Direkt zum Inhalt
  • Newsletter
  • Über mich
  • Kontakt

  • Jeden Monat wieder! Ein zweiter Klick abonniert den Blog-Flattr.

  • Werbung

    MP3-Player Preisvergleich

  • Partner

    OA Logo
  • Archiv

  • Kategorien

    • Afghanistan
    • Afrika
    • Allgemein
    • Ausland
    • Bildungssystem
    • Blogintern
    • Blogs
    • Buchvorstellungen
    • Bundespräsident
    • CDU
    • China
    • Deutschland
    • Energie
    • Europa
    • FDP
    • Finanzkrise
    • Frankreich
    • Geopolitik
    • Georgien
    • Gesundheitssystem
    • Glosse
    • Great Game
    • Großbritannien
    • Grundlagen
    • Grüne
    • Irak
    • Iran
    • Israel
    • Kampagnenjournalismus
    • Lesebefehl
    • Linke
    • Medien
    • Menschenrechte
    • Nahostkonflikt
    • Neoliberalismus
    • Panik
    • Podcasts
    • Polen
    • Politclowns
    • Politischer Diskurs
    • Russland
    • Schwarz-Gelb
    • Sicherheitspolitik
    • Sozialpolitik
    • Sparen
    • SPD
    • Spezialdemokraten
    • Südamerika
    • Türkei
    • Unsympathen
    • US-Wahlen 08
    • USA
    • Verschwörungstheorien
    • Volkswirtschaft
    • Wahlen
    • Wirtschaft
  • Blogroll

    • 7Schläfer
    • Ad Sinistram
    • AllesDrehtSichImKreis
    • Blogsgesang
    • Chefarztfrau
    • Egghat
    • Feynsinn
    • FixMBR
    • Foreign Policy Watch
    • Geschichtsblog
    • Guardian of the Blind
    • Jacob Jung Blog
    • Maiak
    • Maskenfall
    • Michael Schöfer
    • NachDenkSeiten
    • Notizen aus der Unterwelt
    • Oeffinger Freidenker
    • Philibuster
    • Sargnagelschmiede
    • sp!ked
    • Spiegelkritik
    • Spreeblick
    • Tautenhahn
    • TomDispatch
    • Transatlantikblog
    • uiuiuiuiuiuiui
    • Unser globales Dorf
    • Wolfgang Michal
  • Quellen

    • AG Friedensforschung
    • Alternet
    • Asia Times
    • Common Dreams
    • Das Dossier
    • Economist´s View
    • FinanceScout24 Versicherungsvergleich
    • Foreign Policy in Focus
    • Freitag
    • German-foreign-policy
    • journalismus – nachrichten von heute
    • Junge Welt
    • Kontaktlinsen Preisvergleich
    • NachDenkSeiten
    • Net News Global
    • Neue Rheinische Zeitung
    • Open Democracy
    • Ossietzky
    • Project Syndicate
    • Russland-Aktuell
    • Russland.ru
    • Telepolis
    • Vox
  • RSS Nachdenkseiten

    • Hinweise des Tages II
    • Veranstaltungshinweis: Wie käuflich ist die Republik? Regeln für den Lobbyismus
    • Das literarische Werk Dieter Wellershoffs
    • Hinweise des Tages
    • Steinbrück bespricht Sarrazin und entlarvt seine eigene verblendete Sichtweise
  • RSS Jacob Jung

    • Dänische Verhältnisse? Gerne, Herr Gauck.
    • Jacobs Woche (11.3. – 17.3.2012)
    • Cyber-Minister Friedrich: Rettet den Pizzaservice
    • Studie: Acht Millionen Geringverdiener in Deutschland
    • Nazi-Angriff auf türkischen Imbissbesitzer in Sachsen-Anhalt
  • RSS ad sinistram

    • Nomen non est omen
    • Ein Kundenleben
    • Kein Verklärer als Erklärer!
    • Ridendo dicere verum
    • Sein Kampf, zweiter Teil
    • Unter deutscher Kuratel
    • Talk am Wahlabend
    • Sit venia verbo
    • Der Islamophobie ein wenig Weltläufigkeit
    • Wenn uns schlecht wird, geht es uns gut
  • RSS Feynsinn

    • Eine Frage hab ich da noch
    • Ein ungeheuerlicher Vorwurf
    • Brave New World
    • Becksteins Rätsel
    • Am Ende des Personenkults
  • RSS Oeffinger Freidenker

    • Chomskys "Propagandamodell" als Update zur These der "Meinungsmache" der NachDenkSeiten
    • Chomskys Propagandamodell
    • Der Fall eines Giganten
    • Aus aktuellem Anlass
    • Die ermüdenden Rituale
  • Suchen

  • RSS Feeds

    • Artikel
    • Kommentare
    • eMail-Abo
  • Dein Shop für Outdoor Ausrüstung und Bekleidung. Zweimal südlich Münchens, Einmalig im Internet.

    Hier könnte Ihre Werbung stehen

  • Letzte Kommentare

      Jacques Roux bei Schatzbriefe zum Nulltarif – Die Spekulation mit der Angst:

      “Das mit den Transplantationen...

      FetteBeute bei Schatzbriefe zum Nulltarif – Die Spekulation mit der Angst:

      @der Herr Karl Das mit den...

      der Herr Karl bei Schatzbriefe zum Nulltarif – Die Spekulation mit der Angst:

      Wachstum kann auch mit der Forcierung...

      Jacques Roux bei Schatzbriefe zum Nulltarif – Die Spekulation mit der Angst:

      “Politiker und Manager frage, wie...

      FetteBeute bei Schatzbriefe zum Nulltarif – Die Spekulation mit der Angst:

      @Very Serious Sam Die Geldpolitik wird...

      Jacques Roux bei Schatzbriefe zum Nulltarif – Die Spekulation mit der Angst:

      Apropos “Wachstum und...

      FetteBeute bei König Oskar dankt ab:

      Zustimmung.

      FetteBeute bei Schatzbriefe zum Nulltarif – Die Spekulation mit der Angst:

      @Very Serious Sam [...] wie denn eine...

      t.h.wolff bei König Oskar dankt ab:

      Der neoliberale Turnaround war keine Detailentscheidung, sondern Kern der Agenda...

      salvo bei Schatzbriefe zum Nulltarif – Die Spekulation mit der Angst:

      @mod http://www.sachverstaendige...

      Jacques Roux bei Schatzbriefe zum Nulltarif – Die Spekulation mit der Angst:

      “Was sollen diese Art von...

      lemmy caution bei Schatzbriefe zum Nulltarif – Die Spekulation mit der Angst:

      Servus Salvo, in jeder Finanzkrise...

      Mod bei Schatzbriefe zum Nulltarif – Die Spekulation mit der Angst:

      Gibt es einen Link oder besser eine Übersetzung...

      salvo bei Schatzbriefe zum Nulltarif – Die Spekulation mit der Angst:

      @Jens verstehe ich das richtige und es geht...

      salvo bei Schatzbriefe zum Nulltarif – Die Spekulation mit der Angst:

      @Jens der ‘SachverständigenratR 17;...

  • Twitter Contact News Spenden Login Anmelden

  • Werbung

    Hier könnte Ihre Werbung stehen

  • Facebook

  • Leseempfehlungen

    An dieser Stelle stehen hier normalerweise Leseempfehlungen mit einem Link auf Amazon. Da Amazon, wie sich mittlerweile herausgestellt hat, offenbar ein überaus unsozialer Konzern ist, der sich an den Schwächsten der Gesellschaft bereichert, hat sich der SPIEGELFECHTER entschlossen, die Zusammenarbeit mit Amazon mit sofortiger Wirkung zu kündigen. Es ist natürlich klar, dass dieser Boykott mit spürbaren finanziellen Einbußen verbunden ist. Wir würden uns daher freuen, wenn Ihr unsere Unabhängigkeit durch eine kleine Spende unterstützen könntet.
  • Der Holocaust und die Deutschen

    geschrieben am 03. Dezember 2010 von Spiegelfechter

    ein Gastartikel von Stefan Sasse

    Das Verhältnis der Deutschen zum Holocaust ist ein zwiespältiges. Es ist ein wohl weltweit einmaliger Vorgang, dass sich eine Nation so eindeutig und unmissverständlich zu einem Verbrechen bekennt, die Verantwortung auf sich nimmt und – wie unvollkommen auch immer – Wiedergutmachung dafür zu leisten versucht. Besonders in den letzten 20, 30 Jahren kommt außerdem eine massive und vergleichsweise profunde Aufarbeitung des Holocaust im breiten öffentlichen Bewusstsein hinzu. Das alles sind Leistungen, die man neidlos anerkennen muss und bei denen man etwa im Falle von Japans Kriegsverbrechen, denen der Sowjetunion oder auch der Kolonialverbrechen von England und Frankreich oder dem Umgang der USA mit der indigenen Urbevölkerung noch vergebens wartet. Gleichzeitig hat diese Aufarbeitung aber auch ihre Schattenseiten. Sie führte zu einem routinierten Betroffenheitsautomatismus, der echte Emotionen für das Thema mehr und mehr zu ersticken droht, zu Denkverboten und politischem Missbrauch. Im Folgenden soll genauer beleuchtet werden, wie die deutsche Aufarbeitung des Holocaust erfolgt ist, welche Probleme und welche Erfolge damit verknüpft sind und wie diese Entwicklung weitergetrieben werden kann.

    Bereits in der Endphase der Kämpfe in Deutschland, als die amerikanischen Truppen die KZs entdeckten und befreiten (die Diskussion, ob die Alliierten bereits vorher von den KZs wussten und diese bewusst nicht früher angegriffen haben, soll hier nicht vertieft werden) beschlossen die Amerikaner, die Deutschen mit ihren Verbrechen zu konfrontieren. In Dachau wurden Bürger der Stadt festgenommen, ins KZ gebracht und herumgeführt, ehe man sie wieder nach Hause zurückschickte. Den Berichten nach waren die Menschen, die 12 Jahre lang im Schatten des ersten Konzentrationslagers gelebt hatten, schwer betroffen, einige waren zusammengebrochen, andere hatten versucht, es stoisch zu ertragen. In den Nürnberger Prozessen 1946 und dann später in den Einsatzgruppenprozessen sowie den Nürnberger Folgeprozessen wurden die Angeklagten auch mit dem Holocaust und den Massentötungen in Osteuropa konfrontiert. Breites Interesse erweckten die Alliierten damit in der deutschen Bevölkerung allerdings trotz ausführlicher Berichterstattung nicht. Dies hatte wohl zum einen damit zu tun, dass die Deutschen kein großes Interesse an einer akribischen Auflistung ihrer Verbrechen hatten, aber noch mehr wohl damit, dass das Land in Trümmern lag und das Sichern der eigenen Existenz und der Wiederaufbau Vorrang genossen.

    Besonders die Amerikaner hatten sich mit der so genannten “Re-Education” (etwa: Umerziehung) das ambitionierte Ziel gesetzt, die Deutschen zu Demokraten zu machen. Dazu gehörte natürlich auch zumindest anfangs die Konfrontation mit den Verbrechen der Nazizeit, soweit sie bekannt waren. Der beginnende Kalte Krieg ab 1946 ließ es den USA jedoch notwendig erscheinen, ihre Ziele an die Prioritäten anzupassen, die eine möglichst schnelle Stabilisierung Westdeutschlands und seine Bindung an die USA, Großbritannien und Frankreich vorsahen. Re-Education wurde schnell beerdigt und durch einen Transfer amerikanischer Mainstreamkultur ersetzt, die diese Aufgabe mit großem Erfolg bewerkstelligte.

    Die Machtübernahme durch Konrad Adenauer und sein bürgerliches Bündnis 1949 bedeutete einen endgültigen Schnitt mit der Vergangenheit. Die Schlussstrichmentalität war weit verbreitet, und die Bedrohung durch die Sowjetunion allgemein so stark perzeptioniert, dass gerade vor der Folie der DDR die BRD bereits vollständig auf Basis der “freiheitlich-demokratischen Grundordnung” stand. Dazu kam, dass zwar eine innenpolitische Aufarbeitung der Nazi-Zeit nicht stattfand, Deutschland jedoch außenpolitisch im Büßergewand auftrat und sich auf die Seite Israels stellte, das unilateral mit Geldern und Hilfsgütern unterstützt wurde, die als – nicht geforderte – Wiedergutmachung dienen sollten. Diese Art der Vergangenheitsbewältigung passte gut in die Schlussstrichmentalität der Deutschen, die sich durch Geldzahlungen gewissermaßen freikaufen konnten und sich nicht persönlich mit dem Thema beschäftigen mussten.

    Zu Beginn der 1960er Jahre änderte sich das erstmals. In Frankfurt fanden die ersten großen rein deutschen Prozesse zum Holocaust statt, nachdem der erste Versuch einer deutschen juristischen Aufarbeitung durch das gegenseitige Ausstellen von “Persilscheinen” in den 1940er Jahren gescheitert war. In den so genannten Auschwitz-Prozessen 1963-1968, die durch die 1958 errichtete Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen möglich gemacht wurden, wurden Lagermannschaften des Vernichtungslagers Aufschwitz-Birkenau angeklagt. Dem waren monatelange, akribische Recherchen vorausgegangen, allein im ersten der drei großen Auschwitz-Prozesse wurden 360 Zeugen vernommen. Die Prozesse erhielten ein großes Medienecho, das durch Tonbandaufnahmen noch gesteigert wurde. Viele Deutsche hörten zum ersten Mal vom ganzen Ausmaß der Verbrechen, die in den KZs geschehen waren, lauschten Zeugen und Angeklagten und wurden selbst Zeuge, wie mehrmals der “Befehlsnotstand” strafmildernd wirkte. Ab diesen Prozessen war eine Relativierung des Holocaust in Deutschland deutlich schwerer möglich als je zuvor.

    Die Prozesse polarisierten jedoch die Bevölkerung trotzdem in einem ungeahnten Ausmaß: die Generation der nach oder in der Endphase des Krieges Geborenen begannen, ihre eigenen Väter nach deren Vergangenheit im Krieg zu befragen. Die Haltung zum Nationalsozialismus und Holocaust gab dem Generationenstreit erst jene Schärfe, die 1967/68 in den großen Unruhen münden sollte und war lange Zündstoff für den Bruch zwischen den beiden Generationen. Trotz RAF-Terror, der sich unter anderem mit den NS-Verbrechen und ihrer mangelnden Aufarbeitung zu legitimieren versuchte, riss das Interesse auch in den 1970er Jahren nicht gänzlich ab; schon allein, weil Folgeprozesse zu den drei großen Auschwitz-Prozessen stattfanden. Trotzdem blieb die Holocaust-Aufarbeitung merkwürdig abstrakt, justiziell und deutsch-zentriert.

    Dies änderte sich im Jahr 1979 radikal. Vom 22. bis 26. Januar wurde der vierteilige Fernsehfilm “Holocaust. Die Geschichte der Familie Weiß” (Youtube) ausgestrahlt, der anhand einer fiktiven Familie zentrale Ereignisse des Holocaust in einer für damalige Verhältnisse drastischen Art und Weise wiedergab. Bis zu 15 Millionen Zuschauer verfolgten die Ausstrahlung, die im Dritten Programm lief, und die Diskussion war lebhaft und erzeugte einen so großen politischen Druck, dass am 29. März desselben Jahres der Bundestag beschloss, die Verjährung bei Mord aufzuheben, wenn es sich um Völkermord handelte. Die NS-Verbrecher würden damit bis an ihr Lebensende juristisch zu belangen sein, und die letzten Prozesse dieser Art erleben wir gerade in diesen Tagen, etwa im Fall von John Demjanjuk, der seinen letzten Prozesstermin voraussichtlich am 22. Dezember 2010 haben wird. 1993 folgte ein weiteres aufwühlendes Filmdokument, “Schindlers Liste”, des bekannten Blockbuster-Regisseurs Steven Spielberg.

    Mitte der 1990er Jahre jedoch begann das Interesse am Holocaust langsam, aber sicher zu erlahmen. Inzwischen gehörte seine Behandlung zum Standardprogramm an staatlichen Schulen, das oftmals erstmalig in der vierten Grundschulklasse angeschnitten wird (etwa über Anne Franks Tagebücher) und dann in etwa zweijährigen Intervallen, teils fächerübergreifend, immer wieder behandelt wird. Ein bislang letzter Schritt in der Aufarbeitung des Holocaust erfolgte durch die Regierung Schröder, als der Kanzler (neben der Entschädigung von Zwangsarbeitern) nicht mehr von der Schuld der Deutschen sprach – diese lehnte er für die aktuellen Generationen als 1944 Geborener ab – sondern eine spezifische deutsche Verantwortung konstatierte, an den Holocaust zu erinnern und eine Wiederholung zu vermeiden. Seit Schröders Umdeutung ist keine weitere Bewegung in der Aufarbeitung mehr zu erkennen.

    Die Entwicklung der letzten etwa 20 Jahre ist allerdings Besorgnis erregend. Tatsächlich hat sich in breiten Bevölkerungsschichten eine Übersättigung mit dem Thema Holocaust eingestellt. An den Schulen stöhnen die Schüler, wann immer das Thema auf die Tagesordnung kommt. An den Geschichtsfakultäten gibt es kaum Veranstaltungen zu dem Thema, weil die Dozenten selbst oftmals keine Lust mehr darauf haben. Im Fernsehen erstarrt die Erinnerung zur Guido-Knopp-Betroffenheitsübung, und selbst Knopp widmet sich lieber dem eigentlichen Kriegsgeschehen oder irgendwelchen revisionistischen Betrachtungsweisen als dem Holocaust. Gleichzeitig ist die öffentliche Debatte unglaublich sensibel. Mit jedem Schritt kann man inzwischen in Geruch kommen, den Holocaust zu verharmlosen, antisemitisch zu denken oder Israel das Existenzrecht abzustreiten. Einerseits ist diese Sensibilität begrüßenswert. Einerseits.

    Andererseits allerdings könnte es den Akteuren jener “political correctness” eines Tages so gehen wie dem Hirten im Märchen, der stets Wolf ruft, so dass ihn niemand mehr ernst nimmt, wenn der Wolf tatsächlich einmal kommt. Der Antisemitismus-Vorwurf wird inzwischen mit einer solchen Routiniertheit in der öffentlichen Debatte gebraucht, wird so schnell aus dem Köcher geholt, dass praktisch jeder damit belegt werden kann. Dieser Vorwurf aber ist die größte und härteste Waffe, die es im Kampf um die Holocaust-Deutung gibt. Wenn sie ständig genutzt wird, nutzt sie sich ab. Noch dramatischer ist, dass die Keule so oftmals gegen diejenigen geschwungen wird, die eigentlich die Verbündeten im Kampf gegen Holocaust-Relativierung sein müssten, etwa Martin Walser, der mehrmals in die Kritik geriet, am prominetesten aber wohl in seiner Paulskirchenrede 1998, in der er genau dieses Problem anprangerte. Tatsächlich besteht die Gefahr, dass die Sensibilisierung der Deutschen für die Verbrechen des Holocaust ausgerechnet von ihren größten Verfechtern bedroht wird. Es ist weiterhin wichtig, wirklich wichtig, dass die Bevölkerung für den Holocaust und die anderen Nazi-Verbrechen sensibilisiert bleibt. Es muss ein Monopol der NPD und anderer Rechtsextremer bleiben, die Aufarbeitung und Erinnerung daran in Frage zu stellen. Dies allerdings geschieht nicht, wenn die Stimmung überwiegend genervt oder resigniert gegenüber dem Thema ist.

    Wie also könnte man die Erinnerung und Aufarbeitung modifizieren? Ich bin der Überzeugung, dass ein Wechsel der Perspektive hier hilfreich sein kann. Ich erinnere mich noch daran, dass ich aus der Schule kommend selbst nicht auch nur das Geringste Interesse am Holocaust mehr hatte, das Thema nicht mehr hören konnte und froh war, dass Schröder einen Schlussstrich zu ziehen schien, was ihm allerdings (zum Glück) nicht gelang. Erst an der Universität fand ich einen neuen Zugang: von der Opferperspektive, die inzwischen in einer schon fast ritualisierten Nennung von Opferzahlen (sechs Millionen) und anderen Daten erstarrt ist, ohne einen emotionalen Zugang zu bieten, hin zu einer Täterperspektive zu wechseln. Zwar ist der Holocaust im öffentlichen Bewusstsein verankert wie kein zweites Ereignis, was eine beeindruckende und hervorzuhebende Leistung der Aufarbeitung ist. Leider ist er aber auch ein kaum verstandenes Ereignis. Was bewegte so viele Deutsche dazu, ihre Mitmenschen und völlig Fremde unter katastrophalen Unlebensbedingungen industriell, fabrikartig umzubringen? Wie war es möglich, dass von den nach konservativen Schätzungen 200.000 mittelbar am Holocaust beteiligten Personen praktisch niemand bereit war, etwas dagegen zu unternehmen?

    In der aktuellen populären Geschichtsvermittlung wirkt es oftmals, als seien 1933 braune Aliens gelandet, hätten die Deutschen verhext, zum Holocaust und 2. Weltkrieg gezwungen und seien 1945 wie ein böser Albtraum wieder im All verschwunden. Gerade diese Sicht auf die damaligen Geschehnisse ist aber verheerend, denn sie eröffnet weder Verständnisspielräume noch trägt sie dazu bei, eine Wiederholung zu vermeiden. Praktisch jedem Deutschen sind die Fakten zum Holocaust bekannt. Wie es allerdings tatsächlich so weit kommen konnte, versteht fast niemand, und es wird auch nur selten der Versuch unternommen, es zu erklären. Gerade dies aber wäre notwendig, um eine Wiederholung dieser Geschehnisse tatsächlich zu vermeiden. Die öffentliche Erinnerung an den Holocaust droht in einem Ritual zu erstarren und politisch missbraucht zu werden, sei es zur Rechtfertigung des Kosovokriegs durch Joschka Fischer, der die Verhinderung eines serbischen Auschwitz postulierte, sei es in der politischen Alltagsdebatte. Das historische Erbe der Deutschen ist zu wichtig, um es auf diese Art auf das Spiel zu setzen. Wir haben eine historische Verantwortung (selbst wenn die Schuldigen bald wirklich alle nicht mehr unter uns weilen werden), und wir müssen sie wahrnehmen. Das sind wir den damaligen Opfern schuldig, das sind wir der Welt schuldig, und nicht zuletzt auch uns selbst.

    Stefan Sasse

    Stefan Sasse bloggt auf dem Oeffinger Freidenker und betreibt den Geschichtsblog.

    122 Kommentare Print This Post
    ein Gastartikel von Stefan Sasse Das Verhältnis der Deutschen zum Holocaust ist ein zwiespältiges. Es ist ein wohl weltweit einmaliger Vorgang, dass sich eine Nation so eindeutig und unmissverständlich zu einem Verbrechen bekennt, die Verantwortung auf sich nimmt und - wie unvollkommen auch immer - Wiedergutmachung dafür zu leisten versucht. Besonders in den letzten 20, ...
    Tags: Deutschland
    Werbeblog
    Partnersuche im Internet
    Vertrauen Sie Deutschlands Nr. 1
    Wissenschaftlich fundierter Test!
    www.PARSHIP.de

    Trackbacks:

    1. Tweets that mention Der Holocaust und die Deutschen » Spiegelfechter — Topsy.com

    122 Kommentare:

    1. Systemfrager schrieb am 3. Dezember 2010 at 09:51 - Permalink

      Praktisch jedem Deutschen sind die Fakten zum Holocaust bekannt. Wie es allerdings tatsächlich so weit kommen konnte, versteht fast niemand, und es wird auch nur selten der Versuch unternommen, es zu erklären.

      Womit hat der Faschismus ganz bestimmt nicht das Geringste zu tun:

      Mit der „Dämonie der Macht“, den „hypnotischen Augen“ oder gar „okkulten Kräften eines afrikanischen Medizinmannes oder eines asiatischen Schamanen“ – wie man es sogar bei seriösen Hitler-Biographen nachlesen kann.

      Die ewige Wiederkehr von Gut und Böse
      Was waren der Faschismus und der Kommunismus wirklich?
      weiter >>>

    2. unbequemer schrieb am 3. Dezember 2010 at 10:45 - Permalink

      Eben. FAST niemand. Denn die Menschen wollen es auch nicht erkennen. Denn dann müssten sie auch jetzt erkennen, wie sich das abspielt. Wir sind wieder auf dem Weg.

    3. Fleur schrieb am 3. Dezember 2010 at 11:21 - Permalink

      Immer mehr Leute fühlen sich sogar dreist belästigt von ihrer eigenen Geschichte. Man will ja stolz auf Deutschland sein und dann dieser Schandfleck. Das geht natürlich nicht und so bäumt man sich auf und wird noch pampig dabei: “Ich persönlich war’s ja nicht. Die sollen sich alle mal abregen!”

      Gleichzeitig will man dann schwarz-rot-gold auf der Wange tragen, von tollen Exportüberschüssen sprechen und von Dichtern und Denkern schwadronieren.
      Den unliebsamen Teil der Geschichte klammert man einfach aus. Nur hier will man kurz und zeitweise nicht dazugehören. In den rühmlicheren Zeiten fühlt man sich dafür umso mehr zu Hause. Ekelhaft!

      Rosinenpicken ist zwar meist unangenehm hier aber sogar moralisch verwerflich. Für den fraglichen Nutzen des Nationalstolzes schlägt man Opfern und denen, die sich erinnern und lernen wollen ins Gesicht. Das ist es nicht Wert.

      Westerwelle u.a. bekommen es ja auch nicht fertig eine Debatte zu führen, ohne Verweis darauf, dass alle endlich aufhören sollen, sich zu beschweren. Ja, lieber sollen wir stolz sein…aufs glorreiche Vaterland und dabei schön selbstgefällig einen der einschneidensten Momente der deutschen Geschichte als “bewältigt” ad acta legen.
      Schnell zum Kübel…

      • Elbarto schrieb am 3. Dezember 2010 at 13:27 - Permalink

        schwarz-rot-gold auf der Wange tragen

        Naja, das ist in erster Linie wohl dem Fußballwahn geschuldet und hat eher weniger mit Nationalstolz zu tun. Wohl mehr Begeisterung für die Mannschaft und den Spooocht.

        Anfangen Sorgen zu machen würde ich mir wenn die auch außerhalb EM/WM oder was auch immer mit Fähnchen am Auto und Flaggen am Haus anfangen würden. Hier bei mir auf der Straße sah es bei der letzten WM wie an Führers Geburtstag aus. ;-)

        Der Artikel hat mir gut gefallen! Danke dafür.

        • Farun schrieb am 6. Dezember 2010 at 09:43 - Permalink

          Stimmt, schwarz rot gold waren die Farben der Nationalsozialistischen Flaggen.
          Makes perfect sense.

          Ich hab übrigens kein Problem mit deutschen Flaggen, auch ausserhalb der WM/EM.
          Warum sollte man auf Deutschland nicht stolz sein dürfen? Weil “wir” die Nazis hatten?
          Bullshit. Die “Nazis” waren normale Menschen wie du und ich, die über Umstände ihrer Zeit pervertiert wurden – manche sehr viel schlimmer als andere. Das hat aber nichts mit Deutschland zu tun, sondern mit uns als Menschen.

          Menschen sind unglaublich leicht in derartige Muster zu treiben, siehe “Die Welle”.

          Aber dafür schäme ich mich nicht. Ich bin nicht pervertiert, nur weil ich Deutscher bin. Ich trage keine Mitschuld an den damaligen Geschehnissen. Und ich mag Deutschland an sich, als Land.
          Allerdings gehen mir seine Bewohner teilweise ziemlich auf die Nerven.

          Eine Aufarbeitung der Geschehnisse aus Opfer- und Tätersicht wäre wichtig. Für alle Menschen.
          Die übertriebene Aufarbeitung die allerdings in deutschen Schulen stattfindet ist einfach nur….lächerlich.
          Man sollte das Thema nur einmal in seiner Laufbahn zu behandeln haben, dann aber richtig.

    4. Bokatov schrieb am 3. Dezember 2010 at 11:30 - Permalink

      Zwar ist der Holocaust im öffentlichen Bewusstsein verankert wie kein zweites Ereignis, was eine beeindruckende und hervorzuhebende Leistung der Aufarbeitung ist. Leider ist er aber auch ein kaum verstandenes Ereignis.

      Das stimmt.
      Einige Autoren haben jedoch tapfer versucht, die „Nazizeit“ zu beleuchten.
      Allen voran hat der deutsche Historiker Dr. Karlheinz Deschner in seinen Bänden „Abermals krähte der Hahn“, „Ein Jahrhundert der Heilsgeschichte“ und „Die Politik der Päpste im 20. Jahrhundert“ und anderen Ausgaben Klartext geschrieben.

      Die Geschichte wiederholt sich.

      Es war immer die geistliche Macht, die sich die weltliche Macht unterordnete und so die Zügel in den Händen behielt, und damit das Lenken der Geschichte. Es macht keinen Sinn, das deutsche Volk allgemein als die willigen Vollstrecker Hitlers und Holocaust-Verbrecher anzuprangern. Allerdings gab es genügend von ihnen, die als mehr oder weniger treue Kirchenchristen, bzw. Kirchensteuerzahler vom Zeitgeist mitgerissen wurden und sich haben missbrauchen lassen.

      Lieber Herr Sasse, bitte nehmen Sie sich die Zeit und lesen Sie sich einmal in die Materie hinein und machen dann den Versuch einen Artikel zu schreiben der den Titel trägt: „Der Holocaust und der Vatikan“.

      Bokatov

    5. elwu schrieb am 3. Dezember 2010 at 11:42 - Permalink

      Der Artikel gefällt mir. Wenngleich ich die Befürchtung einer gefährlichen Abschwächung der kollektiven und individuellen Erinnerung und vor allem einer daraus potentiell erwachsenden Gefahr der Wiederholung eines von Deutschland ausgehenden Holocaust nicht teile. Diese Gefahr sehe ich bei absolut Null. Aus sehr vielen Gründen. Aber die Überlegungen zur Entwicklung der Aufarbeitung und zum inzwischen allfällig instrumentalisierten Antisemitismus-Vorwurf sind sehr überzeugend, Respekt.

      Besonders gefällt mir übrigens, dass nicht (wie kürzlich in einem anderen Artikel hier) der aberwitzige Versuch unternommen wurde, aktuellen Sozialgesetzen das Niveau der Rassengesetze der Nazis zu attestieren, und SPD-Politiker, die daran mitwirkten, mit Hitler zu vergleichen. Sondern dieser Artikel hier ist IMO sachlich und fachlich sauber, inhaltlich weitgehend überzeugend und menschlich anständig.

      • Stefan Sasse schrieb am 3. Dezember 2010 at 14:30 - Permalink

        Danke. Ich halte dieses Gerede von “Faschismus” auch für Unsinn.

        • schwitzig schrieb am 3. Dezember 2010 at 17:54 - Permalink

          Das nächste System wird man wohl “Totalitarismus” nennen. Da wird nicht so direkt gemordet, aber als Gesellschaftsbasis ist es nur unwensentlich besser. Es ist eine Variante.

      • Truvor schrieb am 3. Dezember 2010 at 16:46 - Permalink

        @ elwu

        “Die Gefahr sehe ich bei absolut Null.”

        Bin auch Deiner Meinung.
        Nach über 60 Jahrelangen Aufklärung sehe ich diese Gefahr auch nicht.
        Das Problem sehe ich aber woanders.
        Die Jugendlichen interessieren sich nicht für Holocoast, weil sie das Gefühl haben, daß dieses Thema ihnen aufgezwungen wird (Schule, Medien etc.).
        Ich finde, es gibt unglaublich viel Information über Holocoast (in Deutschland).
        Wer sich dafür interessiert, der wird problemlos auf diese Information kommen.
        Wer keine Interesse (zumindest zur Zeit) hat, den sollte man am Liebsten in Ruhe lassen, sonst könnte “der Schuß nach hinten gehen” und am Ende glaubt derjenige irgendwelchen Revisionisten (a la “Es gab keinen Holocaust”) oder Verschwörungstheoretikern.

        Ich erinnere mich noch an meine Jugendzeit als die Kommunisten uns mit ihrer Ideologie (in die sie selber, zumindest in den 70ern und 80ern Jahren, nicht geglaubt haben) an den Wecker gingen.
        Am Ende erschien sogar dieses Plappermaul Gorbatschow dem Volk wie ein Messias.

    6. totalverweigerung schrieb am 3. Dezember 2010 at 11:45 - Permalink

      moin!

      der artikel ist interessant, dümpelt meines erachtens aber nur auf der oberfläche dieses dreckigen themas.

      wer glaubt die “nazis” wären 1945 besiegt worden irrt gewaltig, mit der operation paperclip sind nicht nur hochrangige wissenschaftler in die staaten gegangen. die einflußreichen und gesellschaftlich gut situierten mitglieder jener thule-gesellschaft, die hitler erst zu dem verholfen haben, was er später “erreichte”, sind “zufälligerweise” von den nürnberger schauprozessen -gänzlich unangetast- verschont geblieben. ein schelm, wer böses dabei denkt…

      jenseits der mainstreammedien ist so einiges zu dem thema in erfahrung zu bringen; ich empfehle die lektüre “Das Schwarze Reich” von Carmin:
      http://www.webcritics.de/page/book.php?id=202

      die wirkliche gefahr besteht meines erachtens in dieser kompletten geschichtsfälschung, die hitler zu diesem großen strategen und geistigen vater der ns-verbrechen verklärt. es ist mitnichten so einfach gewesen, der österreichische postkartenzeichner war sicher nicht der ideengeber für eine so umfassende und gut organisierte, sich dem germanentum anbiedernde okkulte symbologie. er wurde geschult und jahrelang vorbereitet, aber auch das bleibt von unseren medien lieber unerwähnt – fragt sich nur warum und wem nützt dieser sündenbock wirklich?

      grüße
      totalverweigerung

      • Elbarto schrieb am 3. Dezember 2010 at 13:38 - Permalink

        empfehle die lektüre “Das Schwarze Reich” von Carmin:

        Hehe, das Buch hab ich hier auch noch rumstehen. Muss so Mitte der 90ziger gewesen sein, als ich schwer auf dem Verschwörungstrip war. Werde ich mir bei Gelegenheit noch mal geben denn vielleicht sehe ich heute einige Dinge anders…

      • no0ne schrieb am 3. Dezember 2010 at 14:06 - Permalink

        Ist “das schwarze Reich” wieder so ein VT-Buch? So eine Art Zeitgeist im Buchformat? Klingt zumindest so, wenn man sich die Kommentare bei Amazon durchliest, Zitat:

        “- Schon seit 1890 kursierte in England eine Landkarte (sie wurde zuerst im auflagenstarken Wochenblatt Truth veröffentlicht), die die Grenzen Europas nach dem II. Weltkrieg zeigte – einschließlich der Abspaltung des Ostblocks!

        - Bereits 1919 nach Abschluß der Versailler Verträge stellte ein Mitglied des amerikanischen Morgan-Bank-Konsortiums genüßlich fest: “Wir haben ein schriftliches Dokument, das uns Krieg in zwanzig Jahren garantiert.” Mächtige Leute können eben genaue Propheten sein!

        - 1929 – zu einer Zeit, als Hitler noch ein kleiner Gefreiter war und in seiner Freizeit in Lederhosen durch die Alpen wanderte (weil er die ihm zugedachte Rolle noch nicht kannte), traf nachgewiesenermaßen das britische Außenministerium die ersten Vorbereitungen für den künftigen Bombenkrieg!

        - Schon in den zwanziger Jahren hatte sich der große Europäer und Menschenfreund Winston Churchill in seinen Memoiren gewünscht, die deutsche Bevölkerung “mit unglaublich bösartigen Giftgasen” gänzlich auszurotten,

        - jener Winston Churchill, Träger des europäischen Karlspreises und erklärter Liebhaber von Dumdum-Geschossen, der bereits 1936 (als viele, viele Europäer Hitler noch irrtümlicherweise für einen großen Politiker hielten) erklärte: “Wir werden Hitler den Krieg aufzwingen, ob er will oder nicht!”,

        - Noch merkwürdiger, daß es auf der anderen Seite des politischen Spektrums nicht besser aussah: Karl Radek, Lenins engster Vertrauter warb in Berlin mit Geldern aus Moskau für Hitler und die NSDAP,

        - Obwohl die Westmächte 1917 ein Embargo gegen die junge Sowjetunion verhängten, stammten 95 % der industriellen Struktur aus den Vereinigten Staaten – kein Wunder, schließlich waren es ja Bankiers wie Thompson, Morgan und Robins (Direktor der amerikan. Bundesbank!), die die bolschewistische Revolution finanziert hatten!

        - So wundert es auch niemanden mehr, daß England, das doch 1939 Deutschland wegen des Überfalls auf Polen den Krieg erklärte, sich keinen Deut um Stalins Polen-Feldzug kümmerte, erstrecht nicht nach 1945, als Polen gänzlich dem “kommunistischen Experiment” einverleibt wurde,

        - Und schließlich entgeht den gelehrtesten Historikern ein so wichtiger Umstand, daß während auf den grauenhaften Schlachtfeldern des II. Weltkrieges Hunderttausende Soldaten aller Seiten wie Schlachtvieh verreckten, englische, amerikanische, französische und deutsche (!!!) Bankiers in der Schweiz an einem Tisch saßen, um die fetten Kriegsgewinne aufzuteilen,

        - wo die Brüder Dulles als Vertreter fast sämtlicher Nazi-Banken eine herausragende Rolle spielten, jene Dulles-Brüder, die nach Kriegsende Tausende von Nazi-Größen ins Ausland schmuggelten und selbst nur kurze Zeit später zum CIA-Chef und amerikanischen Außenminister avancierten!”

        Soll ich lachen oder weinen?

        • Stefan Sasse schrieb am 3. Dezember 2010 at 14:31 - Permalink

          Lachen.

          • totalverweigerung schrieb am 3. Dezember 2010 at 15:06 - Permalink

            ich hab nie behauptet das buch sei der stein der weisen, es eröffnet einem allerdings ne menge neue perspektiven für einen anderen blick auf die von gewinnern geschriebene geschichte. es ist stellenweise brilliant geschrieben und in teilen sehr gut & nachvollziehbar recherchiert, dümmer wird man durch die lektüre sicher nicht.

            interessant finde ich die tatsache, daß ihr den kern meines beitrages weiterhin unangetastet lasst. wie darf ich das verstehen?
            hab ich mit der empfehlung schon jeden anspruch auf ernsthafte streitkultur verloren oder ist euch das thema tatsächlich keiner weiteren rede wert?

            ich würde jetzt mal auf beides tippen und bedanke mich für die lacher, ignoranz ist eben doch eine tugend. ;-)

            grüße
            t

            • Elbarto schrieb am 3. Dezember 2010 at 18:13 - Permalink

              hab ich mit der empfehlung schon jeden anspruch auf ernsthafte streitkultur verloren

              Nö, also zumindest bei mir nicht. Aber das Buch schlägt schon so in die typische Kerbe.

              oder ist euch das thema tatsächlich keiner weiteren rede wert?

              Die Passagen von noOne klingen so doch etwas absurd. Man sollte das Buch als Ganzes oder man hakt es halt als wüste VT ab. Da hat jeder so seine Meinung.

        • Elbarto schrieb am 3. Dezember 2010 at 15:02 - Permalink

          Ist “das schwarze Reich” wieder so ein VT-Buch?

          Bingo!

          Aber dieser ganze okkulte Kram war im Dritten Reich schon vorhanden. Die Existenz der z.B. Thule-Gesellschaft ist ja unbestritten. Ob man dann jetzt so weit geht wie das Buch, ist eine ganz andere Sache.

          Oder man guckt einfach Hellboy! Da sind ja auch so ein paar okkulte NaziZombieÜbermenschen mit dabei. ;-)

          • totalverweigerung schrieb am 3. Dezember 2010 at 15:11 - Permalink

            wenigstens sind diese ach so unbelegbaren verschwörungstheoretikergeschichten für hollywoods filmschmiede noch material genug, watt? ;-)

        • Spiegelfechter schrieb am 3. Dezember 2010 at 15:37 - Permalink

          Soll ich lachen oder weinen?

          Beides ;-)

          Dieser Schwachsinn wird wohl nie aussterben

          • Laurentius schrieb am 4. Dezember 2010 at 12:58 - Permalink

            Bei allem Verständnis für eine ordentliche Portion Skepsis gegenüber Verschwörungstheorien, muss ich doch mal für dieses Buch sprechen.
            Als ich es damals las, war ich eher enttäuscht, denn ich versprach mir eine ordentliche Portion Nazi-Okkultimsus davon. So beginnt es auch, aber es wechselt dann zügig das Gleis, und sehr schnell geht es eigentlich nur noch um Wirtschaftliche Verstrickung, Banken, Geld und mehr Geld.
            Und abgesehen davon habe ich glaube ich noch nie ein Buch (dieser Thematik) in der Hand gehabt, welches mit so vielen historischer Quellenangaben daherkommt, Locker die Hälfte des Buches.
            Der Author scheint ein Pseudonym zu sein, was das Buch schonmal ein bisschen degradiert, aber gerade dieses Buch sollte man nicht vorschnell verurteilen, vor allem nicht, wenn man es nicht gelesen hat.

            Ich will hier nicht die VT vorantreiben oder verteidigen. Bin aber der Meinung zu dem Buch sollte das mal gesagt sein. “Okkultismus” kommt in dem Buch beiweitem nicht an erster Stelle. Abgesehen davon solte man nicht vergessen, das Okkultismus, Spiritismus, Esoterik und whatever oft auch nur ein Themen-Deckmantel für ein Geschäftsmodell ist. Ich würde also nciht so weit gehen und der Thule-Gesellschaft zwingend irgendwelchen okkulten “Ziele” zuzusprechen, nur weil sie es sich auf die Fahne geschrieben haben. Am Ende war es auch nur ein Verein mit ganz wirtschaftlichen Interessen?

            *Ich bin auf jedenfall sehr froh das Buch gelesen zu haben, denn genau das hat es bei mir aufgezeigt. Das nicht alles so sein muss wie es scheint. Es hat eher dazu beigetragen, das 3. Reich zu demystifizieren, eine ordentliche Portion Okkultismus weggenommen. Und es ist historisch wirklich sehr interessant.

      • Granado schrieb am 3. Dezember 2010 at 18:18 - Permalink

        Also das 20. Jh. reicht zurück bis Robert Fludd (1574-1637)? Die Namen sind weder alphabetisch noch zeitlich sortiert.
        Und ob Lloyd George 1919 genüßlich oder vielmehr seufzend äußerte, der Versailler Vertrag beschere den nächsten Krieg, sollte wohl nicht so voreilig angegangen werden.

    7. Chat Atkins schrieb am 3. Dezember 2010 at 11:49 - Permalink

      Es gibt doch längst die Aufarbeitung auch der ‘alltäglichen Täterperspektive: “Die Deutschen und der Holocaust: Was niemand wissen wollte, aber jeder wissen konnte”. Zur Einführung in die Mentalwelt der Täter halte ich – trotz der manchmal grobgestrickten fiktionalen Elemente – immer noch ‘Jonathan Littell: Die Wohlgesinnten’ für ein großartiges Buch, vor allem deshalb, weil diese 1.000 Seiten verstehen helfen, wieso gerade diejenigen Deutschen, die sich unentwegt als die ‘Kulturträger’ jener Zeit betrachteten, ihren ‘Idealen’ folgend bis über die Kniee durch Blut und Verbrechen wateten, weshalb also der Holocaust eben keine Angelegenheit des ‘Pöbels’, sondern der ‘Eliten’ war.

      • t schrieb am 3. Dezember 2010 at 12:58 - Permalink

        Es ist aber doch immer so bequem und vor allem auch so schnell, den Holocaust vor allem als von den Katholiken verantwortet darzustellen.
        Wobei sich schon die Frage stellt, weshalb ausgerechnet eine Bauern- und Arbeiterkirche dazu in der Lage sein soll, einen Nationalsozialismus gegen den Willen der gutbürgerlichen und begüterten Protestanten zu etablieren.

        • Stefan Sasse schrieb am 3. Dezember 2010 at 14:31 - Permalink

          Ich frag mich was diese Fixierung auf die Kirchen soll. Die Leute, die hinter dem Holocaust stehen, haben mit den Kirchen nichts zu tun.

          • t schrieb am 3. Dezember 2010 at 15:09 - Permalink

            Wenn es denn zumindest eine Fixierung auf DIE Kirchen wäre!

            Aber es wird sich ja sehr einfach gemacht und in der katholischen ein ein passender Sündenbock gesucht.

            Das der Nationalsozialismus alles andere als religiös war wird dann einfach beiseite geschoben.

            Ich bin da wirklich dankbar einen alten Lehrer in Geschichte gehabt zu haben, der die Zeit noch als Kind mitbekommen hat und uns daher die Zeit von 33 an etwas komplexer darstellte als es andere Lehrer (vornehmlich jüngere) taten.

    8. genova schrieb am 3. Dezember 2010 at 11:51 - Permalink

      Erinnerung an den Holocaust ist wichtig, ganz unabhängig davon, wie viel Zeit seitdem vergangen ist. Ich sehe allerdings auch die Gefahr, dass durch den Bezug auf dieses extreme Ereignis der Faschismus als solcher nicht mehr erkannt wird. Dass also sich die Meinung einstellt, solange kein neuer Holocaust im Spiel ist, könne es schon nicht so schlimm sein. Es beginnt aber immer mit dem Ausschluss bestimmter, defininierter Menschengruppen, ob Muslime, arme Menschen, im systemischen Sinn Überflüssige, Nicht-Normative etc. Dieses Prinzip gilt es zu beachten. Wobei das natürlich keine Gleichsetzung mit der Shoa sein soll.

    9. Schweigsam schrieb am 3. Dezember 2010 at 11:53 - Permalink

      Ein guter Artikel und sehr gut geschrieben (was man nicht von allen Bloggern behaupten kann).
      Ich glaube auch die Eindringlichkeit dieser Botschaft verstanden zu haben, dass es darum geht einer Abstumpfung bzw. Gleichgültigkeit der Verbrechen von Nazi-Deutschland entgegen zu wirken.
      Mir selber ist es auch schon passiert, dass ich in eine antisemitischen Ecke gestellt wurde als ich Israel wegen ihrer Palästinenserpolitik kritisierte.
      Mein damaliger Reflex war, dass ich wütend und ungehalten reagierte.
      Aber der Holocaust war in seiner Dimension (u.a. mit den Konzentrationslagern) einer geistigen Perversion vorausgegangen, die einmalig war in der Geschichte der Menschheit und deshalb bin ich gegen eine Relativierung dieses Verbrechens.

    10. Juliane schrieb am 3. Dezember 2010 at 12:47 - Permalink

      Praktisch jedem Deutschen sind die Fakten zum Holocaust bekannt. Wie es allerdings tatsächlich so weit kommen konnte, versteht fast niemand, und es wird auch nur selten der Versuch unternommen, es zu erklären. Gerade dies aber wäre notwendig, um eine Wiederholung dieser Geschehnisse tatsächlich zu vermeiden. Die öffentliche Erinnerung an den Holocaust droht in einem Ritual zu erstarren…

      @ Stefan Sasse

      Danke für Deinen Artikel!
      Damit trägst Du bei, dass es eben nicht erstarrt.

      Ich kann zum Thema Bücher vom PsychoAnalytiker Arno Gruen empfehlen.

    11. egal schrieb am 3. Dezember 2010 at 13:02 - Permalink

      @ Sasse
      Du kritisierst zu recht, dass die vorherrschende Erinnerungskultur ein Verständnis der zum Holocaust führenden politischen Prozesse erschwert. Andererseits wünschst du dir aber, dass ein emotionaler Zugang zum Thema erhalten bleibt.
      Beides zusammen geht meiner Meinung nach nicht. Die moralischen Tabus ergeben sich ja erst aus einer emotionalen Verstickung. Die müsste erst mal überwunden werden, bis auch in der Öffentlichkeit objektiv disskutiert werden kann. Die Chancen dafür stehen gut. Die letzten Täter und Überlebenden treten gerade ab. Der Holocaust könnte nun endgültig Geschichte werden. Und damit der Geschichtswissenschaft unverstellt zugänglich.

      • Barbara schrieb am 3. Dezember 2010 at 13:19 - Permalink

        Die Kinder und Enkel der “letzten Täter und Überlebenden” können nun bald unvoreingenommen und objektiv über die leidige Sache diskutieren, weil sie von Eltern und Großeltern ja schließlich objektiv informiert und aufgeklärt worden sind.
        Was für ein Unfug!

      • Stefan Sasse schrieb am 3. Dezember 2010 at 14:33 - Permalink

        Ja, das hoffe ich auch. Ich sehe allerdings keinen Widerspruch zwischen moralischer Berührtheit und einer sachlichen Diskussion.

    12. Axel schrieb am 3. Dezember 2010 at 13:04 - Permalink

      Praktisch jedem Deutschen sind die Fakten zum Holocaust bekannt. Wie es allerdings tatsächlich so weit kommen konnte, versteht fast niemand, und es wird auch nur selten der Versuch unternommen, es zu erklären.

      Nun vollständig psychologisch erklären kann ich es auch nicht wirklich. Aber es gibt sicher Ansätze.

      Aber ich frage wieso haben in der DDR Stasi-Spitzel ihre Mitbürger ausspioniert? Letztlich ist es das gleiche Phänomen.

      Wie das Phänomene sich ausprägen hängt davon ab, wie krank der Machthaber (oder die Systemideologie ist) ist und wie die Weltöffentlichkeit reagiert.

      • antonio schrieb am 3. Dezember 2010 at 13:31 - Permalink

        Einfach zum Nachdenken: Machthaber / Systemideologie

        Wie das Phänomene sich ausprägen hängt davon ab, wie krank der Machthaber (oder die Systemideologie ist) ist und wie die Weltöffentlichkeit reagiert.

        Wie reagiert denn die Weltöffentlichkeit z.B. momentan auf den Umstand, dass über die diversen bail-outs die Bevölkerungen ausgeplündert und von unten nach oben umverteilt wird?

        Wieso ist es besonders seit der Implosion des real existierenden Sozialismus und seines (ohnehin nur) Versuches eines Wirtschaftssystems so schlimm für die Leistungserbringer im Gegensatz zu den Leistungswegträgern weltweit?

        Irgendwann kommt einem der Begriff Kapitalismus in den Sinn – ja und dann wird es plötzlich ganz ruhig …

        • Axel schrieb am 3. Dezember 2010 at 15:28 - Permalink

          Es ist m. E. OT, aber ob die Bevölkerungen durch den Bail-Out oder die alternativen Pleiten der Banken (da steckt doch auch die Bevölkerung drin) mehr ausgeplündert würden weiß ich jetzt nicht. Bankeinlagen sind doch nur bis 20000 sicher (bei der entstandenen Superpleite wohl überhaupt nicht) und ohne Bail-Out wäre vielleicht für uns alle schon Schicht. Vielleicht zögert sich das alles nur raus.

          Im Sozialismus ließen es sich die Leistungswegträger (und die haben soweit sie Politbonzen waren tatsächlich nichts geleistet) auf der Schorfheide gut sein.

          Noch gab es keine Alternative zum Kapitalismus. Man kann es so machen wie in der DDR. Das geht irgendwie, (oder auch nicht, ging ja unter) aber es ist für mich nicht erstrebenswert.

    13. leslie schrieb am 3. Dezember 2010 at 13:12 - Permalink

      Kriegen wir bald wieder…

      “Rohe Bürgerlichkeit und soziale Vereisung”
      Die Feindbilder in einer durchweg wirtschaftlich geprägten Gesellschaft seien Muslime und “wirtschaftlich Nutzlose”.
      http://www.tagesschau.de/inland/deutschezustaende100.html

      Denk ich an Deutschland in der Nacht,bin ich um den Schlaf gebracht.

      Und Wiederholung hat damit zu tun das Mensch vergisst.
      Vielleicht nicht soviel saufen,dann klappts auch mit dem erinnern. ;-)

      Übrigens kenn ich eine Aussage,
      mit dem ich sofort Bürgerkrieg zwischen Deutschen und Türken auslösen könnte.
      Aber den werd ich nie ausssprechen.(Und auch nicht schreiben)

      Sie leben.
      http://quickload.to/?Go=Player&HashID=FILE4CF548D3D996E

      Mlg

      • no0ne schrieb am 3. Dezember 2010 at 14:10 - Permalink

        Na da bin ich aber gespannt, schick mir doch mal eine Mail mit dieser Aussage ;-)

    14. t schrieb am 3. Dezember 2010 at 13:13 - Permalink

      Ich verstehe die Frage nach dem warum Leute mitmachen nicht so ganz.

      Warum bespitzelte manch einer den Nachbarn in der Stasi?

      Warum wurde jemand Arzt oder Aufseher im KZ?

      Warum arbeitet einer in der Waffenfabrik oder im Tabakkonzern?

      Geld? Karriere?

      Das Argument es nicht zu tun, das wird doch schnell ausgehebelt “Sonst macht es halt ein anderer”.

      Ich glaube auch nicht, das sich dies durch irgendeine Reaktion der Öffentlichkeit verhindern lässt.

      • Fleur schrieb am 3. Dezember 2010 at 13:58 - Permalink

        Das hebelt doch nicht, sondern ist grober Unfug. Es ist sehr wohl ein Unterschied, ob man selbst es macht oder ein anderer.
        Ein Argument war das nie. Hält sich aber leider hartnäckig…

    15. klaus58 schrieb am 3. Dezember 2010 at 14:31 - Permalink

      Ich werde einen Teufel tun, meine Tochter zu einer niemals endenden Aufarbeitung von Schuld meiner Vätergeneration aufzufordern.
      Prävention gegen Faschismus ist eine entsprechende Kindererziehung – ganz ohne vergangene Schuldzusammenhänge – das verkrampft nur, wie wir an den sinnlosen Betroffenheitsritualen erkennen. Ausländerhassende deutsche Eltern und deutschehassende Ausländereltern sind der neue Nährboden. Wem nur der Holocaust einfällt als “Abschreckung” gegen Faschismus unterschätzt die anderen 100 guten Gründe, die zukünftig wichtiger sind.

      • Kadda schrieb am 3. Dezember 2010 at 15:07 - Permalink

        Sehe ich ganz genauso. Ich werde meinen Kindern bestimmt nicht irgendwelche Schuldgeschichten erzählen! Ich, meine Eltern, meine Großeltern (die im Krieg noch kleine Kinder waren) tragen KEINE Schuld an diesen Verbrechen. Und die werde ich mir auch nicht einreden lassen. Ich stelle mich auch nicht hin und reibe den Amerikanern alle naselang die Austilgung der Indianer unter die Nase. Oder die Verbrechen im Irak oder woanders in der Welt. Oder den Israelis den Verbrechen an den Palästinensern.

        Diese Verbrechen waren schlimm, das steht ausser Frage. Aber irgendwann ist dann auch mal gut. Wir gedenken ihnen, wir erinnern dran, aber wir müssen es nicht stets und ständig durchkauen.

        Präsident Roosevelt sagte einmal: “Dem gesamten deutschen Volk muss eingehämmert werden, dass die Nation an der gesetzlosen Verschwörung gegen die Gesittung der modernen Welt beteiligt war.”

        Kein Volk neigt dazu wie das deutsche, sich vor sich selbst zu schämen. Komplexbeladen und mental verbogen im Zeichen der so genannten “Political Correctness” erleben wir eine Gesellschaft, die sich selbst erniedrigt, um allen gerecht zu werden. Man muss sich dann nicht wundern, wenn die Saat irgendwann ins krasse Gegenteil aufgeht..

    16. Chris schrieb am 3. Dezember 2010 at 14:42 - Permalink

      Schön das dieses Thema solange wie nur irgendmöglich am Leben erhalten wird , zumindest solange es sich auch finanziell ausschlachten lásst. Sollte es mal etwas abklingen dann gibt es immer geeignete Mittel um es wieder auf die Tagesordnung zuholen ., Lediglich den deutschen Staatsbürgern ist ein Nationalbewusstsein ( wie zum Beispiel den Franzosen ) untersagt , schon das sich bekennen zu Schwarz Ror Gold wird als Sympatie zum Faschismus ausgelegt. Es gab viele Massaker , es gab immer Judenverfolgung , allerdings wird das gern unter den Tisch gekehrt , weil das kann man ja nicht mehr in bare Münze umwandeln

    17. Xhanthan schrieb am 3. Dezember 2010 at 15:09 - Permalink

      Nun,

      zunächst möchte auch ich meinem Gefallen an diesem Text ausdruck verleihen. Er versucht weitgehendst sachlich zu bleiben, und verucht seine subjektiven Appelle nicht mit Pseudoobjektivität zu kaschieren.

      Das Thema per se empfinde ich jedoch als zweischneidiges Schwert (vorsichtig ausgedrückt). Natürlich wäre eine fehlende Auseinandersetzung zukünftliger Generationen mit diesem Thema fatal – eben (wie auch im Text geschildert) um einer Wiederholung diesen Teils deutscher Geschichte entgegen zu wirken. Auch die im Text angeprangerte Herabwürdigung dieser Ereignise, indem sie als politisches (bzw. polemisches) Werkzeug missbracht werden ist bestenfalls als traurig zu erachten.

      Jedoch glaube ich, dass eine erneute “Aufarbeitung” dieses Themas kontraproduktiv ist. Ich sehe es als gefährlich an ethische Mündigkeit durch das Werkzeug der subtilen Demut verwirklichen (bzw. erzwingen) zu wollen. Junge Menschen, welche u.a. mehr als 40 Jahre nach diesen Ereignissen geboren worden sind, sollen keine “Schuld” für Verbrechen empfinden müssen, die ihre Ur-Großväter womöglich verübt haben mögen. Eine sachliche “Verarbeitung” dieses Genozids, wie auch anderer Verbrechen (im internationalen Rahmen) in historischem Kontext sehe ich daher als wesendlich effektiver an (ich hoffe hier nicht missverstanden zu werden, ich möchte keine Schwere herabsetzen). Um an ein Textbeispiel anzuschließen: Wenn denn das Existenzrecht Israels etwa in Frage gestellt wird, soll eine sachliche Argumentation nicht durch einen vorgeschobenen “Schuldempfindungszwang” im Keim erstickt werden; weder privat, noch öffentlich – das nämlich beinhaltete eine faschistische Note, die über die Jahre hinweg mit sovielen Mitteln versucht wurde auszugetilgen.

      Xhanthan

    18. Uli schrieb am 3. Dezember 2010 at 15:19 - Permalink

      Praktisch jedem Deutschen sind die Fakten zum Holocaust bekannt. Wie es allerdings tatsächlich so weit kommen konnte, versteht fast niemand, und es wird auch nur selten der Versuch unternommen, es zu erklären. Gerade dies aber wäre notwendig, um eine Wiederholung dieser Geschehnisse tatsächlich zu vermeiden.

      Das sehe ich genauso und auch ich war als Jugendlicher vom Geschichtsunterricht genervt. Warum wird nicht hier in diesem Blog mal der Versuch unternommen einige Hintergründe aufzuzeigen? Vieles davon ist sicher auch heute noch aktuell, wenn vielleicht nicht hier dann anderswo.

    19. Irvanipour schrieb am 3. Dezember 2010 at 15:44 - Permalink

      Wir haben eine historische Verantwortung (selbst wenn die Schuldigen bald wirklich alle nicht mehr unter uns weilen werden), und wir müssen sie wahrnehmen. Das sind wir den damaligen Opfern schuldig, das sind wir der Welt schuldig, und nicht zuletzt auch uns selbst.

      Es gibt keine historische Verantwortung und dieser Begriff lädt zur Instrumentalisierung ein, wie ihn Joschka Fischer zur Kriegsbegründung benutzte.

      Eine Verantwortung abzuleiten aus etwas worauf wir keinen Einfluss nehmen können ist wohlfeil.
      Unsere Verantwortung als deutsche Staatsbürger ergibt sich aus dem Artikel I des GG. Da fühle ich mich als Einwanderin auch besser aufgehoben als mich künstlich mit der Geschichte Deutschlands aufzuladen. Bei Verantwortung sollten alle deutsche Staatsbürger auf einen gemeinsamen Nenner eingeschworen sein, und dazu kann die Holocaustverantwortung nicht dienen.

    20. erforderlich :-) schrieb am 3. Dezember 2010 at 15:44 - Permalink

      Hallo Herr Sasse,

      es hat sich schon eine/r die Mühe gemacht, den Weg dorthin zu beleuchten:

      http://www.youtube.com/watch?v=E6QXpce6hjA

      Heute schreckt keiner mehr auf, wenn Mitmenschen als “Schmarotzer” bezeichnet werden. Wenn diese “Schmarotzer” bald in gesonderten Gebäuden untergebracht werden, damit sie nicht mehr betrügen können, würden auch die wenigsten protestieren. Ebensowenig, wenn das schwarze Dreieck an der Kleidung wieder eingeführt wird.

      Vielen Dank für den guten Artikel!

      • mdmc schrieb am 3. Dezember 2010 at 16:37 - Permalink

        Du hast den Artikel nicht verstanden, denn machst genau das, wovor der Autor gewarnt hat. Du relativierst den Holocaust durch dümmliche, unzutreffende Vergleiche. ALG2-Empfänger sind nicht die “Juden von heute”, auch wenn sich einige wenige von denen selbst gern so sehen.

        • schwitzig schrieb am 3. Dezember 2010 at 17:49 - Permalink

          Du hast den Artikel nicht verstanden, denn machst genau das, wovor der Autor gewarnt hat. Du relativierst den Holocaust durch dümmliche, unzutreffende Vergleiche. ALG2-Empfänger sind nicht die “Juden von heute”, auch wenn sich einige wenige von denen selbst gern so sehen.

          Nein, er “spuckt nicht höhnisch in das Gesicht der Opfer”, sondern er bemerkt Parallelen zu den Anfängen des Dritten Reiches, die z.B. in Bezug auf Muslime sogar heute schon frappant sind. Lies mal den Absatz über die braunen Aliens.

    21. klaus58 schrieb am 3. Dezember 2010 at 16:00 - Permalink

      Mord & Totschlag zu verstehen (bitte nicht mit Verständnis verwechseln) geht nur über den Täter wie in jedem Krimi so auch bei Staatsfaschismus. Insofern entsteht letzterer aus führenden Einzeltätern, Unterstützern und Mitläufern. Mitleid mit den Opfern und deren Angehörigen ist Privatsache und sollte nicht institutionalisiert werden. Mitleid und Vergleichsverbote behindern eine wissenschaftliche Analyse sowie eine Entspannung des Deutsch-Jüdischen Verhältnisses. Wie soll ich mich entspannt mit einem Juden unterhalten, wenn mir von seiner Seite folgendes suggeriert wird: “Bitte vergesse bei dem was Du sagst nie, dass Dein Vater der Mörder meines Vaters gewesen sind könnte.”
      Ich kann bei harten Themen nicht Softball spielen und auf alle möglichen religiösen, kulturellen und sonstige Fettnäpfchen Rücksicht nehmen.

    22. Felix schrieb am 3. Dezember 2010 at 16:37 - Permalink

      Für alle die sich für die Beweggründe der Täter interessieren: Ich empfehle die Lektüre von Harald Welzers Buch “Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden.”. Meiner Meinung eine extrem aufschlussreiche historisch-sozialpsychologische Untersuchung, nach der man sicherlich deutlich mehr Verständnis für das Zustandekommen des Phänomens Holocaust hat als vorher. Gut geschrieben und auch nicht zu lang.

      Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden. Unter Mitarbeit von Michaela Christ. S. Fischer, Frankfurt 2005, ISBN 3-10-089431-6

      Guter Artikel, übrigens. ;)

    23. mdmc schrieb am 3. Dezember 2010 at 16:42 - Permalink

      Wer wie der Autor unbedingt mal die Perspektive wechseln möchte, möge hier mal gucken:

      Neuer Film

      Vielen Schindlers-Liste-Geschädigten würde das sicher ganz gut tun. Zwar wird hier nicht die Frage geklärt, wie es denn nun dazu kommen konnte. Aber das Interesse, dieser Frage nachzugehen, dürfte wieder geweckt sein.

      • Herbinger schrieb am 3. Dezember 2010 at 18:21 - Permalink

        Auweia, kann dem Trash-Heini Boll nicht einer verbieten, den Holocaust zu verfilmen?
        Wenn das nicht zu einer Trivialisierung der Shoah führt, was dann?

        Oder hat Boll sich etwa vom Saulus zum Paulus gewandelt und ich tue ihm jetzt Unrecht?

        • Batzi schrieb am 3. Dezember 2010 at 19:14 - Permalink

          Oder hat Boll sich etwa vom Saulus zum Paulus gewandelt und ich tue ihm jetzt Unrecht?

          http://www.welt.de/videos/kino/article10826864/Uwe-Bolls-Version-vom-11-September-in-Postal.html

          Holocaustfilme verkaufen gut, das ist alles.

      • Elbarto schrieb am 3. Dezember 2010 at 18:23 - Permalink

        Oh Gott, der ist von Uwe Boll. Wie kann so jemand denn ein Film über Auschwitz drehen?!

        • Spiegelfechter schrieb am 3. Dezember 2010 at 18:33 - Permalink

          OMG! Boll??? Kann Merkel das nicht verhindern?

    24. schwitzig schrieb am 3. Dezember 2010 at 17:45 - Permalink

      In der aktuellen populären Geschichtsvermittlung wirkt es oftmals, als seien 1933 braune Aliens gelandet, hätten die Deutschen verhext, zum Holocaust und 2. Weltkrieg gezwungen und seien 1945 wie ein böser Albtraum wieder im All verschwunden. Gerade diese Sicht auf die damaligen Geschehnisse ist aber verheerend, denn sie eröffnet weder Verständnisspielräume noch trägt sie dazu bei, eine Wiederholung zu vermeiden.

      Schön auf den Punkt gebracht. Allerdings bin ich eher der Meinung, dass Organisationen wie z.B. der Zentralrat der Juden den Holocaust mißbrauchen, indem sie ihn instrumentalisieren. Es finden sich auch dort nicht selten Rassisten und Faschisten, die sich den Mantel des Humanisten umgehängt haben. Ein deutliches Indiz ist z.B. die Reduktion des Holocaust auf Massenmord an Juden, wobei die Zigeuner, die politischen Häftlinge, die Behinderten und viele andere einfach außen vor gelassen werden. Die Juden wurden Anzahlmäßig am stärksten mißhandelt und ermordet, jedoch ich denke, dass es nicht die Quantität ist, die einen Holocaust zum Holocaust werden läßt, sondern die Qualität, die dahinter steht.
      Was passieren kann, wenn aus der Geschichte nicht gelernt wird, kann man schön in Israel beobachten: Derzeit ist es ein Apartheidsstaat, der sich auf dem besten Weg zu einem faschistischen Staat befindet.

      Einen Aspekt hätte ich vielleicht noch gesondert herausgestellt: Die fehlende Entnazifizierung in der Justiz.
      Das hat z.B. dazu geführt, dass die Freisler-Witwe höhere Pensionsansprüche geltend machen konnte. Es hat die Rechtsprechung und die Postenbesetzung bestimmt. Organisationen wie der BND sind aus dem Nazidunstkreis ins Herz der Demokratie gewachsen und viele andere unschöne Dinge mehr.

    25. HarryHIII schrieb am 3. Dezember 2010 at 18:08 - Permalink

      Praktisch jedem Deutschen sind die Fakten zum Holocaust bekannt.

      Das wage ich doch ganz stark zu bezweifeln! Eher so: Die wenigsten Deutschen Staatsbürger wissen heute noch um die Einzelheiten zum Dritten Reich, geschweige denn um die Einzelheiten zum Holocaust. Geschichtsdeutung – was auch eine psychologische Deutung beinhalten müsste -, im Sinne, wie konnte es nur soweit kommen, wäre die intellektuelle und nicht zu erwartende Meisterleistung.

      Um so wichtiger finde ich, dass Politiker und jene, die ihre Betroffenheits-Attitüden allzu gerne pflegen und zur Schau stellen (und damit künstlich und unehrlich wirken), wegkommen von ihrem Symbole-hier-Symbole-da-Mechanismus – das entfremdet und das mystifiziert.

      Veranschaulichen, be-greifbar machen, es ist wirklich geschehen, dieses Grauen – es geht hier um Menschenleben(!) und um nichts anderes.

      Und es darf nicht – um das nochmals klar zu sagen – um theoretische Standpunkte oder Symbole gehen. Und schon gar nicht darf es gehen um Fördergelder für wohlfeile Institute, an denen sich diejenigen bereichern, die jede Zeit opportunistisch überleben und schon immer – auch “Damals” – überlebt haben!

    26. Juli schrieb am 3. Dezember 2010 at 18:15 - Permalink

      “Zu keinem Zeitpunkt ihrer langen, qualvollen Vollstreckung geriet die Endlösung in Widerspruch zu den Grundsätzen der Rationalität. In keiner Phase kollidierte die Endlösung mit dem rationalistischen Credo effizienter, optimaler Zielverwirklichung. Im Gegenteil: Der Holocaust entsprang genuin rationalistischen Überlegungen und wurde von einer Bürokratie in Reinkultur produziert. Die Menschheit hat Massaker, Pogrome und Massenmorde in der Nähe des Genozids erlebt, die ohne moderne bürokratische Unterstützung, ohne deren administrativ-technischen Möglichkeiten und rational begründete Organsationsstrukturen vollzogen wurden. Der Holocaust war ohne eine solche Bürokratie jedoch undenkbar. Er ist keineswegs das irrationale Hervorbrechen nicht überwundener Relikte prämoderner Barbarei. Der Holocaust ist der legitime Bewohner im Haus der Moderne, er könnte in der Tat in keinem anderen Haus je zu Hause sein. Das soll nicht heißen, der Holocaust sei durch die moderne Bürokratie oder die in ihr verkörperte Kultur des instrumentellen Rationalismus dominiert gewesen: die moderne Bürokratie bringt nicht notwendig holocaustartige Phänomen hervor. Dennoch, so lautet meine These, sind die Grundsätze eines instrumentellen Rationalismus eindeutig ungeeignet, derartige Phänomene zu verhindern, auf der Ebene dieser Grundsätze lassen sich die Methoden des Holocaust nicht von “sauberen Social Engineering” trennen, weil nämlich deren irrationale Charakter unerkannt bleibt. Ich gehe noch weiter: gerade die bürokratische Kultur, die Gesellschaft ja als adminsitratives Objekt und Konglomerat von “Problemen” begreift, die einer Lösung harren, schaffen die Atmosphäre, in welcher der Gedanke des Holocaust langsam, aber kontinuierlich reifen und zur Vollstreckung gebracht werden konnte. Die Problemstellungen, deren Lösung das “Social Engineering” in Angriff nimmt, entsprechen einer “Natur”, die “beherrscht”, “gebändigt”, und “gebessert” oder “umgestaltet” werden muß wie ein Garten, dessen Planung notfalls gewaltsam durchzusetzen und zu sichern ist. (In der Terminologie des Gärtners besteht eine strikte Trennung zwischen “Kulturpflanzen” und “Unkraut”, das ausgemerzt werden muß.)” (Zygmunt Bauman)

      Das Zitat hab ich mir mal bei Weissgarnix entliehen, aus diesem wunderbaren, imho eng mit dem Thema hier verwandten Artikel: http://www.weissgarnix.de/2010/08/31/pandoras-buchse-zu-thilo-sarrazin/

      Was Baumans Perspektive auf die Wurzeln des Holocaust betrifft, sind wir heute nämlich schon längst wieder so weit.

    27. bv schrieb am 3. Dezember 2010 at 18:28 - Permalink

      Mit dem Artikel gehe ich nicht mit. Aussagen wie diese:
      “In der aktuellen populären Geschichtsvermittlung wirkt es oftmals, als seien 1933 braune Aliens gelandet, hätten die Deutschen verhext, zum Holocaust und 2. Weltkrieg gezwungen und seien 1945 wie ein böser Albtraum wieder im All verschwunden.” benötigen eine tiefere Analyse und ein ganz anderes Fazit. Neben antisemitischen Tendenzen müssen auch nationalistisch-rassistische sowie faschistische Störmungen in den Gesellschaften aufgedeckt werden und als das benannt werden, was sie sind. Bei den Entlarvungen solcher gesellschaftliche Tendenzen von einem so genannten Betroffenheitsautomatismus zu sprechen – was ein Unwort- scheint mir der Beweis zu sein, wie dringend notwendig weitere Aufklärung ist.

    28. Lazarus09 schrieb am 3. Dezember 2010 at 18:39 - Permalink

      Die Machtübernahme durch Konrad Adenauer und sein bürgerliches Bündnis 1949 bedeutete einen endgültigen Schnitt mit der Vergangenheit.

      Wer das glaubt wird seelig …Muhaaahaahaaa

      Adenauer Regierung soll Nazi-Verbrecher Adolf Eichmann gedeckt haben
      http://www.wsws.org/de/2006/jun2006/eich-j28.shtml

      Konrad Adenauer hatte als erster deutscher Bundeskanzler nach 1945 zum Aufbau der Demokratie in Westdeutschland zahlreiche Personen hinzugezogen, die im Dritten Reich hohe Ämter in Wehrmacht und Staatsverwaltung hatten oder denen besondere Nähe zu Nazis nachsagte. Dafür wurde Adenauer öffentlich kritisiert. Der damals umstrittenste Vertraute Adenauers war Hans Globke (1898 bis 1973).
      Globke wurde 1953 Adenauers Staatssekretär. Er zog sich erst mit dem Ausscheiden Adenauers aus dem Kanzleramt im Jahr 1963 in die Schweiz zurück. Nicht verstummt war der Vorwurf jüdischer Organisation, dass Globke als Ministerialrat im Reichsinnenministerium Berlin an den Entwürfen und der Einführung der antijüdischen Gesetzgebung mitgewirkt habe und einen Kommentar zu den Nürnberger Rassengesetzen schrieb.

      Und weiter …

      Hans Speidel (1897 bis 1984), Generalmajor der Deutschen Wehrmacht. Speidel wird militärischer Berater, wirkt maßgeblich am Aufbau der Bundeswehr mit.
      Reinhard Gehlen (1902 bis 1979), General und deutscher
      Geheimdienstchef. Gehlen leitete von 1942 bis 1945 im Generalstab des Heeres die Spionageabteilung “Fremde Heere Ost”.
      In welch umfassendem Maße Nazirichter und NS-Staatsanwälte in den Gerichten der
      jungen Bundesrepublik wieder das Sagen hatten, rückte damals indes nur
      ansatzweise ins Bewusstsein.

      Aber bei allem wie auch heute hat es niemanden interessiert ..ein paar wenige haben genoergelt wie auch heute aber passiert ist …nichts. Wie man sieht das nicht passiert hat Tradtion und die jeweils Regierenden koennen siich auf die Demenz der Bevoelkerung verlassen..wie auch heute.

      Hans Filbinger …..!? CDU Mitglied Astreiner Demokrat … und die Haende im Weihwasser..->
      1978 wurden infolge seiner Unterlassungsklage gegen den Dramatiker Rolf Hochhuth schrittweise vier Todesurteile bekannt, die Filbinger, damals NSDAP-Mitglied, als Marinerichter 1943 und 1945 beantragt oder gefällt hatte

      Fakt:
      In der Neuen BRD hatten alle Mitlaeufer Schlagartig Absolution keiner hat braun gewaehlt ..wie neu ..wer hat heute die Sozialabbauer und Bankenretter gewaehlt ..richtig keiner

      Die alten Seilschaften haben bis in die neue Republik gereicht ..wie neu siehe DDR

      Schuld war ganz allein nur Hitler und ein paar ander rund um Ihn…..wie neu ..DDR nur Honecker und ein paar Stasi waren Schuld..

      Schuldig sollen sich ” die Deutschen ” fuehlen … warum ?
      Die Genaration die als Mitlaeufer mitgewirkt haben haben schwere Schuld auf sich geladen keine Frage…heute 2010 sehe ich den Fall als erledigt,Geschichte die sich nicht wiederholen darf.

      Ueber uns werden kommende Generationen richten…wie konnte es zur Verarmung der Nicht Eliten kommen ?
      Wieso die Umwelt, und Zukunft ganzer Generationen zerstoert …

      WARUM HABEN W I R ES SOWEIT KOMMEN LASSEN ?

    29. klaus58 schrieb am 3. Dezember 2010 at 20:13 - Permalink

      @ 26. Juli
      “Der Holocaust ist der legitime Bewohner im Haus der Moderne, er könnte in der Tat in keinem anderen Haus je zu Hause sein.”
      Wer weiß, welche anderen “Häuser” noch auf uns zukommen. Auch Deine These von der modernen Bürokratie als Vorraussetzung für Massenmord ist wackelig.
      Die Römer waren auch nicht schlecht organisiert, um Volksgruppen zu unterwerfen und zur Not auszurotten. Nicht zu unterschätzen sind die religiösen Strukturen. Besonders elegant ist ihr Konzept, subtil zu hetzten und andere die Drecksarbeit machen zu lassen.
      Wir benötigen heute einen praktischen Zugang für unsere jungen Leute. Wer mit Erbsünde, Holocaust Erinnerungsritualen, Freibriefen für Opfer etc. daherkommt, bringt den Frieden weder im Herzen noch politisch voran.
      Die Antipathie gegen Juden ist nicht nur uralt, sondern heute noch verbreiteter. Viele Juden wollen uns weismachen, dass es gewissermaßen eine (faschistoide?) Krankheit der ganzen Menscheit ist, sie nicht zu mögen. Sie müssen lernen, die Beurteilung durch andere Menschen zur Kenntnis zu nehmen, sich dann zu ändern oder mit den negativen Folgen weiterzuleben.
      Die neueste Beliebtheitskala zeigt sie sehr weit unten und die Deutschen sehr weit oben.
      Wer beliebt sein will, muß sich beliebt machen, z.B. aus Palestina ganz ruhig und unblutig wieder auswandern. Die Frage, ob ich dem Staate Israel sein Existenzrecht abspreche, kann ich beantworten: Das ist nicht möglich, weil ich es ihm noch gar nicht zugesprochen habe.
      Wer outet sich und spricht es ihm zu und den von ihm Vertriebenen entsprechend ab?

      • Juli schrieb am 3. Dezember 2010 at 21:06 - Permalink

        Auch Deine These von der modernen Bürokratie als Vorraussetzung für Massenmord ist wackelig.

        Das ist weder meine These, noch ist sie richtig wieder gegeben. ;)

        Einen Text zu einem Thema wie den Holocaust sollte man nicht nur überfliegen.

        Sie [die Juden] müssen lernen, die Beurteilung durch andere Menschen zur Kenntnis zu nehmen, sich dann zu ändern oder mit den negativen Folgen weiterzuleben.

        Im Zusammenhang des Holocaust klingt das reichlich unüberlegt und unreif.

      • Carsten Penkella (Genforscher) schrieb am 4. Dezember 2010 at 00:01 - Permalink

        @klaus58:

        Wer beliebt sein will, muß sich beliebt machen, z.B. aus Palestina ganz ruhig und unblutig wieder auswandern.

        Wohin?

        • Felix schrieb am 4. Dezember 2010 at 12:13 - Permalink

          Na, dahin wo der Pfeffer wächst, sie sind ja die einzige Gruppe denen ein Nationalstaat verwehrt werden darf. ;-) Schließlich sind die Juden am Antisemitimus selbst schuld, die Mehrheitsgesellschaften wehren sich nur gegen deren üble Machenschaften. Das kennt man doch…

      • Benjamin schrieb am 4. Dezember 2010 at 19:46 - Permalink

        Israel/Palästina/die Levante gehört den…

        (Trommelwirbel!)

        Kanaanitern^^

        *seufz*

        Warum nur gibt es Völker und Nationen?
        Bin ich damit schon wieder zu sehr “Gutmensch”??

    30. Heldentasse schrieb am 3. Dezember 2010 at 20:42 - Permalink

      Das Verhältnis der Deutschen zum Holocaust ist ein zwiespältiges. Es ist ein wohl weltweit einmaliger Vorgang, dass sich eine Nation so eindeutig und unmissverständlich zu einem Verbrechen bekennt, die Verantwortung auf sich nimmt und – wie unvollkommen auch immer – Wiedergutmachung dafür zu leisten versucht.

      Zum einen waren die Verbrechen der Deutschen und teilweise auch ihrer Vasallen im Zusammenhang mit dem 3. Reich und WK 2 einzigartig in Qualität sowie Quantität und unvorstellbar grauenhaft, dass auch die Wiedergutmachung – ich empfinde das in diesem Zusammenhang als Unwort – niemals vollkommen sein kann. Des weiteren darf man nie vergessen, dass das Deutscher Reich (Gott sei dank) besiegt wurde und bis mindestens 1990 de facto aus zwei nicht souveränen Teilstaaten bestand. Die jeweiligen Siegermächte werden mit Sicherheit entsprechenden Druck aufgebaut haben Wiedergutmachung zu leisten.

      Sie führte zu einem routinierten Betroffenheitsautomatismus, der echte Emotionen für das Thema mehr und mehr zu ersticken droht, zu Denkverboten und politischem Missbrauch.

      Ja wenn man nur verbal diese unvorstellbare Greuel und Schuld zum Ausdruck bringt und sich womöglich mit Rhetorik von der Tätergenaration bewusst oder unbewusst isoliert, kann das passieren bzw. ist schon passiert. Andere Medien wie z.B. der Dokumentarfilm sind das viel stärker und unmissverständlicher! Als Jugendlicher, fiel bei mir der Groschen bei der Betrachtung des Filmes „Nacht und Nebel“, der m.E. jedem/ jeder Deutschen IMO alle 10 Jahre einmal vorgeführt werden sollte, von mir aus auch zwangsweise. Filme wie „Holocaust“ und „Schindlers Liste“ sind geradezu Unterhaltsam im Vergleich zu diesem Werk, wer danach nicht denkt/ schreit „NIE WIEDER!“ ist ein kranker Mensch.

      Im übrigen möchte ich mal gerne wissen, warum der Autor nicht den Fall Jenniger aus Anno 1988 aufgegriffen hat, er ist in meinen Augen exemplarisch für das vorgestellte Problem.

    31. Arbo schrieb am 3. Dezember 2010 at 20:42 - Permalink

      Es gibt da meines Erachtens einen Widerspruch in dem Artikel. Am Anfang heißt es u.a.:

      In den so genannten Auschwitz-Prozessen 1963-1968 [...] wurden Lagermannschaften des Vernichtungslagers Aufschwitz-Birkenau angeklagt. [...] Die Prozesse erhielten ein großes Medienecho, das durch Tonbandaufnahmen noch gesteigert wurde. Viele Deutsche hörten zum ersten Mal vom ganzen Ausmaß der Verbrechen, die in den KZs geschehen waren, lauschten Zeugen und Angeklagten und wurden selbst Zeuge, wie mehrmals der “Befehlsnotstand” strafmildernd wirkte.

      Irgendwie beißt sich die Behauptung, dass viele Deutsche zum ersten Mal etwas davon hörten, mit den nachfolgenden Fragen aus dem vorletzten Absatz:

      Was bewegte so viele Deutsche dazu, ihre Mitmenschen und völlig Fremde unter katastrophalen Unlebensbedingungen industriell, fabrikartig umzubringen? Wie war es möglich, dass von den nach konservativen Schätzungen 200.000 mittelbar am Holocaust beteiligten Personen praktisch niemand bereit war, etwas dagegen zu unternehmen?

      @ Topic:

      Einige Dinge sehe ich ähnlich, z.B. das Missbrauchspotenzial des Begriffs “Antisemitismus”. Mir ist so eine Veranstaltung im Gedächtnis, wo es um Antisemitismus in der DDR ging. Da gab es also irgend ein “Ehrenstein”, auf dem “den Opfern des Nationalsozialismus” gedacht wurde, die die Nazis an diesem Ort umgebrachten … und unter denen sich ein nicht unerheblicher Teil deutscher Juden befand. Argumentiert wurde von den Referenten, dass dies “antisemitisch” sei, weil damit die Abscheu gegenüber den Juden zum Ausdruck käme – mensch hätte diese Opfer dann auch noch vereinnahmt. Das Dumme ist nur, wenn die auf dem Findling eine fein säuberliche Opferliste angebracht hätten, hätte es dann womöglich den Vorwurf gegeben, die Opfer zu separieren … sprich, das hätte auch wieder als “Anzeichen” von Antisemitismus gelten können.

      Dabei gibt es durchaus überzeugende Dokumente, die darlegen, dass der Antisemitismus auch in der DDR zu beobachten war.

      Abgesehen davon … was ich mehr oder weniger bei der Aufarbeitung der Nazi-Zeit bemängle, ist, dass sich der “Opfergruppenfokus” etwas einseitig auf die Vernichtung der Juden richtet und andere Opfergruppen meiner Wahrnehmung nach irgendwie stiefmütterlich behandelt werden. Es ist schon komisch, daran erinnern zu müssen, dass u.a. auch Sozialisten, Kommunisten, Obdachlose sowie Romas und Sintis in die Lager kamen. Im Grunde alles Opfergruppen, die heute immer noch der Diskriminierung preisgegeben sind und deshalb ein lautes “Nie wieder!” nebst Erinnerung an die Taten der Nazis um so mehr rechtfertigen.

      Arbo

    32. Seelengesang schrieb am 3. Dezember 2010 at 21:27 - Permalink

      Ich weiss, man hört es nicht gerne. Die USA sollen, nach neuesten Erkenntnissen, über 40 Mio Menschen nach dem WK 2 auf dem Gewissen haben.

      Wann wird diesem faschistoiden Staat Vergangenheitsbewätigung aufgezwungen?

      Der Holocaust war schlimm, kann aber nicht durch Erbschuld an jedwede deutsche Bürgergeneration weiter gegeben werden.
      Viel wichtiger ist der Kampf gegen neuerliches Bestreben der Machthaber diktatorische Zustände zu manifestieren.
      Dieser Blick ständig zurück in die Vergangenheit vernebelt völlig die freie Sicht auf eine Zukunft, mit dieser beschäftige ich mich nämlich auch, in dieser gedenke ich zu leben.
      Diese Betroffenheitsveranstaltungen sind kontraproduktiv, Merkels Vorstellung von deutscher Staaträson angesichts der Sicherheit Israels vergrämt die Bürger.
      Wieder lassen wir uns vor den Karren von Mördern spannen, marschieren mit, werden aber täglich belehrt wie abscheulich das Morden 1933-1945 war.

      Ist es heute “menschlicher” oder “gerechter” oder “notwendiger” oder “lukrativer”? Wer weiss?

      • aquadraht schrieb am 3. Dezember 2010 at 21:53 - Permalink

        Die USA sollen, nach neuesten Erkenntnissen, über 40 Mio Menschen nach dem WK 2 auf dem Gewissen haben.

        Die “Erkenntnisse” sind dann genauso Scheisse wie das “Schwarzbuch des Kommunismus”.
        Ok, der Koreakrieg war ein Vernichtungskrieg, der sich vor dem, was die Nazis im “Ostraum” angestellt haben, nicht sehr verstecken muss. 5 Millionen Opfer sind realistisch. Und in ganz Südostasien (wo das Vorgehen ähnlich war) weitere 5 Millionen (minimal 3,5 Millionen in Vietnam) ist auch nicht zu hoch gegriffen. Wenn man alles, wo die USA die Finger drin hatten, wie Indonesien, Kongo, Lateinamerika, Iran etc. zusammennimmt und Irak (Embargofolgen und Überfall) mit über einer Million ansetzt, kommt man mit Mühe auf weitere 3-4 Millionen. Das ist eine furchtbare Bilanz, die etwa die Gewaltopfer des Sowjetkommunismus von 1917 bis 1991 weit übertrifft. Aber es sind keine 40 Millionen, es sei denn, Du fängst mit albernen “Bevölkerungsverlusten” an. Das überlasse bitte den Antikommunisten und sonstigen Faschisten wie Heinsohn und Konsorten.

        a^2

        • Truvor schrieb am 4. Dezember 2010 at 03:56 - Permalink

          Die fiese Kriegsweise der Amis hat sich ins Gedächtnis der verschiedenen Völker eingebrannt.
          Damit meine ich die Massenvernichtung der Zivilisten (des Feindes).
          2 WK: Die Russen kämpfen (verbluten) gegen die deutsche Armee.
          Und was tun (zur selben Zeit) die Amis ?
          Sie bomben die deutsche Zivilisten zusammen.
          Jawohl, die gefährliche Arbeit soll doch der Russe Iwan erledigen.
          Und was ist mit Hirosima und Nagasaki ?
          War es nötig, vor dem Kriegsende, diese Städte zu vernichten ?
          Selbstverständlich nicht.
          etc. etc. etc.
          Eine Schande.

          • Felix schrieb am 4. Dezember 2010 at 12:11 - Permalink

            Die Kriegsweise der Amis ist also “fies”, klar. Im Gegensatz zu der Kriegsführung anderer Staaten/Kriegsteilnehmer, die in dem Bereich viel “netter” sind.

            Apropos “fies”: Die Ostfront war mit Abstand der brutalste Kriegsschauplatz im Zweiten Weltkrieg. Die Amerikaner haben im Vergleich einen “humanen” Krieg geführt.

            Während des Zweiten Weltkriegs hat die USA die zweite Front im Westen aufgemacht, die wohl erheblichst zum Sieg der Allierten beigetragen hat. Das Engagement der Amerikaner auf die Bombardierungen deutscher Städte zu reduzieren ist ahistorisch. Von der Rolle der Briten bei den Bombardierungen (die sich heute leider allgm. so schlecht als Hassobjekt anbieten) mal ganz zu schweigen.

            Im Übrigen finde ich es immer wieder amüsant, wenn sich so emotionell über allierte Kriegsführung im Zweiten Weltkrieg empört wird und dabei die Kriegsführung/Verbrechen der Deutschen überhaupt nicht mit in die Betrachtung einbezogen werden.

            • aquadraht schrieb am 4. Dezember 2010 at 14:54 - Permalink

              Felix: Ich bin mit Truvor nicht einer Meinung, was den Luftkrieg im 2. Weltkrieg angeht. Stalin hatte dem übrigens ausdrücklich zugestimmt. Und zu der Zeit war der unterschiedslose Bombenkrieg kriegsvölkerrechtlich nicht geächtet, was er später durch die Genfer Konventionen von 1946/47 war, die USA aber nicht gehindert hat, in Nordkorea Staudämme zu bombardieren, chemische Kampfmittel in grossem Stil einzusetzen und Städte und Dörfer mit Brandbombardements zu vernichten. Im zweiten Weltkrieg waren den Bombern auch technische Grenzen gesetzt, die die Zerstörung des Wohnraums in den Industriestädten als sinnvolle militärische Option erscheinen liessen. In den Kriegen in Asien weiss man aus den Äusserungen der US-Militärs, dass da Rassismus und Vernichtungsideologie eine nicht unbedeutende Rolle spielten. Die Ideologie eines Curtis Lemay ist von der eines Reinhard Heydrich nicht zu unterscheiden.

              Die späte Eröffnung der zweiten Front ist definitiv die Schuld Churchills, nicht der USA. FDR und Marshall wollten schon im Herbst 1941 30 US-Divisionen an die Kanalküste werfen, um die UdSSR zu entlasten (sie hatten dabei einkalkuliert, über hunderttausend Soldaten bei einer solchen Operation zu verlieren). Es war Churchill, der solche Pläne mit allen möglichen Vorwänden für unmöglich oder unsinnig erklärt hat und schliesslich auf die strategisch irrsinnige und reichlich erfolglose Landeoperation in Nordafrika orientierte, die es den Nazis erlaubte, alle in Westeuropa stationierten Einheiten abzuziehen und an die Ostfront zu werfen. Die Landung in der Normandie im Juli 1944 war gesamtstrategisch bedeutungslos, sie verhinderte aus der Sicht der Westalliierten nur ein weiteres Vordringen der Roten Armee. Churchill hat ja nach dem 8.5.1945 die internierten Naziverbände noch wochenlang kampfbereit erhalten, weil er den Krieg gern gegen die UdSSR weitergeführt hätte.

              Truvors Eltern waren während der betreffenden Zeit übrigens in der UdSSR, nicht in Deutschland, dein Amüsement geht fehl.

              a^2

            • Truvor schrieb am 4. Dezember 2010 at 21:57 - Permalink

              @ Felix

              Hätten die Amis (sagen wir) im Sommer 1942 die zweite Front eröffnet oder spätestens am 6.6.1943 (genau 1 Jahr vor dem D-Day), dann wäre ihr militärischer Beitrag tatsächlich bedeutend gewesen (Insbesondere im Sommer 1942 hätten die Amis die (russische) Ost-Front kriegsentscheidend entlasten können).
              Am 6.6.1944 aber, hat die zweite Front einfach an Bedeutung verloren.
              Die zweite Front war zu dieser Zeit nicht mehr kriegsentscheidend gewesen.
              O.K., nehmen wir mal an, die Amis und Briten hätten sich entschieden die zweite Front am 6.6.1944 nicht zu eröffnen.
              Na und, die Russen hätten dann allein die deutsche Armee (und Satelliten) besiegt.
              Der Krieg hätte vielleicht weitere 6,7,8 (etc.) Monatelang gedauert, aber dann wären die Russen die alleinige Sieger über Hitler-Deutschland (und Rest-Europa) gewesen.
              Mit der Eröffnung der zweiten Front wollten die Amis den Einmarsch der Russen nach (West)Europa verhindern und das war der Hauptgrund für die Eröffnung der zweiten Front.
              Du mußt es verstehen, die Russen haben (im 2WK) über 73% aller deutschen (und Satelliten) militärischen (!) Verlußten verursacht.
              Wo siehst Du denn hier “erheblichsten Beitrag der Allierten zum Sieg” ?

              Ich kritisiere hier eigentlich das Zusammenbomben der (mit Zivilisten überfüllten) deutschen Städte.
              Die Gewerbegebiete lagen (und liegen) außerhalb der Städte (wie Du höchstwahrscheinlich weißt).
              Sie haben aber die Wohngebiete bombardiert, verstehst Du, sie wußten, daß sie Zivilisten bombardieren (die Soldaten waren größtenteils an der Ost-Front).
              Die Russen haben zumindest ihren Sieg auf dem Schlachtfeld erkämpft, sie brauchen sich nicht für ihre Kriegsführung zu schämen.

              Ich sehe die Amis nicht als Moralapostel, sie haben mit ihrer fiesen Kriegsführung ihrem Ruf als demokratische Nation (und als Armee sowieso) geschadet.

            • aquadraht schrieb am 5. Dezember 2010 at 18:43 - Permalink

              Truvor: Was Du zur zweiten Front schreibst, stimmt. Allerdings, wie ich schon schrieb, die Hauptverantwortung trägt hier Churchill. Was den Bombenkrieg angeht, der in Europa auch vorwiegend von den Briten organisiert war, die auch die systematischsten Brandbombardements der Städte durchgeführt haben, wurden da Erfahrungen umgesetzt, die die Briten unter den Bombenangriffen der Nazis gelernt haben.
              So gab es in Coventry Ende 1940 einen schweren Bombenangriff, der zum Teil aus einem Angriff auf die Flugzeug- und Motorenwerke bestand, zu einem anderen in der Zerstörung der Stadt durch Spreng- und Brandbomben.
              Die Briten erfuhren dabei, dass die Industrieanlagen, obwohl schwerer zerstört als die Stadt, binnen sehr kurzer Zeit, zum Teil bereits am nächsten Tag und fast alle in der Folgewoche, die Produktion fortsetzten konnten. Die grössten Produktionseinbrüche erfolgten stattdessen durch Arbeiter der Rüstungsbetriebe, die durch den Angriff ihre Wohnung verloren hatten, sich um die Unterbringung ihrer Familien kümmern mussten und dergleichen. Diese Folgen des Luftangriffs wirkten noch nach Wochen, während die Produktionskapazität schon lange komplett wiederhergestellt war.

              Deshalb hat vor allem das britische Bomberkommando auf die Zerstörung der deutschen Städte gesetzt. Die Amerikaner haben eher Industrie- und Transportanlagen angegriffen.

              Gruss, a^2

            • Skeptiker2 schrieb am 6. Dezember 2010 at 19:55 - Permalink

              @aquadraht

              Was ist der Unterschied zwischen serbischen und US Massengräbern?

              Die serbischen dürfen untersucht werden.

              Genauere Erläuterungen (u.a. zum Denkmalschutz von Massengräbern) gibt es hier:

              http://www.rheinwiesenlager.de/Toten.htm
              http://www.rheinwiesenlager.de/voelkerrechte.htm
              http://www.rheinwiesenlager.de/lager.htm

              D.h. dieser Satz:

              “Churchill hat ja nach dem 8.5.1945 die internierten Naziverbände noch wochenlang kampfbereit erhalten, weil er den Krieg gern gegen die UdSSR weitergeführt hätte.”

              kann nicht stimmen, im Gegenteil. Den USA war irgendwie eher daran gelegen die Zahl der noch wehrfähigen Männer in Deutschland noch einmal deutlich zu reduzieren.

              Seltsam finde ich auch, dass der Kriegsheld Winston Churchill, kurze Zeit nach Ende des II. Weltkriegs in Europa, politisch abserviert wurde, genau wie das plötzliche Ächten von “Bomber Harris”, der während des Krieges höchstens intern Kritik zu hören bekam.

      • aquadraht schrieb am 3. Dezember 2010 at 22:07 - Permalink

        Und noch eins: Die Lehre aus dem Nationalsozialismus findet sich in den Arbeiten von Christian Gerlach, der den Hauptaspekt der NS-Ideologie herausgearbeitet hat: Vernichtungspolitik.

        Da gibt es keine Aussonderung von Juden, “Asozialen”, Kommunisten, Slawen, “überflüssiger Bevölkerung”. Gerlach zeigt, dass die NS-Politik Vernichtungspolitik war, ehe die Vernichtung der Juden auch nur fertig gedacht oder geplant war. Und sie war es über die Judenvernichtung hinaus: Der leider altersdement rassistisch gewordene Ralph Giordano hat in seinen besseren Zeiten unermüdlich darauf hingewiesen, dass die Nazis ihren viel grösseren schon geplanten Holocaust an den Slawen nur auf Grund der Siege der Roten Armee nicht verwirklichen wollten.

        Vernichtungspolitik ist leider kein Alleinstellungsmerkmal der Nazis. Aber sie ist eines der wichtigsten Merkmale, die es zu erinnern erfordert, denn der schwarze Winkel wird in der Tat heute schon in gewisser Weise wieder geklebt.

        Was den Nahen Osten angeht, finde ich Ball flach halten keine wirklich falsche Idee für Deutsche. Das heisst nicht, dass man Unrecht, israelisches Unrecht, nicht Unrecht nennen darf. Aber man sollte sich da mit Parallelen zur NS-Zeit sehr zurückhalten. Wenn man Israeli ist, ist das anders und etwas anderes, und wenn die dortigen Menschenrechtler ihren Rechten vorhalten, sie benähmen sich nicht besser als die Nazis, ist das legitim. Dass man das als Deutscher so nicht sagen kann, sollte einem der Verstand und das Geschmacksempfinden klar machen.

        Auf jeden Fall: Vor der eigenen Tür kehren schadet nie. Da geht leider der Schmutz nicht aus.

        a^2

        • Felix schrieb am 4. Dezember 2010 at 12:25 - Permalink

          Hast Du da ein paar Literaturhinweise?

          Meines Erachtens ist nämlich das Alleinstellungsmerkmal der Judenvernichtung die Tatsache, u.a. dass die physische Existenz von Juden restlos beendet werden sollte. Während Slawen hingegen “immerhin” noch als Sklaven/Arbeitskräfte eine Existenzberechtigung hatten. Der Idee der “Neuen Ordnung” nach, sollten die deutschen Siedler im Osten ja in erster Linie die Herren des Landes seien. Was nicht heißen soll, dass der millionenfachen Tod von Slawen einkalkuliert bzw. in Kauf genommen wurde (siehe Kriegsgefangene).

          Darüberhinaus kann man auch nicht von einer homogenen Betrachtungsweise “der” Nazis auf die Ethnien im Osten ausgehen. Für manche Funktionäre im bestimmten Ämtern in Berlin, waren etwa die Ukrainer ein überlegenes Volk, dem auch eine gewisse politische Rolle zugestünde. Ähnlich verhält es sich mit Kaschuben in Polen, etc. Sowas spricht meiner Meinung gegen eine pauschale “Vernichtungsabsicht” gegenüber Slawen als solchen.

          • aquadraht schrieb am 4. Dezember 2010 at 15:22 - Permalink

            Felix: Da ist z.B. Gerlachs Dissertation “Kalkulierte Morde. Die deutsche Wirtschafts- und Vernichtungspolitik in Weißrussland 1941 bis 1944″, Hamburger Edition, Hamburg 1998, ISBN 3-930908-54-9 und seine Monographie “Krieg, Ernährung, Völkermord. Forschungen zu deutschen Vernichtungspolitik im Zweiten Weltkrieg”, Hamburger Edition, Hamburg 1998, ISBN 978-3930908394. Es gibt auch eine Vielzahl von Beiträgen von ihm in zeitgeschichtlichen Periodika und einigen Sammelwerken zum Holocaust und zum Zweiten Weltkrieg.
            Es ist richtig, dass es Pläne der totalen Vernichtung auf “rassischer” Grundlage nur für die europäischen Juden und “Zigeuner” gegeben hat, und zwar wohl auch erst seit Ende 1941. Für die Slawen gab es “nur” den Generalplan Ost, der die Beseitigung von über 100 Millionen “überflüssigen” Slawen vorgesehen hat. Er wurde bereits ab 1940 entwickelt. Die Nazis haben die Ukrainer übrigens auch nicht durchgehend als “rassisch höherwertiger” angesehen. Es gab einige, wie den SS-Mörder und späteren Adenauer-Minister Oberländer, die das so gesehen haben (seine SS-Division bestand zum Teil aus Ukrainern).

            Bevor die Nazis mit dem Holocaust begonnen haben, hatten sie bereits ausgiebige Vernichtungserfahrung (auch mit Giftgas und Gaswagen) mit Kranken und “Asozialen” und mit sowjetischen Kriegsgefangenen und Kommunisten. Die ersten Massenerschiessungen jüdischer Männer und Jungen fanden auch erst im Herbst 1941 nach dem Überfall auf die UdSSR statt und standen eher unter dem Motto des “jüdischen Bolschewismus”. Ihre generelle Vernichtungsideologie gegenüber “überflüssigen Menschen” (Malthus) und Feinden (Carl Schmitt) war eine Voraussetzung für den Holocaust.

            a^2

    33. Delopinions schrieb am 3. Dezember 2010 at 23:31 - Permalink

      Das mit dem Betroffenheitsautomatismus ist es, was ich bis heute nicht verstehe. Die jetzigen jungen Generationen haben keinerlei Schuld an dem, was unsere (Ur-)großväter (Vorfahren möchte ich fast schreiben) getan haben. Aufklärung und Geschichtsunterricht ja, aber nicht diese ständige Pseudo-Betroffenheit. Wenn ich vom Holocaust höre und sehe, fühle ich NICHTS. Beim Thema DDR-Vergangenheit, sieht das ein wenig anders aus. Das ist geradezu zum greifen Nah und irgendwie hochaktuell nachdem der 11.09.2001 inszeniert und die damit einhergehenden Überwachungsgesetze weltweit durchgedrückt wurden.

    34. Benjamin schrieb am 4. Dezember 2010 at 00:15 - Permalink

      Ihr wollt also, dass der Mensch aus der Geschichte etwas lernt?

      Wie lange?
      50 Jahre, 100, 200 gar…

      Es sind nicht mal drei Wochen.

      • Heldentasse schrieb am 4. Dezember 2010 at 10:01 - Permalink

        Those who cannot remember the past are condemned to repeat it.

        George Santayana (1863-1952)

        • Benjamin schrieb am 4. Dezember 2010 at 20:06 - Permalink

          …und ebenso solche, die sich für schlauer halten als ihre Väter und sich auf den Lorbeeren vergangener – vermeintlicher – Glanzzeiten ausruhen.

          Die Deutschen hielten sich wahrscheinlich auch bis die Dächer wegflogen für ein Kulturvolk.
          Ha.
          Es wird ja noch heute von vielen Kulturpessimisten (heute kommt übrigens der Gottschalk:) von Goethe, Schiller, Kant geschwärmt.
          Als ob zu Zeiten Goethes – oder wann auch immer – die Leute (die Mehrheit!) den Goethe gelesen hätten. Unsinn! Die Leute waren beim Bänkelsänger und haben mit wonne antisemitische Geschichten gehört und gelesen!!

          Hand auf’s Herz, die meisten (mich inbegriffen) hatten doch die alten Klassiker nur als Pflichtlektüre, mit anschließendem Klett-Lektüreschlüssel.
          Sprich: Wir haben eine Legion von Abiturienten voller auswendig gelernter Sülze und Formeln, die jedem dahergelaufenen – und von den Medien gepushten – Deppen hinterherlaufen würden!

          Ist das die Überlegenheit der “freiheitlichen”, “christlich-jüdisch-altgriechischen” und “aufgeklärten” (ich sage nur: Dieter Bohlen) Hemisphäre gegen den untermenschlichen Oschde?

          Noch sitzt die widerwärte (aber nichtsdestotrotz nicht rassistische) neo”liberale” Elite im Sattel.
          Nehmen wir an, es käme ein so gewaltiger Börsenkrach, der die Hypothekenkrise und deren Folgen in den Schatten stellte…

          Was ich sagen will: Der Mensch ändert sich nicht.
          Nur die hauchdünne Schicht Zivilisation (also das Geld und die Medien) halten uns davon ab jeden missliebigen Mitbürger zu lynchen.
          Und 5,00 € sind nicht viel; so mancher kokelt schon wieder :(

          Fragt mal einen Normalo (nicht eure Kommilitonen und gleichgesinnten Freunde) sondern Normalos, was man
          - mit Kinderschändern machen sollte?
          - was Sie von Türken halten?
          - ob Sie sich mittlerweile fremd im eigenen Land fühlen?

          Jetzt wird jeder sagen: Suggestivfragen!
          Na und, was ist denn dann erst, wenn in den Medien (nicht die BILD) ein neuer Hugenberg auftauchte?
          Wenn die Menschen so manipulierbar sind (bin ich leider auch), dann sind sie es – kling hart – einfach nicht wert!

          Es WIRD sich wiederholen.
          Nicht in diesem Jahrzehnt aber dann vllt. im nächsten.

          • groo schrieb am 4. Dezember 2010 at 20:30 - Permalink

            darf ich mal unterstellen, dass Du aus dem ‘Osten’ kommst?

            Als -ähem- saturierter Bayer erwarte ich ordentliches revolutionäres Potential von Euch!

            Was die wiedervereinigte BRD betrifft, ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.
            Neuerdings importiert ihr die Sch… zum Sonderpreis aus Dänemark, wie ich höre.
            So bescheuert seid ihr doch eigentlich nicht, oder?

            • Benjamin schrieb am 4. Dezember 2010 at 20:43 - Permalink

              Ich meinte damit den Orient.
              Seit jeher entweder Ort romantisch verklärter Sehnsucht oder abgrundtiefer Verachtung.

              Das Gegenstück zum “Edlen”, “Rationalen”, wasauchimmer…

              Das ist – ich habe es hier irgendwo geschrieben – die uralte Dreiteilung der Welt in

              - Weiße (kühn, edel, tapfer blablabla)
              - Gelbe (Orient: klug aber verschlagen und gemein)
              - Schwarze (ein bisschen faul, dumm und kindisch)

              Diese Einteilung war noch bis in meine Kindheit in Schulbüchern gang und gebe!

              In “Tim in Kongo” z.B. sind die Afrikaner kindlich und dumm.
              Die Russen (UdSSR) wurden in der Nazipropaganda immer ein wenig “schlitzäugig” gezeichnet.
              Juden mit gelber Haut gemalt.
              Usw.

              Manche Dinge sickern halt ewig durch. Und ich denke das liegt daran, dass auch die Menschen – leider – immer so ein wenig im Neanderthal hängengeblieben sind.

              Nichts gegen das Neanderthal jetzt^^

            • groo schrieb am 4. Dezember 2010 at 22:14 - Permalink

              @Benjamin ,

              Ich meinte damit den Orient.

              OK.
              Habe nichts gegen Dein Weltbild.

              Wir können uns vermutlich verständigen.

              Grüsse.

          • Heldentasse schrieb am 5. Dezember 2010 at 11:08 - Permalink

            @Benjamin

            Was ich sagen will: Der Mensch ändert sich nicht.
            Nur die hauchdünne Schicht Zivilisation (also das Geld und die Medien) halten uns davon ab jeden missliebigen Mitbürger zu lynchen.

            Heute ist ja mal wieder ein vorweihnachtlicher Sonntag, womöglich ein guter Tag mal moralisch zu werden?

            Die meisten von uns sitzen in ihren beheizten Wohnungen und sind satt genug, sich vor dem vernetzten Compi ihre mehr oder weniger sinnvollen Gedanken zur Sinnhaftigkeit der menschlichen Kultur und Verantwortung zu machen, ich möchte mich da auch grundsätzlich nicht ausschließen.

            Klar ist für mich auch, dass das Schicksal der Zivilisation womöglich schon mittelfristig an einem seidenen Faden hängt, der aber noch dünner wird wenn man ausführt: “Der Mensch ändert sich nicht.”, denn von da aus ist es nur ein gedanklicher Katzensprung zu “Der Mensch kann sich nicht ändern” und schließlich zu “Der Mensch hat keinerlei Verantwortung, denn alles was er macht liegt in seiner Natur”.

            Damit könnte man alle Greuel und Verbrechen rechtfertigen und müsste sogar den schlimmsten Päderasten/ Nazi/ Mörder/ Bankster im Grunde von seiner Schuld freisprechen. Das das so nicht funktionieren kann sollten sogar die Menschen einsehen (bzw. “fühlen”), die “nur” einfache oder fast keine Bildung besitzen, und das tun m.E. auch die meisten dieser Menschen auch! Empirisch kann man das so “beweisen”, in dem man beobachtet, das dass System z.Z. noch relativ gut funktioniert, und das gerade weil die aller aller meisten Menschen gesetzestreu sind, sei aus innerer Einsicht (intellektuelle Leistung), aufoktroyierten Wertebild (Glauben) oder einfach nur aus Angst vor Sanktionen.

            Wenn dem nicht so wäre, könnten die im Vergleich zur Masse der Bevölkerung relativ schwachen staatlichen Kräfte (Polizei, Militär) niemals auf Dauer die Ordnung und das System aufrechterhalten. Sogar die Nazis machten sich diese Eigenschaften des Volkes zu nutze, denn was die damals “aufbauten” an Barbarei war weit entfernt von Lynchjustiz und Herrschaft des Mobs sondern streng durchorganisiert, und auch das größte Unrecht wurde durch deren Rechtsprechung zum relativen Recht. In dem Sinne herrschte damals ein Art von Anti-Zivilisation des Bösen, aber aufbauend auf der durch Zivilisation geprägten Eigenschaft der meisten Menschen sich zu einzufügen und wie auch immer zu funktionieren.

            Vielleicht liegt sogar in der puren Menschlichkeit, im Guten wie im Bösen, ein wenig Hoffnung. Denn sie macht das System für die Herrschenden unberechenbar, ein Zustand der für diese Eliten untragbar ist, und den diese versuchen zu minimieren. Das kann man auch sehr schön empirisch “beobachten”, nämlich an den Milliarden die jährlich in diverse Medien “gepumt” werden um die Menschen gleich zu schalten.

    35. Mir schrieb am 4. Dezember 2010 at 01:31 - Permalink

      Da muss man doch ausnahmsweise mal die toten US Amerikaner in Schutz nehmen.
      Nazi ähnliche Verbrechen gab es mWn. nur bei den Japanern und bei der katholischen Kolonialisierung in vergleichbar extremen Ausmaßen und ähnlicher Methodik, mir ist sonst nichts derartiges bekannt, wird es aber sicher geben.
      Die Protestanten waren ohne Zweifel auch meist Rassisten und oft religiöse Fanatiker, umgebracht haben sie die Indianer aber auf die übliche Art und Weise, indem sie sie im Zuge von Landnahme in Kämpfen besiegten, von unkoordinierten Ausnahmen abgesehen. Sklaverei (oft von ihren afrikanischen Besitzern weiterverkauft), also der Transport, wäre eine andere Sache, aber das waren eher europäische Europäer, Briten, Holländer.
      Sie waren einfach nur neu dazugekommen, haben mitgekämpft (Ja, auch Indianer kämpfen, wie alle anderen auch) und haben durch technologische Überlegeneheit und Masse gewonnen und die Verlierer beraubt und umgebracht.
      Also ganz normale Leute. Tragen heute vielleicht Kröten über die Straße, weil ihre Bedürfnisse gesättigt sind und ihnen langweilig ist.
      Geistige Hitler Klone brüllpredigen Nächstenliebe und die jüdisch-christliche Kultur des Abendlandes von Kanzeln, während Stalins Bruder im Geiste einen Sweatshop betreibt, sein Geld in Liechtenstein geparkt hat, über den gierigen Staat jammert und zum Mann des Jahres im Wallstreet Journal gewählt wurde ;)

      Die Amerikaner stechen doch auch heute nicht so heraus, weil sie besonders bösartig wären, sie haben nur mehr Möglichkeiten als Andere ihre Interessen durchzusetzen, weil sie bessere Waffen haben. Hätte der Vatikanstaat so ein Waffenarsenal sähe es viel schlimmer aus.
      Erkläre nichts mit Fanatismus und Bösartigkeit, was du auch mit normaler Gier und Skrupellosigkeit erklären kannst und so.

      • Heldentasse schrieb am 4. Dezember 2010 at 10:23 - Permalink

        Da muss man doch ausnahmsweise mal die toten US Amerikaner in Schutz nehmen.
        Nazi ähnliche Verbrechen gab es mWn. nur bei den Japanern und bei der katholischen Kolonialisierung in vergleichbar extremen Ausmaßen und ähnlicher Methodik, mir ist sonst nichts derartiges bekannt, wird es aber sicher geben.

        Nein! Die Verbrechen der Deutschen waren leider einzigartig. Die vollkommene Perversität und kapitale Abartigkeit lag nicht alleine in den Lagern und dem Töten, sondern in der stabsmäßig/ industrielle geplanten totalen Verwertung der Opfer. Von den Vermögenswerten über Kleidung, Zahngold hin zur restlosen Ausbeutung der Arbeitskraft, bis zum Erzeugen von Rohstoffen aus den toten Körpern. Siehe “Wannseekonferenz”

        Wahrlich, der Tot ist ein Meister aus Deutschland!

        • Mir schrieb am 4. Dezember 2010 at 11:26 - Permalink

          Ich weiss.
          Die Spanier liessen bei ihrer Kolonialisierung den indigenen Mittelamerikas die Wahl zwischen dem Tot im Verbrennungsofen und dem Konvertieren zum Christentum mit anschließender, durch den Tod bedingt sehr kurzer Arbeitszeit in den Silberminen.
          Die Japaner haben sich auf dem Festland verhalten wie die Nazis im Osten Europas, inklusive Lagern, mit ähnlich vielen Todesopfern, aus sehr sehr ähnlichen Motiven und mit sehr ähnlicher Ideologie.

          Das jedes dieser Verbrechen für sich genommen anders und einzigartig war und die Nazis besonders viele Menschen auf perverse Art und Weise töteten ist unbestritten.
          Aber es ist nuneinmal so, dass dieser Artikel bereits vergleicht, was an solchen Dingen eben doch vergleichbar ist – und das kann man auch. Nicht jeder Aspekt ist einzigartig, sondern nur der einzelne Komplex insgesamt.

          Ich fände es auch angenehmer zu glauben, dass die Nazis eine einzigartige böse Ausgeburt in der Geschichte waren, dem ist aber nicht so. Leider.
          Es gab immer Bewegungen und Ideologien die ähnliche Dinge taten, wenn sie die Möglichkeit dazu hatten und es gibt sie auch heute noch. Nur glücklicherweise ohne die Möglichkeiten der Nazis.

        • Benjamin schrieb am 4. Dezember 2010 at 20:19 - Permalink

          Nich “der” Deutsche, “der” Japaner, “der” Ami ist grausam, sondern die Menschen sind es. Schon immer gewesen.

          Ich glaube der wahre Ekel und die Wurzel für die Verleugnung der Verbrechen der Nazis ist das Unterschlagen der Tatsache, dass die meisten Verbrecher und Täter – typisch für eine moderne Gesellschaft – langweilige Bürohengste waren, Strebertypen. Lutscher.

          Ein Bösewicht muss aussehen wie Attila der Hunne. Oder wie Hitler. Richtig laut und böse. Grrrr.

          Und dann kommt da so ein Lehrer Lämpel Typ wie der Himmler und ist Chef der größten Mörderband der Welt.
          Das geht doch nicht!
          Wir wollen wenigstens ein Gnurren. Loss Heini, gnurr uns einen!

          Was ich sagen will…

          Die Leute wollen nicht akzeptieren, dass die Bestie IN JEDEM VON UNS STECKT unabhängig von Bildung, Religion, Statur und Herkunft.

          Und dafür brauchen wie Knopps Hitler.
          Hitler, Hitler, Hitler.

          Und auf keinen Fall Hinz und Kuntz.
          Und die “Vergangenheitsbewältigung” ist auch lächerlich; immer dieselben Namen (Hitler, Gö & Goe etc.) und immer dieselben Mienen.

          Die haben keine eigene Meinung und wären wahrscheinlich auch mitgelaufen.

          Erst wenn man sagt: JA ICH WÄRE AUCH EIN MITLÄUFER GEWESEN erst dann hat man einen 1. Schritt getan.

      • Skeptiker2 schrieb am 6. Dezember 2010 at 23:56 - Permalink

        “umgebracht haben sie die Indianer aber auf die übliche Art und Weise, indem sie sie im Zuge von Landnahme in Kämpfen besiegten, von unkoordinierten Ausnahmen abgesehen.”

        Auch die Palästinenser werden auf die übliche Art und Weise umgebracht sowie ihres Landes beraubt, mitunter auch mit koordinierten Maßnahmen wie einem Gaza-Krieg.

        Ich würde das jeweils als Verbrechen bezeichnen.

        Die unkoordinierten Maßnahmen bei der Landnahme in Amerika waren z.B. Büffeljagden vom Zug aus. Dadurch wurde den Indianern, die von den Büffeln lebten, die Nahrungsgrundlage entzogen und diese damit zum Sterben verurteilt.

        Vor kurzem berichtete in einem Filmbeitrag ein älterer Amerikaner darüber, wie sich die Indianer gegenüber den Siedlern verhielten: Sie halfen den Siedlern in dem sie ihnen zeigten wo es Wasser gab und was für Kräuter sie für alles mögliche anwenden konnten.
        Wo kam denn dann die Gewalt her, die man in zig Western mitbekommen hat.

        “Die Amerikaner stechen doch auch heute nicht so heraus, weil sie besonders bösartig wären, sie haben nur mehr Möglichkeiten als Andere ihre Interessen durchzusetzen, weil sie bessere Waffen haben. Hätte der Vatikanstaat so ein Waffenarsenal sähe es viel schlimmer aus.
        Erkläre nichts mit Fanatismus und Bösartigkeit, was du auch mit normaler Gier und Skrupellosigkeit erklären kannst und so.”

        Eine noch bessere Erklärung ist wahrscheinlich, dass viele Soldaten unter Drogen stehen, wenn sie im Einsatz sind, weil sie sonst die Unmenschlichkeit nicht ertragen würden. Zudem müssen inzwischen auch Soldaten Dienst im Irak leisten, die bereits psychische Probleme haben. Die Selbstmordrate ist wohl relativ hoch, verglichen mit dem Bevölkerungsdurchschnitt.
        So lassen sich die Bilder erklären, die mit Hilfe von Wikileaks verbreitet wurden (über die Soldaten, die aus Hubschraubern unschuldige Zivilisten erschossen haben).

        Ein entfernter Verwandter von mir ist im Februar 2007 im Irak als amerikanischer Soldat gestorben.

        Mir ist ein schöner Name, denn er bedeutet Frieden. Ich wünsche Dir inneren Frieden, damit Du auch nach außen Frieden geben kannst.

        Ich frage mich, warum die USA für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit immer noch mehr Not, Elend und Tod in der Welt verbreiten müssen. Die Vereinigten Staaten von Amerika sind ein so großes Land, mit so vielen Möglichkeiten für alle Bewohner, wer zwingt sie anderen Gewalt anzutun?

        Eine Erklärung ist, dass Menschen, die in ihrer Kindheit viel physische und/oder psychische Gewalt erfahren mußten, diese, wenn sie nicht genügend Zuwendung und Liebe erfahren haben, an andere Menschen, z.B. an die eigenen Kinder oder an schwächere Menschen, weiter geben. Dies ist quasi eine versteckte Mitteilung über das was ihnen früher einmal angetan wurde.

        Bei schwerer körperlicher und seelischer Misshandlung (Schläge gegen den Kopf, nur Versorgung mit Essen) von Kindern, ist es wahrscheinlich, dass diese zu Psychopathen werden. Diese Menschen kann man leider nicht mehr gesund machen, weil irreparable Schäden im Gehirn entstanden sind.

        Wenn diese Menschen dann auch noch Macht bekommen, dann wird für sehr viele Menschen sehr viel Leid entstehen.

        Wir brauchen nicht mehr Gewalt in dieser Welt, sondern weniger, überall.

    36. Kriegszitterer schrieb am 4. Dezember 2010 at 02:18 - Permalink

      Ich bin es leid ! Keine Woche ohne das man irgendwo auf das Thema gerade zu gestossen wird . All diese Leute sind tot . Ihre Kinder die es niemals gab sind gleich mit ihnen gegangen . Ein verlust der nunmal zu ertragen ist .
      Gleichzeitig müssen aber Leute in unserer jetztigen Zeit ebenfalls Jahr für Jahr in Millionenzahlen den Löffel abgeben damit zu Weihnachten etwa das neueste Handy unterm Weihnsbaum liegt . Was ist mit diesen Verbrechen das zumindest theoretisch stopbar ist da wir zumindest in der gleichen Zeitliene leben ?
      Würde über dieses meiner Meinung viel konkretere Thema auch nur halbwegs soviel geschrieben wie über die verbrechen Nazideutschlands würden wir eher in einer besseren Welt leben . Bravo ! Ein weiterer nichts sagender Beitrag zu lange Bekanntem .
      Ich wünsche noch einen schönen Tag noch in einer scheinheiligen Welt !

      • Benjamin schrieb am 4. Dezember 2010 at 20:33 - Permalink

        Redest du von der Dritten Welt?

        Dann müssen wir uns wohl oder übel mit der ersten beschäftigen!

        Denn wenn wir hier weiterhin die Vollidioten, Geldgierigen und “Leistungsträger” bestimmen lassen (und solche Leute wie Niebel Entwicklungshilfe machen sollen!), dann hat das noch schlimmere Folgen für die dritte Welt als es sie eh schon hat.

        Dabei kommt es vielleicht weniger auf irgendwelche Handys an, sondern vielleicht auf uraltem Rassismus, der – unterbewusst vielleicht – immer noch die Afrikaner hintenan stellt, während Asiaten und Amerikaner schon eher in der Gunst der Europäer stehen.
        Es sind oft diese alten und – scheinbar – belanglosen Geschichten (siehe auch Sem, Ham und Japhet) welche noch heute Spuren zeigen.

        Ich habe oben erwähnt, dass die Elite nicht rassistisch ist (Stand 2010). Aber…
        Wenn die sozialen Ängste zunehmen (etwa durch eine drohende Wirtschaftskrise) könnten auch die abgeklärten neoliberalen Führungskreise auf die Idee kommen, dass es “halt bessere und schlechtere gibt”. Das ist Rassismus.

        Die Wurzel ist Außenseiteraggressivität die es schon immer gab.

        Gäbe es das nicht, ginge es auch den Entwicklungsländern besser, von daher hat die Beschäftigung mit Fremdenfeindlichkeit und Hass gegen die “Schwachen” IMMER seine Berechtigung.

        Vulgo: Wer den Arno Dübel nicht mag, dem ist auch der N*ger egal.

        • groo schrieb am 4. Dezember 2010 at 20:47 - Permalink

          was meinst du damit?

          Ich habe oben erwähnt, dass die Elite nicht rassistisch ist (Stand 2010)…

          Eher wohl als Neben-Satz.
          Was ist der Haupt-Satz?

          …Aussenseiteraggressivität?…

          • groo schrieb am 4. Dezember 2010 at 20:56 - Permalink

            habe das anderswo schon mit anderen abgehandelt:

            HHarlekin …
            http://feynsinn.org/?p=6026#comment-18810
            und
            Sind die Reichen gefühlsblind?
            http://feynsinn.org/?p=6026#comments

            • Linus schrieb am 4. Dezember 2010 at 22:14 - Permalink

              Bei den armen Leuten lernt man das Kochen, bei den Reichen das Sparen.

            • groo schrieb am 4. Dezember 2010 at 22:25 - Permalink

              hat das evtl was mit den vielen Kochsendungen zu tun?

              So eine Sendung wäre doch schön:
              “So kochten die Neandertaler”

              Grüsse!

          • Benjamin schrieb am 4. Dezember 2010 at 21:01 - Permalink

            Was ich damit meine?

            Ich meine – VT-GEfahr!!- dass die Macher und Lenker in Deutschland keinen Rassismus betreiben.
            Sarrazin zum Beispiel (Google Trends “Sarrazin”) war und ist eine künstlich gepushte Null von Bertelsmann
            Nach dem Rauschen im Blätterwald kam diese Gegenstudie, die Sarrazin neutralisierte und alles wieder beruhigte.
            Gewiss die Stimmung war vergiftet, aber ich vermute (oder bin ich da zu optimistisch?) keinen Rassismus oder Fremdenhass dahinter sondern Ablenkung weil zu der Zeit ATom- und Pharma-Lobby (das ist nicht eben Pillepalle) ihre Gesetze durchgebracht haben.
            Das ist alles. Eventueller Rassismus wird nicht erzeugt sondern – schlimmer- in Kauf genommen.
            Eiskalte Zynikerärsche sozusagen. Aber keine Rassisten (bewusst!).

            Aber wie gesagt. Nichts ist ewig, außer die Wiederholung.
            Leider werden irgendwann wieder offene Fremdenfeinde regieren…
            Ich denke dabei in 100-Jahres-Schritten :/

            War das die Antwort auf die Frage?

            P.S: Außenseiteraggressivität = Aggro gegen Außenseiter

            • groo schrieb am 4. Dezember 2010 at 21:45 - Permalink

              haha,
              du toppst mich in Sachen Unverständlichkeit!

              Grüsse!

            • groo schrieb am 4. Dezember 2010 at 22:01 - Permalink

              “Aussenseiteraggressivität= Aggro gegen Außenseiter”

              Kommt mE daher, dass ‘Aussenseiter’ den Konsens gefährden.

              Geht ungefähr so:
              Es gibt mehrere Meinungscluster.
              Darum gruppieren sich partikulare ‘Meinungen’, die einfach nicht einordenbar sind.

              Zonen:
              Konsense= Parteien
              Partikulare Ansichten= Anarchismen

              Wie Galaxien, in deren Zwischenraum einzelne Sternencluster sind.
              Als ‘Erde’ sind wir schon recht weit draussen. Im vierten Arm 90% am Rand.
              Das ‘echte’ ‘Leben’ ist irgendwo da ganz Draussen.
              Dazwischen eben.

              Habe ich Dich recht verstanden?

    37. Toiletman schrieb am 4. Dezember 2010 at 02:32 - Permalink

      Du hast wohl in letzter Zeit eine Holocaustphilie entwickelt (damit meine ich nicht den Holocaust toll zu finden sondern erm, es als Thema häufig benutzen). Niemand vergisst den Holocaust in Deutschland, da er in so ziemlich jedem Schulfach oft mehrmals durchgenudelt wird, fast täglich irgendwelche stark emotionalisierende “Dokus” darüber laufen. Ich kann die Deutschen nur bemitleiden. In Deutschland scheint die Geschichte auf diese Zeit reduziert zu haben. Davor war nur ganz wenig und danach auch nichts mehr bis zur Wiedervereinigung. Diese obszessive Beschäftigung mit diesem Thema ist letztendlich sehr schädlich für Deutschland, da es jede Art von Patriotismus und “Wir-Gefühle” unterdrückt. Eine gewisse Kollektive Identität (egal ob sie aus Religion, Ethnie oder Ideologie besteht) ist jedoch für den Zusammenhalt einer Gesellschaft jedoch notwendig, was insbesondere auch für die Eingliederung von Immigranten gilt. Wo es kein (im idealfall sehr integratives) Wir-Gefühl gibt, wird es immer mehr eine Zersplitterung der Gesellschaft in Partikularinteressen geben und das Gemeinwohl ignorieren. Es muss irgendetwas geben, was die Gesellschaft zusammenhält. Und soetwas gibt es in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern eben nicht mehr. Ein krasses Beispiel ist Belgien mit seinen zwei Landesteilen oder auch in der guten alten Ukraine (welche übrigens ein herrliches Stück land ist, was ich jedem einmal als preisgünstiges Urlaubsziel nahelegen möchte). Es gibt jeweils zwei Teile die sich politisch feindlich gegenüberstehen. Für einen erfolgreichen Staat muss es aber eine kollektive Identität geben, der man sich zugehörig fühlt. Das kann neben Religion, Ethnie, Sprache oder Ideologie übrigens auch eine Art Republikanischen Kult geben, wie wir ihn in den USA sehen. Sie sind eine sehr gutes Beispiel für diesen “Verfassungspatriotismus”, den es aber in Deutschland nicht geben kann. Was bedeutet für den einzelnen Bürger das Grundgesetz hier? Nüschtsch. Symbole, spezielle Feiertage, eine Art Gründungsmythos und natürlich die Farben Schwarz-Rot-Gold. Diese Fahne hat historische Bedeutung und steht für den Kampf der Deutschen im 19ten Jahrhundert nach den Tugenden der Gleichheit, Brüderlichkeit,Freiheit und der parlamentarischen Demokratie. Diese Fahne hat nun wirklich nichts mit Imperialismus zu tun oder gar NS. Wir hätten eigentlich genug in Deutschland dafür.

      • Mir schrieb am 4. Dezember 2010 at 04:00 - Permalink

        Tja nun, das fängt schon an der Spitze an und setzt sich nach unten fort.
        Politiker die es für eine erstrebens und bewundernswerte Leistung halten, wenn sie es schaffen, dass in 30 Jahren nicht alle Rentner in Containern leben müssen, international ohne jegliche Bedeutung sind und stolz wie Oskar rumlaufen, wenn sie es geschafft haben dass ein mit halbem Hirn lange vorher absehbar zusammenbrechendes Finanzsystem nicht sofort zum totalen Kollaps der Wirtschaft führte und nur die Staatsfinanzen ruinierte und den Lebensstaandardt der Bevölkerung senkte.
        Darunter eine Elite, welche in irgendwelchen Globalisierungszwangsphantasien schwelgt, welcher alle anderen Interessen unterzuordnen wären und wo es bereits ein Erfolg ist, wenn nur die Hälfte der Bevölkerung dabei nicht ökonomisch ruiniert wird und hier und da noch ein paar Schornsteine rauchen wo Teile aus dem Ausland zusammengeschraubt werden.

        Mal so gefragt, wo läge die Grundlage für Patriotismus ? Stolz sein weil ein paar lange tote Typen, die zufällig mal vor ein paar Jahrhunderten hier gewohnt haben mal was sinnvolles zustandebekommen haben und die Demokratie, wenn auch scheintot mit den immer gleichen unfähigen sich abwechselnden Parteien und Typen, noch existiert ? Liegt darin irgendein Wert sich über Leistungen toter Hoschis zu definieren und darob Fähnchen zu schwenken und in kollektive Glückseligkeit zu verfallen ?
        Oder weil ein Typ der lieber in der Schweiz als hier lebt schnell im Kreis fahren kann ? Nicht, dass ich ihn dafür kritisieren würde ;)

      • Skeptiker2 schrieb am 7. Dezember 2010 at 12:54 - Permalink

        @Toiletman

        Das ist keine Antwort auf Deinen Beitrag, ich habe nur von unten den nächst passenden Beitrag ausgewählt, um hier antworten zu können.

        Hier ein jetzt jugendfrei ( ;-) ) gemachtes Posting, ich hoffe das passt jetzt.

        Zu Herrn Sasse:

        “Das historische Erbe der Deutschen ist zu wichtig, um es auf diese Art auf das Spiel zu setzen. Wir haben eine historische Verantwortung (selbst wenn die Schuldigen bald wirklich alle nicht mehr unter uns weilen werden), und wir müssen sie wahrnehmen. Das sind wir den damaligen Opfern schuldig, das sind wir der Welt schuldig, und nicht zuletzt auch uns selbst.”

        Ich denke, dass unsere Verantwortung als aufgeklärte Menschen, die sich als Demokraten bezeichnen, noch weiter geht.

        Eine bekannte Sprecherin der jüdischen Seite hat dies vor kurzem deutlich gesagt:

        Evelyn Hecht-Galinski, Publizistin: “Weisen wir als deutsche und europäische Bürger jeden Versuch zurück, berechtigte Kritik an der israelischen Besatzungs- und Unrechtspolitik mit der allseits gefürchteten Antisemitismus-Anschuldigung zu unterdrücken. Wir sollten auf sämtlichen Rechten bestehen, die uns allen zustehen: gegen Unrecht aufzustehen, wo immer und von wem immer es begangen wird.”
        und
        “Daher sage ich als deutsche Bürgerin und unabhänigige jüdische Stimme: es geht nicht mehr um das Existenzrecht Israels, es geht um das Existenzrecht Palästinas…”
        http://www.arbeiterfotografie.com/galerie/reportage-2010/2010-11-26-28-stuttgart-palaestina-konferenz.html#02

        Und zum Thema Polen und zweiter Weltkrieg gibt einen umfangreichen englischen Wikipedia-Artikel, den es nicht auf Deutsch gibt (Stichwort: “Sitzkrieg/Phoney war/Drôle de guerre”):

        http://en.wikipedia.org/wiki/Western_betrayal

        Auf französisch nur ein sehr kurzer Artikel, aber dafür gibt es diesen hier: http://fr.wikipedia.org/wiki/Dr%C3%B4le_de_guerre

    38. klaus58 schrieb am 4. Dezember 2010 at 09:53 - Permalink

      @Juli
      “Der Holocaust war ohne eine solche Bürokratie jedoch undenkbar.”
      Ich hatte mich auf Deinen o.g. Satz bezogen. Jede gut organisierte Armee seit den Römern kann gezielt bestimmte Volksgruppen ausrotten. Ich weiß ja nicht, ob es wahr ist, aber der Auftagsmord an allen männlichen (jüdischen?) Babys vor der Geburt Jesu ging mit einer bürokratisch organisierten Volkszählung einher.
      @Carsten
      “Wohin?”
      Gute Fachkräfte nach Deutschland, auch USA benötigen kreative Leute, zu Verwandten weltweit – also ganz in Ruhe, das kann durchaus 5-10 Jahre dauern.
      Die Atomwaffen dürfen sie aber nicht mitnehmen! Diese sollten vor Ort verschrottet werden, wonach die Palestineser dann wieder ihre Ziegen grasen lasssen.

      • Dominik schrieb am 4. Dezember 2010 at 11:26 - Permalink

        Ich denke, dass das Ausmass der Bürokratie eines der Alleinstellungsmerkmale im dritten Reich war, die auch den Holocaust mit begünstigt haben. Sie boten vielen die Möglichkeit, sich hinter der Bürokratie zu verstecken und nur Zahlen wahrzunehmen. Diese Distanz zu dem was wirklich passiert, macht es sehr viel leichter, das Gewissen zum schweigen zu bringen.

    39. Dominik schrieb am 4. Dezember 2010 at 11:20 - Permalink

      “Ein bislang letzter Schritt in der Aufarbeitung des Holocaust erfolgte durch die Regierung Schröder, als der Kanzler (neben der Entschädigung von Zwangsarbeitern) nicht mehr von der Schuld der Deutschen sprach – diese lehnte er für die aktuellen Generationen als 1944 Geborener ab – sondern eine spezifische deutsche Verantwortung konstatierte, an den Holocaust zu erinnern und eine Wiederholung zu vermeiden.”

      Ich finde Schröder hat hier absolut recht. Ich bin 1990 geboren und selbst meine Eltern sind erst nach 1945 geboren. Also welchen Grund gäbe es für mich, mich hier als Schuldiger zu fühlen?

      Derartiges zu verlangen ist dasselbe wie Erbsünde oder Sippenhaft, was ja eigentlich genau vermieden werden soll. Nur weil ich Deutscher, Jude, Christ, oder was auch immer bin, hafte ich nicht dafür, was andere Deutsche, Juden oder Christen tun bzw. getan haben.

      • Mir schrieb am 4. Dezember 2010 at 11:39 - Permalink

        Ja. Schröder hätte durchaus das Potential zu einem guten Kanzler gehabt.
        Hat vieles falsch gemacht, aber im Gegensatz zu Vorgänger und Nachfolgerin war er keine schwafelnde Bimsbirne, besaß ein funktionierendes Hirn und hat versucht die Interessen DE´s zu vertreten.
        Hätte er den Bundesrat nicht gegen sich gehabt, wäre vielleicht was vernünftiges bei rausgekommen.
        Schröder verdanken wir es (mit), dass hier noch ein paar Schornsteine rauchen und dass viele zu Armutslöhnen arbeiten müssen. Zweiteres war unnötig, aber anderswo hat die Globalisierung größere Verwüstungen angerichtet.

        • Heldentasse schrieb am 4. Dezember 2010 at 12:23 - Permalink

          Soll das ein Witz sein? Wenn ja, ist er nicht gut gelungen!

          Schröder und Konsorten haben sog. Reformen gegen den Willen der SPD Basis und des SPD Wählerklientels durchgeführt, die die Schwarz- Gelben so nicht durch bekommen hätten.

          Aus lauter Dankbarkeit der betroffenen potentiellen Wählerschichten verliert gerade die SPD ihren Status als Volkspartei, d.h. die Sozen werden – wenn überhaupt – nur noch Juniorpartner der Schwarzen an der Macht schnuppern dürfen. Das haben sie sich redlich verdient, und ich hoffe das die gutartigen und sozialen Kräfte die es evtl. noch in dieser Partei gibt, sich bald aufmachen um DIE LINKE zu bereichern!

          Ich persönlich würde der aktuellen SPD keine Träne nachweinen wenn sie implodieren sollte. Des weiteren verstehe ich auch den aktuellen Hype um die GRÜNEN nicht, diese haben m.E. auch kräftig mit geholfen Deutschland herunter zu wirtschaften.

          • Mir schrieb am 4. Dezember 2010 at 12:40 - Permalink

            Ja. mein Lob besteht darin, dass hier in DE unter Schröder weniger schlechte Politik als anderswo gemacht wurde.
            Er hat DE an die Globalisierung bzw. hauptsächlich den € Irrsinn angepasst, statt, was besser gewesen wäre, auszusteigen.

    40. Schweigsam schrieb am 4. Dezember 2010 at 12:15 - Permalink

      Vergleiche mit dem Holocaust grundsätzlich als Relativierung zu verstehen ist meiner Auffassung nach falsch.
      Vergleiche mit dem Holocaust können auch als Warnungen verstanden werden im Sinne von “wehret den Anfängen”.
      Deshalb kann man nicht generell alle Vergleiche als Relativierung bezeichnen.

      • Heldentasse schrieb am 4. Dezember 2010 at 18:44 - Permalink

        100% da cor!

    41. OAlexander schrieb am 4. Dezember 2010 at 14:46 - Permalink

      Mir ist unklar, was das ganze soll. Ich bin alt genug um noch verspürt zu haben das ein grüner Pass (der der alten Bundesrepublik, vor den Europapässen) noch etwas stigmatisches hatte.

      Ich fühle keinerlei Verantwortung mehr für etwas, was vor 65 Jahren vor sich ging – was nicht besagt, dass ich kein Mitgefühl für die Leiden der Überlebenden des – “Holocaust”, ein Begriff, der weiland urplötzlich in die Landschaft gesetzt wurde – hätte.

      Die Aufarbeitung ist geschehen. Mehr gibt es nicht “aufzuarbeiten”. Was soll das eigentlich sein? Immer wieder das selbe Zeug herunterlabern wie beispielsweise auch Stefan Sasse das edelst tut. Danke, darauf kann ich verzichten.

      Noch den letzten vollpfostigen Mitläufer aburteilen, der damals gerade Mal 20 war und aus ungebildeten Verhältnissen in einer ohnehin schon nicht informationsdurchfluteten Zeit aufwuchs? Darauf kann ich verzichten. Rache ist wenig sinnstiftend. In jeder christlichen Gesellschaft wird buchstäblich myriadenfach heruntergebetet “und wie auch wir vergeben unseren Schuldigern” – einer der wenigen sinnvollen Sprüche aus der Bibel.

      Wer schon mal im Leben bewusst eine Phase von 30 Jahren erlebt hat, also mindesten so um die 45 ist, der wird zustimmen, dass niemand mehr Verantwortung für das tragen sollte, was vor eben 30 Jahren mal war. Nun gut, das Justizwesen wird global immer mehr zum bloßen Rachemechanismus umgebaut, weil es einfach und populistisch ist, wie eben auch …. und hier schließt sich wieder mal ein Kreis. Derzeit wir ja munter daraufhin gearbeitet immer mehr Verbrechen von der Verjährung auszuschließen.

      Praktisch jedem Deutschen sind die Fakten zum Holocaust bekannt. Wie es allerdings tatsächlich so weit kommen konnte, versteht fast niemand, und es wird auch nur selten der Versuch unternommen, es zu erklären. Gerade dies aber wäre notwendig, um eine Wiederholung dieser Geschehnisse tatsächlich zu vermeiden.

      Dann müsste man aber auch mal das “Phänomen” Rassismus mal ganz offen und unvorbelastet angehen, was wiederum den meisten wenig gefallen dürfte. Dann würde wohl auch verstanden, warum “Antisemitismus” per se kein deutsches, sondern ein globales Phänomen war. Die Radikalität wie man die Sache in Deutschland behandelt hat war Umständen und Möglichkeiten geschuldet, ist aber als solches kein Urteil über “den deutschen Charakter”.

      Rassismus lebt – er ist Teil des menschlichen Seins, je nach präziser Definition ist er sogar Notwendig zum Überleben. Die Opfer sind oft nicht minder rassistisch als die Täter. Das Problem sind, wie üblich, Exzesse – und diese sind allzu oft Ausbrüche aus einem Gefühl empfundener Ohnmacht.

      • Heldentasse schrieb am 4. Dezember 2010 at 18:28 - Permalink

        Rassismus lebt – er ist Teil des menschlichen Seins, je nach präziser Definition ist er sogar Notwendig zum Überleben. Die Opfer sind oft nicht minder rassistisch als die Täter. Das Problem sind, wie üblich, Exzesse – und diese sind allzu oft Ausbrüche aus einem Gefühl empfundener Ohnmacht.

        Na, dann wollen wir mal hoffen, dass Sie der richtigen Rasse angehören. Es ist ein bisschen wie mit dem aktuellen Wirtschaftssystem. Jeder Depp denkt im Vorfeld er gehört zu den Gewinnern des Systems. Im Nachgang ist dann bei den meisten Leuten der Jammer groß, wenn sie hinten runter fallen. Aber wenn ich so markige Sprüche lesen bin ich guter Hoffnung, das Sie im Falle eines Falles – den ich natürlich keinem Menschen wünsche! – die Glatzen verstehen werden, die Sie dann platt machen.

        P.S.:Bitte nicht persönlich nehmen, aber mit kommt gerade dieser Song in den Sinn.

    42. OAlexander schrieb am 4. Dezember 2010 at 14:52 - Permalink

      Vergleiche mit dem Holocaust grundsätzlich als Relativierung zu verstehen ist meiner Auffassung nach falsch. Vergleiche mit dem Holocaust können auch als Warnungen verstanden werden im Sinne von “wehret den Anfängen”. Deshalb kann man nicht generell alle Vergleiche als Relativierung bezeichnen.

      Wurde mir weiland noch in der Schule gelehrt. Halte das noch heute für richtig – und sogar für noch wichtiger.

    43. mohammad schrieb am 4. Dezember 2010 at 14:56 - Permalink

      Wollen Sie etwas von der Opferperspektive mitbekommen?
      Sie haben sich vor dem Krieg so gefühlt, wie ich mich heute fühle. Und ich sage Ihnen, es ist fürchterlich.
      Guten Tag.

    44. Herr Liebreiz schrieb am 5. Dezember 2010 at 00:00 - Permalink

      Ja, klingt alles irgendwie ganz interessant. Wohin führts? Rein akademischer Auseinandersetzung mit Dissonanzen marginaler Natur. Effekt für die Realität? Gleich Null.

      Wir sind ein Land in dem mit Muslimen entweder Drogenhändler, Frauenschläger, Gewalttäter, Sozialschmarotzer, Demokratiefeinde, im mindesten aber anpassungsunfähige Menschen assoziiert werden.

      Geht doch mal raus und nehmt eine Prise Meinungsquerschnitt. Da kommt einem das blanke Kotzen. Der perfekte Nährboden.

    45. Kriegszitterer schrieb am 5. Dezember 2010 at 04:14 - Permalink

      Setzte ich uns mal einen zwischen die Rippen …

      http://www.youtube.com/watch?v=IVpM8OPixds

      Ich reiße das gerade mal aus dem zusammen-hang aber um mal die gut menschenlinken …
      wennn mann bedenkt das die nach 33 aus der kp und spd sehr schnell dabei gewsen sind …

      Ich lass das mal so im raum stehen … ;-)

    46. Stefan Dinzling schrieb am 5. Dezember 2010 at 16:31 - Permalink

      Schlage vor den Titel des Artikels in “Der Völkermord und die Deutschen” umzubennen, da der Begriff “Holocaust” erst in den späten 70er Jahren durch die gleichnamige, aber sehr einseitige und kitschige TV-Serie etabliert wurde und er, ebenso wie “Shoa”, anrüchig-religiös konnotiert ist und den Blick für die anderen Opfergruppen der Nazis verengt: Behinderte (T4-Programm, Tausende Deutsche weggemordet), Zigeuner, deutsche Kommunisten/Sozialisten, Homosexuelle.
      Man kann das Dritte Reich nicht verstehen, wenn man nur eine Hauptopfergruppe (zweifellos: Juden) im Blick hat. Fakt. Das soll nicht GEGEN die Juden gerichtet sein, ihrer muss gedacht werden, aber gleichrangig und sie sollen nicht gegen die anderen Opfergruppen ausgespielt werden: genau das tun aber solche Begriffe wie “Holocaust” o.ä. Oder hat schon mal jemand vom “Holocaust an den deutschen Kommunisten” gehört? Na also. Der Punkt ist einfach, dass man einen Begriff braucht, der ALLE Opfergruppen fair einschließt und das geht m.M. nach nur mit “Völkermord” (oder Genozid). Erinnerungskultur braucht eine klare Sprache, die nicht religiöse Ideologien bedienen (Holocaust, Shoa etc.). Wer noch Zweifel hat, möge doch einfach mal die Bedeutung der Begriffe googeln…

      @Kadda:

      Präsident Roosevelt sagte einmal: “Dem gesamten deutschen Volk muss eingehämmert werden, dass die Nation an der gesetzlosen Verschwörung gegen die Gesittung der modernen Welt beteiligt war.””

      Dieser Satz ist auch deshalb verdächtig, weil Roosevelt und Co. eine Menge Verantwortung von sich abzuwälzen hatten. “Gesittung der modernen Welt” hieß nichts weiter als gegen “amerikanisch-britische Interessen” verstoßen zu haben und daran hat sich bis heute nichts geändert. Als wenn sich Eisenhower, Roosevelt, Truman oder Churchill je für die Konzentrationslager interessiert hätten, ich bitte euch! Churchill hat im Ersten Weltkrieg auf Seiten der Briten noch den Einsatz von Giftgas befürwortet und unterstützt, das ist Heuchelei pur. Für Menschen- oder Völkerrechte haben sich diese dreckigen, verlogenen Imperialisten nie interessiert, das war alles nur Fassade.

      “Das schwarze Reich” wurde hier schon als Buchempfehlung genannt und ich habe vor kurzem das erstmals 2005 veröffentliche Forschungszeugnis “Wer Hitler mächtig machte. Wie britisch-amerikanische Finanzeliten dem Dritten Reich den Weg bereiteten” vom US-Wirtschaftshistoriker Guido Giacomo Preparata durchgelesen und möchte an alle, die beim “Schwarzen Reich” gelacht haben, ein lautes “Ihr seid ignorante Spinner!” ausrufen, denn bei “Wer Hitler mächtig machte” werden explizit die Zusammenhänge vom Ende des 19. Jahrhunderts bis 1945 nachvollziehbar dargelegt, mit riesigem Quellenteil, und “Das Schwarze Reich” in seinen Thesen stützt. Insbesondere Herr Sasse und der arrogant, weil leicht besserwisserisch auftretende Herr Berger möchten sich dieses Buch doch mal in den nächsten Jahren zur Gemüte führen und bei Zweifeln die Quellen prüfen (gerade die, welche die Hauptthesen des Buchs stützen) und dann werden wir sehen, ob sie immer noch lachen…

    47. OAlexander schrieb am 7. Dezember 2010 at 02:25 - Permalink

      Jens Berger offeriert hier sicherlich einige interessante Gedanken – über ein Thema das leider wohl allzu interessant werden wird. Aber auch Jens lässt die großen Fragen außen vor:

      Was sind eigentlich die Konsequenzen, was sollten eigentlich die Konsequenzen aus dem veröffentlichten Material sein. Hut und schön , dass das Zeugs für ein, zwei Wochen bei Spiegel und Guardian für bessere Umsätze sorgt.

      1.) Haben sich aus den zum Irak veröffentlichten Dokumenten verfahren wegen Kriegsverbrechen abgeleitet?

      2.) Ist Guttenberg als “Waschweib” noch für höhere Aufgaben geeignet?

      3.) Der von mir vormals geschätzte vormalige australische Ministerpräsident Australiens Kevin Rudd empfiehlt den USA Krieg gegen China, den Hauptkunden Australiens. Ist der noch als Außenminister tragbar?

      Es gibt wohl eine Unmenge von Fragen dieser Art – Spiegel wie Guardian, und auch der Rest der Welt – inklusive Spiegelfechter – verweigern sich aber hartnäckig hier Antworten, sprich Konsequenzen einzufordern. Damit hat der Abschied von Rechtsstaatlichkeit und selbst residueller moralischer Gesittung längst einen weiteren fortschritt erlebt.

      Die Debatte findet zu den falschen Themen statt.

    48. emil schrieb am 7. Dezember 2010 at 12:14 - Permalink

      Der Artikel fängt ja schon mit einer groben Geschichtsfälschung an: es war die Rote Armee und eben NICHT die Westallierten, die die Konzentrationslager befreit haben. Die KZs waren ja auch alle in Osteuropa und hätten gar nicht von Frankreich aus befreit werden können. Solche Aussetzer sind wohl auch der Umerziehung zu verdanken…

      Dass der Autor die Frage, was die westlichen Länder denn so wussten, nicht “vertieft” haben will ist ja klar: denn diese Länder wussten nicht nur alles durch ihre Spionagenetzwerke, sie hatten auch ihre Grenzen für Flüchtlinge aus Deutschland dichtgemacht, denn Antisemitismus war (und ist) westlicher Konsens.

      Und jetzt können wir uns ja mal überlegen, gegen wen die gewendeten Ex-Antisemiten (die heutigen Philosemiten) heute so sind (und gegen wen sie ihre Kriege führen) und warum Wilhelm Marr den von ihm erfundenen schein-wissenschaftlichen Begriff “Antisemitismus” eigentlich viel lieber “Anti-Orientalismus” nennen wollte, weil das seine wahren Intentionen viel umfassender dargestellt hätte.

      Irgendwo da hinter liegt die Lösung, warum heute noch der Nebel ums Thema Holocaust wabert…

    49. Skeptiker2 schrieb am 7. Dezember 2010 at 13:23 - Permalink

      @emil

      ???

      “Die KZs waren ja auch alle in Osteuropa und hätten gar nicht von Frankreich aus befreit werden können. Solche Aussetzer sind wohl auch der Umerziehung zu verdanken…”

      Was ist mit Natzweiler-Strutthof in den Vogesen? Mit Dachau, Bergen-Belsen oder Sachsenhausen?

      Du meintest wohl Vernichtungslager.

      Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Konzentrationslager

    50. emil schrieb am 9. Dezember 2010 at 08:51 - Permalink

      Ja sorry “Vernichtungslager” in einem Kommentar zu einem “Holocaust”-Artikel nicht zu sagen.

      “Konzentrationslager” bezieht sich ja nur auf die politisch-weltanschaulich definierte Opposition, der heute keine Träne mehr nachgeweint wird.

      Ich wollte ja nur sagen, dass der gegenwärtige öffentliche Diskurs über die “Vernichtung” einer “Rasse” mittels Gräuelpropaganda und einem seltsam urzeitlichen Moralismus eigentlich nur noch dazu dient, neues Unrecht zu rechtfertigen.


    Der Spiegelfechter läuft mit WordPress
    und benutzt Icons von DryIcons
    Copyright © Spiegelfechter.com | Impressum
    Wikio - Top Blog - Politik