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  • Handelskrieg um Seltene Erden

    geschrieben am 14. November 2010 von Spiegelfechter

    Zwischen China und dem Westen ist ein Handelskrieg um Rohstoffe entbrannt, die zur Fertigung von High-Tech-Produkten benötigt werden. Dabei bekleckern sich beide Seiten nicht unbedingt mit Ruhm

    Dass mit den Chinesen nicht zu spaßen ist, konnten Ende September die Japaner am eigenen Leibe spüren. Nachdem der Kapitän eines chinesischen Fischkutters in japanischen Hoheitsgewässern nahe der territorial umstrittenen Senkaku-Inseln die japanische Küstenwache rammte und von den japanischen Behörden festgenommen wurde, erließen die chinesischen Behörden ein Exportverbot für eine Reihe von Metallen. Diese Metalle gehören zur Gruppe der Metalle der Seltenen Erden und sind für Japans High-Tech-Industrie ungemein wichtig. Kein Wunder, dass der chinesische Kapitän schon am nächsten Tag freigelassen wurde. Doch dieser diplomatische Affront ist nur die Spitze des Eisbergs einer protektionistischen chinesischen Handelspolitik rund um die Seltenen Erden.

    Vor den 1960ern wurden die Metalle der Seltenen Erden fast ausschließlich aus den monazithaltigen Sanden und Erzen Brasiliens, Indiens und Südafrikas gewonnen. Die Weltproduktion lag damals bei rund 5.000 Tonnen pro Jahr. Als das Unternehmen MolyCorp im Jahre 1965 im kalifornischen Mountain Pass die Förderung aufnahm, begann sich die Industrie langsam für die Seltenen Erden zu interessieren. Europium wird zur Herstellung von Röhrenbildschirmen verwendet, Neodym ist ein wichtiger Bestandteil bei der Herstellung von Permanentmagneten für Elektromotoren.

    Bis zum Jahr 1985 steigerte sich die Förderung auf rund 40.000 Tonnen pro Jahr, Mountain Pass war bis zu diesem Zeitpunkt der wichtigste Förderort. Doch 1985 änderte sich die Welt der Seltenen Erden. China startete die strategische Ausbeutung dieser Ressource und verdrängte schnell die weltweite Konkurrenz. Heute beträgt die Weltförderung rund 120.000 Tonnen, wovon 97% auf China entfallen.

    Zeitgleich zum Aufstieg Chinas gewannen auch die Seltenen Erden massiv an Bedeutung. Die Metalle werden heute nicht mehr nur für Elektromotoren, sondern auch für LCD- und Plasmabildschirme, Legierungen für Batterien und Akkus, Spezialglas, Energiesparlampen und nicht zuletzt auch für Militärtechnik in Radargeräten und Lenkraketen benötigt. Die Förderung von Seltenen Erden ist jedoch recht kostenintensiv, wenn man Umweltstandards einhalten und hohe Löhne zahlen muss.

    China konnte in den 90ern mit Kampfpreisen die internationale Konkurrenz vom Markt verdrängen. MolyCorp drosselte von Jahr zu Jahr die Förderung, musste 1998 aufgrund mehrerer Fälle von Umweltverschmutzung strenge Auflagen hinnehmen und stellte schließlich 2002 den Betrieb endgültig ein. Seitdem hat China ein Monopol auf die Seltenen Erden.

    Es ist jedoch erstaunlich, dass der Westen dieser Entwicklung über Jahrzehnte tatenlos zugeschaut und sich vollkommen ohne Not in eine derartige Abhängigkeit manövriert hat. Dass die Seltenen Erden für China mehr als nur eine Ressource unter vielen sind, wurde von den Chinesen nie verschwiegen – im Gegenteil:

    Der Nahe Osten hat Öl, China hat Seltene Erden.
    Deng Xiaoping im Jahre 1992

    Im Jahre 1999 erklärte der chinesische Präsident Jiang Zemin, dass es China darum ginge, “den Ressourcenvorteil in wirtschaftliche Überlegenheit” zu verwandeln. Eine staatsnahe chinesische Zeitung formulierte es jüngst noch schärfer, als sie die Seltenen Erden als “die Waffe der Wirtschaft des 21. Jahrhunderts” bezeichnete.

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    Zwischen China und dem Westen ist ein Handelskrieg um Rohstoffe entbrannt, die zur Fertigung von High-Tech-Produkten benötigt werden. Dabei bekleckern sich beide Seiten nicht unbedingt mit Ruhm Dass mit den Chinesen nicht zu spaßen ist, konnten Ende September die Japaner am eigenen Leibe spüren. Nachdem der Kapitän eines chinesischen Fischkutters in japanischen Hoheitsgewässern nahe der ...
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    1. Tweets that mention Handelskrieg um Seltene Erden » Spiegelfechter — Topsy.com

    130 Kommentare:

    1. Axel schrieb am 14. November 2010 at 13:10 - Permalink

      Mit Diktaturen ist nie zu spaßen!

      Auch wenn diese ebenfalls oft zu mehr oder weniger Realpolitik gezwungen sind.
      Z. B. um Eklats zu vermeiden, wie ich gerade lese.

      Diktaturen sind immer im Vorteil (Asymmetrie des Bösen), deshalb müssen Demokratien wenn sie dagegen nicht untergehen wollen in der Tat höllisch aufpassen, was der Westen dem Artikel nach ja in diesem Fall versäumt haben soll.

      • Lars schrieb am 14. November 2010 at 16:52 - Permalink

        Was hat das mit Diktaturen zu tun? Der Westen verhält sich nicht anders. Freihandel schön und gut, solange es einem selber dient, siehe Streit Boeing/Airbus oder Handel mit landwirtschaftlichen Produtken.
        Der Unterschied ist nicht Demokratie/Diktatur, sondern gute/schlechte Regierungen.

        • Axel schrieb am 14. November 2010 at 17:52 - Permalink

          Ich zitiere aus NZZ Online:

          Die Bilder scheinen zu belegen, dass ein chinesisches Fischerboot ein Schiff der Küstenwache absichtlich gerammt hat.
          ……….

          Japan hatte nach der Kollision den chinesischen Kapitän des Bootes festgenommen und erst nach starkem Druck vonseiten der chinesischen Regierung wieder freigelassen. China hatte die Regierungskontakte ausgesetzt und vier japanische Geschäftsleute unter dem Vorwurf der Spionage festgehalten.

          Ich würde also sagen, das das chinesische Fischerboot eine “strafbare” (bzw. eine nicht ohne weiteres hinzunehmende) Handlung begangen hat. (Sonst passiert es ja schon mal das unschuldige Touristen von Diktaturen als angebliche Spione des Imperialimus eingekerkert werden wenn sie aus Versehen (oder angeblich) mit einem Fuß die Grenze überschritten haben.)

          Die Reaktion Chinas ist m. E, typisch für eine Diktatur, sofern sie über irgendwelche Druckmittel verfügt! Typisch vor allem auch der Vergeltungsakt der “Geiselnahme” der vier japanischen Geschäftsleute. Natürlich, ja unter Spionageverdacht, wie bei den Touristen.

          Eine Demokratie würde sich sicher auch für ihre Staatsbürger einsetzen, würde aber internationales Recht beachten müssen

          So war mein Kommentar gemeint.

          Aber vielleicht sehe ich etwas falsch und das chinesische Boot hat keine “strafbare” Handlung begangen.

    2. Hubert Kuh schrieb am 14. November 2010 at 13:20 - Permalink

      Guter Beitrag, um es wieder einmal einem breiteren Publikum bewusst zu machen. Leider ist der Unterton wie bei allen anderen :)
      Seltene Erden – Eine Kuh schreibt
      Grüße und danke!

    3. Shitop schrieb am 14. November 2010 at 13:22 - Permalink

      Die Tatsache, dass Japan Deutschland in Vietnam und der Mongolei bei den seltenen Erden überholt hat, ist nachvollziehbar. In beiden Fällen hätte Deutschland nach der Wiedervereinigung über einen gewaltigen Startvorteil verfügen können. Aus typisch westdeutscher Überheblichkeit wurde dieser Vorteil verspielt. Ein beträchtlicher Anteil der heutigen wirtschaftlichen Elite der Mongolei hat ihre Kindheit in der ehemaligen DDR verbracht, wo ihre Eltern damals studierten. Die Japaner waren jedoch mit Bergleuten aus den Philippinen schneller.
      Nicht ohne Grund gibt es in China die Idee, Deutschland in der Zukunft als eine Art History Park der verpassten Gelegenheiten touristisch zu nutzen. Merke: Keiner ist nutzlos. Er kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen.

    4. helga müller schrieb am 14. November 2010 at 13:44 - Permalink

      Steht es uns, dem Westen, zu überhaupt über China zu urteilen?
      Wieso darf der Westen mit seiner USA-Führung überall in der Welt einfallen, seine Gesetze und Normen den Nationen überstülpen und die Reichtümer der Länder plündern während der Westen sich aufregt, wenn nichtwestlich Staaten jetzt ähnliche Beutezügen machen wollen? China führt keinen völkerrechtswidrigen Krieg und liefert den Menschen in Afghanistan inzwischen mehr Güter für den täglichen Bedarf als der verlogenen Westen, der sich zwar christlich nennt aber längst die 10 Gebote verfälschte und vergaß um seine eigenen Rendite zu erhöhen und die Welt der Andersgläubigen ärmer und ängstlicher zu machen.
      Wenn Eltern derart als Vorbilder bei ihren kindern versagen, kann es nur eine tragische Rache geben

      • Spiegelfechter schrieb am 14. November 2010 at 14:30 - Permalink

        Steht es uns, dem Westen, zu überhaupt über China zu urteilen?

        Na aber selbstverständlich!

        Wieso darf der Westen mit seiner USA-Führung überall in der Welt einfallen, seine Gesetze und Normen den Nationen überstülpen und die Reichtümer der Länder plündern während der Westen sich aufregt, wenn nichtwestlich Staaten jetzt ähnliche Beutezügen machen wollen?

        Warum sollte die Sünde des Einen, die Sünden des Anderen besser machen? Komische Argumentation.

        • Sandsturm schrieb am 14. November 2010 at 20:02 - Permalink

          Warum sollte die Sünde des Einen, die Sünden des Anderen besser machen? Komische Argumentation.

          Es ist eine Frage der Verhältnismäßigkeit – der eine Mordet in aller Welt, der andere weigert sich seine Produkte billig zu verkaufen. Einen Unterschied sehe ich da schon.

          Wenn der Westen nicht in der Lage ist weiter als seine eigene Nasenspitze zu sehen dann ist es nicht Chinas Schuld.

          • Spiegelfechter schrieb am 15. November 2010 at 10:10 - Permalink

            Natürlich gibt es da einen Unterschied in der Bewertung. Das darf aber nicht darauf hinauslaufen, dass Staaten wie China oder auch dem Iran ein Persilschein ausgestellt wird, wie es einige Kommentatoren immer gerne tun.

            • aquadraht schrieb am 15. November 2010 at 22:04 - Permalink

              Jens: Ich bin völlig Deiner Meinung, dass man auch China kritisch bewerten sollte. Da gibt es auch genug zu kritisieren. Nur sollte man da mehr bieten als der Mainstream.
              In der RE-Geschichte missfällt mir, wie hier mit Verschwörungstheorien agiert wird, so als wolle oder könne China mit den RE die Weltherrschaft erringen. Das fängt mit dem dubiosen Deng-Zitat an. Wenn das je so gefallen ist, dann nicht in einem solchen Sinne, dass damit die Welt erpresst oder unterworfen werden solle, eher, dass man mit den eigenen Bodenschätzen achtsam umgehen solle (oder wie immer). 1992 war nach dem Golfkrieg, und das Öl hatte sich beileibe nicht als Waffe der Ölstaaten erwiesen. Und der Preis je Tonne RE war 1992 nicht nur niedrig, er sollte bis etwa 2002 noch weiter fallen. Und dann ist das noch ein Markt mit einer Milliarde Dollar Weltjahresumsatz, sollte man sich dieser Proportionen nicht bewusst sein?
              Die aus japanischer Quelle stammenden Gerüchte über einen Lieferstopp, also von den dem Vernehmen nach grössten RE-Schmugglern und Hamsterern, die an einer RE-Spekulation am dramatischsten verdienen, werden unhinterfragt kolportiert. Wenn es aber stimmt, dass japanische Firmen auf mehreren Jahresproduktionen RE sitzen, was soll es dann gebracht haben, die Lieferungen zu stoppen? Das passt vorne und hinten nicht. Wenn aber China mit den RE gar nicht erpresst hat, fällt der ganze Plot.
              Auch die Diaoyu-Senkaku-Geschichte kam völlig unkritisch rein. Es geht garnicht darum, den chinesischen Standpunkt zu kaufen. Was die Inseln angeht, ist das eh immer so, dass jede Seite ihre unschlagbaren historischen Argumente seit Adam und Eva hat, und man kann sich aussuchen, ob man sie Taiwan, China oder Japan gönnen mag. Aber der Zwischenfall war eher von Japan provoziert, und zwar von dem jetzigen Aussen- und damals Tourismusminister (der dadurch das Kommando über die Küstenwache hatte). Der hat auch schon politische Konkurrenten mit gefälschten Emails fertiggemacht und gilt auch in Japan als reichlich skrupellos.
              Wenn einer erzählt, dass ein Fischtrawler mit ausgelegtem Fangbesteck zwei Küstenwachboote gerammt hat, muss doch jeder erst mal lachen, das ist so ähnlich, als wenn eine Schnecke gleich zwei Windhunde überrennt. Solche Schiffe bestehen praktisch aus Motor und Kanone und sind gegebenenfalls Gleitfahrer, das heisst, sie sind zehn- bis 15mal so schnell wie ein Fischtrawler, der natürlich Kielfahrer ist, dazu extrem wendig, als Zweischraubenboote können sie praktisch auf der Stelle wenden. Und mit ausgelegtem Fangbesteck kann ein Fischdampfer weder enge Kurven fahren noch einfach stoppen. Sowas fällt dann aber nur der gewiss nicht China-unkritischen Hongkonger Presse auf.
              Nee sorry, das war alles unrund.
              a^2

        • Kant schrieb am 15. November 2010 at 20:00 - Permalink

          Das sind die berühmten ‘double standards ‘ des Westens:
          wer nicht zu Bedingungen des US_MIK kauft oder verkauft, der ist böse und wird fertiggemacht (man entdeckt in dem anderen Staat plötzlich Minderheiten, die befreit werden müssen etc und hetzt ohne Ende , weil der “Frei”handel alle nutze !) oder mit Bomben bedroht oder bombadiert. Halt dumm, dass die Tibeter- und Uiguren-Karte nicht zieht und China too big to fight ist für die demokratischste Demokratie der Welt.
          Schlimm schlimm, dass der SF auch ein Transatlantiker ist –
          wie Guttenberg !

          • aquadraht schrieb am 15. November 2010 at 23:02 - Permalink

            Kant: Nu mach mal nen Punkt. Jens macht gar keine Hetze des Westens mit, auch nicht in diesem Artikel, und ist auch kein “Transatlantiker”. Über die sinophoben Plattheiten im Mainstream hat er sich mehr als einmal eindeutig geäussert. Auch wenn ich meine, dass er mit diesem Artikel etwas danebenliegt, ist Dein Vorwurf komplett daneben.
            a^2

            • Kant schrieb am 16. November 2010 at 12:49 - Permalink

              allora, ‘Transatlantiker – wie Guttenberg’ – nehm ich zurück.
              Der Rest steht ! Willst du wirklich Beispiele ? Und nennst du mir welche für den chines. Imperialismus der letzten 60 Jahre !

    5. aquadraht schrieb am 14. November 2010 at 13:51 - Permalink

      Ich habe schon unter http://www.heise.de/tp/foren/S-In-der-Tat-fehlen-ein-paar-Aspekte/forum-189114/msg-19431506/read/ ein paar kritische Anmerkungen gemacht. Jens, kannst Du mal die Authentizität und den Kontext des vielzitierten angeblichen Ausspruchs von Deng Xiaoping prüfen? Mir scheint das zwar griffig, aber nicht glaubwürdig, Deng war schon kompetent, aber kein Wahrsager. Der Markt der seltenen Erden war damals noch winziger als heute, einige hundert Millionen Dollar weltweit. Selbst heute ist es wenig mehr als eine Milliarde.

      China kann und will nicht auf Dauer REM/REO im gegenwärtigen Ausmass und mit der gegenwärtigen Wachstumsdynamik fördern, sonst sind seine Reserven in weniger als zwei Jahrzehnten weg. Hingegen wäre es sinnvoll gewesen, der Ursache für die künstliche Aufregung nachzuforschen und auch den Zwischenfall mit der Minjinyu 5179 weniger einseitig darzustellen. Schade, ich hätte hier etwas sorgfältigere Recherche erwartet.

      a^2

      • Spiegelfechter schrieb am 14. November 2010 at 14:34 - Permalink

        Ich habe schon unter http://www.heise.de/tp/foren/S-In-der-Tat-fehlen-ein-paar-Aspekte/forum-189114/msg-19431506/read/ ein paar kritische Anmerkungen gemacht. Jens, kannst Du mal die Authentizität und den Kontext des vielzitierten angeblichen Ausspruchs von Deng Xiaoping prüfen? Mir scheint das zwar griffig, aber nicht glaubwürdig, Deng war schon kompetent, aber kein Wahrsager. Der Markt der seltenen Erden war damals noch winziger als heute, einige hundert Millionen Dollar weltweit. Selbst heute ist es wenig mehr als eine Milliarde.

        Schwierige Frage. Ich konnte da Zitat selbst nicht verifizeren, da ich kein Chinesisch kann. Es scheint aber idT authentisch zu sein, da es selbst von chinesischen Regierungszeitungen (auf englisch) so widergegeben wird.

        China kann und will nicht auf Dauer REM/REO im gegenwärtigen Ausmass und mit der gegenwärtigen Wachstumsdynamik fördern, sonst sind seine Reserven in weniger als zwei Jahrzehnten weg. Hingegen wäre es sinnvoll gewesen, der Ursache für die künstliche Aufregung nachzuforschen und auch den Zwischenfall mit der Minjinyu 5179 weniger einseitig darzustellen. Schade, ich hätte hier etwas sorgfältigere Recherche erwartet.

        Ich hatte angedeutet, dass die Grenzen dort umstritten sind. Das ist aber nur ein Nebenkriegsschauplatz. Zum Glück schreibe ich ja für mein Blog und nicht für Xinhua, da muss ich die chinesische Argumentationslinien nicht übernehmen ;-)

        • aquadraht schrieb am 14. November 2010 at 14:41 - Permalink

          Jens, die Einschätzung, die ich bezüglich des Diaoyu/Sengaku-Zwischenfalls andeutete, ist die der South China Morning Post und anderer Blätter aus Hongkong, die bezüglich der VR China gewiss nicht blind den Standpunkt von Xinhua einnehmen und allgemein mit Kritik an der VR China, der CCP oder auch Donald Tsang nicht sparen. Es ist auch sehr umstritten, ob es je einen Lieferstopp nach Japan für RE gegeben hat. In der Asia Times wurde angedeutet, dass Japan auf mehreren Jahresproduktionen RE sitzt, daher wäre das auch ausgesprochen kontraproduktiv.

          Und entschuldige, wenn ich rumnöle, mir ist klar, dass Du nicht zu Recherchen nach Fernost fahren kannst. Aber hätte man nicht mal bei Enercon oder Repower anfragen können, wie die die Perspektiven der Versorgung etwa mit Neodym sehen? Ob da die Gefahr von Preissteigerungen oder gar Produktionseinschränkungen wegen RE-Mangel für realistisch gehalten wird?

          Gruss, a^2

          • Shitop schrieb am 14. November 2010 at 19:18 - Permalink

            Weder Enercon noch Repower werden da ein Aussage machen. Ich würde eher mal im gewerkschaftlichen Umfeld von Schorch in Mönchengladbach anklopfen. Dort steht das Wasser wg. den Heuschrecken aus Singapur und Österreich derzeit bis Oberkante Unterlippe. Da könnte ein Ehemaliger schon redewillig sein.

            • Afghane schrieb am 16. November 2010 at 17:04 - Permalink

              Da ich mal bei Enercon gearbeitet habe, kann ich sagen, dass dort keine Dauermagneten eingesetzt werden. Nur eine Menge Metall, z. B. Kupfer.

          • Spiegelfechter schrieb am 15. November 2010 at 10:17 - Permalink

            Jens, die Einschätzung, die ich bezüglich des Diaoyu/Sengaku-Zwischenfalls andeutete, ist die der South China Morning Post und anderer Blätter aus Hongkong, die bezüglich der VR China gewiss nicht blind den Standpunkt von Xinhua einnehmen und allgemein mit Kritik an der VR China, der CCP oder auch Donald Tsang nicht sparen. Es ist auch sehr umstritten, ob es je einen Lieferstopp nach Japan für RE gegeben hat.

            Was heißt umstritten? Die Chinesen haben dies öffentlich negiert, während Regierungsmedien den Kettenhund rausließen. Ich sehe keinen Grund, an der Version der Japaner zu zweifeln.

            In der Asia Times wurde angedeutet, dass Japan auf mehreren Jahresproduktionen RE sitzt, daher wäre das auch ausgesprochen kontraproduktiv.

            Na dann muss ich Japan ja keine ernsten Sorgen machen ;-)
            Es wäre wohl ziemlich dumm, wenn die Japaner keine Vorräte hätten. Aber auch diese Vorräte sind irgendwann einmal aufgebraucht. Die neuen Quellen aus Vietnam und der Mongolei werden ja auch nicht ab morgen liefern können. Das dauert natürlich, da eine gewisse Volaufzeit nötig ist.

            Und entschuldige, wenn ich rumnöle, mir ist klar, dass Du nicht zu Recherchen nach Fernost fahren kannst. Aber hätte man nicht mal bei Enercon oder Repower anfragen können, wie die die Perspektiven der Versorgung etwa mit Neodym sehen?

            Solche Anfragen werden an den Rohstoffausschuss des BDI weitergeleitet und dort sieht man ein Problem, will aber nicht ins Detail gehen, da es sich um vertrauliche Daten handelt. Was sicher auch verständlich ist.

            Ob da die Gefahr von Preissteigerungen oder gar Produktionseinschränkungen wegen RE-Mangel für realistisch gehalten wird?

            Ja. Laut BDI-Rohstoffausschuss wird in einigen Solar-Betrieben auch schon eingeschränkt produziert, da die Vorräte zu neige gehen.

    6. Truvor schrieb am 14. November 2010 at 13:51 - Permalink

      Der Westen kann mehr “seltene Erden” bei den Russen aufkaufen.
      Dort ist die ganze Mendelejew-Tabelle vorhanden.

      • carlo schrieb am 14. November 2010 at 15:25 - Permalink

        Aber das geht doch auch nicht! Dann wird sich wieder über die Abhängigkeit von den “Russen” beklagt
        Komisch – keiner (der üblichen verdächtigen Politiker) hat bisher gejammert, wenn es um Abhängigkeit von den Karibikstaaten geht, welche Bananen an “unsere” Republik liefern!

        • Jason schrieb am 15. November 2010 at 00:52 - Permalink

          Wie wäre es, wenn die USA wieder selber in Mountain Pass fördern?
          Man muss sich doch nicht wundern, wenn die Preise steigen, wenn man einem Lieferanten das Monopol überlässt.

    7. Sukram71 schrieb am 14. November 2010 at 13:55 - Permalink

      Wenn ich jetzt nicht gerade bei Wikipedia nachgeguckt hätte, würde ich sagen, Europium muss sowas wie Unobtanium sein …

      Grüße aus Gran Canaria, Playa de Ingles, 26 Grad. :-)

      • Sukram71 schrieb am 14. November 2010 at 14:22 - Permalink

        Achso noch, zum alten Thema Abwrackprämie möchte ich mal festhalten, dass die absolut richtig, sinnvoll und vernünftig war. Nix mit Einbruch danach. Genau so wie ich immer gesagt habe. :-)

        Nur, weil ich das gerade lese.
        http://m.spiegel.de/article.do?id=729042

        • Spiegelfechter schrieb am 14. November 2010 at 14:28 - Permalink

          Dafür müssen allerdings auch “ruinöse” Rabatte eingeräumt werden – genau so wir ich immer gesagt habe ;-)

    8. Systemfrager schrieb am 14. November 2010 at 13:57 - Permalink

      So so! Worauf wartet man so lange – mehr als ein Jahrhudert (27. Juli 1900, Wilhelm II)! Ist wirklich schon die höchste Zeit für

      Die Hunnenrede / Teil 2

      Was steht in der Charta der Vereinigten Nationen, bezüglich der Selbstbestimmung der Völker? Nicht etwa, dass jeder Staat souverän in der Wahl seiner politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Ordnung sei?

      Jeder Staat ist… frei, seinen Wirtschafstraum durch protektionistische Maßnahmen zu schützen, Export- und Importbeschränkungen, Schutzzölle und Warenkontingentierungen einzuführen, sich seine Handelspartner frei auszuwählen, ja auf Handel ganz zu verzichten.

      Zitiert nach Paech, N. – Stuby. G.: Völkerrecht und Machtpolitik in den internationalen Beziehungen, S. 717.

      • Spiegelfechter schrieb am 14. November 2010 at 14:35 - Permalink

        na klar, es geht aber um die WTO-Regeln.

      • Axel schrieb am 15. November 2010 at 19:39 - Permalink

        Was steht in der Charta der Vereinigten Nationen, bezüglich der Selbstbestimmung der Völker? Nicht etwa, dass jeder Staat souverän in der Wahl seiner politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Ordnung sei?

        In der Wahl seiner politischen und kulturellen Ordnung sollte ein Staat nur insofern frei sein, als diese prinzipiell die Beachtung der universell gültigen Menschenrechte garantiert.

        So habe ich (freilich, ohne es immer so formuliert zu haben) solange ich denken kann, gedacht. Ein Einparteiensystem ist dafür i. a. kein günstiger Rahmen.

        Insofern wäre es nicht unbedingt ein Manko wenn die UN-Charta es unterläßt, den Staaten explizit die völlige Freiheit in der Wahl des politischen Systems zuzusichern.

    9. Lemmy Caution schrieb am 14. November 2010 at 13:58 - Permalink

      China profitiert in seiner Entwicklung halt auch stark von der aktuellen Gestaltung des Welthandelssystems. Die Märkte des Westens (inklusive Japans) und der Schwellenländer sind für seine industriellen Fertigprodukte sehr offen.
      China testet seine Macht aus. Das kann ja auch in Verhandlungen als Faustpfand benutzt werden. Letztlich haben aber auch Gesellschaften, die die “seltenen” Erden nicht für die inländische Produktion benötigen, kein Interesse an einem chinesischen Monopol durch Ausnutzung vertikaler Strukturen auf der Fertigungsseite.
      Die EU sollte wohl schnell handeln. Dass wir auf dem falschen Fuß erwischt worden sind, halte ich für irgendwie auch verständlich.

      • Spiegelfechter schrieb am 14. November 2010 at 14:36 - Permalink

        kommt nicht oft vor, aber hier stimme ich Dir 100% zu.

    10. Anmerker schrieb am 14. November 2010 at 14:19 - Permalink

      Mit wem verdient denn China sein Geld? Mit den Staaten der 1. Welt wie die EU, die USA, Japan und ein paar anderen Staaten. Wie verdient man mit diesen Staaten kein Geld? Indem man (z.T. erpresserisch) den Handel mit ihnen einstellt.
      Handelsbeziehungen erzeugen immer 2 Abhängigkeiten. Die des Konsumenten von der Ware und der des Produzenten von der Bezahlung. Wieso sollten Russen/Chinesen/wtf ihre besten Kunden von der Bettkante schubsen? Aus purer Laune heraus wohl kaum…
      Ich mach mir um die Chinesen keine Waffel. Die haben 2 kaum lösbare Probleme auf ihrer Schwelle sitzen. Nr 1: die Einkommensunterschiede zwischen Küste/Wirtschaftssonderzonen und dem breiten Hinterland. Da blühen endlos soziale Spannungen. Nr 2: die kulturelle Anziehungskraft des Westens. Man möge sich die Statussysmbole der Schicht der Emporkömmlinge in China anschauen.
      Unsere Abhängigkeit von China ist eine eingebildete bzw. aufgequatschte. Wir, wenn ich mich mal mit dem Rest der Nation in ein Boot setze, sind nur deswegen abhängig, weil wir in China alles sooo vieeel billiger machen/kaufen können um uns damit unsere Renditen zu sichern. Nur unsere Renditehaie brauchen die Chinesen. Gefühlte 95% der Europärer kommt auch ohne China aus…

      • Shitop schrieb am 14. November 2010 at 19:26 - Permalink

        Die Abhängigkeit von China ist größer als von Vielen erwartet. In China haben sich z.B. in den Bereichen Elektronik und Textilien sehr wettbewerbsfähige Cluster entwickelt. Da führt heute kein Weg mehr dran vorbei. So können europäische Firmen keine hochintegrierten Chips aus der Unterhaltungselektronik einkaufen. Die werden nicht beliefert, da die Mindestabnahmemenge bei 1 Mio. Stück liegt. Da können alle europäischen Hersteller zusammenlagen und 10 Jahre Geräte produzieren, mit einem Chip, der in 6 Monaten veraltet ist.

    11. zeno(bit) schrieb am 14. November 2010 at 15:03 - Permalink

      Die Chinesen sind ganz schöne Füchse.
      Kein Wunder, dass hier (in der westlichen Welt) so fleißig gehetzt wird. China scheint hingegen so mächtig zu werden, dass ihnen derlei Gequatsche den Buckel herunter rutschen kann. Nicht das wir uns falsch verstehen -China sollte in Sachen Menschenrechte noch ne Menge verbessern.

      Danke für den gut recherchierten Artikel.

      Ps: Seltene Erden sind in der Tat überhaupt nicht selten (bis auf einer Ausnahme).
      Schlaf weiter Deutschland ;-)

      • Truvor schrieb am 14. November 2010 at 16:20 - Permalink

        @ zeno(bit)

        Und was ist, wenn China uns (irgendwann) nach seinem (Chinas) Maß verbessert ? ;-)
        Wir sind nicht mehr in der Position irgendetwas von China zu verlangen.
        Seien wir mal realistisch.

        • zeno(bit) schrieb am 14. November 2010 at 16:43 - Permalink

          Und was ist, wenn China uns (irgendwann) nach seinem (Chinas) Maß verbessert ?

          Das ist zumindest nicht auszuschließen!
          Ich weiß aber nicht, ob ich mich darüber freuen soll. Ich mach doch so gerne alle 4 Jahre nen Kreuzchen um die Welt zu verändern ;-)
          Manch ein westlicher Staatschef soll ja auch schon neidisch auf die Autokratie schauen und sich in einer Art Sinnkrise befinden.

          Für China scheint die Staatsform im Moment noch der optimal Weg zu sein..

    12. noLo schrieb am 14. November 2010 at 15:12 - Permalink

      Der Name Seltene Erden ist irgendwie komisch!

      • carlo schrieb am 14. November 2010 at 15:37 - Permalink

        Ja, da hast Du recht. Ist auch eine komische Bezeichnung. Würden “seltene Erden”, unter Einhaltung gültiger Arbeitsschutzgesetze und den Regularien des Umweltschutzes, hier in Deutschland oder im europäischen Raum gewonnen, das hysterische Gekeife der Wirtschaftsoberkopferten endete sofort in Schweigen.
        Nebenbei….warum hat man wohl den Uranabbau in Ostdeutschland stillgelegt?

        • Truvor schrieb am 14. November 2010 at 16:39 - Permalink

          Zum Thema: http://www.expert.ru/printissues/expert/2010/44/bazovue_elementy?esr=5

          • elwu schrieb am 14. November 2010 at 17:33 - Permalink

            Klingt gut, der Text. Vor allem diese Stelle:

            По нашей информации, возможность восстановления производства редких земель сейчас рассматривают на Забайкальском ГОКе, хотя предприятию необходимо вложиться в покупку лицензий и оборудования, а масштабы выпуска концентрата будут все же невелики

            • R_Winter schrieb am 16. November 2010 at 13:06 - Permalink

              Zum besseren Verständnis – hier noch einmal übersetzt :

              По нашей информации, возможность восстановления производства редких земель сейчас рассматривают на Забайкальском ГОКе, хотя предприятию необходимо вложиться в покупку лицензий и оборудования, а масштабы выпуска концентрата будут все же невелики

              根据我们的情报,有能力恢复稀土生产已上跨贝加尔执行GOK考虑,虽然该公司需要投资许可证和设备采购,发行规模将集中所有相同的低

              Im Grundsatz stimme ich zu, aber im Detail habe ich Fragen, zumal die Sache hinterfragt werden müsste und auch ganz anders sein könnte…..
              Auch müsste der soziologisch-politisch-kulturelle Hintergrund beachtet werden – oder müsste es anders gesehen werden?

    13. Kriegszitterer schrieb am 14. November 2010 at 17:13 - Permalink

      Wieder mal ein Beispiel dafür das der Markt sich eben nicht selbst steuert . Es gibt auch in Europa (EU) Quellen “seltener” Erden . Jede Gurke wird subventioniert aber bei Rohstoffen die für die Wirtschaft strategisch wichtig sind wird nicht ein Stück weit in die Zukunft gedacht .
      Mir fällt da auch noch das kleine Beispiel mit der Kokerei ein die hier abgebaut wurde und in China wieder auf . Die Stahlproduktion wuchs rassant und oh Wunder alles was es zur Produktion eben jenes Stahls braucht wird auch teurer .
      Es wird nur bis zu den nächsten 1-2 Quartalen gerechnet und damit an die kurzfristig höchste Rendite . Am Ende steht die Abwanderung von Arbeitsplätzen , Know-how und Selbstständigkeit .

    14. Outlook schrieb am 14. November 2010 at 17:16 - Permalink

      Die Hochnäsigkeit des Westens wird der geschichtlichen Konsequenz zugeführt.
      Zu sehr hat sich der Dollar mit seinen Vasallen als imperialer Grobian und Raufbold aufgeführt.
      Die Chinesen und die übrigen BRIC – Länder disziplinieren diese Maßlosigkeit zunehmend.
      Wirtschaftsembargos waren für den Westen immer ein probates Mittel zur Durchsetzung von Dollarinteressen.
      Nun tritt der Schatten des Dollars hervor.
      Jede Darmentleerung ist eine schöpferische Leistung.
      Es gibt durchaus eine Entsprechung zwischen der Art der Stuhlentleerung und dem Geldausgeben.
      Der Dollar hat einen sehr dünnflüssigen Analcharakter erreicht.
      Die massive Infektionsgefahr provoziert natürlich energische Präventivmaßnahmen.
      Die Amerikaner wollen ihre Toilette freiwillig nicht sauber halten.

    15. landbewohner schrieb am 14. November 2010 at 17:17 - Permalink

      schlimm diese chinesen. die haben einfach zu schnell und zu gut von den kapitalisten gelernt und nun weinen letztere.
      der markt reguliert auch das problem der seltenen erden.
      und zu den “scheßlöhnen” und dem mangelhaften umweltschutz – ich wüsste nicht wann und wo sich das kapital des freien westens um solche dinge wie gerechte löhne und umweltschutz sorgen gemacht hätte. der sozialabbau und gorleben lassen zb aus der brd grüssen, anderswo, zb in den westlich dominierten defacto kolonien ists noch schlimmer.
      mich erinnert dein artikel etwas an die “gelbe gefahr” früherer jahrzehnte.

      • Spiegelfechter schrieb am 15. November 2010 at 10:22 - Permalink

        der markt reguliert auch das problem der seltenen erden.

        eben nicht. Du hast den Artikel aber schon gelesen?

        mich erinnert dein artikel etwas an die “gelbe gefahr” früherer jahrzehnte.

        hättest Du ihn gelesen, kämst Du u.U. zu einer andern Einschätzung ;-)

    16. Ranger schrieb am 14. November 2010 at 17:25 - Permalink

      Wer verrät und verkauft uns denn an die Chinesen? Unsere sogenannten Leistungsträger, durch die sogenannte alternativlose (Wirtschafts-)Politik. “Die Chinesen” machen nichts was unsere Führer nicht auch machen.

      • elwu schrieb am 14. November 2010 at 17:32 - Permalink

        Wer verrät und verkauft uns denn an die Chinesen?

        In erster Linie die deutschen Landsleute, die chinesische Produkte kaufen.

        • Pippilotta schrieb am 14. November 2010 at 18:08 - Permalink

          Dem kann und muss ich ja nun wirklich widersprechen. Ich versuche bereits seit einiger Zeit – relativ erfolglos – Waren ‘made in China’ zu boykottieren. Jedes verdammte Kleidungsstück, Technik, alles trägt die Kennzeichnung ‘made in China’. Soll ich nun demnächst barfuß und in Mama’s Bettlaken aus den 60′ern gehüllt zur Arbeit ‘tapern’ oder was bitte rätst du deinen deutschen Landsleuten, diesen Verrätern, die sich an die Chinesen verkaufen? Und darf ich fragen, wo DU dich mit Bedarfsartikeln ausstattest und in welchem Land diese gefertigt bzw. produziert werden?

          • elwu schrieb am 14. November 2010 at 18:27 - Permalink

            Vielleicht solltest du dich z.B. hier informieren. Es besteht aber auch nicht die geringste Notwendigkeit, Kleidung und andere Artikel des täglichen Bedarfs aus chinesischer Produktion zu erwerben. Wer natürlich das Zeug bei Aldi&Co kauft, wird nur sowas bekommen.

            Und zur Technik: es gibt für alles Alternativen, die nicht aus China kommen. Außer wenn jemand unbedingt ein Apple-Produkt haben will, diese Dinger werden wohl nur noch bei Foxconn hergestellt.

            • name schrieb am 14. November 2010 at 18:40 - Permalink

              Du bist doch ein Witzbold.

              Bei Technik kommt ALLES aus China, schlichtweg alles – die ganzen schönen westlichen Marken- und Verwertungsrechte und deren matierelle Produkte stammen von der Werkbank der Welt: völlig egal, ob Sony, IBM, JVC – alles made in China.

        • Ranger schrieb am 14. November 2010 at 18:54 - Permalink

          Das ist auch richtig, aber nicht in erster Linie. Wobei dies auch daran liegt, dass viele sich teure deutsche Produkte nicht leisten können, da unser Binnenmarkt dank der niedrigen Löhne und zu wenigen Jobs im A**** ist.

    17. elwu schrieb am 14. November 2010 at 17:55 - Permalink

      Ich war zwischen ’95 und ’02 ca. 10 mal in Shanghai, insgesamt über ein halbes Jahr. Unfassbar war, in welch gewaltigen Schritten da alles in Sachen Infrastruktur und Industrieansiedlung vorwärtsgeprügelt wurde, koste es Normalbürger und die Umwelt, was es wolle.

      Und immer wieder war zu sehen, wie westliche Unternehmen wie die Lemminge dort versuchten, Joint-Ventures mit einer win-win-Aussicht aufzubauen. Allein diese Idee ist für Chinesen unvorstellbar, denn es kann nur einen Sieger geben, und das darf niemals ein fremder Teufel sein.

      Viele dieser Unternehmen sind aber nach sehr, sehr teuren Erfahrungen längst wieder aus China abgezogen, und entwickeln und fertigen hierzulande oder jedenfalls in der EU.

      Jeder der die Augen nicht verschlossen hielt, sah immer (die Chinesen machten da auch nie ein Geheimnis darum), dass die Strategie war und ist, zusätzlich zum Billigzeugproduzenten so schnell wie möglich eine Mitführerschaft auch bei Forschung, Entwicklung und Fertigung anpruchsvoller Produkte zu übernehmen

    18. Toiletman schrieb am 14. November 2010 at 18:19 - Permalink

      Japan war allerdings nicht ganz untätig nach der China Blamage und hat eine Handels und Charme Offensive mit Vietnam begonnen um genau dort die “seltenen Erden” zu bekommen und Vietnam hilft allzugerne China eins auszuwischen, da man sich gegenseitig nicht grün ist. Als die von China gestützten Roten Khmer Vietnam angriffen hat Vietnam Kambodscha besetzt und die Roten Khmer abgesetzt. Daraufhin hat China Vietnam angegriffen (Die Selbstverliebten Chinesen nennen den Angriffskrieg “Gegenschlag gegen Vietnam in Selbstverteidigung”. Ausserdem sollte man ebenfalls nicht vergessen, dass die chinesische Regierung Menschen beschäftigt um Online verdeckt die Regierungssicht durchzudrücken. Diese Herren kriechen meistens aus ihren Löchern wenn China einmal wieder etwas getan hat, was Westler nicht mögen. Erkennen kann man sie eigentlich recht gut an ihren hohlen Phrasen vom westlichen Imperialismus, dem das glorreiche China nun seine Überlegenheit zeige.

    19. Heldentasse schrieb am 14. November 2010 at 19:29 - Permalink

      IMO ein guter Artikel, klar ist der große Drache ist eindeutig erwacht – aber auf eine eigene Art und Weise – und spielt nun ein wenig mit den Muskeln. Wobei ich davon ausgehe, dass das erst der Anfang einer womöglich auch für uns problematischen Entwicklung darstellt.

      Auch das hier – China stuft USA herunter – sollte einem auch zu denken geben.

      Speziell zu der Problematik mit den “seltenen Erden”, und der für uns sehr fatalen aber darchaus vermeidbaren (wenn man denn frühzeitig andere Lagerstätten erschlossen hätte) Abhängigkeit von China möchte ich anmerken, dass sich darin auch die unendliche Weisheit unserer Wirtschaftsstrategen wiederspiegeln könnte. Evtl. sind das ja alles verkappte Umweltaktivisten, denn Unterlassungen die eine Volkswirtschaft vor die Wand fahren sind ja auch durchaus geeignet den CO2 Ausstoß zu senken.

      • Spiegelfechter schrieb am 15. November 2010 at 10:28 - Permalink

        IMO ein guter Artikel, klar ist der große Drache ist eindeutig erwacht – aber auf eine eigene Art und Weise – und spielt nun ein wenig mit den Muskeln. Wobei ich davon ausgehe, dass das erst der Anfang einer womöglich auch für uns problematischen Entwicklung darstellt.

        Na ja, die Muskeln sehe ich noch nicht. Man hat lange versucht, die “chinesische Bedrohung” dadurch zu “bekämpfen”, das man China die eigenen Regeln oktroyieren wollte. Nun erkennt man, dass dieser Plan gescheitert ist. Ob es einen Plan B gibt, weiß ich allerdings nicht.

        Auch das hier – China stuft USA herunter – sollte einem auch zu denken geben.

        Das ist natürlich ein Witz – diese Aktion ist dermaßen irrelevant ;-)

        • Axel schrieb am 15. November 2010 at 11:47 - Permalink

          Ich bin einerseits der Meinung das Außenpolitik (im Gegensatz zur gegenwärtigen Arbeitsmarktpolitik) eine seriöse Tätigkeit darstellen kann.

          Auch “Orchideenfächer” wie Sinologie können deswegen nützlich sein.

          Trotzdem habe ich mich immer gefragt ob es im Umgang mit Diktaturen, die noch dazu Atomwaffen besitzen, wirklich eine rationale Politik geben kann oder ob man nicht letztlich doch nur (auch wenn man sich offiziell nicht vollständig unterwerfen muß) von der Gnade der Diktatur abhängig ist.

          Es ist also fraglich ob man überhaupt Pläne für den Umgang mit einer Diktatur entwerfen kann.

          Freilich weder die Sowjetunion noch China waren oder sind ein Selbstmordkommando, was z. B. bei Nordkorea oder dem Iran anders aussieht bzw. aussehen könnte.

          Und bei China gehe ich davon aus, das durch “seine Einbindung in den internationalen Kapitalismus” (besser kann ich das momentan nicht formulieren) zunächst die Konflikte beherrschbar bleiben.

          Die Frage ist nur was passiert wenn China innenpolitisch in Schwierigkeiten gerät.

          • Björn schrieb am 15. November 2010 at 12:31 - Permalink

            @axel

            Die Dichotomie “Demokratie – Diktatur” ist nicht besonders hilfreich; die Sowjetunion war ein fundamental anderes Land als es China heute ist.

            Im übrigen spielt es für die Außenpolitik nur eine untergeordnete Rolle, wie ein Staat innerlich verfasst ist. Staaten haben unterschiedliche Interessen und das führt zu Konflikten. Es mag sein, dass es bisher noch keinen Krieg zwischen Demokratien gab, aber wir sprechen in diesem Zusammenhang von einem historisch außerordentlichen kurzen Zeitraum.

            • Axel schrieb am 15. November 2010 at 14:59 - Permalink

              Die Dichotomie “Demokratie – Diktatur” ist nicht besonders hilfreich;

              Dieser Einwand mag einerseits hinsichtlich der internationalen Wirtschaftspolitik Chinas grundsätzlich seine Berechtigung haben.

              Im Konflikt mit Japan muß man eventuell auch die Animositäten berücksichtigen, die zwischen den Ländern herrschen, seit die Japaner in einem der Weltkriege dort furchtbar gewütet haben.

              Ich habe dieser Dichotomie ja selber ein wenig den Zahn gezogen, indem ich einschränkend gesagt habe, das Konflikte mit China durch seine Einbindung in “den internationalen Kapitalismus” bzw. durch seine Mitgliedschaft in der WTO beherrschbar sind. Als Problem kannte ich bisher nur das Problem das China den Renmimbi nicht frei floaten läßt und sich dadurch Exportvorteile verschafft,

              Andererseits kann ich mir nicht vorstellen, das Demokratien untereinander bzw, eine Demokratie gegenüber einer Diktatur ein Verhalten an den Tag legen (legt) wie China gegenüber Japan beim Senkaku-Zwischenfall.

              Da müßten die Verantwortlichen selbst die MainStreamMedien fürchten! In einer Diktatur fehlen aber solche Kontrollmechanismen.

    20. Axel schrieb am 14. November 2010 at 19:38 - Permalink

      Ein interessanter Bericht über China:

      China: Wirtschaftswachstum per
      Faustrecht

      lief gerade im Weltspiegel in der ARD. Da gehts ein wenig anders zur Sache als bei Stuttgart 21. Ist halt eine Diktatur! Es gibt keine Gewaltenteilung.

      Paßt nicht ganz zum Thema, aber der Kommentarbereich “zum Bahnhof des himmlischen Friedens” war bereits geschlossen. Und man sollte sich klar darüber sein, mit wem man es bei China zu tun hat, auch wenn China sich international nicht so (brutal) wie gegenüber dem eigenen Volk gebärden kann.

    21. R_Winter schrieb am 14. November 2010 at 19:40 - Permalink

      Die Chinesen machen heute, was wir schon immer gemacht haben:

      Konkurrenz ausschalten.

      Entweder mit Hilfe der Politik oder/und den Banken oder/und über dem Preis.
      Bei der Übernehme der Vermögenswerte der DDR haben wir “chinesisch” gehandelt –
      nur haben wir die klassisch marktradikale Vorgehensweise verdrängt.
      Die gleichen Kreise rufen heute nach dem Staat.
      Die Welt wird sich weiter drehen.

      • Heldentasse schrieb am 14. November 2010 at 19:56 - Permalink

        @R_Winter

        Die gleichen Kreise rufen heute nach dem Staat.

        Ich denke diese Kreise sind de facto in weiten Teilen schon der Staat, man schaue sich z.B. mal die Gesetze an, die die Tigerenten in der letzten Zeit so durchgebracht haben, bzw. durchbringen werden. Ist eigentlich schon jemandem aufgefallen dass Herr Rösler fast wie ein Chinese aussieht? ;-)

    22. Diskussionsteilnehmer77 schrieb am 14. November 2010 at 20:23 - Permalink

      Ist eigentlich schon jemandem aufgefallen dass Herr Rösler fast wie ein Chinese aussieht? ;-)

      DAS ist witzig :)

    23. Outlook schrieb am 14. November 2010 at 20:31 - Permalink

      @R_Winter
      “Bei der Übernehme der Vermögenswerte der DDR haben wir “chinesisch” gehandelt –
      nur haben wir die klassisch marktradikale Vorgehensweise verdrängt.”
      Genau so ist es.
      Nun wird der Westen mit seinen eigenen Methoden zermürbt.
      Die BRIC-Staatschefs belächeln doch nur noch die demokratische Phraserei des Westens, weil es durchaus möglich ist, dass nach einem Zusammenbruch der westlichen Währungen eine völkerrechtliche Aufarbeitung des Dollars erfolgen kann.

      Die Ohnmacht des Westens treibt ihn in weitere Sumpfgebiete.
      Ein öffentliches Eingeständnis wäre sinnvoller, statt einen Krieg um Rohstoffe zu planen.

      In den sogenannten Demokratien ist doch nun der Knüppel auch im Dauereinsatz.
      Die zerschossenen Augen haben die BRIC-Chefs der Merkel bisher noch nicht öffentlich vorgehalten.

      • Spiegelfechter schrieb am 15. November 2010 at 10:31 - Permalink

        Nun wird der Westen mit seinen eigenen Methoden zermürbt.

        Ich weiß ja, dass es wenig Sinn macht, Dir argumentativ zu antworten. Aber genau das machen die Chinesen ja eben nicht. Täten sie es, könnten sich die Regierungen in Washington und Berlin entspannt zurücklehnen.

        Die BRIC-Staatschefs belächeln doch nur noch die demokratische Phraserei des Westens, weil es durchaus möglich ist, dass nach einem Zusammenbruch der westlichen Währungen eine völkerrechtliche Aufarbeitung des Dollars erfolgen kann.

        Deine Dollar-Fixierung nimmt schon groteske Formen an ;-)

        Die Ohnmacht des Westens treibt ihn in weitere Sumpfgebiete.
        Ein öffentliches Eingeständnis wäre sinnvoller, statt einen Krieg um Rohstoffe zu planen.

        Wer plant denn so etwas?

        • Outlook schrieb am 15. November 2010 at 12:25 - Permalink

          Wirtschaftskriege
          http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57944

          • Outlook schrieb am 15. November 2010 at 13:00 - Permalink

            Wirtschaftskriege:
            http://www.yigg.de/politik/rohstoffkriege-china-ist-nicht-der-iran-oder-die-chines-antwort-auf-di
            Das ist alles noch sehr bescheiden ausgedrückt.

            Guttenberg für Durchsetzung von Wirtschaftsinteressen durch das Militär
            http://www.heise.de/tp/blogs/8/148721

            Die Eigentümer von Rohstoffen entscheiden über ihre Verwendung.
            Nun führt der Amerikaner vor den Haustüren von Russland und China Krieg.

            Wer kann es den Chinesen und den Russen verübeln, dass sie ihre Rohstoffe ganzheitlich absichern.

        • Outlook schrieb am 16. November 2010 at 09:41 - Permalink

          Eine finale Krise des Dollars sehe ich als etwas äußerst Positives und Befreiendes.
          Das jetzige Geldsystem ist aus meiner Sicht nicht mehr reformierbar.
          Der Dollar kann einfach seine Funktion nicht mehr erfüllen.
          Er ist zum Vehikel einer Clique von imperialen Globalisten verkommen.
          Auch die sogenannten Wirtschaftswissenschaften erfüllen ihre Funktion schon lange nicht mehr.
          Es kann danach nur besser werden, wenn die Masse neues Vertrauen fasst und den Systemwechsel als Herausforderung annimmt.

          Der Systemwechsel ist aber unausweichlich.

    24. Linus schrieb am 14. November 2010 at 21:26 - Permalink

      @SF: Wie hoch ist der Jahresbedarf an SE in Deutschland? Hast du irgendwelche Quellen dazu? Ich schätze (weiß es allerdings nicht), er ist vergleichsweise niedrig. Die allermeisten Basiskomponenten, die wir in Elektronik verbauen, werden eben in Fernost produziert. Das mag bei Solarzellen anders sein, die könnte man aber ebenso gut in China produzieren. Wenn man das mal so betrachtet, dann existieren hier noch andere, weit gravierendere Abhängigkeiten.
      Zu Vorkommen: In der Wiki ist Brasilien mit grade 48 000 Tonnen erkundeter Reserven aufgeführt, Afrika taucht überhaupt nicht auf. Diese Erhebung von Vorkommen ist nur noch lächerlich. An Mangel an Vorkommen liegt es nicht im Mindesten.
      Wohl aber an Produktionskosten!
      Und noch was. Die Hauptabnehmer sind wohl die Chinesen selber. Warum sollten die nicht bei Chinesen einkaufen? Solange die Hauptlieferanten und -abnehmer in einem sind, spielen die andern nur in der zweiten Liga.

      • aquadraht schrieb am 14. November 2010 at 22:18 - Permalink

        Der deutsche RE-Verbrauch lag 2007 bei ca. 3000 Tonnen (Quelle: http://www.bgr.bund.de/nn_322858/DE/Gemeinsames/Produkte/Downloads/Commodity__Top__News/Rohstoffwirtschaft/31__erden,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/31_erden.pdf). Die Gesamtförderung von RE lag bei ca. 120.000 Tonnen/Jahr. Es wird geschätzt, dass der Verbrauch auf bis zu 190.000t/Jahr steigen wird. Für China ist kritisch, dass es vergleichsweise geringe Reserven an RE des Yttrium-Typs (schwere RE) hat, die überwiegend in Jiangxi, Guangdong und Fujian gefunden werden. Die leichten RE des Cer-Typs, die im Westen und Nordwesten Chinas vorkommen, hat es in grösserem Masse, diese Minen sind auch besser reguliert, während in Südostchina illegaler Abbau und Schmuggel blühen. Wie ich schon erwähnte, steht Japan im Verdacht, mehrere Weltjahresproduktionen oder den japanischen Bedarf für Jahrzehnte gebunkert zu haben, zu erheblichen Teilen aus illegalem Abbau und Schmuggel aus China (diesen Verdacht äussert auch Kevin Tu in einem Beitrag für die (vorsichtig ausgedrückt) gewiss nicht chinafreundliche Jamestown Foundation.
        Wenn China jetzt das Angebot verknappt, werden natürlich die Preise steigen, womit auch eine ökologisch nachhaltigere Förderung leichter bezahlbar und durchsetzbar wird. Die Bekämpfung der illegalen Minen ist eine Frage der Korruptionsbekämpfung, keine leichte Sache in China. Aber um eine weitere Übernutzung dieser Rohstoffe zu unterbinden, gibt es keinen anderen Weg.
        Und die Hysterie ist unangebracht. Die verfügbaren Weltvorräte reichen zusammen mit der weltweiten Förderung. Es werden keine Windräder, Handys oder Flachbildschirme ungebaut bleiben aus Mangel an RE.
        a^2

        • carlo schrieb am 14. November 2010 at 23:16 - Permalink

          @a² “Es werden keine Windräder, Handys oder Flachbildschirme ungebaut bleiben aus Mangel an RE.”
          Stimmt!
          Trotzdem wird man jenen “Mangel an RE” aus Kostengründen für die Wirtschaftlichkeit von Windrädern in den Hochglanzbroschüren der Energieversorgungskonzerne anführen und frech behaupten: Das rechnet sich alles nicht! (wobei immer fraglich ist für wen)
          Nebenbei….Dank für die gute Hintergrundinfo!

        • Drmaus schrieb am 14. November 2010 at 23:47 - Permalink

          Ich halte dieses Thema auch für ziemlich überbewertet. Überhaupt neigt die Öffentlichkeit beim Thema Rohstoffe zu Panikreaktionen. und wer profitiert davon? Die Spekulanten, die einen Hochvolatilen Markt mehr zum spielen haben. Trotzdem werden natürlich wieder mal die Schwächen der Ultra-Freihandelsideologie des Westens und insbesondere der USA deutlich, aber das passiert ja Quasi sowieso täglich.

          • caf schrieb am 15. November 2010 at 04:58 - Permalink

            Ein Militärstratege der an der ETH-Zürich Politikvorlesungen hält (Prof. Dr. Stahel) meint, dass in den kommenden Jahrzehnten hauptsächlich die Anzahl der interkontinentalen Atomraketen beim Machtspiel entscheidend sein wird. Von dem her ist dies Thema bzw. China auch mMn überbewertet.

            China galt bis vor kurzem außerdem als Entwicklungsland und wird bald mit enormen innenpolitischen Schwierigkeiten konfrontiert werden.

            Es entsteht ein falsches Bild hier, so scheint es mir. Die chinesische Regierung hat weniger Macht als man denkt, als es einem von den Medien vorgegaukelt wird.

            • Spiegelfechter schrieb am 15. November 2010 at 10:42 - Permalink

              China galt bis vor kurzem außerdem als Entwicklungsland und wird bald mit enormen innenpolitischen Schwierigkeiten konfrontiert werden.

              Es entsteht ein falsches Bild hier, so scheint es mir. Die chinesische Regierung hat weniger Macht als man denkt, als es einem von den Medien vorgegaukelt wird.

              Das ist der springende Punkt! Natürlich ist selbst die Politik um die seltenen Erden genau in diesem Kontext zu sehen.

            • Systemfrager schrieb am 15. November 2010 at 10:55 - Permalink

              Ja @caf, wie man es schön sagt:
              Der Wunsch ist der Vater des Gedankens.

        • Spiegelfechter schrieb am 15. November 2010 at 10:40 - Permalink

          Wie ich schon erwähnte, steht Japan im Verdacht, mehrere Weltjahresproduktionen oder den japanischen Bedarf für Jahrzehnte gebunkert zu haben,

          Was heißt denn “in Verdacht stehen”? Ich schätze, dass auch einige deutsche Produzenten, die nicht von hirnlosen BWLern geleitet werden, sich einen Vorrat angelegt haben. Alles andere wäre auch ziemlich dumm.

          zu erheblichen Teilen aus illegalem Abbau und Schmuggel aus China

          Ach Herrjee, ja. Dieses Fass machen die Chinesen nun auf. Jahrelang (wenn nicht sogar jahrzehntelang) hatte man damit aber komischerweise gar keine Probleme.

          (diesen Verdacht äussert auch Kevin Tu in einem Beitrag für die (vorsichtig ausgedrückt) gewiss nicht chinafreundliche Jamestown Foundation.

          Was heißt hier “Verdacht”? Das ist m.W. kein großes Geheimniss. Wundert es Dich denn nicht, dass China ausgerechnet im gleichen Jahr, in dem die offiziellen Exportbeschränkungen aufgestellt werden, plötzlich gegen den “illegalen” Abbau vorgeht? Das sind natürlich zwei komplementäre Bausteine einer neuen Strategie. Das ist ja nun nicht negativ oder ungebührlich.

          Wenn China jetzt das Angebot verknappt, werden natürlich die Preise steigen, womit auch eine ökologisch nachhaltigere Förderung leichter bezahlbar und durchsetzbar wird.

          Richtig – genau das passiert ja nun auch. Sehr zur Freude der Grönländer übrigens, die ich ja vor kurzem mal portraitierte.

          Die Bekämpfung der illegalen Minen ist eine Frage der Korruptionsbekämpfung, keine leichte Sache in China. Aber um eine weitere Übernutzung dieser Rohstoffe zu unterbinden, gibt es keinen anderen Weg.

          Sicher, nur dass Korruptionsbekämpfung und Umweltschutz in China (aber auch in Russland) sehr selektiv eingesetzt werden. Dagegen kann der Westen natürlich nichts machen – geht er doch mit ähnlichen Mitteln ans Werk.

          Und die Hysterie ist unangebracht. Die verfügbaren Weltvorräte reichen zusammen mit der weltweiten Förderung. Es werden keine Windräder, Handys oder Flachbildschirme ungebaut bleiben aus Mangel an RE.

          Das steht in den Sternen. Es geht hier auch nicht um langfristige Prognosen. Das schreibe ich aber auch. Es geht vielmehr um die nächsten fünf bis fünfzehn Jahre.

      • Spiegelfechter schrieb am 15. November 2010 at 09:25 - Permalink

        Wie hoch ist der Jahresbedarf an SE in Deutschland? Hast du irgendwelche Quellen dazu? Ich schätze (weiß es allerdings nicht), er ist vergleichsweise niedrig.

        Verglichen mit was? ;-)

        Der BDI konnte mir auch keine genauen Zahlen nennen, die Ausfälle konzentrieren sich aber auf die Green-Tech-Branche, v.a. auf den Solarsektor.

        Die allermeisten Basiskomponenten, die wir in Elektronik verbauen, werden eben in Fernost produziert.

        Jein, bei Massenprodukten ist das so. Beim Anlagenbau oder im High-Tech-Sektor wird aber noch sehr viel in D produziert. Bei kleineren Serien macht die Verlagerung nach China oft keinen Sinn und wir wollen hier auch nicht die bekannte Kopierwut der Chinesen vergessen.

        Das mag bei Solarzellen anders sein, die könnte man aber ebenso gut in China produzieren.

        Sicher, aber wer will das? Außer den Chinesen?

        Wenn man das mal so betrachtet, dann existieren hier noch andere, weit gravierendere Abhängigkeiten.

        Natürlich

        Zu Vorkommen: In der Wiki ist Brasilien mit grade 48 000 Tonnen erkundeter Reserven aufgeführt, Afrika taucht überhaupt nicht auf. Diese Erhebung von Vorkommen ist nur noch lächerlich. An Mangel an Vorkommen liegt es nicht im Mindesten.

        Es wird ja mit Hochdruck gesucht. In Afrika gibt es Vorkommen z.B. in Südafrika und Botswana. Diese Vorkommen sind aber relativ klein und teuer zu erschließen. Die Suche geht weiter.

        Und noch was. Die Hauptabnehmer sind wohl die Chinesen selber. Warum sollten die nicht bei Chinesen einkaufen? Solange die Hauptlieferanten und -abnehmer in einem sind, spielen die andern nur in der zweiten Liga.

        China braucht rund 50% der Weltproduktion, also 48,75% der chinesischen Produktion. Das wäre ja auch alles kein Problem, wenn diese Knappheit – wie bei anderen Gütern auch – über den Preis aus der Welt geschafft würde. Macht man aber nicht, sondern man teilt der eigenen Industrie Rohstoffe weit unter Weltpreis zu.

        • r_surfer schrieb am 15. November 2010 at 12:09 - Permalink

          Nicht nur China, sondern absolut jeder kapitalistische Staat betrachtet die Rohstoffe für sein Kapital als strategische Güter und überlässt die Versorgungsfrage nicht einfach dem freien Handel (der ja auch nicht einfach anarchisch vonstatten geht, sondern den Vorgaben von WTO-Vereinbarungen, Handels- und Zollverträgen etc. folgt). Man denke nur an Projekte wie North-/Southstream, Destertec, AKP etc. Hier quasi das “Primat des Marktes” zu fordern, ist ein Idealismus, der bei den Verantwortlichen auf taube Ohren stoßen muss. Abgesehen davon, dass du dir natürlich mal wieder als Nicht-Unternehmer und Nicht-Staatschef die Sorgen von Staatenlenkern und Unternehmen machst. Die Sorgen kann man getrost denen überlassen.

          • Lemmy Caution schrieb am 15. November 2010 at 14:54 - Permalink

            Selbstverständlich funktioniert der Markt für Rohstoffe.
            Seit einigen Jahren sind die Preise für Rohstoffe sehr hoch. Ende der 90er waren sie niedrig. Die Preisschwankungen sind erheblich, die in Rohstoff-Exporteurs Ländern zufliessende Gewinne sind erheblich.

    25. Outlook schrieb am 15. November 2010 at 07:39 - Permalink

      Folgende Technologien benötigen zwingend folgende Metalle und Minerale:
      • Brennstoffzelle:
      -Platin, Palladium, Seltene Erden

      • Hybridfahrzeuge
      - Kobalt, Samarium für Permanentmagnete
      - Seltene Erden für Neodym-Hochleistungsmagnete
      - Silber für neue Elektromotorengenerationen

      • Kohleumwandlung
      - Platin, Palladium als Katalysatoren
      - Seltene Erden für die Verflüssigungsabläufe
      - Indium als Prozessor
      - Wolfram für die Stahlhardware

      • Energiespeicherung:
      - Batteriesysteme Zinc/Air: Zink, Tantal
      - Kondensatoren: Tantal, Ruthenium
      - Batterie- Weiterentwicklungen: Kadmium

      • Alternative Energien:
      - Silizium für Solarzellen
      - Silber für Solarzellen und Energiesammlung/Weiterleitung
      - Silber und Gold für Hochleistungsspiegel

      • Energieeinsparung:
      - Neue Leuchtstoffmittel wie LED, LCD, OLED: Seltene Erden
      - Neue Kühltechnologie: Seltene Erden

      • Umweltschutz, Abgas:
      - Platin, Palladium, Gold, Seltene Erden

      • Nanotechnologie:
      - Silber, Seltene Erden

      • IT-Neuentwicklungen:
      - Silber, Indium, Seltene Erden

      China transformiert seine Handelsüberschüsse latent und Schritt um Schritt in die Überleitung in Rohstoffe um. Und das weltweit, bevor der Dollar wertlos ist.
      Und das ist legitim.
      Möglicherweise ist es auch eine späte politische Revanche für den Opiumkrieg, als China zur Öffnung seiner Grenzen für den Import des Rauschgifts durch England und seine Verbündeten (im Übrigen die gleichen, die jetzt in Afghanistan und im Irak kooperieren) gezwungen wurde.
      Nicht zu vergessen die IT-Wirtschaftsembargos des Westens gegenüber China und Russland in den 80iger Jahren. etc.
      Kann es nicht bald heißen:
      Zieht aus Afghanistan und den Irak ab–und ihr bekommt Rohstoffe.
      Zieht aus dem Kaukasus ab, und ihr bekommt Rohstoffe.
      Löst die NATO auf- und ihr bekommt Rohstoffe.
      Setzt keine Wasserwerfer mehr gegen Eure Bevölkerung ein – und ihr bekommt Rohstoffe.
      Lasst Volksentscheide zu – und ihr bekommt Rohstoffe.

      Hinter den Kulissen ist die Ablösung des Dollars ein Dauerthema.

      Seltene Erden sind garantiert ein Zukunftsthema für Technologien und mehr.
      Unsere Physikerin weiß das.

      • Systemfrager schrieb am 15. November 2010 at 08:17 - Permalink

        Großartig!

        Ob sich noch etwas zu diesem Thema sagen lässt?

        Nur noch eine Fußnote:
        - – - – - – - – - – - – - – -
        Wir im Westen protzen mit „Freiheit und Demokratie“. Wir sind so frei, ja frei zu sagen, dass Chinesen nicht wie wir sind. Und das reicht uns. Wir fragen nicht, was Chinesen selbst über sich denken. Oder was sie wollen. Weil die Antwort uns verwirren oder beleidigen würde? Sie sagen nämlich, dass sie

        „sozialistische Gerechtigkeit und kapitalistische Effizienz“

        irgendwie kombinieren wollen. Sie wissen es auch, dass es ihnen noch nicht ganz gelungen ist, aber sie arbeiten daran. Sie wissen nur, dass „Freiheit und Demokratie“ nie ihr Ideal sein wird. Für sie bedeutet dies nur: Individualismus und Zynismus.

        • Axel schrieb am 15. November 2010 at 15:36 - Permalink

          Sie wissen es auch, dass es ihnen noch nicht ganz gelungen ist, aber sie arbeiten daran.

          Auch die Chinesen sind also die besseren Menschen. Möglich wärs ja, aber wieso rammen sie, um uns das zu beweisen ein japanisches Schiff in japanischen Hoheitsgewässern?

          • Systemfrager schrieb am 15. November 2010 at 17:52 - Permalink

            @ Axel

            Auch die Chinesen sind also die besseren Menschen.

            Sind sie leider nicht. Sie sind die gleiche Liga wie wir.

            WENN ABER DAS KEIN GRUND ZUR BESORGNIS WÄRE WAS DANN?

        • Vogel schrieb am 17. November 2010 at 20:51 - Permalink

          Volltreffer!! Chapeau!

    26. epikur schrieb am 15. November 2010 at 09:11 - Permalink

      Auch sehr interessant in der aktuellen le monde diplomatique: “China – Herr über die seltenen Erden” von Olivier Zajec. Dein Artikel und der von Olivier Zajec haben eine frappierende Ähnlichkeit.

      • Spiegelfechter schrieb am 15. November 2010 at 09:12 - Permalink

        gibt es den auch online? Würde mich interessiern

        • epikur schrieb am 15. November 2010 at 09:17 - Permalink

          Nein, leider nicht. Die le monde stellt nur ausgewählte Beiträge online. Evtl. habt ihr ja ähnliche Quellen benutzt ;-)

          –>>> http://www.monde-diplomatique.de/pm/.aktaus

    27. M. Boettcher schrieb am 15. November 2010 at 10:27 - Permalink

      Die “Seltenen Erden” sind in der Natur weder selten noch Erden im chemischen Sinne. Cer, Yttrium und Neodym sind in der Erdkruste reichlicher vertreten als Blei oder Zinn. Europium und Lutetium sind häufiger als Platin und der Thulium-Anteil ist immer noch höher als der von Gold. Praktisch jedes Mineral enthält Elemente der sogn. Seltenen Erden. Es gibt also kein Monopol Chinas, bzw. nicht eines, das nicht zu knacken wäre. Es kann allenfalls darum gehen sich kurzfristig aus der selbst verschuldeten Abhängigkeit von China zu lösen, in dem die Gewinnung der Metalle in den früher durchaus ertragreichen Gegenden wieder aufgenommen wird. Da durch die Bewirtschaftung seitens Chinas die Preise weltweit steigen, dürfte sich das auch wirtschaftlich lohnen, trotz schärferer Umweltauflagen und höherer Löhne.

      • Spiegelfechter schrieb am 15. November 2010 at 10:46 - Permalink

        Die “Seltenen Erden” sind in der Natur weder selten noch Erden im chemischen Sinne. Cer, Yttrium und Neodym sind in der Erdkruste reichlicher vertreten als Blei oder Zinn. Europium und Lutetium sind häufiger als Platin und der Thulium-Anteil ist immer noch höher als der von Gold. Praktisch jedes Mineral enthält Elemente der sogn. Seltenen Erden. Es gibt also kein Monopol Chinas, bzw. nicht eines, das nicht zu knacken wäre.

        Aus der reinen mengenmäßigen Verteilung kann man diesen Schluss nicht ziehen, da es – im wirtschaftlichen Sinne – uninteressant ist, ob in anderen Mineralien seltene Erden in Spurenkonzentration vorhanden sind. Es geht darum, Erze, Mineralien und Sande zu finden, in denen diese Elemente so hoch konzentriert sind, dass sich ein Abbau auch lohnt. Gold und Platin treten meist konzentriert auf, das unterscheidet sie von den seltenen Erden.

        • M. Boettcher schrieb am 15. November 2010 at 15:43 - Permalink

          Im Prinzip richtig, aber eben nur im Prinzip. Du schrubst selbst:

          Vor den 1960ern wurden die Metalle der Seltenen Erden fast ausschließlich aus den monazithaltigen Sanden und Erzen Brasiliens, Indiens und Südafrikas gewonnen. … Bis zum Jahr 1985 steigerte sich die Förderung auf rund 40.000 Tonnen pro Jahr, Mountain Pass war bis zu diesem Zeitpunkt der wichtigste Förderort.

          Das bestätigt m. E., dass es außerhalb von China durchaus lohnenswerte Gebiete gibt, in denen sich die Gewinnung Seltener Erdmetalle lohnt; bei steigenden Preise eher mehr als weniger. Die Produktion in den USA wurde nur deshalb beendet, weil China zu günstigeren Preisen liefern konnte. Dies nat. auch wegen der geringeren Löhne und laxeren Umweltstandards. Weil der Preisvorteil durch die Drosselung der Exporte nicht mehr so deutlich ist will Molycorp m. W. wieder “Seltene Erden” fördern und dazu ja wohl primär die alten Standorte in Kalifornien ausbeuten. TR schreibt übrigens zu den Reserven weltweit, dass in Australien 5,4 Millionen Tonnen lagern, in den USA 13 und in Russland gar 19 Millionen Tonnen. Die Reserven in China werden mit 36 Millionen Tonnen beziffert, also nur knapp 3 mal mehr als in den USA. So schlecht sieht es also nicht aus mit den Lagern außerhalb Chinas.

          Nachtrag: in Mt. Pass soll der Anteil von Oxiden der Seltenen Erden 15% betragen.

    28. Megzs schrieb am 15. November 2010 at 10:28 - Permalink

      Fühlt sich noch jemand wie in dem Computerspiel “Command & Conquer” ?
      Meiner Spielerfahrung nach würde ich sagen, dass wir allesamt auf der Verliererseite stehen.

      Allerdings glaube ich, dass wir Deutschen in einer Position stehen(wirtschaftlich, wie gesellschafts-politisch[unserer Semi_Demokratie sei Dank]) die es uns erlaubt – mit entsprechend aggressiver werdendem Verhalten – noch recht viele Generationen lang unseren Lebenstandard zu halten.
      Irgendwann ist natürlich Schluss(im Bezug auf den ausgebeuteten/sterbenden Planeten) und dann werden unsere Nachkommen entweder sklavenartig unterworfen oder komplett ausgelöscht.
      Dann dürften auch die VWL-Leute endlich einsehen, dass die Rechnung: Steigender Wohlstand = mehr Rücksicht auf Umwelt -> Gleichgewicht der Menschheit mit ihrer Mitwelt; NICHT aufgeht. ^.~

      Aber für ein Modell, in welchem wir tatsächlich gegen den “Drachen” angehen können, sehe ich keine Wahrscheinlichkeiten. Jemand anders etwa?

      In diesem Sinne: Amor fati

      • carlos manoso schrieb am 15. November 2010 at 18:45 - Permalink

        Meiner Spielerfahrung nach würde ich sagen, dass wir allesamt auf der Verliererseite stehen.

        Nehmen wir mal an, China verlangt ab dem Tag X die Zahlung der Rechnungen für „seltene Erden“ für europäische Kunden ausschließlich in Euro, für amerikanische Kunden aber alternativ auch in Gold. Lustig, gell?

        Es sollte eigentlich jedem klar sein, dass die China bereits heute das Schwert führt.

        Es sollte auch klar sein, dass China den Angriff auf den EURO abgewehrt hat und weiter abwehren wird. China hat in den letzten Monaten (vereinfacht gesagt) massenhaft Euros aufgekauft, die von “X” auf den Markt geworfen wurden, um das Euro-System abstürzen zu lassen. Das Spiel Chinas hat so den Euro gestärkt und den Dollar geschwächt. Europa sollte eingestehen, dass es die Erfindung eines angeblichen europäische “Rettungspakets” von 750 Mrd. EUR bisher nicht brauchte, wegen China – bitter, bitter.

        „China will dem klammen Griechenland helfen, die Finanzkrise zu überwinden. Regierungschef Wen Jiabao kündigte bei einem Besuch in Athen an, China werde griechische Staatsanleihen kaufen. „
        http://www.finanzen.net/nachricht/anleihen/China-will-griechische-Staatsanleihen-kaufen-901926

        „Peking sei bereit, “mit konkreten Maßnahmen” zu helfen, sagte der chinesische Präsident Hu Jintao bei einem Treffen mit dem portugiesischen Ministerpräsidenten José Sócrates in Lissabon.“
        http://wirtschaft.t-online.de/finanzkrise-china-bietet-portugal-hilfe-an/id_43373302/index

    29. Outlook schrieb am 15. November 2010 at 11:54 - Permalink

      Ganz aktuell:
      Russland, Indien und China vertiefen Kooperation
      Es wurde eine Zusammenarbeit zwischen den Innovationszentren vereinbart.
      http://de.rian.ru/world/20101115/257647956.html

      • Truvor schrieb am 16. November 2010 at 04:12 - Permalink

        Ein “nützliches” und “innovatives” Ding http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,728282,00.html kommt bald heraus. ;-)

    30. Axel schrieb am 15. November 2010 at 16:29 - Permalink

      Das Folgende ist für die Gesamtproblematik vielleicht nicht ganz uninteressant auch im Hinblick darauf das China halt eine Diktatur ist.

      Google meint das die Internetzensur in China den (Welt)Handel behindert:

      Auszüge:

      Company says China part of worrisome global trend
      * Argues free flow of online information vital to trade
      * Urges West use WTO rules to press China, others
      * Also calls for new trade rules for the Internet

      “More than 40 governments now engage in broad-scale restriction of online information, a tenfold increase from just a decade ago,” the search engine giant said in a policy brief that follows a censorship battle with China this year.
      “These actions unnecessarily restrict trade, and left unchecked, they will almost certainly get worse.”
      In its paper, Google argued that government restrictions on the free flow of information threatened a broad array of U.S. companies, including oter well-known Internet names like Facebook, Twitter, eBay and Amazon.

    31. Axel schrieb am 15. November 2010 at 17:19 - Permalink

      Ich hatte vorhin einen Kommentar abgeschickt in dem Google die US-Regierung auffordert gegen die Internetzensur in China aktiv zu werden.

      Ich weiß nicht was schief ging, vielleicht war es der darin enthaltene Link. Deshalb jetzt nochmal ohne den Link. Ich finde das Folgende paßt durchaus zum Thema. Auch dazu, wie eine Diktatur willkürlich und einseitig die Regeln setzen (und brechen kann? Ich weiß nicht ob China im Falle Google WTO Regeln gebrochen hat) kann.

      Plan A im Umgang mit China ist ja zumindest vorerst gescheitert. Ob jemand im Sinne Googles einen Plan B umsetzen kann dürfte fraglich sein, zumal es ja wieder Plan A sein müßte.

      Google meint:

      Company says China part of worrisome global trend
      * Argues free flow of online information vital to trade
      * Urges West use WTO rules to press China, others
      * Also calls for new trade rules for the Internet

      WASHINGTON, Nov 15 (Reuters) – Google Inc on Monday urged Western nations to challenge a growing list of Internet restrictions in China and around the world as a violation of global trade rules and to negotiate new trade deals to protect the free flow of online information.
      “More than 40 governments now engage in broad-scale restriction of online information, a tenfold increase from just a decade ago,” the search engine giant said in a policy brief that follows a censorship battle with China this year.
      “These actions unnecessarily restrict trade, and left unchecked, they will almost certainly get worse.”
      ……………………………………………

      In its paper, Google argued that government restrictions on the free flow of information threatened a broad array of U.S. companies, including other well-known Internet names like Facebook, Twitter, eBay and Amazon.
      Washington should insist regulation of the Internet follow basic principles of the World Trade Organization’s services pact, which require rules be clearly stated, administered in a way that does not discriminate against foreign companies and that decisions can be reviewed.

      • Systemfrager schrieb am 16. November 2010 at 08:29 - Permalink

        Axel,

        könnte es ein, dass du von der Tea-Party bist

        wäre doch keine Schande – man kann nichts dafür.

        • Axel schrieb am 16. November 2010 at 09:04 - Permalink

          Ach ist die Tea Party auch für die kulturübergreifende Garantie der universell gültigen Menschenrechte? Das würde ihr nicht zur Schande gereichen!

          Hab mich aber noch nie um die Tea Party gekümmert.

          Sicher Palin gehört wohl dazu und was die damals gegen die Einführung der KV abgelassen hat war nicht so mein Ding. Nein auch da kann ich mich nicht verorten.

          • Systemfrager schrieb am 16. November 2010 at 09:17 - Permalink

            Ist die Tea Party auch für die kulturübergreifende Garantie der universellen Menschenrechte?

            Aber sicher! So wie du:
            Es gibt universelle kulturübergreifende Menschenrechte und diese sind (was für ein Glücksfall!) identisch mit den westlichen Werten.

            Na so was!

            • Axel schrieb am 16. November 2010 at 11:52 - Permalink

              Nun die vielen Unterzeichner gehören nicht nur dem Westen an.

              Und auch der Westen und speziell die BRD halten nicht alle Vereinbarungen ein.

              Aber ich will das jetzt hier beenden mit einer Passage aus der Wikipedia.

              Wie alles im Leben ist es auch mit den universell gültigen Menschenrechten wieder nicht so einfach. Jedenfalls ist es komplizierter, als ich heute Morgen noch dachte.

              “Die allgemein hohe Zahl der Ratifikationen kann als Zeichen einer hohen Akzeptanz der völkerrechtlichen Menschenrechtsnormen durch die Staatengemeinschaft gewertet werden, ohne dass damit etwas über eine zufriedenstellende Umsetzung der Verträge gesagt ist. Ein Manko ist freilich die Weigerung der Vereinigten Staaten von Amerika und einiger anderer einflussreicher Staaten, sämtlichen Verträgen und ihren Zusatzabkommen beizutreten. Trotzdem ist es erlaubt, die Existenz der Menschenrechtsabkommen als einen Beleg für die Abwegigkeit der gelegentlich vorgebrachten kulturellen Relativierung der Menschenrechte zu nehmen.”

              (Hervorhebungen von mir)

          • Systemfrager schrieb am 16. November 2010 at 12:15 - Permalink

            Bingo!

            Amnesty International und Human Rights Watch:

            In den USA sitzen dem Bericht zufolge mindestens 2225 Menschen in Gefängnissen, die im jugendlichen Alter dazu verurteilt wurden, ihr restliches Leben hinter Gittern zu verbringen.

            Die Vereinigten Staaten sollten sich ein Beispiel am Rest der Welt nehmen, erklärten die Menschenrechtsgruppen mit. „Praktisch alle Länder in der Welt lehnen die lebenslange Haft ohne die Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung für Kinder ab (…) und alle Länder außer den USA und Somalia haben die Konvention zu Kinderrechten unterzeichnet, die eine derartige Strafe ausdrücklich verbietet für Menschen unter 18 Jahren.“

            Studienautorin Alison Parker sagte, wenn jemand zu jung sei, zu wählen oder sich Zigaretten zu kaufen, sei er auch zu jung, den Rest seines Lebens hinter Gittern zu verbringen.

            • Vogel schrieb am 17. November 2010 at 21:02 - Permalink

              Studienautorin Alison Parker sagte, wenn jemand zu jung sei, zu wählen oder sich Zigaretten zu kaufen, sei er auch zu jung, den Rest seines Lebens hinter Gittern zu verbringen.

              Meine Fresse, der Schuss hat gesessen!!

              Wie überhaupt: Hier sind die Freaks zu Gange: Man überbietet sich mit SE und RE und Vorkommen und Technologien … ich weiß, ich weiß: Erst wenn die Sahara in holländischer Hand iss (also als Gewächshaus für ALIDLI überdacht), wenn die Anden nach Lithium und Grönland nach RE/SE umgegraben sind, wenn die letzten Tropfen Erdöl aus der Antarktis gequetscht werden … dann iss über allen Seelen Ruh!

              Amen!!

    32. carlos manoso schrieb am 15. November 2010 at 18:07 - Permalink

      Kann man China vorwerfen, dass es den Steilpass des Westens selbst verwandelt und nicht mannschaftsdienlich abspielt?. (…) Peking spielte das Spiel so lange mit, wie es sich selbst Vorteile von der Einhaltung der Spielregeln versprach. Nun verspricht sich Peking allerdings Vorteile durch das Brechen der Spielregeln und der Westen kann nichts dagegen unternehmen. Es wird nur noch wenige Jahre dauern, bis Peking auch die Spielregeln bestimmt.

      Deng Xiaoping war laut Angabe der Chinesischen Volkszeitung “niemals Marxist gewesen”, da Marx den Revolutionsplan nur dreistufig angelegt habe, aber Deng Xiaoping fünfstufig. Die Kernidee Deng Xiaopings kennt man in China schon von den chinesischen Schwerttechniken. Von einem starken Gegner lernt man erstmal seine Stärken und Schwächen, man attakiert den Gegner dann aus der erlernten Position der eigenen Stärke mit dem erlernten Wissen um die vielen Schwächen des Gegners.

      In China lernt man beim Schwertkampf, dass man den Zusammenprall mit der gegnerischen Waffe möglichst vermeiden sollte und möglichst nicht direkt den Gegner angreifen und zu früh verletzen sollte. Nach dem „Dreiecksprinzip“ wird Ausweichen empfohlen und die Angriffe zielen hart auf die verwundbaren Stellen, d.h. Hand-, Fußgelenk und Knie. Treffer an Knie oder Fußgelenk behindern z.B. die Beweglichkeit des Gegners sofort. Beim Durchschneiden der Fußsehnen wird der Gegner zu Boden gehen oder die Waffe fallen lassen. Das am nächsten zu treffende Ziel ist natürlich das Handgelenk, da der Gegner mit dieser Stelle die Waffe führt. Beliebte Technik für das Durchtrennen des Handgelenks des Gegners ist die “Warten auf den Fisch”-Technik.

      Die beiden Schwerter der Gegner sollen beim Kampf aneinander kleben, deshalb die korrekte Ausrichtung des eigenen Körpers (Aufrechthalten des Körpers, Entspannen der Schultern, Sinkenlassen des Ellbogens, Einsinkenlassen des Brustkorbes, Senken des unteren Rückens). Der Oberkörper wird immer leerer, der Unterkörper voll und schwer, während die Beinarbeit schnell und beweglich bleibt. So kann die eigene Waffe die Kraft eines gegnerischen Schwertschlages absorbieren und weiter den Kontakt mit der Waffe des Angreifers halten, bis der Gegner eine Gelegenheit anbietet, um ihn mit einer vernichtenden schnellen Bewegung zu erledigen.

      • Heldentasse schrieb am 16. November 2010 at 15:24 - Permalink

        Dieser Artikel, Dieser und andere Kommentare – wo es um die Abkehr der Chinesen vom $ hin zum € geht – haben mich im Wikipedia zur folgenden Stelle geführt:

        Sūnzǐ mahnte, dass der Krieg und der Kampf möglichst vermieden werden sollte, da er den Staat und das Volk ruiniert. Dies wird oftmals so interpretiert, dass für Sūnzǐ gewaltlose Strategien zentral gewesen seien. Als Quelle hierfür dient unter anderem sein berühmter Satz, dass es am Besten sei, die Strategie des Feindes zu vereiteln, am zweitbesten, die Bündnisse des Feindes aufzubrechen, erst an dritter Stelle folgen kämpfen und siegen. Dies wird oftmals so gelesen, dass für Sūnzǐ die beste Strategie eine gewaltlose sei, und Gewalt nur als letztes Mittel angewendet werden sollte.
        … dass Sunzi selbst den Gedanken der militärischen Effizienz wie einen roten Faden durch seine Thesen zieht: Nur insoweit ist der durch taktische Maßnahmen wie Abschneiden des Gegners von lebenswichtigen Ressourcen, Spionage aber auch Schwächung des Gegners durch Intrige errungene oder zumindest vorbereitete und geförderte Sieg als der bessere Sieg angesehen. Sunzi analysiert die Gefahr langer militärischer Auseinandersetzungen als besonders kritischen Punkt für die Schlagkraft und den Bestand der eigenen Armee, den es zu vermeiden gilt.
        …
        Sūnzǐs Buch soll laut Clavell Basis für Mao Zedongs Kriegsstrategien und Pflichtlektüre für die politisch-militärische Hierarchie der Sowjetunion gewesen sein.

        Die Kunst des Krieges (Sunzi)

        Wenn man bedenkt, dass die Chinesen auf eine sehr sehr lange kulturelle Entwicklung zurückblicken können, die sich mit großer Wahrscheinlichkeit auch prägend auf die heutigen Entscheidungen der dortigen Eliten auswirkt, sollte man die Thematik auch mal von dieser Seite aus betrachten und bewerten, obwohl Sūnzǐ weiter unten im Wikipedia relativiert wird:

        … Statistische Studien zeigen zudem, dass die Volksrepublik China im 20. Jahrhundert im Vergleich zu anderen Großmächten unverhältnismäßig viele Konflikte durch militärische Gewaltanwendung gelöst hat…

    33. smukster schrieb am 16. November 2010 at 10:58 - Permalink

      Mal wieder direkt zum Artikel…

      In der Tat erstaunt am meisten, dass die ganze Entwicklung so lange lief, bis China ein Monopol auf so wichtige Rohstoffe hatte – warum da nicht gegengesteuert wurde, ist mir schleierhaft. Nun, dass es bei so wichtigen Ressourcen 15 Jahre dauern soll, bis entsprechende Kapazitaeten in anderen Laendern aufgebaut sind, bezweifle ich – wenn der Druck gross genug ist, ist auch der Westen zu “chinesischem Tempo” faehig, behaupte ich.

      An einem Punkt habe ich mich beim Lesen sehr gewundert – China will sich also “unter keinen Umständen der liberalen Wirtschaftsideologie des Westens beugen”, schoen, wenn auch nicht unbedingt eine neue Erkenntnis.
      Macht das die Eu etwa? Oder die USA? Ist es nicht vielmehr grundsaetzlich so, dass Staaten(-bloecke), wenn sie nur maechtig genug sind, dieses “Spiel so lange mit[spielen], wie es sich selbst Vorteile von der Einhaltung der Spielregeln” versprechen? Wo ist hier der Unterschied zwischen China und den westlichen Staaten? Als Beispiele seien hier nur die Agrarpolitik und die US-Geldpolitik genannt, es gibt viele weitere.

      (Sollte das hier schon breit diskutiert worden sein…sorry, bin nicht immer mit ausreichend Zeit im Netz unterwegs, es sei mir vergeben!)

      • Systemfrager schrieb am 16. November 2010 at 11:10 - Permalink

        Sollte das hier schon breit diskutiert worden sein…sorry, …

        Nein, eine sollche kurze und klare Zusammenfassung ist schon ein guter Beitrag zu dieser Diskussion

    34. Struppi schrieb am 16. November 2010 at 13:02 - Permalink

      Das Beispiel der seltenen Erden zeigt wie abhängig unsere Wirtschaft von billigsten Rohstoffen, die ohne Rücksicht der Menschen die sie abbauen müssen und den Folgen für die Natur, gewonnen werden.

      Beim Öl hat es gut 100 Jahre gedauert, bis die Länder, die es fördern, wirklich daran partizipieren (Na gut, darüber läßt sich im Detail streiten, aber unbestreitbar ist, dass mittlerweile die Erdölproduktion auch ein lukratives Geschäft für die Förderländer ist).

      Grundsätzlich finde ich es überlegenswert mehr Gedanken über die Art und Weise der Rohstoffgewinnung zu machen. So wie es bei vielen Rohstoffen läuft, dass in riesigen Abbauförderstätten, grosse Landstriche verwüstet und z.T. massiv mit Giften belastet werden, kann nicht das ultima Ratio sein.

      Insofern ist eine drastische Verteuerung von Rohstoffen eine Entwicklung die begrüßenswert und mit Sicherheit auch für die technologische Entwicklung förderlich ist. Denn durch den wirtschaftlichen Druck müssen Wege gefunden das Material u.U. zu recyclen, weniger zu verbrauchen oder alternativen zu schaffen. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit durch hohe Preise, sowohl die Arbeiter besser zu bezahlen, als auch die Umweltschäden wenigstens zu verringern oder hinterher zu beseitigen. Das sind alles Faktoren, die bei anderen Rohstoffen, die “billig” zu haben sind massiv vernachlässigt werden.

      Wir haben auch die Ölkrise(n) der 70′er überstanden.

    35. Axel schrieb am 16. November 2010 at 14:16 - Permalink

      Jemand fragte hier nach dem Imperialismus Chinas der letzten 60 Jahre. Man muß nur offen sein, dann kann man danach suchen und findet:

      Der Kampf um die Zukunft: Die Welt im chinesischen Würgegriff Von Peter Navarro.

    36. Toiletman schrieb am 16. November 2010 at 16:07 - Permalink

      Chinas Imperialismus lässt sich sehr leicht erkennen im vergangenen Jahrhundert. Besetzung Tibets und Ost-Turkistans, direkte Partizipation im Korea Krieg und der Krieg gegen Vietnam als jene Kambodscha besetzten nachdem die Roten Khmer Vietnam angriffen. Auch die Versuche Afrikanische Regierungen zu beeinflussen für Rohstoffe. Chinesischer Imperialismus ist offensichtlich.

      Und der kulturelle Relativismus ist auch kein Argument, denn dieses Scheinargument führt immer zur totalen Beliebigkeit aller Werte. Werte sind nunmal im Augen des Subjekts allgemeingültig. Ob die Allgemeinheit sie anerkennt ist dafür nicht wichtig.

      • Systemfrager schrieb am 16. November 2010 at 18:10 - Permalink

        Ja, das ist der berühmte unerträgliche westliche Zynismus
        Aber, wie heißt es:
        Ist der Ruhm erst ruiniert …
        Man sieht den Splitter im fremden Augen, …

        Abacha, General Sani – Nigeria
        Amin, Idi – Uganda
        Banzer, Colonel Hugo – Bolivia
        Batista, Fulgencio – Cuba
        Bolkiah, Sir Hassanal – Brunei
        Botha, P.W. – South Africa
        Branco, General Humberto – Brazil
        Cedras, Raoul – Haiti
        Cerezo, Vinicio – Guatemala
        Chiang Kai-Shek – Taiwan
        Cordova, Roberto Suazo – Honduras
        Christiani, Alfredo – El Salvador
        Diem, Ngo Dihn – Vietnam
        Doe, General Samuel – Liberia
        Duvalier, Francois – Haiti
        Duvalier, Jean Claude – Haiti
        Fahd bin’Abdul-’Aziz, King – Saudi Arabia
        Hussan II – Morocco
        Marcos, Ferdinand – Philippines
        Martinez, General Maximiliano Hernandez – El Salvador
        Mobutu Sese Seko – Zaire
        Noriega, General Manuel – Panama
        Ozal, Turgut – Turkey
        Pahlevi, Shah Mohammed Reza – Iran
        Papadopoulos, George – Greece
        Park Chung Hee – South Korea
        Pinochet, General Augusto – Chile
        Rabuka, General Sitiveni – Fiji
        Montt, General Efrain Rios – Guatemala
        Salassie, Halie – Ethiopia
        Salazar, Antonio de Oliveira – Portugal
        Somoza, Anastasio Jr. – Nicaragua
        Somoza, Anastasio, Sr. – Nicaragua
        Smith, Ian – Rhodesia
        Stroessner, Alfredo – Paraguay
        Suharto, General – Indonesia
        Trujillo, Rafael Leonidas – Dominican Rep.
        Videla, General Jorge Rafael – Argentina
        Zia Ul-Haq, Mohammed – Pakistan

        • Toiletman schrieb am 16. November 2010 at 19:32 - Permalink

          Was willst du mit dieser konfusen Liste sagen? Nur weil es die westlichen Mächte auch getan haben heißt es nicht, dass es in Ordnung ist. China und seine (meist bezahlten) “Fans” “kritisieren” ständig den Westen wegen Imperialismus, sie sind aber keinen deut besser. Wenn man jemanden kritisiert ist diese Kritik nur dann angebracht, wenn man nicht selbst genauso verhält. Deine Liste ist ausserdem schwachsinnig und darin finden sich viele Herrscher, die von den USA lediglich unterstützt wurden nachdem sie an die macht gekommen waren und das sogar manchmal legal. Wie z.B. Chiang Kai-Shek. Gegen euren geliebten Mao war der ein Kätzchen. Andere wie Botha passen garnicht in die Liste, da sie nicht von den USA unterstützt wurden und er wurde sogar von den USA abgesägt.

          • Systemfrager schrieb am 16. November 2010 at 19:41 - Permalink

            Also für mich ist die Sache erledigt:
            Herr Germanikus >>>

            • Toiletman schrieb am 16. November 2010 at 19:54 - Permalink

              Niedlich, diskutiern ist nunmal schwer, beleidigen und Listen politisch sehr zweifelhafter Quellen zu kopieren viel einfacher.

          • Heldentasse schrieb am 16. November 2010 at 19:51 - Permalink

            @Toiletman

            Vielleicht meit er das, was Platon so ausgedrückt hat:

            Gerechtigkeit wird nur dort herrschen, wo sich die vom Unrecht nicht Betroffenen genau so entrüsten wie die Beleidigten.

            Ich denke das gilt aber für jedes Unrecht, und gerade China hat sich IMO in jüngerer Vergangenheit mehrfach grob ins Unrecht gesetzt, und obwohl “wir” auch unsere Leichen im Keller haben darf/muss das kritisiert werden. Sonst ändert sich ja nie was.

          • smukster schrieb am 19. November 2010 at 04:19 - Permalink

            Chiang Kai-Shek legal an die Macht gekommen? Nunja, Massaker an der angestammten Bevoelkerung sind leider so haeufig im 20. Jahrhundert, dass sie quasi als legal gelten.

            Aber eigentlich will ich kein Oel ins Feuer giessen, sondern 3 ev. klaerende Dinge zum chinesischen Imperialismus sagen:

            1. Selbstverstaenlich gibt es ihn, China ist ein global starkes Land. Ob er “besser” oder “schlimmer” ist als der westliche, ist eine muessige Frage, finde ich.

            2. Viele afrikanische Staaten schaetzen, dass China eben NICHT (oder deutlich weniger) die Regierung beeinflussen will, wie hier behauptet wurde. Und das im Gegensatz zu westlichen Staaten – das steht in jeder diesbezueglichen Analyse (bitte selber suchen).

            3. Ost-Turkestan war seit langer Zeit ein Teil des chinesischen Reiches. Tibet nicht, es stand aber unter chin. Einfluss. In China werden diese Regionen als wichtig fuer die Verteidigung des Kernlands angesehen – das heisst: China will unter keinen Umstaenden, dass sich eine andere Macht dort ausbreitet (Russland bzw. England/USA), auch wenn es Tibet selber nicht wirklich braucht. Ost-Turkestan urspruenglich auch nciht, aber mit dem Oel duerfte sich das geaendert haben.

        • Vogel schrieb am 17. November 2010 at 21:08 - Permalink

          Ist der Ruhm erst ruiniert …

          … uriniert’s sich ungeniert!

          SCNR

    37. Jamas schrieb am 16. November 2010 at 16:18 - Permalink

      territorial umstrittenen Senkaku-Inseln die japanische Küstenwache rammte und von den japanischen Behörden festgenommen wurde, erließen

      Es sieht für mich eher so aus, daß das chinesische Fischerboot sturr auf Kurs blieb und die japanische Küstenwache sich vor das Boot schob und damit gerammt wurde. Wenn man hier schreibt es wurde gerammt, kommt es so rüber, als ob die chinesische Seite geradezu gezielt auf die japanische Seite losgezogen ist. Das Video zeigt genau wer auf geradem Kurs und wer frontal auf Diagonalkurs ist.

      http://www.youtube.com/watch?v=YqaGpSZ07g8

      Darüber hinaus verstehen die Fischer sicherlich nicht japanischsprachige Aufforderungen und Befehle…

      Über die Rechtmäßigkeit kann man sich streiten und ist in vielen Punkten eine ähnliche Streitfrage wie bei den Islas Malvines…

    38. Frieling schrieb am 17. November 2010 at 15:53 - Permalink

      Ich finde, das schöne an diesem Blog sind die gut geführten Diskussionen in den Kommentaren. Hier haben Phrasendrescher einen schlechten Stand. Weiter so.
      (Ich wollte es ja zu “Über mich” posten, aber da sind die Kommentare ja deaktiviert) ;)

    39. Axel schrieb am 17. November 2010 at 17:06 - Permalink

      Es ist gefährlich in Diktaturen!

      Aufnahmen zu Seltenen Erden RTL-Team in China festgenommen

    40. Kant schrieb am 17. November 2010 at 18:15 - Permalink

      Ich denke das gilt aber für jedes Unrecht, und gerade China hat sich IMO in jüngerer Vergangenheit mehrfach grob ins Unrecht gesetzt, und obwohl “wir” auch unsere Leichen im Keller haben darf/muss das kritisiert werden.

      So,so Heldentasse, du warst also dabei, als Vietnam in
      die Steinzeit gebombt und als faschistische Diktaturen in Chile und anderswo installiert wurden. Mal im Ernst: Was soll die Identifikation mit den imperialistischen Verbrechern! Schlimm genug, dass WIR als Bürger der westlichen Staaten nolens volens von der weltweiten Ausbeutung profitieren, wenn wir Bananen essen, Kaffee schlürfen, Schokolade trinken etc….

      • Heldentasse schrieb am 17. November 2010 at 21:46 - Permalink

        @Kant

        Mein Kommentar geht in die Richtung, dass man Unrecht nicht mit Unrecht aufwiegen sollte, es bringt nichts. Im übrigen verurteile ich was die USA damals und heute zu verantworten haben, nur soll man deshalb die Verbrechen der Chinesen nicht kritisieren dürfen?

        Weiter gilt auch, das natürlich die USA und China nicht “das Reich des Bösen” sind, weil IMO die Mehrzahl der dort lebende Menschen auch nur (wie die die hier leben) ihr “kleines” Leben leben wollen.

        Ja,
        das ist die Sprache der Mörder,
        die in fliegenden Festungen
        bei Kaffee
        Coca
        Country- und Rockmusik
        von ihren Mädchen sprechen
        über Haiphong
        oder irgendwo über Laos,
        Kambodscha
        und wer weiß wo noch bald
        den Knopf drücken,
        okay sagen.
        Aber es ist auch die Sprache
        von Angela Davis
        und Charlie Parker
        und Luther King
        und von Millionen,
        die schreien
        und sprachlos schweigen,
        die Sprache der Lieder,
        die wir gern hören.
        Bei aller Wut -
        Vergeßt das nicht.

        Franz Josef Degenhardt “Sprache der Mörder”

    41. Outlook schrieb am 17. November 2010 at 20:15 - Permalink

      @ Kant
      Sie müssen schon an 42 Millionen US-Amerikaner Essensmarken ausgeben.

      Als der Ostblock zusammenbrach und naive Ideologen und ihre Pragmatiker das Böse vernichtet und das Paradies heraufkommen sahen, wurde die Erkenntnisfähigkeit zu eigenen Regelfehlern einer anmaßenden Arroganz geopfert.

      Die Wirklichkeit wirkt –und kümmert sich nicht um die Gesetze, die Menschen gemacht haben.

      • Heldentasse schrieb am 17. November 2010 at 21:20 - Permalink

        Dieser “Gag” passt dazu wie die Faust aufs Auge:
        Volker Pispers – Widerstand

    42. Axel schrieb am 17. November 2010 at 21:13 - Permalink

      weltweiten Ausbeutung profitieren, wenn wir Bananen essen, Kaffee schlürfen, Schokolade trinken etc….

      Ich interessiere mich ja auch u. a. für die echte Lösung von Problemen. Wie verschafft man Bananenpflückern in ihrem Heimatland, wenn sie denn von uns ausgebeutet werden eine auskömmliche Existenz?

      Ich denke naiv folgendermaßen:

      Wenn man deren Lohn erhöht, muß entweder der lokale Ausbeuter Gewinn lassen oder wir müssen mehr für die Bananen bezahlen. Im letzteren Fall besteht die Gefahr, das wir weniger Bananen abnehmen.

      Oder verzichten wir ganz auf Bananen und lassen sie den Bananenpflückern?

      • Heldentasse schrieb am 18. November 2010 at 09:18 - Permalink

        @Axel

        Initiativen wie diese hier könnten eine Facette der praktischen Lösung darstellen.

      • Lemmy Caution schrieb am 18. November 2010 at 09:58 - Permalink

        Die restliche Wirtschaft dermassen dynamisieren, dass nur noch wenig Leute ihr Auskommen als Bananenpflückers suchen müssen und der Prozess entsprechend mechanisiert wird. Erntehelfer in der Landwirtschaft werden in der Regel nirgendwo vernünftig bezahlt. Bei Klein- und Mittelbauern sieht es schon anders aus.
        Informier dich mal über El Ejido Spanien. Dort kommt ein Großteil unserer Orangen, Zitronen und Pfirsische her. Ausserdem verfüge ich über erstaunliche Einblicke in die Apfel- und Fort-Wirtschaft in Chiles Región del Bio Bio.
        Zum Teil gelingt es inländischen Beratungsgesellschaften Kleinbauern auf inkonventionelle und damit ertragsstarke Anbauentscheidungen zu bringen.
        Fair Trade Labels stehen heftig in der Kritik, da damit halt auch die Label-Organisation aus den reichen Ländern finanziert wird.

        Die Arbeiter werden auch nicht von uns ausgebeutet, sondern von inländischen Unternehmern, die sehr gut an der Export-Landwirtschaft verdienen. In der schmalen Leitungsschicht vergleichen ansonsten normale Menschen Gewerkschaften mit Virus-Erkrankungen, die in einem Unternehmen mit allen halbwegs legalen Mitteln bekämpft werden müssen.

        DER SCHLÜSSEL ZUR “LÖSUNG” LIEGT :..PHREAKING NOT:.. bei uns.

        • Lemmy Caution schrieb am 18. November 2010 at 11:03 - Permalink

          Ah… aber die Arbeitsbedingungen der Erntehelfer sind wirklich sehr schlecht.
          Die müssen da in Kleinbussen über oft Schotterpisten hingekarrt werden. Oder die arbeiten in auf -2% Grad heruntergekühlten Räumen, in denen die Äpfel sortiert werden. Über 8 Stunden, 6 Tage die Woche, für 255 Euro.
          Und das ist ein Saisongeschäft.

        • smukster schrieb am 19. November 2010 at 04:39 - Permalink

          hmmm, und was passiert, wenn eine Regierung genau das aendern will? Erfahrungsgemaess folgt nicht selten ein Militaer- oder sonstiger Putsch, in Lateinamerika allein gibt es zahllose Beispiele. Wer i.d.R. die Putschisten ausruestet und beraet, sollte bekannt sein…und auf der anderen Seite wird ein Staat wie Kolumbien, bekannt fuer haeufige Morde an Gewerkschaftlern, massiv unterstuetzt.
          Natuerlich hast Du auch Recht, wenn Du schreibst, dass auch inlaendische Unternehmer ausbeuten und gut verdienen – aber zu sagen, der Schluessel liege nicht bei uns, ist imho grober Unfug. Er liegt nicht NUR bei uns.

          Dynamisierung der Wirtschaft, naja, Spanien geht gerade in die exakt entgegengesetzte Richtung. Und ob “unser” Entwicklungspfad der Koenigsweg ist, ist wohl ohnehin eine offene Frage.
          Gruesse

    43. Systemfrager schrieb am 18. November 2010 at 09:45 - Permalink

      Jawohl
      mehr Markt, mehr beten und Weihrauch sowieso

      Meinst du, dies soll ein guter Witz sein?

    44. Outlook schrieb am 18. November 2010 at 10:35 - Permalink

      Die Zerstörung der chinesischen Botschaft in Belgrad durch NATO-Präzisionsbomben am 8.Mai 1999 wird bei den Chinesen nicht vergessen sein.
      Sie haben ein intelligentes Gedächtnis.

      Auch der Balkan könnte sich für die NATO noch zu einem Debakel entwickeln.

      Man kann ja Seltene Erden auch friedlich einsetzen, um eine Region zu befrieden.

    45. Michael Stepper schrieb am 18. November 2010 at 14:37 - Permalink

      Jens, wenn ich ergänzen darf:

      Das hässliche Peking-Entlein

      Unsere Autorin Saskia geht ganz ähnlich auf dieses Thema ein!

      Herzlichen Gruß,
      Michael


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