Kampf um den Ölpreis
geschrieben am 17. Dezember 2008 von Spiegelfechter
Seit seinem irrationalen Peak im Juli dieses Jahres ist der Ölpreis förmlich implodiert. In Dollar notiert betrug er letzte Woche nur noch ein Drittel des Höchstpreises vom Sommer und auch in Euro notiert, hat er gut die Hälfte verloren. Diese Achterbahnfahrt hat massive Auswirkungen für die Volkswirtschaften der Industrie- und der Ölförderstaaten. Während die Industriestaaten in dem Preisverfall eine glückliche Fügung für das Konsumbudget der Bevölkerung sehen, sehen die Ölförderstaaten bei dauerhaft niedrigen Preisen ihren Staatshaushalt gefährdet. Um den Ölpreis wieder auf ein ?gesundes? Niveau zu heben ? das je nach Haushalt des betreffenden Staates zwischen 75 und 100 US$ je Barrel liegt ? wollen die OPEC-Staaten nun die Fördermenge drastisch kürzen. Auch der zweitgrößte Ölexporteur Russland ist vom Ölpreis abhängig und hat bereits angekündigt, sich mit der OPEC solidarisch zu erklären und ebenfalls die Fördermenge zu reduzieren. Sogar ein Beitritt zur OPEC wird vom russischen Präsidenten Medwedew nicht mehr ausgeschlossen. Es ist allerdings fraglich, ob die Ölförderstaaten es überhaupt vermögen, einen mittelfristigen Preisverfall zu stoppen, da die Nachfrageseite durch Kredit- und Weltwirtschaftskrise rapide schrumpft.
Der Ölpreis implodiert
Zum erst Mal seit 25 Jahren wird die weltweite Nachfrage nach Öl sinken. Die internationale Energieagentur IEA senkte in ihrem jüngsten Monatsbericht die Prognose für das laufende Jahr um 350.000 Barrel auf 85,8 Mio. Barrel pro Tag. Für das nächste Jahr prognostiziert die amerikanische Energiebehörde EIA einen weiteren Rückgang der Nachfrage um 450.000 Barrel pro Tag. Die Nachfrage des größten Ölimporteurs, den USA, ist dieses Jahr um 6,3% gesunken und wird nach Schätzungen der IEA im nächsten Jahr um weitere 1,4% sinken. Dieser Rückgang ist vor allem dem rückläufigen Verkehrsaufkommen geschuldet, das zuletzt alleine im Oktober trotz gefallener Ölpreise um 3,5% gesunken ist. Sogar in China ist die Ölnachfrage im November um 3,5% gesunken.

Dieser Nachfragerückgang hat dazu geführt, dass der Markt überversorgt ist ? international operierende Ölfirmen sind bereits dazu übergegangen, ihre Öltanker als schwimmende Lagerstätten zu gebrauchen. Jegliche Versuche der OPEC, diesen Preisverfall zu stoppen, schlugen bis jetzt fehl. Am 1. November hatte die OPEC beschlossen, die Fördermenge um 1,5 Mio. Barrel pro Tag zu reduzieren. Dies hatte keine Auswirkungen auf den Preisverfall und Experten bezweifeln inzwischen die Förderdisziplin der einzelnen OPEC-Staaten. Lippenbekenntnisse sind eines, sich auch an an die beschlossenen Förderquoten zu halten, ein anderes. Bereits in der Vergangenheit haben sich die OPEC-Beschlüsse, den Ölpreis durch rigide Förderverknappung zu steigern, in den meisten Fällen nicht umsetzen lassen, da es keine wirksame Kontrolle gibt und die Versuchung für viele kleinere OPEC-Mitglieder groß ist, auf Kosten der Allgemeinheit Profit zu machen. Die mangelnde Förderdisziplin ist die ?Tragedy of the commons? der Ölförderstaaten.

Der Anteil der Ölfördermenge der OPEC am Weltmarkt ist seit den Hochzeiten der OPEC-Macht in den 1970ern merklich gesunken. Wenn die OPEC am morgigen Donnerstag wie angenommen eine Verknappung ihrer Förderung um weitere 2 Mio. Barrel beschließt, so wäre dies sogar im theoretischen Fall, dass sich alle Staaten an diese Regelung halten, nur ein Angebotsrückgang von 4%. Dies stellt bei einem rückläufigen Nachfragemarkt nur eine geringe Verknappung des Überangebotes dar, die von anderen Ölförderstaaten, die nicht in der OPEC organisiert sind, weiter untergraben wird.
Gründe für den Preissturz
Sowohl das verschobene Verhältnis von Angebot und Nachfrage, als auch Spekulation sind für den Preissturz verantwortlich. Die prekäre Marktlage zu Beginn des Jahres, in der das Angebot nicht mehr mit der Nachfragesteigerung mithalten konnte, wurde von Spekulanten ausgenutzt, um auf einen steigenden Ölpreis zu wetten. In dieser Phase wurde auf Käuferseite Papieröl im Volumen von rund 1,8 Mio. Barrel pro Tag gekauft ? dies entspricht ungefähr der Nachfrage Großbritanniens ?, was die Preise in einem angespannten Marktumfeld irreal in die Höhe trieb. Diese Blase ist im Juli geplatzt, als die ersten Akteure, die zu gierig am großen Rad gedreht hatten, in bankrott gingen. Alleine der Konkurs der amerikanischen Semgroup, einem der größten Spieler am Markt, hat Kontrakte im geschätzten Volumen von 50 Mio. Barrel platzen lassen. Semgroup, ehemals die Nummer 18 unter den nicht börsennotierten Unternehmen der USA, hat im großen Stil gegen steigende Ölpreise gewettet und damit binnen zweier Quartale rund 2,5 Mrd. US$ verzockt. Da Warentermingeschäfte Nullsummenspiele sind, mussten die abzuschreibenden Spielschulden von Semgroup und anderen von den vermeintlichen Gewinnern liquidiert werden, was der Preisspirale ein jähes Ende setze. Verstärkt wurde diese Entwicklung durch finanzkrisenbedingte Liquiditätsprobleme und höhere Anforderungen an die Eigenkapitalquote bei institutionellen Zockern. Warenterminkontrakte sind schnell und einfach zu liquidieren. Die künstliche Nachfrage von 1,8 Mio. Barrel pro Tag verschwand in den nächsten Monaten so schnell aus den Märkten, wie sie zu Anfang des Jahres aufgebaut wurde.
Neben Finanzmarktspekulationen ist auch der Handel mit ?echtem? Öl verantwortlich für den rapiden Preisverfall. Basis für alle Spekulationen war die mangelnde Reservekapazität der Förderstaaten. Da bei kaum einem anderen Gut die Angebotsseite derart unflexibel ist und kaum ein anderes Gut derart unelastisch auf Preisbewegungen reagiert, ist Erdöl ein ideales Spekulationsobjekt. Immer dann, wenn die Nachfrage kaum mehr durch eine Ausweitung der Förderung gedeckt werden kann, wird der Preis für Erdöl wieder ?explodieren?.
Die OPEC muss den Gürtel enger schnallen
Die erdölfördernden Staaten haben ihre Haushalte an den hohen Ölpreis angepasst und sind nun davon abhängig, einen Mindestpreis für ihr wichtigstes Exportgut zu erzielen. Relativ komfortabel ist die Situation für Saudi-Arabien. Der größte Ölförderstaat kalkuliert seinen Staatshaushalt auf Basis eines Ölpreises von 49 US$ je Barrel, Venezuela kalkuliert auf Basis von 60 US$. Russland kalkuliert mit 70 US$ je Barrel und einige OPEC-Staaten wie Iran haben sich vom günstigen Marktumfeld gar verleiten lassen, eine Preisbasis von 90 US$ je Barrel als Grundlage für ihren Staatshaushalt anzunehmen. Für diese Staaten wird es aller Voraussicht nach 2009 sehr eng werden, wenn der Ölpreis nicht schnell wieder in alte Höhen schnellt, was kaum anzunehmen ist. Venezuela wird bereits im nächsten Jahr Probleme bekommen, seine Sozialprogramme zu finanzieren, ohne vom großzügigen Aufkäufer von Staatsanleihen anderer südamerikanischer Staaten selbst zum Schuldner zu mutieren. Auch der wirtschaftlich gebeutelte Iran könnte arge Probleme bekommen, die nötigen Sozialausgaben zu bezahlen. In beiden Staaten könnte das abzusehende Ende des Ölpreisbooms daher zu sozialen Unruhen führen.
Wohin bewegt sich der Ölpreis?
Die meisten Experten gehen davon aus, dass sich der Ölpreis mittelfristig auf dem momentanen Niveau stabilisiert ? die Bank of China rechnet beispielsweise mit einem langfristigem Gleichgewichtspreis von 35 US$ je Barrel. Aber dieses Szenario könnte bei einer sich halbwegs stabilisierenden Weltwirtschaft mittelfristig wieder von der mangelnden Förderreserve eingeholt werden.
Die IEA hat in ihrem diesjährigem ?World Energy Outlook? ihre Annahmen für den Förderrückgang der bestehenden Ölfelder drastisch erhöht. Letztes Jahr sagten die internationalen Experten noch einen Rückgang der maximalen Förderkapazitäten von 3,6% pro Jahr voraus. In ihrem aktuellen Bericht hat die IEA diese Prognose auf 6,7% erhöht ? bei einer geschätzten maximalen Förderung von 80 Mio. Barrel pro Tag müssten daher jedes Jahr neue Ölfelder mit einer Kapazität von über 5 Mio. Barrel pro Tag entdeckt und erschlossen werden, um das momentane Förderniveau zu halten. Da die Exploration neuer Ölfelder direkt mit dem Ölpreis zusammenhängt, wird es bei langfristigen Ölpreisen unter der 80 US$-Marke kaum neue Fördergebiete geben, da die Explorationskosten erst ab einem höheren Ölpreis refinanziert werden können.
Eine mittel- bis langfristige Konsolidierung des Ölpreises ist daher zwangsläufig anzunehmen. Es ist nicht die Frage, ob Öl wieder zum ?alten? Höchstpreis zurückkehren wird, sondern wann. Der reale Spielraum zwischen Nachfrage und Angebot ist sehr gering. Auch wenn die OPEC-Staaten in den nächsten Jahren undiszipliniert mehr Öl verkaufen, als es ihnen die Quoten zugestehen, wird der ?natürliche? Förderrückgang von 6,7% pro Jahr à la longue den Markt wieder in die Situation bringen, dass die Nachfrage nicht mehr gedeckt werden kann und dann gibt es für den Ölpreis nur eine Richtung ? steil bergauf.
Jens Berger
Bildnachweis: Bild 1 Mother Jones
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Das verstehe ich nicht. Wie verträgt sich die Nichtrefinanzierbarkeit mit den astronomischen Reingewinnen von Big Oil und den Überschüssen, die z.B. Saudi Arabien bei einer Kalkulationsbasis von 49 Dollar macht?
Der Markt, der angeblich immer alles einpreist, hat sich heftigst verspekuliert (s. Chart).
Beeindruckend, die Weisheit der Märkte!
Dumm nur, dass sie regelmäßig falsch liegen.
Nachdem die Nachfrage für Energieträger zwangsläufig nur bei wachsender Weltwirtschaft steigen kann, wird auch klar, dass bei einer weltweiten Rezession auch die Ölnachfrage sinkt.
Sinkende Nachfrage nach Energieträgern ist imho einer der besten Indikatoren für das Ausmaß einer wirtschatlichen Kontraktion, nachdem Regierungen gerenell dazu neigen solche Entwicklungen durch geschickte Statistiken zu verfälschen. (also wenn eine Wirtschaft in absoluten Zahlen weniger Energieträger für die Aufrechterhaltung ihrer Wirtschaftsleistung benötigt)
@Value
Es geht bei der Exploration neuer Gebiete vornehmlich um Tiefsee-, Arktis- oder Ölsandvorkommen. Die Exploration ist dort wesentlich(!) teurer als im Nahen Osten.
@ #2
Wie sollte Öl denn gehandelt werden, wenn nicht am Markt? Sollte dann ein guter Mensch den “fairen” und sozial gerechten Preis festlegen?
Weniger Spekulation wäre natürlich besser. In dem Artikel beschreibt Jens doch deutlich, dass nicht nur die Spekulation den Preis in die Höhe getrieben hat.
Wer ist eigentlich dieser Markt? Und warum ist er ein Arschloch?
@2 Otti
Wieso falsch? Für jeden Gewinner gibt es beim “Rohstoffzocken” auch einen Verlierer – und der Michel fährt auch bei 2? pro Liter munter spazieren. Der Markt hat also streng genommen nie falsch gelegen.
@5 jamesf
Vor allem, was ist “fair”? Herr Chavez und Herr Ahmadinedschad haben da ganz andere Vorstellungen als unsereins.
wer ist unsereins?
@3del
Diejenigen, die Öl oder Gas kaufen “müssen”
der derzeitige ölpreis wurde mehrmals vor einem halben jahr vorausgesagt:
http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=56278
und von elli selbst.
in einer woche kommt der weihnachtsmann…
Um die ADAC-Kampagne “Tut endlich was!”, ist es plötzlich ganz leise geworden. Diese populistische Kampagne à la Bild, die mit dem Gestus eines Volksaufstandes die Politik zur Senkung des Benzinpreises zwingen wollte, ist es ganz still geworden. Selbst auf ihrer Homepage ist von Volksaufstand nichts mehr zu spüren.
Ich erinnere daran, weil ja bald Jahreswechsel ist. Zu meinen Vorsätzen gehört, dass ich endlich diesem dummen Autolobby-Club den Rücken kehre. ADAC: Partner von Shell. Wäre ich nicht so bequem, sie hätten längst einen Partner weniger!
Gier macht blind.
Grundsätzlich ist ja der Aufholprozess vieler Schwellenländer in den letzten Jahren positiv für Rohstoff-Exporteure. Die wirtschaftliche Liberalisierung Chinas und Indiens haben ja erst für den Nachfrage-Boom gesorgt. Dies wird bleiben und irgendwann geht die Weltwirtschaft auch wieder nach oben.
Aus Sicht der Ölexporteure gibts die dutch-disease Problematik: Die starke Auslands-Nachfrage nach dem einen, zeitlich irgendwie auch begrenzten Gut erhöht das inländische Preisniveau. Das wiederum behindert die Wettbewerbsfähigkeit der übrigen innländischen Wirtschaftssektoren.
Rohstoffpreise schwanken stark. Diese Abhängigkeit ist gefährlich.
Verschiedene Länder (Norwegen, Chile, Brasilien) haben umfangreiche staatliche Ausgleichsfonds für diese Schwankungen. In Zeiten hoher Preise fließt Geld in diese Fonds, in Zeiten niedriger Preise kann der Staat dann daraus schöpfen. So wird es überhaupt erst möglich, anderen import-konkurrierenden oder export-orientierten Sektoren eine langfristig stabile Basis zu geben. Selbstverständlich profitieren auch die Produzenten nicht-handelbarer Güter von der weniger volatilen Nachfrage.
Kennzeichnend für Rohstoffexporteure ist, dass sich in Zeiten hoher Preise auch vorsichtig gesprochen nicht so übermässig intelligente Regierungen großer Beliebtheit erfreuen können. Durch die hohen extra-Profite lassen sich halt alle möglichen Forderungen erfüllen: etwa von niedrigen Wiskey und Luxusautopreisen wg. einer überbewerteter Währung über Kriegsspielzeug für die Herren Militärs bis zu subventionierten Lebensmittel-Importen für die Armen. Ob dies eine nachhaltige Politik darstellt, wird die Krise nun zeigen.
@Lemmy
“Subventionierte Nahrungsmittelimporte für Arme” ist ein komisches Negativbeispiel.. Sollen diese Regierungen lieber die Gewinne in tolle Paläste investieren, und die Bevölkerung hungern lassen? ;-)
Klar, vllt kurbelt dass irgendwann mal den Tourismus an, wenn diese Objekte zu UNESCO Weltkulturberbe erklärt wurden, aber soviel Weitsicht würde ich keiner Regierung zugestehen. :P
Der starke Einbruch des Ölpreises wird wohl zu einem starken Einbruch der Auftragseingänge aus den erdölexportierenden Staaten bei den exportorientierten Unternehmen führen. Die deutsche Wirtschaft ist in den vergangenen Jahren zunehmend vom Export abhängig geworden. Dieser beträgt mittlerweile mehr als 45 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Lieber Dominik.
Wo hab ich gesagt, dass die Regierung besser in “tolle Paläste” investiert hätte?
Ich wiederhole lediglich meinen Zweifel, ob die von vielen euro kids gerne bejubelte Regierung Chávez wirklich zu einer dringend notwendigen nachhaltigen Entwicklung der venezoelanischen Gesellschaft beiträgt. Ich hab da so meine Zweifel.
Für Rohstoff-Exporteure zeigt sich die Nachhaltigkeit in den Zeiten der zyklisch immer wieder auftretenden Phasen ungünstiger Terms of Trade. Ich hoffe das recht starke Interesse an Venezuela hält in den nächsten 2 Jahren an.
Übrigens haben sich einige Chavistas sehr wohl schöne Häuser gebaut. Der Bundesstaat Barinas wäre bei den letzten Länderwahlen fast an einen nicht-chavista verloren gegangen, weil da ein gewisser Unmut über den – vorsichtig gesprochen – recht luxuriösen und mit viel neuen Landbesitz verbunden Lebensstil der Familie Chávez aufgekommen ist.
@jamesf und SF, 5 und 6
Wenn die Funktion der Märkte hauptsächlich im Zocken besteht, dann sind sie – in der Tat – “Arschlöcher”.
Im jetzigen Verfall der Preise liegt deren Anstieg im nächsten Jahrzehnt wegen nun unterlassener Investitionen (Exploration etc.) begründet.
Der Übertreibung folgt die Untertreibung. Der Gier folgt die Furcht.
Angst herrscht im Kindergarten der Finanzmärkte.
Die Kindergärtnerinnen (Regierungen, Notenbanken, Gesetzgeber) haben ihre Aufgaben nicht wahrgenommen, sondern nach der Pfeife verantwortungsloser und -unfähiger Bälger getanzt.
Die Aufsichtspersonen haben durch die Bank schlicht und einfach versagt.
@17 otti
Der jetzt niedrige Benzinpreis wird vermutlich auch dazu beitragen, dass es erst recht zu keinen ernsthaften Anstrengungen kommen wird, sich in der Energieversorgung von Erdoel und anderen fossilen Energietraegern weniger abhaengig zu machen.
Es wird also nicht nur die Angebotsseite vernachlaessigt werden (Exploration) sondern auch die Nachfrageseite.
Um in deiner Metapher zu bleiben:
Schluss mit der antiautoritaeren Erziehung im Kindergarten der freien Marktwirtschaft ;)
@17,18: genau. Ein entschlossener starker Mann kann die Preise viel besser festlegen als dieser kindliche Markt.
Damit das richtig effektiv ist, müssen die Reihen des Volkes fest geschlossen hinter diesem Mann stehen.
Gefangene werden nicht gemacht. Verräter am Willen des Volkes werden erschossen.
Auf Kosten der Allgemeinheit macht dieses Kartell durchaus Profit. Auf Kosten aller Erdölkonsumenten. Merkwürdige Formulierung das.
Es wäre vielleicht auch sinnvoll in Bezug auf Rohstoffbörsen, Warentermingeschäften u.ä. nicht von Zockern und Kasino zu reden. Macht sich gut, wird der Sache aber nicht wirklich gerecht. Diese Märkte sind für Produzenten ebenso wie für Abnehmer wichtige Einrichtungen um sich gegen Preisschwankungen in der Zukunft abzusichern und nicht einfach nur eine etwas größeres Las Vegas ohne Siegfried und Roy.
Soviel zum Sozialismus des 21. Jh. Ist eben eine klassische Rentenökonomie die Chavez da betreibt, kein nachhaltiges Wirtschaften.
@19 Lemmy
Da ist er wieder, der Kabarettist.
Wenn jemand gegen das eine Extrem ist, heisst das natuerlich automatisch, dass er vorbehaltlos fuer das andere Extrem einsteht. Ja Lemmy, du hast uns erkannt. Wir sind die Speerspitze der KPdSU. Die Rote Garde Fraktion. Die Revolution der Werktaetigen steht bevor, die allen Manager, Boersenmakler, FDP-Mitglieder und anderen kapitalistische Ausbeutern ihren Platz in den sibirischen Arbeitslagern zuweisen wird!
PS: Schlag mal in einem halbwegs gutem Lehrbuch der Mikrooekonomie unter “Monopolmarkt” und “Oligopol” nach. Wenn Du die entsprechenden Standardmodelle durchgearbeitet und (hoffentlich) verstanden hast, wirst Du vielleicht nachvollziehen koennen, dass man kein ideologisch gefestigter Leninist sein muss, um unkontrollierte Maerkte fuer wirtschaftlich ineffizient zu halten.
Und diese Kontrolle muss nicht unbedingt vom “Starken Mann” ausgeuebt werden. Eine demokratische Regierung kann das auch. Faschisten sind wir also auch nicht zwangsweise.
PPS: ?Rettet Lemmy vor den roten Flut? ;)
Ach Golden Boy,
weisst du eigentlich wie viele gescheiterte Versuche es gibt, in denen demokratisch regierte Regierungen versucht haben, massiv Preise festzulegen?
Wirkliche Preise werden nach deutlich komplexeren Mechanismen gesetzt als nach den übrigens auch mir bekannten mikroökonomischen Standardmodellen.
Demokratisch gewählt werden Politiker nach deinem gusto in Deutschland sowieso nicht.
@17, 18
zur ergänzung von 19, kleine Anmerkung zur Weisheit staatlicher Akteure bei der Festsetzung von Preisen ( Econlib über Sozialismus: http://tinyurl.com/yb5owr):
In 1982, to stimulate the production of gloves from moleskins, the Soviet government raised the price it was willing to pay for moleskins from twenty to fifty kopecks per pelt. Smelev and Popov noted:
?State purchases increased, and now all the distribution centers are filled with these pelts. Industry is unable to use them all, and they often rot in warehouses before they can be processed. The Ministry of Light Industry has already requested Goskomtsen [the State Committee on Prices] twice to lower prices, but ?the question has not been decided? yet. This is not surprising. Its members are too busy to decide. They have no time: besides setting prices on these pelts, they have to keep track of another 24 million prices. And how can they possibly know how much to lower the price today, so they won?t have to raise it tomorrow?”
Smelev, Nikolai, and Vladimir Popov. The Turning Point. New York: Doubleday, 1989
@23 fpk:
Bleib mal bitte bei der Sache. Von staatlicher Preisfestsetzung war weder in 17 noch in meiner Ergaenzung dazu irgendetwas gesagt.
@22 Lemmy:
Sind wir schon auf dem Niveau, dass wir unsere (Deck-)Namen veballhornen.
Amuesant, amuesant…
@Goldener Reiter:
Sorry für die Verballhornung (im ernst).
Frage: Du schreibst einmal, dass eine demokratisch gewählte Regierung Preiskontrollen ausüben soll. Dann bist du gegen staatliche Preisfestsetzung. Ist da nicht ein Widerspruch?
Das System relativer Preise ist für mich der entscheidende Punkt. Aufgrund der Komplexität des Systems halte ich es für unmöglich, Preise im großen Umfang staatlich zu kontrollieren.
Ist doch alles super! Da kann man es doch so machen wie das Merkel das auf Adenauers Spuren wandelt – getreu dem Motto: “Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?” – und wieder zahlreich dicke fette SUV’s mit eigener Tankstelle verkonsumieren… denn mit spritvernichtenden Mörder-Geländewagen kurbelt man nicht nur die Konjunktur an, man spart dank des intellektuellen Düsentriebs Tiefensee sogar noch bares Geld – dann können die armen Unterschichtler auch Morgen noch kräftig in ihren neuen Opel reinbeissen… wer will da noch sagen die Autoindustrie produziere am Markt vorbei? Frei Öl für alle!
@13 Lemmy
Das ist ganz richtig beobachtet ? die Einführung von Marktmechanismen, die die Volatilität der Preise ?zähmen?, wäre daher sinnvoll. Da müsste man sich mal seitens OECD und OPEC zusammensetzen. Auch wenn Spekulationen nur für einen Teil der Volatilität verantwortlich sind, kann eigentlich weder die OECD noch die OPEC ein Interesse daran haben, die Ware Öl zum Spielball im Kasino werden zu lassen. Warentermingeschäfte sind ja auch wirtschaftlich sinnvoll, wenn sie mit realwirtschaftlichen Vorgängen zu tun haben. Natürlich könnte man den Handel für Papieröl streng reglementieren. Dafür bräuchte es nur eine zentrale Clearingstelle mit weiten Befugnissen. Das ist kein Sozialismus sondern kluge Marktwirtschaft.
Das haben Russland, Saudi-Arabien, Kuwait, die VAE und andere auch.
Das ist Deine Wertung, die einer kritischen Überprüfung so nicht statthalten kann, da Du wieder einmal auf Teufel komm raus verallgemeinerst. Natürlich gibt es auch Rohstoffexporteure, die eine ziemlich dumme Politik betreiben, die Regel ist das aber nicht.
@17 Otti
Die Funktion besteht allerdings “hauptsächlich” in der Preisfestlegung für physische Handelsgüter. Ich habe im Text ja das Volumen des in Spitzenzeiten gehandelten Papieröls benannt – 1,8 Mio. Barrel pro Tag also weniger als 1/40 des realen Handelsvolumens. Bitte nicht übertreiben!
Ja, richtig – aber wie willst Du das ändern? Wie willst Du die Preise festlegen? Erzähle es mir, ich bin gespannt.
@ Lemmy
Passt schon, bin ja auch nicht zimperlich ;)
Grundsaetzlich ist es natuerlich richtig, dass eine planwirtschaftliche Preiskontrolle in grossem Stil un- oder wenigstens schwer durchfuehrbar waehre. Wegen der damit bedingten Unflexibilitaet waere sie zumindest in hohem Masse ineffizient.
Aber mit “Kontrolle” meine ich dass gar nicht. Da war ich nicht ausfuehrlich genug.
Problematisch sind in einem marktwirtschaftlichen System aber immer Maerkte, die zu stark vom idealen Markt (mit vollstaendiger Information, einer Vielzahl von Marktteilnehmern auf beiden Seiten, homogene Gueter usw. usf.) abweichen. Der Monopolmarkt ist da ein gutes Beispiel. Und auch wenn die Realitaet immer komplexer ist als das Modell, heisst das ja nicht, dass diese Defekte durch andere Einfluesse automatisch korrigiert werden.
Das Problem mit uebertriebenen Preissteigerungen und -stuerzen liesse sich schon einmal vermindern, wenn man Spekulationsgewinne staerker besteuern wuerde. Die Moeglichkeiten zu Leerverkaeufen, die auch zum Problem werden koennen, kann man durch strengere Regeln einschraenken bzw. ganz verbieten.
Dadurch kann man eine funktionierende Marktwirtschaft auch herstellen. Ohne Preisfestsetzung. Nur ist das dann eben keine absolut “freie” Marktwirtschaft, im Sinne der Deregulierungsapostel. Letztlich laeuft es darauf hinaus, Partikularinteressen nur insofern stattzugeben, wie sie berechtigte Interessen der Gesamtheit nicht offensichtlich verletzen.
Fraglich ist natuerlich, wie dass im Detail auszugestalten und umzusetzen ist. Dazu braeuchten wir Regierungen, die sich am Gemeinwohl und am “Volkswillen” orientieren (wie immer man den feststellen will). Das unsere Politiker in diesem Sinne nicht “demokratisch” sind, in dem Punkt gebe ich Dir voellig recht. Das liegt aber auch daran, dass auch im Volk echte demokratische Gesinnung wenig verbreitet ist.
@20 fpk
Die “Tragedy of the Commons” (schlechte deutsche Übersetzung “Tragik der Allemende”) beschreibt die Gefahr der Übernutzung öffentlicher Güter durch die Akteure, wenn es keine Regeln gibt – dies ist ein volkswirtschaftlicher Terminus. Auf das Beispiel OPEC trifft er nur begrenzt zu, aber der Vergleich ist mE durchaus passend.
Hmm, das ist mE eine kolonialherrische Denke. “Wir” bauten “unseren” Wohlstand darauf auf, Rohstoffe günstig aus den Exportnationen zu beziehen. Das betrachteten “wir” als fair – die Exporteure sehen dies freilich ein wenig anders. Saudi-Arabien als wichtigster OPEC-Staat ist da übrigens sehr pragmatisch – als die Ölpreise im Sommer explodierten, erkannte man dort auch die Gefahr, den “Golddukaten scheißenden Esel” zu schlachten und tat was man konnte (was aber zuwenig war), um den Preis wieder runter zu bringen.
Zum Teil – natürlich. Das hat ja auch jahrzehntelang recht gut geklappt, bis das Verhältnis zugunsten der Zocker gekippt ist. Semgroup war ja beispielsweise ein großer Akteur im Midstreambereich, der natürlich ein Interesse daran haben muss, sich durch Warentermingeschäfte gegen Preisschwankungen abzusichern. Sie haben sich aber bei einem täglichen Handelsvolumen von 500k Barrel mit Shorts für 50 Mio. Barrel eingedeckt – das ist unverantwortliche Zockerei und nichts anderes, zumal das Shorten für einen Midstream-Konzern keine Absicherung, sondern höchstens ein Zusatzgeschäft ist.
Das hängt davon ab, wo man den Ölpreis in Zukunft sieht. Mittel- bis langfristig wird er ganz sicher wieder nach oben durch die Decke gehen, aber ob Venezuela und v.a. auch Iran die Übergangszeit finanzieren können, das steht auf einem anderen Blatt.
@29 Goldener Reiter
Ich sehe da ja durchaus Parallelen zwischen uns beiden, aber ist der Ölmarkt wirklich ein Monopolmarkt? Die OPEC gibt alles, diesen Eindruck zu vermitteln, aber auch sie stehen nur für 40% der Angebotsseite und können zwar versuchen durch die Regulierung des Angebots den Preis zu beeinflussen, aber ob sie das auch wirklich schaffen, ist (siehe Text) mehr als umstritten. Wenn die EU es einmal schaffen sollte, Russland davon zu überzeugen, die Öl-Gaspreisbindung aufzugeben, käme da ein wenig Schwung in die Sache, da die beiden Güter in einigen Anwendungsfälle durchaus substituierbar sind. Aber ohne “Zuckerl” wird sich Russland natürlich nicht darauf einlassen.
@SF
Zu kurz gedacht. Am meisten leiden an hohen Ölpreisen die Länder, die gerade im wirtschaftlichen Aufholprozess begriffen sind und keine eigenen Ölfelder haben.
@31 Spiegelfechter
Stimmt natuerlich, der Oelmarkt ist oligopolistisch mit ein paar “unsicheren Kantonisten” auf Seiten der Oligopolisten. Die Probleme liegen dort bei den (kurzfristig agierenden) Spekulanten und der langfristigen Marktverknappung durch die tendenziell steigende Nachfrage bei gleichzeitig sinkendem Angebot. Langfristig ist Erdoel eine Sackgasse, aus der wir nur herauskommen, wenn auf andere Energiequellen und Energietraeger gesetzt wird.
Wenn man aber in der aktuellen Lage streng marktwirtschaftlicher Logik folgt, wird das den notwendigen Richtungswechsel nur weiter herauszoegern. Oel ist nun einmal wieder reichlich auf dem Markt und daher billig geworden. Aber am grundsaetzlichen Problem aendert sich nichts. Optimistische Oekonomen weisen gerne darauf hin, dass ja auch die Steinzeit nicht deswegen zu Ende ging, weil die Steine ausgingen, sondern duch neue, moderne Technologien. Beim Erdoel hinkt aber gerade dieser Vergleich. Ernsthafte Versuche eine “energiepolitische Wende” herbeizufuehren kann ich derzeit niergendwo erkennen. Erdgas alleine wird nicht ausreichen. Auch ohne die Preisbindung wird steigende Nachfrage den Erdgaspreis ebenfalls hochziehen.
Zugegeben: Das dauert noch einige Zeit. Mittelfristig muessen wir uns noch keine Sorgen machen
@SF
Ums es etwas genauer zu sagen, gehts hier um öffentliche Güter (commons) Meere, Flüsse, die Luft etc., deren Übernutzung und dadurch eine mögliche Zerstörung im Gegensatz zu Gütern mit einem Eigentümer, der ein Interesse an einer nachhaltigen Nutzung hat, weil er sonst sein Eigentum gefährden würde.
Sehe nicht ganz wo hier der Bezugg zum Erdöl ist. Da sind die Eigentumsverhältnisse doch meist klar.
@33 Goldener Reiter
100% ACK
Mit der Öl-Gaspreisbindung wollte ich auch nur auf eine Aufweichung der Preiselastizität hinaus, die nur dann erreicht werden kann, wenn es Alternativen zum Öl gibt, deren Preis “frei” ausgehandelt wird.
@34 fpk
Zum Verglich mit der “Tragedy of the Commons”: Wenn die OPEC eine Knappung der Förderung beschließt, viele Staaten sich aber einfach nicht daran halten, so leidet die Allgemeinheit (der OPEC) darunter. Das ist durchaus vergleichbar mit der TotC, da Akteure, die sich nicht gemeinschaftsdienlich verhalten, belohnt werden, während die Allgemeinheit bestraft wird (da der Ölpreis nicht wie geplant steigt). Natürlich geht es beim Öl nicht um eine Allmende – das ist klar, daher ist dies auch nur ein “Vergleich” ;-)
Wieso das? Aufgrund der windfall profits (oder wie das heißt) in Zeiten hoher Preise erweitern sich die Möglichkeiten der Regierung für eine endliche Zeitperiode in einem solchen Ausmaß, dass man auch mit einer schlechten Politik die Bevölkerung zufrieden stellen kann.
Auch in den 70ern waren Venezoelaner sehr zufrieden mit ihrem damaligen Präsidenten…
Wo hat man mehr über Venezuela gelernt?
a) Harald Neuber Artikel auf Telepolis
b) oilwars, caracas chronicles, daniel-venezuela
Im übrigen hat ein volatiler Ölpreis auch positive Folgen. Erdöl ist für einen Förderpreis von sagen wir <150$ auf diesem Planeten endlich. Die Volatilität als solche wird von den Marktteilnehmern als zusätzliche Kosten angesehen. Auch wenn der Ölpreis nun zwischenzeitlich stark fällt, werde ich nach Wegen suchen, um langfristig Öl zu sparen, weil ich weiss, dass der Preis ja wieder ansteigen könnte. Dies wirkt sich auf meine Entscheidungen beim Kauf längerfristiger Konsumgüter aus (Wärmedämmung, Auto, Bahncard Abo, etc.).
@Goldener Reiter:
Ich bin für die weltweite Regulierung der Kapitalmärkte. Seit Ende der 90er Jahre. Und für entschiedenen Druck auf “Steuerparadiese”.
Wer will denn bitte eine völlig freie Marktwirtschaft? Das ist doch reine Polemik.
Könnte man bitte das Wort “Volk” durch “Gesellschaft” ersetzen. Wir haben keinen homogenen “Volkswillen” sondern z.T. divergierende Interessen gesellschaftlicher Gruppen.
Wenn du nun gegen rigide politische Preisfestsetzungen bist…
Die Chávez Regierung hat eine Menge dieser eingeführt:
- Landwirtschaft (z.T. zum Schaden inländischer Landwirte und zum Vorteil subventionierter Importeure)
- Benzinpreis (zum Nutzen der Mittelschicht)
- Devisenbewirtschaftung im CADIVI System (zum Nutzen politisch genehmer (Groß-)Produzenten, zum Schaden von Klein- und Mittelunternehmen, die sich im parallelen und teureren Schwarzmarkt mit Devisen versorgen mußten).
Alles so Details.
Wieso das? Rohstoffe werden z.T. deutlich unter den Kosten am Markt extrahiert. Was ist ein “fairer” Preis für Erdöl?
Im übrigen kommen die Profite aus den Rohstoffen oft nur einer kleinen Elite zugute. Saudi Arabien ist dafür ein gutes Beispiel oder Venezuela. Erdölarbeiter waren immer Mittelschicht. Oder in Nigeria. Rußland.
Denke Gesellschaft. Nicht Volk.
@Lemmy
Und in den OECD-Staaten macht man das auf Pump und ohne Profits … so what? Schon die Finanzkrise vergessen?
Natürlich ist Erdöl “endlich” – das hat nichts mit dem Preis zu tun.
Und ohne “Volatilität” wärst Du wahrscheinlich gar nicht in die Lage gekommen, dies langfristig zu planen, da ein Preis von rund 80 bis 100 US$ wesentlich “normaler” ist, als der momentane Spotpreis.
Prognosen mit dem Wort “zwangsläufig” zu versehen – dazu gehört schon Mut oder die Sicherheit, dass sich in 1/2 Jahr eh keiner mehr so genau an die Details erinnert. Kien Mensch weiß, wieviel Öl wirklich gebraucht wird. Es kann auch sein, dass die vergangene Überhöhung des Preises der eintscheidende Impuls für die wirtschatlichen Akteure war, sich von der Abhängigkeit vom Öl nachhaltig zu befreien – dann gibt es bei sellbst knappem Angebotsüberhang kein Zurück zu hohen Peisen mehr. Was weiß man schon.
Klar Lemmy, die saudischen Scheichs mit ihren Arbeitssklaven kann man schon mal mit Venecuela in einen Topf werfen, gerade weil das bürgerliche Hassobjekt Chavez Number One ganz fies die Überschüsse aus dem staatlichen Ölsektor auf die Armen Schweine mit Ansätzen eines sozialen Staats verteilt, und es nicht einer Minderheit von privaten reichen bürgerlichen Oligarchen in den Rachen wirft, die sich davon einen buntes Leben gestalten.
Da kann man schon mal zu toben anfangen.
Merkst du eigentlich in Deinem blinden Hass noch irgendwas?
Wieso führst du eigentlich nicht die typisch westlichen Konzerne auf und fragt da nach, wohin die Profite aus dem Erdögeschäft fliessen?
Russland versucht ähnlich wie Norwegen ähnlich wie Venecuela über den Ölreichtum einen innergesellschaftlichen Reichtumsausgleich zu erschaffen, und das ist nach typisch bürgerlich westlicher Lesart schon der Vorbote zum Kommunismus. Du willst Sozialdemorkat sein Lemmy?
Meine Güte, nicht einmal in diese Liga kannst Du dich einreihen..
@Jörg Friedrich
Kein Mensch weiß dies im Detail – das ist richtig. Aber ein Szenario, bei dem die Weltölnachfrage um mehr als 6,7% sinkt, halte ich unter den gegebenen Umständen für ausgeschlossen. Da müssten wir schon eine sehr fundamentale Weltwirtschaftskrise bekommen und daran kann ich nicht glauben. Wenn die 6,7% durch neue Explorationen ausgeglichen werden sollen, so kann dies nur bei hohen Ölpreisen geschehen, da ansonsten niemand für teures Geld in der Arktis oder auf dem Meeresboden der Ozeane bohrt. Es ist außerdem mehr als fraglich, ob durch neue Quellen diese 6,7% überhaupt substituiert werden können. Wenn Du also der Annahme zustimmst, dass die Förderung mit 6,7% schneller zurückgeht als die Nachfrage, kann dies mittelfristig nur dazu führen, dass die Nachfrage verknappt wird und dies ist nur über einen hohen Preis möglich, da ich weit und breit mittelfristig(!) keine technische Alternative zum Öl ausmachen kann. Wenn Du dem zustimmen kannst, kannst Du keinen anderen Schluß ziehen als ich.
Und Du meinst ernsthaft, dass dies in den nächsten Jahren passieren wird? Wir reden hier nicht über 2030, sondern über 2012 bis 2015 – je nach Szenario.
Lieber name,
ich hab mehrmals gesagt, dass ich es für gut halte, dass Chávez die Soziale Frage einen hohen Stellenwert gegeben hat…
Nur seh ich Sachen nachhaltiger Entwicklung nicht viel gutes und darum geht es.
- eine selbst für lateinamerikanische Verhältnisse irrwitzige Kriminalität
- Korruption
- viel Gerede um die Entwicklung neuer Wirtschaftssektoren, so gut wie keine Taten
- keine Verbesserung des katastrophalen Bildungssystems der unteren Schichten
- die Schuld bei anderen suchen (USA, Oligarchie) anstatt den Leuten Mittel zu geben, sich selbst zu helfen
Caracas-chronicles, daniel-venezuela, http://www.venezuela-europa.blogspot.com/ wollen das bunte leben? ha ha ha. Harald Neuber will das bunte Leben, mein Freund. Wenn ich runter fahre, hab ich auch nicht das “bunte Leben”.
… und was normal ist, entscheidest du?
Der Ölmarkt zeichnet sich seit spätestens 1973 durch starke Preisbewegungen aus.
Chile hängt stark vom zum größten Teil durch den staatlichen Konzern Codelco geförderten Kupfer ab. Beim Kupfer hats einen ähnlichen Preisverfall wie beim Öl gegeben. Warum muß man sich um Chile weniger Sorgen machen?
und um sowas gehts:
Exakt diesen innergesellschaftlichen Ausgleich der Einkommen zweifele ich für Russland und Venezuela stark an. Und es wird sich nun in den Zeiten ungünstiger Terms of Trade zeigen…
Weder in Russland noch in Venezuela werden den ärmeren Schichten Mittel an die Hand gegeben, auf eigenen Füßen stehen zu können. Da ist sogar Chile weiter. Etwa in der Bildungspolitik.
@43
Ganz nüchtern schildert das deutsche Auswärtige Amt die Lage in Venecuela, und deren Fazit, wie auch das Fazit der konservativen Korrad Adenauer Stiftung ist eindeutig: es gibt, durch das regide Eingreifen durch Chavez im Erdölsektor eine spürbare Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums, einen sozialen Sektor für diejenigen, die seit fast 20 Jahren völlig ausgeschlossen waren und damit auch eine hohe Zustimmung für seine Politik.
Das es natürlich Probleme gibt, bestreitet niemand: diese sind aber vielfältig, innen- und außenpolitisch bedingt. So zu tun, als ob Chavez einen Staat übernommen hätte, der über sämtliche Rohstoffe in Übermassen verfügt, und als ob es einen globalen kapitalistischen Gesamtzustand nicht gäbe, ist doch verrückt.
Das schlimmste aus westlicher Lesart ist, dass Chavez mit extrem demokratischen Mitteln, mit unmittelbaren demokratischen Mitbestimmungrechten, die es in typisch bürgerlichen westlichen Ländern für das Volk gar nicht gibt, die gängige bürgerliche Propaganda, es gäbe nur einen Weg und dieser sei alternativlos, mit seiner Politik völlig in Frage gestellt hat. Er hat deutlich gemacht, dass die Geschichte eben nicht zu Ende ist, wie es Marktschreier aus dem Westen hier allen verkaufen wollen.
Mach endlich die Augen auf und vergleiche ganz einfach die sozialpolitische Situation für die Bevölkerung vor Putin und vor Chavez. Das ist doch Kinderei ohne Basiswissen, was du hier ablieferst.
Muss ich Dich hier wirklich so dumm fragen, seit wann die russischen Rentner wieder regelmässig und pünklich ihre kleine Rente ausgezahlt bekommen haben, und aus welchen Töpfen und Einnahmen diese stammen?
@43 Lemmy
Was “normal” ist, entscheidet der Markt und da mit 80 bis 100 US$ sowohl die Nachfrageseite als auch die Anbieterseite leben können, halte ich diesen Preis für “normal”. Der Vergleich mit 73 ist Humbug, da damals die “theoretische” Fördermenge meilenweit über der Nachfragemenge lag – das ist heute anders. Wenn Du Dich noch recht an den Sommer erinnern magst – damals “rettete” Saudi-Arabien mit einer Ausweitung der Produktion um 1,5 Mio. Barrel pro Tag den Preis vor der endgültigen Explosion – und zu diesem Zeitpunkt standen weltweit alle(!) Förderhähne auf Durchlauf. Und genau das ist das Problem – es gibt weltweit keine Reservekapazitäten mehr. Wenn die Welt es nicht schafft, Preispuffer zu implementieren, werden wir in ein paar Jahren sehr böse überrascht werden. Mach Dir ein Lesezeichen von diesem Kommentar – wir werden darüber sicher in einiger Zeit noch einmal sprechen.
In jedem Terms of Trade Boom landen auch ein paar Brotkrumen bei den Armen. Das ist keine Kunst.
name, ich finds auch extrem demokratisch wie der Herr Chávez
- Journalisten von CNN en espanol, Untergebene, etc. zusammenstaucht
- in Wahlkampfveranstaltungen mit Panzern auf der Straße droht
- Wahlentscheidungen einzelner Bürger veröffentlicht werden
- beliebte Oppositionspolitikern mit fadenscheinigen Prozessen gedroht wird
- demokratische Bürgerkommittees einrichtet, die sagen “wir machen das, was unser Kommandant in alopresidente befiehlt”
Ich bin der letzte, der an eine alternativlose Politik glaubt. Aber sowas wie derzeit in Venezuela ist in Lateinamerika in den letzten 50 Jahren schon mehrfach gegen die Wand gefahren. Ohne Sturzhelm und Anschnallgurt. Mit massiven negativen Folgen für die Gesellschaft.
Wie weit hat sich denn die soziale Lage der Armen in Venezuela tatsächlich geändert? Und wie wird sie sich jetzt in den Zeiten negativer Terms of Trade ändern?
Stay tuned.
ah, wieder lemmy bei seiner leier…
braucht man ja gar nicht erst mitzulesen
bin ich gleich wieder weg, ciao
SF: Der Markt sieht den Ölpreis momentan auf knapp über 40$
Aber nein. Wir müssen die Welt so einrichten, wie es so autoritären Typen wie Chávez und Putin dünkt. Sonst fällt uns der Himmel auf dem Kopf.
Die Ölförderung geht auf Unterkapazität. Deshalb schränkt ja die OPEC die Fördermenge ein. Find ich ja gut…
Nur IST der Ölpreis eben volatil.
Ich bin für eine unverzügliche zusätzliche Besteuerung des Ölkonsums nach der Krise. Eben um diesen Typen ihre Machtbasis zu entziehen. Es gibt noch eine Menge Potential für Einsparungen bei Öl.
Das ist eine glatte Lüge Lemmy, und zeigt mir nur, dass du weder die sozialpolitische russische Situation Anfang der neunziger Jahre mit der Hyperinflation in Russland noch die von Venecuela irgendwie erfasst, noch dich damit irgendwann mal beschäftigt hast, noch irgend jemanden kennst, der davon betroffen war.
Zu schreibst von Dingen, mit denen Du Dich nie beschäftigt hat: frage einen russischen Rentner, wovon dieser unter Jelizin überleben konnte. Überleben Lemmy, bei einem gleichzeitigen exorbitanten Rückgang der durchschnittlichen Lebenserwartung in Russland und über Millionen von Toten.
Soll ich dir wirklich erst die Inflationsraten und die Reichtumsverteilung vom Anfang der neunziger Jahre von Venecuela um die Ohren werfen, oder die nüchterne Bestandsaufnahme der Weltbank heute?
@Lemmy
Natürlich tut er das – und das ist eben der Volatilität geschuldet – darum schreibe ich auch etwas von einem “normalen” Preis und nichts vom Markerpreis.
Nun wisch Dir mal den Schaum vom Mund. Verglichen mit dem Haus al-Saud sind Putin und Chavez Musterdemokraten mein Lieber. Außerdem geht es um das weltwirtschaftliche Gleichgewicht und nicht um alberne Grabenkämpfe, in die Du Dich mit Vorliebe verstrickst.
Um damit die Binnenwirtschaft noch weiter zu schwächen? Dein irrealer Hass gegen die Erdölexporteure treibt schon wilde Blüten.
*g*
Und wer käme Deiner bescheidenen Meinung in einem Russland, das vor dem Kollaps stünde, an die Macht? Ein demokratischer Philantrop oder vielleicht doch ein autokratischer Populist? Putin und Medwedew sind rational, pragmatisch und vor allem verlässlich – unterschätze das bitte nicht.
@ lemmy # 50
“Eben um diesen Typen ihre Machtbasis zu entziehen.”
Wenigstens hast du es endlich ausgesprochen. Es geht dir um “Regime Change” und nicht um Menschen oder Gerechtigkeit. Mehr von “unseren bastarden” sollte es geben. Demokratie, Menschenrechte… wayne. Lassen wir die Russen, Iraner und sonstige Kanacken einfach hungern, hauptsache wir haben deren Rohstoffe “demokratisiert”.
Warum nicht… läuft im Irak ja richtig gut.
Aber höchstens für Leute wie Harald Neuber und dich… Lern Spanisch und guck dir “Jaime Bayly en la mega” an. Da siehst du wie musterdemokratisch Chavez ist. Breschniew war auch musterdemokratisch im Verhältnis zu Stalin. Ich hab da eben andere Ansprüche…
Genau. Und dieses weltwirtschaftliche Gleichgewicht liegt aktuelle bei knapp über 40$ für ein Barrel Brent Spar. Da kannst du noch so toben und vorm Weltuntergang warnen.
Wieso war die Binnenwirtschaft schwach in den letzten Jahren?
Das ist eine Frage der Perspektive.
Beteilige mich sowieso nicht an dem Konsum-Terror.
Hab btw. gestern eine weitere interessante Gehaltserhöhung fürs nächste Jahr erhalten…
Spende Teile meines Gehalts für soziale Projekte. So siehts nämlich aus.
Und für die zukünftigen Generationen… Das Erdöl ist sowieso irgendwann weg. Die Klimaproblematik…
Z.B. haben sie letztes Wochenende ganz pragmatisch Teile der Opposition ins Gefängnis gesteckt. Das ist eine Rationalität, die ich nicht mag. Verläßlich schon irgendwie. Sind wir jetzt für den Machterhalt des großartigen Herrn Putin zuständig, weil du hier droht, dass da etwas noch schlimmeres kommen könnte? Nope. Not our business.
Wieso demokratisiert?
Der Preis am Ölmarkt steigt und fällt.
Oder wird den Amis jetzt vorgeworfen, dass sie die Unverfrorenheit besitzen, endlich weniger Erdöl zu konsumieren?
Ist das jetzt eine neue Form der Kriegsführung?
Werden bald zum Protest Ölkanister vor die Fenster gehängt mit der Aufschrift “More Oil Consumption for Huguito”?
@Lemmy
Entweder Dir fehlt die intellektuelle Flexibilität, einen Vergleich als solchen zu verstehen, oder Du bist auf Krawall gebürstet – in beiden Fällen erübrigt sich eine Antwort.
Deine Bemerkung ist schlicht “dumm” und entbehrt jeglicher volkswirtschaftlicher Kenntnis. Aber lassen wir das, es bringt ja eh nichts.
Toll, Du Held *rolleyes*
Wenn Nazis hier aufmarschieren, wandern sie auch in den Knast – in China fällt ein Sack Reis um.
Entweder eine Regierung akzeptiert Pluralismus, Meinungsfreiheit, demokratische Spielregeln, Rechtsstaatlichkeit… oder sie ist eben autoritär. Vermutlich war für deine preußischen Offiziers-Vorfahren Putin ein toller Kerl und mit Merkel hätten sie wohl nicht so viel anfangen können. Na ja. Die Zeiten ändern sich eben.
Bin ja auch Programmierer. In Spon steht, dass der aktuelle Marktpreis für Erdöl bei 41,77$ liegt. Ich wüßte nicht, was daran volkswirtschaftlich unkorrekt wäre.
Die Demonstranten am WE in Moskau waren Nazis? Interessant.
@Lemmy
Deine Schlussfolgerungen möchte ich ohne Widerspruch so stehen lassen, denn die Basis deiner Argumentation (die reinen Fakten) entbehrt zum Teil jeder Grundlage.
Du bist gegen staatlich verordnete Preise auf Waren, wir haben zugleich in den meisten Staaten der EU gesetzlich geregelte Mindest- oder Höchstpreise auf gewisse Produkte. (warum beschwerst du dich nicht auch da?)
Desweiteren besitzt du in keiner Form Rechte, dich an der russischen oder venezolanischen Preis oder Wirtschaftsgestaltung zu beteiligen. Du beziehst vielleicht Erdgas zum Heizen, oder Erdöl für dein Auto, aber die besitzt kein Recht darauf zu verlangen, dass es dir auch in Zukunft von irgendeinem Exporteur zur Verfügung gestellt wird. Es existiert kein Menschenrecht auf Erdöl oder Erdgas. Weder Venezuela, noch Russland schulden dir oder der deutschen Gesellschaft irgendetwas. So wie Deutschland sich die Freiheit nimmt, mit seinen Ressourcen das bestmögliche für sich herauszuholen, so dürfen das auch alle anderen. Und da unsere Politiker das im Gegensatz zu dir auch verstehen, unabhängig davon was sie in öffentlich so von sich geben, haben wir auch seit 50 Jahren eine stabile Versorgung mit Erdöl/Erdgas.
In Wirklichkeit beschwerst du dich darüber, dass diese Staaten nun die Mittel zur Verfügung haben, ihr Eigentumsrecht auf gewisse Güter und die daraus folgende Freiheit, damit zu tun was sie wünschen, nun auch tatsächlich zu ihrem Profit realisieren, was möglicherweise auch unser Nachteil ist. (Kolonien waren da schon praktischer, das hat aber nichts mehr mit Marktwirtschaft zu tun)
@Lemmy
Entweder etwas ist schwarz oder weiß – der scheidende Präsident der USA hätte sicher viel Freude mit Dir.
Das nehme ich Dir auch nicht übel – dummerweise mischen sich bei Dir Unwissen und die fehlende intellektuelle Fähigkeit, Einzelgeschehnisse in einem übergeordneten Rahmen zu verstehen, mit einer gewissen Schnoddrigkeit und einer großen Klappe.
Der Lemmy weigert sich wieder beharrlich einen Vergleich als solchen zu verstehen? Uninteressant.
Du wirst es nicht glauben Lemmy, den russischen Whitepoweraltpunkneurassisten Eduard Limonow hat man auf dieser russischen “Oppositionsdemonstration” auch mal wieder festgenommen. Der ist seit Jahren in der russischen “Opposition”, weil ihm das multikulturelle Russland gar nicht gefällt, und er mittlerweile auf den rassistischen Dreck vom White Power Worldwide abfährt. In Deutschland würde man glatt schreiben, die “Nazis” sind marschiert, wenn man Putin damit nicht ans Bein treten würde können.
Wenn das russische Recht auf Demonstration, welches im übrigen sich kaum vom neuen Versammlungsrecht in BaWü, Bayern und Hessen unterscheidet, einen Genehmigungsvorhalt in sich trägt, so mag man das zu kritisieren sein, aber ohne einen Blick nach Deutschland, taugt diese Kritik mal wieder gar nichts.
Das deutsche Versammlungsrecht Lemmy, ermöglicht der Polizei in Deutschland bei einer nicht genehmtigen Demonstration im übrigen was?
http://de.indymedia.org/2008/11/234014.shtml
@Lemmy (#37)
Hat mit dem Thema des Artikels nun wirklich nichts mehr zu tun, aber da sich die Diskussion mittlerweile sowieso in ganz andere Richtungen entwickelt…was solls:
1. Dafuer, dass Du “schon seit den 90ern” fuer die Regulierung der Kapitalmaerkte und “Druck auf Steuerparadiese” bist, reagierst Du doch sehr hystherisch auf Aeusserungen, die auch nur entfernt als “sozialistisch” gedeutet werden koennen. Da erlaube mir bitte den Zweifel daran, ob Du selbst genau weisst, was Du eigentlich willst.
2. Das Wort “Volk” werde ich im Zusammenhang mit “Demokratie” weiterhin gebrauchen. Allein schon deswegen, weil es die Wortwahl des Grundgesetzes ist. “Volk” ist in dem Zusammenhang auch etwas anderes als “Gesellschaft”. Einen homogenen “Volkswillen” haben wir zwar nicht (muss man nicht extra erwaehnen, da offensichtlich), aber einen “Willen nach Massgabe der jeweiligen Mehrheiten”. Als ich geschrieben habe, dass der schwer festzustellen ist meinte ich (u. a.), dass Meinungsumfragen sehr unzuverlaessig und Volksbefragungen umstaendlich sind. Auch da war ich natuerlich nicht ausfuehrlich genug. Dies sei hiermit berichtigt.
3. Ueber die Zustaende in Venezuela bin ich im Detail sicher nicht so gut informiert wie Du (Was v. a. daran liegt, dass mich Suedamerika wenig interessiert). Im Detail ist die Regierung Chavez sicherlich auch kritikwuerdig (wie jede Regierung). Trotzdem wage ich doch mal das Urteil zu Faellen, dass es in den letzten 100 Jahren deutlich schlechtere Regierungen in diesem Land gab…
4. (und damit genug fuer heute) Reg dich bitte etwas ab. Nur etwas. Das reicht schon.
Lieber Dominik,
die Märkte mit geregelten Höchst- und Mindestpreisen funktionieren auch nicht besonders gut. In den meisten Märkten gibt es keine staatlich geregelte Preisfestsetzung.
Und weils in der EU i wo auch immer Höchst und Mindestpreise gibt, darf ich nicht die venezoelanischen Landwirtschaftspreis-Festsetzungen und die Devisenbewirtschaftung als eine sehr schlechte Idee bezeichnen?
Ich würd Venezuela oder Russland niemals verbieten, die Erdöl- oder Erdgasproduktion ganz einzustellen. Wo hab ich das erwähnt. Ich bin in Gegenteil dafür, dass wir durch Steuern den Preis auf Erdöl weiter zu besteuern, damit wir von dem Zeug hier weniger konsumieren.
Natürlich können die den höchstmöglichen Preis aus einem der wenigen exportfähigen Produkte, die sie haben, herausschlagen. Ich bin sehr für die OPEC, mein Freund. Ich freu mich über jeden Anstieg des Kupfer-Preises.
Nur der Preis ist nun eben so wie er ist.
@ Lemmy
eigentlich finde ich dich als spezielle Geduldsprobe durchaus würdigenswert. Ebenso deine bereits von mir gelobte Detailkenntnis südamerikanischer Verhältnisse zeugen ja von gewissen Qualitäten. Doch hiermit hast du ein Pausieren meiner mitlesenden Meditationen erwirkt:
Was soll ich als einer, der wegen eines umstrittenen und menschen- wie gemeinschaftsfeindlichen Reformwerkes eine Art Hausarrest verbüßt von solchen Aussagen halten?
Ich verlasse mein Grundstück nur noch quartalsmäßig. Der aktuell tiefe Spritpreis läßt mich zwar davon träumen, auch mal wieder ein Ipsekineton zur Reaktivierung meiner verloren gegangenen Mobilität in Besitz zu nehmen, doch geht die Notwendigkeit vor, Heizmittel in den häuslichen Tank zu organisieren, was ja jetzt immerhin ansatzweise wieder in Reichweite ist.
Gleichzeitig gibt es Tohuwabohu mit dem Kindergeld. Obwohl meine Zwillingstöchter gleichzeit mit derselben Schule fertig sind, hat die eine Kindergeld erhalten und die andere nicht. Jetzt gilt einer der betreffenden Monate als überzahlt. Doch ist die Knete bereits in meinen hartz-Bezügen verrechnet. Wenn ich da nachfrage, ob die die 150EU nicht einfach an meine Ex überweisen können, womit die Sache aus der Welt ist, dann geht das Selbst-Schuld-Geheule wieder los. Wahrscheinlich werde ich, wie immer, der Verlierer im Schwarzer-Peter-Spiel.
Wir leben in einem Land, in dem äußerst rabiat mit einem Großteil der Bevölkerung verfahren wird. Die zuständigen Schreibtischtäter sitzen in der Manier eines sowjetrussischen Apperatschiks oder eines betonköpfigen DDR-Funktionärs und verbringen den Löwenanteil eines Telefonats damit, mir meine eigene Schuld zu erklären oder ihre Unschuld zu beteuern.
Unterm Strich ist unser ach so freies Land von unglaublich autoritärem Umgang mit dem Bürger geprägt. Ich kann Stein und Bein schwören und auch an vielen selbterlebten Beispielen belegen, daß es Freiheit in diesem unserem Lande nur für wenige Auserwählte gibt.
Die arabischen Feudalsysteme scheine dich nicht weiter zu stören. Warum eigentlich? Und die fragwürdigen Zustände bei unserem ‘wichtigsten Bündnispartner’ habe ich dich auch noch nie kritisieren hören. Mit wievielerlei Maß betrachtest du die Welt?
Hallo, ich hab mal eine frage zu dem 2. Diagramm im Artikel:
-lag die Rohölförderung der OPEC im Jahr 2007 bei über 30mio barrel/tag oder interpretiere ich den Link (http://omrpublic.iea.org/) einfach nur falsch? (ich unterstelle mal Ihr Diagramm soll ca. 20mio barrel/tag darstellen, nicht 20.000)
Falls ich was überlesen und/oder falsch/gar nicht verstanden habe bitte ich um Nachsicht :)
Ja, klar. Dagnephta. Und in Russland würdest du vermutlich in Geld schwimmen.
Wieso? Ich bin dafür, dass wir nach der Finanzkrise die Steuern auf fossile Brennstoffe erhöhen. Spiegelfechter will einen höheren Ölpreis. Du verwechselst da etwas.
Was meinst du damit?
Die Konsumquote bewegt sich endlich in Richtung normalere Niveaus.
Die haben einen farbigen Präsidenten gewählt. Wann wird bei uns der erste Halbtürke Bundeskanzler?
Die Neocons sind gestürzt.
Ich find nicht, dass es dort zur Zeit so viel zu kritisieren gibt. Ich erwarte natürlich von meiner Regierung, dass sie auf die Druck auf die USA zur Schaffung effektiver Regulierungen des Kapitalmarktes ausüben. Da erwarte ich Widerstand von denen.
Ansonsten find ich deren Lateinamerika-Politik z.T. schwachsinnig. Die Blockade gegen Kuba muß aufgehoben werden. Schliesslich stammen heute bereits 34% der in Kuba verzehrten Lebensmittel aus den USA. Und die kubanischen expats in Miami überweisen jährlich 800 Mio US $. Die USA hat sich da von Castro an der Nase rumführen lassen. Immer wenns unter Carter und Clinton Bestrebungen zur Aufhebung des Embargos gab, führte Castro Massen-Verhaftungen von Andersdenkenden durch.
Auch die Anti-Drogen Politik sollte überdacht werden. Es bringt einfach nichts.
@Schlechterwisser
Verdammt – Du hast natürlich recht. Mir ist bei der Beschriftung des Diagramms (das aus einem älteren Artikel stammt) ein Fehler unterlaufen. Anstatt “OPEC” müßte es natürlich “Golfstaaten” heißen – die Mengen Algeriens, Angolas, Equadors, Indonesiens, Nigerias und Venezuelas (aggregiert rund 9 Mio. b/t) sind im Diagramm unter den dazugehörigen Regionen aufgeführt. Sorry! Ich ändere das mal schnell ;-)
Lemmy Caution:
Daß er diesen Blog prompt wieder mit seinem schon pathologischen Chavez-Haß heimsucht, war so sicher wie das Amen in der Kirche.
Er möge sich doch bitte mit den undemokratischen und verbrecherischen Machenschaften des mit faschist. Todeschwadronen paktierenden kulumb. Uribe-Regimes beschäftigen. Damit wäre er eigentlich ausgelastet.
Und er verschone uns bitte mit seiner Behauptung, Uribe habe die Mehrheit der Wähler hinter sich. Denn die hat Chavez allemal.
Lenny Caution mimt gerne den Liberalen. Tatsächlich mag er jedoch Staaten, die Noam Chomsky wie folgt beschreibt:
“Wie verbessert man in einem Land der Dritten Welt das Investitionsklima zugunsten US-amerikanischer Konzerne? Eine höchst geeignete Methode besteht darin, Gewerkschafts- und Bauernführer zu ermorden, Priester zu foltern, die Landbevölkerung zu massakrieren und die Sozialprogramme zu streichen.
@Memo: Gemäß einer Umfrage im März dieses Jahres erhielt die Amtsführung von Präsident Alvaro Uribe eine Zustimmung von 84%. (http://tinyurl.com/4ccfe6)
Bezüglich der in einem Präsidialsystem problematischen Wiederwahl erreicht Uribe Zustimmungswerten von 56%. Viele Anhänger Uribes Politik sind zwar für Uribes Politik aber für einen Personenwechsel, auch weil das verfassungsmässig nach 2 Amtsperioden vorgeschrieben ist.
Chavez Werte für die geplante Genehmigung, dass er sich auch 2012 zur Wahl stellen kann liegen zur Zeit unter 40%.
Kolumbianische Politik ist natürlich problematisch und ich kenn das Land nur aus Büchern. Aber die Bevölkerung scheint die harte Linie gegen die FARC mehrheitlich zu befürworten.
@Memo: In Chile wurde seit mindestens 1988 keine Gewerkschafts- und Bauernführer ermordet, Priester gefoltert oder Sozialprogramme gestrichen.
Bei der zu dem Zeitpunkt noch existierenden DDR bin ich mir da ehrlichgesagt nicht so sicher. Für Venezuela für die nähere Zukunft übrigens auch nicht.
Meine lateinamerikanischen Lieblingspolitiker sind
b) ein Gewerkschaftler und Alkoholiker (Lula da Silva)
a) ein Folteropfer Pinochets, das wie eine sehr nette Dorfschullehrerin auftritt (Michelle Bachelet)
Beides Linke.
Ich bin nicht rechts.
Ich finds nur sehr bedenklich, dass sich hier permanent über unsere eigene Regierung mockiert und sehr autoritären Typen wie Putin, Chávez oder dem chinesischen Folterregime zugejubelt wird.
Lemmy Caution:
Von 40% für Chavez träumst Du nachts! Man kann sich auch mit getürkten Umfrageergebnissen von den der rechten Opposition nahestehenden Instituten frohreden.
Und was die kolumbianischen “Umfragen” betrifft: die werden nur unter den Mitgliedern der verhàltnismäßig kleinen Ober-und Mittelschicht durchgeführt. Wie gesagt: Verschone uns mit diesem Trash!
Und wo habe ich irgend etwas von Chile erwähnt? Das Chomsky-Zitat gilt generell für die US-Klientenstaaten der Dritten Welt!
In Kolumbien gilt das allgemeine Wahlrecht.
Da wurde Uribe 2 x gewählt. Von der Mehrheit aller Kolumbianer.
Gut. Hast du ein Akzeptanzprobleme gegenüber Wahlen?
Zur Zeit genießt er aufgrund der Erfolge der kolumbianischen Armee gegen die höchst, höchst unbeliebte FARC eine sehr hohe Popularität.
Auch in Umfragen werden selbstverständlich alle Bevölkerungsschichten befragt.
Welche Staaten unter den Schwellen/Entwicklungsländern würdest Du denn als US-Klienten-Staaten bezeichnen? Dritte Welt find ich nicht PC und nicht mehr realistisch.
Wenn McPom nicht aufpaßt, hat Chile in 10 Jahren ein höheres BIP/Einwohner als die.
[wegen Beleidigung gelöscht/sf]
Die Diskussion über die Frage, ob Chavez nun ein fürsorglicher Landesvater oder ein kurzsichtiger Populist ist, ist ja ganz nett.
Ich denke indes, dass uns eine ganz andere Frage sehr viel mehr auf den Nägeln brennen sollte: Was unsere Konjunkurkurbelei für den zukünftigen Ölpreis bedeutet, und ob wir wirklich gegen Ressourcenknappheit ankurbeln können.
Wenn ja, können wir das erfolgreich nur für uns (für den Westen, für die entwickelten Länder, vielleicht noch für China und Indien) tun, und auch nur für kurze Zeit.
Alle anderen Länder (außer natürlich den Erdöl exportierenden) würden sofort von der Verknappung / Verteuerung in Mitleidenschaft gezogen.
Daher glaube ich: Ohne Konjunkturprogramme steuern wir in den ökonomischen Abgrund. Mit Ankurbeln steuern wir gegen die ökologische Wand. (http://beltwild.blogspot.com/2008/11/die-regierungen-haben-weltweit-genau.html)
@all
Da das Thema dieses Artikels im Entferntesten etwas mit Venezuela und Herrn Chavez zu tun hat, dulde ich Lemmy OT-Orgien über sein Lieblingsthema in diesem Thread. Gleichzeitig kündige ich hiermit an, dass ich künftig rigoros eingreife, wenn ich merke, dass ein User permanent die Diskussion in eine bestimmte Richtung steuern will.
Lemmy Caution:
Wenn es Dir nicht paßt, daß hier über unsere Regierung geschimpft wird, dann hast Du doch mehr als genügend Ausweichmöglichkeiten! 95% unserer Medien sind regierungsfromm, eigentlich jedoch schwarz-gelb-fromm. Besonders widerlich: Das völlig unkritische Hochjubeln der Merkel. Letzte “linke” Bastionen sind im Fallen begriffen (z.B. Frankfurter Rundschau unter ihrem neuen Chefredakteur).
Reicht Dir das noch immer nicht?
@Lemmy
In Venezuela gilt ebenfalls das allg. Wahlrecht und Chavez wurde dort 3x gewählt – hast Du ein Akzeptanzproblem ggüber Wahlen?
Man kann von Chavez halten, was man will – ich halte ihn für einen großmäuligen Parvenu (da hat er durchaus Ähnlichkeiten mit Dir ;-)) ohne Substanz. Aber man muss das Votum der Venezoelaner akzeptieren. Das fällt Dir, den rechten Ultras im Lande und dem internationalen Kapital anscheinend schwer.
Cool, Lemmy, bis vor der Agenda2010 ‘schwamm’ ich hier im Geld. Jedenfalls hatte ich da noch nicht den Eindruck, daß ich als unwertes Leben ausschließlich zur Belastung der Gemeinschaft und meiner Lieben beitrage, sondern mich wenn auch am untersten Rand noch als vollwertiger Teil des Volkes fühlen konnte.
Jetzt lebe ich einen unerquicklichen Schuldenplan, der nicht einmal geeignet war, die Finanzkrise aufzuhalten. Wofür also drückt man die Überflüssigen in die Scheiße?
Warum entzieht man mir jegliche erzieherischen Mittel? Damit meine Kinder standesgemäß in die Kriminalität abgleiten?
Laut Schuldenuhr habe ich jetzt knapp 20k? mitzutragen. Die Privatverschuldung meiner Bedarfsgemeinschaft beträgt nicht einmal die Hälfte dessen – und das mit einer Handvoll Leute! Offiziell heißt es, daß wir nur zu dämlich sind, uns angemessen zu ernähren, aber die Sarrazin-Diät taugt vielleicht für einen abspeckungswilligen Senator im Urlaub jedoch nicht für einen Teenager im Wachstum.
Jetzt zehre ich von geistig emotionaler Nahrung, indem ich mich am Lächeln meiner kleinen einjährigen Enkelin erfreue, die komplett unschuldig als dritte hartz4-Generation einer äußerst dunklen Zukunft entgegenwächst.
Wenn ich mich zu laut beschwere, taucht einer von der Sozialbehörde auf und hetzt mir das Jugendamt wegen Kindswohlgefährdung auf den Hals. Meine Tochter, die Mutter dieser Enkelin, wird verständlicherweise ganz wuschig vor Angst, man könne ihr das Kind wegnehmen.
Mir wird vorsichtig signalisiert, daß ich vielleicht so durchgeknallt sei, daß es eine vorsorgliche Untersuchung in einer Anstalt rechtfertigt … sowas gäbe es ja, wenn auch selten. Mich erinnert das sehr an den Umgang mit Dissidenten im Sowjetrußland unter Breschnjew. Da soll das ja Gang und Gebe gewesen sein. Dabei weise ich meine grundversorgenden Sachbearbeiter eigentlich nur immer wortreich darauf hin, daß in der Verfassung etwas von Würde festgeschrieben sei, und sie sich als Schreibtischtäter auf dieselbe Stufe stellten wie die Beamten in einem Schreckensregime, ob sie diesebzüglich nicht irgendwie ein schlechtes Gefühl hätten…jedenfalls privat, wenn schon nicht beruflich. Mögen die nicht hören, warum nur?
Lemmy, du solltest deine Versuche, dem Humanismus Dienste zu erweisen, auf dein direktes Umfeld konzentrieren. Reflexartig Kommunismus-bashing zu betreiben oder autoritäre Regime mit sozialistischem Anstrich zu verteufeln, hilft deinen Leuten im heimischen Land der Dichter und Denker herzlich wenig.
Ich kann leider die Konsumquote in Amerikanesien nicht richtig einschätzen. Kaufen die jetzt nicht mehr auf Pump? Kaufen Alle oder nur Wenige?
Der farbige Präsident wird eine Herkulesaufgabe zu lösen haben, eine möglicherweise nicht lösbare Aufgabenstellung. Kritiker bezeichnen ihn als Marionette zionistischer Geldsäcke. Der Krieg gegen die Drogen (Südamerika), der Krieg gegen den Terror (Asiatische Kontinentalplatte), die Vereinnahmung Europas als Helfershelfer dürften auch auf seiner todo-list stehen.
Wir haben ne Frau als Kanzler. Und? Hat es was gebracht? Ihr Marionetten- sowie Zäpfchenpotential ist dem ihrer Vorgänger sicherlich weder über- noch unterlegen. Wenn sich ein türkischstämmiger Ersatz als Königspuppe finden läßt, werden spon und die anderen Meinungsmacher den auch schon auf den Kanzlersockel gehievt kriegen. Da habe ich wenig Sorge.
Sind die Neocons gestürzt? Tatsächlich? Es heißt doch eher, daß wir da mal abwarten dürfen, welchen weiteren Verkauf die Entwicklung nehmen wird.
Ich hingegen habe noch Berge an Kritikpunkten und sehe keineswegs, daß es zwingend in besserer Gefilde geht.
Allerdings möchte ich an dieser Stelle dann doch lobend anerkennen, daß J. Carter den Begriff Apartheits-Staat für Israel salonfähig gemacht hat. Das hätte ich weder ihm noch einem anderen in der Öffentlichkeit stehenden Amerikaner zugetraut.
Von meinen Volksvertretern erwarte ich eigentlich, daß sie einem Bündnispartner, der die angeblich gemeinsamen Werte ständig mit Füßen tritt, ordentlich die Leviten lesen…und wenn das nichts hilft, ihn aus ebenjener Wertegemeinschaft kicken, damit er in der Verbannung schmoren und über seine Untaten schmorend zur Reue finden kann. Ihm jedoch Geld für Holzhäuser rüberzuschieben, seinen Truppen wichtige Hilfen bei der Besatzung und Niederschmetterung eines fremden Landes zu geben, ihm bei jedweder Schweinerei durch Tat oder Unterlassung zu assistieren, ist das genaue Gegenteil von dem, was ein dem Geiste des GG verpflichteter Volksvertreter machen sollte – meiner Meinung nach.
@75 Cangrande
Das Thema “Ökologie” hat für mich keinen all zu hohen Stellenwert – aber wir steuern wohl oder übel auf Peak Oil zu und haben uns noch nicht einmal im Ansatz damit auseinander gesetzt. In unseren Köpfen schwebt immer noch die Vorstellung, wir hätten noch 30 Jahre Zeit, bis das Öl so knapp wird, dass es signifikant teurer wird. Nach neuern Untersuchungen haben wir aber nur noch max. 12 Jahre – das ist nicht sonderlich viel und das macht mir Sorgen.
Lemmy Caution:
Du scheinst unter Leseproblemen zu leiden! Du sprachst von UMFRAGEN. Und ich habe Dir geantwortet, wie Meinungsumfragen in Kolumbien durchgeführt werden!
Im übrigen: Fälschung von Parlamentswahlen und Stimmenkauf im Parlament gehören befinden sich auch auf Uribes Verbrechenskonto!
SPIEGELFECHTER hat Recht: Das ist ein Randthema. Das ist meine letzte Wortmeldung hierzu!
ok. Zurück zum Thema.
Ich werde nix mehr zum Thema Venezuela posten.
@memo: ein letztes Mal: Selbst die kolumbianische Opposition in Form des polodemocratica zweifeln die aktuelle Popularität von Alvaro Uribe nicht an. Hier ist der ihre Webseite (http://www.polodemocratico.net/). Das ist nun einmal einfach so.
@Cangrande:
Wer wird denn zur Zeit von der Krise besonders hart getroffen?
Doch zunächst einmal die USA und Europa.
In den meisten ostasiatischen und lateinamerikanischen Staaten wird für das nächste Jahr ein geringeres, aber immerhin ein Wachstum erwartet.
Einige Rohstoffexporteure haben es schwer. Aber vielleicht haben diese Rohstoffexporteure in der Zeit der hohen Rohstoffpreise nicht ausreichend vorgesorgt? Also ich erwarte im Januar eine ziemlich relaxte Sommerstimmung in Chillán und La Serena anzutreffen ;-) Und nein. Ich bin da nicht mit der Oberschicht zusammen sein sondern hauptsächlich mit Leuten aus einer mittleren Mittelschicht. Mit der chilenischen Oberschicht krieg ich nämlich noch schneller Streit wie mit euch. Ich hab damit Erfahrung. Glaubts mir.
@Memo: In Deutschland haben wir nun wirklich eine sehr vielseitige Zeitungslandschaft. Die Mehrheit richtet sich natürlich an politisch gemäßigte Kreise wie die FAZ, das Handelsblatt, die Welt, die Zeit, die Süddeutsche Zeitung, etc. Daneben gibt es noch okaye aber ziemlich linke Zeitungen wie z.B. TAZ oder Le Monde Diplomatique Deutschland Edition. Und eben Zeitungen, die für den Geschmack der meisten Leser zu rechts sind (wie die Nationalzeitung) und Zeitungen, die für den Geschmack der meisten Leser zu links sind (wie Neues Deutschland, Junge Welt oder Telepolis). Trotzdem werden zumindest die sehr linken Zeitungen zumindest an vielen größeren Tankstellen und den Bahnhofsbuchhandlungen verkauft. Sie finden halt nicht so wahnsinnig viele Käufer. Aber man wird nicht erschossen, wenn man sie kauft. Also ich bin nicht erschossen worden. Ein bischen Respekt für die Kaufentscheidungen deiner Mitbürger solltest du schon besitzen.
@Lemmy
Mein Respekt, sowas lese ich selten. Also hat laut deiner Meinung der Herr Uribe, dessen Regierung grosse Teile des Landes nicht mehr kontrolliert also mehr demokratische Legitimation als ein Herr Chavez..
Allein die Tatsache, dass sich in einem Land eine militante Organisation bildet, die die Regierung stürzen möchte, und es schafft, weite Teile des Landes unter seine Kontrolle zu bringen zeigt, dass es gar keine (zumindest demokratische) Legitimation geben kann.
Wie könnte die FARC auch soviel Territorium kontrollieren, ohne ausreichend Unterstützung der Bevölkerung? Woher kann sich eine FARC rekrutieren, wenn nicht aus der Bevölkerung? Hat dieser Teil der Bevölkerung etwa keine Meinung, und wie weit muss es erst kommen, damit sich eine Bevölkerung militärisch gegen die eigene Regierung organisiert?
Du hast wirklich ein erschütterndes Weltbild für einen angeblichen Liberalen!
Seltsam. Für mich ist es das wichtigste Thema des 21. Jahrhunderts. Hier liegen auch viele Export-Möglichkeiten für Deutschland. Zumindest im Westen haben viele Ingenieurs-Studenten eine Bindung zu dem Thema. Übrigens auch wenn sie immer CDU wählen. Kenn da Fälle.
Lieber Dominik,
die FARC hat sich in den 50er Jahren gebildet. Richtig groß geworden ist sie in den 80ern. Also deutlich vor Uribe. Da hatten die zeitweise richtig Macht. Mittlerweile halten die sich noch in einigen kaum besiedelten Dschungel-Gebieten. Die FARC wird von fast 100% der kolumbianischen Bevölkerung verabscheut. Es gibt gewaltige Demos GEGEN die FARC. Die haben scharenweise Campesinos ermordet, Leute dauerentführt, Kinder (!) entführt und und und. Shakira und Juanes können die auch nicht leiden, aber ihr Volksfreunde steht natürlich weit über populärer Musik. Das ist eine sehr lange Geschichte. Informier dich bitte erstmal grundlegend, bevor du hier meinst, mich zu denunzieren. Uribe erhält gerade eine große Zustimmung aus der Bevölkerung, eben genau weil er einen Weg gefunden hat, diese äußerst brutalen Typen zurückzudrängen.
War etwa unser großer Kanzler Helmut Schmidt nicht demokratisch legitimiert, weil die RAF Bomben legte, Flugzeuge entführen ließ, Leute ermordete und entführte?
Wo ihr jungen Leute ja jetzt alle Marx lest und dir das zwischenzeitlich zu trocken wird (geht mir so bei meinen Progger-Büchern) und Bock auf ein bischen crime hast, kannst du ja mal das hier lesen: http://tinyurl.com/4lf959 . Nein. Das ist nicht “rechts”.
@Lemmy
Für viele ist es das
Sicher – die Regierungen tun ja auch alles, um aus dem Thema “Umwelt” einen Zukunftsmarkt zu machen. Irgendwie muss man den Chinesen die schönen Euronen ja wieder abnehmen ;-)
Ich wollte mehr auf das eigentliche Thema “Ökologie” hin – als jemand, der viele Jahre beruflich mit diesem Thema zu tun hat, schaltet man irgendwann bei der unverantwortlichen Panikmache ab – aber so lange es dem Markt dient.
Das finde ich aber schade, Spiegelfechter! Könnte man nicht, in diesen Zeiten der Finanzkrise, wieder den alten Indianerspruch-Aufkleber herausholen und auf den klapprigen, rußenden und stinkenden VW-Bus kleben, der mit “…werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann.” endet?
Beruht nicht ein Großteil der Krise darauf, dass die Nationen dieser Erde, als Spiegelbild des Durchschnittsmenschen dieser Erde, immer noch nicht begriffen haben, dass sie nur überleben können, wenn sie endlich die dummen Egoismen überwinden. Ich sage extra “dumme Egoismen”, denn Egoismus allein ist nach Meinung der Sozialbiologen etwas ganz normales.
Aber dummer Egoismus, dazu zählen nicht nachhaltiges Wirtschaften auf Kosten der Umwelt und späterer Generationen und eine ungleiche und eine unsoziale Verteilung der Güter und Lebensressourcen, führen unweigerlich von einer Krise zur nächsten.
Ich glaube wir befinden uns an einem Wendepunkt, der sehr leicht auch für das verwöhnte Europa äußerst krisenhaft werden könnte, wenn wir es mit ca. 7 Milliarden Menschen auf dem Planeten nicht schaffen, die nationalen Egoismen zu überwinden und endlich globale ethische, soziale und ökologisch-nachhaltige Regeln und Mindeststandards durchzusetzen. Leider muss es wohl noch dramatische Krisen mit schlimmsten Folgen geben, bis sich endlich globales Denken durchsetzt und der gierigste und kurzsichtigste Egoist erkennt, dass es keine Alternative zu fair und nachhaltig gibt. Aber vielleicht ist es das Schicksal des Menschen, ein Katastrophenkybernetiker zu sein.
Was habt ihr eigentlich gegen Chavez? Sein Maulheldentum geht schließlich mit Leistung einher. Wer den USA und den Konservativen die Stirn bietet, seine Macht hält und zum Teil echt coole Sprüche klopft, hat durchaus etwas Respekt verdient.
Oder um es mal anders auszudrücken: Chavez hat Eier!
Deshalb wird er auch von den ganzen Schlappschwänzen so gehasst. ;-)
Ob seine wirtschaftspolitischen Reformen richtig sind, steht auf einem ganz anderen Blatt.
Die Gefahr für erdölexportierende Länder wie Iran und Venezuela, die durch einen niedrigen Ölpreis besteht, wurde im Artikel bereits deutlich. Doch bietet nicht jede Kriese auch eine Chance? Chavez’ Reformen scheinen oft nicht gut genug durchdacht zu sein und Ineffizienz macht sich breit. Ein niedriger Ölpreis könnte ihn zum Nachdenken bringen. Auch hätte Chavez Argumente, um bei den Konservativen und Wohlhabenden mehr Steuern einzutreiben, der Gini-Koeffizient würde sich verbessern und gleichzeitig würden seine Wähler zufriedengestellt. Außerdem kann Chavez – wenn es vielleicht auch nicht viel hilft – auf die Situation in der Welt verweisen.
Anmerkung zum Artikel:
Venezuela kalkuliert seinen Haushalt für 2009 auf Basis eines Ölpreises von $60/Barrel.
Siehe hier: http://www.venezuelanalysis.com/news/4037
@gebintit
Sehe ich anders – der Egoismus steckt nun einmal im Menschen drin, da kann man nichts machen und “überwinden” kann man das schon mal gar nicht. Was man allerdings machen kann, ist es Regeln aufzustellen – Leitplanken, innerhalb derer sich der Egoismus ausleben kann, ohne all zu viel Schaden anzurichten.
Den sozialen und wirtschaftlichen Kritikansatz teile ich ja auch, ohne jedoch all zu große Hoffnung hege, dass sich da global etwas ändert. Die Globalisierung ist da wohl die beste Chance, aber die widerspricht nun wieder dem ökologischen Ansatz – was tun? Wenn die Ressourcen aufgebraucht sind, wird der Mensch sich Alternativen einfallen lassen müssen. Das er dies vorher bereits macht, halte ich für ausgeschlossen – so tickt er nun einmal, der Homo Sapiens. Peak Oil ist da ja ein hervorragendes Beispiel.
Was das Thema angeht – den Klimawandel – so bin ich fürchterlich entspannt. Er wird kommen, wenn wir die Menschheit nicht um mindestens die Hälfte reduzieren und sowohl der Mensch als auch die Erde werden damit umgehen.
Wie sollten wir das schaffen? 7 Mrd. Menschen und(!) ökologisch-nachhaltig – das geht nun einmal nicht zusammen. So what? Die Erde ist ein dynamisches System – sie wird sich an die geänderten Begebenheiten anpassen. Es ist ja nun auch keineswegs so, dass alles schlimmer wird. Das Gegenteil ist in Europa der Fall – die Umwelt ist in einem derart gutem Zustand, wie sie es seit Beginn der Industralisierung nicht mehr war. Das ist doch auch etwas. Weniger Ideologie, mehr Pragmatismus. Kühne Ideen sind gefragt – Aktionismus ist da nur schädlich.
@Wintermute
Danke für den Hinweis – ich habe den Text korrigiert. So geht es einem. wenn man der WELT glaubt.
Das ist die Geschäftsidee jetzt das Wasser aus dem Pool ablassen,
alle Aktien verkaufen, und durch Öl ersetzen.
##Garantiert Doble AA Zertifiziert mit voller hebelwirkung auf den Peak
Möge die OPEC mit dir sein?
@91: Du rockst, Spiegelfechter!
@Wintermute: Dabei muss man berücksichtigen, dass fast das gesamte venezoelanisches Öl zu einem 10% günstigeren Preis als Brent Spar gehandelt wird. Es braucht bestimmte Raffinerien, weils schweres Öl gibt.
Es soll Leute geben, die solche offiziellen Verlautbarungen schon deshalb nicht trauen, da niemand den Überblick haben kann. Gibt da viele dunkle Kassen….
Schon sehr verdächtig, dass sich Venezuela nicht mal an die versprochene letzte Kürzung hält: http://blogs.salon.com/0001330/2008/12/18.html
und…. http://blogs.salon.com/0001330/2008/12/14.html
@85: Sicher hat die FARC schwere Fehler gemacht und sich in eine unhaltbare Position manövrieren lassen. Es ist eine militärwissenschaftliche Erfahrung, dass Partisanenkriege nicht über unbegrenzte Zeiträume durchhaltbar sind, da sie der Bevölkerung durch die gespaltenen Loyalitäten konkurrierender Regierungsautorität auf die Dauer untragbare Konflikte auferlegen. Wenn eine Guerilla nicht in absehbarer Zeit in eine allgemeine Offensive und eine Änderung des politischen Systems (das kann auch ein Kompromiss sein wie in Nepal) führt, nimmt die Zustimmung immer ab. In solchen Situationen bleibt nur die Einstellung des bewaffneten Kampfes. Das hat die FARC zu spät reflektiert und mit den Entführungen auch schwere Fehler gemacht, die ihre Legitimation weiter untergraben haben.
Das macht Uribe nicht weniger zum Blutsäufer, Mörder und Faschisten, und die hinter ihm stehende Kamarilla aus “Eliten”, Paras, Kriminellen und US-Regierung nicht minder.
Es ist nur immer wieder putzig, wie einer, der sich über das “autoritäre System” Russlands erregt, solche Figuren hochjubelt. Und wieviele Morde, Folterungen und Verschwundene hat denn Chavez auf dem Gewissen? Die kolumbianische Opposition kann von Verhältnissen, wie sie bei allen Mängeln der dortigen politischen Systeme die venezolanische Rechte ebenso wie Jabloko oder Drugaja Rossija/Solidarnost in Russland selbstverständlich in Anspruch nimmt, nicht einmal träumen.
aquadraht, die Entführungen gibts in der Art seit den 80ern. Die brauchen ziemlich lange zum Reflektieren oder. Und wieso eigentlich manövrieren “lassen”? Kann man nicht einfach sagen, dass es sich um eine über die Jahre durchgeknallte Mörderbande handelt? So scheint es jedenfalls die weitaus überwiegende Mehrheit der kolumbianischen Bevölkerung zu empfinden.
Ich jubel Uribe nicht hoch. Ich sag nur, dass er die gleiche Legitimität wie Putins Nachfolger besitzt Präsident seines Landes zu sein, da er eben einfach in freien, geheimen Wahlen mit einer recht hohen Mehrheit wiedergewählt worden ist und nach wie vor die Unterstützung der Mehrheit der Kolumbianer genießt.
Unter Chavez finden keine politischen Morde statt.In Argentinien, Uruguay, Mexiko, Chile, Brasilien, Ecuador, Paraguay, DomRep sind in den letzten 10 oder 20 Jahren aber auch keine oder kaum politischen Morde geschehen. Die kolumbianische Gewalt ist ein Sonderfall. Vielleicht kauft sich einer das oben verlinkte Buch für die kalten Monate.
@Lemmy: Einen Mörder zu verteidigen, bloss weil er mit einer Mischung aus ausländischer Unterstützung, krimineller Energie, systematischem Hintertreiben friedlicher Lösungen und offenem und verdecktem Terror sowie durch krasse Fehler und auch Gewalttaten seiner Widersacher Mehrheiten hinter sich schart, das ist die Gesinnung, der nur der Erfolg zählt. Den hatten Hitler und Mussolini eine Weile auch. Statt diese Verbrechen zu kritisieren, hetzt Du gegen durchaus friedliche gewählte Regierungen, die Dir ideologisch gegen den Strich gehen. Das ist es, was stört. Mehr oder weniger schlechte Regierungen gibt es zuhauf, viele davon sind auch gewählt. Aber Dein Geklapper mit dem Anti-Chavez-Gebetbuch langweilt und wirkt offen heuchlerisch angesichts Deiner Scönrednerei Uribes.
Um dazu etwas anderes anzumerken, was auch in die Ecke Rohstoffpreise, Weltfinanz- und -wirtschaftskrise etc. weist: Es sind ja nicht nur die Ölländer, die Probleme haben. Sorgen machen muss sich unter anderem auch Chile, dessen Exporte nach wie vor zu über 55% vom Kupfer bestimmt sind. Der Kupferpreis ist von ca. 750$/lb während der Asienkrise, als auch Chile in einer heftigen Rezession war (-3% über 2Jahre, sicher kein Vergleich mit Pinochet/Friedmans Wirtschaftskatastrophe Anfang der achziger Jahre) auf knapp 4500$ Mitte dieses Jahres gestiegen, und damit kaum schwächer als der Ölpreis im selben Zeitraum (20-30$/Brl -> 140$/Brl). Gegenwärtig liegt er nur noch leicht über 1000$/lb und ist damit stärker abgestürzt als der Ölpreis. Und zur gleichen Zeit sind die chilenischen Finanzfonds, die für die Altersversorgung eine wichtige Rolle spielen, von der Finanzkrise gebeutelt.
Ich habe Freunde in Chile, und die machen sich da wirklich Gedanken. Mir fiel das ein, wo doch manche hier die tolle Leistung des chilenischen Wirtschaftsliberalismus gegen die chavistische Misswirtschaft ausspielen möchten. Ich hoffe, dass es in keinem der Länder zu schweren Verwerfungen kommt. Extrem optimistisch bin ich allerdings nicht.
Welchen Mord hat er denn begangen?
Alvaro Uribe ist der gewählte Präsident Kolumbiens, einem gewalttätigen Land.
Er ist auch kein populistischer Demagoge wie Hitler oder Mussolini.
Im übrigen hat er eine Menge der parapolíticas (also der rechten Terroristen) hinter Gittern gebracht.
Chávez ist auch der gewählte Präsident Venezuelas. Nur halte ich halt weniger von seiner Politik als von der Politik Uribes, dessen Ausgangsbedingungen wesentlich ungünstiger waren. Kolumbien diserfiziert seine Wirtschaft, die FARC ist zunehmend an den Rand gedrängt und die autonom agierende parapólitica unter Druck.
Laut “Mörder” schreien und Hitler-Vergleiche halte ich für keinen besonders guten Argumentationsstil.
@Lemmy Caution
Na solche Diserfizierer ;-)
Dein “Kommunisten”-Geschnarre ist auch nicht besser ;-)
Lemmy Caution:
Hatte vor einiger Zeit gelesen (weiß allerdings nicht mehr die Quelle), daß die rechten Todesschwadronen mehr Morde auf dem Gewissen haben als die Farc.
Vor wenigen Monaten wurden mehrere ranghohe kolumbianische Militärs wg. angebl. Drogendelikte an die USA “ausgeliefert”. Der wirkliche Grund: Es sollen weitere Uribe belastende Aussagen zu dessen Zusammenarbeit mit den Todesschwadronen verhindert werden.
Ach Aquadrat, hör doch bitte auf falsche Behauptungen aufzustellen. In Chile gabs nur 2000 oder 1999 ein leichtes Minus-Wachstum. Insgesamt wuchs es zwischen 1999 und 2002 um 3%.
CEPAL Stat ist zur Zeit leider mal wieder unten.
Es gibt kein lateinamerikanisches Land, das besser durch die Asien-Krise gekommen ist.
Für den Kupfer-Preis gibts nun wirklich sehr umfangreiche Ausgleichfonds.
Und bei den – in deiner Sprache – so beutelnden Finanzfonds, die für die Altersversorgung eine wichtige Rolle spielen (also die AFP) kann jeder Versicherte zu jeder Zeit zwischen unterschiedlichen Typen wechseln. Der Wechsel dauert etwa 4 Tage. Typ1 enthält nur festverzinsliche Wertpapiere, Typ 5 weitgehend Aktien. Viele sind zu Beginn der Finanzkrise von Typ 5 auf Typ 1 gewechselt.
Guckst du hier: http://www.econstats.com/eqty/eqem_la_3.htm
Hier siehst du, dass der IPSA (das chilenische Äquivalent zum DAX) sich aktuell auf den Werten von Ende 2006 bewegt. Und davor ist er stark angestiegen. Also jemand, der nach Ende 2006 angefangen hat zu arbeiten, einen Typ 5 Fond gewählt hat und in der Zwischenzeit nicht in Typ 1 gewechselt ist, verloren hat. Der Rest hat gewonnen.
In welcher Stadt (mit Stadtviertel) wohnen denn deine Freunde?
“In Argentinien, Uruguay, Mexiko, Chile, Brasilien, Ecuador, Paraguay, DomRep sind in den letzten 10 oder 20 Jahren aber auch keine oder kaum politischen Morde geschehen. Die kolumbianische Gewalt ist ein Sonderfall.”
Lemmy lügt und verzerrt wieder (oder immer noch). Alles in einen Topf schmeißen und einmal kräftig umrühren. In Mexiko z.B. sind Repressionen, Entführungen und politische Morde fast alltäglich und damit meine ich nicht den Krieg zwischen der Zentralregierung Calderons und den Drogenkartellen aus dem Norden von Mexiko. Sondern beispielweise das Massaker von Atenco (Bundesstaat in Nachbarschaft zu México-City). Die Entführungen und Morde an linken Studentenführern in Mexiko-City (ausgeführt von paramilitärisch geschulten Mitgliedern von Jugendverbänden, die in Verbindung zu den rechtskonservativen, staatstragenden Parteien PAN und PRI stehen) oder auch die Morde von Spezialeinheiten bei der brutalen Niederschlagung der von der Lehrergewerkschaft getragenen Protestbewegung im südlichen Bundesstaat Guerrero. Weiterhin werden jeden Tag schwerste Menschenrechtsverletzungen in Chiapas an der dortigen indigenen Bevölkerung und Kleinbauern begangen. Aber auch Gewerkschafter und Anghörige der linkssozialdemokratischen PRD werden auffallend häufig Opfer von Entführungen und “Unfällen” in Mexiko. Über viele Dinge wird in den westlichen Medienoutlets überhaupt gar nicht berichtet. Es ist unglaublich was dieser Lemmy hier für Verfälschungen betreibt. Er spekuliert darauf, daß die meisten hier überhaupt keine Ahnung haben verzapft hier Märchen gepaart mit gefährlichem Halbwissen. Aber so wie der Euch hier für dumm verkauft, spottet es schon jeder Beschreibung. Besonders ärgerlich ist, daß er hier mit seinen Lugereien die komplette Aufmerksamkeit auf sich zieht und man fast zwangsläufig off-topic gerät zur ursprünglichen Thematik.
Die Gewalt in Kolumbien hat tiefere Wurzeln. Die FARC sind nicht einfach aus dem nichts entstanden und nur weil sie Lust am töten hatten (was man den Paras durchaus unterstellen kann). Mann könnte argumentieren, dass das Massaker der United Fruit Company im Jahr 1928 hier einiges ins Rollen gebracht hat (s. http://www.icdc.com/~paulwolf/colombia/colombiawar.htm). Der Erfolg Gaitans und seine anschliessende Ermordung haben hier ihren Ursprung. Die Großgrundbesitzer ermorden seitdem die Landbevölkerung, weil sie keinen Bock haben ihre Ländereien aufzugeben (die sie nicht gerade durch verteilen von Bombons -eher Bomben- erworben haben). Die Idee paramiliärische Todesschwadronen zu bilden kam während der Regierung Kennedys durch Gen. Yarborough im Jahre 1962: “…[A] concerted country team effort should be made now to select civilian and military personnel for clandestine training in resistance operations in case they are needed later. This should be done with a view toward development of a civil and military structure for exploitation in the event the Colombian internal security system deteriorates further. This structure should be used to pressure toward reforms known to be needed, perform counter-agent and counter-propaganda functions and as necessary execute paramilitary, sabotage and/or terrorist activities against known communist proponents. It should be backed by the United States…” (s. http://statecraft.org/chapter9.html).
Seitdem bringt fast jede Regierung Kolumbiens jährlich soviele Menschen um wie Argentinien während der Diktatur. Die Zahlen lassen sich hier sehr gut vergleichen, da Argentinien und Kolumbien fast die gleiche Bevölkerungszahl haben. Also Argentinien: 30.000 politische Morde (1976-1973) -laut Müttern der Plaza de Mayo. Kolumbien 28332 zwischen 1988 bis Mitte 1995 (s. http://web.archive.org/web/20030101033719/www.commoncouragepress.com/colombia/18.html). Uribe tötet weniger aber nur weil er jetzt auf die Taktik des “tarjet killings” setzt nach israelischen Vorbild (s. Grafik auf Seite 4 aus http://www.lawg.org/docs/the_other_half_of_the_truth.pdf).
Jetzt tötet er zusammen mit den Paras (die ja bekanntlich die “sixth Division” sind -um HRW zu zitieren [http://www.hrw.org/legacy/reports/2001/colombia/]-) doppelt so viele wie die Guerrilla. Sein Vorgänger schaffte sogar das 4-fache (ein echter Demokrat!). Das soll aber nicht davon ablenken, dass er sogar EU-Gelder benutzt um Militärs 1.7 Millionen Euro (für ein großes Guerrilla-Tier) und 1.300 Euro für einen einfachen Guerrillero zu bezahlen (http://www.publico.es/internacional/180598/uribe/financio/guerra/sucia/fondos/internacionales). Dafür werden einfache Bauern entführt und anschließend ermordet (s. http://colombiasupport.net/news/2008/10/chilling-testimony-of-colombian-soldier_28.html). Damit die angehenden Paras ihr Handwerk lernen werden Bauern entführt und nach anweisung zerstückelt (Lektion eins: enthaupten, Lektion zwe:i Arme und Beine mit Kettensäge abschneiden, etc…. Siehe: “…Francisco Villalba, el paramilitar que dirigió en terreno la barbarie del Aro (Antioquia), en la que torturaron y masacraron a 15 personas durante 5 días, revela detalles de esos cursos hasta hoy desconocidos. “Eran personas de edad que llevaban en camiones, vivas, amarradas (…) Se repartían entre grupos de a cinco (…) las instrucciones eran quitarles el brazo, la cabeza… descuartizarlas vivas”, dice su expediente…” [http://jmospina.googlepages.com/01.pdf].
Kolumbien bleibt weiterhin, das Land das am meisten Gewerkschaftsmitglieder umbringt (74 von 103 in 2005 weltweit, s. S. 7 aus http://www.justiceforcolombia.org/upload_resources/JFCissue_11.pdf), wobei Nestle und Coca-Cola bereits selber einige Morde im Auftrag gegeben haben (http://www.killercoke.org/crimes.htm). Hat 4 Millionen interne Vertriebene (schlappe 10% der Bevölkerung, s. http://www.colombiasupport.net/actioncenter.html). Diese Menschen werden unter anderem Vertrieben um Platz für Palmölanbau zu machen, s. http://www.kolko.de/downloads/volle_tanks_leere_doerfer.pdf und http://www.kolko.de/downloads/kolko_friedensgemeinden_kolumbien.pdf) aber nicht nur. Man kann so viel einfacher ins Agrarbusiness einsteigen (Rindfleisch für McDonald’s ist z.B. ein gutes Geschäft) aber auch Bananenplantagen (für Chiquita und Dole) lassen sich so erweitern, Erdölfelder erschliessen oder Gold, Kohleminen -oder was man sonst noch so braucht- betreiben. Wenn die Menschen in Kolumbien es wagen trotz Paras, Folter und Verschwindenlassen (Keitel lässt grüßen, s. http://de.wikipedia.org/wiki/Nacht-und-Nebel-Erlass) kriegt die kol. Regierung Rabatte beim Waffenkauf, s. http://www.justiceforcolombia.org/?link=3_0_1).
Lauter gute Gründe um Uribe in der WELT, die Zeit, Der Spiegel und wie sie alle heissen nicht zu dämonisieren. Um Gottes Willen wir stehen ja für Menschenrechte. Wenn Chavez nur ansatzweise so etwas machen würde wäre Venezuela bereits von der NATO bombardiert worden um bekanntlich Demokratie und Freiheit in diesen rückständigen Gegenden zu verbreiten. Die bekannte “white man’s burden”…
Lemmy, hör auf zu pöbeln, nur weil Dir mal wieder Tatsachen nicht passen: http://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaft_Chiles#Asienkrise “Die Folgen für die chilenische Wirtschaft waren gravierend, aber nicht dramatisch. Über zwei Jahre sank das BIP um 3 %, die Arbeitslosigkeit stieg von 5 % auf 11 % und der Peso wertete um 16 % gegenüber dem US-Dollar ab. ..”
@Memo: Die kolumbianische Justiz hat Zugriff auf die in den USA inhaftierten. Im übrigen gibts gerade in den USA eine Menge Menschenrechtsorganisationen für das Kolumbien-Thema. US-Gerichte waren in den 80ern/90ern für die Aufklärung der Cono Sur Militärdiktaturen (Chile, Argentinien, Uruguay, Paraguay) effektiv. In den Prozessen ist mehr rausgekommen als in den Ländern selbst. Das hat sich stabilisierend für die folgenden friedlicheren Zeiten ausgewirkt.
Die parapóliticas (rechte Todesschwadrone) legitimieren sich mit der Existenz der FARC. Sie agieren unabhängig von der Regierung. Wenn die FARC einmal besiegt ist – und es sieht da gut aus – können diese Leute noch effektiver bekämpft werden. Das Grundproblem (Kokain) bleibt aber bestehen. Eigentlich ist die US-Militärhilfe im Rahmen von plan colombia dafür da, die Kokain-Produktion einzudämmen. Das funktioniert nicht.
Problematisch ist leider, dass viele linke Gruppen – trotz der ziemlich Einhelligen Ablehnung durch die kolumbianische Bevölkerung – Verbindungen mit der FARC unterhalten:
- zeigte das der von Interpol als glaubwürdig eingestufte Computer von Raul Reyes (Verbindungen zu Chavez, Correa, der kolumbianischen Opposition, weiterer linker Splittergruppen in Chile und Mexiko
- dann befanden sich im Lager Raul Reyes mexikanische und chilenische Studentinnen. Sehr lustige Interviews. Die Mexikanerin behauptete, die Musik in den Guerrilla-Camps studieren zu wollen.
- dann behauptete Correa das sich auf ecuadorianischen Territorium befindliche Lager wäre ein 1-Nacht Lager gewesen. Ein wenig merkwürdig war da schon der zementierte Boden der Küche und die kompliziert aufzustellende 8 Meter Antenne für Satelliten-Empfang mitten im Urwald. Wahrscheinlich rühren die jede Nacht vor dem zu Bett gehen Zement für die Küche an ;-)
“….Sie agieren unabhängig von der Regierung.”
Die nächste Propagandalüge!
Sag mal Lemmy, wer bezahlt Dich damit Du hier ein linkes Blog mit Beiträgeflutung (die zumeist aus unbelegten Behauptungen, die Propaganda bestehen) auf Trab hältst? Das meine ich im Ernst, welche Stiftung oder welche rechte Pressuregroup steht bei Dir dahinter???
Tja, ich hätte Lemmy Caution so gern einiges gesagt, aber mein Kommentar (Nr. 104) wird nicht freigeschaltet… super!
PS: tschuldigung, der ist doch freigeschaltet worden. Nimm alles zurück.
PS2: und jetzt muss ich ins Bett. Bis morgen…
Cepalstat bestätigt mich. Auf welche Daten beruft sich wikipedia.de?
http://websie.eclac.cl/sisgen/ConsultaIntegrada.asp?idAplicacion=6&idTema=131&idioma=e
BIP zu konstanten Marktpreisen (Dollar des Jahres 2000)
1997: 70526.9
1998: 72805.5
1999: 72251.6
2000: 75495.0
2001: 78044.5
2002: 79749.1
2003: 82872.8
2004: 87879.2
Für das nächste Jahr wird ein Wachstum von 2.5 % erwartet. Allerdings mit Druck auf niedrige Einkommen, was ich nicht gut finde. In Chile muß mehr umverteilt werden, meiner Meinung nach.
@Pttp: Die Todesschwadrone agieren auf Befehl der Regierung?
Warum sollten die Kolumbianer eine Regierung 2x wiederwählen, die Todesschwadrone durch die Gegend schickt?
Und ich beleg meine Aussagen mit glaubwürdigeren Quellen als die anderen.
“- zeigte das der von Interpol als glaubwürdig eingestufte Computer von Raul Reyes (Verbindungen zu Chavez, Correa, der kolumbianischen Opposition, weiterer linker Splittergruppen in Chile und Mexiko”
Eine weitere Lüge!!!
Es gab keine E-Mails auf dem Computer des ermordeten Reyes.
Zitat:
“An anti-terrorism investigator of the Colombian police said no e-mails were found on the computer of slain FARC commander Raúl Reyes. Investigators only found Word documents, Noticias Uno reported Tuesday.”
http://colombiareports.com/colombian-news/news/2215-police-investigator-there-were-no-e-mails-on-computer-raul-reyes.html
http://link.brightcove.com/services/player/bcpid3451456001?bctid=3570892001
@ SF
Den angeblich im Menschen steckenden Egoismus als einzige Richtschnur für sein Handeln würde ich ins Reich der modernen Propaganda verbannen.
Auch wenn ‘Sozialbiologen’ und Verhaltensforscher aller Art gerne hervorgezogen werden, um eine unabänderliche Verquickung von Egoismus mit dem Wesen des Menschen sozusagen zu belegen, zeigt das nur einen Aspekt der Angelegenheit.
Wenn man sich genügend umschaut, erhöht sich die Zahl der Erkenntnisse über soziale und altruistische Konzepte, die ebenso die Lebenstauglich respektive ‘das überleben’ absichern und fördern. Auch wenn die gängige Interpretation die Erhaltung des eigenen Genpools predigt, und dann auf Egoismus als ‘natürlichen’ Effekt und seine Unabänderlichkeit rückschließt, ist der ‘ausschließlich egoistisch motivierte Mensch’ eher ein modernes Märchen. Daß ab einem gewissen Notstandslevel der rein egoistisch motivierte Überlebenswille das Heft in die Hand nimmt, ist unbestritten, doch ist ab einem gewissen Grundversorgungsgrad, welches durchaus subjektiv und relativ und damit schwer zu benennen ist, wird die größere Leistungsfähigkeit durch Sozialität und auch altruistische Motivationen erreicht. Der hierbe erlangte ‘Mehrwert’ bedient dann gleichermaßen die egoistische wie die altruistische Komponente des Menschen. Die ‘richtige Mischung’ macht’s.
Wären die Menschen tatsächlich so ausschließlich egoistisch, wie es uns gerade eingeredet wird, dann hätten wir es niemals aus den Höhlen herausgeschafft.
Der Aspekt der Ökologie im Zusammenhang mit der Endlichkeit des Öls wird auch durch eine der neuerdings beworbenen Alternativen berührt. Bio-Diesel und Bio-Gas wurden als mögliche Alternativen ins Spiel gebracht, wobei dadurch Energiegewinnung in Konkurrenz zu Nahrungsmittelgewinnung tritt. Das macht die ganze Geschichte noch viel komplizierter.
Wenn vorher schon die krude Mischung aus ‘freiem Weltmarkt’, Subventionskrieg zwischen Kontinenten (USA & EU) und Handelgrenzen zwischen Kontinenten (zB Afrika & EU) dafür sorgen konnte, daß es zu entsetzlichen Hungerkatastrophen kommen konnte, wird der gesamte Bereich der nachwachsenden Rohstoffe hier als weitere Verschärfung der Lage wirken.
Und daß dabei weitere ökologische Schildbürgerstreiche die Zukunft unserer Nachfahren gefährden, dürfte auch nicht als unwahrscheinlich eingeschätzt werden.
Ab welchem dauerhaften Ölpreis mag Zuckerrohr-Sprit rentabel oder unrentabel sein? Warum setzt man auf Rapsöl, obwohl Hanföl einen größeren Ertrag liefern würde? Wieviele Hektar Mais braucht man allein für alle bereits subventionierten Vergasungsanlagen? Wenn man sich den ganzen Mist mal so anschaut, dann kann man nur noch den Kopf schütteln.
@108
Du hast gar nix belegt. Du hast für dieses spezielle Sujet eine unbewiesene Behauptung aufgestellt. Das ist eine Deiner beliebtesten Methoden! Und wenn es dann konkret wird und jemand sich die Mühen macht eine der Vielzahl an Manipulationen, Verzerrungen und glatten Lügen von Deiner Seite als das zu entlarven was sie sind, stellst Du flugs neue, natürlich unbelegte, Behauptungen und Thesen auf.
ach chapultec. Wo steht bitte, dass Alvaro Uribe die Paramilitärs kommandiert.
Ich weiß selbst, dass es Verbindungen zwischen Militärs und Paras gibt.
Und die Paras sind aus der Lust am Töten entstanden?
Vielleicht nicht eher aus einem Gefühl des Ausgeliefertseins gegenüber Steinzeitkommunistischen Killern, die genau wissen, dass sie in Kolumbien niemals mehrheitsfähig sein werden?
@Degnaphta
bin mit Dir ‘ne Meinung. Nach heutiger Wirschaftreligion sollten z.B. Familienmitglieder vor jedem gemeinsamen Essen zerfleischen um die größten Stücke für sich zu “erwerben”. Oder wie Yves Wegelin neulich schrieb “Wer die Kartoffeln kaufen wird, wenn alle nur noch sparen, und ob die Kartoffeln ihn denn glücklich machen – darüber schweigt die Formel” (s. http://www.woz.ch/artikel/inhalt/2008/nr48/Risk%20Development/17204.html)
gefunden hier
Naturgesetze beschreiben keine Gesellschaft
http://www.pickings.de/tiki-view_blog_post.php?blogId=11&postId=3261
Lemmy Caution
Warum bringst Du das chilenische BIP in konstanten US-DOLLARS? Die starken Wechselkursschwankungen des Dollar können die Daten komplett verzerren.
Also: Die Daten machen nur Sinn in konstanter CHILENISCHER LANDESWÄHRUNG!
@Pttp: Na dann waren es halt Word-Dokumente. Jedenfalls wurden damit die geheimen Verbindungen zwischen Correa / Chavez / weiteren Menschenfreunden und der in Kolumbien von fast 100% der Bevölkerung abgelehnten FARC deutlich.
Ich “beleg meine Aussagen mit glaubwürdigeren Quellen als” Du. Du bist auf kein einziges Argument eingegangen. Um nur ein Beispiel zu nennen: Erst sagst, dass die Paras unabhängig agieren aber dann doch Verbindungen zu der Regierung haben. Was ist mit den Lektionen fürs Töten, die EU-Gelder für Ermorden von Unschuldigen, Gewerkschaftsmitgliedermorde, 3- bis 2-fach mehr Morde als die Guerrilla. Die Vertreibungen um neuerdings Palmöl anzubauen. Wie gesagt: würde irgendeiner der offiziellen Feinde so etwas machen, wäre der Aufschrei der “freien Presse” ohrenbetäubend
PS:Muss jetzt wirklich weg. Bis morgen (arbeitet hier keiner morgen?)
@Spiegelfechter #4
Gibt es ein gutes Argument, warum in der Arktis und der Tiefsee Öl sein sollte? Oder sind das einfach die einzigen nicht gut erkundeten Gebiete?
Und zu deinem Ökologie Kommentar: Ökologische Probleme sind völlig anders als politische. Sie sind gut vorhersehbar (und deshalb gut vermeidbar). Insofern ist das auftreten solcher Probleme eigentlich immer ein Symptom von nicht vorausschauender Politik.
mfg
Yoshi
@112
Ich bin zwar nicht chapultepec. Aber wer hat behauptet, daß die AUC von Uribe direkt kommandiert wird? Ich habe das nie getan. Aber Du hast behauptet, ohnen einen einzigen Beleg, daß die parmilitärischen Todesschwadron unabhängig von der Regierung agieren.
Diese Artikel entlarven Deine Behauptung als was wohl?
Lügen!
http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2008/04/22/AR2008042201144.html
http://articles.latimes.com/2007/mar/13/world/fg-colombia13
http://www.npr.org/templates/story/story.php?storyId=8959516
Zitat aus einem Artikel des Independent v. 27.07.2007:
“But it is in the Colombian capital city, Bogota, that the “war on drugs” is seriously falling apart. Colombia’s president, Alvaro Uribe, is in deep political trouble as his opponents dig up unsavoury evidence of his past. He was for years seen as the strongest ally of the US and Britain in South America – he has been received several times at the White House and the UK’s Foreign and Commonwealth Office paid him a substantial bursary in 1998 for two years’ study at St Antony’s College, Oxford before he was elected president in 2002. As a model recruit into the “war on drugs” his country has received $5.4bn under the so-called Plan Colombia from Washington for drug control, more US foreign aid than any other country except Israel and Egypt.
Yet Colombia is estimated to be producing nearly 800 tons of cocaine every year and it has been an open secret for years that senior politicians and the armed forces are deeply mixed up in drug dealing and the right-wing death squads – coyly referred to as “paramilitaries” are also involved in the trade.
In February, Uribe had to sack his foreign minister Maria Consuelo Araujo because of her family connections with the death squads and the drug trade. Uribe is becoming something of a pariah and his support is falling away, even in Washington. Senator Al Gore withdrew from a conference on climate change in Latin America to avoid being photographed with him because of allegations linking Uribe and government members to death squads and drug dealing. Gore called the claims deeply troubling. In 2001, some senior politicians signed the so-called Pact of Ralito, which bound them to well-known drug smugglers with names such as Jorge 40, Don Berna, Salvatore Mancuso and Diego Vecino. Other accusations against Uribe include one by an opposition senator that death squads used farms belonging to Uribe’s family to carry out meetings and killings in the 1990s. ”
http://www.independent.co.uk/news/world/americas/why-the-us-is-losing-its-war-on-cocaine-450586.html
Lemmy Caution:
Wieso sagst Du, die kolumb. Todesschwadronen “agieren unabhängig von der Regierung”? Das Paktieren mit diesen wurde Uribe längst nachgewiesen!
Und selbst dpa schrieb zur “Auslieferung” der Militärs: der “angenehme Nebeneffekt” (ich sage: der Haupteffekt) für Uribe sei, daß für ihn belastende Aussagen nun erschwert seien.
chapultepec: Erstmal gewöhn dir bitte einmal einen bürgerlicheren Ton an, wenn du mit mir sprichst.
Die Paras agieren nicht auf Befehl von Alvaro Uribe. Es gibt Verbindungen zwischen einzelnen Militärs und den Paras. Die Militärs sind aber nicht die Regierung.
Vor der Weltrevolution sehen wir diese verschiedenen Institutionen noch nicht als großes ganzes, ok ;-)
@115
Ja, ja so biegt sich der Lemmy die Wahrheit zurecht: warens halt Word-Dokumente. löl
Eben doch keine der vorher angebliche vorhandenen tausenden (!) e-mails, die angeblich alle möglichen Verbindungen zu allen möglichen Personen, Regierungen und Journalisten beweisen würden.
Du bist und bleibst ein elendiger Propagandist. Du bist jetzt mehrfach der eindeutigen LÜGE überführt worden. Und das sagst jetzt wer Dich fürs lügen und hetzen bezahlt! Weil anders kann es ja gar nicht sein, bei Deinem fanatischen Kreuzzeug hier.
Ich hab nie behauptet, dass kolumbianische Politik sauber ist. Natürlich gibt es Verbindungen einzelner Militärs und auch Politiker mit den Todesschwadronen.
Direkt kommandiert werden die parapóliticas nicht von der Regierung.
Nur zeigt das eben wohin die Gewaltspirale führt, wenn linksextreme Gruppen versuchen, ihre Ideologie gewaltsam durchzusetzen.
Ist die FARC erstmal besiegt, kann auch die parapólitica wirksamer bekämpft werden. Mittlerweile gibt es mit dem Polo Democrático Alternativo eine linke Kraft, die sich eindeutig von der FARC distanziert. Ein Fortschritt. Die können in Wahlen versuchen, die Mehrheit zu erringen. Das sieht aber zur Zeit nicht so gut aus.
Lemmy Caution:
Schreibe meine Kommentare momentan per Handy. Das ist umständlich und: man kann nur eine begrenzte Anzahl von Zeichen in einem Kommentar unterbringen.
Sobald mir ein PC zur Verfügung steht, mehr zu
- Lemmys “Links-sein”,
- der angebl. “vielfältigen” dt. Medienlandschaft,
- den angebl. Segnungen der privatisierten chilenischen Altersversorgung.
Hör auf abzulenken, Du Lügner und Verharmloser! Du hast behauptet, daß die paramilitärischen Todesschwadrone “unabhängig von der Regierung” agieren würden. Das ist nach allem was man weiß (und dafür habe ich nur einige wenige Beispiele gepostet) mindestens eine grobe Verzerrung der Realität, wenn nicht eine glatte Lüge. Diverse, hochrangige Politiker aus der Regierung sind mit den Mördern der AUC verbunden.
Pttp: Deine Informationen mit den Word Dokumenten bezog sich auf eine einzige Aussage.
Das ist wohl auch nicht die Wahrheit. Die Zusammenarbeit zwischen Correa, Chávez, gewissen kolumbianischen Politikern und der FARC gilt als erwiesen.
Auch wenn du noch so feste auf den Boden aufstampfst: Hier ist der Report von Interpol:
http://tinyurl.com/4u8fv7
(http://hotair.com/archives/2008/05/26/obama-farcing-around/)
Soweit also zu deinem Helden. Er unterstützt Leute, die Kinder, Frauen und Männer jahrelang in Dschungel-Camps verschleppen…
Wer denn zum Bleistift. Und wenn, wird das u.a. auch auf Druck der USA untersucht.
Die Zusammenarbeit zwischen Correa, Chávez, gewissen kolumbianischen Politikern und der FARC gilt als erwiesen.
Auch wenn du noch so feste auf den Boden aufstampfst: Hier ist der Report von Interpol:
tinyurl.co…
Interpol confirmed the data on Raul Reyes? laptop showing hundreds of millions in funding from Chavez for FARC. He allows FARC to operate within Venezuelan borders as a means to topple the elected government of Alvaro Uribe.
(http://hotair.com/archives/2008/05/26/obama-farcing-around/)
Soweit also zu deinem Helden. Er unterstützt Leute, die Kinder, Frauen und Männer jahrelang in Dschungel-Camps verschleppen?
Ich hab nie gesagt, dass ich Alvaro Uribe besonders toll finde.
Er wird halt nur von der Mehrheit der Kolumbianer gewählt.
Im übrigen hab ich in meinem Leben nie Koks genommen, obwohl es mir ein paar mal angeboten wurde. Weiss nicht, ob das hier jeder von sich behaupten kann. Die Beliebtheit von Koks ist nämlich die wichtigste Ursache der kolumbianischen Gewalt.
Lemmy Caution:
Bevor Du uns hier weiter mit Deiner Links-Phobie behelligst und uns permanent verkündest, das Heil der Welt würde über uns kommen, sobald die Linksextremisten besiegt seien, solltest Du zur Kenntnis nehmen:
Das USA waren auch + gerade in Mittel- und Südamerika ausbeuterisch und staatsterroristisch aktiv, als es dort längst noch keine bösen Linken gegeben hatte.
@125
Du guckst Dir ja nicht mal die Quellen, die wahrlich keinen linksradikalen Presseerzeugnissen enstammen, an. Was ist mit Dir los Du Lügner?
Ist klar, ist Dir jetzt richtig peinlich das man Dich entlarvt hat. Sag schon, wer bezahlt Dich hier damit Du reaktionäre Propaganda verbreitest? Das ist doch nicht normal, daß Du hier das Board mit Deinen Märchen flutest.
Und was Interpol betrifft, daß ist keine unabhängige Polizeibehörde. Dort sind die USA federführend. Genau die die Kolumbiens Regierung mit Millairden Dollar unterstützt. Interpol kam auf Anforderung der kolumbianischen Regierung. Die kolumbianische Regierung war der Auftragsgeber blöderweise hat einer Ihrer Polizisten später ausgesagt, daß sich uberhaupt keine Verbindungen zu den Leuten anhand des Computers von Reyes nachweisen ließen. Ein größere Blamage konnte es für das Uribe Regime überhaupt nicht.
Achso. Internationale Polizei-Organisationen wie Interpol sind also nicht glaubwürdig.
Natürlich gabs auf dem Computer Dokumente, die die Verbindung aufzeigten.
Naja. Chavez und die FARC werden sowieso bald Geschichte sein.
Chavez hat dann bewiesen, dass Sozialismus sich bei einem Preisanstieg des einzigen Exportguts von 19$ auf 140$ 12 Jahre mit freien Wahlen halten kann. Wahrlich eine überragende Leistung.
Und gewöhnt euch bitte diesen Bautzen-Ton ab.
Die USA schränkt doch schon aufgrund von Familien-Verbindungen von Regierungsmitgliedern (was wohl nicht mit Kontrolle der parapóliticas zu verwechseln ist) die Unterstützung von Uribe ein. Das lese ich aus dem Artikel.
Können wir uns auf die folgenden Punkte einigen:
1. Die FARC soll ihren Kampf einstellen.
2. Die parapóliticas sollen aufgelöst und juristisch verfolgt werden
3. Falls einer von euch Koks nimmt, sollte er damit aufhören
4. Der kolumbianische Präsident wird von der kolumbianischen Bevölkerung gewählt.
5. Der venezoelanische Präsident wird von der venezoelanischen Bevölkerung gewählt.
Lemmy Caution:
Die Verbindungen der kolumbianischen Regierung mit den Todesschwadronen würden auf Druck der USA untersucht???
Willst Du uns verarschen? Die USA sind ein riesiges Teil des Problems und nicht der Lösung!
Nebenbei bemerkt: Würden auf Bush die Nürnberger Statuten angewendet, dann müßte dieser an den Galgen!
Auch durch mehrmaliges wiederholen Deiner Lügen werden diese nicht wahr. Fakt ist Interpol ist keine unabhängige Polizeibehörde, die USA sind dort federführend, die USA unterstützen das kolumbianische Regime mit Finanspritzen in Milliardenhöhe jedes Jahr, die USA spielten eine wesentliche Rolle beim Putsch 2002 gegen die demokratisch gewählte Regierung in Venezuela.
Und bevor Interpol den Computer in die Hände bekam befand er sich längere Zeit in den Händen der kolumbianischen Regierung. Kein Mensch weiß was mit dem Computer in dieser Zeit passiert ist. Erst sollen tausende e-mail gefunden worden sein und jetzt wissen wir das diese NIE existierten! Warum sollten wir nach diesen (und dutzenden anderen) Widersprüchen und Lügen was aus dieser Richtung kommt noch glauben schenken?!
@131
Du bist hier der Lügner, Manipulierer und Verzerrer. Es ist ein Fakt. Jeder kann nachlesen wie lax Du es mit der Wahrheit hältst. Und Du bestimmst hier nicht die Agenda und kannst nix dekretieren. Mit Dir, besser oder schlechter, verkappten Reaktionär einige ich mich auf gar nichts. Ich werde SF eine Mail schreiben und mich mal mit ihm unterhalten. Ob ihm das evtl. nicht langsam komisch vorkommt. Weil normal ist Dein Verhalten hier nicht. Das stinkt regelrecht Auftragsarbeit für das schaffen von Konfusion und der Flutung eines erfolgreichen, linken Boards.
@Memo: Das steht in dem Artikel…
Und noch was: Ich glaub, es geht in Lateinamerika um ganz andere Dinge als diese hochfliegenden Chavez Sprüche. Ich bin davon überzeugt, dass die nichts gute bewirken.
Hauptsächlich bin ich verbunden mit Personen aus der chilenischen Mittelschicht, die nicht sonderlich politisch sind. Ich bin nicht sonderlich politisch. Wenn son Politiker das blaue vom Himmel verspricht. Das war nie Lemmys Ding. Nie Paulas. Nie Sebas.
Es geht um andere Dinge….
Natürlich ist das härter wie hier. Aber es geht um ganz irdische Dinge wie einen erträglichen Job finden, ein Auskommen haben, Kinder großziehen.
Das ist nicht immer einfach.
Bin da zur Zeit beratend in einem Fall, wo mal eben massiv Lohn gekürzt wurde. So schnell mal eben. Völlig ohne Verbindung zu den guten Umsatzzahlen. Wie es in Deutschland nicht denkbar ist. Ich seh das nicht als Kampf im Himmel zwischen der Angestellten-Schar und den Kapitalisten. Es wurde ein Brief erstellt. Der wurde u.a. von mir korrekturgelesen. Ich hab Vorschläge gemacht. Ein anderer machte – mit besserem Spanisch (Chilene) die gleichen Vorschläge… Es sieht nun gut aus.
Aber nix mit Revolution und sonen Unsinn. Ein geschickt formulierter Geschäftsbrief, der übrigens cc an eine staatliche Stelle ging, die Arbeitsbeziehungen überwacht.
Das ist das Leben. Und nicht, dass die USA irgendwann mal. Ich halte die US-Lateinamerika Politik für nicht besonders intelligent. Aber sie ist nicht für jeden Scheiß verantwortlich, der dort passiert.
ach so.
Na dann richtet euch ein, in eurer kleinen Welt.
Euren Ideen. Euren Helden. Euren Feinden.
Mich kotzt euer völlig vereinfachtes Weltbild an.
Trotz aller vorhandenen Bildung.
Eure Naivität diesen ganzen politischen Unsinn zu glauben.
Ich habs nie geglaubt. Nie.
@138
Unser vereinfachtes Weltbild? Unsere Naivität? Wie grotesk. Nur weil uns Deine, wahrscheinlich bezahlte, Propaganda, nicht zusagt. Schon allein uns Kokainmißbrauch zu unterstellen, wahrscheinlich nur weil Du sauer bist, daß wir Deine ständigen Manipulationen, Halbwahrheiten und Lügen entlarvt haben, stellt eine so eine unglaubliche Frechheit dar. Das ist unglaublich was Du hier abziehst.
@lemmy 109: Der Wikipediaartikel bezieht sich auf das CIA Factbook, eine bekannte linksextreme Quelle, und die ähnlich linksradikale BIZ. Da gibt es auch Monats- und Quartalszahlen, keine geglätteten Stichtagszahlen. Die Aussage des Artikles, dass die Krise über annähernd zwei Jahre ging, trifft zu. Übrigens finde ich Fragen von Dir nach meinen Freunden schlicht unverschämt, so dicke sind wir nicht miteinander. Nur so viel, ein paar davon sind gerade hier zu Besuch, um Freunde und auch Verwandte, die hier und anderswo in Europa geblieben sind, zu besuchen. Nur daher fühlte ich mich überhaupt bemüssigt, etwas zu dem Thema zu schreiben, die sehen die Lage nämlich mit deutlich mehr Bedenken.
Lemmy Caution:
Auch in D ist es möglich, daß selbst bei guten Umsatzzahlen die Löhne sinken. Oder wie erklärt es sich, daß trotz angebl. “Boom” die dt. realen Arbeitnehmereinkommen seit Jahren sinken oder stagnieren (EU-weit ist D Schlußlicht) +auch der Private Verbrauch seit Jahren auf dem Zahnfleisch geht? Die Erklärung: Es wird nach oben umverteilt! Die realen Gewinn- u. Vermögenseink. stiegen seit 2000 um 40%!
tja, mein Beitrag nr. 117 bleibt wohl unbeantwortet, trotz bürgerlichen Tons…
so wie Beitrag Nr. 25 (s. http://www.spiegelfechter.com/wordpress/446/die-sicherheit-afghanistans#comments)
Wird langsam wohl zu Gewohnheit oder ist es nur ein weiterer Fall vom Crimestop?
Hallo Spiegelfechter-Blogger,
dass die Nachfrage nach Oel ein paar Prozent zurueckgegangen ist, erklaert nicht den massiven Preisverfalldes schwarzen Goldes…
Oel ist immer noch der Nummer 1 Energierohstoff und er wird es solange bleiben, bis der letzte Tropfen aus der Erde gesaugt wurde und verbrannt wurde.
Die Entwicklung der Menscheit, vor allen Dingen in Bezug auf die Zunahme der Weltbevoelkerung, kann ganz klar in Korrelation gesetzt werden mit der “Entdeckung” der Kohle als Energietraeger und, noch heftiger, mit der Verwendung des Oels als Energielieferant. Stellt Euch das mal vor: 1 Barrel Oel (159 Liter) entspricht der Arbeitsleistung eines Mannes in 29.000 Stunden!!!!!!
Dass das schwarze Gold, manche nennen es auch das Exkrement des Teufels, in irgendwelche spritfressenden Autos/Flugzeuge usw. reingefuellt wird ist Verschwendung in hoechstem Masse. Oel wird quasi in allen Lebensbereichen dringend gebraucht und sollte nur sehr limitiert oder gar nicht fuer den Transport verschwendet werden. Ein Grossteil des westlichen Lebensstandards ist im wahrsten Sinne des Wortes auf Oel gebaut.
M.E. ist Oel massiv unterbewertet und wird in den naechsten Monaten wieder massiv an Wert zulegen. Der massive Dollaverfall wird das Oel auch wieder etwas teurer machen. Nur die Frage bleibt berechtigt: Was passiert in 2009/2010 mit den USA in Bezug auf die Konsumption von Oel bzw. in Bezug auf die Wirtschaftsaktivitaet in diesem Land?
Gruss
Gruss
Filmtipp: A Crude Awakening
http://www.oilcrashmovie.com/
A crude awakening ist hier zu finden
http://onebigtorrent.org/torrents/2889/A-Crude-Awakening
http://onebigtorrent.org/torrents/2373/A-Crude-Awakening
aquadrat: Zeig mir bitte die Zahlenreihe und die Erhebungsmethode. CEPAL gilt als zuverlässig. Deren Daten sind selbstverständlich keine “Stichtagsdaten” sondern agregierte Daten der jeweiligen Jahre.
Eine Flug Chile -> Deutschland und zurück kostet zur Zeit an die 1 Mio Peso. Im Südsommer gibts keine Schnäppchen. Wenn sich deine Freunde das leisten können, bewegen sie sich in einer Einkommensschicht, die sich nun wirklich keine Sorgen machen muß. Wenn die Konjunktur stoppte, traf das in den letzten Jahren fast ausschliesslich die Unterschicht und die untere Mittelschicht.
@chapultec: Natürlich geht die durch den jahrelangen Krieg brutalisierte Armee nicht gerade zimperlich vor. Zu behaupten, die EU würde Abschußgelder für FARC Terroristen bezahlen ist allerdings grotesk und entspricht nicht der Wahrheit. Ich bin sehr für die Aufklärung der entsprechenden Fälle. Viel dieser Arbeit wird übrigens von Menschenrechtsgruppen in den USA geleistet. Viele linke kolumbianische Oppositionelle agieren von den USA aus (z.B. das von mir geschätzte: http://www.colombiainformausa.com/).
Es gibt keinen Masterplan aus der Gewalt für Kolumbien. Die Mehrheit der Bevölkerung unterstützt aber die kompromisslose Politik Uribes gegen die FARC. Ich glaub auch nicht, dass damit die Probleme gelöst sind.
Glaub sowieso nicht, dass die Probleme durch politische Führer gelöst werden. Und vor allem nicht durch diesen 60er Anti-.Amerikanismus. Spanische und lateinamerikanische Unternehmen sind als Investoren in Südamerika inzwischen viel stärker und sichtbarer aktiv als US-amerikanische. Hinzu kommen chinesische.
Es geht um eine bessere Integration der einzelnen Lateinamerikaner in produktive Beschäftigungen. Das hat was mit Aus- und Weiterbildung, Arbeitsschutzgesetzgebung und die entsprechende Motivation zu tun. Also so wie bei mir. Chávez geht da mit seiner Opfer-Rhetorik, dem immer katastrophaleren Bildungssystem, der Duldung einer selbst für lateinamerikanische Verhältnisse katastrophalen Kriminalität, der nicht-Schaffung produktiver Arbeitsplätze ausserhalb des Erdöls, etc. in die falsche Richtung.
Chilenische Unternehmen expandieren in die Region. Chinesische Unternehmen werden aufgrund der politischen Stabilität und Rechtssicherheit Chile als Stützpunkt nutzen, um europäischen und nordamerikanischen Konzernen Konkurrenz zu machen. In der Zeit werden rotbehemdete Menschen Chavez zuhören, wenn er wieder mal ausruft: “Wenn die Opposition gewinnt… Wir sind nicht wehrlos. Nein. Nein. Es wird Panzer in den Straßen geben” oder ähnlichen Scheiß. Zwischendurch werden dann noch lateinamerikanische Unternehmen verstaatlicht, so dass da immer mehr aus Motiven der politischen Unterordnungsfähigkeit zu besetzende Posten entstehen. Für hiesige Sozialisten ist das sicher ein attraktives Modell, weil Leistung, Wettbewerb und sowas schon ein wenig anstrengend sind. Da ist es doch einfacher die “richtigen” politischen Parolen zu blöken.
Solange der Weltmarktpreis für den jeweiligen Rohstoff steigen, funktioniert das auch. Nur fallen so Preise eben auch manchmal. Wir können dann aber nicht höhere Preise bezahlen, nur weil Linke zährtliche Gefühle für solche Regime hegen. Zorry.
@Gruss 143
Erst einmal vielen Dank, dass Du versuchst, die Diskussion wieder zum Thema des Artikels zurueckzulenken. Der Punkt den Du ansprichst ist m.E. eine wertvolle Ergaenzung. Ich habe beim Lesen des Artikels auch nur an die Funktion des Erdoels als Brennstoff gedacht, aber es ist auch ein wichtiger Rohstoff der chemischen Industrie.
Leider ist es auf absehbare Zeit nicht denkbar, auf Erdoelprodukte als Treibstoff zu verzichten. Das sich dass in Zukunft raechen wird ist eigentlich nicht so schwer nachvollziehbar.
@111 Degnaphata
Ich sage keinesfalls, dass der Egoismus die einzige Richtschnur sei – er ist aber vorhanden … Ying und Yang ;-)
Natürlich – keine Frage. Auch wenn es in einem System 99 weiße und ein schwarzes Schaf gibt, kann dieses eine schwarze Schaf das System zerstören, wenn es keine Sicherheitssubsysteme gibt. Daher sollte man ein System auch auf Selbstschutz ausrichten und sich nicht auf die Selbstheilungskräfte verlassen.
Das mag sein – aber die Realität sieht ja nun etwas anders aus. Die Gesellschaft wird in allen Schichten und Klassen gleichermaßen unterhölt. Das geht vom Hartz-IV Betrüger über den Handwerker, der schwarz arbeitet, den mittleren Angestellten, der Kapitaleinkünfte an der Steuer vorbeischleust bis zum Millionär, der in Anlagemodellen investiert ist, die die Basis der Gesellschaft unterminieren. Altruismus ist eine feine Sache, aber nur ein Teil der Gesellschaft handelt altruistisch – wobei die meisten mE eher utilitaristisch handel, aber das ist ein anderes Thema.
Wenn wir Schafe sein wollen, müssen wir uns vor den Wölfen schützen. Wir können die Wölfe nämlich nicht überreden, Schafe zu werden.
Das meine ich – ich unterstelle niemanden aus der “Öko-Szene”, “böse” Gedanken zu haben. Aber das Gegenteil von “gut” ist nun einmal oft “gut gemeint”. Die Folgen “gut gemeinten” Handelns sind für das Individuum oft gar nicht absehbar und sehr oft ist die vermeintlich ökologische Alternative alles andere als “nachhaltig”. Ich kenne mich beispielsweise von Berufs wegen gut mit der Wasserversorgung aus. Die dort von einigen (nicht allen(!)) gepredigte dezentral Versorgung und vor allem die kräftig beworbene und staatlich subventionierte (in einigen Bundesländern) Regenwassernutzung im Haushalt sind in punkto ökologischer Fingerprint eher als Umweltsünden zu verbuchen. Auch die Wassersparproblematik geht in Deutschland in diese Kategorie. Dies ist nur ein Beispiel von vielen – ohne umfassende und transparente Informationen und ohne die Folgen des Handelns in allen Bereichen zu durchleuchten, ist eine Bewertung des Handelns schwerlich möglich. Und im Umweltbereich (aber auch in der Entwicklungshilfe) sehe ich da einen ganzen Abgrund von falsch verstandenem Altruismus und falsch verstandenen Nachhaltigkeitsgedanken. Je tiefer man in diesen Bereichen bohrt, desto mehr Unfug kommt zu Tage.
Einspruch – auch wenn das hier sicher nicht gerne gehört wird. Der Weltmarkt und die Globalisierung als solche, begünstigen nicht etwa Hungerkatastrophen, sondern vermeiden sie. Noch nie gab es ein solches Angebot an Nahrungsmitteln – und dafür ist der Weltmarkt mit “verantwortlich”. Die Regeln des Weltmarktes sind es, die das Problem sind. Und hier ist zuförderst der Protektionismus zu nennen. Neben Spekulanten (lehne ich ab, klar) hat beispielsweise die protektionistische Politik Indiens maßgeblich zur “Explosion” des Reispreises im Sommer und die Subventionspolitik vieler Staaten (z.B. Ägypten) zur Verteuerung von Weizen beigetragen. Wir bewegen uns hier zwischen Extremen – der unkontrollierte Markt ist genau so wenig die Lösung, wie der Protektionismus. Man muß den Weltmarkt zivilisieren – das geht schlecht, wenn man ihn verdammt.
Richtig – und “Greenwashing” sehe ich da sehr problematisch.
In Brasilien ab 20 US$ – aber ich gebe Dir natürlich recht. Das ganze ist keine Alternative.
@118 Yoshi
Eher letzteres ;-)
Und genau das sehe ich diametral anders (siehe meine #147)
@145
chapultepec hat z.B. das hier geschrieben:
Zitat:
“Das soll aber nicht davon ablenken, dass er (Anm. von mir: Uribe) sogar EU-Gelder benutzt um Militärs 1.7 Millionen Euro (für ein großes Guerrilla-Tier) und 1.300 Euro für einen einfachen Guerrillero zu bezahlen”.
Dazu hat er auf eine sehr aufschlußreiche Quelle die auf Spanisch ist gelinkt.
Und da ist was Du daraus gemacht und ihm faktisch in den Mund gelegt hast:
Zitat: “Zu behaupten, die EU würde Abschußgelder für FARC Terroristen bezahlen ist allerdings grotesk und entspricht nicht der Wahrheit.”
Das hat er aber weder Eingangs geschrieben noch gemeint. Ich interpretiere mal wie es ganz sicher gemeint war und das kann man auch richtig so verstehen – vorausgesetzt man will es verstehen und nicht verzerren und manipulieren.
Uribe zweckentfremdet bzw. veruntreut Gelder der EU, die für andere Zwecke vorgesehen waren und sind, um Kopfgelder auf Guerillangehörige auszusetzen.
Also was sollen solche Mätzchen??? Nochmal wer bezahlt Dich hier damit Du Stress machst?
So läuft das eigentlich die ganze Zeit bei Dir und es ist völlig egal auf wen Du antwortest. Es wird ja wohl nicht an mangelnden Sprachkenntnissen oder nicht vorhandenem Leseverständnis liegen. Für Deine Propagandamärchen reicht es ja schließlich immer. Also ist es kein Zufall, sondern muß vorsätzlich sein!
Lemmy Caution:
“Wenn die Opposition gewinnt, werden Panzer rollen”.
Wie, wo, wann “gewinnt”?
Wenn Deine rechten Fascho-Freunde es doch schaffen sollten, gegen den Willen der venezulanischen Bevölkerung Chavez wegzuputschen? Und Deine US-Neocon-Freunde die dann installierten Faschos mal wieder (hoffentlich nicht wieder voreilig) anerkennen?
Oder Deinen rechten Kumpels ein Mordanschlag auf Chavez gelingt?
kleine Anmerkung zu Chavez, hier ist was er gesagt hat “”Yo lo que dije es que, en el caso de que la oposición ganara gobernaciones y tratara de convertir estados en bases para el golpismo, la violencia y (el separatismo), pues yo tendría que sacar los tanques a la calle. Dilo así, Patricia; te lo pido en honor a la verdad y la moral. Pero yo jamás amenacé con sacar tanques si perdíamos”(s. http://www.rebelion.org/noticia.php?id=76589&titular=%22por-favor-di-la-verdad-si-te-dejan%22-) Übersetzt ist das: Im Falle dass die Opposition Vorbereitungen für einen Coup d’etat anfängt in den Orten wo sie gewinnt, wird er Panzer aufstellen (mit anderen Worten: er wird nicht tatenlos zusehen wenn die Opposition wieder versucht ihn zu stürzen). Wie glauben Sie, würde Bush oder Merkel reagieren wenn eine Oppositionsgruppe finanziert von Teheran, Peking oder Russland (die bereits versucht hätte ihn sie zu stürzen), wieder mit Sturzvorbereitungen anfangen würde? Das gilt natürlich nur wenn man annimmt, dass sie nach dem ersten Versuch noch freilaufen würden und nicht bereits tot oder in Guantanamo wären.
Mich würde auch interessieren zu wissen wie Sie die Vertreibung von 10% der Bevölkerung, um Platz für Palmöl, Ölförderung Rinderzucht, Erzförderung, Bananenanbau mit der Bekämpfung der Guerrilla im Einklang bringen
@Memo: In einigen für venezoelanische Verhältnisse entwickelten Bundesstaaten Zulia, Carabobo, etc. und Caracas hat die Opposition ja gewonnen. Die Chavistas haben vor ihrem Auszug erstmal Krankenhäuser und Rathäuser geplündert. Vor der Wahl hat Chavez damit in Carabobo gedroht: http://tinyurl.com/43d67u
Wird Putin sich zivilisierter verhalten, wenn nun für eine Zeit keine Geschenke zu verteilen sind? Ich hab da so meine Zweifel.
Ach chapultec:
Er sagt sowas öfters. In Carabobo sagte er:
Übersetzung folgt.
Kurze Anmerkung: Der naechste, der hier die Worte “Venezuela” oder “Chavez” benutzt, wird von mir standesrechtlich erschossen. :) Das ist auf autoritaeren, Putin-verherrlichenden Blogs so ueblich.
Ich mochte dieses Blog bisher nicht nur wegen der guten Artikel, auch wegen der substantiellen (und differenzierten und kontroversen) Diskussionen. Die wissen einige hier mittlerweile effektiv zu verhindern.
Lemmy, das Thema Südamerika scheint dich beinahe schon obsessiv zu beschäftigen. Und du hast ein großes Kommunikationsbedürfnis. Hier mein Vorschlag: Mach ein Südamerika-Blog!
Titel: “Warum mir persönlich Chavez nicht gefällt”, “Von Seeheim nach Chile” oder “Ansichten eines programmierten Programmierers”.
- Was meinst du?
@ spiegelfechter
meine (launige, jedoch nicht beleidigende) bemerkung gegen lemmy heute morgen war durchaus als wortkarger kommentar gemeint. Kein grund also, sie zu zensieren!
Lemmy Caution:
Deine “Übersetzung” kannst Du Dir sparen. Chapultepec hat das freundlicherweise bereits besorgt. Und wie vermutet: Für den Fall, daß Deine Fascho-Freunde es mal wieder Putsch probieren, wird Chavez mit dem Militär dagegenhalten.
Ich empfehle Dir: Lies z.B. den STERN. Die sind auch vom pathologischen Hass auf Chavez besessen, während Uribe ein Musterdemokrat ist.
@bismodo
Wie meinen? Ich wüßte nicht, dass ich etwas von Dir “zensiert” hätte?!?
ach ja, das hatte ich vor ein paar Tagen gelesen: Nicht nur die opec muss ‘den Gürtel enger schnallen’ :-)
“Low Oil Prices, Credit Woes Could Spell Trouble for UK North Sea”
http://www.rigzone.com/news/article.asp?a_id=69507
@mason
Ganz genau!

Ich habe Lemmy ja bereits eindeutig darauf hingewiesen, dass dies der letzte Artikel ist (der nichts mit Südamerkia zu tun hat), in dem ich seine Obsession noch einmal durchgehen lasse.
mein kommentar von 10h27, vorhin in den kommentaren gelistet, ist verschwunden.
zum Topic
ich habe soeben noch ein Artikel gelesen, in dem behauptet wird, niedrige Preise heute würden für noch höhere ‘morgen’ sorgen, da heute notwendige Investitionen nicht vorgenommen werden würden (im Artikel oben zur Nordsee wird das ja auch angedeutet)
“Long term investments in exploration projects require stability in oil prices. Price volatility increases investment risks.
A big drop in oil price will render expensive projects no longer financially viable. $90 per barrel is about the threshold below which production from the extra heavy oil sand in Canada would not give a satisfactory Return on Investment. At the same time, this heavy oil is needed for the future, and investment needs to start now.”
was ist davon zu halten?
[gelöscht]
@all
Ignoriert meine #162 ;-)
@Bismodo
Ich habe den “Fehler” gefunden – der gute Bismodo hatte seinen Kommentar nicht hier, sondern in diesem Thread abgesetzt. Junge, Junge *g*
Ist ja witzig.
Nach langer Zeit schaue ich mal wieder in meinen Lieblingsblog. Ist es denn möglich, dass Spiegelfechters Blog jetzt tatsächlich mit einem EIGENEN Profi-Troll gesegnet wurde?
Und noch so einem amüsanten.
Intelligenzmäßig hat ers ja nicht so drauf, aber dafür hält er euch mit seinen Dreistigkeiten ja ganz schön auf Trab.
Richtig witzig, wie er die Narcotrafficante-Regierung Kolumbiens als “demokratisch legitimiert” darstellt.
Gewiß kein Spitzentroll also, aber immerhin ein wohl eigens für diesen Blog abgesteller.
Was er kosten mag?
Treibt die Kosten für solche Figuren ruhig in die Höhe, liebe Leser, schließlich ist Wirtschaftskrise.
Was würden wohl Typen wie dieser Troll tun, wenn sie einkommens- und beschäftigungslos wären? Vielleicht als Freiwillige bei der FARC anheuern?
Ich fürchte, die FARC kann solche Trottel nicht gebrauchen. Also sorgen wir dafür, dass der Junge seinen Job nicht verliert, auch wenn es normalerweise heisst:
“Dont feed the troll”
@ spiegelfechter
ist ok !! hat sich mit deinem kommentar # 159 erledigt.
@nemetico
Wenn ich Werbeeinnahmen nach Klicks bekäme, würde ich mich beim Lemmy bedanken, er treibt die Kommentarzahlen ja beträchtlich in die Höhe. “Dummerweise” ziehe ich aber Qualität Quantität vor – darum habe ich ja bereits mehrfach angekündigt, dass ich ab dem nächsten Beitrag die Moderationsrichtlinien etwas strenger deuten werde ;-)
Es geht hier um Ölpreise, die nun endlich auf vernünftige Niveaus sinken.
Die Folge wird sein, dass Ölproduzenten auf ihre wahre Position in der Welt zurückfallen werden.
Gilt unter anderem aber nicht nur für Russland.
Man muß einfach nur mal auf Prawda schauen ( http://english.pravda.ru ). Man sieht da eigentlich nur Waffensysteme. Man zeige mir eine westliche Zeitung, die ähnlich aufgebaut ist. Und das sollen unsere neuen Freunde sein? Wie verzweifelt muß man sein.
@145 Lemmy, die betreffenden Daten gibt es in jeder Unibibliothek, da gibt es sogar die offizielle Wirtschaftsstatistik der verschiedenen Länder. Ich weiss wahrscheinlich etwas mehr als Du über Wirtschaftswissenschaften, aber was eine “agregierte Grösse” sein soll, darf Dein Geheimnis bleiben. Nebenbei gesagt, sind die Methoden der VGR, und dann noch im internationalen Vergleich, eine Debatte für sich. Da kannst Du aber nicht mitreden.
Was meine Freunde angeht, spar Dir die Unverschämtheiten. Erstens gibt es Leute, die beruflich schon mal nach Europa kommen. Zweitens kann ich mit entsprechend langer Vorbuchung (etwa nächstes Jahr um diese Zeit) ein günstiges Returnticket für Chile selbst für die jetzige Hochtarifzeit deutlich unter 1000? bekommen. Das können z.B. in Deutschland, Frankreich, Dänemark etc. lebende Verwandte und auch Freunde auch ihren weniger betuchten Eltern, Geschwistern, Freunden etc. spendieren (oder was dazugeben) und tun das gerne. Es sind nicht alle Menschen krasse Egoisten. Hör also bitte auf über fremde Privatangelenheiten zu spekulieren, das ist widerwärtig und Du fliegst auch dabei ständig auf die Nase.
Ich versuch’s nochmal etwas direkter (und hier wird ja gerne mit harten Zahlen argumentiert). Ueber die letzten 8 sf-artikel zeichnet Hr Caution fuer etwa 18% der Kommentare verantworlich (149/816). Da sind Sekundaerposts, die ohne ihn nicht erschienen waeren noch nichteinmal mit drin. Da sehe ich keine Verhaeltnismaessigkeit mehr, und wuerde mir wuenschen die SF-Gemeinde koennte sich wieder einmal den Sachfragen zuwenden.
Der von mir seinerzeit geschaetzte Wolf Biermann hat den huebschen Satz gepraegt: “Man muss nicht durch jede Jauchegrube schwimmen, um zu wissen was Scheisse ist”
@161 salvo: die von Dir zitierten Feststellungen treffen durchaus zu. Im Moment sind langfristige Investitionen gleich von zwei Seiten angefressen, erstens von der Kreditklemme und zweitens von den unsicheren Renditeerwartungen. Bei einigen der Projekte wie Förderung aus Ölsand/-schiefer kann man ja nicht wirklich traurig darüber sein. Interessant wird, ob der Trend zu anderen Antrieben wie Elektro/Hybrid auch gleich mit abgewürgt wird.
@salvo
Theoretisch haben die Autoren da natürlich vollkommen recht. Ich stelle mir die Frage, ob die Konsumenten wirklich glauben, dass die Ölpreise länger so weit unten bleiben. Ich würde mir jetzt sicher keinen SUV holen, nur weil die Spritpreise mal etwas Keller sind . Aber das ist natürlich spekulativ und hängt vor allem davon ab, wie lange die Preise auf dem jetzigen Niveau bleiben – und das kann keiner sagen.
[offtopic]
Viele meiner Postings resultieren daraus, dass ich massiv angegriffen werde und ich lediglich reagiere. Viele Leute besitzen hier eine sehr starke Meinung. Ich weiche davon halt ab. Vielleicht kann man sich auf “agree to disagree” einigen.
Die letzten Postings finde ich recht vernünftig.
Ich werde aus meiner Sicht unvernünftige Postings in Zukunft überlesen.
Kann mich auch bemühen Formulierungen und Worte auf das hiesige Publikum anzupassen. Ansonsten sind da 3 oder 4 Leute entrüstet und ich hab 3 bis 4 flame wars an der Backe. Das ist dis-funktional. Aus diesem Gründ explodiert die Anzahl meiner Postings.
[/offtopic]
Hier ist eine Seite mit Ölfutures: http://tinyurl.com/2fa2j
Das sind natürlich irgendwelche hoffentlich gut frisierten Leute an der Börse, die auch nicht wissen wie sich der Ölpreis entwickelt (ohne Wertung).
Dan Burnett von oilwars spricht davon, dass die Öllager vollaufen. Keine Ahnung wo der die Zahlen her hat. Wenn die Lager richtig voll sind, kann der Preis natürlich auch sehr ernsthaft nach unten gehen. Nach der Krise werden die Ölpreise selbstverständlich wieder steigen. Vermutlich zunächst nicht schnell. Im letzten Zyklus sind sie ja auch erst langsam angestiegen. Für diese Krise gibts aber imho keine Präzedensfälle. In den 30ern war der Ölmarkt noch ein ganz anderer.
Lemmy Caution:
In @ 124 schrieb ich:
“Lemmy Caution:
Schreibe meine Kommentare momentan per Handy. Das ist umständlich und: man kann nur eine begrenzte Anzahl von Zeichen in einem Kommentar unterbringen.
Sobald mir ein PC zur Verfügung steht, mehr zu
1.) Lemmys ?Links-sein?,
2.) der angebl. ?vielseitigen? dt. Medienlandschaft,
3.) den angebl. Segnungen der privatisierten chilenischen Altersversorgung.”
Hier nun die Erfüllung meines “Versprechens”:
Zu 1.) Lemmys “Links-sein”:
Deine Beiträge im aktuellen Blog führen diese Aussage eigentlich schon ad absurdum.
Im Blog zum Spiegelfechter-Beitrag “Ypsilantis Drahtseilakt” vom 1. November 2008 hattest Du die Katze jedoch aus dem Sack gelassen:
Dein @ 68:
“In produktiven Bundesländern erreichen die Kommunisten höchstens 8%!!!
In der ehemaligen Sowjetischen Besatzungszone erreichen die Kommunisten 20 bis 30%
2/3 wäre 66%.
Die Werte sprechen eher für ein belgisches Modell: Eine Separation des fleißigen und weltoffenen Westens vom parasitären Osten!
Die Kommunisten müssen endlich begreifen, dass wir hier im Westen keinen Bock auf sie haben. Die Bundesrepublik Deutschland war von Anbeginn als anti-kommunistischer Staat konzipiert. Entweder die Ostler akzeptieren das.”
Dein @ 75:
“Die meisten Westdeutschen interessieren sich nicht so für wirtschaftliche Themen und vertrauen unseren PRO-MARKTWIRTSCHAFT Politikern. Wir alle jammern mal ein bischen rum. Wenn die Kritik aber echt so ernst wäre, würden wir die Kommunisten wählen. Das tun wir aber nicht. Da kannst du hundertmal erzählen, die wären alle gekauft?
Der peruanische Autor und Fernsehkommentator Jaime Bayly meinte letztens in seiner Show, dass Ärzte letztens in einem Teil seines Gehirns einen Bereich festgestellt haben, der bezüglich Chávez und Konsorten nicht mehr nachdenkt sondern einfach nur haßt. Wir im Westen haben in der erdrückend überwiegenden Mehrheit genau die gleiche praktisch genetische Konstitution bezüglich der LINKEN.”
Die “Highlights” aus Deinen beiden Kommentaren:
- “Parasitärer Osten”,
- “Der peruanische Autor und Fernsehkommentator Jaime Bayly meinte letztens in seiner Show, dass Ärzte letztens in einem Teil seines Gehirns einen Bereich festgestellt haben, der bezüglich Chávez und Konsorten nicht mehr nachdenkt sondern einfach nur haßt. Wir im Westen haben in der erdrückend überwiegenden Mehrheit genau die gleiche praktisch genetische Konstitution bezüglich der LINKEN.”
Lemmy Caution ein “Linker”? Das ist bestenfalls das Niveau “Linker Flügel NPD”!!! :-) :-)
Zu 2.) Den angeblich “vielseitigen” deutschen Medien:
Du schreibst in @ 82:
“In Deutschland haben wir nun wirklich eine sehr vielseitige Zeitungslandschaft. Die Mehrheit richtet sich natürlich an politisch gemäßigte Kreise wie die FAZ, das Handelsblatt, die Welt, die Zeit, die Süddeutsche Zeitung, etc.”
Springers WELT, die FAZ und das HANDELSBLATT zähle ich eindeutig zu den konservativen bzw. neoliberalen Blättern. Die ZEIT unter dem Chefredakteur Josef Joffe (der hätte sich am liebsten mit Merkel in der “Koalition der Willigen” am völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Irak beteiligt) läßt nur sehr eingeschränkt “linke” Artikel zu. Und die SÜDDEUTSCHE ist im Wirtschaftsteil auf neoliberalem FAZ-Niveau. Und wie der innenpolitische Teil sich entwickelt, wenn Heribert Prantl mal aufs Altenteil geht, steht in den Sternen. Ich las kürzlich ein SZ-Interview mit Lafontaine, das mehr mit inquisitorischen Fragen denn mit Interview-Fragen zu tun hatte. Den sich nun in der Finanzkrise als Feuerwehrfrau bzw. -Mann aufspielenden Herrschaften Merkel und Steinbrück (die in Wirklichkeit jedoch zu den Brandstiftern zu zählen sind) wird in Interviews wahrscheinlich Zucker in den A… geblasen.
Die beiden von Dir genannten “linken” Blätter sind auch schon die Ausnahme! (Wobei das für die taz auch nur noch eingeschränkt gilt. Die macht ein klein wenig die Entwicklung der Grünen hin zu einer “Grünen FDP” mit).
Hier Beitrag zu bedenklichen Entwicklung in der Medienlandschaft: “Medienmonopole ? eine Gefahr für die Demokratie”.
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=12411
Bedenklich ist vor allem, daß aus dem auch in der Vergangenheit nicht gerade reichhaltigen Angebot an linken bzw. linksliberalen Medien z.B. der SPIEGEL und nun auch noch die FRANKFURTER RUNDSCHAU von den (neuen) Eigentümern mehr und mehr ins konservative bzw. neoliberale Lager gezogen werden (beim SPIEGEL ist dieser Prozeß bereits abgeschlossen).
Du schreibst in @ 82:
“Ein bisschen Respekt für die Kaufentscheidungen deiner Mitbürger solltest du schon besitzen.”
Nun mime mal nicht den Dummen! Neben dem oben (auch in dem beigefügten Link) Gesagten kommt noch hinzu: Die Leute möchten “ihre” Regionalzeitung (mit Beiträgen zum lokalen Kaninchenzüchterverein etc.) lesen. Die politische Orientierung interessiert die Leute nur zweitrangig (wenn überhaupt. Oft ist die politische Orientierung ihrer Provinzzeitung den Leuten gar nicht bewußt. Das ist jedenfalls meine Erfahrung). Und die Regionalzeitungen wurden mittlerweile fast vollständig von den großen Medienkonzernen aufgekauft.
Ich bin der Auffassung, daß sich an den Eigentumsverhältnissen im Mediensektor dringend was ändern muß, weil die zunehmende Dominanz der Neoliberalen bzw. der Schwarz-Gelben eine Bedrohung für die Meinungsfreiheit und das für die Demokratie überlebensnotwendige Wechselspiel von Regierung und Opposition ist.
Bevor Du mir linkes Verschwörertum und sozialistische oder gar kommunistische Tendenzen vorhältst, möchte ich aus einer für Dich hoffentlich unverdächtigen Quelle zitieren: Aus der
HARVARD BUSINESS REVIEW Mai/Juni 1996 (auf deutsch erschienen im HARVARD BUSINESS MANAGER 4. Quartal 1996).
Dort schrieb der kanadische Management-Professor Henry Mintzberg (Titel seines Aufsatzes: “Den Staat besser managen – nur wie?”):
“Heute entspricht es der vorherrschenden Stimmung, öffentliche Dienstleistungen besser zu privatisieren. Dafür spricht gewiss manches. Doch in einem guten Teil der Fälle wäre es dumm. Und wenn wir schon so erpicht darauf sind, alles genau zu prüfen, was nicht unter staatlliche Regie gehört, warum sollten wir dann nicht ebenso fleißig bemüht sein, einmal in Augenschein zu nehmen, was nicht in den Sektor Privatwirtschaft gehört?
Nehmen Sie zum Beispiel die Zeitungen. Kann es sich eine demokratische Gesellschaft leisten, alle Zeitungen im Privatsektor anzusiedeln, besonders wenn sie sich in wenigen Händen konzentrieren, die gegebenenfalls großen politischen Druck ausüben können? Andere Eigentumsmodelle sind sehr wohl denkbar und tatsächlich auch bei einigen der angesehensten Zeitungen der Welt realisiert – etwa bei dem Nicht-Besitzer-Modell des englischen “Guardian” und den vielfältigen genossenschaftlichen Eigentumsverhältnissen (Redakteure und Leser samt einigen Stiftungen) bei “Le Monde” in Paris.
Lassen Sie uns nie vergessen:Zweckbestimmung der Demokratie ist ein freies Volk, nicht freie Institutionen. Darum tun wir gut daran, wenn wir den Kräfteausgleich in unserer Gesellschaft gründlich verfolgen – ehe der Kapitalismus wirklich ganz und gar triumphiert.”
Zu dem Autor heißt es im Vorspann zu dem Artikel:
” Henry Mintzberg ist Management-Professor an der McGill University in Montreal, Kanada, und am INSEAD in Fontainebleau bei Paris. Derzeit leitet er ein Gemeinschaftsprojekt von fünf Business Schools- in Kanada, England, Frankreich, Indien und Japan -, bei dem ein Ausbildungsprogramm für die kommende Generation von Managern erarbeitet werden soll.”
Zu 3.) Den angeblichen Segnungen der privatisierten chilenischen Altersversorgung:
Die NachDenkSeiten veröffentlichten kürzlich einen Leserbrief Norbert Blüms.
http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=3607
Am Ende dieses Leserbriefes befindet sich die Stellungnahme des damaligen christdemokratischen Präsidenten Chiles aus dem Jahre 2005 zum chilenischen System der privaten Rentenversicherung. Er macht in diesem Interview mit der Frankfurter Rundschau sehr deutlich, daß der chilenische Staat heute für die Hälfte der Rentner die Privatrente auf das Niveau der Mindestrente aufstocken muß. Dies bedeutet für Chile jährlich eine milliardenschwere Belastung für den Staatshaushalt. Der damalige chilenische Präsident warnt uns in diesem Interview eindringlich davor, leichtfertig auf die Privatisierung der Altersvorsorge umzuschwenken.
Übrigens: Eine Berufsgruppe wurde seinerzeit unter General Pinochet (und den “Chicago-Boys” Milton Friedmans) von der Privatisierung der Altersvorsorge ausgenommen: Das Militär.
ok. Ein letztes Mal. Auf Rückantworten werde ich nichts mehr sagen.
Egal, ob das jetzt anders interpretiert wird wie ich es meine oder nicht.
1. Auch Leute, die die LINKE als Kommunisten verachten, können links sein. Die LINKE hat kein Monopol für links sein. Du mußt auch nicht immer jedes Wort auf die Goldwage legen. Ich werd mich aber mit solchen nicht ganz ernst gemeinten Äußerungen in Zukunft ein wenig zurückhalten, weil das nur zu flame wars führt.
2. Also z.B. ist in Köln Neven Dumond (oder wie der heißt) eher links. Bezüglich der Beliebtheit der CDU und FDP gibts in Deutschland bekanntlich regionale Unterschiede. Ganz kann das also nicht von den Regionalzeitungen abhängen. Das Fernsehen ist sowieso z.T. wichtiger. Ein Jugendfreund und seine langjährige Freundin arbeiten bei einer Politsendung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Die halten Gisy zum Bleistift für einen intelligenten Menschen. Sollen jetzt meine Steuergelder dafür verwendet werden, dass eine in meinem Bundesland 6% Partei Regionalzeitungen besetzt? Wenn man einen Wandel will, muß man sich halt ein bischen anstrengen. Das war immer so. Oder glaubst du Pancho Villa hätte von Porfirio Diaz eine Druckerpresse geschenkt bekommen? Im übrigen kann jeder im Internet Junge Welt, Neues Deutschland oder Telepolis. Oder willst du jetzt Begrüßungsgeld für Agitation (kleiner ironischer Scherz).
3. [ich_antworte_nur]
Ich sehe das auch als eine sehr starke Belastung des Staatshaushaltes. Trotzdem haben sie es geschafft, die Schulden auf Null zu fahren. Der größte Teil des Schuldenabbaus fand VOR dem starken Anstieg der Kupferpreise statt. Ausserdem wurden während der hohen Kupferpreise viel Geld in Ausgleichsfonds gepumpt.
JA. Eine solche Politik hatte hohe Soziale Kosten. Ich find die sollten mehr Geld verteilen. Dort wird deutlich weniger Geld verteilt wie in Deutschland. Die Militärs sind sicher nicht überbezahlt. Ihr gesellschaftlicher Status war vor 1973 nicht besonders hoch. Während der Diktatur war das natürlich anders. In der Demokratie sank er dann wieder.
Das Rentensystem ist eines von vielen Elementen des sozio-ökonomischen Systems Chiles. Ich meß dem gar nicht so eine hohe Bedeutung zu. Ich find da nicht alles gold. Ich werd zwischen dem 8. und 28.1. eine Menge neuer Punkte finden, die ich nicht so toll finde. Und andere, die ich ganz große Klasse finde.
[/ich_antworte_nur]
@174
das ist doch meist ganz mieser Slapstick den Du hier ablieferst. Lies Dir noch mal durch was Du da an krudem Zeug ablieferst.
Leute die die LINKE als Kommunisten Zitat: “verachten” können auch links sein.
Alfred Neven DuMont und der Kölner Stadt-Anzeiger seien eher links. Und usw…usf…
Dein Metaphern sind auch der Knaller:
“Oder glaubst du Pancho Villa hätte von Porfirio Diaz eine Druckerpresse geschenkt bekommen”
Und erst Lemmys Zoten:
“Oder willst du jetzt Begrüßungsgeld für Agitation (kleiner ironischer Scherz).”
Dagegen mutiert Raab zu einem begnadeten Stand-Up Comedian.
Wunderbar sind auch Sprachvergewaltigungen wie diese hier:
“Das Fernsehen ist sowieso z.T. wichtiger.” Ah ja.
“Die halten Gisy zum Bleistift für einen intelligenten Menschen.” Ja zum Bleistift. Hahahaha.
Aber der beste Gag war dieser hier:
“….Ich werd mich aber mit solchen nicht ganz ernst gemeinten Äußerungen in Zukunft ein wenig zurückhalten, weil das nur zu flame wars führt.”
rofl
Ich hatte danach Bauchschmerzen vor Lachen.
@Memo
Danke für die Auflistung. :-)
Lemmy Caution:
Der neue Eigentümer der FRANKFURTER RUNDSCHAU ist konservativ.
Und was die “Steuergelder für eine 6%-Partei” betrifft:
Das ist nicht der Punkt! Die immer rechtslastigere dt. Medienlandschaft hat z.B. maßgeblich den SPD-Rechtsschwenk mit befördert. Das befeuert die Mentalität, mit den Wölfen zu heulen (oder lt. Schröder: “Was man zum Regieren braucht, sind BILD und Glotze”).
Wiedermal ein toller Beitrag und ein tolles Jahr zu Ende! Ich wollte mich bei Dir für die unterhaltsamen aber auch informativen Beiträge bedanken und wünsche dir ein Frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Ich fahre jetzt erstmal in Urlaub! Bis denne…
kann es sein das deine grafik zur ölförderung falsch ist? im artikel heißt es 85,8mio barrel, die garfik zeigt aber nur 85 tausend…
@ SF #147
Der weise YingYang empfiehlt: “Beim Betrachten des Sichtbaren gedenke des Unsichtbaren.”
Wir sind aus einer unterschiedlichen Mischung verschiedenster Skalen zusammengeetzt.
gut böse
schlau dämlich
kommerzorientiert asketisch
mitfühlend skrupellos
egoistisch altruistisch
Die vollständige Liste sprengt jede Festplatte. Die ‘neoliberale’ Wandlung sorgt jetzt leider dafür, daß diverse Eigenschaften und Mischungen eher nach oben gespült werden als andere. Gleichzeitig bedeutet es, ‘oben’ zu sein, noch stärker dieser Wandlung unter die Arme zu greifen. Damit ist ein sich selbst verstärkender Regelkreis etabliert, der den Dummen, Schwachen, weniger Ehrgeizigen usw ein Schattendasein wenn nicht gar den Tod verheißt. Das als Regelwerk einzurichten zerstört Vieles, was bisher als Errungenschaft und Fortschritt der Menschheit angesehen war. Wir katapultieren uns in vorlutheranische Zustände der Unaufgeklärtheit zurück. Wir nehmen dabei Barbarentum wie vor tausend Jahren in Kauf. Das Ganze wird sogar noch als natürlich und richtig und gut verkauft. Also mich entsetzt das eher.
Da wir, sollten wir das schwarze Schaf erfolgreich ausmerzen, dann nichts mehr hätten, was die andere Seite der Skala mit Leben erfüllt, würde uns die Relativität dazu veranlassen, einem anderen Schaf die Rolle des Schwarzen aufzudrücken. Allerdings müßten wir das dann wieder ausmerzen. Wo das ein Ende finden würde, ist mir nicht klar.
Das soll kein Aufruf gegen Regeln sein, denn weder in der totalen Regellosigkeit liegt die Lösung noch in der totalen Reglementierung. Doch halte ich das Beispiel mit den Schjafen insofern für irreführend, weil wir eben gleichzeitig Schaf und Wolf sind.
Den Hartz-Betrüger gibt es nur im Märchen. Wer Regelutilitarist ist, wird einen Gesetzesverstoß des Jeweiligen als ausreichendes Kriterium empfinden, um den häßlichen Betrügerstempel zur Anwendung zu bringen. Dummerweise ist die ganze hartz4-Kacke jedoch darauf ausgelegt, selbst völlig ‘normale’ Vorgänge zum Betrugsdelikt zu machen. Eine Rentnerin bezahlt ihrer hartz4-empfangenden Tochter ein paar Handwerkerrechnungen. Sollte es eine Erbmasse geben, würden diese Zahlungen bei der Erbschaft mit den Geschwistern verrechnet. Die Solzialbehörde bekomt das irgendwie mit (Es geht sehr dörflich zu hier bei uns) und macht die hartz4-Abhängige zur Betrügerin. Eine fillbingernde Justiz leistet dabei tatkräftige Hilfe. Sorry, den echten Betrüger mit Vorsatz und Gier wirst du schwerlich finden, auch wenn es ihn als klitzekleine Randgruppe gibt. Die nähere Beleuchtung der Umstände wird eher dazu beitragen, hier Mundraub ähnliche Rahmenbedingungen vorzufinden.
Der schwarz-arbeitende Handwerker ist hier in der Gegend über Dekaden die Norm gewesen. Das erarbeitete Geld landete treu beim Kaufmann also letztendlich im Wirtschaftskreislauf. Wären die ‘Übeltäter’ gesetzestreu geblieben, hätte es manchen Angestellten beim Kaufmann nicht gegeben. Da sehe ich nicht die großflächige Schädlichkeit. ABM-Kolonnen früher und 1-Euro-Jobber jetzt machen der regulären Wirtschaft große Konkurrenz. Eigentlich sollen sie nur Jobs machen, die ansonsten liegen bleiben müßten. Genauso ist es jedoch mit dem Zusatzkonsum, den sich ein Schwarzarbeiter am Wochenende erwirtschaftet. Meines Erachtens keine ursächlich schädliche Gruppierung und schon gar nicht geeignet, um sie als Systemzerstörer zu brandmarken.
Auch beim mittleren Angestellten unterstelle ich vorab, daß er es wahrscheinlich verdammt nötig hat, so zu handeln, zumal wenn Kinder mit im Spiel sind. Bei DINKs mag es da schon anders aussehen. Die haben Alternativen oder den Spielraum, den Ball flacher zu halten.
Den Millionär mache ich eindeutig als Parasit im Gefüge aus. Seine Handlung ist ohne jegliche Not motiviert. Die Todsünde Gier findet hier eine fstlich gedeckte Tafel.
Das die ganzen Menschen betreffende Regelwerk jedoch fördert den Millionär, der dann auch noch was von “Leistungsträger”, “Verantwortung” und “Sonst hau ich ab!” rumjault. Weg mit dem undeutschen Gelumpe. Ohne die kämen wir besser zurecht.
Zu deinen Kritikpunkten am Ökologieproblem kann ich dir weitestgehend zustimmen. Leider ist es der Profitzwang, der hier die Ungereimtheiten ins Spiel bringt. Angebliche Lösungen sind möglicherweise nur eine geniale Gelegenheit für neue Profitfelder, was jedoch von verlogenen Experten verschleiert wird. Die gesamte Diskussion ist komplett vergiftet. Die Diskussionsplattform ‘Medienlandschaft’ ist ebenso vergiftet. Es wird schwer, da wieder rauszukommen.
Die erste von der breiten Masse im technisierten Norden wahrgenommene Hungerkatastrophe dürfte nach meiner Erinnerung das Elend von Biafra gewesen sein. Damit wurde auch der Stein beim Phänomen Entwicklungshilfe ins Rollen gebracht.
Der Weltmarkt des Ideologiehandels als Maske für den weltweiten Waffenhandel spielt hier sicherlich eine unrühmliche Rolle. Die Entwicklungshilfe mit dem Kredit als Hilfe getarnt eröffnet dem Weltmarkt für Finanzen neue Betätigungsfelder.
Warentermingeschäfte mit Nahrung halte ich für kontraproduktiv, was die Intention betrifft, niemanden verhundern lassen zu wollen. Nestles Babypulver-Experimente sprechen auch ihre eigene Sprache. Dennoch darf der Chancenreichtum, der im Handel zwischen den Völkern liegt, nicht außer Acht gelassen werden. Doch, und hier schließt sich der kreis meines Postings, ist es wieder der geförderte rücksichtslose Egoismus, der sämtliche Schieflagen und Fehlentwicklungen sowohl erzeugt als auch eskaliert.
Die Entkoppelung von Verantwortungsketten ist bereits länger als Teil der üblen Wirkungsprinzipien erkannt. Hier geht es wie bei der ökologischen Problematik an keiner Stelle mehr ohne vergiftende Beiträge gekaufter Experten zu, die transportiert werden durch gekaufte Medien. Der Profitzwang lastet wie ein Fluch über Allem.
Vorgestern sah ich bei 3sat einen Report aus dem schweizer TV. Dort wurde eine Randgruppe gezeigt, die sich Konsumlosigkeit auf die Fahnen geschrieben hatte. Als Randgruppe mögen sie die pluralistische Gesellschaft bereichern. Als Massenphänomen wären sie so tödlich für’s System wie ein bank-run.
Wir sind keineswegs eine freie Gesellschaft, da wir nicht iw Wahl zur massenhaft gelebten freiwilligen Aske haben. Der Weg steht uns nicht offen. Daran sollte gearbeitet werden.
Ein Regelwerk, welches sowohl für den Einen Konsum als Selbstzweck als auch Askese für den Anderen bereit hält, ist sicherlich schwer auszutüfteln und noch schwerer zu implementieren. Doch halte ich es für möglich…irgendwie müssen wir ja bei Käptn Picard ankommen :-)
Degnaphta:
Bei Hartz4 gilt es auch als “Mißbrauch”, wenn Kommunions-/Konfirmationsgeschenke oder die paar Kröten, die Jugendliche aus Hartz4-Haushalten mit dem Austragen von Zeitungen verdienen, nicht angegeben werden. Diesen Skandal haben wir den wahren Asozialen dieser Gesellschaft (Clement und die medialen Strichjungen von BILD, Sat1 u. Konsorten) zu “verdanken”.
@all
Wäre es nicht für alle sinnvoller, nicht ständig auf Lemmys Geschwurbel einzugehen? Lemmy hätte wieder mehr Zeit, eine Psychotherapie zu beginnen und die angeschlossenen Kommentare wären wieder lesenswert. Momentan driftet das in Richtung Heise ab, wo die Foren durch Trolle wie “Der Paraklet … usw.” fast unlesbar geworden sind – das wäre doch schade.
@ Memo
Das Geflecht, mit dem die kleinen Leute in ihrer Armut gehalten werden, habe ich gründlich analysiert. Da gibt es kein Entkommen. Auf legalem Wege aus diesem Sumpf zu entrinnen, gleicht in etwa den Chancen zu versuchen, sich per Preisausschreiben aus dem Elend zu erretten. “Leistung soll belohnt werden.” lautet ja eine der stimmigen Credos heutiger Zeit. Prinzipiell ist daran ja auch nichts zu meckern, doch für die kleinen Leute wurde das schlicht abgeschafft und zwar auf eine so perfide und indirekte Weise, daß jeder nicht selber Betroffene gar nicht auf die Idee kommt, hier könne eine Schieflage vorliegen.
@Degnaphta/Memo: Gerade im H4- 1?-Bereich gibt es einen Sumpf von Terror, Einschüchterung, Rechts- und Amtsmissbrauch, der viel zu viel unter dem Deckel gehalten wird. Resultat ist ein Haufen Gerüchte in jeder Richtung. Zum Teil sind das Gerüchte, die die Rechte der Terrorisierten kleinreden und unterschätzen, die dienen weiterer Einschüchterung und Entsolidarisierung, zum Teil sind es masslose Übertreibungen der Leistungen, womit der Neid zwischen Arbeitenden und Ausgegrenzten weiter geschürt und Solidarisierung verhindert wird.
Ich denke, ein Blog wie dieses reicht dafür nicht, aber Gegenöffentlichkeit, in Zusammenarbeit von Betroffenen, fortschrittlichen Juristen und Gewerkschaftern, sozialen Bewegungen etc. ist machbar und dringend nötig. Ich sehe da zu wenig, vielleicht weiss ich auch zu wenig, da ich als eingespannter Professional zu so etwas nicht komme. Wenn ich die Schweinereien höre, bin ich spontan für Bomben schmeissen und Hälse abschneiden und für einen taktischen Atomschlag auf Gütersloh. Ok, ich weiss, so geht es nicht, und beim zweiten Nachdenken würde ich auch Mehdorn und die Mohns auf einer Eineurokloputzstelle am Leben lassen. Aber es ändert sich nichts, wenn nichts gemacht wird. In anderen Ländern, Frankreich, Indien, China, gehen Menschen zu hunderttausenden auf die Strasse und hauen auch mal was kurz und klein und fackeln was ab. Bei uns bringen sich die Leute still um, und manchmal ihre ganze Familie dazu, statt wenigstens mit einem Sprengstoffgürtel die nächste INSM-Geschäftsstelle zum Go-out-with-a-bang zu besuchen (ok, ist auch nicht die Lösung, aber besser diese Kleiderständer als Kinder).
Ein sehr interessantes Zitat von Baron Dahrendorf:
“Dahrendorf: Die letzten Marxisten sind die Kapitalisten und ihre politischen Sprecher, die glauben, daß das Ökonomische alles bestimmt, und dabei übersehen, daß die ökonomischen Interessen sehr enggezogene Grenzen haben und nicht ausreichen, um ein funktionierendes politisches Gemeinwesen zu begründen.”
@179 Degnaphata
Das glaube ich nicht – die Eigenschaften sind vorhanden, nur die Gesellschaft sorgt dafür, dass einige Eigenschaften eher ausgelebt werden als andere. Ich bezweifele auch, dass der “Neoliberalismus” da besonders “negativ” am Werke ist. Wer ein Ellenbogen-Rabauke im Neoliberalismus ist, wäre auch in jeder anderen Gesellschaftsform ein Ellenbogen-Rabauke – nur dass er im NL dafür uU belohnt wird.
Nun überschätze mal die Macht der Ökonomie nicht ;-)
Der “NL”, wie Du ihn nennst, hat beispielsweise im zwischenmenschlichen Bereich kaum Früchte getragen. Die “Ökonomisierung” des Lebens ist im nicht-ökonomischen Bereich gescheitert, so sie denn je ernsthaft verfolgt wurde.
Du übertreibst ;-)
Vielleicht hatte man vor einigen Jahrzehnten Utopien, aber wenn Du in der Geschichte zurückblickst, war die Gesellschaft noch nie großartig anders. Man sollte die Vergangenheit nicht verklären. Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf – schon vergessen?
… falscher Ansatz! Das schwarze Schaf wird nie ausgemerzt werden können – in keinem System. Da wir auch das schwarze Schaf sind – es steht stellvertretend für die Abgründe in uns selbst. Alle religiösen und weltanschaulichen Versuche, das “Böse” in uns selbst zu tilgen, sind kläglich gescheitert.
Richtig – deshalb müssen wir da abstrahieren.
Schwachsinn! Natürlich gibt es ihn, das erinnert mich ja fast an die Mär des “edlen Wilden” ;-)
Die Frage ist, wer für die Gesellschaft schlimmeren Schaden anrichtet – der Hartz-IV Betrüger oder der Investment-Manager? Die Antwort kennst Du.
Darin unterscheidet sie sich aber nicht großartig vom Steuersystem und vom Finanzmarktregulierungssystem ;-)
Auch wenn das Brechen von Regeln die Norm ist, ist dies keine Entschuldigung.
Mal ne ganz andere Frage – kennst Du die “USA-Trilogie” von Lars von Trier? Du erinnerst mich in Deiner Argumentation sehr stark an die “Grace” aus dieser Reihe. Schau Dir die zwei Filme an (der dritte kommt nächstes Jahr) – sehr erleuchtend.
Dogville
Manderlay
@Spiegelfechter
Zitat:
“? falscher Ansatz! Das schwarze Schaf wird nie ausgemerzt werden können – in keinem System. Da wir auch das schwarze Schaf sind – es steht stellvertretend für die Abgründe in uns selbst. Alle religiösen und weltanschaulichen Versuche, das ?Böse? in uns selbst zu tilgen, sind kläglich gescheitert.”
Zitatende
Wenn ich diesen Absatz lese klingt er für mich wie ein Eingeständniss der Resignation.
Es gibt so viele, viel zu viele, die Ideen haben, zur “Leitfigur” werden, und nach langem Kampf sich der Resignation ergeben.
Das Argument, das alles kläglich gescheitert ist was das Böse in uns tilgen wollte, kann ich irgendwie noch gelten lassen.
Nur soweit blind zu sein, und nicht zu sehen das das “Böse” transformiert werden muss, kann ich doch keiner “Leitfigur” unterstellen ?
Um es mal ökonomisch zu sagen:
Welcher Betrieb kann es sich auf Dauer leisten, eine Struktur aufrecht zu erhalten, die so verschwenderisch mit den “Betriebsmitteln” umgeht?
In meinen Augen kann ein “Ökonom” gar nicht argumentieren, wenn er die “Ökologie” und damit die Ressourcen, nicht als wichtigstes Bestandteil seines Betriebes sieht.
Er/Sie kann nur paradoxe Antworten geben, die man/frau erst mit der Brille des Egoismus, versteht.
Nichts für ungut
PS:
Ich sehe mir gerade nebenbei, “Schindlers Liste “, an.
Das ist die Geschäftsidee jetzt das Wasser aus dem Pool ablassen,
alle Aktien verkaufen, und durch Öl ersetzen.
##Garantiert Doble AA Zertifiziert mit voller hebelwirkung auf den Peak
Möge die OPEC mit dir sein?
Ich schmeiß mich weg was haben die nur im am Kopf.
Loll hahaha loll wie wo was ach ja Lesen statt TV.
Ach ja übrigens Chavez hatt sein Pool schon Vollgemacht, wohingegen Putin
mal wieder am Hahn den moderaten regulator spielt.
Auf Dauer geht es für den Ölpreis nur nach oben. Da Erdöl ein Rohstoff ist, der nicht mehr allzu lange in dem jetzigen Maße verfügbar sein wird, kann dieser Preissturz nur ein vorrübergehender sein.
Die OPEC ist doch schon lange nicht mehr so mächtig wie vor einigen Jahren. Südamerika und Russland laufen ihr den Rang ab.
@ SF
Du scheinst wenig oder gar keine Verbindung in die untersten Schichten zu haben, sonst würdest du wahrscheinich doch zu anderen Schlüssen kommen.
Meine Behauptung, das System würde die übelkübel nach oben spülen, untermauere ich folgendermaßen. Der output des Abi08-Jahrganges des lokalen Gyms hier beinhaltet zu ca 80% ‘ethikbefreite Moralkrüppel’, die scheinbar gezielt durch Indoktrinierung durch die Schule ‘produziert’ wurden. Diese Zahlen lassen sich durch das sogenannte Abi-Buch belegen, denn dort sind sowohl Umfrageergebnisse in politischer Hinsicht als auch zwischenmenschliche Belange aufgeführt. Die Charakterisierungen, die die jungen Ahnungslosen dort übereinander zum Besten geben, sprechen leider auch eine deutliche Sprache. Von mir hat dieses Machwerk die Bezeichnung ‘Schandbuch’ erhalten, da es leider nur belegt, wie unreif diese Reifegeprüften tatsächlich sind – und die sind die zukünftigen ‘Eliten’, die die Führungspositionen in Wirtschaft und Verwaltung besetzen werden. Über diesen Mißstand habe ich auch einen Streit mit dem zuständigen Direktor vom Zaun gebrochen. Der jedoch hat mich erst per Ausrichtung über meine Kinder mit Schwachsinnsargumenten bedacht, um dann meinem Nachhaken per Email, auch wieder per Ausrichtung, eine Einladung zum persönlichen Gespräch als einzige Chance zur Fortsetzung des Diskurses folgen ließ. Wohlwissend, daß ich eingeschränkt mobil bin und deshalb schwerlich bei ihm im Büro aufschlagen kann.
Jetzt hat sich meine Sohnemann im Abijahr soweit daneben benommen, daß sie ihn von der Schule gekickt haben. Das dürfte zwar rein juristisch alles völlig korrekt abgelaufen sein, aber mein einziger Interventionsversuch wurde mit Hinweis auf den Datenschutz abgebügelt. Hierzu muß ich vieleicht anmerken, daß meine Töchter sich auf das Recht zur informationellen Selbstbestimmung berufen haben, um ihre Daten aus einem Deal herauszuhalten, der von der Schülerschaft mit dem Hauptsponsor des Abibuches ausgehandelt worden war. Für den Löwenanteil der Herstellungskosten sollten vollständige Adressdaten des Jahrgangs abgeliefert werden, ohne daß dabei die Rahmenbedingungen der Datenerhebung auch nur zur Sprache kommen sollten. Zweck und Dauer der Datensammlung sind meines Wissens anzugeben, was jedoch weder von der VR-Bank, ebenjenem Sponsor, noch von der Schülerschaft irgendwie als notwendig erachtet wurde. Meine Töchter wurden dadurch noch für den letzten Rest ihrer Schulzeit zu mobbing-Opfern, was meine moralisch ethische Einschätzung des Jahrganges nur weiter untermauert.
Bizarrerweise hat die Schule jedoch mit ganz anderen Personen, die nicht einmal Familienangehörige sind, ‘Friedensverhandlungen’ meinen Sohnemann betreffend geführt. Davon habe ich über die Umwege des ländlichen Tratsches erfahren. Mein Sohn hätte tatsächlich die Chance, wieder aufgenommen zu werden, doch weder im 13ten Jahrgang noch im 12ten sondern ‘nur’ im 11ten. Eine großartige Chance, die ihm da geboten wird, da seine Lücken tatsächlich unendlich groß sind, und da er überhaupt nicht weiß, was er ansonsten machen soll. Der verwirrte Spacken hat keinerlei Plan, was er machen soll. Führerscheinknete von Opi verkifft, das persönliche Umfeld mit handverlesenen Obergängstahiphopdumpfmeistern besetzt und auf die frage, was er denn mal machen wolle die schlaue Erwiderung “Knete verdienen, aber möglichst wenig arbeiten.” Mein persönliches Versagen in der Angelegenheit weiß ich zwar nicht konkret zu benennen, aber es lastet schwer auf mir.
Solche ‘selbstgeschusterten’ Verlierer gibt es zu Hauf in unserem Lande. Wenn die es gut treffen, werden die vielleicht Vorarbeiter bei Manpower. Wenn es schlechter läuft, landen die im Knast. Hätte mich die Agenda2010 nicht so kalt erwischt, wäre es mir vielleicht gelungen, noch irgendwie das Ruder rumzureißen, doch hat man mir Zuckerbrot und Peitsche entzogen, sodaß ich keine Möhre mehr habe, die ich dem Esel hinhängen kann. Und die Möhre, die durch eine erfolgreiche Karriere jedem dargeboten wird, ist inzwischen als Utopie entlarvt. Untersuchungen der Bundesanstalt für Arbeit haben ergeben, daß eine überwältigende Mehrheit der Berufsschüler nicht mehr an die Möglichkeit glaubt, mit dem erlernten Beruf ihr Leben gestalten zu können. Wozu noch anstrengen, wenn es eh keinen Zweck hat?
Wenn Gesetze sich gegen den Menschen richten, anstatt einer für alle förderlichen Ordnung zu dienen, wie vermittelt man dann die Sinnhaftigkeit von Gesetzestreue?
Welches Feld der Ehre gibt es für die jungen Leute zu beackern? Daß die sich gegenseitig auf’s Maul geben und die Jacken klauen, darf doch niemanden ernsthaft verwundern.
Zu deinen hartz-Betrügern sei angemerkt, daß es bei Einführung dieser Knute eine massenhafte Untersuchung gab. 3,2Mio Datensätze wurden geprüft. Keine 30.000 wurden als beanstandungswürdig herausgefischt. Ob diese Herausgefischten tatsächlich alle schädliche Betrüger waren, ist mir nicht bekannt. Möglicherweise stellten sich diverse Verdachtsmomente als letztendlich sauber heraus.
Die hier als Norm existierenden Schwarzarbeiter haben zwar eine Art Nebenwirtschaftskreislauf gebildet, der jedoch wäre er steuerlich korrekt abgeschöpft worden, zusammengebrochen wäre. Dann hätte es nicht die Vorteile für die Schwarzarbeiter gegeben, aber eben auch nicht den Konsum aus dieser Quelle. Damit wäre dem großen offiziellen Kreislauf dann wieder etwas entzogen worden. Unterm Strich war dieser gewohnheitmäßige Gesetzbruch von Vorteil für die Gesamtheit.
In den 90ern gab es eine kurze Diskussion, ob man nicht durch die Erhöhung der Zahl der Steuerfahnder das Steueraufkommen erheblich steigern könne. Von gigantischen Zahlen war da die Rede. Leider würde das den Wirtschaftsstandort D gefährden, weshalb die Idee schnell in der Versenkung verschwand. Die Großen dürfen schummeln, aber die Kleinen sollen das auf keinen Fall. Paßt irgendwie nicht richtig zusammen, wenn man über Gerechtigkeit nachdenkt.
Auch das Phänomen der veränderten Einschätzung von Zumutbarkeit zeitigt böse Folgen im privaten und zwischenmenschlichen Bereich. Da sitzen in Husum im trockenen Kreishaus ein paar Satte im Stuhlkreis des Grauens und bestätigen sich gegenseitig, was denn so zumutbar wäre und was nicht. Denen zufolge sei es zumutbar, daß man die Strecke aus meinem Dorf in die lokale Metropole mit dem Fahrrad zurücklegen könne. Das mag bei gutem Wetter und Rückenwind sogar eine Bereicherung für den Drahteselführer sein, also eine Frage der Sportlichkeit und/oder des Geschmacks. Im Sommer wird es auch gerne von Schülern zur Erarbeitung des Busgeldes genommen. Wenn jedoch schweres Wetter herrscht, ist es nicht nur mühsam sondern auch gefährlich für die Gesundheit. Eltern, die ihren Kindern hier allzufreie Hand lassen, werden dann leicht als verantwortungslos eingestuft, was im Eskalationsfall dazu führen könnte, daß die Freaks im husumer Elfenbeinturm angerufen würden, um einen Fall von Kindswohlgefährdung zur Anzeige zu bringen. Flexibel wie die dort sind nach neuzeitlichem Verständnis würden die dann das entscheiden, was der husumer Amtskasse den geringsten Schaden bescherte. Es ist hochgradig krank und menschenfeindlich, was insgesamt als Ergebnis bei der Verschärfung der Umstände herauskommt.
Diese Effekte des gegenseitigen beurteilens von Zumutbarkeit treibt im privaten Bereich noch viel häßlichere Blüten. Da findet der Eine, der Andere solle ‘sich mal nicht so anstellen’, sodaß sich die eigentlich zur Solidarität Aufgerufenen anfangen, gegenseitig in die Suppe zu spucken. Da gehen Freundschaften den Bach runter und auch Familien über den Jordan, weil sich in dem Klima tatsächlich der Rücksichtslosere als Gewinner herausstellt. Hier jetzt Bescheidenheit oder gar Altruismus vorzuleben wird zum Schuß ins eigene Knie. Wieviele aktive und tatkräftige Egoisten kann eine Familie ertragen? Ein neben der Schule hart arbeitender Zeitungsausträger muß in der hartz4-Familie den Strom mitbezahlen. Ist das ein glaubwürdiges Signal für die Belohnung von Leistung? Der Großteil der Mitschüler kann derweil in der Mittagspause mehr als das Tagesnahrungsbudget des hartz4-Kindes für Döner oder Pizza in die Hand rausknacken. Sind wir ein Volk?
Der ganze Schmonz wurde wegen angeblich leerer Sozialkassen eranstaltet. Einige wenige müssen den Gürtel für den Rest enger schnallen. Was hat es uns gebracht? Die Finanzkrise – Supersache :-(
Würden hingegen die den Gürtel enger schnallen, denen es nicht weh täte, dann wären wir sicherlich auch mit weniger Ungemach die Kriminalstatistik betreffend gesegnet. Dann hätten die Ordnungskräfte sicherlich nicht so viel Schwierigkeiten, daß sie zu ‘privaten Helfern’ greifen müßten. In HH beispielsweise haben einige ‘findige’ Polizisten gewaltbereits Kampfsportschüler gedungen (aus eigener Tasche?), um von denen Friedhofschändende Satanisten verprügeln zu lassen. OK, das Satanistenproblem wurde gelöst, aber ist da noch von ‘das Gewaltmonopol liegt beim Staat’ die Rede?
Und selbstverständlich ist mir klar, daß auch ein Ausbau und eine Intensivierung des Sozialstaates nach den 70ern, nicht das Paradies auf Erden gebracht hätte. Regelbrecher gehören dazu wie die Regeln selber. Doch mit jetzt leider als ‘gutmenschlich’ verächtlich gemachten Methoden würde es Millionen im Land wesentlich besser gehen. Möglicherweise nicht unbedingt bezogen auf Luxus und Elektronikartikel und neue chinesische t-shirts aber allemal bezogen auf Planbarkeit des Lebens und Existenzängste.
Die von dir genannten Filme sind mir nicht bekannt. Beispielsweise John Brunners ‘Morgenwelt, ‘Schockwellenreiter’ und ‘Schafe blicken auf’ oder auch Vieles von Philip K Dick oder Lems ‘Futurologischer Kongress’ haben mich vom egoistischen Arschloch, welches ich in meiner Jugend mit Inbrunst war, zum glühenden Verfechter des Humanismus werden lassen. Ich glaubte auch mal, daß einer, der dumm genug wäre, auf meine Tricks hereinzufallen, halt selber Schuld an seiner Niederlage sei. Doch der Zeitgeist der Gutmenschlichkeit, der die 60er und 70er beherrschte, rief mir beständig zu “Wenn Alle sich wie Arschlöcher benehmen, wird die Erde zur Hölle für Alle!” Da habe ich mich belehren lassen und die Wohltat eines Verzichts für einen Anderen erleben können. Das fühlte sich, und fühlt sich noch, tausendmal besser an, als der Vorteilsgewinn durch Arschlochhaftigkeit.
Jetzt ruft der Zeitgeist jedoch: “Sei ein Arschloch! Sonst wirst du zermahlen von anderen Arschlöchern – und das ist auch gut so!” Eigentlich müßten wir die Gesetzgebung hinsichtlich des Betrugsparagrahen abändern. Entweder ganz abschaffen oder aber eine Art IQ-Grenze einführen. Wer so trickst, daß selbst ein >120-IQler darauf reinfällt, macht sich strafbar. Die <120-IQler sind halt selber schuld.
Wenn man sich den betreffenden Paragraphen mal durchliest, dann dürfte es etliche Verkaufsmodelle speziell im Handy-Vertragsbereich nicht geben.
@· Degnaphta – Beitrag 189
Danke für diesen Beitrag (nein, ich habe noch nie Nutten-Peter-IV bezogen). In meinen Augen sehr lesenswert.
@Degnaphata
Da täuschst Du Dich aber gewaltig
a) Deine ?Behauptung? steht in keinem Widerspruch zu meinen Kommentaren ? es geht hier doch nicht um eine Bewertung der sozialen Mobilität sondern um eine Bestandsaufnahme von sozialem Verhalten in den verschiedenen Klassen.
b) Ich bezweifele grundsätzlich die Richtigkeit Deiner ?Behauptung? ? die selbe Leier gibt es schon so lange, wie es Schulen gibt. Ich kenne den Lehrplan einiger Gymnasien und sehe da keine ?Ökonomisierung? ? teilweise erkenne ich sogar das Gegenteil, wenn ich die Inhalte mit denen aus meinen Schultagen vergleiche. Aber da werden wir wohl nie auf einen grünen Nenner kommen. Wer einen Hammer in der Hand hat, sieht überall Nägel
Zukünftige Eliten? Sprechen wir hier über Abiturienten oder über Absolventen von Schloss Salem? Du sprichst hier auch über die zukünftigen Hartz-IV Empfänger ? denke daran!
Und? Was willst Du damit sagen? Natürlich kannst Du in jeder Schicht ?Gründe? für asoziales Verhalten finden und für jede Schicht ließe sich ein Anwalt finden, der die Sünden seiner Mandanten entschuldigt, so wie Du es mit der Unterschicht machst, nur was hat das mit der Diskussion zu tun?
Ach herrjeh, mir kommen die Tränen.
Glaub keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast. Du willst doch nicht ernsthaft eine negative Korrelation zwischen sozialem Status und sozialem Benehmen konstruieren?
Natürlich nicht ? die Gesellschaft ist ungerecht. Das wissen wir beide und da gibt es keinen Widerspruch. Dennoch macht die Verlierer nicht zu besseren Menschen.
Wahrscheinlich ist dem so
Bingo! Da haben wir sie ja endlich, die entscheidende Gemeinsamkeit
Wirklich? Was Du machst ist nichts anders als positive Diskriminierung von sozial Schwachen. Mit Humanismus hat das gar nichts zu tun.
@19 DAS kann aber auch nicht die Lösung sein. Wie viel Demokratie wirklich herrscht, wenn einer an der Macht ist, erkennt man an unserer Regierung. Ich glaube nicht, dass es wirklich jemanden gibt, der das Ganze tatsächlich fair bestimmen könnte. Eher ist es so, dass Angebot und Nachfrage sich gegenseitig bestimmen müssen. Dass der Preis steigt, wenn die Nachfrage steigt, ist klar. Deshalb sollten wir mehr auf Autos mit geringem Verbrauch und auf generell andere Arten von Heizung und Co. achten, um die Nachfrage zu senken und den Preis so auch dauerhaft auf einem erträglichen Niveau zu halten.
@ SF
Sollten sich deine Unterschichtkontakte tatsächlich zur überzeugenden Mehrzahl aus vorsätzlichen Sozialschmarotzern zusammensetzen, dann nehme ich das staunend zur Kenntnis. Nur weil es meinen persönlichen Beobachtungen widerspricht, kann es dennoch so sein. Das wirst du am Besten einschätzen können.
Auch ich habe etliche Leute im Bekanntenkreis gehabt, die während einer Lebensphase, meist zu Beginn des Berufslebens, eher einen Bogen um Maloche gemacht und sich der never-ending-party verschrieben haben. Meistens endete diese Lebensphase mit dem Wunsch, eine Familie zu gründen, weil endlich ‘die Richtige’ aufgetaucht war. Plötzlich hatten sie einen Job oder sogar ne Ausbildung und wurden emsig wie die Ameisen. Ob sie tatsächlich bis zu diesem Zeitpunkt echte Systemgefährder waren, wage ich zu bezweifeln.
Richtige Familienväter, die auf Arbeitslosigkeit bei gleichzeitiger Schwarzarbeit setzten, gab es zwar auch, aber das waren eher Ausnahmen, die meistens noch ein Alkoholproblem an den Hacken hatten, was die richtige ‘feste Arbeit’ meistens verhinderte. Ob die Alkoholproblematik oder Arbeitsscheue der Einstieg in den Abwärtstrudel bildete, ist nicht zu klären. Doch ist die Anzahl dieser Personengruppe eine verschwindend geringe hier in meinem Umfeld. Wie viele Florida-Rolfs mag es tatsächlich gegeben haben?
Leute, die voller Vorsatz nach einer Kosten-Nutzen-Analyse die soziale Hängematte als ihren Weg wählten, sind mir nie begegnet. Die oben genannten Problemfälle hatten allesamt nicht den nötigen Durchblick, um überhaupt zu solchen Abwägungen fähig zu sein. Die sind da alle irgendwie reingerutscht, ohne daß es ein erkennbares Muster geben würde. Auf der Ehrgeizskala und auch auf der Schlauheitsskala wären sie deutlich im unteren Bereich anzusiedeln. Allerdings gab es auch Einzelfälle, über die gesagt wurde “Der kann was, der will bloß nicht.” Aber die waren keineswegs in der Lage, das Letzte aus den Möglichkeiten des Sozialstaates herauszuholen. Damals gab es noch Leute auf den Ämtern, deren explizite Aufgabe es war, auch denen Klamottengeld, Heizungzuschuß und Wohngeld zu besorgen. Diese Art der amtlichen Hilfe wurde eingestampft. Damals mußten dann jedenfalls die Kinder und die Frau nicht darunter leiden. Heute hängen die mit im Sack, wenn es mit den Anträgen nicht so klappt. Angesichts extra mit der Verfolgung der Betrüger Betrauten, die ja auch Steuergelder kosten, wird jetzt also an den Kindern gespart. Das wirst du doch nicht als notwendige oder gar begrüßenswerte Entwicklung bezeichnen.
Daß es bei der Zusammenlegung von ALG2 und Sozialhilfe Staatskassen entlastende Synergien gibt, will ich gar nicht in Abrede stellen. Doch daß die Begleiterscheinungen wie Änderung der Zumutbarkeit und Bestrafung von Zuverdienst eine schwere Störung des sozialen Gefüges herbeiführen, hat nichts mit der Umstrukturierung von staatlichen Transferkassen zu tun. Da gibt es keinerlei zwingenden Zusammenhänge.
Erst recht diese Einführung des modernen Untermenschen, den zuhause festgeketteten u25ern, ist Sprengstoff für jeden Familienverband. Ich kenne keine betroffene Familie, die in der Lage ist, das irgendwie abzufangen.
Der von mir so bejammerte Jahrgang zählt ca 100 Leute. Zwei von denen waren bekennende hartzianer, zwei Weitere schwiegen weise. Die anderen beiden waren keine Fahrschüler, die den Bus selber bezahlen mußten. Ich habe, obwohl es den Finanzinfarkt beschleunigte, das Busgeld für drei Kinder rausgerückt. Zusammen mit der Abtracht für das Haus ging dabei der für mich zählende Anteil unserer Bezüge zu 90% drauf.
Der Anteil der richtig Betuchten im Jahrgang dürfte etwa 10 bis 20% des Jahrganges ausmachen, wobei die in unserer äußerst provinziellen Ecke richtig Betuchten im Bundesvergleich auch eher bestenfalls der gehobenen Mittelschicht zuzurechnen wären. Die Meinungsführerschaft zeichnete sich durch Aussagen aus wie “Die Ausländer nehmen uns die Arbeitspläte weg!” “Arbeitslose sind nur zu faul!” “Die bluten unsere Staatskasse aus!” und unter Alkoholeinfluß wurden auch Vermehrungsverbote für Arme, ‘Alle in die Minen’ oder schlichtes Verhungern lassen als Lösungswege propagiert. Die haben vor keinem noch so häßlichen Klischee halt gemacht, was auch ein schreckliches Bild auf die Erziehungsgrundsätze und Leitlinien der Elternschaft meiner Generation wirft, wobei es da auch mildernde Umstände durch Systemfehler geben mag. Es geht mir also keineswegs um soziale Migration sondern um eine Betrachtung des Gemeinschaftssinns.
“In jeder normalen Familie sollten doch 20? für einen Theaterbesuch vorhanden sein.” postulierte ein unbedachter oder abgefeimter Lehrer. Hat er keine Kinder? Egal, er hat es gesagt. Was sollen jetzt diejenigen in der Klasse denken oder gar sagen, in denen ein solcher Betrag nur unter schwerwiegenden Verschiebungen im Budget oder eben gar nicht zur Verfügung steht? Fördert das Gemeinschaftlichkeit, die ja ein Fundament des Staatsgefüges darstellt? Meines Erachtens wird hier Gemeinschaftlichkeit gezielt untergraben. Welchen Nutzen haben die Beteiligten aller Ebenen davon?
Ist das Zentralabitur noch nicht bis zu euch durchgedrungen? Hier hat es diesjährig erstmalig zugeschlagen. Über die Deutsck-Prüflinge kann man jetzt sagen:”Die wissen was von Büchners Woyzek, Christa Wolfs Medea, Brechts Exilliteratur sowie ‘Vom Sinn und Nutzen beim Umgang mit Literatur’. Das war’s auch schon” Das waren die vier möglichen Themen von der dänischen Grenze soweit wie das Verbreitungsgebiet des Zentralabiturs halt reicht. Aus die Maus. Vorher hätte es eine wesentlich buntere Mischung aus Deutschkundigen gegeben. Mir erscheint die Buntheit als ein Vorteil für die gesamte Gesellschaft.
Bei den Englisch-Prüflingen gab es nur zwei Themen.
Zugegeben, ich selber habe diese abgeprüfte Reife nicht erlangt (War so dämlich wie mein Sohn jetzt), aber dennoch habe ich immer darüber gestaunt, wie wenig die Kinder heutzutage lernen. Außer in Bio oder Chemie, wo eine noch tiefere Darstellung der Details mein Wissen ganz klar übersteigen, habe ich immer nur über das erkennbar sinkende Niveau gestaunt. War zu meiner Zeit der Milchsäurezyklus das Ende der Fahnenstange in Bio, geht es heute noch weiter ins Eingemachte. Doch das sind nur zwei Fächer. Bei allen anderen geht es in die andere Richtung. Ob das daran liegt, daß die Schule als zweitgrößtes Gym im Bundesland nicht besser zu organisieren ist, oder ob es am Bundesland selber liegt, entzieht sich meiner Kenntnis.
Doch auch die vielfältige Begegnung mit studentischen Hilfskräften bei meiner letzten Arbeitsstelle hatte bereits diesen Verdacht aufgeworfen. Meine Güte, die haben doch Abitur. Was lernt man bloß in der Schule, fragte ich mich häufig.
Also meine persönliche Statistik belegt auf breiter Front, daß es bitter bergab geht mit der Wissensvermittlung.
Mein Jüngster ist volles Rohr in den Scheidungstrubel geraten während der schulartentscheidenden Zeit, sodaß er jetzt nicht am Gym in der lokalen Metropole sondern im Nachbardorf an einer Haupt- und Realschule ist, an der gemeinsamer Unterricht beider Schularten experimentell durchgeführt wird. Es ist in der 8ten Klasse und sie bekommen immer noch Arbeitsbögen mit Bildergeschichten vorgelegt, als wären sie in der Dritten. Frühere Hauptschüler waren meistens zumindest bis zum kaufmännischen Rechnen für einen Kaufmannsgehilfenbrief sattelfest. Da liegen Welten zwischen.
Zur Ökonomisierung fällt mir noch ein lustiges Detail den Rektor des Gyms betreffend ein. Er ist Autor/Herausgeber des Abi-begleitenden Büchleins mit ‘Abiturwissen für Wirtschaft/Politik’, welches zu erwerben für jeden Abiturienten eine Unumgänglichkeit darstellt. Kriegsgewinnler fällt mir dazu ein :-)
Er läßt seine WiPo-LKler übrigens irgendeinen Quatsch von Adam Smith auswendig lernen, und seine Schüler schwören Stein und Bein, daß keiner, der nicht bei ihm Unterricht gehabt hätte, fähig sei, eine ernsthafte Beurteilung der deutschen Parteienlandschaft vorzunehmen. Damit blocken sie dann Diskussionen, die nicht in ihrem Sinne verlaufen. Von ca 66 Teilnehmern an den im besagten Schandbuch aufgeführten Umfragen wählen zehn FDP, womit sie die stärkste Fraktion bilden. Die überwiegende Mehrzahl bekennt sich unpolitisch. Der Rektor ist übrigens bekennder FDPler. Naja, kann natürlich auch Alles purer Zufall sein.
Diese Abibücher und den darin vorherrschenden Ton verfolge ich bereits seit über zehn Jahren. Meine angeführte Abwärtstendenz ist absolut ersichtlich, was mir auch im Gespräch mit anderen Eltern bestätigt wird.
Hast du Kinder? Wie motivierst du die?
Die Zahlen habe ich aus dem TV. Während einer Rede vor dem Bundestag verwendete Gregor Gysi diese Zahlen. Ich unterstelle, daß sich irgendwo beim statistischen Bundesamt der Nachweis für Korrektheit finden ließe, da ich Herrn Gysi schlichtweg nicht zutraue, mit manipulierten Zahlen vor das hohe Haus zu treten. Die würden ihm ansonsten wie Keulen um die Ohren geschlagen.
Gab es vor drei, vier Dekaden zwar auch gewaltbereite Jugendliche, handelte es sich jedoch nicht um eine das Nachtleben prägendes Phänomen. Da waren die Bauerndiskos, die man als Gewaltverächter lieber mied. Da waren ‘die Rocker’, die lästig bis ätzend mal hier und dort aufschlugen. Ein nächtlicher Spaziergang durch die Metropole war irgendwie kein Ding – keiner besonderen Erwähnung würdig, auch wenn es punktuell mal zu Zwischenfällen kam. Diese Metropole hat man zügigen Schrittes in weniger als einer Stunde von Nord nach Süd durchmessen.
In den 90ern wandelte sich das jedoch in für die Bewohner unangenehmer Weise. Teilweise nach ethnischen Kriterien sortiert marodierten unterschiedliche Gängs durch das bis dahin eher friedliche Städtchen. Nun machten Hiphoper, Russen, Türken, Nazis, Albaner und Metler (die früheren Rocker?) die Straßen unsicher, sodaß gegenseitige Besuche von nicht diesen Gruppierungen angehörenden Jugendlichen für die besorgten Eltern zum logistischen Problem wurde. Wenn man anbietet, auf Anruf den Fahrmax zu machen, muß das Feierabendbier wegfallen. Allein kann man den Nachwuchs aber auch nicht nach Haus gehen lassen. Der Königsweg war denn das auswärts Schlafen, womit der vielfältig mißbrauchte Betrugsweg des gefakten gegenseitigen Besuchs als Schlupfloch aus der elterlichen Behütung eröffnet wurde. Daß so häufig Aufgegriffene von der Polizei heimgeleitet wurden, gab es früher nicht, obwohl damals die Zahl der Jugendlichen größer war – und auch die Zahl der Polizisten.
Die verschiedenen Gangs gaben sich gegenseitig eifrig auf die Glocke, was denn ja auch irgendwie ihre Sache ist. Doch die Jungs hier aus meinem Dorf oder auch die aus anderen der umlegenden Dörfer waren erstens nicht primär für Prügeleien in die City gekommen, sondern um Kino oder Partys zu besuchen. Und sie waren immer in der Minderheit. Und wenn du dann dein Taschengeld rausrücken mußt, ist der Abend irgendwie scheiße gelaufen.
Die Übeltäter wären sicherlich nicht so eifrig und zahlreich, wenn sie mehr Unterstützung seitens des Elternhaus gehabt hätten. Damit meine ich sowohl mehr Taschengeld als auch mehr Eltern-Kind-Beziehung. Doch die Elternschaft war meistens zu beschäftigt der Knete hinterherzulaufen. Die einen aus purer Notwendigkeit. Die Anderen, weil sie ihren aktuellen Rang durch Einsatz zu erhalten versuchten – also auch Notwendigkeit. Denn auch wer einen Job hat, der ihm ganz gutes Geld bringt, sodaß zumindest die Taschengeldunterstützung stimmt, muß mit Überstunden oder als Freiberufler oder Selbstständiger durch lange Tage seinen Stand sichern. Niemals hatte ich so wenig Zeit für meine Kinder wie in den Phasen des kommerziellen Erfolges. Nicht mal am Wochendende konnte ich die Ausflüge oder das sonstige Familienprogramm mitmachen, weil ich mich entweder erholen, oder aber meine Fachkenntnis durch autodidaktische Studien auf der Höhe der Zeit halten mußte. Ich glaube kaum, daß ich da eine granatenmäßige Ausnahme bildete, sondern schätze, daß nur wenige Berufe heutzutage echten Feierabend garantieren können – zu Zeiten, in denen die Kinder noch nicht schlafen. Die ganze Kutscherei kommt als Zeitfresser ja nochmal dazu. Zwei Stunden am Tag dürfte sicherlich normal oder gar wenig sein. in zwei Stunden kann man aber einen Haufen schnacken mit dem Nachwuchs.
So, wann findet jetzt das Familienleben statt, in welchem man den Kleinen gut und böse oder richtig und falsch erklärt? Ein ‘das ist eben so. geht doch allen so’ wird als Antwort nicht akzeptiert, sondern bezeugt die Zerbröselung unserer Gesellschaft nur um so stärker.
Nochmal unumwunden: Ja, der Druck auf die monetär untersten Schichten verstärkt die Tendenzen zu asozialem respektive antisozialem Verhalten. Die Bewegung erzeugt einen unguten Sog, der auch die monetär nicht so in Schwierigkeiten steckenden Gleichaltrigen gefährdet, da denen der nichtmonetäre Teil des Familienlebens unangemessen beschränkt wird, sodaß sie anfälliger sind, als sie es sein müßten.
Eine schwere gesamtgesellschaftliche Schieflage, die noch schwierige Situationen für die Zukunft bedeutet.
An welcher Stelle ich die Verlierer zu besseren Menschen mache, ist mir nicht recht klar.
Eigentlich versuchte ich zum Ausdruck zu bringen, daß die Menschen sich besser verhalten würden, wenn man sie nicht so zu Verlierern machte. Schade, daß ich diesbezüglich so mißverständlich vorging.
Für mich ist das eine recht einleuchtende Angelegenheit. Wenn ich jemanden wie Dreck behandel, wird er sich irgendwann wie Dreck benehmen.
Natürlich sehe ich auch, daß ich damit rechnen muß, daß wenn ich einen nett behandel, er sich trotzdem wie Dreck benimmt. Doch ist die dann eher positive Grundstimmung, aus der heraus ich handel, eine wesentlich fruchtbarere Ausgangssituation für die Lösung des Problems, als wenn ich von vornherein mit schwarzen Gedanken und gewetzter Klinge loslege.
@Degnaphata
Ich wüßte nicht, wo ich etwas von einer ?Mehrzahl? geschrieben habe ? da ist natürlich absurd, aber alle Menschen, egal welcher Klasse, die ich kenne sind Menschen. Menschen mit Fehlern, mit guten und mit schlechten Seiten. Menschen, die schon mal den Arbeitgeber oder den Staat bescheißen, Menschen, die nicht bei jeder Handlung einen moralischen Folgencheck machen.
Das sage ich auch immer, das sagte mein Vater auch schon und mein Großvater auch und dessen ?und sogar der alte Sokrates hat schon geschrieben ?Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.?
Na da warte mal ab, bis der Filius auf der Uni ist ;-)
Es gibt auch ein Leben abseits des ökonomischen Erfolgs ? ich finde es eher bedenklich, die Frage überhaupt zu stellen. Wir leben in einer Gesellschaft, in der der Jugend nicht mehr alle Türen offenstehen ? das ist bedauerlich, aber nicht eben historisch neu. Die kurze Periode der Chancengleicheit war wohl nur ein Wimpernschlag in der Geschichte.
Das hat nichts mit den Zahlen zu tun, sondern mit deren Erhebung und der Intepretation, die zu diesen Zahlen führte. Wenn beispielsweise eine stichprobenartige Erhebung ergibt, dass 1% der Anträge falsch ist, heißt das noch lange nicht, dass nur 1% ?bescheißt? – meine Steuererklärungen waren rein formal auch immer korrekt ;-)
Dem mag ich ja auch zustimmen.
@ SF
Man schließt bekanntlich gerne von sich auf andere. Ich bin da recht einfach gestrickt, weshalb ich einer Mehrheitsbeobachtung schnell einen höherenBedeutungsgrad zumesse. Das habe ich – auch schnell, vielleicht vorschnell – auf dich erstreckt.
Beispielsweise hat die Mehrzahl der mir untergekommenen Pferdemuttis einen Hang dazu, ihren Gaul für so wichtig zu nehmen, daß dafür die Kinder denn schon mal zurückstecken müssen. Das läßt mich Reitsport pflegende Mütter mit Argwohn betrachten. Immerhin bedarf jedes Pferd eines gewissen Pflegeaufwandes, sodaß mein Verdacht leicht zu untermauern ist.
Bei Vätern ist eine meiner Beobachtungendergestalt, daß es erstaunlich viele gibt, die ihr Kind irgendwie ‘langweilig’ finden, weil es noch nicht den Schraubenschlüssel halten, die Pille kicken oder zu sonstige Männeraktivitäten in der Lage ist. Telweise fliehen sie vor diesem Phänomen in die Arbeit, um dann jedenfalls den Versorgungsauftrag bestehend aus Beschaffung von Konsole, Fernseher fürs Kinderzimmer, neues Fahrrad, Skateboard, PC usw zu bewältigen. Das Nahekommen erfolgt dann erst beim ersten gemeinsam getrunkenen Bier, was aber ca fünfzehn verschenkten Jahren entspricht. Dann erst findet Kommunkation auf Augenhöhe statt.
Doch nur, weil ich das als mehrheitliches Phänomen wahrnehme, mag es kein bundesweiter Zustand sein. Darüber bin ich mir auch durchaus im Klaren.
Da habe ich ganz andere Erfahrungen. Die Altvorderen meines Umfeldes haben offen gestaunt, was und wieviel wir in der Schule gelernt haben. sie haben zwar angemäkelt, daß dem Auswendiglernen kein angemessener Raum mehr geboten würde, und daß das Kopfrechnen wohl aus der Mode gekommen sei, aber insgesamt waren sie über die Fülle des Lernstoffes nicht nur erstaunt sondern auch stolz, daß es hier so große Fortschritte zu früher gab.
Die Revolution der Jugend wurde zwar auch beklagt, aber da sie als aufklärerische Ausformung auch eine Art Beifang des gewachsenen Wissens unter den Jugendlichen darstellten, konnten sich die Weiseren durchaus auch damit abfinden.
Die zunehmende Verrohung der Sprache und das Abspecken allgemeiner Höflichkeit wurde beklagt, und diese unschönen Tendenzen setzen sich auch so fort, wie du es beschreibst. Auch meine töchter fanden die Sextaner frecher als zu ihrer Sextanerzeit.
Das Alles differenziert zu betrachten, ist tatsächlich äußerst verwirrend.
Mit Sicherheit gibt es ein Leben abseits des ökonomischen Erfolges. Nach meinem Erkenntnisstand finden sich hier sogar die wesentlicheren Werte. Nicht der mp3-player macht uns zum Menschen. doch hat die Agenda2010 die Luft abseits des ökonomischen Erfolges so dünn werden lassen, daß es wenig bis kaum Chancen gibt, sich den darin innewohnenden Möglichkeiten zuzuwenden. “Niemand soll sich in Armut einnisten können” war eines der erklärten Ziele dieser Reform.
Damals als es noch das frisch erfundene BAFöG, ohne Rückgabe und richtig hoch, gab, mußte ein geschickter Unternehmer nur eine neue Halle bauen, einen neuen Trecker anschaffen, seinen Steuerberater dieses richtig in den Büchern platzeren lassen, und schon konnte Sohnemann Höchstsatz BAFöG kassieren. Ob das nun Sozialschmarotzertum auf hohem Niveau ist, oder man für die krampfhaft gepuschte Wirtschaftsförderung dankbar sein soll, will ich gar nicht geklärt wissen. Das BAFöG wieder abzuschaffen, sehe ich als Verbrechen an der Gemeinschaft. Danke, Birne Kohl.
Bei dem generellen Betrugsvorwurf, der gegen die Abzapfer der Sozialsysteme argumentativ ins Feld geführt wurde, hätte ich erwartet, daß aus 3,2 Millionen Datensätzen eine deutlich höhere Zahl an potentiellen Betrugsfällen herausgepickt werden können. Wenn es aber im Promillbereich liegt, dann finde ich es falsch und boshaft, den generellen Betrugsfall als Hauptargument zur Abschaffung der Privatheit der Armen zu machen.
Daß die Schadenssumme der Sozialbetrüger von zwei fleißigen Bescheißern aus der obersten Riege locker getopt werden, war bereits vor dieser Untersuchung klar.
Wenn du jetzt nochmal die neuen Sozialsherifs nimmst, die den Armen aktiv nachstellen (Helena Fürst ‘Gnadenlos gerecht’), dann läßt sich schnell ablesen, daß diese sich an keiner Stelle amortisieren. Wahrscheinlich nicht einmal deren Dienstfahrzeug.
Die verzweifelte Armenhatz, zu der geblasen wurde, vergiftet eben auch die Gesinnung der nachrückenden Generation. Die von mir so abfällig betrachteten Abiturienten sind zum Großteil komplett auf der Schiene dieser häßlichen Propaganda. Diejenigen, denen das hartz4-Schicksal erspart bleiben wird, werden ihre Tatkraft dann in Lenkungspositionen gegen die vermeintlichen Schädlinge im System, die Ärmsten, richten. Diese unschöne Prophezeiung ist leider mit einer großen Wahrscheinlich belegt.
Die links zu den von dir genannten Filmen habe ich mir mit Interesse durchgelesen. Bin ja eher Kunstbanause, weswegen mich das auf dem richtigen Bein erwischen müßte, wenn ich beim nächtlichen Zappen darauf stieße. Aber ob die jemals ins TV geraten, erscheint mir eher zweifelhaft.