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> <channel><title>Kommentare zu: Kampf um den Ölpreis</title> <atom:link href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/449/kampf-um-den-olpreis/feed" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://www.spiegelfechter.com/wordpress/449/kampf-um-den-olpreis</link> <description></description> <lastBuildDate>Sat, 11 Feb 2012 06:31:42 +0000</lastBuildDate> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator> <item><title>Von: Degnaphta</title><link>http://www.spiegelfechter.com/wordpress/449/kampf-um-den-olpreis#comment-31690</link> <dc:creator>Degnaphta</dc:creator> <pubDate>Mon, 22 Dec 2008 11:12:59 +0000</pubDate> <guid
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&lt;blockquote&gt;Ich wüßte nicht, wo ich etwas von einer ?Mehrzahl? geschrieben habe ? da ist natürlich absurd, aber alle Menschen, egal welcher Klasse, die ich kenne sind Menschen. Menschen mit Fehlern, mit guten und mit schlechten Seiten. Menschen, die schon mal den Arbeitgeber oder den Staat bescheißen, Menschen, die nicht bei jeder Handlung einen moralischen Folgencheck machen.&lt;/blockquote&gt; Man schließt bekanntlich gerne von sich auf andere. Ich bin da recht einfach gestrickt, weshalb ich einer Mehrheitsbeobachtung schnell einen höherenBedeutungsgrad zumesse. Das habe ich - auch schnell, vielleicht vorschnell - auf dich erstreckt.
Beispielsweise hat die Mehrzahl der mir untergekommenen Pferdemuttis einen Hang dazu, ihren Gaul für so wichtig zu nehmen, daß dafür die Kinder denn schon mal zurückstecken müssen. Das läßt mich Reitsport pflegende Mütter mit Argwohn betrachten. Immerhin bedarf jedes Pferd eines gewissen Pflegeaufwandes, sodaß mein Verdacht leicht zu untermauern ist.
Bei Vätern ist eine meiner Beobachtungendergestalt, daß es erstaunlich viele gibt, die ihr Kind irgendwie &#039;langweilig&#039; finden, weil es noch nicht den Schraubenschlüssel halten, die Pille kicken oder zu sonstige Männeraktivitäten in der Lage ist. Telweise fliehen sie vor diesem Phänomen in die Arbeit, um dann jedenfalls den Versorgungsauftrag bestehend aus Beschaffung von Konsole, Fernseher fürs Kinderzimmer, neues Fahrrad, Skateboard, PC usw zu bewältigen. Das Nahekommen erfolgt dann erst beim ersten gemeinsam getrunkenen Bier, was aber ca fünfzehn verschenkten Jahren entspricht. Dann erst findet Kommunkation auf Augenhöhe statt.
Doch nur, weil ich das als mehrheitliches Phänomen wahrnehme, mag es kein bundesweiter Zustand sein. Darüber bin ich mir auch durchaus im Klaren.
&lt;blockquote&gt;Das sage ich auch immer, das sagte mein Vater auch schon und mein Großvater auch und dessen ?und sogar der alte Sokrates hat schon geschrieben ?Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.?&lt;/blockquote&gt; Da habe ich ganz andere Erfahrungen. Die Altvorderen meines Umfeldes haben offen gestaunt, was und wieviel wir in der Schule gelernt haben. sie haben zwar angemäkelt, daß dem Auswendiglernen kein angemessener Raum mehr geboten würde, und daß das Kopfrechnen wohl aus der Mode gekommen sei, aber insgesamt waren sie über die Fülle des Lernstoffes nicht nur erstaunt sondern auch stolz, daß es hier so große Fortschritte zu früher gab.
Die Revolution der Jugend wurde zwar auch beklagt, aber da sie als aufklärerische Ausformung auch eine Art Beifang des gewachsenen Wissens unter den Jugendlichen darstellten, konnten sich die Weiseren durchaus auch damit abfinden.
Die zunehmende Verrohung der Sprache und das Abspecken allgemeiner Höflichkeit wurde beklagt, und diese unschönen Tendenzen setzen sich auch so fort, wie du es beschreibst. Auch meine töchter fanden die Sextaner frecher als zu ihrer Sextanerzeit.
Das Alles differenziert zu betrachten, ist tatsächlich äußerst verwirrend.
&lt;blockquote&gt;Es gibt auch ein Leben abseits des ökonomischen Erfolgs ? ich finde es eher bedenklich, die Frage überhaupt zu stellen. Wir leben in einer Gesellschaft, in der der Jugend nicht mehr alle Türen offenstehen ? das ist bedauerlich, aber nicht eben historisch neu. Die kurze Periode der Chancengleicheit war wohl nur ein Wimpernschlag in der Geschichte.&lt;/blockquote&gt;Mit Sicherheit gibt es ein Leben abseits des ökonomischen Erfolges. Nach meinem Erkenntnisstand finden sich hier sogar die wesentlicheren Werte. Nicht der mp3-player macht uns zum Menschen. doch hat die Agenda2010 die Luft abseits des ökonomischen Erfolges so dünn werden lassen, daß es wenig bis kaum Chancen gibt, sich den darin innewohnenden Möglichkeiten zuzuwenden. &quot;Niemand soll sich in Armut einnisten können&quot; war eines der erklärten Ziele dieser Reform.
Damals als es noch das frisch erfundene BAFöG, ohne Rückgabe und richtig hoch, gab, mußte ein geschickter Unternehmer nur eine neue Halle bauen, einen neuen Trecker anschaffen, seinen Steuerberater dieses richtig in den Büchern platzeren lassen, und schon konnte Sohnemann Höchstsatz BAFöG kassieren. Ob das nun Sozialschmarotzertum auf hohem Niveau ist, oder man für die krampfhaft gepuschte Wirtschaftsförderung dankbar sein soll, will ich gar nicht geklärt wissen. Das BAFöG wieder abzuschaffen, sehe ich als Verbrechen an der Gemeinschaft. Danke, Birne Kohl.
Bei dem generellen Betrugsvorwurf, der gegen die Abzapfer der Sozialsysteme argumentativ ins Feld geführt wurde, hätte ich erwartet, daß aus 3,2 Millionen Datensätzen eine deutlich höhere Zahl an potentiellen Betrugsfällen herausgepickt werden können. Wenn es aber im Promillbereich liegt, dann finde ich es falsch und boshaft, den generellen Betrugsfall als Hauptargument zur Abschaffung der Privatheit der Armen zu machen.
Daß die Schadenssumme der Sozialbetrüger von zwei fleißigen Bescheißern aus der obersten Riege locker getopt werden, war bereits vor dieser Untersuchung klar.
Wenn du jetzt nochmal die neuen Sozialsherifs nimmst, die den Armen aktiv nachstellen (Helena Fürst &#039;Gnadenlos gerecht&#039;), dann läßt sich schnell ablesen, daß diese sich an keiner Stelle amortisieren. Wahrscheinlich nicht einmal deren Dienstfahrzeug.
Die verzweifelte Armenhatz, zu der geblasen wurde, vergiftet eben auch die Gesinnung der nachrückenden Generation. Die von mir so abfällig betrachteten Abiturienten sind zum Großteil komplett auf der Schiene dieser häßlichen Propaganda. Diejenigen, denen das hartz4-Schicksal erspart bleiben wird, werden ihre Tatkraft dann in Lenkungspositionen gegen die vermeintlichen Schädlinge im System, die Ärmsten, richten. Diese unschöne Prophezeiung ist leider mit einer großen Wahrscheinlich belegt.
Die links zu den von dir genannten Filmen habe ich mir mit Interesse durchgelesen. Bin ja eher Kunstbanause, weswegen mich das auf dem richtigen Bein erwischen müßte, wenn ich beim nächtlichen Zappen darauf stieße. Aber ob die jemals ins TV geraten, erscheint mir eher zweifelhaft.</description> <content:encoded><![CDATA[<p>@ SF</p><blockquote><p>Ich wüßte nicht, wo ich etwas von einer ?Mehrzahl? geschrieben habe ? da ist natürlich absurd, aber alle Menschen, egal welcher Klasse, die ich kenne sind Menschen. Menschen mit Fehlern, mit guten und mit schlechten Seiten. Menschen, die schon mal den Arbeitgeber oder den Staat bescheißen, Menschen, die nicht bei jeder Handlung einen moralischen Folgencheck machen.</p></blockquote><p> Man schließt bekanntlich gerne von sich auf andere. Ich bin da recht einfach gestrickt, weshalb ich einer Mehrheitsbeobachtung schnell einen höherenBedeutungsgrad zumesse. Das habe ich &#8211; auch schnell, vielleicht vorschnell &#8211; auf dich erstreckt.<br
/> Beispielsweise hat die Mehrzahl der mir untergekommenen Pferdemuttis einen Hang dazu, ihren Gaul für so wichtig zu nehmen, daß dafür die Kinder denn schon mal zurückstecken müssen. Das läßt mich Reitsport pflegende Mütter mit Argwohn betrachten. Immerhin bedarf jedes Pferd eines gewissen Pflegeaufwandes, sodaß mein Verdacht leicht zu untermauern ist.<br
/> Bei Vätern ist eine meiner Beobachtungendergestalt, daß es erstaunlich viele gibt, die ihr Kind irgendwie &#8216;langweilig&#8217; finden, weil es noch nicht den Schraubenschlüssel halten, die Pille kicken oder zu sonstige Männeraktivitäten in der Lage ist. Telweise fliehen sie vor diesem Phänomen in die Arbeit, um dann jedenfalls den Versorgungsauftrag bestehend aus Beschaffung von Konsole, Fernseher fürs Kinderzimmer, neues Fahrrad, Skateboard, PC usw zu bewältigen. Das Nahekommen erfolgt dann erst beim ersten gemeinsam getrunkenen Bier, was aber ca fünfzehn verschenkten Jahren entspricht. Dann erst findet Kommunkation auf Augenhöhe statt.<br
/> Doch nur, weil ich das als mehrheitliches Phänomen wahrnehme, mag es kein bundesweiter Zustand sein. Darüber bin ich mir auch durchaus im Klaren.</p><blockquote><p>Das sage ich auch immer, das sagte mein Vater auch schon und mein Großvater auch und dessen ?und sogar der alte Sokrates hat schon geschrieben ?Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.?</p></blockquote><p> Da habe ich ganz andere Erfahrungen. Die Altvorderen meines Umfeldes haben offen gestaunt, was und wieviel wir in der Schule gelernt haben. sie haben zwar angemäkelt, daß dem Auswendiglernen kein angemessener Raum mehr geboten würde, und daß das Kopfrechnen wohl aus der Mode gekommen sei, aber insgesamt waren sie über die Fülle des Lernstoffes nicht nur erstaunt sondern auch stolz, daß es hier so große Fortschritte zu früher gab.<br
/> Die Revolution der Jugend wurde zwar auch beklagt, aber da sie als aufklärerische Ausformung auch eine Art Beifang des gewachsenen Wissens unter den Jugendlichen darstellten, konnten sich die Weiseren durchaus auch damit abfinden.<br
/> Die zunehmende Verrohung der Sprache und das Abspecken allgemeiner Höflichkeit wurde beklagt, und diese unschönen Tendenzen setzen sich auch so fort, wie du es beschreibst. Auch meine töchter fanden die Sextaner frecher als zu ihrer Sextanerzeit.<br
/> Das Alles differenziert zu betrachten, ist tatsächlich äußerst verwirrend.</p><blockquote><p>Es gibt auch ein Leben abseits des ökonomischen Erfolgs ? ich finde es eher bedenklich, die Frage überhaupt zu stellen. Wir leben in einer Gesellschaft, in der der Jugend nicht mehr alle Türen offenstehen ? das ist bedauerlich, aber nicht eben historisch neu. Die kurze Periode der Chancengleicheit war wohl nur ein Wimpernschlag in der Geschichte.</p></blockquote><p>Mit Sicherheit gibt es ein Leben abseits des ökonomischen Erfolges. Nach meinem Erkenntnisstand finden sich hier sogar die wesentlicheren Werte. Nicht der mp3-player macht uns zum Menschen. doch hat die Agenda2010 die Luft abseits des ökonomischen Erfolges so dünn werden lassen, daß es wenig bis kaum Chancen gibt, sich den darin innewohnenden Möglichkeiten zuzuwenden. &#8220;Niemand soll sich in Armut einnisten können&#8221; war eines der erklärten Ziele dieser Reform.<br
/> Damals als es noch das frisch erfundene BAFöG, ohne Rückgabe und richtig hoch, gab, mußte ein geschickter Unternehmer nur eine neue Halle bauen, einen neuen Trecker anschaffen, seinen Steuerberater dieses richtig in den Büchern platzeren lassen, und schon konnte Sohnemann Höchstsatz BAFöG kassieren. Ob das nun Sozialschmarotzertum auf hohem Niveau ist, oder man für die krampfhaft gepuschte Wirtschaftsförderung dankbar sein soll, will ich gar nicht geklärt wissen. Das BAFöG wieder abzuschaffen, sehe ich als Verbrechen an der Gemeinschaft. Danke, Birne Kohl.</p><p>Bei dem generellen Betrugsvorwurf, der gegen die Abzapfer der Sozialsysteme argumentativ ins Feld geführt wurde, hätte ich erwartet, daß aus 3,2 Millionen Datensätzen eine deutlich höhere Zahl an potentiellen Betrugsfällen herausgepickt werden können. Wenn es aber im Promillbereich liegt, dann finde ich es falsch und boshaft, den generellen Betrugsfall als Hauptargument zur Abschaffung der Privatheit der Armen zu machen.<br
/> Daß die Schadenssumme der Sozialbetrüger von zwei fleißigen Bescheißern aus der obersten Riege locker getopt werden, war bereits vor dieser Untersuchung klar.<br
/> Wenn du jetzt nochmal die neuen Sozialsherifs nimmst, die den Armen aktiv nachstellen (Helena Fürst &#8216;Gnadenlos gerecht&#8217;), dann läßt sich schnell ablesen, daß diese sich an keiner Stelle amortisieren. Wahrscheinlich nicht einmal deren Dienstfahrzeug.<br
/> Die verzweifelte Armenhatz, zu der geblasen wurde, vergiftet eben auch die Gesinnung der nachrückenden Generation. Die von mir so abfällig betrachteten Abiturienten sind zum Großteil komplett auf der Schiene dieser häßlichen Propaganda. Diejenigen, denen das hartz4-Schicksal erspart bleiben wird, werden ihre Tatkraft dann in Lenkungspositionen gegen die vermeintlichen Schädlinge im System, die Ärmsten, richten. Diese unschöne Prophezeiung ist leider mit einer großen Wahrscheinlich belegt.</p><p>Die links zu den von dir genannten Filmen habe ich mir mit Interesse durchgelesen. Bin ja eher Kunstbanause, weswegen mich das auf dem richtigen Bein erwischen müßte, wenn ich beim nächtlichen Zappen darauf stieße. Aber ob die jemals ins TV geraten, erscheint mir eher zweifelhaft.</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>Von: Spiegelfechter</title><link>http://www.spiegelfechter.com/wordpress/449/kampf-um-den-olpreis#comment-31657</link> <dc:creator>Spiegelfechter</dc:creator> <pubDate>Mon, 22 Dec 2008 00:40:00 +0000</pubDate> <guid
isPermaLink="false">http://www.spiegelfechter.com/wordpress/?p=449#comment-31657</guid> <description>@Degnaphata
&lt;blockquote&gt;Sollten sich deine Unterschichtkontakte tatsächlich zur überzeugenden Mehrzahl aus vorsätzlichen Sozialschmarotzern zusammensetzen, dann nehme ich das staunend zur Kenntnis.&lt;/blockquote&gt;
Ich wüßte nicht, wo ich etwas von einer ?Mehrzahl? geschrieben habe ? da ist natürlich absurd, aber alle Menschen, egal welcher Klasse, die ich kenne sind Menschen. Menschen mit Fehlern, mit guten und mit schlechten Seiten. Menschen, die schon mal den Arbeitgeber oder den Staat bescheißen, Menschen, die nicht bei jeder Handlung einen moralischen Folgencheck machen.
&lt;blockquote&gt;Also meine persönliche Statistik belegt auf breiter Front, daß es bitter bergab geht mit der Wissensvermittlung.&lt;/blockquote&gt;
Das sage ich auch immer, das sagte mein Vater auch schon und mein Großvater auch und dessen ?und sogar der alte Sokrates hat schon geschrieben ?Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.?
&lt;blockquote&gt;Zur Ökonomisierung fällt mir noch ein lustiges Detail den Rektor des Gyms betreffend ein. Er ist Autor/Herausgeber des Abi-begleitenden Büchleins mit ?Abiturwissen für Wirtschaft/Politik?, welches zu erwerben für jeden Abiturienten eine Unumgänglichkeit darstellt. Kriegsgewinnler fällt mir dazu ein :-)&lt;/blockquote&gt;
Na da warte mal ab, bis der Filius auf der Uni ist ;-)
&lt;blockquote&gt;Hast du Kinder? Wie motivierst du die?&lt;/blockquote&gt;
Es gibt auch ein Leben abseits des ökonomischen Erfolgs ? ich finde es eher bedenklich, die Frage überhaupt zu stellen. Wir leben in einer Gesellschaft, in der der Jugend nicht mehr alle Türen offenstehen ? das ist bedauerlich, aber nicht eben historisch neu. Die kurze Periode der Chancengleicheit war wohl nur ein Wimpernschlag in der Geschichte.
&lt;blockquote&gt;Die Zahlen habe ich aus dem TV. Während einer Rede vor dem Bundestag verwendete Gregor Gysi diese Zahlen.&lt;/blockquote&gt;
Das hat nichts mit den Zahlen zu tun, sondern mit deren Erhebung und der Intepretation, die zu diesen Zahlen führte. Wenn beispielsweise eine stichprobenartige Erhebung ergibt, dass 1% der Anträge falsch ist, heißt das noch lange nicht, dass nur 1% ?bescheißt? - meine Steuererklärungen waren rein formal auch immer korrekt ;-)
&lt;blockquote&gt;Eigentlich versuchte ich zum Ausdruck zu bringen, daß die Menschen sich besser verhalten würden, wenn man sie nicht so zu Verlierern machte. Schade, daß ich diesbezüglich so mißverständlich vorging.&lt;/blockquote&gt;
Dem mag ich ja auch zustimmen.</description> <content:encoded><![CDATA[<p>@Degnaphata</p><blockquote><p>Sollten sich deine Unterschichtkontakte tatsächlich zur überzeugenden Mehrzahl aus vorsätzlichen Sozialschmarotzern zusammensetzen, dann nehme ich das staunend zur Kenntnis.</p></blockquote><p>Ich wüßte nicht, wo ich etwas von einer ?Mehrzahl? geschrieben habe ? da ist natürlich absurd, aber alle Menschen, egal welcher Klasse, die ich kenne sind Menschen. Menschen mit Fehlern, mit guten und mit schlechten Seiten. Menschen, die schon mal den Arbeitgeber oder den Staat bescheißen, Menschen, die nicht bei jeder Handlung einen moralischen Folgencheck machen.</p><blockquote><p>Also meine persönliche Statistik belegt auf breiter Front, daß es bitter bergab geht mit der Wissensvermittlung.</p></blockquote><p>Das sage ich auch immer, das sagte mein Vater auch schon und mein Großvater auch und dessen ?und sogar der alte Sokrates hat schon geschrieben ?Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.?</p><blockquote><p>Zur Ökonomisierung fällt mir noch ein lustiges Detail den Rektor des Gyms betreffend ein. Er ist Autor/Herausgeber des Abi-begleitenden Büchleins mit ?Abiturwissen für Wirtschaft/Politik?, welches zu erwerben für jeden Abiturienten eine Unumgänglichkeit darstellt. Kriegsgewinnler fällt mir dazu ein :-)</p></blockquote><p>Na da warte mal ab, bis der Filius auf der Uni ist ;-)</p><blockquote><p>Hast du Kinder? Wie motivierst du die?</p></blockquote><p>Es gibt auch ein Leben abseits des ökonomischen Erfolgs ? ich finde es eher bedenklich, die Frage überhaupt zu stellen. Wir leben in einer Gesellschaft, in der der Jugend nicht mehr alle Türen offenstehen ? das ist bedauerlich, aber nicht eben historisch neu. Die kurze Periode der Chancengleicheit war wohl nur ein Wimpernschlag in der Geschichte.</p><blockquote><p>Die Zahlen habe ich aus dem TV. Während einer Rede vor dem Bundestag verwendete Gregor Gysi diese Zahlen.</p></blockquote><p>Das hat nichts mit den Zahlen zu tun, sondern mit deren Erhebung und der Intepretation, die zu diesen Zahlen führte. Wenn beispielsweise eine stichprobenartige Erhebung ergibt, dass 1% der Anträge falsch ist, heißt das noch lange nicht, dass nur 1% ?bescheißt? &#8211; meine Steuererklärungen waren rein formal auch immer korrekt ;-)</p><blockquote><p>Eigentlich versuchte ich zum Ausdruck zu bringen, daß die Menschen sich besser verhalten würden, wenn man sie nicht so zu Verlierern machte. Schade, daß ich diesbezüglich so mißverständlich vorging.</p></blockquote><p>Dem mag ich ja auch zustimmen.</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>Von: Degnaphta</title><link>http://www.spiegelfechter.com/wordpress/449/kampf-um-den-olpreis#comment-31656</link> <dc:creator>Degnaphta</dc:creator> <pubDate>Mon, 22 Dec 2008 00:04:57 +0000</pubDate> <guid
isPermaLink="false">http://www.spiegelfechter.com/wordpress/?p=449#comment-31656</guid> <description>@ SF
Sollten sich deine Unterschichtkontakte tatsächlich zur überzeugenden Mehrzahl aus vorsätzlichen Sozialschmarotzern zusammensetzen, dann nehme ich das staunend zur Kenntnis. Nur weil es meinen persönlichen Beobachtungen widerspricht, kann es dennoch so sein. Das wirst du am Besten einschätzen können.
Auch ich habe etliche Leute im Bekanntenkreis gehabt, die während einer Lebensphase, meist zu Beginn des Berufslebens, eher einen Bogen um Maloche gemacht und sich der never-ending-party verschrieben haben. Meistens endete diese Lebensphase mit dem Wunsch, eine Familie zu gründen, weil endlich &#039;die Richtige&#039; aufgetaucht war. Plötzlich hatten sie einen Job oder sogar ne Ausbildung und wurden emsig wie die Ameisen. Ob sie tatsächlich bis zu diesem Zeitpunkt echte Systemgefährder waren, wage ich zu bezweifeln.
Richtige Familienväter, die auf Arbeitslosigkeit bei gleichzeitiger Schwarzarbeit setzten, gab es zwar auch, aber das waren eher Ausnahmen, die meistens noch ein Alkoholproblem an den Hacken hatten, was die richtige &#039;feste Arbeit&#039; meistens verhinderte. Ob die Alkoholproblematik oder Arbeitsscheue der Einstieg in den Abwärtstrudel bildete, ist nicht zu klären. Doch ist die Anzahl dieser Personengruppe eine verschwindend geringe hier in meinem Umfeld. Wie viele Florida-Rolfs mag es tatsächlich gegeben haben?
Leute, die voller Vorsatz nach einer Kosten-Nutzen-Analyse die soziale Hängematte als ihren Weg wählten, sind mir nie begegnet. Die oben genannten Problemfälle hatten allesamt nicht den nötigen Durchblick, um überhaupt zu solchen Abwägungen fähig zu sein. Die sind da alle irgendwie reingerutscht, ohne daß es ein erkennbares Muster geben würde. Auf der Ehrgeizskala und auch auf der Schlauheitsskala wären sie deutlich im unteren Bereich anzusiedeln. Allerdings gab es auch Einzelfälle, über die gesagt wurde &quot;Der kann was, der will bloß nicht.&quot; Aber die waren keineswegs in der Lage, das Letzte aus den Möglichkeiten des Sozialstaates herauszuholen. Damals gab es noch Leute auf den Ämtern, deren explizite Aufgabe es war, auch denen Klamottengeld, Heizungzuschuß und Wohngeld zu besorgen. Diese Art der amtlichen Hilfe wurde eingestampft. Damals mußten dann jedenfalls die Kinder und die Frau nicht darunter leiden. Heute hängen die mit im Sack, wenn es mit den Anträgen nicht so klappt. Angesichts extra mit der Verfolgung der Betrüger Betrauten, die ja auch Steuergelder kosten, wird jetzt also an den Kindern gespart. Das wirst du doch nicht als notwendige oder gar begrüßenswerte Entwicklung bezeichnen.
Daß es bei der Zusammenlegung von ALG2 und Sozialhilfe Staatskassen entlastende Synergien gibt, will ich gar nicht in Abrede stellen. Doch daß die Begleiterscheinungen wie Änderung der Zumutbarkeit und Bestrafung von Zuverdienst eine schwere Störung des sozialen Gefüges herbeiführen, hat nichts mit der Umstrukturierung von staatlichen Transferkassen zu tun. Da gibt es keinerlei zwingenden Zusammenhänge.
Erst recht diese Einführung des modernen Untermenschen, den zuhause festgeketteten u25ern, ist Sprengstoff für jeden Familienverband. Ich kenne keine betroffene Familie, die in der Lage ist, das irgendwie abzufangen.
&lt;blockquote&gt;a) Deine ?Behauptung? steht in keinem Widerspruch zu meinen Kommentaren ? es geht hier doch nicht um eine Bewertung der sozialen Mobilität sondern um eine Bestandsaufnahme von sozialem Verhalten in den verschiedenen Klassen.&lt;/blockquote&gt; Der von mir so bejammerte Jahrgang zählt ca 100 Leute. Zwei von denen waren bekennende hartzianer, zwei Weitere schwiegen weise. Die anderen beiden waren keine Fahrschüler, die den Bus selber bezahlen mußten. Ich habe, obwohl es den Finanzinfarkt beschleunigte, das Busgeld für drei Kinder rausgerückt. Zusammen mit der Abtracht für das Haus ging dabei der für mich zählende Anteil unserer Bezüge zu 90% drauf.
Der Anteil der richtig Betuchten im Jahrgang dürfte etwa 10 bis 20% des Jahrganges ausmachen, wobei die in unserer äußerst provinziellen Ecke richtig Betuchten im Bundesvergleich auch eher bestenfalls der gehobenen Mittelschicht zuzurechnen wären. Die Meinungsführerschaft zeichnete sich durch Aussagen aus wie &quot;Die Ausländer nehmen uns die Arbeitspläte weg!&quot; &quot;Arbeitslose sind nur zu faul!&quot; &quot;Die bluten unsere Staatskasse aus!&quot; und unter Alkoholeinfluß wurden auch Vermehrungsverbote für Arme, &#039;Alle in die Minen&#039; oder schlichtes Verhungern lassen als Lösungswege propagiert. Die haben vor keinem noch so häßlichen Klischee halt gemacht, was auch ein schreckliches Bild auf die Erziehungsgrundsätze und Leitlinien der Elternschaft meiner Generation wirft, wobei es da auch mildernde Umstände durch Systemfehler geben mag. Es geht mir also keineswegs um soziale Migration sondern um eine Betrachtung des Gemeinschaftssinns.
&quot;In jeder normalen Familie sollten doch 20? für einen Theaterbesuch vorhanden sein.&quot; postulierte ein unbedachter oder abgefeimter Lehrer. Hat er keine Kinder? Egal, er hat es gesagt. Was sollen jetzt diejenigen in der Klasse denken oder gar sagen, in denen ein solcher Betrag nur unter schwerwiegenden Verschiebungen im Budget oder eben gar nicht zur Verfügung steht? Fördert das Gemeinschaftlichkeit, die ja ein Fundament des Staatsgefüges darstellt? Meines Erachtens wird hier Gemeinschaftlichkeit gezielt untergraben. Welchen Nutzen haben die Beteiligten aller Ebenen davon?
&lt;blockquote&gt;b) Ich bezweifele grundsätzlich die Richtigkeit Deiner ?Behauptung? ? die selbe Leier gibt es schon so lange, wie es Schulen gibt. Ich kenne den Lehrplan einiger Gymnasien und sehe da keine ?Ökonomisierung? ? teilweise erkenne ich sogar das Gegenteil, wenn ich die Inhalte mit denen aus meinen Schultagen vergleiche. Aber da werden wir wohl nie auf einen grünen Nenner kommen. Wer einen Hammer in der Hand hat, sieht überall Nägel&lt;/blockquote&gt;Ist das Zentralabitur noch nicht bis zu euch durchgedrungen? Hier hat es diesjährig erstmalig zugeschlagen. Über die Deutsck-Prüflinge kann man jetzt sagen:&quot;Die wissen was von Büchners Woyzek, Christa Wolfs Medea, Brechts Exilliteratur sowie &#039;Vom Sinn und Nutzen beim Umgang mit Literatur&#039;. Das war&#039;s auch schon&quot; Das waren die vier möglichen Themen von der dänischen Grenze soweit wie das Verbreitungsgebiet des Zentralabiturs halt reicht. Aus die Maus. Vorher hätte es eine wesentlich buntere Mischung aus Deutschkundigen gegeben. Mir erscheint die Buntheit als ein Vorteil für die gesamte Gesellschaft.
Bei den Englisch-Prüflingen gab es nur zwei Themen.
Zugegeben, ich selber habe diese abgeprüfte Reife nicht erlangt (War so dämlich wie mein Sohn jetzt), aber dennoch habe ich immer darüber gestaunt, wie wenig die Kinder heutzutage lernen. Außer in Bio oder Chemie, wo eine noch tiefere Darstellung der Details mein Wissen ganz klar übersteigen, habe ich immer nur über das erkennbar sinkende Niveau gestaunt. War zu meiner Zeit der Milchsäurezyklus das Ende der Fahnenstange in Bio, geht es heute noch weiter ins Eingemachte. Doch das sind nur zwei Fächer. Bei allen anderen geht es in die andere Richtung. Ob das daran liegt, daß die Schule als zweitgrößtes Gym im Bundesland nicht besser zu organisieren ist, oder ob es am Bundesland selber liegt, entzieht sich meiner Kenntnis.
Doch auch die vielfältige Begegnung mit studentischen Hilfskräften bei meiner letzten Arbeitsstelle hatte bereits diesen Verdacht aufgeworfen. Meine Güte, die haben doch Abitur. Was lernt man bloß in der Schule, fragte ich mich häufig.
Also meine persönliche Statistik belegt auf breiter Front, daß es bitter bergab geht mit der Wissensvermittlung.
Mein Jüngster ist volles Rohr in den Scheidungstrubel geraten während der schulartentscheidenden Zeit, sodaß er jetzt nicht am Gym in der lokalen Metropole sondern im Nachbardorf an einer Haupt- und Realschule ist, an der gemeinsamer Unterricht beider Schularten experimentell durchgeführt wird. Es ist in der 8ten Klasse und sie bekommen immer noch Arbeitsbögen mit Bildergeschichten vorgelegt, als wären sie in der Dritten. Frühere Hauptschüler waren meistens zumindest bis zum kaufmännischen Rechnen für einen Kaufmannsgehilfenbrief sattelfest. Da liegen Welten zwischen.
Zur Ökonomisierung fällt mir noch ein lustiges Detail den Rektor des Gyms betreffend ein. Er ist Autor/Herausgeber des Abi-begleitenden Büchleins mit &#039;Abiturwissen für Wirtschaft/Politik&#039;, welches zu erwerben für jeden Abiturienten eine Unumgänglichkeit darstellt. Kriegsgewinnler fällt mir dazu ein :-)
Er läßt seine WiPo-LKler übrigens irgendeinen Quatsch von Adam Smith auswendig lernen, und seine Schüler schwören Stein und Bein, daß keiner, der nicht bei ihm Unterricht gehabt hätte, fähig sei, eine ernsthafte Beurteilung der deutschen Parteienlandschaft vorzunehmen. Damit blocken sie dann Diskussionen, die nicht in ihrem Sinne verlaufen. Von ca 66 Teilnehmern an den im besagten Schandbuch aufgeführten Umfragen wählen zehn FDP, womit sie die stärkste Fraktion bilden. Die überwiegende Mehrzahl bekennt sich unpolitisch. Der Rektor ist übrigens bekennder FDPler. Naja, kann natürlich auch Alles purer Zufall sein.
Diese Abibücher und den darin vorherrschenden Ton verfolge ich bereits seit über zehn Jahren. Meine angeführte Abwärtstendenz ist absolut ersichtlich, was mir auch im Gespräch mit anderen Eltern bestätigt wird.
&lt;blockquote&gt;Ach herrjeh, mir kommen die Tränen. &lt;/blockquote&gt; Hast du Kinder? Wie motivierst du die?
&lt;blockquote&gt;Glaub keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast. Du willst doch nicht ernsthaft eine negative Korrelation zwischen sozialem Status und sozialem Benehmen konstruieren?&lt;/blockquote&gt; Die Zahlen habe ich aus dem TV. Während einer Rede vor dem Bundestag verwendete Gregor Gysi diese Zahlen. Ich unterstelle, daß sich irgendwo beim statistischen Bundesamt der Nachweis für Korrektheit finden ließe, da ich Herrn Gysi schlichtweg nicht zutraue, mit manipulierten Zahlen vor das hohe Haus zu treten. Die würden ihm ansonsten wie Keulen um die Ohren geschlagen.
Gab es vor drei, vier Dekaden zwar auch gewaltbereite Jugendliche, handelte es sich jedoch nicht um eine das Nachtleben prägendes Phänomen. Da waren die Bauerndiskos, die man als Gewaltverächter lieber mied. Da waren &#039;die Rocker&#039;, die lästig bis ätzend mal hier und dort aufschlugen. Ein nächtlicher Spaziergang durch die Metropole war irgendwie kein Ding - keiner besonderen Erwähnung würdig, auch wenn es punktuell mal zu Zwischenfällen kam. Diese Metropole hat man zügigen Schrittes in weniger als einer Stunde von Nord nach Süd durchmessen.
In den 90ern wandelte sich das jedoch in für die Bewohner unangenehmer Weise. Teilweise nach ethnischen Kriterien sortiert marodierten unterschiedliche Gängs durch das bis dahin eher friedliche Städtchen. Nun machten Hiphoper, Russen, Türken, Nazis, Albaner und Metler (die früheren Rocker?) die Straßen unsicher, sodaß gegenseitige Besuche von nicht diesen Gruppierungen angehörenden Jugendlichen für die besorgten Eltern zum logistischen Problem wurde. Wenn man anbietet, auf Anruf den Fahrmax zu machen, muß das Feierabendbier wegfallen. Allein kann man den Nachwuchs aber auch nicht nach Haus gehen lassen. Der Königsweg war denn das auswärts Schlafen, womit der vielfältig mißbrauchte Betrugsweg des gefakten gegenseitigen Besuchs als Schlupfloch aus der elterlichen Behütung eröffnet wurde. Daß so häufig Aufgegriffene von der Polizei heimgeleitet wurden, gab es früher nicht, obwohl damals die Zahl der Jugendlichen größer war - und auch die Zahl der Polizisten.
Die verschiedenen Gangs gaben sich gegenseitig eifrig auf die Glocke, was denn ja auch irgendwie ihre Sache ist. Doch die Jungs hier aus meinem Dorf oder auch die aus anderen der umlegenden Dörfer waren erstens nicht primär für Prügeleien in die City gekommen, sondern um Kino oder Partys zu besuchen. Und sie waren immer in der Minderheit. Und wenn du dann dein Taschengeld rausrücken mußt, ist der Abend irgendwie scheiße gelaufen.
Die Übeltäter wären sicherlich nicht so eifrig und zahlreich, wenn sie mehr Unterstützung seitens des Elternhaus gehabt hätten. Damit meine ich sowohl mehr Taschengeld als auch mehr Eltern-Kind-Beziehung. Doch die Elternschaft war meistens zu beschäftigt der Knete hinterherzulaufen. Die einen aus purer Notwendigkeit. Die Anderen, weil sie ihren aktuellen Rang durch Einsatz zu erhalten versuchten - also auch Notwendigkeit. Denn auch wer einen Job hat, der ihm ganz gutes Geld bringt, sodaß zumindest die Taschengeldunterstützung stimmt, muß mit Überstunden oder als Freiberufler oder Selbstständiger durch lange Tage seinen Stand sichern. Niemals hatte ich so wenig Zeit für meine Kinder wie in den Phasen des kommerziellen Erfolges. Nicht mal am Wochendende konnte ich die Ausflüge oder das sonstige Familienprogramm mitmachen, weil ich mich entweder erholen, oder aber meine Fachkenntnis durch autodidaktische Studien auf der Höhe der Zeit halten mußte. Ich glaube kaum, daß ich da eine granatenmäßige Ausnahme bildete, sondern schätze, daß nur wenige Berufe heutzutage echten Feierabend garantieren können - zu Zeiten, in denen die Kinder noch nicht schlafen. Die ganze Kutscherei kommt als Zeitfresser ja nochmal dazu. Zwei Stunden am Tag dürfte sicherlich normal oder gar wenig sein. in zwei Stunden kann man aber einen Haufen schnacken mit dem Nachwuchs.
So, wann findet jetzt das Familienleben statt, in welchem man den Kleinen gut und böse oder richtig und falsch erklärt? Ein &#039;das ist eben so. geht doch allen so&#039; wird als Antwort nicht akzeptiert, sondern bezeugt die Zerbröselung unserer Gesellschaft nur um so stärker.
Nochmal unumwunden: Ja, der Druck auf die monetär untersten Schichten verstärkt die Tendenzen zu asozialem respektive antisozialem Verhalten. Die Bewegung erzeugt einen unguten Sog, der auch die monetär nicht so in Schwierigkeiten steckenden Gleichaltrigen gefährdet, da denen der nichtmonetäre Teil des Familienlebens unangemessen beschränkt wird, sodaß sie anfälliger sind, als sie es sein müßten.
Eine schwere gesamtgesellschaftliche Schieflage, die noch schwierige Situationen für die Zukunft bedeutet.
&lt;blockquote&gt;Natürlich nicht ? die Gesellschaft ist ungerecht. Das wissen wir beide und da gibt es keinen Widerspruch. Dennoch macht die Verlierer nicht zu besseren Menschen.
Wirklich? Was Du machst ist nichts anders als positive Diskriminierung von sozial Schwachen. Mit Humanismus hat das gar nichts zu tun.&lt;/blockquote&gt; An welcher Stelle ich die Verlierer zu besseren Menschen mache, ist mir nicht recht klar.
Eigentlich versuchte ich zum Ausdruck zu bringen, daß die Menschen sich besser verhalten würden, wenn man sie nicht so zu Verlierern machte. Schade, daß ich diesbezüglich so mißverständlich vorging.
Für mich ist das eine recht einleuchtende Angelegenheit. Wenn ich jemanden wie Dreck behandel, wird er sich irgendwann wie Dreck benehmen.
Natürlich sehe ich auch, daß ich damit rechnen muß, daß wenn ich einen nett behandel, er sich trotzdem wie Dreck benimmt. Doch ist die dann eher positive Grundstimmung, aus der heraus ich handel, eine wesentlich fruchtbarere Ausgangssituation für die Lösung des Problems, als wenn ich von vornherein mit schwarzen Gedanken und gewetzter Klinge loslege.</description> <content:encoded><![CDATA[<p>@ SF<br
/> Sollten sich deine Unterschichtkontakte tatsächlich zur überzeugenden Mehrzahl aus vorsätzlichen Sozialschmarotzern zusammensetzen, dann nehme ich das staunend zur Kenntnis. Nur weil es meinen persönlichen Beobachtungen widerspricht, kann es dennoch so sein. Das wirst du am Besten einschätzen können.<br
/> Auch ich habe etliche Leute im Bekanntenkreis gehabt, die während einer Lebensphase, meist zu Beginn des Berufslebens, eher einen Bogen um Maloche gemacht und sich der never-ending-party verschrieben haben. Meistens endete diese Lebensphase mit dem Wunsch, eine Familie zu gründen, weil endlich &#8216;die Richtige&#8217; aufgetaucht war. Plötzlich hatten sie einen Job oder sogar ne Ausbildung und wurden emsig wie die Ameisen. Ob sie tatsächlich bis zu diesem Zeitpunkt echte Systemgefährder waren, wage ich zu bezweifeln.<br
/> Richtige Familienväter, die auf Arbeitslosigkeit bei gleichzeitiger Schwarzarbeit setzten, gab es zwar auch, aber das waren eher Ausnahmen, die meistens noch ein Alkoholproblem an den Hacken hatten, was die richtige &#8216;feste Arbeit&#8217; meistens verhinderte. Ob die Alkoholproblematik oder Arbeitsscheue der Einstieg in den Abwärtstrudel bildete, ist nicht zu klären. Doch ist die Anzahl dieser Personengruppe eine verschwindend geringe hier in meinem Umfeld. Wie viele Florida-Rolfs mag es tatsächlich gegeben haben?<br
/> Leute, die voller Vorsatz nach einer Kosten-Nutzen-Analyse die soziale Hängematte als ihren Weg wählten, sind mir nie begegnet. Die oben genannten Problemfälle hatten allesamt nicht den nötigen Durchblick, um überhaupt zu solchen Abwägungen fähig zu sein. Die sind da alle irgendwie reingerutscht, ohne daß es ein erkennbares Muster geben würde. Auf der Ehrgeizskala und auch auf der Schlauheitsskala wären sie deutlich im unteren Bereich anzusiedeln. Allerdings gab es auch Einzelfälle, über die gesagt wurde &#8220;Der kann was, der will bloß nicht.&#8221; Aber die waren keineswegs in der Lage, das Letzte aus den Möglichkeiten des Sozialstaates herauszuholen. Damals gab es noch Leute auf den Ämtern, deren explizite Aufgabe es war, auch denen Klamottengeld, Heizungzuschuß und Wohngeld zu besorgen. Diese Art der amtlichen Hilfe wurde eingestampft. Damals mußten dann jedenfalls die Kinder und die Frau nicht darunter leiden. Heute hängen die mit im Sack, wenn es mit den Anträgen nicht so klappt. Angesichts extra mit der Verfolgung der Betrüger Betrauten, die ja auch Steuergelder kosten, wird jetzt also an den Kindern gespart. Das wirst du doch nicht als notwendige oder gar begrüßenswerte Entwicklung bezeichnen.<br
/> Daß es bei der Zusammenlegung von ALG2 und Sozialhilfe Staatskassen entlastende Synergien gibt, will ich gar nicht in Abrede stellen. Doch daß die Begleiterscheinungen wie Änderung der Zumutbarkeit und Bestrafung von Zuverdienst eine schwere Störung des sozialen Gefüges herbeiführen, hat nichts mit der Umstrukturierung von staatlichen Transferkassen zu tun. Da gibt es keinerlei zwingenden Zusammenhänge.<br
/> Erst recht diese Einführung des modernen Untermenschen, den zuhause festgeketteten u25ern, ist Sprengstoff für jeden Familienverband. Ich kenne keine betroffene Familie, die in der Lage ist, das irgendwie abzufangen.</p><blockquote><p>a) Deine ?Behauptung? steht in keinem Widerspruch zu meinen Kommentaren ? es geht hier doch nicht um eine Bewertung der sozialen Mobilität sondern um eine Bestandsaufnahme von sozialem Verhalten in den verschiedenen Klassen.</p></blockquote><p> Der von mir so bejammerte Jahrgang zählt ca 100 Leute. Zwei von denen waren bekennende hartzianer, zwei Weitere schwiegen weise. Die anderen beiden waren keine Fahrschüler, die den Bus selber bezahlen mußten. Ich habe, obwohl es den Finanzinfarkt beschleunigte, das Busgeld für drei Kinder rausgerückt. Zusammen mit der Abtracht für das Haus ging dabei der für mich zählende Anteil unserer Bezüge zu 90% drauf.<br
/> Der Anteil der richtig Betuchten im Jahrgang dürfte etwa 10 bis 20% des Jahrganges ausmachen, wobei die in unserer äußerst provinziellen Ecke richtig Betuchten im Bundesvergleich auch eher bestenfalls der gehobenen Mittelschicht zuzurechnen wären. Die Meinungsführerschaft zeichnete sich durch Aussagen aus wie &#8220;Die Ausländer nehmen uns die Arbeitspläte weg!&#8221; &#8220;Arbeitslose sind nur zu faul!&#8221; &#8220;Die bluten unsere Staatskasse aus!&#8221; und unter Alkoholeinfluß wurden auch Vermehrungsverbote für Arme, &#8216;Alle in die Minen&#8217; oder schlichtes Verhungern lassen als Lösungswege propagiert. Die haben vor keinem noch so häßlichen Klischee halt gemacht, was auch ein schreckliches Bild auf die Erziehungsgrundsätze und Leitlinien der Elternschaft meiner Generation wirft, wobei es da auch mildernde Umstände durch Systemfehler geben mag. Es geht mir also keineswegs um soziale Migration sondern um eine Betrachtung des Gemeinschaftssinns.<br
/> &#8220;In jeder normalen Familie sollten doch 20? für einen Theaterbesuch vorhanden sein.&#8221; postulierte ein unbedachter oder abgefeimter Lehrer. Hat er keine Kinder? Egal, er hat es gesagt. Was sollen jetzt diejenigen in der Klasse denken oder gar sagen, in denen ein solcher Betrag nur unter schwerwiegenden Verschiebungen im Budget oder eben gar nicht zur Verfügung steht? Fördert das Gemeinschaftlichkeit, die ja ein Fundament des Staatsgefüges darstellt? Meines Erachtens wird hier Gemeinschaftlichkeit gezielt untergraben. Welchen Nutzen haben die Beteiligten aller Ebenen davon?</p><blockquote><p>b) Ich bezweifele grundsätzlich die Richtigkeit Deiner ?Behauptung? ? die selbe Leier gibt es schon so lange, wie es Schulen gibt. Ich kenne den Lehrplan einiger Gymnasien und sehe da keine ?Ökonomisierung? ? teilweise erkenne ich sogar das Gegenteil, wenn ich die Inhalte mit denen aus meinen Schultagen vergleiche. Aber da werden wir wohl nie auf einen grünen Nenner kommen. Wer einen Hammer in der Hand hat, sieht überall Nägel</p></blockquote><p>Ist das Zentralabitur noch nicht bis zu euch durchgedrungen? Hier hat es diesjährig erstmalig zugeschlagen. Über die Deutsck-Prüflinge kann man jetzt sagen:&#8221;Die wissen was von Büchners Woyzek, Christa Wolfs Medea, Brechts Exilliteratur sowie &#8216;Vom Sinn und Nutzen beim Umgang mit Literatur&#8217;. Das war&#8217;s auch schon&#8221; Das waren die vier möglichen Themen von der dänischen Grenze soweit wie das Verbreitungsgebiet des Zentralabiturs halt reicht. Aus die Maus. Vorher hätte es eine wesentlich buntere Mischung aus Deutschkundigen gegeben. Mir erscheint die Buntheit als ein Vorteil für die gesamte Gesellschaft.<br
/> Bei den Englisch-Prüflingen gab es nur zwei Themen.<br
/> Zugegeben, ich selber habe diese abgeprüfte Reife nicht erlangt (War so dämlich wie mein Sohn jetzt), aber dennoch habe ich immer darüber gestaunt, wie wenig die Kinder heutzutage lernen. Außer in Bio oder Chemie, wo eine noch tiefere Darstellung der Details mein Wissen ganz klar übersteigen, habe ich immer nur über das erkennbar sinkende Niveau gestaunt. War zu meiner Zeit der Milchsäurezyklus das Ende der Fahnenstange in Bio, geht es heute noch weiter ins Eingemachte. Doch das sind nur zwei Fächer. Bei allen anderen geht es in die andere Richtung. Ob das daran liegt, daß die Schule als zweitgrößtes Gym im Bundesland nicht besser zu organisieren ist, oder ob es am Bundesland selber liegt, entzieht sich meiner Kenntnis.<br
/> Doch auch die vielfältige Begegnung mit studentischen Hilfskräften bei meiner letzten Arbeitsstelle hatte bereits diesen Verdacht aufgeworfen. Meine Güte, die haben doch Abitur. Was lernt man bloß in der Schule, fragte ich mich häufig.<br
/> Also meine persönliche Statistik belegt auf breiter Front, daß es bitter bergab geht mit der Wissensvermittlung.<br
/> Mein Jüngster ist volles Rohr in den Scheidungstrubel geraten während der schulartentscheidenden Zeit, sodaß er jetzt nicht am Gym in der lokalen Metropole sondern im Nachbardorf an einer Haupt- und Realschule ist, an der gemeinsamer Unterricht beider Schularten experimentell durchgeführt wird. Es ist in der 8ten Klasse und sie bekommen immer noch Arbeitsbögen mit Bildergeschichten vorgelegt, als wären sie in der Dritten. Frühere Hauptschüler waren meistens zumindest bis zum kaufmännischen Rechnen für einen Kaufmannsgehilfenbrief sattelfest. Da liegen Welten zwischen.<br
/> Zur Ökonomisierung fällt mir noch ein lustiges Detail den Rektor des Gyms betreffend ein. Er ist Autor/Herausgeber des Abi-begleitenden Büchleins mit &#8216;Abiturwissen für Wirtschaft/Politik&#8217;, welches zu erwerben für jeden Abiturienten eine Unumgänglichkeit darstellt. Kriegsgewinnler fällt mir dazu ein :-)<br
/> Er läßt seine WiPo-LKler übrigens irgendeinen Quatsch von Adam Smith auswendig lernen, und seine Schüler schwören Stein und Bein, daß keiner, der nicht bei ihm Unterricht gehabt hätte, fähig sei, eine ernsthafte Beurteilung der deutschen Parteienlandschaft vorzunehmen. Damit blocken sie dann Diskussionen, die nicht in ihrem Sinne verlaufen. Von ca 66 Teilnehmern an den im besagten Schandbuch aufgeführten Umfragen wählen zehn FDP, womit sie die stärkste Fraktion bilden. Die überwiegende Mehrzahl bekennt sich unpolitisch. Der Rektor ist übrigens bekennder FDPler. Naja, kann natürlich auch Alles purer Zufall sein.<br
/> Diese Abibücher und den darin vorherrschenden Ton verfolge ich bereits seit über zehn Jahren. Meine angeführte Abwärtstendenz ist absolut ersichtlich, was mir auch im Gespräch mit anderen Eltern bestätigt wird.</p><blockquote><p>Ach herrjeh, mir kommen die Tränen.</p></blockquote><p> Hast du Kinder? Wie motivierst du die?</p><blockquote><p>Glaub keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast. Du willst doch nicht ernsthaft eine negative Korrelation zwischen sozialem Status und sozialem Benehmen konstruieren?</p></blockquote><p> Die Zahlen habe ich aus dem TV. Während einer Rede vor dem Bundestag verwendete Gregor Gysi diese Zahlen. Ich unterstelle, daß sich irgendwo beim statistischen Bundesamt der Nachweis für Korrektheit finden ließe, da ich Herrn Gysi schlichtweg nicht zutraue, mit manipulierten Zahlen vor das hohe Haus zu treten. Die würden ihm ansonsten wie Keulen um die Ohren geschlagen.<br
/> Gab es vor drei, vier Dekaden zwar auch gewaltbereite Jugendliche, handelte es sich jedoch nicht um eine das Nachtleben prägendes Phänomen. Da waren die Bauerndiskos, die man als Gewaltverächter lieber mied. Da waren &#8216;die Rocker&#8217;, die lästig bis ätzend mal hier und dort aufschlugen. Ein nächtlicher Spaziergang durch die Metropole war irgendwie kein Ding &#8211; keiner besonderen Erwähnung würdig, auch wenn es punktuell mal zu Zwischenfällen kam. Diese Metropole hat man zügigen Schrittes in weniger als einer Stunde von Nord nach Süd durchmessen.<br
/> In den 90ern wandelte sich das jedoch in für die Bewohner unangenehmer Weise. Teilweise nach ethnischen Kriterien sortiert marodierten unterschiedliche Gängs durch das bis dahin eher friedliche Städtchen. Nun machten Hiphoper, Russen, Türken, Nazis, Albaner und Metler (die früheren Rocker?) die Straßen unsicher, sodaß gegenseitige Besuche von nicht diesen Gruppierungen angehörenden Jugendlichen für die besorgten Eltern zum logistischen Problem wurde. Wenn man anbietet, auf Anruf den Fahrmax zu machen, muß das Feierabendbier wegfallen. Allein kann man den Nachwuchs aber auch nicht nach Haus gehen lassen. Der Königsweg war denn das auswärts Schlafen, womit der vielfältig mißbrauchte Betrugsweg des gefakten gegenseitigen Besuchs als Schlupfloch aus der elterlichen Behütung eröffnet wurde. Daß so häufig Aufgegriffene von der Polizei heimgeleitet wurden, gab es früher nicht, obwohl damals die Zahl der Jugendlichen größer war &#8211; und auch die Zahl der Polizisten.<br
/> Die verschiedenen Gangs gaben sich gegenseitig eifrig auf die Glocke, was denn ja auch irgendwie ihre Sache ist. Doch die Jungs hier aus meinem Dorf oder auch die aus anderen der umlegenden Dörfer waren erstens nicht primär für Prügeleien in die City gekommen, sondern um Kino oder Partys zu besuchen. Und sie waren immer in der Minderheit. Und wenn du dann dein Taschengeld rausrücken mußt, ist der Abend irgendwie scheiße gelaufen.<br
/> Die Übeltäter wären sicherlich nicht so eifrig und zahlreich, wenn sie mehr Unterstützung seitens des Elternhaus gehabt hätten. Damit meine ich sowohl mehr Taschengeld als auch mehr Eltern-Kind-Beziehung. Doch die Elternschaft war meistens zu beschäftigt der Knete hinterherzulaufen. Die einen aus purer Notwendigkeit. Die Anderen, weil sie ihren aktuellen Rang durch Einsatz zu erhalten versuchten &#8211; also auch Notwendigkeit. Denn auch wer einen Job hat, der ihm ganz gutes Geld bringt, sodaß zumindest die Taschengeldunterstützung stimmt, muß mit Überstunden oder als Freiberufler oder Selbstständiger durch lange Tage seinen Stand sichern. Niemals hatte ich so wenig Zeit für meine Kinder wie in den Phasen des kommerziellen Erfolges. Nicht mal am Wochendende konnte ich die Ausflüge oder das sonstige Familienprogramm mitmachen, weil ich mich entweder erholen, oder aber meine Fachkenntnis durch autodidaktische Studien auf der Höhe der Zeit halten mußte. Ich glaube kaum, daß ich da eine granatenmäßige Ausnahme bildete, sondern schätze, daß nur wenige Berufe heutzutage echten Feierabend garantieren können &#8211; zu Zeiten, in denen die Kinder noch nicht schlafen. Die ganze Kutscherei kommt als Zeitfresser ja nochmal dazu. Zwei Stunden am Tag dürfte sicherlich normal oder gar wenig sein. in zwei Stunden kann man aber einen Haufen schnacken mit dem Nachwuchs.<br
/> So, wann findet jetzt das Familienleben statt, in welchem man den Kleinen gut und böse oder richtig und falsch erklärt? Ein &#8216;das ist eben so. geht doch allen so&#8217; wird als Antwort nicht akzeptiert, sondern bezeugt die Zerbröselung unserer Gesellschaft nur um so stärker.<br
/> Nochmal unumwunden: Ja, der Druck auf die monetär untersten Schichten verstärkt die Tendenzen zu asozialem respektive antisozialem Verhalten. Die Bewegung erzeugt einen unguten Sog, der auch die monetär nicht so in Schwierigkeiten steckenden Gleichaltrigen gefährdet, da denen der nichtmonetäre Teil des Familienlebens unangemessen beschränkt wird, sodaß sie anfälliger sind, als sie es sein müßten.<br
/> Eine schwere gesamtgesellschaftliche Schieflage, die noch schwierige Situationen für die Zukunft bedeutet.</p><blockquote><p>Natürlich nicht ? die Gesellschaft ist ungerecht. Das wissen wir beide und da gibt es keinen Widerspruch. Dennoch macht die Verlierer nicht zu besseren Menschen.</p><p>Wirklich? Was Du machst ist nichts anders als positive Diskriminierung von sozial Schwachen. Mit Humanismus hat das gar nichts zu tun.</p></blockquote><p> An welcher Stelle ich die Verlierer zu besseren Menschen mache, ist mir nicht recht klar.<br
/> Eigentlich versuchte ich zum Ausdruck zu bringen, daß die Menschen sich besser verhalten würden, wenn man sie nicht so zu Verlierern machte. Schade, daß ich diesbezüglich so mißverständlich vorging.<br
/> Für mich ist das eine recht einleuchtende Angelegenheit. Wenn ich jemanden wie Dreck behandel, wird er sich irgendwann wie Dreck benehmen.<br
/> Natürlich sehe ich auch, daß ich damit rechnen muß, daß wenn ich einen nett behandel, er sich trotzdem wie Dreck benimmt. Doch ist die dann eher positive Grundstimmung, aus der heraus ich handel, eine wesentlich fruchtbarere Ausgangssituation für die Lösung des Problems, als wenn ich von vornherein mit schwarzen Gedanken und gewetzter Klinge loslege.</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>Von: Steve</title><link>http://www.spiegelfechter.com/wordpress/449/kampf-um-den-olpreis#comment-31634</link> <dc:creator>Steve</dc:creator> <pubDate>Sun, 21 Dec 2008 20:28:37 +0000</pubDate> <guid
isPermaLink="false">http://www.spiegelfechter.com/wordpress/?p=449#comment-31634</guid> <description>@19 DAS kann aber auch nicht die Lösung sein. Wie viel Demokratie wirklich herrscht, wenn einer an der Macht ist, erkennt man an unserer Regierung. Ich glaube nicht, dass es wirklich jemanden gibt, der das Ganze tatsächlich fair bestimmen könnte. Eher ist es so, dass Angebot und Nachfrage sich gegenseitig bestimmen müssen. Dass der Preis steigt, wenn die Nachfrage steigt, ist klar. Deshalb sollten wir mehr auf Autos mit geringem Verbrauch und auf generell andere Arten von Heizung und Co. achten, um die Nachfrage zu senken und den Preis so auch dauerhaft auf einem erträglichen Niveau zu halten.</description> <content:encoded><![CDATA[<p>@19 DAS kann aber auch nicht die Lösung sein. Wie viel Demokratie wirklich herrscht, wenn einer an der Macht ist, erkennt man an unserer Regierung. Ich glaube nicht, dass es wirklich jemanden gibt, der das Ganze tatsächlich fair bestimmen könnte. Eher ist es so, dass Angebot und Nachfrage sich gegenseitig bestimmen müssen. Dass der Preis steigt, wenn die Nachfrage steigt, ist klar. Deshalb sollten wir mehr auf Autos mit geringem Verbrauch und auf generell andere Arten von Heizung und Co. achten, um die Nachfrage zu senken und den Preis so auch dauerhaft auf einem erträglichen Niveau zu halten.</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>Von: Spiegelfechter</title><link>http://www.spiegelfechter.com/wordpress/449/kampf-um-den-olpreis#comment-31624</link> <dc:creator>Spiegelfechter</dc:creator> <pubDate>Sun, 21 Dec 2008 19:39:10 +0000</pubDate> <guid
isPermaLink="false">http://www.spiegelfechter.com/wordpress/?p=449#comment-31624</guid> <description>@Degnaphata
&lt;blockquote&gt;Du scheinst wenig oder gar keine Verbindung in die untersten Schichten zu haben, sonst würdest du wahrscheinich doch zu anderen Schlüssen kommen. &lt;/blockquote&gt;
Da täuschst Du Dich aber gewaltig
&lt;blockquote&gt;Meine Behauptung, das System würde die übelkübel nach oben spülen, untermauere ich folgendermaßen. Der output des Abi08-Jahrganges des lokalen Gyms hier beinhaltet zu ca 80% ?ethikbefreite Moralkrüppel?, die scheinbar gezielt durch Indoktrinierung durch die Schule ?produziert? wurden. &lt;/blockquote&gt;
a)	Deine ?Behauptung? steht in keinem Widerspruch zu meinen Kommentaren ? es geht hier doch nicht um eine Bewertung der sozialen Mobilität sondern um eine Bestandsaufnahme von sozialem Verhalten in den verschiedenen Klassen.
b)	Ich bezweifele grundsätzlich die Richtigkeit Deiner ?Behauptung? ? die selbe Leier gibt es schon so lange, wie es Schulen gibt. Ich kenne den Lehrplan einiger Gymnasien und sehe da keine ?Ökonomisierung? ? teilweise erkenne ich sogar das Gegenteil, wenn ich die Inhalte mit denen aus meinen Schultagen vergleiche. Aber da werden wir wohl nie auf einen grünen Nenner kommen. Wer einen Hammer in der Hand hat, sieht überall Nägel
&lt;blockquote&gt;Von mir hat dieses Machwerk die Bezeichnung ?Schandbuch? erhalten, da es leider nur belegt, wie unreif diese Reifegeprüften tatsächlich sind - und die sind die zukünftigen ?Eliten?, die die Führungspositionen in Wirtschaft und Verwaltung besetzen &lt;/blockquote&gt;
Zukünftige Eliten? Sprechen wir hier über Abiturienten oder über Absolventen von Schloss Salem? Du sprichst hier auch über die zukünftigen Hartz-IV Empfänger ? denke daran!
&lt;blockquote&gt;Untersuchungen der Bundesanstalt für Arbeit haben ergeben, daß eine überwältigende Mehrheit der Berufsschüler nicht mehr an die Möglichkeit glaubt, mit dem erlernten Beruf ihr Leben gestalten zu können. Wozu noch anstrengen, wenn es eh keinen Zweck hat? &lt;/blockquote&gt;
Und? Was willst Du damit sagen? Natürlich kannst Du in jeder Schicht ?Gründe? für asoziales Verhalten finden und für jede Schicht ließe sich ein Anwalt finden, der die Sünden seiner Mandanten entschuldigt, so wie Du es mit der Unterschicht machst, nur was hat das mit der Diskussion zu tun?
&lt;blockquote&gt;Welches Feld der Ehre gibt es für die jungen Leute zu beackern? Daß die sich gegenseitig auf?s Maul geben und die Jacken klauen, darf doch niemanden ernsthaft verwundern. &lt;/blockquote&gt;
Ach herrjeh, mir kommen die Tränen.
&lt;blockquote&gt;Zu deinen hartz-Betrügern sei angemerkt, daß es bei Einführung dieser Knute eine massenhafte Untersuchung gab. 3,2Mio Datensätze wurden geprüft. Keine 30.000 wurden als beanstandungswürdig herausgefischt. &lt;/blockquote&gt;
Glaub keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast. Du willst doch nicht ernsthaft eine negative Korrelation zwischen sozialem Status und sozialem Benehmen konstruieren?
&lt;blockquote&gt;In den 90ern gab es eine kurze Diskussion, ob man nicht durch die Erhöhung der Zahl der Steuerfahnder das Steueraufkommen erheblich steigern könne. Von gigantischen Zahlen war da die Rede. Leider würde das den Wirtschaftsstandort D gefährden, weshalb die Idee schnell in der Versenkung verschwand. Die Großen dürfen schummeln, aber die Kleinen sollen das auf keinen Fall. Paßt irgendwie nicht richtig zusammen, wenn man über Gerechtigkeit nachdenkt.&lt;/blockquote&gt;
Natürlich nicht ? die Gesellschaft ist ungerecht. Das wissen wir beide und da gibt es keinen Widerspruch. Dennoch macht die Verlierer nicht zu besseren Menschen.
&lt;blockquote&gt;Würden hingegen die den Gürtel enger schnallen, denen es nicht weh täte, dann wären wir sicherlich auch mit weniger Ungemach die Kriminalstatistik betreffend gesegnet. &lt;/blockquote&gt;
Wahrscheinlich ist dem so
&lt;blockquote&gt;Regelbrecher gehören dazu wie die Regeln selber. &lt;/blockquote&gt;
Bingo! Da haben wir sie ja endlich, die entscheidende Gemeinsamkeit
&lt;blockquote&gt;Die von dir genannten Filme sind mir nicht bekannt. Beispielsweise John Brunners ?Morgenwelt, ?Schockwellenreiter? und ?Schafe blicken auf? oder auch Vieles von Philip K Dick oder Lems ?Futurologischer Kongress? haben mich vom egoistischen Arschloch, welches ich in meiner Jugend mit Inbrunst war, zum glühenden Verfechter des Humanismus werden lassen. &lt;/blockquote&gt;
Wirklich? Was Du machst ist nichts anders als positive Diskriminierung von sozial Schwachen. Mit Humanismus hat das gar nichts zu tun.</description> <content:encoded><![CDATA[<p>@Degnaphata</p><blockquote><p>Du scheinst wenig oder gar keine Verbindung in die untersten Schichten zu haben, sonst würdest du wahrscheinich doch zu anderen Schlüssen kommen.</p></blockquote><p>Da täuschst Du Dich aber gewaltig</p><blockquote><p>Meine Behauptung, das System würde die übelkübel nach oben spülen, untermauere ich folgendermaßen. Der output des Abi08-Jahrganges des lokalen Gyms hier beinhaltet zu ca 80% ?ethikbefreite Moralkrüppel?, die scheinbar gezielt durch Indoktrinierung durch die Schule ?produziert? wurden.</p></blockquote><p>a)	Deine ?Behauptung? steht in keinem Widerspruch zu meinen Kommentaren ? es geht hier doch nicht um eine Bewertung der sozialen Mobilität sondern um eine Bestandsaufnahme von sozialem Verhalten in den verschiedenen Klassen.<br
/> b)	Ich bezweifele grundsätzlich die Richtigkeit Deiner ?Behauptung? ? die selbe Leier gibt es schon so lange, wie es Schulen gibt. Ich kenne den Lehrplan einiger Gymnasien und sehe da keine ?Ökonomisierung? ? teilweise erkenne ich sogar das Gegenteil, wenn ich die Inhalte mit denen aus meinen Schultagen vergleiche. Aber da werden wir wohl nie auf einen grünen Nenner kommen. Wer einen Hammer in der Hand hat, sieht überall Nägel</p><blockquote><p>Von mir hat dieses Machwerk die Bezeichnung ?Schandbuch? erhalten, da es leider nur belegt, wie unreif diese Reifegeprüften tatsächlich sind &#8211; und die sind die zukünftigen ?Eliten?, die die Führungspositionen in Wirtschaft und Verwaltung besetzen</p></blockquote><p>Zukünftige Eliten? Sprechen wir hier über Abiturienten oder über Absolventen von Schloss Salem? Du sprichst hier auch über die zukünftigen Hartz-IV Empfänger ? denke daran!</p><blockquote><p>Untersuchungen der Bundesanstalt für Arbeit haben ergeben, daß eine überwältigende Mehrheit der Berufsschüler nicht mehr an die Möglichkeit glaubt, mit dem erlernten Beruf ihr Leben gestalten zu können. Wozu noch anstrengen, wenn es eh keinen Zweck hat?</p></blockquote><p>Und? Was willst Du damit sagen? Natürlich kannst Du in jeder Schicht ?Gründe? für asoziales Verhalten finden und für jede Schicht ließe sich ein Anwalt finden, der die Sünden seiner Mandanten entschuldigt, so wie Du es mit der Unterschicht machst, nur was hat das mit der Diskussion zu tun?</p><blockquote><p>Welches Feld der Ehre gibt es für die jungen Leute zu beackern? Daß die sich gegenseitig auf?s Maul geben und die Jacken klauen, darf doch niemanden ernsthaft verwundern.</p></blockquote><p>Ach herrjeh, mir kommen die Tränen.</p><blockquote><p>Zu deinen hartz-Betrügern sei angemerkt, daß es bei Einführung dieser Knute eine massenhafte Untersuchung gab. 3,2Mio Datensätze wurden geprüft. Keine 30.000 wurden als beanstandungswürdig herausgefischt.</p></blockquote><p>Glaub keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast. Du willst doch nicht ernsthaft eine negative Korrelation zwischen sozialem Status und sozialem Benehmen konstruieren?</p><blockquote><p>In den 90ern gab es eine kurze Diskussion, ob man nicht durch die Erhöhung der Zahl der Steuerfahnder das Steueraufkommen erheblich steigern könne. Von gigantischen Zahlen war da die Rede. Leider würde das den Wirtschaftsstandort D gefährden, weshalb die Idee schnell in der Versenkung verschwand. Die Großen dürfen schummeln, aber die Kleinen sollen das auf keinen Fall. Paßt irgendwie nicht richtig zusammen, wenn man über Gerechtigkeit nachdenkt.</p></blockquote><p>Natürlich nicht ? die Gesellschaft ist ungerecht. Das wissen wir beide und da gibt es keinen Widerspruch. Dennoch macht die Verlierer nicht zu besseren Menschen.</p><blockquote><p>Würden hingegen die den Gürtel enger schnallen, denen es nicht weh täte, dann wären wir sicherlich auch mit weniger Ungemach die Kriminalstatistik betreffend gesegnet.</p></blockquote><p>Wahrscheinlich ist dem so</p><blockquote><p>Regelbrecher gehören dazu wie die Regeln selber.</p></blockquote><p>Bingo! Da haben wir sie ja endlich, die entscheidende Gemeinsamkeit</p><blockquote><p>Die von dir genannten Filme sind mir nicht bekannt. Beispielsweise John Brunners ?Morgenwelt, ?Schockwellenreiter? und ?Schafe blicken auf? oder auch Vieles von Philip K Dick oder Lems ?Futurologischer Kongress? haben mich vom egoistischen Arschloch, welches ich in meiner Jugend mit Inbrunst war, zum glühenden Verfechter des Humanismus werden lassen.</p></blockquote><p>Wirklich? Was Du machst ist nichts anders als positive Diskriminierung von sozial Schwachen. Mit Humanismus hat das gar nichts zu tun.</p> ]]></content:encoded> </item> </channel> </rss>
