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  • Sieg für die Lobby: Brüssel knickt bei Irland-Hilfen ein

    geschrieben am 24. November 2010 von Spiegelfechter

    Microsoft, Apple, Google und die deutschen und französischen Banken haben gewonnen: Irland darf – trotz EU-Hilfen – weiterhin Steuerdumping zum Schaden seiner Nachbarn betreiben.

    Was haben die IT-Giganten Microsoft, Apple, Google, Ebay, Facebook, Hewlett-Packard und Intel mit den Großbanken Bank of America und Merrill Lynch gemeinsam? Die genannten US-Konzerne betreiben ihr Europageschäft aus dem Steuerparadies Irland. Für die Konzerne und die grüne Insel ist dies eine Win-Win-Situation. So fanden beispielsweise rund 2.000 Iren in der Google-EU-Zentrale in Dublin einen Job, während Google durch die niedrigen Steuern und zahlreiche irische Steuerschlupflöcher seine Steuerquote auf sensationelle 2,4% senken konnte, was andere Staaten um rund 60 Milliarden US$ Steuereinnahmen bringt – vollkommen legal, versteht sich. Über 100.000 Iren arbeiten in Unternehmen, die Niederlassungen von US-Konzernen sind. Zusammengenommen stehen diese Direktinvestitionen für 70% der irischen Exporte. Keine Frage, der sagenhafte Aufstieg des keltischen Tigers wäre ohne Steuerdumping nie möglich gewesen.

    Beggar-my-Neighbour

    So erfreulich dieser Aufschwung für die Iren war, so unerfreulich war er für den Rest Europas. Warum gibt es beispielsweise in Deutschland oder auch in Großbritannien so wenige große Niederlassungen amerikanischer IT-Konzerne? Weder die vielzitierten Lohnnebenkosten noch das Ausbildungsniveau geben eine hinreichende Antwort auf diese Frage. Schaut man jedoch auf die anfallenden Unternehmenssteuern, so beantwortet sich diese Frage schnell: In den USA fallen 35%, in Deutschland rund 30% und in Großbritannien 28% Steuern auf Unternehmensgewinne an – in Irland sind es lediglich 12,5% und zusätzlich bietet das irische Steuersystem auch noch zahlreiche Schlupflöcher. Der Erfolg Irlands ging auf Kosten seiner Nachbarn, in der Volkswirtschaft spricht man in solchen Fällen von einer Beggar-my-Neighbour-Politik. Was neoliberale Think-Tanks dem Publikum gerne als freie Marktwirtschaft und gesunde Standortkonkurrenz verkaufen, ist letztlich nichts anderes als Egoismus zu Lasten der Gemeinschaft.

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    Microsoft, Apple, Google und die deutschen und französischen Banken haben gewonnen: Irland darf – trotz EU-Hilfen – weiterhin Steuerdumping zum Schaden seiner Nachbarn betreiben. Was haben die IT-Giganten Microsoft, Apple, Google, Ebay, Facebook, Hewlett-Packard und Intel mit den Großbanken Bank of America und Merrill Lynch gemeinsam? Die genannten US-Konzerne betreiben ihr Europageschäft aus dem Steuerparadies ...
    Tags: Europa Finanzkrise
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    1. Tweets that mention Sieg für die Lobby: Brüssel knickt bei Irland-Hilfen ein » Spiegelfechter — Topsy.com

    173 Kommentare:

    1. Fleur schrieb am 24. November 2010 at 08:50 - Permalink

      Hmm… Steuerdumping-Subventionen…mal was anderes.

    2. Lazarus09 schrieb am 24. November 2010 at 09:05 - Permalink

      Sieg für die Lobby … damit ist eigendlich schon alles gesagt.

      weiter im Possentheater

      http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/anleihen-devisen/:schuldenkrise-anleger-entziehen-spanien-das-vertrauen/50197728.html

      Der nächste Kandidat !

      http://www.ftd.de/politik/deutschland/:buergerwehr-in-berlin-mama-im-anti-terror-einsatz/50197827.html

      Langsam verblöden sie wohl alle….

      http://www.ftd.de/unternehmen/handel-dienstleister/gesundheitswirtschaft/:einstweilige-verfuegung-gericht-verbietet-pilotenstreik-bei-air-berlin/50197824.html

      Gericht untersagt Streik …. das spricht für sich ( Kotz )

      http://www.ftd.de/politik/international/:friedensverhandlungen-usa-blamieren-sich-mit-pseudo-taliban/50197833.html

      Der Pöse Taliban und seine Terrorjäger und Experten … das schafft Vertrauen
      Muuuhaaahaaahaa

      Der Masterplan die Reichen reicher zu machen läuft wie geschmiert … Land Staatsform Farbe und Richtung scheinen egal zu sein , es lebe die Globalisierung !

    3. Systemfrager schrieb am 24. November 2010 at 09:28 - Permalink

      Eine Tatsache nämlich steht völlig außer Zweifel: Die vom Schicksal Begünstigten und Privilegierten denken nie in langfristigen Zusammenhängen. Sie reagieren vielmehr – und da mit Vehemenz – auf Veränderungen, die ihre akute Situation tangieren.

      John K. Galbraith, Die Herrschaft der Bankrotteure, Hoffman und Campe, Hamburg, 1992

    4. Lazarus09 schrieb am 24. November 2010 at 09:35 - Permalink

      Davon mal abgesehen haben die Irländische Normalbevölkerung da gar nichts davon..auch da regiert Pay-cut ,Dumping Lohn ,Sozialabbau ( und da gibt eh nicht viel von wegen Sozial ) .. Immer mehr sind “on Dole ” ( Arbeitslosengeld was gekürtzt wird)
      und müssen dann wie in Deutschland “froh” sein wenn sie einen Job bekommen.

      Einig EURO Gebiet hat nur ein gloreiches Ziel vor Augen..

      MACHT DIE REICHEN REICHER AUF KOSTEN DER JEWEILIGEN BEVÖLKERUNG !

    5. elwu schrieb am 24. November 2010 at 09:40 - Permalink

      Das mit der Senkung der Mindstlöhne bestaune ich auch seit Tagen. Eine Erklärung, wie das dem Defizitabbau helfen soll, fand ich bisher nirgends.

      • f.luebberding schrieb am 24. November 2010 at 14:34 - Permalink

        Es geht um die Kostenvorteile der Iren. Sie lassen zwar die Körperschaftssteuern unberührt, aber erhöhen durchaus die Steuern, incl. der Einkommenssteuern. Gerade für irische Unternehmen bedeutet das höhere Kosten – und die sollen durch ein Absenken der Mindestlöhne kompensiert werden. Im übrigen kürzen sie die Sozialleistungen, und zwar drastisch, also müssen sie den – in der Begrifflichkeit der Neoklassiker – Anspruchslohn ebenfalls senken. Das ist insoweit konsequent.

        • Sigmund schrieb am 24. November 2010 at 15:57 - Permalink

          Ja. Konsequent asozial.

      • Spiegelfechter schrieb am 25. November 2010 at 08:40 - Permalink

        Das mit der Senkung der Mindstlöhne bestaune ich auch seit Tagen. Eine Erklärung, wie das dem Defizitabbau helfen soll, fand ich bisher nirgends.

        Es ehrt Dich natürlich, dass Du die Systematik nicht “verstehst” – es gibt da auch nichts zu verstehen. Das ist nun einmal genau der Neoliberalismus, der auch Grundlage der deutschen Politik ist. Die “Logik” ist folgende: Je niedriger die Löhne, desto konkurrenzfähiger der Standort, desto mehr produzierende – und natürlich exportierende – Unternehmen lassen sich nieder. Dadurch sinkt die Zahl der Sozialtransferempfänger und der Staat spart Geld. Natürlich lässt dies die Binnennachfrage komplett außen vor und ist gerade für Irland, mit seiner einst sehr starken Binnennachfrage, Gift.

        • elwu schrieb am 25. November 2010 at 10:38 - Permalink

          Ah, danke. Darauf muss man erst mal kommen, ich bin wohl nicht neoliberal genug…

          Was dieses krude Modell neben der laufenden Binnennachfrage zudem außer acht lässt , ist die Tatsache, dass den irischen Banken nicht geholfen wird, wenn ihre privaten Kunden die Hypotheken noch schlechter bedienen können, dem abgesenkten Mindestlohn sei Dank.

        • Stefan K. schrieb am 25. November 2010 at 19:37 - Permalink

          Ist es nicht so, dass die Löhne und Gehälter in der exportorientierten Industrie über dem Durchschnitt liegen? – zumindest in Deutschland.

          Scheint mir eine ähnliche Vernebelungstaktik zu sein wie das Steueraufkommen mittels Tabaksteuer erhöhen zu wollen, obwohl trotz Tabaksteuererhöhungen in den letzten Jahren die Einnahmen aus der Tabaksteuer nicht gestiegen sind.

        • f.luebberding schrieb am 26. November 2010 at 12:22 - Permalink

          Jens

          Irland lebte vor allem vom Export. Die Immo-Blase war der Treiber für den Binnenmarkt. Ohne diese Blase bricht der Binnenmarkt ein, da hilft auch kein deficit spending. Vor allem im Kontext einer Währungsunion kann man das vergessen. Die kommen also nicht darum herum, ihre Anspruchslöhne im derzeit bestehenden Eurosystem zu senken. Die Frage ist nur, ob dieses Eurosystem in der Form noch eine Zukunft hat.

          Da bin ich gerade recht optimistisch.

          • Systemfrager schrieb am 26. November 2010 at 12:36 - Permalink

            @ f.luebberding

            da hilft auch kein deficit spending

            Ach was! Im Klartext: In Irland gibt es gar nichts mehr, womit man die reale Wirtschaft beschäftigen könnte. Es gibt einfach nichts zu tun! Jeder hat privat alles, was er sich wünscht und öffentliche Güter sind auch im Überfluss vorhanden. Peinlich:

            Die monetäre Analyse ist auf den Hund gekommen.

            Da haben wir neulich von einem Fiananzesoteriker gehört, der sich als Keynesianer schimpfen lässt – für den Hayek ein besserer Keynes wäre -, man brauche nur den Banken weiter zu lassen, Schulden (dumm und dämlich) zu machen. Aber noch viel merh als bisher. Ohne Schulden läuft nichts! Einfach peinlich:

            Die monetäre Analyse ist in der Tat auf den Hund gekommen.

    6. Heldentasse schrieb am 24. November 2010 at 10:58 - Permalink

      Es ist schon irgendwie wie ein schlechter Witz. Z.z. gilt im Falle von Kapitalverlusten der Sozialismus für die Banken/ Großaktionäre und der Kapitalismus für die sozial Schwachen und die Menschen mit mittlerem Einkommen, die diese Solidarität mit den Kapitalisten damit im Endeffekt bezahlen müssen.

      Als folge dieser verfehlten Geld/ Wirtschaftspolitik ergeben sich IMO zwangsläufig in allen(!) EU Ländern über kurz oder lang soziale Unruhen, deren Niederhaltung durch viel Polizei mit entsprechender Ausrüstung überwiegend auch von denen bezahlt werden wird, deren Interessen durch demokratisch legitimierte Vertreter verraten wurden bzw. z.Z. – durch so Maßnahmen wie für irländische Bankenrettung vorgesehen – verraten werden. Aber hier gibt es dann wenigstens einen handfesten und fühlbaren Gegenwert für die eingezahlten Steuergroschen.

      P.S.: Just for Info – http://www.wsws.org/de/2010/nov2010/irla-n23.shtml

    7. V schrieb am 24. November 2010 at 11:00 - Permalink

      Wirklich ein starkes Stück. Gibt es in Irland eigentlich keine politische Linke?

    8. Gert Müller schrieb am 24. November 2010 at 11:01 - Permalink

      In der Überschrift befinden sich zwei importante Fehler:

      Sieg für die Lobby: Brüssel kickt bei Irland-Hilfen rein

      muß es korrekterweise heissen.

    9. Outlook schrieb am 24. November 2010 at 11:21 - Permalink

      Diese Versuche werden angesichts des unübersehbaren Heraufziehens einer multizentralen Welt ebenfalls scheitern, so wie die Versuche mit Scheinreformen die alten Instrumente wie FED, IWF, EZB, WTO, NATO, Rating-Agenturen unw. weiterhin als Mittel westlicher Dominanz zu erhalten.

      Die Signale der Zeit zeigen in eine andere Richtung, dorthin, wo USA/EU(mit und ohne Euro) sich in eine multizentrale Welt eingliedern müssen.
      Da helfen keine Rettungsschirme und primitive Manipulationen der Ursachen.
      Alles hat seine Zeit.
      Der Kitt hält nicht mehr.

      Die Welt wird sich neu organisieren.

    10. R_Winter schrieb am 24. November 2010 at 11:33 - Permalink

      Ein kompetenter und gut geschriebener Artikel – man merkt wo die Neigung liegt.

      Eine Zeitung hatte geschrieben, dass die Banken Merkels Regierung voll im Griff haben und die Arbeitsgeberverbände mit ihren Verbands-anhängen Merkel schon lange an der Hundeleine führen. Merkel ist einfach zu dumm. Fast alle Großunternehmen haben Niederlassungen zur Re-Finanzierung und Abschöpfung in Irland.

      Neben den steuerlichen Vorteilen hat Irland für US-Konzerne noch andere, wichtige Vorteile:
      - die Auswanderer Richtung USA
      - die Größe Irlands – Erpressbarkeit
      - die Lage Irlands zwischen USA und Europa
      - die englische Sprache
      - das Klima trotz Regens – nie unter 1°C
      - Frauendiskriminierung in Führungsbereichen – Machterhaltung.

    11. V schrieb am 24. November 2010 at 11:50 - Permalink

      Unverbesserliches Qualitätsmedium “ZEIT”:
      http://www.zeit.de/wirtschaft/2010-11/irland-wachstumsmodell-krise

    12. Lemmy Astounded schrieb am 24. November 2010 at 11:55 - Permalink

      Man kann über diesen Artikel sagen, was ich über die andren Artikel dieses Blogs leider nur sehr selten sagen kann:
      Ich habe aufgehört zu lesen, als der Artikel bereits zu 3/4 beendet war!!!
      (bei Rechnung wohl ohne “Mutti” gemacht).
      Weiter in diese Richtung arbeiten.

    13. Axel schrieb am 24. November 2010 at 12:44 - Permalink

      Die offene Drohung, in ein anderes EU-Land abzuwandern, war es auch, die die irische Regierung so lange hat zögern lassen, bevor sie das Unvermeidbare akzeptierte und in Brüssel um Hilfe bat.

      Wenn ich mir die Unterschiede im Steuersatz ansehe hat Irland doch großen Spielraum gegenüber anderen EU-Staaten, zumindest gegenüber Deutschland. (wobei man dann auch mal darauf hinweisen sollte das Deutschland in diesem Fall dem Anderen nicht jede Chance nimmt)

      Woher also das Drohpotential der Unternehmen?

      Natürlich könnte man auch sagen, wenn die Unternehmen schon drohen können wenn sie nichts zu drohen haben, umso schlimmer für den armseligen Zustand der Politik.

      Freilich las ich vorhin, das ein irischer Politiker meinte man stehe beim Steuersatz nicht in Konkurrenz mit der EU sondern mit Asien.

      • Lazarus09 schrieb am 24. November 2010 at 14:42 - Permalink

        Woher also das Drohpotential der Unternehmen?

        Wenn die Unternehmen gehen …mit Schafzucht, ein paar schoenen Plaetzen und 300 Tagen Regen laesst sich die Verschuldung nicht in den Griff bekommen.

        • Axel schrieb am 24. November 2010 at 18:23 - Permalink

          Irland 12,5%, zu drücken bis auf 2,4%.

          Warum sollten die Unternehmen gehen, wenn Irland die Unternehmenssteuern zumindest auf 15 bis 17% anheben würde? Wenn Deutschland 30% hat, sicher nicht nach Deutschland. Deshalb verstehe ich die Drohung, in andere EU-Länder abzuwandern nicht.

          Wenn der irische Finanzminister (oder Wirtschaftsminister) sagt Irland stehe hinsichtlich der Steuern mit Asien im Wettbewerb und nicht mit der EU ist nicht einzusehen, wieso man sich von der Drohung in andere EU-Länder abzuwandern, beeindrucken läßt.

      • Spiegelfechter schrieb am 25. November 2010 at 09:23 - Permalink

        Ob diese Drohungen wirklich ernst zu nehmen sind, ist natürlich schwer zu sagen. Microsoft hatte m.W. schon einmal mit dem Standort Bulgarien (noch geringere Steuern als Irland) geliebäugelt. Aber Bulgarien ist natürlich nicht mit Irland zu vergleichen. Es liegt an der östlichen und nicht der westlichen Peripherie und verfühgt über eine schlechtere Infrastrukur und die Menschen sind schlechter ausgebildet und keine englischen Muttersprachler. Für eine “echte” Europazentrale ist das zu wenig, wenn es aber um Milliarden geht, können diese Nachteile wettgemacht werden, indem man z.B. “nur” die Verwaltung verlegt.

    14. Elbarto schrieb am 24. November 2010 at 12:55 - Permalink

      Auf “einfallsreiche” BILD Schlagzeilen wie zu “Pleite Griechen” Zeiten können wir wohl ewig warten.

      • Griech Pleitgen schrieb am 25. November 2010 at 00:50 - Permalink

        Das “dröhnede Schweigen” (hachherje – so ein antiker Spiegelfechter Ausdruck!) der Bild.de-Zeitung spricht Bände. Wir zitieren mal direkt von Seite 1:

        Doppelmord von Bodenfelde – Polizei ermittelt im Internet
        Sexy Ratespiel Teil 2- Wem gehört dieser Popo (ne echt jetzt … voll für’n Arsch das Blatt!)
        Huntelaar & Farfan – Schalke im Achtelfinale
        Die 25 verrücktesten Sex-Gesetze der Welt
        …geht immer so weiter

        …die fahren wirklich volles Program. In der Tat nicht viele Wirtschaftdetails, weder über Griechenland noch über Irland oder Island oder Portugal oder Spanien oder oder oder. Ne halt, muss ja und und und heissen.

    15. baumbaron schrieb am 24. November 2010 at 13:04 - Permalink

      Es ist allerhöchste Zeit, dass die Bürger sich an die Sprüche des werten, hochverehrten Herrn Bundespräsidenten erinnern und ein Stück dessen praktizieren, was mit dem Geschwätz von der jüdisch-christlichen Tradition (vielen Dank Herr Prantl für den trefflichen Kommentar dazu) gar nicht gemeint war. Aber nehmen wir die Dinge mal ernst und machen uns an eine gründliche Tempelreinigung. Raus mit den Lobbyisten aus den Tempeln der europäischen Hauptstädte. Setzt sie fest und führt sie ihrer gerechten Strafe zu. Anders wird es kein Zurück geben zu einer Politik für die Bürger Europas. Stattdessen werden sie uns weiterhin auf den Kopf scheißen, die Intels und Microsofts, die Eons und die Pharmas, die Funkes und Ackermanns. Und sie werden alles tun, damit wir lange glauben, in einer Demokratie zu leben, bis wir keine mehr haben, weil die Bürge an ihrer momentanen erbärmlichen Erscheinungsform verzweifelt sind.

    16. André aus H. schrieb am 24. November 2010 at 13:17 - Permalink

      Na ja, die europäischen Steuerzahler werden´s auch diesmal richten, im Interesse der Banken. Aber irgendwann ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Bei den Summen, die schon bei solch einem kleinen Land im Spiel sind, wir einem nur noch schwindlig. Mein Tip: Das geht nicht gut, zumindest nicht für den Steuerzahler.

    17. R_Winter schrieb am 24. November 2010 at 14:41 - Permalink

      Der Kommentar in der FTD vom 24.11.2010 von Zeise ist lesenswert:

      http://www.ftd.de/politik/europa/:kolumne-zeise-das-positive-an-der-irland-krise/50197421.html

      Nicht nur “dumme, linke Blogger” halten Merkel für unfähig /dumm/ Lobbyistin der Banken.

      • Lazarus09 schrieb am 24. November 2010 at 14:44 - Permalink

        Schlimmerweise ist die Erkenntniss nicht neu … ;-)

        Aber was resultiert aus alle dem … N I C H T S…. das ist das wahre Problem

        • Heldentasse schrieb am 24. November 2010 at 15:22 - Permalink

          Wenn es NICHTS wäre, wäre es ja evtl. noch zu ertragen. Aber Unfähigkeit in Verbindung mit Unterlassungen ziehen immer Konsequenzen nach sich, und zwar meistens für die Menschen die den Schlamassel nicht zu verantworten haben.

          Aber auch hier gilt, wie im richtigen Leben:

          Man kann alle Leute einige Zeit und einige Leute alle Zeit, aber nicht alle Leute alle Zeit zum Narren halten.

          Abraham Lincoln

          Nur wenn dann Alle (abzüglich der Einigen) irgendwann mitbekommen, das Rente, Sozialhilfe, normale Löhne usw. nicht mehr ausreichen für eine einigermaßen auskömmliche Lebensführung wird es IMO vermutlich gerade in Deutschland recht “ungemütlich” werden. Still Leiden ohne murren und knurren ist nämlich des Teutschen Sache nicht – Historische Beispiele dazu sind Legion.

          Das Bild passt IMO

          • Lazarus09 schrieb am 24. November 2010 at 15:38 - Permalink

            Leiden ohne murren und knurren ist nämlich des Teutschen Sache nicht

            Das sehe ich anders , denn ” uns geht es doch gut und jammerfn auf hohem Niveau ” wenn man da die Leutchen in Daefur sieht …oder ? Diese Scheisse wird doch geglaubt und weiter verbreitet hören sie sich doch mal um …

            Historische Beispiele dazu sind Legion.

            Ja wenn das Körpergewicht beim besten Willen nicht mehr zu halten ist …dann fällt der teutsche Michel über Minderheiten her die flux als Sündenböcke präsentiert werden … das hat Tradition da gebe ich ihnen recht

      • Spiegelfechter schrieb am 25. November 2010 at 09:28 - Permalink

        da zeigt sich mal wieder, dass die FTD (mit Ausnahme von Heusinger in der FR) die einzige deutsche Zeitung mit volkswirtschaftlicher Kompetenz ist. Zeise und Münchau sind wirklich gut.

    18. Lazarus09 schrieb am 24. November 2010 at 14:58 - Permalink

      Sarah Palin von der kann Mutti, die Perle der Ukermark noch was lernen … Check–> America by Heart

      Muhaaahaahaaaa …

      Schuld sind unter anderem :
      1.Demonstranten (“angeheuerte Handlanger” und “Bekloppte”),
      2.Die “sogenannte akademische und kulturelle Elite”,
      3.Linke
      4.Europäer und alle anderen, “die die amerikanischen Werte herabwirtschaften”.

      Und haben das aus dem so Christlich und Gloreichen Land gemacht

      1.Ein Land voll “verwöhnter, kleiner Heulsusen”,
      2.Denen “Selbstdisziplin” und “harte Arbeit” fremd seien
      3.Ein Land, in dem Hollywood “die Kriegsanstrengungen verunglimpft”, statt seine Stars an die Front zu schicken wie im Zweiten Weltkrieg.

      Absolute rubbish and bullshit..

    19. klaus58 schrieb am 24. November 2010 at 15:39 - Permalink

      Die Bankster verursachten maßgeblich die Finanzkrise und verdienen jetzt auch noch an den “Rettungsschirmen”: 0.5% Zinsen von der EZB und weiter an die BRD zu ca. 2% und weitaus mehr an Irland und Griechenland. Es wird Zeit, dieses zu unterbinden durch direkte EZB Staatskredite bzw. Bürgschaften, weil das Risiko sowieso bei den Ländern / Bevölkerungen hängenbleibt. Man muß ihnen auch spekulative Geschäfte wegnehmen durch Verbot von Hebeln = 100-facher Effekt bzw. nur 1% Eigengeld.
      In ein paar Monaten wird langsam herauskommen, wer sich die Milliarden “verdient” hat, die andere verloren haben. Anders als beim Verbrennen von Bargeld im Ofen geht bei Buchungen nichts verloren. Momentan glauben viele an Geldvernichtung, weil sie noch nicht wissen, wer es hat. Vieles deutet auf Wall Street, wo damals ein Plakat hing “jump you fuckers”.
      Die waren längst vorher abgesprungen auf Ihre Karibikinsel und hatten Bares in Sachwerte umgetauscht. Denn jetzt kommt auch noch die Inflation auf uns zu, weil die Spekulation plus die Rettung die Geldmenge stark erhöht hat. Die FED druckt zusätzliche 600 Mrd. US$.

      • Lazarus09 schrieb am 24. November 2010 at 18:10 - Permalink

        Yes, the fuckers jumped in the 30′ years,these days the middle class has to jump,while the fuckers drinking champagne…that’s it folks.

    20. klaus58 schrieb am 24. November 2010 at 16:00 - Permalink

      @ 18 Lazarus09

      Ich teile Deine US Kritik. Allerdings sollten wir uns nicht über ihre Schwäche ärgern, sondern davon profitieren wie die Chinesen und andere aufgeweckte fleissige Bevölkerungen.
      Friedmann schreibt heute in der NYT zunehmend US-selbstkritisch:
      http://www.nytimes.com/2010/11/24/opinion/24friedman.html?_r=1&ref=opinion

      Die Kommentare geben noch mehr Fakten her und zeigen die Stimmungslage, unter anderem:
      “7. Christopher Strom, Raleigh, NC, November 24th, 2010, 2:00 am
      Just a few years ago, I observed the graduation ceremonies at NCSU’s Electrical Engineering department.
      The BS grads were about 30% Indian and Chinese.
      The MS grads were about 70% Indian and Chinese.
      The PhD grads were 100% Indian and Chinese.
      It seems like the Indians and Chinese will be building the world of the future.
      I suppose the “smart” American kids we went into I-banking.”

      Ich hoffe nur, die Amis verarmen “in style” und bomben nicht noch vorher die anderen auf ihr Niveau runter.

    21. OAlexander schrieb am 24. November 2010 at 18:49 - Permalink

      - Die Portugiesen müssen sich jetzt aber beeilen, dass sie noch vor Spanien absaufen: danach gibt’s nichts mehr.

      - die modernen Volkswirtschaftler sind wie Theologen: die liefern dauernd Begründungen für das Unbegründbare – wider jeglichen Wissens.

      - zum Glück sind die irischen Pubs konsequent rauchfrei; da können die sich jetzt gesund totsaufen, sofern sie das Geld dafür haben. Wahrscheinlich aber sind viele Iren jetzt dazu gezwungen sich im verräucherten Zuhause vollaufen zu lassen.

      - Alter (!) irischer Witz: Warum heißt die Währung “Punt”: reimt sich mit “Bank-Manager”!

      - Vorteil der irischen Krise: traditionell stärkt das die Gewerkschaftsbewegungen in den Auswandererländern. In den USA wie in Australien haben Iren hier bspw. besondere Verdienste erworben.

      - Wir geraten immer mehr in eine Phase der angebotsorientierten Wirtschaft: immer mehr Angebot, immer weniger Nachfrage.

      _ Ich hab schon lange nichts mehr von Lena, unserer kurzkleidchenigen Eurovisionssängerin, gehört. Weiß da wer was Neues?

    22. groo schrieb am 24. November 2010 at 19:35 - Permalink

      20101124 18:49

      …da haben Rehn, Lagarde und Westerwelles Staatssekretär Hoyer ihre Rechnung wohl ohne “Mutti” gemacht.

      Wenn ich mal davon ausgehe, dass Merkel KEINEN an der Waffel hat.
      Was können die Gründe sein?

      Angeblich hat sie sich ja mit Ackermann zerstritten (klingt gut für unsereinen), arbeitet PRAKTISCH aber voll in seinem Sinn.

      Doppelstrategie?

      Und dann ist sie SEHR besorgt betr. dem Fortbestand des Euro.

      Wieso sagt sie das?
      Vor ein paar Monaten war das doch noch kein Thema.

      Redet sie einfach nur konfuses Zeug?
      Ist sie auf Medikamenten?

      Man erinnert sich (Juli 2010):
      “Albtraum-Vision für Europa, EU-Chef (Barroso) warnt, dass in Griechenland, Spanien und Portugal die ‘Demokratie verschwinden könnte’”

      Die Merkelsche ‘Strategie’ erschliesst sich mir einfach nicht.

      Ich gebe es zu.

      Eigentlich müsste man doch dem Zorn der EU-Bürger ein angemessenes Opfer darbringen:
      Massiver haircut der ‘Investoren’ bis ‘Kopf ab’ für die grössten Bösewichte.

      Als erstes wäre mal eine glaubwürdige Untersuchungskommission nötig, die die Zahlen aufarbeitet und die Schuldigen benennt.
      Dann ein Tribunal ala Nürnberg, da die normalen Gesetze hier nicht ausreichen.
      Wo ein Milosevic, ein Karadzic und hoffentlich bald auch ein Mladic sitzt, kann ich mir diverse Leute aus dem Bankensektor genauso vorstellen.
      Die Arbeitsteilung ist da ähnlich.

      Aber ‘die einzelnen Schuldigen’ gibt es bei den Predigern der individuellen Verantwortung im Finanzsektor und ihrer Apologeten in der Politik seltsamerweise nicht.
      Im Zweifelsfall ist es das ‘System’, an dem allerdings Generationen von Psychopathen einträchtig gewerkt haben, und es zu TINA zementiert haben. Mit etwas Blattgold verziert. Angebetet von den Dummköpfen. Das ist wohl der status quo, den es zu bewahren gilt.
      In gut ‘christlich-jüdischer’ Tradition.

      Wenn man jeden Tag TJN scannt, wundert einen eigentlich garnichts mehr.
      Man kann zynisch cool bleiben, oder es platzt einem irgendwann der Hals.
      Was kann man sonst noch machen?
      Jammern.

      • groo schrieb am 24. November 2010 at 19:47 - Permalink

        übrigens, Jens

        alt-englisch
        Beggar thy neighbour

        Beggar thy neighbour, or beggar-my-neighbour, is an expression in economics describing policy that seeks benefits for one country at the expense of others. Such policies attempt to remedy the economic problems in one country by means which tend to worsen the problems of other countries.

        gefällt besser.
        (Naja. Geschmackssache. Es gibt Wichtigeres)

        • Spiegelfechter schrieb am 25. November 2010 at 09:30 - Permalink

          gefällt mir auch besser, versteht bloss wieder keiner (vor allem TP-Leser nicht) ;-)

          • gebintit schrieb am 25. November 2010 at 11:56 - Permalink

            Nicht jeder ist so gebildet. Mir gefällt “Beggar my neighbour” sehr gut, es wird meinen Wortschatz bereichern.
            Da fällt mir auch der dämliche Vorschlag von Schäuble ein, dass Kommunen, wie in der Schweiz üblich, unterschiedlich hohe Einkommenssteuern erheben dürfen sollen. Dann haben wir das Beggar-my-Neighbour-Phänomen endlich auch verschärft auf kommunaler Ebene.
            Ins Fäustchen lachen sich die Großkonzerne, bzw. deren Gewinnoptimierungsabteilungen. Es lebe der Asozialismus, um es mit Sloterdijk zu sagen.

            • Spiegelfechter schrieb am 25. November 2010 at 11:59 - Permalink

              nee, das hat jetzt nichts mit “Bildung” zu tun. In englischsprachigen Finanzzeitungen (v.a. in den USA) wird idT die “altenglische” Version verwendet – warum weiß ich auch nicht. In der Wissenschaft und in Lehrbüchern ist allerdings das “Beggar my neighbour” gebräuchlich. OK, eine vollkommen sinnfreie Randdiskussion ;-)

      • groo schrieb am 24. November 2010 at 20:12 - Permalink

        The Brazilians talk of tax competition in terms of a “guerra fiscal” – fiscal war. This is economic warfare: not just between nations, but also between the masses of ordinary citizens and wealthy individuals and corporate interests who seek to free-ride on their backs via tax havens.

        So-called tax competition involves countries setting out to poach each others’ tax revenues. This kind of competition is entirely unfair. It gives wealthy capital owners and large, offshore-diving corporations advantages over smaller firms and ordinary working Joes that have absolutely nothing to do with real productivity, real competition, or producing better or cheaper widgets. It is simply about transferring wealth from poor to rich. That is all. There is nothing fair about it – and the Europeans are dead right to want Ireland to play fair.

        That is one reason why Richard Murphy is right to point out why headlines like this, from Swissinfo,

        Cantonal eyes smiling at Irish economic woes

        http://taxjustice.blogspot.com/

        Schöner Begriff: “guerra fiscal”.
        Die Schwellenländer scheinen mittlerweile einen robusteren Blick auf die Narreteien der G8′ler zu haben.
        Sind noch nicht so abgehoben ins Abstrakte.

        Und bei dieser Gelegenheit sollten wir auch der Schweizer und der Luxemburger gedenken.

        Mittelfristig zwei andere Pleitekandidaten, wenn das so weiter geht.
        Hat keiner auf dem Radar.
        Obwohl sie LOGISCHE Kandidaten sind.
        Wie auch Österreich!
        Imploding ‘safe heavens’.

        Da hänge ich mich mal zum Fenster raus.

    23. Ranger schrieb am 24. November 2010 at 20:13 - Permalink

      Aber was soll die Lösung sein? Wie R_Winter im Kommentar zum “Luck”-Artikel schon geschrieben hat: es GIBT keine Arbeit mehr, zumindest nicht nach dem heutigen Wirtschaftssystem (ich meine mich an einen Kommentar von SF zu erinnern in welchem er meinte es gäbe IMMER Arbeit). Deshalb macht’s ja Sinn das Irland sagt: lieber Geld aus Löhnen für die Menschen als zusätzliches Geld aus Steuereinnahmen mit späterem Ergebnis: weder Jobs noch Einnahmen aus Unternehmenssteuern.

      • groo schrieb am 24. November 2010 at 20:39 - Permalink

        Quatsch.

        das ‘Ende der Arbeit’ wurde bereits um 2000 propagiert.

        War eine Verwechslung von Abstrakt mit Konkret.

        Kauf’ Dir einen Esel und einen Hektar Land.
        Da gibts immer ‘Arbeit’.

        Und wenn ein Banker sich als ‘Esel’ andient, um Deinen Pflug zu ziehen, weisst du hoffentlich, was du zu sagen hast!

        • groo schrieb am 24. November 2010 at 21:48 - Permalink

          genauer: Rifkin:

          The End of Work (1995; deutsch Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft) zeigt, dass es durch den Produktivitätszuwachs in den letzten zwei Jahrzehnten zu einem dramatischen Verschwinden von Fabrikarbeitsplätzen gekommen ist.

          Was irgendwie stimmt, aber in seiner Konsequenz merkwürdig daneben war.

        • R_Winter schrieb am 24. November 2010 at 23:12 - Permalink

          Das Beispiel Arbeit bezieht sich auf Litauen. Es ist sehr wohl viel “Arbeit” vorhanden, aber keine Arbeit. die bezahlt wird – geschweige , dass man davon leben kann.
          Die Straße kann 10 mal gefegt werden, aber es bezahlt keiner für die Arbeit. Wenn das Geld mehr und mehr in Richtung Anleger um verteilt wird, ist kein Geld vorhanden, diese Art von Arbeit zu bezahlen. Früher gab man Bedürftigen einen Besen und Schlaufen und bezahlte das Straßenfegen.
          Vorbei.
          Arbeit, die nicht in verkaufsfähige Produkte fließt, wird mehr und mehr nicht finanzierbar.
          Renten werden schon unter Vorwand nicht gezahlt.
          Ohne Dadschas mit dem Gemüseanbau hätten wir heute schon Hungersnöte in Europa.
          Ein fortschreitenden Produktivitätszuwachs ist in Westeuropa kein echtes Problem – es ist das Verhältnis der Stundenlöhne zu anderen Ländern, der Technologiefortschritt in Fern Ost und das dort verfügbare Kapital. Leider haben wir eine Regierung, die diese Dinge nicht zur Kenntnis nehmen will.
          Wir zergliedern den Begriff “Arbeit” und an anderer Stelle kämpfen die Menschen ohne bezahlte Arbeit um das Überleben.

      • groo schrieb am 24. November 2010 at 21:23 - Permalink

        was ist ‘Arbeit’?

        Das ist ungefähr so diffus wie was ist ‘Geld’?
        Wie die Frage nach dem ‘Wert’!

        Als für mich–anarchistisch Angehauchtem- (sorry)
        ist
        a) ‘Wert’ immer selbstbestimmt (und immer im Zweifel),
        b) ‘Geld’ diffuses, suspektes Medium
        c) ‘Arbeit’ fremdbestimmt und damit abzulehnen.
        … gemeint ist ‘Arbeit’, die NUR durch ‘Geld entlohnt wird, und nicht den Selbstbestimmungs-Aspekt berücksichtigt.
        Wäre pervers.
        Nur so kann MORALISCH orientierte Tätigkeit entstehen und wirken!
        Weil sie intrinsisch wertbezogen ist.
        (diese tückische These verteidige ich gern, wenn sich jemand an ihr stossen sollte.)

        ‘Arbeit’ ist eine Ko-Erfindung des Kapitalismus. Für die die das noch nicht gemerkt haben.

        Alles unverständlich.
        Weiss schon.

        • Ranger schrieb am 24. November 2010 at 22:41 - Permalink

          Ja ich braucht keine VWL-Pseudowissenschaftlichen Hypothesen oder philosophische Ansätze. Als Ingenieur kann ich ein Produkt entwickeln, welches ich 1nem, 100ten oder 100 Milliarden Menschen verkaufen kann. Nur die Produktion skaliert ein bisschen mit der Menge. “Natürlich” ökonomisch ist, mit geringstem Einsatz größtmöglichen Ertrag zu erzielen. Es kommt so zum Wettbewerb, der in letzter Konsequenz – aufgrund des Überflusses der Arbeitnehmer – zur Verelendung führt. Hat bestimmt Marx so ähnlich geschrieben, nicht dass ich sein Werk kennen würde.

          Schönes Beispiel mit Esel und Land: bei mir um die Ecke ist ein Wald. Was passiert wohl wenn ich “aussteige” und mich in den Wald zurückziehe und autark lebe(n möchte). Und was wenn keine Staatsgewalt mich vertriebe und mir viele folgten? Ich habe das Gefühl so kann’s nicht gehen.

          Ich bin ein alter linker, aber ich kann im Verhalten Irlands nichts verwerfliches finden: die machen genau das was die Marktwirtschaft gebietet. Wir haben nicht mal mehr in Deutschland die soziale Marktwirtschaft, wieso sollten wir diese dann europaweit oder global bekommen? Gerade Deutschland SETZT doch das Abschaffen der sozialen Marktwirtschaft als Wettbewerbsvorteil in der Welt gegen Konkurrenten ein, ist genau das selbe!

          • groo schrieb am 24. November 2010 at 23:08 - Permalink

            @Ranger,
            komme selbst eher aus der ‘konkreten’ Ecke.

            Jens wirft neuerdings mit Milliarden um sich.

            Ich habe die BIZ-Statistiken versucht, zu verstehen, was die Verschuldung Irlands betrifft.
            Habe sie nicht verstanden.
            Nicht, dass ich mich jetzt für dumm halten würde.

            Was passiert wohl wenn ich “aussteige” und mich in den Wald zurückziehe und autark lebe(n möchte). Und was wenn keine Staatsgewalt mich vertriebe und mir viele folgten? Ich habe das Gefühl so kann’s nicht gehen.

            Sicher.
            Aber WIE kanns weitergehen?
            SO: –Fortschreibung von business as usual- ja auch nicht!

            Das wäre eine Kapitulation vor Kaspern, von denen wir doch nur nur die allergeringste Meinung haben können.

            Mich in den Wald zurückzuziehen ist garnichtmal meine letzte Option.
            Wer es kann, sollte es machen!

            Gab vor ca einem Jahr mal ein nettes Filmchen von einem Londoner Banker, der ausserhalb London im Wald lebte, und morgens in die ‘Arbeit’ fuhr. Hatte nur eine Plane überm Kopf. Hat dann in der Firma geduscht.
            Hat mich beeindruckt!
            So sollte es sein. Immer spüren, wann es nass rein geht.

            Die Briten leben ihren Humor!

            Pere Ubu:

            That was fate
            It was the ballistics!
            No
            that was fate
            It was a world
            What a world!
            What a world?
            What a big world
            But a world to be drowned in
            It’s just a joke man!
            Another day?
            Well
            SUFFER
            for that’s the way of the west
            SUFFER
            Oh
            Oh it’s a joke!
            It’s a joke
            Oh
            It’s a JOKE
            That’s a joke?
            Hunh-unh
            Well
            humor me

            Wie alt das? 40 Jahre?
            OK?
            Gute Nacht

      • Spiegelfechter schrieb am 25. November 2010 at 09:34 - Permalink

        es gibt auch immer Arbeit – die Frage ist vielmehr, ob es auch genug Arbeit gibt, die volkswirtschaftlich sinnvoll ist und dies zu einem Lohn, von dem man leben kann.

        Ein kleines Beispiel: Verabschieden wir einen Regellohn für Putzfrauen von 1 Euro pro Stunde. Morgen hätten wir wahrscheinlich 1 Millionen Menschen mehr in “Lohn und Brot”. Das meinen Neoliberale übrigens auch, wenn sie von Vollbeschäftigung phantasieren.

        • Peleo schrieb am 25. November 2010 at 10:21 - Permalink

          Stimmt. Wenn man aber das andere Ende anguckt: Eine 87jährige Verwandte bräuchte eigentlich dringend eine Haushaltshilfe. Die Sozialstation verlangt 18 Euro plus Fahrkosten, bei sozialversicherten Beschäftigten sicher in Ordnung, wollen und sollen ja von ihrem Lohn leben können.
          Aber: Die alte Frau kann oder will das nicht bezahlen. Keine bezahlte Arbeit, ein Job weniger. Was tun?

          • Axel schrieb am 25. November 2010 at 12:35 - Permalink

            Entweder die Angehörigen bluten lassen oder die alte Frau sich selbst überlassen bis eventuell geklärt ist ob sie einen Sozialhilfeanspruch hat. Aber laufen lassen ist am Besten, bis die Lokalpresse (möglicherweise) betroffen etwas tragisches zu melden hat.

        • Axel schrieb am 25. November 2010 at 12:32 - Permalink

          Ein kleines Beispiel: Verabschieden wir einen Regellohn für Putzfrauen von 1 Euro pro Stunde. Morgen hätten wir wahrscheinlich 1 Millionen Menschen mehr in “Lohn und Brot”.

          So einfach kann es eigentlich nicht sein.

          Zum einen würde das bedeuten können, das momentan zu wenig geputzt wird. Das ist in diesem Umfang schwer vorstellbar.

          Zum anderen könnte es bedeuten, das das Putzen unter mehr Arbeitskräften aufgeteilt wird. Das wird aber zumindest 1 zu 1 so kaum passieren. Eher steht zu vermuten, das man die Zahl der Putzkräfte bei einem Lohn von 1 Euro im wesentlichen konstant halten wird.

          • Spiegelfechter schrieb am 25. November 2010 at 12:39 - Permalink

            Nein, durch diese “Lohnreform” würde neue Märkte geschaffen. Eine Tätigkeit, die momentan entweder unentgeltlich (z.B. selbst oder von der lieben Partnerin) ausgeübt wird und die in keiner volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung auftaucht, wird nun zu einer Tätigkeit iSd Arbeitsmarktes. Selbstverständlich würde dadurch die Zahl der Putzfrauen steigen – ich würde mir für 1€/h ganz sicher eine nehmen und auch Leute, die z.B. momentan ein mal pro Woche putzen lassen, könnte nun z.B. zwei mal pro Woche putzen lassen.

            Etwas ähnliches findet auch in anderen Bereichen des Arbeitsmarkts statt. Wenn ich beispielsweise Strassenfeger für 1€/h habe, lohnt sich u.U. nicht die Investition in eine Kehrmaschine. Oder um es anders zu sagen – die neoliberale Politik zäumt den technologischen Fortschritt von hinten auf.

            • Peleo schrieb am 25. November 2010 at 14:03 - Permalink

              Klingt wie O-Ton Brüderle. Komiblohn auf Basis 1 Euro/Stunde?
              Gestern hieß das noch Ausbeutung auf Kosten der Allgemeinheit.

            • Axel schrieb am 25. November 2010 at 14:44 - Permalink

              @SF, Peleo

              Ich hatte den theoretischen 1 Euro Regellohn nicht als Kombilohnmodell sondern als Bruttolohnmodell verstanden. Aufstocken gibt es doch schon.

            • Stefan K. schrieb am 25. November 2010 at 19:45 - Permalink

              ….lohnt sich u.U. nicht die Investition in eine Kehrmaschine[...]zäumt den technologischen Fortschritt von hinten auf.

              Das erinnert mich an die Vollbeschäftigungspolitik der verflossenen DDR.

            • R_Winter schrieb am 25. November 2010 at 20:18 - Permalink

              Technisch ist eine vollautomatische Kehrmaschine ohne Fahrer mit eingebautem Mechanismus zum Trennen des Straßendrecks in verwertbare Bestandteil möglich. Bei 1€/Stunde wird sich die Maschine nicht rechnen. Die Servicetechniker dieser Maschine kosten ca. 40€/h. Es freuen sich die Kehrmaschinenhersteller und die Banken – der Bürger zahlt – wie meistens.
              Eine Tätigkeit von 1€/h darf es niemals geben – 10€/h ist bei den Kosten in Deutschland und der Wettbewerbs-Verzerrung innerhalb der EU ein Minimum. Wenn wir schon nicht allein in Deutschland aufwerten können, sollten die Löhne kräftig gesteigert werden.

        • Groo schrieb am 25. November 2010 at 23:22 - Permalink

          dazu eine kurze Replik, nach jahrelangem Kopfzerbrechen:

          ‘Arbeit’, wenn wir schon diesen dubiosen Begriff verwenden, der etwas von Fremdbestimmung an sich hat.
          Wandeln wir ihn probehalber mal um in ‘nützliche Tätigkeit’ –da sind auch die Hausfrauen und Mütter und Omas einbezogen –

          In diesem Sinn gibt und gab es es IMMER genügend nützliche Tätigkeit!
          Sie wird nur nicht ordentlich entlohnt!

          Es ist dieses System des ‘Belohnens’, im Sinn von Arbeitslohn, das uns sauer aufstossen sollte.

          Wer will eine Monetarisierung aller zwischenmenschlichen Beziehungen, bis zur Prostitution als monetarisierte Ersatzform von ‘Liebe’?
          Ich nicht.
          Du sicher auch nicht.
          Nennt man Sexual-Arbeiter oder so.

          Ich habe kein Problem damit, jemanden, der als Putzfrau oder Müllmann arbeitet, höher zu entlohnen als jemanden, dem die Arbeit Spass macht.
          Vielleicht hilft ihm das Geld, das ich nicht brauche, aus seiner Misere.
          Ohne hoffentlich einen Machtanspruch zu entwickeln. Da hätte ich genügend Abwehrkräfte, um das zu verhindern.

          Jeder Nobelpreisträger ist doch froh, dass er seinen Ideen nachgehen kann, und nicht als Putzfrau im eigenen Labor arbeiten muss!

          DIESE hypothetische Welt SCHEINT upside-down zu sein, ist es aber nicht.
          Es ist UNSERE Welt, die auf dem Kopf steht!

          Manger tragen virtuelle ‘Verantwortung’, aus der sie sich mit üppigen Pensionen wegstehlen, wenns schlecht läuft.
          Putzfrauen, die ihren Job nicht lieben, sind morgen ohne Abfindung auf der Strasse.

          Wo ist da die Logik, bitte?

          Ich persönlich profitiere von diesem System.
          Was aber nicht heisst, dass ich es gutheisse oder verstehe!

          So selbst-korrumpiert bin ich nicht, und werde es auch bis zu meinem -hoffentlich sozialverträglichen- Ableben nicht sein.

        • Axel schrieb am 29. November 2010 at 12:12 - Permalink

          Das meinen Neoliberale übrigens auch, wenn sie von Vollbeschäftigung phantasieren.

          Meine Frage kommt ein wenig spät.

          Wird diese (1 Euro) Vorstellung (ohne Aufstocken) von Vollbeschäftigung explizit so geäußert?

          Ich meine eher man meint die Vollbeschäftigung stelle sich ein wenn die Betroffenen durch den Sozialstaat nicht mehr in ihrer Menschenwürde verletzt und am Arbeiten gehindert werden. Wobei man sich keine weiteren Gedanken macht, zumindest nicht explizit.

          Sonst müßte man ja eventuell das Problem diskutieren, wie Obdachlose einer geregelten Arbeit nachgehen können.

          Ich meine die Förderer und Forderer lassen vieles hinsichtlich der Problematik im Impliziten. Mir fällt ein man könnte das Problem durch Wohnheime lösen, wie bei chinesischen Wanderarbeitern, aber ist das offiziell so angedacht?

          Ich habe mal im TV gesehen das in den USA eine Obdachlose tagsüber einer Beschäftigung bei der Stadtverwaltung nachging. Ich weiß nicht ob das dort häufiger vorkommt. (Übrigens die USA bleiben trotzdem für mich das grandioseste Land der Welt!)

          • Peleo schrieb am 29. November 2010 at 12:39 - Permalink

            @ Axel

            Das ist ein grundsätzliche und wichtige Frage: Geht uns wirklich “die Arbeit aus” oder gibt es immer genügend Arbeit (ich bleibe bei dem Begriff, Groo).

            Bis zu einem gewissen Grad hat SF sicher recht. Für einen bis, sagen wir: fünf, Euro würde ich manches machen lassen, was ich jetzt selber mache – oder was halt nicht gemacht wird. So ab 10 Euro die Stunde wird das bei meinem Durchschnittseinkommen kritisch, weil ich mir das schlicht nicht leisten kann.

            Von einem Stundenverdienst von 1 Euro (auch nicht von 5) pro Stunde kann aber niemand leben. Bei 170 Stunden sind das grade mal 850 Euro.

            Aus diesem Dilemma weiß auch der SF offenbar keine Antwort, jedenfalls finde ich hier keine.

            Auf der anderen Seite wird alles automatisiert. Bahnhöfe sind menschenleer, Päckchen sollen in die Automaten, in den S-Bahnen gibt es nur noch den Fahrer, der bei Zwischenfällen im Zug nichts tun kann. Und so weiter. Automaten werden nicht krank und bekommen keine Kinder, sagen die Arbeitgeber. Dafür werden die krank, die ihren Job verlieren und sich überflüssig vorkommen? Hat schon mal jemand versucht, diese volkswirtschaftlichen Kosten gegeneinander aufzurechnen?

    24. Benjamin schrieb am 24. November 2010 at 20:38 - Permalink

      Die meisten Gesetze, Reformen und Verordnungen der letzten Jahre waren (und jetzt werde ich mal wieder ein wenig hysterisch!^^) Müll.

      Sie wurden entweder kassiert, noch nicht mal vom Präsi unterzeichnet und mussten nachgebessert werden!

      Egal ob Rieserrente, Hartz-Reform oder wie auch immer; das Muster ist immer gleich:
      Neoliberales Gewäsch a la Sparen, Kürzen, Streichen, Privatisieren, Wettbewerb etc. pp blabla finanziert mit Steuergeldern.
      Die Bürger zahlen also doppelt; einmal mit Steuergeldern und dann Hinterher wenn die Konjunkturritter weg sind zum zweiten.

      Pointe: Wir können “die da oben” ja abwählen OLOLOLOL

      Deutschland 2010 – eine Berater- und Lobbyistenrepublik in der es “geil ist ein A…loch zu sein”
      …und wer’s nicht packt ist selber schuld und soll sich ein paar Antideps einwerfen Dx

    25. Schierke-Nee-Sama schrieb am 24. November 2010 at 21:37 - Permalink

      Um die Schweiz geht es hier zwar nicht ~ aber wenn diese Leute ihren Steuer”wettbewerb” wirklich wollen, sollen sie ihn doch haben.
      Es sind meist die kleinen Länder, die Steuerdumping betreiben, weil sie mit ihrem niedrigeren Bedarf an Geldern von einer Konzentration hoher Vermögen/Geldern aus größeren Ländern stark profitieren und sich sättigen können. Selbst wenn sie sehr niedrige Steuerhebel ansetzen.

      Gäbe es einen wirklichen “Wettbewerb” zwischen den Staaten, könnte Deutschland jedoch sowohl die Schweiz auch als Irland kontrollieren und praktisch überrollen und zu Staub zermahlen !
      Wenn es der natürliche “Wettbewerbs”vorteil eines kleinen Landes wäre, Summen aus dem Ausland durch niedrige Steuern zu konzentrieren, so ist der natürliche Vorteil eines größeren Mitspielers sein größerer Binnenmarkt und erweiteter Einflussbereich. Zieht die Schweiz Deutsche mit niedrigen Vermögenssteuern an, könnten wir uns das Geld über hohe Einfuhrzölle zurückholen. Oder gar Einfuhrverbote aussprechen.
      Oder Druck ausüben in einer Form, die bedeutunglose Spieler wie Liechtenstein und die Schweiz nicht wirksam nutzen können.
      Eine Gegenreaktion solcher kleiner Länder wäre volkswirtschaftlich für uns weniger schädlich als umgekehrt.

      Ich wünschte es gäbe diese ganzen Freihandelsorganisationen und -abkommen nicht; vor allem die WTO.
      Vielleicht würde nicht alles besser werden…
      Aber man könnte den arroganten Kleinstaaten dann doch wenigstens mal zeigen was es bedeutet im “freien Wettbewerb” zu stehen.

      Andererseits, spricht dieser Artikel ja auch das genaue Gegenteil aus:
      Unsere Politiker würden deutsche Interessen auch dann nicht mit allen Mitteln verteidigen.

      • groo schrieb am 24. November 2010 at 23:49 - Permalink

        ja, wenn es um ‘Wettbewerb’ ginge.

        Die Steueroasen etc gehören WESENTLICH zum Speckgürtel der Finanzzentren.
        Siehe
        http://www.taxjustice.net/cms/front_content.php?idcatart=2

        Offenbar geht es um etwas anderes.

    26. Beate schrieb am 24. November 2010 at 23:27 - Permalink

      Löst euch mal von dem Geldbegriff.

      Ihr konsumiert, was erarbeitet worden ist.

      Was in dieser Periode nicht produziert wurde, kann auch nicht konsumiert werden.

      Ihr dürft konsumieren, was die Geldsäcke euch übriglassen, nachdem es von euch produziert wurde.

      Schulden , Guthaben sind Bits auf Datenspeichern. Und die können jederzeit verloren gehen.

      Wie flüchtig und mobil ist das erpresserische Kapital wirklich, nach einer Währungsreform.

      • groo schrieb am 24. November 2010 at 23:51 - Permalink

        Löst euch mal von dem Geldbegriff.

        Sag’ ich ja.

        Konzentriert Euch auf einen WERT-Begriff!
        Der muss allerdings reflektiert werden!
        Hint:
        ‘Wert ist nicht ‘Arbeitswert’ ala Marx.

        Amen.

      • Lazarus09 schrieb am 25. November 2010 at 09:11 - Permalink

        Stell dir vor nach dem Kriege hätte man statt der Währungsreform den Deutschen ein Sparpaket verpasst …. ;-)

        Nix da Wirtschaftwunder …

    27. COPOKA schrieb am 25. November 2010 at 02:26 - Permalink

      Jens, ich glaub du hast mit dieser Körperschaftsteuergeschichte zu schnell aus der Hüfte geschossen.

      Du hakst auf Körperschaftsteuer herum ohne ein Wort über Besteuerung von Ausschüttungen zu verlieren, geschweige schon, die verschiedenen Steuersysteme zu vergleichen oder gar zu erwähnen. Irlands Steuersystem gleicht in diesem Aspekt dem Schweizerischen, und in der Schweiz ist die Körperschaftsteuer noch wesentlich niedriger als Irland, u.z. 8.5%.

      Im Übrigen nahm D mit seinem sagenhaften 30% KSt-Satz lediglich rund 22,9 Mrd. € in Jahren 2006 und 2007, 15,9 Mrd. im Jahre 2008, und nur noch 7,173 Mrd. im Jahre 2009. Das sind lächerliche 1,48 % des gesamten Steueraufkommens in D. Der größte Batzen wird d. Lohn- und Umsatz- aka MWt-Steuer einkassiert.

      So sieht deine ‘Rechnung’ aus dem vorletzten Absatz absolut unseriös aus – ‘ne echte Milchmädchenrechnung, als ob es die einzig relevante Steuer wäre.

      • Spiegelfechter schrieb am 25. November 2010 at 09:39 - Permalink

        Na ja, das Volumen, um das es in Irland geht, habe ich im Artikel ja genannt. Das sind beileibe keine Peanuts. Mir geht es ja auch vermehrt um die steuernde Wirkung einer solchen Steuer. Und die ist im Falle Irland für Resteuropa äußerst negativ.

    28. schwitzig schrieb am 25. November 2010 at 05:33 - Permalink

      Da sage mal noch einer, es gäbe keinen Klassenkampf. Dieses “Paket” ist ganz klar eine Kampfansage der Ober- an die Unterklasse.
      Besonders absurd ist die Senkung des Mindestlohns in Einheit mit der Einkommensteuergrenze, welches damit begründet wird, dass es nur “gerecht” sei, diesen Mindestlohn an dass “allgemein sinkende Lohnniveau im öffentlichen und privaten Sektor anzuzgleichen”.
      Interessante Logik: Weil es in anderen Staaten ungerechter zugeht, orientiert man sich an denen, die es noch schlechter machen.
      Mich befällt tiefer Ekel, wenn ich einen Politiker oder Finanzmenschen sehe.

      • Benjamin schrieb am 25. November 2010 at 19:58 - Permalink

        Nicht nur dir :/

    29. André H. schrieb am 25. November 2010 at 08:50 - Permalink

      “Der Erfolg Irlands ging auf Kosten seiner Nachbarn…ist letztlich nichts anderes als Egoismus zu Lasten der Gemeinschaft”
      Das ist genau der Punkt. Ich hätte es nicht besser formulieren können.
      Das selbe Theater haben wir in der Schweiz unter den Kantonen.

    30. André H. schrieb am 25. November 2010 at 09:05 - Permalink

      @ COPOKA
      bitte keine Vergleiche mit der Schweiz. Die Schweiz ist ein Sonderfall – eben ein Sonderfall auf Kosten der Anderen. Eine Art Prostituierte für Betrüger und Despoten der ganzen Welt. Oder sowas wie ein Parasit. Und Parasiten brauchen einen Wirt. Man kann also nicht einen Parasiten mit einem Wirt vergleichen.
      Die unterschiedlichen Steuersätzte ähneln dem Discountprinzip, welches im fortgeschrittenen Stadium zu einer ruinösen Rabattschlacht ausartet – zu Lasten der Lieferanten, der Angestellten, der Solidarität, der Umwelt, dem Lohnniveau…

      • Lazarus09 schrieb am 25. November 2010 at 09:26 - Permalink

        Die unterschiedlichen Steuersätzte ähneln dem Discountprinzip, welches im fortgeschrittenen Stadium zu einer ruinösen Rabattschlacht ausartet – zu Lasten der Lieferanten, der Angestellten, der Solidarität, der Umwelt, dem Lohnniveau…

        Das sind exact die Zustände die das Merkel und ihr Guy d’ eau nun für Deutschland wünschen…Jede Stadt kann in direkter Konkurenz blablabla und so geht die Börse von Frankfurt a.M. nach Kochborn ( Eschborn) Frankfurt gehen Einahmen verloren und wird KITAS u.s.w schließen während in Eschborn die Preise explodieren und sich so manch einer kräftig die Säckel voll macht..Aber..wir sparen den Wohlstand herbei ;-)

        Wann erlösen uns Friedenstruppen von der Wirtschaftsjunta ?

    31. Outlook schrieb am 25. November 2010 at 10:12 - Permalink

      Putin unterbreitet der EU erneut ein strategisches Angebot:

      http://sueddeutsche.de/wirtschaft/putin-plaedoyer-fuer-wirtschaftsgemeinschaft-von-lissabon-bis-wladiwostok-1.1027908

      Putin besucht für zwei Tage Deutschland.
      Die Umsetzung dieser Idee könnte viele Probleme lösungsorientiert hebeln.
      Ob es Barosso und Co. begreifen oder begreifen dürfen?
      Ein Kontinentalmarkt bis hin zu einer eurasischen Landbrücke wäre schon einzigartig, aber sehr sinnvoll.
      In Deutschland ist einiges in Bewegung.

      • Lazarus09 schrieb am 25. November 2010 at 11:52 - Permalink

        Oh Prima … da lassen sich bestimmt wieder tolle Blasen produzieren und das Kapital wird jubeln ob der guten Ivestitionsbedingungen.Und auch der Teutsche Michel kann dann in den direkten Wettbewerb mit der Fachkraft aus dem Ural treten die sicherlich ungeschlagen billig arbeitet. :-)

        …. und der Lupenreine Demokrat Putin will sicherlich nur unser bestes ..( soweit ich weiss rekrutierte sich der KGB nur durch Menschenfreundliche sozialengagierte Demokraten,besonders in den Fuehrungsetagen waren nur lupenreine Gutmenschen ) oder ?

        • Outlook schrieb am 25. November 2010 at 19:14 - Permalink

          Die gegenwärtigen “Lösungen” zur Rettung des Euros werden nicht funktionieren.
          Deshalb ist es besser, dass jedes Land seine eigene Methode findet, wie es aus dieser Situation herauskommt.
          Jeder EU-Staat muss wissen, was passiert und was zu tun ist, wenn die Eurozone oder sogar die Europäische Union auseinanderbricht.
          Daher sind die EU-Staaten gut beraten, Alternativ-Allianzen vorzubereiten und einen Handlungsplan zu besitzen.

          Die ideologische Mottenkiste ist dabei nur störend und nicht mehr zeitgemäß.

          Nordstream und Southstream sind auch schon Pipelines, die eine zerfallende EU strategisch implizieren.

          • Outlook schrieb am 26. November 2010 at 14:56 - Permalink

            Ackermann will Russland in die Eurozone holen

            “Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann kann sich im Grundsatz eine Mitgliedschaft Russlands im europäischen Währungsraum vorstellen. „Dass wir Russland einladen, Teil von uns allen zu sein, kann ich nur unterstützen“, sagte er bei einer Konferenz der „Süddeutschen Zeitung“. Er nannte dafür aber keinen konkreten Zeitraum.”

            http://www.welt.de/wirtschaft/article11235590/Ackermann-will-Russland-in-die-Eurozone-holen.html

            Hier werden neue große Allianzen im Hintergrund vorbereitet.
            Es wird auch Zeit.

            Und Putin hatte auch gleich noch eine Botschaft an die deutschen Energiephantastiker und Umweltverbieger:
            Putin: “Ohne AKWs bleibt Deutschen nur Brennholz aus Sibirien”
            http://de.rian.ru/business/20101126/257749110.html

            Die Grünen werden wohl jetzt zu einer Anti-Putin-Demo aufrufen.

            Der Dieter Spethmann setzt sich ja schon lange für einen Nord-Euro unter Einbeziehung Russlands ein.
            Kluger Kopf.

            • Lazarus09 schrieb am 26. November 2010 at 16:32 - Permalink

              Klar will er die Russen..da müssen riesige Summen aus Waffenhandel,Drogenhandel und Prostitution gewaschen werden..

              Da gibt es Vermögen da fragt keiner woher die kommen… das ist ein Riesiger Mark für unsere Finanzjongleure. Und verdienen wollen auch die Russen..aber villeicht haben dann ein paar Bankster bei Totalverlust statt Rettungsschirm ne Kugel zwischen den Augen ..LOL

          • unschland schrieb am 26. November 2010 at 18:32 - Permalink

            “ideologische Mottenkiste”:
            menschenrechte, demokratie, transparenz, rechtsstaatlichkeit, freie presse usw.
            - alles ideologischer müll!
            es geht um lebensraum, äh absatzmärkte im osten.
            heil ackermann!
            heil exportwirtschaft!

            • Lazarus09 schrieb am 26. November 2010 at 21:43 - Permalink

              Was hast du geraucht … ;-)

    32. Systemfrager schrieb am 25. November 2010 at 11:28 - Permalink

      Es geht doch!

      Bundesbankchef bringt noch größeren Euro-Rettungsschirm ins Gespräch
      SPIEGEL-ONLINE

      • Spiegelfechter schrieb am 25. November 2010 at 11:39 - Permalink

        Wir wissen doch alle, dass die Höhe irrelevant ist, da die Endstation im nächsten Jahr “Euro-Bond” heißen wird, womit die Haftungshöhe theoretisch unendlich ist.

        • Lazarus09 schrieb am 25. November 2010 at 11:55 - Permalink

          not even the sky is the limit…. LOL

          Alles… eh nur Bytes im System … ;-) Problematisch wird’s erst wenn das Buchgeld in Sachwerte getauscht werden soll ..

        • Systemfrager schrieb am 25. November 2010 at 12:04 - Permalink

          Auch eine Möglichkeit, aber gerade in SPIEGEL-ONLINE noch weitere Szenarien

          Nur ein neuer Pakt rettet den Euro
          spiegel >>>

          • elwu schrieb am 25. November 2010 at 12:20 - Permalink

            Die Lösung kann keine Transferunion sein, allein das Gerede darüber ist gegenüber den deutschen Steuerzahlern eine Unverfrorenheit. Die Eurozone in ihrer jetzigen Form ist nicht überlebensfähig und je eher das akzeptiert und die Konsequenzen daraus gezogen werden, umso besser. Die PIIIGS müssen aus dem Euro, sonst haben sie nie eine Chance, wieder auf die Beine zu kommen. Und deren Gläubigerbanken müssen Hair-Cuts hinnehmen.

            • Spiegelfechter schrieb am 25. November 2010 at 12:28 - Permalink

              Wenn Euro, dann nur mit Wirtschaftsregierung, was eine Transferunion natürlich einschließt. Alles andere ist nicht überlebensfähig. Die größte Überlebensfähigkeit hätte übrigens nicht eine Euro-Zone ohne PIIGS, die im übrigen auch niemals(!!!) von Ländern wie Frankreich akzeptiert würde, sondern eine Euro-Zone ohne Deutschland. Ein schwacher Euro und eine ultrastarke D-Mark könnten parallel exzistieren. Auch Lira, Irisches Pfund, Drachme, Escudo und Pesete könnten neben dem Euro exzistieren, die folgen für die Euroländer, die nicht so niedrige Löhne wie D haben, wären dann aber katastrophal.

            • elwu schrieb am 25. November 2010 at 12:34 - Permalink

              Wenn Euro, dann nur mit Wirtschaftsregierung, was eine Transferunion natürlich einschließt. Alles andere ist nicht überlebensfähig

              Dann soll dieses Kunstgebilde halt sterben. Es kann ja wohl nicht sein, dass die deutschen Bürger, denen durch die übergroße Koalition von Parteien, Arbeitgebern und DGB-Gewerkschaften sein vielen Jahren permanenter Kaufkraftverlust aufgedrückt wurde, auch noch weiterhin andere Staaten bzw. die Gewinne von Anlegern in deren Bonds alimentieren.

            • Spiegelfechter schrieb am 25. November 2010 at 12:42 - Permalink

              @elwu

              Ach was, wir mit unseren Niedriglöhnen können froh sein, dass die PIIGS uns den Euro ein wenig abschwächen. Ansonsten wäre unsere Kaufkraft noch niedriger.

            • Lemmy Astounded schrieb am 25. November 2010 at 15:55 - Permalink

              Der holländische Gulden, die verschiedenen skandinavischen Kronen, etc. waren immer stark. Wir sollten mit diesen Ländern eine Währungsunion eingehen.
              Die Griechen, Spananier und Portugiesen haben halt eine unterschiedliche Kultur, in der für das einfache Volk eine rein nominale Erhöhung der Löhne einen Anlaß für ein Fest darstellt. Die Nordeuropäer wissen dagegen, dass der Reallohn entscheidend ist.
              Die Wettbewerbsfähigkeit werden die Portugiesen, Spananier und Griechen auch nie über den Lohn erreichen. Man vergleiche mal Skoda mit Seat. Das Problem in diesen Ländern sind eher autoritäre, hierarchische, niemanden-auf-den-Fuss-treten-statt-ergebnisorientierte und wenig innovative Verhaltensstrukturen.

              Der ihre “Industrie” besteht halt in Bereichen, in denen man ge
              gen ostasiatischer und afrikanischer Massenproduktion ankämpft.

            • Wandschrank schrieb am 26. November 2010 at 02:22 - Permalink

              @Lemmy Astounded

              Der holländische Gulden, die verschiedenen skandinavischen Kronen, etc. waren immer stark. Wir sollten mit diesen Ländern eine Währungsunion eingehen.

              Die exportorientierte deutsche Wirtschaft wünscht sich nichts sehnlicher als eine Währungsunion mit “wettbewerbsfähigen” Ländern. Also Länder, die Skodas und keine Seats herstellen. :-)
              Weiß doch jedes Kind, dass Währungsunionen mit Ländern, die eine stärkere Währung als die eigene haben, die Exportchancen der einheimischen Industrie massiv verbessern.

              Hat Chefvolkswirt Lemmy auch bedacht, warum seit Jahren eigentlich alle Länder der Welt versuchen, den Wert der eigenen Währung zu drücken?
              :-)

              Japan hat erst vor 3 Wochen Yen im Wert von 20 Milliarden Dollar verkauft.
              China betreibt das Spiel schon seit Jahren.
              Die USA betreiben Quantitative Lockerung, was als Nebeneffekt auch eine künstliche Abschwächung der eigenen Währungen bedeutet.
              Die Schweiz hat im September entschieden, dass sie trotz eines starken Geldmengenwachstum (10,4% M2 und 6,6% M3) und allgemeiner Erwartungen nach Zinserhöhungen die Zielmarke des 3-Monats-Libor bei 0,25% halten.
              Der Markt hat auch prompt darauf reagiert:

              Grafik

              Man beachte den Sprung, als die allgemeinen und die eigentlich nachvollziehbaren Erwarten nach einer Zinserhöhung nicht erfüllt wurden, und sich herausstellte, dass die Schweiz in Zukunft ihre Währung “künstlich” niedrig halten will.

              Der ihre “Industrie” besteht halt in Bereichen, in denen man ge
              gen ostasiatischer und afrikanischer Massenproduktion ankämpft.

              Ganz meine Meinung. In welchen Gebieten ist die afrikanische Massenproduktion eigentlich stark? :-)

              Auf meinen Kleidungsstücken habe ich noch nie “Made in Kongo” oder “Made in Zimbabwe” gelesen……. :-)
              Ich dachte eigentlich immer, dass Afrika vor allem Rohstoffe exportiert. :-)
              Aber ich verstehe, was du meinst. Der gemeine Grieche, Spanier, Südländer hat aufgrund seiner schlechten Arbeitseinstellung keine Chance jemals mit den Nordeuropäern zu konkurrieren. Das ist hoffnungslos. Die gemeinen Griechen, Spaniern, Südländern haben eigentlich keine andere Chance, als sich wie die Somalier auf die Piraterie zu verlagern.
              Herstellen können die Südländer nicht. Mit dieser Arbeitsmoral wird das nie etwas.

              Was mich erstaunt, ist, dass die Chilenen, die ja zu einem nicht unerheblichen Teil von den gemeine Südländern abstammen, doch eine derart wettbewerbsfähige Arbeitsmoral an den Tag legen.
              Die verschütteten Bergarbeiter haben -während sie verschüttet waren- sich gleich noch was als Entertainer dazu verdient.

            • COPOKA schrieb am 26. November 2010 at 02:41 - Permalink

              @SF

              Ach was, wir mit unseren Niedriglöhnen können froh sein, dass die PIIGS uns den Euro ein wenig abschwächen. Ansonsten wäre unsere Kaufkraft noch niedriger.

              Wie denn das?
              Ich habe mir so gg. Ende 2009, als der Euro ca. 1,5$ kostete, einen Laptop gekauft. Nach einigen Monaten wollte ich dieses Modell einem empfehlen und ging wieder auf die Seite des Händlers – das Modell kostete um ca. 100€ mehr. Warum? Weil der Euro nur noch um 1,35$ kostete.
              Also ggü Importprodukte stärkt der “teure” Euro unsere Kaufkraft.
              Oder wen meinst du nun mit “uns”?

            • Wandschrank schrieb am 26. November 2010 at 04:11 - Permalink

              @elwu

              Die Lösung kann keine Transferunion sein, allein das Gerede darüber ist gegenüber den deutschen Steuerzahlern eine Unverfrorenheit. Die Eurozone in ihrer jetzigen Form ist nicht überlebensfähig und je eher das akzeptiert und die Konsequenzen daraus gezogen werden, umso besser. Die PIIIGS müssen aus dem Euro, sonst haben sie nie eine Chance, wieder auf die Beine zu kommen.

              Ich denke, man sollte wirklich prüfen, ob die EU und der Euro dem deutschen Volk in seiner gesamten Breite dient.

              Ist dieses Mal -im Gegensatz zu meinen zwei vorigen Kommentaren- ernst gemeint.

            • Wandschrank schrieb am 26. November 2010 at 04:14 - Permalink

              @Copoka

              Ach was, wir mit unseren Niedriglöhnen können froh sein, dass die PIIGS uns den Euro ein wenig abschwächen. Ansonsten wäre unsere Kaufkraft noch niedriger.

              Wie denn das?
              Ich habe mir so gg. Ende 2009, als der Euro ca. 1,5$ kostete, einen Laptop gekauft. Nach einigen Monaten wollte ich dieses Modell einem empfehlen und ging wieder auf die Seite des Händlers – das Modell kostete um ca. 100€ mehr. Warum? Weil der Euro nur noch um 1,35$ kostete.
              Also ggü Importprodukte stärkt der “teure” Euro unsere Kaufkraft.
              Oder wen meinst du nun mit “uns”?

              Da hast Du natürlich Recht. Die Behauptung von Jens ist falsch.

            • Wandschrank schrieb am 26. November 2010 at 04:21 - Permalink

              @Spiegelfechter

              Auch Lira, Irisches Pfund, Drachme, Escudo und Pesete könnten neben dem Euro exzistieren, die folgen für die Euroländer, die nicht so niedrige Löhne wie D haben, wären dann aber katastrophal.

              Wenn man spekulative Attacken per Gesetz fast unmöglich machte und die CDS-Geschäfte wesentlich stärker reglementierte, gäbe es eine fast 100% Wahrscheinlichkeit, dass die Folgen für die betreffenden Länder nicht katastrophal wären.
              Der Wechselkurs würde die Wettbewerbsnachteile, die zum Teil auf sich unterscheidende Lohnstückkosten beruhen, fast vollständig ausgleichen.
              Aber selbst wenn man spekulative Attacken per Gesetz nicht fast unmöglich machte und die CDS-Geschäfte nicht wesentlich stärker reglementierte, gäbe es eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass ein “Südeuro” oder sogar jeweils eigenständige Landeswährungen und damit einhergehende notenbankpolitische Souveränität die Lösung für die PIIGS-Länder wären.

              Ich habe das Gefühl, dass die Gewerkschaften ähnlich wie Du argumentieren wollen, um höhere Löhne durchzudrücken. Und das obwohl sie wissen, dass sie sich nicht ganz wahrheitsgetreu verhalten.
              Hätte Griechenland im Frühjahr 2010 volle notenbankpolitische Souveränität besessen, hätte es nie im Frühjahr von der Rest-Eu Finanzhilfen erbeten müssen, da Griechenland -man kann es nicht oft genug wiederholen- zu keinem Zeitpunkt pleite war.
              Ich finde das Verdrehen von Tatsachen und die nicht wahrheitsgetreue, aber berechnende Argumentation von den Gewerkschaften sehr schade.

            • Lemmy Astounded schrieb am 26. November 2010 at 12:31 - Permalink

              @Wandschrank: Warum vertraust du so stark mechanistischen Automatismen? Zum Bleistift, dass ein Land mit einer stabilen Währung Schwierigkeiten im internationalen Wettbewerb hat. Die empirischen Daten sprechen da aber nun wirklich eine andere Sprache. Klassische Hartwährungsländer wie skandinavische Länder, die Bundesrepublik, die Niederlande, etc. erfreuen im Gegenteil die Welt mit vielen nützlichen Produkten.
              Lös dich mal ein bischen von den neoklassischen Modellen. Für eine im Ausland beliebte Güterproduktion sind offenbar ganz andere Faktoren entscheidend.

              Was mich erstaunt, ist, dass die Chilenen, die ja zu einem nicht unerheblichen Teil von den gemeine Südländern abstammen, doch eine derart wettbewerbsfähige Arbeitsmoral an den Tag legen.

              Du liest mich nicht mit der angemessenen Aufmerksamkeit.
              Die kulturellen Defizite der Spanier und Portugiesen haben eigentlich nichts mit Arbeitsmoral zu tun. Es sind: autoritäre, hierarchische, niemanden-auf-den-Fuss-treten-statt-ergebnisorientierte und wenig innovative Verhaltensstrukturen.
              Sie wirken nicht genetisch sondern kulturell. Und dies wirkt auch in Chile. Chilenen stammen übrigens zu einem erheblichen Anteil auch von den Aimara, Deutschen, Diaguita, Engländern, Italienern, Kroaten, Mapuche, Picunche und Schweizern ab!

    33. Lazarus09 schrieb am 25. November 2010 at 12:27 - Permalink

      Und deren Gläubigerbanken müssen Hair-Cuts hinnehmen.

      Problem… die Schulden der Bank sind die Spareinlagen / Investitionen (LOL) der Reichen quasi auch die Kohle Deutscher ” Anleger & Investoren ” die sich in PIIIGS Staaten egagiert haben..Muhaaahaaaa

      UND DIE WOLLEN IHR SPIELGELD ZURUECK DENN VERLUST STAND NICHT AUF DEM PLAN !

      • Spiegelfechter schrieb am 25. November 2010 at 12:30 - Permalink

        Geh mal mit Fug und Recht davon aus, dass ein Großteil der Schulden EZB-Fremdkapital ist und nur ein Bruchteil mit “echtem” Geld unterfüttert ist.

        • Lazarus09 schrieb am 25. November 2010 at 12:54 - Permalink

          Da geb’ ich dir Recht .. das Problem faengt an wenn einer “echtes” sehen will. Dann muessen die Rettungsschirme bei……

          • Systemfrager schrieb am 25. November 2010 at 14:06 - Permalink

            Ja, so ist es. Und wenn es so kommt, dann:
            Gott sei uns gnädig!

            • tcltk schrieb am 26. November 2010 at 03:25 - Permalink

              dann kann diese Aktion

              http://www.tagesschau.de/ausland/bankenprotestfrankreich100.html

              noch mal interessant werden. Ausgerechnet auch noch auf der Tagesschauseite …

              natürlich wirkungslos und ein Rohrkrepierer, wenn sich europaweit nur wenige Tausend daran beteiligen. Was aber, wenn wirklich alle kleinen bis mittleren Privatkunden der … sagen wir mal Deutschen Bank … innerhalb weniger Tage ihre Konten bis auf je einen Cent leer räumen würden … und das drei Wochen vor Weihnachten …

              Wobei es aus Sicht eines Kleinsparers ohnehin mehr als fragwürdig ist, gerade der Deutschen Bank sein Geld zu überlassen, denn nahezu jeden Cent, den man ihr überlässt, setzt sie quasi gegen einen ein … Ist ja leider fast bei jeder Bank schon so, aber gerade die Deutsche Bank ist da eher der Wolf im Schafspelz bzw. lebt wie die Made von Speckulation.

    34. Systemfrager schrieb am 25. November 2010 at 13:24 - Permalink

      Einfach genial! Flassbeck. Gerade schaue ich mir seine Videos an
      flassbeck-videos >>>

      Vor einigen Tagen schrieb ich, dass Flassbeck unser bester Ökonom ist. Muss ich nichts hinzufügen.

      Seine Botschaft:
      Das Geld soll der Staat nicht von den Banken bekommen, das bekanntlich aus dem Rettungsfond kommt
      Das Geld soll sich der Staat direkt aus dem Rettungsfond nehmen – ohne Zinsen (ich füge dazu noch: und ohne Tilgung!)

      Einfach genial!

      • COPOKA schrieb am 25. November 2010 at 23:28 - Permalink

        Einfach Klasse!
        Vielen Dank für den Link.
        Herr Flassbeck ich nicht nur ein guter Ökonom,
        er ist auch ein Publizist von Gottes Gnade.

      • schwitzig schrieb am 26. November 2010 at 05:37 - Permalink

        Danke. Sehr interessant!

    35. leslie schrieb am 25. November 2010 at 14:44 - Permalink

      Die Iren brauchen halt sowas.

      http://www.the-boondock-saints.de/

      Bringen wir sie doch einfach alle um.
      “Zitat aus dem Film”"
      Das Gebet. http://ul.to/w44r5q
      Da wo sie im Film den Mafiaboss vor Gericht erschiessen.

      Bankster mit einem Loch zwischen den Augen gefallen mir am besten.

      Jump you fuckers ist natürlich auch gut.

      Mlg

    36. Lazarus09 schrieb am 25. November 2010 at 16:18 - Permalink

      Let them jump…but the Banksters are not the problem.!!

      Banken arbeiten für jemanden ..oder ? Es ist das aggresive Kapital…Anteilseigner,Investoren, Anleger….die nach immer höheren Renditen rufen. Diese sind aber doch in der Realwirtschaft nicht zu verwirklichen ..sondern nur in Spekulationsgeschäften ..den Rest der Geschichte erleben wir grade….

      Da gibt es ganz ander die zumindest mit springen müssten ….!

    37. Kriegszitterer schrieb am 25. November 2010 at 16:35 - Permalink

      Ich hätte mal eine Frage die hier wohl nicht ganz hingehört . Vielleicht aber auch doch weil die Partei um die es geht sich ja auch aufs tiefste in Bankenskandale verwickelt hat . Wie kann es eigendlich sein das die CSU in eine Bundesregierung integriert ist ? Ich bin ein nicht-Bayer und habe daher auch garnicht die möglichkeit diese Partei zu wählen oder besser abzuwählen ( meinen ” Segen ” würde diese Partei wohl nie bekommen ) !

      • R_Winter schrieb am 25. November 2010 at 17:03 - Permalink

        attac hat das Gutachten über die LB veröffentlicht. Hier ein Auszug:

        Es war vom bayerischen Landtag bei der Kanzlei Flick/Gocke/Schaumburg in Auftrag gegeben worden und behandelt die Frage der möglichen Haftbarkeit der Vorstände und Verwaltungsräte. Im Rahmen des Untersuchungsausschusses im Landtag ist aus dem Gutachten zitiert worden, es wurde aber nie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

        Dabei gehen die Gutachter mit den Verantwortlichen in Vorstand und Verwaltungsrat hart ins Gericht: “(…) haben die Vorstandsmitglieder in schwerwiegender Weise schuldhaft ihre Überwachungspflicht (… verletzt” heißt es da. Und: “Mit dem Aufbau der ABS-Investment-Portfolien hat der Vorstand der Bayern LB den dieser Landesbank durch Gesetz und Satzung zugewiesenen Aufgaben- und Wirkungskreis überschritten”. Sowie: “Infolge der Pflichtverletzungen sowohl des Vorstandes als auch des Verwaltungsrates ist der Bayern LB bereits ein Schaden entstanden (…)”.

        Die Feststellungen haben sicher in vielen Bankenskandalen (sehr ähnlich……) Bestand.

        • Heldentasse schrieb am 25. November 2010 at 19:50 - Permalink

          Das Spiel zur Bankenkrise und Finanzkrise

    38. elwu schrieb am 25. November 2010 at 16:41 - Permalink

      Wie ich kürzlich hier prophezeite wird die ständige Helferei für andere Länder, für Banken und Anleger die Kosten der Refinanzierung für Deutschland steigern. Das findet nun statt. Und ich habe im Frühjahr bei der Griechenlandaktion gesagt, dass hier ein Fass ohne Boden geöffnet wurde, und siehe da… Wenn ich nur auch so treffsicher wäre bei der Vorhersage der Lottozahlen :/

      • Lazarus09 schrieb am 25. November 2010 at 17:09 - Permalink

        Wie ich schon seinerzeit geschrieben habe,Griechenland war der Testfall um die Spekulanten austesten zu lassen, mit welchen Mitteln versucht wird, Griechenland zu helfen und wie sich am besten daran verdienen lässt,…Die Einladung wurde ausgesprochen und das Kapital hat angenommen..
        Bedauerlicherweise hat das Kapital aber schon längst mehr oder weniger alle Regierungen und Nationen als Geiseln genommen und die “Verhandlungsführer” der Geiseln werden mehr oder weniger offen gut bezahlt von den Vampiren – was Verhandlungen zugunsten der Geiseln sichtlich erschwert…

    39. Groo schrieb am 25. November 2010 at 20:06 - Permalink

      Simon Johnson hat sich auch zu Wort gemeldet.
      (Ich bin mir nicht sicher, wieweit er zur Klärung beiträgt)
      Anyway.
      Will Ireland Default? Ask Belgium

      Ein paar Auszüge.

      Update: some news reports are currently using a higher number for Ireland’s debt, implying that the country owes 10 times its GDP; this is based on misreading the statistics regarding off-shore financial transactions that are run through Ireland. This misunderstanding will be cleared up when the Ireland-IMF-EU package is announced.

      At least 20 percent of Ireland’s G.D.P. is from “ghost corporations” that have little or no real activity in Ireland. Corporate taxes are set at 12.5 percent, but leading global corporations are able to construct complicated schemes involving other offshore tax havens that reduce their effective tax rates to the low single digits.

      Hypo Real Estate – now taken over by the German government – has what is likely to be the highest exposure to Irish debt.

      Given the prevalence of off-shore banking in Ireland, these numbers may overstate the true liabilities.

      Jacob Kirkegaard, my colleague at the Peterson Institute for International Economics, points out that the claims of foreign banks (in the 24 countries reporting to the Bank for International Settlements) on Ireland “are at over $500 billion — three times the scale of total claims against Greece.” (The underlying BIS data he uses can be seen here: http://www.bis.org/statistics/provbstats.pdf#page=90; start on p.90.)

      Da wirds interessant: Im BIS-Report auf besagter Seite 90:
      —Table 9D: Consolidated foreign claims of reporting banks – ultimate risk basis—
      Ireland total: $517,886million
      Greece total: $156,619million
      Luxembourg total: $521,857million, bei 500 000 Einwohnern

      (den Unterschied zu den $2trillion, wie in der CIA-Statistik ausgewiesen, erkläre ich mir durch NON-REPORTING banks)

      Was hier -im Fall Irland und nochmehr Luxemburg- offenbar passiert, ist, dass ganz abenteuerliche ‘claims’ an Staaten gebunden werden.

      Ich möchte das -als Laie- gerne verstehen, was hier vor sich geht!
      Aber keiner, nichtmal Simon Johnson, kann sauber aufklären, was die Zahlen eigentlich zu bedeuten haben!

      Wieso sind die claims betr. Irland so gravierend, und die gegen Luxemburg erwähnt man (zZ) garnicht?

      Und das macht mich besorgt, wenn selbst wohlmeinende Leute wie Simon Johnson nicht mehr durchzublicken scheinen.

      Weiter stellt sich für mich die Frage nach der Rechtsverbindlicheit solcher dubiosen Konstruktionen.
      Das ganze System der offshore- und tax-havens dient doch nur dazu, Geld zu waschen, zu spekulieren, Steuern zu hinterziehen/zu vermeiden.
      Dazu gibt es mehrere/viele, um die Spuren zu verwischen.

      Die armen Schweine in Irland hatten einfach das Pech, dass bei ihnen die grösste Immobilienblase aufgepustet wurde, um den Schein von ‘Realität’ für das flottierende Pseudokapital zu erzeugen.
      Grund1: Hypothekenschulden sind äusserst rechtsverbindlich
      Grund2: Es gibt kaum eine bessere Methode als Geld via Immobilien zu waschen.
      Man muss nur Dumme finden, die Verträge unterschreiben.

      Spanische, griechische, irische Immobilien waren doch traditionell Schwarzgeld-Waschanlagen für die europäischen Freiberufler und Selbständigen. Davon kenne ich mehrere.
      Wo sie dann ihre Meister gefunden haben: Die Gross-Schlawiner der globalen Spekulation.

      Das wälzt man jetzt auf die Normal-Steuerbürger und Hartzer ab.
      Dafür sorgen Ackermann und Konsorten schon, dass das klappt. (Pacta sunt schliesslich servanda!)
      Der sich neuerdings nicht entblödet, Ethik und (sein) Gewinnstreben für gut vereinbar zu halten.
      Der alte Binswanger würde ihn in den Allerwertesten treten.

    40. Groo schrieb am 25. November 2010 at 21:46 - Permalink

      ein anderer Punkt, der hier augenfällig wird:

      Der Kapitalismus ist mit der These angetreten, Ineffizienzen zu beseitigen.

      Im Equilibrium, heisst es, sind die Ineffizienzen minimiert, bzw garnicht mehr vorhanden.
      Leider gibt es im Equilibrium wenig bis nichts zu verdienen.

      Dieser Lebenslüge der Kapitalismustheorie neoklassischer Prägung
      hält man die Schumpetersche Theorie der ‘creative destruction’ entgegen.
      Man wechselt das Pferd innerhalb der ‘Kapitalismustheorie’, wenn die andere Mähre zu erschöpft ist.

      Die ‘Innnovation’ zerstört das Alte, heisst es dann, und so erneuert sich der Kapitalismus,
      an dessen langfristige Überlebensfähigkeit bekanntlich nichtmal nichtmal Schumpeter geglaubt hat.

      ——-
      Ende Historie.

      Die Akteure wissen das natürlich.
      Das ‘Equilibrium’ vermeiden sie wie der Teufel das Weihwasser.

      Da ‘Innovation’ begrenzt ist, (Immobilien, der Hauptwirtschaftsfaktor –wo ist sie? bei Wärmedämmung?) muss das Equilibrium gezielt zerstört werden, wenn es zu nahe kommt, damit es noch was zu verdienen gibt:
      Bubbles, Kriege, Bedürfnisweckungen.
      Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern modus operandi.

      In dieser Phase befinden wir uns seit längerem, wenn es nicht sogar ein Dauerzustand ist.

      Gesteuertes Chaos ist der modus operandi.

      Die Ursache ist das treibende Zinseszins-System, das diese Sumpfblüten der
      Kapitalismustheorie halluziniert.

      Irland ist da nur ein Beispiel.
      Man bläst eine bubble auf, und die Kunst ist, auf beiden Seiten der Kurve zu verdienen.

      Gilt natürlich nicht für den Normalbürger. Der ist gebunden, und man muss ihm deshalb etwas vorgaukeln, und sei es eine Ethik der ‘Ehrlichkeit’.
      Bediene Deine Hypotheken.
      Arbeite ordentlich.
      Moral für die Ochsen, aus Sicht Jupiters.

      Der Suprematist ernährt sich von den Dummköpfen, und schickt sie notfalls in Kriege, um Interessen zu verteidigen, die zuallerletzt die ihren sind.

      Der ‘Gewinn’ ist im Wechsel, nicht im Equilibrium.
      Das ist doch für jeden offensichtlich, der bis Drei zählen kann!

      Und die hohe Kunst des Suprematisten ist, ausreichend viel Verwirrung und Komplexität
      zu erzeugen, dass die Dummköpfe nicht mehr durchblicken, und die Schuld auch noch bei sich suchen.

      Amen.

    41. Ranger schrieb am 25. November 2010 at 21:54 - Permalink

      Sehe ich das eigentlich richtig:

      - Das Finanzwesen zerstört mal kurz ganze Staaten
      - Ratingagenturen bewerten deshalb den Staat mies, denn dieser steht für das Finanzwesen ein
      - Das Finanzwesen, mittels welchem der Staat dessen eigene Rettung finanziert sieht sich die Ratings an und vergibt Kredite zu schlechten Konditionen, weil das Rating so schlecht ist

      Kurz:
      Banker sehen sich ihre eigene miserable Arbeit an und sagen: mein Gott, da wir so miese Arbeit machen müssen wir die Konditionen für den der uns rettet aber knackig hart machen

      Und aufgrund des hohen Volumens der Transaktionen gibt’s schön hohe Boni für die Banker.

      • Groo schrieb am 25. November 2010 at 22:24 - Permalink

        kurze Antwort:
        Deine Kausalitätskette ist nicht in der richtigen Reihenfolge, und es fehlt auch noch was.

      • Groo schrieb am 25. November 2010 at 22:34 - Permalink

        erster Schritt:
        Ideal:
        Das ‘Finanzwesen’ ist ein System der Verwaltung von erarbeiteten Ansprüchen, und ihrer optimalen Allokation.
        Real:
        Das ‘Finanzwesen’ ist ein System der Verwaltung von fiktiven Ansprüchen, und ihrer optimalen Allokation durch Verwirrung und Täuschung.
        Was sich logisch ableiten lässt durch die -ursprüngliche- Virtualität der Ansprüche, die sich nur durch Täuschung durchsetzen lassen.

        etc.

    42. Systemfrager schrieb am 26. November 2010 at 08:06 - Permalink

      @ Ranger

      Banker sehen sich ihre eigene miserable Arbeit an und sagen: mein Gott, da wir so miese Arbeit machen, müssen wir die Konditionen für den der uns rettet aber knackig hart machen

      Genau so ist es. Deshalb verlangt Flassbeck >>> dass das Geld der Staat direkt bekommt und nicht auf dem Umwg von den Banken.

      Das verlangen schon mehrere Professoren zB: Joseph Huber, Franz Hörmann

      Die chinesische Staatsbank erfindet auch Geld aus Luft, nur lustigerweise, ohne dass eine Staatsschuld entsteht. Das sollten wir auch machen. Der chinesische Wirtschaftswissenschafter Wu hat bei einem Vortrag an einer amerikanischen Universität gesagt: Er werde oft gefragt, warum es in China so viele Unternehmensgründungen gegeben hat. Die chinesische Staatsbank habe Gründungskredite hergegeben, die waren unverzinst und mussten nicht zurückgezahlt werden. Das kann man natürlich nur als Zentralbank machen, wenn man einseitig bucht und nicht gleichzeitig Schulden erzeugt. Und wenn man dann sagt: Um Gottes Willen, dann gibt’s ja Inflation! Das haben die Chinesen über eine Preisregulierung gesteuert und waren damit wieder die Schlaueren. Das will aber bei uns keiner hören, weil das geht gegen das Dogma der freien Märkte, die Blasenmaschinen zum Missbrauch für die Eliten sind.

      Interview >>>

      • Lazarus09 schrieb am 26. November 2010 at 08:52 - Permalink

        Die Ansichten,Systeme und Aufsätze sind nicht neu… allerdings vernachlässigen sie die ” Sytemrelevanz ” der Banken.

        Wobei wir bei Thema währen … Jump you fuckers ! Denn es gibt keine Systemrelevanz…deren Aufgaben könnte z.B. eine Staatliche Postbank wie sie einmal war wahrnehmen..oder ..oder

        Aber wie gesagt ” Neu ” ist das nicht …nur nicht gewollt solange man über so viel erpressbare Zwangs-Bürgen frei verfügen und herrlich daran verdienen kann.

        Auch lesenswert:

        http://www.dr-hankel.de/brief-an-die-bundesregierung-kommentare/

        • Systemfrager schrieb am 26. November 2010 at 08:58 - Permalink

          Naturüch nicht!

          Es ist nicht neu, dass
          - jemand in der Gesellschaft/Wirtschaft Geld schafft
          - welches dann bestimmte Institutionen weiter leiten

          Neu soll eine neue konkrete Lösung sein
          - wer das Geld schaffen soll
          - wie sollen die Institutuionen aussehen, die das Geld weiter leiten

          Oder noch konkreter, wer soll
          - unabhängige (von den Bürgern unabhängige!) Zentralbank ersetzen
          - was soll die privaten Banken (mit Idiotenfreiheiten) ersetzen

      • Axel schrieb am 27. November 2010 at 15:24 - Permalink

        Die chinesische Staatsbank habe Gründungskredite hergegeben, die waren unverzinst und mussten nicht zurückgezahlt werden. Das kann man natürlich nur als Zentralbank machen, wenn man einseitig bucht und nicht gleichzeitig Schulden erzeugt. Und wenn man dann sagt: Um Gottes Willen, dann gibt’s ja Inflation! Das haben die Chinesen über eine Preisregulierung gesteuert ……

        Ich versteh das nicht! Auch in meinem Bekanntenkreis versteht das niemand, deshalb bringe ich jetzt den Mut auf, zu fragen.

        Wer kann mir das erklären? Das wäre wichtig, denn dann gäbe er ja keine Problem mehr!

        • Systemfrager schrieb am 27. November 2010 at 17:18 - Permalink

          Ich kann dir jetzt folgendes sagen. Das ist zwar nicht ein gleiches Thema, aber fast auch eine Erklärung dafür findest du in meinem nächsten Aufsatz

          Staatliche Investitionen als Alternative zu den Krediten der privaten Banken
          dahin >>>

          Jetzt ist der Aufsatz nur zur Hälfte da, in den nächsten Tagen kommt der Rest

          • Axel schrieb am 28. November 2010 at 12:37 - Permalink

            Ich werd mir das dann mal durchlesen.

            Meine naiven Gedanken zur Krise waren. Wenn man nun schon Banken verstaatlichen muß und wenn ohnehin der Steuerzahler für die Pleiten blechen muß, warum wird dann die Kreditvergabe nicht grundsätzlich vom Staat vorgenommen?

            Meine Einschränkung war: Ist Kreditvergabe ein schöpferischer Prozeß, kann man sie also Apparatschiks überlassen? Andreas von Bechtolsheim erkannte bei der Präsentation einer Suchmaschine sofort deren Potential und ließ den beiden Studenten einen Scheck über 100000 $ da. Ob ein Apparatschik das auch erkannt hätte? (Ein Banker vielleicht auch nicht). Anscheinend gab es aber wohl genug weiteres Venture-Kapital für diese Suchmaschine.

            Ansonsten kann ich keinerlei Unterschiede zwischen Kreditvergabe durch den Staat bzw. durch Banken erkennen. Der Staat kann doch genauso fehlinvestieren wie eine Bank und der Kredit ist dann genauso faul.

          • Axel schrieb am 28. November 2010 at 16:27 - Permalink

            Ich lese gerade den Aufsatz und zitiere daraus:

            Unsere Regierung, die sonst monate- oder gar jahrelang über irgendwelche Staatsausgaben im Parlament Streitorgien veranstaltet, hat bekanntlich in einem Nacht- und Nebelverfahren für die Banken sage und schreibe einen 480-Mrd.-Euro-Rettungsfonds gestemmt.

            Das ist es, was mich damals dazu brachte zu meinen der Staat könne doch besser das Geld direkt verleihen, statt es den Banken zu geben, damit die es nicht an die Unternehmen geben sondern sichere Zinsgeschäfte damit tätigen indem sie es der Spekulation zur Verfügung stellen. Die Banken hatten ja die Bedingung für die Kreditvergabe aberwitzig verschärft.

            Steinbrück hat dann ja auch appelliert (oder sogar mehr angedacht?) die Banken sollten das Geld den Unternehmen geben. Daraufhin behaupteten die Banken natürlich die Versorgung mit Krediten sei in Ordnung. Die Unternehmen sagten im Interview was anderes. Wahnsinn!

            Aber wie gesagt mein Einwand gegen die generelle Vergabe von Krediten durch den Staat war die Frage nach der Kompetenz für die Kreditvergabe. Gut bei den Banken mag die auch nicht größer sein.

          • Axel schrieb am 28. November 2010 at 17:02 - Permalink

            Fehler meinerseits in den folgenden Zeilen, bitte ich zu entschuldigen.

            Den entscheidenden Absatz muß ich nun natürlich sehr sorgfältig lesen. Ich dachte bisher der Staat könne und dürfe über seine Zentralbank sehr wohl Giralgeld (ohne das ich den Begriff Giralgeld kannte) schaffen.

            Und zwar dachte ich das dies der Fall sei wenn sich die Banken bei der Zentralbank verschulden. Sie reichen diesen Kredit an ein Unternehmen weiter und dieses Unternehmen produziert nun (hoffentlich) die Güter die das Äquivalent des neu geschaffenen Giralgeldes sind. Damit sind Geld und Güter wieder im Gleichgewicht und es gibt daher auch keine Inflation

            Aber bei einem Gespräch mit einem Volkswirt meinte der dazu das die Banken der Zentralbank Sicherheiten für den Kredit hinterlegen müssen oder so ähnlich. Also wäre der Kredit der Zentralbank bereits bei Vergabe “gedeckt” und nicht erst nachdem das Güteräquivalent produziert ist.

            In diesem Zusammenhang hielt ich auch das QE2 der FED für Giralgeld zumal die Presse ja hier davon sprach die FED habe die Notenpresse angeworfen. Aber der Volkswirt meinte das könne man so auch nicht “direkt sagen”, denn die Anleihen die die FED mit den 600 Mrd kaufe müßten von den Emittenten zurückgezahlt werden.

            • Systemfrager schrieb am 29. November 2010 at 08:34 - Permalink

              @ Axel
              Du hast dich richtig ins Zeug gelegt. (Das imponiert mir.) In Bezug zu meinem Website-Aufsatz eine kurze Bemerkung:

              Wie schon gesagt, mein Thema ist Nachfragemangel. Ich kam irgendwann auf Geld/Kredite zu sprechen im Zusammenhang: Wie können Geld/Kredite den Nachfragemangel kompensieren?

              Natürlich, Geld/Kredite sind heute ein großes Thema, NICHT OHNE GRUND. ( Woher stammt das Geld? Was ist seine “richtige” Deckung? Metalle? Noten? Schuldscheine? ) Dazu kann ich dir ein interessantes Video vorschlagen.
              geld regiert die welt >>>
              Das, wo man im Video über Zinsen spricht, ist – meiner Meinung nach – weitgehend falsch (eine Metaphysik, Esoterik), der Rest ist ziemlich gut.

          • Axel schrieb am 29. November 2010 at 19:47 - Permalink

            Ich will noch sagen, das meine Kommunikation mit dem befreundeten Volkswirt nur kurz telefonisch geführt wurde und wenn ich dabei was falsch oder unvollständig verstanden habe, das nicht bei ihm liegen muß.

            Einiges habe ich mir darüberhinaus völlig selbst zusammengereimt.

            Das Video ist sehr erhellend. Nun muß ich das mal sacken lassen.

            Das die Staatsschuld formal verschwindet wenn der Staat sein Geld selbst produziert dachte ich mir schon, hielt es aber für einen Trick. Mal sehen.

    43. Wandschrank schrieb am 26. November 2010 at 10:21 - Permalink

      Ist zwar total OT. Aber kann mir jemand erklären, wie die Medien von der Sache mit Rainer Speer und seiner Geliebten so viel wissen können?
      Woher können die von der Geschichte mit der Verbeamtung und dem Unterhalt so viel wissen?
      Wie zum Geier wollen die auf legalen Wege die Hintergründe einer Verbeamtung mitbekommen?
      Der einzige Weg, der mir einfällt, ist, dass die Geliebte plaudert…..
      Aber…..

      Eine ganz komische Geschichte…….

      Die Rainer Speer Geschichte und die Rolle von ein paar bestimmten Medienorganen dabei wäre doch ein Thema für Jens.

      • Lazarus09 schrieb am 26. November 2010 at 11:08 - Permalink

        Eine ganz komische Geschichte…….

        Die Rainer Speer Geschichte und die Rolle von ein paar bestimmten Medienorganen

        Komische Geschichte …?

        Unter Speers Ägide hatte das Land vor drei Jahren ein gut 110 Hektar großes Areal für nur gut vier Millionen Euro verkaufen lassen, dessen Wert ein unabhängiger Gutachter wenige Tage später auf 25 Millionen Euro schätzte. Unter den Beteiligten waren auffällig viele Figuren, die mit der SPD Brandenburg oder sogar Speer persönlich gut vernetzt sind.

        Komische Geschichte ….?

        Als rigoroser Sparpolitiker lässt sich Rainer Speer eigentlich von keinem übertreffen. Egal ob bis vor zehn Monaten als Finanzminister des Landes Brandenburg oder heute als Innenminister – der SPD-Politiker kürzt und streicht wo er kann.

        Er spart wo er kann …? Wo kann er dann …….?

        Das uneheliche Kind/Geliebte ist sein Problem und geht die Oeffentlichkeit nichts an … Der Rest aber wohl …to much to List

        EIN FEINER GENOSSE DER HERR SPEER haengt im Sumpf und Filz bis zum Hals ( TVF,BBG etc.),ein SPD Mann ..ein Genosse des Volkes Mitglied der “Arbeiterpartei” ..wie der Genosse Schroeder schlimmestes Pack die sich schonungs und gewissenlos los auf Kosten der Allgemeinheit bereichgern und schieben und druecken wo sie koennen…der Junge gehoert.. ( den Rest ueberlasse ich der Fantasie der Leser ) :-)

        • Systemfrager schrieb am 26. November 2010 at 11:39 - Permalink

          Ja, das muss man immer wieder sagen:

          Der Abschied der SPD ist eingeleitet und er ist unumkehrbar. Es wird aber noch einige Zeit dauern, bis sie aus der Geschichte endgültig verschwindet, weil die Nostalgiker nur langsam (biologisch) aussterben werden und weil es immer genug Karrieristen gibt, die sich um die restlichen politischen Posten bemühen werden. Die endgültige Bilanz der SPD kann aber schon jetzt verfasst werden. Sie wird so lauten:

          In 150 Jahren hatte die SPD keinen einzigen Denker von Bedeutung gehabt; nie einen theoretischen Diskurs angestoßen, der aus dem modischen Trend der Zeit herausragte.

          In 150 Jahren hatte sie keinen Vorsitzenden oder Kanzler gehabt, der auf irgendeine Weise visionär wäre.

          In 150 Jahren hat die SPD – der Macht wegen – schon alles verraten, worauf sie je geschworen hat. Sie hat z.B. vor dem 1. Weltkrieg für Kriegskredite gestimmt, während der Weimarer Zeit die verhängnisvollen konservativen Reformen mitgetragen und schließlich – unter Schröder & Co. – die schmutzigen Geschäfte für den ehemaligen Klassenfeind erledigt. So etwas hätte Kohl und seine Regierung nie gewagt.

          Natürlich will keiner der SPD vorwerfen, dass sie über soziale und ökonomische Fragen ähnlich wie z.B. die CDU oder FDP denkt. Das Problem liegt anderswo. Die CDU und FDP handeln (mehr oder weniger) so wie sie es sagen. Die SPD spielt dagegen ihren Wählern eine soziale Opposition zur CDU und FDP vor, wohl wissend, dass sie in der Regierung nicht sozialer als sie handeln wird. Das nennt man Zynismus, Heuchelei und Wählerbetrug. Sie gehören zwar zum Geschäft jeder Partei, aber nur für die SPD sind sie von existenzieller Bedeutung. Sie steht und fällt mit ihnen. Deshalb ist sie moralisch verkommen wie keine andere unserer Parteien. Es ist wirklich höchste Zeit, dass sie endlich geht.

    44. Outlook schrieb am 26. November 2010 at 12:23 - Permalink

      Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland muß in dieser dramatischen und zerstörerischen Krise vom völkerrechtlich verbrieften Recht Gebrauch machen, dass ein Staat aus einem Vertrag austreten kann, wenn er die existentiellen Interessen dieses Staates verletzt.
      Der Lissaboner Vertrag sieht die Möglichkeit der Aussetzung des EU-Rechts und die Einleitung des Austritts vor.

      • Lazarus09 schrieb am 26. November 2010 at 12:55 - Permalink

        Zu bedenken waehre das der Euro die USA an der umfangreichen Kriegsfinanzierung mit der Notenpresse hindert…..!

        Es geht den USA um die Kontrolle der Oelreserven am Persischen Golf ,Kaspischen Becken,u.s.w. das einzige was sie hindert die Notenpresse zur Finanzierung millitaerischer Aktionen anzuwerfen ist die existenz einer starken Konkurenzwaehrung was im Ernstfall zum Absturz des Dollar fuehren wuerde …

        Ich habe da eine Abhandlung von Alexander Czerny gelesen ..recht schluessig und ein Plaedoyer fuer den Euro … wenn auch mit diversen Einschraenkungen…

    45. Lazarus09 schrieb am 26. November 2010 at 12:30 - Permalink

      So etwas hätte Kohl und seine Regierung nie gewagt.

      Absolut Richtig … mann stelle sich das Gezetere vor wenn Kohl die Agenda 2010 auf den Weg gebracht haette..
      Darum meiner Meinung nach folgt all das nur einem gekauften ewigen Plan..MACHT DIE REICHEN REICHER ..Farbe und Richtig spielen dabei keine Rolle.

      Gib mir die Kontrolle über das Geld einer Nation, und es interessiert mich nicht … wer deren Gesetze macht. (Rothschild)

      Und was uns der Gaz Gerd war des Ami Obama…man stelle sich vor der Georg Walker haette diese Scheisse den Amis verkauft…aus dem seiner Hand haetten die nie gefressen ..aber “Yes we can ” …und nun stauen sie wie die Deutschen bei Schroder…Hohe Erwartungen ,schwach angefangen aber markige Sprueche und stark nachgelassen………………….

      mal nur so am Rande … ;-)

    46. leslie schrieb am 26. November 2010 at 13:19 - Permalink

      “Erst wenn Du alles verloren hast, hast Du die Freiheit alles zu tun!”

      Mlg

      • unschland schrieb am 26. November 2010 at 18:46 - Permalink

        der schluss des films gefällt mir am besten. nahezu romantisch…
        btw, kennt hier wer jemanden, der in einer absaugungsklinik arbeitet?
        lust auf seife herstellen?

    47. koelneruwe schrieb am 26. November 2010 at 13:39 - Permalink

      “Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert die Aufstockung des EU-Rettungsschirms und stellt sich gegen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble.

      Die Bundeskanzlerin forderte in einem Gespräch die Erhöhung des Euro-Rettungsschirms um weitere 1000 Milliareden Euro: “Wir müssen , wenn wir, wie geplant, weiter unser Geld so verpulvern, …………”
      Quelle:

      • Lazarus09 schrieb am 26. November 2010 at 14:29 - Permalink

        Das Merkel ihr Guy d’ eau und Schäuble haben meiner Meinung nach gar nichts zu entscheiden .. Sie sind nur die Gesicher auf der Mattscheibe ..Marionetten des Kapitals.

        Im moment wird nach Wegen gesucht größmöchlistes Kapital aus der selbstgemachten und bewust in Kauf genommen Kriese zu schlagen..bevor der Euro in seiner jetzigen Form endgültig baden geht denn er hat seine Schuldigkeit getan…Der ” Rettungsschirm” sind auf Dauer nicht bezahlbar das wissen auch die Macher ,es geht um das Finale Abkassieren……

    48. Outlook schrieb am 26. November 2010 at 16:56 - Permalink

      Putin rechnet heute öffentlich mit der Dominanz des Dollars ab, und das im Land eines treuen US-Verbündeten.
      Das muss bei den Amerikanern Sodbrennen erzeugen.
      Solche Worte wie sie Putin heute formuliert hat, lassen auf tiefe Zerwürfnisse zwischen Deutschland und den USA und innerhalb der EU schließen.
      Der heutige Zustand des Weltfinanzsystems ist geschichtlich sehr komplex entstanden.
      Für jede Entscheidung und jede Entwicklung lässt sich eine Begründung finden.

      Wenn vor sechs Jahren ein Eichel oder Schröder solch ein Forum wie die Süddeutsche heute mit Putin organisiert hätten, wären sie durch die amerikanischen Freunde und die amerikanischen Medien zerrissen worden.
      Die Süddeutsche weiß, wem sie heute eingeladen hat.
      Die Münchner Sicherheitskonferenz mit Putin hatte schon genug potenzierten Staub aufgewirbelt.
      Seitdem hatten ihn bestimmte Kreise „geächtet“.
      Sie waren vom „Endsieg“ immer noch überzeugt.
      Es gab ab aber auch viele einflussreiche Sympathisanten für Putins Ideen.

      Die Schwäche der USA und die Unterstützung von außen ermöglicht nun Deutschland, behutsam neue Allianzen zum Schutz der eigenen Staatsinteressen aufzubauen.
      So entwickelte sich auch das Römische Reich zum Auslaufmodell.

      Der Verkauf deutscher Souveränität an die US-Finanzoligarchie findet ein Ende.
      Neue Allianzen haben den Vorteil, dass sie gegenwärtig nicht aus dem Diktat eines Verlieres gestaltet werden.
      Das sollte die USA als Chance verstehen.
      In zwei Jahren kann die Beurteilung schon einseitiger ausfallen.

      Die Krise bietet eben auch Chancen.
      Hoffen wir das Beste.

      • Lemmy Astounded schrieb am 26. November 2010 at 17:06 - Permalink

        Outlook so viele Worte um einen Rohstoff-Exporteur, der um ein wenig Aufmerksamkeit bettelt…

        • Outlook schrieb am 26. November 2010 at 18:40 - Permalink

          Gezüchtete Vorurteile, werden sich bald auflösen.
          Die Schlußglocke wird zur Klugheit führen.

      • Heldentasse schrieb am 26. November 2010 at 20:29 - Permalink

        @Outlook

        Die Schwäche der USA und die Unterstützung von außen ermöglicht nun Deutschland, behutsam neue Allianzen zum Schutz der eigenen Staatsinteressen aufzubauen.
        So entwickelte sich auch das Römische Reich zum Auslaufmodell.

        Auch gesetzt den Fall es wäre “nur” wirtschaftliche Schwächen die erst das West- und später dann das Oströmische Reich hauptsächlich in Verbindung mit abfallenden Vasallenvölker zu Falle brachten, frage ich mich allen ernstes ob es zielführend ist heutzutage in diesen Kategorien zu denken?

        Gerade die aktuelle Krise zeigt doch eindeutig wie ohnmächtig fast alle einzel Staaten und sogar große Staatenverbünde wie die EU sind. Der globale Kapitalismus zieht doch aktuell und offensichtlich die scheinbar Mächtigen am Nasenring durch die Arena, wie es partiell auch in diesem sehr informativen Artikel zur Sprache kommt.

        Und im besonderen wir – bzw. die jetzige D-Land Regierung (an dieser Stelle fällt es mir schwer sachlich zu bleiben) – sind ja noch noch nicht einmal in der Lage unsere Staatsinteressen gegenüber der Hotellobby geschweige denn gegen nationale Pharmakonzerne, Energieriesen und den Banken durch zu setzten.

        Ich traue denen (Merkel&Co.) z.Z. keinerlei weitreichenden strategischen Kompetenzen wie z.B. “behutsam neue Allianzen auf zu bauen” zu, im Gegenteil ich sehe die große Gefahr das z.B. durch falsche Strategien motiviert durch kurzsichtiges Eigeninteresse und oder dilettantisches Personal der € mittelfristig den Bach runter geht und die EU drüber schweren Schaden nehmen könnte – 50 Jahre überwiegend erfolgreiche Europapolitik evtl. für die Tonne, das wäre das letzte was wir jetzt noch gebrauchen könnten. :-(

        • groo schrieb am 26. November 2010 at 20:50 - Permalink

          50 Jahre überwiegend erfolgreiche Europapolitik evtl. für die Tonne, das wäre das letzte was wir jetzt noch gebrauchen könnten. :-(

          ‘Erfolgreich’ ist ja nun was anderes.
          Eine Frage der Zeitachse und der Voraus-schau.

          Die Europapolitik von Maastricht bis Lissabon war/ist vergurkt von Anfang bis Ende.

          Fast hätte ich die Auto-Metapher bemüht:
          Es fährt bis 40km, bei 50km zerfällt es in seine Einzelteile.
          War es jetzt bei km39 ‘erfolgreich’?

          Und war das absehbar?
          – Maastricht-Kriterien.
          – Währungsunion ohne politische Union.
          – Der Euro an sich.
          – Dienstleistungsrichtlinie.

          Yes.
          Zum Lachen.
          War absehbar.
          Profitabel für eine gewisse Klientel. Desaströs für den Rest.
          Litauen,Estland/Ungarn als Paradebeispiele, was da abgelaufen ist.

          Mein Argument war: Das Naturell der Nationen ist entscheidend.
          Und das ist es noch heute.
          Dazu gekommen ist die pump-and dump Mentalität der Spekulanten, die sich einen Teufel drum scheren, was die Litauer oder Budapester zu erleiden haben oder nicht.
          (Nicht, dass ich jetzt die Deutschen in den Himmel loben würde.
          Ganz im Gegenteil! Sie verstehen nicht zu leben, und ihr dümmliches Ethos ist alles andere als ein Vorbild.)

        • Outlook schrieb am 27. November 2010 at 10:06 - Permalink

          Merkel und Co. müssen sich immer noch in diplomatischen Rücksichtnahmen auf das
          transatlantische Verhältnis üben.
          Das wird auch für einen gewissen Zeitraum so bleiben.
          Merkels geübte Diplomatie wirkt beim Hinschauen schon sehr widersprüchlich und peinlich.

          Die deutsche Wirtschaft kann bereits offener sprechen.
          Joe ist der Rammbock.

          Die Lebenslügen der CDU:
          http://www.eurospethmann.de/pdf/p77_Starbatty_Lebensluegen_der_Union.pdf

    49. groo schrieb am 26. November 2010 at 18:53 - Permalink

      Etwas Hirnnahrung:

      Ich versuche ja seit einigen Tagen zu verstehen, was eigentlich die Rolle Luxemburgs
      ist.
      Eine der Zahlen habe ich in #39 zitiert:
      —Table 9D: Consolidated foreign claims of reporting banks – ultimate risk basis—
      Luxembourg total: $521,857million, bei 500 000 Einwohnern

      Mehr als Irland!

      Dankenswerterweise hat sich tjn der Sache angenommen
      “Tax havens at the core of the Greek crisis”

      und ein IMF-Papier ausgegraben und kommentiert:
      Understanding Financial Interconnectedness (IMF 4.10.2010)
      http://www.imf.org/external/np/pp/eng/2010/100410.pdf

      Da habe ich mal relevante Stellen betr. dem ‘Fall Luxemburg’ rausgezogen

      Luxembourg‘s cross-country banking exposures are not publicly available, so its importance as a common lender using BIS data cannot be discerned.

      Asset allocation in the United States, the United Kingdom, and Luxembourg has shifted away from advanced economies and toward emerging markets and off-shore centers, particularly the Cayman Islands.

      The global funds industry is nearly as large as the international banking system, but it is even more concentrated.

      By assets, half the funds were domiciled in the United States, while the United Kingdom and Luxembourg were 8 percent each

      Principal nodes (figure7)
      …The links among the United States, United Kingdom, and Luxembourg are especially strong,…

      Luxembourg and Liechtenstein are primarily conduits to investment destinations. Luxembourg, for instance, distributes funds to the main centers (i.e., the United States, Germany, France, Italy, United Kingdom, the Netherlands, Switzerland, and Spain) and, in turn, receives funds from Liechtenstein and Cayman Islands, among others (Figure 8).

      the analysis of holdings and cross-border exposures in the funds data reveals a core group of centers or nodes, such as the United States, United Kingdom, Luxembourg, and France, around which the offshore centers are clusters and to which they channel funds sourced globally…

      Even if access were granted to the full range of the BIS‘s data, such data would not be sufficient to map the range of interconnections, as it precludes important other information such as on funds (or other nonbanks), on markets, and relationships among LCFIs. The Senior Supervisors‘ Group has recently begun compiling some information on large cross-border exposures of some LCFIs, but…

      Die Kommentare von tjn:

      Several things need pointing out here. First, the way this is phrased suggest that the IMF doesn’t undestand what an offshore centre is. It seems to think Luxembourg is onshore – which it is most definitely not. We think Luxembourg is the world’s second biggest secrecy jurisdiction, after the United States.

      These are the conduits: the vectors of financial contagion. Even though Greece and Ireland are pretty small countries, they are jeopardising all of our futures, partly because of the leverage at the heart of these structures – leverage that offshore finance has also helped to foster, it has to be said.

      (gemeint ist v.a. auch Luxemburg)

      Man sollte also richtig einordnen, wenn ein Jaques Santer oder ein Jean-Claude Juncker was sagt.

      • groo schrieb am 26. November 2010 at 19:15 - Permalink

        was dabei auffällt, ist die abenteuerliche Vernetzung der Finanz-Akteure, sodass selbst ein paar IMF-Spezialisten sich nur mühsam durchs Gestrüpp schlagen können.

        Zwei der Hauptgründe sind, dass
        a) BIS und IMF nicht wirklich Daten austauschen, weil viele ‘vertraulich’ sind,
        b) das Reporting von Banken mehr oder weniger freiwillig ist, und die sogenannten Non-banks garnicht reporten.

        Man hat es dann nur mit aggregierten Zahlen zu tun, wie zB:

        Financial sector assets have grown very rapidly in recent years: consolidated banking assets (measured by the BIS) rose from $13.2 trillion in 2002 to $30.5 trillion in 2009, whereas the nonbank fund industry (measured by Lipper data for mutual funds, money market funds, hedge funds, pension funds, and exchange traded funds both open and closed ended) increased from $11.7 trillion to $26.8 trillion over the same period.

        Man beachte das wording:
        nonbank fund industry

        Das Finanz-Netzwerk, das sich da onshore-offshore auftut, ist atemberaubend komplex.
        Man kann mit fug und recht sagen, dass BIS und IMF zwar einen Haufen Zahlen haben, die aber nicht das vollständige Bild ergeben.
        Die hat, nebenbei gesagt, KEINER!

        Mehr als die Hälfte scheint ‘dark matter’ zu sein.

        Was natürlich von den Akteuren beabsichtigt ist.
        Es wird dadurch fast unmöglich, Ursache-Wirkungsketten zu konstruieren.

        Da muss man der EZB, dem IMF oder der BIS nichtmal böse Absicht unterstellen.
        Man projiziert dann ein Weltbild auf die chose, und das ist mal so, mal so.
        VT nicht ausgeschlossen.

      • groo schrieb am 26. November 2010 at 19:35 - Permalink

        wer Lust auf VT hat, kann sich mal wieder an Clearstream (besser: mud-stream) erinnern.

        Clearstream International S.A. ist eine im Jahre 2000 aus der Fusion der Deutsche Börse Clearing AG (vormals Deutscher Kassenverein AG) und Cedel International hervorgegangene Abwicklungs- und Verwahrgesellschaft mit Sitz in Luxemburg. Clearstream fungiert auch als Zentralverwahrer für die internationalen Kapitalmärkte und für deutsche und luxemburgische inländische Wertpapiere. Das Unternehmen ist vollständig im Eigentum der Deutschen Börse AG.

        http://de.wikipedia.org/wiki/Clearstream

        Im Jahr 2001 mit der Veröffentlichung des Buches „Révélation$”, von Denis Robert und einem Ex-Clearstream-Mitarbeiter Ernest Backes, wurde Clearstream beschuldigt, eine internationale Plattform für Geldwäsche und Steuerflucht über ein illegales System von Geheimkonten zu sein (die „Clearstream Affair”). Die Luxemburger Justiz hat eine Untersuchung durchgeführt und festgehalten, dass es keine Substanz zu derartigen Anklagen gab.

        Na, wer hätte was anderes erwartet?

        Die Zentren des Finanzkapitals sind schnell benannt:
        1) USA: Wallstreet mit Ausleger Delaware
        2) City of London
        3) Schweiz
        4) Luxemburg

        Die Steueroasen weltweit sind Handpuppen dieser Zentren.

        Irland, Griechenland (Estland/Litauen/Ungarn nicht vergessen) etc sind mE schlicht Opfer der Machenschaften.

        ‘Schuld’ ist dann ggf die Peripherie. Verantwortungslose Häuslebauer etc.
        Die vier Spinnen im Netz müssten angegangen werden.

        Aber da führt kein Weg hin!

        • Brixius schrieb am 26. November 2010 at 19:57 - Permalink

          Irland, Griechenland (Estland/Litauen/Ungarn nicht vergessen) etc sind mE schlicht Opfer der Machenschaften.

          naja so verstrickt und wirkungsvoll die Rolle von Luxemburg auch ist.
          Opfer sind immer noch die Bürger und Täter sind gerade die, welche die neuen asozialen Umschichtungen starten wollen, sprich die Politiker.

          • groo schrieb am 26. November 2010 at 20:18 - Permalink

            lies mal den IMF-Report (naja. Ist ein Arbeitspapier, weil die Herrschaften ziemlich ratlos zu sein scheinen), oder die kommentierten Auszüge von tjn.

            Worauf ich raus will, ist, das Netzwerk zu verstehen.

            Allein bin ich da auf ziemlich verlorenem Posten.
            Ich habe da so meine Verdachte, aber ob das stimmt?

            ‘Luxemburg’ ist vordergründig ein Musterknabe, mit 16% Verschuldung und dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen in der EU.

            Na wunderbar.
            Wieso sind wir nicht alle ‘Luxemburg’?

            Die Antwort erspare ich mir.
            Ist ja zu offensichtlich.
            (War heuer in Schengen. Mit einigem Bauchgrummeln.)

      • groo schrieb am 26. November 2010 at 19:51 - Permalink

        wer auf so einer Struktur ‘Modelle’ a’la Keynesianismus oder Austrianismus (von neoliberalem Schmonzes ganz zu schweigen) oder what have you aufbaut, ist selber Schuld.

        Er macht die Rechnung ohne den ‘Wirt’!
        Besser: Parasit!

        Ich habe angefangen, Stellen von Marx nachzulesen.
        Da war ich dann doch erstaunt, dass er solche Begriffe wie ‘Bankokratie’ verwendet hat.

        Da:
        “Das allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation”
        “Das Kapital”, Bd. I, Siebenter Abschnitt, S. 640 – 677

        Wird in wikipedia ausführlich abgehandelt
        http://de.wikipedia.org/wiki/Urspr%C3%BCngliche_Akkumulation

        Wo man sich dann fragt, woher ein Heinsohn –der Marx des 21.Jhrh nach Sloterdijk–
        seine Weisheiten bezogen hat, und ob er tatsächlich über Marx hinausgekommen ist.

        (Disclaimer: ich bin kein Marxist, aber wenn jemand was Richtiges sagt, höre ich zu)

        • COPOKA schrieb am 27. November 2010 at 00:02 - Permalink

          Wenn der eloquente “Philosoph” Sloterdijk Heinsohns Buch mit dem Kapital von Marx auf eine Stufe setzt, dann spricht diese Einschätzung nicht für Heinsohn, sondern gegen die Urteilskraft Sloterdijks.

      • groo schrieb am 26. November 2010 at 21:25 - Permalink

        Nochn Gedicht:

        Münchau, der normalerweise nicht direkt einen an der Waffel hat, schreibt das:
        (24.11.2010)

        Is Ireland solvent?
        By: Wolfgang Münchau und Raphael Cottin
        This is a short essay on Irish solvency. We assume that Ireland takes the money. There may be a political crisis. The government will almost certainly lose the elections, now to be held in January. But whatever happens, Ireland will take the money eventually. There is no other choice. The interesting question is: what then?
        Ireland’s gross external debt is 1000% of GDP. Ok, Luxembourg’s is 3000%.

        http://www.eurointelligence.com/index.php?id=581&tx_ttnewstt_news=2964&tx_ttnewsbackPid=901&cHash=4b85eee65c

        Danach erwähnt er Luxemburg mit keinem Wort mehr.

        Fällt ihm nichts mehr ein?
        Wieso vergleicht er I. mit L, ohne das Rätsel aufzulösen?

      • groo schrieb am 26. November 2010 at 21:39 - Permalink

        nochn Gedicht:

        …People are simply no longer buying, or diversifying.
        One of the reasons behind yesterday’s panic were comments by Axel Weber at a German embassy dinner and Paris, when he said that, if necessary, the EU would increase the ceiling of the EFSF. A few hours later, in Berlin, he tried to clarify his position, by producing an interesting calculation. The total EFSF/IMF lending ceiling plus the ECB bond purchase came to €925bn. The maximum possible default mass in the eurozone is €1070bn. There is a theoretical difference of some €140bn to €150bn. The euro will not fail due to this gap, he said according to FT Deutschland.


        We have no idea how he got to these figures.

        http://www.eurointelligence.com/index.php?id=581&tx_ttnewstt_news=2967&tx_ttnewsbackPid=901&cHash=a5ba4bd647

        Aha.
        Da bin ich ja nicht alleine!

      • groo schrieb am 26. November 2010 at 21:47 - Permalink

        Nochn Gedicht:

        http://mpettis.com/2010/11/chinese-inflation-and-european-defaults/

        Chinese inflation and European defaults
        Nov 24th, 2010 by Michael Pettis

        Part 1. Will Europe face defaults?

        Its official – Spain and Portugal will need to be bailed out soon. How do I know? In one of my favorite TV shows, Yes Minister, the all-knowing civil servant Sir Humphrey explains to cabinet minister Jim Hacker that you can never be certain that something will happen until the government denies it.

        So check out this article in Tuesday’s Financial Times:

        Spanish and Portuguese leaders, with reinforcements from Brussels, are fighting a rearguard action to convince investors that there is no need for further eurozone bail-outs after the €80bn-€90bn ($109bn-$122bn) rescue agreed for Ireland at the weekend.

        “Absolutely not,” said Elena Salgado, Spanish finance minister, when asked in a radio interview on Monday whether Spain needed help from the European Union. “Spain is doing everything it has promised to do, with tangible results.”

        Portugal is regarded by bond market investors and economists as next in line for a rescue after the bail-outs of Greece and Ireland. But José Sócrates, Portuguese prime minister, was adamant that there was “no connection” between the Irish rescue and Portugal’s problems. “Portugal doesn’t need anyone’s help and will solve its own problems,” he said, insisting that the country had a clear strategy to cut its yawning budget deficit.

        Was Sir Humphrey exaggerating? Perhaps, but I do remember that Dublin was pretty adamant just a week or so ago that there would be no restructuring of Irish debt.

        Pettis fällt tatsächlich nichts anderes ein, als Komiker zu zitieren, um die ‘Wahrheit’ herauszufinden.

        Soviel zur ‘Expertise’ von Makroökonomen.

        • groo schrieb am 26. November 2010 at 21:56 - Permalink

          … ich habe für heute die Schnauze voll, und werde mich morgen, wenn überhaupt, mit Marx’ens ‘Gesetz der kapitalistischen Akkumulation’
          beschäftigen.

          Scheint mir ergiebiger.

          Guten abend allerseits.

          • Systemfrager schrieb am 26. November 2010 at 22:00 - Permalink

            Spar dir die Mühe. Warum?

            Seine Analyse der Kapitalakkumulation ist einfach falsch >>>

            • groo schrieb am 26. November 2010 at 22:20 - Permalink

              Danke,
              Ich lese lieber das Original, dann bilde ich mir meine Meinung,

              Deinen Link habe ich mir mal gemerkt.

            • groo schrieb am 26. November 2010 at 22:27 - Permalink

              Ich bin ja kein Sozio-politiker, aber hoffentlich abgeklärt.

              In der Schrift „Das Kapital lesen“ setzte sich Etienne Balibar (*1942) in dem Kapitel über die „Elements for a Theory of Transition“ mit der Frage nach dem Wandel von Produktionsweisen auseinander. Nach Balibar wäre die bürgerliche Theorie der ursprünglichen Akkumulation nichts mehr als ein Mythos, eine retrospektive Konstruktion, die die Verhältnisse der kapitalistischen Struktur geschichtlich widerspiegle und zur Begründung vergangener Phänomene heranziehe.[72] Diese Phänomene hätten jedoch in komplett anderen Strukturen und Kontexten stattgefunden und bedürfen daher einer eigenen Analyse, der Studie über den Ursprung des Kapitals.

              http://de.wikipedia.org/wiki/Urspr%C3%BCngliche_Akkumulation

              Das wäre querzulesen mit Heinsohn.

              Merkwürdig ist da ja schon die Formulierung
              …bürgerliche Theorie der ursprünglichen Akkumulation…
              Was heisst da ‘bürgerlich?
              Die Theorie stammt i.w. von Marx, und hat mit ‘bürgerlich’ erstmal wenig zu tun.
              Da bin ich pingelig.
              Solcher verwässernder Quatsch ist nur zu üblich.

              Abgesehen davon gibt es etliche interessante Befunde aus der Ethnologie, in der ich mich mehr zuhause fühle.

              Mache ich über Weihnachten.

            • COPOKA schrieb am 27. November 2010 at 00:10 - Permalink

              @groo

              Ich lese lieber das Original, dann bilde ich mir meine Meinung …

              Chapeau!

              Ich habe es mal in meiner Jugend gelesen und bin immer noch bester Meinung über sein Werk. Wenn man bedenkt, dass es vor 150 Jahren geschrieben wurde …

    50. gelegentlich schrieb am 27. November 2010 at 14:59 - Permalink

      @groo

      ,,Merkwürdig ist da ja schon die Formulierung
      …bürgerliche Theorie der ursprünglichen Akkumulation…
      Was heisst da ‘bürgerlich?”
      Ganz einfach: die Theorie der ursprünglichen Akkumulation in der Fassung, die von bürgerlichen Autoren (~ deren Wahrnehmungsfähigkeit durch den bürgerlichen Klassenstandpunkt eingeengt war/ist) vorgelegt wurde. Im Gegensatz etwa zur Sicht der Dinge, die Marx und Engels entwickelt hatten.
      Die Idee, der Mensch könne dann bestimmte Dinge gar nicht wahrnehmen, wenn diese nicht zu seinen materiellen Interessen ,,passen”, ist bei Marx fast schon Konstruktionsprinzip.

    51. Lazarus09 schrieb am 27. November 2010 at 20:03 - Permalink

      http://www.bbc.co.uk/news/world-europe-11849568

      Die Irische Bevölkerung ist von den Sparplänen begeistert …. Brian Cowen the Taoiseach brennt… !!!

    52. genova schrieb am 28. November 2010 at 11:55 - Permalink

      Danke für den mal wieder sehr informativen Artikel, der eine weitere Variante des immergleichen neoliberalen Grundthemas der Mehrwertproduktion beschreibt.

      Andererseits bin ich da ganz ehrlich: Mich freut es, dass Irland in solche Schwierigkeiten geraten ist. Wer so grundsätzlich via Steuerdumping versucht, sich einen Standortvorteil zu verschaffen, hat das Scheitern verdient. Dumm nur, dass die kleinen Leute dort die Zeche zahlen werden.

      • Ranger schrieb am 28. November 2010 at 16:06 - Permalink

        Nochmal meine Frage, wer legt fest wann es Steuerdumping ist? Wenn der Wert < als der deutsche ist? Wer sagt dass Deutschland nicht dasselbe macht? Daimler macht auch mal 6-7 Milliarden Gewinn. Was glaubst Du wie viel Steuern dieser Konzern in Deutschland bezahlt? Wir dumpen halt geschickter, durch ein – hoppala welcher Politiker konnt's ahnen – Steuergesetz mit Löchern größer als das U.S. Defizit.

        Übrigens, dank GAAP bzw. IFRS wird’s für die Unternehmen noch einfacher einfach auch mal nix zu bezahlen. Und riesen Bilanzwerte zu schaffen welche nur eines sind: Luft (Stichwort aktivieren von Investments & IP). Das ist praktisch staatlich gewünschte Finanzblasenbildung.

        Irland hat sich nur ganz saublöd & arrogant angestellt und ist nun mal nur ein kleines Ländchen.

        • genova schrieb am 28. November 2010 at 16:35 - Permalink

          Ranger,
          ich bezog mich auf die im Artikel genannten Unternehmenssteuern, so gesehen würde ich den Begriff des Steuerdumpings schon verwenden. Sicher gibt es keine exakt definierte Grenze, ab wann Dumping anfängt. Ist aber auch so grundsätzlich nicht nötig. Was Daimler macht, ist ein geschicktes Bilanzieren, Verlagern von Verlusten nach Deutschland und von Gewinnen in Niedrigsteuerländer und mehr, eben alles, was ein international aufgestellter Konzern so machen kann. Dass auch dafür die Politik verantwortlich ist, sicher. Ich wollte ja nicht die herrschende Politik in Deutschland verteidigen.

    53. genova schrieb am 28. November 2010 at 12:20 - Permalink

      Noch eine ergänzende Frage: Mich würden die erwähnten Artikel aus dem Handelsblatt und der FTD interessieren. Gibt es die online? Überhaupt fände ich eine Zusammenstellung einiger Jubel-Artikel großer Zeitungen über das neoliberale Irland aus den vergangenen fünf oder zehn Jahren ziemlich interessant. Daraus könnte man lernen, wie neoliberale Ideologie Argumente zurechtgebogen hat.

      Mit Zugang zu den Zeitungsarchiven mit den richtigen Stichworten müsste das möglich sein. Oder gibt es so eine Übersicht schon irgendwo?

    54. Lazarus09 schrieb am 28. November 2010 at 16:44 - Permalink

      Einfach

      Angeblicher Grund der “Rettung”

      Man erzählt und schwadroniert es ginge um die Stabilität der Gemeinschaftswährung EURO .. !?

      Fakt

      Jeder der sehen kann realisiert, es geht darum Einlagen zu sichern !
      Und Deutschland zahlt mit, unter anderem, weil deutsche Banken irische Banken mit Geld versorgt haben, und weil Einleger deutscher Banken (und das müssen, so wie es hier aussieht, gar keine Deutschen sein!) ihr Geld verlieren würden, wenn deutsche Banken bei den irischen Banken Geld als Totalausfall abschreiben müssten.
      Dass genau das, nämlich das Einstehen für die Schulden anderer Mitgliedsstaaten, in den Maastricht Verträgen ausdrücklich verboten war, wird heute nicht einmal mehr am Rande erwähnt.

      Bankenrettung zu Lasten Deutschlands, egal ob hier oder in Irland,ist Rettung von Einlagen zu Gunsten des Kapitals aus aller Welt.

      Der Spagat – von da zur Mehrung des Nutzens des deutschen Volkes – erfordert eine Biegsamkeit und Verbogenheit, die weit außerhalb der Grenzen der menschlichen Physis liegt.

      Ende der Geschichte !

    55. Lazarus09 schrieb am 28. November 2010 at 17:27 - Permalink

      Die Beteiligung privater Gläubiger an Rettungsaktionen für Staaten in akuter Finanznot kommt, aber nicht in der von Deutschland gewünschten Form. Die Kanzlerin stimmte einer Version zu, die weniger scharf ist als eigentlich von ihr gewünscht. Entschieden werden soll nun von “Fall zu Fall”.

      http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/anleihen-devisen/:rettung-vor-der-staatspleite-merkel-knickt-beim-euro-krisenmechanismus-ein/50199648.html

      Na dann können unsere Eliten ja bald ganze Staaten offiziell aufkaufen.. Statt Irland vielleicht Flickland Muuuhahahahahhaahah

    56. Mile schrieb am 29. November 2010 at 08:27 - Permalink

      Wow, beim Presseclub sitzt ein Mensch (Tichy) von der Wirtschaftswoche und der behauptet tatsächlich, dass der Mindestlohn in Irland schuld an der Krise ist.

    57. Axel schrieb am 30. November 2010 at 21:31 - Permalink

      @Systemfrager

      Ich habe mir “money as debt” angesehen und verstehe die Sache mit dem Geld das die neue gegründete Bank schafft, nicht. Außer es ist Betrug.

      Ich würde davon ausgehen das die neue Bank Einlagen hat um den 10000$ Kredit ausgeben zu können. Es mag ja sein das die 10000$ per Tastatur auf mein Konto kommen und das ich den Scheck für das Auto ausstellen kann. Aber der Scheck muß doch gedeckt sein wenn die Verkäuferin ihn einlöst. Spätestens hier müßte doch irgendeiner Stelle auffallen das die neue Bank keine Einlagen hat und illiquide ist und liquidiert werden muß.

      Falls sie in der Zwischenzeit Einlagen hat zahlt sie daraus die 10000$. Wo hier Geld aus dem Nichts geschaffen wird oder werden kann sehe ich nicht.

      Was wäre wenn ich zum Geldautomaten der Bank gehe und dort von meinen per Knopfdruck erzeugten 10000$ auf meinem Konto was abheben will. Da müssen dann doch echte Scheine drin sein.

      • Systemfrager schrieb am 30. November 2010 at 22:14 - Permalink

        @ Axel

        Da müssen dann doch echte Scheine drin sein.

        Jawohl, eine kleine Menge, aber es geht darum, dass nur ganz wenige echte Scheine brauchen. Es sei, es kommt eine Krise. Dann ist Schluss :(

      • Systemfrager schrieb am 1. Dezember 2010 at 08:13 - Permalink

        @ Axel
        Ich füge noch was hinzu. Vorweg: Chapeau! Eine sehr scharfe Beobachtung von dir!

        Das Video (“money as debt”) ist eine rein monetäre, also einseitige, noch besser: einseitig-monetäre Analyse der Marktwirtschaft. Aber vieles ist trotzdem gut (ich habe geschrieben: „zeimlich gut“) – nicht jedoch alles. Ich führe deine Beobachtung noch weiter.

        Die hübsche Geschichte erzählt, wie eine Bank wie ein Kettenraucher Kredite generiert, ad infinitum und dazu noch aus dem Geld bzw. Giralgeld, das „aus nichts“ geschaffen wird. Und siehe man da, es kommt einer, in einer Hand eine Hacke, in der anderen das Geld und dieses Geld wird vergraben. Stopp!

        Die Bank schafft doch nur Giralgeld. Hat man uns doch kurz davor sakrosankt behauptet! Dieses Geld sei nur eine Zahl auf dem Konto des Kreditnehmers – behauptete man weiter. Aber! Wie kann man diese Zahl vergraben?

        Peinlich! Warum sage ich also: Die monetäre Analyse ist auf den Hund gekommen! Seit Keynes (Wicksell, Mises, Hayek, Friedman, …) ist die ökonomische Analyse eine hauptsächlich monetäre Analyse und das geht nicht. Nur zusammen, real und monetär, genauer gesagt gleichzeitig, lässt sich etwas in der Marktwirtschaft erklären.

        Ja: Die monetäre Analyse ist auf den Hund gekommen!

        Das bedeutet zugleich: Wir haben NICHT eine Finanzkrise. Wir haben eine klassische – stinknormale – Krise des Kapitalismus. Es geht um Marktversagen im echten Sinne des Wortes. Die freie Marktwirtschaft hat einen Konstruktionsfehler. Sie ist funktionsunfähig. Sie ist – in der Form wie bisher – nicht überlebensfähig.

    58. elwu schrieb am 7. Dezember 2010 at 11:33 - Permalink

      Eine sehr sehenswerte taiwanesische Erläuterung der irischen Probleme :)

    59. Karl schrieb am 13. Dezember 2010 at 15:33 - Permalink

      Ich stimme dir zu.


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