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    geschrieben am 02. Dezember 2008 von Spiegelfechter

    Die CDU will die deutsche Sprache im Grundgesetz verankern und die “Opinion-Leader” der Sozen, die unsere Sprache mit Blüten wie dem “Job-Floater” und dem “Job-Center” bereichert haben, wittern darin bereits “Deutschtümelei”. So geht es freilich nicht! Wenn Deutschland wirklich deutsch spräche, verlöre das Land der Dichter und Denker den Anschluss an die “Business-Welt”. Welcher Germanist versteht schon, was die Herren der Flip-Charts eigentlich von uns wollen:

    Der pawlowsche Reflex der Sozen ist allerdings nicht minder falsch. Denn Deutschtümelei hat wenig mit der Deutschen Sprache zu tun, wie es die NPD bemerkenswert demonstriert:

    Dennoch sollte gerade die CDU vorsichtig sein, hat sie doch bekennende Feinde der Deutschen Sprache in ihren eigenen Reihen:

    Ich ahne, wovon ich spreche, meine Damen und Herren [...] Ich möchte nicht verschweigen, dass ich manchen Morgen aufgestanden bin und die ganze Aufgabenvielfalt relativ bergartig auch vor meinem Kopf oder Gemüt lag.
    Angela Merkel im November 2007

    Und wie wird die bayerische Schwesterpartei auf diese kühne Kampfansage reagieren? Oder, um es mit dem König der Bajuwaren zu sagen:

    … Verfassung, das bedeutet letzten Endes … Kompetenz-Kompetenz. Kompetenz-Kompetenz. Wer hat die Kompetenz … Kompetenz? Übertragen die Nationen die Kompetenz auf Europa oder hat Europa schon von sich aus die Kompetenz … Kompetenz?
    Edmund Stoiber

    Ist der Vorstoß der CDU also nicht letztendlich ein Hintertürchen, die CSU für verfassungswidrig zu erklären, ihr also die “Kompetenz-Kompetenz” zu nehmen? Man weiß so wenig und das ist wahrscheinlich auch gut so.

    Was sagt eigentlich der baden-württembergische Landesverband (Wir können alles außer Hochdeutsch) zur Gesetzesinitiative der Bundespartei? Wird sich Guenther Oettinger erneut “von sich selbst distanzieren”?

    Englisch wird die Arbeitssprache, Deutsch bleibt die Sprache der Familie und der Freizeit, die Sprache, in der man Privates liest.
    Guenther Oettinger in einer Reportage des SWR 2006

    Jens Berger

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    113 Kommentare:

    1. Antenne schrieb am 2. Dezember 2008 at 18:54 - Permalink

      Köstlich, Danke !

      passt zu dem tollen song von “Freiwillige Selbst-Kontrolle” :

      [..] Danke schön Bitte schön
      wiedersehen
      noch ein bier
      kommen sie hier
      ein grosse
      ein kleine
      I nichts verstehen
      I wish I could Sprechen Sie Deutsch

      I met lots of Wolfgangs
      but I couldn’t speak a word
      I might as well not had a voice
      with your

      Danke schön bitte schön….

      PS:kann man hier anhören:
      http://www.bbc.co.uk/radio1/johnpeel/artists/f/freiwilligeselbs/

    2. freerk schrieb am 2. Dezember 2008 at 18:59 - Permalink

      @ Spiegelfechter

      Die CDU will die deutsche Sprache im Grundgesetz verankern

      Hat die CDU das im Parteitag beschlossen?

      Wie es auch immer sein mag, ist das ein billiges Ablenkungsmanöver von der aktuellen Tagespolitik :-)

    3. Peinhard schrieb am 2. Dezember 2008 at 19:01 - Permalink

      Da darf dann aber Thomas Freitags Version der Glocke in ‘Urdeutsch’ auch nicht fehlen:

    4. Spiegelfechter schrieb am 2. Dezember 2008 at 19:03 - Permalink

      @all

      Wenn Ihr Youtube-Filme in den Kommentar einfügen wollte, kopiert einfach den Code unter “Einbetten” in das Kommentarfeld.

    5. Spiegelfechter schrieb am 2. Dezember 2008 at 19:04 - Permalink

      @freek

      Hat die CDU das im Parteitag beschlossen?

      ja

      Wie es auch immer sein mag, ist das ein billiges Ablenkungsmanöver von der aktuellen Tagespolitik :-)

      nein, es war ein “kostenloses” Ablenkungsmanöver ;-)

    6. Neu hier schrieb am 2. Dezember 2008 at 20:11 - Permalink

      Die CDU will woll noch mehr so “Helden” wo beim Radiosender anrufen und sich das Lied “Agatte Bauer” wünschen^^….
      nur schaden das es “i got the Power” heisst^^ Aber so ist das nunmal wenn man nur auf eine Sprache fixiert ist…..

      naja ein bisschen erschreckend finde ich schon das immer mehr mit dem Konjuktiv 2 nix anfangen können, aber bitte politisieren würde ich das nicht, dafür finde ich Wörter wie “flöge” bisschen unpassend zur heutigen Zeit…..

      Und da oben die CDU und die NPD erwähnt worden sind…… NPD und CDU zwei Parteien der selbe Schuh….
      ob die CDU an diesem deutscchen Reim was auszuseetzen hätte?

      Der Witz passt eigentlich nicht hier her aber ich hab den heute gehört und finde den einfach super……

      En Pole ist auf Sprachreise in England und frächt en Engländer nach’m Weg….
      naja der Engländer erklärt dem Pole den Weg und frächt diesen was er den in England mache…..
      Meint der Pole: I want zu polish up my english…
      Antwortet der Engländer dem Polen: Your english is “polish” enough :D

    7. Spiegelfechter schrieb am 2. Dezember 2008 at 20:25 - Permalink

      @Neu hier

      Aber so ist das nunmal wenn man nur auf eine Sprache fixiert ist?..

      Ein großer Teil unserer Mitmenschen beherrscht nun einmal die Englische Sprache nicht oder nicht ausreichend. Aber darin sehe ich weniger das Problem, sondern eher in der Tendenz “Nullworte” zu finden, die niemand verstehen soll. Wer keine Message hat, der macht dann halt folgendes:

      In einer besseren Welt würden Parteien, Politiker und Unternehmen für so etwas bestraft – leider ist der Michel zu unterwürfig, aufzumucken. Wer kein Englisch kann, ist Prekariat (auch so ein schönes deutsches Wort), zu alt oder ein Pisa-Opfer. Das ist natürlich Unfug, aber wer hipp sein will, muss auch nicht verstanden werden … oder sollte es auch besser nicht ;-)

      Meint der Pole: I want zu polish up my english?
      Antwortet der Engländer dem Polen: Your english is ?polish? enough :D

      Da habe ich auch einen:

    8. Der Schachspieler schrieb am 2. Dezember 2008 at 20:57 - Permalink

      Ein Beitrag zur deutschen Sprache :-)

    9. Gebintit schrieb am 2. Dezember 2008 at 21:11 - Permalink

      Ich lach mich schlapp, aber ich muss doch noch arbeiten ! (Abends wird der Faule fleißig).

    10. Antenne schrieb am 2. Dezember 2008 at 22:43 - Permalink

      Herrlisch…da darf der Meister der Deutschen Sprache nicht fehlen: Der auferstandene Klaus Kinski

    11. Spiegelfechter schrieb am 2. Dezember 2008 at 23:06 - Permalink

      No Comment … nee wörklich nich *roflmao*

    12. Marius schrieb am 2. Dezember 2008 at 23:35 - Permalink

      Das ist aber auch wirklich krass, gerade beim ersten Video hab ich da gesessen und gedacht, hallo? Was wollen Sie mir eigentlich sagen? Da versteht doch Otto-Normal-Verbraucher kein Wort mehr, englisch schön und gut, aber man sollte noch nachvollziehen können, was einem hier mitgeteilt werden soll.

    13. Aristoteles schrieb am 3. Dezember 2008 at 00:32 - Permalink

      Im Trottelbot habe ich einen entsprechenden Artikel darüber verfaßt.

      Ich glaube ernsthaft, das die CDU jetzt weit genug rechts von der Mitte angekommen ist, um die nächsten Wahlen wirklich genauso abgestraft zu werden, wie es die SPD werden wird.

      Andererseits mache ich mir aber auch schon Sorgen darüber, wie das werden wird. Man müßte Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Saarland und Rheinland-Pfalz alle aus Deutschland rauswerfen, da die alle kein Deutsch sprechen – oder zu sprechen scheinen.

      Dummerweise wird die CDU in den übrigbleibenden Bundesländern so gut wie nie an die Macht gewählt (außer in Hessen 10 Jahre lang, aber mittlerweile haben die Hessen gemerkt, welchen N… sie sich damit auf den Thron gehockt haben. Der hat Pattex am A….). Wie wollen die dann ihr 4. Reich durchkriegen?

      Ach ja, unter Umständen muß man auch Nordrhein-Westfalen streichen, weil die doch dort so ‘angeblich’ einen Türkenüberschuß haben und von denen doch keiner ‘angeblich’ deutsch spricht oder schreiben kann … – Was dann von Deutschland übrig bleibt, wählt die doch sowieso nicht!

      MfG
      *lachend*

    14. Anindo schrieb am 3. Dezember 2008 at 00:33 - Permalink

      Er kommt schon noch auf´s Thema:

    15. Goldener Reiter schrieb am 3. Dezember 2008 at 04:29 - Permalink

      Hurrah Deutschland,

      endlich ist es, Dank CDU, so weit:
      Strafgelder fuer denglisch-schwurbelnde BWL-Schnoesel,
      die CSU wird zur verfassungsfeindlichen Organisation erklaert (wenn auch nicht aus den eigentlichen Gruenden),
      Sprachfeindliche Potentaten suedwestlicher Laender werden in Schutzhaft genommen (zum Schutz der reinen Deutschen Sprache)…
      und vor allem:
      in logischem Vollzug des Verfassungstextes werden endlich all diese rass- aeh sprachlich unreinen Regionen aus Teutschland, ja Teutschland, ausgegliederd: Baiern, Schwaben, Berlin, Hessen…eigentlich alle 16 Bundeslaender.

      Rest- oder besser Rein-Teutschland wird dann endlich nur noch aus dem Goethe-Institut bestehen.
      Dieses wird sich natuerlich umbenennen, denn der gute alte Johann W. hat, als Frankfodder, gar kein “Deutsch” gebabbelt…

      Aber nun mal Spass beiseite:

      Die Union belegt, mal wieder, ihre Unfaehigkeit.
      Die Finanzkriese hat sich haeuslich bei uns eingerichtet, Millionen Deutsche (und auch nicht-Deutsche) muessen von kaerglicher Sozialhilfe oder in menschenunwuerdigen Arbeitsverhaeltnissen dahinvegitieren und was macht unsere glorreiche moechtegern-Staatspartei:
      Ausweichen auf ein Politikfeld, auf dem man noch etwas machen kann ohne die “Leistungseliten” zu belaestigen.
      Gegen deren Denglisch wuerde ein derartiger Grundgesetz-Artikel naemlich (ohne “h”) nicht angewandt!

      und noch einmal,
      Hurrah Deutschland

    16. name schrieb am 3. Dezember 2008 at 04:49 - Permalink

      Das bürgerlich Gefährliche im Komischen offenbart sich in bei solchen Beschlüssen, und zeigt auf, dass mitten in der kapitalistischen Wirtschaftskrise ein ganz rechter nationalisierter Weg eingeschlagen wird, um die Ausgegrenzten, auszugrenzen, sie zu disziplinieren und aufeinander zu hetzen, indem man die Sprache als soziale Waffe einsetzt. Hier sind “Wir” und “Die” sind da. Das ist die Aussage, wobei sie selbst nicht wissen, wer eigentlich “Wir”und wer “deutsch” ist. Sicher ist nur, auch Koch, Merz, Oettinger und sonstiges sind Afrikaner und diesen Umstand, sollte man Ihnen humorvoll immer wieder in ihre angeblich christliche Seele ballern.

      PS: Italien macht es vor, wie moderne, junge faschistische Bewegungen aussehen, und da liegt die Gefahr.

    17. Schwitzig schrieb am 3. Dezember 2008 at 05:19 - Permalink

      Die Anglizismen haben dafür gesorgt, dass Dampfplauderer noch nicht einmal mehr in der Lage sein müssen, sich in ihrer Muttersprache vernünftig artikulieren zu müssen.

      Ich habe festgestellt, dass mit der Anzahl der englischen und pseudoenglischen Vokabeln pro Satz die Wahrscheinlichkeit ansteigt, dass es sich um einen BWLer handelt – also die krasseste Widerlegung der Darwinschen Evolutionstheorie. Wenn so ein devolutionierter dann noch PowerPoint startet, ist alles aus …

    18. Mile schrieb am 3. Dezember 2008 at 08:31 - Permalink

      Was mich jetzt aber schon noch interessieren würde.
      Angenommen, dieser Vorschlag würde seinen Weg ins Grundgesetz finden, was würde das denn konkret bedeuten?

    19. misterL schrieb am 3. Dezember 2008 at 08:55 - Permalink

      Fein :-)

      Aber gib zu, daß ist bloß just for fun – nichts ernstes. ;-)

    20. Antenne schrieb am 3. Dezember 2008 at 09:37 - Permalink

      Nicht nur die deutsche Sprache auch der deutsche Gesang sollte durch das Grundgesetz geschützt werden. Warum, erläutert uns Studienrat und Major Max von Gerlach:

    21. Lemmy Caution schrieb am 3. Dezember 2008 at 09:40 - Permalink

      Wenn man beruflich viel in englisch-sprachigen Teams arbeitet, im Auto oft wg. der Musik amerikanische Soldatensender hört, im Fernsehen gerne BBC schaut, englische Zeitungen und Bücher liest, entstehen Anglizismen ganz natürlich.
      Richtig interessant wird das sowieso erst, wenn einem als Deutscher in einer englischsprachigen Telefon Konferenz spanische Redewendungen rausrutschen, weil man parallel zur Telko auf Spanisch chattet.
      Ich würd einen anderen Ansatz wählen. Die Anglizismen durch die Ausweitung des Dritt- und Viertsprachlichen Unterrichts an Schulen bekämpfen. Vor allem auch slawische Sprachen.

    22. whamburg schrieb am 3. Dezember 2008 at 10:08 - Permalink

      Ab 5Uhr45 wirrrtt Deutsch gesprochen!
      Mehr fällt mir dazu nicht ein, die spinnen die Schwarzen!

    23. Aristoteles schrieb am 3. Dezember 2008 at 11:22 - Permalink

      @Lemmy Caution
      Ich höre nur JPop. Nur noch ganz wenig Amikrams und noch weniger deutschen Müll!

      Ich habe nichts dagegen, wenn man eine Sprache retten will. Aber will man die deutsche Sprache wirklich retten, müßte man diese Supergenies von Politiker alle in die Wüste schicken. Nur welche wüste Wüste würde die nehmen?

      @Schwitzig
      Denen ist doch wurscht, was sie damit anrichten.
      Aber noch nicht einmal Österreich, das sie diese Leute immer noch als Reichsdeutsch verkaufen, spricht ein richtiges deutsch. Den Ösi-Slang versteht eh keiner. Da ist sogar letzeboursch besser zu verstehen.

      @Spiegelfechter
      Wie ich bereits oben schrieb, halte ich diese politischen Memmen, Flachpfeifen und Dauerverlierer nicht gerade sonderlich gut dazu geeignet, unser Land anzuführen. Die sind, nicht nur durch diese Geschichte, nun endgültig bei mir unten durch. Mit ein wenig Intelligenz, die ich grundsätzlich nicht in der rechten Ecke verorte, hätten die aus der Idee etwas Gutes machen können.

      Jedoch ist zu bezweifeln, das die etwas anderes machen wollen, als nur ihre Taschen so mit Geld auszufüttern, das sie, wenn es kalt wird, nicht frieren müssen.

      MfG

    24. scipio schrieb am 3. Dezember 2008 at 12:06 - Permalink

      @mile #18

      Das bedeutet zunächst nichts, denn das GG ist in diesem Sinne bekanntlich kein Gesetz, sondern eine Grundlagenordnung des Staates und die Deutschen sprechen ja offensichtlich deutsch. Konkret würde die Aufnahme in den Katalog dieser Grundlagen aber bedeuten, dass Deutsch dann die offizielle Sprache der Nation ist. (Merkwürdig, dass das einigen Kommentatoren schon als Ausfluss einer faschistischen Identität erscheint) Deswegen ist auch das Gequatsche über Schwaben, Bayern oder Österreicher kompletter Blödsinn, es wird ja nicht von Hochdeutsch gesprochen. Das Ganze geht aber eindeutig gegen die Türken, die ja seit einiger Zeit den Status einer nationalen Minderheit anstreben. Die Reaktionen aus diesem Lager waren dementsprechend.

    25. postgrün schrieb am 3. Dezember 2008 at 12:22 - Permalink

      Sprache ist nichts statisches, festschreibbares, das in einem Buch steht, woraus man es dann lernt, sondern etwas lebendiges, an dem jeder teilhat, das immer neu erfunden wird. Sie ist immer im Fluss. Wir alle hätten größere Schwierigkeiten, einem gewöhnlichen Bewohner hiesiger Landstriche von vor 200 oder 300 Jahren zu verstehen. Den Ausführungen eines Zeitgenossen des Jahres 1000 zu folgen, wäre nur noch wenigen Spezialisten vorbehalten. Ein “Deutschland” gab es da allerdings auch gar nicht.

      Lehnwörter und andere Sprachimporte (sic!) gabs dagegen schon immer aus diversen Sprachen, mit denen man es auf die eine oder andere Art gerade zu tun hatte – ob nun lateinisch, arabisch, griechisch, französisch (die Französisch-Manie des Barock!), oder eben englisch. Ob etwas “cool” ist oder “de rigeur”, ob man lieber einen Bungalow, eine Datscha oder ein Chalet erträumt, ist auch eine Frage der eigenen Sozialisation. Und solch klingende Wörter sind auch Effekte und Wortgeklingel, und wer zu solchen Mitteln greift, macht es entweder geschickt oder ungeschickt, vermittelt einen Inhalt und schmückt ihn aus, oder quatscht blöd rum und versucht das zu übertünchen. An all dem ist nichts neu. Für “cool” gab es eben keine passende Entsprechung, es hat seine eigenen, feinen Nuancen (sic!) und Konnotationen (sic!).

      Wer aber jemals an einem französischen Bahnhof versuchte, mangels französischer Sprachkenntnisse auf englisch eine Wegweisung zu erhalten (oder wer die französische Popmusik ein wenig verfolgt), hat schnell am eigenen Leib erlebt, wie bescheuert sich solche nationalistische Sprach- und Kulturreinhalterei auswirken kann.

      Es handelt sich um einen albernen Streit innerhalb der Elite, Denglish-Manager versus Philologen, die Fortsetzung von Merz’ “Leitkultur”-”Debatte”. Ziemlich albern im Zeitalter der Globalisierung. Aber die von Finanzkrise und moralischem Bankrott verunsicherte Zielgruppe möchte wenigstens verbal ein wenig gehätschelt werden. Eine reine wahltaktische und folgenlose Positionierung also, and I don’t give a fuck about it.

    26. Spiegelfechter schrieb am 3. Dezember 2008 at 12:41 - Permalink

      @19 misterL

      Aber gib zu, daß ist bloß just for fun – nichts ernstes. ;-)

      Nope, ich tagge das als Customer Relationship Management. Gerade im Nonprofit New Media Business muss man seine Brand Awareness durch ein Content-Management hypen, das am Target Market gelevelt werden muss. Und Street-Credibility in der Blogosphere erreicht man durch die Integration von user generated Video-Stream Content .

      Verstanden? *lol*

    27. Goldener Reiter schrieb am 3. Dezember 2008 at 12:42 - Permalink

      @scipio#24

      Deiner Ansicht, dass das zunaechst nichts bedeuten wuerde, kann ich nicht zustimmen.

      Wie Du selbst ja treffend feststellst ist das Grundgesetz die (verschriftlichte) Grundordnung unseres Staates.
      Es legt unter anderem fest, mit welchen Kompetenzen der Staat “Bundesrepublik Deutschland” ausgestattet ist.
      Wenn im GG nun die “Pflege der Deutschen Sprache als Kulturgut des deutschen Volkes” (oder wie das nun auch immer konkret formuliert werden wird) als staatliche Aufgabe festgeschrieben wird, bedeutet das, dass “Sprache” fortan nicht mehr in einem freien, selbstbestimmten Prozess durch die Gesellschaft, also uns alle, gepraegt werden kann.
      “Deutsch” im Sinne des GG wird dann nur noch das sein, was die zustaendigen staatlichen Stellen als “Deutsch” definieren.

      Das waere ein (weiterer) Schritt von einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung zum autoritaeren Obrigkeitsstaat.
      Zugegeben, wenn es nur um den “Schutz” der deutschen Sprache ginge, waere das vielleicht sogar noch hinnehmbar. Allerdings muss man diesen Vorstoss im Zusammenhang mit anderen Massnahmen und Absichten der CDU sehen. Insgesamt arbeitet diese Partei (ob nun bewusst oder unbewusst, aus reiner daemlichkeit) fleissig daran, das gesamte Wertgefuege unserer Gesellschaft zu veraendern…und zwar in eine sehr bedenkliche Richtung.

      Und letztlich sollte man sich vor Augen fuehren, wie wunderbar fremdenfeindliche Politiker wie Roland Koch einen derartigen Grundgesetzartikel als Rechtfertigung ihrer Politik heranziehen koennten:
      “Schutz der Deutschen Kultur steht schliesslich im Grundgesetz, also ist es Wille des Volkes, wenn ich Tuerken/Araber/sonstige Auslaender die sich nicht in unsere Kultur einfuegen wollen ausweise.”

      Und darum geht es der CDU wohl ganz konkret: Stimmenfang am rechten Rand der Gesellschaft.

    28. Spiegelfechter schrieb am 3. Dezember 2008 at 12:45 - Permalink

      @Lemmy

      Wenn man beruflich viel in englisch-sprachigen Teams arbeitet, im Auto oft wg. der Musik amerikanische Soldatensender hört, im Fernsehen gerne BBC schaut, englische Zeitungen und Bücher liest, entstehen Anglizismen ganz natürlich.

      Ist dem so? Genau deshalb plädiere ich ja auch für eine bessere Bildung. Dann ist man vor derlei Sprachpanscherei besser gefeit.

      Richtig interessant wird das sowieso erst, wenn einem als Deutscher in einer englischsprachigen Telefon Konferenz spanische Redewendungen rausrutschen, weil man parallel zur Telko auf Spanisch chattet.

      Wow! Lemmy ich will ein Kind von Dir, Du Held!

    29. Lemmy Caution schrieb am 3. Dezember 2008 at 12:54 - Permalink

      Ist dem so? Genau deshalb plädiere ich ja auch für eine bessere Bildung. Dann ist man vor derlei Sprachpanscherei besser gefeit.

      Und was ist mit den Leuten, die gar nicht daran interessiert sind, unbedingt ein so hohes Sprachniveau im Deutschen zu erreichen?
      Z.B. sind mir in vielen Bereichen der Informatik die englischen Begriffe geläufiger als die deutschen.
      In vorherigen Epochen haben sich ja auch n.a.c.h.t.r.ä.g.l.i.c.h viele Latinismen aus wissenschaftlichen Diskursen in die europäischen Volkssprachen eingeschlichen.
      Englisch ist heute einfach in vielen Wissenschaftsbereichen eine Lingua Franca wie Latein im Mittelalter.

    30. postgrün schrieb am 3. Dezember 2008 at 12:59 - Permalink

      Viel interessanter finde ich solche Aspekte: Was will man hinter der Allgemeinheit unverständlichen Sprachschöpfungen wie im Denglishen verstecken? Wer spricht da zu wem? Wer wird da von was warum ausgeschlossen? Oder geht es eher um das gegenseitige Imponieren, also um etwas irrational-emotionales? Warum wirken Denglish-Ausdrücke so fachmännisch, das man ohne sie nicht auszukommen glaubt? Eine Eigenschaft, die man dem Englischen zuschreibt, ist ja, Dinge kürzer und prägnanter auf den Punkt zu bringen (im Deutschen umständlicher, aber auch genauer). Und warum wirkt Denglish dann trotzdem so albern und bemüht auf das Publikum/uns? Und, mal angenommen, in Zukunft würde ein Teil des Staatsvolkes eine andere Sprache als deutsch sprechen, wie die hispanischen Einwanderer in den USA – warum sollte dann Deutsch als einzige Sprache in der Verfassung festgeschrieben sein?

    31. Spiegelfechter schrieb am 3. Dezember 2008 at 13:02 - Permalink

      @Lemmy

      Und was ist mit den Leuten, die gar nicht daran interessiert sind, unbedingt ein so hohes Sprachniveau im Deutschen zu erreichen?
      Z.B. sind mir in vielen Bereichen der Informatik die englischen Begriffe geläufiger als die deutschen.

      Klar, der technokratische Ansatz. Wofür braucht ein Informatiker Philosophie, Geschichte, Biologie, Kunst, Religion oder Politik? Zum Glück ist Schule mehr als Personaloptimierung und das ist auch gut so. In einer Gesellschaft voller Technokraten möchte ich nicht leben.

      Englisch ist heute einfach in vielen Wissenschaftsbereichen eine Lingua Franca wie Latein im Mittelalter.

      Natürlich – aber Deutsch ist nach wie vor “unsere” Kultursprache.

    32. Spiegelfechter schrieb am 3. Dezember 2008 at 13:15 - Permalink

      @25 Postgrün

      Es handelt sich um einen albernen Streit innerhalb der Elite, Denglish-Manager versus Philologen, die Fortsetzung von Merz? ?Leitkultur?-?Debatte?. Ziemlich albern im Zeitalter der Globalisierung.

      Das sehe ich etwas anders. Es geht eher um die Bewahrung von Eigenheiten in einer Welt der Beliebigkeit und Austauschbarkeit. Das Gegenteil von ökonomisierter Uniformität ist nicht Nationalismus á la “Leitkultur”.

      Das diese Diskussion “elitär” ist, ist wohl unvermeidbar – die Frage nach einem anspruchsvollen Fernsehprogramm bewegt sich auf einem ähnlichen Niveau. Wenn man die Teenager (auch so ein schönes Wort) fragt, ob sie lieber Müll im Fernsehen gucken und englische Pop-Literatur in der Schule lesen wollen, oder doch lieber ein anspruches Fernsehprogramm und deutsche Literatur des 19 Jahrhunderts, braucht man die Frage eigentlich gar nicht zu stellen – wer den Sumpf trockenlegen will, darf nicht die Frösche fragen ;-)

    33. scipio schrieb am 3. Dezember 2008 at 13:17 - Permalink

      @Goldener Reiter

      Wenn im GG nun die ?Pflege der Deutschen Sprache als Kulturgut des deutschen Volkes? (oder wie das nun auch immer konkret formuliert werden wird) als staatliche Aufgabe festgeschrieben wird, bedeutet das, dass ?Sprache? fortan nicht mehr in einem freien, selbstbestimmten Prozess durch die Gesellschaft, also uns alle, gepraegt werden kann.

      Nein. “Die Sprache der Bundesrepublik ist Deutsch.? lautet der Antrag.
      Warum daran herumdeuten? Die Formulierung ist eindeutig, sie beinhaltet sogar den stillschweigenden Zusatz: Und keine andere Sprache. Dass eine Sprache immer das ist, was von den Bürgern aktuell gesprochen wird, steht doch auf einem völlig anderen Blatt und wird gar nicht bestritten.
      Was das ganze schließlich mit Roland Koch und Ausweisungen wegen kultureller Unverträglichkeit zu tun hat, bleibt Dein Geheimnis. Vom Schutz der Kultur steht da nämlich nichts, das hast Du erfunden. Um Dich dann darüber aufzuregen.

    34. Degnaphta schrieb am 3. Dezember 2008 at 13:18 - Permalink

      So lustig wie die verlinkte Video-Sammlung ist, so bestürzend ist massenhafte Angstreaktion in den mir bekannten Foren/Leserbriefen der Mainstream-Medien.

      Mir behagt die Vorstellung nicht, jetzt ohne Anlaß oder gar Not eine Verfassungserweiterung für etwas Selbstverständliches durchzuführen, deren Folgen ausschließlich negativ sein dürften. Positive erkenne ich jedenfalls nicht.
      Wenn Deutsch sich am Markt nicht behaupten kann, dann taugt es nicht für diese Welt.
      Könnten nicht deutsch Sprechende möglicherweise auf diesem Wege zu Verfassungsfeinden hochstilisiert werden? Kann man einen Menschen mit rechtsstaatlichen Mitteln zum Gebrauch einer Sprache zwingen?
      Ich sehe Tückenhorden auf den Normalbürger zustürmen. Außer als Zankapfel ist das Thema zu nichts gut.

    35. Lemmy Caution schrieb am 3. Dezember 2008 at 13:25 - Permalink

      Klar, der technokratische Ansatz. Wofür braucht ein Informatiker Philosophie, Geschichte, Biologie, Kunst, Religion oder Politik? Zum Glück ist Schule mehr als Personaloptimierung und das ist auch gut so. In einer Gesellschaft voller Technokraten möchte ich nicht leben.

      Da kommt von der anderen Seite, warum denn die Philosophie/Geschichte/Biologie/Kunst etc. Experten keine mathematischen oder informatischen Texte lesen.
      Rein praktisch wüßte ich für einen sinnvollen Begriff wie Dependency Injection einfach keine deutsche Übersetzung. Die wird auch nicht benötigt.

    36. Spiegelfechter schrieb am 3. Dezember 2008 at 13:33 - Permalink

      @30 Postgrün

      Viel interessanter finde ich solche Aspekte: Was will man hinter der Allgemeinheit unverständlichen Sprachschöpfungen wie im Denglishen verstecken? Wer spricht da zu wem? Wer wird da von was warum ausgeschlossen? Oder geht es eher um das gegenseitige Imponieren, also um etwas irrational-emotionales?

      Das kommt auf den konkreten Fall an.

      - Werbung: Hier wird versucht eine wohlklingende “Nullausage” zu formulieren, die international, hipp und modern klingt. “Come in and find out”, versteht zwar kaum wer, aber es hört sich irgendwie modern an.

      - Denglisch im Beruf: Hier wird meist versucht, konkrete Dinge zu vermeiden und von seiner eigenen Inkompetenz abzulenken. Außerdem versucht man eine individuelle Unternehmenskultur zu harmonisieren – ob das im konkreten Fall sinnvoll ist oder nicht, spielt keine Rolle. Desweiteren ist das “Denglisch” natrülich ein Klassendünkel. Wer “drin” ist, versteht (oder meint es zumindest), um was es geht, wer der Klasse nicht angehört, versteht gar nichts – das ist durchaus gewollt.

      Warum wirken Denglish-Ausdrücke so fachmännisch, das man ohne sie nicht auszukommen glaubt?

      Das geht auch ganz anders. Der Geschäftsführer (ja ja, kein CEO ;-)) eines Unternehmens, für das ich mal tätig war, hat Mitarbeiter und Externe in Konferenzen (die dort nicht “Meetings” hießen) stets gezwungen, ihre Anliegen auf Deutsch zu formulieren. Vor allem externe Werber und PR-Leute hat dies (sehr zu meiner Freude) zur Weißglut getrieben, da ihre Vorschläge auf Deutsch meist ziemlich lächerlich klangen.

      Eine Eigenschaft, die man dem Englischen zuschreibt, ist ja, Dinge kürzer und prägnanter auf den Punkt zu bringen (im Deutschen umständlicher, aber auch genauer).

      Warum ist “Handout” prägnanter als “Thesenpapier”? Warum ist das “Job-Center” weniger umständlich als die “Arbeitsvermittlung”? Warum sollen der “Customer Relationship Manager” und der “Facility Manager” ungenauer sein, als der “Kundenbetreuer” und der “Hausmeister”?

      warum sollte dann Deutsch als einzige Sprache in der Verfassung festgeschrieben sein?

      Das finde ebenfalls schwachsinnig. Die Politik hat bessere Möglichkeiten der Verhunzung der Sprache entgegen zu wirken, als eine Verfassungsänderung.

    37. Spiegelfechter schrieb am 3. Dezember 2008 at 13:38 - Permalink

      @Degnaphta

      Mir behagt die Vorstellung nicht, jetzt ohne Anlaß oder gar Not eine Verfassungserweiterung für etwas Selbstverständliches durchzuführen, deren Folgen ausschließlich negativ sein dürften.

      Ganz richtig

      Wenn Deutsch sich am Markt nicht behaupten kann, dann taugt es nicht für diese Welt.

      Jetzt wenden “wir” den Darwinismus also auch schon auf Sprachen an? Sehr bedenklich. Aber anscheinend eignet sich das Thema sehr gut zum Politisieren. Den “Schwarzen” wird vorgeworfen, Nationialismus zu betreiben (was sicher nicht vollkommen falsch ist), die “aufgeklärte Internetelite” schwadroniert derweil über den Siegeszug des Sprachdarwinismus. Frei nach Freud: Manchmal ist eine Sprache nur eine Sprache.

    38. Spiegelfechter schrieb am 3. Dezember 2008 at 13:43 - Permalink

      @Lemmy

      Da kommt von der anderen Seite, warum denn die Philosophie/Geschichte/Biologie/Kunst etc. Experten keine mathematischen oder informatischen Texte lesen.

      Warum sollten sie? Ich lese auch keine Fachtexte des Klemptnerhandwerks und bediene einen Wasserhahn und die Klospülung.

      Rein praktisch wüßte ich für einen sinnvollen Begriff wie Dependency Injection einfach keine deutsche Übersetzung. Die wird auch nicht benötigt.

      Die wird dann benötigt, wenn Du mit Externen kommunizierst, die Cojones haben und sich nicht von Fachwörtern beeindrucken lassen. Wenn mein Wasserhahn kaputt ist, zwinge ich den Klempner auch, mir seine Fehleranalyse und seine Pläne, den Fehler zu beheben in einer verständlichen Sprache vorzutragen. Ansonsten gibt es keinen Auftrag.

    39. orion schrieb am 3. Dezember 2008 at 14:19 - Permalink

      Mhh, die deutsche Sprache wird wohl Fremdsprache im eigenen Land. Warum soll ein integrationswilliger “Neudeutscher” denn noch eigentlich Deutsch lernen??? Fragen richten sie bitte an unsere Großen Denker und Innenminister!

    40. Neu hier schrieb am 3. Dezember 2008 at 14:22 - Permalink

      Da man nun immer mehr Freiheitsrechte aus dem Grundgesetz streicht, findet sich wohl mehr Platz für solchen Hunbug…
      Ich hoffe die “Kameradenpartei” wird von den Wählern böse abgestraft!!

      Es scheint immer mehr in Mode zukommen an dem Grundgesetz rumzuschrauben, meiner Ansicht nach gehört jeder der nur den Gedanken pflegt “Änderungen” an dem Grundgesetz vorzunehmen in den Bau, und ein Herr Schäuble der immer mehr Ähnlichkeit mit einem gewissen Herrn (:=0) hat, sogar an den G_lg_n……

    41. Lemmy Caution schrieb am 3. Dezember 2008 at 14:28 - Permalink

      Die wird dann benötigt, wenn Du mit Externen kommunizierst, die Cojones haben und sich nicht von Fachwörtern beeindrucken lassen. Wenn mein Wasserhahn kaputt ist, zwinge ich den Klempner auch, mir seine Fehleranalyse und seine Pläne, den Fehler zu beheben in einer verständlichen Sprache vorzutragen. Ansonsten gibt es keinen Auftrag.

      Begrifflichkeiten wie Dependency Injection, Konzepte wie Objekt Orientierung, Aspekt Orientierung, Agile, etc. führen aber als Konzepte aus dem rein Funktionalen heraus.
      Der hier erwähnte Humboldt hat sich ja sehr wohl mit den mathematisch-naturwissenschaftlichen Entwicklungen seiner Zeit vertraut gemacht.
      Das als schmutzige Hilfswissenschaft für die auf einem höheren Niveau stattfindende Geschichts-, Politikwissenschaft und Philosophie zu sehen, akzeptiere ich genauso wenig wie die beliebte Meinung unter technisch-naturwissenschaftlichen Studenten, den Studenten anderer Fächer die Logikfähigkeit abzusprechen, da Logik in einer “reinen” Form eben nur durch Mathematik geschult wird.

      Oder z.B. besitzt chilenisches Spanisch eine Menge zusätzlicher Wörter (bzw. Galaxien: cagar und huevon/weon), Redewendungen, Aussprachen, die sich z.T. aus dem englischen entlehnen (z. B. zorry). Eigentlich sind solche Neuschöpfungen auch ein Beweis für die Lebendigkeit von Sprache.

    42. Spiegelfechter schrieb am 3. Dezember 2008 at 14:43 - Permalink

      @Lemmy

      Begrifflichkeiten wie Dependency Injection, Konzepte wie Objekt Orientierung, Aspekt Orientierung, Agile, etc. führen aber als Konzepte aus dem rein Funktionalen heraus.

      Sehr schön, warum auch nicht. Wenn ich ein potentieller Kunde von Dir wäre, würde ich die Eieruhr auf fünf Minuten stellen – so viel Zeit hättest Du dann, mir auf Deutsch(!) zu erklären, warum ich Dein Produkt brauche. Wenn Du es nicht schaffst, mein Interesse zu wecken, brauche ich auch Dein Produkt nicht ;-)

      Ich habe auch keine Ahnung, was ein “Flansch” ist, aber wenn der Herr Kemptner mir erklärt, dass ich ohne dieses Zauberding kein Wasser bekomme, da er die Rohre nicht verbinden kann, sehe ich ein, warum ich so etwas brauche. Wenn er aber von der Notwendigkeit der Konnektivität unter Pipelines im vertikalen Supplybereich schwadroniert, kriegt sein deutschsprachiger Konkrrent den Auftrag. Leider haben “wir” Euch IT-Fraggles da einen zu großen Freiraum gegeben. Deutsch für ITler – das wäre doch mal was für Euer Human Ressource Management ;-)

    43. Lemmy Caution schrieb am 3. Dezember 2008 at 14:57 - Permalink

      Sehr schön, warum auch nicht. Wenn ich ein potentieller Kunde von Dir wäre, würde ich die Eieruhr auf fünf Minuten stellen – so viel Zeit hättest Du dann, mir auf Deutsch(!) zu erklären, warum ich Dein Produkt brauche. Wenn Du es nicht schaffst, mein Interesse zu wecken, brauche ich auch Dein Produkt nicht ;-)

      Du kannst ja auch meine Stundensätze nicht bezahlen ;-)
      Meine Kunden wissen zumeist, was dependency injection ist… Die übrigen kennen es vom Hörensagen und Vertrauen mir einfach.
      Darum gehts mir aber nicht.
      Ich finds ein wenig arrogant von anderen (Handwerkern, IT-Fachleuten) zu fordern, dass sie sich mit Geschichte, deutscher Philologie, deutscher Literatur, Philosophie, etc. auseinanderzusetzen, während man sich selbst recht hochnäßi über diese Bereiche herzieht.
      Das steht übrigens auch im krassen Widerspruch zu in diesem Thread gerne angeführten Humboldt.
      Ich hab jedenfalls in ausgedehnten und tiefgreifenden Wohnungs-Renovier-Sessions interessantere Sachen gelernt als bei einer Heinrich Heyne Lektüre.

    44. Spiegelfechter schrieb am 3. Dezember 2008 at 15:06 - Permalink

      @Lemmy

      Du kannst ja auch meine Stundensätze nicht bezahlen ;-)

      Da habe ich ja Glück, dass Du Deine Kommentare hier “pro bono” schreibst ;-)

      Meine Kunden wissen zumeist, was dependency injection ist? Die übrigen kennen es vom Hörensagen und Vertrauen mir einfach.

      … und da fängt das Problem an, aber wir kommen vom Thema ab ;-)

      Ich finds ein wenig arrogant von anderen (Handwerkern, IT-Fachleuten) zu fordern, dass sie sich mit Geschichte, deutscher Philologie, deutscher Literatur, Philosophie, etc. auseinanderzusetzen, während man sich selbst recht hochnäßi über diese Bereiche herzieht.

      Da hast Du mich missverstanden – es geht nur darum, dass diese Berufsgruppen sich verständlich artikulieren können sollten. Ist das etwa zu viel verlangt?

      Ich hab jedenfalls in ausgedehnten und tiefgreifenden Wohnungs-Renovier-Sessions interessantere Sachen gelernt als bei einer Heinrich Heyne Lektüre.

      Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen … ;-)

    45. postgrün schrieb am 3. Dezember 2008 at 15:07 - Permalink

      @Warum ist ?Handout? prägnanter als ?Thesenpapier?? Warum ist das ?Job-Center? weniger umständlich als die ?Arbeitsvermittlung??

      Na, zähl mal die Silben. Aber ansonsten hast du natürlich recht. Mit Denglish soll wohl auch immer eine gewisse Weltläufigkeit suggeriert werden, oder erreicht – gibt ja beides. So wie Nazis dann vom “Weltnetz” schwadronieren, durch das auch sie mittels asiatischer Technik und US-Infrastruktur surfen. Und auch sonst geht es wohl eher um den emotionalen Gehalt, als um die vermittelte Information selbst. Der facility-manager ist ja auch deswegen so albern, weil er in seiner realen Gestalt doch nur wieder der alte, mürrische Hausmeister Kruse ist: Es funktioniert einfach nicht.

      Nur staatliche Regulierungsversuche sind da wohl unangebracht: Die Bürger, denen an einem korrekten und klassischen Deutsch viel liegt, mögen es sprechen und schreiben. Diejenigen, die auch gern mal nen Lehnwort importieren oder krasse neue Wörter und Sprachhybride bilden, sollen das tun, wie sie lustig sind. Ihre Anliegen habe ich bisher auch so verstanden. Der ganze Verfassungsvorstoß und auch diese Diskussion hier scheint mir nur von der CDU so gewollt zu sein. Man stimmt ihr zu, und sie kreidet sich selbst die Kompetenz dafür an. Es mag ja alles richtig sein, oder eben nicht – aber haben wir nicht eigentlich ganz andere Sorgen? Das meine ich. Statt über BKA-Gesetz oder das Ende des Neoliberalismus sollen wir lieber über die gute deutsche Sprache sinnieren. Und tun es ja auch gerade.

    46. Spiegelfechter schrieb am 3. Dezember 2008 at 15:16 - Permalink

      @postgrün

      Was kann der Staat da tun? Er kann z.B. in seinem eigenen Wirkbereich Sprachverhunzung vermeiden. Auch in den Amtsstuben und den Ministerien ist dieser Unfug ja bereits vorhanden – von der staatseigenen Deutschen Bahn (“Surf & Rail”, “DB Carsharing”, “Call A Bike Standort”) gar nicht zu reden.

      Es mag ja alles richtig sein, oder eben nicht – aber haben wir nicht eigentlich ganz andere Sorgen? Das meine ich.

      Es gibt immer “wichtigere” Dinge, aber das Leben ist nun einmal nicht monokausal. Die Welt wird auch nicht besser, wenn wir hier jeden Tag die “Systemfrage” diskutieren *g*

    47. postgrün schrieb am 3. Dezember 2008 at 15:40 - Permalink

      Es verhält sich ja aktuell eher so, dass die Systemfrage von selber durch purzelnde Kurse und abstürzende Indizes ihr hässliches Haupt erhebt, und die CDU aus genau diesem Grund, übrigens zum x-ten Mal in immer neuen Variationen, unbedingt den Kopf in den Sand stecken und lieber über die Leitkultur diskutieren will, während sie gestern noch die “Chancen der Globalisierung” pries. Es ist ja auch weniger ein Riss innerhalb der Elite, als ein Einbindungsspagat. Die CDU blinkt nach rechts, Frau Merkel winkt gleichzeitig den Grünen zu, und schwarzgelb liegt (allerdings nur laut Güllner, dem alten Seeheimer) mit 50% vorn.

      Für das Bahnmanagement würde man sich allerdings nicht nur wegen ihrem grauenhaften Denglish mal ein Tribunal wünschen, wo es vor dem Bahneigentümer und Souverän Rechenschaft über sein übles Treiben ablegen müsste. Aber ich denke, weder CDU noch SPD würden das wollen. Der Staat könnte ansonsten ja einfach alte und neue Kultur staatlich mehr fördern, statt dies von “engagierten Bürgern”, also den Reichen, zu verlangen, denen er dafür die Steuern erlässt. Medien-Gremien, wie sie bereits existieren, könnten mehr Niveau von den Privatsendern verlangen. Ihr Programm mit einem Strafpunktesystem beurteilen, das finanzielle Folgen hat, und so “Anreize schaffen”. Aber da sei die Kumpanei der CDU mit den Privatsendern vor. Das sind ja tüchtige Unternehmer, die eher weniger Bürokratie brauchen, oder, liebe CDU?

      Ich habe im Übrigen sowieso eher den Eindruck, dass ein “gutes” Deutsch momentan mehr als Statussymbol bei der Jugend gilt, als die “Ey, Alder”-Orgien der 90er. Die haben das schon verstanden, dass das den Marktwert schmälert. So ein großer Handlungsdruck besteht also gar nicht.

    48. Lemmy Caution schrieb am 3. Dezember 2008 at 15:44 - Permalink

      Sehr schön, warum auch nicht. Wenn ich ein potentieller Kunde von Dir wäre, würde ich die Eieruhr auf fünf Minuten stellen – so viel Zeit hättest Du dann, mir auf Deutsch(!) zu erklären, warum ich Dein Produkt brauche.

      … sagte der Finanzderivataufkäufer zum Finanzderivatverkäufer.

      Aber Spaß bei Seite. Die Leistung moderner IT Elemente leitet sich ja eher in nicht-funktionalen Anforderungen wie Integrierbarkeit, einfache Erweiterbarkeit, Wartbarkeit, Ausfallsicherheit, Responsivität, etc. ab. Und diese Punkte lassen sich eben selten in 5 Minuten abfrühstücken. Für eine effizientere Kommunikation über diese Anforderungen hat sich eben eine Fachsprache entwickelt. Ohne ein gewisses Grundwissen läßt sich da eh kein vernünftiges Gespräch führen. Das Grundwissen manifestiert sich in der Kenntnis der entsprechenden Fachtermini (ob die nun Anglizismen sind oder nicht).

    49. Spiegelfechter schrieb am 3. Dezember 2008 at 15:51 - Permalink

      @postgrün

      [...] die CDU aus genau diesem Grund, übrigens zum x-ten Mal in immer neuen Variationen, unbedingt den Kopf in den Sand stecken und lieber über die Leitkultur diskutieren will

      Die Gleichtung “Deutsche Sprache” gleich “Leitkultur” will mir nicht in den Sinn – außerdem kann man das Thema doch auch ohne CDU und pipapo diskutieren.

      Der Staat könnte ansonsten ja einfach alte und neue Kultur staatlich mehr fördern, statt dies von “engagierten Bürgern”, also den Reichen, zu verlangen, denen er dafür die Steuern erlässt. Medien-Gremien, wie sie bereits existieren, könnten mehr Niveau von den Privatsendern verlangen. Ihr Programm mit einem Strafpunktesystem beurteilen, das finanzielle Folgen hat, und so “Anreize schaffen”.

      Siehste mal – da haben wir schon ein interessantes Thema, ganz ohne Parteipolitik.

    50. misterL schrieb am 3. Dezember 2008 at 16:51 - Permalink

      @All ITler hier.

      Als IT-ler darselbst bin ich es noch gewohnt mit Anwendern in diesem Lande Worte zu wechseln und nicht nur zum Showsprech zur Überhöhung der vermeintlich (?) eigenen Professionalität und Fähigkeiten.

      Wenn es mir nicht gelingt einen durchschnittlichen Anwender (das sind oft IT inkompetene Schwadronierer im Managerkostüm) zu mehr richtiger, eigener (Entscheidung-)Kompetenz zu befähigen, bin ich falsch, nicht der Anwender/Manager. Je weniger verständlich ich das Wort schwinge, umso weniger werde ich mein Ziel erreichen. Wenn ich dann am Ende in der eigenen Soße bade (und schleime), habe ich nichts verstanden – und der Anwender/Manager erst recht nichts. Konsequenz: massenhaft Frust und/oder Fehlentscheidungen.

      Dreschen von hyper important Headlines ohne Background ist eben das was es ist. hohles Geschwaffel. :-) Auch in der IT-Welt.

    51. Lemmy Caution schrieb am 3. Dezember 2008 at 17:20 - Permalink

      Dreschen von hyper important Headlines ohne Background ist eben das was es ist. hohles Geschwaffel. :-) Auch in der IT-Welt.

      Ich bestreite den Automatismus. Sprache hängt natürlich von den Teilnehmern der Kommunikation ab. Mit Anwendern benutze ich selbstverständlich eine andere Sprache als mit Fachkollegen.
      Aber in einem Gespräch eines Teams von Deutschen, die eh in einem internationalen Projekt arbeiten, sagen wir oft “requirements” statt “Anforderungen”, ohne dass damit irgendjemand damit beeindrucken will. Das globalisierte Sein bestimmt eben das Bewußtsein und somit auch die Sprache.

      Oft verbirgt sich hinter dem Widerstand gegen anglizistischen Begriffe uch aeine Weigerung sich mit neuen Konzepten auseinanderzusetzen. Die Welt ist eben ambivalent.

      MisterL: Kennst Du eine Übersetzung für den Fachterminus “Dependency Injection”?

    52. scipio schrieb am 3. Dezember 2008 at 17:31 - Permalink

      @spiegelfechter

      Merkwürdig, dass diese Denglish -Diskussion immer wieder hochkommt. Dabei hat die legendäre Modetante Jil Sander bereits in den 90- ern vorgemacht, wie´s richtig geht, nämlich im Magazin der FAZ:

      “Mein Leben ist eine giving-story. Ich habe verstanden, daß man contemporary sein muß, das future-Denken haben muß. Meine Idee war, die hand-tailored-Geschichte mit neuen Technologien zu verbinden. Und für den Erfolg war mein coordinated concept entscheidend, die Idee, daß man viele Teile einer collection miteinander combinen kann.
      Aber die audience hat alles von Anfang an auch supported. Der problembewußte Mensch von heute kann diese Sachen, die refined Qualitäten mit spirit eben, auch appreciaten. Allerdings geht unser voice auch auf bestimmte Zielgruppen. Wer Ladyisches will, searcht eben nicht bei Jil Sander. Man muß Sinn haben für das effortless, das magic meines Stils.”

      Quelle: Dieter E. Zimmer, Deutsch und anders-die Sprache im Modernisierungsfieber/ Reinbek 1998

    53. whamburg schrieb am 3. Dezember 2008 at 17:42 - Permalink

      @Lemmy Caution:
      ganz einfach ?Dependency Injection? ist eine Abhängigkeitsspritze ;-), so hätte das jedenfalls IBM übersetzt. Ein deutsches OS/2 war einfach zum Kringeln.
      Zwanghaftes Übersetzten ist genauso blöd wie Denglisch/Neusprechdeutsch. Das einfache Rauskotzen von Schlagwörtern ist auch nicht besonders hilfreich, Bullshit-Bingo halt.

    54. Degnaphta schrieb am 3. Dezember 2008 at 17:50 - Permalink

      Jetzt wenden ?wir? den Darwinismus also auch schon auf Sprachen an? Sehr bedenklich.

      Jede Münze hat zwei Seiten. Zum einen hat eine Sprache eine Lebendigkeit, die eben auch das Ende derselben impliziert.
      Hier in meiner Ecke wird vornehmlich Hochdeutsch gesprochen. Daneben existieren noch Dänisch, Friesisch und Plattdeutsch. (OK, Migranten haben auch Russisch, Albanisch, Türkisch uä mitgebracht, aber das sind eher Randerscheinungen für diese Betrachtung) Hochdeutsch ist hier sozusagen das verbindende Element zwischen den anderen Sprachen. Die lokale Metropole war vor knapp einem Jahrhundert dreisprachig. Dänisch hört man fast gar nicht mehr. Friesisch hat zwar eine gewisse Wiederbelebung erfahren, weil sich die Leute der kulturellen Bedeutung bewußt wurden, aber das reicht nicht um diese Sprache am Leben zu erhalten, da sie nicht einmal neuzeittauglich ist. Außerdem gibt es weeringer Freesch (nördlich der Metropole), mooringer Frash (südlich der Metropole), Ömring (auf Amrum üblich), Feering (auf Föhr) sowie Sölring (auf Sylt), die alle eines gemeinsam haben und zwar: sie sind nicht kompatibel.
      Die durch Vereine und staatliche Kulturerhaltungsmaßnahmen geförderten Lebenserhaltungsversuche haben das mooringer Frash ‘zum Standard’ gemacht. Das kann man sogar in Kiel an der Uni studieren. Ist aber irgendwie Quatsch, da man außer in Rüsem-Loonham (hier sind die Ortsschilder auch alle mehrsprachig) fast nirgends mehr durchs Leben kommt mit dem alten Kram. Zumal Friesisch auch ausschließlich dazu geeignet ist, sich über Landwirtschaft oder Fischerei zu unterhalten. Ob sie für die industrielle Hochleistungslandwirtschaft taugen, bezweifel ich mal aus dem Bauch heraus. Saatkombination oder Pestizid oder Vergüllungsprozeß wird es auf friesisch höchstens als neu ersonnene Kunstwörter geben, die man möglicherweise in Kiel an der Uni kennt, aber nicht der Treckerfahrer vom Lohnunternehmer.
      Meines Erachtens ist das ein sehr geeignetes Beispiel für die Lebendigkeit respektive das Sterbenspotential von Sprachen. Eine gesetzliche Festschreibung kann nur nach hinten losgehen. Wenn nicht jetzt, dann eben bei unseren Urururenkeln.
      Und der so darwinistisch formulierte Anspruch an die Selbsterhaltung durch Tauglichkeit war als Kritik an darwinistischen Argumentationen gemeint, die ja für unsere gesellschaftlichen Rückschritte gerne in den Medien als ‘natürliche’ Entwicklung genommen werden.

      PS: Der Firefox bietet übrigens auch eine Installation auf Friesisch an. Das habe ich mal gemacht, weil ich dachte, es sei supercool. Weit gefehlt, das Friesisch stammt vermutlich aus dem westfriesischen Raum, dürfte damit dem Holländischen nahe sein oder wie auch immer.
      Jedenfalls war das fast wie ein Nagel im Bildschirm.
      Koperje ön Plakke –>> copy’n'paste

    55. Spiegelfechter schrieb am 3. Dezember 2008 at 18:00 - Permalink

      @51 Lemmy

      Das globalisierte Sein bestimmt eben das Bewußtsein und somit auch die Sprache.

      Das ist wohl auch der Grund warum die “Masters of the Universe” der IT-Branche halbfertige und ungare Produkte auf den Markt werfen, an denen sich der Kunde die Zähne ausbeißt ;-)

      Neben der Finanzbranche, der PR-Branchen (seltsamerweise ist genau in diesen Branchen auch “Denglisch” Standard) zählt die IT-Branche zu den Branchen, bei denen Schein größer als Sein und der Kunde nicht König sondern Opfer ist ;-)

      *duckwech*

      Oft verbirgt sich hinter dem Widerstand gegen anglizistischen Begriffe uch aeine Weigerung sich mit neuen Konzepten auseinanderzusetzen. Die Welt ist eben ambivalent.

      Ganz genau! Und wenn ich mir beispielsweise SAP im “normalen” Firmeneinsatz anschaue, kann ich sehr gut verstehen, warum man sich nicht mit diesen Konzepten auseinandersetzen und das “Bullshit-Bingo” der Konzepter am liebsten abschaffen will ;-)

    56. Spiegelfechter schrieb am 3. Dezember 2008 at 18:05 - Permalink

      @52 Scipio

      *argh*

      Wenn ich mit dieser Dame an einem Tisch säße, bestünde die reale Gefahr, dass ich den Inhaltt meines Glases über ihrem Kopf entleere ;-)

    57. Spiegelfechter schrieb am 3. Dezember 2008 at 18:13 - Permalink

      @Degnaphata

      Als ehemaliger Marinesoldat schätze ich das Friesische und das Platt im allgemeinen sehr ;-)

      Aber der Vergleich hinkt doch ein wenig. Sprachen sind lebendig und Deutsch ist in diesem Lande nun ein mal Verkehrssprache ohne Konkurrenz. Nur weil Wörter aus dem Englischen oder anderen Sprachen ins Deutsche übernommen werden (was ja vollkommen in Ordnung, oder soll ich sagen OK, ist), heißt dies aber nicht, dass die Deutsche Sprache ausstirbt oder gar von der Englischen verdrängt wird. Es ist natürlich töricht, sich gegen neue Wörter zu wehren, aber man sollte schon darauf achten, dass neue Wörter nur dann adaptiert werden, wenn es keine guten alten Begriffe für den Ausdruck gibt.

    58. Degnaphta schrieb am 3. Dezember 2008 at 19:18 - Permalink

      @ Spiegelfechter

      mein Vergleich sollte eigentlich aufzeigen, daß es witzlos ist, eine Sprache per Gesetzbuch, sozusagen mit Gewalt, am Leben zu erhalten.
      An keiner Stelle, meine ich jedenfalls, dürfte sich ein Hinweis von mir finden, daß ich die deutsche Sprache sterben sehe. Die denglischen Auswüchse halte ich zwar teilweise für hochgradig daneben, was bisweilen sogar intensives Fremdschämen bei mir auslöst, aber da baue ich auf den Zahn der Zeit, der solche Sachen wieder zurecht nagen wird. Letztendlich bleibt das über, was funktioniert.
      Und da meines Erachtens die deutsche Sprache so wahnsinnsoberaffentittenultramegageil ist, wird sie allerhand Schwachsinn, der so heranzubranden scheint, an sich ausrollen lassen, wie eine mit guter Grasnarbe versehene Deichböschung mit der richtigen Neigung. Da habe ich volles Vertrauen ins Deutsche.

      Die manchmal seltsam anmutende Sprache der EDVler (Für einen ITler halte ich mich für zu unmodern oder gar altbacken.) ist sicherlich zum größten Teil dem Umstand geschuldet, daß der ganze Kram inklusive zugehörigem marketings (Jippii!) aus dem englisch sprechenden Raum kam. Es gab so schnell so viele neue Elemente mit Namen zu belegen, daß es ja selbst den Erfindern schwer viel, sich jedesmal auf die Schnelle etwas Sinnvolles einfallen zu lassen.
      Gleichzeitig wurde großflächig ins Globalisierungshorn gestoßen, was auch die amerikanische Leitkultur, vor der man sich eigentlich fürchten sollte, wie einen Sturzregen über uns brachte. Da sollte es doch niemanden ernsthaft verwundern, daß sich manch einer als verbaler Modegeck über das für deie sachliche Betrachtung erforderliche Maß mit neudeutschen Begriffen schmückt. Die krasse Frau Sanders macht da mit dem Mund das, was ihre Models gemeinhin auf dem Laufsteg machen. Entwürfe, die für das richtige Leben nicht tauglich sind, vorzuführen, damit da Visionen beim Kunden erzeugt werden, die dann mit Konsum der entschärften Endprodukte dieser Entwürfe bedient werden können. Wahrscheinlich kann die Dame gar nicht anders, weil ihr das Avantgarde Sein im Blut brodelt. Über schrille Künstler aus welchem Bereich auch immer kann man sich aufregen, muß man aber nicht.
      Und die Kundenwelt der EDVler ist so vielfältig wie das Leben selbst. Der eine möchte gerne ein paar Brocken Fachchinesisch hören und telweise auch erklärt bekommen. Der Andere ist froh, wenn er auf ‘standards’ stößt, die ihm bereits in der Tageszeitung begegneten. Der nächste möchte alles ganz genau wissen, aber bitte für Laien. Und wieder welche wollen gar nichts hören. Die wollen einmal den Amortisationszeitraum extrapoliert haben und gut ist.
      Für jede Gruppe gibt es den passenden ITler/EDVler. Einige ITler können sogar flexibel auf mehrere Kundengruppen zugehen. Gute Verkäufer und schlechte Verkäufer, ganz normal.
      Und all das ist keine Gefahr für die deutsche Sprache. Unsere Gasabhängigkeit vom russischen Bären mag mal ganz andere Zeiten und Klänge bringen.

    59. 7schläfer schrieb am 3. Dezember 2008 at 19:33 - Permalink

      Ich finde ja die Baden-Württemberger Aktion “Wir können alles außer Hochdeutsch” immer besonders witzig, ist das, was sie sprechen, gerade das, was sie verneinen zu tun: Hochdeutsch!

    60. aquadraht schrieb am 3. Dezember 2008 at 19:43 - Permalink

      @lemmy: Wenn mir einer mit Sprüchen wie “dependency injection” kommt, bitte ich ihn, in einfacher, auch für Philosophen und Mathematiker verständlicher Sprache (ein axiomatisierter Kalkül ist erlaubt) zu erklären, warum Objektorientierung nicht formalisierbar ist. Meiner Meinung nach ist das die BWL-Injection in die Computerwissenschaften, die Invasion der Mausschubser. Entsprechend zum Erbrechen ist auch der Code. Ich mache schonmal Applikationsanalysen, wo man Code auf Instruktions- oder Netzwerkebene evaluiert.

      Da zeigt sich dann: “pay peanuts, get monkeys”, das war, wo ich das aufschnappte, zwar auf indische Offshorer gemünzt, passt hier aber auch. Also nimm die Nase mal wieder runter, Du Experte. Lern mal Gerätetreiber oder Kernelmodule zu schreiben, oder Firmware. Selbst dann bist Du auch nur ein gewiefter Spezialist, aber immerhin das.

      Nach meiner Erfahrung vertragen sich Philosophen und Mathematiker recht gut, untereinander und auch mit Geisteswissenschaftlern. Bei manchen Naturwissenschaftlern, vor allem aber Ingenieuren, gibt es eine Hochnäsigkeit und Verliebtheit in die eigene Beschränktheit, die schon Angst macht. Schreiend fällt vor allem die komplette wissenschaftstheoretische Ignoranz auf, die man so krass nicht bei den weltfernsten Geistes- und Kunstwissenschaftlern vorfindet. Bei denen nerven eher die Minderwertigkeitskomplexe gegenüber “hard science”, die dann zu peinlichen Versuchen führen, ihre Wissensbereiche zu vernaturwissenschaftlichen.

      Das nur mal als Rundumschlag. Musste mal sein. Grüsse.

    61. Spiegelfechter schrieb am 3. Dezember 2008 at 20:08 - Permalink

      @Degnaphta

      An keiner Stelle, meine ich jedenfalls, dürfte sich ein Hinweis von mir finden, daß ich die deutsche Sprache sterben sehe.

      Ich habe folgenden Satz so interpretiert: “Wenn Deutsch sich am Markt nicht behaupten kann, dann taugt es nicht für diese Welt.”

      Und da meines Erachtens die deutsche Sprache so wahnsinnsoberaffentittenultramegageil ist, wird sie allerhand Schwachsinn, der so heranzubranden scheint, an sich ausrollen lassen, wie eine mit guter Grasnarbe versehene Deichböschung mit der richtigen Neigung. Da habe ich volles Vertrauen ins Deutsche.

      OK, dem mag ich auch nicht widersprechen.

      Die manchmal seltsam anmutende Sprache der EDVler (Für einen ITler halte ich mich für zu unmodern oder gar altbacken.)[...]

      … aber ITler kann man schön Denglisch Eitieler aussprechen, da kommt der urdeutsche Ehdefauhler nicht mit *g* …

      [...] ist sicherlich zum größten Teil dem Umstand geschuldet, daß der ganze Kram inklusive zugehörigem marketings (Jippii!) aus dem englisch sprechenden Raum kam. Es gab so schnell so viele neue Elemente mit Namen zu belegen, daß es ja selbst den Erfindern schwer viel, sich jedesmal auf die Schnelle etwas Sinnvolles einfallen zu lassen.

      Das stimmt sicher – aber wenn die Technik das Leben bestimmt, sollte der Nutzer wenigstens verstehen, um was es geht. Für den Profi ist das natürlich gar kein Problem, aber wenn ich meiner leidlich englisch sprechenden Mutter erklären soll, wie das alles funktioniert und sie die eigentlich (auf englisch) selbst erklärenden Begriffe nicht verstehen kann, wünsche ich mir schon, dass es deutsche Synonyme gäbe. Die Technik kuppelt sich so von breiten Bevölkerungsschichten ab, das ist keineswegs zu begrüßen.

      Wahrscheinlich kann die Dame gar nicht anders, weil ihr das Avantgarde Sein im Blut brodelt. Über schrille Künstler aus welchem Bereich auch immer kann man sich aufregen, muß man aber nicht.

      Richtig

      Und all das ist keine Gefahr für die deutsche Sprache. Unsere Gasabhängigkeit vom russischen Bären mag mal ganz andere Zeiten und Klänge bringen.

      Als Gaskunde kann es einem aber egal sein, welche Sprache der Verkäufer spricht. Aber im Kern hast Du sicher recht – wenn Du Dir das Berlin des 19 Jhds anschaust, wirst Du feststellen, dass sehr viele Deutsche Russisch sprachen. Damals war Russland ein guter Markt (besser als das weit entfernte Äihmörika) und es herrschte auch ein reger kultureller Austausch. Was wird kommen? Wer weiß – vielleicht sprechen wir ja in 50 Jahren ein “Cityspeak”, wie in Blade-Runner?

    62. Spiegelfechter schrieb am 3. Dezember 2008 at 20:13 - Permalink

      @59 7Schläfer

      Ich finde ja die Baden-Württemberger Aktion “Wir können alles außer Hochdeutsch” immer besonders witzig, ist das, was sie sprechen, gerade das, was sie verneinen zu tun: Hochdeutsch!

      Vor rund 1500 Jahren war das so ;-)

    63. 7schläfer schrieb am 3. Dezember 2008 at 20:22 - Permalink

      @62 SF

      Hochdeutsch hat seinen Namen auf Grund der topographischen Gegebenheiten erhalten, analog zum Niederdeutschen. In dem von Dir angesprochenen Zeitraum spricht man noch nicht von Deutsch, das kam erst später ;)

    64. Spiegelfechter schrieb am 3. Dezember 2008 at 20:23 - Permalink

      @7Schläfer

      jo, wir haben beide recht

    65. misterL schrieb am 3. Dezember 2008 at 20:27 - Permalink

      @Lemmy

      “Oft verbirgt sich hinter dem Widerstand gegen anglizistischen Begriffe uch aeine Weigerung sich mit neuen Konzepten auseinanderzusetzen. Die Welt ist eben ambivalent. ”

      Was für ein Kappes. Nur weil irgendeine Marketingabteilung oder ein Akrynomfetschist einen uralten Begriff neu entdeckt hat, wird angliziert, daß die Schwarte kracht. Neue Konzepte in der IT-Welt sind kaum öfter anzutreffen als seltene Briefmarken. Eine anderer pauschal provozierender Vergleich fällt mir gerade nicht ein.

      Bevor Du mit früher kommst. Ich habe auf Lochkarte Programmieren gelernt und heute – JAVA kann ich auch. Netze mache ich VM mache ich und Orga selbstverständlich auch. Das Leben in der realen Welt ist immer noch wie vor 20 Jahren, als ein Mittelständler ein ganz tolles Warenwirtschaftsystem kaufte, keine Ahnung hatte, wie es zu benutzen geht, für Schulungen kein Geld ausgeben wollte und dann von mir ein genauso tolles WaWiSys haben wollte – ganz easy zu bedienen und auf Basis von dbase für DOS.

      Also Vorsicht mit “neuen Konzepten”. Es geht auch in der IT oft genug um die Selbsterfindung. Kommt die freie Welt mit PHP antwortet MS mit NET und Sun mit JSP. Aber alles ganz neu, ganz einmalig, ganz toll. Damit füllt man Bücher, Zeitschriften, Kongresse und kaum ist man auf Stand der Dinge kommt jemand mit was gaaanz neuem aus der Gruft.

      Bleib locker Lemmy – Du fällst womöglich auf eigene Werbegags herein.

      PS Früher hatte man in seinem Lochkartenstapel uU Parameterkarten, die den Programmablauf beeinflussten. Heute verwende ich für unabhängigen Code gerne SQL-Datenbanken, die Einfluss auf die Funktionsweise eines Moduls nehmen. Alles gaaanz neu. ;-)

    66. aquadraht schrieb am 3. Dezember 2008 at 20:36 - Permalink

      @misterL hast ja so recht :) . Ich hab auch noch auf der Uni den Wumpus in Fortran auf Lochkarten gestanzt, und so toll neu sind gerade die lautesten Sachen nicht.

      Aber nu nicht alle den Lemmy dissen :) wo wir schon beim Anglo-Slang sind.

    67. knt schrieb am 3. Dezember 2008 at 20:38 - Permalink

      Die Diskusion geht doch am wirklichen Skandal vorbei. Der wirkiche Skandal ist doch das Reaktionen des CDU Präsidiums auf diesen verbindlichen Parteitagsbeschluß das enorme Demokratiedefizit dieser Partei aufzeigt.

      Ein Präsidium das sich so öffendlich nicht an die Beschlüße ihres eigenen Parteitages halten will, muss doch wegen Parteischädlichem verhalten abgesetzt und ausgeschlossen werden!

    68. 7schläfer schrieb am 3. Dezember 2008 at 20:39 - Permalink

      @SF

      jo, das stimmt zum Teil: es wurde das “normierte” Bühnendeutsch zur Hochsprache erhoben, hatte damals also den Status einer Fremdsprache, was es für sehr viele Menschen immer noch ist, da diese Sprache de facto hauptsächlich geschrieben, aber nicht gesprochen wurde. Heutzutage kann man bei immer mehr Menschen allerdings von einem Muttersprachler “Hochdeutsch” sprechen.

    69. misterL schrieb am 3. Dezember 2008 at 21:43 - Permalink

      Ach a²

      Würden die jecken Selbstdarsteller aus dem Methodenentwicklungslabor endlichen einen Alogithums entwickeln, der Managern abgewöhnen bei jeder Art von System nach der Excel-Schnittstelle zu suchen, um mit den so gewonnen Daten ihre “bessere” Parallelwelt zu basteln – es wäre wirklich etwas fundamental Neues. ;-)

    70. Spiegelfechter schrieb am 3. Dezember 2008 at 22:09 - Permalink

      @misterL

      Siehste mal da haben wir ja das Problem. Die IT-Jecken basteln Werkzeuge, die von den BWL-Jecken nicht bedient werden können und die BWL-Jecken schaffen es nicht, die IT-Jecken dazu zu bringen, etwas zu entwickeln, mit dem sie umgehen können. Katastrophe vorprogrammiert – und woran liegt´s? An der Sprache ;-)

    71. 7schläfer schrieb am 3. Dezember 2008 at 22:14 - Permalink

      @70 SF

      das mag daran liegen, dass die BWL-Jecken eine Sprache sprechen, die sonst niemand anders will^^

    72. aquadraht schrieb am 3. Dezember 2008 at 22:49 - Permalink

      @SF: Ich habe Zweifel. Ich habe Betriebe vor der PC-Zeit kennengelernt. Damals war der BWLer der nicht besonders hoch geschätzte, aber doch geachtete Handwerker, sozusagen der Ingenieur der Kostenrechnung. Er konnte damit auch gut verdienen, auch ins middle management aufsteigen.

      Ohne Klecksel und Pauerpeunt hätte es den BWLer-Hype so nie gegeben, ohne die Möglichkeit, hohle Floskeln mit bunten Bildern zu bemänteln, Tschaats an die Wand zu werfen und all das. Und mit der OO-Programmierung ist die BWL ihrerseits tief in die Informatik eingefallen.

      Logisch, es ist nicht nur die Technologie. Auch Ideologie spielt eine grosse Rolle, die betriebswirtschaftlich orientierte Ökonomisierung der ganzen Gesellschaft und das. Aber trotzdem bilden BWL, Microsoft und Co eine parasitäre Symbiose.

    73. misterL schrieb am 3. Dezember 2008 at 22:50 - Permalink

      Du machst Dir das zu einfach Jens…

      die BWL-Jecken haben beginnend mit dbase und Konsorten bis zu Excel und weniger Konsorten (zur Auswahl) nichts dazu lernen wollen und die DV-Jecken glauben ein neues Zauberwort würde dei BWL-Jecken elektrisieren. Dabei kriegen immer nur PR-Jecken eine neue Ladung Eingebungen mit der man Blasen produzieren kann, die dann die BWL-Jecken wieder auf neue Excel-Ideen bringt, die die DV-Jecken einfach so nicht liefern wollen.

      Der Gag ist, es funktioniert Generations übergreifend. ;-)

      @a² (ich mache es mir hier einfach ;-)) Im Prinzip versuchen BWLer immer wieder mit der Schere ein Nagel in die Wand zu schrauben, obwohl ihnen die DV oft genug unpassende Hämmer liefert. Oder ist es anders? ;-))

      Ernsthafter. Die Bebilderung von Sachverhalten mit einfachen Überschriften ist am Ende weniger Fortschritt, als es vermuten läßt. Die Verarmung bei der Betrachtung von Sachverhalten auf der einen Seite und die Zunahme der Komplexität immer grösserer Organismen ist eine fatale Entwicklung. Das die BWLer zu Excel greifen liegt dann auch weniger am jeweiligen Haussystem, sondern an dem Bedürfnis, die Aussagen zu Fehlentwicklungen (die zB Haussysteme ggf. liefern würden) zu kaschieren – weil so vieles im komplexen, reich bebilderten am inhaltlich nicht begriffenen Organismus falsch läuft.

    74. Gebintit schrieb am 3. Dezember 2008 at 22:54 - Permalink

      Auch ohne Anglizismen kann die deutsche Sprache schwer verständlich sein:

    75. aquadraht schrieb am 3. Dezember 2008 at 22:59 - Permalink

      @73 74 *g* ja so isses ..

    76. Stefan schrieb am 3. Dezember 2008 at 22:59 - Permalink

      @Lemmmy & SF: Na ja, eine gewisse Fachsprache ist schon irgendwie unabdinglich, aber ich finde es nicht so gut, wenn diese Vokabeln auch vor völlig “unbelecktem” Publikum verwendet werden, das diese nicht versteht, das hat dann schon was von Ablenken vom Thema.
      Dennoch wundert es mich, dass unsere Landessprache nicht in unserer Verfassung (na gut, Grundgesetz) stehen soll, es muss doch eine Verkehrssprache geben? Ich habe mich bisher hier in der Schweiz immer köstlich drüber amüsiert, wenn zwei deutschsprachige Schweizer sich nicht verstanden haben (wegen der verschiedenen Dialekte von nur wenige km auseinanderliegender Dörfer), insofern erscheint es mir schon wichtig, einen gemeinsamen Kommunikationsstandard zu haben. Das hat rein gar nichts mit Anglizismen oder Ausländerfeindlichkeit zu tun, es geht nur um Effizienz in der Kommunikation.
      Übrigens, in der deutschsprachigen Schweiz ist in den Schulen Hochdeutsch die Pflichtsprache, theoretisch ist Dialekt nicht erlaubt (wird eh nicht eingehalten), die Eidgenossen sind da eher pragmatischer, die wollen eine klar definierte Verkehrssprache.
      Nun ja, ich gebe zu, ich hab nicht alles vorher gelesen (die Videos waren viel lustiger), vielleicht wiederhol ich mich ja oder bring gar nichts inn die Diskussion ein. In dem Falle, sorry.
      Gruss Stefan

    77. Lemmy Caution schrieb am 3. Dezember 2008 at 23:23 - Permalink

      Was für ein Kappes.

      Könntest Du bitte ein wenig an deinen Manieren arbeiten… Danke.

      Ich kenn Projekte, in denen Leute heute Java so bedienen wie sie es früher unter Cobol gelernt haben. Hab mit dem Unsinn Gott sei Dank nix mehr zu tun.

      Und mit der OO-Programmierung ist die BWL ihrerseits tief in die Informatik eingefallen.

      OO ist also Bestandteil eines BWL Studiums? Interessant.

      Negativität ala MisterL kommt in D immer gut an. Es kommt btw. sicher auch darauf an, in was für Projekten man arbeitet. Zum Glück hab ich mir meinen kindischen Respekt für Dinge wie TestNG, Springframework und mule zum Glück behalten. Naja aber Leute wie MisterL kloppen dann weiter ihre 200 fehlerhaften Zeilen in ihren Editor, die wir dann mit 3 oder 4 abfrühstücken. Aber Fortschritt ist das ja nicht. Weil geht ja auch mit 200. Klar.

      Viele der wirklich wirksamen Konzepte entstehen auch nicht auf Powerpoint-Folien von BWL-Absolventen, sondern nach längerer Konzeptarbeit in Unis durch Praktiker. Aber was soll ich Leuten erzählen, die die Mechanismen der Welt kennen. Ich nämlich nicht. Und es hält mich jung.

    78. Neu hier schrieb am 3. Dezember 2008 at 23:34 - Permalink

      und was wird dadurch besser, wird dann das Plusquamperfekt zur Vorvergangenheit…… also dafür gebe ich meine Stimme nicht her…..

    79. Lemmy Caution schrieb am 4. Dezember 2008 at 00:07 - Permalink

      Entsprechend zum Erbrechen ist auch der Code. Ich mache schonmal Applikationsanalysen, wo man Code auf Instruktions- oder Netzwerkebene evaluiert.

      Oh wie großartig. Ich bin beeindruckt. Warum überprüfst du eigentlich den Code und nicht den vom Compiler generierten Bytecode / Maschinencode, hm? In den Codezeilen wirst du nichts darüber finden, welche Instruktionen in der CPU ausgeführt werden, mein Freund. Und für die “Netzwerkebene” gibts sowieso andere Analyse-Methoden.

      Lern mal Gerätetreiber oder Kernelmodule zu schreiben, oder Firmware. Selbst dann bist Du auch nur ein gewiefter Spezialist, aber immerhin das.

      Gelobt sei, was hart macht. Und nach getaner Arbeit gehst du ins Domina-Studio, oder?
      Wieviel Prozent der in der IT arbeitenden beschäftigen sich damit?
      Und der Rest verdient wie in Indien?
      Na da schein ich ja einfach Glück zu haben.

      Da zeigt sich dann: ?pay peanuts, get monkeys?, das war, wo ich das aufschnappte, zwar auf indische Offshorer gemünzt, passt hier aber auch. Also nimm die Nase mal wieder runter, Du Experte.

      Wer in Deutschland öffentlich einen gewissen Spaß an der Arbeit hat und Respekt vor seiner eigenen Branche, trägt seine Nase hoch.

    80. Spiegelfechter schrieb am 4. Dezember 2008 at 01:11 - Permalink

      @misterL und a²

      Gut, dass ich kein BWLer bin ;-)

      Aber als VWLer versteht man deren Sprache, oder besser, das, was sie dafür halten. Das unterscheidet den VWLer vom ITler, der jenseits der PowerPoint Kaspereien natürlich nicht wissen kann, um was es geht – woher auch, ist das für ihn doch alles Kaperlkrams. Der BWLer kann es dem ITler allerdings auch nicht sagen, da der ITler ebenso borniert ist, wie er selbst und beide sich gegenseitig für Dilettanten halten. Was wir da bräuchten ist interkulturelle Kommunikation ;-)

      Und mal ganz ehrlich: Auch mir ist total egal, ob unter der Haube eines Systems XYZ oder ZYX läuft – ich will nur das das System das macht, was ich will ;-) Und wenn der Herr ITler da Verbesserungsideen hat, dann muss da auch was handfestes herauskommen.

      Ich verstehe auch meinen KFZ-Mechaniker, meinen Klempner und meinen Arzt nicht – diese Jungs verdrehen allerdings nicht die Augen, wenn man ihnen sagt, dass man ihre Sprache auch gar nicht verstehen will, sondern das sie sich so ausdrücken sollen, dass man sie versteht. Da haben die ITler noch sehr viel zu lernen! Aber ich gebe meine Hoffnungen auf – diesbezüglich sind die ITler ebenso lernresistent, wie die BWLer ;-)

      @a²

      Klar, ist das BWLer Speak auch ideologisch geprägt. Aber letztendlich ist BWL nur ein Handwerk und keine Ideologie – das Handwerk lässt sich allerdings nur all zu bereit für eine Ideologie einspannen. Die Gefahr besteht bei den ITlern freilich nicht. Dennoch macht sie das nicht zu “besseren” Menschen ;-)

      Und das ITler von Natur aus etwas von Logik verstünden, wie hier angedeutet wurde, kann ich als jahrelanger TP-Forist und jemand, der sich intensiv mit Rhetorik und Aussagenlogik beschäftigt hat, nur brüsk von mir weisen. Nicht jeder, der einen Hammer hat, kann auch hämmern … oder so ähnlich ;-)

    81. postgrün schrieb am 4. Dezember 2008 at 01:54 - Permalink

      Die ITler sind doch bei weitem nicht die schlimmsten. Eine “garbage collection” ist immerhin hübsch anschaulich.

      Und dann gibts ja noch die Juristen und das Behördendeutsch – gru-se-lig!

      Und Politdeutsch ist auch so ein unverständliches, durchcodiertes Zeugs, das oft so harmlos klingt und Eingeweihten dabei so viel sagt wie Eintragungen im Arbeitszeugnis durch den Personalchef:

      “Wir müssen nach vorne schauen.” (= lasst uns nicht mehr reden über den Murks, den ich/wir gerade wieder fabriziert habe/n.”)

      “Wir müssen Geschlossenheit zeigen.” (=macht die internen Kritiker mal mundtot, innerparteiliche Demokratie unerwünscht)

      XY “ist gestärkt” (=hat erfolgreich auf autoritären Macker gemacht und die Strippen richtig gezogen, und ein DDR-Wahlergebnis erreicht, folgt häufig auf Aufrufe zur Geschlossenheit durch XY)

      XY “ist geschwächt” (=soll bald abserviert werden hat sich geleistet, zurückzuschauen)

      “Wir müssen” (=Ihr sollt)

      “Wir dürfen nicht” (=Ihr werdet nicht, ich werde es verhindern)

      “XY hat seinen Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen angeboten, ich habe zugestimmt. Wir danken XY für seine Arbeit” (und lass dich nie wieder blicken, du Arsch)

      etc.

      Allgemeines Prinzip: Die Hässlichkeiten und Rankünen des politischen Geschäfts sollen für den unbedarften Normalo nach höchster Vernunft und Tugendhaftigkeit klingen, nur Insider sollen verstehen, was wirklich gemeint ist. Das Gegenteil von Transparenz. Und solche Leute wollen mir was über Sprache erzählen? Kehrt mal im eigenen Stall.

    82. Lemmy Caution schrieb am 4. Dezember 2008 at 02:41 - Permalink

      Vielleicht könnte man sich hier mal grundlegend darauf einigen, dass es den ITler, den BWLer, den VWLer nicht gibt?

      ITler, der jenseits der PowerPoint Kaspereien natürlich nicht wissen kann, um was es geht – woher auch, ist das für ihn doch alles Kaperlkrams.

      Zumindest ist das eine falsifizierbare Aussage. Also ich kenne eine Menge ITler, für die Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre kein “Kinderkram” ist. Im Gegenteil. Sie finden das sogar recht interessant.
      Das für mich faszinierende in meinem Job der letzten Jahre war gerade, dass viele konkrete Kostensenkungs- und Qualitätsverbesserungsbestrebungen in der Art wie wir heute Projekte durchführen von IT-Spezialisten kamen, die das Ganze dann auch ökonomisch begründeten.
      Vielleicht keine heroisch-romantischen IT-Experten im teutonischen Sinne, die aus Code-Zeilen CPU-Instruktionen und Verkehr auf der Netzwerkebene herauslesen können. Aber andere schon.

      Und wenn der Herr ITler da Verbesserungsideen hat, dann muss da auch was handfestes herauskommen.

      Am Ende des Tages sicher. Das bestreitet auch keiner. Gegebene Geschäftsprozesse ausreichend zuverlässig, ausreichend umfassend, ausreichend erweiterbar, ausreichend integrierbar zu möglichst geringen Kosten zu unterstützen.
      Nur der Weg, um dort hinzukommen findet zwischen Ökonomie und Informatik statt.

      Du scheinst einem Modell zu folgen, in dem ein ökonomisch geschulter Mensch der anderen Art auf der anderen Seite der Wand eine hinreichend definierte Aufgabe zuwirft und die das dann in der vorgegebenen Zeit wieder über die Wand zurückwerfen. So läufts da draussen aber nicht.

      Ich denke jeder von uns ist irgendwo ideologisch geprägt.
      Wir sind darauf angewiesen offen miteinander zu kommunizieren. Ohne diese gemütlichen Vorurteile.

    83. Goldener Reiter schrieb am 4. Dezember 2008 at 04:58 - Permalink

      @33 scipio:

      Um Dir erst einmal in Deinem Stil zu antworten:
      Um sich ueber die Union aufzuregen, braucht man nichts zu erfinden, dafuer liefert sie Gruende genug.

      Aber nun mal wieder sachlich und ohne Polemik:
      Auch in der Form ?Die Sprache der Bundesrepublik ist Deutsch.? ist ein Grundgesetzartikel immer noch normativ, nicht deklarativ.
      Verfassung normiert, indem sie Kompetenzen und Aufgaben des Staates festlegt.
      Obiger Artikel wird somit nicht als pure Deklaration von etwas selbstverstaendlichem aufgefasst werden!
      Ansonsten waere er naemlich nicht nur sachlich, sondern auch juristisch ueberfluessig.

      Weiterhin ist Verfassungsrecht immer auslegungsbeduerftig.
      Wenn Du dich einmal ein bisschen mit der Auslegung unserer Verfassung beschaeftigst, wirst Du feststellen, dass der reine Wortlaut dabei nur ein kleines Element darstellen.
      (Polemisch ausgedrueckt: der Wortlaut ist Nebensache. Aber Polemik will ich hier ja eigentlich vermeiden.)

      Bei der Auslegung wird man unter anderem auch die Entstehungsgeschichte und die Absicht des Gesetzgebers heranziehen (historische/teleologische Auslegung).
      Und was sind wohl die Beweggruende der Union fuer diesen Antrag?
      Es geht schlichtweg um “Leitkultur”, wie auch aus der Aesserung von Otto Wulff (Vorsitzender der Senioren-Union) hervorgeht: “Sprache ist doch das hoechste Kulturgut.”

      Damit haetten wir dann einen Artikel im Grundgesetz, der sich wunderbar als Legtiomation fuer demagogischen Aktionismus eignet.

      Mag ja sein, dass meine Befuerchtungen ueber das Gefahrenpotential dieses CDU-Vorstosses ueberzogen und unbegruendet sind. Es waehre mir aber doch sehr lieb, wenn Du dann dafuer eine objektive Begruendung darlegen wuerdest, anstatt mich durch Unterstellungen persoenlich anzugreifen.

      Dann koennte ich mich naemlich etwas abregen…

    84. misterL schrieb am 4. Dezember 2008 at 07:32 - Permalink

      Moin Lemmy.

      Hoffentlich wieder etwas entkrampfter bei der Sache. :-) Ich halte mich für einen Realisten. Aber es ist bei den Evangelisten jedenweden Fach.- und Glaubensgebiet wohl so, dass sie Realismus für “Negativismus” halten.

      Was die Führungskräfte um mich herum in den letzten 20 Jahren (es waren nicht wenige) so um mich rum vereint, war folgendes: Achtung: keep it simple und es muss die richtigen Zahlen liefern. Das ganze bitteschön pronto und “ich” will nicht wissen wie es geht. Ob Deine Software hochgradig komplex 35.6 Zeilen oder hin geworfene 351 hat – ist völlig schnurz piep egal. Das interessiert allenfals das eigene Ego. Das wird aber zu keinem Zeitpunkt abgerufen oder bezahlt.

      Natürlich verändert IT und BWL die VWL. Mächtig sogar in beide Richtungen. Ursache dafür ist aber weder die ideologiefrei (lächerllich ;-)) IT oder die idelogiefreie BWL (noch lächerlicher ;-) sondern die reinen Ideologie, also bestimmte einflussreiche Teile der VWL. :-))

    85. Jörg Friedrich schrieb am 4. Dezember 2008 at 08:22 - Permalink

      … wobei das, was der Stoiber da gesagt hat, in diesem Falle und ausnahmsweise gar nicht so falsch war. Und auch die stete Wiederholung des merkwürdigen Begriffes “Kompetenz-Kompetenz” war in diesem Falle ein erlaubtes und akzeptables Stilmittel.

    86. misterL schrieb am 4. Dezember 2008 at 08:39 - Permalink

      @All – mal wieder ernsthaft statt diesem IT/BWL/VWL-Geplänkel.

      Wenn ich mir so durch den Kopf gehen lasse, was die CDU so grundsätzlich zur Wirtschaft.- Steuerpolitik beschlossen hat. Steuerreform Version 7.0a wieder einmal ein Wahlkampfthema und wie wir uns mit unserer Heimatsprache Land auf, Land ab befassen – wovon sollen wir abgelenkt werden?

    87. Goldener Reiter schrieb am 4. Dezember 2008 at 10:04 - Permalink

      Mich erschreckt es, dass die Reaktion auf ein Vorhaben, ohne Grund und Sinn an der Verfassung herumzuwurschteln, nur eine Diskussion ueber BWLer- und ITler-Denglisch ausbricht.

      Natuerlich, die Unfaehigkeit der Union, sinnvolle Politik zu betreiben, verdient Spott.
      Genauso ist es sicherlich berechtigt, den Witzfaktor gewisser Fachsprachen auszuloten.

      Aber: hinter dem Thema steckt mehr!

    88. Lemmy Caution schrieb am 4. Dezember 2008 at 10:05 - Permalink

      Was die Führungskräfte um mich herum in den letzten 20 Jahren (es waren nicht wenige) so um mich rum vereint, war folgendes: Achtung: keep it simple und es muss die richtigen Zahlen liefern. Das ganze bitteschön pronto und ?ich? will nicht wissen wie es geht. Ob Deine Software hochgradig komplex 35.6 Zeilen oder hin geworfene 351 hat – ist völlig schnurz piep egal. Das interessiert allenfals das eigene Ego. Das wird aber zu keinem Zeitpunkt abgerufen oder bezahlt.

      Ich arbeite in ziemlich unterschiedlichen Projekten. Stell dir vor, du entwickelst mit insgesamt 110 Leuten an einem Produkt, das an sehr viele Kunden ausgeliefert werden soll. Da können kleine Ungereimtheiten zu sehr hohen Kosten führen. Da bekommt dann sowas wie hohe Codequalität einen ganz anderen Stellenwert und dient sicher nicht primär der Befriedigung des Egos des Entwicklers.
      Ich halte deinen Diskussionsstil für ein wenig problematisch. Du schliesst von den Prioritäten deines Arbeitsplatzes auf die Prioritäten sämtlicher IT Projekte in Deutschland und pappst an das ganze dann ein Schild “Realismus”.

    89. Gruss schrieb am 4. Dezember 2008 at 10:29 - Permalink

      Hallo,

      im Zuge der Finanzkrise und der in ihr liegendenden anglo-amerikanischen “Verprachbeutelung”, werden sich die kontinentalen europaeischen Sprachen wieder erholen und in einigen Jahrzehnten wieder verstaerkt gesprochen werden.
      Wer will schon diesen amerikanischen Finanz- und Sprachfirlefanz weiterhin nutzen, wo er doch so boeses leid ueber uns geschuettet hat?

      http://www.leap2020.eu/Welche-Sprachen-werden-die-Menschen-in-Europa-im-Jahr-2025-sprechen-F%C3%BCr-die-nachsten-zwanzig-Jahren-zeichnen-sich_a1035.html

      Gruss
      DD

    90. Peinhard schrieb am 4. Dezember 2008 at 10:58 - Permalink

      @87

      “Aber: hinter dem Thema steckt mehr!”

      Allerdings, und zwar noch mehr Ausgrenzung und ‘divide et impera’. Es ist klar, dass die zZt wie wild in die Gegend geblasenen Rettungsmilliarden eher über kurz als lang zu neuen ‘Sparanstrengungen’ führen werden, zu einem noch rigideren Sozialregime, zu noch mehr Gedrängel in der ‘Mitte’. Die repressive Krisenverwaltung lässt grüßen, und sie braucht ‘Schuldige’.

    91. misterL schrieb am 4. Dezember 2008 at 11:27 - Permalink

      @Lemmy

      Ich halte deinen Diskussionsstil für ein wenig problematisch. Du schliesst von den Prioritäten deines Arbeitsplatzes auf die Prioritäten sämtlicher IT Projekte in Deutschland und pappst an das ganze dann ein Schild ?Realismus?.

      Cool down. ;-) Es gibt viele Realitäten. Ich habe eine Kennen lernen dürfen, da wurde bereits “Werbung” in einem Fachmagzin gemacht, wobei das Produkt über das Prototyping nicht hinaus – ging auf Folien. Es handelte sich um eine neue Programmiersprache mit sehr illustren Mitwirkenden. Mehr sag ich nicht. Ist aber schon ein paar Jahrezehnte her. Aber er Begriff “orthogonale liste” fiel mindestens in jedem zweiten Absatz in irgendwelchen Gesprächen war wichtig.

    92. Laura schrieb am 4. Dezember 2008 at 11:43 - Permalink

      Es war nicht nur eine “kostenlose” Ablenkung von der Alltagspolitik und ihren Problemen, sondern auch eine sehr einfache. Könnte man fast Flucht nennen.

    93. Lemmy Caution schrieb am 4. Dezember 2008 at 11:50 - Permalink

      misterL, ich bin ganz ruhig.
      Kannst Du mir bitte erklären, was dein anekdotisches Einzelbeispiel mit meiner Kritik an deinem generalisierendem Argumentationsstil zu tun hat?

    94. Spiegelfechter schrieb am 4. Dezember 2008 at 12:50 - Permalink

      @all

      Um das Thema IT-Kasper und BWL-Kapser abzuschließen:

    95. misterL schrieb am 4. Dezember 2008 at 13:43 - Permalink

      @Jens #94

      *lol* :-)))

    96. Lemmy Caution schrieb am 4. Dezember 2008 at 13:45 - Permalink

      … die sehr spezielle Heise Sicht…
      auch eine Form von Populismus ;-)
      Seit 7 Jahren keine Zeitung dieses Verlages mehr gekauft.
      Lieber über etwas ernsthaftes reden wie der heroische Kampf von Hugo Chavez für die Armen Venezuelas ja ja ja. Oder der Vorbildcharakter Rußlands. ja ja ja. Oder die Errungenschaften der kubanischen Revolution ja ja ja.

    97. Spr.i.t.Z. schrieb am 4. Dezember 2008 at 14:53 - Permalink

      @ Lemmy Caution

      …warum so verbissen, es beißt Dich doch niemand!
      Lach doch mal wieder…z.B. über Dich selber: Modern Man…

    98. Lemmy Caution schrieb am 4. Dezember 2008 at 15:31 - Permalink

      Ich amüsier mich hier schon sehr gut.
      Vermutlich hab ich einen subtileren Humor als du ja ja ja
      Noch besser wärs natürlich, wenn MisterL mal meine Frage beantworten könnte…

    99. misterL schrieb am 4. Dezember 2008 at 15:51 - Permalink

      @Lemmy

      Das Belustigungsthema ist durch. Hier wird dazu meinerseits nix mehr beantwortet.

    100. Lemmy Caution schrieb am 4. Dezember 2008 at 16:06 - Permalink

      Schade. Wäre eine Chance für dich, dich von deiner – sagen wir – geraden Art die Dinge zu sehen, ein wenig zu öffnen.

    101. Spr.i.t.Z. schrieb am 4. Dezember 2008 at 16:44 - Permalink

      @ Lemmy Caution

      … ich bin Dir noch etwas schuldig:

      den Modern Man…

      http://www.youtube.com/watch?v=jCljFYn3zTY

      nimms mit Humor!(ca.1:30)

    102. Lemmy Caution schrieb am 4. Dezember 2008 at 17:29 - Permalink

      Keine Sorge, da find ich mich da sicher nicht wieder.
      Im übrigen hat dieser 4 GB RAM Red Hat Linux Sportwagen eines Lapptops überhaupt keine Soundkarte.
      Werds mir aber später gerne anschauen.
      Zwischen System-Verzweiflern und völlig außengesteuerten Identitätslosen existiert ein breites Kontinuum. Sei dessen unbesorgt.

    103. Bunny Beam schrieb am 4. Dezember 2008 at 20:25 - Permalink

      my mobile phone is very handy !!
      otherways i speel all in German
      phonetics!
      better then looks like blame
      hatt hier einer ahnung wie ich unter suse linux ein codec für totem
      oder xine installieren kann.
      Möchte auch kommentare in meinen mediaplayer sehen können.
      Novel hat das zum echten problem erklärt und daher werde ich diese
      distribution nicht mehr unterstützen.

    104. Strahlender Hase schrieb am 4. Dezember 2008 at 20:48 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Nope, ich tagge das als Customer Relationship Management. Gerade im Nonprofit New Media Business muss man seine Brand Awareness durch ein Content-Management hypen, das am Target Market gelevelt werden muss. Und Street-Credibility in der Blogosphere erreicht man durch die Integration von user generated Video-Stream Content .

      Verstanden? *lol*

      Die have uns wat in the water gemacht, ich bin no more firm meiner sprach.
      have du good frustück to heut jens.

    105. Marketing-Tips schrieb am 5. Dezember 2008 at 12:14 - Permalink

      jeder muss im job permanently seine intangible assets mit high risk
      neu relaunchen und seine skills so posten, dass die benefits alle ratings
      sprengen, damit der cash-flow stimmt. Wichtig ist corporate-identity, die
      mit perfect customizing und eye catchern jedes Jahr geupgedatet wird!

      Zitat von Hilmar Kopper, vormaliger Vorstandsprecher der Deutschen Bank

    106. calvin&hobbes schrieb am 7. Dezember 2008 at 00:35 - Permalink

      Ist es Zufall, dass die Regierungspartei CDU ihr Ablenkungsmanöver “Leitkultur” ausgerechnet in der Vorweihnachtszeit wieder vom Speicher holt? Auf Weihnachten zu wird ja alle Jahre wieder so einiges hervorgekramt, das sonst das ganze Jahr eingemottet ruht.

      Ein sprachlicher Leckerbissen von Jochen Malmsheimer:

      Außerdem ist Karneval. Frank Zappa bietet Nonsense vom Feinsten:

      Have fun :-)

    107. Fareus schrieb am 7. Dezember 2008 at 06:57 - Permalink

      Ein guter Grund das Grundgesetz weiter zu verwässern.
      Denn Deutsch hat sich bis zur Kochschau durchgesetzt:

      http://www.youtube.com/watch?v=wGPGSyCreJA

      … und die Call-In-Sendungen sind auch schon verdeutscht:

      http://www.youtube.com/watch?v=rFyZ4VK4sxE&feature=related

    108. antoniofus schrieb am 13. März 2009 at 06:26 - Permalink

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