wird seit fast einem Jahr nicht mehr aktualisiert. Auch die Kommentare sind seit mindestens 2 Monaten, da las ich sie zum ersten Mal, unverändert. Ein PR-Gag?!
“tragisch ist in diesem Zusammenhang das Schweigen der westlichen Medien”
Zitat Spiegelfechter
In Deutschland ist Herr Derakhshan weitgehend unbekannt. Immerhin wird aber in bedeutenden englischsprachigen Medien (durchaus differenziert) über ihn berichtet, z.B. in der TIMES.
timesonlin...
Vermutlich gibt es Tausende von zu Unrecht Verhafteten im Iran, von denen wir, im Gegensatz zu der Verhaftung Derakhshans, nie erfahren werden.
Das Interesse an Menschenrechtsfragen in der Öffentlichkeit verteilt sich eben ungleich. Wahrscheinlich wird über die Menschenrechtsituation in Guantanamo in deutschen Medien hundertmal öfter berichtet wie über die bedrohliche Situation der Bahai, Aserbaidschaner , Kurden oder religiöser Minderheiten im Iran.
Augenausstechen ist dort tatsächlich noch eine von einem Gericht verhängte Strafe, in Gefängnissen wird laut Amnesty International “routinemäßig” gefoltert.
Quelle:
amnesty.de...
@Freigeist666
Auf TP wird - nach meinen Infos - heute noch ein Artikel zu diesem Thema erscheinen.
Du hast recht - ich hätte gesondert auf den Hintergrundartikel über Hoder hinweisen sollen. In diesem Artikel wollte ich mich auf die Verhaftung und die Dinge, die im Umfeld der Verhaftung stehen konzentrieren, da konnte ich nicht soooo weit ausholen ;-)
Das stand er früher - in letzter Zeit würde ich im eher eine “kritische Distanz” attestieren, aber keine Opposition.
OK, da magst Du recht haben - Feinheiten gehen in diesem Kurzabriss verloren.
Das ist zwar richtig, aber sind wir Blogger nicht damit überfordert? Unsere Aufgabe ist es, zu berichten und aufzuwecken. Damit nehmen wir im politischen Raum zumindest schon mal eine Aufgabe war - wenn wir gleichzeitig Aktivisten sein wollen, geht das Bloggen unter und andere Themen finden kein Gehör mehr. Man kann seien Zeit nur zu 100% nutzen, 200% sind leider nicht möglich.
Das sehe ich ganz genau so und ich hoffe mit dem kleinen Artikel zumindest meinen kleinen Teil dazu beigetragen zu haben.
@Hohenstaufen
Das hoffe ich doch stark. In Guantanamo geht es schließlich um “unsere” Werte und “unser” Verhältnis zu den Menschenrechten. Bevor die sogenannte westliche Wertegemeinschaft nicht im eigenen Haus kehrt, sollte sie auch nicht mit vorwurfsvollen Blicken das Haus des Nachbarn taxieren.
Man kann und muß die Menschenrechtslage in Iran kritisieren, interessanter ist, was man politisch daraus macht. Wir sind uns wohl alle einig, dass sich in Iran einiges ändern sollte, die Frage, wie “wir” dazu beitragen können, ist allerdings nicht so einfach zu beantworten. Kooperation oder Konfrontation - Derakhshan hat sich für ersteres entschieden, ich ebenfalls, die meisten Medien und meisten Politiker sehen das allerdings genau anders herum,
@Jens #4
meintest Du “Intensionen” = Begriffsinhalte (macht nich soviel Sinn, oder versteh’ ich falsch?) oder
meintest Du “Intentionen” = Absichten, Motivation, Beweggründe?
Grüße
Vogel
PS.: Scheißfremdwörter, da leg’ ich mir auch schon ‘mal ‘n Ei :-)
“Das hoffe ich doch stark. In Guantanamo geht es schließlich um “unsere” Werte und “unser” Verhältnis zu den Menschenrechten. Bevor die sogenannte westliche Wertegemeinschaft nicht im eigenen Haus kehrt, sollte sie auch nicht mit vorwurfsvollen Blicken das Haus des Nachbarn taxieren.” Zitat Spiegelfechter
Im eigenen Haus kehren ? Jeder mag für sich selbst definieren, was “sein Haus” ist.
Ist es nur Deutschland? Westeuropa? Osteuropa? Oder vielleicht doch die ganze Welt ? Was gibt mir dann das Recht, die USA zu kritisieren ? Darf ich Rumsfeld kritisieren, Ahmadineschad nicht ? Darf man nur den “Westen” kritisieren ? Und wo hört der auf ? Gehört Israel dazu und die Türkei, was ist mit Russland, Japan und Korea ?
Sollte Amnesty International (eine “westliche Gründung” ) nur “den Westen” kritisieren?
Den Vorwurf “erst einmal vor der eigenen Haustüre kehren” kann man zwanglos jedem Ausländer machen. Besonders undemokratische Regimes reagieren auf Kritik (nicht nur aus dem Ausland) heftig , Zufall ?
Allerdings ist es für manche Inhaftierte, z.B. im Iran, die ohne Anklage in irgendeinem Kerker sitzen die letzte Hoffnung, daß eben nicht nur “vor der eigenen Türe gekehrt wird”, sondern sich eine Organisation, ein Politiker aus dem Ausland für ihn einsetzt, sei es still oder öffentlich.
Die UN bekennt sich zur Universalität der Menschenrechte.
Trotzdem ist in Mode gekommen, die Menschenrechte zu relativieren, ihre universale Geltung zu bestreiten oder auch dem, der Menschenrechte anführt “Instrumentalisierung” vorzuwerfen.
Wieso sollten Menschenrechtsverletzer, die nicht aus Deutschland (oder Europa, oder “dem Westen”) kommen, einen Bonus bekommen ?
wer meint, den mullahs in den hintern zu kriechen, um seinen eigenen zu retten, der irrte halt gewaltig.
im übrigen ist “spionage für israel” als urteil genauso rechtskräftig wie die urteile der nazi volksgerichtshöfe, wenn man bedenkt, dass die justiz im iran 100% regimegesteuert und nicht unabhängig ist.
in der regel heisst “spionage für israel” regimekritik und freiheitsdrang.
Die Menschenrechtskrieger sind wieder im eigenen Interesse unterwegs, und von den 10 Millionen die täglich krepieren wollten diese bewegten Menschenrechtsimperialisten natürlich nichts wissen und zeigen lieber mit ihren Bombenfingern auf andere, und rotten sie dann mit Lügen aus.
Bei 10 Millionen Armen in Deutschland und hat man sich mit der sozialen Lage seiner Bürger zu beschäftigen, dazu mit der eigenen Geopolitik, deren Geschichte und Auswirkungen, bevor man auf andere Staaten zeigt. Widerlich diese bigotten Charaktere.
Die Türkei gebe es ohne die deutsche Waffenlieferungspolitik in dieser Verfasstheit heute gar nicht, gleiches gilt für viele andere Länder des Westen, wo überall deren Interessen hinter den Kulissen winken und die Menschenrechtskrieger vor den Nato Bombern ihre korrupte Politik machen.
Von sozialen Rechten wollen die ganzen Menschenrechtler nämlich überhaupt nichts wissen. Liest man die westlichen Charaktere ,die dort rumturnen, so erkennt man ganz schnell, wessen Geistes Kinder dort auflaufen.
Das schicke Menschenrechtszentrum in Potdam, welches der dortigen Universität angeliedert ist, quillt nur so über von Interventionskriegern, die sich um die sozialen Rechte im eigenen Land und weltweit überhaupt nicht interessieren. Denen geht es um die Rechtfertigung westlicher Interessenpolitik und Interventionspolitik, und im Zweifel finden sind in deren Reihen die alten Kuschelkinder aus den rechten Vertriebenenverbänden, die gleich noch die deutsche Geschichte mitumschreiben wollen.
Was wir seit 20 Jahren politisch auf allen Teilgebieten erleben ist eine sprachlich und inhaltliche Umdeutung des Völkerrechts vom Gewalt- und Kriegsverbot zum Interventions- und Kriegsgebot mit Menschenrechten.
Mittlerweile ist es sogar soweit, dass die deutschen Universitäten direkt und unmittelbar militarisiert für die Bunderwehr und die deutschen Interessen forschen. Krieg ist wieder eine schweigend schicke Lösung.
@Hohenstaufen
Eine gute Frage, die nicht so einfach zu beantworten ist. Als deutscher Staatsbürger ist Deutschland selbstverständlich das eigene Haus - schließlich bin ich der Souverän dieses Landes ;-)
Per Verfassung und internationaler Verträge bin ich auch Teil der EU. Aber das ist natürlich nicht alles. Das “christliche Abendland” ist mehr als ein Verfassungsrahmen, es ist eine Wertegemeinschaft. Je nach Definition können die USA und Russland (inkl. der orthodoxen Staaten Südosteuropas) dazu gehören, oder nicht. Ich neige da eher zu letzterem, da die gemeinsame kulturelle Geschichte hier eher trennt als vereint. Aber darüber ließe sich diskutieren.
Sie sind einer unser engsten Verbündeten, natürlich muß man sie kritisieren.
Ich (als Person) darf beide kritisieren. Wenn ich (als Staat) allerdings den einen sanktioniere und den anderen als besten Verbündeten und Meistbegünstigten subventioniere, dann stimmt irgendetwas nicht.
Als Person und als Staat verliert man die Glaubwürdigkeit, wenn man nur den “Anderen” kritisiert, selbst aber auch mal gerne Fünfe gerade sein lässt.
Zum Westen? Nein, natürlich nicht.
Nein, da die “Menschenrechte” vom Westen sehr gerne instrumentalisiert werden, um eigene Interessen durchzusetzen.
Still oder öffentlich? Das kann man mE nicht so stehen lassen. Öffentliches Tamtam wird sehr oft instrumentalisiert, um von eigenen Defiziten abzulenken, oder eigene Ziele zu verfolgen. Gegen stilles Intervenieren im Hintergrund ist freilich gar nichts einzuwenden.
Und niemanden (außer vier Staaten, die von Amnesty als lupenrein geführt werden) interessiert dies sonderlich.
@mehrdad
Schön zu sehen, dass es hier auch Menschen gibt, die nicht im Stande sind, einen Text zu verstehen und darüber zu reflektieren. Ich hatte schon meinen Glauben an das Dumme im Menschen angezweifelt. Dafür “Danke”.
@Vogel
Erwischt *lol*
“Als Person und als Staat verliert man die Glaubwürdigkeit, wenn man nur den “Anderen” kritisiert, selbst aber auch mal gerne Fünfe gerade sein lässt.” Zitat Spiegelfechter
Selbstverständlich. Aber möglicherweise weist das Regime im Iran ein paar Fehler mehr auf als z.B. die Bundesregierung.
Und wo hört der auf ? Gehört Israel dazu und die Türkei, was ist mit Russland, Japan und Korea ?
“Zum Westen? Nein, natürlich nicht. ” Zitat Spiegelfechter
Geht am Thema vorbei, aber über die Definition des “Westens” kann man lange diskutieren, was nicht mal uninteressant sein muß. Japan kann man im weiteren Sinne durchaus dazu zählen.
Salmon Rushdie soll westliche Werte (gegenüber dem Versuch der Theokratie im Iran) so definiert haben:
“Küssen in der Öffentlichkeit, Schinken-Sandwiches, offener Streit, scharfe Klamotten, Kino, Musik, Gedankenfreiheit, Schönheit, Liebe.”
Tja, da der gute Rushdie aber den wichtiges westlichen Wert vergessen:
Gewalt und Drohung mit Gewalt. Das westliche politische Bündnis ist ein auf Gewalt basierendes Ausbeutungsverhältnis der Trikontstaaten, dessen Trägerflotten und Stützpunkte weltweit politisch und ökonomisch tätig sind, dessen einziges Kriterum die Verkaufbarkeit in allen Kategorien ist. Mit der Gedankenfreiheit hat er sicher auch das MK Ultra Programm und die von Militär finanizierte Unterhaltung in Kunst, Kino und Musik gemeint.
Die verlogenen Floskeln vermeintlich höherer westlicher Werte löst sich bei genau Betrachtung in Luft auf. Während der westliche Spießer ein pornografisches Konsumbild von Männer, Frauen und auch Kinder sein eigen als erstrebenswertes Gut benennt, Titten als Revolution feiert und sich einbildet, alles sei kaufbar und dabei mit dickem Finger auf den Iran zeigt, auf einen Iran, dessen heutige politische Führung ein direktes Produkt westlicher Einmischungspolitik ist.
Solange eine sozialistische Staatengemeinschaft existierte galt der Iran als fabelhaftes Bollwerk gegen die atheistischen Kommunisten. Dessen religöse Verfasstheit, die Unterdrückung von Minderheiten und Frauen, als erstrebenswerte und tolerierte Gesellschaft. Der Iran hatte das Pech zur übrig gebliebenen Zielscheibe zu mutieren, eine Zielschiebe, die über zu viele Rohstoffe selbst verfügt.
Das im übrigen selbst die typisch bürgerlichen Freiheiten in den westlichen Staaten nur noch als Hülsen existieren, braucht man da nicht mehr zu erwähnen.
Wow, toller Text! Vielen Dank für’s reinstellen…
Ganz lieben Gruß
Human N.
Um einzuschätzen was für Leute hinter diesem “Global Voices Advocacy” braucht man sich eigendlich nur die Tag Cloud anzuschauen. Die legt nämlich die Vermutung nahe das “Global” die gleiche Bedeutung wie “World” in “American Football World Cup” hat.
@Hohenstaufen
Dem wird so sein, nur ist mir nicht bekannt, dass sich das iranischen Regime weltweit als Gralshüter in Sachen Menschenrechten aufplustert. Deutschland und “den Westen” zu kritisieren, heißt ja auch nicht, anderen Ländern einen Persilschein auszustellen.
Im wirtschaftlichen Sinne, sicher. Kulturell sieht die Sache aber anders aus, wobei in Zeiten der Globalisierung kulturelle Unterschiede ja bekanntlich langsam an Bedeutung verlieren.
Wenn das die westlichen Werte sind, dann hatte Spengler wohl recht ;-)
@ Jens
Zwei kleine Fehler entdeckt:
Der Link zu “HoderInIran.com” ist falsch gesetzt worden.
Der Letzte Eintrag in seinem Blog ist vom 1. November und nicht 30. Oktober.
11. Aban (persisch) entspricht den 1. November (gregorianisch)
@momen
Danke für Hinweis - ich habe beide Fehler korrigiert.
Hab gerade den Letzten Eintrag in seinem Blog gelesen.
Ganz am Ende schreibt er von einem Besuch in einem Maklerbüro um sich über Wohnungspreise (In “Rey” und nicht Tehran) zu Informieren. Ist sehr erstaunt über die großen Preisunterschiede im Vergleich zu Tehran. Dann schreibt er, dass er jetzt keine Zeit habe und bei der nächsten Gelegenheit mehr dazu schreiben würde.
Hört sich so an als wollte er am nächsten Tag noch mehr darüber berichten…
Oder er ist schon umgezogen und wartet auf sein Internet :)
Hab mal bisschen in iranischen Blogs gestöbert.
Viele werfen ihm vor, dass das ganze geplant wäre und er wolle damit nur wieder auf sich aufmerksam machen.
oder dass die iranische Regierung mit Ihm zusammenarbeite und tue so als hätte sie ihn verhaftet um dann verkünden zu können, dass die Untersuchung ergeben habe er sei doch kein Spion.
Zudem soll die Familie verhindern wollen, dass die Presse von der “Verhaftung” erfährt.
Naja. Etwas verdächtig das Ganze.
@momen
wohl kaum ;-)
Eine sehr riskante Art, um auf sich aufmerksam zu machen … ich schließe das (als Nebenmotiv) nicht aus, aber wenn dem so wäre, ist das wohl derbe in die Hose gegangen.
Und wo wäre da der Vorteil für die iranische Regierung? Immerhin sind sie wieder einmal in den Schlagzeilen als “Feinde der Presse- und Meinungsfreiheit”. Solche “Spekulationen” kommen meist aus dem Expat-Lager, dem ich in diesem Zusammenhang eh nicht glaube.
Was verständlich ist - in solchen Fällen schadet internationale Aufmerksamkeit im Frühstadium nur.
Im Grunde ist es einfach: Diktaturen “ticken” anders als Demokratien. Jemand der die Gelegenheit hatte diesen Unterschied zu erkennen, sollte nüchtern genug bleiben um die Gefahren nicht zu bagatelisieren, die in einer Diktatur mit Regimekritik verbunden sind.
Es gibt zahllose Beispiele für Menschen, die aus dem Exil versuchten, den Kompatrioten zu helfen, indem sie Verhältnisse, Übergriffe, Mißstände der anderen Öffentlichkeit zugänglich machten. Sie alle litten wegen Heimweh, sie alle schmerzte der Gedanke an die Straßen der Kindheit, sie alle hätten viel darum gegeben eine Woche, einen Tag oder wenigstens eine Stunde dort verbringen zu dürfen wo ihr Herz geblieben war.
Gleichwohl mußten sie aber erkennen, dass, unabhängig vom Bekanntheitsgrad in der Wahlheimat, die Ansichten der Machthaber im Geburtsland ganz andere sind.
Sie erkannten, dass sie eine Wahl getroffen hatten indem sie ihren Weg gingen.
Ob nun der Blogger der anscheinend zu wenig Unterstützung erfährt, nicht nüchtern genug war um zu wissen was ihm bei einer Rückkehr blüht oder ob er die Dimensionen seiner Tätigkeit selbstzerstörerisch unterschätzt hat oder ob er der Meinung war ihm könnte aufgrund seines Kanadischen Passes nichts geschehen, es ist einerlei, insofern die hier geäußerte Befürchtungen zutreffend sind.
Eines ist aber sicher: Sollte er tatsächlich verhaftet worden sein, ist jeder Beitrag einer großen Zeitung Gift für ihn, ist jede Solidaritätsbekundung aus dem “dekandenten Westen” kontraproduktiv, schadet ihm jeder Versuch der Einfußnahme zu seinen Gunsten.
Denn je größer die Solidarität wird, desto größer ist die Bekanntheit, desto gewichtiger sein Wort und umso größer die Gefahr die er aus Sicht der iranischen Machthabern darstellte, würde man ihn freilassen.
Und damit ist der Teufelskreis beschrieben: Wir könenn für Disidenten nicht öffentlich eintreten ohne die Gefahr billigend in Kauf zu nehmen, dass wir aus ihnen Helden machen.
Auch das ist eine Tragödie des Menschen mit dem Nick Derakhshan.
Aber keine die er hätte unterschätzen dürfen…
@michael
Danke für den klugen und tiefgründigen Kommentar - ich gebe Dir sogar recht, dass eine mediale Kampagne für Derakhshan im Zweifel eher von Nachteil wäre, da es dann um das “Gesicht” ginge, dass Teheran zu wahren hätte. Als kritischer Seitenhieb gegen die “Aktivisten” sei mir allerdings gestattet zu sagen, dass die meisten von ihnen derlei Umstände noch nie großartig interessiert haben.
Hallo Spiegelfechter,
bravo zu diesem (und Deinem anderen) Artikel über Hossein Derakhshan - wie überhaupt zum Iran. Ich finde, das ist klug, informativ und kommt mir sehr ausgewogen vor.
Was ich zurückbehalte, ist, kein für das Regime versöhnlich erscheinendes Wort für bare Münze zu nehmen, das H. Derakhshan vom Moment seiner Verhaftung an von sich geben sollte - bis er wieder auf freiem Fuss und in Sicherheit ist, wo er dann sagen kann, was er meint. Ich hoffe auch, dass keiner ihm jetzt ans Bein pinkelt, wenn er etwas lesen sollte, was ihm aus dem Mund eines GEFANGENEN einer Diktatur nicht gefällt.
Dass H. Derakhshan so grosse Risiken eingegangen ist und dabei verloren hat, ist für mich kein Grund, an seinem Verstand zu zweifeln, sondern, vor ihm den Hut zu ziehen und seinen Mut zu bewundern. Das Iran-Regime ist nicht Opfer von Provokationen, sondern Täter - und Derakhshan das Opfer. Manche scheinen so etwas zu vergessen, sobald sich eine Gelegenheit dazu ergibt. Offenbar eine tiefverwurzelte deutsche Seuche…
Leider hat Telepolis nicht Deinen Artikel ins Netz gestellt, sondern einen viel zu allgemeinen vorgezogen (der link hierher genügt da nicht).
Bei diesem Telepolis-Artikel missfällt mir (neben dem irgendwie abfälligen Ton) besonders die Passage fast am Ende:
- “Seinen zum Teil sehr eigenwilligen Positionswechseln - er entdeckte immer mehr Sympathien für Ahmadinedschad und distanzierte sich zunehmend deutlicher von westlichen Positionen…” -
Hier tut der Autor dem Gefangenen unrecht und verfälscht seine Ansichten ganz offen. Der 2. link zu Deinem Artikel vom 14.5. (in dem Du die pol. Position Derakhshans mMn viel fairer und zutreffender schilderst) ist da viel zu beiläufig eingestreut
- (Telepolis: “(siehe dazu Wer Regimekritiker ist, bestimmen wir!)” -
Schade, so hat Telepolis für mich an Ansehen verloren.
@Spiegelfechter
“Das ist zwar richtig, aber sind wir Blogger nicht damit überfordert? Unsere Aufgabe ist es, zu berichten und aufzuwecken. Damit nehmen wir im politischen Raum zumindest schon mal eine Aufgabe war - wenn wir gleichzeitig Aktivisten sein wollen, geht das Bloggen unter und andere Themen finden kein Gehör mehr. Man kann seien Zeit nur zu 100% nutzen, 200% sind leider nicht möglich.”
Deine Tätigkeit hier ist schon mehr als die meisten bereit sind zu machen. Es stellt sich aber schon die Frage ob man damit zufrieden ist über das Internet eine relativ kleine Gruppe von Menschen anzusprechen, oder ob man weiter geht und auch die restliche Bevölkerung mit Demonstrationen erreicht. Ich sehe leider immer weniger Menschen auf die strasse gehen und somit entsteht der Eindruck als gäbe es die große Friedensbewegung nicht mehr.
@michael
Ich kann deine Einschätzung nicht teilen, daher habe ich in meinem ersten Aufruf klar gemacht, dass es hier um die Person und Netizen Derakhshan geht (nicht Nick).
Es geht nicht darum seine Person politisch zu instrumentalisieren, sondern sich für einen anderen Blogger einzusetzen und sich für Meinungsfreiheit einzusetzen.
Du machst leider den Fehler und versuchst das ganze politisch taktisch zu erörten, anstatt einfach einen Menschen im Not zu helfen und somit auch ein Zeichen für die anderen politischen Häftlinge zu setzen.
Viele mögen Derakhshans Heimreise als naiv oder dumm bezeichnen, aber wer Journalisten und Aktivisten aus dem Iran kennt, weiss dass diese sich nicht einschüchtern lassen und immer wieder versuchen ihren Widerstand aktiv zu gestalten.
Die meisten Menschen in den westlichen Gesellschaften gehen nach dem Kosten-Nutzen_prinzip und hätten sich niemals in diese Gefahr begeben, aber Derakhshan hat eben seine Freiheit dafür geopfert um was zu ändern.
Dass dieses Denken den meisten Menschen im Westen fremd ist, musste ich anfangs auch erst mühsam lernen aber auch ich habe inzwischen gelernt dass wenn du auf im Westen jemandem im Not helfen möchtest, dir kaum jemand helfen wird. Man ist immer auf sich selbst gestellt und hat nur seine eingene Courage zur Seite. Dennoch möchte ich mich nicht anpassen und werde auch weiterhin versuchen ein Mensch zu sein und mich solidarisch zu verhalten.
danke Jens. differenzierte und gründlich recherchierte artikel wie Ihrer sind leider eine seltenheit.
@Freigeist666
Etwas OT, aber Demonstrationen interessiert bei den Entscheidungsbefugten keine Sau, es sei denn, es geht ein Schaufenster oder ein Auto zu Bruch. Und selbst dann interessiert nicht der Demonstrationsinhalt, sondern nur, wie man am besten die Körper der Demonstrierenden in blutige Matsche verwandelt. Berlin ist da ein “schönes” Beispiel.
Demonstrationen haben ein paar Kernprobleme: Es wird davon ausgegangen, dass es Volksvertreter gibt, die den Willen des Volkes vertreten. Das ist in Deutschland nicht der Fall, denn es zählt für Volksvertreter ausschließlich der geldwerte oder machtpolitische Vorteil. Es wird weiterhin davon ausgegangen, dass es ein Volk gibt, das sich die Demonstration ansieht und die Botschaften versteht bzw. verstehen will. Auch das ist nicht mehr der Fall, denn der Großteil der deutschen Bevölkerung wurde durch die Desinformation unserer Qualitätsmedien - einer der Gründe übrigens, weshalb es überhaupt Blogger gibt - in eine Scheinwelt deportiert, in der die Methode, den durch die Demonstration verursachten Stau zu umfahren deutlich mehr Gewicht als das Interesse an Informationen hat.
Darüber hinaus ist es dank der überragenden Funktion unserer Qualitätsmedien wie der ÖR nicht mehr möglich, mit kontroversen Inhalten die breite Masse überhaupt nur zu erreichen, da über nicht-Merkel-konforme Demonstrationen schlicht und ergreifend nicht oder einfach falsch berichtet wird. Ein schönes Beispiel ist hier die 15.000-Teilnehmer-Demo in Berlin gegen Überwachung. Von den Nicht-Bloggern und Nicht-Heiselesern weiss da faktisch niemand etwas von.
Auch Heiligendamm sollte nicht vergessen werden. Was hat es gebracht? Nichts!. Bis auf den kommenden Einsatz der Bundeswehr im Innern und eine erscheckend gut organisierte Medienkampagne gegen die Globalisierungsgegner.
Blogger erreichen vielleicht nicht genug Menschen, aber dafür mehr und nachhaltiger. Natürlich reicht die Information durch Blogger nicht aus, die Qualitätsmedien auch nur ansatzweise auszugleichen, allerdings ist Bloggen dennoch deutlich effektiver und vor allem nachhaltiger (die Artikel verschwinden zur Zeit noch nicht, weil die Zensurtechnik noch nicht ausgereift genug ist), da die Informationen nicht nur innerhalb des Zeitfensters der Demonstration - deren Route übrigens von Staatsorganen festgelegt wird und die “genehmigt” (Lenin) werden muss - vorhanden sind. Die Infos sind auch nachträglich recherchierbar - trotz §129a.
Demonstration bringen mittlerweile nur dann noch etwas, wenn es keine Demonstrationen mehr sind, sondern Aufstände mit der Option landesweiter Gewaltausbrüche und der potentiellen Gefährdung von Großverdienern. Alles andere wird von Volksvertretern ignoriert.
@Hohenstaufen
Eines vorweg: Ich hege keinerlei Sympathien für das iranische Regime. Allerdings sollte man auch ai-Informationen mit Vorsicht genießen, denn z.B. in dem Link von Dir wird eine westliche Propagandalüge ganz unverschämt übernommen und als Wahrheit dargestellt:
Zitat ai:
“Präsident Ahmadinejad bedrohte in öffentlichen Erklärungen weiterhin den Staat Israel und bestritt den Holocaust. “
Bisher hatte ich von ai eine relativ hohe Meinung. Ich glaube, ich sollte das überdenken.
da wir beim Thema sind
drei Friedensaktivisten, Darlene Wallach (USA), Vittorio Arrigoni (Italien) und Andrew Muncie (Schottland), wurden vor der Küste Gazas verhaftet, als sie 15 palestinänsiche Fischer bei einer Aktion gegen die Blockade des Gazastreifens begleiteten. Die 15 Fischer wurden mittlerweile wieder freigelassen. Die drei Aktivisten befinden sich jedoch weiterhin in Haft und sollen dagegen einen Hungerstreik begonnen haben.
democracyn...
“Die Politik und die Medien nehmen sich da nichts, aber anders als die Menschenrechtler erheben sie auch nicht den Anspruch.”
Nein? Seit wann das denn? Zu den ‘Menschenrechten’ sei noch bemerkt, dass sie nicht nur politische, sondern auch soziale Rechte umfassen. Letztere übersieht ‘der Westen’ besonders gerne. Oft genug unter Verweis auf das ‘Naturrecht’ des Stärkeren. Das sei nun einmal so. :(
@34 Bismodo
TP hat, wie alle kommerziellen Seiten, natürlich auch kein unbegrenztes Budget - sicher hätten sie gerne meinen Artikel veröffentlicht, aber auch im Heise-Verlag fließt das Geld nicht endlos. Thomas´ Kurzartikel ist mE ok, zumindest hat er das Thema aufgegriffen und für interessierte Leser den Link zu mir gesetzt.
@Freigeist666
Ich sehe die Aufgabe des Bloggers eher darin, die Leute zu erreichen, die weitergehende Aktionen initiieren. Schau doch mal - meine Zeit ist natürlich auch begrenzt. Wenn ich nun neben dem Schreiben noch Aktionen organisieren würde, kämen bald keine Artikel mehr und das beziehe ich jetzt nicht nur auf mich sondern auf die ganze “Branche”. Ein jeder sollte mE seine eigene Funktion und Rolle finden - ich denke, ich habe vorerst meine Rolle gefunden und möchte sie nicht verwässern, in dem ich auf allen Hochzeiten tanze.
Enttäuscht bin ich im Falle Hoder aber von den Blogs und Medien, die monothematisch Menschenrechte, die Bloggosphäre und die Freiheit des Netzes auf ihre Fahnen geschrieben haben. Dort muss man dieses Thema behandeln und dort könnte man auch “Aktionen” starten.
-> aus Deinem @michael
Ich finde Michael hat da nicht unrecht - man kann Politik und den Menschen in diesem Fall nicht trennen. Jeder Versuch, sich für ihn einzusetzen, ist politisch - ob man es will oder nicht.
Vielleicht ist es naiv, aber grundsympathisch. Wenn ich mal einen gewagten historischen Vergleich anstellen darf: Wenn ich mir die Person Viktor Klemperer anschaue - auch von ihm war es naiv und sogar dumm während der Nazizeit in Deutschland zu bleiben. Aber seine Dokumentationen über das jüdische Leben und seine Aufzeichnungen über die Sprache des Dritten Reichs sind zweifelsohne ein sehr wichtiger Bestandteil der deutschen Kultur geworden, die für uns eine Lehre sind. Wäre Klemperer nicht so naiv und dumm gewesen - wir hätten seine lehrreichen Schriften nie lesen können, da sie nicht entstanden wären.
@42
Wie wahr Jens, wie wahr und was Du hier an Arbeit leistet, tanzt schon auf dem positiven Wahnsinn Tango, und nicht nur das ;)
@Spiegelfechter
Mein Kommentar richtete sich weniger an Deine Aktion, die letztlich informativ, objektiv und menschlichen Ursprungs war, sondern eben an die “Aktivisten”, wie Du sie nanntest und die gerne eine Welle der Empörung hervorgerufen sehen würden. Ich teile absolut Deine diesbezügliche Meinung.
Danke übrigens für Deine Antwort.
Tatsächlich lese ich Dich gerne, als nicht sehr “alter” aber seitdem konstanter Besucher der ich bin, auch wenn ich nur selten kommentiere.
@Freigeist666
“Es geht nicht darum seine Person politisch zu instrumentalisieren, sondern sich für einen anderen Blogger einzusetzen und sich für Meinungsfreiheit einzusetzen.”
Wie auch Spiegelfechter in seiner Antwort an Dich bemerkt hat, beträgt die Intention einer Solidaritätsaktion, nicht zu instrumentalisieren, nur 50% vom Ganzen. Die anderen 50% sind das, was die anderen daraus machen. Auf letzteres hatte ich mich bezogen.
“Du machst leider den Fehler und versuchst das ganze politisch taktisch zu erörten, anstatt einfach einen Menschen im Not zu helfen und somit auch ein Zeichen für die anderen politischen Häftlinge zu setzen.”
Ich meine, es ist kein Fehler nachzudenken, bevor man ins Wasser springt, um jemanden vor dem Ertrinken zu retten, wenn man selber nicht schwimmen kann.
@Schwitzig
“Blogger erreichen vielleicht nicht genug Menschen, aber dafür mehr und nachhaltiger.”
Ich stimme dir in diesem Punkt zu, dennoch sehe ich die Präsenz in er Öffentlichkeit als wichtig an. Auch bdie Rezeption von Demos hängt widerum von der Berichterstaatung in Blogs ab. Daher war Heiligendamm doch nicht umsonst, wenn ich mir anschaue wie die Blogs damals darüber berichtet haben.
@Spiegelfechter
“Ich sehe die Aufgabe des Bloggers eher darin, die Leute zu erreichen, die weitergehende Aktionen initiieren. Schau doch mal - meine Zeit ist natürlich auch begrenzt. Wenn ich nun neben dem Schreiben noch Aktionen organisieren würde, kämen bald keine Artikel mehr und das beziehe ich jetzt nicht nur auf mich sondern auf die ganze “Branche”. Ein jeder sollte mE seine eigene Funktion und Rolle finden - ich denke, ich habe vorerst meine Rolle gefunden und möchte sie nicht verwässern, in dem ich auf allen Hochzeiten tanze.”
Wie ich bereits schrieb sehe ich deine Aufgabe als positiv an und ich verstehe dass du dich nicht vierteilen kannst. Mein Appel richtet sich an alle und gerade bei Derakhshan als exponierte Figur Blogosphäre hätte er mehr Unterstützung verdient und gerade die Demonstration von anderen prominenten Blogger, hätte ein Medienecho gefunden.
@Michael
“Wie auch Spiegelfechter in seiner Antwort an Dich bemerkt hat, beträgt die Intention einer Solidaritätsaktion, nicht zu instrumentalisieren, nur 50% vom Ganzen. Die anderen 50% sind das, was die anderen daraus machen. Auf letzteres hatte ich mich bezogen.”
Innerhalb einer solchen Veranstaltung hat man es immer mit widerstrebenden Interessen zu tun aber wenn man aus diesem Grund komplett auf dieses Mittel verzichtet, überlässt man den “Instrumentalisierern” 100% der Bühne.
“Ich meine, es ist kein Fehler nachzudenken, bevor man ins Wasser springt, um jemanden vor dem Ertrinken zu retten, wenn man selber nicht schwimmen kann.”
Natürlich nicht und es ist sicher kein Drama wenn wir in dem Punkt veschiedene Meinungen vertreten. Bleibt die Frage was es ausser Bloggen noch für andere friedlichen Mittel gibt, um sich Gehör zu verschaffen. In meinen Augen ist es nur die öffentliche Präsenz durch Demonstrationen, Sit-Ins und ähnliches.
@Freigeist666
“[...] es ist sicher kein Drama wenn wir [...] veschiedene Meinungen vertreten.”
Da bin ich ganz Deiner Meinung.
Stellt euch vor, Weltmächte bedrohen euch mit dem Angriffskrieg, mit dem Tod und nun kommt ein “Kritiker” angereist, aus diesen Ländern, um irgendwas bei euch zu bewegen…..
Was kann man da wem vorwerfen?
@entzensur
Ich würde mir zuerst die Frage stellen, warum ich mit dem Tod bedroht werde.
@Fragesteller
Das ist einfach: Es ist schön in George Orwells 1984 beschrieben. Gegen wen führen wir jetzt Krieg?
Es scheint das Los derer, die für den Wandel ihrer Gesellschaft kämpfen ohne sie ganz aufgeben zu wollen, zu sein, dass sie am Schluss ganz allein da stehen. Das kennen auch viele Mitstreiter der ehemaligen DDR-Bürgerbewegung - auch wenn ihnen die Geschichte ein Schicksal wie das hier beschriebene erspart hat.
Auf allen Seiten aller Fronten können die Menschen meist nur schwarz-weiße Freund-Feind-Bilder zeichnen. Wer Zwischentöne einbringen will, die zwischen Feinden Brücken ermöglichen, wird schnell einsam.
Danke Jens für diesen Bericht.