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    geschrieben am 12. November 2010 von Spiegelfechter

    oder um es mit Harald Lesch zu sagen:

    Viel Spaß beim Vermehren der gewonnenen Einsichten

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    Tags: Finanzkrise
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    131 Kommentare:

    1. ghj schrieb am 12. November 2010 um 12:55 - Permalink

      Um was gehts denn? Ich habe kein Flash.

      • Spiegelfechter schrieb am 12. November 2010 um 12:56 - Permalink

        ja ja, scheiß Ipads ;-)

        • Fabian schrieb am 12. November 2010 um 13:06 - Permalink

          Stimmt so nicht :)! Alle iOS-Geräte können Youtube-Videos ohne Probleme abspielen, da Youtube sie als mp4 für selbige anbietet. Ist auch in den Browser eingebunden.

          • Spiegelfechter schrieb am 12. November 2010 um 13:25 - Permalink

            öcht? Mein iPhone kann das nicht, zumindest nicht im Safari. Aber vielleicht bin ich auch einfach nur zu doof ;-)

            • Fabian schrieb am 12. November 2010 um 13:38 - Permalink

              Also ich habe es eben mit einem Ipod Touch(iOS 3.1) und einem Iphone original(iOS 4.1) ausprobiert und es geht mit dem Safari problemlos. Das sollte aber auch mit uralten iOS-Versionen funktionieren.

      • ghj schrieb am 12. November 2010 um 13:45 - Permalink

        Nochmal: um was gehts?

        • Spiegelfechter schrieb am 12. November 2010 um 13:48 - Permalink

          http://www.weed-online.org/themen/finanzen/4197074.html

    2. Samuel Brainsample schrieb am 12. November 2010 um 13:33 - Permalink

      “Vielleicht können wir so noch alles zum Guten wenden.”
      “Mein Gott, ich kann nur hoffen, dass ihr Plan aufgeht.” Köstlich!

      Wirklich gut und witzig gemacht, sollte statt der Börsennachrichten vor der Tagesschau laufen, am besten täglich.

      • Spiegelfechter schrieb am 12. November 2010 um 13:36 - Permalink

        Wirklich gut und witzig gemacht, sollte statt der Börsennachrichten vor der Tagesschau laufen, am besten täglich.

        Ja, das wäre mal was. Vielleicht findet sich ja ein Mäzen, der mal solche Filme als Werbeschaltung vor der Tagesschau bucht? …. *rofl*

        • Mason schrieb am 12. November 2010 um 14:08 - Permalink

          Was kostet so’n Clip vor der Tagesschau, vielleicht koennen wir ja alle zusammenlegen ? ;)

          • Dr.Evil schrieb am 12. November 2010 um 15:23 - Permalink

            Das tun wir doch schon in Form der GEZ Gebühr.

            Könnte nicht ein guter Jurist “das Erste” anschreiben und fordern diesen Clip aufgrund des Bildungsauftrags (und zur Verbesserung jenes Auftrags) der öffentlich-rechtlichen zu senden? :)

    3. Markus schrieb am 12. November 2010 um 13:47 - Permalink

      Das Beste kommt ganz zum Schluss

    4. Systemfrager schrieb am 12. November 2010 um 14:02 - Permalink

      … obwohl man weiß, von nichts kommt nichts, … also kann so was nicht funktionieren.

      Na so was! Es tummeln sich aber immer mehr verschiedene Finanzesoteriker im Netz, die wissen, dass das Geld „aus nichts geschaffen wird“. Also Gold vielleicht nicht, wie es die alten Alchemisten wollten, Geld schon: kein Problem! Die lautesten von diesen reformierten Alchemisten sind die Gesellianer und Debitisten, vor wenigen Wochen hat sich da auch noch einer große Mühe gegeben:

      Thomas Strobl: Ohne Schulden läuft nichts

      So wie die Debitisten, ist auch er überzeugt, dass gerade Marx eine großartige Entdeckung gemacht hat (S. 141), dass angeblich die Wirtschaft ohne Geldkredite überhaupt nicht wachsen kann – völlig ausgeschlossen. (Obwohl gerade Marx bemüht war, die Schaffung der Mehrwertrate nicht aus nichts, sondern aus der unbezahlten Arbeit zu erklären. Aber so was muss man zuerst verstehen.) Bis da gilt also für Strobl: Aus nichts kommt nichts. Aber dann die Überraschung: Die Banken können es doch, das Geld einfach aus nichts zu schaffen. Und die Krone: Aus dem Geld aus nichts schafft dann die Wirtschaft reale Werte. Die praktische Konsequenz, die Herr Strobl aber nicht expliziert:
      Freie fahrt für freie Bankster!

      Woher kommt es aber, dass den vernünftigen und ausgebildeten Menschen solche Märchen einfallen? Es ist nicht schwer zu erklären. Wenn die Zusammenhänge quantitativer Natur sind, dann kann man nicht mit reinen Worten richtige Schlussfolgerungen ziehen. Das ist unmöglich!

      Das gilt für natürliche Phänomene: Mann kann zB alle physikalischen Gesetze perfekt kennen, mit Worten wird man nicht herausfinden können, ob ein Gegenstand schwebt, fliegt oder auf den Boden fällt. Das gilt auch für die quantitativen Phänome wie Geld und Kredit. Es gibt keine Geldschwämme und es gibt auch kein Geld und Kredite aus nichts! So wie es Harald Lesch oben sagt: Das kann nicht funktionieren. Nicht aus nichts wurde bisher das Geld der Banken geschaffen, sondern aus dem Geld von uns. Es wurde unser Geld vernichtet.

      Die quantitative Analyse kann dies genau nachweisen. Für die Interessierten mehr dazu >>>

      • Frank Powers schrieb am 12. November 2010 um 14:13 - Permalink

        @Systemfrager:

        Wovon zum Teufel redest du eigentlich?
        Und: Wie würdest du “fractional reserve-banking” (auf Deutsch mit “partielles Reservesystem zwar richtig, aber irgendwie blutleer übersetzt) sonst nennen, wenn nicht das Erschaffen von Geld aus dem Nichts?

        Gruß Frank

        • Systemfrager schrieb am 12. November 2010 um 14:17 - Permalink

          Ich antworte gern. Die Frage muss aber konkret sein und logisch präzise formuliert werden.

          • Frank Powers schrieb am 12. November 2010 um 18:17 - Permalink

            Die Frage ist brereits konkret:
            Was ist fractional reserve banking, wenn nicht die Erschaffung von Fiat-Geld aus demk Nichts?

            Das ist natürlich nicht der absolute Urgrund des ganzen Wirtschafts-Problems, aber an und für sich schon ein Skandal… Es wissen nur nicht genügend Leute davon.

            • Systemfrager schrieb am 12. November 2010 um 19:17 - Permalink

              Das ist natürlich nicht der absolute Urgrund des ganzen Wirtschafts-Problems

              So würde ich es auch sagen. Und noch dazu:

              Die Gelddeckung 100% wäre quasi Goldstandard. Hat nur Nachteile!!! Nicht alle Einkünfte würden zurück in den Kreislauf gehen, vor allem dann nicht, wenn Zins niedrig ist. Heute ist die Deckung ca. 20%. Was hättest du gern??? Ich würde schon mit etwa 50% zufrieden.

              Eine starke Gelddeckung ist kein Schutz vor Missbrauch. Gegen Missbrauch ist wichtig, wie viel die Bank als Sicherung beiseite legen muss. (Das ist natürlich was anderes als die Gelddeckung.) Und vor allem ist die Kontrolle und die Strafe wichtig. Nicht Fiat-Geld macht Probleme, sondern die Möglichkeit der Banken, dass sie für Misst (bedruckte Papierchen ohne jegliche Garantie) das reale Einkommen unbestraft abkassieren können.

            • Jonas schrieb am 14. November 2010 um 15:02 - Permalink

              @Systemfrager: Irgendwie passt kein Satz zu den nächsten, von daher kann ich dir nicht folgen. Mein alter Deutschlehrer hatte auch mal so einen Text, der komplett erfunden und nur Sätzen verschiedenen Ursprungs zusammengebaut war. So liest sich deiner hier.

            • Systemfrager schrieb am 14. November 2010 um 15:44 - Permalink

              @ SF

              Ja, hier steht sozusagen jeder Satz für eine ganze Argumentation. Ich dachte mir, Frank ist ein Finanzfachmann und er wird was anpeilen und dann werden wir dies zum Thema machen. Übrigens, ist es auch dir “erlaubt”, dem Link (siehe oben) zu mir zu folgen. Dort habe ich über Kredite, Geld aus nichts, … geschrieben.

            • Systemfrager schrieb am 14. November 2010 um 16:13 - Permalink

              Das vorhin ist natürlich @ Jonas

      • r_surfer schrieb am 13. November 2010 um 08:46 - Permalink

        “Nicht Fiat-Geld macht Probleme, sondern die Möglichkeit der Banken, dass sie für Misst (bedruckte Papierchen ohne jegliche Garantie) das reale Einkommen unbestraft abkassieren können.”

        Also wie jetzt? Dann kann man also doch aus Nichts Geld schaffen, man sollte es nur “fair” einsetzen? Denk vielleicht erst mal nach, was du überhaupt sagen willst. Übrigens: ganz so virtuell kann der Mist ja nicht sein, wenn man damit abkassieren kann. Und warum sind denn die Leute so blöd, ihr teures Geld für Nichts herzuschenken? Da passt doch was nicht, in deiner Theorie.

        • Systemfrager schrieb am 13. November 2010 um 09:09 - Permalink

          Du bringst zwei Begriffe durcheinander: (1) Kredite und (2) Wertpapiere.

          Das Abkassieren hat direkt nur mit den Wertpapieren zu tun. Die Ausplünderung durch Banken beruht auf keinen mystischen Eigenschaften des Geldes und des Zinses (SF hat dies schon so oft geschrieben, dass ein normaler Mensch dies fast nicht mehr hören kann – ich betone „normaler“), sondern es ist ein URALTER TRICK.

          Man verkauft etwas, was nichts taugt für viel Geld.

          Und die Politik hat das gute Rentensystem zerschlagen, damit die Bürger diesen Mist einfach kaufen müssen. Wollen sie es nicht direkt, dann tun es die Banken mit den „klassischen“ Oma-Opa-Ersparnissen.

          • r_srufer schrieb am 13. November 2010 um 09:24 - Permalink

            Aber wer sollte so dumm sein, so etwas zu kaufen?

            • Systemfrager schrieb am 13. November 2010 um 09:30 - Permalink

              Das kann doch nicht dein Ernst sein ! ! !

          • groo schrieb am 13. November 2010 um 10:36 - Permalink

            @Systemfrager,

            wenn ich Dich recht verstehe (Du bist genervt von Strobl — bin ich auch; Deine #4 oben) siehst Du Betrug als systemische Komponente des ‘modernen’ Kapitalismus-
            i.e., Vortäuschung von ‘Wert’.

            Endloses Zitieren von Keynes, Hayek, Schumpeter etc hilft da nämlich nicht weiter.

            Strobl scheint mir da etwas hinter dem Mond zu sein, bzw ist korrumpiert durch seine besondere Art, im ‘System’ integriert zu sein. Er lebt ja ganz gut von ihm, und leistet sich den Luxus seiner speziellen ‘Moral’.
            Vgl seine Spekulation mit BP-Aktien nach dem oil-spill.
            Ich bin ‘be/ent-geistert’.
            Vgl seine Aktivitäten im Gelben Forum bis zu seinem ‘Aufstieg’ zum Mitherausgeber eines Buchs mit Schirrmacher.
            Grandios.
            (Ich habe ihm das mal vorgeworfen. Seitdem bin ich bei wgnx gesperrt.
            Naja. Viel Feind, viel Ehr’. Ich lese ihn trotzdem noch, studiere ihn aber wie ein österreichisches Aquariumswesen, das sonderbare Zuckungen macht.)

            Zurück:
            Die Täuschung hat der Kapitalismus auf seine besondere Art verinnerlicht.
            Keynes hatte genug Menschenverstand, das immer mal wieder anzudeuten.

            -> Steve Keen analysiert/modelliert das System state-of-the-art, wie es gewachsen ist (Täuschung ist schlecht modellierbar, allenfalls spieltheoretisch), Michael Hudson als historian of economics kennt es gründlich.
            mE eine gute Kombination zweier Richtungen.
            Beide schätzen einander.

            Wenn schon ein Stiglitz sagt:
            Throw the criminals (in economic high places) in jail,
            ist die neoklassische ökonomische Theorie noch mehr am Ende, als sie schon ist.
            “Stiglitz joins Galbraith in calling for criminal prosecution of bankers”
            wird es allmählich brenzlig.
            Blogger sollten da nicht hinterherdackeln, sondern den ‘Meinungsführern’ Pfeffer in den A… blasen.

            Nicht umsonst sind Fragen der Wirtschaftsethik zZ im Schwange.
            Ein bedeutender Paradigmenwechsel steht an!

            Hoffe, Du kannst mit den Kürzeln etwas anfangen.

            • Systemfrager schrieb am 13. November 2010 um 11:06 - Permalink

              @ groo

              Ich war bei Weissgarnix (Strobl) mehr als 1 Jahr als Kommentator aktiv. Es gab immer solche (wie du), die ihm ein falsches Spiel vorgeworfen haben. Ich habe ihn immer in Schutz genommen. Ich meinte: trotzdem lässt sich bei ihm eine ernste Diskussion führen. Ja, ich hatte schon Probleme, dass er zB im Sarrazins Buch nichts fand was anrüchig wäre, Sloterdijk sollte ein ganz großer Denker sein, Heinsohn (Debitist) ein großer Ökonom, … Als aber Strobl mir seinem „Österreichichen Herbst“ angefangen hat, konnte ich nicht mehr. Da hat er neoliberale Bulllterrier als Gäste angeheuert, nichts dagegen: jedoch keinen einzigen, der kritisch zu den „Österreichern“ steht. Dann ist auch mir der Kragen endgültig geplatzt. Ich begann scharf zurückzuschießen. Nun bin auch ich gesperrt. (Ist auch besser so. Vielleicht findet man ein andres ökonomisches Forum, wo sich diskutieren lässt.)

              PS
              Strobl gilt als Keynesianer, und er meint: Hayek sei der bessere Keynes. Unglaublich.
              Es ist nicht ausgeschlossen, dass er bei FAZ dafür sorgt, dass Keynes wenig wie möglich ernst genommen wird.

            • groo schrieb am 13. November 2010 um 12:19 - Permalink

              @systemfrager,

              bitter das.
              ich muss immer die Augen zukneifen, wenn ich seinen ‘avatar’ –also das Bildchen rechts– sehe.
              Als Grübler mache ich mir selbst den Vorwurf, dass mich evtl negative Emotionen überwältigen, wenn ich dieses Personalausweismässige seines Avatars so sehe.
              Wieso grinst jemand so in die ‘Welt’?

              Ost-Österreicher eben–(Wien bis ungarische Grenze), denke ich mir dann.
              Aber halten wir unsere Vorurteile im Zaum.
              Sind halt alle nur Menschen.
              Menschen menscheln halt manchmal.

              Aber ernsthaft seinen Grips anzustrengen, inklusive sich selbst inFrage zu stellen, ist seine Sache offenbar nicht.
              Klug (sorry: SCHLAU) genug — wäre er ja, auch dieses ultimative Projekt anzugreifen:
              Eben: Sich selbst inFrage zu stellen.
              Aber ob ich das noch erlebe?

              Die Zeit drängt.
              Insofern ist meine Geduld begrenzt.
              No fooling around!

              Grüsse

            • titus schrieb am 13. November 2010 um 18:00 - Permalink

              das mit dem strobble hat mir jetzt aber wirklich gefallen…
              dachte schon, ich bin der einzige, der das ähnlich sieht…

              noch mehr gefällt mir allerdings, lieber groo, das du auch verständlich und in ganzen sätzen schreiben kannst…
              und nicht nur kryptische gedankenfetzen in den raum wirfst.

            • Dexter schrieb am 13. November 2010 um 21:34 - Permalink

              Was wgnx angeht, so wollte ich an der Stelle nur kurz mitteilen, das ich das ganz genauso sehe.
              Sein FAZ-Blog ist bei mir letztens (zum wiederholten mal, ich habe es echt mehrmals versucht!) aus dem Feedreader geflogen. Der regelmäßige Brechreiz war einfach zu unerträglich.

            • groo schrieb am 13. November 2010 um 22:26 - Permalink

              @titus,

              es ist eine chronische Krankheit, dass sich die ‘Linken’ zerstreiten.

              Wieso das so ist, darüber zerbreche ich mir endlos den Kopf.
              Und wer ist überhaupt ‘links’?

              ‘Links’ ist allenfalls die Idee, ‘Gesellschaft’ konsistent zusammen zu denken.
              Wie sie funktionieren kann, etc.

              Selten hat mir etwas so weh getan wie das.
              Und wer diesen Schmerz nicht fühlt, weiss garnicht, worüber bei denen geredet wird, die diesen Schmerz empfinden.
              Ist der irreal?
              Ein Phantomschmerz?
              Nein!
              Er ist real bis tödlich!
              Für den Patienten und den Arzt zugleich!

    5. susi bibelmaus schrieb am 12. November 2010 um 14:11 - Permalink

      Die Welt, so wie ich sie noch zu Beginn der 80´er Jahre im Geschichtsunterricht lernte, rückt zusammen. An sich nichts Schlechtes? Doch die Menschen erleben das „Bündeln“ oder „Zentrieren“ all der Finanz- Wirtschafts- Militärisch als auch Religiösen Kräfte – hin zu einer „neuen Weltordnung“, einem neuen noch nie dagewesenen „globalen Verständnis“ nicht als Bereicherung einer aufgeklärten Welt, sondern eher als eine neue Form vom alten Wunsch: ,,Ans Werk, lasst Uns zusammen ein Turm bauen… dieses Bauwerk wird uns zusammenhalten… (1.Mo 11)“

      Und eben mit diesem pseudoreligiösem Verständnis errichteten unsere europäischen Politiker das Brüsseler UN-Gebäude nicht nur als sichtbare Silhouette zum Turm von Babel – sondern Bauen seitdem im gleichen religiösem Wahn an einem „Europäischen Gebäude“, dass wirtschaftlich- politisch- religiös- militärisch und finanziell den alten Traum einer weltweiten Vereinigung wiederbelebt. Zug um Zug engt sich einst säkulares Leben in einem Trichter formatierter Gleichwertigkeit. War „Vor“ der Finanzkrise schon kein Geld für Lehrer- Krankenhäuser und Kindergärten da und stemmte sich nicht Jahrzehntelang jede Bundesregierung gegen finanzielle Zuwendungen der Kommunen – staunte der Bürger nicht schlecht als dann plötzlich über Nacht nicht Millionen- Nein – Milliarden für Autos- Banken und Manager da waren.

      In einem noch nie zuvor dagewesenen „Kraftakt“ formiert sich vor unser Augen ein unheiliges Gebäude moralverschlissen entwurzelter Indoktriniertheit. Das entartete Finanzsystem, was für sich steht´s prioritären Zufluss in Anspruch nimmt, ist da nur ein Baustein im Fundament des neuen Weltenethos.

      Ich möchte jedoch nicht als „Globalisierungs- oder Verschwörungsmaus wahrgenommen werden. Doch sagt mal Bitte: Wo soll die so plötzliche Einheit der Erdenkönige hinführen? Wann in der Geschichte kamen je die Könige der Welt so eng und so oft zusammen um an „was Neuem“ zu bauen?

      • groo schrieb am 13. November 2010 um 23:20 - Permalink

        @susi bibelmaus,

        Ich möchte jedoch nicht als „Globalisierungs- oder Verschwörungsmaus wahrgenommen werden

        Wieso nennst du Dich ‘…Maus’?

        Kannst Du uns das mal erklären?

        Du könntest Dich ja auch Bibelratte nennen!

        (Btw: mein Nick ‘Groo’ bezieht sich zB auf sojemanden wie einen modernen Don Quixote:
        http://en.wikipedia.org/wiki/Groo_the_Wanderer , was zufällig ein Namensbestandteil ist. )

        Also: Womit identifizierst Du Dich?
        Ich fuchtel reichlich sinnlos mit Schwertern herum, bin also Spiegelfechters wütendes alter ego, wenn du so willst.
        Dadurch identifiziere ich mich mit meinem Nick/Namen.

        Und DU versteckst Dich in Löchern, und hältst mit Deinen putzigen Mauseärmchen das Kreuz hoch, und willst damit genau wen beeindrucken oder was signalisieren?

        Sag!

        Wieso nennst Du Dich zB nicht JeanneDArc?

    6. DerFlaschengeist schrieb am 12. November 2010 um 15:46 - Permalink

      @Bibelmaus

      also es mag daran liegen, dass ich eine harte Woche hatte, völlig übermüdet bin, dass Freitag ist und bald Feierabend…aber auf was bitte möchtest du hinaus? Und was hat das mit den beiden Videos zu tun? Ich kann mit abergläubischem, pardon…religiösem Firlefanz nicht viel anfangen.

      @Jens

      danke für die köstlichen Streams. Neue Erkenntnisse waren dadurch zwar nicht zu gewinnen, aber besonders der erste war recht realitätsnah.
      War eine liveübertragung, oder? Jedenfalls stelle ich mir das bei einigen Banken wirklich so vor, dass es in einigen Büros wirklich so abgelaufen ist.

    7. Elbarto schrieb am 12. November 2010 um 16:02 - Permalink

      Ob das wohl im “Drehbuch” der Sendung stand was der Herr Lesch da sagt? Aber wirklich stark erzählt und super Schlußsatz.

    8. carlos manoso schrieb am 12. November 2010 um 16:31 - Permalink

      Zu Harald Leschs Gedanken zum Thema „Realisierung des perfekten Kapitalverbrechens“ fällt mir ein Manuskript des von mir sehr geschätzten Franz Borkenau aus dem Jahre 1947 ein, das erst 1984 unter dem Titel „Ende und Anfang“ veröffentlicht wurde. In „Ende und Anfang“ heißt es etwa sinngemäß:

      “Wir sind in einem langen, schmerzhaften und ungewissen Übergang zu einer neuen Zivilisation eingetreten. Im Moment wird gerade das perfekte Kapitalverbrechen einer Neuen Weltordnung vorbereitet, in der die Menschen sich einer weltweiten Autokratie mit ihrer schönen Aussicht auf Ordnung, Sicherheit und Vermeidung der finalen Katastrophe sklavisch ergeben.

      Es ist die Freiheit unserer Wahl, wenn wir uns dieser weltweiten Autokratie unterwürfen und damit die große Chance einer Weiterentwicklung der Menschheit endgültig preisgäben. Erst wenn diese Herausforderung zu blutigen Tatsachen wird, werden die Menschen dazu fähig werden, die kommende weltweite Autokratie zu bekämpfen und sie abzuwehren.

      Für einen solchen Kampf kann sich heute niemand mehr durch weitreichende Hypothesen über vergangene und zukünftige Geschichte den Rücken stärken. Doch derjenige, der geneigt ist, nach einer letzten Rechtfertigung seines Kämpfens zu fragen, sollte wissen, dass er diesen Kampf nicht mehr mit dem optimistischen Glauben an einen geradlinigen Fortschritt unternehmen kann. Der Verlauf des Kampfes selbst würde seinem Optimismus Lügen strafen. – und er würde unter der kommenden Enttäuschung zusammenbrechen. Wenn es zum Kampfe kommt, sind die härtesten, bittersten und pessimistischsten Annahmen über die Zukunft, die uns alle erwartet, am Platze.

      Es ist die Paradoxie der menschlichen Dinge, dass Menschen, die mit offenen Augen dem Zerfall der eigenen Zivilisation entgegengehen, doch der Fülle des Lebens dienen und sie erfahren können, während jene, die vor der Katastrophe zurückschrecken, letzten Endes dem Tod Vorschub leisten und ihn in den eigenen Seelen erfahren mögen.

      In Zeiten wie diesen gibt es nur eine aufrechte Haltung: Amor fati …”

    9. flatter schrieb am 12. November 2010 um 16:33 - Permalink

      Auch wenn mancher den haarigen Hals nicht vollkriegt, der Mann heißt Harald Lesch, nicht Harals ;-)

      • Spiegelfechter schrieb am 12. November 2010 um 16:35 - Permalink

        15 Wörter, 1 Fehler – gut, dass ich nicht mehr in der Schule bin ;-)

    10. Wolfgang schrieb am 12. November 2010 um 18:20 - Permalink

      Mir wird einfach immer nur schlecht, wenn ich diese Finanzjongleure sehe!

      • carlos manoso schrieb am 12. November 2010 um 18:39 - Permalink

        @wolfgang

        Mir wird einfach immer nur schlecht, wenn ich diese Finanzjongleure sehe!

        Solange es dir so schlecht geht, haben es Finanzjongleure noch leicht. Das Problem ist nämlich, dass die Banker und Politiker alles restliche Geld, was noch stehlbar ist, stehlen müssen. Kleptokraten stehlen nämlich Geld, weil sie unter dem inneren Drang stehen, Geld stehlen müssen.

        Es scheint irgendwie irgendwo damit zu tun zu haben, dass immer mehr Finanzjongleure schon riechen, dass das globale Mindestreserve-Bankensystem (fractional reserve banking system) am Ende ist, erledigt auf nichts, ja sogar weniger als nichts, das leere Vakuum.

    11. Schweigsam schrieb am 12. November 2010 um 18:21 - Permalink

      Ja Jens, wenn man sowas sieht, kann man nicht soviel Essen wie man Kotzen möchte.

      • Spiegelfechter schrieb am 12. November 2010 um 18:45 - Permalink

        Im Gegenteil: Wir kennen ja die Umstände und ich bin wirklich froh, wenn immer mehr Menschen (so wie Lesch) den Arsch hochkriegen und mal Tacheles reden und wenn Leute sich aufraffen, optisch ansprechende Clips zu produzieren, die sicher auch weitere Schichten erreichen als uns. Ich finde das gut!

        • Schneemann schrieb am 12. November 2010 um 18:58 - Permalink

          Ja schon, Jens, doch der obere Film hört so unverhofft auf, dem fehlt doch die Pointe. Der sich setzende Bankmanager sollte vor der Lachorgie noch vertrauensvoll bestätigen, daß die Regierung fest in seinen Händen ist, und alles bleibt unter Kontrolle (der Banken)….

          • Spiegelfechter schrieb am 12. November 2010 um 19:03 - Permalink

            der “sich setzende Bankmanager” ist im Film ein Politiker *stöhn*

            Film nicht richtig geguckt, aber rummeckern – so lieb ich das. Meine Artikel lest Ihr ja auch nie und meckert herum ;-)

            • Schneemann schrieb am 12. November 2010 um 19:35 - Permalink

              Damit noch schlimmer: von Politikern sind wir keine so klaren Aussagen gewohnt. ‘Der Macher’ kommt als typischer Banker rüber, auch beim dritten Mal angucken; die Figur erinnert an eine Mischung aus Ackermann und Ponzi.

              Und mich darfst Du gerne ohne hoheitliches ‘Ihr’ anreden – simples ‘Du’ genügt. Daß ich ein Mehrfaches Deiner Artikel lese als kommentiere, sollte Dir allerdings bekannt sein.

            • knt schrieb am 12. November 2010 um 20:11 - Permalink

              Bankmanager, Politiker – wo ist da schon der Unterschied? Jump F*ckers!

            • Spiegelfechter schrieb am 12. November 2010 um 20:13 - Permalink

              Und mich darfst Du gerne ohne hoheitliches ‘Ihr’ anreden – simples ‘Du’ genügt.

              Danke, der pluralis majestatis ist immer so anstrengend ;-)

        • Schweigsam schrieb am 12. November 2010 um 23:02 - Permalink

          Das sehe ich auch so. Aber bei uns Deutschen dauert es immer ein bisschen länger. Das ist der Biedermeier “flair”, wir ziehen uns in Krisen sehr oft zurück.

    12. klaus58 schrieb am 12. November 2010 um 18:58 - Permalink

      Sytemfrager hat Recht:
      “Nicht aus nichts wurde bisher das Geld der Banken geschaffen, sondern aus dem Geld von uns. Es wurde unser Geld vernichtet.”
      Das wird spätestens erkennbar, wenn das Geld als Bezugsschein für Waren und Dienstleistungen von den Bankstern wieder in diese umgetauscht wird, also in menschliche Leistungen zu denen die Bankster null beitragen.
      Ich halte die Machenschaften einer relativ kleinen Gruppe von vernetzen Wall Street Bankstern, Ratingagenturen und Politikern für so perfide und die Summen für so gigantisch, dass man dem Volk nicht sagen kann, wer diese Leute namentlich sind.
      Das neue an diesem letzten Beschiss ist, das Wall-Steet-Joe die Schrottpapiere auch seinem (ehemaligen) Freund Karl in Frankfurt u.a. guten Bekannten an den Computern anderer Banken verkauft hat. Das werden die sich noch lange merken.
      Der Vertrauensverlust gegenüber den US Banken/Ratingagenturen und US Politikern wurde gerade in Seoul deutlich. Zusätzlich kommt Obama mit der idiotischen Ansage, dass die neue Fabrik in China nicht die deutschen Maschinen kaufen darf, die sie haben will, sondern US Ware, um die magelnde US Wettbewerbfähigkeit auszugleichen. Und die US Bevölkerung glaubt auch noch diesen Scheiss, man könne ihr fat-cat Problem “fiscalteschnisch” in den Griff bekommen.

    13. Kriegszitterer schrieb am 12. November 2010 um 20:16 - Permalink

      Mein Evergreen ist ja dieses Video :

      Vielleicht kann man in Zukunft ja auch bestimmte Magnaten anderer Wirtschaftszweige zu ihren Erfolgen ähnlich beglückwünscht sehen .

    14. Indiana Jones schrieb am 12. November 2010 um 20:57 - Permalink

      Meine Güte, womit Sie so alles durchkommen! Ich werde auf Tagesschau.de im Kommentarforum schon mit so Sachen Zensiert wie dem hier:
      ———————————–
      da hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen auf der Frontseite,
      “Nur so könne ein Milliardenloch verhindert werden, meint Minster Rösler.”

      Der Rösler, der ist vieles, aber vom Titel her immer noch ein “MinIster”. Und ja, mir zuckt es auch in den Fingern! Verständlich!

      Nahles hat übrigens recht. Gesundheit kann man nicht bewirtschaften wie Parkplätze. In einer Privatrepublik sei das möglich, in einer Bundesrepublik sollte es aber nicht sein.
      ————————————

      Sobalt ich “Privatrepublik” verwende oder bürgerlich-verständliche Analogien aus dem Strassenverkehr bringe, ist’s aus. Oder griff meine Rechtschreibkorrektur irgendwie in die Berufsehre der Johurnailisten ein?

    15. Heldentasse schrieb am 12. November 2010 um 21:14 - Permalink

      Harald Lesch ist (fast) immer genial und vermittelt komplizierte Zusammenhänge didaktisch äußerst wirkungsvoll, und das fast ohne Hilfsmittel, d.h. überwiegend mit Sprache und Gesten. Ich verehre Ihn ein wenig.

      Aber hier, so glaube ich, irrt der Gute und verwechselt (im Wesentlichen) die Ursache mit der Wirkung, denn nicht unsere Finanzsystem wird von Bankern vor die Wand gefahren sondern das System ist IMO so aufgebaut, dass sich in großen Finanzkrisen solche Auswüchse zwangsläufig entwickeln müssen, sie sind Systemimmanent und (im Wesentlichen) unabhängig von der Moral der Akteure!

      Ich stelle mir das immer als riesiges Schnellballsystem vor welches kurz vor dem Zusammenbruch steht, aber nicht zusammenbrechen darf. Das was die Staaten machen ist IMO ein Verzweiflungsakt in dem sie mit Geldern (die sie sich auch leihen müssen) versuchen das System zu stützen. Nun, damit wird die Mutter aller Finanzblasen erzeugt! Wann die platzt weiß niemand, ich gehe aber davon aus, dass je länger dieser unvermeidliche Zusammenbruch auf sich warten lässt desto schlimmer wird es. :-(

      Ich halte diesen Lösungssnsatz für geeignet zumindest mal diskutiert zu werden.

      • Spiegelfechter schrieb am 12. November 2010 um 22:24 - Permalink

        Lesch ist idT intelligent. So intelligent, dass er diesem Internet-Mist keinen Glauben schenkt. Mann, Mann.

        • Heldentasse schrieb am 12. November 2010 um 23:19 - Permalink

          @spiegelfechter

          Vieleicht ist es schon rübergekommen, wenn nicht schreib ich es nochmal: Ich möchte meine Meinung keinem “unterjubeln” sondern vielmehr befinde ich mich auf der Suche nach ein wenig mehr Erkenntnis. Die Kommunikation in Deinem tollen Blog empfinde ich dazu meistens sehr hilfreich, zumindest hilft es ungemein wenn man seine Gedanken aufschreibt, auch wenn diese “nur” wie z.B. bei diesem Thema (zwangsläufig) laienhaft sind.

          Den Aufgeführten Link ad hoc und ohne Begründung als Mist zu bezeichnen, halte ich nicht für angebracht, denn die Menschen die das unterstützen haben auch teilweise hohe akademische Grade und können so “doof” auch nicht sein. Es kann natürlich sein, dass die auf dem Holzweg sind bzw. spinnerte Ideen verfolgen, aber das hat mit der hohen Intelligenz von Lesch nichts zu tun.

          Zum Thema: Was spricht gegen deren Grundidee, die Zentralbanken zu verstaatlichen und die geschöpften Gelder dem Gemeinwesen zu zuführen?

          Wenn es großer “Internetmist” ist, müsste diese Idee mit einem Satz oder Link ins wanken zu bringen sein.

          • Spiegelfechter schrieb am 13. November 2010 um 08:25 - Permalink

            Vieleicht ist es schon rübergekommen, wenn nicht schreib ich es nochmal: Ich möchte meine Meinung keinem “unterjubeln” sondern vielmehr befinde ich mich auf der Suche nach ein wenig mehr Erkenntnis. Die Kommunikation in Deinem tollen Blog empfinde ich dazu meistens sehr hilfreich, zumindest hilft es ungemein wenn man seine Gedanken aufschreibt, auch wenn diese “nur” wie z.B. bei diesem Thema (zwangsläufig) laienhaft sind.

            Ja, sorry. Ich habe mich wohl ein wenig zu kurz und krawallig geäußert. Es ist ja nicht so, dass ich diese Sachen das erste Mal lese – im Gegenteil. Das ist so, wie mit den sprichwörtlichen Tropfen, die einem stetig auf die Stirn tropfen. Irgendwann wird man wahnsinnig ;-)

            Den Aufgeführten Link ad hoc und ohne Begründung als Mist zu bezeichnen, halte ich nicht für angebracht, denn die Menschen die das unterstützen haben auch teilweise hohe akademische Grade und können so “doof” auch nicht sein.

            Prof. Sinn und die Talkshow-Ökonomen haben ebenfalls die allerhöchten akademischen Grade, das will nichts heißen. Ich glaube es gibt keine Disziplin (wenn wir mal die Ernährungswissenschaften herauslassen), in der selbst von habilitierten Vertretern so viel Mist kommt.

            Ein ganz kleines Beispiel aus Deinem Link: Nehmen wir den ersten Satz – dort steht “Geldschöpfung in öffentliche Hand”. Ja mei, was soll der Mist? Das klingt natürlich ganz toll, wenn man nicht weiß, wie Geld geschöpft wird. Wer schöpft denn Geld? Ich und Du. Wenn ich zur Bank gehe und einen Kredit (z.B. für eine neue Waschmaschine) haben will, dann schöpfe ich Geld, dass von der EZB über eine Bank an mich weitergegeben wird. Die EZB ist staatlich. Was nun? Meine Bank ist übrigens eine Sparkasse, also auch staatlich. Das ist alles so dermaßen unsinnig, was die Leute dort fordern. Das Problem ist aber eher folgendes: Diese Themen sind in der Öffentlichkeit nicht bekannt. Kein Mensch interessiert sich für sie und daher kommt man als Volkswirt gegen den ganzen Voodoo nicht an. Ich sehe aber schon – ich sollte in Zukunft mehr Grundlagen-Artikel schreiben, um hier auch mal ein wenig aufzuklären.

            Es kann natürlich sein, dass die auf dem Holzweg sind bzw. spinnerte Ideen verfolgen, aber das hat mit der hohen Intelligenz von Lesch nichts zu tun.

            Finde ich schon. Ich schätze Lesch (von alten Sendungen, in denen er sich mit seinem Philosophen-Freund über Gott und die Welt unterhalten hat) als sehr hellen Kopf. Ich schätze auch, dass er weiß, wie beispielweise die Geldschöpfung funktioniert und das die Idee der exponentiellen Vermehrung des Geld durch Zinseszins Quatsch ist. Wenn ich mich im Real Life mit Volkswirten oder schlauen Köpfen unterhalten, glaubt interessanterweise fast niemand diesen Mist. Im Netz sieht das anders aus. Warum? Keine Ahnung. Hier haben wir idT den seltenen Fall, dass die “digital Natives” in einem Fach von falscher Seite überinformiert sind und daher den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen.

            Zum Thema: Was spricht gegen deren Grundidee, die Zentralbanken zu verstaatlichen und die geschöpften Gelder dem Gemeinwesen zu zuführen?

            Die EZB ist öffentlich, die FED wird von der Politik geführt und sogar ein Herr Bernanke ist dem Präsidenten (weit mehr als Herr Trichet übrigens) gegenüber verantwortlich. Wenn Du sagst, dass Du die geschöpften Geldern “nur”(!) dem Gemeinwesen zuführen willst, sagst Du, dass private Kredite verboten werden müssten. Kann das eine Lösung sein? Wohl kaum. Was Du beschreibst, ist übrigens nichts Neues, sondern eine stinknormale Finanzierung der Staatsanleihen über eine Zentralbank, wie es die USA momentan machen.

            Wenn es großer “Internetmist” ist, müsste diese Idee mit einem Satz oder Link ins wanken zu bringen sein.

            Dass ist sie auch. Aber so einfach ist das nun auch wieder nicht, wenn man die Grundsätze nicht kennt. Ich kann Dir beispielsweise etwas von fliegenden Autos erzählen und Du sagst mir, das sei Quatsch, da die Autos zu Boden fallen würden. Wer aber nicht weiß, was die Erdanziehungskraft ist, wird Deinen Einwand weder verstehen, noch gelten lassen. Und wenn es dann noch tausende Internetseiten gibt, auf denen steht, es gäbe keine Erdanziehungskraft, stehst Du im Netz ziemlich dumm da ;-)

            • Heldentasse schrieb am 13. November 2010 um 10:09 - Permalink

              Hallo Jens,

              vielen Dank das Du Dir die Zeit genommen hast mir so ausführlich und kompetent zu antworten. Ich muss Deine Argumente jetzt erst einmal “verdauen” :-)

              Gruß und schönen Tag trotzt Regen
              Heldentasse

    16. klean schrieb am 12. November 2010 um 21:20 - Permalink

      Passt doch mal thematisch super hierher:

      Greenspan spricht auf Jekyll Island (100 Jahre FED)

      • Heldentasse schrieb am 12. November 2010 um 21:33 - Permalink

        Gegründet wurde das FED durch allerlei Tricks im Jahre 1913 durch den Federal Reserve Act unter der Amtszeit von Präsident Wilson, den man im Wahlkampf finanziell unterstützt hatte. Woodrow Wilson wird unter anderem übrigens auch folgendes Zitat zugeschrieben:

        Ich bin ein zutiefst unglücklicher Mann. Ich habe unwissentlich mein Land ruiniert. Eine große industrielle Nation wird von ihrem Kreditwesen kontrolliert. Unser Kreditwesen ist vereinigt. Daher ist das Wachstum unserer Nation und alle unsere Tätigkeiten in den Händen einiger weniger.

        Wir sind eine der schlechtregiertesten, meistkontrol- lierten und beherrschten Regierungen der zivilisierten Welt. Nicht länger eine Regierung der freien Meinung, nicht länger eine Regierung der Überzeugung oder des Mehrheitsentscheides, sondern eine Regierung der Ansichten und Nötigungen einer kleinen Gruppe herrschender Männer.

        Quelle

        • Spiegelfechter schrieb am 12. November 2010 um 22:23 - Permalink

          suuuper Quelle *rolleyes*

          Warum kann man im Netz nicht über das Thema Finanzsystem diskutieren, ohne dass einem andauernd dieser VT-Scheiß um die Ohren gehauen wird. Mich persönlich nervt es nur noch.

          • Oliver Mark schrieb am 12. November 2010 um 22:56 - Permalink

            also Jens du Volkswirt: Finanztransaktionssteuer. Warum haben wir die nicht einfach? Wär das nicht eine gute Lösung? Was spricht dagegen und was spricht wirklich dagegen?

            • Spiegelfechter schrieb am 13. November 2010 um 08:27 - Permalink

              Wie kommst Du auf die Idee, eine Tobin-Tax sei VT-Scheiß? Nein, eine solche Steuer hat viele Vorteile, ein paar Nachteile, ist aber in toto eine gute Sache. Warum wir sie nicht haben? Da sind wir mitten im Thema. Die Lobbyisten wollen sie nicht.

          • Heldentasse schrieb am 12. November 2010 um 23:29 - Permalink

            @spiegelfechter

            sorry, das ich heute Abend ein wenig renitent bin. Mir ging es nur um die Wilson Zitate. Die Quelle ist zufällig ausgewählt..

            Auch hier, hat der damalige US Präsi das 1913 gesagt, ist es falsch oder sinn verstellt wiedergegen?

            Klar ist, dass die FED bestenfalls halbstaatlich ist:

            • Spiegelfechter schrieb am 13. November 2010 um 08:31 - Permalink

              Es spielt keine Rolle, wem die FED gehört, da die “Besitzer” keinen Einfluss auf die Geschäftspolitik haben. Herr Bernanke wurde vom Präsidenten ernannt und kann auch heute oder morgen abgerufen und ersetzt werden. Für die FED-Banken ist die Einlage übrigens kein besonders lukratives “Investment” – die Rendite ist eher bescheiden. Die Besitzerschaft einer Zentralbank ist eher eine technische Frage, solange sich aus den Besitztiteln keine Weisungsmacht herleitet. Das ist bei der FED aber nicht Fall.

          • ItsyourChoice schrieb am 12. November 2010 um 23:41 - Permalink

            Ich habe gleich mal auf den Button geklickt, der verführerisch “Frauen” heißt. Erwartet habe ich scharfe Bankermiezen in Miniröcken und sowas.

            Was war tatsächlich in der Rubrik “Frauen”: Die “Kunst der Verzeihens” und ähnlicher Bla bla”

            Arghhhhhhhhhh

            Dann bin ich noch auf einen Hayekverehrer gestossen, der mir Steinbrück als waschechten Betonkommunisten andrehen wollte.

            lol lol lolilololoo

            http://www.newsletter2009.de/10-2009/html/politik.html

            Versteckt Eure Kinder, ehrbare Kapitalistenbrüder, die sinistren Goldman Sachs Kommunisten kontrollieren die Fed!

            Es ist in wohlinformierten Kreisen und unter Leuten, die das Rauschen des Netzes zu interpretieren wissen, längst kein Geheimnis mehr, dass Vorstandsitzung bei Goldman Sachs mit dem gemeinsamen Singen der Internationalen eingeleitet werden.
            Mir wurde auch schon von einer guten Bekannten, die als Au-pair bei einem Goldman Sachs Manager tätig ist, mitgeteilt, dass der besagte Manager seinen Kindern verboten hat, zu Hause andere Musik als die Fetzer des Oktoberklubs zu hören.

            “Da sind wir aber immer noch,
            und die Bank ist noch da, die Banker erbauen das Land.
            Die Bank, sie lebt, sie lebe hoch,
            weil Banker sich trau´n.

            Am Anfang ging da ein Gerücht,
            daß der Markt das nicht hält und der Kurs schon einbricht.
            Der Deutsche tät zwar seine Pflicht,
            doch mit dieser Führung nicht.

            Da sind wir aber immer noch,
            und die Bank ist noch da, die Banker erbauen das Land.
            Die Bank, sie lebt, sie lebe hoch,
            weil Banker sich trau´n.

            Und als die Sache besser lief,
            weil das Scheckbuch nicht mehr dünn war und der Sumpf nicht mehr so tief,
            da war´s daß man vom Nordpol rief:
            Ihr geht grade, doch der Weg ist schief!

            Da sind wir aber immer noch,
            und die Bank ist noch da, die Banker erbauen das Land.
            Die Bank, sie lebt, sie lebe hoch,
            weil Banker sich trau´n.

            Und als die Welt es erkannt,
            Springers Kommunistenbank zwischen Wall- und Broad Street,
            da kam die Bruder- und Schwesterhand.
            Lieber hätten sie uns überrannt.

            Da sind wir aber immer noch,
            und die Bank ist noch da, die Banker erbauen das Land.
            Die Bank, sie lebt, sie lebe hoch,
            weil Banker sich trau´n.”

            :-)

            • Spiegelfechter schrieb am 13. November 2010 um 08:33 - Permalink

              *g*

          • Lazarus09 schrieb am 13. November 2010 um 10:44 - Permalink

            Ich würd’ mal aus dem Bauch raus den hier empfelen —>

            Falschgeld – Die Herrschaft des Nichts über die Wirklichkeit
            von Samirah Kenawi

            Meiner bescheidenen Meinung nach eine interessante Sicht der Dinge.

            Geld ist die Verkörperung eines Güteranspruchs, der dadurch entstanden ist, daß jemand etwas geleistet, die Gegenleistung aber noch nicht erhalten hat.
            Argentarius (1921)

      • klean schrieb am 17. November 2010 um 20:32 - Permalink

        @ Heldentasse
        Eigentlich ging es hauptsächlich um die Aussage des Videos, aber …
        … natürlich hast Du recht war, wenn Du monierst das mein Einzeiler lapidar zu unkonkret geschrieben ist, hätte also besser 100 Jahre Jekyll Island-Treffen (Vorbesprechung FED) lauten sollen, denn das ist unbestritten:

        At the end of November 1910, Senator Nelson W. Aldrich and Assistant Secretary of the Treasury Department A.P. Andrews, and 5 more of the country’s leading financiers, who together represented about one-fourth of the world’s wealth, arrived at the Jekyll Island Club to discuss monetary policy and the banking system, an event which some say was the impetus for the creation of the Federal Reserve.

        Quelle: Unterpunkt – Jekyll Island Club / Planning of the Federal Reserve System

        Im deutschsprachigen Wikipedia klingt das ganze dann ein bisschen spekulativ konspirativer.

        @SF
        Wahrscheinlich juckt’s eh’ keinen mehr (nach der abgewarteten Zeit & Erschöpfung der Kommentierung des Threads), aber schade, dass meine zeitlich-unmittelbare Antwort auf den Einwand von Heldentasse so flugs der Spamfilter aussiebte oder werweisswo landete, also verzichte ich darauf das deutsche Wiki zu zitieren aus oben erwähnten Gründen und auf einen überlangen Link mit Raute.
        Ist aber grundsätzlich eine interessante Diskussion geworden.

        • Heldentasse schrieb am 21. November 2010 um 17:12 - Permalink

          @klean

          Die Blog-Karawane zieht weiter – bzw. ist ja lange schon weitergezogen – darum nur ein kurzer Kommentar.

          Ich glaube die ganze (auch historische) Informationslage ist geeignet VTs zu generieren, die uns wiederrum nicht weiterbringen in der Erkenntnis der “wahren” Sachverhalte.

          Der Spiegelfechter (als studierter VWLer) hatte dankenswerterweise angekündig auch in seinem Blog den Blick der Laien in dieser komplizierten Materie zu schärfen.

          P.S.:
          In diesem Zusamenhang würde ich gerne mal wissen warum z.B. der Prof. Senf “Senf redet” und wo konkret die Denkfehler sind. (Hier mal ein Info(???)schnippsel wo es analog zur FED u.a. um die Bank von England geht.)

    17. Fragender schrieb am 13. November 2010 um 01:23 - Permalink

      Ich habe mal eine Frage:

      Es wird ja immer wieder davon gesprochen das Lobbyisten einen immer grösseren werdenden Einfluss auf die Gesetzgebung haben. Auch der erste Werbefilm suggeriert ja das eine schärfere Regulierung der Finanzbranche am massiven Einsatz der entsprechenden Lobby scheitert(e). Es mag nun etwas naiv sein von mir, aber ich frage mich immer wieder WIESO eine Lobby, selbst wenn sie noch so finanzstark ist, derartigen Einfluss haben kann. WAS IST DA DER ENTSPRECHENDE HEBEL GEGENÜBER DER POLITIK, WIE FUNKTIONIERT LOBBYISMUS ??

      Z.B. gibt es (wenn man den Umfragen glauben mag) in der Bevölkerung eine erhebliche Mehrheit die die neuen Laufzeitverlängerungen einiger AKWs ablehnt. Wie kann es trotzdem sein das eine Lobby es schafft das sich Politiker lieber gegen die Mehrheit des Volkes entscheiden (und damit ggf. ihre Wiederwahl riskieren) als gegen Partikularinteressen ??

      Wieso sind Industrielobbys so erfolgreich, während andere Lobbys (es ist ja nicht so das es z.B. kein Hartz4 Lobby gäbe) quasi kaum Erfolge feiern können ??

      Liegt es einzig und allein daran das Politiker auf “gutbezahlte” Neben- bzw Folgebeschäftigungen in den entsprechenden Industrien hoffen, also quasi komplett korrupt sind ?? Oder daran das die Lobbys notfalls in der Lage sind die öffentliche Meinung gezielt in ihre Richtung zu manipulieren (siehe die Intransparenz der INSM Aktionen), so dass Politiker den Kampf von vornherein aufgeben ??

      Könnte mir jemand diese Frage beantworten oder Literaturempfehlung geben, WIE und WARUM Lobbyismus funktioniert ??

      • Kriegszitterer schrieb am 13. November 2010 um 03:01 - Permalink

        Vor rund zwei Wochen wurde das hier von Spiegelfechter z.B. schon aufgegriffen . In dem Artikel war auch ein Verweis auf die Seite von Lobbypedia . Die Seite gibt es noch nicht all zu lange aber mal so als ersten Anlauf auf das Thema vielleicht nicht der schlechteste Einstieg .
        Ich persönlich würde auch gerne mehr über das ganze Thema erfahren ohne mich durch eine Tonne Fach-Chinesisch wühlen zu müssen nur um am Ende im besten Fall nur einen Randbereich anzukratzen .
        Um dem Thema einigermassen bei zu kommen muss man wohl die verschiedensten Fachthemen mit einbeziehen .
        Es kann doch eigendlich nicht sein das es an der Verführbarkeit , Raffgier , Dummheit und Bosheit des Menschen alleine liegt . Oder gar einer grossen VT mit Biblischen ausmassen .

        http://www.spiegelfechter.com/wordpress/4392/david-gegen-goliath

        http://www.lobbypedia.de

        Anbei noch was unqualifiziertes ;-)

        http://fffffffffffffffffffffffuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuu.com/big.jpg?im=0006.jpg

      • groo schrieb am 13. November 2010 um 09:25 - Permalink

        @Fragender,

        …ich frage mich immer wieder WIESO eine Lobby, selbst wenn sie noch so finanzstark ist, derartigen Einfluss haben kann.

        ich war schon einigermassen verblüfft über Deine Frage, bzw, wieso Du sie überhaupt (so) stellst.
        Erstmal muss man den Begriff genauer fassen:
        wikipedia.en unterscheidet mE richtig ‘Lobbyismus’ von ‘advocacy’.
        Der Lobbyist, vertritt i.w. organisierte (Geld-)Gewinn-orientierte Interessen.
        Die NGOs (attac, Bund Naturschutz etc) zB arbeiten demnach nicht mit Lobbyisten.

        Man hüte sich also erstmal vor ‘schlechten‘ Definitionen wie der:

        Carsten Bockstette definiert Lobbyismus wie folgt: Lobbyismus ist der Versuch der Einflussnahme auf Entscheidungsträger durch Dritte.

        Damit trennt er nicht mehr lobby von advocacy.

        Etwas besser:

        Ein Lobbyist ist die Person, die im Auftrag eines Dritten oder im Rahmen eines Dienstvertrages das Lobbying durchführt.

        http://de.wikipedia.org/wiki/Lobbyismus

        Was auf die Schnelle zu finden ist, ist ein Vortrag von Papier (Verfassungsgerichtspräsi
        dent) –pdf!–
        “Zum Spannungsverhältnis von Lobbyismus und parlamentarischer Demokratie”

        Da sagt er:

        Zu einer pauschalen Verteufelung der Tätigkeit von Lobbyisten, ganz gleich ob diese seitens der Wirtschaft, der Gewerkschaften oder anderer gesellschaftlicher Gruppen tätig werden, besteht deshalb ganz und gar kein Anlass.

        Er unterscheidet da nicht zwischen ‘advocacy’ und ‘lobbyism’, setzt die ‘Partikularinteressen’ von Wirtschaft und zB Gewerkschaften quasi gleich.
        Das ist problematisch.

        Meine Meinung: Der dumme Lobbyismus promotet Interessen extremer Minderheiten, der etwas intelligentere versucht, diese Mehrheitsfähig zu machen (Bertelsmann)

        Wieso funktioniert das?
        Follow the money.
        Korruption, Posten in der Wirtschaft für Parlamentarier (Vorwärtskorruption), Geheimverträge (PPP), Nichtöffentlichkeit von Entscheidungen. …

        Die zugehörige flächige Methode ist die MeinungsMACHE.
        (zB Albrecht Müller)
        Das machen die Mietmäuler und ‘think-tanks’, die ja angeblich ‘Erkenntnisse’ haben oder produzieren.
        Dazu würden zB auch geschönte Studien der Pharma-Industrie gehören.
        Vortäuschen von ‘Fakten’.

        Ist das auch noch Lobbyismus?
        Würde sagen: Ja. Ist eine Methode im Werkzeugkasten.

        Im Unterschied zum Lobbyismus arbeiten (echte) NGOs mit Transparenz und ohne Korruption. Geld brauchen die, um den betrieb aufrecht zu erhalten, und nicht, um sich zu bereichern.

        Lobbyismus funktioniert, weil etlichen Parlamentarieren Geld oder Geldwertes wichtiger ist als ihr Auftrag.
        Der schlichtere Parlamentarier macht das sogar umsonst, weil er der hinterlagertern Meinungsmache auf den Leim gegangen ist, und die ‘gemachte’ Meinung zu seiner eigenen gemacht hat.
        Davon haben wir genug.

      • Kalle schrieb am 13. November 2010 um 17:31 - Permalink

        Info: In den letzten Jahren ist der Lobbyismus auch in Deutschland stark vorangeschritten. Waren in den 1990ern „schwarze Koffer“ und „jüdische Vermächtnisse“ noch die Grundlage „politischer Landschaftspflege“ und ausgewachsener Skandale (http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~EF9F8DA40B31D4C7D93EBE6FCE140FC52~ATpl~Ecommon~Scontent.html und http://www.tagesspiegel.de/politik/empoerung-ueber-angebliche-juedische-vermaechtnisse-hessens-ministerpraesident-roland-koch-entschuldigt-sich-fuer-die-legende/117086.html), reicht es heute bei „Rent-a-Rüttgers“ grademal zu einem Skandälchen (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,679865,00.html).
        Seitenwechsel: Der fliegende Wechsel zwischen Behörden und Unternehmen ist gang und gäbe geworden. In 2004 wurde von der Rot-Grünen Regierung das „Personalaustauschprogramm Seitenwechsel“ ins leben gerufen (http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Magazine/emags/economy/2006/038/t-2-seitenwechsel-schreibtisch-tauschen.html), dass den Personalaustausch zwischen Ministerien und Wirtschaft noch weiter fördern sollte. So saßen externe Mitarbeiter, die weiterhin von ihren Unternehmen bezahlt wurden, in Büros in den Ministerien und schrieben an Gesetzen mit, die ihre Unternehmen direkt betrafen. Dies hat so exotische Blüten getrieben, dass Mitarbeiter im zuständigen hessischen Ministerium gearbeitet haben, aber auch von der Fraport AG bezahlt wurden, dafür gesorgt haben, dass 97% aller Nachtflüge am Frankfurter Flughafen, die nur eine Ausnahme sein sollten, genehmigt wurden (Monitor, 19. Oktober 2006, wurde inzwischen im Zuge des 12. Rundfunkänderungsstaatvertrags gelöscht, kann aber noch unter http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24394/1.html nachvollzogen werden). Dies hat sogar die FDP, damals in der Opposition, dazu veranlasst eine kleine Anfrage an die Bundesregierung über externe Mitarbeiter in Ministerien und deren Einfluss zu stellen (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/031/1603165.pdf). Auch nach weiterer Kritik und weiteren Skandalen wurde an der Praxis festgehalten (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24394/1.html), bis der Bundesrechnungshof 2008 empfahl auf die über 100 externen Mitarbeiter zu verzichten (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,620437,00.html). Daraufhin wurde eine Verwaltungsvorschrift erlassen, um die Anzahl zu verringern und zu verhindern, dass die „Leihbeamten“ and Gesetzen mitschreiben. Danach ging die offizielle Zahl der Leihbeamten zwar tatsächlich zurück, aber Kritiker verweisen auf die Lücken, die genutzt werden um die Publizitätspflicht zu umgehen (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,620437,00.html).
        Haupttätigkeit Bundestagsabgeordneter?: Laut Gesetzt dürfen MdB neben ihrem Mandat noch Nebentätigkeiten ausführen. Einkommen aus diesen Nebentätigkeiten müssen in drei Stufen deklariert werden: „Stufe 1 erfasst einmalige oder regelmäßige monatliche Einkünfte von 1.000 bis 3.500 Euro, Stufe 2 Einkünfte bis 7.000 Euro und Stufe 3 Einkünfte über 7.000 Euro“ (http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/nebentaetigkeit/index.html). Für manche MdB wie Peer Steinbrück verschwimmt die Bezeichnung „Nebentätigkeit“ allerdings. Laut abgeordnetenwatch hat er während der jetzigen Wahlperiode 29 Termine wahrgenommen an denen er gegen Honorar bei Veranstaltungen gesprochen hat. Für diese Veranstaltungen hat er zum Teil auch Abstimmungen im Bundestag verpasst. Für seine „Nebentätigkeiten“ in der jetzigen Wahlperiode hat er schon mindestens 199500 Euro erhalten (http://blog.abgeordnetenwatch.de/2010/08/17/ein-buch-29-vortrage-und-einige-hunderttausend-euro-die-nebeneinkunfte-des-peer-steinbruck/).
        Ex-Politiker werden Lobbyisten – der Drehtür-Effekt: Politiker wechseln nach ihrer politischen Laufbahn auch gerne in die freie Wirtschaft. Da sie ihre Verbindungen und Netzwerke dabei mitnehmen, sind sie für große Konzerne besonders interessant. Gerne wechseln sie auch in Wirtschaftszweige und Firmen, die durch ihre politischen Entscheidungen direkt profitiert haben. Auf Lobbypedia finden sich einige Beispiele: Gerhard Schröder zur Nord Stream AG nachdem er sich in seiner Amtszeit für die Ostseepipline stark gemacht hatte; Wolgang Clement hat sich in seiner Amtszeit für die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes stark gemacht und arbeitet jetzt für die Leiharbeitsfirma Adecco; Otto Schily setzte sich in seiner Amtszeit für die Erfassung biometrischer Daten ein und arbeitet nun für Unternehmen, die biometrische Anwendungen herstellen; Walter Riester wechselte in die Versicherungsbranche nachdem er die Subvention privater Rentenversicherungen mit der „Riester-Rente“ einführte; und viele mehr. Bei manchen ehemaligen Politikern, z. B. Roland Koch und Friedrich Merz, sind die Übergänge zwischen Amt, Lobbytätigkeit und Wirtschaft so fließend, dass es schwer ist, es an einzelnen Beispielen aufzuweisen.
        Welche Auswirkungen haben direkte Partei-Spenden?: Über „politische Landschaftspflege“ hinaus ist es schwer aufzuzeigen, welche Auswirkungen direkte Spenden haben. Hier jedoch zwei Beispiele, die ein „Gschmäckle“ haben:
        1. Die Mövenpick-Partei: 2009 erhielten FDP und CSU Spenden des Hotelunternehmers Finck, Besitzer der Mövenpick-Kette, in Millionenhöhe und im selben Jahr senkte die Regierung auf Betreiben dieser beiden Parteien die Mehrwertsteuer für Hotels. Eine Steuererleichterung, die logisch nicht nachzuvollziehen war (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,672409,00.html).
        2. Die gelben Grünen: Nach den Landtagswahlen 2009 im Saarland entschieden die Grünen sich lieber für eine Koalition mit CDU und FDP statt mit SPD und Linken, mit denen sie größere politische Schnittmengen gehabt hätten. Diese Entscheidung wurde zum einen von Spenden in Höhe von 57.000 Euro des FDP-Mitglieds Hartmut Ostermann and die Grünen vor den Koalitionsgesprächen (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,681848,00.html) und den Verbindungen zwischen ihm und dem Vorsitzenden der Saar-Grünen Hubert Ulrich (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31398/1.html) überschattet.
        Ohne die Aufklärungsarbeit von Organisationen wie Lobbycontrol und Transparency International wären viele Probleme wohl nie ein Thema in den Medien geworden. Und auch mit der Arbeit dieser Organisationen geht einiges unter: z. B. der Entwurf des Finanzmarktstabilisierungsgesetzes wurde von der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer verfasst, einer Wirtschaftskanzlei, die für Wirtschaftsunternehmen und Finanzinstitute in der ganzen Welt arbeitet (http://www.lobbypedia.de/index.php/Hauptseite).
        Dies alles, zusammen mit Deutschlands anhaltender Weigerung die Anti-Korruptions-Konvention der UN zu ratifizieren (http://www.shortnews.de/id/823632/Bundestag-ratifiziert-UN-Konvention-zur-Korruptionsbekaempfung-weiterhin-nicht), führt dazu, dass Transparency International es an Platz 15 der korruptesten Länder der Welt (http://www.transparency.org/policy_research/surveys_indices/cpi/2010/results) sieht. Graphische interaktive Aufarbeitungen von Nebentätigkeiten und Parteispenden kann man hier und hier finden.

    18. leslie schrieb am 13. November 2010 um 05:01 - Permalink

      Weed….

      Das rauch ich. :-)

      Grünes Gold halt.
      Lässt sich auch Prima zu Penunzen machen.

      Mlg

    19. zeno(bit) schrieb am 13. November 2010 um 08:27 - Permalink

      Lieber Jens,
      mir fällt auf (sorry -ist OT), dass du in letzter Zeit
      hier weniger eigene Beiträge schreibst (ist natürlich subjektiv ;-))
      Du machst doch nicht etwa zu viel für die Nachdenkseiten?
      Auch wenn ich deine Kommentare dort und Gastartikel wie den von Uri Avnery
      sehr begrüße wünsch ich mir mehr Input von dir (auch wenn noch kein Weihnachten ist).
      Die Themenauswahl ist ja zur Zeit riesig.

      Freundlichen Gruß

      • Spiegelfechter schrieb am 13. November 2010 um 08:37 - Permalink

        Das mag subjektiv so wirken. Aber eigentlich habe ich noch nie mehr als drei “echte” Artikel pro Woche geschafft. Dass in dieser Woche wenig kam, liegt mehr daran, dass ich zwei Sachen für Telepolis geschrieben habe, die in der nächsten Woche veröffentlicht werden und ich fürs Blog auch an mehreren Artikeln sitze, die noch nicht fertig sind.

        Die Arbeit bei den NDS ist “Nachtarbeit”, die ich zusätzlich mache. Klar, dass das auch ein kleines bisschen von der normalen Arbeitszeit abknapst. Durch die Hinweise stoße ich allerdings selbst auf neue Themen, so dass sich der “Schaden” für den Spiegelfechter in Grenzen halten wird.

        freundlichen Gruß zurück

    20. r_srufer schrieb am 13. November 2010 um 09:03 - Permalink

      “Bisher hat noch kein Chemiker Tauschwert in Perle oder Diamant entdeckt. ” (Karl Marx)

      Die Gegenüberstellung von “realen” Werten und “virtuellen” Werten (Geld aus Nichts) ist verkehrt, sofern man bei Werten über die ökonomischen Eigenschaften der Dinge redet und nicht etwa über ihre stoffliche Nützlichkeit. Der Preis eines Diamanten oder eines Kühlschranks ist genauso “virtuell” wie der eines Wettschein, weil er eine rein gesellschaftliche Eigenschaft taxiert: die Macht, auf fremden Eigentum zuzugreifen. Dementspechend gibt es Geld oder Tauschwert auch nur in Gesellschaften, in denen das Privateigentum als Prinzip der Verfügung durchgesetzt ist. Die Macht der Aneignung von Eigentum hat aber ein Wettschein aus den selben Gründen wie eine stoffliche Ware und von daher ist diese Macht leider auch nicht eingebildet. Sonst würde übrigens die ganze “Abzockerei” auch nicht funktionieren, es ist ja nicht so, dass die dummen Leute dauernd ihr Geld für Nichts hergeben. Sie erwerben Eigentum in anderer Form. Dass Menschen am Ende des Tages vom Brot leben und nicht von Eigentumstiteln ist wohl war, aber das sollte einem eher mal den Blick auf die Brutalitäten dieser Eigentumsordnung lenken: wo jemand kein Geld hat, da spielt das Vorhandensein von stofflichen Dingen, der Bedarf nach ihnen keine Rolle. Er gilt einfach nichts. Und so verhungern Menschen in einer reichen Welt voller iPods und Flatscreens nur aus dem Grund, dass sie kein Geld, keine Eigentumstitel haben. Das halte ich für den wahren Skandal und nicht ob die eine Sorte Eigentum “echter” ist als die andere,

      • Dexter schrieb am 13. November 2010 um 22:05 - Permalink

        Danke.
        Einen Artikel zu den Begriffen “Eigentum” und “Wert” würde ich mir vom Spiegelfechter auch mal wünschen. (Eigentum, Nutzwert, Tauschwert, etc.).

        Ich finde es auch immer seltsam und kontraproduktiv ausgerechnet “Geld” bei solchen Problemen (“Finanzkrise”) ins Spiel zu bringen.

        Es ist doch egal, ob und wie und wessen Geld durch die “Finanzkrise” vernichtet wurde. Viel wichtiger ist doch, welche Vermögensbewegungen diese Krise darstellte (“Vermögen” allerdings nicht als Geldequivalent, sondern wesentlich allgemeiner!)

        Die Finanzwirtschaft hat dabei keineswegs Vermögen verloren oder gar vernichtet. Im Gegenteil. Dieser Sektor geht weitaus potenter (=vermögender) aus der Sacher heraus, als er es vor Jahren noch war.

        Das sichtbarste Zeichen für die neuen Vermögensqualitäten des Finanzsektors ist die vorzeigbare, offensichtlich erreichte Erpressbarkeit der “öffentlichen Hand” als Vermögensverwalter der Allgemeinheit.

        Die “Finanzkrise” war nichts weiter als der Ausdruck einer gigantischen Vermögensverschiebung von “öffentlichem” Vermögen hin zu privatem Vermögen. In dem Zusammenhang von einer Krise für die Finanzwirtschaft zu sprechen ist schon fast zynisch, oder? (Aber das ist wohl die übliche Begriffsverdrehung, siehe “Arbeitnehmer/Arbeitgeber”)

        An sich alles nicht weiter spektakulär , das Weltenrad unseres Kapitalismus hat sich soeben nur einen kleinen Tick weitergedreht.

    21. Systemfrager schrieb am 13. November 2010 um 10:46 - Permalink

      Jens:

      Ich sehe aber schon – ich sollte in Zukunft mehr Grundlagen-Artikel schreiben, um hier auch mal ein wenig aufzuklären.

      Ja, das ist es! Man wirft den „Linken“ (äääh – ein besserer Begriff fällt mir nicht ein) vor, sie würden nur kritisieren und jammern. Und das stimmt! Der ganze Marxismus bedeutete zB in der Tat nur eins: Sorge dafür, den Kapitalismus zu zerschlagen, das Neue wird von alleine entstehen. Es war nur eine Teleologie, die wie alle Teleologien dumm war. Die Geschichte tut nichts. Und schon gar nicht sorgt sie für ein Happyend. Nur der Mensch tut was – oder auch nicht. :(

      Also die „Linken“ müssen lernen zu lernen. Deshalb braucht die „linke“ Szene auch erklärende Websites. Sonst geht der Laie zu den Esoterikern. Es ist einfach so, dass das Mystische irgendwie sehr starke Anziehungskraft auf homo sapiens ausübt.

      Ich könnte auch noch was dazu sagen, ich weiß aber nicht, ob deine Absicht nicht nur ein vorübergehender psychischer Zustand war. Also abwarten ;-)

      • groo schrieb am 13. November 2010 um 11:32 - Permalink

        …Grundlagen…
        das ist schon eine schwierige Frage, und ich wäre auch gespannt, wie Jens das Thema angreifen würde.

        Ich habe mich vor einiger Zeit an der Reformulierung einer –naja: nicht eigentlich — ‘Theorie des Werts’ versucht.

        Die Marxsche Arbeitswerttheorie wäre ja dringend überarbeitungsbedürftig.

        Es ist ja schon furchtbar, dass wir nach 150 Jahren nicht zu einer ordentlichen Reformulierung gekommen sind.

        Als da sind: ‘Individuelle’ versus ‘gesellschaftlich/kollektive/globalökologische’ Werte — und ein ‘vernünftiger’ Ausgleich zwischen diesen.

        Ohne ordentliche Grundlegung der Wertfrage ist das Problem nicht zu knacken.

        Basic needs- higher needs — Bedürfnispyramiden — Maslow etc.
        Und wie sie sich zueinander verhalten.

        Dabei spielen auch die teleonomischen Komponenten eine wichtige Rolle.
        Die Kant’schen Fragen mal wieder.
        1. Was kann ich wissen?
        2. Was soll ich tun?
        3. Was darf ich hoffen?
        4. Was ist der Mensch?

        Sind alle zukunftsorientiert.
        zZ liegt mE die Betonung auf #2 und #3.

        Was ist TINA?
        Wer bestimmt, was ‘TINA’ ist?

        • Systemfrager schrieb am 13. November 2010 um 11:55 - Permalink

          @ groo

          Ja, siehst du – und schon fangen die Probleme an. Ich würde sofort sagen, jede Werttheorie ist ein Unsinn. Reine Metaphysik und Mystik. Es gibt nur Preistheorien. (So hat es auch Smith gesehen, die Metaphysik begann nach ihm.) Und schon sind wir, die „Linken“ (ääääääh), die „Weltverbesserer“ (äääääääh) heillos zerstritten. Nicht weil wir so blöde Menschen sind, und die Konservativen dagegen vernünftig. Neeeeee. Wenn man etwas andres machen will, tauchen unzählige neue Ideen auf, die sich einfach (zuerst) widersprechen. Die Konservativen haben dieses Problem nicht. Für sie gilt die geltenden Ordnung, so wie sie ist. Dann gibt es kaum Platz für Unterschiede – es sei, man will nur in der bestehenden Hierarchie mehr nach oben kommen und bekämpf den Konkurrenten aus rein strategischen Gründen, nicht weil man anders denkt. Wenn wir aber dies wissen, müssen wir uns sagen: Wir sind tolerant.

          Das wäre die Voraussetzung. So könnte ich mir zB sehr gut in einer Webplatform verschiedene Ansätze vorstellen: Werttheoretiker, Grundeinkommen, Tobinsteuer, … aber zB keine Finanzesoteriker.

    22. Lazarus09 schrieb am 13. November 2010 um 10:55 - Permalink

      Was ist mit der deffinition von Geld ? Was ist echtes Geld ? 95 % der Waren- und Eigentumswerte sowie der Rechtstitel werden heutzutage mittels Buchgeld übertragen….. !
      Nun hat doch die Krise offenbart, dass die Geschäftsbanken außerhalb ihrer Bilanzen hemmungslos ungesicherte ( faule ) Kredite vergeben haben. Als Folge existieren Buchgeldbeträge in Billionenhöhe die nicht in Zentralbankgeld umgewandelt werden können, weil keine seriösen Schuldscheine für diese Kredite existieren. Geschaffen wurde dieses Geld, um Wertpapiere zu kaufen, die man alsbald mit Gewinn zu verkaufen hoffte. Als das Geschäft mit Wertpapieren 2007 plötzlich nicht mehr lief, blieben die Banken auf gigantischen Mengen wertloser Finanzprodukte und ungesicherter Kredite sitzen. Die Kredite mussten durch Vernichten entsprechender Guthaben getilgt werden. Dadurch verschwanden 40 Billionen Euro, von denen zuvor kaum jemand wusste, dass sie überhaupt existierten, weil sie außerhalb der Bankbilanzen und damit außerhalb der Kontrolle der Zentralbanken geschaffen worden waren.
      Um die gigantischen Kredite tilgen zu können, die sich die Banken gegenseitig gegeben haben, müssen mehrstellige Milliardenbeträge zwischen den Banken hin und her überwiesen werden. Dazu reichen die durch solide Kredite abgesicherten Zentralbankguthaben nicht aus. Um den Zahlungsverkehr zwischen den Banken nicht zu gefährden, waren die Zentralbanken gezwungen, den Geschäftsbanken auch ohne entsprechende Sicherheiten Zentralbankguthaben zu gewähren. Denn wenn die Banken keine Überweisungen mehr tätigen können, betrifft das nicht nur ihre Finanzmarktgeschäfte, sondern auch unsere Gehalts- und Mietzahlungen etc.
      Durch die Geldspritzen der Zentralbanken wurde kein zusätzliches Geld geschaffen, sondern lediglich die unseriöse Geldschöpfung der Geschäftsbanken nachträglich sanktioniert. So konnten wir am 19.8.2007, als die heutige Weltfinanzkrise noch US-Hypothekenkrise hieß, in der ‚Welt am Sonntag’ lesen: Wenn sich Banken bei der Zentralbank (…) Geld leihen wollen, akzeptiert sie künftig auch Sicherheiten mit deutlich höheren Risiken als bisher. (…) Konkret heißt das: Die Banken können auch Hypothekenkredite hinterlegen.
      Das heißt, die Zentralbanken verzichten darauf, die Seriosität der Geldschöpfung der Geschäftsbanken zu kontrollieren. Faktisch haben sie die Kontrolle jedoch schon lange vorher aufgegeben.
      2005 konnte man in der taz lesen: Ab März 2006 wird sie [die US-Zentralbank, d.A.] die sogenannte Geldmenge M3 [d.h. die Gesamtgeldmenge, d.A.] nicht mehr erfassen …
      Bereits 1972 klagten deutsche Zentralbanker im ‚Spiegel’, dass die Bemühungen der Bundesbank, die Geldmenge zu begrenzen, durch die Geschäftsbanken unterwandert werden: Jeder Bankier borgt immer mehr Geld von seinen Berufskollegen …
      Warum borgen sich Banken Geld, obwohl sie selbst welches schaffen können? Offensichtlich nicht, um es in die Realwirtschaft zu pumpen, denn dort wird das Geld trotz wachsender Geldmenge immer knapper. Sie borgen es, um damit an den Finanzmärkten zu spekulieren. Wenn dort Gewinne locken, die höher sind als die Kreditzinsen, lohnt es, sich durch Kreditaufnahme zusätzliches Geld für Spekulationszwecke zu beschaffen. Das Motiv dafür scheint auf der Hand zu liegen: Profitgier.

      • Systemfrager schrieb am 13. November 2010 um 11:27 - Permalink

        Warum borgen sich Banken Geld, obwohl sie selbst welches schaffen können? Offensichtlich nicht, um es in die Realwirtschaft zu pumpen, denn dort wird das Geld trotz wachsender Geldmenge immer knapper. Sie borgen es, um damit an den Finanzmärkten zu spekulieren.

        Ja, keiner der über creatio ex nihilo labert, konnte mir je beantworten, wozu die Banken uns Sparer überhaupt brauchen, wenn das Geld aus nichts entstehen kann. Das ist klar. Aus nichts kommt nicht. Worum geht es?

        Das Geld der Sparer geht direkt in die realen Gewinne der Banken. Was wir als Werpapiere bekommen, sind die Luftbuchungen.

        • groo schrieb am 13. November 2010 um 11:44 - Permalink

          @Systemfrager,

          pass auf, nicht zu kurz zu springen!

          Die ‘creatio ex nihilo’ ist ein religiöses/erkenntnistheoretisches Motiv, das die Geldtheoretiker gekapert haben.

          Es ist wesentlich eine WERTTHEORETISCHE Frage!
          (‘theoretisch’ ggf zu streichen.)
          ‘Wert’ scheint jenseits der ‘basic needs’ eine normative Setzung zu sein, und gerinnt nach Massgabe des Fortschreitens des Rationalen zu ‘basic’.
          (Ohne die Rückkopplung durch ‘Täuschung’, wie oben erwähnt!)

          zB ‘Bildung’.
          Frage:
          Was ist der ‘Wert’ von ‘Bildung’? Welcher?
          Das humboldtsche Bildungsideal war autonom, –ein ‘Wert’ an sich– heute ist es instrumentalisiert.

          Stürzen wir zurück in die Voraufklärung?

          Nur so eine Frage.

          Sollte ich mich zu ‘theoretisch’ ausgedrückt haben, mach einfach zwei Fragezeichen.
          Dann versuche ich, mich deutlicher auszudrücken.

    23. r_surfer schrieb am 13. November 2010 um 12:13 - Permalink

      Ja, keiner der über creatio ex nihilo labert, konnte mir je beantworten, wozu die Banken uns Sparer überhaupt brauchen, wenn das Geld aus nichts entstehen kann. Das ist klar. Aus nichts kommt nicht. Worum geht es? Das Geld der Sparer geht direkt in die realen Gewinne der Banken. Was wir als Werpapiere bekommen, sind die Luftbuchungen.

      Vielleicht ist es so nicht gemeint, aber das hört sich bei dir wie eine Verschwörung der Banken zur Abzocke der Sparer an. Und das wäre (falls gedacht) ein verkehrter Gedanke. Immerhin sind die Banken nicht nur die größten Emittenten von Wertpapieren, sondern auch die größten Käufer, würden sich also selbst betrügen. In der Praxis der Schaffung von Vermögenstiteln brauchen sie tatsächlich ein stückweit den Sparer gar nicht für ihre Finanztitelakkumulation. Da handelt Bank mit Bank und manche sogar mit ihrer eigenen Zweckgesellschaft und bilanziert sich das als Vermögen.

      Die Frage, die du aufwirfst ist ja in Ordnung: wie sich Vermögenstitel vermehren können ohne dass sonst irgendwas ökonomisch passiert wäre. Klar ist aber auch, dass die Macht der Finanztitel eine Realität ist. Diese Pole muss man irgendwie theoretisch zusammen bringen. Deine Darstellung geht aber über die Gegenüberstellung von Luftbuchung und “realen” Werten noch nicht hinaus. Spannend wäre doch die Frage, wie das geht, dass eben ein Buchungsakt eine reale ökonomische Macht entfaltet. Vielleicht steht es ja in einem Zusammeng damit, wie ein Gut sich überhaupt als ökonomische Macht darstellen kann. Ich habe weiter oben ein paar kurze, sehr abstrakte Zeilen über das Verhältnis von Wertpapier und Geld geschrieben. Vielleicht wäre das ja einen Kommentar wert.

      • Systemfrager schrieb am 13. November 2010 um 12:38 - Permalink

        Hmmmm …
        Das kann (erfreulicherweise) im Kommentarblock auch passieren. Und dann geht es nicht weiter. Was will ich jetz sagen:

        So wie du die Problematik dargestellt hast, und auch noch ein paar andere, die jezt da sind, da gibt es sehr intressante Gedanken, aber in der Form der Kommentare lässt sich dies jetzt schwer kreativ/gewinnbringend/seriös weiter diskutrieren. Da fällt mir ein, stellen wir uns vor: In einer – nennen wir es vorübergehend – “linken Plattform” gibt es ein Chat. Dann hat man ein konkretes Thema/Frage und es geht los

        Weil wir nicht so weit sind, kann (auch) ich nur partiell, also Sätze oder Halbsätze kommentieren. Mehr oder weniger als Zustimmung oder “Angriff”. ZB

        Immerhin sind die Banken nicht nur die größten Emittenten von Wertpapieren, sondern auch die größten Käufer, würden sich also selbst betrügen.

        Stimmt nicht. Bank kauft für sich nichts, sie kauft was für ihre Klienten. Und natürlich ist alles ein bewusster, staatlich organisierter Betrug. Was sonst. Dazu braucht meine keine Verschwörungstheorie. Was soll die Märchenstunde: Wer hätte das gewusst !?

        • Axel schrieb am 13. November 2010 um 14:12 - Permalink

          Was ist mit dem Eigenhandel der Banken?
          Die Giftpapiere an denen die Banken ja eigentlich Pleite gegangen sind waren doch Eigenhandel. Oder?

          Ich dachte früher immer Banken vergeben nur Kredite. Das sie Spekulationen betreiben ist mir erst durch die “Finanzkrise” voll bewußt geworden und ich kann es immer noch nicht begreifen, das Banken auf eigene Rechnung spekulieren.

        • groo schrieb am 13. November 2010 um 14:21 - Permalink

          Immerhin sind die Banken nicht nur die größten Emittenten von Wertpapieren, sondern auch die größten Käufer, würden sich also selbst betrügen.

          Diesen Kurzschluss kann es geben, ist aber nicht der Normalfall.
          es geht letztlich darum, eine physische Basis zu haben.
          “Den letzten, den die Hunde beissen”

          Siehe da:
          Barry Ritholtz hat das schön herausgearbeitet:
          (verschwindet schon wieder im memory hole, ist aber extrem wichtig:)

          http://www.ritholtz.com/blog/2010/10/why-foreclosure-fraud-is-so-dangerous-to-property-rights/

          Er führt da 11 Punkte an, die notwendig sind, dass ‘Verträge’ in einer Eigentums-Ökonomie (Übermenge des ‘Kapitalismus’) letztlich gültig sind.

          Jetzt gehts weiter.
          Matt Taibbi hat herausgearbeitet, wie das ‘Problem’, das eigentlich ein DURCHSICHTIGES BETRUGSPROBLEM ist, zZ ‘abgearbeitet’ wird.
          Fünfundzanzig Foreclosure-Fälle pro Stunde durch PENSIONIETRTE RICHTER zB in Florida= 2,5Minuten pro Fall, um den Betrug zu legalisieren.

          Das dient dazu, die Ritzholtzschen Punkte 5-8 des Rechtskonstrukts der ‘Eigentumsökonomie’ zu legalisieren.

          Wenn das nicht passieren würde, würde das ganze ‘legale’ Gebilde , das letztlich via CDO und CDS internationalisiert wurde, bis ‘herunter’ zu DB-Ackermann, IKB und Landesbanken zusammenbrechen.

          Deshalb die Hektik an der Quelle!

          Taibbi hat das sehr genau erkannt.
          “Courts Helping Banks Screw Over Homeowners”

          Wer das nicht nachvollziehen kann, und das als ‘Irrtum’ betrachtet, was da passiert ist, dem kann man echt nicht helfen.

          Das wurde systemisch auf hohem Level KONSTRUIERT, und auf Dummkopflevel exekutiert!

          OK?
          Kapisko?

          Wer glaubt, dass das sowas wie ‘error in action’ war, oder dass das eine VT ist, und sich selbst auch noch für ‘schlau’ hält, dem ist echt nicht zu helfen.

          Das ist alles aus USA geschwappt in den Rest der Welt, die GEMEINSAM alle incentives hatten, die US-amerikanischen Abenteuer und ihr deficit-spending zu globalisieren.
          Sie (die USA) haben nur ein paar Jahre (ca 2005-2007) gebraucht, um den passenden Trick zu finden:
          Und haben ihn gefunden:
          Nämlich via housing-bubble eine property-inflation zu emulieren, die der Rest der Welt auch glaubt (jedenfalls die Nonnenmachers und Stoibers dieser Welt)
          Mission accomplished, kann man da nur sagen.

          Wir Irdischen (inklusive meiner wenigkeit) zerbrechen uns den Kopf über eine ‘Theorie des Werts’ .
          So nobel das Unternehmen ist, so dumm fühle ich mich dabei.

          Die ‘Gegner’ und das predige ich seit einiger Zeit gegen Jens’ens Pragmatismus, gehören zu einer Spezies, die ich Soziopathen nenne.

          Bin ich jetzt paranoid?
          Irgendwie allgemein dumm?

          Oder sonstwie braindamaged?
          Oder seid IHR das? Inklusive Jens.

          Als philosophisch Geübte wenden wir gern ‘Ockham’ an, den ich mittlerweile auf die unbelebte Natur begrenzen möchte, die nicht reflexiv ist, sondern sich nur monokausal oder allenfalls in simplen reflexiven Schleifen ‘ausdrückt’.

          Der Schlawinwer macht sich diesen frommen Glauben zunutze, und betrügt die Oma genauso wie den frommen Wissenschaftler, der an Monokausalität glaubt.
          Nichts leichter, als Wissenschaftler zu betrügen, die daran zu glauben gewohnt sind, dass die ‘Natur’ nicht lügt.

          Fragen über Fragen

          Amen

    24. r_surfer schrieb am 13. November 2010 um 12:53 - Permalink

      Nun hast du ausgerechnet meinen nebensächlichsten und inhaltlich schwächsten Satz kommentiert, schwach, weil er kein Argument, ist sondern bloß ein Gegenbeispiel und der Mangel an Beispielen ist eben leider, dass sie nichts erklären. Aber das muss ich mir wohl selber ankreiden.

      Trotzdem ist mir nicht klar, wer mit “Klienten” gemeint ist und wieso eine Bank nicht “ihr” Vermögen mehrt, wenn sie ihre Bilanzen aufbläst. Und “staatlicher organisierter Betrug” ist nicht mehr als ein Etikett, keine Erläuterung, an was du dabei denkst. Warum muss da überhaupt das Etikett “Betrug” drauf? “Betrug” erklärt doch die Sache nicht, die da “Betrug” genannt wird, du stellst damit nur klar, dass du darüber empört bist.

    25. Django schrieb am 13. November 2010 um 13:22 - Permalink

      Ich sehe aber schon – ich sollte in Zukunft mehr Grundlagen-Artikel schreiben, um hier auch mal ein wenig aufzuklären.

      Grundlagenartikel über VWL und Finanzwirtschaft wären wirklich toll. Sobald das Thema hier losgetreten wird, stehe ich meist ziemlich auf dem Schlauch ;)

      Googelt man nach dem Thema finde ich fast nurArtikel, die für einen Laien wegen der übertriebenen Verwendung von Fachsprache (scheint anscheinend Mode in den WiWis zu sein) unverständlich sind.

      • Lazarus09 schrieb am 13. November 2010 um 14:58 - Permalink

        Das macht gar nichts, denn das ist doch hier kein Experten Blog, ich verstehe das hier eher als Plattform zum Meinungsaustausch und um einen neuen oder anderen Blickwinkel auf ein Thema zu bekommen.Wenn’s hier Leute gibt deren Steckenpferd das Thema ist zu dem gepostet wird um so besser,denn es trägt vielleicht zum besseren Verständniss bei.
        Darum denke ich ist Nachsicht angebracht wenn jemand seine Meinung hier kund gibt ohne das er spezifisches Fachwissen besitzt.Sonst könnte man solch einen Blog gleich nur für Fachleute ausrichten.
        Ich habe auch gar nicht die Zeit und Lust zu jedem Thema hier erst x Abhandlungen zu lesen,und Argumentationsketten zu entwickeln ..warum auch.

        Darum don’t worry ..

      • groo schrieb am 13. November 2010 um 15:38 - Permalink

        what’s da problem?

        Denk Dir eine Welt ohne VWL’ler und Juristen.

        Was dann?
        GROOOSSE Frage!

        Und dann denk über einen Herrgott nach, der ‘die’ nach den Kakerlaken und dem ‘Wort’
        erschaffen hat!

        Erst verlierst du den Glauben an Gott, dann nimmst du Dir die Kakerlaken vor, dann die Worte, dann … .

      • Spiegelfechter schrieb am 13. November 2010 um 15:43 - Permalink

        zumindest zum Thema Geldschöpfung under Geldfunktion werde ich ganz sicher was schreiben, weil hier wohl der meiste “Aufklärungsbedarf” besteht. Dann werde ich mal im Anschluss fragen, welche Themen noch klärungsbedürftig sind. Keine Angst, ich werde dass nicht als Uni-Lesung, sondern als richtigen Artikel aufziehen, in dem ich mich mehr auf konkrete Beispiele als auf abstrakte Formeln stütze.

        • Lazarus09 schrieb am 13. November 2010 um 15:54 - Permalink

          Und wer dann zum Thema Motoren, Volumetrischer Effizienz & Leistungsentfaltung ,Thermischer Wirkungsgrad,Mechanischer Wirkungsgrad u.s.w … einen Aufklärungsbedarf sieht ..Bitte melden…
          Wir können aber aber auch einfach drüber reden ob nun ein Diesel besser als ein Benziner ist ;-)

    26. miraculix schrieb am 13. November 2010 um 14:22 - Permalink

      eine schöne sabine christiansen hatten sie da im kurzfilm Deutschland 09/Krankes Haus. mit warnung: der film ist schwer genießbar, es ist nur eine analyse, er bringt keine synthese mehr, bringt nichts ins rollen, sondern bildet nur ab. dennoch trifft er ins schwarze.

      (lief am mittwoch abend, abrufbar für 1 woche)

      über den ebenfalls guten http://de.wikipedia.org/wiki/Résiste_–_Aufstand_der_Praktikanten schreibt die taz: “[...] die Komödie beleuchtet, auch mal surreal, klug die Nöte derer, die sich nach zig Praktika, reichlich Auslandserfahrung und super Abschlüssen als un- oder zumindest unterbezahlte Arbeitskräfte verdingen.”

      • Spiegelfechter schrieb am 13. November 2010 um 16:16 - Permalink

        apropops: http://appdrive.net/mediathek/

    27. Thom schrieb am 13. November 2010 um 15:13 - Permalink

      In beiden Filmen ist nicht eine einzige “Erkenntnis” versteckt, die man weiterverbreiten könnte.

    28. Anindo schrieb am 13. November 2010 um 15:28 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Ich schätze auch, dass er weiß, wie beispielweise die Geldschöpfung funktioniert und das die Idee der exponentiellen Vermehrung des Geld durch Zinseszins Quatsch ist. Wenn ich mich im Real Life mit Volkswirten oder schlauen Köpfen unterhalten, glaubt interessanterweise fast niemand diesen Mist.

      Da muss ich aber deutlich widersprechen. Im Buch “Crashkurs” von Dirk Müller wird z. B. fast jede “Verschwörungstheorie”, vor allem die des Zinseszins, die du geisselst, als heimliche Wahrheit hinter den Kulissen des Big-Buisness beschrieben, die jeder kluge Broker und Ökonomen wie Bernake und Greenspan schon lange wissen. Die Frage ist auch nach Müller nicht, ob das Geldsystem zusammenbricht, das exponentielle Wachstum der Geldmenge ist ja längst Fakt, sondern nur wann. Müller schreibt auch, dass das nächste Dollar-System wahrscheinlich eine Silberdeckung bekommen wird und man sich mit Edelmetallen gut eindecken sollte.

      Größtenteils ist Müllers Buch übrigens nur eine deutsche Zusammenfassung des Crash Course von Chris Martensen, den man hier verfolgen kann: http://www.chrismartenson.com/crashcourse/chapter-4-compounding-problem

      Nur weil rechte Kräfte wie die Tea-Party-Bewegung diese VTs instrumentalisieren um ihre absurden Forderungen nach Sparkurs, weniger Staat/Umweltschutz/Bildung etc. populärer zu machen, heißt das noch lange nicht, dass diese Theorien falsch sind. Die benutzen nur die innere angstmachende Logik dieser Theorien, damit diese auf ihre Politik abfärbt, die angeblich eine Lösung parat hat und diese Taktik hat ja bei der letzten US-Wahl ganz gut funktioniert.

      Ein Geldsystem basierend auf Zins und Zinseszins MUSS zusammenbrechen, nicht nur aufgrund der mathematischen Logik, auch aus reiner Erfahrung heraus, weshalb sowohl das alte Testament als auch der Koran ein Zinsverbot einfordern, was in Ländern wie Iran und Pakistan auch noch praktiziert wird. Wie ein System basierend auf Zins und Zinseszins endet, kann auch jeder mit einer Partie Monopoly nachspielen. Die Vermögensverteilung weltweit, die mit jedem Jahr exponentieller wird, zeigt nur, dass das Spiel sich dem Ende neigt und die Milliardäre, die jetzt einen Großteil ihres Vermögens spenden wollen, haben das auch längst kapiert und verzögern das brutale Spielende nur etwas nach Hinten. Die kennen wahrscheinlich auch die Binsenweisheit, nach der irgendwann keine Mauer hoch genug ist um einen wütenden Mob aufzuhalten.

      • Spiegelfechter schrieb am 13. November 2010 um 15:36 - Permalink

        Die Frage ist auch nach Müller nicht, ob das Geldsystem zusammenbricht, das exponentielle Wachstum der Geldmenge ist ja längst Fakt, sondern nur wann.

        Papperlapapp

        Müller schreibt auch, dass das nächste Dollar-System wahrscheinlich eine Silberdeckung bekommen wird und man sich mit Edelmetallen gut eindecken sollte.

        Dafür kriegt er ja auch fürstliche Werbeeinnahmen auf seiner Seite. Wenn mir die Gold-Mafia solche Angebote machen würde, würde ich auch so was schreiben ;-)

        Größtenteils ist Müllers Buch übrigens nur eine deutsche Zusammenfassung des Crash Course von Chris Martensen, den man hier verfolgen kann: http://www.chrismartenson.com/crashcourse/chapter-4-compounding-problem

        Auch noch abgeschrieben – tsssss ;-)

        Ein Geldsystem basierend auf Zins und Zinseszins MUSS zusammenbrechen

        Amen *rolleyes*

        Und warum ist das Geldsystem noch nicht zusammengebrochen? Erklär mir das bitte mal anhand des Dollars und des britischen Pfunds.

        nicht nur aufgrund der mathematischen Logik, auch aus reiner Erfahrung heraus, weshalb sowohl das alte Testament als auch der Koran ein Zinsverbot einfordern, was in Ländern wie Iran und Pakistan auch noch praktiziert wird.

        Siiiiiicher *rolleyes*

        • Anindo schrieb am 13. November 2010 um 15:53 - Permalink

          Ach ja, Jens, du glaubst ja auch noch an die Teppichmesser-Theorie von 9/11. Da kann man mit Logik und Fakten ja nichts ausrichten und das ORF schein dann wohl auch eine TV-Sender zu sein, der von wirren Verschwörungstheoretikern unterwandert ist: http://www.youtube.com/watch?v=vRijqi3lABw

          Das Buch von Dirk Müller solltest du aber vielleicht vorher lesen, bevor du dich darüber lustig machst. Er belegt diese kruden Theorien nämlich mit einigen Geschehnissen am Aktienmarkt und behauptet, dass das System sich schon längst zerstört hätte, wenn es noch einen freien Markt gegen würde. Aber ich will auch nicht zu viel verraten.

        • groo schrieb am 13. November 2010 um 16:07 - Permalink

          @Jens,
          ‘papperlappapp’
          ..oops, not found
          Was ist das für ein Link?

          würde mich schon mal interessieren, was Du gegen Chris Martenson einzuwenden hast!

          Gibt es eine deutsche Gegenaufklärung?
          CM find ich gut, und seinen ‘crash course’ habe ich sogar weiterempfohlen.

          Bin ich jetzt in Deinen Augen ein Dödel?

          Oder, wenn ich regelmässig Energybulletin oder the oildrum lese?
          Oder gar Stuart Staniford?

          Da möchte ich Dich schon warnen!

          Ich habe mich irgendwann schon mal so geäussert:
          DIE Wahrheit gibt es nicht.
          Da ist ein Kontinuum zwischen VT — common sense — und öffentlichen Verlautbarungen.

          Wo man jeweils das Messer ansetzt und die ‘kranken’ Teile abschneidet, ist ebenso diffizil wie beim Arzt.

          Aber ich gestehe Dir zu, dass Du an der ‘Gestalt’ der Gesellschaft mitschnitzen kannst.
          Das Wesen des Schnitzens liegt wesentlich in der Form des Messers (der Begriffe) und der Absicht des Schnitzers (seines Belief-systems).

          “Think for yourself. Otherwise you have to believe what other people tell you. –> For most people thinking is a matter of fortune. <– "

          Schwierige These.
          Ich denke eigentlich gerne entlang von vorgedachten Thesen, im Sinne
          von Komplexitätsreduktion.
          Was Jens sagt, sammle ich gerne im Sack meiner eigenen ‘Erkenntnisse’.
          Motto: Was Jens sagt, kannst du unbenommen als ‘Deine’ Meinung übernehmen.
          Giftpilze sollten da eher wenig drunter sein, um das mal nahrungsmässig konkret zu sagen.
          Ich würde das gerne so halten:
          Jaja. NeinNein. Im Mittel Erbrechen aufm Klo, wenns mal nicht so gepasst hat. Aber ich esse immer noch Pilze. weil ich sie –ähem– ‘liebe’.

          Klingt archaisch.

          Umso ärgerlicher werde ich, wenn ich mich betrogen fühle!
          DAS ist das Korrektiv!

          • Spiegelfechter schrieb am 13. November 2010 um 16:12 - Permalink

            papperlappapp’
            ..oops, not found

            Habe ich repapriert. Lustig finde ich aber, dass Anindo mir geantwortet hat, ohne zu merken, dass der Link kaputt war ;-)

            CM find ich gut, und seinen ‘crash course’ habe ich sogar weiterempfohlen.

            Bin ich jetzt in Deinen Augen ein Dödel?

            Nö, ich habe das Buch gelesen und bin auch mit den meisten Sachen einverstanden. Er hat die “BUY GOLD”-Empfehlung nicht so eindeutig gegeben, wie Anindo das gelesen haben will.

            Oder, wenn ich regelmässig Energybulletin oder the oildrum lese?

            Die lese ich auch. Oildrum sogar als RSS ;-)

            • groo schrieb am 13. November 2010 um 16:52 - Permalink

              ach was.

              ‘buy gold’ ist ein Werteproblem, das nur über den Zeitfaktor wirkt.

              Gedankenexperiment:
              Denk’ Dir die Menschheit weg.
              Was bleibt:?

              Es gibt KEINERLEI Werte. Nichtmal ‘Fakten’.

              Das kontinuierlich heruntergeschliffen, und Du landest bei den ‘basic needs’, wenn Du Dir Lebewesen in der ‘Welt’ denkst.

              Schrecklich das:
              Die ‘basic needs’ sind die ultimativen ‘Rohstoffe’, weil sie die meiste psychophysische Energie aktivieren.

              Die Spekulanten wissen das.
              Deshalb nenne ich sie ‘Soziopathen’.

              (Mein Testosteronlevel scheint irgendwie über die Jahre abgesunken zu sein, sodass meine Verachtung zu Bedauern geworden ist.)

            • Anindo schrieb am 13. November 2010 um 18:41 - Permalink

              Habe ich repapriert. Lustig finde ich aber, dass Anindo mir geantwortet hat, ohne zu merken, dass der Link kaputt war ;-)

              Das habe ich gemerkt, aber “papperlappapp” kann ja nicht viel sein. Nun gut, jetzt weiß ich immer noch nicht, was du damit sagen willst. Die “Long-Term”-Kurven sprechen doch eine deutliche Sprache und nur wenn die reale Geldmenge sich nicht exakt exponentiell verhält, heißt es nicht, dass die Theorie falsch ist. Da wird nur viel Geld abgeschrieben. Banken, Unternehmen und Privathaushalte gehen pleite und die Gläubiger schlicht leer aus. Exponentielles Wachstum trifft immer irgendwann auf die Wirklichkeit und das Geldsystem funktioniert ja auch so lange, wie die Wirtschaft exponentiell wächst und wenn das auch nur auf dem Papier bzw. in gefälschten Statistiken passiert. Beide Crashkurse geben genug Beispiele, wie man das fatale System versucht zu retten und auch Dirk Müller sagt ganz klar, dass man mit diesen Tricks nichts retten kann, sondern bloß die Fallhöhe nach oben korrigiert.

              Was allerdings nicht korrigiert wird, ist die globale Einkommensverteilung, die z. B. in den USA auch sehr exponentiell aussieht und global kaum ausgeglichener sein wird: http://www.querschuesse.de/schokierende-daten/
              Jeder vierte US-Arbeitnehmer lebt schon unter der Armutsgrenze und im globalen Monopoly sieht es noch düsterer aus. Mit Neuaufnahme von Schulden, ob durch Staatsanleihen oder lockerer Kreditvergabe, versucht man das System aufrecht zu erhalten, aber ein System, wo der Kreditnehmer über Zins und Zinseszins mehr Geld zurückzahlen soll als je produziert wurde bzw. erst durch neue Schulden erschaffen werden muss, kann nur zusammenbrechen, vor allem, wenn die realen Grenzen des Wachstums erreicht wurden. Durch Finanzpleiten von Staaten und Unternehmen kann man die mathematische Zwangsläufigkeit korrigieren und das ist das, was noch im größeren Ausmaß passieren wird und muss.

              Der Finanzcrash ist ja auch genau das gewesen, was Chris Martenson vorhergesagt hat und der Zusammenbruch ist nur durch Aushebelung der freien Märkte und absurd hohen Finanzspritzen, die wieder mit Zinseszinsen zurückgezahlt werden sollen, abgewendet worden. Aber ist der Patient jetzt gesund oder auch nur auf dem Wege der Besserung? Hat die USA ein Triple-A verdient oder Deutschland langfristig gesehent? Wer daran glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann.

        • Schneemann schrieb am 13. November 2010 um 16:59 - Permalink

          Und warum ist das Geldsystem noch nicht zusammengebrochen?

          Das passiert doch gerade, wir sind da mittendrin.

          • Spiegelfechter schrieb am 13. November 2010 um 17:29 - Permalink

            Genau ;-)

            Und wenn man den üblichen Verdächtigen glaubt, ist das schon seit Anno Tuck der Fall *rolleyes*

            • Anindo schrieb am 13. November 2010 um 21:30 - Permalink

              Und wenn man den üblichen Verdächtigen glaubt, ist das schon seit Anno Tuck der Fall *rolleyes*

              Wenn das nicht auch exakt das Hauptargument der Climate-Change-Leugner ist, wüsste ich nicht, welches sonst.

              Wohl keiner von uns wird vorhersagen können, was in 10, 20, 30 Jahren sein wird, weder für das Wirtschafts- und Finanzsystem noch für das globale Klima. Das Worst-Case-Szenario sieht für beide Themengebiete grauenvoll aus, besonders wenn man nichts dagegen tut. Das best-mögliche Szenario ist allerdings auch nicht rosig. Bestenfalls erhalten die Industrienationen ihren Status Quo während neue dazu kommen, die Armut wächst nicht noch schlimmer, der Meeresspiegel steigt nicht spürbar, man findet noch genug Rohstoffe für die weltweite Produktion, die Ernteausfälle werden durch genetisches Saatgut aufgefangen, die Welt wird nicht noch ungerechter, Staatsschulden bleiben moderat, mal gibt´s Aufschwung, mal Abschwung etc. Kann ja alles sein, aber so lange nichts gegen den worst-case unternommen wird, wird es um so schlimmer, falls es doch eintritt.

    29. Schneemann schrieb am 13. November 2010 um 16:54 - Permalink

      Es spielt keine Rolle, wem die FED gehört, da die “Besitzer” keinen Einfluss auf die Geschäftspolitik haben.

      Tatsächlich? Wieso kriegen die FED-Eignerbanken Milliarden für lau, während die FDIC die freien Institute regelrecht abschlachtet und deren Innereien preiswert an die am wohlgefällten FED-Geldtopf hängenden Eignerbanken verscherbelt? Gut, vielleicht ist dies ja keine Geschäftspolitik, sondern deren strategische Ausrichtung…

      Herr Bernanke wurde vom Präsidenten ernannt und kann auch heute oder morgen abgerufen und ersetzt werden.

      Wie denn, wenn quasi der gesamte Senat vom Großkapital gekauft ist?!

      Für die FED-Banken ist die Einlage übrigens kein besonders lukratives “Investment” – die Rendite ist eher bescheiden.

      Aber der Zugriff auf freies Geld zum Nulltarif, um damit vierprozentige Bonds in nahezu unbegrenzter Höhe zu finanzieren, ist äußerst lukrativ.

      Die Besitzerschaft einer Zentralbank ist eher eine technische Frage, solange sich aus den Besitztiteln keine Weisungsmacht herleitet. Das ist bei der FED aber nicht Fall.

      Ja, Jens, für Dich ist diese Welt noch schön und in Ordnung, gelle? Auch ein Tumor mag ungefährlich sein, solange er sich auf die befallenen Gewebeteile beschränkt.

      • groo schrieb am 13. November 2010 um 17:15 - Permalink

        da die “Besitzer” keinen Einfluss auf die Geschäftspolitik haben.

        Dicker Hund.

        Hallo Jens:
        Wie meinst Du das?

        • groo schrieb am 13. November 2010 um 17:30 - Permalink

          …der Einfluss von zB Frau Klatten auf BMW ist?

          Richtig;
          Den Gewinn zu maximieren.
          Und in welchem Zeitraum?
          Richtig:
          So bald, dass sie in U-Parkplätzen noch einen ordentichen Bums bekommt!

          Der Bumser bekommt dann statt 10Mio eben 100 Mio, sodass der wertesten ‘Leistungsträgerin’ noch ca 100 solcher ‘Bumse’ übrigbleiben, die sie notfalls juristisch wegen mangelnder ‘Satisfaktion’ einklagen kann.

          Wär ja noch schöner!

          Leistungsträger haben zu liefern!”

          • Spiegelfechter schrieb am 13. November 2010 um 17:35 - Permalink

            …der Einfluss von zB Frau Klatten auf BMW ist?

            Groß, weil sie über den Aufsichtsrat BMW kontrolliert. Das kann man mit der FED nicht vergleichen.

            • groo schrieb am 14. November 2010 um 00:17 - Permalink

              Das kann man mit der FED nicht vergleichen.

              hab ich das?

              Ich habe nur DaMasio zitiert:
              Ich fühle, also bin ich.
              Oder so ähnlich.

            • groo schrieb am 14. November 2010 um 00:30 - Permalink

              das ist jetzt kein Quatsch, sondern eine Erkenntnis.
              Und ganz kostenlos!
              Bitte.
              Danke.

      • Spiegelfechter schrieb am 13. November 2010 um 17:34 - Permalink

        Tatsächlich? Wieso kriegen die FED-Eignerbanken Milliarden für lau, während die FDIC die freien Institute regelrecht abschlachtet und deren Innereien preiswert an die am wohlgefällten FED-Geldtopf hängenden Eignerbanken verscherbelt? Gut, vielleicht ist dies ja keine Geschäftspolitik, sondern deren strategische Ausrichtung…

        Das mag ja auch daran liegen, dass die FED-Eignerbanken a) mit ihren Einlagen haften und b) zufälligerweise zu den größten Banken gehören. Zum EZB-Diskontfenster hat eine kleine Ökoklitsche übrigens auch keinen Zugang.

        Herr Bernanke wurde vom Präsidenten ernannt und kann auch heute oder morgen abgerufen und ersetzt werden.

        Wie denn, wenn quasi der gesamte Senat vom Großkapital gekauft ist?!

        Genau! Ich könnte schwören, ich habe neulich ein Goldman-Sachs-Label an Obamas Hintern gesehen. Aber ich kann mich auch täuschen.

        Aber der Zugriff auf freies Geld zum Nulltarif, um damit vierprozentige Bonds in nahezu unbegrenzter Höhe zu finanzieren, ist äußerst lukrativ.

        Aber sicher, frage mal die europäischen Banken, die fast das gleiche System hier mit der EZB machen. Das ist kein Zentralbankenproblem und erst recht kein Problem der “Besitzfrage”, sondern ein ganz massives Lobbying-Problem. Nur weil ich nichts von derlei VTs halte, heißt das natürlich im Umkehrschluss, ich würde die FED oder gar die Großbanken verteidigen. Im Gegenteil. Und das weiß Du auch.

        • Schneemann schrieb am 13. November 2010 um 18:00 - Permalink

          Ich könnte schwören, ich habe neulich ein Goldman-Sachs-Label an Obamas Hintern gesehen.

          Seh da mal nicht ganz so schwarz… :P

          ich würde die FED oder gar die Großbanken verteidigen. Im Gegenteil. Und das weiß Du auch.

          Gut, da hast Du wieder mal recht. Wobei bei Dir (zu)viel (zu) rasch in die Verschwörungstheorienecke geschoben wird. Die Verschwörungen sind mittlerweile er- und bekannt, daher besteht keine Notwendigkeit, sie als möglicherweise unbegründete Theorie zu klassifizieren.

          • Sven schrieb am 14. November 2010 um 13:10 - Permalink

            Jens: “Und das weißt du auch”
            Ich wußte das nicht, aber gut zu wissen.

            Schneemann. ” Wobei bei Dir (zu)viel (zu) rasch in die Verschwörungstheorienecke geschoben wird.”
            Das sehe ich anders und ist einder der Hauptgründe warum ich hier regelmäßig mitlese und z.B. die NDS nicht lese, zu polemisierend/VT/nicht fundiert.

            @Jens:Bei dem geplanten Artikel “Grundlagen der VWL und Geldtheorie” wäre es schön wenn du mal ein paar Diagramme aus dem papperlappapp Link interpretieren würdest

    30. Lazarus09 schrieb am 13. November 2010 um 18:00 - Permalink

      …der Einfluss von zB Frau Klatten auf BMW ist?

      Sie schaut das der Konzern innerhalb von drei Monaten mehr Gewinn abwirft,als den damaligen Kaufpreis.

      Kurz zu den Quandts ..Echte Unternehmer,Eliten und Leister ! Die Herrausragenden Leistungen sind Fett hervorgehoben….!

      Die aus Holland stammenden Quandts hatten sich um 1700 im brandenburgischen Pritzwalk niedergelassen:Die Erfolgsstory der Quandts beginnt damit, dass ein Emil Quandt 1883 mit der Produktion von Armeeuniformen groß ins Geschäft kam. Während des Ersten Weltkriegs und auch in den Jahren danach hat ein Günther Quandt die Produktion von Rüstungs-und Industriegütern in großem Maßstab ausgebaut.Mit der Proklamation der Rassengesetze profitierten auch die Quandts von der ‘Arisierung’ der Wirtschaft, übernahmen die Betriebe enteigneter Konkurrenten, bauten Ihren Konzern zu einem der größten
      Rüstungsproduzenten des Dritten Reichs aus und ließen sich mit Heerscharen von Zwangsargbeitern versorgen.
      Weil es (auch) den Quandts gelungen war, weite Teile ihres durch Kriegsvorbereitung und Krieg gewonnenen Vermögens über das Kriegsende hinweg zu retten, konnte ein Herbert Quandt 1959 die Kapitalmehrheit (60%) bei BMW erwerben.

      Echte Leister diese Quandts … Möchte jemand als Zwangsarbeiter zu mir nach UK kommen ? Vielleicht könnte ich ja falls die “Arisierung” wieder in Mode kommt ein paar konkurierende Höfe in Old Germany …?
      Bin ich dann ein Elitärer Leister ? Wird da jemand noch danach fragen ?

      • groo schrieb am 13. November 2010 um 18:29 - Permalink

        Wow, Du bist ja besser informiert als ich.

        Frau Klatten ist für mich nur ein..naja.. ähem.

        Das Verblüffende ist, dass zurückdatiert: die Ahnen der ‘Leister’ i.w. –nach heútigen Mass-stäben durchwegs Verbrecher waren.
        Was hat das zu bedeuten?

        –> ‘American Theocracy,’ by Kevin Phillips
        http://www.nytimes.com/2006/03/19/books/review/19brink.html?_r=1

    31. Lazarus09 schrieb am 13. November 2010 um 18:20 - Permalink

      Auch interessant wie der Deal zustande kahm, wie alte Seilschaften und die Deutsche Bank…,bei dem Herbert Quandt 1959 die Kapitalmehrheit bei BMW erreichte…

      Mit Leistung und Schaffen hat das wenig zu tun mit Krimineller Energie aber schon …. meine Meinung

      • groo schrieb am 13. November 2010 um 18:47 - Permalink

        ‘Reichtum’ hat viel mit Libido zu tun.
        –Raffen. Gier.

        Historisch sollte uns das recht wurst sein.
        Mir zumindest gingen die Gierknochen bisher irgendwo am ‘A…bendland’ vorbei.

        Heute:?
        Frag mich nicht!
        Auch ein Buddha erhebte sich heute von seinem Allerwertesten!

        • Linus schrieb am 13. November 2010 um 19:04 - Permalink

          “Auch ein Buddha erhebte sich heute von seinem Allerwertesten!”

          “Erhübe, erhübe”, mein Lieber, zumindest dieser letzte Rest an Form soll doch gewahrt bleiben. Wenn wir schon baden gehen, dann bitte mit korrektem Konjunktiv ;-)
          Zum Reichtum: Reichtum ist sowas von langweilig! Ich kann mir nichts Unerotischeres vorstellen.

          Gruß

          • groo schrieb am 13. November 2010 um 19:10 - Permalink

            erhübe.
            mein Gott!
            wie kam ich nur darauf?

            Danke!
            Bin zwar nicht gaaanz sicher, aber Grammatik sollte der Welt zumindest nicht schaden!

            Grüsse!

            • groo schrieb am 13. November 2010 um 20:53 - Permalink

              ich erhob mich vom Bette, formulierte eine Antwort –und ging dann wieder zu Bette.
              Und man beleidige mir meinen Linus nicht.

              Old rockin’ chair’s got me, my cane by my side
              Fetch me that gin, son, ‘fore I tan your hide
              Can’t get from this cabin, goin’ nowhere
              Just set me here grabbin’ at the flies round this rockin’ chair

              My dear old aunt Harriet, in Heaven she be
              Send me sweet chariot, for the end of the trouble I see
              Old rockin’ chair gets it, Judgement Day is here
              Chained to my rockin’ chair

              Old rockin’ chair’s got me, son, (Rocking chair got you, father)
              My cane by my side, (Yes, your cane by your side)
              Now fetch me a little gin, son (Ain’t got no gin, father)
              What? ‘fore I tan your hide, now, (You’re gonna tan my hide)

              You know, I can’t get from this old cabin (What cabin? joking)
              I ain’t goin’ nowhere (Why ain’t you goin’ nowhere?)
              Just sittin’ me here grabbin’ (Grabbin’)
              At the flies round this old rockin’ chair (Rockin’ chair)

              Now you remember dear old aunt Harriet, (Aunt Harriet)
              How long in Heaven she be? (She’s up in Heaven)
              Send me down, send me down sweet (Sweet chariot) chariot
              End of this trouble I see (I see, Daddy)

              Old rockin’ chair gets it, son (Rocking chair get it, father)
              Judgement Day is here, too (Your Judgement Day is here)
              Chained to my rockin’, old rockin’ chair

              Amen.

          • Batzi schrieb am 13. November 2010 um 19:27 - Permalink

            erhöbe

            PS: Bist Du der Niggemeier-Linus?

            • Linus schrieb am 13. November 2010 um 19:30 - Permalink

              … oder mit “Würde”. Bist du der Griabige?

    32. Lazarus09 schrieb am 13. November 2010 um 18:43 - Permalink

      Wow, Du bist ja besser informiert als ich.

      Rund um’s Boot und Auto ..im besonderen die mit den stilisierten Propeller ..
      mein Steckenpferd ,Job und Broterwerb … so hat halt jeder ;-)

    33. Oliver Mark schrieb am 14. November 2010 um 17:29 - Permalink

      Wie kommst Du auf die Idee, eine Tobin-Tax sei VT-Scheiß?

      ich? Wie, was? Ich find die Idee super. Ich wollt bloss mal wissen, was die Experten davon halten…

    34. Peter schrieb am 14. November 2010 um 19:58 - Permalink

      Beides sehr schöne Filme! So deutliche Worte, wie Prof. Lesch sie da findet, hört man leider viel zu selten im Fernsehen…

    35. paragorn schrieb am 16. November 2010 um 14:49 - Permalink

      Es spielt keine Rolle, wem die FED gehört, da die “Besitzer” keinen Einfluss auf die Geschäftspolitik haben.

      Hier sei auf die die Befragungen von Inspector General Coleman und Vice Chairman Kohn vor dem Finanzkommitee in 2009 verwiesen.

      Herr Bernanke wurde vom Präsidenten ernannt und kann auch heute oder morgen abgerufen und ersetzt werden.

      Hier sei auf die Befragung von Chairman Bernanke vor dem Senat in 2009 verwiesen.

      Dass Bernanke von Obama für eine zweite Amtszeit nominiert wurde (weil er ja in der Krise so tolle Arbeit geleistet hat), ist durchaus bemerkenswert. Bei seiner Wahl vom Senat 2010 hat er das historisch knappste Ergebnis erzielt.

      Schneemann hat weiter oben nur den Gedanken ausgesprochen, der sich einem da geradezu aufdrängt.

      Für die FED-Banken ist die Einlage übrigens kein besonders lukratives “Investment” – die Rendite ist eher bescheiden. Die Besitzerschaft einer Zentralbank ist eher eine technische Frage, solange sich aus den Besitztiteln keine Weisungsmacht herleitet. Das ist bei der FED aber nicht Fall.

      Ich schätze, weil die FED so zuverlässig und gut funktioniert, wurde der Federal Reserve Transparancy Act 2009 verabschiedetet.

      Man darf auf die Ergebnisse gespannt sein… und die Aussagekraft der Ergebnisse

    36. Frank Schenk schrieb am 19. November 2010 um 02:23 - Permalink

      Ich habe einen Plan!

      Ich leih mir von 10 Freunden/Bekannten/Familie je 100 Euro.

      Mit den 1000 Euro geh ich zur Bank und nehme einen Kredit auf über 100000 Euro.

      Mit den 100000 Euro geh ich zur nächsten Bank und leihe mir 10000000 Euro.

      Mit den 10 Millionen kauf ich mir eine Insel, erkläre die Insel zu einem neuen Staat Franksreich. Dann kaufe ich mir noch eine Angel von den restlichen 2000 Euro, eine Hängematte und eine Machete und ein paar Feuersteine und was man so braucht und lebe auf meiner Insel dann von Fischfang und Kokosnüssen und was die Natur noch so bietet. Die verbliebenen 1000 Euro zahle ich meinen Freunden/Bekannten/Familien natürlich zurück. Die Kredite lass ich einfach platzen. Die Banken holen sich das Geld dann vom Staat und der von EUCH!

      Ihr glaubt, das geht nicht? Doch, das geht, wenn du Inhaber einer Bank bist und irgendeine Ratingagentur bestichst, dich mit AAA+ zu bewerten.

      Im nächsten Leben werde ich Bankster…

    37. t.h.wolff schrieb am 22. November 2010 um 10:40 - Permalink

      Daß sich Professor Lesch als Vertreter der Deutschen Intelligenz hier so deutlich einläßt, ist für mich überaus erfreulich. Wie das allerdings in den Schlipsetagen seiner Sender ankommt, das steht auf einem anderen Blatt: wer erinnert sich nicht an die causa Brender, als “Mutti”, mit Roland Koch als Rädelsführer und einer gewohnt zahnlosen SPD als Sancho Pansa, den untadeligen Intendanten des ZDF wegen zu geringen Respekts vor der Macht abservierte. Auch der bayrische Rundfunk (Br-alpha) ist bekanntlich auf Regierungslinie, seit Merkels früherer Pressesprecher Ulrich Wilhelm dort die Intendanz übernahm.

      Ob so viel wissenschaftliche Objektivität beim Blick auf die Sachlage da noch lange erwünscht sein wird ?

      http://weblog.medienwissenschaft.de/archives/7289


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