Der Edelmann und das Pferd
geschrieben am 08. November 2010 von Spiegelfechter
ein Gastartikel von Uri Avnery
„Halb und halb“, habe der verstorbene Ministerpräsident Levi Eshkol geantwortet, als er gefragt worden sei, ob er Tee oder Kaffee wünschte. Dieser Scherz sollte seine zögerliche Haltung am Vorabend des Sechs-Tage-Krieges parodieren. (Übrigens: geheime Dokumente, die in dieser Woche veröffentlicht wurden, zeigen Eshkol in einem sehr anderen Licht.)
Die amerikanische Öffentlichkeit ähnelt jetzt dem Mann in dem Witz. Sie sandte nach Washington eine große Gruppe von Tea Party-Typen, aber die Kaffeetrinker im Weißen Haus haben noch immer die Kontrolle darüber. Die israelische Führung weiß nicht, wie sie mit den Ergebnissen dieser Wahl umgehen soll. Sind sie gut für die Juden oder schlecht für die Juden?
Der große Gewinner der amerikanischen Wahlen ist niemand anders als Binyamin Netanyahu. Seine Politik ist ähnlich der seines politischen Mentor, Yitzhak Shamir. Sie gründet sich auf den Juden, dem gesagt worden war, er müsse dem Pferd eines polnischen Edelmannes innerhalb eines Jahres das Lesen und Schreiben beibringen – sonst würden die Bewohner des ganzen Schtetl ermordet werden. „Ein Jahr ist eine lange Zeit,“ versuchte er, seine weinende Frau zu beruhigen, „Innerhalb eines Jahres wird entweder das Pferd oder der Edelmann gestorben sein.“ Shamirs Spiel war es, alles aufzuschieben, jede Gelegenheit zu versäumen, um den Frieden näher zu bringen, Zeit zu gewinnen.
Wenn der Druck auf Israel stärker wird, muss man ausweichen, blockieren, täuschen. Früher oder später wird der Edelmann oder das Pferd sterben – und mit etwas Glück gar beide. Die Situation wird sich ändern, der Druck wird weniger, diejenigen, die den Druck ausüben, werden verschwinden. Eine Krisis irgendwo anders auf der Welt wird das Interesse von uns ablenken. Wir werden noch ein Jahr oder zwei gewinnen, und dann werden wir weitersehen.
Dies ist auch Netanyahus Strategie. Jeden Schritt in Richtung Frieden verhindern, da Frieden die Evakuierung der Siedlungen und die Errichtung eines palästinensischen Staates bedeutet. Seit zwei Jahren ist es ihm gelungen, jede Bemühung Barack Obamas zu vereiteln, ihn zu zwingen, einen wirklichen Friedensprozess zu beginnen. Er besiegte ihn bei jeder Runde – ein ums andere Mal. Jetzt hat Obama einen scharfen Rückschlag bei sich zu Hause erlitten. Und nun hat ein neues Kapitel begonnen.
Aber der Edelmann ist nicht gestorben und das Pferd auch nicht. Wie wird Obama jetzt Netanyahu behandeln? In Jerusalem gibt es zwei sich widersprechende Antworten auf diese Frage. Die erste Beurteilung ist, dass es von Obama nichts mehr zu befürchten gibt. Das Pferd ist zwar nicht gestorben, aber es hinkt sehr.
Ein großes Fragezeichen schwebt nun über Obamas Zukunft. Er könnte ein Präsident mit nur einer Amtsperiode werden. Von jetzt an könnte er gezwungen sein, seine ganze Zeit und Kraft dem zu widmen, wieder gewählt zu werden. In solch einer Situation kann er es sich nicht leisten, die AIPAC zu provozieren und das Risiko eingehen, die Stimmen – und das Geld — der Juden zu verlieren.
Nach dieser Beurteilung muss Obama, wenn das Abgeordnetenhaus in den Händen seiner Opponenten ist, sehr sorgfältig sein. Bei internen Angelegenheiten, die die Wahlen entscheiden, wird er nicht in der Lage sein, irgendetwas ohne einen Kompromiss mit den wieder erstarkten Republikanern zu beginnen. Diese werden von Politikern angeführt, die unterwürfige Lakaien Israels sind. Kurz gesagt: von dort ist nichts zu befürchten. Obama kann gegenüber den Palästinensern Gesten machen und sogar seine Muskeln spielen lassen, aber bei wirklich jedem echten Test mit Netanyahu und der AIPAC wird er der erste sein, der kapituliert. Das sichert Netanyahu Ruhe zu. Alles wird eingefroren bleiben, außer dem Siedlungsbau. Der wird weitergehen. Und in zwei Jahren mit einem neuen Präsidenten im Weißen Haus werden wir sehen, was zu tun ist. Ein neuer Edelmann, ein neues Pferd..
Die gegenteilige Beurteilung ist für Netanyahu weniger rosig. Zweifellos ist Obama wütend auf Netanyahu, und seine Wut mag jetzt in wirkliche Abscheu umgeschlagen sein. In den letzten Tagen vor dieser Wahl verweigerte Netanyahu Obama auch noch den kleinen Sieg, der sein Image noch im letzten Augenblick aufgebessert hätte. Obama bat – nein, bettelte – um nichts anderes als um das Einfrieren des Siedlungsbaus um zwei weitere Monate: nur um ein großes Spektakel der Wiederaufnahme des Friedensprozesses möglich zu machen. Netanyahu wies den Wunsch verächtlich zurück, obwohl er von einem Angebot einer riesigen politischen Bestechung begleitet war.
Obama ist ein Mann, der seine Emotionen voll unter Kontrolle hat. Er wird weiter Netanyahu zulächeln, ihm vielleicht sogar einen Klaps auf den Rücken geben. Aber ein Feind im Weißen Haus ist ein gefährlicher Feind und ein verletzter Feind ist sogar noch gefährlicher. Ein verletzter oder nicht verletzter amerikanischer Präsident ist immer noch die mächtigste Person auf der Welt.
Die kommende Präsidentenwahl wirft zwar schon einen langen Schatten über Washington. Aber der Anfang der ernsten Wahlkampagne ist noch ein Jahr entfernt, und dieses Jahr könnte die Gelegenheit für eine entschlossene amerikanische Friedensinitiative werden. Der geschlagene Präsident mag seinen Wählern einen eindrucksvollen Erfolg in der internationalen Arena zeigen, und ein historisches Friedensabkommen zwischen Israel und Palästina würde solch einen Erfolg darstellen.
Und selbst wenn dies nicht passiert, wird nach dem November 2012 für Netanyahu eine ernsthaftere Gefahr lauern. Obama kann wieder gewählt werden. Einige seiner Vorgänger – Ronald Reagan und Bill Clinton – erlitten bei ihren ersten Zwischenwahlen schwere Niederlagen und hatten kein Problem, wieder gewählt zu werden.
Falls Obama für eine zweite Amtszeit wieder gewählt wird, könnte er ein sehr gefährlicher Gegner werden . Da er danach nicht noch einmal gewählt werden kann, wird ihm der Druck der Israel Lobby gleichgültig sein. Er wird über seinen Platz in der Geschichte nachdenken. Und zweifellos würde das Erreichen eines Friedens zwischen Israel und Palästina ein historischer Erfolg sein.
Außerdem kann die Tea-Party so schnell verschwinden, wie sie gekommen ist. So etwas geschieht in den USA alle paar Jahrzehnte: eine Welle von Wahnsinn schwappt wie ein Tsunami über das Land und verschwindet, als hätte es ihn nicht gegeben. Man erinnere sich an Joe McCarthy. Wenn die Welle bis 2012 weitergeht und Obama sich jemandem wie Sarah Palin gegenübersieht, könnte er sich nichts Besseres wünschen
Und der Congress: so weit es Israel betrifft, macht da keinen Unterschied. Die Senatoren und Kongressabgeordneten tanzen nach der Pfeife der Israel-Lobby. In dieser Hinsicht gibt es keinen Unterschied zwischen Demokraten und Republikanern. Das „überschreitet Parteigrenzen“, wie einer der Lobbyführer vor kurzem prahlte. Kurz gesagt: nach dieser Beurteilung ist ein Zusammenstoß zwischen Obama und Netanyahu unvermeidlich. Es wird sich innerhalb von höchstens zwei oder drei Jahren zuspitzen. Der Edelmann wird nicht sterben, auch nicht das Pferd. Die Frage ist nur, ob der Jude dies überleben wird.
Dieser persönliche Zusammenprall verbirgt einen viel fundamentaleren. Es gibt eine Menge Geschwätz über die Partnerschaft der beiden Länder. Über die gemeinsamen Mythen der Pioniere, Kampf gegen die Einheimischen, Eroberung einer neuen Heimat, einer Nation von Immigranten. Über „gemeinsame Werte“.
All das erinnert mich an Shimon Peres Geschwätz in den 50er-Jahren über die gemeinsamen Werte, die Frankreich an Israel banden. Die gemeinsamen Werte lösten sich in dem Augenblick auf, als Frankreich mit den algerischen Rebellen Frieden schloss. Die französischen Interessen veränderten sich übernacht. Wie Charles de Gaulle sagte: „Frankreich hat keine Freunde. Frankreich hat nur Interessen.“
Auch die USA haben Interessen und ihre Freundschaften sind vorübergehend. Im Außenministerium und im Pentagon wissen die Experten, dass die gegenwärtige israelische Politik im Gegensatz zu den grundsätzlichen amerikanischen Nationalinteressen liegen. Dieses Wissen findet seinen Ausdruck in einer wachsenden Anzahl von Büchern früherer ranghoher Offizieller und Akademiker als auch in den Reden bedeutender Militärs. Vor kurzem fand es seinen Ausdruck in einem außergewöhnlichen Leitartikel in der New York Times, nachdem die Redakteure dieses Land besucht hatten. Und dies in einer Zeitung, die Antisemiten die Jew York Times nennen.
Die USA sind in zwei teure Kriege in muslimischen Ländern (im Irak und Afghanistan ) verwickelt und in einer schweren Krise mit einem dritten muslimischen Land (Iran). Im ganzen „ausgedehnten Nahen Osten“ befinden sich ihre Verbündeten im Abstieg, während ihre Opponenten im Aufstieg begriffen sind.
Die Opponenten sind ein gemischter Haufen: der Iran ist ein religiös schiitisches Land. Die Türkei ist eine sunnitisch säkulare Republik; Syrien ist ein sunnitisches Land, das von einer kleinen alawitischen Sekte beherrscht wird, deren islamische Identität von Sunniten wie von Schiiten angezweifelt wird. Die Hisbollah ist fanatisch schiitisch, die Hamas ist fanatisch sunnitisch. Da gibt es nicht viel, das allen gemeinsam ist – außer ihrer Opposition zum status quo in der Region.
Fast alle Experten glauben, dass die unbegrenzte amerikanische Unterstützung Israels der Hauptgrund für die islamische anti-amerikanische Welle ist. Die meisten sprechen nicht offen darüber, weil die Furcht vor der Israel Lobby das ganze amerikanisch politische Establishment durchzieht. Aber selbst die erschreckendste Lobby kann nicht auf Dauer der unerbittlichen Logik nationaler Interessen widerstehen.
Etwas wahnsinniges liegt in dieser Situation: unsere Regierung eilt leichtsinnig auf einen Konflikt mit dem einzig verbliebenen Verbündeten, den wir in der Welt haben, zu. Kein anderer potentieller Verbündeter kann am Horizont entdeckt werden. Dies ist allein schon eine bedrohliche Tatsache, weil die amerikanische Großmacht langsam aber stetig auf allen Gebieten abnimmt – wirtschaftlich, politisch, militärisch und kulturell. Dies ist ein langwieriger Prozess, der viele Jahre dauern kann, aber Israel sollte für neue Machtzentren bereit sein.
Die Netanyahu-Regierung macht genau das Gegenteil: sie fordert die ganze Welt heraus und handelt konsequent daran, Israel zu isolieren. Anders als die Geschichte vom Juden, dem Edelmann und dem Pferd ist dies hier kein Scherz.
Uri Avnery
(Aus dem Englischen: Ellen Rohlfs, vom Verfasser autorisiert)
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Hm….
Frage: Warum hat eine Pro-Israel-Lobby in den USA soviel Einfluss und woher kommt diese?
Kann es sein, dass so gut wie jeder andere Staat, außer Israel (und die UM-Mitgleider mit Vetorecht) sich UN-Resolutionen am laufenden Band einfangen würde, wenn er solch eine Außen- und Innenpolitik aufführt und zum diese Resolutionen dann auch in konkrete Maßnahmen wie Embargos, (Waffen)-Inspektionen und Co. münden würden?
bombjack
In den USA ist die Bevölkerung fast einstimmig pro Israel. Und daher kann die AIPAC Druck auf die dortigen Abgeordneten aufbauen.
Wahrscheinlich nicht. Es gibt kein anderes Land mit einer vergleichbaren Historie an Terrorismus, deshalb ist es schwer eine definitive Aussage zu treffen. Aber die Fraktionsbildung in der UN ist natürlich historisch gewachsen und ein Land mit einer ähnlich konfliktbeladenen Geschichte hätte deshalb immer seine Unterstützer. (Wieviele Resolutionen gibt es zu Nord-Irland ?)
Belege? Meines Wissens nach ist genau das nicht der Fall, d.h. die Bevölkerung ist, im Gegensatz zu den sie vertretenden Politikern, durchaus gespalten in dieser Sache. Jedenfalls ist ein beträchtlicher Anteil der Ansicht, dass die USA nicht Partei ergreifen sollte für eine der beiden Seiten des Konflikts.
Siehe z.B. hier (Dezember 2008) oder hier (September 2010).
Abhängig von der konkreten Fragestellung gibt es auch immer mal wieder Resultate von 60 oder 65% “pro-Israel” – aber selbst das ist weit entfernt von “fast einstimmig”.
Belege? Kannst Du dazu vielleicht irgendwelche Zahlen anführen, die die Lage in Israel vergleichen mit Nord-Irland (IRA), Baskenland (ETA), Sri Lanka (LTTE). oder anderen Brennpunkten des Terrorismus aus den vergangenen Jahrzehnten?
@pham
wurde schon erledigt.
siehe meine Einwände oben.
Zweidrittel…
Ist ja schön, wenn Doppelpostings Gleiches sagen, aber…
man sollte schon Gesagtes nicht wiederholen.
Bitte. Danke und gute Nacht
Amen.
Über Nordirland hatte ich bei meinem Post kurz nachgedacht, aber GB ist Vetomacht im Sicherheitsrat, deshalb ist die Frage (vom ursprünglichen Kommentator) nach Resolutionen witzlos. Die ETA hat 823 Menschen auf dem gewissen, während nur bei der zweiten Intifada 1036 Israelis getötet wurden. (Die LTTE ignoriere ich, weil ich die Situation in Sri Lanka nicht einschätzen kann.)
Allerdings ist der palästinensische Terrorismus nicht wirklich mit der ETA oder der IRA vergleichbar, weil die Terroristen im nahen Osten eigenes Territorium kontrollieren. Deshalb kann Israel nicht einfach Polizei einsetzten, wie Spanien es gegen die ETA tut, sondern jede Operation gegen palästinensische Terroristen ist ein Militäreinsatz auf feindlichem Gebiet.
Was für die einen ein Terrorist, ist für die anderen ein Freiheitskämpfer.
Und daß man die PLO nicht mit der IRA oder der ETA vergleichen kann, hast Du ja schon richtig festgestellt, auch wenn Du das mit dem ‘eigenen Territorium’ sicher anders verstanden haben wolltest ;.
Allerdings ist es nunmal das Land der Palästinenser und die Israelis sind die Besatzer – das ist der Hauptunterschied zu ETA und IRA.
Es war in meinen Augen einer der größten Fehler der Menschheitsgeschichte, daß die Gründung des Staates Israel an diesem Ort zugelassen wurde. Man kann nicht ein anderes Volk für das erlittene Unrecht einer Religionsgemeinschaft büßen lassen – sei das Unrecht auch noch so groß.
Heute ist dieser Fehler nicht mehr zu ändern, es bleibt nur die Chance eines vernünftigen Augleichs zwischen Palästinensern und Israelis mit zwei eigenständigen und selbständig lebensfähigen Staaten. Leider haben ausgerechnet die Israelis praktisch keinerlei Interesse daran.
@bombjack
bzgl UN-Resolutionen
http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_United_Nations_resolutions_concerning_Israel
demnach gibt es 225 ‘concerning Israel’
und 65 davon condemning/deploring Israels actions
http://www.ifamericansknew.org/stats/un.html
damit dürften sie ziemlich ‘Weltmeister’ sein.
Es sind allerdings die letzte Zeit weniger geworden.
Wieso das so ist?
Wäre reizvoll, das mal genauer zu untersuchen.
Sicher nicht, weil die Israelis weniger rabiat geworden sind.
Symptomatisch dafür ist das Handling des Goldstone-Reports zur Gaza-Invasion.
http://goldstonefacts.org/
Aus wikipedia:
Bzgl der Unterstützung der US-Bevölkerung für Israel würde ich Yoshi etwas korrigieren:
Es sind nicht ‘fast 100%’, sondern ca Zweidrittel.
Nachdem die Amis notorisch ignorant sind, was Aussenpolitik betrifft (zB: eine klare Minderheit findet Afghanistan überhaupt auf der Landkarte), hat das viel mit den Medien und der Unterstützung durch die Evangelikalen zu tun.
Im Kongress ist die Unterstützung für Israel deutlich höher als in der Bevölkerung.
Typisch >90%.
Wieso das so ist?
Da kann sich jeder seinen Reim selber drauf machen.
Nochwas betreffend US-Medien (auch andere),
Die Berichterstattung ist in USA stark asymmetrisch.
Ein älteres Beispiel auf die Schnelle:
Accuracy in Israel/Palestine Reporting
oder
Media coverage of the Arab–Israeli conflict
Das ist in Deutschland etwas besser, aber ausgewogen ist die Berichterstattung nicht.
Kombiniert man das mit der amerikanischen Ignoranz, und der Kampagne gegen den Islam seit Huntington, ist der Schluss ganz plausibel, dass die ‘Underdog-Rolle’ der Israelis im Konflikt das Meinungsbild dominiert.
Die wird so rührend gepäppelt, dass sie es selber schon glauben.
Eine der perfidesten Methoden kann man mE bei der Frage der Anerkennung des Staats Israel sehen.
Es heisst immer, ‘die Araber’ oder die Palästinenser würden den Staat Israel nicht anerkennen wollen.
Das stimmt insofern, als die Nachbarländer und die Palästinenser eines wollen: Einen expanionistischen ‘Staat’ ohne definierte Grenzen NICHT anerkennen. Und etwas fairness.
Wer will das nicht?
Die Anerkennung wäre 100%, wenn es heissen würde:
“Anerkennung des Staats Israel innerhalb der Grenzen von 1967″,
was die Israelis scheuen wie der Teufel das Weihwasser (sorry, sagt man halt so).
Selbst der Iran würde da nämlich zustimmen.
Roger Cohen hat da sicher den Finger in eine Wunde gelegt.
(Siehe Zitat in meinem Beitrag #4 weiter unten.)
Grüsse
@ bombjack
“Frage: Warum hat eine Pro-Israel-Lobby in den USA soviel Einfluss und woher kommt diese?”
Das steht doch im Artikel:
“…AIPAC zu provozieren und das Risiko eingehen, die Stimmen – und das Geld — der Juden zu verlieren.”
In Worten: GELD
Der letzte Wahlkampf war mal weder der teuerste. Ganze Fernsehstationen haben gegen Obama Front gemacht, Tea Party Redner und andere “Führer” kassierten reichlich Kohle für ihre Auftritte. Genauso war der Präsidentschaftswahlkampf Obamas extrem gesponsort. Die AIPAC hatte schlichtweg mehr Dankbarkeit von Obama erwartet und wurde enttäuscht.
eine Frage:
Wäre schön, das etwas genauer zu wissen.
Tatsächlich findet man nur, dass Sulzberger und Keller eine Westbank-Siedlung besucht haben.
Sulzberger ist der HERAUSGEBER der NYT, Keller ist daily’s executive editor!
Also ist ‘die Redakteure’ bzw ‘editors’ im Original etwas unscharf.
Das konnte die Übersetzerin aber nicht wissen, weil Uri sich da etwas schwammig ausgedrückt hat.
Einen zugehörigen Leitartikel in der NYT habe ich nicht gefunden
Nur das — einen rant von Phil Weiss:
‘New York Times’ is clueless
bzw diese ‘opinion’ von Roger Cohen vom 28.10.:
http://www.nytimes.com/2010/10/29/opinion/29iht-edcohen.html?_r=1&hp
Ist das gemeint?
Cohen sagt zumindest diesen interessanten Satz :
Also welcher ‘Leitartikel’ ist gemeint?
nochmal zu Cohens ‘opinion’:
Endet so:
Proposing to do the obvious könnte ja wirklich schon revolutionär sein.
Dem muss ich aber Widersprechen.
War es nicht Israel das in den Verhandlungen in Camp David bereit war bis zu 90 Prozent der damals besetzten West Bank abzutreten und darüber hinaus jegliche Unterstützung zur Gründung des neuen Palästinensischen Staates anbot?
Arafat lehnte alles ab, verlangte er doch zusätzlich die Räumung der Jerusalemer Altstadt und des Tempelberges sowie den Rückzug Israels aus „palästinensischem“ Kernland? Zum Schluss starb Arafat als gebrochener Mann ohne je seinen Lebenstraum eines palästinensischen Staates verwirklicht zu haben.
Es hätte schon seit Jahrzehnten einen Palästinensischen Staat geben können, würden sich nicht all die palästinensisch terroristischen Organisationen die Bomben selbst um die Ohren hauen. Na und die eigenen Glaubensgenossen aus der arabischen Liga? Hatten die je ihre Glaubensbrüder, die seit Jahrzehnten Nahe der ägyptischen Grenze in unwürdigen Umständen Kampieren, mit humanitärer Hilfe Unterstützt?
Der Einzige gemeinsame Nenner all dieser arabischen Brüder dort unten ist die Zielsetzung zur Vertreibung und Vernichtung der Juden. Nur darin sind sich diese frommen Brüder dort untern einig. Und zur Erinnerung: Israel ist dort weit und breit der „Einzig“ demokratisch westlich und freiheitlich ausgerichtete Staat.
@Bibelmaus,
zeugt von deiner Bibelfestigkeit.
Lies mal wenigstens den Wikipedia-Eintrag
http://en.wikipedia.org/wiki/2000_Camp_David_Summit,
wenigstens den Passus
“Reasons for impasse”
Ehud Barak hat alle ‘Konzessionen’ so vergiftet, dass sie für Arafat schlicht unannehmbar waren.
Das ist eine ‘Verhandlungstaktik’, die Arafat und jeder andere, der halbwegs trocken hinter den Ohren ist, sofort durchschaut.
Das haben alle israelischen Verhandlungsführer immer schon so gemacht.
…
GrummelGrummelGrummel
Ach Bibelmaus laß doch solchen Schmarrn nicht raus. Wie jedem mittelmäßig mathematisch begabtem Mitteleuropäer bekannt sein dürfte, sind 90% nicht 100% und natürlich gehört die Altstadt von Jerusalem nicht zu Israel. Einzig Israel ist nicht dieser Ansicht. Auch Ostjerusalem ist daher Teil des Westjordanlandes. Im übrigen hat Israel niemals einen souveränden Staat angeboten, sondern bestenfalls ein Homeland unter israelischer Sicherheitskontrolle. Daß die Palästinenser oftmals ungeschickt agieren, wohl wahr. Aber wer nur friedlich protestiert, wird in dieser Welt nicht wahrgenommen. Das ist nun mal eine unumstößliche Tatsache. Der Eigenutz der anderen arabischen Staaten ist wohlbekannt, rechtfertigt aber keine Gewalttat Israels. Israel ist ein Hochsicherheitsstaat, der bei Gelegenheit auch foltert und mordet, sich aber einen demokratischen Anstrich gibt, das ist modern und unvermeidbar, wenn man in den Medien nicht auf einer Stufe mit Myamar landen will. Im übrigen ist der Umstand, daß man selbst eine parlamentatische Demonkratie ist, eine Exkulpierung aller Gewalttaten und Scheußlichkeiten, die begangen werden. Uri Averny hat zudem die langfristige Kurzsichtigkeit seiner Regierung verdammt, die es wahrscheinlicher macht, daß die Existenz Israels immer prekärer wird. Ein derzeit große Militärstärke, die partiell von den USA geborgt ist, ist keine Gewähr für eine ewige Existenz.
Der letzte Absatz ist ja der köstlichste von allen. Zuviel Border gelesen? Ja, wenn man weiß was der gemeinsame Nenner ist, dann vereinfacht dies das Leben ungemein.
Jaja, dieses Scheinargument wird immer wieder gerne gebracht.
Vielleicht solltest Du auch noch erwähnen, daß all die Rechte, die man normalerweise als Bürger einer westlich geprägten Demokratie hat, in Israel nur für Juden gelten.
Desmond Tutu hat Israel nicht umsonst einen Apartheitsstaat genannt.
Israel ist für mich einer der unsympathisten Staaten der Welt. Mit größtmöglicher Menschverachtung gegenüber den Araber/Moslems. Naja in Deutschland holen wir ja da auch wieder auf.
most ‘hated’ nations:
von unten nach oben:
Iran- Pakistan – North Korea -Israel
http://pkpolitics.com/2010/04/20/pakistan-2nd-most-hated-country/
(Quelle: BBC pdf )
Gibt auch andere surveys, die noch etwas ungünstiger ausfallen.
Man möchte ja auch gern wissen, wieso das so ist?
Wieso ‘hasst’ man ‘Länder’? Ist ja schon merkwürdig genug.
a) wegen ihrer Führung?
b) wegen des Naturells ihrer Bevölkerung?
c) weil sie sich NICHT halbwegs zivilisiert benehmen?
d) wegen ihres defekten Feudalismus? (Pakistan)
Jedenfalls, wenn ‘bibelmaus’ recht hat, und Israel eine ‘Demokratie’ ist, fallen eineinhalb Optionen weg.
Deshalb gibt es die ‘Hasbara‘,
die uns erleuchten soll, dass Schwarz eigentlich Weiss ist.
(ich hoffe, Uri Avnery ist auch meiner Meinung, sonst ziehe ich das zurück.)
@ groo
Man hasst selten Länder, sondern die Bevölkerung und zwar treffen alle Deine Kategorien a-d zu und es geht noch bis z weiter. Wer viel reist bekommt immer zielsicherer ein Gespür, wie die Einheimischen so ticken und wie nett die zu Anfang sind dann auch später bei Problemen reagieren. Mit einfachen Fangfragen erkennt man auch die wirkliche Toleranzgrenze, z.B.: “Was sollte ich in Eurem Land möglichst nicht machen oder sagen, um Ärger zu vermeiden?” “Was beleidigt Euch am meisten?” “Wer sind Eure Freunde und Feinde?”
Bei Israel kommt erschwerend hinzu, dass die Faschisten in der Regierung demokratisch gewählt wurden, weshalb die Bürger moralisch voll haften.
klar hat Du recht,
das endet nicht bei (d)
aber es gibt etwas Tückisches, was die Deutschen mal ‘Gestalt’ genannt haben.
Etwas wie der ‘Jude’.
Was die Israelis irgendwie nicht zu kapieren scheinen, ist, dass es 200 andere Staaten gibt, und die eine ‘Gestalt’ (als identifizierbaren ‘Staat’) sehen wollen.
Im Sinn einer Komplexitätsreduktion. Gibt ja schliesslich noch 199 andere.
Wer sich da als #1 sieht, wird logischerweise abgestraft.
Also etwas Bescheidenheit, bitte.
Auch wir Deutschen beugen uns dem. Prince Harry tritt als Nazi auf, undsoweiter.
Da ist Bescheidenheit angesagt. Auch wenn der Anlass reichlich irrsinnig war.
Ich weiss nicht, wer das ianno dunnemals im deutschen Kontext bemerkt hat, aber es heisst doch GEDULD, GEDULD, GEDULD, und Demut.
Ich bekenne mich ausdrücklich dazu!
Mein skeptischer Bezug auf die Hasbara kommt daher, dass nicht nur ich, sondern offenbar auch das Gros der Weltbevölkerung die israelische Haltung nicht gutheisst.
“Wir sind die Besten, wir beherrschen mit 1,8% Bevölkerung die kompletten USA!”,
backfires dann, wenn die Chinesen abwinken, und die >90% Beherrschung des US-Congress wie gewohnt eben NICHT mehr wirkt.
Wird interessant zu beobachten sein.
Wenn ich das noch erlebe.
(Sorry, wenn das mal wieder over-the-top war.
Ich schreib’ das so hin, wie ich es momentan denke.
Mit bestem Wissen und Gewissen.
Danke.
Amen.)
Das kann ich so mal garnicht unterstreichen. Wenn überhaupt, dann vielleicht die Regierung. Die “einfache” Bevölkerung will doch eigentlich nur friedlich ihr Leben leben. Es sind die Politiker, die aus falschen Ideologien, oder falschen Gründen falsche Entscheidungen treffen und es sind die “hohen” Militärs, die dann Befehle geben, die, sanft ausgedrückt, menschenrechtlich zweifelhaft sind.
Nein, ich habe ganz sicher nichts gegen den Israelischen Bäcker, der nichts weiter will, als seine Familie zu ernähren. Was mir Israel so unsympatisch macht, ist der rücksichtslose Egoismus, sich gegen Völkerrechte, gegen unterzeichnete UN Vereinbarungen und last not least gegen jeden Humanismus einfach mit der Axt durchzusetzen. Es fehlt einfach am Willen zum friedlichen Miteinander. Es fehlt an der Einsicht, dass man sich an unterzeichnete Vereinbarungen halten muss, wenn man Vertrauen gewinnen will. Es fehlt selbst an dem nötigen Fingerspitzengefühl und der Fähigkeit nachzudenken, bevor man seine eigenen “Freunde” angreift. Und immerhin hat Israel in internationalen Gewässern ein Türkisches Schiff angegriffen…also ein Schiff von einem NATO Mitglied. Also von seinen westlichen “Freunden”. Auch ist es (zumindest für mich) wenig glaubwürdig, wenn unter dem Argument der Selbstverteidigung ein Offensivangriff mit Panzern, Flugzeugen und tausenden von modern bewaffneten Soldaten gegen die Zivilbevölkerung in Palästina geführt wird. Es trägt auch nicht zur Sympatiebildung bei, dass UN Hilfslieferungen wochenlang an der Grenze aufgehalten werden. Und und und…so verhällt sich kein Staat, der von sich in Anspruch nehmen möchte, eine Demokratie und westlich orientiert zu sein. So verhällt sich ein Militärregime, dass Lebensraum im Osten “braucht”. Den Spruch kennen wir ja schmerzlich selber noch.
In diesem Sinne…..
das Zitat ist nicht von mir.
(Der ‘Flaschengeist’ — das unterstelle ich mal, hat es auch nicht so gemeint.)
Ich habe das ausdrücklich vermieden!
Es stimmt nicht.
OK?
Das ist auch genau das, was ich in #6.b und weiter oben ausdrücken wollte.
‘Sympathie’ heisst ja: Von der gleichen Art sein, oder sich als solche erkennen.
In trüben Momenten meine ich, dass es gerade die VERSCHIEDENHEIT ist, die die Israelis zum Rest der Menschheit postulieren.
Aber bleiben wir beim Verhältnis zu den Palästinensern und den Libanesen.
Die Verschiedenheit wird zu Suprematismus.
Man pisackt sie mit dollen eigenentwickelten Drohnen (Gaza) oder importiertem US-Gerät (Libanon) -Fxx fighter airplanes. Ich bin begeistert.
Technologie im Überfluss.
Menschlichkeit wo genau?
In der Torah zu finden?
Das ist das, was dem Rest der Menschheit so bitter aufstösst.
Mit lauter Einsteins haben wir es offenbar nicht zu tun.
Kakerlaken werden die Zukunft beherrschen.
Heisst es.
Zeit, sich zu verwandeln.
@ groo
Das ist nicht “over-the-top”, nicht nur unter der Gürtellinie, sondern unterirdisch. Hoffentlich nicht entlarvend. Schäm dich.
Zum Thema: http://www.badnews.org.ru/news/evrei_i_evrejskoe_gosudarstvo_sionistskaja_ideologija_umiraet_medlenno_no_verno/2010-11-08-4635
Kyrillic always looks like bad news
werter Truvor.
ich weiss, dass Du nahe am Osten gebaut hast.
Wenn ich englische Quellen zitiere, haust Du mir/uns russische Quellen um die Ohren.
Ich kann die mühsam übersetzen, aber magst Du Deine -ähem- temporär- systemische Unterlegenheit bitte danke mal anerkennen?
;)
(Der Westen killt sich selbst. Früher oder später. Nur eine Frage der Zeit. Keine Angst)
Also brauchst Du Dich nicht zu verstecken!
@ groo
Ich bin einfach faul heute zu schreiben. :-)
PS. Übrigens, den, von mir, verlinkten Artikel habe ich noch gar nicht gelesen.
Ist er es überhaupt wert, gelesen zu werden ? :-)
Haha!
Die Araber in Palästina und die Juden in Palästina vertragen sich nicht. Also sollte eine Gruppe die Gegend freiwillig verlassen. Wohin könnten die Araber gehen und wohin könnten die Juden gehen?
was heisst ‘Araber’?
Die Palästinenser haben ein physisches ‘Recht,’ dort zu leben.
Ganz egal wie sie sich nennen.
Die Juden reklamieren ein ‘Recht’ auf Basis einer reichlich abstrakten Schrift-Tradition.
(Die ich persönlich für reichlich dubios halte)
Wer hat nun recht?
Einfach zu entscheiden ist das nicht, wenn man es drauf anlegt.
Die ‘Erbsünde’ der US-Amerikaner (und auch der Spanier-Portugiesen…) war die Vernichtung der Indigenen.
Das haben die Israelis klever in ihren Kontext übersetzt,
Wenig verschieden von der Vertriebenenproblematik hierzulande.
Das geht zurück bis zu CG-Jung und seiner Idee des Geistes des Landes/der Indianer.
Das ist ein schlecht bis garnicht gelöstes Problem.
Sorry.
Es ist spät, und ein griffiger Schluss fällt mir nicht ein.
Es scheint mir aber so :
Der Anspruch auf ein Land ist die lebendige Bewirtschaftung, und nicht ein Buchbezug via Bibel, Thorah etc)
Darum geht der Streit!
Der Judaismus ist eine Buchreligion, und bezieht sich nicht auf Konkretes, sondern auf Buchstaben.
Wobei die Wertigkeit der Buchstaben im Vergleich zum physischen Leben gerade umstritten ist!.
-> Kabbalah –Zahl-Buchstabe-Schrift- der Code ‘Gottes’.
Ist im Hebräischen weitgehend gleich.
Das rechtfertigt die Vereinnahmung des ‘Codespaces’, so to say.
Und der ‘Codespace’ ist das Land.
Das ist das, was die orthodoxen Israelis glauben und anstreben.
Ungefähr wie die Teabagger, aber auf einem etwas höheren Niveau.
Versteht ihr nicht?
Forscht nach, was die Zusammenhänge sind.
Ich habe ja auch nicht unendlich Zeit, eure Pampers zu trocknen.
Also haben die Israelis ein Recht auf Israel, schließlich ist die Mehrheit dort geboren (pdf). Und die Palästinenser haben ein recht auf die Flüchtlingslager?
Deine ‘Tabelle’ ist mE hochproblematitsch.
Streiten wir uns bitte nicht.
Das ist zu wichtig!
OK?
Danke!
Ich würde Juden hier ganz eindeutig duch Zionisten ersetzen, dann stimmt der Satz schon eher.
Und sie mussten ihre Religion auch noch bis zum Bruch biegen, um ihr ‘Recht’ auf das heilige Land zu begründen. Deswegen sind auch so viele orthodoxe Juden entschiedene Gegner des Staates Israel und der zionistischen Ideologie, denn nach ihrem Glauben haben sie noch nicht das Recht auf eine Rückkehr ins heilige Land sondern müssen weiter in der Diaspora leben.
Besser könnte man das Ganze nicht erklären:
http://www.youtube.com/watch?v=63hTOaRu7h4&feature=player_embedded
Sehr kurz: Sobald die Araber aufhören, die Juden ins Meer treiben zu wollen, gibt es Frieden, Freude, Eierkuchen und soger einen palistinänischen Staat – und vielleicht sogar zwei.
Und dieses ist für alle, die mit den “armen” Palistinänsern sympatisieren:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,724358,00.html
(ein Freizeitbad wurde von Hamas-Anhängern angezündet, da die Frauen dort Schischa rauchten).
Schließlich ein Rat an all diejenigen, die Israel so schrecklich finden: Fahrt einfach hin. Reisen sind die beste Bildung. Erlebt einen Tag am Meer in Tel Aviv, spaziert durch die Jerusalemer Altstadt, fahrt nach Bethlehem oder sogar in die West Bank. Vielleicht seht ihr dann das kleine Land Israel mit anderen Augen.
Das werde ich definitiv NIE tun.
Tel Aviv ist so ziemlich das letzte, das ich mir antun werde, bevor ich sterbe.
(Und ich bin weder ein Nazi noch sonst ein Verirrter)
Potentiell einen Henryk M Broder oder seinen ägyptischen Ko-Kasper dort zu treffen, reicht mir schon.
Tolle Wurst … ääh, meinte Aussage mitten in der “5-min”-Uni des Herrn Prager:
Wow, und da sind sogar Ölquellen vorhanden … nett von der isralischen Administration, wie die gönnen können. Dumm nur, dass dieses Land – völkerrechtlich betrachtet – niemals Bestandteil Israels war. Was für mich letztendlich nach Betrachten des kleinen PR-Filmchens bleibt, ist die klare Erkenntnis, dass hier keine neutrale Betrachtung das Nahost-Konflikts thematisiert wird.
Oh man, wenn du das tatsächlich glaubst, dann könnte man denken, dass deine Naivität schon an Dummheit grenzt…
@groo
Ja, es ist spät. Eigentlich wollte ich garnichtmehr antworten, aber zu deiner bemerkung möchte ich doch noch etwas sagen.
Sie trifft vielleicht den Kern…jeder reklamiert irgendetwas für sich, aber eben nur für sich. Wer hat nun recht? Nun, ich denke, jeder dort hat das Recht zu leben. Da werden die Meinungen (hoffentlich) nicht weit auseinander gehen.
Leider ist aber scheinbar gerade dass das Problem. Eine Seite reklamiert das Recht für sich, ist aber nicht bereit es anderen auch zuzugestehen.
Worauf will ich hinaus?
Auf die Frage “Wer hat Recht”…die mag hoffentlich jeder für sich selber beantworten können. Ich muss eine Nacht drüber schlafen ;)
“der Iran ist ein religiös schiitisches Land. Die Türkei ist eine sunnitisch säkulare Republik; Syrien ist ein sunnitisches Land, das von einer kleinen alawitischen Sekte beherrscht wird, deren islamische Identität von Sunniten wie von Schiiten angezweifelt wird. Die Hisbollah ist fanatisch schiitisch, die Hamas ist fanatisch sunnitisch.”
Danke für diese praktische Zusammenfassung, hätte ich gerne schon vor Jahren gehabt.
Aber:
http://de.wikipedia.org/wiki/Aleviten
http://en.wikipedia.org/wiki/Alawi
http://de.wikipedia.org/wiki/Nusairier
False friend oder Fehler in Wikipedia?
@groo
“Was die Israelis irgendwie nicht zu kapieren scheinen, ist, dass es 200 andere Staaten gibt, und die eine ‘Gestalt’ (als identifizierbaren ‘Staat’) sehen wollen.”
Die Israelis sind viel zul klug und gebildet, um nicht genau zu wissen, woher die weltweite Ablehnung ihnen gegenüber herrührt. Sie machen trotzdem einfach so weiter wie bekannt.
Auch in Ländern mit sehr toleranter Bevölkerung wie z.B. Thailand, die auch noch weit weg sind und ohne gemeinsame Geschichte, ist die Abscheu vor Israel im privaten Gespräch sofort
präsent. Das schlechte Image der Juden wurde durch Israel unterirdisch. Sie sind in das falsche Land eingewandert – sie müssen wieder auswandern oder Modell Südafrika ohne homelands und Apartheid.
Ist schon richtig Ekelhaft hier, all diese antisemitisch braunen Parolen gegen Israel zu lesen.
Tut mir leid für Sie, Susi Bibelgraus, dass sich hier keine Antideutschen und PIpifanten tummeln. Um sich in Ihrer heiligen Meinung bestärkt zu fühlen, sollten Sie mal einfach auf einer HASBARA-Seite ihres Vertrauens vorbeischauen…
Ach ja, wenn man keine Argumente hat, dann wird einfach schnell mal die Nazikeule ausgepackt.
Nur dumm, daß das nicht mehr zieht.
Merke:
Antizionismus ist nicht gleich Antisemitismus.
Obama wird an den meisten Tagen nicht einmal entscheiden können,
wann er zu frühstücken hat. Es gibt immer Menschen hinter dem Vorhang,
die – ganz offiziell oder im Verborgenen – die Planung übernehmen.
Zu der Anekdote mit Pferd und Edelmann lässt sich noch sagen, dass irgendwann auch der Bauer verstorben sein wird. Gestern kloppten sich die Stämme mit den Imperatoren und Conquistadoren, heute gilt der Nationalstaat mit unbedingtem Recht auf Existenz als Ende der Geschichte, morgen wird es supra-nationale Organisationsformen geben.
Ob das dann im Sinne der NWO geschieht, wie sie bisher verstanden wird, ob es bis dahin echte Demokratie (Mitreden, Mitmachen, Mitsein) geben wird, werden die meisten von uns vielleicht gar nicht mehr erleben.
Das hat etwas seltsam Trauriges, weil doch anzunehmen ist, der Mensch von heute wäre sehr schnell in der Lage, Verhältnisse zu schaffen, die das Wohl der gesamten Erde im Blick haben.
Bis zum Oslo Abkommen war ich Israel freundlich gesonnen. Danach haben die Israelis jeden sinnvollen Fortschritt unterbunden, bis schließlich Israel offiziell und einseitig beerdigt. Dann gab es mal, in den Anfangstagen des bereits einigermaßen vergessenen US Außenministers Colin Powell die “Roadmap”, ein reines Zeitgewinnprogramm.
Dass die Grenzen Israels undefiniert wären, ist übrigens eine falsche Annahme. Von der UNO und auch vom Internationalen Gerichtshof gibt es hier eindeutige Aussagen. Mehr noch, die Genfer Konventionen informieren eindeutigst darüber, wie mit im Krieg besetzten Gebieten zu verfahren ist, und wie nicht.
Israel tritt also genau jenes internationale Recht, dass seine einzige juristische Existenzgrundlage darstellt mit Füßen.
Darüber hinaus verweise ich auf den zwei Mal, zuletzt 2007, von Saudi Arabien vorgetragenen Friedensplan, der einen Rückzug Israels auf die Grenzen von 1967 vorsah und eine vorbehaltlose Anerkennung Israels durch die arabischen Staaten mit sich bringen sollte. Der Plan wurde von Israel und vom Westen voll ignoriert.
Die Sache ist übrigens auch nicht so, dass Israel notwendigerweise alle Siedlungen aufgeben müsste. Israel müsste den Palästinensern, den rechtmäßigen Eigentümern des Territoriums dann halt ein gutes Angebt machen. Wenn es nicht gut genug ist, dann eben nicht.
Israel bleibt ein Aussätziger der Völkergemeinschaft und verstößt wie kaum ein anderes Land nachhaltig gegen gültiges Völkerrecht.