Dialog unter Feinden
geschrieben am 28. Dezember 2008 von Spiegelfechter
Sollte es Obama mit seinem Angebot für einen Dialog zwischen Washington und Teheran ernst meinen, stünden die Chancen für einen Erfolg sehr gut
Der Traum eines nach westlichen Vorstellungen geprägten Nahen Ostens ist mit der Ära Bush untergegangen. Beim Versuch, den Nahen Osten mit militärischen Mitteln zu demokratisieren, hinterließ der Westen verbrannte Erde. Vor allem das Verhältnis zwischen den USA und Iran ist in den letzten fünf Jahren vergiftet. Die Pragmatiker in Washington haben bereits seit längerem erkannt, dass eine Schadensbegrenzung des politischen Desasters nur möglich ist, wenn man mit der regionalen Hegemonialmacht Iran kooperiert. Der künftige Präsident Barack Obama hatte bereits im Wahlkampf angekündigt, die diplomatische Eiszeit mit Iran zu beenden und den Dialog zu suchen, obgleich die Ernennung außenpolitischer Hardliner in Schlüsselpositionen Zweifel an einem echten Willen zur Kooperation wecken. Wenn die USA Iran die Hand entgegenstrecken sollten, wird diese Hand von den iranischen Machthabern mit Freude ergriffen werden. Die Wirtschaftssanktionen des Westens haben das Land geschwächt und der Wille zur Kooperation ist in Teheran vorhanden.
Weiter auf Telepolis
![]()


Ein Kriegseinsatz sollte immer das letzte Mittel sein, wenn alle anderen diplomatischen Bemühungen im Sande verlaufen sind.
Der Iran ist ein souveräner Staat und sollte auch so behandelt werden.
Im Interesse des Weltfriedens.
Ich hab deutliche Zweifel bezüglich der Wirksamkeit der Wirtschaftssanktionen des Westens. Zumal die Franzosen und wir nie Probleme mit Geschäften im Iran hatten.
Mir erscheint diese Argumentation ziemlich eurozentrisch. Man kann heute doch amerikanische/europäische Technologie durch solche aus anderen Regionen ersetzen.
Kurzfristig wird das Land doch eher geschwächt durch den sinkenden Erdölpreis. Die besassen ja beachtliche Wachstumsraten in den letzten Jahren. Nur bricht das eben mit einem sinkenden Ölpreis zusammen. Mittelfristig imnsho dadurch, dass sie kein wirklich nachhaltiges Entwicklungsprogramm haben. Dieser ganze Islam-Klimbim stößt eben einen großen Teil der technologisch-wirtschaftlichen Elite des Landes irgendwann ab. An den Universitäten scheint die islamische Republik nach wie vor nicht so dolle anzukommen.
Dieser ganze anti-amerikanische Diskurs erfreut zwar gewisse politische Klientel bei uns, stört aber eine nachhaltige Entwicklung der entsprechenden Länder.
@Lemmy
Du gehst davon aus, dass Iran “nur” Technologien aus dem Westen importiert und ansonsten im luftleeren Raum existiert – Iran hat wesentlich größere Probleme mit den fehlenden Absatzmärkten für diverse Produkte, die nichts mit Rohöl zu tun haben. Aber auch auf der Importseite gibt es idT Probleme – trotz des Ölreichtums hat Iran z.B. nicht genügend raffinierte Erdölprodukte im Land.
Welche Export-Produkte wären das denn?
Und offen gesprochen hab ich so meine Zweifel, ob es z. Zt. echt schwierig ist an raffinierte Erdölprodukte zu kommen, da es dort jetzt nun mal eine Überproduktion gibt.
@Lemmy
Iran ist ein großes Land mit einem recht ordentlichen Bildungssystem – lass Deine Phantasie spielen.
Wenn man als Exporteur von raffinierten Produkten auf einer schwarzen Liste der USA und ggf. auch der EU landet … ja dann ist es schon schwierig nach Iran zu liefern.
http://politikprofiler.blogspot.com/2008/12/ard-magazin-panorma-ber-us-sanktionen.html
http://www.ver-tarn.de/info/823/us-firmen-beliefern-iran-deutsche-firmen-wegen-sanktionen-rausgedraengt
Iran verlegt Raketen und Truppen nach Eritrea, “Piraten”-Flottenaufmarsch durch EU und USA rollt an
http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=5788&Itemid=214
Ich kopiere einfach mein Beitrag aus tp hierher:
Wenn Jens Berger über Iran schreibt… kommt sowas bei raus:
“Ahmadinedschad gilt als populistischer Hardliner und es darf Zweifel
daran geben, dass er in Wahlkampfzeiten an einem konstruktiven Dialog
interessiert sein könnte, da er seine Stimmen vor allem im
fundamentalistischen und nationalistischen Lager verortet. Bei dieser
Klientel kommen Antiamerikanismus und Antisemitismus besser an als
Dialogbereitschaft.”
Antiamerikanismus und Antisemitismus also…
Kein Wunder wenn die Reaktionen im Forum darauf dann so ausfallen:
“Worüber soll man sich mit einem irren Dschihadisten und Judenhasser
unterhalten?”
Nicht nur dass Herr Berger die propagandistischen und sinnentleerten
Kampfbegriffe Antiamerikanismus und Antisemitismus benutzt, er denkt
wohl auch dass er dass 1:1 auf den Iran übertragen kann.
Aber nun gut. Keine Ahnung zu haben und darüber schreiben scheint
hier bei tp in letzter Zeit in Mode zu kommen.
Fazit:
Bitte hör auf über inner-iranischen Verhältnisse zu schreiben wenn du keine Ahnung davon hast. Bei Hoder hast du genauso Die Meinung von anderen abgeschrieben. Ich finde dass es langsam mal reicht. Diese Selbstherrliche Art komplizierte Materie mit Mainstream-Logik erklären zu wollen zeigt nur dass dein Denken noch tief im System verankert ist. Ich zumindest hab keinen Respekt davor.
Man kann mit jedem reden, es kommt immer nur auf den richtigen Zeitpunkt an.
Wenn es ein Jude wie Marshall B. Rosenberg (Gewaltfreie Kommunikation) es schafft, mit Palistinänsern zu reden, dann kann es auch bei jedem anderen funktionieren. Mein Lieblingsspruch dazu kommt von Isaac Asimov, der in seiner Foundation-Trilogie feststellte: “Gewalt ist die letzte Zuflucht der Unfähigen”.
Das Hauptproblem in den Beziehungen zwischen Iran, Irak, Israel, Palästina, Europa, USA liegt IMHO darin, daß die “westlich” eingestellten Staaten die anderen einfach nicht respektieren und als Staatswesen und Menschen achten, die auch ein Recht auf Leben und Unversehrtheit haben. Wir regen uns auf und schreien nach Vergeltung, wenn ein paar westliche Bürger sterben. Aber es ist kaum einer Schlagzeile würdig, wenn Hunderte, Tausende oder gar mehr Menschen in diesen Ländern durch westliche Waffen sterben!
Solange wir also dem Leben eines einfachen Menschen in Palästina, Irak, Iran, Simbabwe, Afghanistan oder auch in Deutschland nicht den gleichen Wert zumessen, wie einem “angesehenen” Bürger, solange werden wir Schwierigkeiten mit der Kommunikation mit anderen Ländern und Kulturen haben.
ollas freigeist,
hier ist auch platz genug für ne Gegendarstellung, aber sich hier nur hinzustellen und zu behaupten, dass der herr berger doof is und keine ahnung hat find ich etwas schwach… im zweifelsfall hätten ein paar links zu alternativmaterial gereicht….
@freigeist666
Ich kann nicht wirklich nachvollziehen, warum Du so angepisst bist.
Just for info – ich habe mehrfach mit ihm mündlich und schriftlich kommuniziert. Beim letzten Artikel war dies aus erklärlichen Gründen nicht möglich.
Das musst Du auch nicht, aber es wäre schön, wenn Du einmal etwas konkreter werden könntest. Bist Du denn der Ansicht, Ahmadinedschad würde nicht mit antiamerikanischen und antisemitischen Stereotypen und Äußerungen spielen, um Stimmen aus den Kreisen zu bekommen, in denen diese weltanschaulichen Fragen populär sind? Lass mich und die Leser doch bitte an Deiner Fundamentalkritik des Artikels teilhaben – vielleicht lernen wir ja noch etwas.
Die Kooperation mit dem iranischen Regime ist m.E. ohnehin bald zwingend erforderlich, da dieses an Trägersystemen mit Nuklearwaffen arbeitet und Drohungen ausstösst.
Ich denke, diese Kooperation wird dann ähnlich aussehen wie die jetzige mit den Gotteskriegern der Hamas oder die mit denen von der Hizbullah 2006.
@Horscht
a) wo arbeitet das iranische Regime an Trägersystemen?
b) wo arbeitet es an Nuklearwaffen?
c) nenne mir einen Grund, warum Iran nicht mit dem Westen kooperieren könnte?
Der Vergleich mit Hamas und Hisbollah ist übrigens ziemlich abstrus.
ad a: Von den Raketenübungen und Erflogsmeldungen der Mullahs nichts mitbekommen? Soll ich jetzt wirklich (noch einmal) in die Recherche gehen?
ad b: vgl. a – wobei es natürlich sein kann, dass das angereicherte und waffenfähige Material nur für den zivilen Nutzen gebraucht wird (wobei dafür keine Anreicherung erforderlich gewesen wäre und sogar ein Export von nicht waffenfähigem Material von einigen Ländern angeboten worden ist)…
ad c: siehe a und b, es scheinen aber auch kulturelle Differenzen zu bestehen (Steinigungen, Folter, Unterdrückung – hier sind schon echte Unterschiede zu “normalen” Diktaturen feststellbar)
Hamas und Hisbollah werden vom Iran finanziert und gecoacht, so liest man, die “Parteiprogramme” sind ähnlich aggro. Geh mal in die Recherche, die verheimlichen eigentlich nicht, was sie wollen.
Übrigens wurden im Iran auch viele Linke gehängt, nur zur Erinnerung…
@Horscht
Klar – aber es gibt einen Unterschied zwischen Raketen und Trägersystemen für Nuklearwaffen. Dass die iranischen Raketen als solche nichts taugen, bestreitet niemand und das Iran in diese Richtung forscht, behauptet niemand – zumindest der NIE der US-Geheimdienste negiert dies.
Gibt es denn irgendeinen Hinweis, dass Iran über die zivile Nutzungsgrenze von mW 4% aufbereiten würde? Wäre mir neu. Auch ist es falsch, dass Uran für die zivile Nutzung nicht aufbereitet werden müsste – natürlich muss es dies.
Gefoltert wird leider in vielen Staaten, auch die Meinung wird in vielen Staaten unterdrückt – Steinigungen sind in Iran sehr selten und werden von offizieller Seite nicht genehmigt. Klar, schön ist das alles keinesfalls. Aber wenn es “uns” daran gelegen ist, daran etwas zu ändern, so ist dies nur(!) durch Kooperationen und nicht durch Konfrontation möglich.
btw.: Staaten wie Saudi-Arabien, in denen es um die Menschenrechtslage noch schlechter steht, als in Iran, kooperieren schließlich auch mit dem Westen.
Iran, Hamas und Hisbollah eint der gemeinsame Feind Israel. Die USA haben auch die Mudschaheddin unterstützt und Du kämst sicher nicht auf die Idee beide gleichzusetzen. Würden USA und Israel endlich einmal auf Iran zugehen (2003 stand die Tür sperrangelweit offen) würden Hamas und Hisbollah übrigens ernsthafte Probleme bekommen. Dass beide sich Richtung Teheran wenden, ist übrigens nur logisch, wenn ihnen der Rest der Welt die Tür vor der Nase zuschlägt.
OK, es besteht also Einigkeit bzgl. der Trägersysteme.
Die Nuklearkraft zur zivilen Nutzung ist dem Iran angeboten worden, die wollten selbst anreichern. Warum? Genau, das gelieferte Material wäre nicht waffenfähig, zumindest liegt dieser Schluss auf der Hand, oder?
Ob man die Unterschiede zwischen “normalen” Diktaturen und dem Iran (oder den Taliban bspw.) sehen möchte, hängt davon ab, ob eine religiöse Komponente des Unrechts gesehen wird – oder eben nicht. LOL
Hast Du Dir mal Gedanken gemacht, warum die so fanatisch gegen Israel kämpfen, obwohl ein Friedensvertrag (inkl. sog. Friedensrendite) immer (na gut, zumindest seit 15 Jahren ganz sicher ;–) möglich gewesen wäre?
Warum wollen die Sudeten nicht zurück nach Tschechien oder die Schlesier nach Polen? Warum will Ungarn von Rumänien nichts zurück? Was ist mit Polen und den ehemals polnischen Gebieten in Russland?
Stimmt, die Sache ist so zu sagen verjährt. Aber Israel verjährt nicht und niemals, gell?
Saudi-Arabien kooperiert mit dem Westen, weil es “normal-diktatorisch” geführt ist, so wie Lybien oder Ägypten oder Jordanien (Syrien ist ein interessants Land, da wäre m.E. was zu machen). Der Iran ist eine Religionsdiktatur, vgl. auch das ehemalige Taliban-Afghanistan, aus meiner Sicht geht hier genau deshalb nichts auf dem Verhandlungstisch.
So weit meine Analyse, aber es wird sich zeigen. Wenn Obama hier seine Nase reintut, dann wirds für die Mullahs ganz ganz schwer ihre Atomwaffenprogramm fortzuführen. Mal schauen.
Hmm, und die Hamas und die Hizbullah, die könnten wirklich jederzeit vom “Rest der Welt” in die Arme geschlossen werden, da hast Du nicht recht, die müssten aber flexibel sein, was wiederum nicht möglich scheint aus den oben geschilderten Gründen.
@ Horscht
Deine Art zwischen guten und schlechten bösen Systemen zu unterscheiden ist wirklich verwirrend. Diese Verwirrung bringt mich auf den Gedanken, daß diese unfruchtbare Weise des Betrachtens und des Umgehens mit dem Iran wahrscheinlich ihr Ende damit finden wird, wenn die Iraner endlich ihre Bombe haben. Dann müßte die atomare Abschreckung greifen und man könnte wieder über die tatsächlich wichtigen Sachen schnacken.
Eigentlich bin ich ja Gewaltverächter und Waffengegner, doch würde ich dabei nicht soweit gehen, Waffen gegen einen einzusetzen, der sich Waffen beschaffen will. Dumme Situation, aber jeder nach seiner Facon.
Könnte es sein, daß der Iran sein Atomprogramm ausschließlich friedlich einsetzen will? Das finde ich als Atomkraftkritiker bereits verdammt bedenklich und wenig vielversprechend für die Zukunft der Menschheit. Ihnen jetzt per Unterstellung ‘die Bombe’ respektive das Streben danach unterzujubeln, ist insgesamt wenig hilfreich, wenn man an konstruktiven Lösungen ernsthaft interessiert ist.
@Degna:
Analysen betrachten die Gegenbenheiten und haben oft prognostizierende Wirkung (ansonsten gäbe es weniger Interesse an Betrachtungen dieser Art und man würde – gerne auch äquidistant – abwarten und schauen was passiert). Dumm natürlich, dass keiner weiss was wirklich passieren wird.
Insofern könnte man den Iranern die Bombe lassen oder zumindest die indirekten oder direkten Ankündigungen diese anzustreben, falls sie es doch nicht tun.
Wir könnten also lässig den Steinigungen und dem Hängen in und um Teheran zuschauen, korrekt, weiss zwar nicht, ob das richtig wäre, aber es ginge.
Aber geht das auch für die Nachbarn, die teilweise sogar direkt bedroht werden (ich meine nicht nur Israel)?
Und wie kann man mit dem Iran verhandeln? Auf welcher Basis? Da fehlt mir die Phantasie, zumal Israel eingebunden werden müsste (die “Garantie”, die aus dem Obama-Team verlautbarte, dass – sofern ein Atomschlag gegen Israel stattfindet – dann ein massiver Gegenschlag der USA gegen Iran erfolgen würde, scheint mir völlig untauglich). Ohne Israel wäre es natürlich leichter. ;–)
Zu “Diese Verwirrung bringt mich auf den Gedanken, daß diese unfruchtbare Weise des Betrachtens und des Umgehens mit dem Iran wahrscheinlich ihr Ende damit finden wird, wenn die Iraner endlich ihre Bombe haben.”:
Das ist natürlich die (letzte) Konsequenz des Nichthandelnwollens und der Äquidistanz, man gönnt dem Iran die Bombe. Wobei die behauptete “atomare Abschreckung” dann nicht zwingend die Folge sein muss, gell.
@Horscht
Weil Ihnen dies nach internationalen Recht nicht nur erlaubt ist, sondern auch jeder andere Staat eigentlich Iran dabei helfen müsste – so will es der NPT.
Iran kämpft gegen Israel? Das wäre mir neu ;-)
Ganz genau! Bis Israel den Palästinensern ihr völkerrechtlich verbrieftes Recht auf einen eigenen Staat zugesteht, wird dies nicht verjähren.
Iran ist um einiges demokratischer, als die genannten “normalen” Diktaturen – das nur nebenbei.
@Horscht
Wie wäre es mit – von Staat zu Staat?
Iran wollte Israel ja bereits anerkennen, wenn es dafür diplomatisch und wirtschaftlich anerkannt würde. 2003 war das – aber die USA wollten nicht. Dumm gelaufen ;-)
@Sf
Siehe: http://www.heise.de/tp/foren/S-Ich-mach-es-kurz/forum-149583/msg-16063784/read/
“Just for info – ich habe mehrfach mit ihm mündlich und schriftlich kommuniziert. Beim letzten Artikel war dies aus erklärlichen Gründen nicht möglich.”
Umso schlimmer dann dass du damals so einen Beitrag geliefert hast. Da scheint ihr wohl aneinander vorbei geredet zu haben.
@ Horscht
Beim Betrachten sogenannter Gegebenheiten fällt es schwer oder ist sogar unmöglich, Spreu von Weizen zu trennen. Was von den boshaften Ambitionen des Irans ist Unterstellung und was trifft zu, ganz oder jedenfalls teilweise. Mein Vertrauen in Verlautbarungen aus NATO-Kreisen ist völlig zerstört. Vertrauen in iranische offizielle Darstellungen bestehen da schon eher, weil ich auch nichtoffizielle Sichtweisen zur Verfügung habe, die eine gewisse Abwägung ermöglichen. Natürlich nur für meinen subjektiven Umgang mit dem gesamten Wirrwarr.
Als das mit der atomaren Abschreckung als friedenserhaltendem Konzept propagiert wurde, gab es nur eine Handvoll an sogenannten Atommächten, die drei klar voneinander getrennte Blöcke bildeten. Das erschien übersichtlich und machte die Wirksamkeit der gegenseitigen Abschreckung plausibel, völlig ungeachtet der tatsächlichen Gefahrenlage für den Planeten und seine Bewohner.
Dann kamen kleckerweise der eine oder andere Staat hinzu zum Club der Furchterreger, doch hatte es wenig oder keine echten Auswirkungen auf die globale Sicherheitssituation. OK, die Sicherheit geht den Bach runter, aber es ist ja nicht zu konkreten Bedrohungs- oder Untatszenarien gekommen. Deswegen unterstelle ich den Iranern einfach mal, daß sie ebenfalls den Ball flach halten würden wie alle Vorgänger glücklicherweise auch. Damit befinde ich mich auch im Verein der Untersteller, doch warum sollte ich besser oder schlechter dastehen?
Daß Israel ein echtes Problem darstellt, ist wohl nicht wegzuleugnen. Daß Israel ein Apartheitssystem ist, läßt sich leider auch nicht beiseiteschieben, genausowenig wie der wenig zukunftsträchtige Umgang dieses Landes mit seinen Nachbarn. Dennoch ist es in meinen Augen keine Lösung, Israel ins Meer zu schieben. Umgekehrt ist ein breiter durch Kriegshandlung entvölkerter ‘Sicherheitsstreifen’ um dieses Land herum kein gangbarer Ansatz.
Im Iran läuft so manches nicht nach unserer westlichen Mütze, doch gilt das für eine erhebliche Anzahl weiterer Staaten auf Mutter Erde. Zudem gibt es eine planetenumspannende Übereinkunft hinsichtlich der Selbstbestimmung der Völker und des Prinzips der Nichteinmischung, was auch gegen direkte Einflußnahmen spricht.
In dem Gemenge jetzt uns zu den Guten zu definieren, um dann auf den ersten Blick willkürich hier und da unseren guten Segen zu bringen, hindert uns daran, mal den eigenen Hof aufzuräumen. Wenn ich dann beim zweiten Blick feststelle, daß wohl weniger Willkür sondern handfeste Gewinninteressen die Hand der Segensbringer führt, dann weckt das den Souverän in mir, der dann seine ausübenden Volksvertreter auf einen fruchtbareren Kurs wünscht. Da sehe ich Füße, auf die mit Macht getreten werden muß.
> Iran wollte Israel ja bereits anerkennen, wenn es dafür diplomatisch und wirtschaftlich anerkannt würde. 2003 war das – aber die USA wollten nicht. Dumm gelaufen ;-)
Dazu hätte ich dann doch gerne etwas Handfestes. Wäre mir ganz neu. Webverweise, gerne auch von den .ir-Stellen willkommen.
@Horscht
Quelle: Trita Parsi, ein Spezialist für iranische Aussenpolitik an der Johns Hopkins University School of Advanced International Studies
Dazu auch ein Artikel in der Post
Besonders auf diesen besagten Vorschlag bezogene Dementi von Condoleezza Rice waren seitdem auch das eine oder andere Mal ein Thema im Congress, eingebracht unter anderem durch Rep. Waxman.
Den Vorschlag an sich hat auch Scott Ritter im Laufe der Jahre immer wieder thematisiert.
Allgemein halte ich Ritters Beiträge zu diesem Thema für recht interessant, insbesondere im Hinblick auf seine Tätigkeiten als Waffeninspektor für UNSCOM im Irak von ’91 bis ’98.
Als Beispiele seien mal folgende genannt:
Scott Ritter, Seymour Hersh: Target Iran
Scott Ritter: Crisis in US-Iranian Relations
Jein… siehe das Vorlesungsscript von Martin Kalinowski (PDF) Seite 12 und 24. Die Anlage in Natanz ist einfach groß genug um auch eine Fabrik für waffenfähiges Uran aufzunehmen. (In der Vorlesung wurde aber betont, dass der Iran für jeden in dem Script aufgeführten Punkt eine glaubwürdige Erklärung gegeben hat.)
Und das beste Argument für ein iranisches Atomprogramm ist natürlich, dass es Sinn macht. Der Iran ist eingekreist von US Basen und hat keinen wirklichen Verbündeten der ihm zu Hilfe eilen könnte. In der Situation hat die Iranische Regierung relativ wenige Möglichkeiten um eine effektive Landesverteidigung zu organisieren. Angenehmerweise impliziert dies aber, dass Gespräche den Iran von einem Waffenprogramm (verifizierbar) abhalten können.
@SF
Jein… siehe das Vorlesungsscript von Martin Kalinowski (PDF) Seite 12 und 24. Die Anlage in Natanz ist einfach groß genug um auch eine Fabrik für waffenfähiges Uran aufzunehmen. (In der Vorlesung wurde aber betont, dass der Iran für jeden in dem Script aufgeführten Punkt eine glaubwürdige Erklärung gegeben hat.)
Und das beste Argument für ein iranisches Atomprogramm ist natürlich, dass es Sinn macht. Der Iran ist eingekreist von US Basen und hat keinen wirklichen Verbündeten der ihm zu Hilfe eilen könnte. In der Situation hat die Iranische Regierung relativ wenige Möglichkeiten um eine effektive Landesverteidigung zu organisieren. Angenehmerweise impliziert dies aber, dass Gespräche den Iran von einem Waffenprogramm (verifizierbar) abhalten können.
PS ich hatte bei dem ersten Posten irgendwelche Problem mit dem Zeichensatz. Bitte lösche den ersten Diskussionsbeitrag (26) einfach.
USA will und muss an das iranische Öl kommen, um zumindest den status quo mit allen darin beinhalteten US-amerikanischen Interessen zu erhalten.
Wenn die noch nicht in den Iran einmarschiert sind, dann liegt das einzig daran, dass sie noch am Wundenlecken wegen ihrer Aktion im Irak sind und sie es sich bei den anderen bisherigen Dumm- und Interessenmitläufern verscherzt haben. So kann man keine Demokratie verkaufen, die m.E. sowieso kaum bei uns Europäern und noch viel weniger bei den Amis existiert.
Ein Obama wird daran nichts ändern. Vielleicht findet er ja einen subtileren Weg ein paar hunderttausend Iraner ermorden zu lassen, mit denen unser Gewissen dann besser zurechtkommen mag. Ein entsprechender Grund wird sich sicher finden, früher oder später. Eher früher, denn dieses Öl wird sehr bald gebraucht.
Wie Putin gesagt haben soll: “Ich hätte im Irak die entsprechenden Waffen gefunden.”
Man wird sich schon was einfallen lassen um die, zur Neige gehenden Resourcen zu sichern. Und zwar trotz des misstrauischen Beobachtens durch den Rest der Welt und das obwohl mittlerweile der letzte Idiot weiß, wozu das System imstande ist.
Erst wenn ich bei den Amerikanern (und auch bei uns) innepolitisch gewisse Veränderungen entdecke, werde ich Leute wie diesen Obama anders beurteilen können. Bis dahin bleibe ich Skeptiker, Pessimist und von Vorurteilen zerfressen.
Ahmadinejad hat Israel erst jüngst wieder als schmutzige Mikrobe bezeichnet. Er und seine Anhänger lassen keine Gelegenheit aus, ihren Antisemitismus auszuleben. (Man denke nur mal an diesen schrecklichen Al-Quds-Tag im Iran.) Durch Sponsoring von Hamas und Hisbollah haben diese Kreise ja auch viel erreicht.
Zweifelsohne wäre die atomare Ausrüstung des Iran absolut lebensgefährlich für Israel. Es ist gottseidank illusorisch zu glauben, eine neue US-Administration könnte hier irgendwie weich auftreten.
Im Verhältnis zu seinen Nachbarländern mag es dort ein paar Ansätze geben. Trotzdem handelt es sich beim Iran um ein – trotz Ölreichtum – recht armes Land.
Gefühlt gibt es da wohl auch einen recht großen brain drain. Hab jedenfalls des öfteren mit Iranern beruflich zu tun gehabt, die im freien Westen vermutlich eine Art Asylstatus besassen.
Es sollte auch geprüft werden, inwieweit die nicht-Erdöl-Aktivitäten wirklich auf eigenen Füßen stehen und ob da nicht vielleicht aus den Erdölgeldern einfach nur quersubventioniert wird, so dass Pöstchen aber keine wirklich dynamische Industrie entsteht.
“Zweifelsohne wäre die atomare Ausrüstung des Iran absolut lebensgefährlich für Israel. Es ist gottseidank illusorisch zu glauben, eine neue US-Administration könnte hier irgendwie weich auftreten.”
“Well, I am in the middle of Gaza City, in the heart of Gaza City, and the situation is indescribable. If this is not a holocaust, I don?t know what holocaust is. According to the news, they say almost 318 people are dead. The majority of those are civilians. At least 300 of them are civilians. And they say about 1,500 are injured, but a lot of them are seriously injured. The hospitals lack a lot of the necessary staff, instruments, even gauze and medicines, and everything is lacking. Physicians and nursing staff are working around the clock. People cannot find a place in the hospitals for treatment, injuries. And I am sure there will be a lot more of the dead under the rubbles of those buildings that were attacked and demolished.
Every now and then, we hear a rocket attack or two. So, there are warplanes in the sky flying all over the time. As I speak to you now, I can hear them up in the sky, the pilotless jets and the warplanes, F-16s and God knows what. The warships in the sea are also attacking from the sea. And attacking who? Hamas? They are not attacking Hamas; they are attacking the people, the civilians. The civilians?I mean, I?m looking at the street right now, the main street of Gaza, Omar al-Mukhtar, and hardly you can see anyone walking there, because every single person is afraid.
As you mentioned, last night, a family, five people, a woman and her four children, were killed when they were in their house. Three and?I don?t know, three or four mosques were demolished. These are praying areas. These are mosques. So I don?t know?nobody is safe. No place is safe. All the buildings that were attacked, they are not military buildings. Even in the initial day, on Saturday, the first 150 people, they were civil servants. They were not striking attackers. They were civil servants, civilians. I don?t know. I?”
aus einem Interview mit Dr. Moussa El-Haddad, Fida Qishta in Gaza, Dr. Mustafa Barghouti in Ramallah, Gideon Levy in Tel Aviv and Ali Abunimah über die Angriffe Israels auf Gaza
http://www.democracynow.org/2008/12/29/israeli_attacks_kill_over_310_in
ich frage mich zudem, ob das nur der Anfang vom Krieg gegen den Iran sein könnte
@SF:
Dir ist schon klar, dass da ein Schwede (iranischer Herkunft), der in den Staaten bis 2006 studiert hat, ein Buch verkaufen will?! Das “Dokument” entspricht nicht den Standards, btw:
http://ipsnews.net/iranletterfacsimile.pdf
Ausser Hr. Trita Parsi hat niemand von dem angeblichen Angebot Irans Israel anzuerkennen etwas mitbekommen.
Bzgl. IPS wäre ich auch ein wenig vorsichtig.
?Zweifelsohne wäre die atomare Ausrüstung des Iran absolut lebensgefährlich für Israel. Es ist gottseidank illusorisch zu glauben, eine neue US-Administration könnte hier irgendwie weich auftreten.?
“The sound of F-16s flying overhead dropping bombs is not a sound one ever forgets. In other words, 750,000 children ?or half the population of Gaza?have it ingrained in their memories for the rest of their lives. Another equally unacceptable percentage of this group will have had images burned into their minds? eyes of the devastation and death wrought by these sounds as well, a factor that partially explains why more than 50 per cent of Gaza?s three-quarters of a million children suffer from Post Traumatic Stress Disorder: it isn?t easy to see piles of the dead or their blown apart body parts without some kind of reaction. Violent, action-packed Hollywood war and terror films may provide us with virtual reality, but when the severed jaw of a woman is lying at your feet only a few inches away from her bloody and disfigured head, or when the bare leg of a man is lying by itself in a room, the rest of the body blown outside the house, the illusory atmosphere of the virtual world is quickly replaced by the raw, heavy emotions that accompany real world sequences. This is when paralyzing fright grips you so firmly that your legs forget how to move; how to flee the gruesome nightmare scenarios. You can?t run away.”
http://www.counterpunch.org/loewenstein12292008.html
@28
Hat die europäische Linke das nicht auch dauernd über das irakische Öl behauptet? Und müssten die USA nicht deshalb im Benzin schwimmen und die SUVs Hochkonjunktur haben? The Great Game notwithstanding – vielleicht sind die Motivlagen amerikanischen Handelns doch etwas komplexer.
t
#31
Bei allem Verständnis für die entsätzliche Not in Gaza: muss man gleich von Holocaust sprechen? Obwohl, wenn mir Bomben um die Ohren fliegen würden, hätte ich vielleicht das Gleiche gesagt.
#36
Wenn die Isrealis vorhaben so lange gegen die Hamas vorzugehen, bis sich diese in Fetzen und Trümmer zerlegt haben, dann hat das sehr wohl etwas von einer end-gültigen Lösung. Da ist es keiner großen Diskussion wert, ob hier ein Genozid durchgeführt wird, oder ob man einen weniger schreckensbehafteten Ausdruck verwendet.
Da die aktuellen Gewalttäter selber eine beispiellose Opfersituation in der Geschichte einnehmen mußten, ist das derzeitige Vorgehen noch viel schändlicher und unverständlicher als es ohne diese brisante historische Rückbindung wäre.
Hier den Begriff Holocaust zu verwenden, macht die Greueltaten nur um so kenntlicher als solche.
@degna:
Geht zwar ein wenig am Thema vorbei dieser neue Gaza-Konflikt, aber “Holocaust” ist natürlich – dezent formuliert – nicht die richtige Bezeichnung für den Kampf gegen die bärtigen und fanatischen Raketenwerfer.
Übrigens wüsste ich nicht, was Israel alternativ hätte machen sollen, einstellen wollte die Hamas das Raketenwerfen nicht und verhandeln auch nicht, hast Du eine Idee?
Es gibt eine lange Liste an Maßnahmen, die man nie hätte durchführen dürfen. Die Abriegelung des Gaza-Streifens. Die Apartheits-Gesetze gegen die Palästinenser. usw…
Bedenke bitte, daß bereits vor über drei Dekaden Friedensnobelpreise an einen israelischen und einen arabischen Unterhändler gingen, weil die die Entspannung so fruchtbar vorangetrieben haben. Zudem hätten die Israelis mal als symbolischen Akt ihre Nationalhymne über Bord werfen können, weil man die nur als Jude inbrünstig mitsingen kann. Das ist einerseits ein Armutszeugnis für einen modernen säkularen Staat, wie ihn ‘unsere westliche Wertegemeinschaft’ als Standard empfindet, und wäre andererseits ein echtes Zeichen, daß man sich darüber im Klaren ist, einen von mehreren Ethnien bevölkerten Staat zu haben.
Doch anstatt die Entspannung fortzuschreiben, hat man sich eingeigelt. Ist doch nicht schwer nachvollziehbar, daß die zur Untermenschengruppe zählende Bevölkerung die Haßkappe nicht mehr vom Schädel kriegt.
Wenn ich mir die volksverhetzenden Tendenzen hierzulande so anschaue, dann wirft das auch ein zweifelhaftes Licht auf die Ernsthaftigkeit jedweder westlicher Unterhändler bei einem möglicherweise erfolgenden Dialog mit dem Iran, um den Bogen zum Artikel mal zu schlagen. Unter kompletter Mißachtung der grundgesetzlich verankerten Religionsfreiheit wird hier vom Stürmer (www.spon.de) zur Hatz auf Muselmanen geblasen. Wem nützt das?
@degna:
Das ersetzt leider nicht die (kostruktive) Antwort auf die Frage was Israel hätte als Reaktion auf die ständigen Raketenangriffe der Hamas tun können.
BTW – wäre Ägypten bereit die Kontrolle über den Gaza zu übernehmen wäre das Problem auch gelöst. Der Gaza könnte wie bereits vor 1967 von Ägypten verwaltet werden bis eine Friedenslösung möglich erscheint. Mubarak will das jetzt nicht und bezeichnet diesen Vorschlag als “Falle”, warum eigentlich?
Alternativ könnte die Hamas ihre Aggressionen einstellen und mit friedlichen Mitteln ihren Protest gegen die noch bestehenden Einschränkungen zum Ausdruck bringen. Das geschieht nicht, warum?
Dein Verständnis für den Hass der Hamas hilft nicht, genauso wenig wie das Bestreben der Hamas (und Hizbullah und Irans) Israel zu vernichten.
@34 Karl
Stimmt genau! Sogar sehr viel komplexer, wie das agieren der USA (CIA, Kissinger, …) z.B. in Lateinamerika in der Vergangenheit mehr als bewiesen hat.
Dass im Irak der Schuss nach hinten losgegangen ist, dürfte sogar Ihnen nicht entgangen sein. Der Krieg im Irak ist meines Wissens noch lange nicht beendet, oder? Die Aufstockung des US-Militärs bis 2006 (sowie die aktuelle in Afganistan), die verschiedenen politischen und religiösen Strömungen sowie damit einhergehende diverse Pipelinesprengungen zeugen wohl deutlich davon.
Die Lage im Irak wurde vor dem Krieg völlig falsch eingeschätzt. Man kann zu Herrn Scholl-Latour stehen wie man will aber er hat die damalige Situation völlig korrekt erkannt und wiedergegeben, wie sich im Nachhinein herausgestellt hat. Wieso und wozu sind die denn noch da?
Übrigens existiert für mich schon einige Zeit kein “Links” mehr. Menschenverachter, Hegemonie, Machtbessesene und religiöse Fundamentalisten (damit meine ich auch diesen Herrn Bush) auf der einen Seite und Denkende sowie Fühlende als Gegenpol. Und jede Menge Dummheit dazwischen. Das sind die drei Säulen unserer Weltgesellschaften. Ja, ich bin ein einfacher Mensch mit einfachen Ansichten. Vielleicht gehöre ich ja auch zu den Letztgenannten. Wer weiß das schon so genau.
Über die Beweggründe der Menschen im nahen und mittleren Osten und deren Regierungen kann und will ich mich nicht äußern, da ich froh darüber bin, überhaupt ein paar recht unterschiedliche Mentalitäten in Europa und Amerika sehr gut zu kennen und daher weiß, wie unterschiedlich man Probleme sieht und zu bewältigen trachtet. Man muss dort gelebt haben und vor allen Dingen muss man die Sprache beherrschen, um sich ein angemessenes Urteil bilden zu können. Die Sprache ist nun einmal das Medium, dass in der Lage ist, Gefühle zu vermitteln. Wer sich auf die Mainstream-Presse beruft, ist für mich kein wirklicher Gesprächspartner. Als Beispiel möchte ich hier den, in den Medien verteufelten Hugo Chavez anführen. Wenn man seine verbalen Beiträge hört, wird einem schnell klar wie menschlich dieser Mann ist, zumal er Taten folgen lässt, wie man leicht nachvollziehen kann. Auf der anderen Seite befindet sich dieser Bush, sein Papa und die ganze Bande um sie herum, deren Aussagen ich auch recht gut verstehe (selbstverständlich nur sprachtechnisch). In USA hat es auch andere in höchsten Machtpositionen gegeben, die haben es aber leider nicht überlebt oder sie waren so dumm, dass sie nicht gemerkt haben was um sie herum geschieht und wofür sie gezeichnet haben.
Was die üblichen Medien so von sich geben, kann man sehr schön einer Augustausstrahlung der Tagesschau entnehmen. Ich meine das Interview von Herrn Roth (Moskaukorrespondent der ARD) mit Herrn Putin zum Georgienkonflikt. Das Interview wurde von 27 auf 9 Minuten gekürzt und dabei wichtige Passagen einfach unterschlagen. Erst nach großen Protesten im ARD-Blog wurde der ganze Text am 2. September veröffentlicht und mit fadenscheinigen Argumenten erklärt, warum man es gerade so wiedergegeben hat.
Solange die, weiter oben genannten, notwendigen Bedingungen nicht erfüllt sind, kann ich nur soviel Information aufsaugen wie ich kann (und zwar aus allen Richtungen), um dann mit meinem hoffentlich einigermaßen gesunden Menschenverstand einen für mich, in sich schlüssigen Reim daraus zu machen. Was ich dann damit anfange, weiß ich auch nicht so genau. Mein Magen ist da voreilend schon etwas weiter als mein Gehirn. Ulcus ventriculi.
Ohje, Horscht, jetzt willst du wirklich zurückblättern, um die Kinderzimmerfrage “Wer hat angefangen?” zu stellen?
Na, wenn es denn zur Klärung beiträgt :-)
Also, da wohnten die Palästinenser unter britischer Aufsicht und irgendein Superhirn holte die Töchter und Söhne Israels, um ihnen ihr ‘gelobtes Land’ zurückzugeben. Der Staat Israel wurde geboren. Die angestammten Anwohner des Gebietes wurden zu Menschen zweiter Klasse und ein Dauerproblem ward zum Zwilling des neuen Staates.
Also sind die Israelis so eine Art Besuch, der nicht mehr geht, sodaß man sich arrangieren müßte. Seit ich die dortige Lage beobachte machen die fruchtbaren Anstalten dieses jetzt-nicht-mehr-Besuchs insgesamt nur Rückschritte, egal wie friedlich oder kampfbetont die Ureinwohner sich gebärdeten. Daß auch diese keineswegs die Unschuldsengel in dem Dauerstreit sind, dürfte ebenso auf der Hand liegen. Von mir wird auch die Zahl der Möglichkeiten, seitens der Palästinenser das Kriegsbeil zu begraben, nicht wirklich überblickt. Die haben sich da auch manch Chance entgehen lassen.
Doch der Klügere gibt nach, rät der Volksmund weise, dennoch scheinen sich weder die Israelis noch die Palästinenser um diesen ehrenvollen Titel zu reißen.
Ich als Menschenfreund und Gewaltverächter hätte die armen Leute im Gaza-Streifen niemals in ein Reservat, das einem Gefangenenlager nicht unähnlich ist, gezwungen. Ich hätte auch versucht, mit der mir zur Verfügung stehenden Technik andere Mittel gegen die Raketen der Hamas zu finden, als zum großen Angriffskrieg zu blasen. Würde sich unsere westliche Wertegemeinschaft moralisch und geschlossen gegen die Falken im gelobten Land stellen, ihnen die weitere Teilnahme an den europäischen Sportaktivitäten (Basketball, Volley-Ball, Fußball, Song-Contest) verweigern und sowieso mal richtig laut schimpfen, dann wären die Israelis mit Sicherheit auch friedensfähiger und würden diese Schweinerei nicht so auf die Spitze treiben.
So, konstruktiv genug?
Nö, ich will ja gerade nicht zurückblättern und nachkarten und geschichtliche Schuldzuweisung betreiben, sondern die jetzige Situation analysieren.
Bspw. hat auch in Europa der eine oder andere Staat dem einen oder anderen Staat Land abgenommen, das motiviert heute nur recht wenig Hass, ist so zu sagen verjährt. Israel verjährt aber nicht, gell?
Wenn Du Lust hast schreib einfach mal was zur heute möglichen Bearbeitung der Lage.
(In Amerika sagt man: Wer “Nein” sagt, muss einen anderen Vorschlag machen. ;–)
@36
Keineswegs, nicht mal von ungerechtfertigtem Vorgehen:
@41
Schon, aber das Klischee vom Blood for Oil wird dadurch nicht wahrer. Wer dem anhängt, begreift die innere Dynamik amerikanischer Außenpolitik – einschließlich ihrer Fehleinschätzungen – nicht.
@44 Karl Heinrich
Ich hatte gehofft, dass aus meinem Kommentar ersichtlich wird, dass ich dieses “Blood for Oil” nicht als einziges Anliegen betrachte sondern “bloß” als eines der wichtigsten. Würde in den USA das Benzin knapp werden, würden unkalkulierbare innere Konflikte entstehen, da bin ich mir sicher. Die öffentlichen Verkehrsmittel zwischen den Großstädten und den “Schlafdörfern” drumherum sind so gut wie gar nicht vorhanden. Die Menschen dort hängen vom individuellen Verkehr so sehr ab, wie nirgendswo anders auf der Welt. Nicht auszudenken was außenpolitisch noch alles veranstaltet werden würde, um von der inneren Ölkrise abzulenken. Darin sind sie ja bekanntermaßen Spezialisten.
Ihr Kommentar @34 “Und müssten die USA nicht deshalb im Benzin schwimmen und die SUVs Hochkonjunktur haben?”
Nun, ich glaube – nein, ich weiß, dass die SUVs bis vor sehr kurzer Zeit Hochkonjunktur hatten! Wenn die jetzt niemand mehr haben will (was ich stark bezweifle), dann liegt das daran, das langsam bis zum Hinterwäldler durchsickert, was ernsthafte Wissenschaftler seit über 30 Jahren kundtun. Übrigens ist Deutschland (immer noch) eines der besten Absatzmärkte für SUV´s wie man leicht ergooglen kann und das vor gar nicht so langer Zeit – als das Benzin so sauteuer war. Gucken Sie z.B. hier: http://www.mobile.de/modellverzeichnis/suv/
Das muss man sich einmal vorstellen: In einem Land, welches das bestausgebauteste Straßennetz der Welt hat und wo man damit auf gar keinen Fall im Wald oder auf den Feldern ´rumfahren darf außer man ist Landwirt oder Förster!
Wenn ich einmal einen bildlichen Vergleich bemühen darf: Wir sitzen alle in einem Schnellzug der sich mit maximaler Geschwindigkeit auf eine Betonwand zubewegt. Anstatt ihn abzubremsen hängen wir noch eine Lok daran um noch schneller zu werden. Armer homo sapiens sapiens. Bald hat er ausgesappert.
Es gibt auch noch die tragische Komponente, dass viele Staaten vom Erdöl leben können und deshalb nicht die zivilisatorischen Strukturen aufbauen, die ansonsten erforderlich wären.
@44 Karl Heinrich
Ich hatte gehofft, dass aus meinem Kommentar ersichtlich wird, dass ich dieses “Blood for Oil” nicht als einziges Anliegen betrachte sondern “bloß” als eines der wichtigsten. Würde in den USA das Benzin knapp werden, würden unkalkulierbare innere Konflikte entstehen, da bin ich mir sicher. Die öffentlichen Verkehrsmittel zwischen den Großstädten und den “Schlafdörfern” drumherum sind so gut wie gar nicht vorhanden. Die Menschen dort hängen vom individuellen Verkehr so sehr ab, wie nirgendswo anders auf der Welt. Nicht auszudenken was außenpolitisch noch alles veranstaltet werden würde, um von der inneren Ölkrise abzulenken. Darin sind sie ja bekanntermaßen Spezialisten.
Ihr Kommentar @34 “Und müssten die USA nicht deshalb im Benzin schwimmen und die SUVs Hochkonjunktur haben?”
Nun, ich glaube – nein, ich weiß, dass die SUVs bis vor sehr kurzer Zeit Hochkonjunktur hatten! Wenn die jetzt niemand mehr haben will (was ich stark bezweifle), dann liegt das daran, dass langsam bis zum Hinterwäldler durchsickert, was ernsthafte Wissenschaftler seit über 35 Jahren kundtun. Übrigens ist Deutschland (immer noch) eines der besten Absatzmärkte für SUV´s wie man leicht ergooglen kann und das vor gar nicht so langer Zeit – als das Benzin so sauteuer war. Gucken Sie z.B. hier: http://www.mobile.de/modellverzeichnis/suv/
Das muss man sich einmal vorstellen: In einem Land, welches das bestausgebauteste Straßennetz der Welt hat und wo man damit auf gar keinen Fall im Wald oder auf den Feldern ´rumfahren darf, außer man ist Landwirt oder Förster!
Wenn ich einmal einen bildlichen Vergleich bemühen darf: Wir sitzen alle sehenden Auges in einem Schnellzug, der sich mit maximaler Geschwindigkeit auf eine Betonwand zubewegt. Anstatt ihn abzubremsen hängen wir noch eine Lok daran um noch schneller zu werden. Armer homo sapiens sapiens. Bald hat er ausgesappert. Und wenn doch noch ein paar übrig bleiben sollten, werden sich deren Kinder und Kindeskinder schon in 50 Jahren fragen was für blutrünstige, alle Ressourcen zerstörenden Deppen hier und jetzt gelebt haben und nicht, so wie wir es jetzt in Gedanken an das Mittelalter tun, erst nach 500-600 Jahren. Den einen oder anderen aus unserer Generation werden sie dann noch fragen können: Warum?
Nachtrag zu @45,47
Entschuldigung aber mir ist gerade aufgefallen, dass ich hier zweimal einen unfertigen Text gepostet habe. Keine Ahnung wie das geschehen konnte. Mit dem folgenden letzten Absatz ist mein Text komplett:
Leider werden mir die Antworten darauf aller Wahrscheinlichkeit nach verwehrt bleiben, da ich schon ein halbes Jahrhundert hinter mir habe und meinen 70. Geburtstag unter diesen Umständen nicht erleben möchte. Die übliche Erklärung: “Das alles haben wir nicht gewusst” wird wohl in Anbetracht des Internetzeitalters nicht mehr wirklich funzen.
@ 44 – Karl Heinrich:
Sie behaupten, die Israelis seien die verfolgte Unschuld vom Lande. Israel reagiere nur auf palästinensischen Terror. Die palästinensische Seite sieht dies jedoch ganz anders. Sie beklagt jahrzehntelangen israelischen Staatsterrorismus sowie jahrzehntelange israelische Schikanen.
Tatsache ist: Israel hält seit Jahrzehnten ein völkerrechtswidriges Besatzungsregieme aufrecht. Dieses Besatzungsregime wird auch von kritischen Israelis als “Apartheitsregime” bezeichnet.
Hier die Sicht der Dinge aus palästinensischer Perspektive. Überschrift des Beitrages:
“Massaker in Gaza erfordert von uns schnelles Handeln”.
http://zmag.de/artikel/massaker-in-gaza-erfordert-von-uns-schnelles-handeln
@44 Karl Heinrich:
Es wäre wohl besser, sich nicht auf eine Aufbereitung der Genfer Konventionen aus dritter Hand zu verlassen.
http://www.drk.de/voelkerrecht/genfer_konventionen/inhaltsverzeichnis.html
Zivile Einrichtungen dürfen nicht für militärische Zwecke mißbraucht werden. Wörtlich erwähnt sind Kultstätten, Häuser, Schulen. Das bedeutet allerdings keineswegs, daß Verstöße dagegen diese Objekte automatisch zu legitimen militärischen Zielen werden ließen.
http://www.drk.de/voelkerrecht/genfer_konventionen/b8_1.html
Besonders perfide ist es, daß NTV Krankenhäuser als legitime militärische Ziele ausgibt, sofern diese für militärische Zwecke verwendet würden. Selbst wenn Militärangehörige in solchen Einrichtungen behandelt werden, stehen diese ebenfalls unter dem Schutz der Genfer Konvention, da Verwundete, sowie Sanitätseinrichtungen (gleichgültig ob mobil oder stationär) _keine_ legitimen militärischen Ziele sind.
http://www.drk.de/voelkerrecht/genfer_konventionen/c4.html
Da zur Zeit keine unabhängigen Journalisten im Gaza-Streifen tätig sein können, weil ausgesperrt und deshalb eine Klage anstrengen, wäre es schon interessant zu erfahren, wie NTV festgestellt haben will, daß die Mehrzahl der Getöteten Hamaskämpfer gewesen sind. Durch eigene Recherchen vor Ort wohl kaum.
Solange die politischen Führungen beider Seiten die Zivilbevölkerung als Verfügungsmasse für innenpolitische Auseinandersetzungen betrachtet, respektive Wahlkampf mit der Herbeiführung möglichst hoher Opferzahlen betreibt, solange hält sich meine Solidarität mit den jeweiligen Regierungen beider Seiten nahe Null.
Gewalt ist und war keine Lösung. Noch nie und nirgends. Beide Seiten versuchen es seit Jahrzehnten mit Gewalt, ohne einer Lösung auch nur nähergekommen zu sein, sofern eine solche Lösung überhaupt erwünscht ist, würde sie doch so einige Kräfte ihrer Legitimation berauben. Die Fanatiker beider Seiten benötigen und bedingen sich gegenseitig.
Krieg schafft dagegen nur neuen Krieg und neuen Hass. Was derzeit in Gaza geschieht, ist nur eine weitere Umdrehung der Gewaltspirale, die von den politisch Verantwortlichen beider Seiten gedreht wird. Die Hamas würde zweifellos kein bißchen weniger zerstörerisch vorgehen als die IDF, besäße sie die Mittel dazu. Das Leben von Zivilisten interessiert keine der Parteien, auch nicht die IDF, die sich diesbezüglich keine Blöße gibt.
Was Merkels “Staatsraison” betrifft: Ich bezweifle stark, daß die Opfer der Shoah und ihre Nachkommen gesteigerten Wert darauf legen, ihre Sicherheit in die Hände der Täter und deren Nachkommen zu legen, respektive von Deutschland “geschützt” werden möchten oder dieses “Schutzes” auch nur bedürfen. Angesichts der Tatsache, daß Merkel in die DDR-Hierarchie, respektive den Staatsapparat voll integriert gewesen ist und die DDR ein reichlich fragwürdiges Verhältnis zu Israel unterhalten hat, stünde es der Kanzlerin besser zu Gesicht, die Klappe zu halten, als naßforsche Sprüche zu klopfen, während gleichzeitig andernorts Menschen zerbombt werden.
“Die Wirtschaftssanktionen des Westens haben das Land geschwächt und der Wille zur Kooperation ist in Teheran vorhanden.”
Das es zu einer Schwächung gekommen ist, keine Frage. Das ein Wille zur Kooperation da ist, okay, ich nehme es zur Kenntnis, allerdings stellt sich mir dabei sofort die Frage, warum ?
Und ehrlich gesagt, nehme ich es dem Iran nicht ab, daß er wirklich Kooperieren will, was besonders dann deutlich wird, wenn der Iran in Person von Ahmadinedschad mal wieder Israel dessen Existenzrecht abspricht. Und offen gesagt, mit jemanden der in Bezug auf Israel von Vernichtung spricht, möchte ich eigentlich gar nicht verhandeln bzw. an einem Tisch sitzen.
@ Fiend_THeyde am 31. Dezember 2008 um 14:29
“Angesichts der Tatsache, daß Merkel in die DDR-Hierarchie, respektive den Staatsapparat voll integriert gewesen ist und die DDR ein reichlich fragwürdiges Verhältnis zu Israel unterhalten hat, stünde es der Kanzlerin besser zu Gesicht, die Klappe zu halten, als naßforsche Sprüche zu klopfen, während gleichzeitig andernorts Menschen zerbombt werden.”
Sie machen genau dasselbe was sie anderen ankreiden, aber egal.
Also ich fand diesen “naßforschen” Spruch sehr gut und angebracht, gerade als Gegengewicht gegen diese Spinner die allerorts gegen die israelische Gewalt etc. demonstriert haben. Komisch, wenn Raketen auf Isreal niedergehen und dadurch auch Menschen sterben, und das passiert schon seit Jahren, demonstriert keiner, nicht ein Linker! Sehr merkwürdig. Fast schon verdächtig merkwürdig.
Sinngemäß der “naßforsche” Spruch von Frau Merkel: “an der jetzigen Situation/Eskalation, ist einzig und allein die Hamas schuld”. Also ich kann da voll mitgehen, und da tangiert mich ihr Geschriebenes über Frau Merkel überhaupt nicht, zumal das ja auch schon Jahrzehnte her ist, und auch noch sehr schwer nachzuprüfen sein dürfte, und Quellen die als Quellen angegeben werden auch kritisch hinterfragt werden sollten.
@ 51 – Mirza:
Sie schreiben:
“Also ich fand diesen ?naßforschen? Spruch sehr gut und angebracht, gerade als Gegengewicht gegen diese Spinner die allerorts gegen die israelische Gewalt etc. demonstriert haben.”
Die Junge Welt zu dieser Merkel-Stellungnahme:
“Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ nach einem Telefonat mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert durch einen Sprecher erklären, Schuld und Verantwortung für den Angriff Israels auf Gaza liege allein bei der Hamas; Israel habe das Recht auf Selbstverteidigung. Der israelische Friedensaktivist Uri Avnery äußerte sich in einem WDR-Interview entsetzt über die Stellungnahme der Kanzlerin. Deutschland ergreife einseitig Partei für den Kriegstreiber Israel.”
http://www.jungewelt.de/2008/12-31/033.php?sstr=ury%7Cavnery
Zu Uri Avnery heißt es in Znet:
“Uri Avnery ist Gründer der Bewegung Gush Shalom. Der Publizist und langjährige Knesset-Abgeordnete Avnery, 1923 in Beckum geboren und 1933 nach Palästina ausgewandert, gehört seit Jahrzehnten zu den profiliertesten Gestalten der israelischen Politik. Er ist durch seine kämpferisch-kritische Begleitung der offiziellen israelischen Regierungspolitik weit über die Grenzen seines Landes hinaus bekannt geworden. Für sein Engagement für den Frieden im Nahen Osten sind ihm zahlreiche Auszeichnungen zuerkannt worden, unter anderen der Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück (1995), der Aachener Friedenspreis (1997), der Bruno Kreisky Preis für Verdienste um die Menschenrechte (1997) sowie der Alternative Nobelpreis (2001).”
http://zmag.de/autoren/Uri-Avnery
Zum wiederholten Male hat sich “unsere” Kanzlerin (so wird diese von den zahlreichen hofberichterstattenden Medien häufig genannt) einseitig an die Seite der israelischen Regierung gestellt. Die schönfärberische Titulierung als angebliche “Klimakanzlerin” geht ebenso an den Tatsachen vorbei wie die ungerechtfertigte Titulierung Merkels als “Kanzlerin der Menschenrechte”. Unsere Medien sollten sich z.B. bei den Menschen im Nahen Osten umhören, was diese von der einseitig proisraelischen Politik Merkels halten. Genauso sollten diese Medien einmal darüber nachdenken, wie in diesem Zusammenhang die im Jahre 2003 von Merkel gewollte deutsche Beteiligung am völkerrechtwidrigen Angriffskrieg (an der Seite der “Koalition der Willigen”) gegen den Irak zu werten ist.
Im übrigen möchte ich auf meinen Kommentar 49 verweisen.
dazu ein Hinweis
“Everything You Needed Know about Iran but the Mass Media, the Republicans and Hillary Clinton Wouldn’t Tell You”
http://www.alternet.org/story/116641/everything_you_needed_know_about_iran_but_the_mass_media%2C_the_republicans_and_hillary_clinton_wouldn%27t_tell_you/?page=entire
zum israelischen Angriff auf Gaza
“Gaza, « choc et effroi »”
http://blog.mondediplo.net/2008-12-28-Gaza-choc-et-effroi
@52
Uri Avnery ist eine vollkommene Randfigur in Israel. Seine Popularität unter deutschen “Friedens”aktivisten verdankt sich im wesentlichen seiner früheren Beziehung zu Augstein. – In Israel gab es weder im Fall Hisbollah noch im Fall Hamas ernsthafte Zweifel an der Notwendigkeit militärischer Reaktion.
@ 55 Karl Heinrich:
In Israel gab es weder im Fall Hisbollah noch im Fall Hamas ernsthafte Zweifel an der Notwendigkeit militärischer Reaktion.
Das stimmt, nur besagt das nicht automatisch, daß die militärische Reaktion deshalb richtig wäre. Nach dem Libanonkrieg sah es mit der Zustimmung nicht mehr ganz so rosig aus.
Imübrigen war auch eine klare Mehrheit der US-Amerikaner für einen Einmarsch im Irak. Heute jedoch sieht es damit ebenfalls anders aus…
Das liegt natürlich zuallererst daran, daß das Ergebnis des Kriegseinsatzes ziemlich weit vom angeblich anvisierten Ziel entfernt ist. Die Hisbollah ist eben nicht ausgelöscht worden und der Irakkrieg ein einziges Desaster. Wären die Einsätze im angeblich anvisierten Sinne abgeschlossen worden, hätte die Zustimmung wahrscheinlich kaum abgenommen, sondern wäre in einen ausgelassenen Siegesjubel verwandelt worden; “Siegesparaden” inklusive.
Einer der wenigen Vorteile, den Militäreinsätze bieten, ist die Möglichkeit, Anspruch und Endergebnis exakt vergleichen zu können. Die Hisbollah ist – wie schon gesagt – nicht vernichtet worden, trotz des Einsatzes quasi sämtlicher militärischer Mittel (Nuklearwaffen ausgenommen).
Wieso das Kommando der IDF, respektive deren politische Vorgesetzte, glauben, das Ziel “Hamas vernichten” könne diesmal erreicht werden, bleibt wohl deren Geheimnis.
Man rekapituliere:
Der Gazastreifen war vor nicht allzulanger Zeit noch direkt von Truppen besetzt. Die Hamas wurde nicht “beseitigt”, obwohl diese als Terrororganisation gebrandmarkt war und deren Angehörige als legitimes Ziel für Angriffe betrachtet wurden, von denen reger Gebrauch gemacht worden ist, ohne die Hamas jedoch auch nur zu schwächen.
Nach dem Rückzug versuchte man es eine Zeitlang mit kurzen Vorstößen, der kompletten Abriegelung und partiellen Luftangriffen, respektive Anschlägen auf Hamasverantwortliche. Die Hamas existierte weiterhin und gewann sogar die Wahlen, die nach Druck der internationalen Gemeinschaft auf die sog. Autonomiebehörde abgehalten wurden.
Der Versuch, die Fatah die “Arbeit” erledigen zu lassen, ist ebenso in die Hose gegangen, was nicht ohne Ironie ist, da doch die Hamas seinerzeit dazu dienen sollte, die Fatah zu beseitigen und dieses Ziel letztendlich fast erreicht hat, jedoch zu einem Zeitpunkt, wo sich die Prioritäten längst wieder verschoben hatten, d.h. die Fatah die “Guten” waren und die Hamas die “Bösen”.
Danach versuchte man es wieder mit verschärfter Abriegelung, kurzen Vorstößen und partiellen Luftangriffen, respektive Anschlägen auf Hamasverantwortliche, während gleichzeitig – zum xten-Mal – eine angebliche Waffenruhe herrschte.
Und nun soll die Libanonmethode in Gaza die Lösung bringen: erst tagelange Luftangriffe auf alles, was nach Hamas aussieht oder sich bewegt – danach Einmarsch mit Bodentruppen. Gewiß wird die IDF dabei diesmal keine Panzer verlieren, aber wie die Hamas als Organisation dadurch “vernichtet” werden soll, wissen wohl selbst die Verantwortlichen nicht.
Man wird eine Menge “Ziele vernichten” (= Leute umbringen) und dabei eigene Verluste möglichst zu vermeiden suchen. Wie das ausgegebene Ziel “Hamas vernichten” als erreicht definiert werden könnte, ist jedoch völlig ungewiß. Ist schließlich nicht wie in einem Echtzeitstrategiespiel, in dem ein Schriftzug “Sie haben gewonnen” eingeblendet wird.
Möglicherweise hofft Barak darauf, den Beschuß mit Raketen und Mörsergranaten zumindest solange unterbinden zu können, bis die Wahlen vorüber sind.
Es wird sicher gelingen, sämtliche Gebäude zu zerstören, auf deren Klingelschild “Hamas” steht, d.h. die Regierungsstrukturen zu zerstören, die die Hamas übernommen oder aufgebaut hat. Und dann? Dann wird das blutige, tödliche Unterfangen, das allgemein als “Nahostkonflikt” bezeichnet wird, wieder von vorne losgehen.
Sehr wahrscheinlich wird die Hamas wieder zu Selbstmordanschlägen als sog.”Vergeltung” greifen, die die IDF wiederum mit Gegenangriffen auf Hamasmitglieder “vergelten” wird, die wiederum mit Anschlägen “vergolten” werden usw.usf. Und die Angst auf beiden Seiten, einer sog. “Vergeltungsmaßnahme” zum Opfer zu fallen, wird natürlich ebenfalls bleiben.
Selbst wenn man sich dazu berechtigt fühlt, einen politischen Konflikt mit militärischen Mitteln lösen zu wollen und dabei die Zustimmung der Bevölkerung besitzt, stellt sich nichtsdestotrotz die Frage, welches Ziel mit diesen Mitteln überhaupt erreicht werden KANN.
@ Memo am 2. Januar 2009 um 01:11
Was schreibt denn eigentlich die “Junge Welt” zu den hunderten Raketeneinschlägen auf israelischem Gebiet ? Die Einseitigkeit die sie Frau Merkel unterstellen, könnte man auch ihnen und der “Jungen Welt” unterstellen. Außerdem, ich denke nur ganz wenige Leute wissen wirklich, was Frau Merkel mit Herrn Olmert am Telephon besprach. Und ich halte es ehrlich gesagt für angebracht, sich mit seinen Freunden, vor einer durchaus gewichtigen Presseerklärung abzustimmen.
Ich denke mal Herrn Schröder hatte sich damals vor seiner uneingeschränkten Solidarität, die dann später immer weiter relativiert wurde, ebenfalls mit seinen Partnern aus den USA abgestimmt, verständigt. Alles andere wäre ja auch seines Amtes unwürdig.
Ein solches Telephonat spielt für mich als Kritikpunkt keine Rolle, bzw. halte ich sogar für angebracht, daraus Frau Merkel einen Strick drehen zu wollen, grenzt für mich an Schwachsinn.
“Der israelische Friedensaktivist Uri Avnery äußerte sich in einem WDR-Interview entsetzt über die Stellungnahme der Kanzlerin. Deutschland ergreife einseitig Partei für den Kriegstreiber Israel.?
Na er soll doch froh sein, daß Deutschland Partei für Israel ergreift, wie der umgekehrte Fall aussehen könnte, kann man ja im Geschichtsbuch nachlesen, könnte ich jetzt süffisant nachschieben.
Ist es dem Herren den lieber, Deutschland würde sich auf die Seite der Hamas schlagen, die desöfteren immerwieder von Vernichtung in Bezug auf Isreal sprechen ?
Schon merkwürdig, zeigt mir aber, daß ich mit meiner Entscheidung richtig liege, die “Junge Welt” nicht zu lesen;habe ich schon zu DDR Zeiten getan, das Nichtlesen der “Jungen Welt”.
Schade daß sie den eigentlich interessanten Satz von mir nicht zitieren, wahrscheinlich weil er ihnen nicht so recht in den Kram passt, was ich durchaus verstehen kann, ist halt typisch Mensch. Der ganze Absatz gehört zusammen, und als “Junge Welt” Leser, mal eine Frage an sie: wann war denn die letzte Großdemonstration gegen die Hamas und deren Terror (Selbstmordattentäter die noch Kinder sind etc.) ? Waren sie dabei ? Ich habe leider davon nichts mitbekommen, sonst wäre ich vielleicht sogar mit dabei gewesen.
Hier nochmal mein Absatz, den ich ungern zerplückt sehe:
“Also ich fand diesen ?naßforschen? Spruch sehr gut und angebracht, gerade als Gegengewicht gegen diese Spinner die allerorts gegen die israelische Gewalt etc. demonstriert haben. Komisch, wenn Raketen auf Isreal niedergehen und dadurch auch Menschen sterben, und das passiert schon seit Jahren, demonstriert keiner, nicht ein Linker! Sehr merkwürdig. Fast schon verdächtig merkwürdig.”
Was bei der ganzen Thematik mir auch noch auffällt, wenn man sich mit sogn. “Linken” unterhält, und vielleicht eine unbedachte Formulierung benutzt, auh Backe, da kommt sofort, gar fast schon instantan, dieses Wort mit “N” am Anfang, meist durchaus ungerechtfertigterweise;sind ja meist Reflexe. Ihr Beitrag induzierte bei mir diesen Gedankengang, was schon tief blicken läßt, ohne den gleichen Fehler wie sehr viele zu begehen, und ihnen mir nichts dir nichts etwas zu unterstellen. Einfach mal darüber nachdenken, bevor man irgendwas aus irgendwelchen fragwürdigen Medien nachplappert.
@ 57 – Mirza:
Sie schreiben:
“Außerdem, ich denke nur ganz wenige Leute wissen wirklich, was Frau Merkel mit Herrn Olmert am Telephon besprach. Und ich halte es ehrlich gesagt für angebracht, sich mit seinen Freunden, vor einer durchaus gewichtigen Presseerklärung abzustimmen. …
Ein solches Telephonat spielt für mich als Kritikpunkt keine Rolle, bzw. halte ich sogar für angebracht, daraus Frau Merkel einen Strick drehen zu wollen, grenzt für mich an Schwachsinn.”
Wenn Merkels Regierungssprecher verkündet, Merkel gäbe im Telefongespräch mit Olmert der Hamas die Alleinschuld an den israelischen Angriffen, dann muß ich unterstellen, daß dies auch so gewesen ist. Ansonsten hätte Merkel einen Volltrottel als Regierungsspecher.
Sie scheinen auf Kritik an Merkel sehr allergisch zu regieren. Auch wenn fast alle Medien diese Dame mit Samthandschuhen anfassen (irgendwie muß das schwarz-gelbe Kind schließlich zum Wahlsieg 2009 geschaukelt werden): Wem ich für politische Fehlleistungen “einen Strick drehe”, lasse ich mir weder von unseren schwarz-gelben Medien noch von Ihnen vorschreiben!
Im übrigen: Sie kritisieren, daß ich die linke Junge Welt zitiere (Ihnen wären z.B. die BILD oder die WELT als “unabhängige” und “überparteiliche” Medien wohl genehmer). Leider hatte meine Suche nach weiteren Medien, die über dieses Merkel-Olmert-Telefonat berichteten, zu keinem Ergebnis geführt. Meine Vermutung: Die übrigen Medien haben im Interesse Merkels auf entsprechende Berichte verzichtet. Denn auch in der deutschen Bevölkerung kommt eine derart extreme Parteinahme der Regierungschefin nicht gut an.
Falls Ihnen die Junge Welt und Uri Avnery als kritische Quelle zur Israel-Politik nicht passen, dann kann ich mit der Erklärung des UNO-Sonderberichterstatters über die Menschenrechte in den Besetzten Gebieten dienen:
“Die israelischen Luftangriffe auf den Gazastreifen stellen einen massiven Verstoß gegen die internationalen Menschenrechte, gemäß Genfer Konvention, dar – sowohl, was die Verpflichtungen einer Besatzungsmacht angeht als auch, was die Kriegsregeln angeht.”
Die israelischen Verstöße werden vom UN-Sonderbotschaftler im einzelnen aufgelistet:
http://zmag.de/artikel/erklaerung-des-uno-sonderberichterstatters-ueber-die-menschenrechte-in-den-besetzten-gebieten
Auch von Uri Avnery gibt es einen ganz aktuellen Beitrag:
http://www.uri-avnery.de/magazin/artikel.php?artikel=474&type=&menuid=4&topmenu=4
Nachfolgend ein aus dem Jahre 2008 stammender Beitrag von Jimmy Carter (oder steht auch dieser unter Kommunismus-Verdacht?). Titel: “Menschenrechtsverbrechen in Gaza”.
http://zmag.de/artikel/menschenrechtsverbrechen-in-gaza
Außerdem ein Artikell von Jonathan Steele:
“Jimmy Carter drängt das “unterwürfige” Europa:
Die Europäer sollen in der Frage der Gaza-Blockade mit den USA brechen”
http://zmag.de/artikel/jimmy-carter-draengt-das-unterwuerfige-europa
Ihre Schwarm Merkel läßt sich in Punkto Unterwürfigkeit jedenfalls von keinem anderen europäischen Staatmann/-frau übertreffen.
Ihnen passt nicht, daß ich mich nicht über die Missetaten der Hamas auslasse. Ich bin der Ansicht, daß dies sehr umfänglich bis ins letzte Detail von unseren Mainstream-Medien besorgt wird. Ich denke nicht, daß ich das zum elfundneunzigstgen Mal wiederkäuen muß.
@ Memo am 3. Januar 2009 um 13:41
“Wenn Merkels Regierungssprecher verkündet, Merkel gäbe im Telefongespräch mit Olmert der Hamas die Alleinschuld an den israelischen Angriffen, dann muß ich unterstellen, daß dies auch so gewesen ist. Ansonsten hätte Merkel einen Volltrottel als Regierungsspecher.”
Eigentlich sagen sie es ja schon selbst, und wenn ich mich an diverse PK’s (Pressekonferenzen) errinnere, Volltrottel hat was. Oder wollen sie mir etwa erzählen, daß sie jedem dahergelaufenen Regierungssprecher glauben schenken ? Zumal ich denke, er kennt nicht den kompletten Inhalt des Gespräches. Von daher, nur ein weiteres Ablenkungsmanöver.
“Sie scheinen auf Kritik an Merkel sehr allergisch zu regieren.”
Da täuschen sie sich. Ich habe nur im Nahostkonflikt eine klare Haltung, und finde es gut, wenn andere, gern auch Staatsoberhäupter, sich ebenfalls klar ausdrücken.
Wie heißt es doch so schön, der Schein kann trügen, sollten sie doch als “Junge Welt” Leser wissen.
“Auch wenn fast alle Medien diese Dame mit Samthandschuhen anfassen (irgendwie muß das schwarz-gelbe Kind schließlich zum Wahlsieg 2009 geschaukelt werden): Wem ich für politische Fehlleistungen ?einen Strick drehe?, lasse ich mir weder von unseren schwarz-gelben Medien noch von Ihnen vorschreiben!”
Schon wieder, ich denke es geht um den Nahostkonflikt, sie vermischen da etwas, was nicht wirklich zusammengehört. Man kann diese Verbindung durchaus herstellen (Wahlsieg09), nur darf man sich dann nicht wundern, wenn der Eindruck entsteht, daß der Nahostkonflikt vielleicht nur ein weiteres Vihecle ist, um gegen diese schwarz-gelben Medien anzuschreiben. Sie haben übrigens die Roten unterschlagen, diese Idioten mit der uneingeschränkten Solidarität, die dann immer weiter, weicheimäßig möchte man sagen, relativiert wurde.
Sagen sie, sind sie befangen, oder warum lassen sie die Roten, die Linken außen vor.
Es gibt bestimmte Themen, da zeigen sie ganz eindeutig, daß sie eigentlich noch schlimmer als die Konservativen sind, da sie sich nämlich gern selbst den Anstrich der “Guten” geben, und dann voll versagen, aber ich schweife ab.
“Im übrigen: Sie kritisieren, daß ich die linke Junge Welt zitiere (Ihnen wären z.B. die BILD oder die WELT als ?unabhängige? und ?überparteiliche? Medien wohl genehmer).”
Schöner Versuch und wie vorhersehbar…
Ich dachte es kam durch, ihre eigenen Worte wären mir lieber gewesen, als dieses “Junge Welt” Geschreibse. Da sie schon noch zwei andere Bsp.’s in Bezug auf Medien brachten, schon lustig für mich. Wußten sie noch nicht, daß “Bild” und “Welt” aus dem selben Hause kommen ?
http://www.bildblog.de/familie.php
“Leider hatte meine Suche nach weiteren Medien, die über dieses Merkel-Olmert-Telefonat berichteten, zu keinem Ergebnis geführt. Meine Vermutung: Die übrigen Medien haben im Interesse Merkels auf entsprechende Berichte verzichtet.”
Dieses Telephonat hat es ihnen ja richtig angetan. Können sie vielleicht akzeptieren, daß nicht jede Einzelheit darüber in der Öffentlichkeit breitgetreten werden muß, bzw. sollte ?
Mit wem haben sie eigentlich die Tage so telephoniert ? Würde mich jetzt aber mal so langsam interessieren;vielleicht hat die Telekom ja einen Mitschnitt davon (o).
Vielleicht haben die übrigen Medien auf dieses Suhlen in einem Telephonat zwischen Staatschefs verzichtet, weil eh keiner der beteiligten darüber Wort für Wort Auskunft geben wird. Es gibt wichtigeres als alte Telephonate von gestern, zumal ich die Ansage von Frau Merkel (habe sie und deren Verein übrigens nicht gewählt!) in Bezug auf die Hamas voll unterstütze !
“Denn auch in der deutschen Bevölkerung kommt eine derart extreme Parteinahme der Regierungschefin nicht gut an.”
Dann gehöre ich halt nicht zur deutschen Bevölkerung, was solls (die Linken haben einen ja jahrelang ein schlechtes Gewissen eingeredet, so daß man sich schon fast geschämt hat, Deutscher zu sein) – ich finde ihre Parteinahme sehr gut. Schon komisch wie sie sich anmaßen, im Namen der gesamten deutschen Bevölkerung zu sprechen… typisch Linke, könnte ich nun noch süffisant nachschieben… typisch Linke !
Wenn ich jetzt noch so gestrickt wie einige Linke wäre, ich könnte sie jetzt ja voll in eine gewisse Ecke stellen, aber lassen wir das – nehmen sie’s als Hinweis.
“Falls Ihnen die Junge Welt und Uri Avnery als kritische Quelle zur Israel-Politik nicht passen, dann kann ich mit der Erklärung des UNO-Sonderberichterstatters über die Menschenrechte in den Besetzten Gebieten dienen:
?Die israelischen Luftangriffe auf den Gazastreifen stellen einen massiven Verstoß gegen die internationalen Menschenrechte, gemäß Genfer Konvention, dar – sowohl, was die Verpflichtungen einer Besatzungsmacht angeht als auch, was die Kriegsregeln angeht.?”
Ich denke sie verwechseln da etwas, bzw. schauen widermal nur einseitig auf die Sachlage, ich kann zwar nicht mit Paragraphen oder UNO-Berichten aufwarten, aber die Tage habe ich gelesen, daß Abschießen von Raketen auf einen souveränen Staat, stellt auch schon ein Verbrechen dar. Warum immer so einseitig bei ihnen ? Sieht wohl so aus, als ob sie näher an der Hamas sind, als bei Israel. Schon sehr merkwürdig…
Wolf Biermann, bei dem bei jedem “Linken” jetzt eigentlich das Herz aufgehen sollte, sagte einmal sehr treffend: “Wenn die Palästinenser die Waffen niederlegen, herrscht Frieden im Nahen Osten, wenn die Israelis auf Waffen verzichten, gibt es kein Israel mehr !
“Ihnen passt nicht, daß ich mich nicht über die Missetaten der Hamas auslasse. Ich bin der Ansicht, daß dies sehr umfänglich bis ins letzte Detail von unseren Mainstream-Medien besorgt wird. Ich denke nicht, daß ich das zum elfundneunzigstgen Mal wiederkäuen muß.”
Da sie aber nur, und das auch immerwieder, sich über Isreal und deren Politik auslassen, liegt der Verdacht nunmal sehr nahe, daß sie eher mit der Hamas bzw. den Palästinensern symphatisieren bzw. auf deren Propaganda hereinfallen.
Sie errinnern sich noch an die Video- und Bildmanipulationen im Libanon-Konflikt 2006, auf die nicht wenige hereinfielen, und daraufhin Israel so einiges angekreidet wurde ?
Abschließend noch eine klare Ansage von mir. Ich betrachte Israel als Freund von mir, und auch unter Freunden gibt es mal scharfe Worte von mir, wie von der anderen Seite. Sowas muß eine Freundschaft aushalten, sonst ist es keine. Doch wer meinen Freunden mit Vernichtung droht und das auch noch mit Raketenabschüssen untermauert, hat einem weiteren Feind, nämlich mich. Basta !
Basta !
Schoen gesagt.
Bei dem Zitat Wolf Biermanns geht wohl jedem PI’ler das Herz auf aber sicherlich nicht jedem “Linken”.
Den daerben Angriff auf den Libanon als “Video- und Bildmanipulationen im Libanon-Konflikt 2006″ zu propagieren ist wohl ebenso aufschlussreich.
Und die Feinde deiner Freunde haben einen weiteren Feind, .. naemlich Dich!
Und mal davon ausgegangen, das man auch die Hamas kritisieren muss, was ist daran “sehr merkwuerdig” naeher an der Hamas/Palis zu sein, als bei Israel??
Wie gesagt … Aufschlussreich!
@ Horscht #38
Um deinen Ideenhorizont mal zu erweitern, seien dir und deinen Mitfalken zwei radikal andere Ansätze vorgelegt. Einer macht da weiter, wo wir jetzt sind, halt mit Waffengewalt gegen eine Minderheit. Der Andere geht friedlichere Wege :-)
Mögliche Vorgehensweisen, um Israel einen Dauerhaften Frieden zu verschaffen
Der konventionelle Ansatz beruft sich auf althergebrachte Konzepte von Unterdrückung, Demütigung, Lug und Trug und sonstige in der Realpolitik als anwendungswürdig erkannte Mittel zur Herausstellung und Festigung der grundsätzlichen Ungleichheit aller Menschen.
Dieser Ansatz besteht aus mehreren Aktionen, die konsequent zum Einsatz und Abschluß gebracht ein reformiertes Israel ohne ethnische oder religiöse Konflikte sowie eine pluralistische Gesellschaft basierend auf den aktuell vorherrschenden Volksgruppen der Palästinenser und israelischen Herrenmenschen, die diesen Status dann jedoch nicht mehr als solchen innehaben oder auch nur danach trachten, eine solchen Ungerechtigkeit wieder herbeizuführen.
Die Grundannahmen ?Der Feind meines Feindes ist mein Freund? und ?Gemeinsam sind wir stark? bilden die Basis für den ersten Schritt des Rettungsplans.
1.Israel wird aus humanitären Gründen zum Protektorat unter UN-Verwaltung gestellt. Als Verwaltungspersonal sind vom IWF, der Weltbank, der FED, der EZB und ähnlicher im Profit erwirtschaftenden Gewerbe tätige NGOs ausgesuchte, bestellte oder entsandte Personen einzusetzen. Hiermit soll sichergstellt werden, daß die Produktivität der ‘Schutzregion Gelobtes Land’, wie der Interimsname des angestrebten Mehrvölkerstaates Israel lauten wird, auf jeden Fall gewahrt wenn nicht verbessert wird.
2.Die Polizeimacht wird für diese Übergangszeit Führung und Unterstützung erfahren von UN-Truppen, die vorzugsweise aus den zehn (10) ärmsten Ländern der Welt zu rekrutieren sind. Ein Drittel der zu zahlende Besoldungen sind in die jeweiligen Heimatländer zu überweisen. Eventuelle Korruptionsgewinne der gastarbeitenden Hilfspolizisten sind nach Betrachtung des Einzelfalles mit einer frei aushandelbaren Sondersteuer zu belegen. Sollten hierbei Unstimmigkeiten oder gar ein Scheitern der Verhandlungen drohen, dann wird eine Steuerpauschale von 50% zur Anwendung gebracht, die zur einen Hälfte dem Heimatland zur anderen Hälfte der Schutzregion zuzuordnen sind. Möglicherweise ist die Kaffeekasse der UN-Fremdverwaltung als der Schutzregion zugehörig anzurechnen.
3.Jedes aktuell in der israelischen Rechtsprechung existierende Gesetz mit dem Inhalt, einen Unterschied zwischen israelischem Herrenmenschen und palästinensischem Untermenschen zu manifestieren, wird gestrichen, ungültig respektive durch neue Verordnungen, die die Gleichheit aller israelischen Staatsbürger ungeachtet von Ethnie oder Religionszugehörigkeit erzwingen. Die einzelnen neuen Regeln werden im nächsten Schritt näher ausgeführt.
4.Das Versammlungssgesetz beziehungsweise die Regeln zum Bewegen in der Öffentlichkeit erhalten die Pflicht für jeden Bürger, sich niemals alleine auf offener Straße oder in öffentlichen Bereichen zu bewegen. Die vorgeschriebene Parität bei der Gruppenbildung hat immer mindestens ein Drittel einer Ethnie, Religion oder sonstigen Kategorisierung zu betragen: 2 Juden ? 1 Moslem = erlaubt; 2 Palästinenser ? 1 Israeli (ethnisch und/oder religös)= erlaubt usw. An diesen Beispielen ist abzusehen, daß die Verständigung und der Zusammenhalt zwischen den aktuellen Feindparteien einfach besser werden muß, da ansonsten ein einfaches Strafsystem mit einem Sanktionierungskatalog von kleinen Geldbußen über Sozialstunden bis hin zu Lager (Wüstenbegrünung) oder temporärer Verbannung (nackt in die unbegrünte Wüste) führen kann.
5.Die Hilfspolizisten aus dem Ausland werden überall den gemischt zu organisierenden einheimischen Polizisten zugeteilt und überstellt. Härten gegen das Volk sind nicht auszuschließen.
6.Um dem wahrscheinlich aufblühenden Niedriglohnsektor den gebührenden Glanz zu verleihen, wird HWSinn als Schönredner in diese Region berufen, damit er hier die ihm eigene Art der Aufbauhilfe leisten kann.
Also wenn das nicht endlich Israel in eine gleichzeitg friedliches und blühendes Land verwandelt, wobei alle Aspekte von Repression und Freiheitsberaubung ihre Existenzberechtigung erhalten, dann … tja, dann … dann muß mal halt was anderes probieren. Vielleicht ja Lösungsansatz 2:
Dieser alternative Lösungsansatz versucht Aspekte von Freiwilligkeit und Selbstbestimmung in den Fokus zu nehmen, wobei das erklärte Ziel ein friedlicher Mehrvölkerstaat Israel erhalten bleibt.
Die zur Anwendung kommenden Maßnahmen sind in ihrer Radikalität kaum zu übertreffen.
1.Einstellung jeglicher Kampfmaßnahmen
2.Ersatzlose Streichung aller Apartheits-Gesetze
3.Verzicht auf die aktuelle Hymne und großer (weltweiter?) Ideenwettbewerb für eine neue, unverfängliche Version, die jeder in diesem Landstrich Lebende mit einem Lächeln auf den Lippen schmettern kann.
4.Zu Verhandlungen über die Gestaltung besonders problematischer Bereiche des Lebens oder auch Gebiete im Lande, werden außschließlich Mütter an die Verhandlungstische gebeten. Mütter mit kleinen Kindern, Mütter mit großen Kindern, alte Mütter, junge Mütter nebst Müttern, die bereits Kinder verloren haben. Schwestern, Brüder oder Väter, die möglicherweise auf Grund spezieller Sachkenntnis als Experten oder Berater nützlich sein könnten, müssen irgendwelche friedliebenden oder gewaltverachtenden Punkte in ihrer Vergangenheit nachweisen können. (Kriegstreiber und Haßprediger müssen draußen bleiben!)
5.Konzepte, die sich als friedens- und verständnisfördernd erweisen, sollten als Exportgüter den Nachbarstaaten ohne Gegenleitung zur Verfügung gestellt werden.
6.Die Ringparabel von Lessing wird in sämtlichen in Frage kommenden Sprachen ständig und überall verteilt.
7.Die Jugendlichen und Jungebliebenen werden zu gemeinsamen Festivals aufgerufen und zusammengeführt. Ob es dabei um Hiphop, Rock, Theater oder ganz neuer Kunstformen geht, ist völlig nachrangig. Besonders gute Bearbeitungen des Themas Ringparabel wird mit Preisen belohnt. ‘Gemischte’ Ensembles werden mit Bonuspunkten ausgestattet oder auch nicht, sollten sie in der Mehrheit die Teilnehmerzahl der Wettkämpfe dominieren.
Das wäre ein relativ simpel zu vollziehender Katalog von Durchführungen, die leider an den Falken auf allen Seiten scheitern wird. Dennoch wäre die Wahrscheinlichkeit groß, daß man eine überwältigende Deeskalation bestaunen könnte.
@ 59 – Mirza
Zu dem, was Sie in Ihrem Kommentar streckenweise zum Besten geben, fällt mir nur ein Satz ein, den ich in einem vorangegangenen Spiegelfechter-Blog mal gelesen hatte: Was Sie hier abliefern, ist zum Teil ganz mieser Slapstick!
Ich möchte nur auf einige Punkte eingehen.
Sie schreiben:
“Eigentlich sagen sie es ja schon selbst, und wenn ich mich an diverse PK?s (Pressekonferenzen) errinnere, Volltrottel hat was. Oder wollen sie mir etwa erzählen, daß sie jedem dahergelaufenen Regierungssprecher glauben schenken ? Zumal ich denke, er kennt nicht den kompletten Inhalt des Gespräches. Von daher, nur ein weiteres Ablenkungsmanöver.”
Wie bitte? “Jeder dahergelaufene Regierungssprecher?” bzw. in Bezug auf den Regierungssprecher: “Volltrottel hat was”?
Würde Ihre Meinung zutreffen, dann wäre unsere Regierungsschefin ein Volltrottelin, denn
der Regierungssprecher hat nicht nur die offizielle Regierungsmeinung unters Wahlvolk zu tragen, sondern er setzt insbesondere auch in der Außenpolitik wichtige “Duftmarken”. Die übrigen Regierungen müssen sich darauf verlassen können, daß auf das Wort des Regierungssprechers Verlaß ist!
Sie schreiben:
“Da sie schon noch zwei andere Bsp.?s in Bezug auf Medien brachten, schon lustig für mich. Wußten sie noch nicht, daß ?Bild? und ?Welt? aus dem selben Hause kommen ?”
Ich beschäftige mich mit dem Thema “Medien” bereits seit 1981 und erlaube mir die kühne Behauptung, daß ich bezüglich meines Kenntnisstandes über unseren Mediensektor einen diesbezüglichen Vergleich mit Ihnen in keiner Weise scheuen muß. Damit erübrigt sich auch Ihre Frage!
Darüber hinaus frage ich mich jedoch, was diese Ihre Bemerkung für einen praktischen Nährwert hat. Beide Blätter wirken auf die Meinungsbildung ihrer Leser, und da ist es vollkommen wurscht, ob diese Blätter aus einem oder aus zwei Verlagshäusern kommen. Auf die beeinflussende Wirkung kommt es an!
Sie schreiben:
“Sieht wohl so aus, als ob sie näher an der Hamas sind, als bei Israel. Schon sehr merkwürdig?”
Sie streuen uns Lesern Sand in die Augen: In Bezug auf den palästinensischen Staat sprechen Sie von der “Hamas”, in Bezug auf den israelischen Staat sprechen Sie von “Israel”.
Ich stehe der palästinensischen (Hamas-)Regierung genauso fern wie der israelischen Regierung. Und ich stehe den israelischen Menschen genauso nahe wie den palästinensischen Menschen!
Auf Ihr übriges “Propaganda”-Gefasel möchte ich erst gar nicht näher eingehen.
Im übrigen gehöre ich nicht zu jenen Menschen, die das millionenfache Verbrechen während des “Dritten Reiches” relativieren oder verharmlosen.
Was in den Jahren des Hitler-Faschismus den Menschen jüdischen Glaubens oder Herkunft angetan wurde, wird auf immer ein häßlliches Schandmal in der deutschen Geschichte bleiben. Besonders schlimm: Zu viele Deusche hatten mitgemacht oder einfach weggeguckt!
Sie schreiben:
“Wolf Biermann, bei dem bei jedem ?Linken? jetzt eigentlich das Herz aufgehen sollte, …”
Scheinbar wissen SIE nicht, daß Biermann für das rechte Springer-Blatt WELT arbeitet. Biermann gehört für mich zu jener Sorte “Intellektueller”, die, wie Albrecht Müller (NachDenkSeiten) dies so treffend formuliert, politisch von links unten nach rechts oben gewandert sind.
Sie schreiben:
“Schon komisch wie sie sich anmaßen, im Namen der gesamten deutschen Bevölkerung zu sprechen? typisch Linke, könnte ich nun noch süffisant nachschieben? typisch Linke !”
Dümmer gehts wohl nimmer? Ich gebe nur meine Beobachtung wieder, daß zumindest in meinem Bekannten- und Kollegenkreis die Menschen unabhängig von ihren sonstigen politischen Präferenzen einer einseitigen Parteinahme durch unsere Regierung sehr kritisch gegenüberstehen. Und die Merkel-Äußerungen stießen im Bekannten- und Kollegenkreis auch bei CDU-nahen Menschen auf Ablehnung. Ist auch das “typisch links”?
Lesen Sie die Berichte des UN-Sonderbotschafters, des ehemaligen US-Präsidenten Carter und Uri Avnerys. Vielleicht hilft Ihnen dies, von Ihrer einseitig die israelische Regierung unterstützenden Haltung Abstand zu nehmen. Auch die palästinensischen Menschen haben ein Recht auf ein Leben in Würde, Unabhängigkeit und Unversehrtheit!
@ Jakester am 3. Januar 2009 um 17:38
“Bei dem Zitat Wolf Biermanns geht wohl jedem PI?ler das Herz auf aber sicherlich nicht jedem ?Linken?.”
Ich kann mich an Zeiten bzw. Geschriebenes errinnern, wo Wolf Biermann bei so einigen (hochrangigen) Linken hoch im Kurs stand. Aber was soll. Ich halte ja selbst von Biermann nicht so viel, aber seine Ansage gefällt mir.
“Den daerben Angriff auf den Libanon als ?Video- und Bildmanipulationen im Libanon-Konflikt 2006? zu propagieren ist wohl ebenso aufschlussreich.”
Sie verdrehen da einiges ! Den “Angriff” auf den Libanon habe ich nicht als komplette Video- und Bildmanipulation abgetan, sondern lediglich darauf hingewiesen, daß dort eine solche stattfand, woraufhin sich Kritik an Israel mehrte;wobei sich dann später heraustellte, daß einige Leichen erst in bestimmte Gebäude hereingetragen wurden, da es halt besser aussah, mit einer Leiche aus einem zerbombten Haus zu kommen, für die Propagandisten jedenfalls.
“Und mal davon ausgegangen, das man auch die Hamas kritisieren muss, was ist daran ?sehr merkwuerdig? naeher an der Hamas/Palis zu sein, als bei Israel??”
Ich finde es halt merkwürdig, zumal ja niemand demonstrieren geht bzw. ging, wenn wiedermal X Raketen in Israel einschlugen, auch keiner der Linken. Aber wehe nur ein Palästineneser äußert auch nur ein Hungergefühl… dann sind die Straßen voller Spinner.
Für mich nunmal merkwürdig.
So ähnlich wie bei der Rede von Obama in Berlin an der Siegessäule, er spricht davon, daß auch seine Verbündeten sich verstärkt engagieren sollen/müssen in Afghanistan (sinngemäß), was im Prinzip nichts anderes als mehr Truppen, auch deutsche, bedeutet – und die Masse jubelt. Hö… Auch da waren ein Haufen Spinner auf der Straße, aber was solls.
Abschließend, nicht so viel verdrehen, erstmal lesen und versuchen zu verstehen. Nachfragen ist auch eine adequate Technik, wird aber bei bestimmten Leuten kaum eingesetzt. Warum auch, gell… …ist doch ohne viel einfacher.
@ Memo am 3. Januar 2009 um 18:32
“Zu dem, was Sie in Ihrem Kommentar streckenweise zum Besten geben, fällt mir nur ein Satz ein, den ich in einem vorangegangenen Spiegelfechter-Blog mal gelesen hatte: Was Sie hier abliefern, ist zum Teil ganz mieser Slapstick!”
Komisch, dasselbe dachte ich über sie und einige andere, nicht nur hier.
“Wie bitte? ?Jeder dahergelaufene Regierungssprecher?? bzw. in Bezug auf den Regierungssprecher: ?Volltrottel hat was??
Würde Ihre Meinung zutreffen, dann wäre unsere Regierungsschefin ein Volltrottelin, denn
der Regierungssprecher hat nicht nur die offizielle Regierungsmeinung unters Wahlvolk zu tragen, sondern er setzt insbesondere auch in der Außenpolitik wichtige ?Duftmarken?. Die übrigen Regierungen müssen sich darauf verlassen können, daß auf das Wort des Regierungssprechers Verlaß ist!”
Tja, so kann man sich täuschen, oder ? Letztens unterstellten sie mir noch, das Frau Merkel mein “Schwarm” wäre, und nun kommen sie wohl gar nicht mehr klar.
Aber ihre Schlußfolgerung ist schon ganz richtig, von Frau Merkel halte ich nicht so viel, um jetzt nicht völlig ausfallend zu werden. Allerdings, auch ein Trottel hat mal einen Moment der Klarheit. Wie schon erwähnt, die Ansage in Bezug auf Hamas fand ich gut und richtig.
“…denn der Regierungssprecher hat nicht nur die offizielle Regierungsmeinung unters Wahlvolk zu tragen, sondern er setzt insbesondere auch in der Außenpolitik wichtige ?Duftmarken?.”
Ich dachte eigentlich bisher, daß die deutsche Außenpolitik maßgeblich durch den Außenminister geprägt wird… Hm, so kann man sich täuschen.
Zum anderen, wenn ich mir die Amtsvereidigung ins Gedächtnis rufe… “Zum Wohle des Volkes” …also wer schon zu Amtsantritt so frech lügt…. gegen die immer weiter steigende Kinderarmut wird nichts unternommen, aber Milliardenschwere Konjunkturprogramme auflegen, die höchstwahrscheinlich eh verpuffen werden bzw. zu spät kommen.
Glauben sie etwa wirklich alles, was ihnen ein Regierungssprecher erzählt ?
Puh, harter Toback für mich, aber es war zu erahnen bei ihnen.
“Darüber hinaus frage ich mich jedoch, was diese Ihre Bemerkung für einen praktischen Nährwert hat. Beide Blätter wirken auf die Meinungsbildung ihrer Leser, und da ist es vollkommen wurscht, ob diese Blätter aus einem oder aus zwei Verlagshäusern kommen. Auf die beeinflussende Wirkung kommt es an!”
Also für mich ist es nicht völlig wurscht, ob es nun ein oder zwei Verlagshäuser sind, bei unserem Bsp. Aber da haben wir beide eben unterschiedliche Ansichten.
Zum anderen, wenn man seine “Spezis” kennt, woher sie kommen, kann man sie noch besser einschätzen, und sich so eine differenziertere Meinung bilden, als wenn man beide Blätter nur liest, zumal, wie der Bildblog ja zeigt, es mit der journalistischen Genauigkeit bzw. Wahrheit es in besagtem Verlagshaus nicht so weit hergeholt ist.
Zu dem Wolf Biermann “Ding”, ich habe es in meinem vorherigen Beitrag schon erwähnt, wie ich zu der Formulierung kam. Und ehrlich gesagt, ich kann keine Einschätzung geben, ob der Herr nun von links nach rechts gedriftet ist, auch wenn der für den Spiegel schreibt.
Auch im Spiegel stehen manchmal gute und richtige Sachen.
“Im übrigen gehöre ich nicht zu jenen Menschen, die das millionenfache Verbrechen während des ?Dritten Reiches? relativieren oder verharmlosen.”
Hatte ich doch gar nicht geschrieben, nur eine gewissen Einseitigkeit fiel mir auf.
Zitat Memo am 3. Januar 2009 um 13:41
“Denn auch in der deutschen Bevölkerung kommt eine derart extreme Parteinahme der Regierungschefin nicht gut an.”
Zitat Memo am 3. Januar 2009 um 18:32
“Ich gebe nur meine Beobachtung wieder, daß zumindest in meinem Bekannten- und Kollegenkreis die Menschen unabhängig von ihren sonstigen politischen Präferenzen einer einseitigen Parteinahme durch unsere Regierung sehr kritisch gegenüberstehen. Und die Merkel-Äußerungen stießen im Bekannten- und Kollegenkreis auch bei CDU-nahen Menschen auf Ablehnung.”
Nein, typisch links… hm… ich sags mal so, das ist für mich WischiWaschi. Warum nicht gleich so ? Hätten sie doch gleich schreiben können, daß sich sich auf ihren Bekanntenkreis berufen, aber nein, es wurde die deutsche Bevölkerung daraus gemacht. Naja, nix neues.
“Auch die palästinensischen Menschen haben ein Recht auf ein Leben in Würde, Unabhängigkeit und Unversehrtheit!”
Da gebe ich ihnen recht, allerdings nur unter einer Bedingung, wenn das Existenzrecht von Israel nicht in Frage gestellt wird.
Schauen sie sich an, welche Hetze schon in die Kinderköpfe gepflanzt wird, auch durch das iranische Kinderfernsehen z.B., was auch außerhalb vom Iran empfangen werden kann, dann habe ich erhebliche Zweifel daran, daß die Palästinenser jemahls dieses Leben erreichen werden, es sei denn, sie verlassen das Land bzw. befreien sich von der radikalen Hamas.
@ 64 – Mirza:
Sie schreiben:
“Ich dachte eigentlich bisher, daß die deutsche Außenpolitik maßgeblich durch den Außenminister geprägt wird? Hm, so kann man sich täuschen.”
Außenpolitik ist auch Sache des Bundeskanzlers bzw. der Bundeskanzlerin. Ansonsten hätte Merkel mit ihrem Olmert-Telefonat ihre Kompetenzen überschritten.
Insbesondere Kanzlerin Merkel versucht über die außenpolitische Karte und hier speziell über ihre diversen “Gipfel”-Teilnahmen, ihre Popularität zu steigern. So wurde z.B. der häufig verwendete Bergriff “Klimakanzlerin” (was sie in keinster Weise ist) geboren, ebenso der jedoch seltener verwendete Begriff der “Kanzlerin der Menschenrechte” (auch dies ist nicht zutreffend). Der Steinmeier ist ohnehin stark damit ausgelastet, seine in der damaligen Funktion als Kanzleramtschef Schröders im Hintergrund betriebene Beteiligung Deutschlands am völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Irak zu vertuschen.
Sie schreiben:
“Zu dem Wolf Biermann ?Ding?, ich habe es in meinem vorherigen Beitrag schon erwähnt, wie ich zu der Formulierung kam. Und ehrlich gesagt, ich kann keine Einschätzung geben, ob der Herr nun von links nach rechts gedriftet ist, auch wenn der für den Spiegel schreibt.
Auch im Spiegel stehen manchmal gute und richtige Sachen.”
Ich hatte jedoch geschrieben:
“Scheinbar wissen SIE nicht, daß Biermann für das rechte Springer-Blatt WELT arbeitet.”
Also: Er arbeitet für die WELT und nicht für den SPIEGEL.
Sie schreiben:
“Nein, typisch links? hm? ich sags mal so, das ist für mich WischiWaschi. Warum nicht gleich so ? Hätten sie doch gleich schreiben können, daß sich sich auf ihren Bekanntenkreis berufen, aber nein, es wurde die deutsche Bevölkerung daraus gemacht. Naja, nix neues.”
Ich davon überzeugt, daß sich in einer repräsentative Meinungsumfrage eine sehr große Mehrheit gegen die sehr einseitge Merkel-Stellungnahme (mit ihren Stellungnahmen zum Nahen Osten ist sie übrigens “Wiederholungstäterin”).
In Ihrem vorgangegenen Kommentar hatten Sie mich als “Leser der Jungen Welt” bezeichnet. Ich habe kein Junge-Welt-Abo und lese die Internetausgabe dieses Blattes genauso häufig oder selten wie z.B. die FAZ oder die WELT. Die Junge Welt bringt gelegentlich Beiträge zu Sachverhalten, die von anderen Medien nicht aufgegriffen werden. Aber: Die Junge Welt hat auch eine dunkle Seite: Das in gelegentlichen Beiträgen betriebene Schönreden der DDR-Politik und der Lebensverhältnisse in der DDR. Und: Beiträge des JW-Chefredakteurs Arnold Schölzel lese ich aus Prinzip nicht, denn er war zu DDR-Zeiten Stasi-Mitarbeiter. Die Junge Welt sollte sich fragen, ob es mit glaubwürdigem journalistischem Selbstverständnis vereinbar ist, einen ehemaligen Stasi-Mitarbeiter in einer solch wichtigen Funktion zu belassen.
Ich hatte die Junge Welt lediglich zitiert, weil ich in den übrigen Medien keinen Hinweis auf die Merkel-Äußerungen gefunden hatte.
Ich habe nun jedoch einen weiteren Bericht hierzu gefunden, und zwar in der NRhZ. Titel:
“Proteste gegen den Kotau vor Olmert”.
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=13310&css=print
Ich erlaube mir, den jetzt in Deutschland lebenden isländischen Komponist und Autor Elias Davidsson zu zitieren:
“Sie sollten sich als deutsche Bundeskanzlerin schämen, die jüdischen Nazis gegen eine arme Bevölkerung von Flüchtlingen zu unterstützen. Sind sie etwa ein getarnter Antisemit, der Juden ein goldenes Seil schenkt, damit sie sich aufhängen können?”
Der NRhZ-Beitrag und das Zitat geben Ihnen sicherlich wieder reichlich Munition :-)
Sie schreiben:
“Da gebe ich ihnen recht, allerdings nur unter einer Bedingung, wenn das Existenzrecht von Israel nicht in Frage gestellt wird.”
Da gebe ich Ihnen recht. Jedoch: Bei entsprechenden Zusagen durch die israelische Regierung ist die Hamas bereit, das Existenzrecht Israels anzuerkennen. Insbesondere der frühere US-Präsident hat mit sehr viel Engangement auch an diesem Thema gearbeitet. Seine Kritik an den europäischen Regierungen (und dies betrifft ganz besonders Merkel) ist vollauf berechtigt.
Jedoch auch die Palästinenser haben ein Existenzrecht! Ich erinnere nur an die Aussage des ersten israelischen Ministerpräsidenten Ben Gurion, das Beste wäre, man würde alle Palästinenser ins Rote Meer treiben.
@ Mirza & Andere
Been There’ … Done That!
Passt dann auch zum nicht vorhandenen “Dialog unter Feinden” Thread.
Die ansonsten hier teilweise wiedergekaueten Phrasen ueber das Nah-Ost-Problem lasse ich mal uebersaettigt so stehen, da ich #60 bei #51Mirza eingestiegen bin, auch wenn diese Art von Argumentation fruchtloser ist, denn Farbe beim Trocknen zuzugugn.
Es gibt hier zB. trastische Meinungen ueber die Nichtverhandelbarkeit/Kooperation in Bezug auf den Iraner. Solch fatale Absolution ist doch an und Fuer Sich schon eine bewusst anti-dialogische EskalationsProvoka’zion.
Die vollkommene Abdeckung jeglichster undialogischer EskalationsMoeglichkeiten wird unpolitisch/religioes/nuklear/terroristisch/Israel…… augeschoepft.
Ich muss ja jetzt den Iraner genauso wenig moegen muessen wie die Hamas, aber wenn du ‘Mirza gleich im ersten Absatz deines ersten Kommentars mit der abgedroschenen Uebersetzungsluege ‘der Vernichtung Israels’ aufwartest, dann ist das nun mal aufschlussreich und peinlich.
Im selben Kommentar “findest du Merkels ?naßforschen? Spruch sehr gut und angebracht, gerade als Gegengewicht gegen diese Spinner die allerorts gegen die israelische Gewalt etc. demonstriert haben.” (wuerdest du ‘Spinner’ nicht gerne anders definieren?)
Darauffolgend kannst du da”…..?an der jetzigen Situation/Eskalation, ist einzig und allein die Hamas schuld?.” … voll mitgehen” … und Geschriebenes ueber das Merkel tangiert dich ueberhaupt nicht, zumal das ja auch schon Jahrzehnte her ist, und auch noch sehr schwer nachzuprüfen sein dürfte, ……”
Da wurd mir schon von wesentlich ‘Weniger’ Uebel.
Diese ‘Einschlaegigkeit geht dann munter so weiter, wobei natuerlich unvermeidbar und stereotyp die Linke auf den Deckel kriegt und auch der Uri mal kurz abgewatscht wird.
Kenn ich doch irgendwoher!
Zu… ?Auch die palästinensischen Menschen haben ein Recht auf ein Leben in Würde, Unabhängigkeit und Unversehrtheit!? … “…… habe ich erhebliche Zweifel daran, daß die Palästinenser jemahls dieses Leben erreichen werden, es sei denn, sie verlassen das Land bzw. befreien sich von der radikalen Hamas.”
Ja..Ja … ich weis was jetzt kommt.
Da hat doch der boese Jake wieder alles aus deinem Context gerissen, vieles verdreht, nichts gelesen oder gar versucht zu verstehen. Typisch linker Spinner?
Ich muss ja nicht deine gesamte, einseitige Prop. zitieren. Andere koennen auch ‘nicht lesen.
Zum Thema “Dialog unter Feinden” bist du als Feind des Dialogs ein Musterbeispiel.
Aber das ist nur meine Meinung. Da gibt es ‘Andere auf diversen Seiten, die deine Beschreibungen durchaus zu schaezen wuessten.
Die sind auch gegen Dialog und fuer Unfrieden.
Und damit hab ich nichts am Hut.
@ Memo am 4. Januar 2009 um 12:07
Zitat:
?Scheinbar wissen SIE nicht, daß Biermann für das rechte Springer-Blatt WELT arbeitet.?
Nein, weiss ich nicht, da ich nicht einmal weiss, ob man den Spiegel generell als “rechts” einstufen kann/sollte. Wie schon erwähnt, auch im Spiegel stehen hin und wieder gute und richtige Sachen, auch ganz interessante Interviews mit Frauenrechtlerinnen mit Migrationshintergrund sind dort ab und an zu finden. Aber polemisch gesprochen, wer den Islam und deren Umgang mit Frauen kritisiert, ja, der wird gern mal in eine bestimmte Ecke gestellt, ist mir nicht neu.
Auf dieses “links” “rechts” lasse ich mich da nicht ein, ich denke von Thema zu Thema, ohne Scheuklappen.
Aber nach dieser Denkweise, könnte man die deutschen Arbeitsämter als rechtslastig oder gar noch mehr einstufen, da, wie letzten in den Nachrichten zu sehen war, einem jungen Mädchen mit Migrationhintergrund was zwangsverheiratet werden sollte und mehrmals nach Hilfe rief und vor Ort vorsprach, eiskalt abgewiesen wurde, von Frauen, Sachbearbeiterinnen übrigens.
Paradoxerweise war es der Verein “Hatun & Can”, der als einziger dem Mädchen half. Schon sehr merkwürdig. Die Frauenrechte gelten wohl nur für deutsche Frauen, und reichen nur bis zur deutschen Grenze, hat man jedenfalls manchmal den Eindruck, dank bestimmter sogn. “linker” Politik. Aber wen interessierts, nicht wahr.
Bei allem Geschrieben von uns beiden, wir sind wohl etwas vom Thema abgekommen.
Grundthema war (ist), der Ausspruch von Frau Merkel, daß einzig und allein die Hamas die Schuld für die jetzige Eskalation bzw. Situation trägt. Gleiches sagte übrigens gestern, denke ich, der tscheschische EU-Ratspräsident und über Sarkozy ist zu lesen, “Die Hamas sei für das Leiden palästinensischer Menschen in erheblichem Maße verantwortlich, weil sie den Raketenbeschuss auf Israel nicht beende”.
Dazu nochmal in die Tagesthemen vom 03.01.09 geschaut, ab Minute 7 wird es interessant.
http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/tt1066.html
“Bei entsprechenden Zusagen durch die israelische Regierung ist die Hamas bereit, das Existenzrecht Israels anzuerkennen.”
Ich denke sie sitzen da einem gewaltigem Irrtum auf. Die Hamas, nach meinen Informationen, ich denke dazu kam auch gestern was im TV, will einen islamistischen Staat, mit Gebieten des heutigen Israels. Und da stören nunmal die Israelis. Und ehrlich gesagt, islamistischer Staat und Menschenrechte, ich weiss nicht wie das genau zusammengehen soll.
Weil sie die Proteste thematiesieren, was ganz interessant ist, wer protestiert denn da vorrangig bzw. stellt eine große Mehrheit dar, weltweit ? Ein nicht unerheblicher Anteil der Demonstranten sind Muslime. Das gerade Muslime gern gegen Israel protestieren und gern auch jeden Anlass dafür nutzen wundert mich nicht, daß unter den Demonstranten auch so einige Konvertiten zum Islam sind, wundert mich auch nicht.
Wie schon erwähnt, wenn über Wochen hinweg hunderte von Raketen in Israel einschlagen, demonstriert niemand. Da kommt auch kein Herr Steinmeier auf die Idee, eine Waffenruhe zu fordern;der rappt ja lieber mit Leuten, die Frauenrechtlerinnen und Islamkritikerinnen den Tod an den Hals wünschen, nachweislich.
“Ich erinnere nur an die Aussage des ersten israelischen Ministerpräsidenten Ben Gurion, das Beste wäre, man würde alle Palästinenser ins Rote Meer treiben.”
Ich weiss, dafür werden sie mich vielleicht gleich köpfen wollen, aber …symphatisch der Mann, so ganz unrecht hat er nicht, da wohl eine friedliche Lösung unmöglich ist bzw. umöglich erscheint.
“Ich erlaube mir, den jetzt in Deutschland lebenden isländischen Komponist und Autor Elias Davidsson zu zitieren:
?Sie sollten sich als deutsche Bundeskanzlerin schämen, die jüdischen Nazis gegen eine arme Bevölkerung von Flüchtlingen zu unterstützen. Sind sie etwa ein getarnter Antisemit, der Juden ein goldenes Seil schenkt, damit sie sich aufhängen können??
(der Herr scheint wohl vergessen zu haben, daß die “Juden” schonmal vor der Vernichtung standen…. und sich sich das kein zweites Mal kampflos gefallen lassen werden)
Dazu fällt mir nur ein Satz ein, den ich vor einiger Zeit mal im Internet laß, und der leider auf verschiedenen Gebieten durchaus Relevanz besitzt.
“Die neuen Nazis kommen als Gutmenschen daher !”
Übrigens, wegen Slapstick nochmal, schauen sie doch mal bei den Verschwörungstheoretikern vorbei, gleich nebenan hier, auch immer lustig …diese Spinner.
@ 67 – Mirza:
Sie schreiben zu Ben Gurion:
“Ich weiss, dafür werden sie mich vielleicht gleich köpfen wollen, aber ?symphatisch der Mann, so ganz unrecht hat er nicht, da wohl eine friedliche Lösung unmöglich ist bzw. umöglich erscheint.”
Sie wissen, daß uns hier Welten trennen. Aber: “Köpfen” möchte ich Sie dennoch nicht. Immerhin sind Sie ehrlich. Und das honoriere ich. Ich halte es im übrigen mit Rosa Luxemburg, die wegen der schon 1918 / 1919 erkennbaren diktatorischen Tendenzen in der noch jungen Sowjetunion in einem Brief an Lenin diese Entwicklung kritisierte: “Freiheit … ist immer zugleich auch die Freiheit des Andersdenkenden.” Wir leben schließlich in einem freien Land.
Erlauben Sie mir jedoch eine Anmerkung: Ihr Satz ?Die neuen Nazis kommen als Gutmenschen daher !? kriegt durch Ihre obige Äußerung eine äußerst aparte Bedeutung.
Sie schreiben zur Anerkennung des Existenzrechts Israels durch die Hamas:
“Ich denke sie sitzen da einem gewaltigem Irrtum auf. Die Hamas, nach meinen Informationen, ich denke dazu kam auch gestern was im TV, will einen islamistischen Staat, mit Gebieten des heutigen Israels. Und da stören nunmal die Israelis.”
Ich zitiere aus dem schon erwähnten Artikel des früheren US-Präsidenten Carter:
http://zmag.de/artikel/menschenrechtsverbrechen-in-gaza
“Alle arabischen Nationen haben sich auf eine vollständige Anerkennung Israels geeinigt, sollte Israel die Schlüsselresolutionen der UNO erfüllen. Die Hamas ist bereit, jede verhandelte Friedensregelung zwischen der PA unter Präsident Mahmoud Abbas und dem israelischen Premierminister Ehud Olmert zu akzeptieren, vorausgesetzt das palästinensische Volk wird dieses Abkommen in einem Referendum anerkennen.”
PA = Palästinensische Autonomiebehörde
Und beim Thema `Moslems und Demokratie´ ist doch sehr auffällig, daß die westlichen Meinungsmacher dies immer dann zum Thema machen, wenn es gerade der eigenen Propaganda in den Kram passt. So ist beispielsweise bei aller berechtigten Kritik am Iran zu beachten, daß dort im Vergleich etwa zum westlichen Verbündeten Saudi Arabien geradezu paradisische Demokratie-Zustände herrschen.
Und: Der islamische Extremismus und Terrorismus wurde ab Ende der 70er Jahre von der US-Politik gezielt gezüchtet. Für unsere politischen Kreise gibt es nur den Terrorismus der Anderen, der ?aufgeklärte Westen? kann nach dieser Lesart in punkto Terrorismus kein Wässerchen trüben.
Ich möchte an Hand eines Beispiels zeigen, wie die westliche Supermacht USA nicht nur selbst terroristisch aktiv ist, sondern darüber hinaus sogar für das Entstehen des heute allseits bejammerten ?islamistischen? Terrorismus ganz wesentlich die Verantwortung trägt.
Ich zitiere aus Jürgen Roths im November 2001 erschienenen Buch ?Netzwerke des Terrors? (Seite 7f):
?Gleichzeitig werden die vielen Widersprüche beschrieben, die zeigen, daß Terrorismus (wie die mit ihnen verbundenen Mafiosi) nicht immer, aber viel zu häufig, politisch instrumentalisiert wurden.
Ein gutes, nein das beste Beispiel für diese Widersprüche zeigt sich gerade jetzt in Afghanistan. Es ist so banal, daß man es nicht mehr wiederholen möchte: Einst hatte die amerikanische CIA die islamistischen Fundamentalisten (und auch die Taliban) mit Waffen und Geld zu dem gemacht, was sie heute sind. Als Legitimation dafür wurde der Öffentlichkeit gegenüber der Einmarsch sowjetischer Truppen in Afghanistan, am 24. Dezember 1979, genannt. Erst danach, Mitte 1980, hätte die CIA begonnen, die Mudschaheddin, die gegen diese sowjetischen Besatzer kämpften, zu unterstützen.
Das ist nur ein Teil der Wahrheit.
In Wirklichkeit unterschrieb bereits am 3. Juli 1979 US-Präsident Jimmy Carter eine Direktive, wonach die Gegner des pro-sowjetischen Regimes in Kabul unterstützt werden sollten. ?Und am gleichen Tag schrieb ich eine Note an den Präsidenten, in der ich erklärte, daß nach meiner Meinung diese Hilfe eine sowjetische Militärintervention provozieren würde.? Dies erklärte Zbigniew Brzezinski, Nationaler Sicherheitsberater in Carters Regierung, in einem Interview mit der französischen Zeitung Nouvel Observateur.
Der Journalist fragte nach: ?Als die Sowjets ihre Intervention mit dem heimlichen Engagement der USA in Afghanistan rechtfertigten, nahm ihnen das damals niemand ab. Bereuen Sie heute irgendetwas??
?Bereuen was? Die geheime Operation war eine hervorragende Idee. Sie hatte dazu geführt, daß die Russen in die afghanische Falle gelaufen sind. Und Sie verlangen von mir, daß ich das bereue??”
So weit das Zitat aus Thomas Roths Buch.
Das Ziel der US-Regierung bestand darin, der Sowjetunion die Schmach eines ?russischen Vietnam? zu bereiten. Und dafür ist Brzezinski kein Preis zu hoch:
- zwischen 1 und 1,5 Millionen im Zeitraum 1979 bis 1989 getöteten Afghanen,
- 5 Millionen in Ausland flüchtende Afghanen zwischen 1979 und 1989,
- unzählige Kriegsverwundete,
- die Zerstörungen in der afghanischen Infrastruktur.
Was jedoch am allermeisten wiegt: Nach dem sowjetischen Abzug im Jahre 1989 ist Afghanistan in keinster Weise zur Ruhe gekommen. Die für die afghanische Bevölkerung gleichermaßen verheerenden Taliban und Nordallianzler treiben ihr verheerendes Spiel um die Macht im Lande. Afghanistan ist eine der entscheidenden Ursachen für den heutigen Terrorismus.
Ich möchte nochmals auf die US-Unterstützung der Islamisten im Zeitraum 1979 bis 1989 zurückkommen: Hier wurden von der auf Carter folgenden Reagan-Administration die radikalsten und brutalsten afhghanischen Widerstandsgruppen unterstützt. An den gemäßigten Widerstandsgruppen zeigte die Reagan-Administration keinerlei Interesse.
Der in den USA an der Columbia University lehrende Professor Mahmood Mamdani hat zu der verheerenden US-Politik gegenüber der muslimischen Welt ein Buch geschrieben: ?Guter Moslem, böser Moslem – Amerika und die Wurzeln des Terrors?. Darin heißt es zur finanziellen US-Unterstützung der islamistischen afghanischen Gruppen unter Reagan:
?Nachdem Präsident Reagan im März 1985 die Direktive 166 zur nationalen Sicherheit herausgegeben hatte, wurde der afghanische Dschihad zur umfangreichsten verdeckten Operation in der Geschichte der CIA. Allein im Steuerjahr 1987 belief sich laut einer Schätzung die geheime amerikanische Militärhilfe zugunsten der Mudschaheddin auf 660 Millionen Dollar – mehr als die gesamte amerikanische Finanzhilfe für die Contras in Nicaragua. Steve Galster, der feststellte, daß diese Summe ?selbst das übertraf, was Pakistan von Washington erhielt?, errechnete, gestützt auf die Unterlagen des Nationalen Sicherheitsarchivs, daß der Kongress insgesamt ?annähernd drei Milliarden Dollar an geheimer Unterstützung für die Mudschaheddin? bewilligt hat, ?mehr als für alle anderen verdeckten CIA-Operationen der achtziger Jahre zusammen.
Neben diesen Finanzhilfen von außen erschlossen sich die Mudschaheddin durch den Drogenhandel weitere Gelder. Die CIA kontrollierte dieses Geschäft und organisierte es zentral.?
Das von Professor Mandani veröffentlichte Buch zeigt die ganze Verlogenheit der in der westlichen Politik und in den westlichen Medien geführten Terrrorismus-Debatte. Unseren ?Eliten? kann man nur zurufen: ?Bedenken Sie, daß in der Hand mit dem ausgestreckten Zeigefinger zur gleichen Zeit drei Finger auf Sie selbst zurückzeigen!?
Der namhafte, aus den USA stammende Kritiker der US-Außenpolitik, Noam Chomsky zur Reagan-Politik der 80er Jahre:
?Radikale islamische Extremisten gehörten in den achtziger Jahren zu den Lieblingen der US-amerikanischen Politik, weil unter ihnen die besten Killer waren, die man finden konnte.? (in: The Attak, Seite 14).
Zum aktuellen Nahostkonflikt verweise ergänzend auf den sehr informativen neuen Spiegelfechter-Beitrag “Das hässliche Gesicht Israels”.
http://www.spiegelfechter.com/wordpress/459/das-hassliche-gesicht-israels
@ Memo am 5. Januar 2009 um 21:10
Also, ich weiss nun gar nicht so recht, wo ich anfangen soll, ob denn überhaupt, denn mit “unserem” Grundthema hat das immer weniger zu tun;Ausspruch von Frau Merkel.
Ich nehme nur einiges was mir ins Auge sticht auf, da, wie geschrieben, hat im Prinzip nichts mit dem Urthema zu tun, und würde wohl hier den Rahmen sprengen.
“Und beim Thema `Moslems und Demokratie´ ist doch sehr auffällig, daß die westlichen Meinungsmacher dies immer dann zum Thema machen, wenn es gerade der eigenen Propaganda in den Kram passt.”
Nun ja, ich weiss, daß sich dieses Thema für so einiges eignet, allerdings, sie kennen mich nicht. Und aufgrund meines sozialen Umfeldes bin ich fast täglich mit dem Thema konfrontiert, in verschiedenen Formen. Es geht mir da auch weniger um Demokratie, als um Menschenrechte, die eben auch für Frauen gelten, allerdings, manchmal kann man eben den Eindruck gewinnen, daß gilt nur für deutsche Frauen, und reicht nur bis zu den Grenzen von Deutschland.
“Ich halte es im übrigen mit Rosa Luxemburg, die wegen der schon 1918 / 1919 erkennbaren diktatorischen Tendenzen in der noch jungen Sowjetunion in einem Brief an Lenin diese Entwicklung kritisierte: ?Freiheit ? ist immer zugleich auch die Freiheit des Andersdenkenden.? Wir leben schließlich in einem freien Land.”
Und ich setze da noch einen drauf, und sage, wer die Freiheit verteidigen will, der muß an einem bestimmten Punkt intolerant sein ! Siehe 2.WK. und andere, oder auch ganz aktuell Israel, wobei man natürlich über die Mittel, oder die Verhältnismäßigkeiten streiten bzw. diskutieren kann. Wobei man dabei natürlich nicht vergessen sollte, wir alle in Europa haben keine Ahnung wie das ist, wenn Raketen in Siedlungen einschlagen, und man als Bewohner dem hilflos gegenüber steht, und da rede ich noch gar nicht von Toten.
Übrigens, ein geschichtlich erwiesener Fakt, daß Friedrich Ebert die Ermordung von Rosa Luxemburg anordnete, wenn wahrscheinlich auch nur mündlich (er wußte vielleicht schon warum);zeigt auch der Film sehr deutlich. Und unweit vom deutschen Bundestag gibt es eine Straße die seinen Namen trägt, von anderem ganz zu schweigen. Auf die Idee einer Umbenennung kommt niemand, außer ich anscheinend.
“Erlauben Sie mir jedoch eine Anmerkung: Ihr Satz ?Die neuen Nazis kommen als Gutmenschen daher !? kriegt durch Ihre obige Äußerung eine äußerst aparte Bedeutung.”
Wie schon erwähnt, der Satz gefällt mir, ist aber nicht von mir. Wie war das noch mit der Darfur Demo 2007 in Berlin, wo zeitgleich in sehr vielen anderen Hauptstädten der Welt ebenfalls Demos stattfanden, kein offizieller Vertreter der Bundesregierung war dort, kein Supermann und Weltretter Herbert Grönemeyer, kein Jan Delay, kein Bono Vox. Ganze lächerliche 124 Leutchen, ca., waren dort. Eine hochrangige Spd-Politikerin redete sich mit ihrem schon geplanten verlängertem Wochenende raus. “Gut”, nicht wahr…? Genauso “gut” wie die Geschichte mit dem jungen Mädchen was zwangsverheiratet werden sollte, und von keiner Behörde Hilfe bekam, obwohl sie mehrmals wehement vorsprach, wie letztens erwähnt.
Sonst wird scheinbar alles dafür getan, damit kein “Verdacht” aufkommt, bzw. niemand auch nur auf dumme Gedanken kommen kann, aber dann immerwieder solche Ausfälle.
Die Vergangenheit holt uns bzw. Deutschland immer wieder ein, kein Wunder, wenn man sie nie vollständig aufgearbeitet hat.
?Bedenken Sie, daß in der Hand mit dem ausgestreckten Zeigefinger zur gleichen Zeit drei Finger auf Sie selbst zurückzeigen!?
Den Satz hat er geklaut, und zwar von mir (o). ;) Den Spruch habe ich schon vor X-Jahren gerissen, ohne den Mann und dessen Schriften zu kennen. Schon witzig.
Alles ja ganz schön, interessant und auch teilweise richtig was sie da schreiben bzw. zitieren. Teilweise, weil sie scheinbar vernachlässigen, daß man sich damals im Kalten Krieg befand, und beiden Seiten einige Mittel recht waren, um den anderen zu treffen, in welcher Weise auch immer, siehe Stellvertreterkrieg in Vietnam.
Wenn wir das mal runterdividieren, wären die 30ger Jahre nicht so verlaufen wie sie verlaufen sind, mit anschließenden Krieg, hätte es wohl nie den Kalten Krieg und dessen Auswüchse gegeben.
“Neben diesen Finanzhilfen von außen erschlossen sich die Mudschaheddin durch den Drogenhandel weitere Gelder. Die CIA kontrollierte dieses Geschäft und organisierte es zentral.”
Es gibt einige Quellen, die besagen, daß die deutsche Bundeswehr heute in Afghanistan u.a. auch bestimmte Felder beschützt, auf denen “böse” Sachen angebaut werden, für die man hier zumindest vor einen Richter kommen würde.
Sie errinnern sich noch an den Polloniumanschlag auf Herrn Litwinenko ? Er war an einer story dran, die gesamte afghanische Führungsriege, mit Karsai an der Spitze, sollen in diesem Drogensumpf verstrickt sein, daß Rohheroin soll übrigens nach St.Petersburg gehen. Aber darüber spricht halt keiner, von recherchieren schon mal ganz zu schweigen. Wer will sich schon mit Putin, Karsai und vielleicht noch dessen Kumpel Schröder anlegen ?
“Die CIA kontrollierte dieses Geschäft und…”
Ähnliche Verflechtungen gibt es da auch in Süd- und Mittelamerika. Allerdings, auch das hat seine zwei Seiten der Medallie. Argument der CIA, wie ich mal las, wenn wir es nicht tun, tun es die anderen, nur noch viel schlimmer und unkontrollierter. Mag vielleicht makaber klingen, aber da ist durchaus etwas dran. Ähnlich vielleicht damals diese Denkweise in den 80ern in Afghanistan.
Wie schon erwähnt, geht für mich alles am Urthema vorbei, und hat mit der Ansage von Frau Merkel auch nicht wirklich etwas zu tun.
Was aber mir noch auffällt, auf dieselbe Ansage vom tschechischen EU-Ratspräsident bzw. den Ausspruch von Sarkozy gehen sie gar nicht ein. Vielleicht weil es diesmal ihnen nicht in ihren Kram passt ? Ebenfalls habe ich bis jetzt noch keine Plakate von Franzosen oder Tschechen gesehen, auf denen stand, daß sich die jeweilige Person schämen sollte. Solchen Blödsinn gibts wohl doch nur in Deutschland.
Schön auch, freut mich ja wirklich, daß im Exil lebende Palästinenser ihr Grundrecht zur Meinungsfreiheit wahrnehmen, weltweit, und nicht selten sehr emotional. Umgekehrt, wünsche ich mir selbige Freiheit für Juden bzw. Israelis in der moslemischen Welt. Nur das wird wohl ein unerfüllbarer Wunsch bleiben.
“Ich möchte an Hand eines Beispiels zeigen, wie die westliche Supermacht USA nicht nur selbst terroristisch aktiv ist, sondern darüber hinaus sogar für das Entstehen des heute allseits bejammerten ?islamistischen? Terrorismus ganz wesentlich die Verantwortung trägt.
Ich zitiere aus Jürgen Roths im November 2001 erschienenen Buch ?Netzwerke des Terrors?”
Habe ich gelesen und zur Kenntnis genommen, allerdings habe ich ein gewisses Problem mit solchen Ausführungen. Haben nun die Usamerikaner die allein Schuld, oder trägt auch jeder afghanische Kämpfer, jeder Geldgeber auch eine Mitschuld ? Alles einzig und allein den Usamerikanern “in die Schuhe zu schieben”, ist sehr einfach, und da sollte man aufpassen, daß man nicht, ohne es zu merken, in einen Antiamerikanismus abgleitet.
“?Radikale islamische Extremisten gehörten in den achtziger Jahren zu den Lieblingen der US-amerikanischen Politik, weil unter ihnen die besten Killer waren, die man finden konnte.? (in: The Attak, Seite 14).”
Nicht nur die Besten, sondern auch die brutalsten und widerlichsten Kämpfer (Stichwort Köpfen). Das muß man im Kontext mit der Zeit und den damaligen politischen Gegebenheiten sehen, alles andere verzerrt und führt womöglich nur zu falschen Schlüssen.
“Zum aktuellen Nahostkonflikt verweise ergänzend auf den sehr informativen neuen Spiegelfechter-Beitrag ?Das hässliche Gesicht Israels?.”
Habe ich schon gesehen. Nur dazu, ad hoc, Krieg ist immer häßlich, wußten sie das noch nicht ? Das häßliche Gesicht Israels ist nur das Spiegelbild der Hamas, polemisch ausgedrückt, oder anders gesagt, beide Seiten machen Mist, nur ist die Sprache die dem zugrunde liegt, auf beiden Seiten, etwas unterschiedlich, falls ihnen das noch nicht aufgefallen sein sollte.
Da wir “unser” Urthema schon weit verlassen haben, sehe ich unseren Gedankenaustausch als beendet an.
@ 69 – Mrza:
Zum Abschluß unseres Dialoges noch zwei Anmerkungen:
Sie schreiben:
“?Bedenken Sie, daß in der Hand mit dem ausgestreckten Zeigefinger zur gleichen Zeit drei Finger auf Sie selbst zurückzeigen!?
Den Satz hat er geklaut, und zwar von mir (o). ;) Den Spruch habe ich schon vor X-Jahren gerissen, ohne den Mann und dessen Schriften zu kennen. Schon witzig.”
Dieser Satz befindet sich außerhalb meines in den Text eingebauten Zitates. ICH habe diesen Satz geklaut, und zwar vom ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann (in einer Entgegnung an den damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger) :-) Gut erkannt!
Sie schreiben:
“Was aber mir noch auffällt, auf dieselbe Ansage vom tschechischen EU-Ratspräsident bzw. den Ausspruch von Sarkozy gehen sie gar nicht ein. Vielleicht weil es diesmal ihnen nicht in ihren Kram passt ?”
Der Grund ist viel banaler: Ich wollte noch was dazu schreiben, habe es dann aber schlichtweg vergessen. Hier also meine Anmerkung:
Der Satz
?Die Hamas sei für das Leiden palästinensischer Menschen in erheblichem Maße verantwortlich, weil sie den Raketenbeschuss auf Israel nicht beende?
ist zwar aus meiner Sicht alles andere als befriedigend, aber zumindest nicht ganz so extrem einseitig wie die Merkel-Äußerung: es ist “nur” von ” in erheblichem Maße verantwortlich” die Rede.
Die israelische Regierung hat bereits klar gemacht, daß sie die aus meiner Sicht mehr als dürftige europäische Reaktion als Rechtfertigung für die Fortsetzung ihrer Militäraktionen betrachtet.
@ Memo am 6. Januar 2009 um 00:32
“Der Satz
?Die Hamas sei für das Leiden palästinensischer Menschen in erheblichem Maße verantwortlich, weil sie den Raketenbeschuss auf Israel nicht beende?
ist zwar aus meiner Sicht alles andere als befriedigend, aber zumindest nicht ganz so extrem einseitig wie die Merkel-Äußerung: es ist ?nur? von ? in erheblichem Maße verantwortlich? die Rede.
Die israelische Regierung hat bereits klar gemacht, daß sie die aus meiner Sicht mehr als dürftige europäische Reaktion als Rechtfertigung für die Fortsetzung ihrer Militäraktionen betrachtet.”
Okay, kann ich nachvollziehen, ist aber nicht meine Denkweise.
Aber ich habe da einen mindestens gleichwertigen Konter, vielleicht sogar noch besser.
Sollten sie eigentlich wissen, schon aus den Erfahrungen des 3.Reiches.
Schweigen heißt Zustimmung ! Bzw. wird von den Tätern immer so interpretiert.
Ergo könnte man sagen, das Schweigen von Europa, insbesondere von meinen Freunden aus dem linken Lager, hat die Hamas bestärkt weiterzuschiessen. Was die Schuldfrage in einem ganz anderem Licht erscheinen läßt, wenn man sie denn überhaupt stellen kann, da es ja bekanntlich kein Schwarz und Weiß gibt, außer in so manchen Köpfen.
Im Übrigen, sie schreiben das so locker aus dem Handgelenk, daß die israelische Regierung klargemacht hätte usw., ich sehe kein Zitat, keinen Link, und ganz ehrlich gesagt, ich denke eher, sie drehen sich da was zurecht, aus Texten die sie vielleicht selbst nicht vollends verstehen.
Man kann das nennen wie man will, aber Israel hat eigentlich noch nie Rechtfertigungen aus Europa für irgendetwas gebraucht bzw. darauf gewartet, eher im Gegenteil. Der israelische Geheimdienst hat sich im Auftrag der israelischen Regierung schon x-mal über geltende Gesetze in Europa hinweggesetzt.
Wenn sich Israel auf Europa verlassen würde, wären sie wirklich bald vernichtet.