Kognitive Dissonanzen eines Libertären
geschrieben am 02. November 2010 von Spiegelfechter
Sehr geehrter Herr Habermann,
was für ein Menschenbild muss man eigentlich haben, um einen Artikel wie “Ein seltsames Recht, auf Kosten anderer zu leben!” zu schreiben? Sie bezeichnen sich selbst als “Wirtschaftsphilosoph” – welche Philosophie und welche Ideologie liegt Ihnen eigentlich am Herzen? Sie schreiben in Ihrem Aufsatz in der WELT:
Menschenwürde bedeutet aber zunächst nur die objektive Sonderstellung des Menschen gegenüber den „vernunftlosen“ Tieren und der unbelebten Welt, weil der Mensch überlegt handeln und seinem Leben Wert und Sinn verleihen kann. Menschenwürde ist mit dem Menschsein selber gegeben.
Ihre Definition der Menschenwürde ist keinesfalls neu. Schon die klassischen griechischen und römischen Philosophen hielten die Menschwürde für ein angeborenes – ja göttlich verliehenes – Privileg gegenüber den “vernunftlosen Tieren”, mit dem zwar Pflichten, aber keine Rechte verbunden sind. Aristoteles und Cicero waren allerdings Kinder ihrer Zeit – einer Zeit, in der niemand die Position vertrat, dass alle Menschen zwar nicht gleich, aber zumindest doch gleichwertig sind; einer Zeit, in der die Sklaverei nicht hinterfragt wurde und in der es selbstverständlich war, dass Menschen von ihren Herren wie Nutzvieh behandelt wurden. Diese Zeiten sind glücklicherweise schon lange vorbei. Dabei ist diese Entwicklung auch an der Philosophie nicht spurlos vorbeigegangen. Vor allem die abendländischen Demokratien haben die Gedanken der Aufklärung zur Menschenwürde allesamt in den höchsten Verfassungsrang erhoben. So lautet der erste Artikel des deutschen Grundgesetzes:
(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.
(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.
Dass die Verfassungsväter die Würde des Menschen in diesem Kontext nicht als Pflicht, sondern als Recht sehen, geht dabei aus zahllosen rechtsphilosophischen Kommentaren hervor. Dieser Artikel war den Verfassungsvätern – nicht zuletzt aufgrund der dunklen Vergangenheit unseres Landes – sogar so wichtig, dass sie ihn mit einer Ewigkeitsklausel schützten.
Genauso wie persönliche Freiheit nicht mit gutem Versorgtsein oder Wohlhabenheit korreliert. Man ist nicht unfrei, wenn man ärmlich leben muss – Freiheit verstanden als Freiheit vom willkürlichen Herumkommandiertwerden durch andere Menschen!
Sehr geehrter Herr Habermann, vielleicht sollten Sie sich einmal mit einem Hartz-IV-Empfänger unterhalten, ob seine persönliche Freiheit nicht doch mit seiner materiellen Situation korreliert? Was unterscheidet eigentlich die Sanktionsmöglichkeiten des SGB II von einem “willkürlichen Herumkommandiertwerden”? Ihr Freiheitsbegriff ist leider en vogue – was allerdings nicht heißen soll, dass er dadurch auch nur ein Jota stichhaltiger wird. Freiheit heißt zuallererst immer, sich keinem Zwang beugen zu müssen. Als Anhänger der Lehren von Friedrich August von Hayek kennen Sie sich ja sicher mit der Theorie des Marktes aus. Ganz im Sinne Hayeks ist ein Markt aber nur dann frei, wenn alle Marktteilnehmer auch frei sind – und zwar nicht in einem wie auch immer gearteten philosophischen Kontext, sondern in ihrer Rolle als Marktteilnehmer. Wer nun aber ärmlich leben muss, ist gezwungen, seine Haut auf dem Arbeitsmarkt feilzubieten. Dies ist keine freie Entscheidung, da zur Freiheit auch immer eine Alternative gehört – sein Obdach zu verlieren und zu hungern ist aber keine Alternative. Der Sozialstaat und das viel zitierte soziale Netz sind diesem Sinne Hilfsmittel, die Unfreiheit zu beseitigen.
Der wohlversorgte, aber angekettete Hofhund des Bauern ist nicht schon deswegen frei, weil er gut versorgt wird; und der hungernd herumstreifende Fuchs ist nicht deswegen unfrei, weil er hungrig ist.
Nun haben Sie eingangs doch schon den Bogen zur voraufklärerischen Definition der Menschenwürde gezogen, nach der das Menschsein selbst einziger Maßstab für philosophische Fragen, wie der nach der Freiheit und Unfreiheit des Menschen, sein kann. Selbst in Ihrer eigenen Argumentationskette verbietet sich somit der Vergleich eines Menschen mit einem Kettenhund. Wenn Sie aber schon einmal bei diesem Gedanken sind: Machen Sie doch einmal das Experiment und schenken Sie einem unfreien Wellensittich die Freiheit. Ich bin mir sicher, der gute Vogel würde sich bereits nach kurzer Zeit die materiell gesicherte Unfreiheit zurückwünschen.
Zur Menschenwürde gehört auch, dass der Mensch zur Selbsthilfe und zur Selbstverantwortung fähig ist und sich beschämt fühlt, wenn er auf Kosten anderer Leute, sei es auch über Staatsgeschenke, leben muss.
Scham als integraler Bestandteil der Würde? Wie fühlt sich eigentlich Ihre Klientel, wenn sie sich auf Kosten anderer Leute, sei es auch auf Kosten des Staates, bereichert? Sollte der “Investor”, der sich durch die Spekulation mit Staatsanleihen eine goldene Nase verdient, Scham zeigen? Sollte der Bankier, der Ihrer Klientel Zinsen für Einlagen zahlt, mit denen er notleidenden Endkunden der unteren Vermögensstufe zweistellige Dispokredit-Zinsen abknöpfen kann, etwa täglich sein “mea culpa” aufsagen? Und wie sieht es eigentlich mit dem findigen Unternehmer aus, der seine Angestellten dank staatlicher Schützenhilfe zu Hungerlöhnen arbeiten lassen kann und sich dank der Hartz-IV-Aufstockung durch die Allgemeinheit auf deren Kosten bereichert? Soll er sich nur noch in Sack und Asche auf den Golfplatz trauen? Nein, Sie messen da lieber mit zweierlei Maß. Auf anderer Leute Kosten zu leben ist für Sie ein Privileg der Leistungsträger. Gerne würde ich von Ihnen in Erfahrung bringen, worin der moralische Unterschied zwischen einem Ein-Euro-Jobber, der sich von “Staatsgeschenken” ernähren muss, und einem pensionierten Bundestagsabgeordneten, der dank der “Staatsgeschenke” ein relativ komfortables Leben führen kann, liegt.
Den Empfängern solcher Geschenke ohne Gegenleistung darf es nicht erspart bleiben, diese Situation als schmerzlich zu empfinden. Eben dies spornt an, aus dieser unwürdigen Lage wieder herauszukommen.
Das wird der 55-jährige ehemalige Straßenbauarbeiter, dessen Chancen auf dem Arbeitsmarkt eher marginal sind, sicher gerne hören. Nach Ihrer Argumentation soll ein Empfänger staatlich garantierter Leistungen deren Inanspruchnahme also als schmerzlich empfinden. Wie kommen Sie eigentlich darauf, staatliche Pflichtleistungen als “gegenleistungslos” zu interpretieren? Jeder Sozialstaat und auch die Menschenwürde als solche ist per se nicht leistungsgebunden. Das hat seinen guten Grund, ist es doch die Aufgabe des Sozialstaats, Ungleichgewichte in der Leistungsfähigkeit, wenn auch nicht auszugleichen, so doch zumindest abzumildern.
Gerade dieses gewisse Stigma der öffentlichen Unterstützung empfinden aber unsere Sozialapologeten als eine unzumutbare „Demütigung“ (…) Sie suggerieren ihren Klienten: Du empfängst keine Almosen, sondern bekommst nur dein gutes Recht, wenn du Unterstützungsleistungen empfängst. Ein seltsames Recht, dem Nächsten in die Tasche zu greifen!
Wer waren nur diese “Sozialapologeten”, die unseren Verfassungsvätern bei der Formulierung des Grundgesetzes die Hand führten? Selbst die sozialapologetischen Verfassungsrichter lassen keinen Zweifel daran, dass die Sicherung des Existenzminimus kein Almosen und schon gar kein Stigma, sondern eine zivilisatorische Säule unserer Gesellschaft ist. Wenn ich Ihre Gedanken fortführen darf, so plädieren Sie für eine sozialdarwinistische Welt, in der die Menschenwürde eine Frage der Leistungsfähigkeit und des Leistungswillens ist. Wohin solche Theorien führen, mussten die unzähligen KZ-Häftlinge mit der Stigmatisierung “Asozialer” oder “Arbeitsscheuer”, für jedermann sichtbar durch ein schwarzes Dreieck, schon erfahren. Von solch dunklen Perioden sozialdarwinistischen Denkens distanzieren Sie sich aber sicherlich ausdrücklich. Historische Parallelen zu Ihrer Ideologie zu finden, die nicht mit grausamen Despotien in Verbindung stehen, ist jedoch nicht so einfach. Aus gutem Grund – überließen doch schon die frühen Cro-Magnon-Sippen ihre schwachen Sippenmitglieder nicht der Freiheit, sondern sorgten als Gemeinschaft für sie. Der Satz, nachdem starke Schultern mehr leisten können als schwache, ist somit keine “sozialapologetische” Wohlstandsverwirrung, sondern so alt wie die menschliche Gesellschaft selbst.
So wandelte sich begrifflich die althergebrachte Armenpflege zur Fürsorge, dann zur Sozialhilfe, schließlich ganz wertneutral zu Hartz IV. Aus „Armen“ wurden „Hilfebedürftigen“, dann „Hilfeempfänger“, schließlich „Leistungsempfänger“. Eine wunderbare Karriere!
Welch schöne Zeiten, als die “asozialen Leistungsverweigerer” noch “Arme” und deren Unterstützung noch “Armenpflege” genannt wurden; Zeiten, in denen die Wohlfahrt noch von der Kirche und nicht zu Lasten der Wohlhabenden als Aufgabe der Allgemeinheit verstanden wurde. Die “wunderbare Karriere”, die Sie in Ihrem Aufsatz so genüsslich kritisieren, ist nichts anderes als die Entwicklung des Gesellschaftssystems vom dunklen Mittelalter über die Aufklärung zu einen modernen Staatswesen. Wobei der von ihnen implizit als “wertneutral” gelobte Schritt zu Hartz IV sicher als qualitativer Rückschritt zu sehen ist.
Armut hat alle Schleusen des Anspruchsdenkens geöffnet.
Dies, lieber Herr Habermann, ist freilich ein Satz, den man sich auf der Zunge zergehen lassen sollte. Mit einer perfide Volte machen Sie aus dem Opfer einen Täter, aus dem Hilfsbedürftigen einen anspruchsorientierten Sozialschmarotzer. Herr Habermann, sie sind nun selbst 65 Jahre alt – ein schönes Alter, das Respekt abverlangt. Machen wir doch mal ein Experiment. Stellen Sie sich doch mal einen Moment vor, Ihre Eltern hätten Ihnen nicht in Ihrer Jugend die Starthilfe für eine gute Schulausbildung und ein Studium mit auf den Weg gegeben. Stellen Sie sich nun ferner vor, Sie hätten nicht den Beruf eines Wirtschaftsphilosophen und Hochschulprofessors, sondern den eines Straßenbauarbeiters oder eines Dachdeckers ergriffen. Dass Sie aufgrund körperlicher Dispositionen nicht mehr in der Lage wären, diesen Beruf auszuüben und jeder Arbeitgeber lieber einen jüngeren und leistungsfähigeren Mitarbeiter einstellt, dürfte Ihnen schon bewusst sein. Wie, lieber Herr Habermann, wollen Sie nun Ihr Leben fristen? Würden Sie aus lauter Scham staatliche Unterstützung verweigern und auf dem Marktplatz betteln gehen oder würden Sie gleich zum sozialverträglichen Frühableben in den Wald gehen? Empfänden Sie die Inanspruchnahme staatlicher Hilfe auch dann als Anspruchsdenken, wenn Sie selbst in einer solchen Notsituation wären?
Nein, für Ihre Klientel ist Anspruchsdenken eine Frage des sozialen Status. Nie kämen Sie auch nur auf die Idee, Ärzten aufgrund ihrer Honorarforderungen auf Kosten der Allgemeinheit eine Form des Anspruchsdenkens vorzuwerfen. Sie kämen natürlich auch nicht auf die Idee, die lakonisch bei jeder Steuerdebatte vorgebrachten Abwanderungsdrohungen des Unternehmertums als eine Form des Anspruchsdenkens zu bezeichnen. Selbstverständlich stellen auch die Forderungen nach einer Senkung des Spitzensteuersatzes kein Anspruchsdenken für Sie dar. Sie erkennen sicherlich auch nicht, dass das Wort “Leistungsträger” nichts anderes als semantisches Anspruchsdenken ist.
Die gegenwärtige Sozialhilfe hat den Ehrgeiz, Verarmung und Misserfolg möglichst vor den Augen anderer zu verbergen. Die Betroffenen sollen ein „normales“ Leben führen können, eben das, was man menschenwürdig nennt. Aber wenn diese Hilfe so menschenwürdig ist, gibt es dann noch einen Grund, sich wieder auf eigene Füße zu stellen?
Gibt es einen Grund, anzunehmen, dass die verfassungsgemäße Gewährleistung, ein Leben in Menschenwürde zu führen, sämtlichen Antrieb, sich materiell zu verbessern, abwürgt? Wenn Sie bei Ihren Ausführungen doch nur stringent Ihre eigenen Gedanken weiterführen würden, kämen Sie wahrscheinlich schnell in ein kognitives Dilemma. Zunächst reduzieren Sie den Begriff der Menschenwürde auf eine Pflicht, die sich aus dem Unterschied zwischen Mensch und Tier herleiten soll, dann stellen Sie wenige Absätze später das Menschsein als solches als ultimatives Ziel menschlichen Strebens dar. Was denn nun? Ist der Umstand, dass man über einen menschgegebenen Verstand verfügt, nun tatsächlich ein zwingender Grund, sein Leben nicht auf eigene Füße zu stellen?
Die implizite Forderung, die Sie mit Ihren rhetorischen Fragen aufstellen, kann dann ja nur lauten, dass eine Hilfe nicht menschenwürdig sein darf, da sie ansonsten den menschlichen Trieb, sein Leben auf eigene Füße zu stellen, konterkariert. Ist Ihnen eigentlich klar, was eine solche Forderung bedeutet? Ist Ihnen klar, dass Ihre Forderung sich elementar gegen das Grundgesetz stellt? Wenn Sie Art. 1 des Grundgesetzes denn wirklich abschaffen wollen, woran nach der Lektüre Ihres Aufsatzes kein ernsthafter Zweifel bestehen kann, dann sollten Sie das auch klipp und klar sagen.
Im 19. Jahrhundert galt es dagegen als menschenwürdig, gerade nicht auf öffentliche Kosten zu leben. Vor 1918 entzog man Unterstützungsempfängern sogar das Wahlrecht. Da sind wir heute milder. Statt mehr als sechs Millionen Bürger fortdauernd in staatlicher Abhängigkeit zu halten, ist es wahrscheinlich zweckmäßiger und menschenwürdiger, nicht nur die Unterstützung vorsichtig zu dosieren, sondern ihnen vor allem den durch ein verkorkstes Arbeitsrecht verschlossenen Arbeitsmarkt zu öffnen.
Da ist dann wohl die Katze aus dem Sack. Ihnen – und Ihrer Klientel – geht es weniger um die Menschenwürde und soziale Daseinsfragen, sondern ganz profan um die Etablierung eines Niedriglohnsektors, weit über den jetzigen hinaus. Lieber Herr Habermann, das kann man aber auch direkter und weniger “verschwurbelt” sagen: Streicht den Bedürftigen doch endlich einen Teil der Unterstützung, so dass sie gezwungen werden, zu Hungerlöhnen für die wohlhabende Klientel zu arbeiten. Nun gut, hätten Sie es so direkt formuliert, hätten sie auch gleich Ihre Freiheitsdefinition ad absurdum geführt.
Was muss es für das Selbstgefühl und den Stolz eines Unterstützten auf Dauer bedeuten, wenn er in dieser Weise auf anderer Leute Kosten leben muss? Die Einzigen, die wirklich etwas davon haben, sind diejenigen, die diese Maßnahmen organisieren und auf den hilf- und mutlos gemachten Millionen ihre Karrieren bauen.
Was, Herr Habermann, würde es Ihrer Ansicht nach denn bedeuten, wenn diese Millionen für einen Hungerlohn, der – zumindest nach deutschem Grundgesetz – auf Kosten der Allgemeinheit aufgestockt werden muss, arbeiten müssten? Haben Sie sich eigentlich jemals mit diesen Menschen unterhalten? Haben Sie einmal einen Wachmann, der 3,50 Euro die Stunde oder eine Friseuse, die 4,20 Euro die Stunde verdient, gefragt, wo ihr Selbstgefühl und ihr Stolz geblieben sind? Seien Sie, lieber Herr Habermann, lieber froh, dass Selbstgefühl und Stolz dieser Millionen noch keine kritische Masse erreicht haben, sonst könnte das zu Entwicklungen führen, die ganz und gar nicht in Ihrem oder Ihrer Klientel Interesse sind. Man soll die Geschichte nicht durch einen Mangel an Phantasie beleidigen.
Ihr Spiegelfechter, Jens Berger
Gerd Habermann ist Mitglied der FDP, Geschäftsführer der Friedrich August von Hayek-Gesellschaft und Mitglied der elitären Mont Pelérin Society. Habermann lehrt als Honorarprofessor an der Uni Potsdam die “Philosophie des Wohlfahrtsstaates”.
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Hallo,
rein interessehalber wollt ich mir die Kommentare bei der “Welt” anschauen, aber siehe da:
Zitat:
“Welt Online hat die Kommentarfunktion dieses Artikels geschlossen. Wir bitten um Ihr Verständnis.”
Ein Schelm wer böses dabei denkt…
@Jens: Sehr schön geschrieben, Danke dafür!
Grüße,
Stef
@ Stef
Bei WELT-Online werden sowieso kritische Kommentare “demokratisch” gelöscht.
Also, es hat keinen Sinn was zu schreiben.
Das kann ich zu 100% bestätigen, man muss nicht einmal beleidigend sein, nur auf die Realität verweisen. Worte wie Stallorder, Springer, Journalismus, Zensur sollte man vermeiden. Wenn jemand doch hartnäckig auf seinen Kommentar besteht (mehrmals postet) kann es schonmal passieren, dass der Kommentar mit negativen Bewertungen startet.
Ich wäre sehr gespannt, wenn sich ein Zensor mal für ein Interview zur Verfügung stellen wollte, ich kann mir nicht vorstellen, dass diese wirklich zum großen Teil hinter dem stehen, was sie da machen.
So, erstmal diesen Artikel lesen, den in der Welt habe ich mir schon ausführlich zu Gemüte geführt und mittels Atemübungen meinen Blutdruck niedrig gehalten.
…
Gelesen, vielen Dank für Ihren Artikel/ihre Antwort. Schön, dass Sie sich bei solch einer Meinung noch vernünftig Artikulieren konnten.
Übrigends sehr bezeichnend, dass in den Kommentaren nur ganze 52 solche stehengeblieben sind. Ich hoffe somit, dass noch einige unter den WO-Lesern noch gewissen Anstand besitzen.
sauber! als weida so.. ;)
Ich sehe die Garnisonen der Generation X schon auf den Straßen revoltieren..
Manchmal glaube ich wir befinden uns im tiefsten Mittelalter.
Die Fürsten/ Könige und Kaiser auf der Burg ( Wirtschaftsmagnate und Vorstände) , ihre Ritter (Politiker) und Lehnsherren (die Beamten) , das gemeine Volk am Fusse der Burg, ausgebeutet, geknechtet und verraten.
Dazu die Schreier (die Medien) auf dem Marktplatz , sie verkünden die Botschaften der Fürsten und Könige.
Die Gelehrten und Weisen, entweder hoch gelobt oder eingesperrt und für WIRR erklärt
und zu guter Letzt
” Gott sei Dank”
die Märchenerzähler, Gaukler und Musiker … die in fröhlich, lustiger Weise … die Wahrheit erzählen. zur Freude und Erbauung des Volkes !!
Fazit: in tausenden von Jahren hat sich (fast) nichts geändert
Danke Jens für den sehr guten Artikel
Genau so schaut es aus. Wir sind zwar “moderner” geworden. Aber im Grunde stecken wir immernoch im gleichen System. Es versucht nur sich anders zu präsentieren (mit Erfolg wohlgemerkt!). Das ändert aber nichts daran das wir immernoch in Strukturen vom Adel und Prekariat stecken.
In Hoffnung auf eine gerechtere Zukunft,
Bonsaibäumchen
Die Kommentarfunktion war eine zeitlang noch aktiv, da habe ich mir die ersten paar Kommentare angesehen. Keine hat den Artikel gelobt( was mich überrascht hat). Sie waren allesamt kritisch bis empört. Möglicherweise war die Mehrzahl der weiteren Kommentare ebenso negativ, das würde erklären warum Welt Online die Diskussion geschlossen hat.
Mir ist auch schon einmal aufgefallen, dass der “Thumb-up” und Thumb-down” Button, der Zustimmung oder Widerspruch zu den Leser-Kommentaren dokumentieren soll, sabotiert ist. Ein Kommentar, der einen WElt-Artikel kritisiert, registriert magischerweise, wenn man den Thumbs-Up-Button klickt, immer gleichzeitig noch ein oder zwei Thumbs-down-Klicks. Umgekehrt funktioniert das genauso – es muss immer herauskommen dass die Mehrheit der Leser die rechtskonservative Meinung des Blattes teilt.
Eine schöne Freiheit ist das, die sie uns propagieren…
Er verbreitet seinen öden Sozialdarwinismus als “Philosophie des Sozialstaates”? Müsste das nicht heißen “Philosophie des neuen Sozialstaates”, mit zusätzlichen Anführungszeichen für die Philosophie?
http://guardianoftheblind.de/blog/2010/11/02/lasst-die-armen-leiden/
Danke Jens!
Es ist wirklich unglaublich, wie viele, die auf hohem Niveau Leistungen der von Allgemeinheit beziehen, aus nicht eingestandenem Schamgefühl eine Projektionsfläche benötigen, um auch vor sich selbst davon abzulenken Schmarotzer zu sein und stattdessen Hilfsbedürftige als solche diffamieren.
Ich habe hin und wieder das zweifelhafte Vergnügen, die Elogen dieser Hofschranze des aufgeladenen Liberalismus in einem berufsständischen Druckerzeugnis ertragen zu müssen. Leider kann ich das Hefterl nicht abbestellen (den zuständigen Stellen fehlt genetischerseits die Fähigkeit, Ablehnung zur Kenntnis zu nehmen) – und schlimmer noch: das Hochglanzpapier (!) ist für die Verwendung im Sanitärbereich völlig ungeeignet.
Da muß man eben durch.
Um so besser, diesen geistigen Brandstifter hier einmal so trefflich seziert zu sehen. Chapeau !
Solche Töne hier ?!
Sehr schön zerpflückt. Hut ab!
Darf ich ‘n Godwin ziehen, bitte? Arbeit macht…
Hätte Herr Habermann eine andere Meinung würde sie nicht in Friede Springers “Welt” erscheinen. Da kann man nichts anderes erwarten.
Würde jeder so wie ich keine Zeitung lesen, das Geld für mit Unsinn bedrucktes Papier ist mir zu schade, dann gäbe es solche “Aufsätze” wohl gar nicht. Die Internetseiten von Zeitungen schaue ich ebenfalls nicht an und habe bisher nichts versäumt, höchstens Aufregung vermieden.
JA. Sarrazin, Heinsohn, Sloterdijk – der Nächste, bitte.
angesichts derartiger artikel, wie der des hr. haberman, frage ich mich ständig auf welcher seite sich die wahren asozialen eigentlich befinden. allerdings beantwortet sich die frage von selbst, wenn man liest welcher partei der herr angehört. super ist auch, dass sich permanent leute zu wort melden, die nie in ihrem leben auf transferleistungen angewiesen waren, noch angewiesen sein werden. es leben unsere “eliten” und “leistungsträger”, sie leben hoch, hoch…
Was anscheinend viel verwerflicher ist, als wenn Arbeitgeber auf den “hilf- und mutlos gemachten Massen” ihre Vermögen bauen.
Habermanns (den “Herrn” spar ich mir hier) Weltsicht in kurzen Worten zusammengefaßt: “Wir sind schon ein dekadentes Volk. Im Kaiserreich, da war die Welt noch in Ordnung. Da wussten die Bediensteten und die Bettler, wo sie hingehören. Aber was soll man schon von einem Staat erwarten, in dem sogar die Frauen wählen dürfen?…….”
Mannmannmann – der wird ernsthaft vom Staat (!) dafür bezahlt, so einen Käse Studenten zu erzählen? Gibt’s eigentlich noch den Radikalenerlaß? Oder zieht der nicht bei Alterssenilität?
@RR,
vom ‘Staat’ wird er wohl nicht bezahlt.
‘Honorarprofessor’ heisst auch nicht, dass der Gutste Professor, also mindestens habilitiert ist.
Ist er nämlich nicht.
http://de.wikipedia.org/wiki/Honorarprofessor
Interessant ist das:
…
‘Eigentümlich frei’: http://de.wikipedia.org/wiki/Eigent%C3%BCmlich_frei
Seine Brötchen hat er wohl die längste zeit als Mietmaul der ASU verdient:
http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Habermann
natürlich ist er
Haha.
köstlich der habermann,
da passt wirklich alles wie arsch auf eimer.
jemand den ich gerne mal vor meine kamera bekommen würde.
Eine sehr schöne Idee. Kennt da jemand einen guten Anbieter? Hab leider nur einen gefunden der mindestens 2500 Rollen verkauft, dann allerdings nach Wahl bedruckt.
Ob der wohl auch verschiedene Motive pro Klorolle aufbringt? Dann könnte man sich mit Merkel und Schäuble gleichzeitig säubern, einfach falten. Westerwelle würde ich meiner Lebensgefährtin überlassen, soll ja schliesslich eine Strafe für ihn sein, keine Belohnung.
*edit*
Ah Mist, falschen “Antworten”-Knopf erwischt… gehört eigentlich zum Kommentar von Lazarus09.
Die Aussagen des Herrn sollten auf Hakle 3 Lagig erscheinen ..da gehoeren sie hin.
Meine kritische Masse ist erreicht .. daher kommentiere ich das hier an der Stelle nicht weiter um nicht geloescht zu werden ;-)
Klassischer Konflikt der abrutschenden Mittelschicht, welche vor einer Entscheidung steht. Entweder sich mit der breiten Masse solidarisieren und den echten Eliten (also den wirklichen Inhabern der Deutschland AG) den Marsch blasen oder nach unten treten (und so sich dem Irrglauben hingeben, zu den Eliten bzw. Gewinnern der Gesellschaft irgendwie dazu zu gehören) und so die Spaltung der Gesellschaft vorantreiben. Die nächsten Jahre werden das entscheiden. Ich befürchte, die sogenannte Intelligenz wird ihren Futternapf über die postulierten Ideale stellen. Die sind nur was fürs Feuilleton oder die Vorlesung. – Die echten Liberalen sind eben spätestens mit dem Kaiserreich untergegangen…
@SF
Der Artikel hat schön die Bedeutung hinter der verschwurbelten Empörungsaussage dieses Subjektes herausgestellt.
Das schlimme ist nicht, dass es solche Monster wie Habermann gibt, sondern dass ihnen eine mediale Plattform geboten und dass ihnen offensichtlich zugehört wird. Gute Propaganda funktioniert mit guten Vorsätzen.
Erich Mielke hat auch alle geliebt. Habermanns unterschwellige Botschaft ist, dass er möchte, dass alle “stolz” sind. Dem Leser wird der Leitsatz eingeprägt, dass “der einfache Mann” nur “stolz” sein kann, wenn er – egal zu welchen Konditionen – einer Beschäftigung nachgeht. Daraus folgt, dass “Verweigerer” im Sinne Habermanns stolz – und ehrlos sind. Und – schwups – ist die Brücke zum “Unwerten Leben” geschlagen.
Die eigentliche Schande ist es, dass offensichtlich kriminelle Agitatoren und Demagogen wie Habermann frei herumlaufen dürfen, ja noch nicht einmal vom Verfassungsschutz beobachtet werden.
Die kreuchen aktuell aus allen Löchern mit dem einen Ziel, das Grundgesetz und die Grundrechte endlich nicht nur praktisch, sondern auch in der Theorie auf den Kopf zu stellen! Könnte ja doch noch einer auf die Idee kommen und sich das Grundgesetz mal wirklich zu Herzen nehmen, es könnte alsbald der Grundrechtevirus ausbrechen und da dagegen müssen die Menschen vorsorglich zwangsgeimpft werden.
Hier noch so einer aus der FAZ (der Herr schaffte es sogar als Gastautor ins Weissgarnix Blog, weissgarnicht wie es dazu kommen konnte!)
http://wareluege.wordpress.com/2010/11/01/hank-der-honk/
Ansonsten, habt Dank, werter Spiegelfechter für eure so klaren Worte!
Greif mir mal nur diesen einen Punkt heraus, da Jens zwar gut, doch wahrscheinlich wirkungslos argumentiert. Natürlich schämen sich die Bankrottbankiers, die das gesamte Land in den Ruin spekulieren, die Konzernverwalter, die nur dank ständiger direkter und indirekter Subventionen ihre Boni sichern können, und die Politiker, die noch nie im Leben eine dreckige Arbeiterhand sahen. Mann sieht doch regelmäßig, wie sich dieser Menschenschlag vom ehrlichen Bürger absondert, sich hinter hohe Mauern zurückzieht, um nur nicht beim Rotwerden erwischt zu werden. Selbst im Urlaub bevorzugt diese Abzockerklasse Ziele, bei denen sie lieber unter sich ist und dem Normalbürger nicht begegnen muß. Dies kann nur auf ein erhöhtes Schamempfinden zurückgeführt werden…
Also hat der Verfasser durchaus recht mit “sich beschämt fühlt, wenn er auf Kosten anderer Leute, sei es auch über Staatsgeschenke, leben muss” — und genau hier ist der Hebel anzusetzen. Wir haben so viele (Unternehmen), die regelmäßig auf Staatskosten dahinwursteln, die dazu einen enormen Einfluß inner- und außerhalb des Landes besitzen, daß die gesamte Eigentümerstruktur zu durchleuchten ist. Wer seinen Besitz innerhalb von zehn Minuten schlüssig nachweisen kann, ihn auf ehrliche Arbeit begründet, darf ihn behalten. Andernfalls ist davon auszugehen, daß der Besitz illegal angeeignet wurde, und somit in Allgemeingut übergeht. Zur Entschädigung wird der illegale Besitzer einer sinnvollen Arbeitsmaßnahme zugeführt; zwischen Steineklopfen und Kanalisationsreinigung bieten sich deren Möglichkeiten viele.
Ich hoffe lediglich, daß sich diese Neuausrichtung der Gesellschaft in absehbarer Zeit vollzieht, so daß auch der fünfundsechzigjährige Verfasser noch einige Jahre so produktiv eingesetzt werden kann. Er wird sicherlich einer der ersten sein, die sich freiwillig im Steinbruch melden, um nicht auch seine letzten Jahre als schamvoller Schmarotzer verbringen zu müssen.
Die FDP erzielte knappe 20% bei der letzten Wahl. Dieser gesamten Wählergruppe gehört dauerhaft das Stimmrecht entzogen und durch chirurgische Eingriffe ihre Vermehrungsfähigkeit reduziert. Ohne privatärztliche Extraleistungen.
Lieber Jens
Ich möchte Dir sagen, das hat wirklich Klasse, wie Du diesen Armleuchter entlarvst. Müssten Professoren nicht ein Mindestmaß an sozialer Kompetenz vorweisen um auf Menschen losgelassen zu werden?
Kann man nicht dieser mittlerweile völlig verrückten pseudo intellektuellen Riege von asozialen Philosophen ein “Weihnachtspaket” schicken?
Johannes Kreidler, der Berliner Avantgarde Komponist schrieb heute in seinen Blog eher satirisch: “Wir werden alle unsere Ziele erreichen, notfalls auch ohne Gewalt” Wie recht er hat!
DANKE!!! DANKE!!! DANKE!!!
…für diese perfekte Stecknadel, die dem Luftballon Habermann die Luft rausgelassen hat!
Die Welt hat viele potemkische Leser. Ihre politische Wirkung ist marginal. Das gefährliche ist ihre Bruderschaft zur Bild-Zeitung.
Allerdings wer einmal die Hoheit über die Klassenzimmer und Medien gewonnen hat, der braucht keine Gedankenpolizei mehr.
Das Wort soziale Gerechtigkeit kann eine ganze Generation nicht mehr mit einem Inhalt verbinden.
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1309274/
Das ist das Wirken von Hayek.
Menschen leben unter einer ganz anderen Art von Diktatur, als ein Orwell es sich denken konnte.
Ich möchte das gerne erweitern. Die Klassiker der Neoliberalen und auch jene Theoretiker, auf die sie sich beim Immundführen der “Sozialen Marktwirtschaft” immer berufen, gehören nicht verteufelt, wie bspw. der Hayek. Da sind durchaus konträre Gedankengänge drin, welche den Neoliberallalas bei ihrem aktuellen Tun entgegenstehen. Statt Hayek, Schumpeter & Smith ausschließlich abwertend zu betrachten, sollten wir deren progressive Gedanken dem ISMN-Gesindel lieber um die Ohren hauen. Hayek & Co dann als linke Spinner abzuqualifizieren, sollte schwer fallen.
Gibt es ein Grundrecht darauf, einem Staat, nicht Albanien die USA, der um Hilfe bittet, die Hilfe zu verweigern?
http://www.project-syndicate.org/commentary/rogoff74/German
Und obendrein wie Brüderle, der glaubt im Standortwettbewerb hätte Deuitschland den Endsieg errungen, gefahrlos den Unterlegenen noch zu verspotten?
Lest Isaac Babel. Solche Leute bekommen von den Unterlegenen, den Erniedrigten und Beleidigten, dann mehr Aufmerksamkeit als sie sich gewünscht haben.
Sollte die protektionistische Fraktion in den USA die Überhand gewinnen, bedeutet das Massenarbeitslosigkeit für Deutschland.
Zu dem letzten Satz: deja vu. War 1930 herum auch schon so. Die USA führten im Kampf gegen die Krise ebenfalls Importzölle ein, welche die Lage in D verschärften. Jetzt die Fortsetzung:
Mit dem Absinken der Kaufkraft in D schossen damit die Exportnation USA sich selbst ins Knie. Heute sind die USA zwar keine Exportnation mehr, aber Obama hat die Losung ausgegeben, den Export zu forcieren. Das läuft unter dem Strich auf das Gleiche hinaus. Um die eigene Wirtschaft zu fördern, kann man nicht die Kaufkraft der Kundschaft untergraben. Allerdings gilt das für D heute ebenso.
Viel zu freundlich, Jens Berger, viel zu freundlich.
Der Mann hat sicher viel gelesen, aber offensichtlich wenig verstanden. Das sich so ein geistiger und moralischer Tiefflieger als “Wirtschaftsphilosoph” bezeichnen darf, ist der größte Hohn. Leider wird er auch wieder großen Zuspruch erhalten.
Danke für den guten Artikel, Jens.
Bedauerlicherweise geht den Philosophen, vor allem denen, die von Mathe und Logik allzu begeistert sind, gelegentlich jegliches Mitgefühl ab. So meinte heute unser altgedienter, vor der Pensionierung stehender Prof (hat Mathe und Phil studiert, Spezialität: Logik und Philosophie des Geistes), das Existenzminimum oder der Wohlfahrtsstaat seien nicht innerhalb finanzieller Grenzen definierbar (z.B. höhe der sozialhilfe), sondern genauso hoch anzusetzen, wie die Mehrheit dies eben wolle. Er hat eine klare Untergrenze für nicht eindeutig festlegbar gehalten! Fand ich schon ziemlich daneben. Deckt sich aber mit anderen Erfahrungen mit Dozenten, die z.B. den Liberalismus für die einzig wahre politische Theorie halten, obwohl ihnen spätestens seit dem Urvater der Liberalisten, J.S.Mills, klar sein müsste, dass sich der philosophische Liberalismus in der politischen Realität zur Unterdrückung durchs Kapital missbrauchen lässt wie keine andere politische Theorie.
Philosophen sind halt keine Sozialwissenschaftler.
Sloderdijk hat übrigens Recht, wenn er Aristoteles anführt, um zu begründen, dass Steuern freiwillig gezahlt werden sollten. Aristoteles hat tatsächlich davon gesprochen, dem Reichen tugendhaftes Verhalten durch Wohltätigkeit zu ermöglichen. Kein Witz. Alldings hat Aristoteles sich in der Politeia nicht für ein bestimmtes Staatswesen ausgesprochen, geschweige denn ein ganzes Konzept entworfen, sondern Aristoteles “diskutiert” lediglich die Vorzüge bestimmter Staatswesen und Steuermodelle und Rechtsmodelle und Wahlvorgänge usw. Dabei kommt es vor, dass zwei vollkommen gegensätzliche Konzepte mit Vor- und Nachteilen in zwei aufeinanderfolgenden Abschnitten beschrieben werden, ohne dass erkennbar ist, wofür Aristoteles sich denn nun eigentlich ausspricht.
Aristoteles sagt übrigens auch ganz deutlich, dass Steuereinzugsverfahren, die auf “nachbarschaftlicher Kontrolle” beruhen, nicht funktionieren, (etwa: weil eine Krähe der anderen kein Auge aushackt), dass die Ausbildung der gesamten Jugend von der gesamten Gemeinschaft zu tragen sei und dass es gut und zuverlässig funktioniert, wenn der Staat Steuern für bestimmte Dinge durch Staatspersonal einzieht.
Prinzipiell kann man also Sloterdijks Beweis-Verweis auf Aristoteles mit eben demselben Aristoteles auch widerlegen.
Manche Leute sind so weit links, dass sie schon rechtsaußen wieder rauskommen. Aber sie merken nichts.
Das sagt einer, der nicht merkt, dass Angriffe auf die Menschenwürde nichts mit Rechts oder Links zu tun haben – ROFL.
Wenn jemand monströses von sich gibt, ist er kein Monster?
Wenn hier jemand mit der Menschenwürde Schindluder betreibt, sind das wohl eher die zahlreichen SF-Sektierer
Die Mütter und Väter des Grundgesetzes haben sich etwas dabei gedacht, als sie den Begriff der Menschenwürde gleich an den Anfang gestellt hatten. Konkret ging es da wohl um ein paar Vorfälle einige Jahre zuvor, die in letzter Konsequenz im massenhaften Mißbrauch von Schädlingsbekämpfungsmitteln gipfelten. Es sei eben nicht cool, Leute wegen ihres Glaubens, ihrer Meinung, ihrer Behinderung oder wegen irgend etwas anderem zu ‘entmenschlichen’. Oder zu ‘Monstern’ zu machen, um bei deiner Sprachwahl zu bleiben. Nicht cool! Unfassbarerweise noch nicht mal dann, wenn sie die Erhöhung der Regelsätze ablehnen.
Darum ging es. Und nicht darum, die ALG2-Aufstockung für das Feierabendbier moralisch und ethisch zu legitimieren. Diese ganze Theatralik ist einfach nur noch erbärmlich und lächerlich. Heute ist jeder Langzeitarbeitslose ein Regime-Opfer, jeder Sitzblockaden-Weggetragener ein Ausschwitz-Überlebender.
Wenn jemand der Ansicht ist, in diesem Land mit den ihm gebotenen Chancen und Absicherungen kein menschenwürdiges Leben mehr führen zu können, dann soll er mir Bescheid sagen, Mail-Addi hat SF. Ich helfe ihm dann beim Koffer packen oder, je nach Wunsch, fahre ihn zur nächsten Autobahnbrücke.
PS: Bitte nur Berlin F’hain und Umgebung
Spar dir Deine Rabulistik. Es zieht nicht.
Na, weit hast Du’s ja nicht gebracht, wenn Du derartig unmobil bist. Lowperformer?
Unmobil? Lowperformer? Das bekommt man zu lesen, wenn man selbstlos seine Fahrbereitschaft anbietet für umme? Möchte der Herr Transfer-Empfänger vielleicht gleich bis ins Sozialparadies nach Pjöngjang kutschiert werden?
Das muss Habermann gemeint haben mit
Du hast ja wohl sowas von keine Ahnung wovon du überhaupt sprichst.
Aber klar doch, es gibt Menschenwürde und Menschenwürde: Kannste dir hier mal bildlich reinziehen. Da wird dir vorgerechnet, was ein Hart IV Kind die Allgemeinheit kostet und via Computerbildanimation auch gleich vor Augen geführt, welche Art Zombi du da durchfütterst.
http://www.youtube.com/watch?v=9QkY8to7x_Q
Aber ja, das mit der Autobahnbrücke kommt der Sache zieml. nah.
Und bis dahin, sorgen einstweil noch selbsternannte Pädagogen für die Menschenwürde
http://www.nachdenkseiten.de/?p=7238#h15
Ist das widerlich. Klar, dem werten Herrn Sklaventreiber wäre es sicherlich lieber, wenn alle Arbeitslosen verwahrlost an einer Straßenecke leben. dann kann er da täglich vorbeifahren und die billigsten Sklaven mitnehmen.
Gerd Habermann sitzt im Redaktionsbeirat der Zeitschrift “Eigentümlich frei”. In der selben Zeitschrift wurden gerne “Artikel” von Walter K. Eichelburg veröffentlicht.
Ihr kennt den unglaublich seriösen Walter K. Eichelburg nicht?
Ihr wisst nicht, dass dieser unglaublich seriöse Mensch tatsächlich ein anonymes Posting in einem amerikanischen UFO-Forum als Quelle für seine Behauptungen, dass die deutsche Mark wieder eingeführt werde, herangezogen hat?
Dann lest es nach:
http://www.spiegelfechter.com/wordpress/2631/wirres-zum-vatertag
Diese linken unseriösen Schreiberlinge wie Jens Berger, die so verdienten Herrn wie Eichelburg und Habermann ihre “Erfolge” nicht gönnen. Purer Sozialneid. Da muss man sich nicht wundern, wenn es mit Deutschland immer mehr bergab geht…..
Eichelburg und Habermann sind im Gegensatz zu Jens Berger noch Menschen, die etwas leisten. In einem Deutschland mit einer sozialdemokratischen CDU müssen sich “Leistungsträger” wie Eichelburg und Habermann Schmierfink-Artikel in Blogs gefallen lassen. Kein Wunder, dass keiner mehr etwas leisten will. Armes Deutschland.
ja, ef ist ein ganz besonderes Magazin – die Hauspostille der Vulgärlibertären. Ekelhaft.
Ja, das meiste, das in dieser “Zeitschrift” erscheint, ist ziemlicher Mist. Wie die Libertären halt so sind.
Es ist aber nicht alles Mist – genausowenig wie in der Welt nur Mist wie der von Habermann erscheint. Ab und zu finden blinde Hühner auch mal ein Korn. Oder es erscheinen in schlechten Zeitungen/Zeitschriften gute Artikel – vor allem zu Themen, die die Mainstream-Presse nicht mal “mit der Mistgabel anfassen” würde.
ist das nicht der Goldverkäufer?
Hallo, wo ich dich gerade sehe, wie lief denn dein Treffen mit Herrn Grube vorletzten Freitag? Du hast ja einige der Anregungen von hier bei ihm vorbringen wollen.
Elwu: da hab ich Dir doch schon drauf geantwortet….^^
Das war schon alles? Sehr überzeugend, sehr glaubhaft!
Danke für diesen Artikel.
Wie dumm muß man eigentlich sein, um Habermann für einen Libertären zu halten? Oder anders: Wer ist dümmer als Jens Berger, um es ihm gleichzutun?
Habermann ist ein Liberaler, Herr Berger, kein Libertärer.
Ein wenig wirr sind wir schon, nicht wahr liebe(r) Zugvogel? Es ist niemanden damit geholfen, den Liberalismus in den Dreck zu ziehen. Nennen wir es beim Namen: Hayek und Co. sind keine Liberalen, sie sind Libertäre.
“Libertär” ist natürlich korrekt, aber wäre “Libertarist” nicht auch gut?
Das unterstreicht phonetisch die Radikalität und vermeidet die ebenfalls phonetische Nähe zum “Libertin” (französisch für “Freigeist” – eine Assoziation, die man diesem Habermann-Wirrkopf/sozialen Brandstifter nicht gönnen möchte)
das ist idT ein begriffliches Problem. “Libertarist” ist für mich eine Anlehnung an den englischen Begriff “Libertarian”, der auch korrekt ist und v.a. in den USA sehr scharf vom “Liberalism” abgegrenzt wird, der dort ungefähr die Bedeutung des deutschen “links-liberal” hat. In der deutschen Sprache ist jedoch der Begriff “libertär” bzw. “Libertarismus” m.W. am trennungsschärfsten.
Modisch wäre “Taliberan” :-)
*rofl*
Ich würde der Bezeichnung “Anarcho-Kapitalisten” zuneigen, schon weil diese Nachbarschaft weder den Jungs mit den Schwarzroten Fahnen noch den Pelzkragenträgern sehr zusagen wird.
@zugvogel:
‘libertär’ ist ungefähr zu übersetzen mit ‘radikalliberal’.
das mag zwar erstmal ein Verschiebebahnhof für Begriffe sein, aber so verstehen sie sich selbst.
Guckst du da:
http://de.wikipedia.org/wiki/Eigentümlich_frei
Pluster’ Dich also nicht so auf!
PS: Putzig ist ja die Vokabel ‘vorurteilsfrei’ . Vorurteile hat immer erstmal der ‘Andere’.
ich weiß ja, aus welcher Ecke der Zugvogel geflogen kommt ;-)
Klar, dass es in Anarcho-Kreisen nicht sonderlich viel Beifall findet, wenn man ihnen aufzeigt, was Libertarismus so alles mit sich bringt.
Was heißt: Habermann wird großen Zuspruch erhalten?
Das ist alles schon kurz vor der Etablierung!
Ich kenne nicht die Worthülsen von Christian Wulff zum Thema. Aber den damaligen Gegenkandidaten Gauck habe ich im Originalton Habermann damals schwätzen hören. Zu 100% kompatibel zu Habermann.
Ich weiß jetzt nicht wer bei wem abgeschrieben hat und wo Habermann abgeschrieben hat. Die Einzelstücke dieses ideologischen Überbaus der Hartz IV Gesellschaft sind doch sicher nach und nach entwickelt worden. Angefangen hat das vielleicht schon bevor Hartz IV in Szene gesetzt wurde. Eine Chronologie der Entwicklung mit dem immer wieder genannten Initiator Bertelsmann Stiftung wäre mal interessant. Von selbst kommen Politiker meist nicht auf solche Ideologien.
Vor ca. 6/7 Jahren las ich in der Rheinischen Pe(o)st: Der Arbeitslose solle sich fragen ob “Haben” oder “Sein” wichtiger sei. Eine abartige Pervertierung des Titels von Erich Fromm “Haben oder Sein”. Als Fromm schrieb ging es nicht vordringlich um “Haben” weil man ja hatte. Und weil man hatte konnte man sich aufs Sein konzentrieren und das Haben war dann auch weniger wichtig. Erich Fromm hat damals sicher nicht vorausgesehen (ich auch nicht!) das eine Zeit kommen würde in der so viele nichts mehr haben würden. Ich hoffe das Erich Fromm seine Pervertierung genauso sehen würde.
Ich kann mich über so einen Dreck nicht mehr aufregen. Die Fronten sind klar und die Rechnung wird auch bei uns eines fernen Tages auf den Stimmzetteln präsentiert werden. Dann werden sich viele reiche Leute ärgern, dass sie die soziale Marktwirtschaft haben niedergehen lassen. Und wie jetzt ganz unten wird es auch ganz oben welche treffen, die eigentlich nichts dafür können. Hätten sie doch ihre Haus- und Hofpolitiker statt Konfrontation das gemeinsame Wohl suchen lassen…
Naja vielleicht kittet die demographische Entwicklung es auch vorher.
Richtig SF,
Habermanns Vergleich mit Kettenhunden ist unter aller Würde,
der mit Wellensittichen aber auch. Sorry!
Imho interessiert ihn das nicht die Bohne. Habermann profitiert von den ökonomischen Zuständen aufs Einträglichste und ist daher auch nicht gewillt, dem “Sozialgedöns” der Arbeitskräftegeber sein Öhrchen zu leihen. Gab ja auch schon einmal den Vorschlag von Hilmar Schneider (IZA), Transferleistungsempfänger zu versteigern. Und ein anderer “honoriger” Professor gab zudem diesen den Rat, ihre “Vermögensverhältnisse” durch Organspenden liquider zu gestalten.
Ui, da wird sich Habermann und dessen Klientel aber schwer fürchten! Hoffentlich widerruft er rechtzeitig. ;)
Die “anschwellenden Bocksgesänge” der hofnärrischen Sündenbocksucher Schlotterteig, Heinsohn, Sarrazin etc pp zeigen doch schon deutlich, wohin die “kritische Masse” (sic!) sich hinwendet.
@ WashatdieAllgemeinheit, Zugvogel … SF
Ja, Jens …. siehst du … das ist es … :(
Du hast versucht mit Argumenten und einem fast vornehmen Stil mit solchen Menschen zu diskutieren. Ich überlege schon seit Jahren, ob sie dessen würdig sind. Nein, nicht würdig. Das sind sie es nicht. Es sind nur die geistigen Prostituierten auf dem Hofe der heutigen herrschenden Klasse. Sondern ob dies was bringt. Meine Zweifel wachsen immer mehr und ich werde immer skeptischer. Ich sehe da keine andere Lösung als sehr direkt zu sein. So etwa müsste man nun den Neoliberalismus definieren – ohne wenn und aber:
Was ist der Neoliberalismus?
Ein intellektuelles Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Die Bezeichnung neoliberal täuscht. Sie erweckt den Eindruck, es würde sich um eine Weiterentwicklung der ursprünglichen liberalen Theorie handeln. Davon kann keine Rede sein. Der Neoliberalismus etwas völlig anderes ist. Er ist in theoretischer Hinsicht ein akademischer Müll, in politischer Hinsicht eine rechtsstaatlich organisierte Räuberei und in ethischer Hinsicht ein sozialer Genozid. Knapp gefasst: Der Neoliberalismus ist ein geistiger Kannibalismus. Als solcher ist er ein kompletter Verrat am ursprünglichen Liberalismus, der sich den humanistischen und aufklärerischen Idealen der europäischen Moderne verpflichtet sah.
(Ich weiß, dass du es weißt … aber kann nicht schaden, immer wieder daran zu erninern.)
@Systemfrager,
habe das vor ein paar Wochen mal versucht, auseinanderzuklamüsern:
Das sind
a) Suprematisten
b) Soziopathen
Ihr Lieblings-Gesellschaftssystem ist der Feudalismus und ihre Ideologie der Sozialdarwinismus.
Bezeichnend ist das (O-Ton Habermann, s.o.):
Der Suprematist zieht die Grenze zwischen ‘Mensch’ und ‘Untermensch’ zwischen niederem Adel und Restvolk.
Wahlweise gerne auch ‘Leistungsträger’ oder ‘freier Unternehmer’
Da gab es doch in der hart-aber-fair-Sendung zu Guttenberg eine einschlägige Aussage.
Wo das ‘Tier’ aufhört und der ‘Mensch’ anfängt.
Weiss nicht mehr, wer von den ‘Adligen’ dort das war.
Ist heutzutage nur ein Witzchen, das man anbringt, wenn man -ähem- unter sich ist.
Kann es sein, dass Du den in Adelskreisen kurisiernden Witz von Jutta Ditfurth meinst, mit dem sie die anderen, adeligen Gäste düpierte? Ich glaube, er lief auf die Pointe hinaus, dass “Bürger” im Gegensatz zum Adel keine Menschen seien.
das müsste in etwa – wenn nicht gar wortglich – dann:
gewesen sein, wenn ich mich recht entsinne.
Yep,
DAS ist das genaue Zitat.
Sorry.
Aber sinngemäss wars schon richtig.
Es gibt ja viele Völker, die sich einfach ‘Mensch’ nennen.
Folgerichtig sind die anderen NICHT-Menschen, mit der Implikation, dass man mit denen anders umgehen kann.
Diese Unterscheidung hat sich offensichtlich in gewissen Kreisen bis in die heutigen Gesellschaften erhalten.
Die muss man benennen.
Leider.
Großartiger Artikel, allein ein winziger Fehler auf den ich hinweisen möchte: Es muss Verfassungsväter und -Mütter heißen, damals waren auch zwei Mädels dabei.
Vor allem online geführte Debatten haben bekanntermaßen oft die unglückliche und exponentielle Tendenz hinein in den roten Erregungsbereich. Ich versuche daher meist, der Sachlichkeit das Wort zu reden. Hier jedoch kann ich vor der Geduld des Spiegelfechters, sich gründlich und argumentativ mit diesemText zu befassen, nur den Hut ziehen: Denn Habermanns Artikel ist das SCHAMLOSESTE, was ich in dieser, an Unverfrorenheiten wahrlich nicht armen Medienlandschaft seit Langem gelesen habe.
(ok, ein Blick in die Kommentare zeigt, dass ich nicht der erste bin, der mit seinem Blutdruck zu kämpfen hat)
Was ich mich immer wieder frage, wenn ich solche Pamphlete wie jenes von Habermann lese, ist folgendes:
Es wird diesen “arrivierten Herren” gerne unterstellt, dass sie ein hohes Bildungsniveau, einhergehend mit einer dafür als Voraussetzung geltenden Intelligenz besitzen. Aber wie kann ein intelligenter Mensch nach solchen Aussagen, die nicht nur asozial, sondern langfristig im Hinblick auf die möglichen Folgen auch für die eigene Kaste dumm sind, noch in den Spiegel schauen?
Die Frage ist durchaus ernst gemeint, denn ich bin davon überzeugt, dass Intelligenz Asozialität erkennen läßt.
zum Wesen der Dummheit gehört ein Mangel an Weitblick.
Frag’ mal Deinen Zahnarzt, wieso er FDP gewählt hat.
Hatte vor lauter 80-Stunden-Woche keine Zeit mehr zum Nachdenken.
Dumm nur, wenn man sich dann auch noch einen Habermann als Think-tank-Betreiber hält.
Da hülfen nur noch geschlossene Immobilienfonds, oder Schiffsanleihen, damit den Leutz irgendwann die Vernunft nachwächst.
Aber nein, da keilen sie nach unten aus.
Nennt man bei ‘Tieren’ Übersprungshandlung.
Amen.
nochmal,
Das hast Du vermutlich so gemeint (?):
…dass mangelnde soziale Intelligenz mit Asozialität korreliert.
Mechanische Intelligenz haben viele Klienten des Herrn H. ausreichend.
Sie erkennen nur die grösseren Zusammenhänge nicht.
Wieso?
Wieso ziehen sie eine auf Konfrontation basierende Gesellschaft einer -ähem- harmonischen vor?
Manche gehen nur zum Schlägern zu Fussballspielen.
Da kann man sich auch fragen, wieso die das machen?
Harmann ist ein verbaler Schläger, dem es offenbar nicht darum geht, ob Begriffe/Thesen passen, sondern dass sie wirken.
Da irgendwo ist der Hase im Pfeffer.
An trüben Abenden träume ich von ‘Weisheit’.
BEILAGE
Historisches für Vergessliche:
Man braucht eigentlich keine soziologisch anspruchsvollen Analysen zu betreiben, um den Zynismus hinter dem Prinzip der freiheitlichen Ordning zu sehen. So stellt der Philosoph Schopenhauer, der gegen den damals im Deutschland herrschenden Hegelschen Staatszentralismus zu Felde zog, fest:
Gleich welche äußere Form eine Beziehung hat, so folgern wir, „in der eine Person oder Gruppe in der Lage ist, die Handlungen der anderen in ihrem Sinne zu bestimmen“, handelt sich dabei nie um Freiheit, sondern nur um eine verdeckte Herrschaft (David Easton). Rousseau hat die Vertragsfreiheit, bei der die Partner zwar juristisch aber nicht faktisch frei sind, folgendermaßen beschrieben:
Unter der Oberfläche des gewaltfreien Vertrags verbirgt sich also im Grunde ein perfider psychischer Mechanismus: Das Opfer versteckt durch die Annerkennung der Freiwilligkeit der Forderung die eigene Ohnmacht, der Ausbeuter versteckt die eigene Rücksichtslosigkeit, indem er von dem Opfer verlangt, seine Forderung als legitim anzuerkennen.
Bravo!
Übrigens war Robespierre auch ein ganz ‘anständiger’ Denker.
Wieso denke ich da nur an Halloween?
Naja.
Kluge Leute hier.
Sehr geehrter Herr Berger,
großen Dank für diese präzise und informierte Analyse. Fabulanten nach Art des Herrn H. gehören ja funktionell eigentlich der Kategorie der inspirierenden Schreibtischtäter in spe an. Der Weg zur Tat kann ja erfahrungsgemäß verblüffend kurz sein, wenn erst einmal sentimentale Anwandlungen überwunden sind, wie es die Härte eines radikal widersorglichen Sozialdarwinismus nun einmal fordert. Ausführungen vergleichbarer, trickhafter “Logik” finden sich zuhauf in den Dokumenten der Ämter und Hausphilosophen aus der ganz großen, wenngleich recht kurzen Zeit, die nicht sehr lange zurück liegt. Eigentlich muss man ja sogar bei einem immer wieder, wie soll ich sagen, vielleicht: fraglichen wenngleich nicht fragwürdigen, Blatt wie der “Welt” staunen, das sie so etwas im Ernst bringt; wahrscheinlich soll ein Lesersegment versorgt werden. Möglicherweise hat sich Herr H. bei dem Philosophen Peter S. Rat geholt, der Tenor ist ja ähnlich, wenn man das Thema aussingt.
kurzer Kommentar:
ich habe mir den grössten Teil der Kommentare bei der ‘Welt’ durchgelesen.
Ca 90% sind negativ.
Allerdings liefern die jeweiligen Bewertungen der Kommentare ein durchaus anderes Bild.
Ich vermute mal, dass die ‘Welt’ hier die Meinungen abscannt:
a) die Kommentare
b) die Bewertungen
Jede Woche so ein konfrontativer Artikel, und man kann sowohl dem ‘Volk’ als auch der eigenen Leserschaft ganz gut aufs Maul schauen.
Wenn dem so ist, wären solche Artikel wie Sonden in diese beiden Meinungsspektren.
Ich bin überzeugt, dass die das machen.
Web 2.0 aus der Warte der Meinungsmacher.
Nachtrag,
es geht hier u.a. um etwas, was die Amis ‘Overton window’ nennen, und in der deutschen wikipedia noch nichtmal verzeichnet ist:
…
http://en.wikipedia.org/wiki/Overton_window
Der Kampf um die öffentliche Meinung besteht ganz wesentlich darin, ‘etwas sagen zu dürfen’.
Das kann man als gut oder schlecht betrachten.
Wesentlich ist, den PROZESS als solchen wahrzunehmen!
Ist unerfreulich, aber so ist es nun mal.
Das kann man auch wesentlich knapper ausdrücken:
“Versuchsballon”!
Lieber Jens Berger,
einen herzlichen Dank auch von mir für diese exzellente Arbeit.
+5³
Was war das?
Oder das
Weiß doch jeder. Nicht wahr? Marx natürlich. Wie bitte? Quatsch!
Der geistige Vater des Kapitalismus Adam Smith (Wohlstand, S. 18 und 213)
@Systemfrager,
Adam Smith war fast ein kybernetischer Denker.
Was er ja in der ‘theory of moral sentiments’ genauer ausgeführt hat.
Die (wirtschaftlichen) Akteure versetzen sich jeweils in ihr Gegenüber.
Banal, aber anscheinend revolutionär oder schier unfassbar für manche unserer heutigen ‘Geselllschaftstheoretiker’.
Schön, dass Du sowas ausgräbst.
PS:
Die Täuschung ist die Methode der Vorspiegelung einer anderen Realität, und ist sozusagen organismisches Grundrepertoire.
Genauso, sie zu erkennen.
@Systemfrager: Dankeschoen fuer die Zitate!
@Spiegelfechter: Danke Dir auch, seit langem wieder ein richtig guter Artikel.
danke jens für deine mühe.
habermann wird es wohl leider nicht lesen. und wenn doch, dich für einen linksradikalen spinner oder eiferer halten.
diese menschen sind nicht zu retten, leider. und es ist ihnen nicht zu helfen.
jede religion schaltet das denken aus (in diesem falle ist dies die neoliberale), und anders als bertrand russell (“am ende siegt die vernunft”) verliere ich allmählich die hoffnung auf ein gutes ende…
Du bist auf dem richtigen Wege:
zuerst kommen die Zweifel
dann das Nachdenken
folglich die Wut
und schließlich die Tat
;-)
Da schießt mir gerade der Spruch
“Kommt Zeit, kommt Rat, kommt Attentat”
durch den Kopf.
Wenn es soweit ist, will es dann wieder keiner gewesen sein….
Dimebag: Dieser Spruch wurde von “uns” längst aktualisiert: “Kommt Zeit, kommt RAF!”;-)
Ob das wirklich etwas zum Besseren wendet, halte ich doch für sehr fraglich. Sicherlich ist es schön anzusehen, wenn Sozialschmarotzer wie Neolibs, unsere Politiker und ähnliches Geschmeiss im Angesicht ihrer Taten auch mal wieder Schiß vor einer Quittung haben müssen, aber dadurch werden nur niedere Rachinstinkte kurzzeitig befriedigt, ohne dass eine Änderung der Strukturprobleme gefördert wird. Ganz im Gegenteil hat die RAF sogar bewirkt, dass unsere Demokratie in ihrer freiheitlichen Qualität reduziert wurde. Obendrein ist es immer noch so, dass Gewalt Gegengewalt erzeugt – völlige egal, von welcher “Seite” oder aus welchen Motiven heraus sie ausgeübt wird. Und man sollte auch bedenken, dass zumindest in meinem Ethikverständnis der Zweck eben nicht die Mittel heiligt. An dieser Stelle wird gerne Orwell “Farm der Tiere” zitiert – ich spare mir das.
Rachegelüste, Wut und Hass auf diese Menschen, die in parasitärer Methodik unsere Demokratie zersetzen, ist durchaus angebracht, aber in meinen Augen sollte man diese negativen Gefühle benutzen, um ein positives Ziel zu erreichen. Rache und Gewalt erreichen keine Ziele, sondern bauen Schleifen.
Hab mich gerade mal mit der “…von Hayek-Gesellschaft” beschäftigt. Unglaublich! Ein – meiner Ansicht nach – guter Grundgedanke wird dort von Marktradikalen und anderen Wirrköpfen unglaublich menschenunwürdig pervertiert.
Ich habe mir die ersten 5 PDFs durchgelesen, habe SELTEN so etwas abstoßendes gelesen, wirklich erschreckend.
Da hat er ein richtiges Thema falsch angesprochen.
In Deutschland ist tatsächlich alles grotesk überreguliert und das liegt auch tatsächlich mit an den Profiteuren, welche er auch teilweise benennt.
Mit einer weitgehend Mehwersteuer finanzierten BGS kann man den Großteil davon abschaffen, ohne dass dadurch irgendjemand in seiner Existenz gefährdet oder auch nur unter maximales AlgII Niveau abrutschen würde. Nebenher würde durch die Erhöhung der Mwst. und der damit einhergehenden Senkung der sonstigen Steuern die Binnenwirtschaft gestärkt.
Die Verkrustung wäre beseitigt und der Staatshaushalt entlastet.
Das Problem: Viele der bisherigen Profiteure wären ersteinmal BGS Empfänger und müssten sich neu orientieren, die Gesellschaft nichtmehr so gespalten, also keiner mehr da zum draufrumhacken und gegeneinander ausspielen.
Daher wird lieber weitergewurschtelt bis zum Ende.
Zuweilen….meistens….lese ich Beiträge, Artikel und anderes Geschmeiss, dass mir wirklich schlecht wird. Ich sollte Spiegel, TAZ oder FAZ wie auch schon Welt etc. meiden. Ich bin froh, dass es den Spiegelfechter gibt, es scheinen noch nicht alle Menschen verdorben zu sein.
Danke.
Irgendwie fühle ich mich als hätte man mir ein drei Tage altes Spar-Menü von McD in der Mikrowelle warm gemacht und für 20 Reichsmark verkauft.
Wirklich hübsch ausgedrückt!
Nur:… das Spar-Menu ist viiiiiiiiiel, viiiiiiiiiiiel älter!
Hmm, selbst ich habe im Philosophieunterricht den Unterschied zwischen der Freiheit von etwas und der Freiheit etwas zu tun erklärt bekommen. Solche grundlegenden Unterscheidungen scheinen bei Professor Habermann ja unter den Tisch zu fallen, wenn er meint, dass persönliche Freiheit nichts mit der Verfügbarkeit von bestimmten Ressourcen zu tun hat. Nun ja, aber am Schluss entlarvt er sich ja – wie von Ihnen gut hervorgehoben -nochmal selbst. Schön ist neben anderen Stilblüten vor allem die Feststellung über die Verwandlung des Begriffs der Armut. Leistungsempfänger – da kommt doch gar kein sozialromantisches Gefühl mehr auf, das es einem besser gehen lässt, wenn man den Leuten auf der Strasse ‘nen Apfel zusteckt. Nee, wo arm drin ist, soll auch arm draufstehen. Deswegen sind die Tafeln ja auch so beliebt. Sie nähren das gute alte Klischee vom Almosen, von der Armenspeisung.
Jeden Samstag fordert die Jugendabteilung des örtlichen Lionsclub bei uns im Eingang des Supermarkts die Kunden auf, doch etwas für die armen Leute von der Tafel mitzubringen. Dabei haben sie sich zeitsparenderweise bereits ihre Tennisklamotten angezogen und düsen wenig später in ihren Abi-Geschenk-Golfs von dannen. Abends wird sich dann wohl hingesetzt und akribisch das soziale Engagement im Lebenslauf für die Uni vermerkt. So ist Armut doch noch zu was nutze.
Habermann hat sich offenbar auf eine spezifische Freiheitsidee festgelegt.
‘Zu etwas’ beschränkt sich üblicherweise auf Mäzenatentum, was ja nichts anderes ist, die aus eigener Perspektive Förderungswürdigen zu stützen.
Da tut sich ein Gap auf:
Ist unsere ‘Meinung’ objektiv genug, die Würdigkeit zu bewerten?
Egozentriker haben damit kein Problem.
Pervers wird es dann, wenn sich eben diese Egoisten auf Christus beziehen.
Das tun sie nur zu gern.
Unter anderem eben auch Hr Habermann, der sich als
bezeichnet.
Da wird es nun schwül.
Er widerspricht sich selbst.
Aber diese Bigotterie ist typisch für eine bestimmte Sorte von ‘Katholiken’.
NB:
http://de.wikipedia.org/wiki/Katholisch
Das Ganze von was?
Selbst da lügen sie sich noch in die Tasche!
Oder sie begreifen die Worte einfach nicht, die sie frech in den Mund nehmen.
…bei solch edlen vertretern der germanischen Rasse fällt mit eigentlich nur noch ein:
Ich stimme einigen Kommentatoren zu. Solche Leute wie dieser sogenannte Professor sind die begeisterten Schreibtisch-Vorarbeiter einer “Herrenrasse” von morgen. Zum kotzen.
Und genau das ist der Grund, warum die FDP (Fast drei Prozent) völlig zu Recht an der Fünf Prozenthürde rumkrebst. Dieser Artikel ist sowas von schweinewiderlich, dass ich ihn nicht mal komplett auf welt online lesen konnte.
Wo war der Hetzer eigentlich als wir den Banken Milliarden in den Arsch blasen mussten, um idese ganzen BWL Schmarotzer zu retten? Völlig alternativlos natürlich. Merkt Euch den Namen – wenn der Kapitalismus zusammengebrochen ist, kriegt er nen Platz im Umerziehungslager.
Quatsch. Die FDP ist nicht gewählt worden, damit es mehr Hartz gibt, sondern weniger staatliche Belastung und Bevormundung. Und aus dem gleichen Grund hat die Partei an Zuspruch verloren.
Warum die bei der letzten Wahl so viele Stimmen bekommen haben, ist mir bis heute ein Rätsel. Da gibt es eigentlich auch keine rationale Erklärung für.
Also laut ARD-Wahlstudio damals waren ca. 4% des FDP-Ergebnisses Wechselwähler aus dem schwarzen Lager. Also jene, die zwar eine unionsgeführte Regierung wollten, aber keine GroKo und außerdem jene, die der Union einen ‘Denkzettel’ verpassen wollten, ohne ihr wirklich zu schaden.
Das bringt einen zu realistischeren 10,nochwas %
Ich hoffe, dass das nicht nur Wähler waren, die sich von den Sprüchen dieser geradezu lachhaften Politgestalt Westerwelle haben einwickeln lassen, sondern vielmehr die Altliberalen, die still darauf hoffen, dass es in der FDP noch mehr gibt, als neoliberalen Gelbfieberwahn.
Habermann ist nach diesem überzeugenden Artikel offenbar ein unsäglicher Depp, ein widerlicher Agitator, Diffamierer, Rabulist.
Solche gibt es gleichermaßen bei allen Parteien, ob bei der FDP, SPD, CDU, CSU, Linken, Grünen uswusf.
Von daher ist seine Parteizugehörigkeit weit weniger echauffierenswert, als es manche Kommentare vorgeben. Der (sehr gute, Respekt!) Artikel hat ja ausgesprochen angenehm professionell weil nur beiläufig auf diese Tatsache hingewiesen. Das ob selbiger aufgeregte Gekrähe mancher Kommentatoren erscheint, nun ja, wenig intelligent.
Da fällt mir auf, die Timestamps der Kommentare sind noch im Sommer verwurzelt? :)
“Klientel” – sechsmal kommt in dem Artikel dieses Wort vor. Klientel sind immer die anderen. Dazu gab es inder letzten FAS einen guten Artikel:
Thema nicht verstanden. Setzen. Sechs.
Der Artikel ist nicht gut. Er ist eine dämliche Polarisation von Neidhammeln wie Dir, der weder die Volkswirtschaftlichen Auswirkungen, noch ethische oder moralische Grundsätze trotz Relevanz thematisiert. Wer Hotelsteuersenkungen in eine Relation zu Sozialmassnahmen setzt, ohne die oben genannten Begrifflichkeiten zu berücksichtigen, führt a) eine Neiddebatte und ist b) ein Feind freiheitlich demokratischer Gesellschaften. Der Tenor dieses Schundartikels passt also gut zu Leuten wie Dir, die weder Moral, Ehre noch Verantwortungsbewußtsein ihr Eigen nennen.
Auf intellektuelle Art und Weise gib uns unsere tägliche Möglichkeit zur Empörung.
Möchte man wirklich die Welt zum Guten ändern, sollte man anfangen diese elitären Netzwerke auszuheben, hier in diesem Falle diese Mont Pelérin Society. Dort tümmelt sich genug dieses G…. rum.
@SK
Zu dem leidigen Thema Lions-Club: Georg Schramm sagte es so treffend, die bekämpfen die Probleme die wir ohne sie gar nicht hätten.
Auch hier gilt wieder, Seilschaften mit elitären Touch, wo man gar nicht wissen will, wo die Pyramide aufhört. ;-)
Ich mein, nun ja, die FDP(vormals F.D.P., vormals FDP) ist immer noch auf den Spuren ihrer Gründer, nun ja, sie wissen schon, die mit dem Bonbon mit dem schwarzen Kreuzzeichen und der weißen Schrift auf rotem Grund drumherum. Nun ja, ich denke da nicht nur an die “Mitläufer”, “Befehlsempfänger” und so, sondern an Täter, die die ehemalige Bonner Republik hofiert hat. Nun ja, man braucht ja jemand, nun ja, den man bei der nächsten Revolution an die Wand stellt. Nun ja nicht gleich füsilieren, hart arbeiten für eine angemessene Zeit hilft vielleicht auch. Habermann? Wer bezahlt den überhaupt? Folge dem Geld! Vierte Gewalt wo bist du?
Freiheit-Eigentum-Wettbewerb-Verantwortung
http://www.familienunternehmer.eu/
Und wer hat schon was gegen ‘Familienunternehmer’?
Da ist das Geld.
Das Zwanzig-Seiten-Thesenpapier des Vereins zur ‘Erbschaftssteuer’ sagt eigentlich schon alles.
‘Familienunternehmer’; klingt doch süss.
Kleine Wurstel, energisch rudernd im Lebensrad.
Vollgepumpt mit den Max-Weberschen Prinzipien des ehrbaren Kaufmanns.
Von ihren Müttern und Vätern.
Die bringen die Menschheit weiter!
Romulus und Remus.
Mit der Muttermilch von wem exactly aufgezogen?
Diese Wölfin war doch ein ‘Tier’!
Ich bin gerührt und verwirrt.
Yep, Jens Berger!
Ich will hier weiter nichts sagen, als dass du gesagt hast was unbedingt und immer wieder diesen Moralpredigern der Amoral auf ihre feinbeschuhten Füße gespuckt werden muss.
Danke!
Bei dem Habermann Artikel kommt einem echt das Kotzen. Besonders der Vergleich mit dem 19. Jahrhundert. Wie kann man nur ernsthaft soziale Verhaeltnisse wie zur Zeit der Industrialisierung wuenschen.
Habe den Artikel nicht zuende gelesen. Denn mich kotzte die Argumentationskette des Dünnbrettbohrers Habermann vollkommen an:-( Einfach nur ein Versuch den Begriff Menschenwürde neu zu definieren. Viel Spass Jens mit “Herrn” Habermann.
schreibt Habermann im Original.
Nun ist das Straßenfegen aber doch schon staatlich geregelt. Oder besteht da noch Nachfrage?
Ein 1 Euro Jobber würde es doch mit einem Straßenfeger des ersten Arbeitsmarktes zu tun bekommen. Was unsere hochintelligenten leistungstragenden, und zur Elite gehörenden Arbeitsplatzschaffer in Arbeitsministerium und Bundesagentur usw. ja auch nicht geistig raffen, obwohl sie sehr hoch bezahlt werden (um nochmal einen Seitenhieb auf jedes unangemessene Plädoyer für eine angemessene Bezahlung dieser Schmarotzer zu führen) für den Schmarren den sie täglich abliefern.
Aber vielleicht könnte ein Mutloser ja eine private Straßenfegergesellschaft gründen und den staatlichen Straßenfegern (die freilich auch eventuell dahin outgesourct werden könnten) Konkurrenz machen. Ich könnte mir vorstellen das die Habermänner dafür Unternehmensberatungen betreiben.
Also einen Gewinner könnte es in diesem Fall geben: Denjenigen Mutlosen der die Initiative ergriffen hat und die private Straßenfegergesellschaft gegründet hat und seine Straßenfeger fortan ausbeutet. Und alle Habermänner könnten sagen: Wenn man es will dann schafft man es. Und dieses Beispiel würde dann in der nächsten Trainingsmaßnahme vor dem “Flöhe zählen in einem Hundehintergrund”, das fit machen soll für die Arbeitswelt da draußen, den zu trainierenden Mutlosen beispielhaft präsentiert. Tina Turner hat es schließlich auch aus dem Nichts geschafft.
In diesem Sinne kann man allen Mutlosen nur sagen “Du bist Deutschland”.
PS: Hoffentlich kommt niemand auf die Idee eine private Straßenfegergesellschaft zu gründen und diese Branche auch noch kaputt zu machen.
Und noch was: Ja ich könnte in Habermanns Ausführungen auch Erwähnenswertes finden, aber das rettet sein Machwerk nicht.
Ich bin froh vor einigen Monaten auf den Spiegelfechter gestossen zu sein . Ein guter Artikel und wohl der beste den ich soweit bei ihnen gelesen habe .
Die künstliche Empörung hier überzeugt mich nicht. Zur Menschenwürde gehört auch, dass Andersdenkende und Andersschreibende nicht persönlich beschimpft werden. Bringen Sie doch gute Argumente gegen Herrn Habermann (der Spiegelfechter hat es ja {teilweise | größtenteils} geschafft)!
@Spiegelfechter: Was habe ich falsch gemacht? Warum komme ich nicht mehr in die Moderationsschleife? Das ist ja, als ob ich vom Privatpatienten zum Kassenpatienten degradiert wurde?
Schon mal daran gedacht, dass Du eventuell nicht mehr für voll genommen wirst? :-)
Ja, Herr Oberstudiendirektor!
Oh je… manchmal kommt die Lehrertour nicht gut. Besonders nicht, wenn die Aufsätze der Klasse nicht richtig gelesen wurden.
@Westerwellenreiter: Dein homosexueller Superheld stimmt doch glatt GEGEN die steuerliche Gleichbehandlung gleichgeschlechtlicher Ehen(http://www.volkerbeck.de/cms/files/namabst281010jsg.pdf), mehr muss man gar nicht sagen. Nun ja, jeder zieht sich die Hose an, die passt. Hat jemand die Hose von Herrn Haberman gesehen? Kaisers neue Kleider?
Super Artikel. Hatte ich auf Welt-Online gestern gelesen und sofort geahnt, dass da irgendetwas nicht in Ordnung ist. Schön, dass es Leute gibt, die das derart herausarbeiten können.
…wann stopft endlich mal jemand diesen Leuten das Maul??? Vielleicht sollte er mal zu seiner ortsansässigen Arge wandern und seine Predigt dort den wartenden alleinerziehnden Müttern und Vätern, usw. vortragen…. vielleicht “erbarmt” sich dann mal jemand seiner..
Ach ja, die FDP und ihre lustige Politik. Apropos, guckt euch mal bei Wikipedia die Diskussionsseite des Artikels “Friedrich Naumann” an, so heißt übrigens auch die Stiftung der FDP.
Warum nicht immer so?
In anderen Punkten verhalten Sie sich nicht so fair.
Dort verharren Sie in “kognitiver Dissonanz”, auch Dissonanzreduktion genannt.
SCNR (Rauchen)
Artikel dieser Güte sind der Grund,
warum mir Spiegelfechter gut gefällt!
weiter so,
we love ya!
“Zur Menschenwürde gehört auch, dass der Mensch zur Selbsthilfe und zur Selbstverantwortung fähig ist und sich beschämt fühlt, wenn er auf Kosten anderer Leute, sei es auch über Staatsgeschenke, leben muss.”
Sagte der Honorarprofessor, der ausser Volksaufhetzung nichts leistet (also gesellschaftliche Werte vernichtet).
Werter Sozialrassist: würden ihre Maßstäbe für alle gleich angewandt; sie wären einer der Ersten die dran wären.
Arbeit quasi als Alleindefinition von Menschenwürde. Arbeit macht frei! “Die Vökische Welt”, jeden Morgen frisch bei ihrem Zeitungsstand – am Sonntag natürlich die “Völkische Welt am Sonntag”. Weltoffen. Für alles auch jenseits des rechten Randes der unserer FDGO (“Freiheitlich-demokratische Grundordnung”, für die Jüngeren, ein Schlagwort der 1970er, um linkslastige Elemente vom öffentlichen Dienst auszugrenzen).
Betreibt der per Definition die Weisheit liebende Habermann, Philosoph, ja Wirtschaftsphilosoph, intellektuelle Leistungsverweigerung? Sollte er daher für vier Wochen auf zwangsgekürztes Hartz IV gesetzt werden?
Nun, wie immer die Frage, wem nützt das Geschreibsel des Philosophen? Ist das eine Berufsbeschreibung ach DIN? Nun, einige der Arrivierten werden sich freudig über die Wampe streichen und eine philosophische Begründung für eine weitere Kürzung des Spitzensteuersatzes erkennen, und diese als das Ergebnis profunder historischer Gedankengänge sehen die in einer Linie mit dem Werk von Schopenhauer, Nietzsche und Sartre steht.
Primär ist aber wohl die Idee einer arbeitenden Unterschicht Zugehörigkeit zum Establishment zu vermitteln. Auch wenn es einem schlecht geht schaut man gerne noch vom hohen Zwergmaulesel auf andere hinunter.
Das funktioniert, wie Wahlen unlängst wieder belegt haben. In Amerika Wählen die Amerikaner die Republikaner, die dort, und nicht nur dort, im letzten Jahrzehnt einen Saustall ohne Gleichen angerichtet haben. In Brasilien bekommt der Kandidat derer die im letzten halben Jahrhundert das Land dort vergewaltigt und verwahrlost haben immer noch 44% gegen den Kandidaten derer die dort einen unvergleichlichen Wohlstand gebracht haben.
Die, die eine Fernsehstation haben regieren die Welt zusammen mit denen die eine Druckerpresse haben. Wer ein Blog hat darf sich je nach Naturell entrüsten oder schier blasiert amüsieren.
Darüberhinaus, exzellenter Schrieb vom Jens, besonders geeignet der Verweis auf die Cro-Magnon Hochkultur!
Vor ein paar Jahren hätte man dieses degoutante Elaborat belächeln und ignorieren können. Schlimm ist, dass es in den neoliberalen Kreisen aber seit einem Jahr gezielt darum geht, in Deutschland eine Pogromstimmung herbeizuhetzen. Ob Westerwelles Dekadenz-Schwachsinn, Heinsohns und Sarrazins Eugenik und Sozialdarwinismus oder eine Talkshow, zu der ein Arno Dübel den typischen HartzIV-Empfänger geben darf. Das alles mit der Springer-Presse als Forum und Katalysator. Und die Stigmatisierung von Arbeitslosen als arbeitsunwillige, saufende und rauchende Schmarotzer brennt sich immer mehr in die Köpfe der Leute rein.
Es ist schon raffiniert, wie die Neoliberalen es geschafft haben, eine Kritik am Kapitalismus (“wir zahlen nicht für eure Krise”) umzukanalisieren in eine Kritik am Sozialstaat. Auf diesen Zusammenhang kann man gar nicht oft genug hinweisen.
Ja, man sollte dies wirklich bei jeder Gelegenheit tun. Darauf hinweisen, wer die wirklichen Schmarotzer in diesem Land sind. Und zwar jedes Mal, wenn eine ihrer Maulhuren selbiges wieder aufreißt, um diese braune Junkertunke auszukotzen, gleich doppelt – hält (hoffentlich) besser.
Für mich ist ist sehr erschreckend, dass die Gruppe “Krisis” die dargestellte inhumane Ideologie schon 1999 vorausgesehen hat. Herr Habermann scheint als “Wirtschaftsphilosoph” die „Mission“ zu haben deren Fundamente „wissenschaftlich“ zu begründen.
Aus dem Manifest gegen die Arbeit
Nach “Krisis” sind das aber „nur“ die ersten Symptome einer für das Gemeinwesen unheilbar tödlichen Krankheit. Ich hoffe sehr das sie da falsch liegen.
Interessanter Link. Danke!
Im Kapitalismus – und beileibe nicht nur da -muß das Proletariat seine Existenz durch Arbeit legitimieren. Denn nur arbeitende Sklaven sind nützliche Sklaven. Das ist per se schon ein absurdes System. Jedoch wirkt das durch und durch verlogene, pseudo-ethische Etikett “Nützlich” als starker sozialer Kitt.
Wenn aber den Sklaven der Zugang zu eben dieser Legitimation verwehrt wird, dann demontiert sich das System sozusagen selbst.
Der geistige Horizont von Sklavenhändlern eben.
Das passt doch wunderbar zu Deinem Artikel “Ab wieviel Promille versteht man eigentlich die FDP?”. Dazu passt auch die Propaganda vom IZA, wir hätten bald nur noch 2 Mill. Arbeitslose. Was ist eigentlich los in diesem Land?
Habermann hat scheins keine Ahnung vom Lehenswesen, da war man (zum Teil) rechtlich ja noch besser abgesichert als heute. Er sollte mal ein paar seriöse Geschichtsbücher zum Thema wälzen, bevor er seine kruden Thesen verbreitet… Das Grundgesetz hat er sicher auch in seiner Schulzeit zum letzten Mal angerührt.
Ansonsten ist doch schön, wenn sich einer dermaßen outet, da weiß man wenigstens, woran man ist, neoliberaler Schwurbel klar formuliert. Den freien Markt für Hartz4-Empfänger gibt es schon lange nicht mehr, diese Menschen werden erpresst – und er redet von Scham und Menschenwürde. Außerdem ist diese Erpressung (Entzug der Menschenwürde durch Zwang zum möglichst billigen Verscherbeln der eigenen Arbeitskraft) gewollt, “Fördern”, daß ich nicht lache.
Guter Text, wie immer. Allerdings regt sich in mir langsam Widerstand gegen die unaufhörliche Debatte der Hartz4-Empfänger und ihrer persönlichen Freiheiten, usw usw usw. Als ob die die deutschen Hartz4-Empfänger die Ärmsten auf der Welt wären, oder sie gar in irgendeinem (!) Land der Erde ohne zu arbeiten mehr bekommen würden.
Natürlich korreliert sie ein bisschen, das wird auch Herr Habermann wissen. Genauso wie ich. Seit Jahren habe ich als Student um einiges weniger als ein durchschnittlicher Hartz4-Empfänger (um genau zu sein etwa 300 € monatlich weniger.) Und natürlich engt das den Spielraum ein. Natürlich kann ich nicht grad mal in die Karibik fliegen oder mir jeden Tag Apple-Produkte kaufen. Aber deshalb bin ich doch nicht unfrei? Deshalb habe ich doch meine Würde nicht verloren!?
Meine ganz persönliche Freiheit hat mit meiner materiellen Situation gar nichts zu tun. Meine persönliche Menschenwürde noch weniger. Ich glaube sogar, ich bin freier als es viele Menschen sind, die wesentlich mehr verdienen, und in ihrem Leben aber derart festgefahren sind, dass sie ihr Geld nicht mehr ausgeben können. Viele Worte, kurzer Sinn: Menschenwürde und persönliche Freiheit haben nichts mit dem Gehalt zu tun.
(Ich habe im vergangenen Jahr Deutsch für Migranten (1-€-Jobber) unterrichtet: Natürlich geht es diesen Menschen nicht besonders gut, natürlich haben sie materielle Probleme. Aber ihre Würde und ihren Spass am Leben haben sie genauso wie ein Topmanager bei der Deutschen Bank.)
Und nach der Kritik:
Trotzdem gut, dass es jemanden gibt, der Professoren wie Habermann durchleuchtet. Danke dafür!
Da isser wieder: Der INSM-Student …
Nach dem Blödsinn hier, habe ich aufgehört zu lesen:
Demnächst bitte das Studenten-Argument früher bringen, damit ich nicht so viel Zeit mit Lesen eines sinnlosen Textes verschwende.
Ja, und ich hol schon mal den Fisch.
Oje … bist Du einer diese Heiseaner mit Doppelaccount? Was soll’s, vielleicht ja nicht, deswegen eine Erklärung:
Das Nutten-Peter-IV/Student-Argument ist unter anderem durch PR-Agenturen bekannt, millionenfach durchgekaut & widerlegt und erscheint nur noch BILD/SPIEGEL-Lesern einleuchtend.
Das führt wie bei einem (unberechtigten) Extrem-Godwin dazu, das der Argumentgebraucher sich ein für alle mal disqualifiziert hat.
Mit solchen Leuten rede ich nicht, da es sinnlos ist.
Ich bin ich. (Falls Du ernsthaft mich damit meintest.)
Und mit “Fisch” meine ich nichts anderes als genau das was Du gerade geschrieben hast, bezogen auf das “es gibt immer noch einen der noch weniger hat”-Getrolle. Anders ausgedrückt:
>))))°>
Und noch anders: Niemanden, der überhaupt anfängt, das GG im Allgemeinen oder Artikel 1 im Besonderen wie auch immer zu relativieren oder in Frage zu stellen, sollte man überhaupt durch “Argumentation” oder gar “Diskussion” adeln, sondern vor die braunen Füße spucken. Wenn überhaupt.
Ach jetzt raffe ich es erst, durch die Kommentar-Antwort-Hierarchie dachtest Du ich meinte den Fisch für dich! Sorry! Der war natürlich für den “in Afrika hungern sie”-Troll (oder, wenn er keiner ist, für das arme Propaganda-Opfer, das meint, man habe ja in einem Sozialstaat keine Ansprüche zu stellen).
Keine Sorge. ICH weiß aus eigenem Erfahren, was es heißt, sich bereits beim Anstehen für Bildung (um zu einem ordentlichen, gut funktionierenden Sklaven zu werden) oder schon allein die notwendigen Rahmenbedingungen (Material, Unterkunft, Kleidung) von “dann müssen Sie eben arbeiten gehen statt zu lernen”-Staatsbütteln fortgejagt zu werden und von der Gnade der Wohlfahrt zu leben und zu lernen. Und stoße dennoch heute, da ich das nicht mehr muß, nicht in das erbärmliche, unwürdige “ich habs ja auch geschafft, stellt euch nicht so an”-Horn. Weil mir das viel zu primitiv wäre. Nicht mal im Tierreich, wo es zwar hart, aber wenigstens chancengleich zugeht, findet man eine derart schonungslose Ellenbogengesellschaft, wie sie diese eugenischen Menschenverachter in ihren Gottesdiensten und beim Tanz um das goldene Kalb propagieren.
So, nun höre ich auf, ehe es mir verbal durchgeht.
In wiefern hab ich mich disqualifiziert, nur weil ich angemerkt habe, dass es auch andere Argumente gibt, und es in vielen bereichen ärmere Menschen gibt. Ganz abgesehen davon habe ich lediglich behauptet, dass ich mit wenig Geld nicht weniger Würde habe als ihr. Und damit habe ich weder das GG noch den Artikel 1 angegriffen oder in irgendeiner Art und Weise relativiert, ganz im Gegenteil: Für euch scheint der Zusammenhang zwischen Würde und Freiheit nur mit viel Gehalt zusammen zuhängen. Für mich bedeutet der Artikel, dass jeder – egal ob arm oder reich – seine Würde hat.
Nun aber genug: Es zeigt mal wieder eines, und das ist eher traurig: Kritik – auch nur in einer winzigen Form- in einem so großen Forum wie hier bei Jens Berger zB ist kaum möglich, da man immer von irgendjemand sofort angepisst oder mit viel Häme abgestraft wird. Sofort werden einem Dinge unterstellt, Beleidigungen tauchen auf (hier zB “Idiot”), und letzten Endes wird man für nicht diskussionsfähig gehalten – und alles nur, weil man eine Meinung kund getan hat. Wie sehr IHR damit den Art. 1 relativiert, ist euch vermutlich gar nicht aufgefallen.
war ja klar, dass da nun die allgemeine “Studenten-Kritik” folgen musste: die bösen, bösen Studenten, die ja gar nix schaffen, und nur dem Staat auf der Tasche liegen. Ach herjee. Hast du meinen vorletzten Absatz gelesen? Nein? Dann wüsstest du zumindest, womit ich mein Geld verdiene – damit wäre auch deine Frage nach dem Bafög beantwortet: nein. Aber das sollte doch hier mit der Thematik gar nichts zu tun haben…
Hier geht es um Freiheit und um Würde.
Und ich war es nicht, der sich über zu wenig Geld beschwert hat. Mir gehts gut. Daher finde ich ja auch die “Hartz4″-Diskussion lächerlich.
Warum ich auf sowas überhaupt antworte, der mehr Stunden arbeitet als mancher Festangestellte, weiß ich grad auch net mehr… Vielleicht einfach die Aufregung über die geistige Unreife.
PS: Der Comment hier bezieht sich auf Kommentare von User “Gnaa”, der seine Beiträge wohl wieder gelöscht hat…
Das lässt sich nicht so einfach trennen. In einer materialistischen Umgebung bist du ohne Besitz sozial nicht frei. Davon zu unterscheiden ist die innerliche Freiheit, das seelische Wohl ist aber auch durch äußerliche Einflüsse gefährdet, was freilich von der geistigen Stärke der Person abhängt.
Die Vermögensverteilung in einer Gesellschaft muss auf 2 Prinzipien fußen: Eigene Arbeit (d.h. auch: Kapitalerträge des Kapitalisten sind weniger geschützt, als der selbstgezimmerte Schrank) und zweitens: Bedürftigkeit.
Über die Details wird man sich schnell klar, wenn man über die weltanschaulichen Grundlagen Klarheit gewonnen hat. Der Mensch ist nicht nur Egoist (auch das sagten die alten Griechen), nicht nur Triebwesen.
Trennt euch vom Materialismus, geht zum Einen:
“Die Materie ist der Inbegriff des Schlechten, Finsteren und Bösen. Sie ist die unvollkommenste Ausstrahlung des Einen. Die Materie ist nicht körperlich, sie ist vielmehr das Form- und Bestimmungslose. Die Erscheinungen sind trügerische Abbilder des wahrhaft Seienden. Die Schönheit in der Welt der Erscheinungen beruht auf der Formung des Stoffes durch die Idee, dem Durchschimmern des Idealen in der sinnlichen Erscheinung. In der Welt der Erscheinungen tritt die Vielheit an die Stelle der Einheit und die Zeitlichkeit an die Stelle der Ewigkeit. Das Böse liegt in der Abkehr vom wahren Sein hin zum Nichtigen und Kraftlosen. Das Böse besteht aber nirgends rein für sich, es hat seine Ursache nur in dem Fehlen des Guten.” Plotin über die Materie (hyle)
@ hulsa
Vielleicht hast du keine Ahnung, wie damals gerade die Studenten in China, also die „geistigen Eliten“ die Kulturrevolution erkämpft haben. Diese Träumer und Illusionisten haben sich es so vorgestellt: wenn man es nur will, würde man auf dem Herd Eisen und Stahl produzieren usw…. Man hat eigene Eltern und Professoren zu Bauern gemacht, vorübergehend natürlich, weil bald kommt das Paradies … (In der heutigen Terminologie: Gürtel enger schnallen und 45h/Woche.)
Was hat es mit den heutigen Studenten zu tun? Viel. Auch sie sind unvorstellbar naiv und erwarten ein Paradies, das die Neolbieralen den Akademiker und den gut ausgebildeten sakrosankt versprechen. Lernen, lernen, lernen … die Zukunft wird euch gehören. (Hat nicht schon Lenin versprochen?) Deshalb sind die Akademiker bereit für 300€ und 1€-Job zu schuften und dazu noch lernen, 1 Jahr, 2 Jahre, 3 Jahre … 5 und dann 10 … dann noch ein paar Jährchen mehr, bis man merkt, dass man ein großer Idiot war – genauso wie die Rotgardisten damals.
Weiß du wie die Zukunft dieser Akademiker (Praktikergeneration) aussehen wird?
Sie werden serh spät oder kaum heiraten, werden keine Kinder haben, werden keine richtige Arbeitsplätze bekommen, eventuell nur ein paar für ein paar Jahre, im Alter werden sie keine Rente bekommen. H-IV also! Aber für dich wird das doch in Ordnung sein.
Wenn dem so sein wollte, was ich ganz ehrlich nicht hoffe, dann wäre ich trotzdem froh in Deutschland zu sein, und immerhin “etwas” zu bekommen. In anderen Ländern ist man da komplett auf sich (bzw. die Familie) gestellt… und ja, das finde ich dann doch ganz okay.
Behauptest du eigentlich allen Ernstes, dass alle Studenten Idioten sind, weil sie sich erhoffen (ganz naiv natürlich!), mit ihrer Ausbildung später ordentlich zu verdienen? Dann bräuchten wir ja wirklich alle keine Ausbildungen zu machen… irgendwie zahlt der Staat schon, was?
@ hulsa
Ach so ist es!? Warst du je im Ausland. Entschuldigung, 300€/Monat reichen nicht.
Wer ein bisschen meine Kommentare gelesen hat, der weiß, dass ich die Armut nicht verherrliche. Im Gegenteil. Aber die Armut in einem kulturellen/moralischen Kontext ist nicht gleich wie in einem anderen kulturellen/moralischen Kontext. Es ist ein Unterschied
ob man in einem westlichen Land lebt, wo ein exzessiver Individualismus alles degeneriert hat. Dann sitzt der Arme vor dem Fernsehen, in dem Sarrazin-Pullover, ganz alleine … frei alleine … frei von der Familie, von den Bekannten, von den Nachbarn, die ihn nicht kennen wollen … auf der Straße ist er ein Penner, Loser, …
oder ob man in einem Land mit den noch geltenden sozialen Normen in der Familie lebt, wo Opa und Oma am Tisch mit den Enkeln sitzen, wo sie familiäre Feste mitfeiern, wo man sie würdevoll den Gästen und den Bekannten vorstellt, wo man auf sie stolz ist, weil es sind die Vorfahren
@hulza
Wenn dem so sein wollte, was ich ganz ehrlich nicht hoffe, dann wäre ich trotzdem froh in Deutschland zu sein, und immerhin “etwas” zu bekommen. In anderen Ländern ist man da komplett auf sich (bzw. die Familie) gestellt… und ja, das finde ich dann doch ganz okay.
Welche Länder bitte, etwas genauer wäre doch schön :)
Die gute alte Tätärätätä…was sonst… Oh, Griechenland..natürlich..oder Italia, insbesondere Sicilia…si si..
oder Gomera, oder La Familia di Bhagwan, oder ganz einfach die gute alte Zeit.
@ hulza
Ach so. Auch ein Heuchler par excellence bis du. Du meinst: Es ist ganz lustig ein paar Jahre als Student mit 300€ und 1€-Job zu leben, die Freiheit kompensiert jede Armut. Aber nicht bei dir. Du wirst bald ganz großes Geld verdienen. Dann wirst du mti Geld glücklich sein und die h-4 sollen bitte mit 300€ und 1€-Job glücklich sein – wie du es als Student warst. Ich kann jetzt nicht das schreiben, was ich gern schreiben möchte
erinnert mich an so ein H4-Assi-RTL2-TV, wo ein krimineller Schulabbrecher ( für manche hier sicher Opfer des Systems) gefragt wurde, was er mal verdienen will:
“ey alda, tssenthaussänd Oiro…Alda…bro Mhonad, konkräht Kollega…”
Verliert Ihr Euch nicht in unsinnigen Diskussionen hier? Fakt ist eins: wer Pech hat, darf nach einem Jahr schauen wie er über die Runden kommt, scheissegal, was er vorher ins System einbezahlt hat. Krankenkassenbeiträge, Rentenkassenbeiträge, Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung. Beim ehemaligen Studenten ists ja am allerschlimmsten, der hat ja noch nicht mal was eingezahlt (/neoconmode off);
Und diese Gutmenschenheuchelei hier führt doch nur dazu, dass sich alle Neider auf den gleichen Bodensatz zusammenkloppen wollen.
Gibts hier denn auch Macher oder nur Labertaschen? Ich hab nämlich ne Familie zu versorgen und die flattr-Buttons werdens in der Not nicht rausreissen.
Hier ist nicht China, daher wird diskutiert. Was Fakt ist, ist weder gottgewollt noch entspringt es dem allweisen Ratschluß eines marktfaschistisch gewendeten ZK, bestenfalls dem Grundgesetz; dort ist das Sozialstaatsprinzip im Rang eines Verfassungsinstituts verankert, ob es Ihnen oder ihrem Zeitarbeitsgeber gefällt oder nicht. Daher ist mir diese demokratiedefätistische Radfahrer-Haltung à la “Scheißegal/Gutmenschenheuchelei” unverständlich. Oder hat der verderbliche Einfluß des Unterschichtenfernsehens mit seinen allzu einfach und allgemeinverständlich entworfenen Feindbildern (H4-Volksschädlinge, radikale Moslem-Einwanderer) tatsächlich bereits den Verstand der Werktätigen vernebelt ?
Ich weiss jetzt zwar nicht warum hier China mit ins Boot kommt, auch wenn diese “Diskussion” letztendlich nur ne Diffamierung der anderen Meinung ist (ist ja zur Zeit sehr beliebt), aber wenn hier ein Student akademische Realitätsvorstellungen äußert und dann dafür von jemand anderem (der wohl auch nur irgendwie schaut, dass er – in seinen Maßstäben – über die Runden kommt) – als “Heuchler” zerpflückt und beschimpft wird, dann trifft diese “Diskussion” nicht den Kern der Sache, sondern lenkt ab.
Hartz IV bedroht uns alle, das will ich damit sagen. Und bisher les ich nur “Zerschlagen, Zerstören, Ändern, Anders, So nicht, Scheissdreck, usw.”, aber keiner _macht_ eine reele Alternative. Ich les hier zwar alle möglichen gesellschaftsphilosophischen Wunschbetrachtungen aber keine Methode die erkennbar was taugt.
Ich stand schon mehrmals bei meinem “Agenten” und durfte schonmal Unterlagen ausfüllen und mir ausrechnen wie die Zukunft finanziell aussieht, falls der Job – aus welchem Grund auch immer – nun doch weg sein sollte. Und ich weiss, wie scheisse man sich dabei fühlt, erst Recht wenn man Kinder hat.
Vor Kurzem gabs nen Artikel übers BGE (die Idee des BGE find ich im Zuge der Zukunft der “Arbeit” wie man sie heute kennt gut aber mir fehlt der volkswirtschaftliche Blick dazu) und auch da war alles nur Scheisse, anders, so nicht, Dreck, Blödsinn, dalachichaberichweissesbesser.
Gibt es auch Macher? Gibt es _realisierbare Alternativen_? Und: lasst Euch doch nicht in kleine Nebenkriegsschauplätze treiben.
Darum geht es mir.
Zum Thema BGE gibt es 100 Varianten und 10000 Meinungen. Ehe ich Dinge sage, die jemand anders eigentlich sehr schön und (für mich) treffend beschrieben hat, verweise ich lieber direkt auf diesen jemand: http://feynsinn.org/?p=5494
Für mich ist nebensächlich, wie BGE realisiert wird oder ob “sich das rechnet” – mit BGE hätte man zum ersten mal Artikel 1 unseres GG ernsthaft umgesetzt. Das ist meine ganz persönliche Meinung. Ob dann irgendwelche Superreichen auswandern weil sie ein bißchen mehr abgeben müssen ist mir dabei herzlichst schietegal.
Ergänzung: Nicht nur Artikel 1, sondern nebenbei auch noch 20 (1)
HÄTTEST du meinen Kommentar richtig gelesen und nicht sofort beleidigt angefangen zu kommentieren, wäre dir aufgefallen, dass ich nichts dergleichen geschrieben habe.
ICH unterrichte die 1€-Jobber. Das sind Hartz4-Empfänger, die in einem Sozialprojekt Deutsch-Unterricht bekommen. Daher kenne ich denen ihre Probleme relativ gut, aber ich selbst kann gottseidank dort für vernünftiges Geld zu arbeiten. Warum ich dann ein Heuchler sein soll, bleibt wohl dein großes Geheimnis. Immerhin hast du es geschafft beim 3. Mal meinen Namen richtig zu schreiben. Glückwunsch zu dieser Leistung!
Schade, dass Dir jemand verbietet, was du schreiben möchtest. Hätte es zu gerne gelesen.
@Hulza
Wenn du die Probleme recht gut kennen würdest und die entsprechende Emphatie hättest, würdest du nicht sagen ” Ist doch Alles nicht so schlimm”!
Wenn jemand trotzdem versucht glücklich zu sein, heißt das doch nicht das es Ihm dann gut geht.
Müssen die Leute sich vor deinen Augen erschießen damit du ein Problem als solches erkennst?
@ Brixius
Genau das wollte ich @Hulza auch noch sagen, aber er würde dies auch nicht verstehen, oder verstehen wollen
Deshalb muss man alles nur drastisch vereinfachen und sagen: Heuchler – oder ein neoliberaler Unmensch!
ein Glück kann die Welt so einfach sein.
@hulza
Klar ist es nicht lustig, als Student von sehr wenig Geld zu leben, besonders da man viele Lehrmittel aus eigener Tasche aufwenden muß. Aber
- Als Student ist man meist jung und hat eine Zukunft vor sich und in den meisten Fällen glaubt man auch daran, später ganz ordentlich zu verdienen. Temporäre Armut läßt sich daher ganz gut psychisch bewältigen.
-Dies ist eine KOMPLETT andere Ausgangslage als die der Hartz4-Empfänger, die meist auf langjährige Berufserfahrung zurückblicken, aber jetzt keinen Fuß mehr fassen können und somit ihrer zukünftigen Armut ins Auge blicken müssen – nix von wegen ertragbarer temporäre Armut mit goldener Zukunft a la Student.
-Durch Hartz4 haben sie eine denkbar schlechte persönliche Verhandlungsbasis.
-Studenten haben meist keine schulpflichtigen Kinder und müssen sich auch nicht um Angehörige kümmern, sie haben keine Häuschen und auch kein “Schonvermögen”, um das sie sich sorgen.
-Studenten werden zwar von den “tollen” neuen Studienbedingungen geknechtet, aber das ist kein Vergleich zu den Demütigungen, denen sich viele erwachsene Hartz4-Empfänger ausgesetzt sehen.
-Liste läßt sich fortsetzen, trotzdem jetzt schon Fazit:
Man kann Studis nicht mit Hartz4-Empfängern über einen Kamm scheren. Studis können die Lage eines Hartz4-Empfängers schlichtweg nicht beurteilen.
Die einen haben die Zukunft vor, die anderen hinter sich., ja.
Aber warum vergleicht man überhaupt? Beiden fehlt es an etwas und der Mangel ist bei beiden wegen des absolut niedrigen Einkommens eben auch ein absoluter. Keinem von beiden geht’s besser, wenn der andere unter die Räder gerät…
Das ist was für den Kindergarten.
ja ja die hayek-jünger, da werkeln sie an ihren elitären selbstverteidigungstheorien gegen das mindere pack herum und übersehen dabei systematisch, dass dieses die eigenen ursprünglichen bürgerlich-aufklärerischen Prinzipien untergräbt und genau das den eigenen untergang durch deligitimierung produziert .
selbstverständlich korreliert das gefühl persönlicher freiheit und die sicherung der existenz miteinander (i.s. “gefühlter” teilhabe und gesellschaftlicher zugehörigkeit). besteht dieses gefühl nicht mehr und nimmt die masse depriviligierter bürger (kritische masse) zu, wird das bestehende herrschaftssystem eben als iliegitim wahrgenommen – die folgen waren noch immer die selben!
daher haben die verfassungsväter ja diesen artikel als grundpfeiler unserer verfassung verstanden. man hatte aus der jüngsten vergangenheit gelernt.
allerdings stellt sich mir hier und da die frage, ob diese typen tatsächlich so blind sind. oder ist die systematische verarmung weiter bevölkerungskreise und deren diffarmierung und die abschaffung der wehrpflicht, statt dessen bildung einer söldner-armee, tatsächlich nichts weiter als ein historischer zufall???
hat da der smarte freiherr eventuell aus dem herbst 1989 gelernt? es ist eben sehr schwer eine wehrpflichtigen-armee gegen die eigenen freunde und familienmitglieder vorgehen zu lassen. das sieht bei söldnern schon ganz anders aus.
ich denke man sollte die machteliten nicht unterschätzen. die krise ist noch längst nicht vorbei und daher muss man das alles m.e. eher als ein hochziehen der mauern betrachten!
ansonsten: mal wieder schumpeter lesen!
“Nur weil du paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind.“ Terry Pratchett (Werk: Strata)
Unfassbar, dass der Mann derart verfassungsfeindlich anmutende Thesen “auf Kosten der Allgemeinheit” lehrt…
In Kulturländern hätte man einem solchen “Honorarprofessor” längst schon eine angemessenere Tätigkeit zugewiesen.
@jens….chapeau!
kommt Zeit kommt Rat. Nur nicht ungeduldig sein, auch wenn es ein Recht der Jugend ist. Du musst jetzt noch nicht wissen, was die Grünen über S21 wirklich denken, oder was Trittin für ne Meinung hat ;-)
Diese Vertreter jener widerwärtigen Unterstellung, der Arbeitslose berufe sich auf das Recht, auf Kosten anderer zu leben, sollte man in Frieden zur Hölle fahren lassen. Oder so ähnlich. Man hat den Eindruck, immer wieder in eine Argumentationsschleife, in eine never-ending Debatte zu geraten. Der Arbeitslose will keine Almosen, er will will Arbeit, und die Arbeitsplätze nimmt man ihm weg, um das eingesparte Geld an der Börse zu verzocken. Auch diese Behauptung ist eine Generalisierung, trifft aber die Realität besser als der Habermannsche Ekelbrei.
Das war mir neu und kann ja nur bedeuten, dass Menschen mit schweren Behinderungen und dergleichen keine würdigen Menschen sein können, wenn sie ihrer Pflicht zur Selbstverantwortung und Selbsthilfe nicht nachkommen können.
Wenn das Leben auf Kosten anderer eine solche Schande ist, dann sollte wohl auch allen Kindern dieses Landes, die ja schließlich nicht mehr ihren Lebensunterhalt durch eigene harte Arbeit finanzieren dürfen, die Schamesröte permanent im Gesicht stehen. Eigentlich gilt das natürlich auch für den werten Herrn Habermann, der ohne die tatkräftige Unterstützung seiner Eltern, es wohl nicht derart weit gebracht hätte, wie du es treffend angesprochen hast, Jens.
Aber vielleicht sind diese “kleinen Menschen” und Behinderte für Habermann einfach keine Menschen in seinem Sinne. Um derlei Einschränkungen und Sonderfälle wird er jedenfalls kaum herumkommen.
Und Deutschland liegt sich vollbeschäftigt in den Armen…
Manchmal aber, da spornt solch eine widrige Lage seltsamerweise so gar nicht an, sondern demütigt derart, dass völlige Resignation, ein Sich-fügen in das eigne Schicksal als “gesellschaftlicher Bodensatz” die Folge ist.
Aber natürlich, lieber Herr Habermann, ist in Deutschland ja jeder seines Glückes Schmied (würg) und hat prinzipiell immer die Chance, sich am eigenen Zopf aus dem Sumpf zu ziehen. Warum hat’s dann nur gleich den Anschein, der soziale Status ließe sich hierzulande vererben?
Manchmal sollte man das Märchenbuch schließen und sich in der Realität umsehen, nur ist das Umfeld eines Hernn Habermann von der sicherlich meilenweit entfernt.
So lässt sich’s nur vom hohen Ross sprechen und das auch nur, wenn man die Scheuklappen versehentlich sich selbst und nicht dem Pferd angelegt hat.
@Jens: Schön wie du die implizite Forderung nach menschenunwürdigen Lebensbedingungen von Transferleistungsempfängern herausgestellt hast. :)
Wenn er da mal nicht auch den bösen bösen Kündigungsschutz anspricht, der soviel tolle (wenn auch nur kurzfristig verfügbare) Jobs nicht sein lässt.
War Stolz nicht mal ‘ne Todsünde? ;)
Er lebt ja zunächsteinmal auch weiterhin auf seine eigenen Kosten, gesetzt den Fall, er hat schon gearbeitet und fleißig eingezahlt. Und mindestens dann ist es auch sein gutes Recht, die Hilfen in Anspruch zu nehmen. Dass es das auch andernfalls ist, wird in den Kopf Habermanns ohnehin nie Eingang finden.
Das schlechte Gewissen packt viele ja erst wenn sich der mediale Gülletrog täglich über ihnen ergießt, in dem ja auch Habermann munter, ganz in seinem Element, herumschwimmt. Welche Blüten diese Propaganda treibt, erkenne ich laufend daran, wie es mittlerweile ist, wenn ich einem Fremden auf offener Straße meine Hilfe anbiete (Telefon, Trage-, Orientierungshilfe etc.). Man findet kaum noch jemanden, der sich helfen lässt, bzw. die Hilfe sichtlich gern annimmt. Dabei erwartet man ja keine Gegenleistung. Ist es das, wovor die Leute Angst haben, dass von ihnen im Gegenzug etwas verlangt wird, weil heut allerorts suggeriert wird, das gehöre sich so und zwar immer?
Ein kluger Geist erfand einst das Wort “Danke.” (und seine Äquivalente) und damit hätte sich das Problem eigentlich erledigt. Kaum jemand müsste in der Schuld eines anderen stehen, wenn wir uns in den kleinen Selbstverständlichkeiten des Alltags (und dazu zählt eben auch die gegenseitige Hilfe der Mitglieder einer Gesellschaft) endlich wieder mit einem “Danke” begnügen würden.
Aber im Grunde würde ich sogar dafür plädieren, nicht einmal dieses Wörtchen einzufordern, weil es dadurch sämtlichen Wert ohnehin verlieren würde. Wer es hingegen freiwillig verwendet kann zumindest Unabhängigkeit und Schuldfreiheit im Geiste für sich in Anspruch nehmen…völlig rechtmäßig.
Das “Danke” ist die einzige Leistung die von wirklich allen erbracht werden kann und oft genügt sie vollends.
Ach, nun gibt es Habermann doch noch zu. Transferleistungsempfänger werden also “mutlos” gemacht?
Sag ich ja…
Seit wann kann Mutlosigkeit ein Ansporn sein?
Das ist der tatsächlich erschreckende Teil des Artikels. So jemand pfuscht in den Gedanken junger, noch im Werden begriffener Leute herum…
Bleibt zu hoffen, dass wir lernen, besser miteiannder umzugehen und er bald nicht mehr lehrt, sondern nur noch leert, die Seminarräume und Vorlesungssäle nämlich.
“Zur Menschenwürde gehört auch, dass der Mensch zur Selbsthilfe und zur Selbstverantwortung fähig ist und sich beschämt fühlt, wenn er auf Kosten anderer Leute, sei es auch über Staatsgeschenke, leben muss.”
Ein glänzender Artikel, Jens! Danke für diese präzise Analyse. Im Unterschied zu einigen anderen hier hoffe ich, daß so etwas doch noch bei dem einen oder der anderen bewirkt.
Damit zum Zitat oben: Zutreffend ist schon von anderen Mitdiskutanten festgestellt worden, daß offenbar Kinder und Behinderte demzufolge über keine Menschenwürde verfügen. Wer genauer liest, wird feststellen, daß lediglich nur noch dem im Arbeitsprozeß befindlichen Menschen Würde zugesprochen wird. Nur der verwertbare Mensch hat noch Wert. Auch die Alten – jedenfalls die Armutsrentner – gehören dann zu dieser Gruppe ohne Menschenwürde, auf jeden Fall alle Zwangsarbeitslosen, auch die Kranken gehören dazu. Kurz: wenn man alle diese Gruppen zusammenzählt: die Mehrheit der Menschen in der Bundesrepublik hätte sich demzufolge zu schämen, der Mehrheit der Menschen in der Bundesrepublik fehlte es demnach an Menschenwürde. In der Tat, das ist nicht mehr weit weg von “Arbeit macht frei”! Oder man schlußfolgert schlicht: dieser Herr Habermann hat schlicht einen Knall. Frage jedoch, ernsthaft: ist, dieses anzunehmen, eben nicht allzu schlicht? Und verkennt womöglich die Schlauheit dieser Leute?
Aber ich möchte noch auf etwas anderes hinweisen: hätten sich dieser Aussage des Herrn Habermann zufolge nicht auch alle Subventionsprofiteure zu schämen bzw. besäßen keine Menschenwürde mehr? Und wie ist das nun eigentlich mit dem, was da die Konzernherren an Profiten aus ihrem Unternehmen herausschlagen, also Gelder in die eigene Tasche stecken, die doch eigentlich alle ihre Mitarbeiter mit ihnen gemeinsam erwirtschaftet haben? Ist das nicht auch: “auf Kosten anderer Leute” leben? Ist nicht jeder “Gewinn” Geldeinbehalten “aufkosten anderer”? Funktioniert nicht – ganz fundamental – der Kapitalismus genau so?
Letzter Punkt: wieso nimmt das nun seit einigen Jahren so auffällig zu? Die Tatsache, daß sich mehr und mehr Rechts-Intellektuelle (zurückhaltend benannt) zu Wort melden, die Tatsache also, daß sich auch in dieser Hinsicht alte Weimarer Zeiten wiederherzustellen beginnen? Thießen/Fischer, Sloterdijk, Heinsohn, Habermann (früher hießen die Leute Ernst Jünger, Carl Schmitt, Moeller van den Broeck…) – - – Doofheit würde ich niemandem von denen unterstellen. Wieso kommt es, daß der Herabstufung von Menschen ganz real – sozial wie ökonomisch – , der realen Verelendung von Millionen von Menschen in der Bundesrepublik, immer stärker auch die ideologische und die enthumanisierende Diffamierung dieser Zwangsausgesonderten folgt? Was läßt solche Leute Habermann immer mehr von der Leine? Läßt sie kläffen, wie die Wirtschaft ihnen befiehlt bzw. wie diese es sich wünscht? Was fördert bei diesen Leuten – bei all ihrer Intelligenz – ein emotionales Analphabetentum sondergleichen zutage, völlige Empathielosigkeit, Verrohung (bis in die Sprache hinein – siehe “Parasiten”, “Schmarotzer”!), von der es doch immer geheißen hat, sie gehe mit Bildung nicht zusammen? Weil doch Barbarei nicht zusammengehen könne mit Kultur?
Das Böse kommt in die Welt, wenn das Gute ihm Platz macht. Ein Beitrag wie der von Jens Berger stellt sich diesem Vorgang in den Weg. Ich hoffe, viele andere von uns tun dieses auch noch, stellen sich diesen schlauen Dummschwätzern in den Weg und argumentieren sie in ihre intellektuelle und dann auch – hoffentlich – politische Belanglosigkeit zurück. Je mehr es sind, die sich diesen Heinsohns, Thießens und Habermanns in den Weg stellen, desto weniger brauchen wir eine RAF.
Mir scheint, von Waffen beginnen wir zu träumen, wenn wir aufgehört haben, an unsere Stärke zu glauben (von gemeinsamer Stärke spreche ich hier, nicht von individuellen Größenfantasien meist Vereinzelter!). Und diese gemeinsame Stärke hängt auch davon ab, wie wir hier miteinander reden.
Natürlich sind die nicht dumm, nur sehen die ständig ihr krudes Menschenbild bestätigt, weil Leute wie Habermann eben zu theoriebeladen an die Sache herangehen. Wer suchet der findet. Und wer eben nur die Faulen sucht und die, die an ihrem Unglück selbst die Schuld tragen, dann findet man die auch. Selektive Weltwahrnehmung könnte man das nennen. Gern wird von ähnlich Gesinnten, noch etwas radikaler eingestellten Menschen ja tatsächlich auch gefordert zur natürlichen Ordnung zurückzukehren. Über den wenig hilfreichen Begriff der Natürlichkeit lass’ ich mich jetzt nicht aus, aber DIE NATUR BIETET BEIDES, BEISPIELE FÜR DAS SCHLECHTESTE, ABER AUCH DAS BESTE VERHALTEN! Wer überall nur das Recht des Stärkeren verwirklicht sieht, der hat sich selbst eine einseitige Diät verordnet.
Ich glaube schon, dass Habermann seinen eigenen Thesen wirklich glauben schenkt und sie auch so meint, wie sie in unseren Ohren klingen. Er geht eben nur von falschen Voraussetzungen aus, weil er in der Welt das sieht, was er sehen will. Der glaubt das Märchen vom Glücksschmied tatsächlich. Muss er auch. Wer elendig Hohe Gehälter und Pensionen einfährt, DER hat eben oft ein Problem mit seinem schlechten Gewissen, weil sich auch ihm selbst gegenüber nur schwer rechtfertigen lässt, dass es gerecht sei, wenn er die zigfachen Bezüge eines Mittelständlers einfährt.
Und hier haben wir dann zumindest auch eine wahre Motivation für derlei Gerede gefunden. ER muss ja einfach gegen die vorgehen, die ihn jeden Tag wissen lassen, das an seinen Lebensumständen irgendwas nicht stimmen kann. Die, die sein Weltbild in Frage stellen sind ihm eine tägliche Pein und darum sollen sie leiden…ganz einfach.
Dabei könnte er seine Wohlstandslast ja durchaus auch anders tragen. Viele berühmte und steinreiche US-Amerikaner machen es vor. Da finden mit dem Einsetzen des Reichtums und der Popularität auch kriminelle Schwergewichte plötzlich zu Gott. Vielleicht um sich von der schweren Bürde des Geldes zu befreien, weil ja nun eine unantastbare und vor allem unfehlbare Entität ihnen das immense Vermögen zugedacht hat. Ja, Gott war es und nicht der schnöde Zufall und den stellt man nicht in Frage.
Habermann macht’s anders, aber aus ganz ähnlichen Motiven. Die, die ihn daran erinnern, dass es auch noch ein echtes Leben der Vielen gibt, müssen weichen, in möglichst tiefen Erdkulen sich verkriechen.
Dass das so abwegig nicht ist, kann man immer wieder mal beobachten, wenn die Nutznießer des Systems vom “Pöbel” im vermeintlich internen Zirkel überrascht und gestört werden (ein plakatives Beispiel).
Der gute steht also einfach unter Rechtfertigungszwang. Was der Markt zulässt, muss ja rechtmäßig sein. ;p
Da möchte ich doch mal den Herrn Fischer zitieren: Herr Habermann, mit Verlaub, sie sind ein Arschloch.
@David
Kein Problem – hulza echauffiert sich übrigens gerade in üblicher Opfermanier
:-).
Jaja, mir kommen die Tränen. Naja, der Troll lebt nicht vom Fisch allein, oder wie war das.
Unabhängig von meiner Position zu den Thesen Habermanns, hätte ich einen Punkt anzubringen, der mich, nicht nur in diesem Artikel, sondern sehr häufig in Diskussionen und Meinungsäußerungen stört. Genauso, wie viele Redner eine stille schweigende Masse hinter sich aufbauen, die existiert oder auch nicht, um ihrer eigenen Meinung größere Aussagekraft zu verleihen, wird dies hier mit der Hochsterilisierung Habermanns in eine Klassensprecherfunktion der sogenannten Leistungsträger gemacht. Das finde ich nicht richtig. Dass Habermann ein Depp ist und unsägliche Aussagen tätigt, rechtfertigt es nicht diese auf “die da oben” zu generalisieren. Ich halte nichts von Sippenhaft und würde mir wünschen, dass dies in den Diskussionen unterbleibt.
a)
Das ist nicht wahr, denn abseits des CDUSPDGRÜNEFDP-Parteiprogrammes gibt es sehr wohl “Alternativen”.
b)
Wenn man weiss, dass etwas schlecht, falsch und sogar noch kontraproduktiv zum (kommunizierten) Zweck ist, schafft man es ab. Man fährt nicht immer wieder gegen die Mauer, sondern man stellt den Wagen ab und überlegt, ob es einen Weg um die Mauer herum gibt. Du fährst allerdings immer weiter vor die Mauer.
c)
Es gibt sehr wohl “Macher”. Sowohl im Inland, als auch im Ausland, sowie sogar hier.
ich fand die Linken hinsichtlich ihrer Äußerungen zur Finanzkrise stimmig (nicht schwitzig^^). Aber spätestens als die sich genauso über Köhlers Aussage zur Sicherung der Handelswege durch die Bundeswehr aufgeregt haben wie der Rest, hab ich die in den selben Sack gepackt. Und die Piraten? Auf meiner Website hab ich den Button, weil es zur Wahl ne Protestalternative wahr. Ich bin in der mailingliste…und unterstütz die auch gerne hier und da. Aber momentan geht´s erstmal wieder darum einen einigermassen sicheren Arbeitsplatz zu haben. Und die Wirtschaft gibt mir Lohn und Brot und nicht irgendwelche Philosophen. Klingt vielleicht oberflächlich aber die Tiefsinnigen standen mir nicht zur Seite als es Arsch auf Knapp ging.
Wüsste nicht warum. Ich bin viel näher dran am Happening als Du…
c)
Ich seh grad, da gibts schon den nächsten SF-Artikel…lass uns doch da weiterkommentieren *(/neuesaudurchsdorftreibmode off)
Damit hast Du Dich endgültig disqualifiziert.
Genau – schließlich gab’s doch gerade HIER nun wirklich genug Futter (und obendrein noch lecker Fisch). Nom nom.
Im 19. Jahrhundert galt es dagegen als menschenwürdig, gerade nicht auf öffentliche Kosten zu leben
hmmm … ich erinnere mich grade an so ein “experiment”, das sich “work fare” nannte, und genau in der zeit ausprobiert wurde …
kurz gefasst,
wer nicht für suppe und dach arbeitet, bekommt gar nichts.
und da diese arbeit sklavenartig war, sank die zahl der leistungsempfänger drastisch.
da ich ähnliche neoliberale gedankengänge in letzter zeit immer mal wieder vernehmen musste, kann ich daher nur zu einem schluss kommen:
leistungsempfänger ( auch die die lange sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben und somit mehr als nur anspruch auf menschenwürdigen unterhalt haben ) sollen ein schlechtes gewissen bekommen, da sie anderen ja das geld
wie ein diebaus der tasche ziehen.sollte sich bild das etablieren, so zögern mit sicherheit einige menschen leistungen auf die sie ein anrecht haben in anspruch zu nehmen, was den geldbeutel des staates oberflächlich gesehen erstmal schont ( was man dann für zb. s21-immobilienspekulationen übrig hat ).
ausserdem ziehen sie sich logischerweiser aus der öffentlichen wahrnehmung zurück (aus den augen aus dem sinn), denn als konsumenten können sie nicht mehr herhalten (kino, theater, disco oder biergarten), ausser sie sind schon so am ende, das sie obdachlos geworden sind, doch auch diese lassen sich leicht vertreiben.
aus purer angststarre vor einem abstieg wird die frage gar nicht mehr gestellt ob der lohn fair ist den man bekommt, hauptsache man hat arbeit.
die ellenbogengesellschaft wird gefördert, und somit verachtung, somit entmenschlichung.
und wer am ende keinen job bekommt, und evtl keine unterstützung (aus welchen gründen auch immer) der wird schauen wie er/sie überlebt.
somit könnte ich ruhigen gewissens behaupten;
wer solche gedanken äussert und evtl sogar umsetzt (zb. sanktionen beim lebensminimum), der treibt auf kurz oder lang einen teil unserer bevölkerung nicht nur in den finanziellen ruin, sondern schlimmstenfalls in die “kriminalität”.
doch vielleicht ist sogar das gewollt.
entweder da man daraus einen “profit” welcher art auch immer schlagen kann, und/oder weil man damit die schwächsten unserer gesellschaft auf dauer eliminiert ( mit dem mantel der liebe verdeckt zuende gedachter sozialdarwinismus ).
wer auf solche züge aufspringt bzw sie verbreitet, ist in meinen augen sehr gefährlich, speziell, wenn diese person eine breite öffentlichkeit unreflektiert ansprechen kann.
daher wundert mich es nicht das die kommentarmöglichkeit beim orginalartikel im nachhinein abgeschaltet wurde.
beeindruckt bin ich allerdings immer wieder bei artikeln dieser art, das sie immer noch online sind, womit wir wieder bei den willigen “helfern” angelangt sind.
sagt das was aus über die eigentümer und redakteure dieser blätter ?
grübel grübel …
anyway,
ein super artikel spiegelfechter
@hulza nr 89
Du unterichtest also H4-Leute in Deutsch? Das sind dann aber bedauernswerte Versuchskaninchen. Ich darf zitieren:
“Daher kenne ich denen ihre Probleme…”
Das ist grottenschlechtes Deutsch bei Verwendung des Genitivs. Es muss doch wohl heissen:
“Daher kenne ich deren Probleme…” Oder sieht der Nachhilfelehrer das anders?
:-)
“Menschenwürde ist mit dem Menschsein selber gegeben.”
ich widerspreche.
das menschsein an sich ist lediglich die Versicherung der biologischen Aufrechterhaltung eines Apparates, der als “lebendig”, bezeichnet werden kann und EVENTUELL
eine würde trägt oder hat.
dazu bedarf es allerdings eines kognitiven apparates des gesamtsystemes,
der über die leistungsfähigkeit verfügt,
die entsprechend notwendigen impulse zu senden.
die inhalte sind die nächste frage,
die uns zur finalen solchen bringt:
“was verstehen sie eigentlich unter würde?”
Vielleicht bezieht der Herr Habermalz mit seiner Selbsteinschätzung als “Wirtschaftsphilosoph” sich ja auf die Wirtschaft im gastronomischen Sinne . Also sowas wie Comicus (oder schreibt der sich Komikus? Ist auch egal jetzt.), der Stammtischphilosoph aus “Mel Brooks´ verrückte Geschichte der Welt”. Das würde durchaus die geistigen Flatus (mit langem “u” als Mehrzahlform von Flatus mit kurzem “u” in der Einzahlform – habe zwar kein Latinum, das aber höchstselbst gegooglet oder gegoogelt), welche den Weg via seines Mundes zwecks Verpestung der Luft und der Gehirne seiner Mitmenschen verlassen haben. Aber vielleicht ist das alles ja auch gar nicht seiner reinsten und tiefsten Überzeugung entsprungen, sondern er sowie einige seiner “Geistesbrüder” erhalten von “interessierten Kreisen” dafür Geld…viel Geld sogar…Ansonsten gilt wohl: Ist jede Arbeit mir zu doof (oder auch: Bin für jede andere Arbeit ich zu doof), werde ich mal eben Philosoph.
Zur Abrundung bzw. Auflockerung dann noch etwas Off Topic zum Thema “Flatus” (mit kurzen “u”):
1. Wieso riecht ein Flatus? Damit die Gehörlosen auch was davon haben.
2. Wieviel schwerer als Luft darf ein Flatus sein? Gar nicht! Selbst wenn es nur ein einziges Gramm wäre, wäre es schon Sch….
Wenn ich solche Artikel lese wird mir einfach nur schlecht. Professoren verlangen eine freiere Gesellschaft bei der Leistung zählt. Da haben die Professoren aus dem technisch-naturwissenschaftlichen Bereich sicher kein Problem mit. Allerdings habe ich meine Zweifel, dass man mit Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Politische Wissenschaften, Philosophie und Volkswirtschaft wirklich an anderen Stellen als Universitäten oder Forschungsinstituten landen kann. Er sollte sich einmal dem Wettbewerb stellen ohne seine Freunde und Beziehungen.
Schöner Artikel und eine schönes Beispiel dafür, wie die von Steuergeldern finanzierte “Wissenschaft” ihren Beitrag dazu leistet, ein System zu legitimieren, dass seit Jahren dabei ist, sich von den unnützen Fesseln des Anstands zu befreien und sich einem, aus kapitalistischer Sicht lukrativeren, System aus Willkür und Barbarei anzunähern. Leute wie Habermann liefern die dafür die passende Ideologie, indem sie die Wirklichkeit für die Reichen und Mächtigen zurecht lügen.
Die restliche Geisteswissenschaft Wissenschaft scheint langsam zu begreifen, was den neoliberalen Ökonomen schon länger klar und dessen sich die Priester schon seit jeher bewusst waren: Es zahlt sich aus, wenn man den Mächtigen dabei hilft, Ausbeutung und Willkür als Wohltat verkaufen. Ob von Gottes oder halt von Marktes ist dabei wurscht.
Das dafür weder Stichhaltigkeit oder auch nur logische Konsistenz nötig ist hat du sehr schön gezeigt.
Wäre ich mir sicher, dass man damit nicht womöglich das älteste Gewerbe der Welt beleidigt, würde ich es Prostitution nennen.
bei “Ob von Gottes oder halt von Marktes ist dabei wurscht.” fehlt ein “Gnaden”
@Jens bei meinem Chromebrowser tut’s der Editor nicht. Es lädt endlos. Ist das nur bei mir so?
=> Vergiss es war wohl nur die Zeit abgelaufen.
Wer so abgesichert wie Herr Habermann derart diffamierende Artikel schreibt,
den kann ich nur als Heuchler bezeichnen.
Statt über HarzIV – Empfänger herzufallen wäre es eher angezeigt, sich Gedanken zu machen über die Leute, die vom Staat in der Krise gerettet
wurden und sich auf Kosten der Allgemeinheit in unglaublicher Höhe bereichert haben (allein 140 Mrd. bei der HypoRealEstate).
Denn hier wurden sämtliche Prinzipien, die der Mann so vehement vertritt,
mit Füßen getreten von seinesgleichen, z.B:
- Selbstverantwortung (auch bei Verlusten)
- Scham bei Empfang von Geschenken ohne Gegenleistung
- Ein seltsames Recht, dem Nächsten in die Tasche zu greifen!
Danke für die hervorragende Kommentierung, Herr Berger.
Ach so, ist zwar “nicht mehr aktuell”, aber wenn schon “Scham und Entbehrungen zur Menschenwürde gehören”, dann ist es ja wohl auch völlig rational und effizient, wenn Leute wie etwa ein etwas normferner Sonderschüler, der ohnehin niemals zum Leistungsträger taugen würde, infolge von Sanktionen verhungert.
http://www.ksta.de/html/artikel/1176113296807.shtml
Haben wir wenigstens der fleißigen Allgemeinheit das Durchfüttern erspart. Und für ihn war es bestimmt auch besser so, das war doch kein Leben, oder, Herr Professor?
(Huch, klingt ja fast wie das menschenfreundliche “naja, de Spritze war doch besser für de Behinderten, die hatten doch eh kein richtiget Leben”-Argument, das ich mir als dorthin mitgeführter Dreikäsehoch von bräunlichen Kriegsveteranen auf Rentnergeburtstagen anhören durfte.)
Erschreckend, wirklich beängstigend, daß das braune Murmeltier scheinbar nicht totzukriegen ist und stets aufs neue grüßt. Wirklich beängstigend. Wirklich.
Die ökonomische Lage von Philosophen ist schwierig. Wenn man fachlich zudem nichts bringt, ist es aussichtslos. Kein Wunder also, dass eine solche Flitzpiepe wie Habermann (schon der Name wirkt wie eine Karikatur auf einen richtigen Philosophen) sich prostituieren muss. Man wünscht ihm ausreichend Penatencreme um seinen Anus zu versorgen.
Solche “Menschen”, wie Herr Habermann, haben wohl grundsätzlich ein Problem mit sich selbst.
Wenn es jemandem nur besser geht, wenn er einen Menschen, der schon am Boden liegt, mit Füßen tritt, um selbst größer und wichtiger zu erscheinen, dann ist das wirklich arm.
Und dann wundern sich diese “Menschen” auch noch, dass der “Getretene” nicht mehr aufsteht. Unfassbar!!!!!!!!!!!!
Danke für diese Erwiderung! Diese sollte aber noch viel mehr verbreitet werden!!
Ich dachte ich seh nicht richtig, als ich in der “Welt” diesen Artikel sah! In welchen Zeiten leben wir eigentlich??? Ist denn alles, was wir einmal gelernt haben über Aufklärung, Menschenrechte, zivilisiertes Zusamenleben… obsolet geworden? Ich könnte pausenlos kotzen., Aber soviel essen kann ich ja gar nicht,, wie man weiß (und bezahlen könnt ich dieses Essen auch nicht)
Ich wollte auch einen Kommentar bei Welt.de reinstellen, aber da war die Kommentarfunktion schon geschlossen, wie hier schon angemerkt wurde.
Was sind das nur für Charaktere, die so denken? Ich fass’ es nicht! Und immer weniger! Intellektuelle Büttel der Macht, sonst nichts, die die ideologische Rechtfertigung für einen neuen Elitismus herbeizuschreben beauftragt sind. Pfui.
Erst entzog man den einfachen Menschen die Produktionsmittel zur Selbstversorgung, dannn trieb man sie in die Fabriken zur fremdbestimmten Lohnarbeit, dann jagte man sie aus den Fabriken und da stehen sie nun, ohne Produktionsmittel zur Selbstversorgung und ohne Lohnarbeit – aber selbst sollen sie schuld sein und sich schämen und sich um miesbezahlte Dienstbotenjobs balgen.
Die “Allmende” gibt’s auch nicht mehr und auch keine neuen Kontinente zum Besiedeln.
Da stehen sie nun, die besitzlosen Massen, die man um ihren naturrechtlichen Anteil an den Gütern der Welt gebracht hat! Aber das “Eigentum” der Eliten darf nicht angetastet werden, klaar, ist ja Kommunismus.
Vielleicht sollten die Eliten die Besiedlung des Mars vorantreiben, damit sie die Hungerleider loswerden?
Es geht nicht nur um den 55jährigen Bauarbeiter, der arbeitslos wird, es geht auch um den Jungen, der nie eine richtige, vernünftig bezahlte Arbeit bekommt und von einem Prekärjob in den nächsten weitergereicht wird und nie in die Sozialversicherungen einzahlen kann – und niemals auch nur die Chance hat, eine Pespektive für sein Leben innerhalb des Systems zu entwickeln. Davon gibt es immer mehr.
Vielleicht ist die Alternative: Parallelgesellschaft, eigene Währung, Autonomie, Selbstversorgung, sich zusammenschließen., notfalls am Rande der Legalität. Denn vom “System” können die Hungerleider nichts mehr erwarten, außer einem Arschtritt in die Gosse. Die Stiefel werden schon geputzt.
Aber dann steht bestimmt bald der Verfassungsschutz auf der Matte und dann sind wir Terroristen,
Sehr guter Artikel, Jens!
Das im Land der Dichter und Denker solche “Leuchttürme” wie Habermann und Sloterdijk akademische Ehren erfahren können, zeigt, wie miserabel unser Bildungssystem war und ist.
Die beiden Herren sind auch der lebende Beweis dafür, das Dummheit nichts mit Intelligenz zu tun hat.
Hach, herrlich zu lesen, Herr Berger. Ähnliche Gedanken hatte ich auch bei der Lektüre dieser kleinen Narretei von Herrn Habermann.
Allerdings war der gleichlautende Text in der Printausgabe des HANDELSBLATTs abgedruckt. Dort steht übrigens jeden Tag mindestens ein Artikel/Kommentar dieser Coleur drin.
Kleiner (sinnfreier) Einwurf anlässlich des heutigen Datums:
“Remember, remember the 5th of November.”
Immer wieder schön zu sehen, der Film! ;)
Jo, damals hatten die Katholiken noch Eier ;-)
Dieser “Wirtschaftsphilosoph” ist vorrangig ein Lobbyist im Mantel des Wissenschaftspublizisten und mal wieder ein Beispiel, warum die Universitäten den Honorarprofessorentitel abschaffen sollten. Zu häufig können windige Meinungsmacher, die nicht auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen, ihre kruden Ansichten mit dem Anschein bewiesener wissenschaftlicher Wahrheit adeln.
Solche vulgärlibertäre Ansichten passen vielleicht in die viktorianischen Armenhäuser des 19. Jahrhunderts. Sie befinden sich außerhalb der verfassungsgemäßen Ordnung einer Gesellschaft, die das Sozialstaatsprinzip im Grundgesetz aufgrund der sozialen und politischen Erfahrungen von 150 Jahren einer Ewigkeitsgarantie unterworfen hat. Davon abgesehen gestattet es Herrn Habermanns menschenverachtendes mittelalterliches Menschenwürdeverständnis auch, für Arbeitsverweigerer und sonstiges Gesindel Folter, Mord und Todesstrafe anzuwenden.
Derartige Positionen sind mit rechts- oder linksextremen Äußerungen auf eine Stufe zu stellen.
Lieber Jens,
aus tiefstem Herzen: Danke für diese Zeilen …
… und für Deine vielen anderen Zeilen auch!