Der abgesagte Krieg
geschrieben am 13. Januar 2009 von Spiegelfechter
Medienberichte über einen unmittelbar bevorstehenden Angriff auf Iran sind nicht eben neu ? vor allem in einigen ?alternativen Netzmedien? wird seit drei Jahren unter anderem auch jeder turnusmäßige Wechsel der US-Trägergruppen im Persischen Golf als untrügliches Zeichen für einen Angriff gewertet. ?Spökenkieker? tragen durch regelmäßig vorgetragene apokalyptische Visionen zur Verunsicherung bei. Noch im Sommer letzten Jahres spekulierten verschiedene Experten in den Medien darüber, zu welchem Zeitpunkt der Angriff ausführt wird.
Die Apologeten eines militärischen Angriffs sind sich bereits weitestgehend über den Terminplan einig. Vor den US-Wahlen wird nichts passieren können, da ein neuer Krieg die Erfolgschancen von Bushs Wunschnachfolger McCain drastisch verschlechtern würde. Im Falle eines Sieges Obamas erwarten sowohl Seymour Hersh, als auch Daniel Pipes einen Angriff der USA im Zeitraum, der zwischen der Wahl und der Amtsübergabe liegt – also ab November 2008. Einem Wahlsieger McCain wird laut diesen Analysen das ?jus primae noctis? wohl selbst gewährt. John Bolton hält das gleiche Szenario für wahrscheinlich, nur dass er mit einem Präventivschlag Israels im fraglichen Zeitfenster rechnet.
Aus Iran und die letzte Option – SPIEGELFECHTER vom 15. Juli 2008
Wie heute bekannt ist, nahm die Geschichte einen anderen Lauf. Ein Bericht von David Sanger, Washington-Korrespondent der New York Times und mehrfacher Pulitzer-Preis-Träger, enthüllte nun die Hintergründe. Die USA haben demnach spätestens seit der Veröffentlichung des ?National Intelligence Estimate? im Dezember 2007, wahrscheinlicher aber bereits ein Jahr früher, mit dem Amtswechsel im Pentagon von Rumsfeld zu Gates, die ?letzte Option? nicht mehr ernsthaft in Betracht gezogen. Dies ist allerdings leidlich bekannt und wurde vor allem im letzten Jahr durch Äußerungen einflussreicher Vertreter der Bush-Regierung, wie z.B. Verteidigungsminister Robert Gates oder Stabschef Michael Mullen, immer wieder bestätigt. Sangers Bericht offenbart allerdings brisante Details über die nach wie vor offene Frage, ob Israel einen Militärschlag gegen die iranischen Atomanlagen ausführen wollte und will – und wie das Weiße Haus auf derlei Begehrlichkeiten reagiert.
Als die NeoCons aus dem Weißen Haus gejagt wurden, änderte sich offensichtlich auch die Linie George W. Bushs bezüglich der militärischen Option gegen Iran. Aus regierungsnahen Kreisen hat Sanger erfahren, dass Bush von seinen neuen Beratern angetragen wurde, dass ein Angriff auf die iranischen Atomanlagen das iranische Atomprogramm kaum behindern würde und katastrophale Auswirkungen auf die Sicherheitslage am Golf haben könnte. US-Verteidigungsminister Gates umschrieb dies damals mit den Worten: ?Wir würden damit Generationen von Jihadisten erschaffen und noch unsere Großenkel würden hier – in Amerika – mit ihnen zu kämpfen haben?. US-Stabschef Mullen verglich das Wahrnehmen der militärischen Option mit der Büchse der Pandora. Robert Gates war nach Sangers Informationen auch derjenige, der diesbezüglich den größten Einfluss auf Bush ausübte. In Washington wurde man jedoch skeptisch, als Israel im letzten Sommer zunächst weitere ?Bunker-Buster? (Bomben vom Typ GBU-28, die für die Zerstörung unterirdischer Forschungsanlagen benötigt würden) und Flugzeuge, mit denen Jagdbomber in der Luft aufgetankt werden können, von den USA kaufen wollte. Israel hatte kurz zuvor im Mittelmeer ein Luftmanöver durchgeführt, das von Experten als Generalprobe für den Angriff auf die Nuklearanlage im iranischen Natanz gesehen wurde. Als Israel kurz darauf eine Genehmigung einholte, irakischen Luftraum überfliegen zu dürfen, schrillten die Alarmglocken im Weißen Haus und im Pentagon. Sowohl die Anträge auf Waffenlieferungen, als auch das Ersuchen, irakischen Luftraum überfliegen zu dürfen, wurden brüsk abgelehnt.
In Washington machte man sich zu diesem Zeitpunkt allerdings Sorgen, was geschehen würde, wenn Israel trotz dieser Ablehnung auf eigene Faust losschlagen würde. Die USA kämen in eine undankbare Situation, wenn plötzlich israelische Jagdbomber in den irakischen Luftraum eindringen würden. Sollte man tatsächlich Flugzeuge eines engen Verbündeten abschießen? Um Israel den Ernst der Lage klarzumachen, reiste Stabschef Mullen im Juli 2008 nach Tel-Aviv und führte dort Gespräche mit seinem israelischen Kollegen Ashkenazi ? dieser Umstand wurde von den ?Spökenkiekern? selbstverständlich auch als ultimativer Beweis angeführt, dass die USA und Israel nun die Einzelheiten über den geplanten Angriff auf Iran absprechen würden.
Sangers Quellen zufolge, hatte Mullen in Israel Erfolg. Ohne Unterstützung der USA wollte sich Israel offensichtlich nicht auf ein solches Abenteuer einlassen. Bushs Amtszeit endet diese Woche ? Robert Gates blieb Verteidigungsminister und die meisten Experten vertreten die Meinung, dass sich mit dem Regierungswechsel das ?Window of Opportunites? für die israelischen Falken geschlossen hat. Politischen Beobachtern sollte allerdings klar sein, dass die ?letzte Option?, die auf dem Tisch liegen soll, nur eine Variante der aus dem Kalten Krieg bekannten “Madman-Strategie” ist, die dem Gegner vormachen soll, dass man selbst auch unberechenbar reagieren könnte. Der “Madman” verlässt nun das Weiße Haus und sogar er hörte anscheinend auf die Stimme der Vernunft – Obama täte gut daran, dort anzuknüpfen.
Jens Berger
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ein Alleingang des Israels würde das Ende des Staates Israel bedeuten.
Obama will ja verhandeln, wenn Netanjahu die nächsten Wahlen gewinnen sollte, ein mögliches Ereignis, das eng mit dem von der israelischen politischen Mitte geführten Krieg bzw. dessen Erfolg korreliert, wird auch dieser seine milit. Planungen an die Verhandlungen Obamas binden.
Obama hätte dann bei seinen Verhandlungen das Druckmittel, Netanjahu von der Leine zu lassen.
Der Präventivschlag gegen den Iran bleibt auf der politischen Speisekarte Israels und wurde bereits in Manövern geübt.
Iranische Atomanlagen? Ich glaube eher, der Angriff auf den Iran wurde deshalb geplant, weil die dortige Regierung weg wollte vom Petrodollar, also den Kauf des Öls auch gegen andere Währunen zulassen wollte (oder bereits hat?)!
Gruss
PS: Dass ein militärischer Eingriff in den Iran die ganze Region in Brand gesetzt hätte und es zu unabsehbaren Langzeitfolgen gekommen wäre sehe ich genauso…
Unter Umständen lässt sich ein hartes vorgehen im Gaza-Streifen damit erklären, das man hofft die Situation eskalieren zu lassen und damit doch noch zum Präventivschlag zu kommen.
Die Iraner und die Ägypter verhalten sich relativ ruhig, würden sie einen “Fehler” machen und irgendwie in den jetzigen Krieg eingreifen, würden sie einen Präventivschlag begründen.
Mir macht eigentlich nur eine Sache richtig Sorgen.
Angesichts der bevorstehenden Weltwirtschaftskrise ging mir eine Sache immer wieder durch den Kopf:
Wie wird die Welt reagieren um den totalen Kollaps zu verhindern?
Als Antwort darauf, konnte ich in der harten Führungslogik nur einen Krieg ausmachen der die Konsequenzen der Finanzkrise zu vertuschen versucht.
Ich hoffe dieser frisch angefangene Krieg dient nicht als Grund für grössere Eskalationen und damit zur Vorbereitung eines grösseren Krieges.
Ich hoffe wirklich das bleibt eine Abart meiner geistigen Verschwörungstheorien.
Ein baldige “Option” für Israel dürfte unter Obama nicht bestehen
Was Obama und den “Nahen Osten” betrifft, so war ja seine Devise, dass man sich stärker mit Afghanistan befassen sollte und weniger mit dem Irak und demzufolge auch Truppen verlagern würde/wollte/will. “Spannend” wird es also (erst) mEn, wenn sich die USA weitestgehend aus dem Irak zurück gezogen haben und die Kommandostruktur (weitgehend) in irakischer Hand läge.
Dann wäre ein “Alleingang” Israels möglich.
@3 Gruss
Nein – dies ist ein leider weit verbreiteter Hoax aus der VT-Szene, der jeglicher Basis entbehrt.
@5 misterL
Und spätestens dann ist die US-Nahostpolitik voll und ganz von Iran abhängig – ein “selbstständiger” Irak ist ein enger Partner der USA und Irans. Wenn diese Länder sich bekriegen, wird im Irak ein Bürgerkrieg ausbrechen, den die prowestliche Seite nicht gewinnen kann – zum Glück wissen die amerikanischen Verantwortlichen das aber ganz genau. Das “Zeitfenster” – so es denn je offen stand – ist nun geschlossen. Zeit für Pragmatismus, Zeit für den Dialog. Auch wenn dadurch das Weltbild einiger “Spökenkieker” (besser als VTler ;-)) zusammenbricht ;-)
Danke!
Seit der Meldung “USA verweigern Israel Waffenlieferung” habe ich versucht mehr als die dpa Meldung zu finden.
Erfolglos zog ich mich auf sf.com zurück und hämmerte “F5″.
Schön dass einige Sachen einfach funktionieren.
:o)
@SF #7
Dein “zum Glück” ist ein nicht zu unterschätzender Faktor. Er bindet nämlich die USA auf Dauer (also genau auf ziemlich lange) sehr präsent im Irak zu bleiben. Das “zum Glück” ist damit auf Sicht ein nicht zu erfüllendes, gebrochenes Wahlversprechen von Obama. Ob also “Dein “zum Glück” wirklich so ein Glücksfall ist darf bezweifelt werden. ;-)
Nachtrag: Es gehört natürlich dazu, dass die USA zunächst mit dem Iran und wahrscheinlich auch mit Syrien und dem Libanon eine vertrauensvolle Kommunikations ethabliert haben. Das wird Jahre dauern.
“… Israel hatte kurz zuvor im Mittelmeer ein Luftmanöver durchgeführt, das von Experten als Generalprobe für den Angriff auf die Nuklearanlage im iranischen Natanz gesehen wurde. Als Israel kurz darauf eine Genehmigung einholte, irakischen Luftraum überfliegen zu dürfen, schrillten die Alarmglocken im Weißen Haus und im Pentagon. Sowohl die Anträge auf Waffenlieferungen, als auch das Ersuchen, irakischen Luftraum überfliegen zu dürfen, wurden brüsk abgelehnt. …”
Leider findet sich in dem gesamten Artikel keine nachvollziehbare Quelleangabe, deshalb bewegt sich dieser Artikel und inbesondere der zitierte Teil für mich leider auch nur auf dem Niveau von Spökenkiekern. Eigentlich sind wir vom Jens Besseres gewohnt…
dem verwöhnten Konsumenten
“U.S. Rejected Aid for Israeli Raid on Iranian Nuclear Site ” by David E. Sanger
http://www.nytimes.com/2009/01/11/washington/11iran.html?_r=1&hp=&pagewanted=all
@ 7 SF:
Und spätestens dann ist die US-Nahostpolitik voll und ganz von Iran abhängig – ein ?selbstständiger? Irak ist ein enger Partner der USA und Irans.
Die “Tüttelchen” sind überaus angebracht. :-)
Ein selbstständiger Irak, in dem keine US-Basen liegen und keine US-Besatzungstruppen für “Kompromissbereitschaft” sorgen, wäre – nach dem permanenten Kriegszustand seit 1990 – kaum gewillt, ein “enger Partner der USA” zu sein. Die derzeitige “Partnerschaft” basiert ausschließlich darauf, daß die irakische Seite durch Gewaltandrohung und Gewaltanwendung auf Linie gehalten wird. Ohne die über 300000 Mann starke Besatzungsarmee (US-Army inkl. Verbündete und private Söldnertruppen aka “Sicherheitsdienstleister), dürften die meisten der “demokratisch gewählten” Abgeordneten, inkl. der “Regierung”, bereits an Laternen hängend im Wüstenwind trocknen.
Wenn diese Länder sich bekriegen, wird im Irak ein Bürgerkrieg ausbrechen, den die prowestliche Seite nicht gewinnen kann – zum Glück wissen die amerikanischen Verantwortlichen das aber ganz genau.
1. Der Bürgerkrieg (inkl. ethnischer “Säuberungen” und Todesschwadronen) ist längst im Gange.
2. Die Verantwortlichen wußten auch ganz genau, daß es im Irak keine WMDs (mehr) gibt und hätten wissen können, daß sie nicht als “Befreier” begrüßt werden würden. Trotzdem sind sie einmarschiert.
Du solltest dich nicht auf die Intelligenz der Verantwortlichen verlassen. Was in unserer “westlichen Wertegemeinschaft” in verantwortliche Positionen gelangt, ist in der Regel das Mittelmaß… der kleinste gemeinsame Nenner innerparteilicher Auseinandersetzungen. Gelegentlich spielt König Zufall eine entscheidende Rolle, wie bspw. bei ihrer Durchlaucht Angie, der Prinzessin der Schmerzen. ;-)
Das ?Zeitfenster? – so es denn je offen stand – ist nun geschlossen. Zeit für Pragmatismus, Zeit für den Dialog.
Wenn du damit auf “Mr.Change” anspielst: darauf würde ich an deiner Stelle nicht setzen. Testcase war für mich – wie schon andernorts einige Male erwähnt – das Gulag, das die Bushisten weltweit eingerichtet haben. Guantanamo ist diesbezüglich bekanntlich nur ein Symbol. Obama rudert schon zurück, was die Schließung betrifft. Die Gefolterten werden als gefährlich denunziert, weil sie gefoltert wurden und von den übrigen Orten, an denen “Verdächtige” gefangengehalten werden, ist gleich gar nicht die Rede.
Umso mehr spricht “Mr.Change” über finanzielle Wohltaten für gebeutelte Konzerne und Trusts, die sich verspekuliert haben. Versöhnen möchte “Mr.Change” natürlich auch… indem er einen rechtsextremistischen Prediger bei seiner Amtseinführung den Segen erteilen läßt.
Ansonsten werden seine Wahlversprechen – wie sonst üblich – nach und nach aufgeweicht oder uminterpretiert. Nichtsdestotrotz: das Gulag war für mich der Testcase. Das hätte der “mächtigste Mann der Welt” problemlos schließen, die Insassen entschädigen und die Vorgänge juristisch aufarbeiten lassen können. Das wäre das Mindeste gewesen, was man von dem Herrn “yes, we can” verlangen kann und muß. Aus “yes, we can” ist allerdings ziemlich schnell “no, we won´t” geworden.
Das Gerede von “Zeitfenstern” etc.pp., kann man sich daher in der Tat sparen.
Auch wenn dadurch das Weltbild einiger ?Spökenkieker? (besser als VTler ;-)) zusammenbricht ;-)
Naja, das Weltbild der “VTler” kann überhaupt nicht zusammenbrechen, da es vollkommen unabhängig von den tatsächlichen Vorgängen gezeichnet wird. ;-)
Allerdings fällt m.E. nicht jeder, der vor einem US-Angriff auf den Iran oder sonst einen Staat warnt, automatisch in die Kategorie VT. Zumal die militärischen Voraussetzungen für einen solchen zweifellos gegeben sind, inkl. dem Willen einiger Verantwortlicher, ihre Ziele gewaltsam durchzusetzen. Wenn sich diese nicht haben durchsetzen können, kann man sich glücklich schätzen, daß das “System” noch einmal funktioniert hat, respektive wir an einem Desaster vorbeigeschrammt sind.
Wenn wir von zusammenbrechenden Weltbildern sprechen wollen, sollten wir lieber über die Anhänger Obamas sprechen, deren Hoffnungen, daß Obama einer der Ihren wäre, sich ziemlich schnell zerschlagen haben.
Man darf – bei aller Freude darüber, daß die Bushisten die Regierungsgeschäfte übergeben müssen – nicht vergessen: die geschaffenen Strukturen bleiben erhalten. Das Gulag ebenso, wie die “Heimatschutzbehörde”, der “Patriot act”, der “War on terror”, die “Renditions”, die Operation “Enduring Freedom”, die Fluglisten usw.usf.
Das Personal, das “Mr. Change nothing” engagiert, hat darüberhinaus in der Vergangenheit bereits bewiesen, daß es völkerrechtswidrige Kriegseinsätze nicht scheut.
Wie du dich vielleicht erinnerst, stimme ich mit dir vollkommen überein, daß eine Angriffshandlung der NATO/US-Army nicht Monate vorher über russische Medien angekündigt wird :-). Solange Drohungen über die Medien transportiert werden, dürfte die Gefahr eines offenen Überraschungsangriffes gering sein.
Ein solcher mag zwar auf den Iran abgeblasen worden sein, aber da sich momentan außerordentlich viel schwimmendes Militär in der näheren Umgebung zu iranischen Stützpunkten herumtreibt (angeblich um – wie die “Ostindienkompanie” unseligen Angedenkens – “Piraten” zu jagen), ist die Gefahr einer versehentlichen Auseinandersetzung mit weitreichenden Folgen nicht ausgeschlossen. Zumal sich sogar ausgesprochene Seefahrernationen wie die Schweiz genötigt fühlen, an der fröhlichen “Piratenjagd” teilzunehmen. ;-)
@Fiend_THeyde #12
So ein militärisches Agieren im Iran von wo auch immer mit völlig unbekannten Verlauf und Dauer und nicht zu beantwortender Frage, wie man da eventuell wieder raus kommt – am Ende brauchts ja doch Bodentruppen – kostet enorm viel Geld.
Derzeit sind Billionen an Schulden weltweit gebunden zum Schutz des Kapitalismus. So ein Wagnis ist also schlicht weder direkt finanzierbar noch schützt es den Kaptialismus (es gefährdet ihn). Möglicherweise der letzte Grund, dass es (doch) nicht passiert.
Obama muss im Innland Punkten. Das geht vorrangig mit Wirtschaft, Wirtschaft und noch einmal Wirtschaft. Kohle für unkalkulierbare Kreigsrisikien wird er sich nicht leisten wollen und können. Von daher ist das Zeitfenster erstmal zu, da stimme ich (ggf. mit völlig anderen Argumenten) Jens zu.
@ 13 misterL:
So ein militärisches Agieren im Iran von wo auch immer mit völlig unbekannten Verlauf und Dauer und nicht zu beantwortender Frage, wie man da eventuell wieder raus kommt – am Ende brauchts ja doch Bodentruppen – kostet enorm viel Geld.
Nun, die Frage der Bodentruppen wurde bislang dadurch umschifft, daß stets nur von Luftangriffen die Rede war, respektive eine Besetzung Irans nicht geplant gewesen ist. Bombardieren könnte die US-Airforce nachwievor. Erst recht, wenn dabei angeblich sogar der Einsatz von Nuklearwaffen angedacht worden ist. Dafür wären Bodentruppen unnötig.
Was nun das Geld betrifft: daran würde es wohl kaum Scheitern. Schließlich käme es den Einkünften der üblichen Kreise zugute, d.h. dem sog. “militärisch-industriellen Komplex” aka den Waffenproduzenten, die bekanntlich gute Beziehungen sowohl zur GOP, als auch zu den Demokraten unterhält. Denen ist es schlicht und ergreifend wurscht, ob der Haushalt verschuldet oder “Joe Sixpack and his beloved wife” arbeitslos sind oder was zu beißen haben. Dort wie hier werden 1 Milliarde Rentenerhöhung mit dem Argument eines drohenden, wirtschaftlichen Bankrott abgelehnt, jedoch ohne mit der Wimper zu zucken ein “Rettungsschirm” aufgespannt, der die 2-3 tausendfache Summe enthält, damit die Zocker durch ihre Fehlspekulationen keine Einkommensverluste hinnehmen müssen.
Bush hat es nicht die Bohne gestört, einen Haushaltsüberschuß in ein gigantisches Defizit zu verwandeln, solange er und seine Kumpels daran verdienen. Was in fünf oder zehn Jahren ist, liegt für diese Leute schon außerhalb jeder Vorstellungskraft, respektive sind sie bis dahin nicht mehr im Amt, daher betrifft es sie nicht mehr direkt. Haftbarkeit ausgeschlossen und das persönliche Wohlergehen ist nicht an den Zustand des Staatshaushaltes oder das Befinden der Bevölkerung gebunden.
Denke an eine gewisse Dame, die durch die Treuhandanstalt knapp 200 Milliarden Miese produziert hat: die hat das Bundesverdienstkreuz bekommen.
Derzeit sind Billionen an Schulden weltweit gebunden zum Schutz des Kapitalismus. So ein Wagnis ist also schlicht weder direkt finanzierbar noch schützt es den Kaptialismus (es gefährdet ihn). Möglicherweise der letzte Grund, dass es (doch) nicht passiert.
Naja, Waffenproduzenten gehören doch ebenfalls zum Kapitalismus. Kriege befeuern deren Geschäft. Halliburton, Kellogs, MBB, Kraus-Maffeii und wie sie alle heißen geht es nicht schlecht. Von einer Krise der Waffenindustrie ist derzeit keine Rede. Das Geschäft brummt, wie man so schön sagt.
Obama muss im Innland Punkten. Das geht vorrangig mit Wirtschaft, Wirtschaft und noch einmal Wirtschaft. Kohle für unkalkulierbare Kreigsrisikien wird er sich nicht leisten wollen und können. Von daher ist das Zeitfenster erstmal zu, da stimme ich (ggf. mit völlig anderen Argumenten) Jens zu.
Wie gesagt: m.E. ist mit einer vorsätzlichen (!) kriegerischen Auseinandersetzung mit Iran derzeit nicht zu rechnen. Das hat allerdings weniger mit Zeitfenstern zu tun, als vielmehr damit, daß es wohl massive Vorbehalte innerhalb des Militärs gab, deren Einwände nicht so leicht beiseite gewischt werden konnten. Ich bezweifle stark, daß sich Leute wie Cheney oder Bolton oder Perle von politischen oder wirtschaftlichen Argumenten beeinflussen lassen, zumal sie persönlich von militärischen Abenteuern profitieren.
Außerdem ist die Lage in Afghanistan ziemlich desaströs, wenn sogar die “bösen Russen” um Unterstützung gebeten werden. Die übliche Taktik bei Angriffskriegen der US-Army ist ein Angriff von mehreren Seiten zugleich. Afghanistan ist momentan keine Basis für Angriffsoperationen. Im Gegenteil, befinden sich die Besatzungstruppen in einer ähnlichen Lage wie seinerzeit die Sowjets.
Die Nachschubprobleme sind nicht zu lösen, indem man einfach – wie Obama es angeblich plant – mehr Truppen ins Land bringt. Denn das erhöht selbstredend den Nachschubbedarf. Die Sowjets hatten die gleichen Probleme und konnten sie mit über einer halben Million Soldaten nicht lösen. Technische Überlegenheit hilft in einer solchen Situation nicht. Dazu ist manpower erforderlich, was zeitgleich die eigenen Verluste erhöht und somit an der Zustimmung daheim sägt.
Ob “Mr.Change” tatsächlich im Inland punkten muß, sei dahingestellt. Er ist im Amt, ganz gleich, was geschieht. Ob die Zustimmung im Land sinkt oder steigt, ist daher eine rein kosmetische Frage, sofern keine Wahlen anstehen. Die Leute, die Obama ins Amt gewählt haben, gehen ihm offensichtlich am Hintern vorbei. Stattdessen versucht er mit aller Macht die selbsternannten Eliten davon zu überzeugen, daß sein “yes we can” Gerede nur Wahlkampfparolen gewesen sind und kein wirklicher Richtungswechsel geplant ist, der wirtschaftliche oder finanzielle Privilegien gefährdet.
@ Spiegelfechter #6
Was ist ein hoax? Die iranische Ölbörse? Oder daß diese Ölbörse als Motiv für einen Angriff in Frage käme?
Am 13.3.2006 stand in der jungen Welt das:
In dem Artikel wird vom Plan einer Ölbörse ohne Petro-Dollars berichtet.
Ein weiterer Artikel zu dem Thema ist vom 23.7.08
hier ein kurzer Auszug:
Auch hier wird der iranische Plan einer eigenen Dollar-freien Ölbörse behandelt.
Sitzt die jW einer VT auf?
@Degnaphata
Nein, sie – bzw. der Autor – verbreitet diese Hoaxes und VTs wissentlich.
Hintergund
Ich glaube kaum das die jW jemals einen potentiellen Angriffskrieg (laßen wir mal den ganzen Verkleisterungssprech weg mit `Präventivschlag`) Israels auf den Iran monokausal erklärt hat (die Artikel werden wohl von Rainer Rupp oder Knut Mellenthin stammen). Und ich lese sie regelmäßig – neben so einigen anderen Pressepublikationen. Das dieser Umstand ein nicht unwesentlicher Aspekt sein könnte leuchtet mir aber ein. Alles was einem nicht zusagt bzw. subjektiv als These für unwahrscheinlich einstuft, reflexartig als Hoax oder VT zu klassifizieren finde ich total daneben. Das ist mir schon bei der Debatte von Nick Abbe’s Artikel negativ aufgefallen.
@pttp
Die Reflexhaftigkeit ist so reflexhaft, dass ich darüber sogar einen langen Artikel (s.o.) geschrieben habe. Sich nicht mit dem Inhalt auseinandersetzen zu wollen, finde ich “total daneben”. Aber … jeder nach seinen Bedürfnissen.
@SF
Du hast auf Deinen eigenen Artikel verwiesen, daß ist mir nicht verborgen geblieben (finde ich auch in Ordnung). Diesen kannte ich nicht und habe ihn mir vor meinem post durchgelesen und fand ihn aufschlußreich. Aber genauso aufschlußreich fand ich die wenigen Kommentare. Bleibe trotzdem dabei, bei Dir kommt ziemlich schnell der Vorwurf Hoax, VT und ich kann nachvollziehen das es einige Leute derbe abnervt, besonders wenn er dann auch wirklich nach allem abwägen nicht begründet ist. Das wird alles sein was ich zu dem Thema sagen werde, weil sonst wird es ziemlich OT in Bezug auf Deinen Artikel.
@PttP
Die Tatsache, dass Iran drei Jahre nach der angekündigten Inbetriebnahme, noch keine IOB auf die Beine gestellt hat, sollte den Hoax eigentlich als solchen entlarven – aber ich weiß, dafür gibt es sicher eine gaaaanz andere und sicher wahre(TM) Erklärung. Wenn Du Punkte hast, die gegen die Annahmen in meinem IOB-Artikel (der übrigens durch diverse Quellen unterlegt ist) sprechen, zögere nicht, sie zu nennen. Ich bin gespannt.
Es könnte wegen dem militärischen Abschreckungspotential der USA sein oder weil sich Teheran strategisch umentschieden hat (evtl. entgegensetzte Positionen innerhalb des iranischen Politestablishment bzgl. der Strategie in dieser Frage), weiß der Teufel warum. Vielleicht spielen auch finanzielle Gründe eine Rolle. Oder sind entgegensetzte Positionen innerhalb des iranischen Politestablishment über die Strategie in dieser Frage. Ich mein wir reden über Artikel die von 2007 und 2006 sind. Aber wir haben Anfang 2009 und dazwischen soll so einiges passiert sein – auch etwas unwesentliches wie der Einbruch der Weltkonjunktur mit einem erheblichen Ölpreisverfall oder auch einen demnächst baldigen Wechsel in der US-Präsidentschaft.
Edit zu 21: `Baldigen` hätte natürlich gereicht (“demnächst” dazu ist doppelt gemoppelt). Gibt es hier keine Editierfuntion wie bei TP? ;)
@Spiegelfechter, PttP
Der erste Artikel war von einem Herrn Wolfgang Pomrehn, der Zweite von einem Herrn Michael R. Krätke, der als Professor für Politikwissenschaften in Amsterdam beschrieben wird. Mir sagen beide Namen nichts, aber das nur nebenbei.
Herr Pomrehn verweist sowohl auf Petrov (Nachfrage nach Dollar sinkt) als auch auf Engdahl (Asien stützt Dollar). Der Rückschluß auf einen möglichen Kriegsgrund bleibt dem Leser überlassen.
Herrn Krätkes Artikel ist überaus lang und detailreich. Das Gewicht des Dollars für die Bedeutung der USA als Weltmacht wird betont. Die Ölbörse wird als fertig bezeichnet. Sogar auf vermutete Sabotageakte zurückgeführte Seekabeldefekte sollen bereits gegen diesen hoax verzeichnet worden sein.
Auf mich machen diese Nachrichten einen durchaus seriösen und glaubwürdigen Eindruck. Leider ist der Artikel nur über das online-Abo verfügbar, weshalb ich ihn nicht verlinken kann. Und ihn hier reinzukopieren dürfte rechtlich nicht einwandfrei sein, wie ich vermute.
Also aktuell läßt mich mein Kenntnisstand weiterhin vermuten, daß es Uncle Sam keineswegs gelegen kommt, wenn an allen Ecken der Welt am Ast des Dollars als Verrechnungswährung gesägt wird. Handelsabkommen zwischen Rußland und China, welches den Dollar rauskickt. Südamerikanische Anstrengungen, die den Dollar als Verrechnungswährung rauskicken. Bildung eines Währungsfonds speziell für die Südhalbkugel betrieben von Ländern der Südhalbkugel, um den Norden irgendwie in die Schranken zu weisen. Alles allerdings beruhend auf Informationen der jW.
Mir erscheint es angesichts dessen plausibel, wenn die USA der schwindenden Wirtschaftsmacht eine gesteigerte Militärmacht als Ausgleich verpaßt, zumal alle von den USA bedrohten/besetzten Gebiete im Ruf stehen, etwas mit Resourcen zu tun zu haben.
Dieser Artikel zeigt auf die enge Verflechtung europäischer und amerikanischer Interessen (Euro wird durch Dollar gedeckt: http://www.goldseiten.de/content/kolumnen/artikel.php?storyid=611), sodaß mir da Angst und Bange wird, daß Uncle Sam zum großen Halali bläßt und wir hurra schreien.
Die Deckung des israelischen Vorgehens im Gaza-Streifen durch unsere Medien und Politiker bestärkt diese Befürchtung
Ich halte mittlerweile nicht mehr viel vom gezielten ‘heruntersterilisieren’ das dem SF soviel Publikum bringt. Persönlich habe ich keinen Zweifel mehr, dass nach Obama richtige Faschisten an die Macht kommen werden, und dann gibts den WK3 gegen ‘die Musels’ inkl. atomarem Holocaust.
Die Generalproben laufen ja ganz gut – die Mehrheit der Menschen im ‘freien Westen’ verfügt über keinerlei wahrnehmbare Empathiefähigkeiten mehr und lässt sich schon wieder sehr gut in neofaschistischen und rassistischen Verhältnissen einrichten. Dazu dann der unkurierbare psychopathische Hass der Zionisten, und die assoziierten Endzeitsekten (Lubawitscher und Evangelikale), irgendwann wirds einfach losgehen.
Bis dahin wünsche ich dem SF noch viel Erfolg mit dem Pseudo-Skeptizismus, der hauptsächlich darauf beruht dem Leser ein gutes Gefühl zu vermitteln aber nach einigen anfänglichen guten Artikeln mittlerweile auch zur Masche geworden ist. Der menschliche Faktor hält immer eine unkalkulierbare Überraschung bereit, und die Vorbereitungen für das grosse Massaker laufen schon seit Jahren. So etwas wird auf Jahrzehnte geplant, Details wie die erwähnten Hoaxes oder SFs Gegen-hoaxes tun nichts zur Sache.
@Fiend_THeyde #14
Ich denke es steht derzeit eher nicht auf Platz 1 der US-Agenda die Rüstungsindustrie zu stärken. Andere, viel Beschäftigungs intensivere Industrieen stehen in den USA und weltweit vorm Abgrund.
Aber erste noch mal zurück zu den Bodentruppen. Schon klar, es geht um die beliebten chirugischen Eingriffe per Jet. Es ist wohl nicht damit zu rechnen, dass es dabei bliebe. Der Irak wäre mit seinen US-Truppen ein recht naheliegendes Ziel, um sich seitens des Irans zu betätigen mit allen Optionen für einen dann umfassenden “Flächenbrand” in der Region. Das ergibt automatisch Bedarf an westlichen Bodentruppen und versiegende und/oder brennende Ölquellen.
Zurück zu Wirtschaft. Es dürfte klar sein nach diesem Schwenk in den Bereich des Möglichen einer Folge der beliebten “chirugischen Eingriffe per Jet”. Man hat es nicht im Griff, was in der Folge passiert – auch wirtschaftlich nicht und schon gar nicht in der aktuell sehr anfälligen Lage des westlichen Kapitalismus.
Weil Bush & Freunde den Irak möglich gemacht haben, koste es was es wolle von A wie Anstand bis Z wie zurück unmöglich ist der Iran nicht möglich. Beides zusammen geht nicht (mehr?). Die Region würde brennen, aber anders wie von Bush & Freunde einst vorgeblich gedacht.
Obama muss ganz bestimmt Punkten. Mit seinen Verheissungen, die sicher so nicht einzuhalten sind. Wie soll es auch gehen? Gleichwohl kann er nicht komplett die Richtung wechseln. Ein sehr schnell unglaubwürdiger “Mr. Change”, weil er von allem das Gegenteil macht oder nichts wäre sehr viel mehr als nur der Vertrauensbankrott einer Person. Er hat sich selbst eine schwere Aufgabe gestellt mit einem ebenso schwerem Erbe. Er muss halbwegs entlang seiner “Vorgaben” agieren.
“Mr. Change” hat no chance anderes zu tun.
@ 25 misterL:
Ich denke es steht derzeit eher nicht auf Platz 1 der US-Agenda die Rüstungsindustrie zu stärken.
Naja, von Abrüstung etc. ist auch nicht gerade die Rede… dabei darf man natürlich nicht vergessen, daß wir in D mittlerweile Weltexporteur Nr. 3 sind, was Mordwerkzeuge betrifft.
Andere, viel Beschäftigungs intensivere Industrieen stehen in den USA und weltweit vorm Abgrund.
Das ist sicher richtig… doch was passiert? Es werden Milliarden in den völlig unproduktiven Finanzsektor gepumpt, in der Hoffnung, daß dieselben Leute, die bislang nichts weiter getan haben als zu zocken, plötzlich die eigentliche Aufgabe der Finanzwirtschaft wiederentdecken, nämlich Kredite/Investitionsmittel für die Realwirtschaft zur Verfügung zu stellen. Stattdessen benutzen die Banken die Zuschüsse des Steuerzahlers, um ihre Bilanzen zu korrigieren und ansonsten fröhlich weiter riskante Spekulationsobjekte an den finanzkräftigen Kunden zu bringen.
Aber erste noch mal zurück zu den Bodentruppen. Schon klar, es geht um die beliebten chirugischen Eingriffe per Jet. Es ist wohl nicht damit zu rechnen, dass es dabei bliebe. Der Irak wäre mit seinen US-Truppen ein recht naheliegendes Ziel, um sich seitens des Irans zu betätigen mit allen Optionen für einen dann umfassenden ?Flächenbrand? in der Region. Das ergibt automatisch Bedarf an westlichen Bodentruppen und versiegende und/oder brennende Ölquellen.
Wie schon gesagt: einen absichtlichen (!) Angriff wird es derzeit nicht geben. Es kann jedoch eine Auseinandersetzung durch Mißverständnisse ausgelöst werden, da sich mittlerweile – wie gesagt – unglaublich viel Militär verschiedenster Herkunft in der Gegend rumtreibt.
Zurück zu Wirtschaft. Es dürfte klar sein nach diesem Schwenk in den Bereich des Möglichen einer Folge der beliebten ?chirugischen Eingriffe per Jet?. Man hat es nicht im Griff, was in der Folge passiert – auch wirtschaftlich nicht und schon gar nicht in der aktuell sehr anfälligen Lage des westlichen Kapitalismus.
Das ist leider keine Garantie dafür, daß nicht irgendein Regierungschef der Ansicht ist, ein kleiner oder größerer Krieg könnte die Lösung für zahlreiche Probleme sein. Wäre nicht das erste Mal in der Geschichte der Menschheit…
Weil Bush & Freunde den Irak möglich gemacht haben, koste es was es wolle von A wie Anstand bis Z wie zurück unmöglich ist der Iran nicht möglich. Beides zusammen geht nicht (mehr?). Die Region würde brennen, aber anders wie von Bush & Freunde einst vorgeblich gedacht.
Ist nur die Frage, ob es die genannten kümmern würde oder nicht vielmehr als Zeichen für die “letzte Wiederkehr des großen Propheten Zarquon” gewertet werden würde, aka “Armaggedon”. Nicht nur Bush glaubt an den Müll, daß im heiligen Land die Endschlacht zwischen Gut und Böse ausgetragen wird, die 144.000 Gerechten einen Tribünenplatz an Gottes Seite beschert, während der Rest der Menschheit gemeuchelt wird (inkl. sämtlicher Juden, die sich nicht zum Christentum bekehren).
Damit will ich sagen: Rationalität ist leider nicht immer die Richtschnur menschlichen Handelns.
Obama muss ganz bestimmt Punkten. Mit seinen Verheissungen, die sicher so nicht einzuhalten sind. Wie soll es auch gehen? Gleichwohl kann er nicht komplett die Richtung wechseln. Ein sehr schnell unglaubwürdiger ?Mr. Change?, weil er von allem das Gegenteil macht oder nichts wäre sehr viel mehr als nur der Vertrauensbankrott einer Person. Er hat sich selbst eine schwere Aufgabe gestellt mit einem ebenso schwerem Erbe. Er muss halbwegs entlang seiner ?Vorgaben?
Die (wenigen) Versprechen von “Mr.Change” waren von Anfang an merkwürdig, da teilweise gegensätzlich: einerseits versprach er implizit den Krieg zu beenden, respektive die Truppen aus dem Irak zurückzuziehen, andererseits wollte er die Truppen in Afghanistan verstärken, also den Krieg an anderer Stelle fortführen.
Der “war on terror” soll ungebremst fortgeführt, dafür die Abteilung “Guantanamo” des American Gulag geschlossen, jedoch die übrigen Abteilungen offenbar fortgeführt werden. Bushs inneramerikanisches Überwachungssystem wird nicht angetastet… das “Heimatschutzministerium” bleibt bestehen, bekommt nur einen anderen Leiter.
Von den so zugkräftigen Ankündigungen, wie einem allgemeinen Krankenversicherungssystem, hat er sich schon vorsichtig distanziert, als die Tragweite der Finanzkrise noch nicht so offensichtlich war. Jetzt kann er das Thema ad acta legen und bedauernd auf die Krise verweisen, ohne offen wortbrüchig zu werden, wie bspw. “Mr.Cigar”, dessen holde Gattin zukünftig die Rolle von Condi übernimmt.
Testcase war das gesamte (!) Gulag, dessen Schließung die unumstößliche Pflicht des neuen Präsidenten gewesen wäre. Ebenso die augenblickliche Freilassung und Entschädigung der Insassen, sowie eine juristische Aufarbeitung der Folterpraxis. Diese Forderung ist nicht verhandelbar. Sie wäre sofort umsetzbar. Der Präsident ist weisungsbefugt. Die Finanzkrise hindert ihn ganz gewiß nicht daran.
Stattdessen eiert “Mr.Change” herum und läßt die Behauptung verbreiten, daß die Insassen quasi selbst daran schuld wären, daß man sie nicht freilassen könne, weil sie aufgrund ihrer Foltererfahrungen rachedürstig seien oder gar gerichtliche Schadensersatzforderungen erheben könnten. Nach dem Motto: würden sie widerspruchslos hinnehmen, mit einem (weiteren) Tritt in den Hintern vors Lagertor geschafft zu werden, könnten sie gehen.
“Mr. Change” hat sich diskreditiert, noch bevor er überhaupt sein Amt angetreten hat. Ebenso mit seinen peinlichen Versuchen, sich bei den Neocons und der christlichen Rechten einzuschleimen, indem er seine Amtseinführung von einem homophoben, frauenfeindlichen Haßprediger “segnen” läßt. Er ist ein Heuchler hoch zehn und das ist fast noch schlimmer als Bush!
@Fiend_THeyde #26
Ich werde “Mr. Change” nicht vor dem Bade aus der Wanne schütten wollen. Der Mann will neben den vielen kleinen Aufgaben eben auch noch etwas anderes. Das Land (also seine Heimat) nicht weiter spalten, sondern einen. Das ist eine ziemliche Notwendigkeit bei all seinen vielen, kleinen Herausforderungen.
Was den Wirtschaftsteil betrifft sind wir wohl ähnlicher Ansichten. Deine ganz grosse Skepsis teile ich vielleicht nach dem Auftreten der ganz grossen Rezession (also Depression). In so einer Stimmung ist sicher alles möglich.
@ 27 misterL:
Ich werde ?Mr. Change? nicht vor dem Bade aus der Wanne schütten wollen.
Die Wanne, in der “Mr.Change” sein Bad nimmt, ist mit dem Blut und den Tränen von Millionen gefüllt. Es reicht nicht, ein wenig kaltes Wasser nachfließen zu lassen.
Der Mann will neben den vielen kleinen Aufgaben eben auch noch etwas anderes. Das Land (also seine Heimat) nicht weiter spalten, sondern einen. Das ist eine ziemliche Notwendigkeit bei all seinen vielen, kleinen Herausforderungen.
Wie gesagt: die Forderung, das Gulag zu schließen, die Leute freizulassen, zu entschädigen und die Wächter (inkl. der Verantwortlichen) juristisch beurteilen zu lassen, ist eine ganz einfache Handlung. Da gibt es nichts auszutarieren, keine Kompromisse zu schließen oder widerstreitende Interessen zu beachten. Jeder Tag, den die Insassen ab Obamas Amtseinführung weiter gefangen gehalten werden, geht allein auf seine Kappe.
Eine Unterschrift unter eine entsprechende Anweisung und er kann sich wieder voll und ganz dem “einen” verschreiben.
Das hat eine Menge mit Menschenrechten, Rechtsstaat und demokratischen Werten zu tun. “Yes, he can”… wenn er will, aber ich fürchte, er will nicht.
Zum ersten Mal bin ich von einem SF-Artikel wirklich enttäuscht. Du hast die einmalige Chance vertan, denn der Titel dieses Artikels hätte selbstverständlich lauten müssen: La Guerre d’Iran n’aura pas lieu.
@Fiend_THeyde #28
Was das Gulag zu schließen, die Leute freizulassen, zu entschädigen und die Wächter (inkl. der Verantwortlichen) juristisch beurteilen zu lassen, angeht, so kann man das auf zwei Ebenen verteilen.
Entschädigung und Wächter der US Justitz und die Freilassung den Heimatländern. Falls sich noch jemand aus Deutschland im Gulag befindet ist ein gewisser Herr Steinmeier und ein gewisser Herr Scheuble mindest genauso wichtig.
@ 30 misterL:
Entschädigung und Wächter der US Justitz und die Freilassung den Heimatländern. Falls sich noch jemand aus Deutschland im Gulag befindet ist ein gewisser Herr Steinmeier und ein gewisser Herr Scheuble mindest genauso wichtig.
Das ist natürlich vollkommen richtig! Die Damen und Herren Beihilfeleister aus dem Lager der Verbündeten gehören ebenfalls zum Gulag-System und sind genauso wichtig, respektive verantwortlich. Steinmeier gehört vor Gericht, nicht ins Kanzleramt… Schäuble ebenso. Von den übrigen Verantwortlichen, die bei den Renditions mitgemacht und/oder Geheimgefängnisse geduldet haben, gar nicht zu reden. “Haben von nichts gewußt” ist bekanntlich die faulste aller Ausreden.
Die Unwilligkeit der Damen und Herren Verbündeten ist allerdings kein Grund für Verzögerungen irgendwelcher Art. Der vorige Präsident (bzw. sein “Stab”) hat die Lager ausgedacht und eingerichtet, dann kann der neue Präsident sie wieder schließen. Wenn die Heimatländer die Gefangenen aus irgendwelchen Gründen nicht aufnehmen wollen oder können, sollen sie solange in den USA bleiben dürfen.
Es wurde soviel Schuld gegenüber diesen Personen aufgeladen, daß dies das Mindeste ist. Inkl. medizinischer und psychologischer Betreuung, die neben einer finanziellen Entschädigung den angeblichen “Rachedurst” ebenso lindern könnte, wie eine juristische Aufarbeitung, die diesen Namen verdient.
Ich kann mir allerdings vorstellen, daß es den Folterknechten und ihren multimedialen Helfershelfern lieber wäre, die Opfer ihrer Taten in der Versenkung verschwinden zu lassen (so wurde es bekanntlich in nahezu allen Folterfällen dieser Welt gehandhabt) oder sie nachträglich mit Behauptungen, wie “sind wieder zum Terror zurückgekehrt” schuldig zu sprechen und damit ihre widerrechtliche Inhaftierung zu rechtfertigen.
Vielleicht ist der Hoax selbst ein Hoax.
Wiki meint Folgendes zur Iranischen Oelboerse:
http://en.wikipedia.org/wiki/Iranian_Oil_Bourse
Weiterfuehrender Times Artikel:
http://business.timesonline.co.uk/tol/business/economics/article1263954.ece
Entscheidend ist doch, dass die grosse Gefahr fuer den Dollar besteht, den Nimbus der Weltreservewaehrung zu verlieren, was dramatischte Folgen fuer die USA und andere Laender haben koennte.
Siehe Interview Otte in der SZ (15.01.09):
http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/finanzen/837/454519/text/
Gruss
Gruss
PS: Let there be hoaxes:-)
Einen Krieg abzusagen, ist immer gut, ihn gar nicht erst zu erwägen, wäre besser.