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  • Deutschland und das Konjunkturpaket ? ein kafkaeskes Wintermärchen

    geschrieben am 08. Dezember 2008 von Spiegelfechter

    Die Welt steht an der Schwelle zu einer Depression, wie es sie seit den 1930er Jahren nicht mehr gegeben hat. Das Kartenhaus kreditfinanzierten Konsums bricht weltweit ein und damit geht die Nachfrage nach Produkten aller Art zurück. Betroffen sind sowohl die konsumfreudigen USA, als auch die Exportweltmeister Deutschland und China, deren Absatzmärkte wegbrechen und deren eigene Bevölkerung sich die produzierten Güter kaum leisten kann ? Wettbewerbsfähigkeit hat ihren Preis. Die Weltgemeinschaft hat die Brisanz der Lage auch erkannt. China will fast 450 Mrd. Euro in die eigene Volkswirtschaft investieren, um die rückläufigen Exporte zu kompensieren, Japan nimmt dafür 200 Mrd. Euro in die Hand und die USA werden noch wesentlich tiefer in die Kasse greifen und mindestens 550 Mrd. Euro ausgeben. Auch Europa knausert nicht, wenn es darum geht, eine Systemkrise abzuwenden ? Frankreich investiert 40 Mrd. Euro, Großbritannien 24 Mrd. Euro, Spanien 38 Mrd. Euro und Italien sogar 80 Mrd. Euro. Nur ein Land sperrt sich gegen stimulierende Ausgaben ? Deutschland, drittgrößte Volkswirtschaft der Welt und Exportweltmeister.

    Von Japan lernen, heißt siegen lernen

    Als Japan nach dem Platzen einer Spekulationsblase 1991 in die Rezession fiel, wählte die Politik die gleichen Medikamente, die Merkel und Steinbrück heute zur Abwehr der Konjunkturkrise einsetzen wollen. Man wartete zunächst erst einmal ab – vielleicht löst sich die Krise ja von alleine in Luft auf. Als dies ?überraschend? nicht geschah, legte man über Jahre hinweg kleine, wenig sinnvolle Progrämmchen auf, die ihr Ziel verfehlten und den Staat an den Rand des Ruins trieben. Seit 1991 stieg die japanische Staatsverschuldung von 50% des BIP auf 170% an, während die Wirtschaft stagnierte. Japan und seine zögerliche Reaktion auf die nahende Depression gelten seitdem als abschreckendes Beispiel für Konjunkturpolitik im Angesicht einer Krise. Die Welt hat ihre Lehren aus dem japanischen Dilemma gelernt, nur Deutschland scheint die Lektion nicht verstanden zu haben.

    Ganz im Sinne ihrer japanischen Leidensgenossen aus den 1990ern warnt die Regentin Unternehmen davor, Arbeitnehmer zu entlassen, da diese im Aufschwung wieder gebraucht würden. Ihr Finanzminister doziert, er wolle kein Geld verbrennen, da es in Kürze wieder aufwärts geht. Auch die Bundesbank sieht für 2010 bereits wieder ein Wachstum von 1,2%. Woher diese Akteure ihren unbegründeten Zweckoptimismus nehmen, bleibt ein Rätsel. Seriöse Prognosen sehen die deutsche Volkswirtschaft im kommenden Jahr zwischen zwei und vier Prozent schrumpfen ? dies wäre der stärkste Rückgang in der Nachkriegszeit. Prognosen für 2010 sind bei der momentan höchst angespannten Lage der Weltkonjunktur schwerlich möglich ? in dieser Lage Wachstum zu prognostizieren, ist unverantwortlicher Optimismus. Die Regierung betreibt Haushaltspolitik nach Art der drei Affen ? nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Merkel und Steinbrück wirken wie tragikomische Gestalten in einem Roman von Franz Kafka.

    Merkel Cunctator

    Konjunkturpakete sind momentan ein vieldiskutiertes politisches Thema. Sogar die sogenannten fünf Wirtschaftsweisen sprechen mittlerweile von der Notwendigkeit schneller antizyklischer Konjunkturmaßnahmen ? für ein Gremium, das zu vier Fünfteln aus Vertretern der neo- bzw. ordoliberalen Schule besteht, ist dies bereits eine kleine Revolution. Eine antizyklische Wirtschafts- und Finanzpolitik war für dieses Gremium bis vor kurzem noch ?Teufelswerk? und das Wort ?Konjunkturprogramm? die Vorstufe zum Kommunismus. Konjunkturprogramme entfalten ihre Wirkung nur dann, wenn sie gezielt zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt werden und ein Volumen haben, das ausreicht, um stimulierend zu wirken. Ist die Depression erst einmal da, ist es für Ad-Hoc-Maßnahmen zu spät.

    Was von der Presse vor Monaten noch als Merkels ?Politik der kleinen Schritte? gelobt wurde, ist nichts anderes als Schröders ?Politik der ruhigen Hand? und Kohls ?Aussitzen?. ?Ein guter Prophet wartet die Entwicklungen ab, bevor er weissagt?, so lautete das Mantra Helmut Kohls ? Kohls Mädchen tritt diesbezüglich ganz in die Fußstapfen des Oggersheimers. Die Regentin und ihr Finanzminister führen das Land mit derselben Kombination aus Überheblichkeit und Ahnungslosigkeit, wie die Banker ihre Häuser zu Zeiten, in denen die Finanzkrise noch als ?Panikmache? abgetan wurde.

    Der kranke Mann am Rhein

    Wo der Rest der Welt ganz nach dem Motto des Panzergenerals Guderian nicht kleckert, sondern klotzt, erinnert die deutsche Regentin eher an den Ebenezer Scrooge aus Charles Dickens Weihnachtsgeschichte. 12 Mrd. Euro, gestreckt auf zwei Jahre, will man in Berlin zur Abwendung der Wirtschaftskrise locker machen ? das sind 0,25% des Bruttoinlandproduktes. Vor drei Wochen verständigten sich die G-20 Staaten in Washington, mindestens 2% des BIP für eine Stärkung der Binnennachfrage auszugeben. Deutschland hält sich somit offensichtlich nicht an internationale Absprachen ? in Berlin hofft man immer noch, das Problem aussitzen zu können und dabei gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Wenn andere Länder Billionen in die Volkswirtschaft pumpen ? so Merkels Theorie ? wird dies auch Deutschland als Exportnation stimulieren. Damit stiehlt sich Deutschland in einer kritischen Phase aus der Verantwortung. Es wundert wenig, dass mittlerweile alle Nachbarn wütend nach Berlin schauen und Groll gegen die Regierung Merkel hegen. Deutschland ist ? so die Financial Times London ? ein Schmarotzer auf dem internationalen Parkett.

    Das deutsche Konjunkturpaket entspricht in beinahe keinem Punkt der Definition eines solchen und hat daher den Namen eigentlich gar nicht verdient. Lieblose Kleckerbeträge, die zur falschen Zeit zu wenig bewirken, werden das Land nicht vor dem Abstieg retten. Als einzige Komponente des Pakets können die geplanten Investitionen einer kritischen Überprüfung standhalten ? diese Ausgaben wirken aber erst frühestens im nächsten Jahr, sind im Volumen viel zu gering und eignen sich nur als Unterstützung, aber nicht als Ersatz konjunktureller Sofortmaßnahmen.

    Der Ernst der Lage ist auch in den Parteizentralen Deutschlands noch nicht wirklich angekommen. Jede Partei nutzt die Krise und die Diskussion um höhere Ausgaben nur dafür, ihre Klientel zu befriedigen und Teile ihrer üblichen Agenda durchzuboxen. Im konservativen Lager will man mal wieder die Pendlerpauschale auf die Tagesordnung setzen und fordert im Chor mit der FDP eine Senkung der Einkommenssteuern. Ein solcher Schritt wäre im Moment konjunkturpolitisch nicht nur wirkungslos, sondern sogar falsch. Senkungen der Einkommenssteuer würden nahezu komplett denen zu Gute kommen, die den frischen Geldregen in ihrem Portemonnaies nicht zugunsten der Binnenwirtschaft verkonsumieren.

    Das oberste Prozent der Einkommensskala zahlt 20% des Einkommenssteueraufkommens. Die obersten zehn Prozent zahlen die Hälfte, während die untere Hälfte der Einkommensskala nur 7% des Steueraufkommens trägt. Eine breite Steuersenkung käme daher im Volumen fast ausschließlich denjenigen zu Gute, die lieber im globalen Casino mitspielen, als es in den Konsum zu stecken. Damit wird bestenfalls eine konjunkturelle Streuwirkung erzielt. Dafür würden diese Steuergelder dem Staat an anderer Stelle fehlen. In der Folge müssten wichtige konjunkturstärkende Investitionen ausbleiben. Dies würde wiederum vor allem die unteren Einkommensklassen belasten, denen die staatlichen Investitionen zu Gute kämen. Einkommenssteuererleichterungen wären daher im Endeffekt nur eine Fortsetzung der Umverteilung von unten nach oben und hätten einen schwächenden Effekt für die Binnenkonjunktur. Als konjunkturelles Notprogramm ? wie von den G20 gefordert ? können Einkommenssteuersenkungen ebenfalls nicht gesehen werden, da sie erst zeitversetzt wirken.

    Schmarotzer Deutschland

    In Europa stellt man sich folgende Frage ? wer, wenn nicht Deutschland, kann die Mittel flüssig machen, um eine tiefgreifende Depression abzuwenden? Deutschland hat eine überschaubare Staatsverschuldung, ein niedriges laufendes Staatsdefizit und profitiert als Exportweltmeister so sehr von der Weltwirtschaft wie kaum ein anderes Land. In Frankreich heißt es dementsprechend bereits, es sei typisch für die Deutschen, dass sie sich in dem Moment, in dem man sie braucht, aus der Verantwortung stehlen. Die französische Sicht ist leider korrekt. Deutschland hat eine recht eigene Vorstellung von Solidarität ? diese wird nur dann begrüßt, wenn man selber von ihr profitiert. Im Angesicht der Weltwirtschaftskrise spielt Deutschland mit seinem Egoismus allerdings vabanque.

    Wenn sich die Krise durch die Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft wirklich abwenden ließe, stünde Deutschland als Profiteur da. Die Steuergelder anderer Staaten würden über die Konjunkturmaßnahmen indirekt zum Teil die deutsche Volkswirtschaft stärken, da mit den freien Mitteln natürlich auch deutsche Importe bezahlt werden. Aber wer wünscht sich schon einen Nachbarn, der bei einem Brand im Dorf seinen eigenen Brunnen versiegelt und nach den Löscharbeiten das Wasser aus diesem Brunnen zu Wucherpreisen verkauft, wissend, dass die anderen Bewohner ihre Brunnen bei den Löscharbeiten leer gepumpt haben? Deutschland macht sich mit seinem Schmarotzertum keine Freunde und die Regentin braucht gar nicht zu schmollen, wenn ernsthafte Staatsführer wie Brown und Sarkozy sie für konstruktive Konsultationsgespräche erst gar nicht einladen. Was aber am schwersten wiegt, ist das Risiko, das Deutschland von sich auf die Allgemeinheit abschiebt. Man nimmt die Weltwirtschaftskrise in Berlin billigend in Kauf, um beim absoluten Abstieg aller Staaten, relative Konkurrenzvorteile zu erlangen – ein solches Verhalten ist schäbig.

    Die Deutschen würden ja gerne mehr Geld ausgeben, aber sie haben keines. Die jahrelange ?Konsolidierungspolitik? hat die Kassen der Unternehmen gefüllt, den Export beflügelt, aber die Binnenwirtschaft geschädigt. Was das Land nun zur Abwehr der Krise braucht, währen konzertierte Maßnahmen, die einerseits eine sofortige konjunkturelle Wirkung hätten und andererseits langfristig die Binnennachfrage stützten. Das Zeitfenster für konjunkturelle Sofortmaßnahmen ist momentan noch offen, wenn die Krise sich erst einmal manifestiert hat, ist es bereits zu spät.

    Gegen eine sofortige Senkung der Mehrwertsteuer, wie es in Großbritannien umgesetzt wurde, spricht wenig. Sie würde den Konsum leicht beflügeln und diejenigen ?belohnen?, die konsumieren und somit genau an der richtigen Stelle ansetzen. Auch die viel diskutierten Konsumschecks wären ein richtiger Schritt. Sie würden sofort wirken und den Konsum stärken. Natürlich würde dafür auch Geld an anderer Stelle gespart, aber die Streuverluste wären relativ gering und vor allem wäre diese Maßnahme auf den konkreten Zeitpunkt bezogen. Wenn ein Herr Steinbrück raunt, die Wirkung solcher Schecks wäre in drei Monaten ?verpufft?, so hat er das Prinzip der Schecks nicht verstanden. Sie sind nicht auf langfristige Stützung, sondern auf die dringend benötigte Sofortwirkung ausgelegt.

    Langfristig müsste ein sinnvolles Konjunkturprogramm mit Investitionen unterlegt sein. Reparaturen an der Infrastruktur oder in staatlichen Gebäuden, wie zum Beispiel Schulen, wären ein Schritt in die richtige Richtung. Auch die Personalpolitik der öffentlichen Hand ist ein geeignetes Instrument, um die Binnennachfrage zu stärken. Ein frisch eingestellter Lehrer gibt das Gehalt, das er vom Staat bekommt, schließlich auch aus – vielleicht kauft er sich sogar einen Opel.

    Jens Berger

    Nachschlag: Der SPIEGEL hat derweil seine eigene Definition von “guter” Konjunkturpolitik und offenbart dabei seine gnadenlose Arroganz und Entrücktheit:

    Merkel und Steinbrück fällt es schwer, Brown und Sarkozy als Vorbilder zu sehen. Und das aus gutem Grund: Die Mehrwertsteuersenkung von 17,5 auf 15 Prozentpunkte etwa, mit der Brown sich in Großbritannien als Krisenmanager zu profilieren sucht, entpuppt sich bereits als Eigentor. Bürger und Medien zweifeln daran, dass ein derart geringer Preisnachlass den Konsum nachhaltig ankurbeln könnte. Und auch Sarkozys mit großer Fanfare vorgestelltes Konjunkturpaket wurde umgehend als eine Ansammlung von Luftbuchungen verspottet.

    Im Klartext: Browns Steuersenkung “entpuppe sich” deshalb als “Eigentor”, weil die Medien am Erfolg dieser Maßnahme zweifeln. Und Sarkozys Konjunkturpaket ist auch deshalb kein “Vorbild”, weil es von Medien als “Luftbuchung” verspottet wird. Da haben Merkel und Steinbrück aber Glück, dass ihr Nichtstun beim SPIEGEL auf Zustimmung stößt und somit nach Lesart des SPIEGELS auch ein Erfolg ist. Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall, lieber SPIEGEL.

    Hintergrund und Analyse:

    Charles Grant – Unilateral Germany threatens to weaken Europe
    Patrick Wintour – Germany pressed to contribute more to EU recession fight
    Heiner Flassbeck – Wann kommt die Kavallerie?
    Heiner Flassbeck – Ein unglaubliches Gebräu
    Thomas Fricke – Konsumschecks statt Provinzgezeter

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    170 Kommentare Print This Post
    Die Welt steht an der Schwelle zu einer Depression, wie es sie seit den 1930er Jahren nicht mehr gegeben hat. Das Kartenhaus kreditfinanzierten Konsums bricht weltweit ein und damit geht die Nachfrage nach Produkten aller Art zurück. Betroffen sind sowohl die konsumfreudigen USA, als auch die Exportweltmeister Deutschland und China, deren Absatzmärkte wegbrechen und ...
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    170 Kommentare:

    1. Wishmaster schrieb am 8. Dezember 2008 at 18:57 - Permalink

      “In Frankreich heißt es dementsprechend bereits, es sei typisch für die Deutschen, das sie sich an dem Moment, an dem sie braucht, aus der Verantwortung stehlen.”

      Ich glaub da fehlt ein “man”

      Ganz davon abgesehen ein hervorragender Artikel. Einhundert prozentige Zustimmung. Mal davon abgesehn, das ich als Student mir so einen Konsumgutschein dermassen wünschen würde. Man hat halt auch nicht soviel Bares…

    2. Johannes Pröpper schrieb am 8. Dezember 2008 at 19:06 - Permalink

      Die effektivste Form des “Konsumschecks” wäre eine außerplanmäßige
      Auszahlung von 3 Monatssätzen der Unterstützung an jeden HartzIV-
      Empfänger. Man könnte sich auf der einen Seite ausnahmsweise mal zugute
      halten, den Bedürftigen geholfen zu haben, auf der anderen Seite wäre das
      hier investierte Geld innerhalb von maximal sechs Wochen dem Konsum
      zugeführt…

    3. scipio schrieb am 8. Dezember 2008 at 19:37 - Permalink

      @Pröpper

      O.K., und dann?

    4. Frank Mackay schrieb am 8. Dezember 2008 at 19:52 - Permalink

      “Ein frisch eingestellter Lehrer gibt das Gehalt, das er vom Staat bekommt, schließlich auch aus – vielleicht kauft er sich sogar einen Opel.”

      Ein sehr schönes Fazit!

    5. Spiegelfechter schrieb am 8. Dezember 2008 at 19:56 - Permalink

      @Johannes Pröper

      Kann man machen – aber ich würde es aus Gerechtigkeitsgründen vorziehen, wenn man das US-Modell übernehmen würde. Dort wurden bis zur Einkommensklasse von 75KUS$ volle Beträge ausgezahlt. Ab 150KUS$ gab es nichts mehr.

    6. Neu hier schrieb am 8. Dezember 2008 at 20:05 - Permalink

      Was wäre wenn die “Benzin-Gutscheine” ausgeben würden, der vorteil dabei wäre doch, dass man für diese Aktion relativ wenig Geld, welches gerade eh kanpp ist ausgibt.
      Die Sache ist die das ja auf dem Sprit grob sag ich jetzt mal 70% Steuern sind nun ist es so wenn der Staat jemanden sagen wir mal einen 100? Konsumgutschein gibt so hollt er sich im schlimmsten Fall nur 19% davon wieder zurück……
      Gibt der Staat nun aber einen 100? Benzingutschhein gibt er ja effiktiv sag ich jetzt mal nur 30? aus da ja die restlichen 70% Steuern sind, aber der Konsument hat trotzdem für andere Produkte die 100 Euro…

    7. dante schrieb am 8. Dezember 2008 at 20:12 - Permalink

      @Neu hier:
      Isch ‘abe gar kein Auto! Wie viele anderen Menschen auch.

      Was nützt mir ein Benzingutschein? NIX!

      Man sollte die Hartz 4-Zahlungen u.ä. erhöhen. Die fließen direkt in den Konsum und stärken die Binnenwirtschaft.

    8. jamesf schrieb am 8. Dezember 2008 at 20:15 - Permalink

      Die niedrigverdiener können mit den benzin gutscheinen wenig anfangen, da die meisten hartz4 empfänger, studenten etc. wahrscheinlich kein auto besitzen.
      Guter Artikel @ Jens. Das verhalten von dem Merkel ist widerwärtig.
      die partei hatte recht. wie immer natürlich :)

    9. Christian schrieb am 8. Dezember 2008 at 20:19 - Permalink

      “Gegen eine sofortige Senkung der Mehrwertsteuer, wie es in Großbritannien umgesetzt wurde, spricht wenig. Sie würde den Konsum leicht beflügeln und diejenigen ?belohnen?, die konsumieren und somit genau an der richtigen Stelle ansetzen.”

      Das sehe ich anders. Ein paar Prozent weniger Mehrwertsteuer bringen nicht viel. Den Hartz-IV-Empfängern würde eine solche Konjunkturspritze nichts bringen. Die Güter, die die sich leisten können, würden davon entweder gar nicht betroffen (Lebensmittel) oder nur kaum (um wenige Euro-Cent).
      Das ist eher eine Forderung des Einzelhandels, der erstmal als einziger davon profitieren würde. Ob er die Gewinne dann an den Endkunden weitergibt, ist fraglich.
      Über die Benzinpreise würde der Mittelstand zwar unmittelbar profitieren, aber dazu könnte man auch die Mineralölsteuer senken.

      “Auch die viel diskutierten Konsumschecks wären ein richtiger Schritt. Sie würden sofort wirken und den Konsum stärken.”

      Da stimme ich zu. Als Student würde ich den auch gleich verkonsumieren. Aber wenn die Konsumgutscheine kommen würden, käme das für mich einem Wunder gleich.

      Zu den Benzingutscheinen:
      Der würde wirklich nur wenigen Leuten was bringen. Meinen müsste ich z. B. verkaufen oder verschenken und dabei würde wahrscheinlich jemand Gewinn machen, der sowieso genügend Geld hat, um sich ein Auto zu leisten.

    10. Michael Kostic schrieb am 8. Dezember 2008 at 20:29 - Permalink

      Sehr schöner Beitrag werter Fechter!

      Allein das Bezirksamt Berlin-Spandau schiebt ? 90 Mio. für dringend notwendige Instandsetzungsmaßnahmen an Schulen vor sich her. Bildung? Wer braucht schon Bildung?

      Hier in Berlin scheint der Irrwitz ohnehin die wildesten Blüten zu tragen. Ick globe da hat det Finanzmenecke im Krawattenverein watt mit zu tun…

      Hier lässt man Lehrkräfte die, wenn sie besoldet sind, ohnehin nur wenig über HIV verdienen, lieber erwerbslos und also im Bildungswesen untätig herum oxidieren (und bezahlt ihnen halt ein bissle weniger). Derweil an so ziemlich allen Berliner Schulen seit Jahren Lehrermangel herrscht. Schlau was?

      Und das Schöne daran, ist das Schöne darin: Laut den Gerüchteküchen in div. Finanzämtern horten sich in Berlin Jahr für Jahr immer mehr sog. “Reiche”. Dummerweise schicken die Ihre Kinder aber an Privatschulen im Umland.

      Langsam wird das Alles extrem abstrakt ;-)

      Gruß

    11. gerhardq schrieb am 8. Dezember 2008 at 20:43 - Permalink

      Es geht übrigens schon los, der Leverkusener Bremsenhersteller TMD Friction hat Insolvenz angemeldet. TMS Friction gehört zu den größten Herstellern von Bremsbelägen weltweit. In England hat der Türenhersteller Wagon auch Insolvenz anmelden müssen (er beliefert u.a. Porsche und Mercedes).
      Übrigens ist die Geschichte von TMD Friction interessant: Die Firma war vom britischen Private-Equity-Unternehmen Montagu übernommen worden. Und Montagu hatte das Unternehmen 2006 an Hedge-Fonds weiterverkauft.

    12. postgrün schrieb am 8. Dezember 2008 at 20:46 - Permalink

      Mit der Entscheidung, die PR-Gipfel-Touristin Merkel nicht zum nächsten Finanzgipfel einzuladen, haben Brown und Sarkozy aber Humor bewiesen. Gemein! Naja, wie man sie so kennt, bekommen wir alle dann in drei Monaten einen Gutschein für eine neue Energiesparlampe.

      Tja, SPD und CDU vergeigen es gerade gemeinsam, und nächstes Jahr sind so viele Wahlen. Das lässt hoffen. Wenn die SPD noch gewinnen wollte, müsste sie jetzt mal wieder den Vorsitzenden und den Kanzlerkandidaten wegputschen, sich neu aufstellen, und die Koalitionsaussage ändern, z.B. “Wir wollen eine Politik umsetzen, wie sie auch Obama plant und wie sie vom Wirtschaftsnobelpreisträger empfohlen wird. Das ist unser Ziel, und mit wem das möglich ist, koalieren wir.” => rotrotgrün. Noch wäre Zeit…

      Aber die SPD läuft ja lieber ihrer Lieblingspartei CDU hinterher, obwohl die doch gar nicht mehr mit ihr koalieren will. Eine tragische, starrsinnige, alte, verlassene Diven-Partei. Wenn sie dann vollends bedeutungslos geworden ist, sollte man mal eine komische Oper über sie komponieren. Als Nachruf.

    13. Sulukol schrieb am 8. Dezember 2008 at 20:52 - Permalink

      @ SF: Ein bisschen Korinthen: 3 Absatz: “er wolle kein Geld zu verbrennen”.

    14. Neu hier schrieb am 8. Dezember 2008 at 21:03 - Permalink

      @Dante

      Hartz4 Zahlungen zu erhöhen würde bedeuten, denjenigen die noch Arbeiten direkt ins Gesicht zu spucken……
      Ich bin Student BaföG bekomme ich nicht….. wie finanziere ich mich…. Ich arbeite nebenher, meine Eltern die viel Arbeiten aber wenig bekommen helfen mir, und natürlich meine Oma, Opa und Uroma…..
      Im meinem freundeskreis habe ich genug guter Jungs di9e hart Arbeiten 45h Woche, und am ende des Monats aber mit der Hand im Mund leben müssen, würden diese aufhören zu arbeiten würden die zwar einen Betrag der wirklich vernachlässigbar gering ist, weniger bekommen, aber deren Lebensqualität würde wesentlich steigen.
      Deshalb halte ich es für falsch Hartz 4 Zahlungen zu erhöhen, da es wirklich genug Geringverdiener gibt deren Lebensqualität unter der eines Hartz4 Empfängers liegt .
      PS: Zu dem Benzingutschein, ich fahre mit dem Auto vom Opa, daher würde ich obwohl ich eigentlich kein Auto hab von einem Benzingutschein profitieren…..

    15. Sulukol schrieb am 8. Dezember 2008 at 21:04 - Permalink

      “Woher diese Akteure ihren unbegründeten Zweckoptimismus nehmen, bleibt ein Rätsel.”

      Die BTWahl ist schon 2009. Dass dann die Prognose für 2010 nicht eintrifft. Wenn juckt das.

      Zu Deutschland als Schmarotzer:

      Wie man liest hat Deutschland (besser: Deutschlands “Eliten”) schon in der nun vergangenen Wachstumsphase durch die Stagnation der Löhne im Wettbewerb mit europäischen Nachbarn profitiert ohne den Nachbarn eine vernünftigen Binnenmarktnachfrage zu bieten.

    16. Karl Heinrich schrieb am 8. Dezember 2008 at 21:10 - Permalink

      Jetzt preist jeder als Krisenrezept an, was er die ganze Zeit über haben wollte: Die Vertreter der Besserverdienenden Steuersenkungen, die Sozialpolitiker eine Runde Hartz IV extra.

      Zwar weiß man über die monetäre Seite der Krisenbekämpfung einigermaßen bescheid. Über die fiskalische aber eigentlich nicht. Es gibt zahlreiche, sich widersprechende Erklärungen über das Ende der Great Depression. Japan bietet genauso conflicting evidence. Ein Stochern im Nebel.

      Das gilt auch für die im Moment diskutierten Details. Ab wann schlägt sich eine Mehrwertsteuersenkung auf die Preise durch? Welche Förderung lässt am ehesten Strohfeuereffekte befürchten?

      Wenn man schon in die Vollen gehen will, sollte man sich klar machen, dass jede fiskalische Expansion eine Anleihe beim Steuerzahler der Zukunft darstellt. Sinnvoll wäre deshalb, mit dem Geld etwas zu veranstalten, wovon der auf jeden Fall etwas hat. Also Projekte vorzuziehen, die der Staat sowieso macht.

      Bloß Geld auszugeben – mit dem Retter-Gestus – ist nicht per se eine dolle Leistung von Politikern. Insofern wäre ich umgekehrt zurückhaltend mit dem Runterputzen.

    17. postgrün schrieb am 8. Dezember 2008 at 21:13 - Permalink

      @16

      http://krugman.blogs.nytimes.com/

      (Die Beiträge der letzten 2 Monate)

    18. Spiegelfechter schrieb am 8. Dezember 2008 at 21:17 - Permalink

      Nachschlag: Der SPIEGEL hat derweil seine eigene Definition von “guter” Konjunkturpolitik und offenbart dabei seine gnadenlose Arroganz und Entrücktheit:

      Merkel und Steinbrück fällt es schwer, Brown und Sarkozy als Vorbilder zu sehen. Und das aus gutem Grund: Die Mehrwertsteuersenkung von 17,5 auf 15 Prozentpunkte etwa, mit der Brown sich in Großbritannien als Krisenmanager zu profilieren sucht, entpuppt sich bereits als Eigentor. Bürger und Medien zweifeln daran, dass ein derart geringer Preisnachlass den Konsum nachhaltig ankurbeln könnte. Und auch Sarkozys mit großer Fanfare vorgestelltes Konjunkturpaket wurde umgehend als eine Ansammlung von Luftbuchungen verspottet.

      Im Klartext: Browns Steuersenkung “entpuppe sich” deshalb als “Eigentor”, weil die Medien am Erfolg dieser Maßnahme zweifeln. Und Sarkozys Konjunkturpaket ist auch deshalb kein “Vorbild”, weil es von Medien als “Luftbuchung” verspottet wird. Da haben Merkel und Steinbrück aber Glück, dass ihr Nichtstun beim SPIEGEL auf Zustimmung stößt und somit nach Lesart des SPIEGELS auch ein Erfolg ist. Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall, lieber SPIEGEL.

    19. Sulukol schrieb am 8. Dezember 2008 at 21:21 - Permalink

      @ Neu hier # 14

      Also als ich selbst Student war, habe ich selbst auch solchen Unsinn geglaubt. Inzwischen kann ich nicht mehr hören. Ich bin nicht betroffen. War bislang ein Monat arbeitslos in meinem Leben, direkt nach dem zweitem Staatsexamen, schon lange her. Seitdem arbeite ich.

      Der Weg zu Hartz IV steht ja jedem offen. Wer meint, dass das ein lebenswerteres Leben ist, soll doch aufhören 45 Stunden für die Hand in den Mund zu malochen und die neugewonnene Lebensqualität genießen. Ich hoffe sogar, dass möglichst viele von deinen Kumpels das machen. Ich zahle auch gerne Steuern dafür. Dann werden vielleicht ein paar Arbeitgeber kapieren, dass man die Leute ordentlich bezahlen sollte.

      Wie man gegen höhere Sozialleistungen sein kann, nur weil die Löhne viel zu niedrig sind, geht mir nicht in den Kopf. Natürlich ist ein Abstand zwischen Löhnen und Sozialleistungen sinnvoll. Aber er sollte nicht nicht dadurch erreicht werden, dass man die Sozialleistungen niedrig hält.

    20. postgrün schrieb am 8. Dezember 2008 at 21:26 - Permalink

      @SF

      Ach, der Spiegel.

      http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2005/09/17/a0015

    21. Spiegelfechter schrieb am 8. Dezember 2008 at 21:27 - Permalink

      @9 Christian

      Das sehe ich anders. Ein paar Prozent weniger Mehrwertsteuer bringen nicht viel. Den Hartz-IV-Empfängern würde eine solche Konjunkturspritze nichts bringen.

      Beim Konjunkturprogramm geht es aber nicht nur um Hartz-IV Empfänger ;-)
      Da MwSt sich direkt auf Konsum bezieht, ist eine Senkung eigentlich nicht falsch – aber sie darf natürlich nicht die einzige Maßnahme sein.

      Da stimme ich zu. Als Student würde ich den auch gleich verkonsumieren. Aber wenn die Konsumgutscheine kommen würden, käme das für mich einem Wunder gleich.

      idT – wir leben in Deutschland und nicht in den USA. In diesem Zusammenhang könnte man sogar “leider” sagen.

    22. Spiegelfechter schrieb am 8. Dezember 2008 at 21:29 - Permalink

      @1 und 13

      Yep, Danke für die Korrekturen ;-)

    23. Sulukol schrieb am 8. Dezember 2008 at 21:34 - Permalink

      @ Karl Heinrich #16

      Wie so oft in der Wirtschaftswissenschaft: es geht um Glaubensgrundsätze. Insofern ist dein Bild mit Stochern im Nebel nicht ganz falsch, auch wenn ich persönlich (ohne Sachverstand) eher die Position von SF zu Konjukturankurblung teile. Aber runtergeputzt gehören unsere Großkoalitionäre dennoch. Wo ist eine nachvollziehbare saubere Analyse aus der bestimmte Schlussfolgerungen gezogen werden? Die Stochern glaube ich noch mehr im Nebel als alle andere.

      @ SF Nachschlag

      Ein schönes Beispiel dafür, was mit Leuten passiert, die Medienwirklichkeit mit Wirklichkeit verwechseln.

    24. bismodo schrieb am 8. Dezember 2008 at 21:46 - Permalink

      @ Spiegelfechter
      würde gern Deine Meinung wissen:
      mMn ist eine baldige konzertierte Währungsreform unvermeidlich und alles Gerede um Konjunkturprogramme nur ein Hinhalten. Ich bin mir sicher, dass die Vorbereitungen schon weit gediehen sind.
      Selbstverständlich wird die Reform unangekündigt unter strengster Geheimhaltung vorgenommen. Von einer Sekunde auf die andere IST das Geld wertlos GEWORDEN, man erfährt es erst im Nachhinein (z.Erinnerung: in Deutschland 2x im 20. Jahrh.)

      @ alle, die es verwechseln:
      Die Einführung des Euro war keine Währungsreform, sondern nur eine Namensänderung bei bleibendem Wert des Geldes – deshalb kann man heute genauso wie 2001 jeden einzelnen DM-, Franc-, Lira-SCHein in den Landeszentralbanken verlustfrei in Euro umtauschen. Die Mark verlor 2001 ihren Charakter als öffentl. Zahlungsmittel, behielt aber ihren Wert.
      Bei einer Währungsreform verliert das Geld seinen Wert = wird wertlos, Altpapier, gegen NICHTS mehr eintauschbar.

      Mit der Währungsreform werden schlagartig alle Schulden aus der Welt geschafft, allerdings auch alle Guthaben, Ersparnisse (ob auf der Bank oder unterm Kopfkissen) incl. der Schuldscheine gegen den Staat (“Bundesschätzchen”u.ä.) etc.
      Die einzigen, die gewinnen (d.h. nicht verlieren), sind Sachwertbesitzer (Land, Immobilien, Waren, Gold etc.)

    25. Soziobloge schrieb am 8. Dezember 2008 at 21:55 - Permalink

      Sehr guter Artikel. Man will anscheind die Politik der letzten Jahre weiterführen und weiter dafür sorgen, dass die Firmen mehr Geld und die abhängig Beschäftigten weniger haben. Wenn die Krise schnell vorbei geht und danach noch jemand deutsche Maschinen kauft, dann geht die Rechnung auf. Wenns länger dauert, da stimme ich dir zu, dann gehts aber rapide bergab. Vielleicht will man aber auch nur noch was übrig haben für Wahlversprechen. Nur braucht die dann auch keiner mehr.

      Im Übrigen sagte mal ein Wirtschaftsprof in der Vorlesung, dass sie mit ihren Theorien nichts vorhersagen können. Nur im nachhinein mal versuchen was zu erklären. Was angesichts der Rational Choice Theorie nicht verwundert. Von daher ist es auch eher ein Glücksspiel auf Wirtschaftswissenschaftler zu hören.

    26. Christian schrieb am 8. Dezember 2008 at 21:56 - Permalink

      @Neu hier:
      Du spuckst mit solchen Aussagen denen Leuten ins Gesicht, die Hartz-IV kriegen, weil sie gesundheistmäßig nicht in der Lage sind, arbeiten zu gehen. Wenn du unter einem Hartz-IV-Bezieher jemanden verstehst, der gerne faulenzt, bist du voll auf die Springer/Bertelsmann-Propaganda reingefallen.
      Das sind nämlich zu 95 Prozent Menschen, die gerne arbeiten würden, es aber nicht können. Die in Armut zu halten, nur weil andere Leute schlechte Löhne bekommen, ist doch sadistisch.
      Ich fühle mit jedem mit, der sich nicht selbst durch seine Arbeit ernähren kann. Vor allem mit den wenigen Faulenzern, die sich auf Kosten der Gesellschaft tatsächlich einen faulen Lenz machen. Das sind nämlich ganz arme Schweine. Welchen Sinn mag so jemand in seinem Leben sehen, der es als toll empfindet auf Kosten anderer zu leben?
      @Spiegelfechter:
      Ich sagte Hartz-IV-Empfänger, meinte aber auch alle Geringverdiener, Schüler, Studenten und Rentner. Das sind die Leute, die zusätzlichen Konsum schnell entfachen können.
      Durch eine Mehrwertsteuersenkung werden vor allem teure Produkte merklich billiger – die sind aber eher langfristige Kaufentscheidungen. Niemand wird sich plötzlich morgen einen Breitbild-Fernseher kaufen, nur weil er 30 Euro billiger wurde. Den kauft man sich, weil man ihn sowieso kaufen wollte.
      Ich sehe das an mir: ich bräuchte eigentlich einen neuen Fernseher. Dafür habe ich aber auf absehbare Zeit kein Geld. Also schaue ich übers Internet TV – oder eben gar nicht. Mit einem Konsumgutschein in der Hand würde ich mir jedoch vielleicht gleich am nächsten Tag einen LCD-Fernseher holen.

    27. Der Schachspieler schrieb am 8. Dezember 2008 at 21:56 - Permalink

      “Europa knausert nicht, wenn es darum geht, eine Systemkrise abzuwenden”

      Heisst das, man kann eine Systemkrise abwenden in dem man noch mehr Geld in das krisenverursachende System investiert ?

      Ich denke die Merkel hat Recht wenn sie lieber nichts tut, als weiter mit allen Mitteln Geld in diesen Hochofen zu werfen.

    28. bismodo schrieb am 8. Dezember 2008 at 22:10 - Permalink

      # 24 Nachschlag

      Ich bin übrigens überzeugt, dass die Politiker auch nicht eingeweiht werden in eine kommende Währungsreform – die könnten gar nicht dichthalten. Wahrscheinlich wird nur der Bundespräsident vorher davon erfahren

    29. 7schläfer schrieb am 8. Dezember 2008 at 22:13 - Permalink

      Toller Artikel!
      Meiner Meinung nach ist unsere Regierung mit dieser Krise total überfordert: man traut sich nicht Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen, da das Ergebnis ja nachprüfbar wäre, und man im Zweifel nicht gewählt werden würde.

      Wann begreifen diese Pappnasen, dass man etwas der Sache wegen macht; dann braucht man sich auch keine Sorge um die Wahlen machen. Wenns bei den Wahlen dann trotzdem nicht klappt ist das auch nicht weiter tragisch. Das ist übrigens etwas, mal unabhängig vom Inhalt, was ich an Schröder bewundert habe: er hat harte Sozialreformen durchgesetzt und ist das Risiko eingegangen dafür nicht wiedergewählt zu werden, und zwar weil er die Notwendigkeit dafür sah.

      @SF
      sag mal, ist Dir das “Vorschauplugin” abhanden gekommen?

    30. Neu hier schrieb am 8. Dezember 2008 at 22:17 - Permalink

      @Sulukol #19 und Christian #26

      Ich habe mich vielleicht einwenig falsch ausgedrückt, ich bin nicht grundsätzlich für niedrige Sozialleistungen, aber zum jetzigen Zeitpunkt wäre es falsch ausschließlich den Sozialleistungsbeziehern zu helfen und dabei diejenigen die Arbeiten im Regen stehenzulassen, wenn der Staat was macht sollte es jedem Vorteile bieten, und nicht nur einem ausgewähltem Teil.
      Und bitte stellelt Hartz4 nicht als das grausamste überhaupt dar……
      Nehmen wir mal an ich würde BaföG bekommen ist ja jetzt glaube ich erhöht worden, dann hätte ich 620? nun ziehen wir gleich mal 100? jeden Monat ab für Studiengebühren also bleiben 520? ich zahle 315? Miete ( Warm/Wasser/Strom ) inklusive bleiben noch 205? davon muss ich Benzin, bzw Bus-/Zugfahrkarten bezahlen, davon muss ich mir Nahrung und hygenische Artikel kaufen, Lehrbücher nicht zu vergessen, Kleidung brauch ich auch, dann muss man sich als Student natürlich auch mal in der Fachschaftskneipe blicken lassen, da kostet das Bier zwar nur 1? aber ……
      Und das härteste ist ja das ich das alles zahle und ich bekomme kein BaföG……
      Als Student hat man wesentlich weniger Geld zur Verfügung als ein Hartz4 Bezieher……

    31. Christian schrieb am 8. Dezember 2008 at 22:24 - Permalink

      @7Schläfer:
      “Das ist übrigens etwas, mal unabhängig vom Inhalt, was ich an Schröder bewundert habe: er hat harte Sozialreformen durchgesetzt und ist das Risiko eingegangen dafür nicht wiedergewählt zu werden, und zwar weil er die Notwendigkeit dafür sah”

      Zu diesem Statement fällt mir ein Heine-Zitat ein:

      “Wir sind oft tolerant genug, Narren zu bewundern und Bösewichter zu entschuldigen, wenn sich nur von ihnen sagen läßt, daß sie konsequent gehandelt.”

      ->Betreffs Merkels Untätigkeit:
      Vielleicht ist es tatsächlich besser, dass die Regierung gar nichts macht. Tätig zu werden, bedeutet bei diesen Superhirnen unter Umständen, dass die alles noch schlimmer machen.

    32. Spiegelfechter schrieb am 8. Dezember 2008 at 22:25 - Permalink

      @24

      mMn ist eine baldige konzertierte Währungsreform unvermeidlich und alles Gerede um Konjunkturprogramme nur ein Hinhalten. Ich bin mir sicher, dass die Vorbereitungen schon weit gediehen sind.

      Und warum sollte man eine Währungsreform machen?

      Mit der Währungsreform werden schlagartig alle Schulden aus der Welt geschafft, allerdings auch alle Guthaben, Ersparnisse (ob auf der Bank oder unterm Kopfkissen) incl. der Schuldscheine gegen den Staat (?Bundesschätzchen?u.ä.) etc.

      Aha ;-)
      Ein aussichtsreicher Plan *lol*

    33. bismodo schrieb am 8. Dezember 2008 at 22:30 - Permalink

      # 32
      “Und warum sollte man eine Währungsreform machen?”

      Weil quasi alles existierende Geld weltweit nur Buchungsluft ist

      “Quatsch”

      Ich glaub, da bleibt nur zu sagen: die Wette gilt, lieber Spiegelfechter

      “nicht schon wieder…”

      ist mir leider entgangen

    34. Spiegelfechter schrieb am 8. Dezember 2008 at 22:31 - Permalink

      @26 Christian

      Das war mit schon klar – ich meine nur, wenn man eine breite Steuersenkung machen will, dann sollte man die MwSt senken, da diese direkt mit dem Konsum verknüpft ist. Die Leute hätte mehr in der Tasche und zwar in dem Maße, wie sie konsumieren. Inwieweit dies den Konsum steigert ist allerdings umstritten. Natürlich kauft man sich kein Auto, weil es plötzlich 2% billiger ist. Es ist mehr eine allgemeine Entlastung, die am Konsumverhalten ausgerichtet ist – also mehr als die Gießkanne.

    35. Spiegelfechter schrieb am 8. Dezember 2008 at 22:32 - Permalink

      @bismodo

      Quatsch – aber auf dieses Thema will nicht mich schon wieder(!) einlassen.

    36. Spiegelfechter schrieb am 8. Dezember 2008 at 22:33 - Permalink

      @Der Schachspieler

      Heisst das, man kann eine Systemkrise abwenden in dem man noch mehr Geld in das krisenverursachende System investiert ?

      Natürlich

    37. Spiegelfechter schrieb am 8. Dezember 2008 at 22:35 - Permalink

      @7Schläfer

      sag mal, ist Dir das ?Vorschauplugin? abhanden gekommen?

      Ich habe es erst einmal deaktiviert, da es bei Threads mit sehr vielen Kommentaren auf dem Server Streß macht. Wenn die Programmierer das wieder in Ordnung bringen, aktiviere ich es auch wieder.

    38. 7schläfer schrieb am 8. Dezember 2008 at 22:36 - Permalink

      @31 Christian

      das Heine-Zitat ist ja schön und gut; hoffentlich weißt Du auch, warum dem so ist. Nur ging es mir gar nicht um konsequentes Handeln, sondern darum, dass der Ernst der Lage erkannt wurde, und, in dem Fall, Schröder sich nicht gedrückt hat.

      Falls Du Dich noch erinnern kannst, haben diese Reformen auch die Oppositionsparteien CDU/CSU/FDP mitgetragen, auch wenn diese die Reformen danach heftig kritisiert haben. Inwieweit Du daraus einen Bösewicht konstruierst bzw. Narretei erkennen magst, kannst Du ja mal darstellen.

    39. jamesf schrieb am 8. Dezember 2008 at 22:48 - Permalink

      @ # 26
      “Du spuckst mit solchen Aussagen denen Leuten ins Gesicht, die Hartz-IV kriegen, weil sie gesundheistmäßig nicht in der Lage sind, arbeiten zu gehen. Wenn du unter einem Hartz-IV-Bezieher jemanden verstehst, der gerne faulenzt, bist du voll auf die Springer/Bertelsmann-Propaganda reingefallen.
      Das sind nämlich zu 95 Prozent Menschen, die gerne arbeiten würden, es aber nicht können.”

      Was ist das denn für eine schöne statistik? Alleine im bekanntenkreis meiner eltern sind mindestens 3 familien die schwarz arbeiten und trotzdem die vollen sozialleistungen einstreichen. Dass der staat sich verarschen lässt ist zwar seine eigene schuld, aber für die 95% würde ich, und bestimmt auch andere leser, schon gerne eine seriöse quelle sehen.

    40. Christian schrieb am 8. Dezember 2008 at 23:03 - Permalink

      @7Schläfer: Schröder einen Bösewicht zu nennen ist eigentlich eine Euphemismus. Natürlich hatte er seinen Kurs ohne Rücksicht auf Verluste fahren können, weil es für ihn scheißegal war. Seine Abgeordneten-Pension hatte er sowieso sicher und wahrscheinlich auch seinen Superjob bei Gazprom, bei dem er wahrscheinlich jährlich mehr verdient als er es als Bundeskanzler auf Lebenszeit getan hätte.
      Den Haushalt dadurch zu sanieren, indem man soziale Kürzungen vornimmt ist keine politische Vision – darauf würde jeder Idiot kommen (und Schröder ist es ja dann auch).

      Ich kenne die SGBs ziemlich gut: Der Empfänger von staatlichen Leistungen wird dadurch der Bürokratie hilflos ausgeliefert. Dahinter steckt eine systematische Entrechtung von Leuten, die sowieso nichts haben.
      Und das ist das Schlimme an Hartz-IV: Das JobCenter oder Landratsamt kann dir als Empfänger einfach mal so die Leistungen streichen. Und dann bist du als Empfänger in der Pflicht, dein Recht auf Geld zu beweisen und durchzusetzen.

      Ich persönlich habe noch nie Leistungen nach SGB II oder SGB X bekommen, aber schon einem Bekannten durch einen Rechtsstreit geholfen. Das ging bis vor Landessozialgericht, obwohl er schon vom Sozialgericht recht bekam. Geld gab es solange nicht.

      Die Hartz-IV-Gesetzgebung ist teilweise Feudalismus – und alles politisch gewollt.

      @jamesf:
      Okay, 95 Prozent ist mal ins Blaue geschätzt. Aber dass nur einer von zwanzig ein Sozialschwindler ist, scheint mir ziemlich wahrscheinlich.

    41. misterL schrieb am 8. Dezember 2008 at 23:07 - Permalink

      Das ist der Stoff, den ich gerne lese versetzt mit Bildern, die mir gefallen.

      Thanks for all – Jens. :-))

    42. carlo schrieb am 8. Dezember 2008 at 23:08 - Permalink

      Woher diese Akteure ihren unbegründeten Zweckoptimismus nehmen, bleibt ein Rätsel.

      Den besagten Akteuren chronische Medienbesoffenheit und daraus resultierende Wahrnehmungsstörungen zu diagnostizieren, könnte eine Erklärung sein, als Folge exzessiven Konsums sogenannter Qualitätsprodukte aus Presse, Funk und Fernsehen.

      Dennoch ist hier ein interessanter Lösungsansatz, der meines Erachtens weitere Beachtung verdient.


      Schöntrinken funktioniert

      Bei einem Experiment mit 86 Versuchsteilnehmern fanden Forscher der Universität Bristol heraus: Nach ein paar Gläsern Alkohol finden heterosexuelle Männer sowohl Frauen als auch Männer hübscher als vorher…..

      Warum soll das nicht auch mit der “Wirklichkeit” funktionieren? Die Dinge erscheinen dann ja auch nicht mehr so schlimm. Ein experimenteller Nachweis im Doppelblindtest ließe sich gewiß mit reger Beteiligung unserer Regierungsverantwortlichen führen.

    43. Ratatatam schrieb am 8. Dezember 2008 at 23:12 - Permalink

      ‘schuldigung, aber die häßlichen Bilder stören beim Lesen.

    44. 7schläfer schrieb am 8. Dezember 2008 at 23:25 - Permalink

      @40 Christian

      Das darf sich dann aber nicht nur auf Schröder beziehen, sondern muss die meisten Politiker, und das nicht nur in Deutschland, mit einbeziehen. Das beste Beispiel in diesem Zusammenhang ist übrigens Bill Clinton, ging er doch Anfang der 90er mit seinem radikalen Sozialstaatabbau (und das in den USA) in Vorlage.

      Das ist ja auch der Grund, warum ich von der inhaltlichen Bewertung abgesehen habe, sondern mich lediglich auf das Muster bezog, nämlich dass man die Notwendigkeit des Handelns nicht nur erkennt, sondern dann auch handelt.
      Heute kann sich ja nicht einmal die CDU/CSU/FDP untereinander, von der SPD ganz zu schweigen, auf ein “Rettungspaket” (TM) einigen, von einer parteienübergreifenden Lösung mal ganz zu schweigen, und genau das hat Schröder damals geschafft. Und das mit der Möglichkeit dafür, auch von den Mitunterzeichnern, abgestraft zu werden.

      Übertragen auf die heutige Situation soll das heißen, dass die Krise endlich angepackt wird. Jetzt heißt es nicht vorsichtig kleckern, sondern ordentlich klotzen. Der Artikel hier beschreibt das Problem doch wunderbar: die deutsche Regierung kommt nicht in die Puschen, und hofft von den Maßnahmen des Auslands profitieren zu können. Das heißt aber auch, das eine Merkelin & Co ein Rückgrat benötigen, und das ist das, was ich anprangere.

    45. Christian schrieb am 8. Dezember 2008 at 23:46 - Permalink

      Aus Platzgründen habe ich mal nur Gerhard Schröder hier genannt. Die Liste der korrupten Politiker kann man aber sich noch endlich fortsetzen: quer durch alle Parteien und Nationen. :(

      Dass Schröder die Parteiflügel zusammenbrachte – okay, das war offensichtlich schon eine Leistung. Wenn man sieht, dass es inzwischen scheinbar nicht mehr möglich ist.

      Aber dass die Regierung Schröder überhaupt gehandelt hat, würde ich aber nicht per se als etwas positives sehen, weil dadurch eigentlich nur alles schlimmer wurde. Das wollte ich auch mit dem Heine-Zitat verdeutlichen: nur weil jemand ein Ziel verfolgt, ist er darum nicht zu loben.

      Und die derzeitige Regierung macht mir Angst. Angela Merkel ist nachweislich inkompetent, ihre Beraterriege bestochen (siehe Bert Rürup) und die Minister heillos überfordert (u.a. Tiefensee, Glos, Schmidt). Wenn die Große Koalition nichts macht, richtet sie wenigstens keinen zusätzlichen Schaden an.
      Das Problem ist nur: nach der Bundestagswahl sind diese Clowns wohl wieder vier Jahre an der Macht. :(

      Vielleicht kommt ja irgendwann die sagenumwobene “Unsichtbare Hand des Marktes” und bringt alles wieder in Ordnung – oder fegt zumindest unsere Regierung hinweg, dass da Platz für kompetentere Leute ist. :D

    46. misterL schrieb am 8. Dezember 2008 at 23:50 - Permalink

      @Christian.

      Du meinst jetzt aber nicht Westerwelle und seine Freunde? ;-)

    47. Christian schrieb am 9. Dezember 2008 at 00:00 - Permalink

      @misterL: Aber nicht doch. Wer könnte Guido Westerwelles Nebentätigkeiten ansehen und dann noch vermuten, dass er oder jemand, der ihm nahe steht, käuflich sei?

      http://www.bundestag.de/mdb/bio/W/westegu0.html

      Eine Nebentätigkeit Stufe 3 bedeutet übrigens mehr als 7.000 Euro (ohne Begrenzung nach oben). Wer soviel Geld für nur einen Vortrag bekommt, muss doch ein guter Mensch sein.

    48. Jan Kohnert schrieb am 9. Dezember 2008 at 00:01 - Permalink

      @19: Danke!!!

      Ich würde mich übrigens auch über einen kleinen Konsumgutschein freuen. Und ich würde ihn nicht mal der japanischen Unterhaltungsindustie ‘in den Rachen werfen’, wie einer aus unserem, nein eurem, nein auch nicht, ähhmm, dem Elitenzirkel fantasierte. Mein Auto braucht eine Reparatur, ist zwar kein Opel, aber VW ist ja auch nicht weit weg von Schwierigkeiten. :)

      MfG Jan

    49. 7schläfer schrieb am 9. Dezember 2008 at 00:01 - Permalink

      @45 Christian

      Da bin ich nicht so optimistisch. Nichtstun scheint bei unserer Politikerriege zwar eine verlockende Alternative zu sein, nur werden sie dafür nicht gewählt. Wenn sie nichts tun, dann haben die in dieser Position nichts verloren. Vielleicht sollten die lieber einen 1-Euro Job annehmen; da werden ihnen die Entscheidungen zudem abgenommen.

      Mir persönlich sind konsequente Menschen lieber, da ich so weiß, woran ich bin. Das heißt nicht, dass ich sie nicht kritisiere. Ich kritisiere sie dann aber nicht für ihre Konsequenz, sondern wegen den Inhalten. Nur wer keine Ziele hat, konsequentes handeln sich also erübrigt, der hat als Regierungschef bzw. -mitglied keine Daseinsberechtigung.

    50. Christian schrieb am 9. Dezember 2008 at 00:38 - Permalink

      “Nur wer keine Ziele hat, konsequentes handeln sich also erübrigt, der hat als Regierungschef bzw. -mitglied keine Daseinsberechtigung.”

      Das ist absolut richtig. Das mindeste was man erwarten könnte, wäre, dass die Leute an der Regierung irgendwelche Zielvorstellungen haben. Und selbst wenn es nur Zwischenziele wären. Stattdessen hört man nichts als Phrasen.
      Wer lässt sich denn von Sätzen wie: “Wir müssen diesen Verlauf der Krise verfolgen und schnell, adäquat, aber auch sorgsam agieren” (Zitat: A. Merkel auf ihrer Homepage) beeindrucken?
      Und dennoch: Wenn man den Umfragen glauben darf, würden 52 Prozent (!!!) Merkel zur Bundeskanzlerin wählen.

    51. Christian2 schrieb am 9. Dezember 2008 at 01:21 - Permalink

      Im Grundsatz hast Du ja Recht mit der Forderung eines Konjunkturprogramms, doch die sogenannten Programme der europäischen Nachbarn verdienen auch kaum ihren Namen. Wie man es richtig macht, zeigen die angedeuteten Maßnahmen Obamas. Investitionen in Infrastruktur für die Zukunft. Nichts kurzfristiges, wie die Konsumschecks der Bush-Regierung.

      Die geforderte Solidarität jedoch, die du einforderst und von den Nachbarn vermisst wird, zeigt sich doch deutlich im haushalt der EU. Wenn der nicht zu 100% Solidaritätsgedanken Deutschlands zu Grunde liegen hat weiß ich es auch nicht.

    52. dorianG schrieb am 9. Dezember 2008 at 03:11 - Permalink

      @ # 16 Neu Hier

      Andersherum wird ein Schuh draus:
      Erhöhe die Sozialleistungen und sei nicht so knickerig mit der Arbeitsaufnahme und die Löhne müssen automatisch steigen, denn die Arbeitgeber können die Arbeit der Arbeitnehmer nicht alle selber machen, automatisieren oder auslagern.

      Welche Putzfrau würde denn für 3? die Stunde arbeiten gehen, wenn sie 600? HartzIV ( Miete, Krankenversicherung) kassieren könnte, ohne zu arbeiten?

      Da Josef Ackermann, Friedrich Merz und Porsche-Wedeking aber wohl kaum ihre Wohnungen und Büros selber putzen würden, müssen sie dann einer Putzfrau mehr Gehalt als HartzIV zahlen.

      Da die meisten Niedriglohnjobs im Service-Bereich gemacht werden (Postzusteller, Friseuse, Altenpfleger, Putzfachkraft, Krankenschwester…) und diese eben ortsgebunden sind, würden diese Jobs auch dann nicht verloren gehen, wenn die Stundenlöhne steigen würden.

      So einfach ist das.

      Und ja, mir ist schon aufgefallen, dass es da überall einen Studenten/Ex-Studenten zu geben scheint, der überall (Spiegel.de, Süddeutsche.de) herumjault, dass sich die Hartzis gefälligst nicht so haben sollen sondern arbeiten sollen – man selber habe das ja auch geschafft.
      Knallharter Leistungsideologie-Quatsch halt, wobei unberücksichtigt bleibt, dass die Leistung eines fleißigen Bankers aus irgend einem Grunde höher bezahlt wird als die Leistung einer fleißigen Putzfrau. Am Bildungsgrad kann das nicht liegen, denn per se ist Bildung in Deutschland kostenlos und wird solidarisch finanziert, d.h. von den Putzfrauen genauso wie von den Bankern (ja ja, Realität ändert sich gerade gewaltig, aber theoretisch schon). Also gibt es eigentlich keinen Grund, wieso Akademiker mit Hinweis auf den akademischen Abschluss besser bezahlt werden sollten – wieso denn?

      Leistung = Arbeit / Zeit.

      Von “Qualität der Arbeit” oder “Bildungsabschluss” steht da nix.

      Man müsste diejenigen, die HartzIV befürworten und gegen Mindestlöhne sind, mal eine Zeit von HartzIV leben lassen und zwar unter “normalen” Bedingungen, d.h. nicht als Student mit Semesterticket und kleinem Zimmerchen, sondern z.B. als Familie mit Kindern etc.

    53. 7schläfer schrieb am 9. Dezember 2008 at 07:36 - Permalink

      @50 Christian
      Ja, das ist wirklich besorgniserregend, zeigt es doch auf, wie die Medien zum großen Teil dieses Spiel mitspielen. Beim verlinkten Spiegelartikel im Artikel könnte man bereits meinen, dass der “SPON” bzw. “Spiegel” für die Politik verantwortlich wäre.
      Bei vielen Menschen herrscht da doch noch ein relativ blindes Vertrauen in diese Institutionen, und sie folgen in der Regel der Argumentation aus den “Mainstreammedien”. Das einzig positive ist, dass sich dieses Spiel nicht ad infinitum treiben läßt; spätestens wenn den menschen das Geld ausgeht ist Schluß mit lustig.

    54. Goldener Reiter schrieb am 9. Dezember 2008 at 08:10 - Permalink

      @34 Spiegelfechter

      Ich denke, dass man sogar ziemlich sicher davon ausgehen kann, dass eine MwSt-Senkung signifikante Effekte erziehlen wuerde. Ich Deutschland gibt es massenweise Haushalte, deren Budget bei weitem nicht ausreicht, die notwendigen Beduerfnisse zu befriedigen. Nach einem Bericht der Sueddeutschen beginnen erst Haushalte mit einem Netto(!)einkommen von 1300 Euro zu sparen (die Zahl hat sogar mich erschreckt).

      Ich gehe sogar weiter, und behaupte, dass die Mehrwertsteuer vollstaendig abzuschaffen ist: Grundsatz neuzeitlicher Besteuerung ist naemlich, dass das einzelne Individuum entsprechend seiner Zahlungsfaehigkeit zum Steueraufkommen beitraegt. Konsumsteuern belasten aber insbesondere diejenigen, die ihr gesamten Einkommen verkonsumieren muessen, weil es zu gering ist.

      Um wieder zum Thema zurueckzukommen: Die MwSt gehoert zumindest deutlich gesenkt, und zwar dauerhaft. Das wuerde einerseits den Konsum jetzt wieder ankurbeln und andererseits langfristig die Binnennachfrage stabilisieren/erhoehen, was notwendig ist um die Deutsche Wirtschaft wieder auf einen halbwegs stabilen (also nicht derart exportabhaengigen) Wachstumskurs zu bringen.

      Aber Hoffnung, das es soweit kommt, habe ich nicht…

    55. nullblicker schrieb am 9. Dezember 2008 at 08:12 - Permalink

      {quote}
      Das oberste Prozent der Einkommensskala zahlt 20% des Einkommenssteueraufkommens. Die obersten zehn Prozent zahlen die Hälfte, während die untere Hälfte der Einkommensskala nur 7% des Steueraufkommens trägt. Eine breite Steuersenkung käme daher im Volumen fast ausschließlich denjenigen zu Gute, die lieber im globalen Casino mitspielen, als es in den Konsum zu stecken.
      {/quote}

      Mit Verlaub, das ist ausgemachter Quatsch, der so in jeder zweiten Talkshow auftaucht, aber dennoch nicht richtiger wird.
      Mag sein, dass diese Angabe für die veranlagte Einkommensteuer gilt, d.h. platt gesagt für Gewerbetreibende, Selbständige, Vermieter, Rentiers – die große Masse der arbeitenden Bevölkerung zahlt ihre Einkommensteuer in Form der Lohnsteuer. Vom Steueraufkommen her ist die veranlage Einkommensteuer Kleckermist.
      Gerade die mittleren Lohneinkommen werden jedoch über die “kalte Progression” in den letzten Jahren ganz besonders belastet – somit wäre hier – entgegen Ihrer Theorie – also ein merklicher (hehe) Effekt durch eine Steuersenkung zu erzielen.

      Dazu auch die offizielle Verteilung des Steueraufkommens 2006/2007:
      http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_4158/DE/BMF__Startseite/Service/Downloads/Abt__I/0602221a6009__Steuerarten__2006_E2_80_932007,templateId=raw,property=publicationFile.pdf

    56. McFiddich schrieb am 9. Dezember 2008 at 09:14 - Permalink

      Wie kurbelt man eine Wirtschaft an, die auf Grund ihrer eigenen Gesetze, dh auf Grund einer absoluten Überproduktion incl einer überwältigenden Gewinnanhäufung, gerade zusammenbricht ?

      Lasst uns weiter Geld hineinpumpen – über Steuersenkung, Konsumgutscheinen etc – damit die, die sowieso schon so viel haben, dass sie nicht mehr wissen wohin damit, am Ende des Geld-Waren-Kreislaufs noch mehr haben und gleichzeitig, die die wenig bis gar nichts haben zum Ende weiterhin zu wenig bis gar nichts und die Gesellschaft/der Staat noch mehr Schulden, bei denen, die …. siehe erste Kategorie.
      Einzige Veränderung : einige haben dann wieder ein funktionierendes Auto, andere einen neuen Fernseher. Schmeckt eigentlich Benzin und garniere den Fernseher eher mit Petersilie oder mit Schnittlauch ?
      Das ganze am besten gepaart mit ein paar militärischen Auseinandersetzungen, dann kann die Wirtschaft wieder neu aufgebaut werden, was ja die Konjunktur belebt… bis zum nächsten mal.

      Dieses Wirtschaftssystem benötigt Krisen, um funktionieren zu können. Das Problem dabei ist nur, dass die Masse der Menschen dabei in Armut versinkt – egal ob materiell, wie die meisten Menschen auf der Welt, oder/und geistig.

      Die Lösung ? Sehr komplex, aber wir könnten ja da weiter machen, wo bereits so viele Regierungen auf Wunsch der Wirtschaftseliten begonnen haben – bei der Vergesellschaftung/Verstaatlichung der Banken und Versicherungen. Schließlich soll dies die Wirtschaft retten, so die Meinung kapitalistischer Ökonomen – sowohl praktizierender als auch lehrender.

      Nur im Gegensatz zur gängigen Praxis müssen alle Unternehmen im Finanzsektor bei dieser Maßnahme berücksichtigt werden und sie dürften auch nicht reprivatisiert werden. Desweiteren müssen sämtliche Geschäftfsbücher offen gelegt werden und die Kontrolle über den Finanzsektor wirklich demokratisch kontrolliert werden.

    57. Neu hier schrieb am 9. Dezember 2008 at 10:15 - Permalink

      @DorianG #52

      Du bist also wirklich der Ansicht, das jemand der sich die mühe macht zu studieren, hinterher nicht besser bezahkt werden soll, als eine Putzfrau?
      Leistung = Arbeit / Zeit das sind doch deine Worte, aber vergisst du da nicht was, es gibt auch sowas wie Verantwortung,
      wenn die Putzfrau einen Fehler macht ist der Boden vielleicht nicht richtig sauber… macht aber ein Arzt einen Fehler stirbt vielleicht ein Mensch.

      Oder noch ein anderes Beispiel, die Putzfrau kommt nach der Arbeit heim, und muss nicht mehr an die Arbeit denken zumindest muss sie nicht in ihrer privaten Zeit in Fachmagazinen blättern und sich auf dem neusten Standt halten…….
      Also das zeigt doch das der Akademiker mehr Arbeit und Zeit für seinen Beruf opfern muss und auch eine grössere Verantwort hat und deshalb auch besser entlohnt werden sollte…….

      Und du behauptest ja das Bildung kostenlos ist, warum zahle ich dann jedes Semester 500? Studiengebühren?
      Und wenn ich diese nicht zahle werde ich rausgeschmissen, nix ists mit der kostenlosen Bildung…….

      Und du willst hier einen Studenten mit einer Hartz4 Familie mit Kindern vergleichen, ok schön und gut, was glaubst du wer ist besser dran 2 Stundenten mit eineem Kind, oder 2 Hartz4 Bezieher mit einem Kind……..
      Und es freut mich das es auch in anderen Plattformen auch ein paar Stundenten zu geben scheint die nicht mehr als unterstes Glied in der Studienzeit leben wollen…….
      Das ungerechte ist ja das man zum Beispiel wenn man BaföG bekommt, diesen später zur hälfte zurückzahlen muss, da macht man das was der Staat will und wird, dafür ans Bein gepisst, ein Hartz4 Bezieher muss die Leistungen ja auch nicht zur hälfte zurückzahlen…….
      Und wenn man BaföG bekommt dann ist dieser eh im vergleich zun den Leistungen die man als Hartz4 Bezieher bekommt ne Lachnummer, aber später wenn man fertig mit dem Studium ist und sagen wir mal, bzw hoffe ich mal gutes Geld bekommt zahlt man so viel Steuern das sich der Staat das was er einem über die 7 Semester gegeben hat, innerhalb 1 Jahres an Steuern holt und das ist ne Frechheit.
      Ausserdem sollte BaföG jedem der studiert zustehen, unabhängig vom Einkommen der Eltern oder sonstigen Faktoren…

      Ich habs ja oben schon erwähnt gehabt das ich nicht grundsätzlich für niedrige Hartz4 Bezüge bin, nur zum jetzigem Zeitpunkt wäre es ein Fehler ausschließlich den Sozialleeistungsbeziehern zu helfen.
      Kindergeld kräftig erhöhen, das wäre eine tolle Sache… da wäre deinen Hartz4′ern und den grossteil aller Familien geholfen…. und bitte keine Erhöhung um läppische 10?…..

      Und was mir auffällt ist das es immer mehr Sozialextremisten gibt die sich ausschließlich um die Sozialleistungsbezieher kümmern, während diejenigen die Arbeiten immer mehr als “Nutztiere” abgestempelt werden und so auch behandelt werden, kann man mir einer bitter erklären warum man um die Wirtschaft anzukurbeln einem Hartz4 Bezieher zum Beispiel 500? geben soll anstatt einem gering Verdiener, oder einem normal Verdiener, meiner ansicht nach können die Arbeitstätigen das Geld genauso gut ausgeben… und auch brauchen.
      Natürlich gibt es unter den Hartz4 Beziehern auch einen kleinen Teil, der die Leistungen zurecht bekommt bzw sogar noch mehr bekommen sollte, aber der Teil ist der geringste, oder wollt ihr mir wirklich glaubhaft machen, dass unter den sagen wir jetzt mal 4 Millionen Arbeitslosen in Deutschland, 3 millionen grundsätzlich Arbeitsunfähig sind?
      Also bitte ihr könnt andere Belügen aber nicht euch selbst, glaubt ihr wirklich das von 4 Mio 3 Mio grundsätzlich Arbeitsunfähig sind? Denn so stellen es einige hier dar…….

    58. markus schrieb am 9. Dezember 2008 at 11:02 - Permalink

      scheinst hier der masse der 4 millionen eher arbeitsunlust als unfähigkeit zu unterstellen. die arbeitslosigkeit steigt aber eher mit schlechten konjunkturzahlen.
      massenarbeitlosigkeit als symptom einer veränderten (ich nenns mal einfach so) Leistungskultur oder arbeitskultur zu verorten halt ich für ne recht steile these. so als studierter haste doch bestimmt nen paar argumente um dein eher wackliges theoriegebäude zu untermauern ? gut ist alles recht schwer zu operationalisieren aber is auch deine these, viel spass ^^
      in meinen augen macht die argumentation mit konjunktur und strukturwandel ( ok auch etwas schwammig, aber hab grad keine lust einen ganz langen eintrag zu schreiben) da deutlich mehr sinn.

      btw: verantortung muss man sich auch stellen, veruschen auch studierte gerne zu vermeiden, die gutachterproblematik im medizinerbereich is da wohl nen gutes beispiel. goldene fallschirme ein noch besseres, aber davon können auch die meisten leistungsträger nur träumen.
      für wieviel menschenleben hat ein zugführer verantwortung?

      ein deutlich problemloseres argument für mehr geld ist wohl der gehaltsverzicht den man als student übt. 5-10 jahre ohne einkommen oberhalb der armutsschwelle …. entstehende kosten aus dem studium, dafür kann man in meinen augen recht problemlos eine entschädigung erwarten.

    59. markus schrieb am 9. Dezember 2008 at 11:20 - Permalink

      nachtrag (15 mins just passed)

      aber noch ein aber … geringerqualifizierte arbeit ist auch oft mit körperlichen belastungen verbunden, hohe gewichte, chemikalien, unergonomische arbeitsposition usw. damit bringt der “einfache arbeiter” als kapital seinen eigenen körper ein, ein gut das wir nach unserem moralverständnis eigentlich als unverletzlich halten.

      das nur als denkanstoß, die debatte um die verteilungsgrechtigkeit ist weiß gott keine einfache und mit so simplen argumenten wie “ich trag doch verantwortung” nicht zu führen.

    60. Neu hier schrieb am 9. Dezember 2008 at 12:05 - Permalink

      @Markus

      Der Bauarbeiter setzt also seinen Körper aufs spiel, das macht aber der Arzt genauso er behandelt kranke Menschen und setzt sich der Gefahr aus sich anzustecken…

      Und da wir hier ja auch ein paar blau Äugige haben sag ich jetzt einfach mal, dass grundsätzlich jeder das werden kann was er will, die Putzfrau hätte ja studieren können und Rechtsanwältin werden, (Bildung ist ja hier kostenlos wie einige zu glauben scheinen….. ) aber sie hat sich entschieden Putzfrau zu werden und damit sich auch für geringeres Gehalt entschieden…. das dies schwachsinnig ist brauch ich glaub nicht zu erwähnen, aber das es mindestens genauso schwachsinnig ist sich ausschließlich um Sozialbezieher zu kümmern und die arbeitende Gesellschaft auszubeuten, den was anderes wird im Moment nicht gemachht, scheinen die Leute noch nicht zu verstehen…. Bei Gott natürlich gibt es Sozialbedürftige denen es schlecht geht, die es nicht leicht haben mit dem ihnen zur Verfügung gestellten Mitteln über die Runden zu kommen, das ist traurig, traurig ist es auch das es aber immer mehr Arbeitenden nicht besser geht, und solange es denjenigen die Arbeiten nicht “deutlich” besser geht sollte es denjenigen die Sozialleistungen auch nicht besser gehen

      Und Markus ich habe nie gesagt das die 3 Mio zu dumm oder zu faul zum arbeiten sind, was ich gesagt habe ist das diese grundsätzlich “Arbeitsfähig” sind warum sie dennoch nicht arbeiten, ist die Frage auf die niemand eine 100% richtige Antowrt hat

    61. Spiegelfechter schrieb am 9. Dezember 2008 at 12:20 - Permalink

      @54 Goldener Reiter

      Ich gehe sogar weiter, und behaupte, dass die Mehrwertsteuer vollstaendig abzuschaffen ist: Grundsatz neuzeitlicher Besteuerung ist naemlich, dass das einzelne Individuum entsprechend seiner Zahlungsfaehigkeit zum Steueraufkommen beitraegt. Konsumsteuern belasten aber insbesondere diejenigen, die ihr gesamten Einkommen verkonsumieren muessen, weil es zu gering ist.

      Das sehe ich ganz anders – eine Besteuerung des Faktors “Arbeit” ist mE heute anachronistisch. Konsum und Einkommen sollten die beherrschenden Steuergrundlagen sein, dann klappt´s auch mit der Globalisierung. Eine moderne Volkswirtschaft ist international integriert. Eine Besteuerung von Arbeit würde nur die Wertschöpfung in Deutschland einbeziehen, während Konsumsteuern für aller Produkte gelten. So kann der Staat und somit die Begünstigten der Steuerumverteilung profitieren. Wenn beispielsweise ein Fernseher aus China 50 Euro in der Produktion kostet und in Deutschland für 250 Euro ohne MwSt in den Handel kommt, hat der Staat relativ wenig davon – nehmen wir 50% MwSt würde der Staat für jeden verkauften Fernseher 125 Euro kassieren, die er als Grundeinkommen (siehe 20:80 Artikel) an die Leute auszahlen könnte. Natürlich – da gebe ich Dir vollkommen recht – müssen Konsumsteuer und Transfereinkommen der unteren Einkommensschichten abgestimmt werden.

    62. Neu hier schrieb am 9. Dezember 2008 at 12:37 - Permalink

      Was mir da bei euren Mehrwertsteuern Schlachten da wieder einfällt ist das Bürgergeld.. macht den der DM Chef ( Götz Werner) daanoch Werbung für…
      das klang damals alles sehr lustig, vor allem da es nicht umzusetzen ist….. vor allem weil die EU eine Mehrwertsteuer die höher als 25% ist nichtb erlaubt.. was auch das Rechenbeispiel mit 50% Mwst vom Herr Spiegelfechter #60 als nich realisierbar macht.
      Im Grunde war die Idee schon lustig alle Steuern bis auf die Mwst abzuschaffen und dafür die Mwst auf ich sag jetzt mal 40 bis 60% hochzuschrauben, damit könnten wir hier verdammt günstig Produzieren, dann würden ja die Gehälter auch nicht so hoch sein, weil ja jeder vom staat 800? waren glaube ich in seinem System bekommt, daduch wird das produzieren noch günstiger… aber unsere Nachbarstaaten würden uns auffressen wenn wir sowas durchziehen würden….

    63. Spiegelfechter schrieb am 9. Dezember 2008 at 12:53 - Permalink

      @Neu hier

      vor allem weil die EU eine Mehrwertsteuer die höher als 25% ist nichtb erlaubt.. was auch das Rechenbeispiel mit 50% Mwst vom Herr Spiegelfechter #60 als nich realisierbar macht.

      Gesetze sind keine Steintafel mit den 10 Geboten ;-)

    64. Sulukol schrieb am 9. Dezember 2008 at 12:57 - Permalink

      @Neu hier #56

      “Und du willst hier einen Studenten mit einer Hartz4 Familie mit Kindern vergleichen, ok schön und gut, was glaubst du wer ist besser dran 2 Stundenten mit eineem Kind, oder 2 Hartz4 Bezieher mit einem Kind??..”

      Nun meine Frau und ich waren mal 2 Studenten mit einem Kind, gut wir hatten keine Studiengebühren, aber auch das Kindergeld war 70 DM und Null Hilfe von den Eltern. Wir hatten sicherlich nicht mehr Geld als Sozialhilfeempfänger und mussten dafür auch noch jobben. Aber selbstverständlich waren wir besser dran, so wie auch heute jedes Student besser dran ist als ein Hartz IV-Empfänger.

      Denn erstens war der Zustand ein per se vorübergehender, was psychologisch sehr viel bedeutet. Wir haben fest damit gerechnet, dass es uns in Zukunft besser geht (wobei das natürlich ein Trugschluss war: wir haben jetzt viel größeres Einkommen aber so gut wie in der Studentenzeit wird es uns nie mehr gehen).

      Zweitens ist man als Student in der regel jung, weshalb immer genug Geld zu haben weniger wichtig ist.

      Und drittens mussten wir nicht von irgendwelchen Sachbearbeitern buckeln, uns wie Dreck behandeln lassen, den letzten Pfennig in irgendwelchen Formularen angeben oder uns in den Medien und auch sonst von jedem, der Lust dazu hat, als Schmarotzer beschimpfen lassen.

      Als Student ist man bei allen Nöten, für die ich natürlich Verständnis habe, immer besser dran als Hartz IV – Empfänger.

      Man sollte übrigens die Studiengebühren abschaffen, das Geld würden die Studenten sofort ausgeben.

    65. Goldener Reiter schrieb am 9. Dezember 2008 at 13:08 - Permalink

      @60 Spiegelfechter

      Da reden wir wahrscheinlich teilweise aneinander vorbei. Du siehst das Problem “Besteuerung” offensichtlich von der Entstehungsseite, da Du mit den Produktionsfaktoren argumentierst.

      Ich gehe dabei von den Einnahmen aus. Dabei ist es fuer die Einkommenssteuer prinzipiell irrelevant, wie das Einkommen erziehlt wurde. Konkret duerfte aber natuerlich der klassische Arbeiter weniger in der Tasche haben, als der wohlhabende Unternehmer. Dementsprechend waehre ein progressiver Einkommenssteuertarif, der diese Bezeichnung verdient, effektiv eine Zusatzsteuer auf Kapital- und Unternehmenseinkuenfte (im Einzelfall natuerlich durchaus mit Ausnahmen).

      Ein Problem mit Konsumssteuern ist auch, dass sie die Preise erhoehen, und dadurch Geschaefte, die ansonsten zustande gekommen waeren, unterbinden. Die 50%ige Mehrwertsteuer in Deinem Beispiel ist da sehr eindrucksvoll.

      Dieser Effekt ist bei der progressiven Einkommenssteuer in der Theorie zwar auch gegeben, ist aber nur ein “Problem” bei Beziehern von hohen Arbeitseinkuenften (kleine Minderheit) und relativiert sich volkswirtschaftlich, wenn diese “Leistungstraeger” ihre Arbeit (die sich fuer sie nicht mehr lohnt) dann an andere abgeben (bzw. wenn der Konkurrent in die Luecke stoesst).

      —

      Ausserdem bin ich auch nicht der Ansicht, dass wir die Globalisierung nur passiv hinzunehmen haben. Wenn sich Aussenhandel im Endeffekt fuer unsere Volkswirtschaft negativ darstellt, indem er die Arbeitslosigkeit erhoeht, dann kann man ihn immer noch auf ein ertraegliches Mass beschraenken.

      Ich weiss, damit offenbare (=oute) ich mich als boeser Protektionist ;)

    66. Spiegelfechter schrieb am 9. Dezember 2008 at 13:10 - Permalink

      @55 Nullblicker

      Mit Verlaub, das ist ausgemachter Quatsch, der so in jeder zweiten Talkshow auftaucht, aber dennoch nicht richtiger wird.
      Mag sein, dass diese Angabe für die veranlagte Einkommensteuer gilt, d.h. platt gesagt für Gewerbetreibende, Selbständige, Vermieter, Rentiers – die große Masse der arbeitenden Bevölkerung zahlt ihre Einkommensteuer in Form der Lohnsteuer. Vom Steueraufkommen her ist die veranlage Einkommensteuer Kleckermist.

      Nein – die Daten sind aus der Einkommenssteuerstatistik 2004 des Statistischen Bundesamtes und betreffen die “festgesetzte Einkommenssteuer” – darin ist die Lohnsteuer enthalten.

      p.s.: Die Statistiken für 2004 sind die neuesten, die veröffentlicht wurden (am 2. Juni 2008)

    67. Spiegelfechter schrieb am 9. Dezember 2008 at 13:13 - Permalink

      @Der Goldene Reiter

      Ich weiss, damit offenbare (=oute) ich mich als boeser Protektionist ;)

      Und gerade als solcher müsstest Du Konsumsteuern begrüßen, da sie relative Kostenvorteile ausgleichen und lokale Güter konkurrenzfähig machen ;-)

    68. name schrieb am 9. Dezember 2008 at 13:49 - Permalink

      Lesenswert, wie man in Japan nicht mehr weiter weiss, und wenn sich Frau Merkel einbildet, sie könnte auf Kosten der anderen europäischen Staaten im Konzentrationskrieg allen anderen davon schwimmen, ohne die vermögenslose Mehrheit der Bürger in Deutschland auch nur zu beachten, so kann ein Blick nach Japan zeigen, was hier noch zukünftig blühen wird.

      Die Lage in Griechenland und die schweren Ausschreitungen dort, zeigen im Kern, wie schlimm die sozialpolitische Lange und die Verarmung dort geworden ist.

      Aber wahrscheinlich rechnet man hier in unserer Regierung damit, eine nationalisierte Stimmung und der jahrelange Antikommunismus könnte diese Wirtschaftskrise politisch im Zaume halten, und die Expansion noch begünstigen.

      http://www.ftd.de/politik/international/:Agenda-Japan-erfasst-die-Angst/448970.html

    69. Goldener Reiter schrieb am 9. Dezember 2008 at 14:07 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Ich bin dafuer “Kostennachteile” durch Importbeschraenkungen und -verbote auszugleichen. Z.B. wenn sie auf menschenunwuerdigen Arbeitsbedingungen beruhen. Ein anderer Grund waere extreme Umweltverschmutzung…

      Aber was solls, das wird ohnehin nicht stattfinden. Passt nicht in die Argumentationsweise der Lehrbuch-VWL.

    70. Neu hier schrieb am 9. Dezember 2008 at 14:11 - Permalink

      @Sulukol #64
      “Aber selbstverständlich waren wir besser dran, so wie auch heute jedes Student besser dran ist als ein Hartz IV-Empfänger.

      Denn erstens war der Zustand ein per se vorübergehender, was psychologisch sehr viel bedeutet”

      Willst du mir damit sagen, dass jemand der Hart4 bezieht nie wieder damit rechnen darf wieder zu arbeiten, also das 3 bis 4 Millionen Menschen nie wieder arbeiten werden, weil ja deiner Meinung nach Hartz4 nicht “per se vorübergehender” ist? Glaubst du das wirklich?

      Dann schreibst du:

      “Zweitens ist man als Student in der regel jung, weshalb immer genug Geld zu haben weniger wichtig ist.”

      Ok auf der einen Seite haben wir einen 20 jährigen Studenten ohne Kinder und Frau, auf der anderen Seite einen 45 jährigen Mann ohne Kinder und Frau der Sozialleistungen bezieht, erkläre mir nun warum es deiner Ansicht nach wichtiger ist das der 45 Jähriger genug Geld hat um sich ein ordentliches leben leisten zu können und der Student hungern muss weil im das Geld nicht reicht…. du sagst doch das es als junger Mensch nicht wichtig ist “GENUG” Geld z.B. für GRUNDVERSORGUNG zu haben, die eigentlich jedem Menschen nicht nur den Sozialleistungsbeziehern zustehen sollte?

      “Und drittens mussten wir nicht von irgendwelchen Sachbearbeitern buckeln, uns wie Dreck behandeln lassen,”

      Du vergisst dabei aber das man als Student zum Teil solche Jobs macht, die ein bestimmter Teil der Sozialleistungsbezieher katagorisch ablehnt, oder glaubst du das auch wirklich jeder Einzelne den Job annimmt welchen er vorgesetzt bekommt?

      Und bitte lügt doch nicht so über Hartz4 manche können woll einfach nicht genug haben, einem ALG 2 Bezieher steht eine Wohnung bis zu 50m² zu Nebenkosten werdn bezahlt das ganze bis zu einer Bruttowarmmiete von ca 360? beim Einzug in eine Wohnung gibts es Möbel etc. dann gibt es noch die Sonderleistungen wie z.B. Weihnachtsgeld……
      Nun zeig mir mal einen Studenten der alleine in einer 50m² grossen Wohnung wohnt, neue Möbel hat und vor allem dafür keine Miete zahlen muss, sondern ab und an noch Anspruch auf Sonderzahlungen hat…… und oben drein jeden Monat noch bares Geld bekommt………

      Nun versteht mich bitte nicht falsch zum Beispiel wenn eine Familie mit Kindern Hartz4 bezieht ist das scchon traurig vor allem, weil auch an den Kindern stark eingespart wird, aber dann sollte man anstatt Weihnnachtsgeld lieber Spielzeug bzw Kleider für diee Kinder zur Verfügung stellen, damit das Geld nicht für was anderes ausgegeben wird……
      Oder wenn da ein fast 60 jähriger dransteht, natürlich wünsche ich dem auch das er ein tolles leben führen kann,
      aber es gibt einfach zu viele “durchaus Arbeitsfähige” Semmbachel die einfach nur Leistungen beziehen, es ist einfach so und diese Semmbachel führen ein Leben von welchem man in der Studienzeit nur träumen kann.
      Wo hilft den der Staat den Studenten wenn man 620? bekommt ist die hälfte davon ein Kredit, alsso bekommt man nur die hälfte vom Staat 310? davon kann man jeden Monat noch 100? abzeihen wegen Studiengebühren, also hat man nun eine effiktive staatliche Unterstützung von 210?, also bitte die ALG 2 Bezieher sind im vergleich dazu relativ gut dran….

    71. nullblicker schrieb am 9. Dezember 2008 at 14:31 - Permalink

      @66 Spiegelfechter

      Danke, kannte ich bislang noch nicht und werde ich mir mal tiefergehend zu Gemüte führen.
      Schade das es keine aktuelleren Daten gibt, wäre für 2007 sehr interessant.

      Nun ja, dennoch denke ich das sich auch bei der Einkommensteuer durch geschickte Maßnahmen gezielte Entlastungen des “Mittelbaus” erreichen lassen:

      1. Erhögung des Grundfreibetrags (seit etlichen Jahren nicht mehr/unzureichend passiert)
      2. Verlängerung der Progression – d.h. erreichen des Spitzensteuersatzes nicht schon bei ca. 50000 ? sondern entsprechend höher
      3. Meinetwegen sogar ein höherer Spitzensteuersatz für höhere Einkommen (d.h. “Reichensteuer” direkt in die Progression entsprechend einbauen)

    72. Goldener Reiter schrieb am 9. Dezember 2008 at 14:44 - Permalink

      Nachtrag zu 69:

      Eine Konsumsteuer nach dem Muster der deutschen Mehrwertsteuer ist ohnehin nicht effektiv, wenn es darum geht, relative Kostenvorteile auszugleichen.
      Da muesste man schon mit offenem Visier kaempfen und Zoelle erheben.

      Zoelle sind nun natuerlich auch eine Form von Konsumsteuer, aber eben auf Importwaren beschraenkt. Damit koennen sie Steuerungsfunktion wahrnehmen. Bei der deutschen Mehrwertsteuer geht es aber nicht um Steuerung, sondern um staatliche Einkommenserziehlung.

      Mit Schutzzoellen bin ich sofort einverstanden ;)

    73. Lemmy Caution schrieb am 9. Dezember 2008 at 15:20 - Permalink

      Das Problem ist sicher die hohe Staatsverschuldung in Folge der nicht endenden Kosten der sogenannten “Wiedervereinigung” (ha ha). Deshalb gibts natürlich Grenzen für die Konjunkturspritze.
      Ich würd soziale Gesichtspunkte stärker berücksichtigen. Geld an arme Familien mit Kindern. Die werden das Geld dann sicher ausgeben.
      Öffentliche Investitionen in Straßen und Schulen (v.a. im “Lagos Deutschlands” -> Berlin).
      Die Verlängerung der Progression halte ich für eine gute Idee, ist aber keine kurzfristige Maßnahme. Personen, die darüber liegen, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Profiteure der Globalisierung (wie ich) und können ruhig ein wenig mehr zahlen.

    74. Nikolai schrieb am 9. Dezember 2008 at 15:36 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Deine Meinung dazu?

      http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,595389,00.html

      Irgendwie haben die alle eine Macke…

    75. Christian schrieb am 9. Dezember 2008 at 15:43 - Permalink

      @Neu hier:
      “Und bitte lügt doch nicht so über Hartz4 manche können woll einfach nicht genug haben, einem ALG 2 Bezieher steht eine Wohnung bis zu 50m² zu Nebenkosten werdn bezahlt das ganze bis zu einer Bruttowarmmiete von ca 360? beim Einzug in eine Wohnung gibts es Möbel etc. dann gibt es noch die Sonderleistungen wie z.B. Weihnachtsgeld??”

      Ja, klar. Hartz-IV-Empfänger kriegen Weihnachtsgeld, Pfingstgeld und Ostergeld. Außerdem eine neue Küche im Wert von 5.000 Euro, eine neue Waschmaschine und einen Toaster. Weitere Möbel darf man sich für 10.000 Euro im Ikea-Katalog aussuchen.
      Sie können sich außerdem jede Wohnung aussuchen, weil jeder Vermieter nur auf Hartz-IV-Empfänger als Mieter wartet.

      “Nun versteht mich bitte nicht falsch zum Beispiel wenn eine Familie mit Kindern Hartz4 bezieht ist das scchon traurig vor allem, weil auch an den Kindern stark eingespart wird, aber dann sollte man anstatt Weihnnachtsgeld lieber Spielzeug bzw Kleider für diee Kinder zur Verfügung stellen, damit das Geld nicht für was anderes ausgegeben wird??”

      Ist schon traurig, dass alle Hartz-IV-Eltern die 211 bzw. 281 Euro, die sie monatlich pro Kind bekommen, nur versaufen und verrauchen. Die sollten mal alle Besuch von Peter Zwegat, der Supernanny und den Sozialfahndern bekommen.
      Bis das passiert ist, ist es wohl das beste, die Regelsätze für Kinder weiter zu senken. Da kann die Uni-Leipzig doch mal wieder was ausrechnen.

    76. Bubu schrieb am 9. Dezember 2008 at 16:00 - Permalink

      Mahlzeit,

      hat es denn immer noch keiner gemerkt ? Überproduktionen und übermäßiger Konsum hat uns unter anderem dorthin gebracht wo wir heute stehen. Am Abgrund. Und morgen sollen wir dank Konsumscheine einen Schritt weiter sein ? Was passiert denn, wenn die ganzen Überproduktionen in der Wirtschaft dank der Konsumenten abgebaut sind ? Wird dann weniger produziert oder doch wieder mit viel Werbung den Konsumenten eingeredet sie brauchen nun schon nach zwei Jahren ein neues Auto, PC, Spielconsole etc. ? Wenn weniger produziert da weniger gekauft und gebraucht wird, braucht es dann noch so viele Arbeiter ? Wenn immer weniger Menschen Geld verdienen, wie kann dann, ohne weitere Schulden zu machen, weiter so konsumiert werden ? Gibts dann nächstes Jahr einen 1000? Gutschein und übernächstes einen mit 2000? ? Und alles nur um die Wirtschaft anzukurbeln die übermäßig Produkte herstellen für die die a) kein Geld da ist und b) kein Menschen benötigt ? Und womit werden diese Konjunkturmilliarden seit Jahren bezahlt ? Genau, mit dem Abbau des Sozialsaates. Immer weniger Menschen verdienen immer weniger Geld und sollen aber immer mehr konsumieren. Da stimmer etwas nicht, oder ?

      Grüße

    77. Spiegelfechter schrieb am 9. Dezember 2008 at 16:03 - Permalink

      @71 Nullblicker

      Mit diesen Ideen könnte ich durchaus auch etwas anfangen ;-)

    78. firefly schrieb am 9. Dezember 2008 at 16:45 - Permalink

      Ich musst dann doch noch mein Missfallen über diesen Artikel äussern.
      Dass die Bundesregierung aus lauter Blinsen besteht, die ahnunslos vor sich hin tappsen und nicht wissen, was sie eigentlich tun, heisst noch lange nicht, dass das Gegenteil ihres Handelns richtig wäre.
      Konjunkturprogramme, ob gross oder klein, sind in jedem Fall nur ein Strohfeuer. Und sie verpuffen alle, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sich nicht ändern. Und da ich nicht erkennen kann, dass sich etwas an diesen Bedingungen ändert (ich denke da vor allem an die starre Bindung einiger wichtiger Währungen an den US$), wäre es regelrecht töricht, sinnlos die Milliarden rauszupulvern.
      Es ist sogar eine Frechheit, Deutschland als Schmarotzer zu bezeichnen. Wer bitteschön gleicht mit seinen Exporten die Leistungsbilanz der Eurozone halbwegs aus? Wem sind daher die niedrigen Zinsen in der Eurozone zu verdanken? Ganz bestimmt nicht den südeuropäischen Hallodri-Ökonomien. Hier in Deutschland wird der Wohlstand erzeugt, von dem sehr viele Länder leben. Deutschland ist so ziemlich das Gegenteil eines Schmarotzers. Aber es ist ja so schön leicht, es zu verunglimpfen.

    79. jamesf schrieb am 9. Dezember 2008 at 17:12 - Permalink

      @ #74
      Stellst du dir so eine normale diskussion vor? Es geht doch nicht draum, dass ein hartz 4 empfänger mit geld zugeschüttet wird. Eine küche muss nicht 5.000 kosten. Und so eine behauptung hat auch keiner aufgestellt.
      Die behauptung “Ist schon traurig, dass alle Hartz-IV-Eltern die 211 bzw. 281 Euro, die sie monatlich pro Kind bekommen, nur versaufen und verrauchen.” ist ebenfalls vollkommen dämlich. Natürlich versaufen nicht alle eltern das geld, aber diese unterschichtsfamilien, von denen es immer mehr werden, geben das geld nun mal wirklich nicht sinngemäß aus. Mit unterschicht meine ich auch nicht die hartz 4 familien, sondern die, die in diversen tv sendungen auftauchen. Z.b in der Arte Reportage “Die gesichter der unterschicht”, die qualitativ sich von rtl und co. abhebt. Da kann der staat auch 1000? geben, die kinder werden mit hoher wahrscheinlichkeit zu eben solchen asozialen schmarotzern, deren lebensinhalt aus rauchen trinken und pöbeln besteht.

      dorianG hat einen bemerkenswerten beitrag geschrieben. wie gut ein system ohne anreize funktioniert kann man glänzend in Nordkorea sehen.
      ansonsten volle zustimmung zu @ Neu hier

    80. name schrieb am 9. Dezember 2008 at 17:19 - Permalink

      @78

      Aber du weisst schon, dass die deutschen Konzerne, direkt mit ihrem politischen Überbau seit Jahrzehnten die Industrien des Süden direkt an die Wand gefahren haben?

      Den deutschen Konzernen und der deutschen Politik geht und ging es darum, diese Wirtschaftskrise zum billigen Aufkauf und der Zerstörung fremder Überkapazitäten zu nutzen, und als einzig ernsthafter Konkurrent ist da nur noch Frankreich übrig geblieben.

      Wenn es in Italien den alten bürgerlichen Eliten nicht gelingt, Fiat für der Übernahme durch Konkurrenten aus Deutschland oder Frankreich zu retten, bleibt denen nur die Variante, ihre Exportgüter aus dem Strafgesetzbuch flächendeckend in Europa offensiv zu etalbieren.

      Die Barbarei ist in Europa längst angekommen.

    81. Lemmy Caution schrieb am 9. Dezember 2008 at 17:27 - Permalink

      @78 firefly:

      ass sich etwas an diesen Bedingungen ändert (ich denke da vor allem an die starre Bindung einiger wichtiger Währungen an den US$),

      Kannst du das bitte ein bischen ausführen?

    82. Christian schrieb am 9. Dezember 2008 at 17:34 - Permalink

      @jamesf: “Mit unterschicht meine ich auch nicht die hartz 4 familien, sondern die, die in diversen tv sendungen auftauchen.”

      Und genau das finde ich witzig. Dass hier die Leute, die bei RTL gezeigt werden, als typische Vertreter einer ganzen Gesellschaftsschicht genommen werden.
      Und nur weil das auf Arte in einem Beitrag auch so gezeigt wird, heißt das nicht, dass es gleich richtig ist.

      “Stellst du dir so eine normale diskussion vor?”

      Unter einer normalen Diskussion stelle ich mir etwas vor, wo Argumente vorgetragen werden, die man mit etwas mehr als allgemeinen Vorurteilen, Halbwissen und RTL-Serien belegt. Das geschieht hier definitiv nicht, wenn manche zu wissen vorgeben, wie die Unterschicht ihr Geld einsetzt.

      Ich würde gerne eine wissenschaftliche Studie dazu sehen, dass die Unterschicht, das Geld, das für Kinder bestimmt ist, nicht ordnungsgemäß einsetzt. Dann können wir darüber weiterreden.

    83. tar schrieb am 9. Dezember 2008 at 17:37 - Permalink

      @ 27, 75, 77

      ihr habt vollkommen recht.

      was aber wohl die wenigsten hier begriffen zu haben scheinen, ist, dass nicht der mangel an geld das problem ist – sondern die verteilung desselben. eure hinweise werden also verpuffen.

      wie kann man denn auch nur im entferntesten davon ausgehen, dass sich das feuer in einer scheune beruhigt, wenn ich noch mehr stroh hineinwerfe? nichts anderes ist die forderung nach einem konjunkturprogramm! die unabwendbare krise wird nur um kurze zeit verschoben.

      “na dann wirkts doch?” denken jetzt vielleicht einige.

      aber endlose konjunkturprogramme können überhaupt nicht funktionieren. das wird man spätestens bis zum sommer 2009 in den usa sehen. die offiziellen staatsschulden eben mal von 10 auf 15 billiönchen aufgestockt. das führt zur internationalen rating-abwertung von AAA auf wenigstens A und dem alles erwarteten allgemeinen zusammenbuch samt währungsreform, in folge der wir in europa und besonders im exportland deutschland schön bedeppert aus der wäsche glotzen.

    84. jamesf schrieb am 9. Dezember 2008 at 19:12 - Permalink

      interessanter artikel im handelsblatt. bzgl. konjukturprogramme.
      http://www.handelsblatt.com/politik/nachrichten/konjunkturpolitik-die-medizin-wirkt-doch;2104017

    85. Kretsche schrieb am 9. Dezember 2008 at 19:18 - Permalink

      @ Spiegelfechter:

      Du unterstellst “dem SPIEGEL” in deinem Nachschlag, dass er die Konjunkturpolitik Merkels und Steinbrücks unterstützt und gutheisst. Das ist Unsinn. Liest du den SPIEGEL eigentlich auch mal oder fechtest du nur rum? (Leseempfehlung: “Angela Mutlos” Artikel, Interview mit Steinbrück im letzten Spiegel)

      Viele Grüße

    86. scipio schrieb am 9. Dezember 2008 at 20:03 - Permalink

      @jamesf

      Aus dem Handelsblattartikel:

      Die Wirkungen, die diese Maßnahme für die gesamtwirtschaftliche Konsumnachfrage hatte, waren substanziell”, so das Fazit. Christian Broda (Chicago) und Jonathan Parker (Northwestern) stellen für die 2008 an US-Bürger verteilten Steuergeschenke ähnliche Effekte fest: “Die Haushalte haben wegen der Steuersenkungen erheblich mehr Geld ausgegeben.”

      Und hier erfahren wir, wofür die Kumpels das Geld bevorzugt verwendet haben.

      http://www.spreeblick.com/2008/12/08/wer-profitiert-wenn-alle-ein-geschenk-vom-staat-bekommen/

    87. Spiegelfechter schrieb am 9. Dezember 2008 at 20:41 - Permalink

      @Nikolai

      Irgendwie haben die alle eine Macke?

      Das ist ein ziemlich schlechter Witz – ich habe heute mittag schon am Telefon gescherzt, dass Merkel das Urteil als Konjunkturprogramm verkaufen wird. Wie sagte Volker Pispers …. immer wenn du denkst, blöder gehts nicht mehr, kommt von irgendwo ein Merkel her.

    88. Degnaphta schrieb am 9. Dezember 2008 at 20:44 - Permalink

      @ Neu hier & jamesf
      mich macht das ja immer traurig, wenn ich so verbitterte junge Leute erleben muß.
      Wen dir das Leid eines anderen ein Trost ist, Neu hier, dann wird es dich beruhigen davon zu erfahren, daß viele der hatz4-Abiturienten ihr angestrebtes Studium gar nicht antreten konnten, weil die zuständigen Behörden das für Umzug und Einstieg nötige Geld zurück gehalten haben. Rein rechtlich ist das zwar nicht korrekt, aber bis die Betroffenen ihre Rechte geltend machen können, ist der Semesteranfang vorüber. Pech gehabt, nächstes Mal vielleicht. In der Zwischenzeit etwas Fritten Schwenken vielleicht?
      Daß sich Studenten für ihr Studium in Schulden stürzen müssen halte ich für bedauernswert und einen miesen Trick. Daraus resultiert dann die immer wieder vorgebrachte Argumentation mit dem ‘eingegangenen Risiko’ und den darsu resultierenden überhöhten Salären.
      Ein Maurer oder Zimmermann kann auch von seinem Lehrgeld leben. Wahrscheinlich noch der eine oder andere Beruf mehr. Warum nicht auch die anderen Berufe und Ausbildungsgänge? Hätten letztendlich alle was davon.
      Stattdessen gibt es Kindergeld nur noch bis 23 und nicht mehr bis 25 Jahren Lebensalter. Wen trifft man damit? Die Studenten und die Spätzünder, die auch noch besonderer Förderung bedürften. Mir scheint, als würde hier eine Art Geldadel installiert werden, da nur Kinder reicher Leute von alledem nichts mitbekommen.
      Das Kindergeld wird hartzianern übrigens als Einkommen angerechnet. Erhöht sich dieses, findet eine Gegenrechnung statt, die dann eine Minderung der hartz-Bezüge erzeugt. Also bei denen (mir) kommt wirklich nichts an.

      Ein Konjunkturgutscheint würde mir und den meinen die Chance geben, ansonsten unerschwingliche Dinge des täglichen Gebrauchs anzuschaffen. Neue Rechner braucht das Land. Auch wenn eine CPU ne Dekade durchrechnen kann, sind Netzteile, Keybords, Festplatten und Scheibenlesegeräte eher recht empfindliche Verschleißteile. Wenn die dann in Serie überaltern, ist der zu ersetzende Berg an ‘Kleinkram’ plötzlich ein richtiger Haufen Geld.
      Dieser warme Regen könnte doch von den reichsten 10% aus der Portokasse getragen werden…und nach oben suppert es doch auch wieder von selbst.

    89. Spiegelfechter schrieb am 9. Dezember 2008 at 20:50 - Permalink

      @78 firefly

      Konjunkturprogramme, ob gross oder klein, sind in jedem Fall nur ein Strohfeuer.

      Und genau das sollen sie sein – hier liegt ja das Missverständnis zwischen Ökonomen und Politik. Vergleiche es mit Reisig, das man benutzt, um ein Kaminfeuer, das langsam verglimmt, wieder anzufachen. Man kann dafür anstatt Reisig auch gut abgelagertes Buchenholz nehmen, das lange Hitze spendet – nur nutzt das nichts, wenn es kein Feuer fängt.

      Es ist sogar eine Frechheit, Deutschland als Schmarotzer zu bezeichnen. Wer bitteschön gleicht mit seinen Exporten die Leistungsbilanz der Eurozone halbwegs aus?

      Bitte? Und wo soll der Vorteil für den Rest der EU liegen, wenn D den Euro in die Höhe treibt? Handelbilanzen sind kein Selbstzweck und für die meisten EU-Staaten ist die deutsche Wirtschaftspolitik von Nachteil.

      Hier in Deutschland wird der Wohlstand erzeugt, von dem sehr viele Länder leben.

      Das denken nur eine Handvoll deutscher Talkshowökonomen – der Rest der Welt sieht das etwas anders.

    90. Spiegelfechter schrieb am 9. Dezember 2008 at 20:54 - Permalink

      @Kretsche

      Du unterstellst “dem SPIEGEL” in deinem Nachschlag, dass er die Konjunkturpolitik Merkels und Steinbrücks unterstützt und gutheisst. Das ist Unsinn. Liest du den SPIEGEL eigentlich auch mal oder fechtest du nur rum? (Leseempfehlung: “Angela Mutlos” Artikel, Interview mit Steinbrück im letzten Spiegel)

      Ich habe den Artikel aus dem Print-SPIEGEL gelesen – und andere zu diesem Thema im SPIEGEL. Gegenfrage: Hast Du den verlinkten Artikel gelesen? Wenn ja, dürfte sich Deine rhetorische Frage eigentlich beantwortet haben.

    91. Neu hier schrieb am 9. Dezember 2008 at 21:30 - Permalink

      @Degnaphta #88
      du verstehst mich falsch, ich bin der Ansicht, das man zuerst den Bedürftigeren helfen sollte und dann den Hartz4 Beziehern.
      und bitte komme mir nicht mit, dass… “Hatz4-Abiturienten ihr angestrebtes Studium gar nicht antreten konnten….”
      mir hat der Staat auch nicht geholfen und hilft mir noch immer nicht ich bin im 3 Semester…. und ich gehöre noch zu den
      Studenten die Studiengebühren bezahlen… weil unser Herr Oettinger das Maul nicht aufmachen kann, da war der Teufel 1000 mal besser obwohl dieser “politisch stumm” war, wo ist da bitte die Gleichberechtigung wenn ich Studiengebühren zahlen muss und jemand in Kiel zum Beispiel nicht, wo ist den da der Bund, aber einen Soli muss man hier abdrücken
      Und nun Herr Degnaphta erkläre mir mal bitte warum ich die Zähne noch mehr zusammen beissen muss, damit es einem dem es schon eh besser geht als mir, noch besser geht……

      Und zum PC: Ich habe einen AMD Sempron 2800 200gb und eine geforce 6600gt Grafikkarte dazu noch einen 17 Zoll Röhrenbildschirm…. Armutszeugnis……

      Ganz ehrlich wenn es Konsumgutscheine geben wird und diese nur an Sozialleistungsbezieher ausgegzeben werde, kann ich garantieren das ich micch nach meinem Studium so sozial verhalten werde wie es der Staat zu mir war, und sofort ins Ausland gehen, ich Spreche 3 Sprachen fließend…deutsch, russisch, und englisch.. da wird sich schon was finden, und wie ich, denken nicht nur ein, zwei oder drei Studenten wenn der Staat sich weiterhin so sturr stellt und den Studenten nicht das gibt was ihnen zusteht wird es früher oder später einen gewaltigen brain drift geben, und das Deutschlands Zukunft in der Entwicklung und nicht in der Fertigung liegt muss man woll keiner mehr erklären….

      Sag mir mal einer warum einem Studenten nicht so viel Förderung wie einem ALG2 Bezieher zusteht….

    92. firefly schrieb am 9. Dezember 2008 at 22:53 - Permalink

      @81 Lemmy Caution

      Kannst du das bitte ein bischen ausführen?

      Die Chinesen sollen endlich ihren RMB satt aufwerten und damit den Chinesen entsprechend mehr Kaufkraft verschaffen.
      Deutschland muss man da aber ausdrücklich ausnehmen. Das Land wird aufgrund seiner Demographie in wenigen Jahren ohnehin keine Überschüsse nicht mehr produzieren können und langsam aber sicher zum Schuldner werden. Diesen Prozess des Niedergangs muss man nicht noch künstlich beschleunigen.

      @80 name

      Aber du weisst schon, dass die deutschen Konzerne, direkt mit ihrem politischen Überbau seit Jahrzehnten die Industrien des Süden direkt an die Wand gefahren haben?

      Zu einem Tango gehören immer Zwei. Und es allein den bösen Deutschen in die Schuhe zu schieben, lenkt von Unzulänglichkeiten in Südeuropa ab.
      Waren es eigentlich auch die Deutschen, die die produzierende Industrie im UK derart haben schrumpfen lassen. Ich nehme an ja. Denn die Deutschen machen sich ausgezeichnet als Sündenbock.

      @89 Spiegelfechter

      Und genau das sollen sie sein – hier liegt ja das Missverständnis zwischen Ökonomen und Politik. Vergleiche es mit Reisig, das man benutzt, um ein Kaminfeuer, das langsam verglimmt, wieder anzufachen. Man kann dafür anstatt Reisig auch gut abgelagertes Buchenholz nehmen, das lange Hitze spendet – nur nutzt das nichts, wenn es kein Feuer fängt.

      Da geb ich dir vollkommen Recht. Mit einem Strohfeuer kann man in der Tat ein grosses Feuer entzünden. Doch braucht es da mehr als nur das Reissig. Da müssen auch mittelgrosse und grosse Scheite bereit liegen, um Feuer zu fangen. Doch die seh ich nicht.
      Ganz im Gegenteil. Im Moment haben nicht viel mehr als die Asche des voran gegangenen Booms. Da wird so schnell nichts zünden. Die Konsumenten in den angelsächsischen Ländern sind abgebrannt. Jetzt müssen erst einmal andere Märkte gefunden werden. Ich fasse da China ins Auge. Das Land ist gross genug, um die ganze Weltwirtschaft zu tragen (das ist der grosse Unterschied zu Deutschland, dass ohnehin in der Irrelevanz verschwindet). Doch dazu müsste China endlich aufhören, die Welt mit ihren Gütern zu überschwemmen und mal anfangen, selbst zu konsumieren. Die schon angesprochenen Aufwertung des RMB wäre da ein grosser Schritt in diese Richtung.
      Wenn das passiert ist, können wir auch mal in Deutschland ein Strohfeuer zünden. Aber vorher eben nicht. Vorher ist es sinnlos.

      Bitte? Und wo soll der Vorteil für den Rest der EU liegen, wenn D den Euro in die Höhe treibt? Handelbilanzen sind kein Selbstzweck und für die meisten EU-Staaten ist die deutsche Wirtschaftspolitik von Nachteil.

      Der Vorteil liegt darin, dass deren Einkommen hoch bleibt und sie sich damit Importgüter leisten können.
      Wenn Deutschland für die übrigen EU-Mitglieder ein so grosses Problem wäre, könnten sie ja austreten und einen eigenen Wirtschaftsblock gründen. Nur wer füllt dann die Infrastruktur-Fonds mit deren Hilfe sich Spanien beispielsweise ein längeres Autobahnnetz gebaut hat, als es das grössere Deutschland selbst hat? Die Mitgliedschaft in der EU ist ein Geben und Nehmen. Sie hat Vorteile für alle.

      Das denken nur eine Handvoll deutscher Talkshowökonomen – der Rest der Welt sieht das etwas anders.

      Der Exportüberschuss Deutschlands bedeutet nichts weiter als dass das Land im Saldo Güter und Dienstleistungen anderswo hin transferiert. Deutschland gibt also. Schmarotzer dagegen nehmen nur. Das ist ein gewaltiger Unterschied.
      Wenn das anderen Ländern nicht gefällt, ist das zunächst einmal deren Problem. Wer die hochwertigen Industrieprodukte aus Deutschland nicht haben will, soll sie einfach nicht kaufen. So einfach ist das.

      Hier mal ein Link zu meiner Lieblings-Karikatur aus dem Independent. Es gibt nämlich Regierungen, die lassen Merkel/Steinbrück richtig gut aussehen.

    93. Der Schachspieler schrieb am 9. Dezember 2008 at 23:13 - Permalink

      Also jetzt geht es mir echt zu weit.

      In was für einer Welt leben wir, das eine der spart als Schmarotzer gilt, wenn er keinen Kredit aufnimmt?
      Es ist nicht der sparer der “Schmarotzer”, es ist der Kreditgeber der “Schmarotzer”.
      Und das sollte mal richtig klargestellt werden.

      Einfach gesehen heisst das für mich :

      Alle nehmen wir Kredite und investieren, und wenn einer das nicht tut, sondern wirklich versucht zu sparen, dann stempeln wir ihn/sie zum “Schmarotzer” ab.

      Da läuft doch Grunsätzlich was falsch, was hat das ganze mit wirtschaften zu tun ?

      Wir zwingen ihn sogar zu Krediten damit er später mit den anfallenden Zinsen, in der gleichen Klemme steckt, wie wir.

      Also bitte hört auf über “wirtschaften” zu reden, das ganze hat doch nichts mehr mit wirtschaften zu tun.

      Das ich nicht lache, die Finanzkrise hat man gerade im September 2008 als den grössten Schock, seit dem September 2001, erlebt.
      Und gleich nach der ersten Fehlreaktion des 500 Milliarden Euros den Banken garantieren,kommt die zweite Fehlreaktion der “Konjukturprogramme auf Kredit”.

      Wie wäre es wenn man das drehen am “Steuer”Rad den Politikern überlässt, und von den Banken Zinssenkungen und Zinsfreiheit für die staatlichen Kredite verlangt?

      Allein schon die Zinsen für die Staatsschuld sind so gewaltig , das man mit denen Konjukturpakete ankurbeln könnte.

      Würden die Banken die Zinsen, die sie auf die Staatsschulden aufschlagen, den Menschen zur “Konjukturstärkung” erlassen, oder sogar komplett aussetzen.
      Dann würden sie wirklich das “Vertrauen der Bevölkerung”, das vertrauen dem die lieben Bänker so nachweinen, zurückgewinnen.

      Dann wäre eine Regierung in der Lage genug finanzielle Mittel, ohne Neuverschuldung, in vernünftige Programme zu stecken.

      Und die Menschen hätten die bösen Bänker wieder lieb…..

    94. Spiegelfechter schrieb am 9. Dezember 2008 at 23:14 - Permalink

      @firefly

      Der Exportüberschuss Deutschlands bedeutet nichts weiter als dass das Land im Saldo Güter und Dienstleistungen anderswo hin transferiert. Deutschland gibt also. Schmarotzer dagegen nehmen nur. Das ist ein gewaltiger Unterschied.

      Leider nicht – Deutschland verschenkt ja keine Güter, es verkauft sie. Und durch das Lohndumping produziert D Güter günstig, verkauft sie in Länder, die ordentliche Löhne zahlen und ist damit auch eine Gefahr für diese Märkte. Deutschland vernachlässigt, dass Handel ein Geben und Nehmen ist.

      Wenn das anderen Ländern nicht gefällt, ist das zunächst einmal deren Problem. Wer die hochwertigen Industrieprodukte aus Deutschland nicht haben will, soll sie einfach nicht kaufen. So einfach ist das.

      Klar doch *kopfschüttel*
      Wofür gibt es denn den Freihandel?

    95. name schrieb am 9. Dezember 2008 at 23:32 - Permalink

      @92

      Ja, du unfähigen Untermenschen im Süden, das wolltest Du doch direkt betonen, ohne natürlich den kapitalistischen Konkurrenzkampf in Europa erwähnen zu müssen, oder etwa nicht?

      Deine Sprache verrät mir direkt, wohin der kapitalische Konkurrenzkampf in Europa in der Überproduktionskrise führt und wer die Sündenböcke spielen darf.

      Ansonsten ist es kein Geheimnis, dass die deutschen Konzerne jahrelange in Europa direkt und unmittelbar die Infrastrukturmaßnahmen dominiert haben (welche deutschen Banken haben denn dort die Finanzierung gestellt und welchen Banken gehört eigentlich fast ganz Spanien? ) und es ist eine verdammte Lüge, so zu tun, also ob diese nicht profitiert hätten, profitiert gegen über allen anderen Nationen in Europa.

      Gleichberechtigung und solidarischer Ausgleich von den schwächeren Nationen in Europa fordern, nachdem sich die deutschen Konzerne ganz Osteuropa und den Nagel gerissen haben, und jetzt nach Süden direkt in der Krise expandieren wollen?

      Ich glaube, du hast gewaltige historische Wahrnehmungsschwierigkeiten, wer Profiteur war und ist und wer ein solidarisches Miteinander fordern kann.

      Jens, Kannst Du Dich noch daran erinnern, wo ich erwähnte, das es in der Wirtschaftkrise in den neuziger Jahren in Jugoslawien genau so losging “Schmarozer hier und da” und man betonte, das wäre im aufgeklärten Europa nicht möglich? Irre Irre..

    96. firefly schrieb am 10. Dezember 2008 at 00:34 - Permalink

      @95

      Dein Weltbild ist ja extrem differenziert. Da lass ich dich mal genauso allein wie alle anderen. Da kannste mit dir selbst diskutieren.

    97. firefly schrieb am 10. Dezember 2008 at 00:38 - Permalink

      @ Spiegelfechter

      Leider nicht – Deutschland verschenkt ja keine Güter, es verkauft sie. Und durch das Lohndumping produziert D Güter günstig, verkauft sie in Länder, die ordentliche Löhne zahlen und ist damit auch eine Gefahr für diese Märkte. Deutschland vernachlässigt, dass Handel ein Geben und Nehmen ist.

      Deutschland hat auch sehr viel nach Amerika und ins UK exportiert. Und dort gibt es bestimmt keine ordentlichen Löhne. Diese Länder können damit ja wohl nicht gemeint sein. Ich frage mich, welche es dann sind.

    98. name schrieb am 10. Dezember 2008 at 06:55 - Permalink

      @96

      Au ja, Firefly, die bösen bösen Amis, und das arme Deutschland. Das wird eine neue Dolchstosslegende, so wie es die neuen alten Faschisten auch diskutieren, was ?

      Du begreifst ja nicht einmal, was es bedeutet, das die deutschen Konzerne jahrelange Exportweltmeister waren, und lügst dir was vom verschenken in die Tasche. Die deutschen Konzerne haben noch nie, noch nie etwas verschenkt, an niemanden.

    99. Lemmy Caution schrieb am 10. Dezember 2008 at 10:00 - Permalink

      Zu lustig, wenn sich hier Deutsche über die heruntergewirtschafteten Wirtschaften des Südens mockieren:
      Spanien beispielsweise hat in den letzten Jahren ein rasantes Wirtschaftswachstum erlebt und hat BIP/Einwohner Deutschland fast erreicht.
      Die produzieren im Schnitt mehr als Neufünftland und sind dementsprechend auch reicher:
      Bip pro Kopf 2007 ->
      Deutschland: 34,400
      Spanien: 33.700$
      Im übrigen sind die spanischen Banken echt ziemlich erfolgreich und dank der dort bereits Ende der 80er besseren effektiven Regulierung kaum von der Kreditkrise betroffen. Die Banco Santander stellt im Westen Deutschlands heftig ein. Natürlich sind die in den östlichen Bundesländern weniger sichtbar, da es dort eben keine wirtschaftlich interessanten Kunden gibt.
      Zugegeben gabs dort auch das Platzen einer Immobilienblase aber insgesamt hat sich Spanien über die letzten 10 Jahre sehr gut entwickelt.
      http://www.indexmundi.com/g/r.aspx?c=sp&v=67&l=es
      Das gleiche gilt übrigens für unsere neuen EU Mitglieder in Mittelost-Europa.

      @SF: Deutschland besitzt bei handelbaren Gütern ein recht hohes Lohnniveau. Einschnitte hats vor allem in den nicht-handelbaren Dienstleistungen gegeben. Und bei Arbeiten, für die nur geringe Aus- und Weiterbildungsbemühungen nötig sind. Für die Annehmlichkeit hoher Löhne ist eigenes Bemühen wichtiger als die nationale Zugehörigkeit..

    100. PttP schrieb am 10. Dezember 2008 at 10:42 - Permalink

      Unseren Lemmy brauch man nur schreiben lassen. Der entlarvt sich getrost von selbst. So so, Spanien ist reicher (wer in Spanien??? Alle??? Allein das ist ihm an Diffferenzierung schon zuviel), produziert selbstverständlich auch mehr (zumindest angeblich mehr als die östlichen Bundesländer, was, wenn es denn wahr ist, bei einer faktisch deindustrialisierten Region eine supi Leistung darstellt) – und auch sonst ist Spanien seit mehreren Jahren Exportweltmeister.

      Dazwischen hat er eine Wahrheit eingestreut (eine beliebtes Mittel, wenn man ansonsten Desinformation betreiben will), nämlich die der Regulierung des dortigen Bankenwesen, was aber auch nichts neues ist (konnte man auch bei absoluten Mainstreamsendungen wie Frontal21 und dem Auslandsjournal sehen. als auch in divesen Wirtschaftsteilen bürgerlicher Zeitungen lesen). Die Welt vom Alleschecker Lemmy muß schon eine verrückte sein.

      @SF, sorry wegen der Polemik, aber es wird hier zunehmend schwerer erträglich schon früh am Morgen diesen Murks vom Lemmy zu lesen.

    101. Lemmy Caution schrieb am 10. Dezember 2008 at 11:05 - Permalink

      Harte Zahlen, die nicht in diese Melange aus schlechten Theorien und einem deutschen Überheblichkeitsgefühl passen, sind Murks.

      Das Bruttoinlandsprodukt (Abkürzung: BIP) gibt den Gesamtwert aller Güter (Waren und Dienstleistungen) an, die innerhalb eines Jahres innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen…

      (http://de.wikipedia.org/wiki/Bruttoinlandsprodukt)
      Der spanische Gini-Index ist mit 32 etwas ungünstiger als der deutsche (28) und deutlich günstiger als der russische (41.3)
      (https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/fields/2172.html)

      Zwischen der Regierungszeit von Aznar bis dieses Jahr unter Zapatero sind in der spanischen Wirtschaft tatsächlich eine Menge Arbeitsplätze geschaffen worden, es gab ein permanent hohes Wachstum, ein signifikanter Abbau der Staatsverschuldung, etc.
      Dieses Jahr sind die in eine schwere Krise, v.a. wegen dem aufgeblähten Bausektor. Insgesamt ist aber Spanien im Schnitt reicher als Ostdeutschland.
      Es kann und soll nicht jedes Land “Exportweltmeister” sein. Spanien besitzt halt andere Stärken als die Produktion von Maschinen und Autos.
      Z.B. Tourismus oder die sprachliche Nähe zur Wachstumsregion Lateinamerika.
      Mich interessiert Spanien nicht sonderlich als Land, kauf mir aber häufiger die Sonntagsausgabe von El País. Deshalb bin ich über einige Themen der Entwicklung der spanischen Wirtschaft ein wenig informiert.

    102. Sulukol schrieb am 10. Dezember 2008 at 11:08 - Permalink

      @ Neu hier und jamesf

      “Willst du mir damit sagen, dass jemand der Hart4 bezieht nie wieder damit rechnen darf wieder zu arbeiten, also das 3 bis 4 Millionen Menschen nie wieder arbeiten werden, weil ja deiner Meinung nach Hartz4 nicht ?per se vorübergehender? ist? Glaubst du das wirklich?”

      Es sind meines Wissens 7 Millionen Menschen, aber das nur am Rande. Natürlich ist dieser Zustand nicht PER Se ein vorübergehender. Einige schaffen es, andere nicht, viele erst nach vielen Jahren. Die Gewissheit, die ein Student hat, haben die meisten von der Hartz IV -Empfänger nicht.

      “Ok auf der einen Seite haben wir einen 20 jährigen Studenten ohne Kinder und Frau, auf der anderen Seite einen 45 jährigen Mann ohne Kinder und Frau der Sozialleistungen bezieht, erkläre mir nun warum es deiner Ansicht nach wichtiger ist das der 45 Jähriger genug Geld hat um sich ein ordentliches leben leisten zu können und der Student hungern muss weil im das Geld nicht reicht?. du sagst doch das es als junger Mensch nicht wichtig ist ?GENUG? Geld z.B. für GRUNDVERSORGUNG zu haben, die eigentlich jedem Menschen nicht nur den Sozialleistungsbeziehern zustehen sollte?”

      Das ist wirklich schwer zu vermitteln, wenn du 35 bist, hast du es hoffentlich begriffen. Ich versuche es: wenn man mit 20 oder 25 knapp bei Kasse ist, versteht es deine Umgebung, bis auf ein paar Snobs, in der Regel. Wenn du mit 45 nichts in der Tasche hast, bist du meist ein Ausgestoßener. Es ist traurig aber wahr.

      “Du vergisst dabei aber das man als Student zum Teil solche Jobs macht, die ein bestimmter Teil der Sozialleistungsbezieher katagorisch ablehnt, oder glaubst du das auch wirklich jeder Einzelne den Job annimmt welchen er vorgesetzt bekommt?”

      Also ich weiß jetzt nicht von welchen Job du redest, von Jobs, die ich gemacht habe, konnte nur ein Student leben, z.T. wurden auch nur Studenten eingestellt, weil man Sozialabgaben nicht zahlen musste.

      @ jamesf

      “wie gut ein system ohne anreize funktioniert kann man glänzend in Nordkorea sehen.”

      Also mehr danebenliegen geht gar nicht. Ich will nicht von Nordkorea sprechen, da kenne ich mich nicht aus. Aber in der Sowetunion war das Leben von Arbeit ohne rechtfertigenden Grund ein Straftatbestand. Mehr “Anreiz” geht nun wirklich nicht. Wir mit unseren Leistungskürzungen für paar Wochen sind doch Waisenknaben dagegen: nicht nur keine Sozialleistungen gab es für Arbeitsverweigerer sondern Gefängnis (ich bin mir ziemlich sicher, das gibt es auch in Nordkorea). Wohin das führt, darauf deutest du selbst hin.

      Anreiz ist die Möglichkeit durch Arbeit aufzusteigen, ein erfüllteres Leben führen, das gab es in Sowetunion kaum. Das Gegenteil von Anreiz ist die Drohung mit Existenzgefährdung, davon gab es und gibt es auch in kommunistischen Ländern genug.

      Was ihr nicht versteht. Auch wir sehen, dass es Menschen gibt, die nichts oder nur sehr wenig leisten wollen. Einige davon hatten das Glück etwas zu erben, andere lassen sich von Eltern oder Partnern aushalten und der Rest vom Staat. Diese letzten werden immer wieder instrumentaliesiert. Dabei läßt sich dieser Teil der Geselschaft gar nicht aktivieren, man kann da machen, was man will. Wir könnten die Sozialleistungen halbieren und noch mal halbieren, trotzdem werden genau diese Leute nichts machen. Selbst wenn man sie mit Gewalt zu Arbeit zwingt, werden die Kollegen diese Leute mitdurchbringen müssen. Anstatt das zu akzeptieren und sich Strategien zu überlegen, dass unsere Gesellschaft möglichst wenige von solchen Individuen produziert, werden alle Erwerbslose wegen dieser Gruppe in Mithaftung genommen und mitdrangsaliert.

      Um einen Dieb zu fangen, der auch gefangen, ein Dieb bleiben wird, werden alle als potentielle Diebe behandelt.

      Die mit denen die “Anreizpolitik”immer begründet wird, sind regelmäßig gegen alle “Anreize” immun, und die, die dagegen nicht immun sind, brauchen keine “Anreize”. So einfach ist das.

    103. PttP schrieb am 10. Dezember 2008 at 11:12 - Permalink

      Jetzt kommen noch die Statistiken von der CIA. lööööl

      Freundchen, Du hast bereits in dem anderen Thread, Gretchenfrage….SPD, (und was weiß ich wievielen vorher schon) einen Berg an Lügen, Halbwahrheiten, Verzerrungen, die in glatter Desinformation mündeten, aufgehäuft. Irgendwann ist auch mal genug.

    104. Lemmy Caution schrieb am 10. Dezember 2008 at 11:19 - Permalink

      Das World Fact Handbook der CIA gilt als zuverlässige Zusammenstellung von Daten.
      Die Eurostat Daten in Euro unterscheiden sich nicht wesentlich von denen des World Fact Book:
      http://epp.eurostat.ec.europa.eu/cache/ITY_OFFPUB/KS-CD-07-001-01/EN/KS-CD-07-001-01-EN.PDF (pdf link)
      (s. 7).
      BIP per Capita für 2006
      Deutschland: 28.200 ?
      Spanien: 26.000 ?

      Wenn du dieser Quelle auch mißtraust, nenn bitte eine eigene.

      peace
      Lemmy

      lööööl

      ist das Sächsisch oder Brandenburgisch für Laughing out Loud? (bin nur neugrierig)

    105. Spiegelfechter schrieb am 10. Dezember 2008 at 11:20 - Permalink

      @PttP

      Unseren Lemmy brauch man nur schreiben lassen. Der entlarvt sich getrost von selbst. So so, Spanien ist reicher

      Wo Lemmy recht hat, hat er aber recht. Zwischen Spanien, Italien und Deutschland gibt es nicht mehr die großen Unterschiede in der Lohn- und Einkommensstruktur. Der Süden hat aufgeholt, während Deutschland stagnierte – durchaus gewollt, um im Exportbereich konkurrenzfähig zu bleiben.

      Ich finde Lemmys Argumentation nur seltsam. Er vertritt mit Nachdruck die Position, dass Deutschlands Osten nur auf Kosten des westdeutschen Steuerzahlers “saniert” wird und den Westen herunterzieht, während er den Wachstum in Südeuropa als Win-Win-Situation verkauft.

      p.s.: Gegen das World-Factbook des CIA ist idT nichts einzuwenden ;-)

    106. misterL schrieb am 10. Dezember 2008 at 11:37 - Permalink

      @SF #105

      Nur zur genauen Einschätzung der Aussage ohne in den Bericht selber geguckt zu haben. Sagt die ProKopfStatistik wirklich etwas über die reale Verteilung des BIPs aus oder ist das der übliche Statistikquark, wo man einfach eine hübsche Summe durch die Anzahl Einwohner/Haushalte/Erwerbstätige dividiert ohne sich um die reale Verteilung zu kümmern?

      Wenn ich so meine realen Italienbilder im Kopf habe, dann habe ich Zweifel an der realen Verteilung des italienischen BIPs.

    107. PttP schrieb am 10. Dezember 2008 at 11:38 - Permalink

      @104

      Wer sagt das, Du Lemmy? Du lügst ja schon was die Verbreitung von privaten venezolanischen TV-Sendern in Venezuela betrifft.

      @SF

      In diesen Kontext, in den Du das jetzt gestellt hast und die Schlußfolgerung die Du daraus gezogen hast, ist es zutreffend. Nur so war das von Lemmy überhaupt nicht gemeint. Und da weißt Du auch.

      Das aufgrund des Lohndumpings in der Bundesrepublik Südeuropa, was den “Reichtum” betrifft aufholt, demnach ja richtig, wobei es nix darüber aussagt wie gesellschaftlicher Reichtum verteilt ist – der einzige Maßstab der wirklich Aussagekraft besitzt.

    108. Lemmy Caution schrieb am 10. Dezember 2008 at 11:42 - Permalink

      Die spanische Gesellschaft bekennt sich in der Mehrheit zu der westlichen Wertegemeinschaft aus Sozialer Marktwirtschaft, Demokratie und ethischen Prinzipien, die irgendwie im Christentum wurzeln.
      Bzgl. Ostdeutschland bin ich mir da vorsichtig gesprochen nicht so sicher…
      In Spanien würd eine Partei wie die LINKE NIEMALS 20% bis 30% bei Wahlen erhalten.
      Ich bin – auch wg. der Beschäftigung mit NAFTA, Mercosur und (lach) Andenpakt, wo das nicht so ist- sehr für den europäischen Ausgleich zwischen ärmeren und reicheren Regionen.
      Ostdeutschland hat aber wesentlich höhere Subventionen erhalten, ist im Vergleich zu anderen EU-Regionen ein unterperformer… und will UNS dann noch erklären wie Wirtschaft funktioniert. Da braucht man sich nach 18 Jahren über eine gewisse Kritik nicht wundern…

    109. Lemmy Caution schrieb am 10. Dezember 2008 at 11:43 - Permalink

      Pro Kopf in Verbindung mit Gini sagt etwas über die Verteilung aus. Ja.

    110. PttP schrieb am 10. Dezember 2008 at 11:45 - Permalink

      @104

      Egal was von der CIA kommt dem mißtraue ich erstmal respektive wenn andere Statistiken vorhanden sind gucke ich mir die erstmal an, aber vor allen Dingen glaube Dir und Deinen Interpretationen nix und zwar ganz egal welche Statistik Du gerade benutzt, um Deine “Argumente” und meist verqueren, inkonsistenten Thesen (eigentlich sind es fast immer nur Behauptungen und Unterstellungen) zu immunisieren.

    111. PttP schrieb am 10. Dezember 2008 at 11:51 - Permalink

      @108

      “Die spanische Gesellschaft bekennt sich in der Mehrheit zu der westlichen Wertegemeinschaft aus Sozialer Marktwirtschaft, Demokratie und ethischen Prinzipien, die irgendwie im Christentum wurzeln.”

      Du bist übrigens auch ein ganz Großer, was das einwerfen in Threads von vermeintlich selbsterklärenden Begriffen betrifft. Hehe.

    112. Lemmy Caution schrieb am 10. Dezember 2008 at 11:52 - Permalink

      Italien ist übrigens in den letzten 10 Jahren bestimmt kein Aufholer.
      … aber dort werden ja auch gerne seltsame populistischen Politiker gewählt …

    113. name schrieb am 10. Dezember 2008 at 12:10 - Permalink

      Tja Lemmy, zu Deinem christlichen Spanien hast du vergessen, dass Spanien nie eine Entnazifizierung erlebte und der gute alte Franco samt dessen faschistischen Hinterlassenschaften im Militär und der Spanien Polizei leben, als ob die Dikatur nie zu enden gegangen wäre.

      Das ist dort so ähnlich postfaschistisch wie mit Mussolini in Italien.

      Deine Bemerkung ” es wird in Spanien nie eine Linke geben” ist mehr als zynisch, wenn man weiss, wie die spanischen Faschisten die Linke in Spanien ausgerottet haben, und man selbst heute über diese Verbrechen, die durch die spanischen Familien direkt geht, kein Wort verliert.

      Spanien ist eines: “christlich” im Sinne von unterwürfig und obrigkeitstreu, und postfaschistisch. Diese Mischung hat schon seit Jahrzehnten den Nährboden der bürglichen Eliten und deren Hang zum Faschismus weltweit gebildet. Das du diese Mischung großartig findest, wundert mich natürlich nicht.

      Italien, ist gelinde gesagt ,der Aufholer überhaupt: kein europäischer Staat oder Konzern kann solche Gewinnspannen und Umsätze ausweisen wie das italienische mafiöse Kapital mit dessen Sonderangeboten aus dem Strafgesetzbuch.

    114. firefly schrieb am 10. Dezember 2008 at 12:11 - Permalink

      @98 name

      Du begreifst ja nicht einmal, was es bedeutet, das die deutschen Konzerne jahrelange Exportweltmeister waren, und lügst dir was vom verschenken in die Tasche. Die deutschen Konzerne haben noch nie, noch nie etwas verschenkt, an niemanden.

      Ich weiss sehr wohl, was es bedeutet, im Saldo zu exportieren. Es ist, auch wenn du es nicht wahr haben willst, legitim. Schliesslich hat niemand etwas zu verschenken.
      Und vom Verschenken war auch nie die Rede. Lies erst mal, bevor du hier weiter solchen Schwachsinn schreibst.

    115. Neu hier schrieb am 10. Dezember 2008 at 12:15 - Permalink

      @Sulukol #102

      “Das ist wirklich schwer zu vermitteln, wenn du 35 bist, hast du es hoffentlich begriffen. Ich versuche es: wenn man mit 20 oder 25 knapp bei Kasse ist, versteht es deine Umgebung, bis auf ein paar Snobs, in der Regel. Wenn du mit 45 nichts in der Tasche hast, bist du meist ein Ausgestoßener. Es ist traurig aber wahr.”

      Das ist doch nicht dein ernst, also soll der junge Mensch auf die Grundversorgung verzichten also auf das EXISTENZMINIMUM, damit z.B. ein 45 Jähriger weit aus mehr als die Grundversorgung bekommt, nur damit er sich nicht wie ein Ausgestoßener füllt….. das verstehst du also als sozial….

      Das klingt ziehmlich nach:
      Ich bin älter und schon viel länger Arbeitslos als dieser 25 jährige, deshlab hab ich gefälligst mehr zu bekommen als er…….

    116. PttP schrieb am 10. Dezember 2008 at 12:26 - Permalink

      @113

      So sieht es aus.

      Eine kleine Ergänzung: er hat auch “vergessen” zu erwähnen, daß die SPD, u.a. über die Friedrich-Ebert Stiftung, den sozialdemokratischen Parteien und später sozialdemokratisch geführten Regierungen Spaniens und Portugals investiert hat (mit massiven finanziellen Aufwendungen und logistischer Hilfe), so muß man es wohl sagen, um die radikale und revolutionäre Linke von Anfang an zu neutralisieren.
      So was wirkt natürlich fort.

      Aber solche historischen Sachverhalte könnten die Mitlesenden nur verwirren, vielleicht sind unserem Lemmy diese aber ja auch einfach nur nicht bekannt.

    117. Christian schrieb am 10. Dezember 2008 at 12:32 - Permalink

      @Neu hier:
      Ist dir dein ständiges Gejammer “Wir armen Studenten werden vom Staat nicht unterstützt” nicht selber ein bisschen peinlich? Was willst du denn? Dass man dir monatlich noch Geld dafür zahlt, dass du studierst und damit bald zu den Besserverdiener dieses Staates gehörst?
      Anderen Studenten würde es schon reichen, wenn sie keine Studiengebühren zahlen müssten, aber du willst scheinbar eine Versorgung nach SGB-II.

      Ist das nicht ein bisschen schizophren hier staatliche Leistungen zu fordern und die, die sie bekommen als Schmarotzer hinzustellen?

    118. Jens schrieb am 10. Dezember 2008 at 12:40 - Permalink

      Bild 1 “MerkelICH” und Bild 2 “Krisen kommen und gehen…” sagen mir: Ist das unser echter Engel(a), der uns helfen wird? Glaubt ihr, das wäre unser Schutzengel? Ich persönlich – nein!!!

    119. PttP schrieb am 10. Dezember 2008 at 12:43 - Permalink

      @117

      Relax. ;)

      Ist doch nur die übliche teile und herrsche-Aufhetzerei, vielleicht meint der Studi es nicht mal böse. Es führt aber natürlich dazu, daß benachteiligte Menschen unnterschiedlicher und vielleicht verschiedenartiger sozio-ökonomischer Klassen und sozialer Milieus sich nicht solidarisieren. Das ist auch der Grund warum bei fast allen Protestaktionen und Streiks, mit wenigen Ausnahmen, nebeneinander anstatt miteinander agiert wird.

      Da sind die Menschen z.B. in Italien und Frankreich ganz anders drauf.

    120. PttP schrieb am 10. Dezember 2008 at 12:52 - Permalink

      Korrektur: es ist einer der Gründe, nicht der einzige Grund. Gründe für mangelnde Solidariität und mangelnde Zusammenarbeit und -halt zwischen betroffenen gesellschaftlichen Gruppen, bei politischen Widerstandsaktionen, gibt es natürlich so einige. Aber die fatale Rhetorik vom Studenten hier ist einer davon

    121. Lemmy Caution schrieb am 10. Dezember 2008 at 12:59 - Permalink

      Tja Lemmy, zu Deinem christlichen Spanien hast du vergessen, dass Spanien nie eine Entnazifizierung erlebte und der gute alte Franco samt dessen faschistischen Hinterlassenschaften im Militär und der Spanien Polizei leben, als ob die Dikatur nie zu enden gegangen wäre.

      Hat denn in der DDR eine Entnazifizierung stattgefunden? Völkisches Gedankengut ist dort ja deutlich virulenter als im Westen. Und eine Ent-Kommunistisierung hat Kohl leider 1990 auch versäumt…
      Bezüglich der Franco Diktatur hat in den letzten Jahren schon so was wie eine Aufarbeitung stattgefunden.

      Eine kleine Ergänzung: er hat auch ?vergessen? zu erwähnen, daß die SPD, u.a. über die Friedrich-Ebert Stiftung, den sozialdemokratischen Parteien und später sozialdemokratisch geführten Regierungen Spaniens und Portugals investiert hat (mit massiven finanziellen Aufwendungen und logistischer Hilfe), so muß man es wohl sagen, um die radikale und revolutionäre Linke von Anfang an zu neutralisieren.
      So was wirkt natürlich fort.

      … und scheint den Wohlstand und das kulturelle Niveau der Gesellschaft zu unterstützen….

      ?christlich? im Sinne von unterwürfig und obrigkeitstreu, und postfaschistisch.

      Christlich bedeutet heute sicherlich nicht unterwürfig und obrigkeitstreu. Bin zwar Agnostiker, sympathisiere aber mit dem christlichen Glauben. In westdeutschen Mittelstandsorten sind die Kirchen voll.
      Denk mal daran, dass sich der Widerstand gegen das DDR-Regime rund um die Kirchen bildete.
      Die Kirche war btw. auch unter der Pin8 Diktatur eine Institution, die Menschenrechte einforderte und Inhaftierte freibekam und schützte. Der Pabst Johnannes Paul II. hat bei seinem Besuch effektiv auf Pin8 eingewirkt, das Diktatur-beende Referendum fair zu gestalten. Diese einseitige und extrem hochmütige kirchenfeindliche Haltung ist noch so etwas, das ich nicht nachvollziehen kann.

    122. Neu hier schrieb am 10. Dezember 2008 at 13:01 - Permalink

      @Christian

      “Ist dir dein ständiges Gejammer ?Wir armen Studenten werden vom Staat nicht unterstützt? nicht selber ein bisschen peinlich?”

      Warum sollte es, ist es etwa den unzähligen Hartz4 Leistungsbezieher peinlich nach mehr zu fordern, obwohl die eine wesentlich bessere Versorgung bekommen als ich?

      “Dass man dir monatlich noch Geld dafür zahlt, dass du studierst und damit bald zu den Besserverdiener dieses Staates gehörst?”

      Sehe es als eine Investition für die Zukunft, da ich ja laut deiner Aussage später zu den Besserverdiner gehören werde, zahle ich ja automatisch auch viel mehr Steuern, also zahle ich in ein Sozialsystem viel Geld, welches mich, als ich es gebraucht habe, einfach Übergangen hat! Ist das fair?

      “Anderen Studenten würde es schon reichen, wenn sie keine Studiengebühren zahlen müssten, aber du willst scheinbar eine Versorgung nach SGB-II.”

      Ich mache das was der Staat fordert, ich studiere, ein Tüfftele-Studiengang und kein Gesundheitsmanagement oder ähnlichen quatsch, warum steht mir in dieser Zeit nicht mal annäherungsweise eine Versorgung zu wie sie ein Hartz4 Empfänger zusteht, welcher im Grunde nix für den Staat macht.
      Natürlich ist nicht jeder Hartz4 Empfänger ein Schmarotzer, dass habe ich nie behauptet, aber es ist einfach tatsache, dass es auch Schmarotzer gibt, und dieser bekommen Förderungen, aber einer der das macht was der Staat will, wir im Stich gelassen….

      “Ist das nicht ein bisschen schizophren hier staatliche Leistungen zu fordern und die, die sie bekommen als Schmarotzer hinzustellen?”

      Lese dir mein Beiträge nochmal genau durch, ich hab nur gesagt, das die eigentlich wirklich Bedürftigen im moment nicht die Hartz4 Bezieher sind.

    123. name schrieb am 10. Dezember 2008 at 13:07 - Permalink

      Zu der Sache mit den Studenten hier, den Arbeitslosen, Rentner (auch alles sehr verschieden) und H4 da, eines:

      Wichtig ist, dass man anerkennt, wie die institutionell festgelegten Gewaltmechanismen aller dort Betroffenen tatsächlich aussehen, diese anerkennt und auch benennt, und sich nicht gegeneinander aufhetzen lässt. Diese Differenzierungen untereinander sind politisch gewollt und werden auch so direkt ausgenutzt.

      Ich kenne Fälle, wo Studenten in Deutschland (neben den Studiengebühren) tatsächlich gezwungen sind ca. 25 Prozent (!!) Ihres verfügbaren Einkommens (zuzüglich der Miete ) monatlich seit Jahren (!) nur dafür zu zahlen, dass sie in Deutschland krankenversichert sind, und es politisch keinen Weg für diese gibt, diesen Kosten auszuweichen. Diese haben vom verfügbaren Einkommen im Vergleich zu anderen sozial Benachteiligten tatsächlich viel weniger zur Verfügung. Ansprüche bestehen für diese nach dem SGB nämlich wirklich nicht.

      Die Erwartungshaltung mit der Investition in die Zukunft ist dagegen so eine Sache, die als eigene und fremde Rechtfertigung wenig taugt. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte.

    124. PttP schrieb am 10. Dezember 2008 at 13:11 - Permalink

      @121

      “und scheint den Wohlstand und das kulturelle Niveau der Gesellschaft zu unterstützen?.”

      Ist das schwach.

      Es war aber z.B. auch illegal (diverse Parteifinanzierungs- und Spendengesetze wurden gebrochen, in Deutschland als auch in Spanien) und stellte einen Eingriff in das politische Machtgefüge eines anderen Staates dar. Aber für unseren Lemmy heiligt der Zweck immer die Mittel Hauptsache die “rote Flut” wird eingedämmt.

      Aber eine Sache ist klar: Dir waren entweder diese historischen Fakten nicht bekannt oder Du hast sie vorsätzlich verschwiegen bei Deiner Behauptung wurem es keine starke Linke in Spanien gibt und es sie nie geben wird – und das ist hochgradig trollig.

    125. misterL schrieb am 10. Dezember 2008 at 13:13 - Permalink

      Ich frage mich #122 im Kopf, wie man einen Artikel weiter mental ein BGE realisieren will, wenn die Transferleistungsbezieher sich untereinander den Transfer nicht gönnen?

    126. Lemmy Caution schrieb am 10. Dezember 2008 at 13:24 - Permalink

      Du hast sie vorsätzlich verschwiegen bei Deiner Behauptung wurem es keine starke Linke in Spanien gibt und es sie nie geben wird – und das ist hochgradig trollig.

      Meine Aussage bezog sich auf eine der LINKE ähnlichenn Partei. Natürlich gibts in Spanien eine starke Linke. Der spanische Ministerpräsident Zapatero kommt aus der Partido Socialista Obrero Español. Eine Partei, die ich wohl wählen würde, wäre ich Spanier.

    127. Degnaphta schrieb am 10. Dezember 2008 at 13:30 - Permalink

      @ Neu hier
      das bedarf wohl einer genaueren Betrachtung. Offensichtlich drischt du ohne jedes Bewußtsein auf dir unbekannte Schicksale ein, was die allgemeinen Mißstände leider eher vorantreibt anstatt sie zu lindern.

      @Degnaphta #88
      du verstehst mich falsch, ich bin der Ansicht, das man zuerst den Bedürftigeren helfen sollte und dann den Hartz4 Beziehern.

      Wer ist mehr oder weniger bedürftig? Ist ein Blinder schlimmer dran als ein Lahmer? Oder ein Tauber? Das dürften nicht einmal die drei Genannten letztendlich klären können.
      Krankheitsbedingt würde ich mich zu den von dir gewähnten Bedürftigeren zählen. Vor meiner persönlichen medizinischen Eskalation habe ich allerdings als ‘alter Sack’ mit Kindern und Haus an den Hacken in Arbeitsplatzkonkurrenz zu Junggesellen gestanden. Wer kann mit dem niedrigeren Lohn besser zurechtkommen?
      War das Leben als vom Erwerbsleben ausgeschlossener bereits schwer zu ertragen, ist es mit der Zusatzlast als Sündenbock und Hauklotz für den Frust der Anderen völlig aus dem Lot geraten. Ein Blick in die Medien weist dich dann als Schmarotzer und eigentlichen Grund für die Misere Aller aus. Glaubst du, daß das schön oder auch nur gerechtfertigt ist? Stell dir mal vor, es würde zu einer derartigen Hatz auf Studenten geblasen? Die seien minderwertig und an Allem schud? Denen müsse man mal ordentlich auf die Füße steigen, damit es im Lande wieder bergauf ginge. Das ist doch erkennbar so hanebüchen wie oberübel für die Verunglimpften.

      und bitte komme mir nicht mit, dass? ?Hatz4-Abiturienten ihr angestrebtes Studium gar nicht antreten konnten?.?
      mir hat der Staat auch nicht geholfen und hilft mir noch immer nicht ich bin im 3 Semester?. und ich gehöre noch zu den
      Studenten die Studiengebühren bezahlen? weil unser Herr Oettinger das Maul nicht aufmachen kann, da war der Teufel 1000 mal besser obwohl dieser ?politisch stumm? war, wo ist da bitte die Gleichberechtigung wenn ich Studiengebühren zahlen muss und jemand in Kiel zum Beispiel nicht, wo ist den da der Bund, aber einen Soli muss man hier abdrücken

      Wenn du keinerlei Hilfen für dein Studium erhalten hast, scheinst du ja auch einer Paria-Kaste zu entstammen. Wäre dann nicht Solidarität unter den Entrechteten der fruchtbarere Ansatz?
      Die Bundesland bezogenen Unterschiede sollen ja eigentlich das dummerweise sehr gehypte Konkurrenzprinzip ins Spiel bringen. Da sich hieran der geballte Blödsinn ewiger Konkurrenz entlarvt, kann man dich als weiteren Zeugen aufrufen. Selbstverständlich ist es gequirlter Hühnermist, wenn so eklatante Gefälle innerhalb des Landes zum Zankapfel werden. Das hätte man niemals so angehen dürfen.
      Doch ist es kein zwingender grund, daß du h4-basher sein müßtest. Da vermengst du zwei Problemstellungen.

      Und nun Herr Degnaphta erkläre mir mal bitte warum ich die Zähne noch mehr zusammen beissen muss, damit es einem dem es schon eh besser geht als mir, noch besser geht??

      Schon wieder vermengst du Unzusammengehörendes. Das ist äußerst kontraproduktiv. Erstens ziehe ich in Zweifel, daß es mir wirklich besser geht als dir. Ich verbringe ca 16 – 20 Std/Tag damit, über meine Nutzlosigkeit zu reflektieren. Wollen wir tauschen? Arbeit kommt niemals wieder in Frage. Körperliche Aktivitäten schränken sich sukkzessive ein. Sitzen oder Liegen, vielleicht mal ein paar Schritte tippeln. So lauten die Alternativen. Dazu geibt’s TV, aber nur Nachts. Tagsüber wird die Datenautobahn unsicher gemacht. Kein Alk, keine Drogen, zu häufig zu wenig zu essen. Das die nächsten 3 bis 30 Jahre (grob geschätzt). Na? Bock drauf?

      Und zum PC: Ich habe einen AMD Sempron 2800 200gb und eine geforce 6600gt Grafikkarte dazu noch einen 17 Zoll Röhrenbildschirm?. Armutszeugnis??

      Das wäre mit Abstand der rasanteste PC hier im Haus. also falls du den nicht brauchst, dann rüber damit. mein Söhnchen und auch ich würden uns echt freuen.
      Ich daddel hier gerade an nem p3-866, 500MB ram, 30GB hd, 17″-Röhre
      Sonst sitze ich auch manchmal an einen Schlepptop mit Celeron500 und 192MB ram, welches dann als Terminal für einen p3-866-shuttel von hp dient. Leider ist beim shuttel die hd im Eimer, weshalb ich am Schlepptop wenn überhaupt nur noch lesen kann. Der screen hat Augen zerstörende Leuchtkraftverluste.
      Also in ein Jammerlied-battle über muchelnde hardware solltes du mit mir nicht geraten ;-)

      Ganz ehrlich wenn es Konsumgutscheine geben wird und diese nur an Sozialleistungsbezieher ausgegzeben werde, kann ich garantieren das ich micch nach meinem Studium so sozial verhalten werde wie es der Staat zu mir war, und sofort ins Ausland gehen, ich Spreche 3 Sprachen fließend?deutsch, russisch, und englisch.. da wird sich schon was finden, und wie ich, denken nicht nur ein, zwei oder drei Studenten wenn der Staat sich weiterhin so sturr stellt und den Studenten nicht das gibt was ihnen zusteht wird es früher oder später einen gewaltigen brain drift geben, und das Deutschlands Zukunft in der Entwicklung und nicht in der Fertigung liegt muss man woll keiner mehr erklären?.

      Keine Frage, wie mit dem Nachwuchs verfahren wird, ist äußerst beklagenswert.
      Allerdings stelle ich mir doch die Frage, wie denn ein wirksamer Anreiz für ein dreisprachiges Supertalent wie dich wohl aussehen müßte.
      Jedoch sind alle deine berechtigten Maulereien über den Umgang mit Studenten kein Grund, andere in der Tinte Sitzende jetzt mit Ungemach zu überziehen, oder sie gar aus der menschlichen Gemeinschaft auszuschließen. Hier solltest du versuchen, eine differenziertere Betrachtungsweise an den Tag zu legen.

      Sag mir mal einer warum einem Studenten nicht so viel Förderung wie einem ALG2 Bezieher zusteht?.

      Daß ich dem Studenten ebenso viel Förderung zukommen ließe, hätte ich darüber zu entscheiden, habe ich hoffentlich genügend klar ausgedrückt.
      Daß aber an einem hartzianer auch Kinder hängen, sollte dir bewußt sein. Auch diese könnten mal zu förderungswürdigen Studenten heranwachsen. Du fürchtest sicherlich nicht diese Konkurrenz, weshalb dir schlichtweg als Mensch daran gelegen sein sollte, daß die Kinder nicht unter der Situation ihrer Eltern leiden. Unter Eltern leiden Kinder leider allzuhäufig. Dieses für eine Gesellschaft schändliche Phänomen auch noch zu befeuern, wie es mit der Agenda2010 geschah, ist das eigentliche Armutszeugnis.
      Selbst wenn man regelmäßige Stockhiebe an h4ler austeilte, würde da keine Arbeitsplätze schaffen und auch dein Los nicht ernsthaft erleichtern.

      @ Konjunktur
      Gestern Nacht lief im Bayerischen TV eine Reportage über die landesbank und ihren Niedergang. Von den “Wir sind nicht betroffen..”-Erklärungen aus 2007 bis zu den 30Milliarden, die inzwischen als Kredite respektive Bürgschaften aufgelaufen sind.
      Allein die Höhe der Zahlen einer Landesbank erreichen jetzt das Ausmaß, welches für einen bundesweiten Gutscheinregen veranschlagt wird. Bedürfen noch weitere LBs ähnliche Hilfestellung, wird der ‘Rettungsschirm’ eine schwere Belastungsprobe erfahren. In der Umgebung machte eine Konjunkturspritze per Gutschein keine weitere Schieflage, und immerhin wäre es ein Signal der Großen an die Kleinen “Wir haben euch doch noch ein bischen lieb”
      Wenn man jedoch die Vermögenszuwächse nur der letzten Jahre betrachtet, wird schon allerhand Spritzwerk nötig, damit die dafür nötige 25%ige Verzinsung auch erziehlt werden kann. Ackermann hat ja unmißverständlich klargemacht, daß es darunter nicht ginge. Warum nur? Erdnußproblematik?
      Also, wieviel Konjunkturgutschein wäre vonnöten, um die Säckel der Sith-Lords zinsrechnerisch korrekt zu füllen?

    128. name schrieb am 10. Dezember 2008 at 13:36 - Permalink

      Du lügst schon wieder Lemmy:

      in Spanien gibt es keine Aufarbeitung! Die wurde ganz offiziell abgesagt, und das weiß jeder, der sich mit Spanien ein wenig auskennt. Die Betroffenen dort erhalten nichts, gar nichts und es gibt keine staatliche Ermittelung, keine Aufnahme der Opfer oder anderes.

      Die DDR war so sozialistisch, dass sie die Kirchen überhaupt nicht angefasst oder enteignet hat und es sind die Kirchen in Ostdeutschland, die der größte Eigentümer an Immobilien sind. Den Kirchenoberen ging es wie in Deutschland, Spanien, in Polen, in Griechenland oder Italien immer nur ums Eigentum an Grundstücken. In Polen, in Ostpreussen, dass müsstest du eigentlich wissen, hat die katholische Kirche die gesamten evangelischen Kirchen und deren Eigentum übernommen und sind damit die stärkste ökonomische und politische Macht dort.

      Du willst Agnostiker sein Lemmy? Au weia…

      Darauf ein “Dead Yuppies” von Leuten, die diese Bezeichnung wenigstens im Gegensatz zu Dir verdient haben.

    129. Degnaphta schrieb am 10. Dezember 2008 at 13:51 - Permalink

      Letztens gab es im TV ne Reportage über Spanien, in der die Umweltsituation anhand einiger Beispiele dargelegt wurde. Potzdonner, was für ein Elend.
      Die Spanier richten ihre iberische Halbinsel scheinbar systematisch zugrunde.
      Die positiven Wirtschaftsdaten werden an Spaniens ‘Rand’ generiert, wobei keinerlei Rücksicht auf Umweltbelange oder auch Zersiedelungsproblematiken genommen wird. Die hieraus resultierenden sozialen Probleme machen den Berg der Herausforderungen noch größer.
      Scheinbar wurde der aus den 70ern stammende Report des Club of Rome über die Endlichkeit von Mutter Erde niemals ins Spanische übersetzt. Das Umweltbewußtsein dort scheint praktisch nicht vorhanden.

    130. jamesf schrieb am 10. Dezember 2008 at 14:06 - Permalink

      @ slukol #102
      “Ich versuche es: wenn man mit 20 oder 25 knapp bei Kasse ist, versteht es deine Umgebung, bis auf ein paar Snobs, in der Regel. Wenn du mit 45 nichts in der Tasche hast, bist du meist ein Ausgestoßener. Es ist traurig aber wahr.”
      Das ergibt nur wenig sinn. Wenn ich dich richtig verstanden habe, dann geht es dir ja darum, dass die arbeitslosen sich von ihrem “freundeskreis” ggf. ausgestoßen fühlen. Aber selbst wenn die personen genau so viel, wie die arbeitenden freunde bekommen würde, wären sie außen vor. A:”Wie war es auf der arbeit bei dir heute?” B: “Ähh” Und dann käme der neid noch dazu, dass jemand bis 12 schlafen kann, während andere mal 24 stunden dienst haben und gleiches geld verdienen. Man sollte den leuten schon lieber ne arbeit geben, die sie erfüllt und nicht nur geld.

      “Aber in der Sowetunion war das Leben von Arbeit ohne rechtfertigenden Grund ein Straftatbestand. Mehr ?Anreiz? geht nun wirklich nicht. Wir mit unseren Leistungskürzungen für paar Wochen sind doch Waisenknaben dagegen”
      Völlig richtig. Ich meinte auch den anreiz mehr zu schaffen. Produktiv zu sein und sich mühe zu geben. In der UdSSR, wo man nach der schule bis zur rente in der gleichen fabrik gearbeitet hat, haben die meisten sich einfach mit ihrem schicksal abgefunden. Der aufstieg chinas zeigt schon ziemlich deutlich, welche kräfte eigeninitiative freisetzen kann.

      daher hast du natürlich recht mit “Anreiz ist die Möglichkeit durch Arbeit aufzusteigen, ein erfüllteres Leben führen, das gab es in Sowetunion kaum. Das Gegenteil von Anreiz ist die Drohung mit Existenzgefährdung, davon gab es und gibt es auch in kommunistischen Ländern genug.”
      Nur finde ich die drohungen nicht effektiver als freiheit. Siehe China (als bsp. für freiheit)

    131. Degnaphta schrieb am 10. Dezember 2008 at 15:21 - Permalink

      Das ergibt nur wenig sinn. Wenn ich dich richtig verstanden habe, dann geht es dir ja darum, dass die arbeitslosen sich von ihrem ?freundeskreis? ggf. ausgestoßen fühlen. Aber selbst wenn die personen genau so viel, wie die arbeitenden freunde bekommen würde, wären sie außen vor. A:?Wie war es auf der arbeit bei dir heute?? B: ?Ähh? Und dann käme der neid noch dazu, dass jemand bis 12 schlafen kann, während andere mal 24 stunden dienst haben und gleiches geld verdienen. Man sollte den leuten schon lieber ne arbeit geben, die sie erfüllt und nicht nur geld.

      Tolles Klischeedenken, das hier zum Tragen kommt. Wenn du den Freunden nicht zutraust, daß sie mit dieser Situation umgehen können, dürfte eine Freundschaft zwischen Bäckern, Heizungsinstallateuren, Verwaltungsbeamten und Ingenieuren auch nicht möglich sein. Der Bäcker neidet den Anderen das Ausschlafen. Die Anderen des Bäckers frühen Feierabend. Sieht hoffnungslos aus für das Gut Freundschaft in diesen Zeiten.
      Warum schläft der hartzianer nur immer solange? Möglicherweise aus Frust und/oder Nutzlosikeit? Mich entläßt der hin- und herlaufende Tiger in meinem Gedankenkäfig immer erst weit nach Mitternacht in eine erschöpfungsbedingte Besinnungslosigkeit, die man oberflächlich auch als Schlaf bezeichnen könnte. Das nennt sich Durchdrehen oder bescheuert Werden im Volksmund. Weißkittel hingegen sprechen von ‘psychischen Schwieirgkeiten’. Demagogen und Volksverhetzer in den Medien verschweigen den Teil der Tortur lieber ganz.
      Es geht bei der Betrachtung der 20:80-Gesellschaft doch gar nicht darum, daß Leistung nicht mehr belohnt werden soll. Es geht dabei darum, ob bis dahin noch an die Demokratie als Staatsform geglaubt werden kann, oder ob man lieber auf eine faschistoide Struktur umwechseln sollte. Wird demokratisches Gemeinschaftsleben noch für erstrebenswert gehalten werden, dann sind die 80% an Überflüssigen ja wohl klar in der Mehrheit. Die könnten dann sogar sagen “Also die Leistungsbelohnung einer Minderheit der Bevölkerung empfinde ich schwer als Würdeverletzung. Wird diese Minderheit bereits mit der Ausführung einer sinnvollen Aufgabe belohnt, wollen diese Leute auch noch eklatant mehr haben als wir Alle. Eine Unverschämtheit geradezu und ein Schlag in’s Gesicht eines jeden anständigen Demokraten.
      Sollte nicht das knappe Gut Arbeit nach den natürlichen Wirkungsprinzipien von Angebot und Nachfrage Demjenigen zuteil werden, der auch bereit ist, einen hohen persönlichen Einsatz dafür zu leisten? Sollte nicht für die Aussicht, den Tag sinnvoll verbringen zu dürfen, ein kleines persönliches Opfer gerechtfertigt sein? Unser BGE ist ja gut bemessen. Anstatt Kinobesuche zu machen, ein Hobby zu pflegen oder seine Enkel fett zu füttern kann man doch auch etwas in die Gemeinschaftskasse einzahlen, um am Produktionsprozess beteiligt zu sein. Das hört sich doch modern und gerecht an.
      Also Hand hoch, wer dafür ist! ”
      Sieht so die morgige Demokratie aus? Oder wäre eine faschistoid gelenkte Scheindemokratie nicht die berechenbarere Größe?

    132. Neu hier schrieb am 10. Dezember 2008 at 16:02 - Permalink

      @Degnaphta #126

      ”
      das bedarf wohl einer genaueren Betrachtung. Offensichtlich drischt du ohne jedes Bewußtsein auf dir unbekannte Schicksale ein, was die allgemeinen Mißstände leider eher vorantreibt anstatt sie zu lindern.”

      Natürlich gibt es traurige Schicksale, aber bestimmt keine 6-7 Millionen

      “Stell dir mal vor, es würde zu einer derartigen Hatz auf Studenten geblasen? ”

      Warum sollte es, ein Student tut das was der Staat verlangt und bringt mehr Geld ins Steuersystem als er kostet!Tatsache.

      “Schon wieder vermengst du Unzusammengehörendes. Das ist äußerst kontraproduktiv. Erstens ziehe ich in Zweifel, daß es mir wirklich besser geht als dir. Ich verbringe ca 16 – 20 Std/Tag damit, über meine Nutzlosigkeit zu reflektieren. Wollen wir tauschen? Arbeit kommt niemals wieder in Frage. Körperliche Aktivitäten schränken sich sukkzessive ein. Sitzen oder Liegen, vielleicht mal ein paar Schritte tippeln. So lauten die Alternativen. Dazu geibt?s TV, aber nur Nachts. Tagsüber wird die Datenautobahn unsicher gemacht. Kein Alk, keine Drogen, zu häufig zu wenig zu essen. Das die nächsten 3 bis 30 Jahre (grob geschätzt). Na? Bock drauf?”

      Mein Tag läuft so ab: 6 Uhr aufstehen, duschen, frühstücken zur Vorlesung gehen, dann komme ich zwischen 14 und 16 Uhr wieder Heim in meine Loch ( 23qm), dann heisst es kurz entspannen, dann lenern, dann wieder duschen, denn um 20 Uhr muss ich zur Arbeit antanzen, von 20 bis 23 Uhr arbeite ich in einem kleinen 4 Sterne Hotel in einem verschlafenem Ort, an der Rezeption, ich mein wirklich arbeiten ist das aus körperlicheer Sicht nicht, ich kann gemütlich nebenher lernen und ins Internet, aber ich bin nicht daheim und bezahlt wird halt dem entsprechen 5? die Stunde, das ganze Monatg bis Freitag…. Samstags arbeite ich in einem Supermarkt von 8 Uhr morgens bis 15 Uhr und ab 18 bis 20 Uhr, in der Mittagspause lege ich Prospekte zusammen.. Rewe, Pennymarkt, AWG….. welche ich dann Sonntag morgens verteile…….
      Ich sage es dir ganz ehrlich, ich würde lieber nach den Vorlesungen heimkommen lernen und dann entspannen………
      das geht aber nicht, da ich Studiengebühren bezahlen muss, da ich meine Miete und meine Nebenkosten selber bezahlen muss, meine Schulunterlagen selber bezahlen muss, mich selbst ernähren muss, einfach alles selber aus meiner Tasche zahlen muss….. und das kotzt mich an…….
      Den nicht jeder der Hartz4 bezieht, hat so einen Schicksalsschlag wie du hinter sich, es hat genug die sich einfach gut gehen lassen, und da du Kinder hast ist das eh ein “Sonderfall” aus meiner sicht, mit dem ich mich eigentlich nicht vergleichen kann, was ich aber eigentlich auch zuvor schon klargemacht habe, ich vergleiche nur einen Studenten und einen Hartz4 Bezieher ohne Kinder, Frau oder sonstigen Verbindlichkeiten……
      Aber ok ich habe ja eigentlich Zukunft, hoffe ich, nach dem Studium habe ich Chancen gleich ein Startgehalt von durchschnittlich 4400? zu bekommen und da es in der Branche in spätestens 5 Jahre eh einen Mangel an ca 15000 Ingenieuren geben wird, wird das Einkommen noch hoffentlich deutlich steigen……und nun kommt’s, nun meldet sich der Staat, von dem ich einen “Scheissdreck” bekommen habe und wenn von denn 4400 ? noch 2200? auf meinem Konto landen dann hab ich glück, dass ist die Unverschämmtheit, ich bekomme nix darf aber anschließend kräftig zahlen und diejenigen die wesentlich mehr bekommen als ich während der Studienzeit versuchen mir zu erklären wie schlecht es denen doch geht….
      Kurz eine persönliche Frage, würdest du lieber 8,5 Stunden am Tag malochen und so leben wie du jetzt lebst, oder einfach nix tun und so weiterleben, sei ehrlich, ich bin mir sicher 70% wenn nicht mehr würden lieber nix tun anstatt zu arbeiten, wenn diese durch die Arbeit keine Lebensqualitätsverbesserungn haben……

      Und zu denen die hier schon über mich meckern…..
      Darf ich vom Staat nicht mal zumindest 500? im Monat während der Studienzeit erwarten, wenn sich dieser wenn alles gut läuft später sich zumindest 2000? im Monat an Steuern wiederholt……
      Der Staat würde sich in einem jahr mehr Steuern holen als er mir in 3,5 Jahren an Fördermittel gegeben hätte…….

      “Allerdings stelle ich mir doch die Frage, wie denn ein wirksamer Anreiz für ein dreisprachiges Supertalent wie dich wohl aussehen müßte.”

      Haha, mache ich mich etwa über dich persönlich lustig? Ich weiss das 3 Sprachen inzwischen standart sind, dennoch ist das russische ( kyrillische )ein, wenn auch kleiner Vorteil.
      Und ein wirksamer Anreiz wäre, wenn der Staat, Studenten wie Menschen behandeln würde, und wie auch für Millionen anderer Menschen auch, die Grundversorgung übernehmen würde.Es gibt genug Studenten die wegen ihrer finaziellen lage das Studium abbrechen müssen, dies ist fatal, da so dem Staat Wissen, und auch Steuergelder verlohren gehen…..

    133. PttP schrieb am 10. Dezember 2008 at 16:21 - Permalink

      @126

      “Der spanische Ministerpräsident Zapatero kommt aus der Partido Socialista Obrero Español. Eine Partei, die ich wohl wählen würde, wäre ich Spanier.”

      löl

      Wenn Du nicht lügst machst Du Mätzchen und weichst aus.

      Die PSOE – übersetzt Sozialistische Arbeiterpartei Spaniens – mag vielleicht nicht den Grad neoliberaler und reaktionärer Verkommenheit erreicht haben wie die “SPD” in der Bundesrepublik Deutschland (außerdem halten sie im Gegensatz zu dieser wengistens von Zeit zu Zeit Wahlversprechen ein, siehe den Rückzug Spaniens aus dem Irak), aber was haben die mit Sozialismus oder Arbeiterpartei zu tun? Du merkst schon der Name auf Deutsch klingt fast schon radikal, auf jeden Fall für deutsche Verhältnisse, und verströmt nahezu etwas revolutionäres, aber die Taten dahinter sind es nicht. Das ist genau das was Brandt, Schmidt und Wehner im Sinn hatten mit dem illegalen Sponsoring von Felipe Gonzales – selbiges galt auch für das agieren der BRD-Regierung bzgl. den Ereignissen in Portugal während und nach der Nelken-Revolution – und seinen sozialdemokratischen Reformisten und Aussöhnern mit den alten faschistischen Kräften: nämlich der originär-sozialistisch/kommunistschen Linken finanziell und organisatorisch das Wasser abzugraben.

      Und jetzt hör bitte auf die Leute hier mit Deinen nicht endenwollenden Verbalpirouetten für dumm zu verkaufen. Wenn es nämlich wirklich ans Eingemachte geht und konkret wird kommt von Dir fast nix.

    134. Antenne schrieb am 10. Dezember 2008 at 16:26 - Permalink

      Sag mal was soll denn diese alberne Studenten gegen Hartz IV Debatte?! Gehts eigentlich noch?! Komm mal zu uns zu Besuch, da sitzt die Harzt IV Mutti mit der Tochter am Tisch (also wenn sie aus ihrem Auslandssemester in Argentienen wieder zurück ist, für das sie einen Kredit aufnehmen musste…) Als Mama mit ihrer Fa. pleite ging, musste sie erstmal ne Bank finden die ihr noch ein Konto anbot. Sie fand dann doch noch eine…diese scheut sich nicht, auch schon mal das Kindergeld an den einen oder anderen hartnäckigen Inkassoeintreiber zu verpfänden…(hinter denen i.d.Fall meist irgendwelche dubiosen Gebühreneintreiber stecken, für irgendwelche dubiosen Firmen die keiner kennt…) derweil dieselbe Bank meiner Tochter großzügig Konto mit Dispot- und Kreditkarte zugestand…Ein Student hat schließlich das Recht, nein hat er nicht sogar die Pflicht Schulden zu machen?! Schließlich wird in ihn investiert! Der Hartzer, das weiss jeder, ist draussen, taugt bestenfalls noch zum Niedriglohnsklaven, weiss doch jeder, war doch so geplant..

      Also zurück zum Thema Deutschland und das Konfunkturpaket: Karl Weiss schreibt heute in seinem Blog: Deutschland wird Hauptleidtragender der Krise
      http://karlweiss.twoday.net/stories/5378723/

    135. Lemmy Caution schrieb am 10. Dezember 2008 at 16:52 - Permalink

      @PttP: Genau. Und was links ist definiert eben DIE LINKE.
      Und die SPD MUSS einfach mit diesen brilliant geniuses koalieren.

      nämlich der originär-sozialistisch/kommunistschen Linken finanziell und organisatorisch das Wasser abzugraben.

      Bei einem gewissen Grad an Vernunft der Bevölkerung muss man denen kein Wasser abgraben. Die haben nämlich keine Chance. Die Izquierda Unida kommt in der Wählergunst auf ähnliche Werte wie die LINKE in Westdeutschland. Wobei die natürlich etwas vernünftiger ist, da keine honeckersche/ulbrichtische Altlasten.

    136. Neu hier schrieb am 10. Dezember 2008 at 17:03 - Permalink

      @Antenne #134

      “Ein Student hat schließlich das Recht, nein hat er nicht sogar die Pflicht Schulden zu machen?! Schließlich wird in ihn investiert!”

      Und wo bitte wird in einen Studenten investiert?

      Genau erhöhen wir allen Leistungsbeziehern die Leistungen um 1000? und finanzieren tun wir das dadurch so, dass jeder Arbeitstätige einfach ein Kredit vonn 300000? aufnimmt, so ein schwachsinn kann nur Semmbachel wie er im Buche steht von sich geben…..

      Warum sollte sich ein Student verschulden, besteht den beim Studenten die Gefahr nicht das er aufgrund von Krankheit beschränkt arbeitsfähig wird…… warum sollte jemand verpflichtet werden Schulden zu machen und jemand anderes nicht?

      Findest du es fair, dass sich ein Student verchulden muss, damit diejenigen denen es schon eh besser geht hinterher noch besser gehen soll….. bist du dir sicher? denn das forderst du……….

    137. PttP schrieb am 10. Dezember 2008 at 18:06 - Permalink

      @135

      Na wenn Typen wie Du, fanatische Antisozialisten/-kommunist, die PSOE wählen würden, wenn sie denn könnten und ernsthaft meinen die wäre links, dann ist Krieg Frieden, Sozialabbau ein Strauß sozialer Wohltaten und der Weihnachtsmann bringt demnächst noch die Ostereier zum Muttertag.

      Man sieht auch anhand der Tatsache wie selektiv Du Zitate aus dem Kontext reißt und für neue demagogische Behauptungen, Verallgemeinerungen (in dem Fall die “honeckerschen/ulbrichtschen Altlasten”) einspannst, was für ein miese manipulative Tour Du hier auf SF abziehst. Ich kann wirklich nur hoffen, daß – alle – Mitlesende als auch Partizipierende das durchblicken. Es ist gilt nach wie vor: wenn Du hier nicht ganze Lügen verbreitest, sind bei Dir maximal Halbwahrheiten,aber v.a. Klitterung und Verzerrungen drin.

      Für mich ein Rätsel warum solch eine fast schon perfide Verhaltensweise dann noch in dieser massiven Form anscheinend schon seit einiger Zeit hier geduldet wird.

    138. Lemmy Caution schrieb am 10. Dezember 2008 at 18:40 - Permalink

      @Pttp:

      Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden
      Rosa Luxemburg

      Auch eine aus meiner Sicht in Vielem recht blinde Henne (nicht persönlich nehmen), findet schon einmal ein wahres Korn.

      … auch wenn du mein Denken als manipulativ, verlogen, verzerrend, gefährlich für Mitleser, verallgemeindernd, etc. einschätzt.

    139. name schrieb am 10. Dezember 2008 at 18:43 - Permalink

      In Griechenland ist es schon soweit, dass die Regierung direkt griechische Faschisten zur Niederschlagung und Diskreditierung der sozialen Proteste einsetzt.

      http://garizo.blogspot.com/2008/12/neo-fascists-side-by-side-with-police.html

      http://tearsandangergreece.blogsport.de/2008/12/10/311-gmt2-so-sieht-eine-junta-aus/

      http://de.indymedia.org/2008/12/235623.shtml

      Da kann man sehen, was woanders genau so passieren wird.

      @138

      Hör auf zu lügen Lemmy:

      Rosa Luxemburg hat mit diesem Zitat “Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden” Sozialisten gemeint, die innersozialistische Demokratie, aber nicht die Toleranz gegenüber Ausbeutern, Faschisten oder Kapitalisten.

      Das weiss jeder der sich einmal mit diesem Zitat beschäftigt hat, auch wenn die politische Rechte versucht sie zu entstellen, nachdem die rechte SPD Führung Rosa und Karl durch die faschistischen Freikorps direkt auf Befehl der SPD Führung hat umbringen lassen.

    140. aquadraht schrieb am 10. Dezember 2008 at 18:46 - Permalink

      @neu hier: Ich finde es auch nicht richtig, dass sich Studenten verschulden. Eine Teilrückzahlung der Stipendien, langfristig gestreckt und zinslos, wie das auch schon bei den Fördermodellen Honnefer Modell und Bafög (alt) war, ist hingegen schon in Ordnung.

      Nicht in Ordnung sind die Neid- und Hasstiraden gegenüber armen Menschen. Ich habe als Student (das ist eine Weile her) erst 190, dann bis 270 DM im Monat bekommen, das reichte zum Essen, für winzige und/oder heruntergekommene Zimmer und etwas Drumrum, schon bei den Lernmitteln wurde es knapp (ok, man ging auch nicht immer weise mit dem wenigen Geld um). Studenten mit Auto waren eine Ausnahme. Und schon damals hatten Sozialhilfeempfänger 250, später 300DM, dazu die Miete bezahlt. Das ist aber nicht vergleichbar. Studenten haben in aller Regel Eltern, Grosseltern etc., die immer wieder etwas zustecken, ihre Situation ist die eines Starts ins Leben, ihre Knappheitssituation dauert einige Jahre. Mit der Situation von Sozialhilfeempfängern ist das nicht zu vergleichen, noch weniger mit der von älteren H4-Arbeitslosen, die erst komplett enteignet werden und gezwungen, jede Arbeit unter ihrer Qualifikation anzunehmen, ehe sie überhaupt Unterstützung bekommen.

      Davon abgesehen behaupte ich auch, dass man als Gebildeter (das mag bei Eingebildeten wie gewissen Selbstdarstellern hier im Forum auch nicht der Fall sein) mit weniger Geld ein würdiges Leben führen kann, jedenfalls, wenn einem nicht die Sozialstasi auf den Leib rückt und die Zahnbürsten im Bad zählt oder man zu 1-Euro-Leibeigenendiensten gepresst wird. Zugegeben, auch an Bibliotheken und Kultureinrichtungen wird gespart, aber der Abstieg älterer Facharbeiter, die von den Agendaverbrechern enteignet und gedemütigt werden, ist deutlich drastischer.

      Deine unsolidarische Hetze zeigt, wie tief Menschen sinken können. Dass auch Studenten ein schwieriges und zunehmend schwierigeres Leben haben, ist ja nicht bestritten. Aber statt Solidarität kommt von Dir nur Treten nach Schwächeren. Da fällt es schwer, für Deine Lage Mitgefühl zu empfinden. Das spart man sich dann lieber auf für die Studierenden, die sich humane Werte bewahrt haben.

    141. Antenne schrieb am 10. Dezember 2008 at 19:02 - Permalink

      @neu hier: natürlich war das ironisch gemeint mit dem Verschulden! Wenn du diese Aussage im Kontext gelesen hast, könnte dir das doch klar sein.

      Eigentlich wollte ich nur den Unterschied zwischen einem Hartz IV Betroffenn und einem Studenten aus neoliberaler Sicht verdeutlichen: Ersterer hat seine Schuldigkeit bereits getan.

    142. Neu hier schrieb am 10. Dezember 2008 at 19:17 - Permalink

      @aquadraht
      BaföG bekommt nicht jeder……. und wenn für dich solidarisch ist, das ich alles selbst zahlen muss, und jemand anderes der sagen wir mal 5 jahre älter als ich ist auch keine Frau und Kinder hat, der im Grunde arbeitsfähig ist zu Hause rumsitzt und alles was ich selber zahlen muss vom Staat gezahlt bekommt, dann ist das aus meiner sicht alles andere als fair…..
      Und wo bitte Hetze ich gegen Hart4 Empfänger, nur weil ich sage das nicht alle 6-7 Mio eigentlich arbeitsunfähig etc sind? Ist das für dich Hetze?

      “Ich habe als Student (das ist eine Weile her) erst 190, dann bis 270 DM im Monat bekommen”

      siehst du, du hast noch was bekommen, ich hingegen zahle 100? im Monat damit ich überhaupt Studieren darf…… würde ich die Studiengebühren nicht zahlen, wäre ich ruckzuck raus, denkst du die interessiert es, dass ich die Studiengebühren nicht zahlen kann, weil ich sonst kein Geld z.B für Lebensmittel habe…. hier werden Leben schon von anfang an zerstört,
      aber ja ich Hetze gegen andere,genau..
      Manchmal frage ich mich ob es einige nicht verstehen wollen oder ob sie einfach nur zu dumm dafür sind. Entschuldigung aber irgendwann……..

    143. PttP schrieb am 10. Dezember 2008 at 19:24 - Permalink

      @138

      “? auch wenn du mein Denken als manipulativ, verlogen, verzerrend, gefährlich für Mitleser, verallgemeindernd, etc. einschätzt.”

      Nein nicht Dein Denken. Ich weiß nicht was Du so denkst und ehrlich gesagt habe ich mittlerweile null Interesse das zu wissen, aber das was Du davon hier als Propaganda, so muß man es nennen, verbreitest.

      Das schätze ich auch nicht ein, dieses wurde Dir nachgewiesen.

      Und beileibe nicht nur von mir.

      Es ist damit ein Fakt und keine subjektive Einschätzung.

      Und das gerade Du Dich ad-hoc auf Rosa berufst, nachdem Du hier ihre Ermordung durch die deutschnational-faschistische Freikorps im Auftrag der damaligen SPD-Führung gerechtfertigt hast, bestätigt eigentlich alles, nämlich Deine manipulativen diskursiven Methoden, die aus meiner Sich sehr bedenkliche charakterlichen Eigenschaften offenbaren.

      Man könnte es auch als, hoffentlich nur virtuell auftretenden, Hang zu stark ausgeprägter Gemeinheit und Hinterhältigkeit bezeichnen.

    144. aquadraht schrieb am 10. Dezember 2008 at 19:46 - Permalink

      @neu hier: Du hast wirklich nichts verstanden. Ich weiss nicht, warum Du nun gar keine Förderung bekommst, das ist aber keine Kritik und ich brauche das auch nicht so genau zu wissen. Natürlich ist es unschön, das gesamte Studium selbst finanzieren zu müssen. Das ändert nichts daran, dass Du in abstossender Weise nach unten auskeilst. Ich fand es als Student selbstverständlich, auch mit dem um Lohnerhöhung, bessere Arbeitsbedingungen und Arbeitszeitverkürzung kämpfenden Facharbeiter solidarisch zu sein, der ein vielfaches dessen kriegte, wovon ich leben musste. Solidarität ist eben nicht, auf andere mit Fingern zu zeigen und nur über die eigene Lage zu klagen.

    145. name schrieb am 10. Dezember 2008 at 20:06 - Permalink

      @142

      Ich kenne deinen Fall natürlich nicht genau, aber wenn du nicht förderungswürdig bist, weil deine Eltern zuviel verdienen (nur in diesem Fall), schreibt dir dieser bürgerliche Staat vor, dass du deine Eltern, wenn sie nicht freiwillig zahlen wollen, selbst verklagen musst, weil du Ansprüche gegen deine Eltern hast, und diese ihren Teil zu deinem Studium beitragen müssen. So ist die Rechtslage.

      Für den Teil der Fälle, wo die Fördungsunwürdigkeit nicht in diesen Umständen zu finden ist, gilt anderes, und dieser Teil, der nicht einmal die Ansprüche gegen seine Eltern besitzt, steht wirklich am schlimmsten in der Liga der Bedürftigen da, weil diesen wirklich alle Kosten direkt treffen. Schlechter als diesen geht es dann nur noch Flüchtlingen in Deutschland.

      Das scheint bei Dir aber nicht zuzutreffen, weil du nichts davon erwähnt hast, dass du deine Krankenkasse auch selbst bezahlst. Du scheinst also noch über deine Eltern mitversichert zu sein.

      Was ich ekelhaft finde, dass sich hier Schwache auf Schwache hetzen lassen, und das muss man selbst abstellen.

    146. Neu hier schrieb am 10. Dezember 2008 at 20:07 - Permalink

      @aquadraht

      “Solidarität ist eben nicht, auf andere mit Fingern zu zeigen und nur über die eigene Lage zu klagen.”

      Bei dem nächsten Bericht über Diätenerhöhungen schauen wir dann mal wie solidarisch du bist………,

      @name

      ich war die ersten zwei Semester komplet ohne Krankenversicherung, hab beim Anfang des 2 Semesters erst bemerkt das ich keine Krankenverischerung habe, war auch neh harte Nummer, hat dann bis zum ende des zweiten semesters gedauert bis sie mich wieder über meinen Vater versichert haben, obwohl ich denen schon am anfang mitgeteilt habe das ich studiere, und dennen die Immatrikulationsbescheinigung zugeschickt habe…..

    147. Degnaphta schrieb am 10. Dezember 2008 at 20:12 - Permalink

      @ Neu hier

      Natürlich gibt es traurige Schicksale, aber bestimmt keine 6-7 Millionen Ich schätze diese Zahl sogar noch viel höher.

      Immerhin gibt es etliche Menschen in tiefstem Elend, die allerdings als wirtschaftlich versorgt gelten und deshalb keinerlei Beachtung finden. Extrem-Allergiker fallen mir spontan ein, die in irgendwelchen staubfreien Kunstumgebungen vegetieren müssen, obwohl sie theoretisch das Potential hätten, vergnügte Breitensportler an der frischen Luft zu sein. Oder Kinder von Alkoholikern, die zwar ihren Job aber nicht mehr ihre Familie auf die Reihe kriegen. Nur so als hingeworfenes Beispiel.
      Auch ist der hartzianer denkbar, der es tatsächlich schafft, sich einigermaßen in der abgespeckten sozialen Nische einzukuscheln. Doch den sehe ich nicht als Wurzel des Übels an. Der hat meine Bewunderung für diese asketische Großleistung. Immerhin ist er nutzlos und darf bespuckt werden, und dennoch ringt er dem Leben positive Energien ab. Supersache!

      Ich sage es dir ganz ehrlich, ich würde lieber nach den Vorlesungen heimkommen lernen und dann entspannen???

      Und haargenau das hast du meines Erachtens auch verdient – genau wie alle anderen Studenten auch. Die Jobs, zu denen du ätzenderweise gezwungen bist, wurden früher von Schülern gemacht. Drei oder vier Schüler hätten da ausgereicht, schätze ich. Doch jetzt stehst du in der Konkurrenz mit nem Rentner und ner alleinerziehenden Mutti, die derweil ihr Kind nicht selber versorgen kann. Alle können jetzt richtig sauer aufeinander sein. Wem hilft’s? Richtig, den Profiteuren, aber im Eifer des Gefechts geht das leider häufig unter.

      Den nicht jeder der Hartz4 bezieht, hat so einen Schicksalsschlag wie du hinter sich, es hat genug die sich einfach gut gehen lassen, und da du Kinder hast ist das eh ein ?Sonderfall? aus meiner sicht, mit dem ich mich eigentlich nicht vergleichen kann, was ich aber eigentlich auch zuvor schon klargemacht habe, ich vergleiche nur einen Studenten und einen Hartz4 Bezieher ohne Kinder, Frau oder sonstigen Verbindlichkeiten??

      Im Idealfall besteht die Bevölkerung Deutschlands aus ca 80Mio Sonderfällen. Genau das wäre eine echte pluralistische Gesellschaft.
      Die Agenda2010 hat eine aberwitzige Wirkung, was eigentlich dem pösen Kommunismus angelastete Gleichmacherei betrifft. Das Gesetz sieht nicht mehr die Betrachtung des Einzefalles vor mit allen ‘entlastenden’ aspekten, die ein solcher vorgang zu Tage bringt. Es macht die Betroffenen zu einem Einheitsbrei, dem sicherheitshalber (für die Kassen) erstmal Alles entzogen wird. Auch als Single ist eine Teilhabe am Leben nicht möglich. Da läßt es sich dann möglicherweise leichter disponieren, weil keine unberechenbaren (Wann wachsen Füße wie schnell?) Kinder mit im Spiel sind, aber sobal irgendetwas schief geht, fällt jede noch so ausgeklügelte Kalkulation in sich zusammen.
      Und bedenke meinen Hinweis mit den Stockhieben. Glaubst du ernsthaft, das würde Arbeitsplätze schaffen, von denen die Leute würdig leben könnten?

      Deine Startchancen sehen ja auf den ersten Blick ganz toll aus, doch wirst du erleben müssen, daß so etwas Normales wie ‘Familie Gründen’ auch von den reichlich erscheinenden 4,4k? kein Selbstläufer ist. Um den von dir so gefürchteten Steuern jedenfalls etwas auszuweichen, könnte sich eine Heirat nebst einiger Kinder als sozusagen nebenbei erlangte Steuerminderung anbieten. Doch zack, schnappt die Falle zu. Sooo viel ist es dann ja auch nicht, was dich als Anfänger erwartet.
      Wie groß werden die Wahrscheinlichkeiten sein, daß du einen entsprechend dotierten Anschlußjob finden wirst? Werden die Bezüge dann ausreichen, um die freie Wahl zwischen Alleinernährung oder dem Doppelverdienermodell zu haben? Wird diese Anschlußstelle dann so langfristig und gleichzeitig sicher sein, daß du dort verwurzeln kannst, falls du dem Nomadenleben gegenüber Abneigung empfindest?
      Für dich wird es wahrscheinlich noch abwägbare Wahrscheinlichkeitsquoten geben, nach denen dein Lebensweg einigermaßen planbar ist. Nun nimm dir die wesentlich umkämpfteren Stellen mit deutlich geringerer Entlohnung und stelle dir vor, aus einer solchen Position heraus, die Lebensplanung bewältigen zu müssen. Das sieht ja deutlich beknackter aus schon beim Start.
      Wenn du dich jetzt gedanklich nochmal eine Stufe darunter bewegst, wo du Leute hast, die sich von irgendner Amtsperson in die Kontoauszüge schauen lassen müssen, um sich dafür im TV noch als Totalversager ausschlachten zu lassen, dann kann es von der Seite eigentlich nur noch Kriminelle und Rebellen geben. Das kann doch keiner ernsthaft wollen?
      Da du aber leider für deine persönliche Misere als Blitzableiter Leute nimmst, die genau wie du in einen üblen Kübel gestopft wurden, trägst du nicht zur Verbesserung der Situation bei. Was dann vielleicht bei dir die Vorstellungskraft etwas boostet, daß auch Studenten mal in den Fokus von Schmähungen geraten können.
      Es gab mal sowas wie ‘Studentenunruhen’ in Deutschland. Da gingen diese Frechlinge tatsächlich auf die Straße und moserten öffentlich rum. Ich habe einige Zeit in Baubuden zugebracht. In mancher Konstellation wäre es gesünder gewesen, eventuelle akademische Lebensabschnitte zu verheimlichen oder gar zu verleugnen :-)

      Haha, mache ich mich etwa über dich persönlich lustig? Ich weiss das 3 Sprachen inzwischen standart sind, dennoch ist das russische ( kyrillische )ein, wenn auch kleiner Vorteil.

      Sorry, aber lustig machen wolltwe ich mich eigentlich nicht. Ist es so schwer vorstellbar, daß ich deine skill-Sammlung tatsächlich für beeindruckend halte? Hier in der Gegend sind Französisch und Dänisch die üblichen Zweitsprachen. Die Wenigsten können jedoch eine der beiden gut genug, um sie ihrer offiziellen Kenntnisliste hinzuzufügen. Du hingegen kannst das und dazu noch bei einer Sprache mit fremdem Schriftbild. Also ich finde das bemerkens- wie lobenswert.

      Dein Gejammer über deine Situation kann ich absolut nachvollziehen. Das ist Mist und sollte geändert werden. Ein BGE wäre ein Schritt in diese Richtung.
      Doch dafür ist es eben auch nötig, daß wir alle gegen den üblen Neid ankämpfen, der uns in unserer Verwirrung heimsucht.
      Weder die Rentner sind schuld daran, daß der Haushalt an den Renten ausblutet. Noch ist ein Erwerbsloser an den Auswirkung von Rationalisierung schuld.
      Auch sind die angeblichen Dauerstudenten von früher sind nicht daran schud. Oder Florida-Rolf oder wasch-dich-und-rasier-dich-Frank.
      Wenn sich die kleinen Leute gegenseitig auf’s Maul hauen, dann haben nur die Sith-Lords was davon.

    148. aquadraht schrieb am 10. Dezember 2008 at 20:23 - Permalink

      @neu hier: Du meinst also, Abgeordnete seien in einer ähnlichen sozialen Lage wie Du oder HIV-Empfänger? Davon abgesehen betrachte ich Abgeordnetendiäten durchaus unaufgeregt. Allerdings sehe ich in Situationen der Krise und Sparappelle Selbstentlohnungen schon skeptisch, und sei es als Geste: Anderen Gürtel enger Schnallen auferlegen, selbst zulangen. Das ist aber eine ganz andere Baustelle. Da geht es ganz sicher nicht darum, Schwache gegen Schwache aufzuhetzen.

    149. name schrieb am 10. Dezember 2008 at 20:26 - Permalink

      @146

      Glaube ich dir sofort, dass das ein fast unmögliches Unterfangen mit der Krankenversicherung war. :(

      Wichtig ist einfach nur, dass sich niemand von den Bedürftigen untereinander aufhetzen lässt, auch wenn das schwierig ist, wenn man im buchstäblichen Sinne “nichts mehr zu fressen hat”, denn das gegeneinander ausspielen des sozialen Elends ist genau so politisch gewollt.

    150. Sulukol schrieb am 11. Dezember 2008 at 11:59 - Permalink

      @ aquadraht # 140

      Völlig richtig!!!

      Was unsere Studenten hier nicht verstehen, ist dass wir ihre Schwierigkeiten sehr gut nachvollziehen könne, schon weil die meisten das am eigenen Leib erfahren haben. Die weitgehende Privatisierung der Bildung gehört abgeschafft. Aber gegen Hartz IV -Empfänger zu wettern ist ja das allerletzte. Ich habe beruflich nicht selten mit den Leuten zu tun, das sind so gut wie immer keine Faulenzer.

      @ Jamesf # 130

      “Nur finde ich die drohungen nicht effektiver als freiheit.”

      Ein sehr richtiger Satz, der aber ein Argument gegen Hartz IV ist und nicht dafür, denn ein Hartz IV-Empfänger ist alles andere als frei.

    151. postgrün schrieb am 11. Dezember 2008 at 14:02 - Permalink

      Paul Krugman: “The economic consequences of Herr Steinbrueck”

      http://krugman.blogs.nytimes.com/2008/12/11/the-economic-consequences-of-herr-steinbrueck/

    152. WhooouuJack schrieb am 11. Dezember 2008 at 15:05 - Permalink

      Hallo Spiegelfechter,

      ich lese deine Artikel recht gerne, da sie oft sehr informativ und gut geschrieben sind. Die kommende Weltwirtschaftskrise scheint dich aber zu überfordern, da du zu wenig über das Geld zu wissen scheinst.
      Wie entsteht Geld? Wie verschwindet es wieder? Wer sorgt dafür und was hat das ganze mit der Realwirtschaft zu tun?
      Konjunkturprogramm hin oder her und ich stimme dir soweit zu, dass in dem System in dem wir nunmal leben, es nötig wäre genau jetzt so etwas auf den Weg zu bringen, vor allem, weil Deutschland als “Exportweltmeister” eine Bringschuld hat. Jedoch geht es diesmal nicht um einen Konjunktureinbruch sondern um einen Einbruch im Geldsystem. Die Chancen, dass das Kapitalismusspiel noch 5-10 Jahre so weiter geht und dann erst der Crash im Geldsystem kommt, sind nahe null. Es spricht derzeit alles dafür, dass sich unser FIAT-Money System wie alle anderen zuvor auch, auflösen wird bzw. sehr stark umbilden wird. Wir entkommen dieser selbstzerstörenden tickenden Zeitbombe auch mit allen Konjunkturpakten dieser welt unter aller bestend Bedingungen auch nur für ein paar Jahre.

      Mach weiter so, aber sei nicht überrascht, wenn die Welt sich doch anders entwickelt als du derzeit annimmst, da dir anscheinend die wahren Zusammenhänge im System Geld nicht bekannt sind.

      MfG

    153. Gebintit schrieb am 11. Dezember 2008 at 17:48 - Permalink

      Ich schließe mich Karl Heinrich (Kommentar 16) an.
      Wirtschaftstheoretiker können viel behaupten. Leider kann man die wenigsten ihrer Theorien durch einen “Laborversuch” verifizieren oder falsifizieren. Selbst im geschichtlichen Rückblick könnte man über die Auswirkungen von irgendwelchen wirtschaftspolitischen Entscheidungen tagelang diskutieren, ohne dass man mit einer unbestechlichen Methode sicher entscheiden könnte, wer Recht hat.

      Bei derart mangelhaften Möglichkeiten der Verfizierung oder Falsifizierung von Wirtschaftstheorien sollten alle Wirtschaftstheoretiker etwas bescheidener und vorsichtiger auftreten.
      Deutschland als EU-Schmarotzer hinzustellen halte ich auch für bedenklich. Chauvinistischer Nationalismus ist blöd, sich selbst ans Bein zu pissen ist aber nicht unbedingt das Gegenteil.

      Zur Konsumgutschein-Idee: Auch ich sehe nicht die Holzscheite, die durch ein Strohfeuer zünden sollten.

    154. Amadeus schrieb am 12. Dezember 2008 at 03:34 - Permalink

      Toller Artikel, wirklich toll.

      Also der erste Absatz soll wohl sowas wie Anerkennung gegenüber China, Japan und den USA
      ausdrücken, weil diese knapp 1,3 Bio Euro an Konjunkturmaßnahmen initiieren;
      Ja, kann man anerkennen! Man sollte sich dabei aber nicht den Blick verstellen. Diese Länder
      haben riesige Dollarreserven bzw. die USA können sie selbst drucken und derzeit pfeifen es alle Spatzen von den Dächern, daß der Dollar nicht überleben wird.
      Dann werden die?besonders stabilen? Euroländer aufgezählt, wie Italien mit 80 Mrd.?, Frankreich 40Mrd.? u.Spanien mit 38 Mrd. ?; setzt man diese Summen in Relation mit der jeweiligen Wirtschaftskraft und Schuldenstand ergibt sich das Bild, daß auch diese Länder ihre Währungen abwerfen müssen. Dies wird im Artikel ja auch indirekt bestätigt:

      ?In Europa stellt man sich folgende Frage ? wer, wenn nicht Deutschland, kann die Mittel flüssig machen, um eine tiefgreifende Depression abzuwenden? Deutschland hat eine überschaubare Staatsverschuldung, ein niedriges laufendes Staatsdefizit und profitiert als Exportweltmeister so sehr von der Weltwirtschaft wie kaum ein anderes Land.?

      Vielleicht hat Deutschland keinen Bock seine Währung zu crashen?
      Ich muß daraufhinweisen, daß Frau Merkel von mir aus gern zur Hölle fahren kann, die Braut und Ihre Kumpanen sind Verbrecher !!!
      Das heißt aber noch lange nicht, daß Brown und Sarkozy irgendwie Ahnung von Wirtschaft hätten,
      die beiden machen genau das, was Ihre Finanziers von Ihnen erwarten. F und GB benötigen dringend einen Bailout von jemanden der es sich leisten kann; Deutschland!

      Wenn diese Wichte uns auch noch als Schmarotzer hinstellen, obwohl NUR 2 Euroländer den Euro stabil halten, wovon ausgerechnet Italien, Spanien,Griechenland, Portugal und Frankreich profitieren, weil deren Handelsbilanzdefizite die kompletten Überschüsse von Deutschland und den Niederlanden aufzehren, dann entlarven sich diese Defizitländer als Heuchler, sie sind nämlich die Schmarotzer!

      Ein guter Indikator für deren Schmarotzertum ist der Spread 10jähriger Staatsanleihen gegenüber den dt. BUNDS !

      Dann wird im obigen Artikel der nächste Bock geschossen, indem man ja von Japan siegen
      lernen könnte.

      ?Als Japan nach dem Platzen einer Spekulationsblase 1991 in die Rezession fiel, wählte die Politik die gleichen Medikamente, die Merkel und Steinbrück heute zur Abwehr der Konjunkturkrise einsetzen wollen. Man wartete zunächst erst einmal ab – vielleicht löst sich die Krise ja von alleine in Luft auf. Als dies ?überraschend? nicht geschah, legte man über Jahre hinweg kleine, wenig sinnvolle Progrämmchen auf, die ihr Ziel verfehlten und den Staat an den Rand des Ruins trieben. Seit 1991 stieg die japanische Staatsverschuldung von 50% des BIP auf 170% an, während die Wirtschaft stagnierte.?

      Also sie warteten ab, richtig. Aber dann legte man kleine Progrämmchen auf ? Die die Staatsverschuldung um 120 % anhoben? Sind 8 % vom BSP pro Jahr, JEDES JAHR
      kleine Progrämmchen? Achja ?

      Und dann schließt der Satz wieder mit einer korrekten Feststellung, aber dem Spiegelfechter scheint nicht im mindesten klar zu sein, aus welchem Grund Japan nie aus der Deflation kam.
      Die japanische Deflation speiste sich vor allem am toten jap. Interbankenmarkt. Das größte Finanzunternehmen war die quasi staatliche Post mit Kundeneinlagen von sagenhaften 5 Bio
      Dollar. Dieses Unternehmen wurde seit Jahrzehnten von der einzigen Regierungspartei
      für Patronagentum mißbraucht, Bilanzen aller jap. Banken wurden nicht entgiftet und die Korruption mittels der jap. Post war gigantisch.

      Daraus folgt, daß Konjunkturprogramme mit komatösen Banken nichts anderes bewirken
      als die Verschuldung hochzutreiben. In Europa haben wir derzeit genau dieselben Probleme,
      der Bankenmarkt ist tot!!!!

      Wenn man also die Konsumfreude der Bürger anheizen möchte und dies durch Verschuldung finanziert MUSS der Bankenmarkt aufgeräumt werden. Dazu könnte man beim Zentralbankgeld
      eine Umlaufsicherung einführen und Strafzahlungen für geparktes Geld auferlegen. Und genau dies hat gestern Frau Merkel vorgeschlagen, Herr Trichet hat es heute nachgeplappert. Also wird es auch kommen.
      Haben sich dort die Fesseln gelockert, dann legt man Konjunkturprogramme auf. Als Vorbild
      genügt aber ganz und gar nicht das britische Modell der MwSt Senkung, man weiß nämlich nicht
      ob die Firmen diese Senkung erstens weiter geben und zweitens kauft sich niemand einen Fernseher
      weil er 3 % günstiger geworden ist. Ebenso investiert man nicht in Bildung, wenn das Dach der Schule repariert wird. Dieser Nonsens wird nun mittlerweile von jedem Amateur zum Besten gegeben, wohlwissend ,dass unsere Bildung mittelmäßig ist, weil nur MIST vermittelt wird und weil Lehrer fehlen und Schuldächer kaputt sind. Vordergründig aber immernoch weil
      unwichtiges Zeug von ?verseuchten? Lehrern vermittelt wird.

      In Bildung zu investieren hieße einen Neuanfang zu wagen, der Rest ist Flickschusterei!
      Das geht auch nicht von heute auf morgen, dies wird Jahre wenn nicht Jahrzehnte dauern. Für einen kurz- bzw. mittelfristigen Stimulus ist das überhaupt nicht zu gebrauchen.

      Wenn man wirklich Ratschläge geben will, dann konzentriert man sich auf die basalen Probleme:
      Es gibt viele arme Menschen und zuviele zu reiche Leute zzgl ein wenig Mittelstand. Desweiteren ist das Bankgewerbe faktisch bankrott.

      Man muß also eine Vielzahl an Banke sterben lassen, den Rest aktivieren und in den Dienst der Bürger und Unternehmer stellen.
      Desweiteren müssen ganz dringend die Einkommen der schwächsten stark angehoben werden, zur Not auch über höhere Einkommensteuern von Kapitalertraglern, von Körperschaftssteuern und evtl auch Schulden.
      Und im letzten Schritt erhöht man die volle MwSt in mehreren Schritten auf 25 -30 % jeweils quartalsweise um 1 bis 2 Prozent, davon ist der verminderte Steuersatz ausgenommen.
      Genau man erhöht die MwSt!!!
      Wir stecken in einer Deflation, die richtig zum greifen kommt, wenn die Verbraucher purzelnde
      Preise erwarten. Dann kommen wir in den sogenannten Teufelskreis rein, wonach sinkende Preise, sinkende Umsätze und somit steigende Arbeitslosigkeit folgen.

      Die einzige Möglichkeit dem Abhilfe zu verschaffen ist eine stetige Preiserhöhung, was man derzeit mittels Inflation versucht. Das zerstört die Währung und Ersparnisse.
      Eine MwSt Erhöhung kann die klaffende Schere von Armut/Reichtum ein wenig schließen und
      tlw. die Währungsstabilität sichern.Ein anschauliches Beispiel ist das letzte Quartal vor der letzten MwSt-Erhöhung, da ging hier die Post ab.

      Vor dem Hintergrund, daß der Konsum in Deutschland zu einem großen Teil durch Importe abgedeckt wird, wonach evtl. Konsumgutscheine o.ä. Ganz schnell wieder abwandern würden, kann
      man sie auch gleich höher besteuern.

      Alles in allem, deutet derzeit sehr viel daraufhin, daß Deutschland wohl nicht mehr länger bereit ist
      die Verschuldungsorgien der anderen EU Länder zufinanzieren. Es bleibt zu hoffen, daß wir
      zuerst aus dem Euro aussteigen und die Chancen stehen gut.

      Nachsatz: Die Merkeln hat uns Bürger bereits soviel Geld gekostet und Schadne angerichtet daß
      sie weggeputscht werden muß. Aber gerade, in diesem Moment macht sie es richtig. Ich gebe zu, daß es nur eine Frage der Zeit ist bis sie uns wieder Knüppel zwischen die Beine wirft.
      Aber bis dahin könnte sie ja mal ausnahmsweise das Ausquetschen Deutschlands unterbinden.
      Wer das Ausquetschen D ? nicht nachvollziehen kann, möge sich bitte vergegenwärtigen, daß
      unsere Handelsbilanzüberschüsse seit Euroeinführung auf knapp 1,5 Billionen ? taxiert werden, während die EU insgesamt ein leichtes Defizit aufweist. D.h. Bis auf die Niederlande hat der restliche Euroraum unsere Überschüsse verfrühstückt.

      Bis dahin

      Amadeus

    155. Reno schrieb am 14. Dezember 2008 at 09:42 - Permalink

      @ Neu hier, Beitrag 57

      Zitat:
      Ich habs ja oben schon erwähnt gehabt das ich nicht grundsätzlich für niedrige Hartz4 Bezüge bin, nur zum jetzigem Zeitpunkt wäre es ein Fehler ausschließlich den Sozialleeistungsbeziehern zu helfen.
      Kindergeld kräftig erhöhen, das wäre eine tolle Sache? da wäre deinen Hartz4?ern und den grossteil aller Familien geholfen?. und bitte keine Erhöhung um läppische 10??..
      Zitatende

      Hartz IV Empfänger erhalten kein Kindergeld!!! Es wir ihnen als Einkommen von der
      Grundsicherung abgezogen!! Die Kindergelderhöhung betrifft sie deshalb nicht, im
      Gegenteil, sie werden noch weniger Geld bekommen weil sich ja ihr “Einkommen”
      erhöht.

    156. Degnaphta schrieb am 14. Dezember 2008 at 10:21 - Permalink

      Wie entsteht Geld? Wie verschwindet es wieder? Wer sorgt dafür und was hat das ganze mit der Realwirtschaft zu tun?

      Das scheint eine der elementarsten und gleichzeitig unbeachtetsten Problemstellungen zu sein. In den Diskussionen der TV-Experten wird es umfassend ausgeklammert, derart tiefschürfende Problemanalyse zu betreiben. Dort dominieren die “Kapitalismus ist alternativlos und toll!”-Litaneien.
      Doch es sollte irgendwie möglich sein, eine Mittel- und Güterverteilung inklusive funktionalem Tauschmittels auf die Beine zu stellen, die so flexibel ist, daß weder ein kollektiver Konsumrausch noch ein umfassender Konsumverzicht des Volkes das System selbst zum Einsturz bringt. Ist der Anspruch zu hoch?

    157. Bommel schrieb am 16. Dezember 2008 at 06:02 - Permalink

      Wenn die Börsenkurse fallen,
      regt sich Kummer fast bei allen,
      aber manche blühen auf:
      Ihr Rezept heißt Leerverkauf.

      Keck verhökern diese Knaben
      Dinge, die sie gar nicht haben,
      treten selbst den Absturz los,
      den sie brauchen – echt famos!

      Leichter noch bei solchen Taten
      tun sie sich mit Derivaten:
      Wenn Papier den Wert frisiert,
      wird die Wirkung potenziert.

      Wenn in Folge Banken krachen,
      haben Sparer nichts zu lachen,
      und die Hypothek aufs Haus
      heißt, Bewohner müssen raus.

      Trifft?s hingegen große Banken,
      kommt die ganze Welt ins Wanken -
      auch die Spekulantenbrut
      zittert jetzt um Hab und Gut!?

      Soll man das System gefährden?
      Da muß eingeschritten werden:
      Der Gewinn, der bleibt privat,
      die Verluste kauft der Staat.

      Dazu braucht der Staat Kredite,
      und das bringt erneut Profite,
      hat man doch in jenem Land
      die Regierung in der Hand.

      Für die Zechen dieser Frechen
      hat der Kleine Mann zu blechen
      und – das ist das Feine ja -
      nicht nur in Amerika!

      Aber sollten sich die Massen
      das mal nimmer bieten lassen,
      ist der Ausweg längst bedacht:
      Dann wird bisschen Krieg gemacht

      NICHT von Kurt Tucholsky!
      Sondern Richard G. Kerschhofer

    158. salvo schrieb am 7. Januar 2009 at 12:27 - Permalink

      gehört wohl in diese Kategorie

      lesenswert

      weißgarnix setzt sich mit dem ideologischen Gehalt des Freiheitsbegriffes auseinander

      “Wollen wir diese Freiheiten erhalten und fördern, dann bedarf es deshalb auch weniger des Festhaltens an einem bestimmten Wirtschaftssystem, sondern vielmehr ihrer institutionellen Verankerung als unbedingtes Ziel der Gesellschaft. Was die persönliche Freiheit betrifft, so wird sie, in welcher Wirtschaftsform auch immer, in dem Maße weiterbestehen, in dem wir bewußt neue Sicherungen zu ihrer Erhaltung oder gar ihrer Ausweitung schaffen. Die Disposition über persönliche Freiheitsrechte unterliegt, im guten wie im schlechten Sinne, und daran sollte es angesichts der andauernden Diskussion über immer neue und weitergehende Überwachungsmaßnahmen zur Terrorabwehr keine größeren Zweifel mehr geben, primär politischen denn ökonomischen Prämissen. Und es erscheint durchaus nicht als Zufall, dass ausgerechnet jene gesellschaftliche Gruppierung hinter der zunehmenden Zurückdrängung von Freiheitsrechten unter dem Label der ?Terrorbekämpfung? steckt, deren führende Vertreter gleichzeitig einen Verlust der Freiheit für den Fall einer Abkehr vom bestehenden Wirtschaftssystem prophezeien. Derselbe Roland Koch, der vor kurzem noch in ganzseitigen Beiträgen in konservativen Tageszeitungen vor den Gefahren für unsere ?Freiheit? warnte, die mit einer Abkehr von der Marktwirtschaft einhergingen, ist bekanntermaßen ein treuer Parteifreund von Überwachungs-Hardliner Wolfgang Schäuble, und hat offenbar deutlich weniger Skrupel hinsichtlich der Freiheitsrechte von HartzIV-Empfängern, die, so Koch laut ?Spiegel?, ?ihre Familie faktisch als Schutzschild gegen Leistungskürzungen nutzen, da bei Arbeitsunwilligkeit nur die 345 Euro des Familienvaters gekürzt werden könnten?.”

      http://www.weissgarnix.de/?p=809#more-809

    159. Matthias Schumacher schrieb am 18. Januar 2009 at 19:33 - Permalink

      Erklärung Steuergeschenk (bei Steuerklasse 1):

      Du hast Dir eine Tafel Schokolade verdient, davon mußt Du die Hälfte abgeben, dann bekommst du ein Stück zurück, von dem sich der “Schenker” aber beim Überreichen noch ein Stück abbricht.

    160. Sirilla schrieb am 27. Februar 2009 at 13:52 - Permalink

      In der Debatte um den richtigen Weg zur Konjunkturbelebung hatte unter anderen der SPD-Sozialexperte Karl Lauterbach Steuergutscheine ins Spiel gebracht. Zur sofortigen Entlastung solle jeder Bürger eine Gutschrift über beispielsweise 500 Euro bekommen, sagte er ? allerdings nur, wenn der Empfänger aus eigener Tasche 200 Euro dazulege. Naja…ich bin nicht selber Meinung

    161. tom schrieb am 13. März 2009 at 01:55 - Permalink

      moin, ich weiss das is nun offtopic,

      aber ich ich würde gerne wissen was ihr denkt,

      wie es sich auf die eurozone auswirkt, wenn staaten in der

      ?-währungsunion hoch verzinste staatsanleihen ausgeben

      ((6%)deutschland hat nur 3%), wie aktuell griechenland.

      generell ist es ja so, dass ein höherer leitzins die nachfrage nach staatsanleihen steigen lässt, was zu einer erhöhten nachfrage nach entsprechenden staatsanliehen führt. im umkehrschluss sinkt die umlaufgeschwindigkeit des geldes und die inflation steigt, weil banken die geldmenge erhöhen, da geld aus inländischer zirkulation angehalten wird.

      was ich nun noch nich ganz nachvollziehen kann, ist welche auswirkungen es auf den euroraum bzw generell auf den euro hat.

      steigt die inflation im euroraum?

      mfg tom

    162. Melomann schrieb am 16. April 2009 at 18:15 - Permalink

      Just wanted to please you, giving you some mp3 of classical mp3 collection from my scandalous site. Enjoy! P.S. Wish you all happy easter! :)


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