Willkommen im Informationskrieg
geschrieben am 06. Dezember 2010 von Spiegelfechter
“Die kommenden Monate werden eine neue Welt erleben, in denen die Weltgeschichte neu definiert wird”, so twitterte Wikileaks ganz unbescheiden am 21. November. Nur Insider wussten zu diesem Zeitpunkt, dass die Mannen rund um Julian Assange damit nicht etwa die Inhalte der sagenumwobenen Cablegate-Dokumente meinten, sondern den ersten Informationskrieg des Netzes, der letzte Woche durch den Beschuss der Whistleblower-Plattform eröffnet wurde.
In welcher Welt werden wir in zehn Jahren leben? Ginge es nach den “Kontrollfreaks” der westlichen Regierungen, wird das Netz im Jahr 2020 supranational rigide kontrolliert, um nationale Interessen bestmöglich zu fördern und jedwede Bedrohung der nationalen Interessen zu unterbinden – die “Great Firewall of China” wird weltweit zum Standard. Ginge es jedoch nach den “Cyberanarchos”, werden wir 2020 mühelos im Netz auch Kranken- und Steuerakten sowie Nacktfotos unserer Nachbarn finden, da Informationen Allgemeingut sind und der Öffentlichkeit nicht vorenthalten werden dürfen. Das sind, freilich grotesk zugespitzt, die unvereinbaren Positionen der beiden Kriegsparteien. Wer am Ende gewinnen wird, ist nicht vorherzusagen. Verlieren wird im jedem Fall der normale Netzbürger, der von beiden Seiten offensichtlich als nicht schützenswerter Kollateralschaden angesehen wird.
Sollen alle Informationen frei sein?
Von vielen Netzjournalisten, Aktivisten und Bloggern wird Julian Assange als eine Art Messias gefeiert. Doch was hat der blasse Australier eigentlich getan, um ihn derart unkritisch zu verehren? Assanges Plattform Wikileaks hat sich vorgenommen, die Welt dadurch zu verbessern, dass man Informationen von Staaten und Unternehmen das Siegel der Vertraulichkeit nimmt und sie der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt. Dies fußt direkt auf dem 1984 veröffentlichten “Hackerkodex”, der besagt: “All information should be free.” Dieser Anspruch ist absolut und lässt keinen Raum für Abwägungen.
1984 konnten jedoch selbst Visionäre nicht ahnen, welche Konsequenzen sich in der Zukunft aus diesem Anspruch ergeben würden. Heute sind die meisten Hacker und IT-Insider, die lautstark Informationsfreiheit einfordern, beruflich auf der anderen Seite – die zweifelsohne auch besser zahlt. Natürlich will niemand, dass seine eigene Steuer- oder Krankenakte offen und für jedermann zugänglich im Internet steht. Moderne Informationsbefreier klammern daher private Informationen aus und wollen die Welt dadurch verbessern, dass man der Öffentlichkeit nur bestimmte Informationen zur Verfügung stellt – Informationen, die “unethisches Verhalten” in Regierungen und Unternehmen enthüllen, wie es sich beispielsweise Wikileaks auf die Fahnen geschrieben hat. Dies ist sicherlich ein hehrer Anspruch. Die Frage ist jedoch, wie man diesem Anspruch gerecht werden kann.
Der Fall Dutroux
Wie ein solcher Anspruch zur Farce verkommen kann, bewies Wikileaks selbst, als es im April 2009 die Akten zum Fall Dutroux veröffentlichte. Man wollte offenbar Korruption in der belgischen Justiz und Politik offenlegen, veröffentlichte allerdings Akten, in denen auch Klarnamen, Telefonnummern, Bankdaten und andere vertrauliche Informationen von Zeugen aufgeführt waren. Problematischer als diese Informationen war in diesem Fall jedoch der Umstand, dass die Akten auch Zeugenaussagen gegen Beschuldigte enthielten, die sich später als komplett unbegründet herausstellten. Der Vater eines Dutroux-Opfers bezeichnete die Veröffentlichung der Akten als puren Voyeurismus. Wikileaks prüfte die Akten vor der Veröffentlichung nicht und weigert sich auch heute noch, sie nachträglich zu überarbeiten. Kollateralschäden werden in jedem Krieg als unvermeidlich einkalkuliert – Wikileaks macht da keinen Unterschied.
Es ist Aufgabe von Behörden und Journalisten, Informationen auf Wahrheitsgehalt zu überprüfen und bei der Auswertung und Verfolgung Kollateralschäden zu vermeiden. Der investigative Journalismus steckt jedoch in einer Dauerkrise und der Staat ist der denkbar schlechteste Ansprechpartner, wenn es um die Verfolgung staatlicher Korruption oder Verbrechen geht. Auf den ersten Blick ist eine Plattform wie Wikileaks natürlich ein geeigneter Kandidat, um diese Lücke auszufüllen. Selbst radikale Anhänger der Informationsfreiheit wissen jedoch, dass Wikileaks diese Aufgaben überhaupt nicht verantwortungsbewusst wahrnehmen kann. Auch Julian Assange betont stets, er sei kein Journalist, sondern “nur” ein Dienstleister, der dabei hilft, Informationen zu veröffentlichen. Dahinter steckt ein grundnaiver Idealismus – sobald die Informationen frei sind, so die Idee, wird sich alles zum Guten wenden. Das Gegenteil von gut ist jedoch gut gemeint.
Intransparenz
Was sollte sich denn zum Guten wenden, wenn beispielsweise ein ganzes Konvolut aus vertraulichen Depeschen eines einzelnen Staates veröffentlicht wird? Unter den 251.287 Dokumenten des Cablegate-Dossiers wird es sicher einige geben, die nach höchsten journalistischen und rechtsstaatlichen Maßstäben veröffentlichungswürdig sind. Auf die allermeisten Cables trifft dies jedoch nicht zu. Warum werden dann aber alle Depeschen veröffentlicht? Purer Aktionismus? Hackerideale von befreiten Informationen? Oder ist die Nichtselektion auch nur ein Kollateralschaden, um den USA größtmöglichen Schaden zuzufügen?
Wer entscheidet, welche Informationen bei Wikileaks veröffentlicht werden und welche nicht? Ein struktureller Fehler von Wikileaks ist die Intransparenz des Dienstes. Sicher würde Julian Assange nicht die Steuerakten von Otto Normalverbraucher veröffentlichen, da sie keine öffentliche Relevanz haben. Wie sieht es aber mit Steuerakten aus, die im Umfeld eines Korruptionsfalles stehen? Duldet Wikileaks in einem solchen Fall auch Kollateralschäden? Der Fall Dutroux lässt hier Zweifel aufkommen. Vom Ideal der “Liquid Democracy” ist bei Wikileaks nicht viel zu finden. Die digitale Revolution frisst ihre Kinder. Wie erklärt Julian Assange beispielsweise seinen Informanten, dass er 1,4 Gigabyte – offenbar besonders brisante – Daten zurückhält, um sie als seine “Lebensversicherung” im Netz verteilen zu lassen? Waren diese Dokumente denn nicht zur Veröffentlichung gedacht? Es scheint vielmehr so zu sein, dass Assange nach eigenem Gutdünken verfährt. Darf man die Demokratie stellenweise abschaffen, um sie zu fördern?
Der nackte Ami in der Fußgängerzone
Wenn man denn schon der naiven Meinung ist, die Welt würde ein besserer Platz, wenn alle Informationen frei sind, dann muss man allerdings auch ausgewogen informieren. Wenn man einem einzigen Menschen in einer Fußgängerzone die Kleidung wegnimmt, so ist ihm das Nacktsein peinlich und er wird dem Dieb mit Groll und Hass entgegentreten. Am FKK-Strand oder in der Sauna wird das Nacktsein allerdings nicht als peinlich empfunden, da alle nackt sind. Man kann vortrefflich darüber streiten, ob die Welt ein sicherer Platz wäre, wenn alle Staaten ihre Informationen veröffentlichen würden. Da diese Informations-FKK jedoch Illusion ist, braucht man sich nicht zu wundern, wenn die USA sich als “Nackter in der Fußgängerzone” gegen Wikileaks als Kleiderdieb wenden.
Dass Wikileaks mit der Veröffentlichung der Depeschen gegen US-amerikanisches Recht verstoßen hat, ist unumstritten. Da das Netz kein rechtsfreier Raum ist, war abzusehen, dass die US-Behörden gegen die Wikileaks-Veröffentlichungen vorgehen würden. Jede staatliche Zensur bezieht sich auf die nationalstaatlichen Gesetze, egal ob es sich um China, Iran oder eben die USA handelt. Der feine Unterschied in der Rezeption ist hier das nationalstaatliche Interesse. Hätte Wikileaks chinesische Staatsgeheimnisse veröffentlicht, wäre die Organisation in der näheren Auswahl für den Friedensnobelpreis. Da man allerdings amerikanische Staatsgeheimnisse veröffentlicht hat, steht man nun in den USA am Pranger. Nun wird sich zeigen, wie unabhängig das Netz ist.
Rauher Gegenwind
Dass Wikileaks von Amazon und Paypal abgeklemmt wurde, war zu erwarten. Beides sind US-Konzerne, die in den Wikileaks-Veröffentlichungen mit Recht eine Verletzung ihrer Nutzungsbedingungen sehen. Spannender ist da die Frage, wie Amazon und Paypal mit Netzaktivisten verfahren, die gegen iranische oder chinesische Gesetze verstoßen? Würde Amazon eine Free-Tibet-Seite auch aus seiner Cloud verbannen? Wohl kaum, da der kommerzielle Teil des Internets nun einmal amerikanisch ist und amerikanische Interessen daher für kommerzielle Dienstleister in der Größenordnung von Amazon und Paypal wichtiger sind als das Ideal der Informationsfreiheit, für das man sich nichts kaufen kann.
Natürlich ist dies kein Blankoscheck für diese Konzerne. Wie es auch anders gehen kann, zeigte der französische Internetdienstleister OVH, auf den die französischen Behörden Druck ausüben, sich vom Kunden Wikileaks zu trennen. OVH holt momentan* eine richterliche Prüfung ein – so wird der Fall zumindest auf rechtsstaatliche Ebene gebracht. Ein solches Krisenmanagement hätte Amazon und Paypal auch besser zu Gesicht gestanden als der vorauseilende Gehorsam gegenüber den Behörden. Dennoch kann auch die OVH-Richterprüfung nur ein Sonderfall sein, der dem großen Namen Wikileaks geschuldet ist. Es wäre an der Zeit, hier für Rechtsklarheit zu sorgen. Doch das ist ökonomisch nicht unbedingt im Sinne der heimischen Internetwirtschaft, die nicht darauf erpicht ist, Kunden an sichere Offshore-Häfen zu verlieren.
Kollateralschäden
Die ersten Reaktionen der Amerikaner lassen Schlimmes befürchten. Hacker-Attacken, der Druck auf Internetdienstleister und der Ruf nach strengeren Gesetzen sind die erste Schlacht im Informationskrieg. Man muss schon sehr naiv sein, wenn man glaubt, dass die westlichen Demokratien sich nun ausgerechnet von übereifrigen Netzaktivisten davon überzeugen lassen, die Demokratie zu stärken und mehr Informationen zu veröffentlichen. Das Gegenteil wird der Fall sein. Die Gesetze werden verschärft, die Kontrolle des Netzes ausgebaut und die Bürgerrechte eingeschränkt werden. Auch die Hardliner auf staatlicher Seite wissen, dass das Netz eine Büchse der Pandora ist und Veröffentlichungen nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Aber die Wikileaks-Aktivisten sind natürlich ein wunderbarer Vorwand, Überwachungspläne, die schon in der Schublade liegen, nun endlich umzusetzen. Die nationale Sicherheit ist für Wähler ein starkes Argument.
Es liegt in der Natur der Sache, dass sich jeder selbst der Nächste ist. Wenn Julian Assange kundtut, “es gäbe noch Länder, die uns wohlgesonnen sind”, so ist dies entweder lächerlich naiv oder gewollt provokant. Es ist ja löblich, dass ihm beispielsweise der Staat Ecuador politisches Asyl anbietet. Wer bietet ihm aber Asyl, wenn er geheime Dokumente über die Erschließung der Ölvorkommen im Yasuní-Park veröffentlicht? Es ist auch löblich, dass Schweizer Politiker sich nun dafür stark machen, Assange Asyl zu geben. Dies wäre wahrscheinlich der beste Schutz vor geleakten Dokumenten Schweizer Banken. Wer es sich als Whistleblower mit den Schweizer Banken verscherzt, dem kann es nämlich schon mal passieren, dass er in den USA politisches Asyl beantragen muss, wie zuletzt Christoph Meili. Kein Staat hat ein Herz für Whistleblower, die sich gegen seine eigenen Interessen wenden.
* Stand heute nachmittag
Jens Berger
Zum Thema: Frank Benedikt – Wikileaks – ein Nachruf
Portal Amerika 21.de – Der Wikileaks-Flop
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Zwei Anmerkungen: Sind in Schweden die Steuern des anderen nicht einsehbar ? So schlimm finde ich die Idee garnicht. Im Gegenteil.
Und wie stehst du zu folgendem Zitat aus der süddeutschen:
Der Krypto-Anarchismus postuliert, dass eine Asymmetrie zwischen dem Staat, der einen möglichst großen Teil der Kommunikation seiner Bürger zu überwachen versucht, und eben diesen Bürgern besteht, gegenüber denen der Staat vieles geheim halte. Die technische Revolution des Cyberspace könne diese Verhältnisse nun umkehren. Alle privaten Informationen könnten und sollten mit kryptographischen Mitteln geheim gehalten werden. Der Staat wäre zur Unterdrückung des Einzelnen dann nicht mehr in der Lage. Und müsste sich in eine “Enklave der Dinge-die-er-kontrollieren-kann” zurückziehen, wie es May bei den Cypherpunks formuliert hat. Der umgekehrte Ansatz, um das gleiche Ziel zu erreichen, wäre die radikale Veröffentlichung des Herrschaftswissens.
link: http://www.sueddeutsche.de/digital/2.220/wikileaks-gruender-julian-assange-der-gegenverschwoerer-1.1031477
Demnach wäre der Clash doch sowieso unvermeidlich und nun zu jammern das alles Schlimmer würde, obsolet.
Ich fände das nicht gut. Aber das ist ja auch nur ein Beispiel. Wie seht es mit Krankenakten oder Kontoauszügen aus?
Ganz kurz: Nichts ;-)
In Norwegen ist es bereits so dass Einkommen und Vermögen öffentlich gemacht werden:
http://www.elchburger.de/blog/denis/719-norwegen-veroeffentlicht-einkommen-und-vermoegen-seiner-buerger
Meine Erfahrungen von drüben sind dass es von fast allen Norwegern begrüßt wird, jedenfalls was die soziale Seite betrifft. Und ja: Krankenakten und Kontoauszüge werden wohl so bald auch dort nicht veröffentlicht.
Zu empfehlen
KenFm über Wiki Leaks http://www.youtube.com/watch?v=qWc8NaXYtdI
Ich bin mir nicht klar, was in diesem Fall gut oder schlecht ist. Die Vergleiche in diesem Artikel sind schräg.
Der Artikel reicht nicht, um meine Zweifel zu ändern.
Eines ist sicher: Die Freiheit des Internets ist extrem unsicher.
Das ist klar. Sie wird durch Wikileaks aber nicht sicherer – eher im Gegenteil.
Ja, in der Tat etwas schräge Vergleiche, die Herr Berger hier zieht.” Freilich grotesk zugespitzt”, wie er selber schreibt. Wikileaks nun grundnaiven Idealismus oder gar fehlende Transparenz unterzuschieben,erscheint mir angesichts der momentanen Hetzjagd, der hilflosen Reaktion aus Washington, und dem derzeitigen Stand der Veröffentlichung der Depeschen unangemessen.Solange nicht alle Depeschen veröffentlicht sind brauch niemand über den “verantwortungsbewußten Umgang ” damit spekulieren.Der gefilterte Boulevardjournalismus des Spiegel wird dem Thema jedenfalls nicht gerecht.
Aber was soll man von einem Blatt halten, dessen Chefredakteur ,im Angesicht der Terrorparanoia ,zur besten Sendezeit Anschlagsszenarien auf deutsche Kindertagesstätten prognostiziert.Die Verschärfung der Gesetze , die Kontrolle des Netzes und die Einschränkung der Bürgerrechte sind längst Realität und werden auch ohne Assange vorangetrieben.Dafür reichen ein paar diffuse Hinweise befreundeter Geheimdienste, die alten Damen die Freude am Weihnachtsmarkt verhageln und die Erstürmung des Reichstages vorhersehen.
GEHEIMdienste,GEHEIMdiplomatie,GEHEIMer Krieg….wir sollten WikiLeaks dankbar sein für die Veröffentlichungen. Lesen Sie keine einzige Depesche, Herr Berger ? Werden Sie zukünftig über keine einzige Veröffentlichung schreiben ?
Das wäre doch schade!
Beste Grüße
http://www.salon.com/news/opinion/glenn_greenwald/2010/12/01/wikileaks
Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun? Sind Hetzjagd und Reaktionen aus Washington tatsächlich ein Indiz dafür, dass WL transparent und nicht naiv sei? Ich glaube kaum.
Keineswegs – ich habe bis jetzt fast alle Depeschen gelesen bzw. überflogen. Ich würde ja auch gerne alle Depeschen auswerten – aber dieses Privilleg genießt hierzulande in Assanges Welt halt nur der knallharte investigative SPIEGEL. Und wenn das Tempo der Veröffentlichungen so bleibt, werden Du und ich auch in zehn Jahren noch nicht alle Depeschen lesen können. C´est la vie.
Niemand hindert dich daran die Depeschen auszuwerten und du machst das sicher besser als die Flaschen beim Spiegel.
Who Will Be TIME’s 2010 Person of the Year?
http://www.time.com/time/specials/packages/article/0,28804,2028734_2028733,00.html
WikiLeaks Updates:
http://www.thenation.com/blog/156872/blogging-wikileaks-tuesday-assange-arrested-and-more-return-here-live-updates
wer weiß. wenn die scharfmacher und pebcak pundits recht behalten sollten, haben wir bald alle cables ohne jede streichung. mit nachschlag.
ich habe fast den eindruck, die entscheider könnten es drauf ankommen lassen, die “versicherung” platzen zu lassen.
.~.
Wenn man bedenkt, welche Art Daten diesem Wikileaks zugespielt werden, kann man sicher davon ausgehen, dass alle Beteiligten genau wissen, was die Veröffentlichungen geheimer Daten auslösen. Für mich stellt sich das so dar:
Das Volk schreit nach investigativem Journalismus, die “etablierten Medien taugen nicht mehr. Es entsteht Wikileaks, das geheime Daten nur an ausgewählte Medien weiterverkauft (es werden also “etablierten” Medien gestützt). Eine Welle der Empörung geht um die Welt und man fordert nun mehr Netzkontrolle, die natürlich auch umgesetzt werden wird.
Ein Schelm ist, der hierbei böses denkt….
Es ist gut, dass der Spiegelfechter eine andere Position als Panik- oder Hurra-Berichterstattung einnimmt. Dennoch ist mir das hier zu sehr mit der Brechstange argumentiert.
Ich habe ehrlich gesagt ohne Suchen noch kein positives Portrait von Julian Assange gefunden, jedoch mehrere, in denen er als Egomane usw. bezeichnet wird. Dass ihn jemand als Held verehrt – noch nicht gesehen. In meiner Wahrnehmung wird zwischen Wikileaks und ihm unterschieden.
Vielleicht haben wir einen unterschiedlichen Standpunkt, was Wikileaks ist: Ziel oder Mittel? Der Artikel beschreibt es so, als sei es ersteres, ich habe es als letzteres verstanden.
Dass gegen Gesetze verstoßen werden muss, um so manchen krummen Deal offenzulegen, zeigt doch, wo wirklich der Hase im Pfeffer liegt: An den morschen Demokratien, die zumindest in den oberen Etagen deutlich angefault sind durch zuwenig Lüftung. Da werden im Hinterzimmer mit Konzernen irgendwelche geheimen Abmachungen getroffen. Klar, alles rechtsstaatlich. Wenn allerdings – wie in Berlin – mal durch eine Volksabstimmung solche Verträge offen gelegt werden, zeigt sich erst, wie sehr die Öffentlichkeit belogen wurde. Wikileaks ist der passende Gegenschlag. Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil.
Dazu kommt: Wessen Daten werden denn veröffentlicht? In erster Linie die von Staaten, nicht von Privatleuten. Der Bürger wird vom Staat drangsaliert, jetzt bekommt der Staat in Form seiner Diener selbst einmal zu spüren, wie so etwas ist. Die Kollateralschäden mögen vorhanden sein; ich wüsste aber auch nicht, wie ich einen dreckigen Krieg gewinnen würde gegen einen zu allem entschlossenen Gegner, ohne das Risiko in Kauf zu nehmen, auch mal einen Unschuldigen zu erwischen.
Und dass die USA nicht gleicher als die anderen sind (und deren Regierung das so sieht), will mir doch keiner ernsthaft erzählen. So gesehen ist es gerecht, wenn man die besonders aufs Korn nimmt. Die Fallhöhe zwischen Anspruch (Demokratie und Wohlstand verbreiten) und Wirklichkeit (Krieg und Ausbeutung – übrigens natürlich auch auf Deutschland anwendbar) ist außerdem besonders hoch. Das ist der Unterschied zu Staaten, von denen man sowieso weiß, dass sie mit Demokratie westlicher Prägung nichts am Hut haben. Das ist aber kein Problem von Wikileaks, sondern der USA selbst.
Ich weiß nicht, was daran “morsch” sein soll, wenn man bestimmte Informationen klassifiziert.
Klar, wenn der Klotz mal den Keil trifft. Das ist dann die “gute” Wikileaks, die zu Recht gefeiert wird. Was aber, wenn der grobe Klotz nicht den Keil trifft oder sich mit dem Keil zusammentut? Sorry, ich kann einem Gebilde, das derart intransparent ist nicht die Schaffung von Transparenz anvertrauen.
Und dabei werden sämtlich Rechte, auch das informative Selbstbestimmungsrecht, mit Füßen getreten.
Da haben wir wohl vor allem ein unterschiedliches Bild vom Staat. Ich sehe nicht, dass irgendwer gezwungen sein sollte, hier ein “dreckigen Krieg” zu führen.
Kann man machen. Der Applaus des Netzes ist einem sicher. Aber was soll das bringen?
Das haben die USA und Wikileaks gemeinsam.
Ach so. Wenn der Chinese zensiert ist das also nicht so schlimm? ;-)
Es ist mir unklar wie man die USA und Wikileaks in diesem Kontext ueber einen Kamm scheren kann.
Nur um zu Begreifen was wirklich problematisch an den USA ist, sollte man sich Noam Chomsky als Nachtlektuere genehmigen. Alternativ wuerde ich Zeitgeist addendum empfehlen, dann wird einiges wesentlich klarer.
Nie ist es mir so schwer gefallen Spiegelfechter zuzustimmen, wie heute. Ich fand die Idee von Wikileaks am Anfang toll aber ohne einen unabhängigen Filter (Journalismus) ist das einfach zu gefährlich. Es ist das alte Spiel, was uns nicht besser machen würde als die jetzige Politik. Natürlich ist beim Staat vieles intransparent und es gibt bestimmt genug Leichen im Keller, aber wenn wir kompromisslos den Rechtsstaat aushebeln wollen um andere Versstösse dagegen in Erfahrung zu bringen, dann gehen wir in genau den gleichen Weg und lassen unsere Ideologie über den Verstand regieren.
das hast Du gut formuliert
Im Idealfall würde ich dem zustimmen.
Für mich ist Wikileaks allerdings die Antwort auf das vollständige Versagen des Mainstream-Journalismus.
Wenn ich mir z.B. anschaue wie die Medien in Deutschland diese Informationen die jetzt jedem frei zugänglich sind kommunizieren , sträuben sich mir die Nackenhaare – selbst die Öffentlich Rechtlichen agieren auf Bildzeitungsniveau.
Jens schreibt ganz klar aus der Sicht des engagierten Journalisten, der solche Lecks gerne selber aufbereiten würde – allerdings scheint er eher die Ausnahme als die Regel zu sein, weshalb ich als Bürger die Veröffentlichungen als einen Akt der Balance sehe.
Zudem ist es aus meiner Sicht auch eine Nagelprobe für die Demokratie, die die freie Rede und Transparenz im Politischen nicht zu fürchten bräuchte.
Es stellt sich desweiteren die Frage, wer kann entscheiden, welche Dokumente, welche Namen usw. in die Öffentlichkeit gehören, wenn es schon mal ein Leck gibt?!
Die Öffentlichkeit kann nur entscheiden was ihr zur Kenntnis gelangt – insofern ist der kompromisslose Schritt von Wikileaks alles andere als abenteuerlich (siehe auch Abs.1) – zumal Wikileaks den USA angeboten hatte, Namen nicht zu veröffentlichen, wenn diese Gefahren für die Sicherheit von genannten Personen darstellen würde. In paranoider Manier wurde dies verweigert, weil somit weitere Informationen der eigenen Kontrolle entgleiten könnten.
@ Jens
Sicherlich wolltest Du mit diesem Artikel die Sachlage zuspitzen, aber Du bist meiner Meinung nach über das Ziel hinausgeschossen.
Wenn z.B. ein so großer und einflussreicher Konzern wie Amazon sich aus dem geschäftlichen in den politischen Bereich bewegt, dann sind das für mich die ersten sichtbaren Züge eines korporatistischen Staates – die AGB´s waren nicht mehr als ein Feigenblatt.
Weshalb für mich aus einem Geschäftspartner unversehens ein politischer Gegner wurde, mit dem ich geschäftliche Interessen nicht mehr teilen mag.
Das teile ich. Anders als meinen Lesern tut mir dieser Boykott auch finanziell weh. Nun versuche ich einen anderen Partner für meine Buchempfehlungen zu finden. Leider zahlen die alle wesentlich weniger als Amazon :-(
Wenn dies (die Transparenz) in Friedenszeiten richtig ist, weshalb sollte es zu Kriegszeiten falsch werden?
ja
Danke für den Artikel.
trotzdem ist mir Wikileaks symphatisch
in diesem satz steckt das ganze dilemma in unserem umgang mit wikileaks. anstatt konkrete dokumente mit ihrer journalistischen verhackstückung zu vergleichen, werden sowohl wikileaks selbst als auch ein zwar postulierter jedoch nie realisierter ‘unabhängiger journalistischer filter’ mystifiziert, aus dem konkreten geschehen heraus genommen und schlüsse gezogen, die irgendwie klingen und keine sind.
im letzten artikel zum thema hatte ich auf ein dokument verlinkt, das den diplomatischen umgang im fall al-masri betraf. das hat hier zu keinerlei reaktionen geführt. gefahr ist einfach zu gefährlich. und angst (vor der wahrheit) ist zwar verständlich, hat aber mit verstand nichts zu tun.
aber elser im munde führen, das können wir. das war ja auch ein unrechtsregime (was für ein wort!), aber eben eines, in dem wir jetzt nicht leben.
Kommt doch immer wieder vor: Politiker kungeln mit Unternehmern etwas aus. Mauschelei eben. Bürgern, die wissen wollen, wie denn bestimmte Entscheidungen zustandegekommen sind, wird gesagt, dass “das geheim sei”, es keine Verpflichtung gebe, das öffentlich zu machen, oder (Spitze der Dreistigkeit) dass im Vertrag mit dem Unternehmen eine Geheimhaltungspflicht sei. Das ist für mich morsch und zu wenig durchlüftet.
Wer hat denn gesagt, dass ich Wikileaks vertraue? Natürlich ist keinem zu trauen, der da in großem Stil mitmischt!
Nein, nur wie erwartet! Und jede westliche Demokratie hat es verdient, dass man sie an ihren Taten misst und den Unterschied zu ihren Worten aufzeigt. Dass es großartig ist, dass so etwas meistens innerhalb besagter Demokratien geschehen kann, darüber brauchen wir nicht diskutieren.
Sicher – und hier ist Transparenz von Nöten. Daraus nun aber den Schluss zu ziehen, alles müsste offen sein, halte ich für – sorry – wahnwitzig.
Eben
Wieso “sorry”? Das sehen wir beide gleich. Diesen “alles oder nichts”-Ansatz, wie er im Anfang des Artikels geschrieben wird, finde ich gruselig. Ich brauche nicht die eine Dystopie durch die andere ersetzen.
Meine Zustimmung bezieht sich darauf, dass überhaupt gewisse Dokumente an die Öffentlichkeit geraten. Das gab es auch schon vor Wikileaks – es ist also der Vorgang, nicht das Projekt oder der Mann dahinter, die mich besonders faszinieren. Dass natürlich auch stets jemand die Wächter bewachen muss – völlig d’accord!
Könntest Du vielleicht eine Quelle anführen, die belegt, dass dies (alles müsste offen/alle Informationen müssen frei sein) tatsächlich ein/das Ziel von WikiLeaks ist (also z.B. eine Aussage von Assange, oder jemand anderem in „leitender Position“ bei WikiLeaks)?
Schon die Tatsache, dass WikiLeaks bei den letzten Aktionen einige Mühe darauf verwendet hat, einzelne Namen u.ä. zu „schwärzen“ (und dabei in Bezug auf die Afghanistan-Akten sogar das Pentagon um Hilfe gebeten hatte), also eben nicht alle Informationen ohne Rücksicht auf Verluste veröffentlichen wollte, steht im offensichtlichen Gegensatz zu dieser These.
Der bloße Verweis auf den 25 Jahre alten „Hackerkodex“ ist, ohne konkrete Erläuterung, inwiefern sich WikiLeaks das dort postulierte Prinzip der „totalen Informationsfreiheit“ auch in Bezug auf persönliche Informationen zu Eigen macht, an dieser Stelle bei weitem nicht ausreichend.
Ansonsten könnte man ja denken, Du errichtest hier einen enormen Strohmann, um diesen dann unter Getöse niederzukämpfen …
Wer verlangt das denn? Hab ich persönlich von WikiLeaks & Assange noch nicht gehört. So wird das von einigen Medien vielleicht dargestellt, aber mir scheint sich das überhaupt nicht mit den Motiven von Assange zu decken.
Nachtrag: ähnlich war übrigens Dirk Niebels Argument gegen WikiLeaks bei AnneWill vor 10 Tagen: als nächstes würden die Krankenakten von Millionen Menschen veröffentlich werden. Das kann ja nicht gut sein, alle Information öffentlich zu machen.
Wen ich mir den SZ-Artikel über frühere Äußerungen Assanges in seinem Blog durchlese, dann sehe ich da aber das genaue Gegenteil in der Motivation: persönliche Informationen der Individuen vor staatlichem Zugriff und Sammelwut durch Kryptografie schützen und stattdessen ‘geheimes Herrschaftswissen’ der staatlichen Institutionen den Bürgern öffentlich machen um die Kommunikation der ‘Verschwörer’ zu stören. Und als Stadt z.B. Geheimverträge mit privaten Wasserdienstleistern zu schließen, in denen hohe Renditen garantiert werden, oder gegen Parteispenden die USt für ausgesuchte Branchen zu senken, das sind Verschwörungen.
@Juli
Jo mei, es geht doch auch nicht um Assanges Ideale, sondern um die Unterschiede zwischen Ideal und Realität.
@SF:
Ist es denn Realität, das WikiLeaks alles offen legt, und selbst persönliche Krankenakten veröffentlicht? Wer sagt überhaupt, ‘alles müsste offen sein’? Ich sehe keinen Anhaltspunkt, das es darum geht.
@Juli
Natürlich nicht. Darum schrieb ich ja auch, dass dies die “GROTESK ÜBERSPITZTEN” Positionen der beiden Parteien sind. Ist das wirklich sooooo schwer zu verstehen?
@SF: Sag mal für wen hältst du dich eigentlich? Wie kommst du darauf, das deine Zuspitzung überhaupt zutreffend und passend ist? Wie kommst du darauf, anderen Verständnisprobleme zu unterstellen, nur weil sie deine Meinung an diesem Punkt überhaupt nicht teilen?
>>> Ist das wirklich sooooo schwer zu verstehen?
Vielleicht hältst du mich ja für blöd. Vielleicht zweifeln einige deiner Leser einfach nur an der Plausibilität deiner Argumente. Wofür brauchst du überhaupt ‘grotesk überspitzte Positionen’? Für rhetorische Rückzugsgefechte? Du stellst das selbst als überspitzte Position dar um es dann in den Kommentaren als wahnwitzig hinzustellen? Da komm ich echt nicht mit…
Das sage ich doch gar nicht. Aber wenn Du so tust, als sei eine – als solche gekennzeichnete – Überspitzung ein ernsthaftes Argument von mir, dann ist dies unlauter.
Darum geht es nicht. Du musst meine Meinung nicht teilen – im Gegenteil ;-)
Aber sei doch bitte so fair und drehe mir nich das Wort im Munde um.
Ach was ;-)
Komischerweise seit ihr ganz happy, wenn die Überspitzung mit euren Positionen d´accord gehen. Aber ich schreibe doch nicht den Lesern nach dem Mund. Das wäre ja noch schöner ;-)
@SF
Nein, hier hast du dich einfach verklausuliert.
Wie du weiter unten in den Kommentaren selbst einsiehst, muss der Satz “All information should be free.” in seinem historischen Kontext gesehen werden.
Weit und breit gibt es keinen einzigen Hacker, Nerd, Geek, Pirat, Cyberpunker oder Netzpolitik-Aktivisten, der auch nur irgendwie annähernd fordert, dass private Krankenakten oder erotische Fotos von Nachbarn veröffentlicht gehören.
Du hast die Position der sog. “Cyberanarchos” also nicht “GROTESK ÜBERSPITZT” sondern “VÖLLIG VERDREHT”.
@Cosmo
Dass dies heute kein Hacker will, ist klar. 1984 hatte man da andere Vorstellungen. Aber das schreibe ich ja auch alles. Aber ok: Wer mich missverstehen will, dem werde ich auch nicht das Vergüngen trüben ;-)
Mann, Jens, du verklausulierst dich immer noch.
In deinem Artikel geht es doch um 2020, und nicht 1984. Oder nicht?!
Hättest du geschrieben: [...] werden wir 2020 mühelos im Netz auch Kranken- und Steuerakten von Wolfgang Schäuble finden [...]
wäre es eine groteske Überspitzung ganz in deinem Stil gewesen, und niemand würde sich aufregen.
Aber mit den beiden Wörtchen “unserer Nachbarn” liegst du inhaltlich falsch.
Wir wollen dich natürlich nicht missverstehen. Wir erwarten schlicht, dass du die Eier in der Hose hast, dazu zu stehen, wenn dir ein Lapsus unterlaufen ist. Ist ja kein Beinbruch. ;)
Kann man gänzlich unmoralische Strukturen effektiv bekämpfen und dabei höchsten moralischen Ansprüchen genügen ?
Tante Geschichte meint dazu: Nöe ;)
Was geht ist gewinnen und sich hinterher die Allgemeine Geschichte so zurecht schreiben lassen, dass es so aussieht als hätte man es doch getan.
Dann bekommt man Statuen oder nette Filme mit Mel Gibson in denen Typen in Damenstrümpfen mit Musketen rumballern und dolle Sprüche klopfen etc.
Sieht aber eher nicht so aus als würde Assange gewinnen ;)
Dafür bräuchte er die richtig geheimen Unterlagen, solche in denen steht, wie Aliens den letzten Yeti entführt und aus seinem Genmaterial Wolfgang Thierse geklont haben oder wo die CIA den Weihnachtsman gefangen hält um Toys´r´us vor Konkurrenz zu schützen.
Eben. Und ich brauche keinen Robespierre ;-)
Es bestehen Unterschiede, insbesondere für die Bekämpften, ob scharfkantige Gegenstände mit weichen Körperteilen in ihrem Besitz oder Informationen mit zusammenhänglich leeren Bevölkerungshirnen kombiniert werden ;)
Im übrigen mag ich den Robbie, ein kleiner Hitzkopf mit dem Herz am rechten Fleck, ohne solche Leuts hätten wir heute noch fest mit ihrem Rumpf verbundene gekrönte Häupter die Assange nackig machen müsste.
Aber heute sind wir ja alle Softies, ich weiss noch nichteinmal wie man eine Axt richtig bedient, Seufz ;)
Über “Robbie” sind wir unterschiedlicher Meinung. Ich schätze da eher den Herrn Danton ;-)
Von Osama zu Assange Bin Laden, jetzt muss nur noch ausgeliefert werden und entweder ein neuer Anklageparagraph erfunden werden oder wie gehabt ausserhalb jeder Rechtsstaatlichkeit verfahren werden.
Die Twittermedien werden zensiert, der Rest der fleissigen Dienstleister des Internets zeigt sich gefällig mit vorrauseilender Zensur gemäss Kommunistisch-chinesischem Vorbild.
Und wir sind der moralisch überlegene Kulturkreis?
Diese Skepsis gegenüber Wikileaks ‘als Prinzip’ ist schon ziemlich merkwürdig. Im letzten Artikel scheint es Wikileaks schuld zu sein, dass die wichtigsten deutschen Nachrichtenmagazine nur Käseblättchen sind, diesmal ist die Veröffentlichung der Dutroux-Akten ‘purer Voyourismus’.
Natürlich war einiges an diesen ‘Leaks’ nicht schön und einiges wäre besser nicht geleakt worden, aber angesichts der ekelerregenden und peinlich Opportunen Ermittlungen der belgischen Behörden in diesem Fall war eine solche Veröffentlichung mehr als notwendig (wobei es leider nichts genutzt hat). Und bei den ‘cables’ scheint es sich ebenfalls abzuzeichnen, dass sie wohl doch nicht so ‘belanglos’ sind. Bei der Geheimniskrämerei, die die meisten Regierungen gegenüber ihrer Bevölkerung ausüben, erscheinen mir Institutionen wie ‘Wikileaks’ mehr als notwendig zu sein. Gerade im Angesicht neuer Informationstechnologien stellt sich die Frage, wie eine für Demokratie notwendige Transparenz überhaupt noch herzustellen sein soll. Anders gesagt: Wenn alle digitalen Hosen Fallen, wo gibt’s dann mehr interessantes zu sehen, bei Otto Normal oder der ‘Führungskaste’ ? Natürlich ist die Privatsphäre schützenswert, andererseits sollte man sich als Nutzer des Internets auch über Folgen und Gefahren im klaren sein. Da wäre mehr Aufklärung von Nöten (z.B. im Schuluntericht), aber da fehlt wohl von ‘offizieller Seite’ die Motivation zu.
Am Rande bemerkt: Assange scheint schon ein merkwürdiger, selbstverliebter und auch selbstherrlicher Vogel zu sein – aber andererseits dürften ziemlich viele Zielfernrohre ziemlich vieler Geheimdienste in seine Richtung zeigen, vielleicht drückt das aufs Gemüt. Trotzdem schmeißt der Artikel Assanges diskutables Verhalten und die Ziele und Prinzipien von Wikileaks in unakzeptabler Weise in einen Topf.
Keinesfalls!!!!
Es wäre nötig gewesen, diese Dokumente aufzuarbeiten und dann gezielt zu leaken.
Mir ist da noch kein Fall bekannt. Aber was soll man schon sagen, wenn noch nicht einmal 1% veröffentlicht ist?
Gottchen – würdest Du auch schreiben, wenn der Gefährder der Privatsphäre nicht Assange sondern de Maiziere, Zuckerberg oder Google hieße?
Ich sehe von den Idealen Wikileaks aber in der Gegenwart weit und breit nichts. Dafür sehe ich einen selbstherlichen Assange. So what?
Aus psychologischen Studien ist bekannt, dass charakterlich aehnliche Typen ihr pendant meist nicht austehen koennen….
Von all dem was ich von Assange gelesen und gesehen habe, teile ich eure Ansicht nicht.
Genau das habe ich auch gedacht.
Es gibt jedoch einen Unterschied, immerhin Assange sitzt tatsächlich im Knast, während Spiegelfechter seine Fangemeinde davon überzeugt, dass es total uncool ist, ja sogar eher für intellektuelle Unterbemittlung spricht, sollte man Assange für einen Helden halten.
Ich persönlich mag Helden, Archetypen sind wichtig und werden es hoffentlich noch eine Weile bleiben und Assange ist mir wesentlich lieber als Th. von und zu Guttb. und Obama, leider, gibt ja nun wirklich nicht mehr viel her.
Ein gnadenloser Selbstdarsteller? Es braucht mehr Maken als nur diese, um sich auf einen solchen Kampf einzulassen.
Schlampig gemäß journalistischer Perfektion? Zugestanden!
Naiv? Welcher Held ist das nicht?
Collateralschäden? Ist einer der Dutroux -Zeugen unter fragwürdigen Umständen ums Leben gekommen?
Bei den Collateralschäden amerikanischer, “verantwortungsvoller” Geheimdiplomatie in den letzten sechzig Jahren, sprechen wir von Millionen Toten. (Allein im Vietnamkrieg waren es 3 000 000).
Auch ich denke Assange hat etwas zuviel Batmann gelesen. Ich bin jedoch gleichermaßen entsetzt darüber, wieviel Gotham City wir schon haben.
Während des Vietnamkrieges war Schweden an vorderster Front, wenn es darum ging, amerikanische Desserteure und Kriegsdienstverweigerer vor Strafverfolgung aus den USA zu schützen. Auslieferung war undenkbar. Ebenso aus England und Frankreich.
Wohlbemerkt, wir sprechen von Fahnenflucht, in all diesen Ländern strafbar und wirklich nicht der Hauch eines fragwürdigen Straftatbestandes!
Fazit: Das Imperium hat seine Vasallenstaaten gewaltig unter Kontrolle gekriegt. WVT’ler bekommem bei mir zur Zeit Pluspunkte.
Und ja, zum ersten Mal bedauere ich es, technisch nicht in der Lage zu sein , um Wikileaks zu spiegeln oder sonstwie behilflich zu sein.
Nö, eben nicht! Genau diese Ansicht kotzt mich soooo an:
ich bin es mir leid, dass andere für mich die Dokumente aufbereiten, so dass ich den vorgekauten Brei nur noch schlucken muss.
Wenn wir eine gute Presse hätten, dann würde das Schlucken nicht so schwer fallen, doch die haben wir nicht. Also will ich lieber die Möglichkeit haben, die Quellen selbst studieren zu können.
Und: welche Regierung hat Schonung verdient, wenn sie meint Unmengen an Geheimnissen vor seinem Volk haben zu müssen.
Wikileak ist hier die Mahnung: eure Schandtaten könnten aufgedeckt werden.
Die Vorteile überwiegen.
Jetzt läuft ein Kampf, aber nicht gegen Wikileaks, sondern auf die Möglichkeit Zensur zu üben. Danke, nein.
Dann gehörst Du also zu denen, die sich selbst durch hunderttausende Depeschen arbeitest, um Dir eine eigene Meinung zu bilden? Kompliment ;-)
Jens,
schon wieder Deine ignorante Arroganz. Stell dir vor es gibt tausende Informatiker die mit ein paar gezielten Machine Learning Algorithmen diese Daten in wenigen Wochen geziehlt aufarbeiten koennen.
Glaube nicht das deine Zunft nicht auch wegrationalisiert werden kann.
Natürlich werde ich mich nicht durch die hunderttausenden Depeschen arbeiten. Es interessiert schliesslich auch niemanden, dass man Westerwelle für inkompetent hält.
Ich gehe etwas gezielter vor: wenn ich mich zu einem Thema schlau machen möchte, so versuche ich dies möglichst gründlich. Ich picke mir einen Teil aus dem ganzen heraus. Ein anderer wird sich dafür einen anderen Teil vornehmen.
Vielleicht bilde ich mir aufgrund dessen ein falsches Urteil, doch ich habe mir ein eigenes Urteil gebildet und nicht ein anderes Urteil einfach übernommen.
Lächerlich ;-)
Lass mich raten – Du bist ITler?
Du greifst also auf Sekundär- und nicht auf Primärquellen zurück. Das ist ja auch vollkommen normal, nur brauchst Du dann jemanden, der für Dich filtert. Das war mein Punkt.
Vielleicht solltest Du mal fuer einen Monat wissenschaftliche Publikationen zum Textmining der Computerwissenschaften lesen, anstatt gesellschaftspolitische Artikel…
Google translate ist schon sehr beeindruckend, teilweise schafft es sogar sprachliche Finesse zu uebersetzen.
Nein ich bin kein ITler….
Ich würde gerne auf Sekundärquellen zurückgreifen, doch es scheint, als würde es immer weniger qualitativ Hochwertige Quellen geben. Die Möglichkeiten der Einflussnahme hierrüber scheint für viele zu verlockend zu sein und tun es offenbar auch.
Die 250.000 Seiten Cables, sie sind sicherlich nur ein Schlüsselloch und man kann nur erahnen, was es an weiteren 2.500.000.000.000 Seiten auf der Welt gibt, die wir nie zu sehen bekommen.
Das finden chinesische Kaffeemaschinenproduzenten auch. Dass dann keiner die Bedienungsanleitung versteht? So what?
Aber darum geht es hier auch nicht. Es geht darum, Informationen logisch in einen Kontext zu bringen. Dass schaffen die wenigsten Menschen, maschinell ist dies schlichtweg unmöglich. Zum Glück ;-)
Na dann lass dich mal ueberraschen, in der Wissenschaft kommt man heute ohne Textmining nicht mehr aus, in 10 Jahren auch nicht mehr im normalen Journalismus.
Information ist nichts wert,wenn sie niemand wahrnimmt oder daraus Folgen zieht…
Informationen zu hauf,Aufsaetze und Enthuellungen …es passiert nichts im Gegeteil…die Bevoelkerung scheint vom Ueberangebot abgestumpft..
fuer mich ist das gerade interessant..
http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:investment-in-versorger-en-bw-deal-versetzt-anleger-in-partystimmung/50202544.html
Da werden doch schon wieder vor aller Augen Steuergelder verprasst..die ” Investoren” stopfen sich die Taschen voll .. keine kritische Stimme..nichts ..
hoered ,hoered,hoered …das wird man aufmerksam beobachten muessen :-)
… zumal die Schwaben ihre Beteiligung erst vor gut zehn Jahren zum halben Preis verscherbelt haben (gut, das war ein kleinerer Anteil). Aber: miar habe es ja, solange das Geld nach oben fließt. Gell?
Verwunderlich ist in meinen Augen die stoische Ruhe in der Oeffentlichkeit…
Im moment reitet die Presse auf WikiLeaks,wobei der ” Schaden ” der von den ” Enthuellungen” ausgeht sich sehr in Grenzen haelt.
Der rechtliche Aspekt der Informationsbeschaffung und Veroeffentlichung kann dem Leser eigentlich egal sein,mit dem Thema muessen sich die Betreiber der Seite befassen und im Ernstfall auch dafuer grade stehen.
Das diese Informationen nicht fuer die Oeffentlichkeit bestimmt waren ist klar …. wer diese nun und wie fuer die Leser aufbereitet steht im Kreutzfeuer der Meinungen was ebenfalls in der Natur der Sache liegt.
Meiner Meinung nach haben Robert Woodward und Carl Bernstein von der Washington Post mit der Aufdeckung der Watergate-Affäre mehr bewegt als WikiLeaks-Gründer Assange bisher………
Bin ich ja mal zeitig dabei……………..aber
Freundschaft
und tue keiner so als könne er das lassen!
Es ist halt nicht leicht, den richtigen Weg zu finden.
Der Vergleich zwischen Krankenakten und Staatsdokumenten hinkt aber etwas. Wenn ein Herr Obama den Klimagipfel platzen lässt und es dann den Chinesen in die Schuhe schiebt, dann hat die Welt ein Recht, das zu erfahren. Das gleiche gilt für vergewaltigte Kinder in Afghanistan und für ermordete Journalisten im Irak. Ob nun alle Sachen an die Öffentlichkeit müssen, naja – da kann man drüber streiten, aber wer will das entscheiden? Assange und Obama wohl kaum. Meine Meinung: Erst wenn unsere Politiker Angst vor Ihrem Volk haben, dann sind genug Dokumente veröffentlicht.
Aber es ist halt nicht leicht, den richtigen Weg zu finden.
“Nehmt einer durchschnittlich intelligenten Gesellschaft die Lebenslüge,somit nimmt man ihr zugleich die politische Ordnung.”
Ehr Augsburger-Puppenkiste.Aber, so ist es.Man stelle sich nur vor man ist Strippenzieher
und für eine gesamte Gesellschaft “verantwortlich”?Welche Strippen gezogen werden und ob die,die gegenwärtig gezogen werden die Richtigen sind…..usw
“Das Wohl vieler wiegt meht als das Wohl weniger,oder eines einzelnen”
Wer kann das entscheiden,was veröffentlicht werden kann und was nicht ohne den
“innern Frieden einer Gesellschaft zu stören”?Und ohne jetzt von sich auf andere zu schließen was die gesamte Gesellschaft verdauen kann und was nicht.
Richtig ist, das solche vorstöße,den Strippenziehern,nicht gerade recht seien werden und
dass mit Konsequenzen zu rechnen ist.(für viele)
Naja,ich hoffe ja auch das die Generation “Dinosaurier” aussterben wird.
ps
Das erste Zitat ist einfach mal hängen geblieben,irgendwann mal gelesen.
Das zweite kenne ich aus einen Film. ;-)
Tja Jens,
“Ich habe es doch gesagt” trifft es wohl nicht ganz, oder?
Wie schon vor Jahren besprochen wird auch hier immer ersichtlicher:
Ohne eine starken Sockel aus Aktiven die sich stetig engagieren, geht es eben nicht. Es braucht natürlich auch eine publikumsgesteuerte Organisationsstruktur welche in sich maximal transparent ist.
LG
Ja, Du hattest Recht. Ich war genau so verblendet idealistisch wie vieler meiner Leser. Aber der Mensch lernt nun einmal sein Leben lang – sogar ich ;-)
> Dahinter steckt ein grundnaiver Idealismus
Puh! Da bin ich ja froh, abgeklärter Pragmatiker zu sein…
> Wenn man denn schon der naiven Meinung ist, die Welt würde ein besserer Platz, wenn alle Informationen frei sind…
Gott bewahre! Die Welt wird nur ein besserer Platz, wenn Informationen unter Verschluss bleiben.
> Man muss schon sehr naiv sein, wenn man glaubt, dass die westlichen Demokratien sich nun ausgerechnet von übereifrigen Netzaktivisten davon überzeugen lassen, die Demokratie zu stärken und mehr Informationen zu veröffentlichen
Immerhin stellst du auch ein Demokratiedefizit durch mangelnde Zugänglichkeit von Informationen fest. Da stimme ich zu. Deine nun offensichtliche Argumentationslinie, Wikileaks und/oder Assange seien naiv, teile ich nicht. Genauso gut könnte man ein paar Flyer-verteilenden Studenten Naivität vorwerfen, wenn sie den Anspruch erheben, dadurch das Nazi-Regime aufzuhalten (–> “Die Weiße Rose”). Man könnte es aber auch Zivilcourage nennen.
> Wenn Julian Assange kundtut, “es gäbe noch Länder, die uns wohlgesonnen sind”, so ist dies entweder lächerlich naiv oder gewollt provokant
Ok, hier hast du recht. Da ist Assange wirklich naiv. Er sollte aufgrund des ihm vorliegenden Materials wirklich besser wissen, was auf ihn zukommen kann.
Trotzdem würde ich die Lektüre von Assanges Blog empfehlen, auch wenn du das oben abgelehnt zu haben scheinst. Man kann Wikileaks und Assange auch berechtigt kritisieren, dabei aber stets auf den Vorwurf der Naivität zurückzugreifen, wirkt eher hilflos.
Der Vergleich von Assange und der Weißen Rose ist aber nun wirklich hanebüchen *kopfschüttel*
Nein, er ist goldrichtig.
@Klingelhella und Jan. – ich stimme euch darin vollkommen zu. Man kann hier durchaus gesellschaftshistorische Parallelen ziehen.
Die Kontrolle von Informationen schützt generell den der den Informationsfluss, sofern überhaupt vorhanden, kontrolliert.
Via die Wikileaks Seite sind eine ganze Menge Informationen an’s Tageslicht gekommen welche das Weltbild ziemlich starkt verschieben. Nicht’s mehr da vom Diplomatisch/Politsichen Neutralsprech aus dem nicht mal die Informationsprofis genau rauslesen können was gemeint ist.
Angriffe auf die Person J. Assagne zeigen mehr als oft das mit dem Konzept Wikileaks nicht alle umgehen können.
Zudem ist mir aufgefallen das eine ganze Menge an Kommentaren und Argumenten, gerade aus der Journalistengilde, aufgetaucht sind welche kein gutes Haar an der Wikileakssystematik lassen. Dabei weiss ich, und viele andere auch, selber am besten was mit erhaltenen Informationen anzufangen ist.
In de Schweiz waren die Steuerregister bis vor ein paar Jahren öffentlich einsichtbar. In Finnland sind sie das heute noch. Gerade auch das Arztgemeimnis scheint wohl in manchen Fällen eher die Aerzte und deren Fehldiagnosen zu schützen als den Patienten selber. Gerade auch im Personalbereich wird das zurückhalten von Informationen dazu genutzt die Mitarbeiter unter Kontrolle zu halten. Genauso wie das verantowrltiche aus Politik und Wirtschaft die ganze Zeit machen…
Ausderdem haben es so manche Zivilgesellschaften verlernt/verpasst das Staatliche und auch Private Informationen von Gesellschaftlicher Relevanz durchaus öffentlich sein sollen. Man hat sich nur einfach daran gewöhnt, das dem eben nicht so ist. Akzeptiert wird das aber wohl von den wenigsten einfach so und nur weil darüber nicht umfassend debatiert wird, heisst das noch lange nicht das es gut ist.
Medienkompetenz, ein grosser Wort mit dem aber mit den heutigen Medien nicht nachgelebt werden kann.
Aber dann, es gibt auch viele Positive Kommentare über das System Wikileaks… könnte man vieleicht sagen das die Hoffnung zu letzt stirbt?
Yep. Bei aller Kritik – der Staat ist legitimiert. Einen Assange, der den Informationsfluss durch Selektion kontrolliert, habe ich nicht legitimiert.
Zumindest meint er dies.
er ist es. Steht im GG ;-)
Haste ja nochmal die Kurve jekriegt).
Aber im Ernst – ich denke, wir müssen neue Formen der Partizipation an Entscheidungsprozessen auf einer besseren Informationspolitik und einer besseren Kontrolle unserer gewählten Diener in unserer parlamentarischen Demokratie finden – und u.a. gibt Wikileaks einen hinreichenden Grund dazu.
@Stefan K.
Sicher müssen wir diese Prozesse finden. M.E. ist das “System Wikileaks” mit all seiner Intransparenz aber kein Vorbild für solche Prozesse.
Ach, hast DU Angie legitimiert die Atomverträge im Geheimen abzuschließen :-) Du hattest ja oben schon Facebook et al. erwähnt: Wer hat die legitimiert ?? Da hilf glaube ich nur verantwortungsvoller weil ‘verstandener’ Umgang mit den eigenen Daten. Und Wikileaks veröffentlicht ja keine Facebook-Profile. Was wäre an dieser Stelle wohl passiert, wenn Wikileaks die Steuersünder-CD veröffentlicht hätte …
Dazu nicht. Mit Schwarz-Weiß-Vergleichen ist hier auch niemanden geholfen. Ich behaupte an keiner Stelle, dass es falsch wäre, solche(!) Sachen zu veröffentlichen.
Er wäre legitimiert, wären seine Vertreter von einer zumindest theoretisch informierten Wählerschaft gewählt worden ;)
Tatsächlich sind die Handlungen der Regierenden nach der Wahl, auch ohne Änderung der Sachlage, jedoch mit bemerkenswerter Regelmäßigkeit vor der Wahl nicht absehbar.
Die Regierenden also lediglich unter Vortäuschung falscher Tatsachen gewählt, somit nicht demokratisch legitimiert, lediglich faktisch durch Rechtsanspruch an der Macht.
“Dass Wikileaks mit der Veröffentlichung der Depeschen gegen US-amerikanisches Recht verstoßen hat, ist unumstritten. ”
Hier muß ich Dir widersprechen.
Die Veröffentlichung ist auch nach US-Gesetzen nicht illegal.
Die US-Zeitungen welche Auszüge veröffentlichten wurden genauso wie bei
Watergate oder Iran Contra nicht für die Veröffentlichung belangt, da dies auch durch die US Verfassung gedeckt ist.
Der Krieg gegen Wikileaks ist genauso legal wie der gegen den Irak.
Das Recht des Stärkeren…
Hallo Jens,
1. eine gerechte Gesellschaft kann nur eine transparente Gesellschaft sein. Denn nur dann wird es moeglich sein Fehlentwicklungen zu erkennen.
2. Nicht nur Schweden hat die Steuerdaten online auch in Kanada werden die Gehaltsdaten der staatlichen Angestellten zugaenglich gemacht. Das ist kein Problem fuer die Kanadier noch fuer die Sweden und ist auch gesellschaftlich gesuender – ich hoffe ich muss dir nicht erklaeren warum.
3. Frage dich mal warum Wikileaks enstanden ist. Wenn Journalismus und das Bloggen irgendetwas fuer die Aufklaerung im 21. Jahrhundert getan haette, gaebe es diesen Dienst nicht. Du verwechselst hier Ursache und Wirkung.
4. Warum die geringe Transparenz in Wikileaks? Die Antwort erscheint mir auch Recht einfach. Vielleicht solltest du deine Naivitaet hier ein wenig mehr rausstellen als den Wikileaks Akteuren Naivitaet im Denken zu unterstellen.
5. Also beim Lesen deines Artikels bekomme ich das Gefuehl das du Argumentierst wie W. Bush. Wikileaks bedroht nicht die Freiheit im Netz, sondern diejenigen die betont den Terrorismus bekaempfen wollen.
6. Wenn in unserer Gesellschaft nur noch niedertraechtige Interessen und nicht mehr moralische Werte eine Rolle spielen, ja dann hast du Recht in deinem Letzten Absatz. Ich hoffe nur das du dich irrst.
Wenn dem so wäre, dann folgt daraus doch, dass auch Wikileaks transparent sein muss. Oder?
Bei Staatsangestellten wäre ich da auch nicht so penibel. Aber darum geht es nur am Rand.
Das schreibe ich ja auch (Versagen des investigativen Journalismus). Aber rechtfertigt das alles?
Sicher. Nun haben wir also eine handvoll(?) Geeks, die für uns definieren, was richtig, was falsch, was Korruption, was keine Korruption, was gut und was schlecht ist? Hallelujah!
Ach was. Mir kommt Wikileaks mit seinem binären Argumenten viel “bushiger” vor.
Das hoffe ich auch.
Hat Assange die ‘Cables’ geschrieben, oder jene Angestellten, die in unserem Auftrage und mit Verpflichtung zur Transparenz das Land verwalten sollen ?
Eine ‘handvoll Geeks’ sind mir immer noch lieber, als ein Riesenhaufen A******, aber das ist meine persönliche Meinung. Aus deinen Zeilen schimmert irgendwie eine Sehnsucht nach ‘guter, alter Ordnung’ durch, die es aber in unserem Zeit nicht mehr gibt.
Ach was. Aus meinen Zeilten schimmert ein Wunsch nach Demokratie durch. Und das Informationsmonopol einer Handvoll Geeks ist sicher nichts, was auch nur ansatzweise demokratisch wäre.
Aber wo gibt es denn ein Informationsmonopol von Wikileaks ? Wikileaks ist doch nur eine Quelle von vielen. Dein Blog ist auch eine Quelle. Je mehr Quellen, desto demokratischer. Ich kann Dein Argument beim besten Willen nicht nachvollziehen Für mich wird da evtl. eine wichtige Schlacht für die Demokratie geschlagen, nicht dagegen. Auch wenn Assanges persönliche Motive weiter gehen (siehe SZ-Artikel) kann ich keine ‘Gefahr für die Demokratie’ erkennen. Da klingst du fast wie eine ‘offizielle Stelle’ …
Nun ist es aber nicht so, dass jede Quelle die gleichen Informationen hat. Wenn ich von einem “Monopol” (das Wort ist nicht 100% korrekt) rede, meine ich beispielsweise so etwas wie die “Lebensversicherung” von Assange, die – wenn es sie denn gibt – ja wohl aus brisanten Dokumenten besteht, die nicht veröffentlicht werden. Und ich bezweifele doch mal stark, dass dies mit den Whistleblowern selbst so abgesprochen ist.
Das hatten wir schon an anderer Stelle. Kann man mit undemokratischen Mitteln für Demokratie kämpfen?
wenn du für demokratie ‘kämpfen’ musst… überleg doch mal. das ist einfach eine rhetorische falle. warum arbeitest du damit?
Wieso dies? Muss man nicht für Demokratie kämpfen? Wird sie einem geschenkt?
dann zitiere ich dich eben nochmal:
innerhalb einer demokratie gibt es keinen kampf UM oder FÜR demokratie. in demokratien ist dieser kampf beendet. am deutlichsten zeigt sich das im gewaltmonopol des staates, das per se sakrosankt ist. insofern sind ALLE mittel im kampf um demokratie in demokratien undemokratisch.
das blöde ist nur, dass du das ganz genau weisst und trotzdem mit diesem rhetorischen trick kommst in einer sache, die grundsätzliche fragen zur demokratie aufwirft. das wesen der demokratie kommt ja aus der antike und hat viel mit agora zu tun. agora, marktplatz, explizite öffentlichkeit.
Wieso Informationsmonopol? WikiLeaks bricht das staatliche Informationsmonopol über Verschlusssachen! Und ja, die brechen es selektiv, aber dafür sprichst du dich im Grunde auch selbst aus, wenn du es nicht gutheisst, das ALLE Informationen öffentlich sein sollten.
Und Demokratie gibt es vor allem in den traditionellen Medien nicht (mehr?): http://www.youtube.com/watch?v=iHlc3k3deAM
Mir ist es lieber, geheime aber tatsächliche Information wird geleaked und öffentlich gemacht, als wenn SPIEGEL und andere ein Privileg der Information besitzen (wie z.B. im Falle geheimer US-Verhörprotokolle im Prozess gegen einen mutmaslichen 911-Täter, der SPIEGEL wollte diese Informationen auch nicht vor Gericht rausrücken.)
Zu einer geleakten Information haben ALLE Medien und ALLE Bürger Zugang. Das halte ich für deutlich demokratischer als den derzeitigen Zustand. Aber WikiLeaks ist nur ein Mittel zur deutlichen Veränderung der Verhältnisse und kein Alternativentwurf zur Informationsverteilung. Es ist eher die ‘Propaganda der Tat’, wie es im SZ-Artikel so schön ‘analogisiert’ wurde…
Das ist wie im Sport, es gibt halt talentierte Sportler die Olympiasieger werden, und niemals dopen wuerden. Genauso gibt es Menschen, die hohe humanistische Ideale haben, diese versuchen Umzusetzen und auch um keinen Preis aufgeben werden.
Ich finde es schade, dass in einer Zeit wie heute nur noch niedertraechtiges Verhalten von Dritten erwartet wird. Wie waere es mal mit einem Vertrauensvorschuss. Ich bin genauso wie Du fuer gleiche Massstaebe, aber das waere in der heutigen Welt der Selbstmord dieses Konzepts.
Darum geht es mir nicht. Die größten Verbrechen der Menschheit wurden nicht aus Bosheit, sondern in guter Absicht begangen.
Jaja die Politikclowns gegen Anarchogeeks, cooler Artikel.
Und es bleibt spannend, denn mittelfristig muss wikileaks eigene Transparenz etablieren..
Könnte schwer werden mit Revolver im Nacken.
Diese zynische Floskel liesst man auch überall. Wenn du genau hinschauen würdest, wüsstest du genau, dass dieses keineswegs so stimmte, und in diesem Fall stimmt diese Anmerkung schon gar nicht.
Ich mag Wikileaks wegen seinem fehlenden sozialen Anspruch nicht, aber, ich erkenne wenigstens die Machtverhältnisse an, unter denen so ein Projekt existieren kann.
Aehnlich wie Galileo, der versucht hat der Welt zu erklaeren, dass die Sonne nicht um die Erde, sondern die Erde um die Sonne drehe…..
Oder wie Opphenheimer, der arme Teufel der das Projekt Atombombe leitete…
Umarme die neue Zeit die kommen wird, dann wirst du feststellen wie freiheitlich und demokratisch die westlichen Weltmaechte wirklich sind….
entschuldige, ich will nicht zynisch sein, aber dachte ich halte die Melancholie deiner Worte bei….
Jetzt fängst Du auch noch damit an!
Die grössten Verbrechen wurden von Psychopathen begangen, die die ‘gute Absicht’ nur vorgeschoben haben.
Früher war ‘die gute Absicht’ als Alibi nur nicht nötig.
Ich erinnere nur als Beispiel an August den Starken.
Damals war die Welt noch in Ordnung, und was der Plebs dachte, war schlicht nebensächlich.
“The mask of sanity” (‘gesundes Volksempfinden’ etc) wurde erst weiiit nach der Aufklärung nötig.
Früher war der Psychopath eben das: ein Taktiker des Machterhalts, ala Prinz/Machiavell.
(Machiavell war ein Aufklärer. (Wird von diversen Ignoranten selbst heut noch nicht verstanden) Musste sich damals auch hinter einer Maske verstecken. )
Denk mal an Napoleon,
Napoleon war ein reinrassiger Psychopath.
Jetzt meinen doch manche, er wäre eine der grössten Gestalten der Menschheitsgeschichte.
Hat er was ‘Gutes’ oder ‘Böses’ getan?
Yep.
Richtig aus Sicht der latter day Psychopaths. Er war ein ‘Guter’, ein schöpferischer Zerstörer und Umwerter von Werten, wie der gutste Nietzsche gemeint hat.
Nietzsche, den ich lange bewundert habe, hat da einen blinden Fleck, der fast sein ganzes Sehfeld verdeckt hat.
Sein ‘Übermensch’ ist nichts anderes als ein Psychopath.
Und wenn er meint, dass der einzige ‘Sinn’ eines Volkes der ist, solche ‘Übermenschen’ hervorzubringen, redet er dem Suprematismus der Psychopathen das Wort.
Und du auch, werter Jens.
Aber wir haben ja Hitler. Der absorbiert das alles, und blockiert faktisch den Blick auf die Scheusale der Geschichte vor ihm.
Ja. Und auch nach ihm, wie es scheint.
sorry,
#43 und #44 sollten eine direkte Replik an Jens #40 sein.
Vielen Dank groo, dass es (noch) Beteiligte in diesem Forum gibt, denen Wesentliches auffällt. Der Satz von SF – Die größten Verbrechen der Menschheit wurden nicht aus Bosheit, sondern in guter Absicht begangen. – ist der Böseste, den ich seit längerem gelesen habe.
Es ist “sein Blog”. Ich bin für freie Meinungsäußerung. Allerdings wüsste ich nicht, wie auf der Basis solcher Sätze argumentiert werden kann.
Ich warte die Stellungnahme von SF ab.
Festhalten muss man ferner, dass dieser Satz im Rahmen des Artikels zu wikileaks bzw Assange erfolgte. Es ist daher naheliegend, dass SF bewusst in Kauf nimmt, dass wikileaks und Assange und Ihr Verhalten mit diesem o.g. Satz in Verbindung gebracht werden (also “größte Verbrechen der Menscheit”).
Wohingegen andere Kommentare von Ihm geäußert werden, z.B.
“Ach Gott, Palin … ja, so what ?” Dann waren noch Lieberman, Huckabee, natürlich alle so what.
Ich sehe da auch keine Analyse (zu der SF ja durchaus befähigt ist, hier bei wikileaks und Assange aber nicht zu sehen ist).
Na, mal sehen, wohin die Entwicklung des SF führt.
@unschuldvomland#52,
Yep.
Bin frustriert.
Ich habe mich lang genug in der Weltgeschichte herumgetrieben, und meine, sagen zu können, dass das Dummschwatz ist.
Eine Verkennung der Lage.
Das Jens vorwerfen zu müssen, tut mir weh.
Aber wat mut dat mut, wie der Bayer sagt.
(Wos wor is, is wor.)
Die guten Dinge wurden aber doch auch aus guter Absicht getan. Diese Diskussion ist in meinen Augen Sophistik, und die Dichtomie “gut” und “böse” ungeeignet, das zu beschreiben, was da gerade vor unser aller Augen abgeht, so als hätte jemand einen Agententhriller in die Realität verpflanzt.
Ich fasse mal meinen Erkenntnisstand nach Lektüre der Presse zusammen: In den geleakten Dokumenten steht überhaupt nichts interessantes oder neues drin. Das ist nur Geschwätz und Gerüchte, und Dinge, die eh jeder weiß. Deshalb ist also auch nicht die halbe Welt nun hinter Assange her, oder zensiert twitter. (1). Sondern er wird gesucht, weil er zwei mal kein Kondom verwendete (2). Daher wird er nun mit internationalen Haftbefehlen gejagt. Sein Konto wiederum wurde ihm plötzlich gekündigt, weil er nicht in Genf lebt, scheinbar eine Voraussetzung seines Kontos.
1)
http://bubbloy.wordpress.com/2010/12/05/twitter-is-censoring-the-discussion-of-wikileaks
2)
http://www.guardian.co.uk/media/2010/aug/24/assange-wikileaks-swedish-prosecutors-charges
Habe ich auch gedacht.
War wohl ein Fehler.
Assange droht der elektrische Stuhl aus Sicht der US-Rechten.
Die freuen sich, wenn Assange gegrillt wird, und der Rest der Menschheit zuschauen kann. Wie die Adern spritzen und der Körper zuckt.
Diese archaische Primitivität amerikanischen Denkens ist das, was ‘the shining city upon the hill’ –god’s own country- uns präsentieren möchte.
Den strafenden Gott, dessen Stellvertreter sie selbst sein möchten.
Dabei sind sie nur Dummköpfe und Ignoranten.
Garstig!
Abscheulich.
Was soll ich noch sagen!
Nix.
Hast recht.
Btw, wurden die amerikanischen Politiker, die zum ermorden von Assange aufgerufen haben, schon wegen Anstiftung zu einer Straftat angezeigt?
Haha!
Ist Golda Meir wegen Anstiftung zum Mord im Knast gelandet – oder irgendein anderer Führer einer (westlichen) Industrienation?
Das passiert nur “Dritte-Welt-Potentaten” – oder welchen aus dem ehemaligen Ostblock.
Falsch.
Jeder Kaiser, König, Heerführer hatte nur seinen persönlichen Gewinn im Auge.
Wenn das eine gute Absicht ist, weiß ich auch nicht weiter.
Klassisches Beispiel:
Die Kreuzzüge.
Hört sich ja erstmal gut an, das Heilige Land von den Ungläubigen zu befreien.
Trotzdem waren sich die Kreuzfahrer nicht zu schade, christliche Mitmenschen, wie z.B. Konstantinopel zu plündern.
Wo ist da die gute Absicht?
Und wer trennt das eine vom anderen?
… der das Beste für die Grande Nation wollte und der Europa im Sinne des Französischen Volkes neu ordnen wollte. Aus seiner Position heraus – und aus der Position seiner Fans – war dies sicher nicht “böse” sondern “gut”.
Nö. Nehmen wir die größten Mörder des letzten Jahrhunderts – auch Stalin und Mao mordeten nicht aus Boshaftigkeit, sondern weil sie für ihr Volk (und sich) das Beste wollten. Das ist nun einmal das Problem mit der Subjektivität.
Kann ich gerne geben, wenn ich eine konkrete Fragestellung bekomme
Nein. Mir geht es “nur” darum, dass die Absicht “Gutes zu tun”, objektiv betrachtet komplett wertneutral ist.
Richtig. Das macht ihre Äußerungen natürlich um kein Jota besser.
Zu nichts neuem, da ich diese Ansicht schon immer habe.
Sehr richtig!
Das nennen wir dann doch mal ruhig “Versagen der Presse”
Du kannst nicht gleichzeitig kritisieren, dass Wikileaks alles veröffentlicht ohne es zu groß zu verändern und dann sagen, dass sie damit definieren, was richtig und was falsch ist. Das ist ein ganz klarer Widerspruch.
sehe ich anders. Es geht hier um die Selektion … eine Selektion, die auf intransparenten Maßstäben fusst.
Ja, sicher, die Maßstäbe sind intransparent. Der SPON schreibt nur, was der BND absegnet, die Zeit schreibt nur, was dem Seeheimer Kreid gefällt. Du schreibst, was Du für richtig hälst. So what ? Wegen der intransparenten Maßstäbe (und seines Führungsstils) zerfällt Assanges Organisation wohl gerade (und neue bilden sich … hoffentlich), aber was hat das mit dem Informationswert zu tun ?
Das gilt auch für die klassischen Medien. Wer weiss denn schon, was die Chefredakteure und die Inhaber für Einflüsse ausüben?
Das haben wir doch heute täglich. “dpa”-Artikel(Kampagnen) die durch die ganze Presselandschaft gejagt werden!!
Gruß
H. Müller
Klar! Aber warum soll nun das eine “doof” und das andere “toll” sein?
Nach welchen Maßstäben “selektiert” der SPIEGEL aus den Originaldokumenten von wikileaks ? Der SPIEGEL verlinkt nicht mal auf die Originale.
Wikileaks erfüllt nicht annähernd die Ansprüche an Transparenz, die es an andere stellt. Und warum gewährst du Wikileaks Rechte, die du anderen Institutionen verweigerst, gibt es denn ein teilbares Recht?
@elwu,
dein Denkansatz ist ideologisch korrekt aber unter den gegebenen gesellschaftlichen Umstaenden sehr naiv. Wuerde die UNO eine Resolution umsetzen, die Whistleblowern internationalen Schutz vor Verfolgung gewaehrt, wuerde Wikileaks von heute auf morgen ihre Strukturen oeffenlegen, – daran habe ich keine Zweifel.
In der Verfassung in der WikiLeaks derzeit ist, halte ich selbst diese Hoffnung für etwas naiv ;)
Aber:
das Problem von WikiLeaks ist doch nicht die Transparenz nach außenhin, sondern, so wie ich Daniel Domscheit-Berg verstanden hab, die Transparenz innerhalb der Organisation. Wenn nicht mal die führenden Köpfe wissen, ob das WikiLeaks Team gerade aus 10 oder 100 Leuten besteht, dann wirds problematisch. Wenn keiner zu 100% weiss, wer wann welche Entscheidungen trifft, dann entsteht Intransparenz, Leaks können verloren gehen oder nicht den Idealen gemäß veröffentlicht werden.
Das wäre auch das zweite Problem von WikiLeaks:
Die Idee, alle Informationen ohne jeglichen Filter zu veröffentlichen, finde ich im Grunde erst einmal symphatisch. Denn wer kann denn überhaupt objektiv entscheiden, welche Informationen gerade wichtig sind und welche nicht. Andererseits besteht somit auch die Gefahr, dass Daten veröffentlicht werden, die keinen einzigen potentiellen Mehrwert hätten. (laut Daniel Domscheit-Berg, soll(t)en alle Informationen veröffentlicht werden, an denen ein (öffentliches) Interesse besteht).
Nehmen wir also den arg konstruierten Fall, dass es tatsächlich eine Liste aller WikiLeaks Informanten geben würde. Sie müsste nach den Idealen von WikiLeaks veröffentlicht werden, obwohl man den Informanten Schutz versprochen hat. Die Argumentation von Daniel, dass eine solche Liste nicht existieren könnte, greift einfach nicht, sondern zeigt nur, dass man sich mit solchen Fragen nie auseinandergesetzt hat.
Letztendlich muss man, so schön das Ideal einer unbegrenzten Informationsfreiheit auch klingt, doch gewisse Kriterien ansetzen, nach denen Leaks auch nicht veröffentlicht werden könnten.
Und dann wäre da noch Assange. Meiner Meinung nach schadet er WikiLeaks inzwischen. War er zuerst vordergründig neben Daniel das Gesicht und Sprachrohr von WikiLeaks, so wird er inzwischen zum Problemfall. Über die Schweden Sache kann man noch hinwegsehen, auch wenn er sich da schon hätte klüger verhalten können. Solche Aussagen, dass aber Leaks existieren, die im Falle seiner Verhaftung veröffentlicht werden würden, verraten aber die eigenen Ideale und sind im höchsten Grade schädlich.
Ich gehe davon aus, dass WikiLeaks einfach zu schnell groß wurde und nie die Zeit hatte, entsprechende Strukturen und Mechanismen zu bilden, um der Sache gerecht zu werden.
Würden solche Strukturen bestehen, würde auch nach aussenhin klar ersichtlich sein, warum wann welche Information geleakt wird, wäre es mir total Schnurz, wer nun konkret am WikiLeaks server hängt, um das Ganze am laufen zu halten.
Aber dazu braucht es Veränderungen innerhalb von WikiLeaks oder einen kompletten Neuanfang. Fakt ist aber auch, dass uns WikiLeaks neben einigen Diplomantentratsch schon viele Informationen verschafft hat, die brisant waren und eine öffentliche Diskussion angestoßen haben. Schon damit ist derzeit viel gewonnen.
http://www.kuechenradio.org/wp/?p=366 (interessantes, wenn auch teils hitzig geführtes Interview/Gespräch mit Daniel Domscheit-Berg)
vor allem: Wer garantiert uns, dass nicht irgendein Mitarbeiter z.B. Bankendaten nicht veröffentlich, sondern an einen interessierten Finanzinvestor weiterverkauft?
Das ist alles sehr vage. Eine Plattform, auf die von vielen Menschen derart gigantische Hoffnungen gesetzt werden, kann nicht derart intransparent sein.
Das ist das Schöne und Schlimme an Idealisten ^^
Meistens brauchts schon sehr viel Finanzkapital damit solche Leute von ihrem Idealismus abrücken. Und fernab davon wie Julien Assange derzeit in den öffentlichen Medien auftritt, für mich ist selbst er ein ehrlicher aber leider viel zu naiver Idealist.
Und seien wir ehrlich, Probleme und Bauchschmerzen haben wir erst seit dem Höheflug von Assange, als er WikiLeaks dazu genutzt hat, den nächst größeren Coup zu landen.
Personen wie eben jenen Daniel Domscheit-Berg halte ich da für durchaus abgeklärter und hege da auch durchaus die Hoffnung, dass seine neue Plattform sich den Grundidealen wieder etwas näher kommt.
Das aber Plattformen wie WikiLeaks notwendig sind, ist entsetzlich wie traurig, leider aber auch wahr. Und wenn ich als Otto-Normalo zu den gebildeten gehöre, wenn ich den Spiegel in gedruckter Ausgabe in der Hand halte, zeigt doch wo wir journalistisch in diesem Land stehen.
Denn machen wir uns nix vor, ein Großteil von uns Kommentatoren und Lesern gehören zur absoluten Minderheit einer “halbinterlektuellen Elite” :/
Nein, es gibt eben kein “teilbares Recht“.
Allerdings sollte man ja auch mal Prioritäten setzen, die Kirche im Dorf lassen, und dann alles zu seiner Zeit.
Es ist ja irgendwie putzig, wie viele hier plötzlich angesichts v. Wikileaks ihre Liebe zum Idealismus entdecken. Erkennt ihr darin nicht auch einwenig Doppelmoral.
Klar wäre es ideal, wenn alle Organisationen und Gruppen mit politischem Einfluß ihre echten Strukturen, Geldflüsse und Mitgliederlisten veröffentlichen würden.
Da fallen mir aber spontan weltweit erstmal 1000 andere Organisationen ein, von denen ich gern mal das Kassenbuch vorgelegt bekommen hätte, bevor es mir einfallen würde, ausgerechnet den Aktiven bei Wikileaks mit dem erhobenen Zeigefinger das Leben schwer zu machen.
Kümmern wir uns doch erstmal um mehr Transparenz bei Bertelsmann, der Rüstungsindustrie oder bei Organisationen wie Neue Sozliale Marktwirtschaft usw., bevor wir uns bei WL an das Haar in der Suppe heranmachen.
Guter Artikel, mal wieder. Nur eine winzige Ergänzung zu
“OVH holt momentan* eine richterliche Prüfung ein – so wird der Fall zumindest auf rechtsstaatliche Ebene gebracht”
Stimmt, aber in Frankreich gibt es keine von der Staatsmacht unabhängige Justiz (in Deutschland ist das wenigstens theoretisch so). Richter und Staatsanwälte sind dem Justizministerium unterstellt. Das Verfahren und der Richterspruch zum Concorde-Unglück geben ganz aktuell Zeugnis darüber. Das ist aber ein eigenes Thema , das nicht im Kontext hier diskutiert gehört.
Besonders bedenklich wird die Situation jedoch, wenn sich ein einzelner Nackter anmaßt, die anderen ob ihrer (teils fehlenden) Kleidung belehren zu müssen… um es auf die weltpolitische Bühne umzumünzen. Dieses ständige Messen mit zweierlei Maß findet sich neben USA nur im Besatzungsregime Palästinas.
Vor allem auch die beiden FemminnistInnen, die CIA/Mossad auf ihn angesetzt haben. Eine davon scheint sich nach erfolgreich erhobenem Vorwurf der Vergewaltigung ja bereits ins gelobte besetzte Land abgesetzt zu haben.
Ein bank guy aus Brussels hat neulich gar vermutet, daß Wikileaks – aufgrund zahlreicher Indizien – ein Ablenkungsmanöver westlicher Geheimdienste sein kann:
“The best lies are those that mix some truth with the lies, and the US government has little problem with a further expansion of the well-known fact it is a torturing, murdering, killing-of-innocents regime. A few more Iraq and Afghanistan war atrocities exposed are a small price to pay for:
– A world-class media manipulation project to help sponsor more upcoming wars, and
– Enabling the US to achieve greater dominance over internet content, and
– Enlisting other Western governments in US-led global efforts of internet censorship, as has already occurred thanks to Wikileaks.”
Zumindest zum Nachdenken regt er damit an; von was wollen die da oben gegenwärtig ablenken? Vom Aufmarsch vorm Iran??
Leider vollkommener Blödsinn. Nicht nur ist diese Frage absolut umstritten, sondern die Mehrheit der seriösen Berichterstatter tendiert auch zur genau entgegengesetzten Interpretation.
So schreibt u.a. auch der Guardian:
Natürlich gibt es Versuche seitens der üblichen Verdächtigen, hier irgendwelche Straftaten zu konstruieren, und es mag sein, dass dies am Ende auch gelingt (d.h. als Schuldspruch in einem entsprechenden Gerichtsverfahren).
Das ist aber noch lange kein Grund, solche völlig haltlosen Behauptungen aufzustellen, die einerseits dieser Hetzjagd Vorschub leisten, und sich andererseits schon nach wenigen Minuten Recherche als falsch herausstellen. (Selbst wenn wir uns auf den Kreis der glaubwürdigen Quellen beschränken, reicht dazu bereits eine einzige gegenteilige Meinung.)
Schade, dass Du in dem Atemzug nicht (das alte)cryptome.org erwähnt hast. Meiner Meinung nach einer der Vorreiter der ‘Leaks’. Vielleicht aber auch zu amerikanisch und zu trocken für Europäer. Nichtsdestotrotz ein guter Artikel, auch wenn ich das am Ende nicht ganz so schwarz sehe wie Du.
Ich kann mir gut vorstellen, dass alle Veröffentlichungen von Bradley Manning gezielt von einem US-Geheimdienst aussortiert und vorsätzlich an Wikileaks weitergegeben wurden, weil das Militär und die Regierung dadurch an Glaubwürdigkeit gewonnen haben und ihrem Ziel den Iran noch mehr zu diskreditieren, ja vielleicht durch die israelische Armee anzugreifen, auch ein gutes Stück näher gekommen sind.
Kaum ein Mensch hätte vor den Depeschen-Dokumenten der US-Regierung noch einen Funken Glauben geschenkt, wenn sie einen Krieg anzetteln, aufgrund der angeblichen Existenz von Massenvernichtungswaffen. Jetzt sieht es doch schon ganz anders aus und selbst viele Regierungen müssen glauben, dass der Iran bald eine Atommacht ist und sogar die arabische Liga einen Krieg befürwortet. Einem Militärschlag steht jetzt viel weniger im Wege und das hätte Hillary und Obama niemals ohne Wikileaks hinbekommen, hypothetisch gesprochen.
Zufällig wird kurz vor der Veröffentlichung ein Bombenanschlag auf zwei iranische Atom-Wissenschaftler mit Erfolg durchgeführt. Eine Meldung, die aufgrund der Depeschen-Veröffentlichung ziemlich untergegangen ist.
Das Killer-Video aus dem Hubschrauber war doch der einzige wirkliche Skandal aus der Manning-Quelle, aber den brauchte man auch um Wikileaks berühmt zu machen. In den Irak-Dokumenten kommen die Amis zu gut weg, gefoltert hat ja nur die irakische Polizei. Kein Wörtchen über zivile Opfer durch US-Soldaten, der Uran-Munition und dem radioaktiven Erbe oder dieser Privat-Armee, die ja einmal sogar dabei erwischt wurde, selber einen Bombenanschlag ausgeführt zu haben. Die Afghanistan-Protokolle schießen aus dem gleichen Rohr.
Und jetzt diese fast ausschließlich klatsch-haltigen Depeschen-Dokumente, die eigentlich nur dem Iran ernsthaft geschadet haben, während die ultra-rechte israelische Regierung mit ihrer Siedlungspolitik und den neuen Rassengesetzen völlig ungeschoren davon kommt. Wie praktisch.
Die Fülle des Materials impliziert dann ja auch den Anspruch auf Vollständigkeit, man könnte auch sagen “neuer Transparenz”, aber wie schafft es überhaupt ein einzelner Mann, gleich drei mal so eine enorme Anzahl von Dokumenten aus diesem ominösen Intranet zu ziehen, ohne dass irgend ein Admin das zurückverfolgen kann? Haben die da tatsächlich aus Dummheit ein Webinterface eingerichtet, welches den Download von Tausenden “Top-Secret”-Dokumenten automatisiert möglich macht, damit man für unterwegs was zu lesen hat?
Wikileaks könnte vielleicht eher das Opfer in dieser Schmonzette sein, die vielleicht in einem neuen Krieg endet. Aber wer weiß…
Vor allem das man Wikileaks nach diesen weitaus ‘gehaltvolleren’ Leaks (bis jetzt zumindest) noch hat gewähren lassen und erst jetzt zur Hexenjagd bläst ist irgendwie komisch. Das wäre schon ein perfider Schachzug, dann hätten sich die USA eine Art Cyber-Osama erschaffen…
Wenn man wegen Sex ohne Kondom in 188 Staaten verfolgt wird, kann man wohl von Hexenjagd sprechen. Nach schwedischem Recht bin ich da wohl auch ein Vergewaltiger: http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Geht-es-bei-der-angeblichen-Vergewaltigung-nur-um-ein-geplatztes-Kondom/story/20158936
Danke, den kannte ich noch nicht. Ich gebe Dir Recht, die Hexenjagd hatte schon früher angefangen. Wirklich unglaublich, das ganze.
@Anindo,
ich muss sagen ich bin unmittelbar an dem Wochenende der Depeschen leakage und dann dem Bombenattentat in Teheran zu aehnlichen Gedanken gekommen. Allgemein ist jedem aufmerksamen Beobachter die zielgerichtete Polemik sicher nicht entgangen. In einem seiner besten Auftritte hat Georg Schramm es schon letztes Jahr in “Neues aus der Anstalt” angekuendigt.
Die Frage ist nur wann der Zeitpunkt reif ist. Die USA haben gerade schwere innenpolitische Probleme, lass uns mal abwarten, wann die public opinion in den USA fuer einen Iran Krieg ausreichen wird, unter diesem Damoklesschwert ruht auch die Zukunft von Wikileaks.
Hier trifft die Assange Annahme eines zumindest vorrevolutionären Zustandes auf sozialdemokratisches “Schau mer mal”. Ruhe ist die erste Bürgerpflicht. Wikileaks ist nur die Folge.
Ich hätte gerne einen “In den Kommentaren ist alles gesagt worden und ich bin der selben Meinung”-Button :)
Aber im ernst: ich denke nicht Assange ist naiv, sondern Deine Betrachtung der Umstände ist es. Der oben zitierte und von Dir als “Nichts” abgetane Artikel der Süddeutschen bietet in meinen Augen viel substantiellere Argumente und Erklärungen als es aus dem “Bullshit Bingo”-Hut gezauberte Liquid Democracy Vergleiche (man verzeihe mir meine vulgäre Ausdrucksweise) sein können.
Interpretiert man zu viel in Wikileaks und Assange wenn man sagt, er sei ein moderner Revolutionär, getrieben vom Kampf gegen das Informationsungleichgewicht zwischen Herrschenden und Beherrschten? Wohl möglich. Unterschätzt man ihn und seine Idee wenn man ihn einen idealisierenden Spinner in bester post-privacy Manier nennt? Ganz gewiss.
Assange mag ein Revolutionär sein. Revolutionär sein ist für mich aber per se kein Persilschein. An ihren Taten sollt ihr sie messen. Und da bin ich wenig begeistert von dem Herrn Revolutionär.
Zu deinem Meinungs-Button. Fast hätte ich auf deinen Avatar gedrückt ;-)
Wieso will das Jeder vermeiden?
Einzig deshalb, weil wir durch den (amerikanischen) Kapitalismus in einer Angebots-Wirtschaft eingeklemmt sind. Würden wir in einer Nachfrage-Wirtschaft leben, in der mitunter auch die Vertrags-Freiheit noch etwas zählt und geachtet wird – statt hinterfotzig einem Jeden untergeschoben wird, dann – ja dann hätte der Durchschnitte-Bürger auch kein Problem damit, wenn selbst persönliche (keine wirklich intimen!) Daten offen zugänglich für jedermann wären.
1. ist das dann egalitär – denn jeder hätte die Freiheit, über jedermanns erhobene & publizierte Daten Einsicht nehmen zu können, was
2. dazu führen würde, dass bald jedem das alles gewaltig am A***** vorbei ginge..!
Der einzige Grund, weshalb so übertrieben sensitiv mit Daten umgegangen wird, ist das stetige Risiko der Angreifbarkeit und rechtlichen Verwundbarkeit des Einzelnen gegenüber vertraglichen Abmachungen mit dem Gewerbe oder dem Staat. Ist erstmal der Rechtfertigungs-Druck ggü. dem Staat und der gewerbliche Druck durch das überhand-nehmende wirtschaftliche Konkurrenz-Gebähren genommen, so juckt – überspitzt formuliert – selbst die übertrieben-exibitionistische ‘Zur-Schau-Stellung’ von Persönlichkeits-Profilen gläserner Bürgerr diese wohl kaum noch – außer vielleicht extrem neurotische Gemüter..
Was hälst Du eigentlich dazu, SF?? :
KenFM über WikiLeaks
und wieso hast Du ‘egalitarist’ permanent geblockt? :(
Ist das der Dank dafür, dass er täglich Deine Seite besucht und sogar auf sie verlinkt..?^^
@spiegelfechter:
der negative grundton ggü. dem projekt wikileaks beruht auf einem fall, bei dem individuelle rechte verletzt worden sind. wie oft denn irgendeine andere institution am tag meine individuellen rechte? von google, gez bis zum telefon-marketing werde ich nur noch penetriert. da macht es mir nichts aus, wenn wikileaks meine nacktbilder veröffentlicht.
du hast wohl irgendein anderes problem…nur raus mit der sprache willst du noch nicht.
Wikileaks über Spiegelfechter.com… ;)
der negative Grundton beruht v.a. in der mangelnden Transparenz und der fragwürdigen Veröffentlichung der Depeschen, die m.E. nichts mit den Idealen von Wikileaks zu tun hat.
Spiegelfechters Problem ist offenbar, dass die Filterfunktion (oderDeutungshoheit) der Journalisten durch wikileaks bedroht ist. Er sieht sich ja als der Profi, der “verantwortlich handelnd” Informationen filtert, damit sichergestellt wird, das der (in seinen Augen eher doofe) Medienkonsument nur “das Richtige” oder “auf die richtige Art” erfährt.
Wo kämen wir hin, wenn keiner mehr die Journalisten braucht?
Ich aber sage: Da die große Überzahl der Medienprofis nur noch Hirne, Finger, Augen und andere Körperteile für die Interessen der Mächtigen zur Verfügung stellt (und also korrekt als Presstituierte bezeichnet werden muss), ist leider wikileaks dringend nötig. Transparent oder nicht – es darf ja jeder andere auch leaken, was das Zeug hält.
Jens ist selbsternannter ‘Realist’.
Und oft liegt er richtig.
Aber hier ist sein ‘Realismus’ an Grenzen gestossen.
Das steckt eine weltanschauliche Frage dahinter.
Bei S21+ etc funktioniert das halbwegs.
Bei Assange mE nicht.
Naja,
also Ich halte Wikileaks eher für positiv. Das Konzept benötigt aber offensichtlich Verbesserungen. Das Wikilieaks die Freiheit im Netz eher gefährdet halte ich für nicht Stichhaltig. Dann müsste man ernsthaft glauben, dass sich für den geplanten Ausbau der Zensurinfrastruktur, sonst keine ausreichenden Vorwände finden würden. Vielleicht beschleunigt Wikileaks diesen Ausbau, anderseits verlangsamt es ihn auch z.b. durch das Veröffentlichen von Sperrlisten.
So oder so geht es letzten Endes um elementarere Bürgerrechte. Dieser Cyber-Krieg ist ein Proxy-Krieg. Denn “Was darf der Wähler wissen, ohne die Interessen der Gemeinschaft in einer Demokratie zu gefährden?” ist im Kern keine Netz-Politische frage, sondern sehr viel älter als das Netz. Wikileaks macht allerdings viele Fehler wie du richtig schreibst – ich denke mal das wird mit seinen Nachfolgern besser werden.
“Der nackte Ami in der Fußgängerzone”
Der Vollständigkeit halber sei genannt, dass man sich hier in Norwegen die Steuer- (und somit Einkommensdaten) aller Bürger [url=http://www.skattelister.no]jährlich im Internet anschauen kann[/url].
Die Wikileaks-Aktivisten haben eine ätzende Jauche losgetreten.
Ein erbärmliches Verhalten.
Damit verändert man nichts!!!!
Im Gegenteil.
Es wird damit eine globale und beschämende Verhetzerei betrieben.
Die Folgen sind noch unklar.
@SF:
Für den Einzelnen gibt es ein Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung und Datenschutz.
Dies ist dazu gedacht, die persönliche Freiheit des Einzelnen vor Zugriffen durch andere, insbesondere durch die Allgemeinheit und den Staat zu schützen.
Warum dies in selbem Maße auch für juristische Personen, also Organisationen oder gar Staaten gelten soll, erschließt sich mir nicht. Solches suggerierst du aber mit deinen FKK-Beispielen.
Natürlich mag auch Gründe geben, warum Organisationen ein Recht auf Datenschutz haben. Ein solches Recht für Organisationen hat aber eine völlig andere Qualität, ist verhandelbar und unterliegt ganz wesentlich einer Abwägung der Begleitumstände. Nicht so beim “persönlichen” Datenschutz.
“Yep. Bei aller Kritik – der Staat ist legitimiert. Einen Assange, der den Informationsfluß durch Selektion kontrolliert, habe ich nicht legitimiert.”
Hast du die Bild-Zeitung, das Privat-Fernsehen etc. legitimiert? Bist du in den letzten Jahren von deiner Regierung je gefragt worden, was du legitimierst? Ich spare mir jetzt die Aufzählung, wo wir nicht gefragt wurden.
Der Staat ist solange legitimiert, wie er zum Wohle seiner Bürger handelt. Da sind inzwischen vielfache Zweifel aufgekommen.
Im Falle des Irak- und Afghanistan-Krieges sind die USA sogar allen Bürgern der verbündeten Staaten verpflichtet. Sind sie dem nachgekommen?
Man kann/darf/muß Wikileaks in vieler Hinsicht kritisieren. Aber man vergesse darüber nicht, warum sowas gewachsen ist. Diese Hintergründe blendest du komplett aus (zumindest in dieser Diskussion, muß ich gerechterweise einschränken!), wie die anderen MSM übrigens auch, obwohl genau hier Klagen angebracht wären.
Wikileaks ist die logische Antwort auf die politischen Entwicklungen. Klar wünschst du dir was anderes. Aber das geht nur, wenn du bei dem anfängst, was das Ganze provoziert hat.
Wenn Wikileaks jetzt eingezogen wird, dann werden neue Wikileaks wie Pilze aus dem Boden sprießen.
Nicht wirklich. Ich sehe hier nur ein gewisses Ungleichgewicht. Wenn die Depeschen eines einzigen Staates veröffentlicht werden, finde ich es mehr als verständlich, dass dieser Staat sich “angepißt” fühlt. Das ist Wasser auf den Mühlen der Hardliner in den USA und dieses Wasser wird überschwappen … jede Wette. Die Frage ist: Für was? Welchen Mehrwert haben die Depeschen?
Nein – auch aus diesem Grund blogge ich schließlich.
Das ist nun einmal der “Staatsbegriff”. Das deutsche Grundgesetz erklärt das ganz gut, sollte Dich das näher interessieren.
Und wer definiert das Wohl? Du? Merkel? Die Mehrheit?
Das vergesse ich nicht. Wenn ich eine Krankheit diagnostiziere und merke, dass die Medizin zu viele Nebenwirkungen hat, negiere ich die Grunddiagnose ja nicht.
Klar – weil dadurch die Kritik abgemildert würde. An keiner Stelle kritisiere ich das Whistleblowing an sich.
Sehe ich nicht so. Ich glaube nicht, dass ein intransparenter Verein mit fragwürdiger Veröffentlichungspraxis eine “logische Antwort” ist.
Natürlich
>> Der Staat ist solange legitimiert, wie er zum Wohle seiner Bürger handelt.
“Und wer definiert das Wohl? Du? Merkel? Die Mehrheit?”
Na, wenn nicht DU das Wohl definierst, dann sehe ich nicht ein, warum du irgendwas legitimieren solltest. Da hat dich wohl deine Rabulistik überholt ;-)
>> Diese Hintergründe blendest du komplett aus
“Klar – weil dadurch die Kritik abgemildert würde. An keiner Stelle kritisiere ich das Whistleblowing an sich. ”
Soll ich das jetzt als Lobgesang auf Polemik verstehen?
ich habe jetzt keine Lust, mit Locke, Montesquieu, Rousseau und den ganzen alten Klamotten anzufangen. Lassen wir es dabei, ist ja jetzt auch nicht soooo wichtig ;-)
Auch gut. Ich find’ schon noch was anderes ;-)
Wenn man Assanges eigenen Aussagen Glauben schenken mag, sind sie ein Mosaikstein in dem Bestreben konspirative Machtzentren in autoritären Regimen zu schwächen.
Nun sind konspirativ und autoritär im Deutschen, im mathematischen Sinn, diskerete, also absolute Worte. Sie sollten in diesem Zusammenhang aber fließend verstanden werden. Assanges Theorie ist, dass je autoritärer und je konspirativer ein Regime arbeitet, desto schwerer werden Leaks und Whisteblwoing ihn in der Ausübung seiner Gewalt behindern und stören – bis hin zu einem möglichen Systemkollaps.
Geht man grundsätzlich von der Richtigkeit seiner Theorie aus, dann ist Wikileaks als Projekt und die (beinahe) kompromisslose Veröffentlichung von allen konspirativen und verschlossenen Dokumenten, die sich Wikileaks auf die Fahne geschrieben hat, genau der Ansatz den man würde fahren wollen.
Ob Assange mit seinen Ansichten richtig liegt und ob es sich deshalb dafür lohnt im Zweifelsfall auch ein gewisses Maß an Kollateralschäden in Kauf zu nehmen (z.B. in der Form von vereinzelten, persönlichen Informationen in den Dokumenten ohne nennenswerte Relevanz für die Zeitgeschichte, oä) wird wohl die Zukunft zeigen müssen – Revolutionen verlaufen niemals ohne Opfer.
Deine Fragen:
Welchen Mehrwert haben die Depeschen ?
Eine Depesche gez. Eikenberry, die beschreibt, wie von US-Zahlungen beschäftigte Afghanische Polizisten pädophile Neigungen ausleben können , hat keinen Mehrwert ?
Wieso das? Dass der Informant von Wikileaks gegen US-amerikanisches Gesetz verstoßen hat, ist klar, aber ob Wikileaks gegen US-amerikanisches Recht verstoßen hat, ist äußerst fraglich.
Siehe dazu den Artikel “Why prosecuting WikiLeaks’ Julian Assange won’t be easy” von Baruch Weiss in der Washington Post: http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2010/12/03/AR2010120303267.html
Jetzt wird auch den entfremdeten Stadtbewohnern klar, wie ernst die Metapher vom “globalen Dorf” gemeint war. Die große Mehrheit der Menschheit immer gut mit diesem sozialen Modell, in dem Geheimnisse selten den nächsten Friseurbesuch überdauern, zurechtgekommen.
“Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd!”
Cablegate als Einzelereignis war schon längst überfällig. Bleibt nur abzuwarten was noch veröffentlicht wird. Ich vermute bei der Masse der Daten wohl ein logistisches Problem. Zu denken gibt mir aber auch dass die bisherigen Propaganda-Schreihälse (Systemmedien) mit im Boot sitzen bei der Veröffentlichung.
Nicht dass ich es auch nicht schon geahnt hätte, aber aus unerklärlichen Gründen kann man die Wahrheit hier sagen. Nicht wie in einer Diktatur wo man gleich weggesperrt wird. Nein hier kann man die Wahrheit sagen …
… und wird gar nicht erst ernstgenommen und es entstehen keine politischen Konsequenzen. Zumindest demokratisch vorteilhafte.
Und ich hatte naiv gehofft, dass wenigstens in der Wahrheit die Menschen vereint sein müßten…
Insgesamt nix Neues also, die problematische Aufarbeitung fand ja schon vor ca. 2500 Jahren statt, nannte man glaub ich Höhlengleichnis.
Du schreibst ein bißchen… wie soll ich sagen… Natürlich ist es gefährlich jene anzugreifen, die ein Verbrechen begangen haben und die unter staatlicher Obhut stehen. In Italien ist es (auch für staatliche Stellen) gefährlich die in der Gesellschaft tief verankerte ‘ehrenwerte Gesellschaft’ anzugreifen. Das stimmt alles. Es bringt aber nicht weiter. Wikileaks hat einen guten Weg gefunden, die Staaten bloßzustellen bzw. sie tun es gerade selbst (mit ihren mittelalterlichen Aufrufen zu Mord und Hinrichtungen, nicht nur Assanges sondern auch jener, die die Informationen weitergeleitet haben).
Wie man mit der ganzen Korruption, dem ganzen Verbrechen umgehen könnte zeigt Kanada. Mein älterer Bruder lebt dort. Kanada besitzt ca 60 % aller Minen weltwet bzw. sind in kanadischer Hand / Hand kanadischer Firmen und Beteiligungen. Die Minengesellschaften haben eine gigantische Lobby in Kanada. Und: bei den Minengesellschaften geht’s zu wie im wilden Westen (genau das kann man den USA und ihrem Verhalten in der Welt auch vorwerfen). Mein Bruder erzählte von zwei Fällen: einmal wurden von einer Minengesellschaft 9 Menschen umgebracht – in einem nichtkanadischen Land versteht sich. In einem anderen Fall haben die Bewacher einer Mine jede Frau vergewaltigt und misshandelt, die dort vorbei gelaufen ist. Egal. Jeder weiß, dass das Minengeschäft kein sauberes Geschäft ist. Dies MUSS angeprangert werden (und da sehe ich auch einen Unterschied zu privaten Daten; es müßte vll. eine Abgrenzung stattfinden, was private Daten sind und welche der Öffentlichkeit zugeführt werden sollten oder gar müssen; staatlich gesammelte Daten gehören auf jeden Fall dazu, sofern deren Veröffentlichung keine Einzelpersonen gefährden; selbst da gilt es möglicherweise noch abzuwägen, weil möglicherweise in der Vergangenheit bereits mehr Menschenleben gefährdet wurden und (ohne Veröffentlichung) noch in Gefahr stehen). In Kanada sollte ein Gesetz verabschiedet werden, welches die kanadischen Minenfirmen dazu zwingt weltweit kanadisches Recht als Mindestmaß einzuhalten. Das Gesetz ist kürzlich erst an einer knappen Abstimmung gescheitert, weil die Lobby zu stark ist. Es steht jedoch ein Politiker dahinter, der sich dieses Gesetz zu einer Art Lebensaufgabe gemacht hat und solange daran arbeiten möchte, bis es tatsächlich Gesetz wird.
Der Weg von wikileaks mag radikal und heftig erscheinen. Das ist aber immer so, in einem festgefahrenen ‘Regime’. Und mir schwant nichts gutes, wenn ich die in meinen Augen faschistoiden Züge so sehe, die sich da breit machen, wenn schon zu Mord an Assange und auch an jenen aufgerufen wird, die die Daten an wikileaks übermittelt haben bzw. dafür verantwortlich sind. Sowas ist absolut indiskutabel, verbrecherisch. Es mag die Frage sein, ob die Herrschenden hingehalten werden können, wenn man (weiterhin) schön tuffig mit ihnen umgeht. Wenn man sich allerdings den Finanzsektor und die Finanzkrise so anschaut, glaube ich da an kein positives Ende. Der Finanzsektor würde ganze Staaten gegen die Wand fahren, nur um selbst die größten Profite einzustreichen (und vll. aber auch gleich wieder zu verlieren, z.B. weil diverse Rechnungen nicht aufgehen). Genau das Gleiche tun Staaten, die Krieg spielen (und damit vll. auch ihre Finanzen verspielen).
Das Einzige wozu ich zustimmen möchte: man könnte vll. behutsamer mit den Daten und ihrer Veröffentlichung umgehen. Andererseits: irgendwem wird man immer auf die Füße treten. Da wiederum stimmt, dass die Transparenz von wikileaks auch von großer Bedeutung ist.
Was Deine Behauptung angeht, dass wikileaks gegen US-amerikanisches Recht verstoßen hätte, wäre ein Nachweis nicht schlecht. Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat kürzlich klargestellt, dass dies genau nicht der Fall ist. Und da hab ich mich auch an einen Bestandteil der US-Verfassung erinnert, der eine besonders weitreichende Pressefreiheit garantieren soll (soweit ich mich entsinnen kann geht es dabei um gänzlich alle staatlichen Daten), noch weiter als etwa in Deutschland.
ich befürchte, wir reden an einander vorbei. Wir sind uns darin einig, dass der Sumpf trockengelegt werden muss, haben aber unterschiedlich Vorstellungen, welche Mittel man dafür anwenden sollte.
Ich wollte das Gesetz noch nennen, welches da in Kanada kürzlich verhandelt wurde: Bill c300
Du weisst natuerlich, dass alles was auf Wikileaks tatsaechlich der Oeffentlichkeit veroeffentlich wird, so zunaechst von NY Times, Spiegel und Guardian geprueft wird. Die ganzen logs sind ja noch gar nicht veroeffentlicht.
“This raises key point: WikiLeaks itself has still posted less than 900 cables — due to relying on heavy redacting by its news org partners. But the same partners do have the complete 250,000 cables. So they, not WikiLeaks, are the ones breaking news and quoting from — even if not postings — the cables.:”
http://www.thenation.com/blog/156847/blogging-wikileaks-monday-day-9-return-here-often-updates
“Du weisst natuerlich, dass alles was auf Wikileaks tatsaechlich der Oeffentlichkeit veroeffentlich wird, so zunaechst von NY Times, Spiegel und Guardian geprueft wird.”
Eben! Warum ausgerechnet der Spiegel, der doch in der “Szene” als EhemaNaMag bekannt ist. Warum nicht an Wisnewski, Bröckers, Hauß, Steinberg, Hoff, Neun, Freeman, Berger etc. die bekannt dafür sind, dass sie gründlich und investigativ arbeiten sowie damit auch an die Öffentlichkeit gehen?
Was wollte Assange bzw. Wikileaks damit erreichen?
Wollte er die Bedeutung seiner Dokumente erhöhen? Wollte er einfach nur einen guten Deal machen? Oder wollte er Publicity?
Was für einen Grund oder auch Gründe gab es all die Informationen NICHT an regierungskritische Medien zu übergeben?
Ich habe bis heute noch keinen vernünftigen Grund mitbekommen.
Das habe ich mich auch gefragt und die Antwort scheint ganz einfach zu sein:
Die kritische Öffentlichkeit verfügt über fast keine Strukturen medialer Verbreitung. Diese Strukturen sind monopolisiert und bestimmen genau, welche Information wie wann und unter welchen Umständen verbreitet wird.
Ich vermute, sie mussten mit den “Teufeln” ins Bett steigen, diese aufeinander hetzen, um die maximale Menge an Menschen zu erreichen. Dieses Ziel ist ja auch erreicht worden.
Eine Information nützt letztlich gar nichts, wenn man nicht über die Mittel verfügt, diese verbreiten zu können. Es ist wie mit dem Erdölfeld: mächtig sind nur diejenigen, die über das Leitungssystem verfügen können.
Ich denke das würde darauf ankommen gegen welche Gesetze verstoßen würde.
Ich weiß jetzt nicht genau gegen welche Gesetze Wikileaks für Amazon und Paypal verstoßen hat. Ich denke wenn chinesische Netzaktivisten gegen Recht verstoßen das für alle Staaten Gültigkeit hat, einfach weil sie Staaten sind, würden westliche Unternehmen China entgegenkommen. Damit meine ich jetzt nicht den Verrat von Kritikern an chinesische Behörden den so meine ich Yahoo und andere begangen haben sollen weil sie weiter Geschäfte in China machen wollten. Das ist (war) ja verwerflich.
Man kann China und die USA nicht so einfach gleichsetzen. Wenn z. B. China verlangen würde das Amazon gegen Aktivisten vorgeht die angeblich staatsfeindliche Hetze betreiben dann dürfte ein Unternehmen sich natürlich nicht beugen (würde es allerdings des Geschäfts wegens vielleicht doch tun). Den Straftatbestand der staatsfeindlichen Hetze darf es ja nicht geben. (Zumindest muß zwischen Hetze und Kritik scharf unterschieden sein) Wenn hingegen Geheimnisverrat betrieben wird so würde Amazon vielleicht nicht von selbst aber auf Bitte Chinas wohl handeln.
Zum besseren Verständnis des Beitrages würde ich jedem empfehlen das Interview mit Daniel Domscheit-Berg, dem ausgestiegenen Wikileaks-Mitglied aus Deutschland, (nochmal) anzuschauen, der imo sehr gut und deutlich auf den Punkt bringt was für interne und strukturelle Probleme WL hat und worauf sich letztlich auch der Spiegelfechter bezieht – geführt bzw. ausgestrahlt am 29.9. diesen Jahres, bevor der aktuelle Medienrummel losgetreten wurde:
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/media/domscheitberg103.html
Ich kannte das Video vor dem Lesen des Beitrages nicht und war recht zwiegespalten was die Ausführungen des SF anging – mittlerweile kann ich weit mehr d’accord gehen (nicht unbedingt 100%, aber schon knapp dran) und bin eher in meiner Meinung über WL als ‘Ist-Zustand’ negativ beeinflußt.
@Stony,
Die Frage welche politischen Strukturen dort haetten aufgebaut werden sollen ist nicht geklaert. Daniel Domscheit-Berg erkennt folgerichtig, dass die Tragweite der Veroeffentlichungen, den gegebenen Strukturen, nicht gewachsen war.
Ich gehe davon aus das Daniel Domscheit-Berg sicherlich ausgepraegte demokratische Strukturen meint, demokratische Strukturen in einer Organisation im Taetigkeitsfeld der geheimdienstlichen Spionage.
Ich sehe hier durchaus Paralellen der ersten Bauernparlamente im Mittelalter – blutig niedergewaltzt durch die Soeldnerarmeen ihrer Fuersten.
Mit aller Fantasie,- kann ich mir nicht Vorstellen, wie Wikileaks sich selbst und auch ihre Leaker schuetzen kann gegen gaengige Geheimdienst methoden.
Ein englischsprachiger Beitrag, der die ganze Sache unter einer etwas anderen Perspektive auf den Punkt bringt – eine gute Ergänzung, wie ich finde, zu Jens’ Artikel:
Yep.
Diese Floskel, dass da jemand ‘gefährdet’ wird.
Ich kanns schon nicht mehr hören.
Jeden Tag fliegen die Drohnen auf ‘Friedensmission’ durch die Gegend, und keinen störts.
Split mind, to avoid cognitive dissonance.
I would characterize this as the mindset of an idiot.
@Frank und groo
Es bestreitet doch niemand, dass die US-Kriege verwerflich sind. Wer Wikileaks kritisiert, ist nicht automatisch für die Gegenseite. DAS ist Bush-Rhetorik ;-)
“Wer Wikileaks kritisiert, ist nicht automatisch für die Gegenseite.”
Hat ja auch keiner behauptet. Aua!!
Also ich versteh’ die Position von Jens nicht.
Das ist ein Allgemeinplatz, der mit einer Denke korreliert, die doch nicht wirklich Deine ist, werter Jens.
Ich möchte mich jetzt nicht auf die ‘Legitimität’ von wikileaks einlassen.
I.
Assange hat erstmal ziemlich ziemlich feste Überzeugungen:
Dass der ‘Staat’, bzw seine oberen Instanzen den Charakter einer ‘conspiracy’ angenommen hat.
Damit meint er hptschl die USA.
Man lese nur mal seine zwei Fragmente
“State and Terrorist Conspiracies” und “Conspiracy as Governance” aus 2006.
Er zitiert da zB
und
Jetzt mag man die von ihm gewählte Methode für naiv oder kontraproduktiv halten.
Mir fällt aber leider im Fall der USA keine ‘produktive’ Methode ein, die wirksam wäre.
Das Ganze hat den flair einer Tragödie, die sich vor unseren Augen entwickelt.
Im Zweifelsfall bin ich immer für den Schwächeren.
II.
Man höre sich nur das an:
http://atimes.com/atimes/Middle_East/LL04Ak02.html
Wie verkommen muss ein Staat sein, der solche Leute in Top-Positionen hat?
Und das: (man erinnert sich an Obama in China)
Jaja. Wenn das nicht Bigotterie in Reinkultur ist, weiss ich nicht, was.
Die These, dass Staaten/Diplomaten ‘Vertraulichkeit’ brauchen, gabs ja zu Metternichs Zeiten schon, und ist offenbar immer noch Standardrepertoire der heutigen Politikwissenschaften.
Das TINA der Politik. Ohne Gemauschel geht garnix.
Letztlich wird Assange wohl scheitern.
Da bin ich Realist genug, und das weiss er vermutlich selber auch.
Von einer Pseudofreiheit des Netzes mit lauter facebook-etc- Idioten halte ich nichts.
Was ist schon gewonnen, wenn die Netzgemeinde immer mehr verblödet wird, und selbst noch aktiv dazu beiträgt?
Weg damit. Dann sind wenigstens die Fronten wieder klarer.
Dann taucht die Opposition halt in ein darknet ab, und dann geht der cyberwar erst richtig los.
Assange als Märtyrer.
Ach Gott, Palin … ja, so what?
@36 Spiegelfechter:
Stammt das von Dir, Spiegelfechter? Egal! Es spricht mir aus dem Herzen, sagt meine Vernunft. Und deshalb will ich mir endlich Die Wohlgesinnten von Jonathan Littell zu Gemüte führen.
sorry,
Das ist ein dummes Mem, das ‘man’ in Deinen Hirnkasten eingepflanzt hat.
Mach Dich frei von solchem Dummschwatz.
(Entschuldige die harten Worte, aber manchmal werde ich schon ärgerlich!)
Das ist kein “dummes Mem”. Zeig mir einen politischen Verbrecher, der mit dem Plan “böse zu sein” vorgegangen ist?
Macht nichts. Bei gewissen Themen ist mir klar, dass meien Leserschaft und ich unterschiedlicher Meinung sind und die radikaleren mich grillen wollen. Das ist ein heilendes Unwetter *lach*
Bis morgen. Tob Dich ruhig aus ;-)
Beim besten Willen,
das ist Selbstmordrethorik die ich von der religioesen Kaste kenne, die jeglichen Materialismus aberkennt.
Wenn ich sowas von Dir lese Frage ich mich was fuer eine Gegenoeffentlichkeit du denn bitte schoen schaffen moechtest!
Wie Du dir vorstellst die Gesellschaft zu veraendern – und zwar zum Guten! Denn deiner Logik folgend fuert dies ja zwingend ins Gegenteil!
Gute Nacht!
Das schreibe ich nicht. Ich schreibe lediglich, dass der Vorsatz “Gutes” zu tun, nicht automatisch dazu führt, dass man – objektiv gesehen – auch etwas tut, dass zu “Gutem” führt.
Wenn Wikileaks Kriegsverbrechen oder andere Missstände aufdeckt, dann sieht jeder ein, das ist “gut”. Selbst die Hardliner in den USA müssen sich das selber eingestehen.
Wenn Wikileaks aber vertrauliche Diplomaten-Depeschen veröffentlicht, ohne große Skandale aufzudecken, dann sieht fast jeder ein, das ist “böse” und schädlich für alle. Und die Hardliner haben freie Bahn. Selbst Firmenchefs helfen freiwillig gegen Wikileaks und die Freiheit im Internet vorzugehen.
Und genau das ist jetzt der Fall. Gut gemeint, aber nicht gut gemacht. Herzlichen Glückwunsch.
Mit “Alle Information sollen frei sein” ist es genauso wie mit “Privateigentum soll abgeschaft werden”. Bei dem einem liest man von Zahnbürsten, bei dem anderen von Krankenakten.
Lieber Spiegelfechter, ja ich bin unzufrieden über deine “groteske Überspitzung”. Denn wenn man zwei Gegenseiten als grotesk Überspitzt bezeichnet, aber nur eine (die Zahnbürste) es wirklich ist – bleibt die Wahrheit auf der Strecke! So unzufrieden, das ich es nicht geschaft habe darüber hinweg den Rest deines Artikels zu lesen – bitte verzeih das ich denoch kommentiere.
Es geht den “Cyberanarchos” nicht um deine Krankenakte, nicht um deine Nacktfotos und deine Steuererklärung ist sicher auch uninteressant. Übrigends: In einem Skandinavischem Land (oder Dänemark) ist die Veröffendlichung der Einkünfte schon lange gelobte Praxis.
Selbst Wikileaks vertritt nicht die Meinung das ALLE Informationen öffendlich sein sollten. Auch der CCC vertritt nicht diese Meinung. Jeder “Cyberanarcho” den ich kenne und zugleich ein Anwender von Verschlüsslungs- und Verschleierungs-Technologien. Ja selbst Wikileaks erkennt an, das es legitime Geheimnisse gibt.
In deiner feindlichen Gegenüberstellung – hast du also das Bild der “Cyberanarchos” verzerrt, bist der Einstellung dieser Gruppe nicht gerecht geworden – ja, hast sie aus dem Blickwinkel eines “Kontrollfreaks” beschrieben!
Das ist enttäuschend. Doch da ich dich als aufgeklärten und sympatischen Zeitgenossen kenne – hoffe ich, das dich dieser Kommentar zum überdenken anregt.
Die Überspitzung war ja absichtlich gewälht und ist auch als solche gekennzeichnet. Mir geht es ja eben darum, dazulegen, dass es eine Abwägung zwischen den beiden Extrempositionen geben muss. Die zentrale Frage lautet ja, wer nimmt diese Abwägung vor und ist er – von wem und zu was – legitimiert.
Ein Gespenst geht um in der Welt. Alle Mächte der alten Welt haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen Wikileaks verbündet, der Berlusconi und der Putin, Interpol und Iran, Schweizer Banken und deutsche Provider.
(…)
Zweierlei geht aus dieser Tatsache hervor.
Wikileaks wird bereits von allen irdischen Mächten als eine Macht anerkannt.
Es ist hohe Zeit, daß Wikileaks seine Anschauungsweise, seine Zwecke, seine Tendenzen vor der ganzen Welt offen darlegt und dem Märchen vom Gespenst Wikileaks ein Manifest der Gruppe selbst entgegenstellt.
mmh weil wikileaks naiv ist und nicht vorhergesehen hat, das sich nach ihrem tun so etwas erreignet, sollten sie es wohl sein lassen oder wie?
du sagst es sollte jurnalistisch aufgearbeitet werden, ist das nicht schon fast mit zenzur gleich zu setzen?
die scheinst du ja hier nicht so gut zu finden.
ich finde auch nicht
das dieser satz von dir zutrifft. ich denke es ist eher die freude oder auch der triumph darüber den “Feind” verletzt zu haben, den du beschreibst.
Naja, Krankenakten werden zur bekämpften Gesundheitskarte, Steuerdaten stellen skandinavische Länder längst selbst online, und auch die Nacktfotos der Nachbarn haben diese bereits jetzt schon “online” gestellt. Da tust du den Cyberanarchos also Unrecht – sie wollen eher die gläserne Regierung statt des gläsernen Bürger, und die Abschaffung von medialen Schutzrechten.
alles schräge Vergleiche.
Haben wir uns nicht kürzlich abgekämpft, wo Vergleiche zulässig sind, und wo nicht?
(Holocaust etc)
Kaum fünf Tage, schon ist alles vergessen.
Enttäuscht bin ich da schon etwas.
Der Mensch vergleicht permanent. Bewusst oder auch unbewusst.
Gestern war es kälter als heute. Ich schreibe durchschnittlich längere Texte als Du.
Spätestens seit Einstein sollten wir uns dessen doch bewusst geworden sein, dass alles relativiert wird. Sprich: ins Verhältnis gesetzt. Hier und da auch unzulässigerweise.
Sei nicht enttäuscht. Dieses Thema wird uns (als Menschen insgesamt) wohl ewiglich begleiten.
Information wants to be free – heißt, es ist eine der Information inhärente Eigenschaft, sich zu verbreiten, so wie Gase in der Luft, oder böse Gerüchte in einer Kleinstadt. Es muss ein hoher Aufwand betrieben werden, um sie in Zaum oder geheim zu halten (Streisand-Effect, Desinformation, geheime Verträge/non-disclosure-aggreements). Oder um eine Ware aus ihr zu machen. All das geht nur mit Drohungen, überwachen und strafen.
Warum soll Information denn frei sein? Ohne Kommunikation als Austausch von Information keine Entwicklung von Zivilisation, Diskurs, Demokratie. Das Gegenteil ist Herrschaftswissen, nicht fürs gemeine Volk bestimmt. Manche sagen, TV, Bild oder früher die Kirche, sein dazu da, die Leute dummzuhalten, ihnen das Wissen um die Zusammenhänge der Welt vorzuenthalten. Und Wikileaks unternimmt nun den Versuch, gemeines Volk und Herrschaftswissen zusammenzuschütten, um zu sehen, was passiert. Nichts anderes tut auf einer anderen Ebene Wikipedia, oder eine Universität (manchmal).
Wird Wikileaks diesem Anspruch gerecht? Bisher nur punktuell, aber der FDP-Jünger und Guidofan, der nun im Internet lesen muss, was von Guido gehalten wird in Supermacht-Kreisen, könnte evtl. erwägen, seine Präferenzen zu ändern.
“Aber Diplomatie geht dann ja gar nicht mehr” – falsch. Was nicht mehr geht, ist ein Doppelspiel wie das der Saudischen Herrscher, hintenrum die Bombardierung des Iran zu fordern, und öffentlich den islamischen Gottesstaat zu zelebrieren. Es gäbe klare Ansagen, Öffentlichkeit. Die Karten kämen auf den Tisch, und es würde demokratischer. Aber die Diplomatie endet da nicht. Höchstens die nach Machart von Metternich. Die Welt dreht sich weiter.
einverstanden.
Das ‘Doppelspiel’ ist eine Spielwiese der ‘Diplomatie’.
Dem Volk und den ‘Gegnern’ wird aufs Maul geschaut, und den ‘Herrschaften’ die ‘Information’ zugetragen.
Garstig, das, wenn es aufkommt:
a) die Banalität
b) die Tips, wie zu reagieren ist.
Assange sieht das als ‘conspiracy der Mächtigen’.
Was sollte daran falsch sein?
im kantischen Verstaendnis nichts…..
Politiker und Diplomaten sind Menschen. Und Menschliches Zusammenleben basiert darauf, dass wir Lügen und Dinge geheim halten.
Oder sagst du einem Verhandlungspartner zuerst einmal, dass er ein Idiot ist, wenn es stimmt? Selbstverständlich informiert man sich vorher über den anderen, es ist schliesslich Aufgabe der Politik in unserem besten Interesse zu handeln und das geht nur, wenn man sich vorher ordentlich über den Verhandlungspartner informiert.
Und natürlich müssen diese Einschätzungen dann auch geheim gehalten werden.
Solche Diplomatischen Depeschen zu veröffentlichen halte ich für falsch und ich denke, dass dadurch leicht sehr viel Schaden angerichtet werden kann. Dazu braucht es nur einen eitlen Regierungschef, der sich beleidigt fühlt.
eventuell ist der fehler den wikileaks gemacht hat, der, daß sie nur ausgewählte zeitungen überlassen, was wann und wie veröffentlicht wird.
sie hätten alles mit einem mal selbst veröffentlichen sollen.
warum das so gemacht wurde weiß ich nicht. ich denke aber dieser umstand trägt dazu bei das jetzt diese diskussion aufkommt.
Hätten Sie alles auf einmal irgendwo veröffentlicht, wäre die Wirkung nicht annährend so mächtig, wie sie es ist.
Die Taktik, die bürgerlichen Medienkonzerne selbst das nationale Geschrei gegeneinander anzuzetteln, und die lokalen politisch kapitalistischen Konkurrenten aufeinander zu jagen, war schon richtig.
Aus diesem Grund gehen die bürgerlichen Staaten wirklich von einem Informationskrieg.
Wikileaks lässt soweit ich weiß gewisse Personen die durch die Veröffentlichung gefährdet werden von den Zeitungen anonymisieren. Dafür brauchen sie sie, weil diesen Aufwand kann Wikileaks nicht selbst schultern. Auch schreiben die Zeitungen das sie gewisse ihrem ermessen nach zu brisante Informationen auch zurück halten. das hat glaube ich auch seine berechtigung.
Von welcher “mächtigen” Reaktion sprichst Du? Die einzige Reaktion, die ich sehe, ist eine panische Abwehrreaktion, die sich nur(!) auf Wikileaks aber nicht auf die Inhalte selbst bezieht.
Hallo SF,
weshalb hast Du Dich bisher mit keinem einzigen von wikileaks veröffentlichten Kabel knkret beschäftigt ?
Das Kabel zum Waffenhandel der ukrainischen Panzer anstatt US-Waffen im Zusammenhang der humanitären Katastrophe in Darfur ist kein Thema ?
Weil ich bisher kein einzigs Cable sonderlich relevant finde.
Nö
Nachdem ich den Spiegelfechter jetzt schon etwa 3 Jahre lese hab ich mich heute mal bewegt gefühlt einen Kommentar zu schreiben.
Und zwar stellt sich mir die Frage wie Wikileaks transparenter werden könnte, wie es gefordert wird. Das scheint mir nämlich nicht so offensichtlich.
Wenn ich wikileaks mal richtig verstehe läuft es ja so ab:
1. Jemand spielt wikileaks Informationen zu
2. Wikileaks versucht die Quelle zu verschleiern und prüft die Echtheit / Glaubwürdigkeit der Informationen, bzw. ob sie überhaupt veröffentlichungswürdig sind
3. Ausgewählte Zeitungen/Zeitschriften bekommen die Quellen zur Auswertung und Anonymisierung von zu schützenden Personen.
4. Die von der Zeitung/Zeitschrift überarbeiteten Quellen werden von Wikileaks veröffentlicht und die Zeitungen schreiben Artikel.
Also gibt es zwei offizielle Filter. Einmal bei 2. und einmal bei 4.
Unbestreitbar ist meiner Meinung nach, das die Personen die die Quellen bei Wikileaks zuerst zu Gesicht bekommen auf jedenfall geheim bleiben müssen, da sie ja der ideale Angriffspunkt wären um Wikileaks auszuhebeln. Aber auch andere bekannte Personen könnten leicht genutzt werden um zentrale Personen an Wikileaks auffliegen zu lassen.
Brauchbar wäre es vllt. die genauen Gründe zu veröffentlichen die entscheidend dafür sind was Wikileaks für veröffentlichungswürdig hält. Oder grobe Angaben was für Informationen dies nicht erfüllt haben. Aber viel mehr fällt mir nicht ein.
Assange scheint auch gewisse Prioritäten zu setzen was die Veröffentlichung angeht. Aber scheinbar eher in die Richtung das er sich vorallem für die “großen” Leaks interessiert, das meint wohl zumindest Daniel Domscheit-Berg, der sich aus Streit mit Assange zurückgezogen hat. Was uns ja bald einen ableger von Wikileaks bringen dürfte.
Also bisher mag ich Wikileaks und mit den Botschaftsdokumenten werden auch nicht nur die USA bloß gestellt. Mehr Transparenz wäre zwar schön, aber die möglichkeiten sind glaube ich eher begrenzt.
Das wissen wir nicht.
Das ist effektiv offen!
Und btr was möglich ist und was nicht:
“The proof is in the pudding”
In diesem Fall ist das leider lebensgefährlich.
Da verweise ich mal auf einen Insider.
der fehler den wikileaks gemacht hat, ist der, daß sie nur ausgewählte zeitungen überlassen, was wann und wie veröffentlicht wird.
sie hätten alles mit einem mal selbst veröffentlichen sollen.
warum das so gemacht wurde weiß ich nicht. ich denke aber dieser umstand trägt dazu bei das jetzt diese diskussion aufkommt.
wie kann man denn den jetzigen spiegel beauftragen dieses system zu kritisieren?
gehts um geld?
warum haben sie nicht alles mit einmal selbst veröffentlicht.
ist doch klar das diese zeitungen uns nur häppchenweise das bieten was eh niemand interessiert. und damit wikileaks diskredieren.
und wie gut das wikileaks tut, sieht man ja jetzt an dieser diskussion hier.
wie war eigentlich deine meinung zu wikileaks vor der letzten veröffentlichung, lieber jens?
Bis zu den Iraq-Files war meine Meinung – trotz aller (Dutroux) Fehler von Wikileaks in summa positiv. Sie war schon fast naiv positiv und ich bin damals mit meiner Meinung im persönlichen Gespräch mit Insidern auch angeeckt. Ich musste mich eines besseren belehren lassen.
Irgendwie stimmt da was nicht.
Die Kommentare beim Ersten,lesen sich wie die von hier…
http://meta.tagesschau.de/id/43426/haftbefehl-fuer-assange-liegt-vor
Oder bin ich nurwieder zu high. :-))
Ich lehne mich zurück und geniesse.
Ganz grosses Kino.
“”Die größten Verbrechen der Menschheit wurden nicht aus Bosheit, sondern in guter Absicht begangen.”"
Joop.
Heroin als Hustensaft….
http://www.zeit.de/2008/12/Heroin-Kasten
Mit der Chemotherapie fang ich jetzt garnicht erst an^^
Mlg
“Kontrollfreaks” gegen “Cyberanarchos”!
Eine durchaus treffende Beschreibung. In diesem Fall scheint ja wirklich die Vernunft in der Mitte zu liegen. Upps…. Diese Phrase zu äußern ist mir ja schon fast peinlich ;)
Mal zurück zum Thema. In erster Linie scheint mir in den Veröffentlichungen mehr Tratsch und Klatsch zu liegen. Irgendwie habe ich doch irgendwie gedacht es kommt noch mal was neues auf dem Tisch.
Deswegen finde ich die Haltung und Reaktion der Amerikaner völlig übertrieben. Genauso wie journalistische Übertreibungen Marke Ulrich Reitz, Chefreda der WAZ- (“übler Verrat”)
http://dnzs-politik.blog.de/2010/12/02/wikileaks-enthuellungen-waz-chef-reitz-stellt-abseits-10097574/
Ich glaube, dass viele Menschen, zuweilen auch ich, dazu tendieren mehr auf der Seite der Cyberanarchos zu stehen, weil sie die Regierungen schlicht nicht vertrauen. Die Menschen suchen m.E nach Instrumente um den Staat, der Auftragnehmer seiner Bürger/Innen, zu kontrollieren. Es ist doch der Eindruck entstanden, dass nicht die Bürger/Innen den Staat kontrollieren, sondern der Staat seine Bürgerinnen und Bürger.
Viele dachten mit WikiLeaks ein Instrument dafür zu bekommen oder es dafür zu benutzen.
Allerdings zweifel ich auch mittlerweile so ein bisserl daran. Und die Frage, die Wolf Schmidt (TAZ) bereits Mitte des Jahres gestellt hatte, bleibt auch heute völlig berechtigt. Wer kontrolliert eigentlich die Kontrolleure?
http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/die-rache-der-nerds/
Insofern finde ich den aufgezeigten Gegensatz von dir sehr gut und hilfreich für die Diskussion.
Allerdings bin ich nicht gegen die Veröffentlichungen.
Auf jeden Fall wird der Eindruck genährt, dass Regierungen (in diesem Fall die amerikanische Administration) im Inneren anders kommunizieren, als es dann draußen dargestellt wird.
Hmm die informationkrieg wurde doch nicht letzte Woche begonnen sondern er tobt schon des längeren.
Ich denk mal die wenigsten hier glauben doch das es bei den netz speren letzes jahr wirklich um kinderpornographie ginge sondern es war ein schritt in die richtung auch solche sachen zu unterbinden.
es nütz nicht viel wenn man wikileaks bei amazon rauschmeisst denn die möglichkeiten es zu veröffentlichen bestehen immer noch. wo versucht wird anzusetzen ist es der breiten öffentlichkeit eben diese vorzuenthalten.
wenn man wirklich will wird man diese mechanismen immer noch umgehen können doch die daraus vö Informationen werden schnell als VT abgetan.
ich kenne einige leute für die selbst seiten wie die nachdenkseiten als verschwörungstheorie abgetan werden. und damit mal schnell auf einer stuffe mit alex jones gestellt.
Der Anspruch der jornalistischen aufarbeitung ist zwar ehrenwert , aber was wird den von den meisten leuten dort für vollgenommen.
Es muss schon im Spiegel oder in der Welt stehen….alles andere ist nicht seriös.
Diese kommen aber ihrer eigentliche Aufgabe schon lange nicht mehr nach.
Wir befinden uns schon lange im krieg . wikileaks hat nur zurückgeschossen, und ja es verschärft den krieg aber einschrnkungen wären so oder so gekommen.
Stimmt das wirklich?
Meines Wissens hat Ecuador innerhalb von 24 Stunden seine Meinung darüber geändert, und es wurde anschliessend sogar verlautbart, dass niemals ein konkretes Angebot diesbezüglich vorlag.
So weit, so gut. Wann schreibst Du also über ACTA? Das Abkommen sieht es vor Usern nach 3 “Verstössen” den Internetzugang abzuschalten, und schafft somit die von Dir geforderte “Rechtsklarheit”. Laut der Aussage von Assange bei dem Chat mit Lesern, der für Guardian durchgeführt und dort veröffentlicht wurde, soll es ausgerechnet Wikileaks publik gemacht haben.
Daher die Frage: Würden wir sonst irgendetwas darüber wissen?
Viele, mit denen ich zu tun habe, wissen es übrigens immer noch nicht, weil die Medien genau diese Themen kaum mehr transportieren.
Genau hier liegt ja der Denkfehler. Wikileaks ist ja kein Monopoldienst für Whistleblower. Hätte der Whistleblower das Dokument nicht Wikileaks, sondern z.B. Lobbycontroll zur Verfügung gestellt, wäre es ebenfalls ans Licht gekommen.
Tschuldigung, Jens, aber da mußt du wohl noch mal genauer hinschauen, bei einigen *Fakten* hast du ziemlich daneben gehauen.
1.
Wo, bitte, verstößt Wikileaks gegen amerikanisches Recht?
Wikileaks hat keine Daten *gestohlen*, sondern nur veröffentlicht, das fällt unter Meinungsfreiheit *Gestohlen* hat sie höchstens der Private Manning, aber das stimmt ja auch nicht, weil, es ist ja nichts weg gekommen, sondern höchstens mehr geworden. Also hat er höchstens Geheimnisse ausgeplaudert, die allerdings 2.5 Millionen Menschen zugänglich waren. Und die Begründung, wie man so etwas geheim nennen kann, hätte ich gerne mal gelesen. Ich sehe es schon vor meinem geistigen Auge, wie ein amerikanischer Richter vor Lachen vom Stuhl fällt, wenn die Anklage das Wort “Geheim” erwähnt.
2.
Equador hat Assange kein Asyl angeboten, das scheint wohl ein geistiger Furz vom Außenminister gewesen zu sein.
3.
Intransparenz. Du nennst es intransparent, daß alle Cables veröffentlicht werden. Im Gegentum, *DAS* ist Transparenz, Wikileaks filtert eben nicht/(kaum), sonder veröffentlichen, was sie haben. Daß Wikileaks, und nachfolgend Spiegel und Guardian filtern und versuchen, den Schaden so gering wie möglich zu halten, finde ich gut. Aber wenn Wikileaks filtern würde, und nicht alles an die veröffentlichen Zeitungen geben würde, das würde ich intransparent nennen.
4.
Amazon und PayPal und die Schweizer Post Financial Service
“Beides sind US-Konzerne, die in den Wikileaks-Veröffentlichungen mit Recht eine Verletzung ihrer Nutzungsbedingungen sehen.” und die Schweizer.
Lustig dabei ist nur, warum sie vor cablegate gerne die Gebühren von Wikileaks für Hosting und Spenden/Überweisungen kassiert haben, aber jetzt auf einmal Probleme sehen.
Wieso ist das denen nicht vorher aufgefallen? Z.B. bei der Kontoeröffnung bei der Schweizer Post? Z.B. bei der Einrichtung von Wikileaks auf Amazon-Servern, bei Einrichtung des PayPal-Accounts für WikiLeaks? Warum verstößt das jetzt gegen deren Geschäftsbedingungen und vorher nicht? Mein Kritikpunkt ist, daß du es in obigen Zitat als “ihr Recht” bezeichnest, die Accounts von Wikileaks zu sperren.
Und in eigener Sache:
Die sogenannte Hackerethik ist schlicht und ergreifend Schrott, und gehört, wie so viele Sachen, wie z.B. der Kommunismus, in seiner Zeit betrachtet.
Wer damals mit dem Datenklo auf Datenreisen ging, hatte ganz andere Vorstellungen von Freiheit, als Leute, die heute per DSL im Web surfen. Und es gibt heute ganz andere Möglichkeiten mit der EDV, tschuldigung, IT, die es damals nicht gab, z.B. die Menge von Daten, die heutzutage erhoben/gespeichert wird. Wer hatte z.B. 1980 an Bonus/Treue-Cards gedacht, wo jeder Einkauf protokolliert wird?
Von daher würde ich solche Sprüche oder Pamphlete von 1980 getrost in die Tonne treten.
Sie haben sich überlebt.
Die Veröffentlichung von Material, das als “Secret” klassifiziert ist, ist auch in den USA rechtswidrig.
Und?
WO sind denn die Cables? Ich sehe sie nicht ;-)
Quatsch. Natürlich entscheidet WL darüber, welche Informationen veröffentlicht werden und welche nicht. Durch die Veröffentlichung der drei großen Dokumentreihen fehlte WL übrigens die Manpower die vielen anderen Leaks aufzuarbeiten.
Genau darum – und aus anderen Gründen – kritisiere ich das ja auch.
Yep!
1984 konnten jedoch selbst Visionäre nicht ahnen, welche Konsequenzen sich in der Zukunft aus diesem Anspruch ergeben würden.
> Die Veröffentlichung von Material, das als “Secret” klassifiziert
> ist, ist auch in den USA rechtswidrig.
Eben nicht. Die Weitergabe ist illegal (und Brad Manning rechtskonform im Knast). Die Veröffentlichung des Weitergegebenen nicht.
Meiner Zählung nach haben Dich mittlerweile sechs Kommentare (darunter mein eigener) darauf hingewiesen, dass diese Behauptung so völlig falsch ist. Dabei wurden als Beleg eine ganze Reihe verschiedenener Links angeführt.
Ich lege noch mal zwei drauf:
1. Politico (die Hauspostille des DC-Establishments)
2. Legal As She Is Spoke
Insbesondere der Hinweis auf den Fall Daniel Ellsberg/Pentagon Papers (Kommentar #48) ist hier lehrreich.
In Deutschland, Frankreich, und Australien sieht es wohl ähnlich aus – in keinem Fall konnte bisher konkret und schlüssig dargelegt werden, gegen welche nationalen Gesetze WikiLeaks verstossen haben soll.
Leider bist Du bisher auf keinen dieser Einwände eingegangen. Stattdessen wiederholst Du Deine Behauptung, ohne diese auch nur im Geringsten belegen zu können.
Ich denke, es ist für jeden offensichtlich, dass Du hier jegliche Glaubwürdigkeit auf dem Altar Deiner Anti-WikiLeaks-Agenda opferst. Für meinen Teil sehe ich jedenfalls keinen Grund, an dieser Stelle weiter meine Zeit zu verschwenden.
“Dass Wikileaks mit der Veröffentlichung der Depeschen gegen US-amerikanisches Recht verstoßen hat, ist unumstritten.”
Das ist eben nicht wahr. Das Veroeffentlichen der Informationen ist nicht illegal. Vgl. den Fall von Daniel Ellsberg.
siehe zb hier:
http://antiwar.com/radio/2010/11/02/daniel-ellsberg-10/
und
http://www.salon.com/news/opinion/glenn_greenwald/2010/12/06/wikileaks/index.html
Mein bescheidener Beitrag zu später Stunde:
Ich schwimme da mit Ken Jebsen auf einer Welle.
Neue Details:
http://my.firedoglake.com/kirkmurphy/2010/12/04/assanges-chief-accuser-has-her-own-history-with-us-funded-anti-castro-groups-one-of-which-has-cia-ties/
Sehr brav !
Die Sichtweise der Aufsichtsbehörden und ihrer Multiplikatoren in den Medien nochmal in einem eigenen ‘unkonventionellen’ Standpunkt wiedergekaut,, dabei keine noch so alberne Vorhaltungen (‘ginge es jedoch nach den “Cyberanarchos”, werden wir 2020 mühelos im Netz auch Kranken- und Steuerakten sowie Nacktfotos unserer Nachbarn finden’) auslassend. ..
Der Vorwurf, WL sei intransparent, ist absurd. Verdunkelung ist angesichts der zu erwartenden und inzwischen eingetretenen Repression primäre Arbeits- und auch Überlebensbedingung, sowohl für die Akteure wie deren Zuträger. ..
Die geistreiche Belehrung, die grössten Verbrechen der Menscheit – zB Ausschwitz,- seien aus guter Absicht erfolgt, ist alles andere als deren sachliche Bestimmung und verdankt sich lediglich der Tatsache, dass selbst die übelste Sorte Mensch ohne Moral nicht auskommt. Diese Sentence auf Assange anzuwenden, einem Individuum, welches global für vogelfrei erklärt wurde, ist nur perfid zu nennen (wie es einige ja schon angedeutet haben)….
Machthaber benötigen ganz offensichtlich die Pflege des Scheins, ihr vorgeblich alternativloses Tun entspringe einem legitimen Grund und bewege sich im Rahmen der selbstgegossenen Maßstäbe und Gesetze. Und zwar gerade auch dann, wenn dem tatsächlich nicht so ist. Eine Plattform wie WL arbeitet an der Dekonstruktion dieses Scheines und macht die mit diesem verbundene Täuschung für jedermann sichtbar. Dies muss nicht bedeuten, dass die Machthaber ihre Zwecke streichen. Aber es wird deutlich schwerer werden, einen hinreichenden Konsensus zu erzeugen. Was wäre geschehen, wenn die Lüge über Saddams Massenvernichtungswaffen beizeiten aufgeflogen wäre ?
Wenn es denn einen Cyberkrieg geben sollte, werde ich mich jedenfalls nicht an der Seite von Welt am Sonntag oder SF in das Kampfgetümmel stürzen !.
Volle Zustimmung
Gruß
H. Müller
wäre ja gut, wenn die Qualität der WL Informationen so etwas beinhalten würden. Tun sie das überhaupt?
Jens ich bin enttäuscht…so zurückzurudern ist interessant…
wer soll diese Aufgaben denn übernehmen, wenn es sonst keiner mehr macht?
braucht es dann nicht schonungslose Offenheit, auch wenn es weh tut? In Wirklichkeit wissen doch viele, daß vieles nur auf Lügen aufgebaut ist, nur ist es an der Zeit, daß die Versäumnisse der Journaillie nachjustiert werden.
Und mal wieder ein Tiefpunkt beim Spiegelfechter – können ja nicht alle Artikel gut sein.
Nichts gegen Kritik an Wikileaks, aber das Argument, daß Wikileaks schlecht sei, weil es den USA und anderen Staaten ein Argument liefern würde, Gesetze zu verschärfen, ist an Lächerlichkeit wohl nicht zu überbieten. Als wenn die USA oder sonst ein Staat nicht immer ein Argument finden würden, um Sicherheitsgesetze zu verschärfen – notfalls hat dann halt wieder jemand WMD im Keller versteckt.
Solange die “vierte Gewalt” so massiv versagt, ist eine Plattform wie Wikileaks mehr als nötig. Und da Wikileaks bis jetzt noch keine Krankenakten von irgendjemand veröffentlicht hat, halte ich es auch für unzulässig, daß Du das, selbst in überspitzter Form, überhaupt im Artikel bringst.
@ SwENSkE
Bin eigentlich auch Deiner Meinung.
Habe aber, ein kleines Problemchen mit dieser Frage.
Der “vierten Gewalt” können wir nicht (mehr) trauen, das stimmt.
Das Problem ist, wie viel Wahrheit in der ganzen Information von Wikileaks drinsteht ?
Brauchen wir denn noch einen Lügner ?
Was ist wenn die Geheimdienste seine “Enthüllungen” absichtlichtlich (Willkommen in Informationskrieg) mit diversen Desinformationen verdünt haben und Assange weiß nichts davon ?
Ich hatte das “Glück”, in den letzten paar Tagen, einiges über die russische Politiker (Putin, Medwedew, Serdjukow etc.) aus Wikileaks zu lesen.
Man hat irgendwie das Gefühl, irgendjemand würde versuchen diese Politiker aufeinander zu hetzen.
Ich bin übrigens nicht der Einzige, der dieses komische Gefühl hat.
In Russland findet zur Zeit eine rege Diskussion darüber statt.
Dieser http://www.segodnia.ru/index.php?pgid=2&partid=41&newsid=13051 ex-KGB-Mann hat auch dieses Thema angesprochen.
Du verwechselst Wikileaks mit Whistleblowern. Natürlich sind Whistleblower nötig. Natürlich sind auch Plattformen nötig, über die Whistleblower ihr Material veröffentlichen können. Das heißt aber nicht, dass dies zwingend Wikileaks mit all seinen Fehlern sein muss.
Ach, und die andere Plattformen hätten dann keine Fehler?
Mach Dich nicht lächerlich, Jens. Wikileaks mag’ seine Fehler haben, aber das Konzept ist einzigartig und gab es in dieser Form vorher nicht. Und ich habe gar nichts verwechselt.
Der große Unterschied zu “whistleblowing” an Zeitungen oder Magazine ist hier, daß ich a) die Quellen selbst anschauen kann (und so kontrollieren ob die Schere im Kopf beim investigativen Journalisten nicht zu viel geschnippelt hat) und b) auch Dokumente an die Öffentlichkeit gelangen, die keine Zeitung auch nur mit Gummihandschuhen anfassen würde.
Und das ist mir die paar Fehler, die wikileaks hat, allemal wert.
@ Truvor
Die Gefahr, daß falsche bzw. gar von Geheimdiensten lancierte Infos über eine Plattform wie wikileaks an die Öffentlichkeit geraten, besteht immer. Das Risiko gehe ich aber gerne ein – bis jetzt ist es noch nicht passiert.
Dieses Risiko besteht aber griundsätzlich. Auch Zeitungen sitzen oft genug Enten auf – da brauch’s nicht mal den Geheimdienst ;).
Doch, jeder macht Fehler – das ist menschlich.
Natürlich war das Konzept einzigartig. Ich sehe aber die Gefahr, dass es durch den Egotrip eines JA zerstört wird. Und da bin ich beileibt nicht alleine.
Mein Gott, ich will WL ja auch nicht verbieten. Ich hoffe nur inständig, dass WL sein Konzept überdenkt, transparenter wird und der Netzgemeinde zuverlässigere und relevantere Informationen zur Verfügung stellt.
Die Absplitterung um u.a. Domscheit-Berg ist bestimmt ein Schritt in diese Richtung. Man muss Assange nicht toll finden, aber da findet gerade eine Hexenjagt statt und er ist das Opfer. Ich sehe es da genau wie SwENSkE: trotz dieser Fehler ist Wikileaks momentan einzigartig und unterstützenswert. Solange es nix besseres gibt, ist es das beste.
Ich bin da recht zuversichtlich ;-)
Sehe ich ähnlich – aber dennoch sollte man Fehler aufzeigen können und dürfen.
Hier muss ich energisch widersprechen: Das Wort “should” lässt durchaus Spielraum offen; absolut wäre “must”. Daher kann Wikileaks auch Informationen zurückhalten, ohne diesen Kodex zu missachten. Dass dies allerdings völlig intransparent geschieht, ist nun auch wieder wahr. Niemand ist perfekt, leider…
LG Jan
Was soll eigentlich dieses Assange-Bashing?!
Ich finde, hier lehnen sich ganz schön viele Leute ziemlich weit aus dem Fenster.
Ist hier wirklich einer unter euch, der über das technische KnowHow, das Network, die Fremdsprachenkenntnisse, die Connections, den Freundeskreis, den Habitus in internationaler Politik, das Geld, die freie Zeit und DAS bessere Konzept verfügt, dass er mit Fug und Recht von sich sagen könnte, man hätte die Cablegate-DVD, anstatt ‘Wikileaks‘ oder dem ‘SPIEGEL‘, mal lieber ihm schicken sollen?
Na, dann los! Zeigt euch, Freiwillige vor!?
Das Problem mit Leuten wie Ihnen ist, dass Sie es sich immer NUR leicht machen wollen. Werden Konzepte komplexer, muss man sich durch sie hindurcharbeiten, dann “können” sie ja nicht -gut- oder sogar -sehr gut- sein.
Assange und seine Leute sind Spinner die diktatorisch die Souveräne aller betroffenen Staaten entmündigen. Es spielt dabei keine Rolle ab diese Bürger ansonsten mündig wären bzw. sind, oder eben auch nicht.
Das ist eine Form der Machtergreifung die gänzlich inakzeptabel ist. Wer dies toleriert, akzeptiert auch das Faustrecht als SEINE Rechtsgrundlage. Und da spiele ich den Ball gerne zurück: Wer meint das Faustrecht toll sei, der kann sich von mir persönlich “handfest” davon überzeugen lassen wie dumm diese Grundeinstellung schlussendlich sein muss. Denn da ist immer Einer der ist stärker als du!
Assange und Co. haben ihren Stärkeren längst gefunden. Da jammert der Pausenhofschläger darüber von nem größeren verprügelt worden zu sein. Wie genial!
Warum sollte etwas Komplexes nicht “gut” oder “sehr gut” sein können? Dieser Absatz ist grammatikalisch etwas unglücklich.
Keine Sorge, ich habe keinerlei Probleme, mich durch etwas Komplexes hindurchzuarbeiten. Wie war Ihr Konzept nochmal?
“Spinner”, “diktatorisch”, “entmündigen”, “Machtergreifung”, “gänzlich inakzeptabel” …oO( ?? )
Geht’s vielleicht etwas sachlicher und mit weniger Superlativen? :)
Das sind ja alles bloß ziemlich großkotzige Ad-hoc Behauptungen. Würden Sie die jetzt auch mal begründen?! Oder wollen “Sie es sich immer NUR leicht machen”?
So hat man lediglich den Eindruck, in der Gestalt von Wikileaks sei Ihnen jetzt der wahre Anti-Christ erschienen.
Lächerlich!
Sie werden lachen, aber gegenüber einem Schläger, halte ich “das Faustrecht” für die beste “Rechtsgrundlage” überhaupt. Oder glauben Sie, das sieht die deutsche Polizei anders?
Zunächst einmal sei festgestellt das unser Konzept tatsächlich sehr gut ist, nur eben auch extrem komplex :-)
Und zu Assange und seine Kumpels fallen mir auch nurmehr Superlative ein, weil seine selbst ernannten Verteidiger eben dieses unternehmen. eine Person und ihr Konzept, wenn es denn überhaupt existiert, per se auf ein Sieger-Podest zu stelle ohne gesondert zu fragen: “Was will der,wollen die und wer wollte das denn überhaupt, was der/die wem auch immer gibt/geben?”
Schon vor einem Jahr habe ich in Bezug auf Wikileaks (siehe Kommentar weiter oben), die Prognose aufgestellt, dass die Orgastruktur zu undurchsichtig und das Projekt an und für sich “vor seiner Zeit”, über das Knie gebrochen wurde.
Ich bin tatsächlich ein Freund davon öffentliche Daten zu nutzen und private Daten zu schützen. Der CCC hält daran kein Patent. Jeder darf und sollte so denken.
Doch die sog. Netzgemeide sollte endlich lernen, dass es hierzu einer ordentlichen ORgastruktur bedarf. Einer Struktur wohl gemerkt die nicht genau die gleichen Fehler produzieren wird, wie die längst vorhandenen.
Und was das Bsp. mit dem Schläger betrifft. Tut mir leid, aber Notwehr und eine tätlicher Angriff sind zwei verschiedene Paar Schuh, die nicht durcheinander gewürfelt werden sollten.
Bezogen auf unsere nette Trachtengruppe verweigere ich hier in der Öffentlichkeit die Aussage :-)
Das einzige Argument, dass ich bisher bei Ihnen ausmachen kann, ist: Wikileaks sei zu voreilig, es bräuchte mehr Zeit, bessere Orgastrukturen aufzubauen. Naja, geschenkt … Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.
& das kann man natürlich genauso umgekehrt sehen: Wikileaks ist zu langsam. Wenn es solche Leaks wie jetzt, bereits vor der Offensive der US Armee im Irak gegeben hätte, hätte man mit öffentlichem Druck womöglich den unsinnigen Tod vieler Unschuldiger verhindern können.
Ok, Jens schlägt “Lobbycontrol” vor, meinetwegen auch “transparency international” oder “Amnesty”. So what, ich hab auch noch nie gehört, dass jmd. von Wikileaks behauptet hätte, denen solle man nichts zuschustern.
Falls diesen Organisationen einmal so heiße Ware angeboten wird, werden wir vielleicht erleben, ob sie in der Lage sind, es besser zu machen als Wikileaks. Niemand fände das schlimm.
Vielleicht wurde sie ihnen auch angeboten, aber sie haben gekniffen, und wir werden nie etwas davon erfahren ;)
Das alles hat nichts damit zu tun: Assange unkritisch auf ein “Sieger-Podest” zu stellen, oder quasi heilig zu sprechen.
Aber er ist eben auch nicht Hitler, der Begriff “Machtergreifung” und diese Formen des “Assange-Bashing” halte ich daher für völlig unangebracht.
Die Antwort passt nicht mehr, daher so:
Zu Assange selbst: http://www.tagesspiegel.de/medien/digitale-welt/maerchenstunde-mit-julian-assange/1909774.html
Und zum Begriff der Machtergreifung. Dem ist eben so. Auf diesem Gebiet machen Assange und Co. nichts anderes als Google. Sie ergreifen die Macht über einen bestimmten Sektor der Informationslandschaft und kultiviren diesen nach gut dünken. Da die Masse der Technik affinen Netzbevölkerung weiss, männlich ledig und um die dreissig ist, sieht diese das auch dem entsprechend unkritisch. Hier fehlt z.B. häufig genug das Wissen warum wir hier in D so einen Buhai um den Datenschutz machen. Steht hier auch irgendwo in den Kommentaren. Allen die das nicht begreifen können oder wollen rate ich immer einen Besuch im KZ ihrer Wahl an. Das kann nämlich auch dabei herauskommen wenn man die Daten der Menschen schön akribisch ansammelt.
Die Welt ist eben in vielerlei Hinsicht sehr viel komplexer als die “Netzfutzis” sich das so im allgemeinen oder sogar im speziellen vorstellt.
Sicher brauchen wir ein “Gegengewicht”, wenn es Menschen in Machtpositionen gibt, die eben dieses ausnutzen. Aber das WIE ist eben sehr viel entscheidender, als das DAS.
Da passt dann die Frage: Wer hat bei dem Bespitzelungsskandalen der T-Kom all die Datenbanken programmiert, auf denen die Massen an Überwachungsdaten gesammelt und geordnet wurden? Etwa die Manager, oder doch eher die super tollen “Lobbykontroll” und “Piratenschwachmaten” von IT’lern die keinerlei soziale Kompetenz besitzen von der irgend jemand wüsste?
Aber egal,…
Den Artikel kenne ich natürlich bereits. Ach was, J. Assange ist also doch nicht der Messias?! Da bin jetzt aber überrascht :)
Noch darf ich ja wohl noch selbst entscheiden, welche Suchmaschine ich benutze, oder bei welcher Plattform ich was veröffentlichen will. Wenn Google erfolgreich ist und bleibt, dann wohl eher wg. der Bequemlichkeit der Konsumenten, und nicht weil Google sich “ermächtigt” hat.
Na, dann sind wir uns doch einig. Was war nochmal das Problem mit Leuten wie mir? *fg
Genau. Wie? WIE sollte man es denn besser machen als Wikileaks?
Die Antwort auf diese Frage, bleiben Sie mir jetzt schon seit drei Kommentaren schuldig.
Tja….mal so gefragt: Wann bricht die EU die diplomatischen Beziehungen zu den USA ab? Dieses Land bzw. deren Regierungen erfüllen schon lange nicht mehr die Normen der “westlichen Wertegemeinschaft”. ;-))
OT
Warum werden neue Kommentare nicht unten angefügt, sondern unchronologisch irgendwo zwischendrin eingefügt?
Frag ich mich auch gerade. :)
Was mich so an der Sache stört ist, dass ausgerechnet die internationale Diplomatie so sabotiert wird. Dabei ist die doch wirklich wichtig und hilfreich für uns alle.
Der einzige Grund, warum wir hier alle sitzen ist, weil die Kubakrise 1962 mittels Geheim-Diplomatie (mit Betonung auf geheim) gelöst werden konnte und alle Beteiligten darauf vertrauen konnten, dass diese Vereinbarungen (Abzug der US-Atomraketen aus der Türkei gegen Abzug der SU-Raketen aus Kuba) auch geheim bleiben. Nur als altes, aber treffendes, Extrembeispiel.
Jetzt, gerade heute, wäre so etwas vielleicht nicht mehr möglich und wir würden alle im nuklearen Feuer sterben, wenn nur einer falsch hustet. :-)
Vielleicht nicht wir, aber vielleicht Menschen in Korea oder im Nahen-Osten z. B..
Und nur deshalb, weil so Deppen ihre “Alle-Informationen-müssen-frei-sein-ohne-Rücksicht-auf-Verluste-Spinnereien” durchsetzen wollen, ohne mich oder uns erstmal zu fragen.
Und daher Zweifel daran bestehen, dass selbst solche Vereinbarungen, die befriedend wirken, wirklich geheim bleiben und deshalb nicht getroffen werden, selbst wenn man eine noch so hohe Geheimhaltungsstufe zusichert.
@Sukram71 #57,
halte das für problematisch.
Gabs nicht kürzlich die Debatte um die Nazivergangenheit unserer Damen und Herren Diplomaten?
Das war einige Jahrzehnte lang ihr schnuckliges Geheimnis.
Schon wieder down the memory hole.
Neue Sau ‘Assange’ im Dorf. Altes Vorurteil.
Die klassische Denke ist doch die: “Wer ein Geheimnis für sich (bzw die ‘ingroup’) behält, ist strategisch im Vorteil”. =Herrschaftswissen.
Assange versucht gerade diese Denke in seinen Thesenpapieren, die ich oben irgendwo zitiert habe, aufzubrechen.
Ob das gelingen kann, ist eine andere Frage.
Aber mit Denkreflexen wie ein Pavlovscher Hund zu reagieren, ist auch nicht hilfreich.
Da könnte ich ja gleich den status quo verteidigen.
Mit Geheimdiplomatie, Geheimdiensten, hitmen, gezielten Tötungen etc.
Als Zyniker sagt man dann: “So ist die Welt”
Danke, dass wir darüber gesprochen haben.
Ich ziehe mich wieder in meinen Frust (=Arbeit) zurück.
Das 1. und 2. ja bzw. mit Einschränkungen.
Das 3. und 4. Nein. Das war aber auch alles vorher bekannt.
Nein, als Realist, der die Welt verändern will, sollte man die Welt kennen und Realitäten berücksichtigen.
Jetzt beisst Du Dir aber in den Allerwertesten!
Genau um dieses ‘Kennen’ geht es doch!
Und das wird Dir vorenthalten!
Und dann wird gesagt: Ja, wenn jeder das weiss, bricht die Welt zusammen.
Putzig das.
In den Diplomatendepeschen steht aber wirklich nichts, was man nicht auch vorher wusste, oder sich zumindest so gedacht hat.
Im Grunde zeigen diese Depeschen nur, dass die Welt in etwa so ist, wie man sich die auch vorgestellt hat und wie es in der Zeitung steht.
Und dass Diplomaten und Politiker hinter den Kulissen (gottseidank) genau so Klartext reden, wie du und ich.
Und soweit diese Depeschen echte Skandale aufdecken, hätte man diese Teile ja auch veröffentlichen können, den Rest aber nicht.
Realität ist: Diplomatie ist so wichtig, dass man diese nicht fahrlässig, ohne sehr guten Grund, sabotieren sollte. Das meiste davon steht sowieso, auch ohne Wikileaks, in der Zeitung.
Danke Sukram, endlich mal ein Licht im Kommentarnebel ;-)
@Sukram
Ja, aber vorher hätte so etwas als ‘Linke Spinnerei’ o.ä. abgetan werden können, jetzt aber hat es quasi einen ‘bewiesen’ Status. Wenn Wikileaks morgen Merkels geheimen Atomverträge leakt, worin dann von Gutachten berichtet werden wird, die erhebliche Gefahrenpotentiale der Laufzeitverlängerung aufzählen, aber aus politischen Gründen zurückgehalten wurden, hätten Dir das auch diverse Leute/Gruppen vorher sagen können. Und deshalb wäre so ein Leak auch langweilig und unnötig oder wie versteh ich das jetzt ?
Aber von wem denn? Ich wüßte nicht, dass z.B. Hersh jemals als “linker Spinner” abgetan wurde.
Nein. Denn die interessante Information dieses “Gutachtens” wäre nicht, dass es diese Gefahren gibt, sondern das Merkel sie schriftlich vorliegen hatte. Das ist schon ein Unterschied.
Genau das war, was ich sagen wollte :-)
Danke für den Hinweis in der SZ. Dennoch staune ich nur noch Bauklötzer…;-)
Das ist aber ein komisches Argument, denn die Geheimdienste waren ein maßgeblicher Grund dafür, dass es erst zum atomaren Wettrüsten im allgemeinen und zur Kuba-Krise im speziellen gekommen ist. Du argumentierst hier genau so wie die Automobil-Industrie, die sich als Helden und Retter der Wälder aufspielt, weil sie ein paar Fahrzeuge entwicklt hat, die etwas weniger verbrauchen. Außerdem sind die geleakten Cables lange nicht so geheim, wie das von Dir angeführte Beispiel.
Nein, der “Wettstreit der Systeme” war der Grund für das Wettrüsten im Kalten Krieg. Und das gegenseitige Misstrauen über den Stand der Rüstung, weil keiner wusste, was der andere macht. In den 1950ern war eine Paranoia.
Erst als die Geheimdienste Überwachungssatelliten installiert haben, konnten Diplomaten sowas wie Rüstungskontrolle vereinbaren. Weil erst dann Kontrolle möglich war.
Die Geheimdienste mit ihre Aufklärung per Satellit haben ganz entscheidend dazu beigetragen, Abrüstung und Rüstungskontrolle überhaupt erst möglich zu machen. ;-)
Das ist aber eine seltsame Argumentation. Was meinst Du damit konkret? Die “Leaks” in Los Alamos? Ein schönes Beispiel übrigens. Für mich hätten Fuchs und die Rosenbergs nicht die Todesstrafe, sondern den Friedensnobelpreis verdient da sie gezielt Informationen weitergegeben haben, ohne die u.U. die Welt nicht mehr existieren würde. Was wäre aber passiert, wenn sie die Informationen nicht nur der Sowjetunion, sondern allen zugänglich gemacht hätten? Würde es die Menschheit noch geben? Wer weiß?
Wohl war, aber dieser Leak ist doch nicht im Interesse der amerikanischen Geheimdienste gewesen, oder hab ich da was nicht verstanden ? Im Gegenteil, das rabiate vorgehen in diesem Fall ist auch der allgemeinen Kommunisten-Paranoia in dieser (McCarthy) Ära geschulded, und die ist ganz maßgeblich vom FBI angefacht worden.
Keinesfalls. So argumentiere ich auch nirgends. Ich schreibe (im Artikel) lediglich, dass sich WL nicht wundern sollte, wenn es nun Gegenwind aus den USA gibt. Aber ich denke mal, dass ist auch so beabsichtigt.
Sehr richtig. Aber Stalins Paranoia gegen alles wollen wir hier – der Ausgewogenheit halber – auch nicht vergessen ;-)
Da hast Du ein falsches Bild von mir, ich halte die Paranoia von dieser Seite für schlimmer, zumindest in ihren Auswirkungen. Von der Motivation her würde ich sagen bestehen da keine Unterschiede, Größenwahn auf beiden Seiten. Die westliche Seite musste sich halt mehr ‘demokratische Kontrolle’ gefallen lassen und hat daher wohl auch die ausgefeilteren Strategien zur Aushebelung selbiger entwickelt. Allerdings tendiere ich dazu, die Größe des Scheißhaufens an der Größe des Geldberges zu messen. Ich stelle die Stalinistische Paranoia allerdings nicht gerne heraus, da man sich damit hier im Forum viel Ärger einhandeln kann ^^
Bei der Nato-Übung Able Archer 83 war es ein russischer Doppelagent, der mit seinen Informationen höchstwahrscheinlich den Dritten Weltkrieg abgewendet hat. ^^
Geheimdienste tragen mit ihren Information eben auch regelmäßig dazu bei Missverständnisse zu verhindern. Sei es, wie man ein Rahmenprogramm beim Staatsbesuch einrichten muss (üppige Blondinen), oder wer in der Regierung eines anderen Landes die wirkliche Macht hat und daher der richtige Ansprechpartner ist.
@Sukram und @Spiegelfechter:
Die Geheimdienste haben mit dem ‘Export’ (und damit deren Entzug einer Gerichtsbarkeit) der Nazi-Wissenschaftler den Wettlauf erst initiiert. Es ist nachgewiesen, dass sowohl die russischen wie die amerikanischen Geheimdienste bewußt die eigenen Regierungen über die Möglichkeiten des Gegners getäuscht haben, um die eigene Position zu stärken (heißt: Gelder ‘freizumachen’). Man könnte soweit gehen, den kalten Krieg als ‘Wettstreit der Geheimdienste’ zu sehen. Das einzelne ‘Geheimdienstler’ auch ‘gute’ Sachen gemacht haben ist unbestreitbar. Aber gerade für die USA ist bekannt, wie weit der Arm der Geheimdienste bis in die Büros der Legislative hereinrichte, für die Russen kann man es anhand des Umfangs des Apparates nur erahnnen. Die Ansicht, die Geheimdienste hätten quasi ein ‘von Politikern (oder wem sonst?) initiiertes Wettrüsten’ mittels Aufklärung entschärft halte ich für absurd, das ist exakt das Pferd von hinten aufgezäumt.
Was war zuerst da, die Henne oder das Ei? ^^
Daraus kann man einfach nicht folgern, dass es in Zukunft keine vertrauliche Diplomatie oder Geheimdienste mehr geben soll.
Schon alleine deshalb, weil gar nicht immer alles öffentlich sein kann, selbst wenn man wollte. Nur aus rein praktischen Gründen.
Und weil das eben nicht alle auf der Welt so sehen, selbst wenn wir das so wollten.
Diese Geheim-Diplomatie hat eben auch schon oft genug die ganze Welt gerettet. Selbst Geheimdienste haben das. Ohne Geheimhaltung wäre das nicht möglich gewesen und wir würden hier allesamt nicht sitzen.
Ich erlaube mir lediglich, mal gepflegt darauf hinzuweisen. ^^
Vielleicht wäre es ja so, wenn allgemein bekannt wäre (bekannt im dem Sinne, dass es quasi ‘Gesetz’ wäre), dass die Demokratie nicht am Hindukusch verteidigt würde, sondern die Zugänge zum Öl und sonstigen Rohstoffen, dass die Bevölkerung unseres Landes diese Ausrichtung auf Dauer nicht gutheißen würde. Vielleicht würde sich auf lange Sicht ein Strategiewechsel einstellen, hin zu ‘wir sorgen in diesen Ländern für so gute Lebensbedingungen wie möglich und versuchen, dass diese Länder im selben Maße vom Handel mit uns abhängen wie wir von ihren Rohstoffen (oder den Zugängen dazu …).
Vielleicht.
Wir werden’s aber nie erfahren, solange die Motivation und die Strategien, die hier verfolgt werden, ‘vertraulich’ bleiben.
was war mit dem Beginn des ersten Weltkriegs ? dem Beginn des Vietnam Krieges ? welche Rolle haben die Geheimdienste da gespielt ??
Als Zyniker würde ich sage, dass die Geheimdienste im Falle der Kuba-Krise nicht ‘die ganze Welt’ gerettet haben, sondern lediglich ihren eigenen Arsch, der nämlich (zum Glück für uns) im Falle eines solchen Atomkriegs genau so verglüht wäre, wie meiner und Deiner (Na gut, die gab’s da noch nicht, meinen zumindest :-)…
@ drummy-b
Es kommt eh nicht so sehr darauf an, warum man etwas macht, sondern was man macht. Und das ist weitgehend bekannt.
Die Motivation ist sowieso bei jedem anders.
Ob etwas gut oder schlecht ist, kann doch nicht davon abhängen, wer von etwas auch einen Vorteil hat oder warum man etwas tut. Das hängt davon ab, was die Folgen für die Betroffenen sind.
Und ist etwas Wichtiges unbekannt, dann wäre es Aufgabe von Wikileaks das zu veröffentlichten. Nur schade, dass Wikileaks jetzt selbstverschuldet so unter Druck steht.
Das, was gemacht wird, ist aber genau so oft ‘Verschlußsache’ wie, warum es gemacht wird. Siehe hier auch die bewußt gefilterte Berichterstattung zum Thema Afghanistan. Außerdem kann man Dinge z.T. nur dann richtig einaornnen, wenn man das gewünschte Endergebnis kennt. Und in Bezug auf unsere Demokratie würde ich sagen, dass es extrem wichtig ist, warum man Dinge tut. Sonst könnten wir uns das Bundesverfassungsgericht auch gleich schenken.
Den Führungsstil von Assange mal beiseite gelassen, wieso denn ‘selbstverschuldet’ ??
Deshalb:
http://www.spiegelfechter.com/wordpress/4648/willkommen-im-informationskrieg#comment-93585
Na ja, soo schlecht sind die Cables nicht (siehe das Thema Klimagipfel),
und wir wissen ja noch nicht, was noch alles kommt. Außerdem ist es wichtig, dass Wikileaks eben nicht aussortiert (=zensiert).
Freiwillig ??? Wer sagt das.
geht aber bei WL voll an der Realität vorbei. Würd jetzt mal gerne was bei WL über interne Nordkoreanische Angriffspläne lesen, oder über pakistanische Unterlagen wo Osama bin Laden wohnt, oder amerikanische, wo das Grab von Osama Bin Laden liegt.
kann ich aber nicht. Steht nämlich nur unwichtiger Strunz drinne. Zu wenig Gefahr für die Staaten, ausreichendes Argument um das Netz weiter zu zensieren und die Sicherheitstechnik zu verschärfen. So schafft man sich Projektbudgets herbei ;-)
Nun ist aber die Frage warum macht die usa Assange zum osama bin laden der netzaktivisten ich glaube ich habe die frage schon mal gestellt aber so richtig einleuchten tut mir das nichts.
Während es noch ziemlich einfach ist ossama zum bösen zu machen.
Ist dieses doch bei Assange ungleich schwerer.
Zumal die anhänger dann nicht irgendwelche ominösen Moslems sind von denen man schon mal gehört hat aber nicht so richtig kennt. Sondern diese mitten unter uns sind.
Vielleicht weil Assange der Chef von Wikileaks ist und die USA wegen dem im Moment nicht mehr richtig diplomatisch arbeiten können und überall auf der Welt Schwierigkeiten haben? ^^
http://waschtrommler.de/2010/12/06/wikileaks-versus-nacktscanner/
So lange die meinen Pimmel auf den Flughäfen der Welt sehen wollen, so lange will ich denen auch aufs Maul schauen können.
dann kauf Dir eine Feigenblatt-Unterhose.
Das ist die Geheimdiplomatie des kleinen Mannes ;)
damits nicht so traurig ist:
USA vermuten, WikiLeaks ist im Besitz von Masseninformationswaffen
Übrigens ein schöner Artikel (waschtrommler)
Bist Du das?
Reschpekt!
Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich. Die Intention von Wikileaks ist wohl nicht die Veröffentlichung von Krankenakten, sondern das “Augenöffnen” einer Gesellschaft in den Industrienationen (Anm.: Im arabischen Raum wurde offenbar “nur” über die amerikanischen Peinlichkeiten an sich berichtet; sensiblere Infos/Interpretationen aus den Leaks kamen wie so oft von Bloggern). Immer weiter gleichgeschaltete Medien, die ihre Kommentare im Bundeskanzleramt in den Notizblock diktiert bekommen, berichten aüsserst wohlwollend über so ziemlich jedes Gesetz, das die Pharma-, Atom- und Autolobby (z. B. Abwrackprämie oder Winterreifenpflicht per Gesetz, jetzt, wo es Schaeffler/Continental auf Staats- [also Steuerzahler-]Kosten wieder besser geht, usw.) der Regierung über Dritte ins Gesetzbuch diktiert. Sowas muss -falls möglich- veröffentlicht werden. Aber nicht von Medien wie RTL (Bertelsmann, die mit SteffizuGutti und ihrem Zweikommafünf-Angestellten-Verein die Internetzensur anhand von Totschlagargumenten (sic!) anpreist, Hand-in-Hand mit einem, der misbilligen Kollegen eben solche KiPos untergejubelt haben soll), ProSieben/Sat1 (Leo-Kirch-Helmut-Kohl-Connection!), dem Roland-Koch-Gedächtnis-Sender mit wohlwollendem Intendaten ZDF oder der vielzitierten “Aktuellen Kamera” der ARD.
@Spiegelfechter: Deine Meinung bezüglich einer “mangelnden Transparenz” und einer vorausgehenden Aufarbeitung kann ich so nicht teilen. Vermutlich hat Wikileaks gar nicht die Manpower, dies alles in “vernünftiger” Zeit durchzuführen, folglich ist die komplette Veröffentlichung der logische Schritt. Eine “Vorzensur” (als provokantes Wort hier gesetzt ;-) ) würde vermutlich auch bei dir, sämtlichen Bloggern und Journalisten die Frage aufwerfen, was eben nicht veröffentlicht wurde, warum dies geschieht und wer daran ein Interesse haben könnte. Es ist ein Verhalten mit rigoroser Konsequenz: Wir veröffentlichen alles, was wir irgendwie kriegen können (freiwillig, wie ich anmerken will, keiner zwingt Angestellte des US-Militärs Akten zu klauen!), und die Journaille interpretiert.
Um das zu bewerten, bräuchten wir Informationen, die wir nicht haben. Es wäre ja interessant, zu wissen, wie viele Whistleblower-Informationen bei WL liegen, die nicht veröffentlicht wurden, weil WL sein ganzes Manpower über ein Jahr in die Manning-Sachen gesteckt hat. Die Frage muss dann lauten: Warum? Welchen Mehrwert haben diese Dokumente? Ich schrieb ja schon öfters, dass ich hier kaum einen Mehrwert sehe. Man kann von mir aus die Position vertreten, dass es besser sei, diese Dokumente zu veröffentlichen als sie nicht zu veröffentlichen. M.E. muss man diese Alternativen aber mit dem Hinweis ergänzen, dass durch diese Veröffentlichungen zig andere Sachen nicht veröffentlicht werden konnten und hier setzt dann auch die Kritik an. Natürlich kann diese Kritik nur vage sein, da ich diese Informationen nicht haben. Vielleicht findet sich ja bald ein Whistleblower, der der Welt aufzeigt, welche Dokumente WL nicht veröffentlicht hat ;-)
Ein Leak bei Wikileaks *kicher*…wäre interessant.
Du drehst Dich im Kreis.
Was nicht veröffentlicht wird:
Was durch den Doppelcheck der Quellen fällt.
So habe ich es jedenfalls in Erinnerung.
Jetzt kannst Du wieder fragen?
Was ist eine gecheckte ‘Quelle’?
Und was hat es mit dem unbedingten Schutz auf sich?
Ist das unproblematisch?
Natürlich nicht!
Wer spielt denn mit gezinkten Karten?
Wie zB im Fall Valery Plame.
So einen potentiell infiniten Regress aufzubrechen, lernt man hoffentlich im Journalismus.
Hier geht manches als ‘Realismus’ durch, was schon schlecht haltbar ist.
Süß, bist Du wirklich so leichtgläubig? Da sitzt WL nun ein geschlagenes Jahr an den Manning-Papieren und schafft es noch nicht einmal, diese Papiere ordentlich zu veröffentlichen und Du glaubst, parallel prüfe man auch noch geflissentlich den ganzen Rest? Das glaubst Du doch nicht wirklich?
Das hängt ja auch maßgeblich davon ab, wieviel Manpower Wikileaks zur Verfügung hat (und natürlich auch, inwieweit Sie diese Arbeit überhaupt ‘ungestört’ verrichten könnten). Wir haben es hier mit einer extrem assymetrischen Auseinandersetzung zu tun. Vielleicht würde Wikileaks ja die Papiere ‘ordentlich Veröffentlichen’, wenn sie einen ‘sicheren Ort’ und ausreichend Mittel hätten, das zu tun. Irgendwie argumentierst Du ziemlich konservativ…
Und Du argumentierst ziemlich hypothetisch – vielleicht, wenn, hätte … ;-)
WL hat nun einmal nicht die Mittel und die Manpower, der “sicherer Ort” spielt da m.E. keine gewichtige Rolle – Assange ist nicht WL.
Wenn Du meinst, es sei “konservativ”, sich auf die Gegebenheiten und nicht auf Idealvorstellungen zu beziehen, dann sei dem so. Ich habe schon schlimmere Vorwürfe bekommen.
Ich wundere mich eh, warum ich heute noch nicht als CIA-Agent oder Bilderberger enttarnt wurde … komisch das ;-)
beziehst Du Dich jetzt auf die 250k Diplomatenpost oder WL im allgemeinen?
Ich bezog mich auf letzteres. Und um den Stand von vor ein paar Jahren.
Da wars noch ziemlich windstill um WL, und hat nur ein paar Leute interessiert.
Bei 250k kann ich nicht dokumentweise checken.
Vielleicht Namen unkenntlich machen.
Es scheint ja eine gewisse Menge von mails zu geben, die brisanter als das bisherige sind.
Der Einsatz ist ja mittlerweile hoch. 50Jahre Haft (Manning) sind ja kein Pappenstiel.
Was Du jetzt aus welchen Gründen von WL forderst, ist mir nicht klar.
Sorry.
Also, für einen BilderBerger halte ich Dich eher nicht :-)
Aber auf der einen Seite forderst Du von Wikileaks, Verantwortung für die Veröffentlichungen zu übernehmen, auf der anderen Seite kritisierst du die ‘intransparente’ Veröffentlichungsweise über die Medien. Dabei kann man gerade das als Versuch werten, diese Verantwortung wahrzunehmen, ohne die nötigen Ressourcen dafür zu haben. Das ist imho eine typisch ‘konservative’ Argumentationsweise, indem man alle Handlungsalternativen als falsch brandmarkt.
schau dir doch einfach mal das video mit DDB an (unter 32 z.b. verlinkt) – er erklärt ausführlich wie das eigentlich mal laufen sollte und wie es sich dann entwickelte:
soll:
- keine bevorzugung von ‘großen veröffentlichungen vor ‘kleinen’
- beratungen was wie und wann veröffentlicht wird
- koordinierung der manpower etc.
ist:
- völlige intransparenz – nicht mal innerhalb der gruppe (dem harten kern wie DDB es nennt) weiß man warum was wann veröffentlicht wird und hauptsache groß muß die veröffentlichung sein (dokumeten-overkill quasi)
- keine organisation die die (natürlich) gesteigerte öffentlichkeitswirksamkeit auffängt, die vergrößerung der manpower, spendenaufkommen und deren verteilung, mehr dokumente etc.
- keine koordinierung der zuständigkeiten etc.pp.
das sind nur einige, aber imo bedeutsame punkte, die letztlich das bild zeichnen von einer WL die einen ‘großen chef’ hat und wo (außer diesem vielleicht) keiner weiß was der andere macht. das da sachen auf der strecke bleiben sollte klar sein, ebenso das da kraft verpufft und auch engagierte leute letztlich vor den kopf gestoßen werden und sicher noch mehr aussteigen werden. je größer so eine gruppe wird umso komplexer wird sie und umso mehr koordination braucht sie – wenn assange sich jetzt nicht mehr leitend um alles kümmern kann werden wohl auch die strukturen fehlen die arbeit vernünftig fortsetzen zu können usw. und so fort…
WL ist/war wichtig, aber nicht als einzelnes, sondern mehr als ‘stein des anstoßes’ – aber etwas wachsendes braucht auch zeit und struktur um ‘gut’ zu wachsen und da ist imo ordentlich was schief gelaufen, die auswirkungen werden wir in den kommenden wochen und monaten zu sehen kriegen.
Da geb ich Dir auch unumwunden Recht, aber ich glaube das ist so ein Problem des Threads hier, die Kritik am Fuhrungsstil Assanges im speziellen und die Diskussion um ‘Whistleblowing-Plattformen’ im Allgemeinen.
Aber man sollte Berücksichtigen, dass die geleakten Informationen genug potential haben, Leib und Leben der Informanten wie auch der Leaker zu gefährden und das das in Konflikt mit den von Dir unter ‘soll’ vermerkten Regeln stehen kann.
@drummy-b:
vollkommen richtig – aber gerade darüber hätte man sich bei WL vorher gedanken machen können und wie DDB sagt wurde das auch angesprochen aber scheinbar nicht weiter, bzw. nicht ausreichend verfolgt. strukturen schaffen und szenarien durchspielen um strategien zu entwickeln halt. dezentralisierung wäre hier ein stichwort, einbindungen von personen die fest und angesehen in der öffentlichkeit stehen und vieles mehr…
ich habe auch keine antwort auf die fragen, aber daß die offensichtlichen probleme nicht gesehen werden wollten (wohl auf assanges kappe gehend) ist halt ein problem das es in sich hat – die zeit wird zeigen wie dies jetzt zum problem für WL in speziellen und ähnlich projekte im allgemeinen wird.
einige Links
“The lawless Wild West attacks WikiLeaks”
http://www.salon.com/news/opinion/glenn_greenwald/2010/12/06/wikileaks/index.html
“Is WikiLeaks’ Julian Assange a Hero? Glenn Greenwald Debates Steven Aftergood of Secrecy News”
http://www.democracynow.org/2010/12/3/is_wikileaks_julian_assange_a_hero
Interessant, v.a. der Herr Aftergood.
Interessant finde ich auch die Artikel von Marschall und von Harald Schumann im Tagesspiegel.
Greenwald ist ein Musterbeispiel für sauberes Denken.
Schön das:
…
: “I think the man is a high-tech terrorist. He’s done an enormous damage to our country, and I think he needs to be prosecuted to the fullest extent of the law. And if that becomes a problem, we need to change the law.” As usual, when wielded by American authorities, the term “terrorist” means nothing more than: “those who impede or defy the will of the U.S. Government with any degree of efficacy.” Anyone who does that is, by definition, a Terrorist. And note McConnell’s typical, highly representative view that if someone he wants to punish isn’t a criminal under the law, then you just “change the law” to make him one.
…
sehe ich anders. Normalerweise schätze ich ihn ungemein, bei diesem Thema kommt allerdings die falsch verstandene “Online-Scheuklappe” durch ;-)
heut mögen wir uns aber garnicht ;)
kann ja mal passieren ;-)
Meine Lebensgefährtin und ich mögen uns manchmal auch nicht. Das ist normal *lach*
Eins sollte auch Linken klar sein:
Selbst die bewundernswerte U.S. of A. ist nicht frei von Fehlern. Nicht einmal in der Außenpolitik.
Nur sollte inzwischen auch klar sein, dass die US-Außenpolitik einer der transparentesten überhaupt ist. Nicht nur wegen Wikileaks. Auch ansonsten gibt es wohl keinen Staat der früher geheime Dokumente freiwillig veröffentlicht.
Gerade auch im Hinblick mehr oder weniger fragwürdiger Punkte wie z.B. Vietnam, eine nicht gerade freundliche Haltung gegenüber Don Salvador Allende Gossens und die Contra Unterstützung,
Also hier liegt Jens absolut richtig.
Ich würde sogar noch weiter gehen und sagen, selbst die “religiösen Verbrecher” sind davon überzeugt Gutes zu tun.
Bokatov
erst kommt eine Denkstruktur, dann werden daraus Verhaltensnormen abgeleitet, dann gibt es ‘Ziele’, die zu erreichen sind.
Das hat zunächst weder was mit ‘Bosheit’noch mit ‘guter Absicht’ zu tun.
Die ‘Absicht’ wird dann -historisch gesehen- ‘böse’, wenn die ‘Norm’ sich verschoben hat.
Ist normalerweise retrospektiv so.
zB Euthanasie, Rassenhygiene, Volk ohne Raum etc.
War alles mal ‘gut’.
Wer hat es dazu gemacht? Selbstverschuldete Unmündigkeit?
Meme werden (von wem?) erdacht, und dementsprechend wird gehandelt.
Lies mal Dennett oder Susan Blackmore.
(Bin kein Riesenfreund des Memkonzepts. Ist aber besser als nichts.)
Es geht darum, auf die Ursachen dieser Denkstrukturen und Motivationen zu kommen.
Damit rede ich keinem moralischen Relativismus das Wort.
Das sind zähe Probleme. Mit die zähsten, die ich kenne.
Die ‘gute Absicht’ ist Ausdruck des eigenen Weltbildes. Selbst der Mörder, der seine Frau (oder Mann) aus Eifersucht umbringt tut das nur, um die Ordnung in seinem Weltbild wiederherzustellen. Insofern ist eine ‘gute Absicht’ oft genug irreführend für die Beurteilung von Handlungen Anderer.
Aus dem kölschen Grunggesetz:
Dat Jegenteil vun joot es joot jemeint
yep,
um dieses Weltbild gehts.
Wie entstehts?
Wer bastelt dran rum?
Aus welchen Gründen?
Gut, dass mal ein Kant gelebt hat, der versucht hat, ein bisschen Ordnung in diesen Krusch zu bringen.
(Bleh, tags falsch verstanden und nicht geschlossen. Sorry. Und wegen Cookieverbot und NoScript ist Korrektur leider nicht mehr möglich… grummel.)
Schöner ausgewogener Artikel.
Man sollte wirklich nicht glauben, WikiLeaks würde keine Daten zurückhalten.
Natürlich wird auch von Assanges Mannen sehr wohl selektiert und damit gewissermaßen aufbereitet. Nur dazu stehen müssten sie noch.
a) Die unterschiedlichen Vorstellungen über die Zukunft des Netzes sind vielleicht nicht gänzlich vereinbar, aber man kann (und muss!) einen Kompromiss finden. Der CCC hat den Hackerethics z.B. den Passus “Öffentliche Daten nützen, private Daten schützen.” hinzugefügt – und in dieser Form würde ich ihn durchaus unterschreiben.
b) In diesem Fall Detroux scheint tatsächlich einiges schief gelaufen zu sein – da ich das ganze aber nicht wirklich verfolgt habe, maße ich mir hier kein Urteil an. Grundsätzlich hätte man in diesen Akten gewisse Daten unkenntlich machen müssen.
c) Wissen sie, ob das zurückhalten der Informationen in dem verschlüsselten Datenpaket nicht vielleicht sogar mit der Quelle abgesprochen ist o.Ä.? Grundsätzlich gestehe ich es dem Betreiber einer solchen Seite nämlich durchaus zu, sich abzusichern. Ganz zu schweigen davon, dass die angebliche Brisanz ebenso gut ein Bluff sein könnte.
d) Wenn die Plattform in erster Linie Informationen zu den USA erhält, wird sie auch in erster Linie Informationen zu den USA veröffentlichen. Nur weil es in China, im Iran oder in Nordkorea meines Wissens bisher keinen Fall Manning gegeben hat, heißt das ja nicht, dass man in einem solchen Fall nicht ebenso veröffentlichen würde. Assange mag eine kritische Haltung gegenüber den USA haben (vielleicht ganz gesund…), aber den Beweis, dass dies die Veröffentlichungspolitik bestimmt hat, habe ich noch nirgendwo gesehen.
e[!]) Gegen welches US-Gesetz hat Wikileaks denn verstoßen? Unstrittig ist da sicherlich nichts! Treason kann es nicht sein, da Assange kein US-Bürger ist und die Plattform ihren Sitz nicht in den USA hat. Und bei den gerne genannten Spionagesetzen ist so weit ich weiß keiner der Paragraphen völlig eindeutig erfüllt. Als Präzedenzfall sei übrigens die Veröffentlichung der Pentagon Papiere genannt, bei denen die Veröffentlicher (Zeitungen) auch nicht belangt wurden. Wäre die Veröffentlichung hier strafbar, hätte doch schon längst die NYT verklagt werden müssen, oder?
f) Glauben Sie ernsthaft, ohne kritische Veröffentlichungen würden die Freiheiten im Netz eher unbeeinträchtigt bestehen bleiben? Politischer Lobbyismus der Verwerterindustrie und Terrorwahn tun ihr Werk ohnehin – umso wichtiger wären kritische Veröffentlichungen, die jene belegen und vielleicht die öffentliche Meinung beeinflussen können.
Natürlich haben die USA ein Interesse daran, mit allen Mitteln gegen derartige Veröffentlichungen vorzugehen – und zu erwarten war es ebenfalls. Ist es deshalb in Ordnung?
Wenn sie auf der einen Seite von Privatpersonen die Einhaltung von ethischen und rechtlichen Grundsätzen einfordern, müssten sie es auf der anderen Seite von öffentlichen staatlichen Stellen umso mehr. Kein Mensch kann mir erzählen, dass ein internationaler Haftbefehl wegen einer wohl relativ haltlosen Anklage ohne Anzeige seitens der Opfer normal ist. Ganz abgesehen davon, dass die schwedische Gesetzgebung zu dem Thema ohnehin äußerst abstrus ist.
Und die Tatsache, dass heute eine Schweizer Bank den Julian Assange Defense Fund eingefroren hat, weil dieser keinen festen Wohnsitz habe, sollte wirklich JEDEM zu denken geben – Schweizer Banken horten seit Jahrzehnten standhaft X-Millionen an Vermögen von Mafia, Diktatoren, Kriegsverbrechern etc und jetzt das?
Dieses Maß an Einfluss, sollte KEIN Staat haben.
Ein weiterer Punkt, der sich im Zusammenhang auftut, ist der fehlende Kontext. Nur derjenige, der Einblick in alle Informationen hat, kann aus den einzelnen Informationen zufriedenstellende Schlüsse ziehen. Das ist dann natürlich die Aufgabe der Journalie (ich zähle Blogs übrigens dazu). Isolierte Depeschen oder auch isolierte Zeugenbefragungen (Dutroux) sind für sich genommen problematisch. Das ist idT ein weites Feld. Auch ich habe hier keine Patentantwort, wie eine Whistleblowerplattform da vorgehen sollte. Aber hier komme ich wieder auf meinen Kernpunkt – ohne Transparenz (in den Strukturen und nicht bei den Informationen!) kann man das auch nicht ernsthaft diskutieren.
ja aber die Einbettung in einen Kontext…beinhaltet auch immer die Gefahr der Beeinflussung ….
Ausserdem kann ja auch die journalie , das alles ja immer noch in einen kontext setzten …so kann aber jeder noch mal nachschaunen ob es richtig wiedergeben wird oder ob nicht teile weggelassen wurde die u.U nen ganz anderes bild auf die Sache werfen.
Ich nenne da mal ein konkretes Beispiel: Nehmen wir diesen Artikel und die Cables. Die Informationen sind (was das Thema angeht) so ziemlich 1:1 die gleichen. Hersh bettet sie allerdings in einen Kontext ein und der Leser weiß, was er mit den Informationen anfangen kann.
Das ging um t.e.c.h.n.i.s.c.h.e. Informationen und nicht um diplomatische Informationen. Im übrigen gabs auch technisch immer Diskussionen darüber wie weit das geht. Stallmans virale Gnu Public License, die den Anspruch auf die Freiheit jeder technischen Information ja versuchte zu institutionalisieren, hat sich in wenigen Bereichen durchgesetzt, in anderen nicht.
Die romantische Geschichte der guten, moralischen Hacker, die später von der Industrie gekauft wurden, duftet nach moorigen Quellen, düsteren Tannenheinen und sanften Hügellandschaften. Teutsche Romantik eben.
Jedenfalls ist Assange nun in Polizeigewahrsam.
Lieber Spiegelfechter,
guter Artikel, der allerdings in Bezug auf den Hackerkodex – meiner Meinung nach – einem kleinem Irrtum aufsitzt. Das Handeln von Assange basiert definitiv nicht auf dem Hackerkodex sondern auf dem Krypto-anarchistischem Konzept, zu finden hier:
http://www.activism.net/cypherpunk/crypto-anarchy.html
“Der Krypto-Anarchismus postuliert, dass eine Asymmetrie zwischen dem Staat, der einen möglichst großen Teil der Kommunikation seiner Bürger zu überwachen versucht, und eben diesen Bürgern besteht, gegenüber denen der Staat vieles geheim halte. Die technische Revolution des Cyberspace könne diese Verhältnisse nun umkehren. Alle privaten Informationen könnten und sollten mit kryptographischen Mitteln geheim gehalten werden. Der Staat wäre zur Unterdrückung des Einzelnen dann nicht mehr in der Lage. Und müsste sich in eine “Enklave der Dinge-die-er-kontrollieren-kann” zurückziehen, wie es May bei den Cypherpunks formuliert hat. Der umgekehrte Ansatz, um das gleiche Ziel zu erreichen, wäre die radikale Veröffentlichung des Herrschaftswissens.”
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/digital/2.220/wikileaks-gruender-julian-assange-der-gegenverschwoerer-1.1031477
Gruß
i-lancer
Assange wurde verhaftet: http://www.tagesschau.de/ausland/assange138.html.
Das ist tragisch. Da britische Exekutive hat sich oft genug als Schoßhündchen und verlängerter Arm amerikanischer Interessen herausgestellt. Die enge Zusammenarbeit von US- und britischen Geheimdiensten ist bekannt. Das lässt nichts gutes ahnen. Nicht das jemand für unterlassene Verhütung noch auf dem elektrischen Stuhl landet…
Vielleicht werden ja jetzt die 1,4 GB mit verschlüsselten Daten, die er als “Lebensversicherung” bezeichnet hat, freigegeben.
Das wäre doch was. Ich seh mich schon durch die Area 51 laufen, Aliens besichtigen. :)
Aber mit Sicherheit rechnen schon seit Monaten die besten Super-Computer auf der ganzen Welt an der Entschlüsselung dieser “Lebensversicherung”-Daten.
Und egal wie gut das verschlüsselt wurde: Irgendwann wird das entschlüsselt werden. :)
Dazu müssten “sie” seine verschlüsselten Daten haben.
Wenn er’s richtig gemacht hat irgendwann nach seinem Tod :D
Hat der die Daten nicht hochverschlüsselt ins Netz gestellt?
Vermutlich hat der den 200-stelligen Schlüssel irgendwo bei nem Notar oder Freunden hinterlegt, die ihn in veröffentlichen, sollte ihm was passieren.
Ja, nur kann man die Entwicklung der Computertechnik und der Mathematik in dem Bereich ja kaum sicher vorhersagen.
Vielleicht braucht ein geheimer chinesischer Superrechner mit völlig neuartigen Entschlüsselungs-Methoden dafür nur 5 Minuten.
Und jede andere AES-256-Verschlüsselung entschlüsselt der live mit. Hätten “die” sowas, würden sie sowas garantiert nicht sagen. :-)
Die haben sie. Das würdest Du wissen, wenn Du den Artikel gelesen hättest, den Du hier so lautstark kritisierst ;-)
*duckundweg*
Und nebenbei Kann der noch Krebs heilen und einen Wurmloch erzeugen, das uns direkt in in ein anderes Universum beamt.
Natürlilch ist diese Technologie auch nicht von wirtschaftlichem Interesse und wird deshalb ausschließlich bei der NSA angewandt.
No Way. An der grundlegenden Problematik (Faktorisierung von Primzahlprodukten) beißen sich die Mathematiker schon seit der Antike die Zähne aus. Da bleibt nur Brute Force minus ein paar Potenzen. In der Praxis mehr Rechenschritte, als es Atome im Universum gibt (schon bei einem 1024er Schlüssel) es ist kein Aufwand die Schlüssellänge beliebig zu erhöhen und damit den Aufwand zu potenzieren. Wir werden es nicht erleben, dass ein Schlüssel > 2048 geknackt wird. Alles andere ist Since Fiction. Alleine der (quanten)theoretisch minimale Energieaufwand übersteigt die Leistungsfähigkeit unserer Energiequellen.
Glaub ich dir gerne. :)
Ich würde es so machen:
Die fraglichen Leute, bei denen der Schlüssel sein könnte, unter Total-Überwachung stellen, dann zum Schein eine Todesnachricht über Assagne verbreiten, gucken was passiert und den Schlüssel abfangen. Oder so ähnlich. Vielleicht erleben wir das gerade. ^^
Hahaha… Sukram71 guter Vorschlag! Da sieht man, dass Verschwören, Tricksen und Täuschen ein ganz menschlicher Zug ist, der in jedem von uns steckt :)
Umso wichtiger dass die Transparenz proportional zum Einfluss steigt, den dein Tricksen und Täuschen haben kann.
Und zum AES256/insurance: als Informatiker kann ich sagen, dass es zur Erlangung des Schlüssels momentan effizienter wäre, Assange zu waterboarden und alle seine Kumpanen in Gitmo einzuknasten… also physischer BruteForce statt elektronischem.
Nein, siehe http://forum.golem.de/kommentare/politik-recht/insurance.aes256-wikileaks-droht-mit-mehr/knackbar/43801,2369235,2369235,read.html#msg-2369235
weiss eigentlich jemand, ob Spiegel, Guardian etc das ganze Datenmaterial von WL bekommen haben?
Angeblich ja. – Und damit sicher auch die anderen Regierungen.
Ein Geheimdienst wäre schließlich kein guter Geheimdienst, wenn er nicht Mittel und Wege wüsste, an das komplette Material bei Spiegel, Guardian & Co. zu kommen. Wenn er eh nicht schon immer Leute da sitzen hat.
Wenn z. B. China die Experten bei Google austricksen kann, dann werden die es wohl hinkriegen, sowas auch beim Spiegel zu klauen. :)
Und da haben wir´s wieder:
Das geheime Material haben jetzt die Regierungen – selbst die, die es nicht haben sollten – aber wir nicht. Vielleicht gut gemeint, aber nicht gut gemacht.
das zu den segensreichen Wirkungen von Geheimdiplomatie:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,druck-733230,00.html
Und meinste ohne offizielle Geheimdiplomatie würden die handelnden Politiker, bei entsprechendem politischem Willen, keine Mittel und Wege finden, sich da abzusprechen? Könnte man das verhindern?
Nur dann wäre es wirklich völlig geheim. Dann könnten noch nicht mal andere Regierungsmitglieder oder ne Nachfolgeregierung nachvollziehen, was Sache ist bzw. war. Wäre das besser?
Öhm ja. Das ist ja nun komplett überraschend ;-)
Bald kommt noch raus, dass es Merkel nicht ums Klima, sondern um Wirtschaftsinteressen geht ;-)
nennen wir es mal Abbau von Bigotterie/Zwiesprech.
Dass in der katholischen Kirche einiges nicht mit rechten Dingen zugeht, habe ich auch früher schon gewusst.
Nur mir glaubt halt immer keiner. ;)
Wenn etwas offen sichtbar ist, fallen gewisse Rationalisierungen für die eigenen Taten weg.
Das ist doch auch schon mal was!
An Dich persönlich, lieber Groo.
Du hattest mich mal vor Monaten zweifelnd gefragt, ob Du mir denn trauen könntest, schließlich wüßtest Du ja nichts über meinen Hintergrund, nichts über die Art und Weise, wie ich das Geld für meine Miete verdiene. Ich habe Dir sophistisch geantwortet, dass Du lieber glauben sollst, wenn Du da Zweifel hast.
Nun kommst Du und bejubelst hier WL als Hüter der reinen Wahrheit. Was weißt Du über WL? Was weißt Du über Julian Assange?
Das nenne ich eine sehr selektive Wahrnehmung.
es gibt kein vertrauen. die hintervotzigkeit lacht immer zuletzt.
wie liest Du das jetzt wo raus?
ich versuche erstmal, das richtig einzuordnen, was so auf mich einströmt.
Möglicherweise ist WL ja wirklich reichlich desorganisiert.
Möglicherweise ist ihre Strategie nicht ganz richtig.
Möglicherweise war Bradley Manning frustriert.
Möglicherweise hat Assange ein aufgeblasenes Ego.
Andere Sachen weiss ich aber sicherer:
Dass unsre ‘Mächtigen’ manchmal mächtig der Hafer sticht, und immer am Rand zur Hybris der Macht entlangbalancieren, wenn sie nicht schon drüber sind.
Und Manning würde ich den Friedensnobelpreis eher gönnen, als dem Herrn Obama zB.
Dazu steh ich.
Ich weiß – nur dass Du immer eine sehr dezidierte Meinung hast, während Du noch suchst und ordnest ;-)
Eigentlich ist an Dir ein Blogger verloren gegangen ;-)
Wirklich ein Krieg, oder lediglich ein schon weitestgehendst vollzogenes Massaker an den Datenschutz/ Freiheitsrechten des Individuums, und zwar weltweit?
Meine persönliche Meinung in punkto “Positive Freiheits/ Demokratie/ und Meinungsbildung durch das Internet”, entwickelte sich über 25 Jahre (Angefangen mit usenet via uucp ) von purer Euphorie hin bis zur totalen Skepsis, ja eigentlich schon Depression.
In meinen Augen haben sich die Mächtigen schon lange dieses Mediums bemächtigt, ein Prozess der verdeckt abgelaufen ist bzw. immer noch abläuft aber deshalb nicht minder destruktiv ist. Die Informationen die wikileaks bereitstellt sind höchstens eine Randnotiz im großen Ganzen, deren Nutzen sich aber noch herausstellen muss. Es ist nämlich gut möglich, dass aufgrund der pösen Datenlecks die Daumenschrauben des Überwachungsstaats nochmals angezogen werden. Vielleicht versucht “Big Brother 2.0″ diese Vorgänge zu einem Medialen 9/11 – mit entsprechenden Konsequenzen – hoch zu spielen, und der Pöbel klatscht dabei noch Beifall?
Im übrigen sollten wir IMO in diesem Kontext nicht immer so mit dem Finger auf China zeigen. Fakt scheint zu sein, dass wir auch nicht so viel besser dar stehen.
Assange-Bashing vom Feinsten!
Auf dem hohen Ross des “investigativem Journalismus” reitend – “Es ist Aufgabe von Behörden und Journalisten, Informationen auf Wahrheitsgehalt zu überprüfen und bei der Auswertung und Verfolgung Kollateralschäden zu vermeiden.” – sich darüber zu mokieren, dass Wikileaks und/oder Assange auch Fehler gemacht haben, was dem Spiegelfechter natürlich nicht passieren kann!
Zu welchem Schmierblatt ist denn dieser Artikel als Bewerbungsschreiben gegangen – etwa zum ehemaligen Nachrichtenmagazin?
Kurz – ein unterirdischer Artikel!
PS:
http://www.spiegelfechter.com/wordpress/4648/willkommen-im-informationskrieg#comment-93657
Süß ;-)
Genau diesen Blödsinn hatte ich eh erwartet.
Schön mal einen Artikel zu lesen, der sich um Ausgewogenheit bemüht.
Investigativer Journalismus, soweit es ihn überhaupt noch gibt, beruht auf in der Regel auf Insider Informationen. Der Informant ist üblicherweise nicht berechtigt solche Informationen zu verbreiten. “Der Redaktion liegt ein internes Papier vor, wonach …” ist schon fast ein Allgemeinplatz. Assange tut nichts anderes, nur, dass er interne Informationen nicht einzelnen Presseorganen, sondern der breiten Öffentlichkeit zugänglich macht, weil er der Presse nicht vertraut. Ich sehe nicht warum das Eine legal sein soll, wenn das Andere illegal ist.
Wenn die Aktivitäten von Wikileaks illegal sind, dann muss ihnen mit Mitteln der Rechtsstaatlichkeit entgegnet werden. Was derzeit als Informationskrieg durch die Medien geistert ist alles andere als rechtsstaatlich. Die Methoden sind kriminell bis hin zu öffentlich ausgesprochenen Morddrohungen durch Amtsträger und das ist der eigentliche Skandal.
Deshalb unterstütze ich Wikileaks.
Es ist übrigens bezeichnend, das Assault einschließlich Cablegate ~weitgehend~ ungestört agieren konnte. Der Großbrand entstand nach meinen Beobachtungen erst als angekündigt wurde interne Papiere von Banken zu veröffentlichen. Wer hat die Macht ? Das Volk oder das Geld !
Nein.
a) “er tut nichts anderes”
Doch, das bestreitet er ja auch gar nicht. Er will nicht die Arbeit der Journalisten machen und die Informationen in einen Kontext setzen. Das ist auch vollkommen ok und ich kritisiere das nicht.
b) er traut der Presse nicht und veröffentlich für die Allgemeinheit
Das war mal so – früher, als auch ich das Projekt ungemein schätzte. In diesem Jahr gingen die drei großen Projekte (die den Rest verdrängt haben) exklusiv an eben diese Medien, denen er angeblich nicht vertrauen soll.
Zu Deiner Frage, warum das eine legal, das andere illegal sein soll. Darauf habe auch ich keine Antwort. Der Journalismus steht in westlichen Demokratien unter einem speziellen Schutz. Das impliziert aber auch, dass der Journalismus journalistisch tätig ist – also verantwortungsvoll aussiebt, abwägt und filtert. Daran ist ja auch nichts negatives zu finden, wenn die Kollegen denn ihren Job nur einmal ordentlich machen würden.
100% d´accord!
Im Zweifel würde ich auch eher Wikileaks als die US-Regierung unterstützen. Darum geht es mir aber nicht. Mir geht es darum, auch die Fehler WLs aufzuzeigen. Ist das etwa verboten? Sind wir schon in einer solchen Schwarz-Weiß-Welt angekommen? Wird zarte Kritik schon als Konterrevolution gebrandmarkt und verfolgt?
Aber die Informationen wurden doch alle öffentlich gemacht (die ersten beiden großen) bzw. werden noch (Cables). Wie gesagt, dass könnte der Mittelweg sein, um ‘verantwortungsvoll’ die brisanten Infos in die Welt zu setzen. So haben ja die (offensichtlich mit den Medien verbundenen Institutionen) eine großzügige Reaktionszeit. Und die ‘beauftragten’ Medien können ja nicht davon ausgehen, dass die Infos niemals öffentlich werden, sie also irgendeinen Quatsch schreiben könnten. Wenn man von unserem deutschen Käseblättchen absieht, funktioniert das doch auch ganz gut. Wie würdest Du denn darüber denken, wenn WL DIR die Cables geschickt hätte ? ;-)
Das wäre sinnlos, da ich erst recht nicht die Manpower habe, mich “exklusiv” damit zu beschäftigen.
Nein, hier bräuchte WL eigene Strukturen. Das ist ja einer der Kritikpunkte. Die Sache ist einfach zu groß, um sie verantwortungsvoll zu handhaben.
Und was wäre die Alternative?
Mehr Manpower? Mehr Ressourcen? Wenn ja, in welcher Form?
Wann hast du den ersten Maulwurf in deiner Struktur?
Wann bist du unterwandert und damit wiederum kontrollierbar?
Wann bist du im “Embedded Journalism-Universum” angekommen, und hast es nicht einmal gemerkt?
Oder wäre der einzig verantwortungsvolle Umgang damit, lieber alles weiter unter der Decke zu halten? Ist das die Alternative?
Im Moment wüsste ich auch keinen anderen Weg zu gehen, als Wikileaks es bisher tat.
Das Interview mit Domscheit-Berg war interessant. Ich bin gespannt welchen Ansatz nachfolgende Organisationen verfolgen werden.
Auch sie werden sich genau diesen Problemen, und der damit einhergehenden Kritik, stellen müssen.
PS.
Jens, ich hab das Gefühl das du dich zu sehr an der Person Assange reibst.
Das ist ja der Punkt. Ich weiß es auch nicht. WL baut munter ein Hochhaus, hat aber das Fundament vergessen. Natürlich kann man sagen: Hauptsache Bauen! Aber damit ist im Endeffekt niemanden geholfen – v.a. WL nicht.
Ich auch! Sehr sogar, da ich das Thema hochspannend finde.
Mag sein. Aber das ist nun einma eine Folge der Intransparenz. Und das JA den Laden mit straffer Hand führt und mehr als “nur” ein Gesicht ist, wird ja auch aus dem IV mit DDB ersichtlich.
Das hat mich ehrlich gesagt auch irritiert.
Nein, deshalb auch mein einleitender Satz:
An der regen Beteiligung merkst Du, dass du voll ins schwarze getroffen hast. Wer die Diskussion verfolgt und hinterher behauptet keine neuen Erkenntnisse gesammelt zu haben ist ein Betonkopf. Wer Fefe oder Bild zu dem Thema ließt kann nur zustimmen oder sich angewidert abwenden. Zu lernen gibts da nix. Also weiter so.
Sehe ich genau so. Das kann natürlich auch damit zusammenhängen, dass die Extrempositionen wirtschaftlich in die Sache involviert sind.
Nein ist es nicht, bezeichnend finde ich nur Deine konservative opportunistische Haltung zu existierenden Machtstrukturen.
werte ich mal als eine Art “konterrevolutionär” ;-)
Ich finde es auch nicht gut, zuviel zu wissen. Hätten die zuständigen Stellen doch viel früher zugegriffen! Wenn ich jetzt beim Spiegel lese, China u. die USA hätten hinter den Kulissen gemeinsame Sache gegen den Klimagipfel gemacht… pfui! Will ich nicht wissen! Kommt mir gleich das Frühstück wieder hoch! Diplomatie muss geheim bleiben, nur dann geht es uns gut.
Absolute Engstirnigkeit und Ignoranz…..beim Auto..Handy..Fernseherkauf kann es nicht genug Info geben da wird jedliche Fach und Stussliteratur gewaelzt…oder
Aber bei Politik oder Dingen die das Leben oder die Zukunft betreffen …da moechte man moeglichst nicht zu viel wissen und lieber durch die rosa Brille blicken …..?
Das ist Bullshit …meine Meinung. Ich fuer meinen Teil will wohl wissen was abgeht bei der ehernwerten Gesellschaft die uns regiert komplett selbstlos und zu unser aller Wohl wie man ja eindrucksvoll sieht …
Hat Dir jemand den Lolly geklaut. Da kann man schon mal die Ironie-Tags übersehen. :-))
Naja – ob sich diese Situation ebenso zum “Anziehen der Daumenschrauben” eignet wie 9/11 wird sich zeigen – meiner Einschätzung nach ist die “öffentliche Meinung” größtenteils (USA=fraglich) eher auf der Seite von Wikileaks…
Umfrage: Wikileaks in Deutschland abgelehnt
Die Mehrheit der Deutschen steht der Enthüllungsplattform Wikileaks ablehnend gegenüber
dpa (03.12.2010)
Tja, wenn Assange nicht Vergewaltigung vorgeworfen werden würde, sähen die Umfrageergebnisse wohl anders auch. Spiel, Satz und Sieg …
Da stehen hier ja einige dem deutschen Michel in nichts nach …. sehr schade eigentlich …. die Gretchenfrage der Transparenz ist fuer mich hiermit beantwortet.
Die Grenzen zwischen Rechts- und Unrechtstaaten verfliessen mehr und mehr ineinander…
SF traeum weiter deinen Traum des basisdemokratischen Rechtsstaates mit allmaechtigen Medien und Geheimdiensten und unmuendigen Buergern…
Ich ziehe mich hiermit in mein Beruf und Privatleben zurueck, – hoffnungsloses genetisches Produkt der Evolution taugt doch nichts fuer ein aufgeklaertes Zeitalter in Symbiose mit der Natur….
Es geht jetzt nicht mehr um schlecht und gut, um angemessen und unangemessen – es geht um die Freiheit der Meinungen und Berichterstattung im Internet.
Amazon, PayPal, Mastercard sollten gemieden werden.
Schweden sollte sich besser um seinen König und die Aufenthalten im schwedischen Rotlichtmilieu kümmern – sie sind Schleim…….
P.S.: Ich wusste nicht, dass man Nuten sexuell belästigen kann, aber bei der Spießigkeit der Schweden und Amerikaner ist es wohl möglich.
Das ist genau der entscheidende Punkt, der mir hier im Artikel fehlt. Für mich ist das ein Vorgeschmack auf die zukünftige Demokratie, denn nicht zuletzt die Wahlen selbst werden in absehbarer Zeit im Netz stattfinden. Und vor Wikileaks gab es noch keine ‘ernste’ Bedrohung der ‘öffentlichen Ordnung’ aus dem Netz, abgesehen vielleicht von der 911 Truther-Bewegung, die aber (leider) sehr erfolgreich von ominösen Strömungen wie Antisemiten oder Okkultisten unterwandert und deskreditiert worden ist (und meine persönliche Meinung ist, dass ich mir sehr gut Vorstellen kann, dass das zur ‘Öffentlichkeitsarbeit’ der US-Geheimdienste gehörte). Man sollte sehr genau hinschauen …
> P.S.: Ich wusste nicht, dass man Nuten sexuell belästigen kann, aber bei der Spießigkeit der Schweden und Amerikaner ist es wohl möglich.
Was ist denn das? Bezeichnest du hier Anna A. als “Nute” oder wie ist das gemeint?
Abgesehen davon, dass das unterste Schublade ist: klar man man auch Prostituierte sexuell belästigen. Sind schließlich Menschen. Du kannst auch Diebe beklauen oder Mörder umbringen… Dumkof!
Wikileaks und Assange bräuchten JETZT unsere Unterstützung, vor allen auch in Blogs, und keine pseudointellektuelle, geistige Onanie über “mangelnde Strukturen”, denn folgendes steht auf dem Spiel:
Live With the WikiLeakable World or Shut Down the Net. It’s Your Choice
…
What WikiLeaks is really exposing is the extent to which the western democratic system has been hollowed out. In the last decade its political elites have been shown to be incompetent (Ireland, the US and UK in not regulating banks); corrupt (all governments in relation to the arms trade); or recklessly militaristic (the US and UK in Iraq). And yet nowhere have they been called to account in any effective way. Instead they have obfuscated, lied or blustered their way through. And when, finally, the veil of secrecy is lifted, their reflex reaction is to kill the messenger.
http://www.commondreams.org/view/2010/12/06-9
yep,
so wird auch für die Halbblinden sichtbar, wo der Hammer hängt.
Sollte man zumindest meinen.
aber nochmal:
Super, genau das ist es ja, was ich kritisiere. Mit vermeidbaren(!!!) Unfug hat WL einen Zensurwahn befördert, bei dem wir(!!!) als Kollateralschäden unter die Räder kommen. Super Arbeit!
Das kann man gar nicht oft genug wiederholen.
Ja Spitze. Schere schon im Kopf, würd ich sagen…
Selbstzensur, damit die Zensur nicht kommt.
Bloß nicht den Mächtigen an den Karren pinkeln, bloß nicht aufbegehren, sonst holen sie die Knüppel raus.
Dann ist es nicht mehr weit bis zum blanken Opportunismus…
Und ich Naivling hab das alles ernst genommen.
Jetzt sehe ich seinen Vorwurf gegen mich, dass ich eine ‘dezidierte Meinung’ habe, auch ganz anders ;)
Was Assanges Verhaftung betrifft, sehe ich das mittlerweile auch anders.
Die schwedischen Gardinen sind eine Art Schutzhaft.
Zwei Jahre Sicherheit in Schweden, mit WLAN in der Zelle und so.
Das ist alles geschickt eingefädelt.
Reschpekt!
Das hat mich überzeugt:
(Sorry, der Link war schon mal da, aber mittlerweile habe ich den Artikel gelesen. Seehr interessant.)
Wenn man aber doch weiß, dass die Mächtigen den Knüppel raus holen können, dann wäre es doch klug, sich vorher etwas Gedanken dazu zu machen, wie man das verhindert, ob sich das lohnt, welche Folgen das haben könnte und wie andere Leute das sehen.
Wenn man z. B. den Mächtigen so ans Bein pinkelt, dass man die öffentliche Meinung auf seiner Seite hat, dann sind die nicht mehr mächtig und können nur schwer den Knüppel raus holen.
Das hat man z. B. beim Helikopter-Mordvideo von WL gesehen.
Wenn man aber sowas macht wie gerade, dann haben es die Mächtigen leicht, den Knüppel zu schwingen. Und die Bevölkerung gibt denen auch noch großteils Recht. Das ist nicht besonders klug.
Ich wüßte nicht warum WL die Zensur befördert, wenn der Trend doch eh bei uns dahin geht? Gerade daher ist es doch gut, dass Wikileaks schamlos Dokumente unkommentiert raushaut und jeder sich sein eigenes Bild machen kann, ohne durch einen Presse- oder blogartikel eine vorgefärbte Meinung zu bekommen. Darüber hinaus wird diese WL-Geschichte zu viel Blutleckerei führen und das blut geleckt habende Volk sich noch eher gegen Zensur wenden.
Dass Assange Infos zu seinem Schutz zurück hält – sofern dies kein Bluff ist – ist doch angesichts von zeiten mit Entführungen und Auftragsmorden eine konsequente Sache.
Zuletzt: WL dafür anzugreifen bei der Verteilung seiner Infos selektiv vorzugehen ist unangemessen, wenn man in einem Nachrichtenmagazin odeR blog auch nicht alle Themen behandelt…
Erinnert ihr euch noch daran, als der Spiegel mal sowas wie Wikileaks war?
http://www.spiegel.de/sptv/reportage/0,1518,218163,00.html
Mitten im kalten Krieg! Das hätte einen Atomkrieg geben können damals! Gut, dass der Franz Josef Strauß (ein großer, anständiger Mann!) damals hart durchgegriffen hat. Allerdings nicht hart genug: Er hätte das Magazin schliessen sollen! Oder was meint ihr.
Als nächstes sollten die Depub-Verbrecher drankommen. Wir erinnern uns: Das deutsche Verlagswesen und der ÖR-Rundfunk sind sich einig, dass Publiziertes vom ÖR nach kurzer Zeit wieder verschwinden soll. Sonst liest ja niemand mehr private Qualitätsmedien! Gewissenlose Gauner haben jedoch das Tagesschau-Archiv gestohlen, und im Internet geleakt. Dazu haben sie kein Recht! Ab nach Guantanamo, kann ich da nur sagen! Das Internet braucht einen digitalen Radiergummi, es muss auch vergessen können.
vielleicht leakt da ja auch mal was raus, was die eigentlichen Gründe dafür sind.
Denken kann man sich das ja auch jetzt schon ;)
Bei all den Argumenten für oder gegen WL, denke ich mir mal, das durch die letzten Veröffentlichungen inkl. der Videos die Zeit der freien Kommunikation zuende geht.
Als das Internet noch recht dünn verbreitet war, machten sich viele Politiker und auch normale User bestimmt keinen Kopf, wie es in Zukunft um diese Art der Freiheit bestellt sein wird. Durch die in den letzten Jahren immer weiter ausufernde und recht hysterische Argumentation, das das Netz vor allem dem organisierten Verbrechen und illegalem Content Anschub gegeben hat, wird nach der Verhaftung und Löschung sämtlicher Insiderseiten ( wenn das überhaupt möglich ist; siehe Torrents, Infoportale über Cracks und Warez, welche weiterhin bestehen ) die Meinungsfreiheit weiterhin eingeschränkt werden. VDS, Hadopi usw. sind nur einige Massnahmen, die in diese Richtung gehen. Sicherlich steht der Film- und Musikbereich im Vordergrund, aber es geht auch um Forenbeiträge.
Ich denke mir, das J. Assange sich mit der Veröffentlichung einen dicken Minuspunkt eingeheimst hat, den der Rest der Netzwelt in den kommenden Jahren zu spüren bekommt. Weitere Gesetze, die in Richtung Zensurmassnahmen gehen, Zugangserschwerung und Strafandrohung bei Veröffentlichung “geheimer Daten” – welche das auch immer sein sollen. Die Presse flötet derzeit ja von den veröffentlichtenTerrorzielen, die WL veröffentlicht hat. Dabei frage ich mich, wer eigentlich hier wen terrorisiert. Dazu würde auch die Aktion des Dekretes in Sachen span. Fluglotsen passen, aber ich lass das mal.
Wenn Mr. Assange der Presse nicht traut, dann frage ich mich, warum er der Weltöffentlichkeit Daten zuspielt, wo so viele User noch nicht einmal ihr eigenes Betriebssystem verstehen ->..–)). Die Daten sind in der Öffentlichkeit schlecht aufgehoben. Ganz ehrlich, ich mag die Art von J. Assange nicht, seine Denke so in die Netzwelt zu publizieren. Veröffentlichungen hin oder her – nicht jede Person sollte dieses Material zu Gesicht bekommen.
Ich denke, das nur qualifizierte und seriöse Journalisten im Internet schreiben dürfen sollten. Bei einer Zeitung darf auch nicht jeder Hanswurst was hineinschreiben! Das hat auch seinen Grund. Mit diskretem, ausgewogenem Qualitätsjournalismus sind wir schliesslich immer gut gefahren. Wenn nun das ganze Netz zu Wikileaks wird: Dann muss das Netz eben geschlossen werden! Amazon, Paypal, Twitter und Spiegelfechter können aber bleiben – die sind harmlos, und verantwortungsvoll, und gefährden nicht Bewährtes.
Genau. Auch Wahlen sollten nur denjenigen zugänglich gemacht werden, die das Wahlsystem des Landes UND die technischen Einzelheiten der Wahlapperatur im Detail verstanden haben. Wie stehts ??
Korrekt. Solange “Das Netz” politisch unwichtig ist und nur hier und da mal ein paar Leuts sich abseits der Meinungsvorgebenden Medien informieren und austauschen, kann es wohl in gewissem Umfang “frei” bleiben.
Wenn es eine gewisse Relevanz erlangt oder gar nennenswert Einblick in das politische Geschehen ermöglicht, wird es natürlich in der jetzigen Form nicht weiterexistieren dürfen. Das würde Demokratie ermöglichen und das kann ja nun keiner wollen, der was zu melden hat.
Der Rückschluß ist natürlich, dass es bisher politisch auch nur eine irrelevante Quasselbude war ;)
Der Vorwurf, daß die Cables anderen Inhalt bei WikiLeaks blockiert haben, macht wenig Sinn unter der Vorraussetzung (die Jens mehrfach fett unterstreicht), daß es doch genug andere Whistleblowerdienste gibt. Wenn also jemand was an WikiLeaks gegeben hat und nach 3 Monaten kam nichts (und derjenige lebt noch, ist noch auf freiem Fuß und hat die Information noch…), dann kann derjenige immernoch an jemand anders die Information geben. Die einzig vernünftige Annahme in dem Zusammenhang ist sowieso, daß jeder Whistleblower von Anfang an immer seine Informationen so weit als möglich streut. Das führt das “hat andere Inhalte blockiert” Argument komplett ad absurdum, insofern fällt es schwer, das irgendwie ernstzunehmen.
Und daß WikiLeaks nicht das gelbe vom Ei ist, ist ja klar, weil es am Rande der Legalität operieren muß, um überhaupt eine Form von Wirkung zu haben. Es geht doch hier um einen extrem asymmetrischen Konflikt mit einem David auf Spendenbasis gegen einen Goliath auf transgesetzlicher (Geheimdienstoperationen von USA et. al.?) beliebiges-Budget-aus-Geheimdienststeuerhaushalt-Basis. Je transparenter und organisierter das ganze ist, umso angreifbarer ist das doch trivialerweise. Schon die eine transparente Stelle, nämliche Assange als Leading Figure, beweist doch mit dem Beschuß, unter dem sie steht, daß WikiLeaks eher noch zuviel Transparenz aufweist. Oder glaubt Jens ersthaft, man könnte eine staatlich legitimierte Organisation mit dem Ziel von Transparenz auf staatlicher Ebene aufbauen, die nicht inhärent wieder auf genau den Bereichen, um die es hier geht zwangsläufig blind sein muß? Deutschland wurde bereits (von der EU!) gerügt, weil die Stellen, die die Umsetzung des Informationsfreiheitsgesetzes überwachen sollen, in den meisten Bundesländern den Innenministerien unterstellt sind und damit primär der Informationsfreiheit von vornherein in allzu offensichtlicher Weise konträr gegenüberstehen.
Jens beweist mal wieder, daß man als anständiger Deutscher verlangt, daß WikiLeaks bitte erstmal die Bahnsteigkarte kaufen soll, bevor sie auf dem Bahnhof demonstrieren… So wird die Revolution wenigstens ordnungsgemäß nach Richtlinie §42b Absatz 3 erfolgen!
Netter Kommentar zu Herrn Assange und Wikileaks.
Meiner Meinung nach verkennt er aber das Wesentliche, das Wikileaks und ähnliche Plattformen die logische und unvermeidbare Schlussfolgerung aus der totalen technischen und zunehmend auch sozialen Vernetzung sind
Ob die Regierungen dem mit zunehmender Einschränkung der Grundrechte oder einer transparenteren Art des Regierens begegnen werden, ist noch nicht entgültig abzusehen.
das ist ein spannender Punkt!
Leider ist es imho endgültig abzusehen siehe ACTA.
ACTA ist ein Peanut im Vergleich zu dem, was uns noch bevorstehen könnte. Endgültigkeit kann ich aus diesem Aufbäumen einer zunehmdend in Bedrängnis geratenen Content- und Patentindustrie aber noch nicht schliessen, auch wenn man natürlich argumentieren könnte, dass dieser Schritt nur einer unter vielen war. Trotzdem – die wirklich wichtigen politischen und gesellschaftlichen Weichenstellungen stehen uns ‘erst’ in baldiger Zukunft bevor, nicht nur im informationstechnischem Kontext.
Für mich ist diese Frage klar zu beantworten.
Quelle
Weitere Infos
Spannend wird nur sein, zu beobachten wie die FDP sich verbiegt. Evtl. machen die hilfsweise für deren Klientel einen § der dazu führt, dass Steuerdaten auf CDs unzulässig sind.
Danke für die ganzen Informationen!
Hier noch ein guter Kommentar von R. Brüderle:
http://www.mdr.de/sachsen/7967040.html
Haha!
Der Brüderle, unser Sonnenschein.
Also zum Einen vergleicht der Brüderle ja genau genommen nicht Wikileaks mit der Stasi, sondern die amerikanischen Diplomaten. Die Überschrift des MDR-Artikels ist also eindeutig falsch.
Und zum Anderen bin ich sicher, dass sich us-amerikanische Stellen um deutsche IT-Sicherheitstechnik reißen werden. lol :D
Was mir in Deinem Beitrag fehlt, ist die differenzierende Abwägung. Es leuchtet ein, dass z.B. effektive Diplomatie Vertraulichkeit voraussetzt, und individuelle Freiheit den Schutz der Privatsphäre erfordert. Klar ist auch, dass Wikileaks hier keine ausreichenden Vorkehrungen trifft.
Andererseits scheint auch klar zu sein, dass der gesellschaftliche Nutzen der Wikileaks-Veröffentlichungen den Schaden bei weitem überwiegt (jedenfalls wenn man den Idealen der Aufklärung anhängt). Eine stärkere Selbstzensur würde diesen Nutzen möglicherweise untergraben. Beispielsweise bin ich gestern über eine Insider-Kritik an Julia Timoschenko gestolpert, in der beklagt wird, dass sie sich weigerte, die Finanzkrise zur Umsetzung von Sozialreformen zu nutzen. (Die journalistische Aufbereitung erwähnte nur, dass Timoschenko “destruktiv” und “populistisch” sei.) Im Anhang der Depesche folgt ein detaillierter Plan der gewünschten Reformen, inklusive Rentenkürzungen, Abschaffung freier Schulspeisung und Schulbücher, weitergehende Privatisierungen etc. Die Quelle ist leider von den Journalisten geschwärzt worden – aber wäre es nicht interessant für die Wähler in der Ukraine, wenn sie erfahren können, wer gerade welches reale Regierungsprogramm vorbereitet?
Ich bin dankbar, dass Du nicht auf der platten Ebene der “Gefährdung von Menschenleben” argumentierst. Zu offensichtlich ist, dass der möglichen Gefährdung von Informanten eine mögliche Verkürzung z.B. des Afghanistan-Krieges gegenübersteht, und damit die Rettung von Menschenleben. Auf dieser Ebene wird aber in den deutschen Medien argumentiert: Wikileaks erscheint als eine Seite, die aufrichtige Kämpfer für das Gute den Terroristen vorwirft, und im Gegenzug lediglich mit ein bißchen Hinterzimmerklatsch aufwartet.
Es stimmt aber nicht, dass Wikileaks vor allem Kollateralschäden (z.B. bei netten, Berlusconi-kritischen Botschafterinnen, oder bei allzu eilfertigen FDP-Informanten) verursacht. Die Enthüllungen sind sehr viel weitreichender. Schau z.B. mal nach den Hintergründen der “antiiranischen” Raketenabwehr in Polen, die bekanntlich gegen Russland gerichtet ist (auch wenn unsere Presse das nicht wissen will). Spannenderweise wird sie die drei baltischen Staaten einbeziehen (so dass die Nato die Flanke komplett schließt). Andererseits werden die Patriots in Polen zunächst bloß als Demoversion herumstehen und erst dann operational, wenn Polen sich entschließt, größere Rüstungskäufe in den USA zu tätigen… Das ist eine ganz andere Liga von Infos.
Das könnte so sein, wenn die Informationen denn irgendwann einmal veröffentlicht werden. Aber ich will nicht spitzfindig sein. Wenn man die Cablegate-Veröffentlichung isoliert betrachtet, mag das schon so sein. Aber darum geht ja ein Teil des Artikels – es ist leider naiv, anzunehmen, dass die Sache ohne Reaktion bleibt. Und die Reaktion wird nicht zu einem freieren, sondern zu einem unfreieren Netz führen. Wenn man das mit einbezieht überwiegt m.E. der Schaden den Nutzen bei weitem.
Hmmm, das sehe ich kritischer. Warum sollte der Afghanistan-Krieg durch die Cables verkürzt werden? Beim Rest stimme ich Dir ja zu.
Mit den Kollateralschäden meine ich die zu erwartenden Reaktionen. Wir sprechen uns in einem Jahr wieder.
Klar, wer bezweifelt das?
@Spiegelfechter
Dieser Konflikt findet auch so statt: das nicht rechtsfreie, aber deutlich rechtsreduzierte Netz, mit Piratebay, Youporn und Avaxhome, ist mit der Rechtsordnung im Fleischraum nicht hinreichend kompatibel. Die KiPo-Debatte ist der Auftakt zu einer Regulierung, und weil das Netz ebensowenig “ein bißchen” reguliert werden kann wie man “ein bißchen” schwanger ist, wird es vermutlich auf ein Ende der Online-Anonymität hinauslaufen: alles, was nicht jemandem zugeordnet werden kann, der sich im Zweifelsfall verklagen läßt, muß irgendwann aus dem Netz gefiltert werden. Es ist naiv, anzunehmen, dass die Gegenseite das nicht verstanden hat und daran arbeitet.
Das kann nur funktionieren, wenn technische Vorkehrungen dafür sorgen, dass keine Darknets von kritischer Größe entstehen können. Ich habe aber keine Ahnung, wie das gehen soll (was nicht heißt, dass es nicht trotzdem passieren kann).
Wikileaks verlegt einige der notwendigen Schlachten vor. Vielleicht ist es sogar gut? Noch ist die Gegenseite nicht besonders gut aufgestellt!
Ich kann mir andererseits nicht vorstellen, dass Wikileaks zu einer bleibenden juristischen Einschränkung der Freiheit der Berichterstattung führt. Jede Bestrebung in dieser Richtung führt zwangsläufig zu einer Gegenreaktion.
Weil es zunehmend schwerer wird, eine begründbare Perspektive des Afghanistaneinsatzes darzustellen. Wenn nicht nur kritische Medien auf die Unhaltbarkeit der Karzai-Regierung, den fehlenden Rückhalt des Nato-Einsatzes in der afghanischen Zivilbevölkerung und die militärische Aussichtslosigkeit hinweisen, sondern die Amerikaner selbst, wird eine Zustimmung schwieriger.
Kommentar 84. Danke Joshua, ich teile Deine Einschaetzung.
Uh, das ist ein so offensichtliches ja, das steht nichtmal ansatzweise infrage: Nämlich genau dann, wenn man kämpft gegen etwas, das bereits erfolgreich gegen die Demokratie vorgeht. Geheime Absprachen in Hinterzimmern sind in offensichtlicher Weise antidemokratisch – und ich benutze bewußt ANTI- nicht A- als Vorsilbe: diese Absprachen stehen nicht untätig neben der Demokratie, sondern untergraben sie ganz unmittelbar.
Nun ist eine repräsentative “Demokratie” nach westlichem Muster ja keine Demokratie, sondern etwas drittes (eine repräsentative Demokratie würde beinhalten, daß Reprästentanten tatsächlich repräsentieren, was hieße daß Politiker ihre Wahlversprechen umsetzen müssen bzw. bei Bruch eines Wahlversprechens unmittelbar und vollständig sämtlicher relevanter Ämter&Bezüge verlustig gehen; wie man das genau zu messen hätte ist natürlich nicht einfach, aber führte hier zu weit), insofern kann man hier auf dem Standpunkt stehen, daß zwar die sowieso niemals vorhanden gewesene Demokratie durch Hinterzimmerabsprachen mit Geheimnisvorbehalt untergraben wird, nicht aber die “Demokratie”. Allerdings ist das ein recht biedermeierlich-bescheidener Anspruch an Demokratie, unser Grundgesetz an sich schien da mal für mehr zu hoffen (hat aber mit den Gesetzen rund um Parteien als Staat-im-Staat total ins Klo gegriffen).
Also ist die Frage, wenn ein System von der politischen Klasse etabliert wird, das der grundgesetzlichen Ordnung wiederholt und nachweislich zuwiderhandelt, ist dann eine (gewaltfreie) Aktion, die versucht offenzulegen, wie weitverbreitet und wie enorm antidemokratisch dieses System ist, undemokratisch oder nur “undemokratisch”, und führt sie zu mehr oder weniger Demokratie bzw. “Demokratie”? (Da jede Aktion stets dazu genutzt werden kann und nach Möglichkeit auch wird, um Demokratie zugunsten von “Demokratie” zu untergraben, ist die Antwort darauf doppelt kompliziert, bzw. man müßte den entsprechenden Anteil extra herausarbeiten.)
Shame on you, Mr. Spiegelfechter.
Dies ist bei weitem der schlechteste Artikel, den ich je bei dir gelesen habe. Leider ist er nicht nur schlecht, sondern verkennt gleichzeitig machtpolitische Realitäten.
- Da werden die USA als politisches Gebilde auf einmal personifiziert, nämlich zum “nackten Ami auf der Straße”.
- Da lügst du, wenn du meinst, es sei “unumstritten”, dass gegen US-Recht verstoßen wurde
- Da prangerst du die Veröffentlichung ‘privater Informationen’ an, ohne zu dich zu fragen, warum in den letzten Veröffentlichungen denn schon geschwärzt wurde. Oder warum bei den aktuellen Depeschen nur jene veröffentlicht wurden, die zuvor von Medien schon thematisiert wurden. Und schlussendlich ist das eine Frage, die sich gerade auch Medienschaffende stellen sollten und für sich selbst eine gute Antwort darauf brauchen. Denn es ist ja ein klassisches medientheoretisches Dilemma (Verletzung der Privatsphäre vs. Öffentliches Interesse).
- Überhaupt die Intransparenz: Was wäre denn eine transparente Alternative?
- Und wo ist die heutige Presselandschaft denn transparent? Selbst du als idealistisch bis realistischer (irgendwas dazwischen) Onlinejournalist kannst doch nur auf deine Massstäbe vertrauen.
Womit wir beim eigentlichen Problem wären. Dem der angelegten Massstäbe. Und da misst du nicht mit gleicherlei Maß. Von Wikileaks forderst du Transparenz und die Nichtverletzung von Persönlichkeitsrechten (die du sogar den USA zugestehst). Hohe Ideale also. Und denjenigen, die intransparent Mauscheln, die Persönlichkeitsrechte rechtlich mehr und mehr einschränken, die jetzt Assange verhaften lassen aus höchst zweifelhaften Gründen, bei denen verweist du auf das ‘Recht’, auf dessen Basis hier gestanden wird. Wenn das mal nicht naiv ist. Oder sogar gefährlich.
Meine höchste Entscheidungsinstanz ist nicht das Recht, sondern mein Gewissen und meine ‘Moral’. Die Frage ist für mich auch aktuell garnicht, wie man genau dazu steht, was Wikileaks tut. Das kann man in ruhigeren Tagen diskutieren. Die Frage ist vielmehr, in welchem Verhältnis die Reaktionen dazu stehen (Aufrufe von Politikern zum Lynchen, Entzug der ökonomischen Basis (US-paypal, Schweiz-Konto), EU-Haftbefehl, …
Die Reaktionen auf die Veröffentlichungen, besonders die aktuelle, sind krass. So krass, wie ich es mir nicht vorzustellen vermocht hätte. Die Reaktionen sind m.E. dass, was im Blickfeld medialen Interesses stehen sollte. Hier kann die Medienlandschaft, also auch du, zeigen, welche Massstäbe sie an den Tag legt. Aber eine Strohpuppe (auf Grundlage der wikileakschen Intransparenz) aufzubauen ist aktuell eine Sache, die nur von dem großen Ungleichgewicht der Mittel und Ziele ablenkt.
Kommt dazu ein Artikel?
ps: im Gegensatz zu deinem Artikel war der von dir verlinkte von amerika21.de (http://amerika21.de/analyse/17626/der-wikileaks-flop) nüchtern und gut. Hier werden die richtigen Fragen gestellt und keine schrägen Vergleiche gezogen. Sondern Bezüge zum System der Medien selbst hergestellt.
yep, guter Artikel!
Der Artikel auf amerika21de kritisiert den wesentlichen Punkt bei dieser neuen Art des Publizierens seitens Wikileaks. Die vierte Gewalt, die Gatekeeper, die Leitmedien – sie stehen wieder zwischen der Öffentlichkeit und den Informationen und nehmen ihre alte Rolle als Meinungsfilter und Meinungsmacher wahr, nur subtiler als die Bild. Dass nichtwestliche Nachrichtenmagazine oder Zeitungen nicht ebenfalls exklusiven Zugang zu den Depeschen haben, gilt es ebenfalls zu bedenken.
das ist richtig.
Wenn sich 10% der Dokumente auf Südamerika beziehen, sollten die mit im Boot sein.
Ebenso wie Al Jazeera.
Und irgendein Blatt in Japan.
Ursprünglich war ich der Meinung, dass das schon so richtig ist, wenn man die analytischen Fähigkeiten der westlichen Leitmedien testet, und später die Allgemeinheit das anhand der Quellen verifizieren kann, was sie denn so geleistet haben.
Halte ich immer noch nicht für ganz falsch.
Al-Akhbar veröffentlicht doch..
Why Al-Akhbar?
Frage an SF: Darf man deine Haltung so verstehen, dass du das Handeln von Wikileaks ablehnst, und daher zukünftig keine Artikel schreiben wirst, die auf Infos beruhen oder verweisen, die aus den Wikileaks-cables stammen? Egal, was da noch herauskommt? Alles andere wäre ja völlig inkonsequent, man kann ja nicht WL verdammen, und zugleich benutzen. Also: Keine SF-Artikel, die auf WL-cables beruhen?
Blödsinn. Ich verdamme WL ja auch gar nicht. Leider scheint die binäre Welt, die alles in “gut” und “böse” und “schwarz” und “weiß” aufteilen will, in den Köpfen einiger Kommentatoren omnipräsent zu sein.
Vor Gericht gilt: illegal erlangte Informationen dürfen nicht verwertet werden. Und man kann doch nicht erst Wikileaks in Frage stellen oder ablehnen, um dann ihr Material freudig in Empfang zu nehmen und zu diskutieren. Entweder man findet ihr Material interessant und schreibt darüber – dann sollte man sich auch bedanken. Oder aber man findet WL fragwürdig, dann sollte man auch so handeln.
Hier noch paar Hintergründe zur Verhaftung.
http://www.crikey.com.au/2010/12/02/when-it-comes-to-assange-r-pe-case-the-swedes-are-making-it-up-as-they-go-along/
was ist denn das für eine Argumentation? Das könnte ja glatt von Guido Westerwelle kommen – wer Hartz IV bekommt, sollte dem Staat dankbar sein und tunlichst die Klappe halten ;-)
Du simplifizierst, wie waere es einmal das Du konkret Stellung nimmst zu Argumenten anstatt deine Leserschaft zu diskreditieren.
auf was aus dem Kommentar von “brav” hätte ich denn Deiner Meinung nach “konkret” eingehen sollen? Sorry, ich bin zum Glück niemanden Rechenschaft pflichtig, habe keinen Chef und kann daher idiotische Kommentare auch ruhig idiotisch nennen.
Was mich am meisten aufregt ist, daß Du, anstatt einen Artikel über den wirklichen Skandal zu schreiben, nämlich genau das, wofür Du wikileaks auch noch die Schuld gibst, das Verhalten der Regierungen, einen Angriff auf die Plattform startest.
Was da, vor allem gegen Julian Assange, abläuft, ist einer der größten Skandale der letzten Jahre. Vor allem diese äußerst dubiose Geschichte um die angeblichen “Vergewaltigungen”. Ich finde es eigentlich schon Skandal genug, daß eine Meinungsverschiedenheit (wenn es die denn überhaupt gab) über Verhütungsmethoden in einem europäischen Land als Vergewaltigung bezeichnet wird und auch noch unter Strafe steht (wobei mich interessieren würde, ob auch Frauen, die die Pille “vergessen”, in Schweden als Vergewaltigerinnen bezeichnet werden – ich vermute mal Nein, es machen sich dort ja auch nur Freier strafbar und nicht die Prostituierten).
Ach Swenske, Du weißt doch, dass ich nicht im luftleeren Raum agiere und viel bei den Kollegen lese. Warum sollte ich die 100e Copy solcher Artikel schreiben, die ihr alle kennt und bei denen ihr dann wohlgefällig Applaus gebt? Das ist doch keine intellektuelle Herausforderung. Ich betrachte Dinge lieber aus einer anderen Perspektive und freue mich, wenn ihr daran auch einmal Anstoß nehmt. Ansonsten wäre mein Blog ja auch überflüssig.
Noch finde ich die Affäre um Assange nicht derart skandalös. Sollte sich daran etwas ändern, werde ich garantiert darüber schreiben.
“Noch finde ich die Affäre um Assange nicht derart skandalös. Sollte sich daran etwas ändern, werde ich garantiert darüber schreiben.”
Jetzt haben wir eine skandalöse Affäre.
Die Briten haben einen “Vergewaltiger” Namens Assange verhaftet.
Die Worst-Case Folgen der Verhaftung?
Der Auslieferung Herrn Assanges an Schweden. Überstellung an die USA, die ein Exempel statuieren, in Form einer lebenslangen Haftstrafe inklusive gelegentlicher Besuche der netten Herren mit den Schlapphüten. Hochverrat an den USA können nur Amerikaner begehen, also fällt die Todesstrafe flach.
Man kann geteilter Auffassung über Wikileaks und seine Gallionsfigur sein, aber das Schicksal gönne ich ihm nicht.
Richtig, ich bitte auch, mich da nicht falsch zu verstehen.
Ich fände es auch äusserst bedauerlich, sollte es dazu kommen und hoffe sowieso, dass Wikileaks noch ein Weilchen bestehen bleibt. Im Falle von Julian Assange menschlichen Gründen, ansonsten, da ich auf die Veröffentlichung von bankinternen leaks gespannt bin (war?).
Ich finde die (zunehmend häufigeren) “Advocatus-Diaboli”-Artikel von dir ja auch nicht schlecht, in einem dialektischen Sinn: Sie kitzeln quasi schärfere Argumentationen in den Kommentaren heraus. Dumpfes Schulterklopfen unter Gleichgesinnten wird schnell langweilig, und macht blöd. Und an Unterstützern fehlt es WL momentan ja auch nicht. Das ist eher der Streisand-Effect im Quadrat gerade, nachdem gestern nun auch noch Leute nachwiesen, dass bei Twitter #Wikileaks wohl aus den “trending topics” herausgenommen wurde. Schnell meldeten sich dann in Kommentaren Twitter-Manager, und behaupteten, das sei nur der Algorithmus, und ihre Argumente wurden dann auch genüsslich und logisch zerpflückt.
Zur Frage der Diplomatie nochmal: Es gibt viele Arten von Diplomatie, auch die Intrige gehört etwa dazu. Es gibt die Diplomatie des Seeheimer Kreises. Und es gibt die Art von Diplomatie, wie sie bei der Schlichtung von S21 vorgeführt wurde. der Unterschied ist der Grad an Öffentlichkeit. Demokratisch verfasste Gemeinwesen und Metternich-Diplomatie passen nicht gut zusammen. Allerdings haben es Demokratien nicht nur mit Demokratien zu tun. Hoffentlich leakt bald mal auch was aus China.
Das hoffe ich auch, bin aber skeptisch. Autoritäre Regime haben ihren Laden nun einmal besser im Griff – auch eine Lehre aus Cablegate, die falsch verstanden werden kann.
gaanz so ist das ja nicht!
Guckst Du da:
Neun Kommentare über die Kommunistische Partei
Und natürlich sind unsere Freunde der Aufklärung ganz vorn mit dabei:
Die „Neun Kommentare“ gewinnen Nationalen Journalismus-Preis in den Vereinigten Staaten
Datiert zu 2005.
Damals gab es eine Riesenaustrittswelle aus der KPC.
Die Epoch-Times hatte da eine zeitlang eine monatliche Austritts-Statistik.
Aber mittlerweile wieder alles klar auf der Andrea Doria.
Will heissen: die Junta scheint das alles wieder gut im Griff zu haben.
Von China lernen, heisst siegen lernen, geht das Raunen durch unsere Eliten.
Managed Capitalism. Plutokratie. Whatever.
@Groo
ok, aber das ist nicht von WL, sondern von dieser komischen Sekte, der ich kein Stück über den Weg traue ;-)
komische Sekte?
Meinst Du Falun Gong?
Haben mW nichts damit zu tun.
Die Epoch times schreibt ab und zu über Organentnahmen bei den Falun-Gongern.
Wie? Epoch Times ist doch das inoffizielle Organ von Falun Gong ;-)
@ groo
double standard hoch Tausend.
Wenn’s gegen China geht ist “whistle blowing” natürlich gaaaaanz toll und preiswürdig (selbst aus dubiosen Quellen :D).
Geht’s gegen die USA ist das mindestens Landesverrat und gehört mit Rübe ab bestraft.
Auf dem law blog ist ein schöner Artikel erschienen, der u.a. die Aussage enthält, daß sich die USA mit ihrem momentanen Verhalten mehr schaden als “cablegate” es jemals gekonnt hätte.
Da ich den Amis grundsätzlich alles zutraue, könnte ein “Selbstmord” oder ein bezahlter Mord durch einen Mithäftling im Knast noch dazukommen.
Wikileaks hat ja noch diese insurance.aes256 Datei. Vielleicht kann die ein versteckter Trumpf in der Hinterhand sein. Oder aber auch nur heiße Luft…
http://blogs.theaustralian.news.com.au./mediadiary/index.php/australianmedia/comments/julian/
Er hat nicht Unrecht:
http://www.michael-schoefer.de/artikel/ms0898.html
Fakt ist: Es ist gut wenn was getan wird. Ob es immer 100% ist, ist eigentlich egal.
Wenn die Welt in den 3. WK schlittert, bei dem Jeder betroffen sein wird und es wie immer nur die Kleinen trifft, was dann?
Dann wird man überall jammern: Hätten wir bloß mehr WL gehabt!
Spätestens wenn man das Internet “abschaltet” weiß das gesamte Volk was Phase ist. Aber dann ist es zu spät!
aus dem externen Link:
das ist ja genau der intellektuelle Kurzschluss: nur weil einer irgendeinen internen Scheiss veröffentlicht hat ist es noch lange nicht relevant. Abgesehen davon sind -fast- alle Quellen aus dem Externen Link aus Wikipedia und von anno dunnemals. Alles olle Kamellen, die keine Sau wirklich interessieren ausser vielleicht die Schlauberger, die meinen sie wären die großen Wahrheitsoffenbarer, nur weil sie Google bedienen können oder sich ihre Weisheiten gegenseitig abschreiben.
“Relevanz” ist das Stichwort. Wäre ich Geheimdienst und würde ich solche Blogs lesen, wüsste ich, dass ich mir um meinen Job keine Sorgen machen muss.
Wenn einer gerne noch mehr über Assange wissen möchte – das Beste, was bislang über ihn geschrieben wurde, stammt wieder einmal vom New Yorker. Ein Klasseblatt. Der Artikel ist hier. Hoffe, er trägt zur weiteren Meinungsbildung bei.
Spätestens bei diesem Satz “Dass Wikileaks mit der Veröffentlichung der Depeschen gegen US-amerikanisches Recht verstoßen hat, ist unumstritten. ” habe ich aufgehört zu lesen.
Ein gröberer Unfug ist mir bisweilen nicht untergekommen.
Tatsache ist halt, dass bei solchen Themen immer Moral, Recht und Ideologie vermengt in kurzen Statements abgesondert werden, aber das regt wenigstens das Hirn an :)
Rechtlich ist die Sache natürlich interessant. Eine Plattform für Whistleblower ist nicht gleichzusetzen mit dem Beschaffen von geheimen Informationen, das steht jedenfalls fest.
Dann solltest Du Dir mal das amerikanische Recht zu Gemüte führen.
Diese Aussage ist und bleibt grober Unfug, hat nichts mit Recht zu tun, sondern der Author impliziert hier, dass seine Meinung geltendes Recht widerspiegelt. Was Falsch ist.
Bis zu diesem Absatz hatte ich mir den Unsinn ja noch durchgelesen.
In den klassischen Medien hätte man eine solche Manipulation der Leser noch wenigstens etwas subtiler mit ‘gilt als unumstritten’ versteckt… ;)
Assange schrieb vor seiner Verhaftung noch einen Zeitungsartikel:
http://www.theaustralian.com.au/in-depth/wikileaks/dont-shoot-messenger-for-revealing-uncomfortable-truths/story-fn775xjq-1225967241332
Live-Ticker beim Guardian:
http://www.guardian.co.uk/news/blog/2010/dec/07/wikileaks-us-embassy-cables-live-updates?CMP=twt_gu
Absoluter Blödsinn!!!
Gruß
H. Müller
Kein Bullshit
Trifft nicht zu.
warum trifft das nicht zu?
Willst Du ernsthaft behaupten, wikileaks habe sich wg. eines Copyright-Verstoßes nach US-amerikansichem Recht strafbar gemacht :D?
Oder was wolltest Du mit dem Link auf “§ 105. Subject matter of copyright: United States Government works” ausdrücken?
Falls das Dein Ernst sein sollte – dem steht Dein eigener Link entgegen. Übersetzt steht da im ersten Satz, daß für Arbeiten der US-Regierung kein Copyright unter dem nämlichen Artikel besteht.
Ähnliches gilt übrigens auch in Deutschland.
Al Capone hat man wg. Steuervergehen verknackt ;-)
Ich weiß – keine Vergleiche, ihr seid da komplett humorlos *lach*
Egal – Hier findest Du alle Antworten auf Deine Fragen
Frag mal z. Bsp. den SPIEGEL-Justiziar ob der Spiegel mit der Veröffentlichung gegen US-Copyright verstößt? :-)
Nein … na? klickert es langsam?
Um es nochmal klar zu sagen. mehr Recherche hätte gut getan. Wie schon öfter angemerkt: Das Veröffentlichen der Depeschen fällt unter den 1.Verfassungszusatz und ist nicht illegal. Für Mannings sieht die Sache etwas anders aus.
Das Argument mit dem Copyright greift ebenfalls nicht. US-Regierungs- und Behördendokumente sind ausdrücklich davon ausgenommen.
Warum, glaubst Du, sucht man noch immer nach einem Gesetz, um Assange oder Wikileaks habhaft zu werden? Derzeit wird ein zweifelhaftes Gesetz von 1917 (!) geprüft.
Im Inland, aber NICHT im Ausland. Aber auch das widerhole ich jetzt zum x-ten male.
Ganz einfach: Mit läppischen Copyright-Sachen wird man ihn kaum hinter schwedische Gardinen bekommen. Hier geht es ja auch um Amazon und PayPal – und denen reicht der Copyright-Krams, um einen Grund nennen zu können, WL zu sperren. Da kann ich ja nun nichts für ;-)
Ich möchte zunächst mit einem Zitat beginnen:
Wahre Worte sind nicht angenehm,
angenehme Worte sind nicht wahr.
Laotse
Die Verwerfungen, für die Wiki-leaks gesorgt hat, sind nicht erstaunlich, wenn man das in einem größeren Kontext beurteilt. So lange die Menschen in (a)sozialen Gemeinschaften zusammenleben, ist die Frage nach Macht, deren Aufteilung, Ausbau und Erhalt einer der zentralen Kulminationspunkte menschlichen Denken und Handelns.
Unterschiedliche Gesellschaftsformen haben unterschiedliche Konzepte ausgebildet, diese Fragestellung zu lösen, mit unterschiedlichen „Erfolg“ bzw. Auswirkung für die Menschen.
Momentan sehe ich unsere „Lösung“ als eine neoliberale Zuschauerdemokratie, die durchaus plutokratische Elemente aufweist. Eine Elite oder auch „Mächtige“ sehen natürlich Ihre Macht bedroht, da Sie die Kräfte wie nun Wikileaks nicht kontrollieren, oder gar steuern könnten. Durch verschiedene Maßnahmen wird nun versucht, diesen Umstand einzudämmen,
was mehr als logisch ist, vor allem wenn man mit einbezieht, dass jedes System auf Selbsterhaltung ausgerichtet ist uns sich immer wieder neu ausbalanciert. Man spricht hier auch von „Fliesgleichgewicht“.
Das ist erstmal eine Zustandsbeschreibung ohne eindeutige Wertung.
Ich persönlich halte die Veröffentlichungen auf der einen Seite eine Chance für Veränderungen und auf der anderen Seite eine große Gefahr. Chance im Sinne von Aufklärung des zur Vernunft begabten Wesens namens Mensch. Gefahr im Sinne von Verletzung des Privaten. Letzteres ist besonders genau zu beleuchten, da „Privat“ nur in begrenztem Sinne für Diplomaten zutrifft, die dem unserem Staat „uns“ Dienste leisten. Im übertragenen Sinne ist Privat dennoch zutreffend, wenn man dies vor dem Hintergrund nicht-öffentlicher Handlungen / Informationen sieht. Und hier muß die Diskussion eigentlich angesetzt werden. Wieviel „Privatheit“ oder Verschwiegenheit, Nicht-Öffentlichkeit, möchten wir, müssen wir dem Staat für das Wohle der Mehrheit der Staatsbürger zugestehen?
In dieser Richtung würde ich die Diskussion hier gerne sehen…
Deshalb schließe ich auch mit einem Zitat:
Der Stein der Weisen sieht dem Stein der
Narren zum Verwechseln ähnlich.
Joachim Ringelnatz
das wohl der mehrheit definiert jetzt wer? die mehrheit oder der staat? und wenn der staat das wohl der mehrheit gefährdet sieht durch den verlust SEINES privaten, dann hilft ringelnatz?
wow!
1. Zur Feststellung, es stehe in den Veröffentlichungen der “Cables” eigentlich nichts neues:
Personen wie SF und/oder die meisten seiner Leser mögen sich evtl. über all’ diese Dinge bewusst sein. Das Bild, Welt und RTL konsumierende Lieschen Müller ist das jedoch keinesfalls. Da in Demokratien die Macht über die Mehrheit verteilt wird, sind derartige Enthüllungen daher durchaus wegweisend.
Einfach nicht immer nur von sich auf andere schließen bitte, insbesondere beim Informationshorizont.
2. Zum angeblichen Personenkult um Assange.
Wo manifestiert der sich? Ich konnte ihn bisher nicht entdecken.
Eindeutig sichtbar jedoch sind zahlreiche Anti-Personenkulte – und nun also auch hier.
3. Nehmen wir an, Assange sei diktatorisch/intransparent/wasauchimmer:
Unberührt davon bleibt die Tatsache, dass Wikileaks gerade die Welt und die herkömmlichen Strukturen aufrollt (damit meine ich jetzt nicht die “Cables”-Veröffentlichungen, auch wenn ich ihnen wie oben gesagt eine erheblich größere Bedeutung beimesse als z.B. SF). Und das so ein Projekt _nötig_ war und ist. Und das ich bisher keine funktionierende Alternative gesehen habe. Auch jetzt nicht, trotz der vielbeschworenen “Intransparenz” von WL. Also, was nun? Sollen sie wieder aufhören, weil sie trotz 90% Gutem auch 10% Kritikwürdiges erzeugen? Ist eine weitere Verbesserung überhaupt möglich, und wenn ja, wie? Wollen wir wieder eine Welt vor Wikileaks?
4. Was bedeutet denn eigentlich konkret “Intransparenz” bei Wikileaks? Wie soll das denn anders laufen, als das eine Gruppe von Entscheidern entscheidet, was veröffentlicht wird und was nicht? Soll es erst veröffentlicht werden, damit dann demokratisch entschieden werden kann, was veröffentlicht wird? Oder wie darf ich mir das vorstellen?
Oder sollen die Entscheider demokratisch bestimmt werden? Wie verhindert man dann die Korruption innerhalb der Organisation? Viele Ex-Grüne können ein trauriges Lied von dieser Problematik singen…
5. Die Lebensversicherung.
Ohne diese Versicherung wären Assange & Co. schon längst in einem Abu-Ghraib-Äquivalent verschwunden. Jmd. vorzuwerfen, sein persönliches Leben vor so einem Schicksal zu schützen, empfinde ich als perfide.
Zu dem Vorwurf der willkürlichen Nicht-Veröffentlichung dieser Infos: In der Lebensversicherung könnten Informationen stehen, die für die Gesellschaft von deutlich weniger großer Bedeutung sind als für die betroffenen Einzelpersonen/Gruppen (also z.B. Privates, d.h. solche Informationen, von denen SF ja zu Recht verlangt, das sie nicht veröffentlicht werden sollen).
Das sind die Dinge, die ich ihm Rahmen der obigen Diskussionen einwerfen wollte, und an die ich mich hier am Ende noch erinnern kann.
Bzgl. des Artikel empfand ich die ersten zwei Absätze als ziemlich daneben (man zeige mir doch bitte mal auch nur einen “Cyberanarcho”, der so etwas fordert). Später relativiert SF glücklicherweise wieder etwas. Der Rest geht dann so. Mir fehlt sehr der Vorschlag einer Alternative zu Wikileaks, wenigstens im Konzept. Solange die nicht da ist, sympathisiere ich weiterhin mit dieser Plattform und einer evtl. Spendentätigkeit.
98. SF ist gut im Kommentieren, wenn du Zukunftsloesungen und Konzepte suchst bist du hier FALSCH. Ich habe dies auch schmerzlich lernen muesse. Ich kenne keinen Blog der entwas versucht zu aendern. Das geht auch nicht. Dazu musst dich schon in einem Verein, Partei oder Gewerkschaft – heute besonders populaer in einer Lobby organisieren….
(3) Der SF mag nicht die Flanken, daher kreiert das 30-70, 40-60 oder 50-50 Kommentar.
(4) Eine realistisch durchsetzbare Antwort ist SF und eigentlich jeder hier seit Kommentar 1 doch schuldig geblieben.
(5) Du weist doch “die humanistischsten Idealisten sind die, die als Maertyer enden” – Che Guevara
Allgemein:
Ich kann beim Besten willen nicht begreifen, warum wir alle als gleichberechtige muendige Buerger dieses Planeten nicht ueber die gesellschaftliche Vorgaenge informiert werden sollten. Der Kern jedes Demokratieverstandnisses verlangt dies!
Im polemischen Stiele, sollten diese Informationen diese Welt zerstoeren, dann wird ihre Tragweite und Vertiefung letztendlich auch zur solcher fuehren.
Als ich Sommer vergangenen Jahres bei dem Netzwerk-Recherche-Kongress in Hamburg eine Vorstellungsveranstaltung von Wikileaks besuchte, war die Platform noch beinahe unbekannt.
Damals habe ich Daniel Domscheit-Berg und Julian Assange die Frage gestellt, wie sie es mit Datenschutz halten. Die Antwort war: Wir veröffentlichen grundsätzlich alles, so daß wir keinen Einfluß auf die Veröffentlichung haben.
Diese Aussage war nicht nur falsch, sondern auch fahrlässig. Dennoch: Schuld an diesem Datenleck hat in erster Linie die Datenpolitik der Amerikaner, die im Zuge der gigantischen Ausweitung ihres Sicherheitsapparates zu vielen Zugang zu geheimen Daten gaben. Es ist etwas verkürzt und einseitig, in diesem Fall Wikileaks zu kritisieren.
Dennoch sind die Grundsätze des Projektes offenbar wenig durchdacht, und es ist schlicht naiv zu glauben, sich ohne eine ausreichende Organisationsstruktur mit den USA anlegen zu können. Daher wird Wikileaks bald vergehen — an seine Stelle werden aber vergleichbare Projekte treten.
Auch wenn Wikileaks viele Fehler gemacht hat, so ist es richtig, daß der Kaiser nackt ist: ein Hegemon, der gigantische Summen für Sicherheit, Militär und Sammeln von Informationen ausgibt. Man könnte auch argumentieren: Warum hat der Steuerzahler kein Recht auf diese Information, die er bezahlt, und daher: Weniger Sicherheitsdienste, mehr Journalisten.
Jens Berger redet letzlich dem Hurenjournalismus (Spiegel, Faz, Guardian, New York Time, Bild etc.) das Wort. Gewollt oder nicht.
Wenn ich schon diese erbärmlichen Wikileaks-Speigelartikel lese, in denen irrelevante Journalisten irrelevante Informationen á la “Wir haben die WikiDepeschen analysiert, wir sind relevant, ihr braucht uns, tumbes Volk; sogar Spiegelfechter stimmt uns zu!!1eins”
Auch wenn du es dir nicht vorstellen kannst, Spiegelfechter: Diese schmutzige Journaille hat seit Anbeginn das wichtig Marx-Credo ignoriert und ist damit letztlich nur ekelhafter Meinungsschleim für Leute, die es nicht beser wissen. Aber das ändert sich.
Das mag ein zum Journalist verkommener Spiegelfechter, der unbeleckt von Sachkenntnis nun über jedes dahergelaufene Thema schreibt mittlerweile anderes sehen, aber die Macht des Faktischen wird nicht mehr zu ignorieren sein.
Ich weiß ja, dass einige Leser sich nicht sonderlich viele Gedanken machen, bevor sie ihre Kommentare ablassen.
Ich kritisiere, dass WL die Leaks exklusiv an SPIEGEL und Co. gegeben hat und dann kommt irgendein Troll aus dem digitalen Dickicht und behauptet, ich würde SPIEGEL und Co. das Wort reden.
Dümmer gehts nimmer *kopfschüttel*
Es kann ja keiner in Deinen Kopf sehen (noch nicht), sondern nur was Deine Hand schreibt hier im Blog. Für dieses “Missverständnis” bist Du selber verantwortlich. Auch ein Wortakrobat sollte sich klar ausdrücken.
*kopfschüttel*
und an welcher Stelle habe ich mich “mißverständlich” ausgedrückt?
Also lieber Jens Berger, ohne die 316 Kommentare in den zahllosen Threads durchzulesen will ich hier meinen Senf auch mal kundtun.
Bis auf den vorletzten Absatz ist der Artikel ziemlicher Unsinn! Hätte ich nicht gedacht, dass ich sowas hier vorfinden werde. Mensch Jens!
Sämtliche Vergleiche im Artikel – die direkten als auch die indirekten – sind hanebüchen.
Beispiele:
Aua, das tut weh! Also wer Informationskontrolle (in dem Fall Informationszurückhaltung) als Teil einer strukturellen Gewaltausübung (durch sie staatliche Organisation) betrachtet, hat prinzipbedingt kein Interesse daran, dass individuelle (private) Daten ungeschützt sind. Ganz das Gegenteil. Deine Introthese ist also nicht nur provokant (kennt man ja), sondern schlichtweg Unsinn.
Was dein Querverweis an “Collateral Murder” angeht (Fall Dutroux):
Du entkräftest damit dein eigenes Argument! “Wie sich später herausstellte” … Wo ist also das Problem? Wenn jedoch etwas geheim gehalten wird (also das Gegenteil von der angeprangerten Informationsbefreiung), gibt es keinerlei Chance für eine Erkenntnis, nicht mal für eine zu korrigierende.
Der Mord an den 14 Menschen, dem wir im – echten – “Collateral Murder” beiwohnen durften, wäre heute noch immer “geheim” und es wären wohl heute noch weit mehr Menschen der Propaganda vom gerechten Krieg aufgesessen. Obwohl damals zwei Reuters-Journalisten(!) getötet wurden, wurde diese Angelegenheit – die die Zustände im Irak anschaulich dargelegt hat – nicht veröffentlicht! Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen.
Dein (indirekter) Vergleich stinkt also gewaltig.
Wenn die allermeisten “Cables” nicht veröffentlichungswürdig sind, dann werden die auch kein “Schadpotential” haben, oder? Wo ist also das Problem?
Wenn etwas irrelevant ist, wieso bekommt es dann überhaupt Aufmerksamkeit? Erklärung: In einer Leserlandschaft, in der Details zum Liebesleben der Mächtigen (Berlusconis Pimmel bspw.) als “wertvolle” Informationen vermarktet werden, wirkt es natürlich erstmal bizarr, wenn man einfach alles – inkl. Schund – veröffentlicht. Ja, es ist eine Zumutung. Aber im positiven Sinne. Aber an der Stelle sind wir schon bei einem weiteren von dir angesprochenen Punkt:
(Nur so nebenbei, lieber Jens: Es wurden überhaupt nicht alle Depeschen veröffentlicht. Wenn ja, dann gib mir doch mal bitte einen Link. Hier liegst du also schonmal völlig falsch!)
Im Moment entscheiden noch immer die altehrwürdigen Papiermedien, was veröffentlicht wird. Denn nur diese haben derzeit den vollständigen Datensatz der Cables. Nicht verwunderlich, dass der Spiegel seine eingefahrenen Pfade nicht verlässt und erstmal nur die Schundbeigaben des Konvolutes aufbereitet und ans Leservolk verhökert. Was Intransparenz bei der Auswahl angeht, kann man derzeit also einfach mal beim Spiegel nachfragen.
Da es auf deiner Seite erstaunlicherweise wohl starken Informationsbedarf hinsichtlich Wikileaks gibt, hier nochmal ne kurze Zusammenfassung:
Das Selbstverständnis von Wikileaks ist, Informationsquellen eine Möglichkeit zu bieten, brisante Informationen an die Öffentlichkeit zu bringen, ohne sich dabei selbst zu gefährden. Die Wikileakianer finden den “klassischen Weg” für Informanten über einen Journalisten wohl mittlerweile zu gefährlich (man denke an Vorratsdaten etc.) als auch zu intransparent. Wie wird in den Redaktionen denn letztlich entschieden, was die Öffentlichkeit davon jemals zu Gesicht bekommen wird? Wisssen wirs? Im schlimmsten Fall ist der Informant das Risiko komplett umsonst eingegangen. Deutlich wird das, wenn man sich einfach einmal vorstellt, der Informant der “Cables” hätte jene statt an Wikileaks in klassischer Weise direkt und exklusiv an den Spiegel gegeben. Oh mein Gott!
Also wenn man möglichst “ungefiltert” und viel veröffentlicht, dann ist das weit transparenter als die Arbeit der gewöhnlichen Spiegel-Redaktion.
Man sollte auch bedenken, dass es ideal wäre, wenn es mehrere “Wikileaks” gäbe, die unabhängig voneinander zur Verfügung stehen.
Also auch deine Anschuldigungen gegen Assange als vermeintlichen Informations-Potentaten zeugen also von schlichter Unbedarftheit deinerseits. Sehr enttäuschend.
Und nochwas Wichtiges:
Wikileaks selbst beschafft keine geheimen Informationen. Es ist nur _eine_ Möglichkeit von von vielen, die sich Trägern von belastenden Informationen bietet, das eigene Handeln moralisch zu gestalten.
Wikileakianer “graben” also nicht aktiv nach Informationen (Wie “Hacker”, “Cracker” und Datendiebe). Bevor eine Information über dieses Portal in die Öffentlichkeit kommt, musste sich initial immer erst eine Person ausserhalb Wikileaks dafür entscheiden die “eigenen” Informationen zu veröffentlichen. Am Anfang einer Veröffentlichung steht also immer erst einmal das Gewissen und der moralische Anspruch eines Geheimnisträgers und nicht der blinde Wille einen “Feind” zu schädigen. Ein wichtiger Umstand, wie ich meine. Man muss leider darauf deutlich hinweisen, da die Otto-Normal-Rezipienten-Medien das geflissentlich andersherum oder garnicht darstellen.
*seufz*
Was sind das wieder für Argumente? Da veröffentlicht man falsche Anschuldigungen und private Daten von Zeugen einfach mal flux und guckt dann, was kommt. Das ist idT purer Voyeurismus, zumal die Leaks in diesen Punkten 0,0 zur Aufklärung beigetragen haben.
Das ist kein (indirekter) Vergleich, sondern zwei komplett verschiedene Dinge. An welcher Stelle kritisiere ich denn die Veröffentlichung dieses Videos. Obwohl dazu einiges anzumerken wäre – aber das lasse ich jetzt lieber.
*lol*
Es wurden bislang fast gar keine Depenschen veröffentlicht. Herrjeh.
Beides ist komplett(!!!) intransparent. WL filtert zunächst durch Auswahl, was veröffentlicht wird und dann noch einmal bei der Veröffentlichung selbst – warum sonst, sind momentan rund 15% der bislang veröffentlichten Cables gelöscht wurden? Das wäre ja alles verständlich. Aber nach welchen Maßstäben entscheidet da wer? Klar, der SPIEGEL ist da nicht besser – aber m.E. auch nicht schlimmer.
So? Dann verrate mir doch mal etwas über die internen Kompetenzen und Entscheidungsmechanismen bei WL. Ich bin gespannt ;-) Mir wollte und konnte bislang noch kein WL-Mitarbeiter diese Frage beantworten.
Und welche bringst Du denn auf? LOL Wirtschaftslehre und Politik?!? Beim besten Willen sowas kann auch durch 10 Jahre Zeitung und Financial Times lesen aneignen.
Bevor Du das persoenlich nimmst – deine geistige Muendigkeit – stelle ich nicht in Frage – aber, so Leid es mir tut, die geistige Muendigkeit von Assange und den WLern noch weniger. Was dort auf die Beine gestellt worden ist stellt vieles andere an Errungenschaften des Internetzeitalters in den Schatten.
Mit “Kompetenz” meine ich nicht die fachliche Eignung, sondern die Aufgabe und die Entscheidungsmöglichkeiten in der Organisation.
Deine kindlichen Beleidigungen nehme ich gar nicht ernst. So was fällt eh auf den Rabauken zurück.
Dies stimmt nun nicht: http://www.guardian.co.uk/world/interactive/2010/nov/28/us-embassy-cables-wikileaks
geht dieser Wikileaks-Hype nicht grundsätzlich am Thema vorbei? Ich les immer was von “Geheimdiensten” und deren Arbeit. Hm…ich frage mich, wenn ein Geheimdienst ernsthaft Interesse an den bei WL veröffentlichten Dokumenten hätte, wüsste derjenige es doch sicherlich schon, oder nicht?
Also was wären denn Dokumente von tatsächlicher Wichtigkeit, Informationsvorteile einzelner Staaten gegenüber anderen, usw. ; bzw. Informationen des Mossad oder des CIA (oder wer auch immer) über Iranische Atomkraftwerke oder arabische Terroristen, usw.
Haben die Dokumente von WL denn so eine Qualität? Eher nicht, oder?
Wen kümmert es also, ausser dass die USA und andere Staaten nun einen – noch nicht mal schlagbereiten – Feind nun als solchen öffentlichkeitswirksam darstellen können.
Assange hilft mit diesen Unterlagen niemandem, er schadet auch niemandem, weil die Inhalte für Geheimdienste, somit Staatsinteresse uninteressant sind.
Das einzige was geschieht, ist, dass das Internet noch weiter überwacht werden wird. Klingt eher als wäre Assange sowas wie ein informationstechnologischer Oswald. Heutzutage werden solche Leute ja auch nicht mehr von Irren erschossen, sondern per Sexualdelikt öffentlich hingerichtet.
Passt doch wie Arsch auf Eimer…
@102 OliverMark
Genau da sehe ich das Problem und es könnte natürlich wieder Futter für unserer VTler sein!
Julian Assange wurde von westlichen (und dem Mossad!) Geheimdiensten in diese Position gehievt und mit ihrer Hilfe und deren Informationen wurde langsam aber sicher WL aufgebaut. Jetzt werden noch mehr Informationen rausgehauen und durch die Platzierung bei einschlägigen Medien (NYT, Guardian, Spiegel, etc.) bekommen diese Massenweise Aufmerksamkeit und die westlichen (!) Regierungen spielen ihre Entrüstung mit einer oskarwürdigen Leistung. Durch diese Veröffentlichung haben die Regierungen einen Grund das “freie” Internet noch weiter zu kontrollieren, durch z.B. noch mehr VDS, Firewalls, Blacklists usw. usf. Klingt doch ganz logisch, deswegen gab es bisher weder irgendwelche Leaks von Israel, noch von Geheimdiensten, noch wirklich dauerheftige Daten, die uns noch in 5 Jahren im Magen liegen werden.
Sorry, aber zum Abend hin werde ich immer kreativ :D
wenn wir die VT-Maschine mal richtig anwerfen wollen: Was passiert eigentlich mit den Whistleblowern, die WL Informationen geben, von denen wir nie etwas mitbekommen? ;-)
Sagt dir Baihua Yundong etwas? Und hast du gehört, was Lieberman nun zur NYT verlautbart hat? ;)
Und?
Klär uns auf!
Nö. Erzähl – oder soll ich googeln? ;-)
@Jens, Lago’s beitrag ‘Baihua Yundong ‘ ist schon auf der ersten Seite bei den google hits.
Da rede mal jemand von Selbstreferentialität des Netzes.
Sonst erstmal nix Gscheites ;)
Lieberman hat in einem Interview auf Fox News (taaadaaa :D) gemeint, die NYT wäre nun Ziel von Investigationen des State Departments und könnten evtl. wg. Spionage verknackt werden. Jedenfalls sinngemäß hat er das gesagt.
Direkt unter dem youtube Video mit seinem Interview
Na, wo is denn nun mein Kommentar hin, dass der Artikel auf Wunschdenken aufbaut ?
Also nochmal gerne im Detail:
die Aussagen auf denen dieser Pseydo-Artikel beruht, sind sämtlich inhaltlich falsch.
Ich meine Löschen ist natürlich einfach =:)
Ich nehme den nochmal einfach zum Anlass:
“Dass Wikileaks mit der Veröffentlichung der Depeschen gegen US-amerikanisches Recht verstoßen hat, ist unumstritten.”
Diese Aussage alleine widerspricht Urteilen des amerikanischen Bundesgerichtshofes. (Hier sei der Author des Artikels aufgefordert, sich rechtlich schlau zu machen, bevor er groben Unfug postet.)
Der Rest des Artikel baut ebenfalls auf Irrtümern auf, sei es nun der Hackercodex von 1984, den der Author anscheinend aus der Wikipedia entnommen hat, oder sei es der deutlichst tumbe Satz “Wer am Ende gewinnen wird, ist nicht vorherzusagen. Verlieren wird im jedem Fall der normale Netzbürger, der von beiden Seiten offensichtlich als nicht schützenswerter Kollateralschaden angesehen wird.”
Falls der Author natürlich den “normalen Netzbürger” mit der Horde “wir wussten von Nichts”-Bürgern aus dem 1000 jährigen Reich gleichstellen mag – ahnungslos und folgsam – dann sollte er dies auch zum Anfang seines Artikels kund tun und sich nicht hinter fadenscheinigen Argumenten verstecken.
Falls er allerdings der Meinung sein sollte, dass diese “Horde” immer noch brav dem “Führer” folgen sollte, ohne nachzudenken, so wäre ebenfalls ein Hinweis am Anfang des Artikels hilfreich.
Wie auch immer ich es betrachte und wende, der Artikel ist und bleibt “grober Unfug”
na ja, die Horde folgt doch brav ;-)
Der Föhrer heißt Assange und ist über jede Kritik erhaben !!11! ;-)
oder er heisst Spiegelfechter und verbreitet brav die “Reichspropaganda” ?
ja schon klar. Mit Gläubigen sollte man gar nicht erst diskutieren ;-)
bevor ich es vergesse:
wo bitte ist im us-recht festgehalten, dass wikileaks gegen eben jenes verstösst ?
Hier erwarte ich schon eine Antwort, bevor wir die restlichen Lügen dieses Artikels gerne auseinandernehmen können.
ach ja. Du hast ja “nett” gefragt, da kriegst Du auch eine nette Antwort ;-)
Section 105 des US Copyright-Acts legt fest, dass Regierungsmaterial der USA dem Copyright unterliegt. Und Wikileaks hat bekanntlich keine Genehmigung erteilt bekommen, diese Dokumente veröffentlichen zu dürfen.
Und dann gibt es 20 andere Gesetze die den CR act wieder aufweichen ….
Nixon ist doch zurueckgetreten oder :)
Nixon wäre auch zurückgetreten, wenn die WaPo die Infos illegal veröffentlicht hätte ;-)
Mir geht es hier doch nicht darum, WL “Verbrechen” vorzuwerfen. Das wäre ja auch dämlich. Lies Dir die Passage im Artikel durch. Mir geht es darum, dass Amazon, PayPal und Co. natürlich einen “feinen” Grund haben, WL auszusperren. Ich sage nicht, dass das korrekt ist.
@ SF/Jens
Nach meinem bescheidenen Englisch-LK-Wissen steht da aber, daß es für “Arbeiten der US Regierung” keinen Copyright Schutz unter diesem Paragraphen gibt.
Das wäre das Äquivalent zum deutschen Recht – da ist es genauso. Wäre ja auch nochmal schöner – schließlich gehört der Staat uns allen (jedenfalls sollte es so sein).
@Swenske
Ja sorry, das war auch der falsche Link. Der 105 gilt für das Inland – im Ausland sind die Dokumente durch Copyright geschützt.
3.1.7 Does the Government have copyright protection in U.S. Government works in other countries?
Yes, the copyright exclusion for works of the U.S. Government is not intended to have any impact on protection of these works abroad (S. REP. NO. 473, 94th Cong., 2d Sess. 56 (1976)). Therefore, the U.S. Government may obtain protection in other countries depending on the treatment of government works by the national copyright law of the particular country. Copyright is sometimes asserted by U.S. Government agencies outside the United States.
@SF:
U.S. Government may obtain protection in other countries depending on the treatment of government works by the national copyright law of the particular country.
@ SF
Also entweder ist Dein Englisch auffrischungsbedürftig oder meins :D
Auch in dem jetzigen Zitat steht nichts von Strafbarkeit.
Erstens mal müssten die Amis das copyright beantragen und zweitens könnten sie das nur, wenn das im betreffenden Land überhaupt möglich ist. In Deutschland hätten sie ganz schlechte Karten.
Sorry, aber die Behauptung, daß sich wikileaks nach US-Recht mit der Veröffentlichung strafbar gemacht hätte, ist Unsinn. Das haben Dir ja schon mehrere Kommentatoren gesagt.
@Swenske
Von “Strafbarkeit” habe ich auch nie gesprochen – nur davon, dass US-Gesetze verletzt werden. Dadurch, dass die USA hier Copyright anmelden – das tun sie ja -, ist dem leider so. Da kann ich doch nichts für ;-)
@ SF
Mein lieber Jens, Al Capone hatte sich auch tatsächlich strafbar gemacht und außerdem war er US-Bürger.
Daß wikileaks sich eines Copyright-Vergehens strafbar gemacht hätte, ist vollkommen unhaltbar. Das geht eindeutig aus den Links hervor, die Du zur Stützung Deiner Aussage angibst.
Edit:
Was ist denn mit Deinem Blog los?
Der Kommentar hätte eigentlich weiter oben landen sollen. Naja, hier passt er ja auch ganz gut :D
Und wer Gesetze verletzt macht sich üblicherweise auch strafbar ;)
Mann, Mann, lieber Swenske. Du bist ja genau so ein Dickschädel wie ich ;-)
Du sagst A, ich sage B. Was machen wir nun? Einigen wir uns auf C ;-)
Tja, nur steht B nicht in den Links, die Du zur Verfügung stellst :P
WL beweist, dass selbst reine Informationen für den belesenen Weltbürger nicht taugen um etwas aufzuklären. Als seien diese Informationen tatsächlich weltbewegend.
Ich finde es faszinierend, wenn Leute durch Nebelkerzen abgelenkt werden. Ganz erschreckend finde ich es aber, wenn die selben Leute nicht mal merken, dass es Nebelkerzen sind. Kommt wohl durch ein systemisches Misstrauen. Aus fehlendem Vertrauen in den eigenen gesunden Menschenverstand (der Realität einschliessen sollte um zu funktionieren, was aber Erfahrung voraussetzt) folgt wohl schnell die eine oder andere Psychose.
Überzeugt mich umso mehr von der furchtbaren Realität, dass man selbst aufgeklärte Weltbürger nicht bei Volksentscheiden wählen lassen dürfte.
PS: auch wenn Jens Berger beim Thema S21 total daneben liegt und ein elender Quotenblogger ist *g*, so ist das WL-Thema der reine Voyeurismus. Ein Glück schadet dieser Spinner Assange niemandem (wäre ja noch schöner).
Hier ist ja schon allerhand geschrieben worden, ich kann meine Gedanken relativ weit runter brechen.
Einerseits möchte ich, dass Wikileaks die ungeschminkte Wahrheit über die Machenschaften der sogenannten (Leistungs-)”Elite” veröffentlicht, sodass die alle durch den Dreck gezogen werden können und sich nirgendwo mehr blicken lassen können… damit meine ich nicht nur die Depeschen, sondern auch noch mehr Internas über Politiker und gerade internationale Geschäfte. Ich freue mich auch schon auf die Veröffentlichung über die Banken.
Andererseits weiß ich ganz genau, dass es nicht zielführend ist und “eigentlich” der falsche Weg ist, aber hat man wirklich eine Wahl? Wir haben KAUM investigativen freien Journalismus, wer soll denn bitte unbefangen an die Informationen gehen?
Es ist für mich ein Dilemma und ich bin hin und her gerissen, aber zum Glück bin ich nicht der Einzige dem es so geht… aber eins kann ich sagen: Umso mehr Schmutz gegen WL geworfen wird, umso mehr tendiere ich zu meiner ersten Position.
PS: Ich würde wirklich gerne erfahren, was sich in der 1,4gb großen Insurance-Datei befindet.
Das stimmt. Was besser konnte WL gar nicht passieren. Kritiker haben nun einen schlechten Stand, wie ja auch die Kommentare zeigen ;-)
Ich auch ;-)
Scheisse Mann, ich hab hier immer einen schlechten Stand, Du Polarisierer. ^^
Kein Wunder bei Deinen schrägen Ansichten :D:D:D
Mir persönlich geht es nicht um die “echten” Kritiker. Z.B. kann ich deine Kritik voll und ganz nachvollziehen, ich kann sogar die Kritik der amerikanischen Regierung nachvollziehen und von jedem, der in einer der Depeschen erwähnt wird. Ich bin in der Lage mich in die Leute reinzudenken und zu verstehen, warum sie etwas kritisieren, deswegen ist es für mich auch oft schwer, mir eine Meinung zu einer Thematik zu bilden, weil ich alle Seiten betrachte und somit am Ende abwägen muss, was ich persönlich für wichtiger halte.. was leider oft nicht wirklich einfach ist.
Aber wenn dann einfach nur Plumpe Propaganda und Müll verbreitet wird, dann tendiere ich dazu, die Meinung von der Seite von der der geistige Abfall kommt, als weniger wichtig zu betrachten, weil die ja offensichtlich keine rationalen Argumente haben. Beispiel: “Töten Assange”; “Wikileaks-Aktivisten sind Terroristen”; “Sie gefährden Menschenleben”; “Er ist ein Vergewaltiger”; usw. usf. einfach nur Bullshit.
Eine Sache finde ich allerdings gerade schön und ich hoffe, das werden noch einige Menschen bemerken: Man sieht gerade, wie der Apparat der aus einem internationalen Netz von etwaigen Beziehungen besteht, einen Menschen verfolgen und fertig machen kann und wo die Reise hingeht. Ich meine, internationaler Haftbefehl wegen einer Zeugenaussage zu einem Vergewaltigungsvorwurf (der in allen anderen Staaten auf dieser Welt, nicht als Vergewaltigung gilt)?! Seriously.. das ist einfach nur traurig und mir kommt es so vor, als wären die europäischen Staaten einfach nur Bananenrepubliken die auf die Kingkongs aus Übersee hören und zu allem “ja” und “amen” sagen.
kreative Personen generieren aus solchen Ressourcen eben ein tragfähiges und langfristiges Businessmodell.
Ich finde es kläglich, wenn man Assange als Messias und Cyberguru salbadert und dann greint, wenn die Realität einen eingeholt hat. Leute mit Ambitionen in die Öffentlichkeit sind zumeist keine wirklichen Machtinhaber, ist es nicht so?
Ohja, es zeugt ja auch von so viel Kreativität, wenn Geld das einzige ist, daß einen interessiert.
“Kreative” Leute wie Du hätten natürlich die geleakten Dokumente meistbietend versteigert, gelle?
Weiter oben habe ich -noch halb im Scherz- geschrieben, daß Du ja auch nur schräge Ansichten vertrittst. Schön, daß Du das hier nochmal eindrucksvoll bestätigst.
es ist interessant welch aufruhr das ganze Thema mit sich bringt.
Es kommt mir so vor dass, das Thema total unübersichtlich erscheint, wie ein Sturm der über eine Insel fegte. Ist dies beabsichtig ? Stecken dahinter die öffentlichen Medien, war es Assange der dies verursacht hat oder hab ich mich selbst in die Irre leiten lassen.
Noch ist unklar welche Kausalität über WL herschen wird. Eins steht fest WL hat eine große Aufmerksamkeit erreicht, Wieso ? Das irgendwelche internen geheimen Blätter veröffentlich wurden ist doch nichts neues.
Über die Folgen, über das leaken, tja wer weiss vieleicht leben wir zukünftig in einer Welt wie George Orwell es in seinen Buch 1984 beschrieben hat. Wo der Staat komplett das Gedankengut eines jeden Individuum kontrolliert.
Wie sagte Cesar… Gibt den Volk Brot und Spiele…
Liest sich so, als stolpere Assange über ein feministisches Plot ;-)
Welch drollige Fußnote – was dazu wohl meine “Freundinnen” von der Feministenfront sagen?
Na wau! Und du meinst auch in diesem Fall, dass die Informationen, die durch den Leak dabei aufgedeckt wurden, belanglos sind? Ich muss sagen, dass ich das durchaus äußerst interessant finde und als Zugewinn von Wissen verstehe.
Dies ist eindeutig das politische Ziel der sogenannten westlichen Demokratien. Dazu setzt man seit geraumer Zeit alle Hebel in Bewegung, um dieses Ziel auf unterschiedlichem Weg zu erreichen. Nichts fürchten die politischen Strippenzieher mehr als die Möglichkeit für Bürger sich im Internet schnell zu informieren, abzusprechen und zu organisieren. Dies läuft nämlich dem Ziel der medialen Kontrolle, die über willige Mitarbeiter unter den Verlagsbesitzern, Redakteuren etc. erfolgt, massiv zu wider.
Wer ist denn der normale Netzbürger? Und weiß er von diesem Konflikt? Was ist seine Meinung dazu? Und vor allem, welchen Schaden erhält er durch das Cablegate?
Steuerdaten können in einigen Ländern eingesehen werden. Sie würden auch der BRD gut zu Gesicht stehen – Thema Steuergerechtigkeit bzw. Realität.
Schlecht, wenn man nur ein negatives Wikileaks-Beispiel für die Diskussion in die Runde wirft. Ich behaupte, dass jeden Tag durch unsere eigene Presse und Fernsehen einzelnen Personen und so gar ganzen Gesellschaftgruppen in diesem Lande nachhaltiger Schaden von Journalisten und Redakteuren zugefügt wird. Abgesehen davon sind bei der jetzigen Wikileaks-Veröffentlichung ja renomierte Zeitungen vorab beteiligt worden. Komischerweise wird gehen sie nicht vorgegangen. Was machen Sie tatsächlich anders, mal abgesehen davon, dass sie Geld mit Informationsverarbeitung verdienen?
Genau hier liegt der Hase im Pfeffer begraben! Die Medienkontrolle liegt in der Hand weniger Privatpersonen. In den ÖR-TV sitzen in den wichtigen Positionen Politikern nahestehende Personen. Den investigativen Journalismus gibt es nur, wenn er den Verlegern in den Kram passt. Wer hier tatsächlich denkt, dass von diesen Kreisen auf breitem Feld Aufklärung erfolgt, der ist entweder extrem naiv oder lebt in einer Parallelwelt. Die Zeitungen und die Nachrichtensendungen im Fernsehen zeigen die traurige Realität jeden Tag. Massives Händchenhalten mit Lobbyisten und offene Korruption durch die Regierenden in den letzten Monaten. Was tun die Medien? Wo ist der Stinkefinger der 5. Gewalt? Wo das Interesse die Gesellschaft vor Schaden durch offensichtlich schädliche Regierungsarbeit zu schützen? Man muss schon sehr tief wühlen, um da irgendetwas zu finden:-( Angesehene Zeitungen sind in den letzten Jahren fast zu Schmierblättern geworden.
Abgesehen von diesem Problem bleibt das Grundproblem bei der Bewertung von Nachrichten bestehen. Wann überwiegt das allgemeine Interesse? Wann verzerren und verschleiern Journalisten die Originalnachricht? Und letztendlich, wieso sind nur Journalisten zu Wahrheitsfindung geeignet? Ist die breite Masse tatsächlich zu dumm, die wie auch immer geartete Wahrheit zu erkennen? Ist der Journalist tatsächlich in der Lage allen Blickwinkeln einer Nachricht gerecht zu werden, jedes Puzzlestück einer Nachricht zu finden? Ich glaube kaum! Hier wird eine Berufsgruppe auf eine Stufe gestellt, der sie allein nicht gerecht werden kann. Folglich ist auch diese in der Masse negative Berichterstattung über Wikileaks nur dem Umstand geschuldet, dass die armen Journalisten sich übergangen füllen und sie ihre ganz persönliche Klientel nicht exklusiv bedienen konnten.
Welche der Cables wirklich wichtig und interessiert sind, dürfte für jede Nation anders sein. Für die Allgemeinheit aber sind die Zwischenzeilen und die tatsächlichen Begebenheiten zu den entsprechenden Cables hoch interessant. Denn dadurch erfährt er sehr genau wie es um Menschenrechte, Völkerrecht und Demokratie in unserer Welt wirklich steht. Nämlich erbärmlich schlecht.
Warum wird Wikileaks unterstellt, den USA größtmöglichen Schaden zuzufügen? Wieso schauen die Kritiker nicht mal wem die USA und alle übrigen beteiligten Länder Schaden zugefügt haben? Da sind Einzelschiksale, Personen denen niemand bisher geholfen hat, die ihr Recht nicht erhalten haben! Verschleppt, gefoltert, ermordet! Warum beweinen alle die arme USA? Sie und viele andere Nationen brechen jeden Tag die Menschenrechte, Völkerrecht, die Genfer Konvention etc. Weshalb? Was ist das höhere Ziel? Ist es wirklich ethisch vertretbar? Warum sind wir ganz offensichtlich so abhängig von den USA? Überwiegt der potentielle Vorteil alle Risiken und Nebenwirkungen?
Auch unser gepriesenes journalistisches System ist extrem INTRANSPARENT!
Nur völlige Idioten würden sich nicht absichern! Tun übrigens auch richtige Journalisten.
Wau, wer sagt denn das? Ein paar schreiende Politiker, die ihre Verfassung nicht ernst nehmen?
Und genau deswegen braucht es einer starken internationalen Whistleblower-Organisation und einer freien Journalistenschaft, die von möglichst vielen unterstützt wird. Und bezüglich zu verbessernder Details: Intelligente Menschen(gruppen) wie Wikileaks und Unterstützer können durchaus dazu lernen.
Noch besser wären allerdings Staaten, die ihre wesentlichen Entscheidungen transparent für ihre Bürger darlegen. Aber davon wird man auch noch in 1000 Jahren träumen können.
Ja, obgleich ich (außer der EU) das eher für eine nationale und (noch) nicht für eine supranationale Frage halte.
Du, ich und alle, die das Netz nicht nur passiv nutzen.
Die meisten: ja. Das deutsche Netz ist da ja hyperkritisch – was man von anderen Nationen nicht sagen kann.
Er lehnt es natürlich rigide ab, wie man ja schon beim Fall “Zensursula” gesehen hat.
Bei Zensursula ging es um KiPo – das hat nicht funktioniert. Bald wird es um die nationale Sicherheit gehen. Cablegate liefert hier die Vorlage. Ich befürchte vor allem, dass jenseits des Atlantiks neue Grausamkeiten ausgedacht werden, die unsere Regierung nur all zu gerne adaptiert.
Wenn man die Fehler WLs thematisieren will, macht es keinen Sinn, positive Beispiele herauszusuchen ;-)
Zweifelsohne
Ganz einfach: Die Zeitungen veröffentlichen ausgewertete Daten, aber keine Rohdaten. Das ist ein himmelweiter Unterschied.
Weil alle großen Projekte des letzten Jahres gegen die USA gemünzt waren?
Sicher, aber was das Eine mit dem anderen zu tun?
Wer tut das? Ich ganz sicher nicht.
Ja und? Was ist denn das für ein Argument? Sage ich, unser “gepriesenes journalistisches System” sei transparent? Nö, also was sollen diese rabulistischen Finten?
Nö, ich sehe hier gar keinen Ermessensspielraum. Natürlich hat WL gegen gültige Copyright-Gesetze verstoßen, die Paypal, Amazon und Co. die gewünschte Angriffsfläche bieten.
100% d´accord. Mir fehlt nur ein weiteres Wort: “transparent”.
Da bin ich mir sicher.
Wenn man Transparenz hier absolut definiert, sicherlich.
Frage an Jens:
- Wikileaks checkt keine Fakten, das ist doof
- Wikileaks gibt Daten ungeprüft raus, meeeeeeeh
- Wikileaks gibt die Daten an Journalisten weiter zu prüfen, das is auch scheiße
Wie soll das bitte sonst gehen? Wenn WL alle Blogger mit den Originaldepeschen versorgt, dann gibts zwangsläufig wieder Kollateralschäden.
das ganze endet doch in der Frage:
Daten ungefiltert rausgeben oder von 3. prüfen lassen?
Wenn ich dich richtig verstehe Jens, dann ist das beides schlecht.
Also WL am besten dichtmachen?
Ich vermisse in dem Artikel einen Standpunkt.
P.S.: wo ist der unterschied, ob externe Zeitungen die Daten prüfen, oder Wikileaks selber eine abteilung für sowas aufmacht?
Ich habe ein wenig das Gefühl, dass bei allen nur eine Vorstellung über diplomatische Arbeit herrscht. Noch dazu eine sehr romantische? Soll jeder für sich bewerten, ob Diplomatie eine veraltete Schnittstelle zur Buffetpflege ist und die roten Telefone die eigentliche Rolle spielen, während die Nachrichtendienste die Wahrheit regeln. Oder ob über diplomatische Tische weitaus mehr bewegt wird, als Canapés zum Mund. Traditionell werden Spitzel und Spione über diese Schnittstellen gepflegt und mit Sicherheit auch viele andere Schweinereien, möglicherweise auch die Verhöre des Zammar durch den BKA, als die Deutsche Regierung noch lange nichts gewusst haben wollte und dann in diesem Zusammenhang noch mehr.
Von den besagten 215.000 Dokumenten hat von den hier Anwesenden noch keiner ein jedes gelesen. Wohl auch nicht die involvierten Printmedien. Welche grotesken Spielereien zwischen Nationen in diesen Dokumenten stecken können, ist schlicht nicht abzusehen. Ich halte das für ein Rennen um Meter und Sekunden. Höchstwahrscheinlich weiß nicht einmal die US-Regierung nebst anhänglicher Organe, was und wieviel wirklich verschwunden ist. Der Wille zur Verniedlichung des Vorganges, ihn auf ein paar diplomatische Spitzfindigkeiten herunterzubrechen und der plötzliche stallgeruchhafte, internationale Schulterschluss zwischen den “Betroffenen” riecht nach Angst. Wenn mehr rauskommt, kann man immer noch reagieren. Wozu sollten die jetzt etwas machen, das nach noch mehr Problemen riecht?
Sollten die Dokumente bewusst gestreut worden sein oder Assange gar bewusste Figur eines solchen Spiels sein, sind wir so oder so Claqueure der einen oder anderen Seite; Zuschauer – nicht mehr und nicht weniger.
Wer von der Deutschen Journaille die Verantwortung erwartet, diese Dokumente wirklich ernsthaft sichten und darüber berichten zu wollen, will wahrscheinlich ins Kabarett. Wir reden von einem Klüngelhaufen der selber einräumt, das Vertrauen zu geniessen an internen Stammtischen Wahrheiten zu schnuppern, die nicht berichtet werden können, weil man sonst künftig nicht mehr den Aufmacher für Frau Schröders neusten Geniestreich rechtzeitig bekommt.
Nach langem Überlegen begrüße ich diese und jede Veröffentlichung unserer intransparenten Staaten. Wenn das zum Anlaß genommen werden sollte, unsere Freiheiten weiter zu beschneiden, dann war das allenfalls der Anlass zu einem vorhandenen Wunsch, den die Herrschaften früher oder später suchen und nutzen werden.
Sollte es zu einer Abkühlung zwischen einzelnen oder vielen Staaten kommen, dann haben Diplomaten auch endlich mal wieder etwas ordentliches zu schaffen. Eine Abkühlung politischer Verhältnisse würde auch den fröhlichen Staatenreigen unterbrechen, Hand in Hand jede wirtschaftliche Schweinerei nach unten durchzutreten, würde auch jedem bewusst machen, wie fragil wirtschaftlich abhängige Staaten sind. Eine Abkühlung würde unter Umständen auch den unkritischen Gemeinschaftssinn westlicher Staaten erfrieren, über Nationen herzufallen, die nicht in unser Klischee westlicher “Werte” passen.
Als die USA nach Afghanistan Teil 1 nahezu alles getan haben um Bin Laden, die Al-Qaida und die Taliban zu unterstützen, auch nachdem klar war, dass Bin Laden nicht mehr der beste Freund war, als durch offene und verdeckte Interventionen gegen den Nahen Osten Auseinandersetzungen geschürt wurden, als man den Irak unter bewusster Täuschung der Weltöffentlichkeit überfallen hat (Menschenrechte werden in diesem Zusammenhang heute gerne zitiert, damals haben sie als Begründung nicht gereicht!), war es den beteiligten Nationen ebenso egal, wie diese Handlungen unsere Sicherheit betreffen könnten.
Ebenso egal wie es allen Beteiligten egal zu sein scheint, wie die geschaffenen und unterstützten wirtschaftlichen Bedingungen das Leben, Kultur und humanitäre Grundlagen ruinieren. Ebenso wie das Schulsystem leidet usw.
Ich kann diese Diskussion um Assange, diese und andere Dokumente und einer “möglicherweise schädlichen Wirkung” überhaupt nicht ernst nehmen.
Na, bei dem Artikel ist meiner Ansicht nach einiges an Ansichten zweifelhaft oder falsch. Ich fange mal an:
Korrekter Terminus „grotesk“, denn erstens besteht WL mitnichten aus „Cyberanarchos“, weshalb diese Gleichsetzung hier völlig fehl am Platze ist und zweitens geht es eben nicht um private Informationen, sondern um Informationen des Gebahrens öffentlicher Repräsentanten, die im Auftrag ihres Souveräns – des Volkes – handeln (sollten).
Schlampige Formulierung oder Absicht? Es gibt hier keine „Kriegsparteien“ sondern es gibt eine WL-Partei, die Informationen von Whistleblowern veröffentlicht und die jeweilige Abteilung, in der die „Petzen“ arbeiten, die mit unlauteren bis illegalen Mitteln gegen die Veröffentlichung ihrer Aktionen imAuftrage des Souveräns gegen die WL-Partei vorgeht. Demokratie heisst in erster Linie Transparenz und genau das wird mit intransparenten Methoden bekämpft.
Es gibt hier keinen „Gewinner“. Bestenfalls einen Erkenntnisgewinn.
Mumpitz. Das ist genau so eine absolutistische Pseudoaussage wie „wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu verlieren“. Ausserdem impliziert der Satz, dass die Rechtsstaatlich zweifelhaften Maßnahmen, die in Folge von der bloßgestellten Partei initiert werden, durch das Bloßstellen ebendieser Partei wissentlich erzwungen und damit verständlich bzw. legitim sein. Das Netzvolk als lustig wedelnder Dackel, der bloß nichts wissen will, weil sein Herrchen sonst auf die Idee kommen könnte, ihn zu sanktionieren. Eine sehr fragwürdige Vorstellung von Demokratie.
Und schon wieder die Vermengung von privaten Informationen und Informationen einen öffentlichen Auftrag betreffend. Kopfschüttel.
a) Assange ist nicht WL.
b) Was hat dieser Umstand mit den Veröffentlichungen zu tun? Es ist eine Begleiterscheinung, die nichts mit dem WL-Dienst zu tun hat.
Schon wieder so eine Unterstellung, die übrigens in gleich falscher Form im SPIEGEL dargestellt wurde. WL hat nichts mit dem Hackerkodex zu tun, sondern mit demokratischer Transparenz.
Bla blubb – ich spare mir mal einen Kommentar …
Der erste Ansatz einer etwas differnzierteren Denkweise.
… ist lange abgehakt und ganz offensichtlich hat WL daraus gelernt – Stichwort Schwärzungen und Konzentration auf eine zusätzliche mediale Filterinstanz.
… was im Rahmen des Möglichen jetzt praktiziert wird.
… weil: Sinnlos, wenn sie einmal im Internet kursieren. Was willst Du eigentlich?
a) Kein „Krieg“.
b) Quatsch.
Und zwar der einzige (!), denn ansonsten würde die Lücke weiterbestehen und zwangsläufig zur Sättigung der Verhältnisse führen.
Der Umkehrschluss wäre, dass unfreie Informationen besser sind. Die westlichen Demokratien widerlegen Deine These jedoch. Es ist auch nicht wesentlich, dass etwas „gut“ wird, sondern dass kranke Strukturen bekannt werden, bevor sie den Organismus irreparabel befallen haben. Es soll also eine Verschlechterung verhindert werden.
Das Gegenteil von gut ist schlecht. Abgesehen davon, dass diese subjektive Einschätzung bar jeder enpirischen Grundlage ist.
Vielleicht, weil sie zusammenhängen?
@schwitzig,
freut mich ja, dass Du da auch reingefallen bist, und Dir auch noch einen Haufen Arbeit gemacht hast. (nicht so erfreulich.)
Jens hat hier offenbar eine trickreich verklausulierte Pseudothese aufgebaut, in der er allerlei ‘Ostereier’ versteckt hat, die wir Kommentatoren dann entdecken sollten.
Sozusagen den Standard-Mist an Unausgegorenem mal aufgetischt, wie die Leitmedien das gewohnheitsmässig machen.
Natürlich gibt er nicht zu, dass er der Osterhase ist, sondern zieht recht konsequent seinen ‘advocatus diaboli’ in den Kommentaren durch.
Publikumsbeschimpfung 2.0.
Vielleicht könnte man das als geniales Experiment sehen, weil er mal wissen will, wie seine Pappenheimer so reagieren, wenn er ihnen irgendeinen Quark präsentiert.
Meine VT du jour.
Dass er amazon, paypal etc links entfernt hat, unterstützt meine Vermutung.
OK?
Wir sollten uns nur nicht gegenseitig zu sehr verwirren.
dafür braucht ihr mich nicht ;-)
Menschen wollen glauben – und wenn etwas gegen ihren Glauben sagt, reagieren sie unwirsch. So ist das nun mal. Ich bin da gerne die Lästerzunge. Vielleicht hilft es ja, dass ihr ein gaaaaaanz kleines bisschen kritischer werdet. Aber ich glaube es nicht.
Selbstgerechtigkeit und Eitelkeit steht niemandem gut. Der Jens hält sich für der Weisheit letzten Schluss und will uns was beibringen? Wie albern ist das denn bitte? Sachliche Kritik an deinen Artikeln ist wohl nicht gemeint mit ‘kritischer werden’, denn du hast ja a priori Recht. Oh man, dein Blog war früher deutlich besser…
Ich vermute, viele der Kommentatoren halten eher DICH für zu unkritisch, bürgerlich, zu konform, angepasst, zu sehr auf Linie… Da kann ich mich selbst nicht ausschließen.
Bei Dir ist Hopfen und Malz offenbar eh verloren ;-)
Aber zum Thema “auf Linie”. Liebe Juli, wir sind hier nicht im Presseclub, sondern im Netz. Und da bin ich eben nicht auf Linie, sondern einer der wenigen, die auch mal gegen die Linie die Schnauze aufmachen – wohl wissend, dass er dafür Kloppe von Leuten wie Dir gibt ;-)
@SF: also wenn ich mir die Medienlandschaft und Politikeräußerungen zum Thema WikiLeaks der letzten 2 Wochen anschaue, dann bist du bei diesem Thema ganz sicher nicht ‘gegen die Linie’, sondern schwimmst voll mit. Die meisten deiner Argumente habe ich schon in etlichen Artikeln so oder so ähnlich gelesen. Das mit den persönlichen Krankenakten hast du vielleicht sogar (unbewusst) von Dirk Niebel vorletzten Sonntag bei Anne Will aufgeschnappt…
Ja klar – darum habe ich es ja auch als “groteske … ach lassen wir das ;-)
Das war’s noch nicht ganz :D
Jaja, aber in deinen Kommentaren hast du deine eigene ‘Groteske’ offenbar ernst genommen… Totale Offenheit ist Wahnwitz usw… :D
Wo denn?
Ich gebe ja zu – ich bin nach den vielen Kommentaren ein wenig müde und verwirrt ;-)
Das ist ja erfreulich.
SF ein ‘Mensch’, den man ‘fertig’ machen kann.
Oooh, eine VT nach Hausmacher Art! Genial :-)
Die VT-ler machen einen Fehler: Sie überschätzen ihre Gegner ;-)
@Linus,
Kann sein.
man weiss ja nie, wie stark der Gegner ist, bis man ihn besiegt hat ;)
Richtig – und das sehe ich als Problem. Mir ist klar, dass auch WL so intransparent sein muss, sich nicht selbst zu gefährden. Aber ein Mindestmaß an Transparenz sollte schon gegeben sein. Ich will keine schwarze Box, die seligmachende Wahrheiten ausspuckt. Ich weiß ja nicht, wie es da bei Dir aussieht.
Das sehen die Hardliner m.E. anders.
Nein, das impliziert diese Aussage nicht.
Das ist Mumpitz ;-)
Stimmt – sag das seinen Fans und nicht mir ;-)
Aber natürlich. Meint man es mit JA gut, könnte man sagen, er nimmt den Druck von seinen Kollegen, indem er die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Meint man es weniger gut …
Wie dem auch sei – das hat natürlich auch etwas mit den Veröffentlichungen zu tun.
Klar – und die FDP hat nichts mit Umverteilung von unten noch oben zu tun, sondern mit Freiheit. Es geht mir nicht darum, was WL will – das ist allgemein bekannt. Es geht mir darum, mit welchen Mitteln WL vorgeht, wie Entscheidungsprozesse ablaufen, wer Entscheidungen trifft, wer WL finanziert usw. usf.. Hast Du Antworten auf diese Fragen? Ich bin gespannt ;-)
besser so ;-)
Die Dokumente stehen immer noch im Netz – ich würde das nicht als “abgehakt” bezeichnen.
Das ist falsch und das weißt Du. Es gibt mehrere Whistleblower-Plattformen. Natürlich hat WL ja auch eine großartige Arbeit gemacht – gar kein Widerspruch meinerseits. Seit gut einem Jahr gleitet WL aber leider ab. Wenn ich mir die Qualität der alten Leaks (inkl. aller bedauerlicher Fehler) anschaue und den Mist, der in diesem Jahr veröffentlicht wurde, wünsche ich mir die alte WL zurück. Das geht aber leider nicht.
Hä? Das verstehe ich jetzt nicht.
Deine Argumente sind doch demagogische Hetze.
Wie waere es wenn du KONKRET einen Vorschlag machst wie MEHR transparenz fuer WL aussehen mag.
In Noam Chomskys Buch gibt es einen Passus ueber die Zusammenarbeit (90iger) des kubanischen Geheimdienstes und dem FBI/CIA um Terrorzellen in Miami auszurotten.
Du kannst dir sicherlich vorstellen welches Schicksal den kubanischen Agenten in den USA daraufhin ereilt hat.
Assange kannste weglassen, das hast du schon oft genug gesagt das er Dir gegen den Strich geht.
In mehreren Kommentaren laesst Du hier verlauten, das die Leute nicht genuegend Verstaendnis aufbringen und aus Sensationslust und religioesem Anhaengtum hier eine pro Wikilleaks Position beziehen.
Wenn man alle Argumente zusammen zusammenlegt und daraus resultierend abwegen muss was im Sinne der eigenen Ideale und Moralvorstellungen wichtig ist, dann wird man, ob man will oder nicht Stellung beziehen. Du hast offensichtlich die Stellung der westlichen Regierungen angenommen, vielleicht nicht in ihrer voelligen Konsequenz aber notgedrungen plazierst du dich in dieser Ecke.
Jetzt erzaehle mir nicht das Gegenteil, denn die meisten Kommentare hier teilen diesen Eindruck. Oder du erklaerst jeden hier zum Idioten, wuerde mich auch nicht wundern.
P.S. kannst Du das moderation is awaiting abschalten, das nervt
@groo / sozusagen Provokationstheorie nach Watzlawick? Das hielte ich auch für einen Blog aus der Top 10 etwas vermessen.
naja, ich stelle das mal in den Raum.
Er zieht das schon durch.
Postillion (http://www.der-postillon.com/) und andere haben das satirische Segment ja schon ordentlich belegt.
Nein, ‘wahrscheinlich die Anleitung zum unglücklich sein’ :)
@Spiegelfechter
Im Kern nicht so weit von deiner Argumentation weg, aber klarer formuliert und auch mit ein paar guten Haaren – die man in deinem Artikel doch stark vermisst:
http://www.hoerstel.ch/hoerstel/News/Eintrage/2010/11/29_WikiLeaks-Dokumente_stutzen_US-Kriegsplane_gegen_Iran.html
Handke:
Originelle Neuauflage, wenns denn so ist.
Allerdings müssen wir uns vermutlich darauf einstellen, dass Jens auch künftig die Rolle durchzieht.
Sonst wirkt sie nämlich nicht!
Handke ist davon auch nicht mehr wirklich losgekommen.
(->Milosevic/Serbien)
Also: Aufgepasst!
*g*
Du solltest mich doch langsam kennen. Ich bin ein Sturkopf und habe bei einigen Themen nun einmal andere Positionen als mein Publikum. Dem “Alter”, den Lesern nach dem Maul zu schreiben, bin ich entwachsen und ich glaube auch, dass Ihr mit kritischen Positionen nicht überfordert seit. Ihr müsst ja nicht alles mögen. Ist doch viel schöner, hier das HB-Männchen (“Scheiß Spiegelfechter!!!”) zu machen, als immer nur Applaus zu klatschen ;-)
A-Ha!
Dagegen wäre ja auch nichts einzuwenden – aber dann doch bitte mit soliden Artikeln und nicht so einem unterirdisch schlechten.
Oh oh – das gibt Ärger ;-)
Frank Furedi – Dies ist kein Journalismus, sondern Voyeurismus
Ich seh da eher die üblichen Behauptungen; beansprucht für sich die Behauptung, dass niemand die Dokumente hat zureichend sichten können, will aber subsumieren können, dass gar nix drin stünde und behauptet gar, dass “wir” die “institutionelle Loyalität” untergrüben.
In dem Kontext in dem sich die politische Welt seit ein paar Jahrzehnten darstellt, ist die Annahme “institutioneller Loyalität” der blanke Hohn. Aber das ganze Ding strotzt von unerklärlichem Pathos.
Naja, er schreibt halt dummes Zeug – s.o..
wenn wir schon dabei sind:
Ärger?
(aus dem Furedi-Link)
Das ist eine monokausale, unsystemische Denke.
“momentane, unfertige Meinungen” enthüllen nichtsdestotrotz systemimmanente Haltungen des Personals, auf das sich die oberen Etagen wiederum berufen.
Es ist ein ‘diffuses semantisches Netz’.
(Ich müsste mal was drüber schreiben, was ich nach etlichen Jahren Hirnschmalz-Investition da gelernt zu haben meine.)
Dieses ‘System’ operiert mit Memen, die sich verbreiten, und wie Viren die Köpfe infizieren.
(Klassische Mem-Theorie)
Der Normal-Journalist hat von solchen second-order(-cybernetics) Effekten natürlich wenig Ahnung , und es obliegt seiner zufälligen Begabung/Neigung, das zu entdecken/verstehen. Gelernt hat er es nämlich nicht!
Luhmann ist da mE ein schlechter Ratgeber, nebenbei gesagt. Er war ein gelernter Bürokrat. Nicht blöd, aber irgendwie Autodidakt in Sachen 2nd-o.c.
Die unfertige Meinung ist die Quelle des nächsten Vorurteils, das sich systemisch festwächst, und letztlich gesellschaftliche Haltungen formt.
Dass das nicht im Verborgenen heranwachsen darf: darum gehts!
Das darf nicht sein.
Zugegeben:
Es beteiligt sich nur eine winzige Minderheit an diesen Prozessen. Das ist aber nicht deren Schuld.
Das gehört auf den Tisch, und jeder, der kompetent und willens ist, das aufzuarbeiten, hat auch das Recht dazu!
War das mal wieder unverständlich?
Dann tut es mir leid!
Hey, hey… ich war auch mal Bürokrat. Man kann nur dazulernen…
nur zu!
ach Gottchen…was für ein Geschwurbsel. Man kann wohl jeden Mistgedanken zusammenkonstruieren um zum vorgefertigten Ziel zu gelangen. Schauerhaft weltfremdes Gedankengut.
Ich würde gerne Deine Intention verstehen. Diplomaten sind teuer Gut und kein buffetvernichtender Zierrat. Welche Rolle Diplomatie spielt, ist seit Jahrzehnten zu beobachten. Diese Rolle hat sich nicht geändert.
Wenn Du das was da an Dokumenten zur Verfügung steht gelesen, ausgewertet und in einen sensiblen Kontext zu allen Faktoren des Zeitgeschehens gesetzt haben solltest, wenn Du irgendwie ein Fachmann für analytische Phänomendarstellung und Gefahrenanalyse sein solltest, mit langjähriger Erfahrung im Staatsdienst, dann erhelle uns doch einfach.
Wenn aber Du meinst, dass 215.000 diplomatische Dokumente nicht mehr wert haben als ne Punktekladde für Backgammonpartien, sags doch einfach deutlich.
Dafür muss doch keiner gleich aggressiv werden?
ich kann Dir 1 Million Seiten Papiermüll für S21 abliefern und der Stern wird ein riesen Ding draus machen. Was nix dran ändert, dass der eben nur Scheisse schreibt. Gleiches gilt dafür, den ganzen Kram an WL abzuliefern, so dass Ihr alle das Zeuchs lesen könntet. Ihr würdet irgendeinen Käse konstruieren der an der Realität gnadenlos vorbeigeht und es würde keine Entscheidungsträger-Sau interessieren.
Und wenn mir dann so ein Schlauli mit “systemimmanenter Haltung des Personals” daherkommt, dem zeig ich 200 _verschiedene_Leute mit individuellen Ansichten, Schwerpunkten und Interessen. Was groo da verzapft soll meinen, dass es einen “Führergedanken” gibt und das willfährige Beamtenvolk wäre voll auf Linie.
Sowas stimmte nicht mal in der DDR.
Da bin ich lange nicht aggressiv, obwohl der Blödsinn Aggression verdient hätte.
@Oliver Mark
Ich kann leider nicht auf Deine Antwort antworten. Daher sitzt es nun davor.
Natürlich musst Du, um bestimmte Aufgaben in diesem Land überhaupt ohne Verlust des Selbstwertes zu bewerkstelligen, auf einer Linie sein. Und zwar auf jeder denkbaren. Ansonsten wechsel mal den Job und schau Dir an wie in Stabsbereichen plötzlich die Gangart wechselt, wenn der Innensenator von Rot auf Schwarz wechselt.
Was sich indes unter der individuellen Oberfläche abspielt ist irrelevant und entschuldigt kein Handeln.
Gewaltungteilung? Witzig…
@Oliver Mark
yep,
hab mir mal heute Nachmittag Deine website angeschaut.
Bist ja ein ganz Doller.
Wenn Du mal Nachhilfe in ingenieurischem Denken brauchst, das auch noch sozialkompatibel ist, wende Dich vertrauensvoll an mich.
im Gegensatz zu Dir anonymer Schnullerbacke stell ich mich in den Wind rein.
@Oliver Mark,
hast Du sonst noch was zu sagen als ad hominems?
Deine Ambitionen sind diffus und wenig durchdacht.
Geh mal in Dich.
Wenn ich Dir helfen soll, aus deiner mentalen Malaise herauszukommen:
Da bin ich.
Kostet auch nix.
Nein, das war unmißverständlich!
danke Linus,
manchmal hat man das das betrübliche Gefühl, in den Wind zu sprechen.
—
I talk to the wind
My words are all carried away
I talk to the wind
The wind does not hear
The wind cannot hear
I’m on the outside
Looking inside
What do I see ?
Much confusion
Disillusion
All around me
—
Das Interessante ist, dass Jens offenbar denselben Eindruck hat.
Eine Frustration, die er durch die Blume übermittelt.
Bin da momentan auch etwas ratlos.
Mach dir um den Jens mal keine Sorgen.
Darum geht´s:
(hab ich von Nanuk ;-)
kann ich nicht sehen.
(WLAN, alles dunkel)
Nanuk ‘kommuniziert’ über Videos.
Was mir fremd ist.
Sorry.
Communication breakdown.
Oder was soll ich sagen?
wgnx ist für mich mittlerweile no-go.
Lübberding/Hütt ok.
Verständlich?
(andere bitte weghören)
@Linus
*lol*
du solltest bei der strophe nicht einfach den anfang unterschlagen! da dir das aber aus welchen gründen auch immer so gefällt, gefällt es mir, diesen anfang zu leaken:
said the staight man
to the late man:
“where have you been?”
“i’ve been here and
i’ve been there and
i’ve been in between
…”
das gibt dem text eine andere konnotation, gelle? ;-)
ich wil ja nicht erbsenzählersch sein:
Copy-and-paste-error?
King Crimson hat ein paar wichtige Sachen gesagt.
Ich habe mich letztens exponiert, sogar Cecil Taylor als Exponenten dessen was ist –oder sein könnte– zu outen.
Irgendwie habe ich nachträglich ein Problem, das zu rechtfertigen.
CT ist so over-the top- dass ich ihn überhaupt nie hier erwähnen sollte.
Andere Welt.
So wie ‘Escalator over the hill’ was -der Herr sei gepriesen- praktisch nicht mehr erhältlich ist.
Idioten sollten das nicht anhören.
Oder doch?
‘Kunst’ ist ja für alle da. Sagt man.
Aber über was haben wir gerade gesprochen?
keine kopiepasta! alles aus’m kopp, aber meine tastatur nimmt nicht jeden anschlag. vielleicht bin ich auch zu schnell.
du magst die karla blei also nicht dem schnöden pöbel anvertrauen? tssss…
bei piratebay kannst du sie finden, wenn du glück hast.
ansonsten bist du aber nicht drauf eingegangen.
Du sagst es!
Der man ist kein naiver Idealist, er ist ein verzweifelter Idealist.
Ach ja, zu dem Argument, dass dadurch alles noch schlimmer werden kann, erinnerte mich an Camus: “Rien n’est aussi méprisable que le respect inspiré par la crainte.”
Sinngemäß: “Nichts ist so verächtlich wie auf Furcht beruhender Respekt”
Und die Argumentation mit Krankenakten und ähnl. lässt mich an den “Schutz unserer Kinder” im Internet denken – wird sehr gerne und oft von Kontrollfreaks herangezogen.
@SF:
kA, ob du dazu mittlerweile was geschrieben hast (es wurde ja oft gefragt), denn die eingerückten Kommentare machen das Verfolgen der Diskussion nach wie vor schwer, aber kannst du vielleicht noch mal erläutern wie du zu der Aussage “Dass Wikileaks mit der Veröffentlichung der Depeschen gegen US-amerikanisches Recht verstoßen hat, ist unumstritten.” kommst?
Ich kann das ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. So ziemlich alles was ich bisher darüber gelesen haben, widerspricht deiner Aussage doch recht deutlich.
klar, weil es um unterschiedliche Dinge geht.
Meines Wissens kann man Wikileaks aus der Veröffentlichung strafrechtlich nicht belangen, weil sie nicht der US-Jurisdiktion unterliegen. Bei Copyright-Fragen sieht das aber anders aus. Die Depeschen sind urheberrechtlich geschützt und Wikileaks verbreitet dieses Material. Dies verstößt nun einmal gg. die AGB von PayPal, Amazon und Co.. Finde ich jetzt auch nicht so prickelnd, ist aber leider so.
Also mal angenommen, dass er deswegen angeklagt werden würde, so stellt sich wohl als nächstes die Frage ob eine solche Anklage überhaupt Aussicht auf Erfolg hätte?
Stände ein solcher juristischer Weg generell offen, so bräuchte ja nur jede Institution oder Behörde all ihre Dokumente unter das Urheberrecht zu stellen und schon könnten sie bei jeder Art von Whistleblowing die Presse in Grund und Boden klagen. Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass man damit so einfach durchkommt. Gerade die USA sollen ja noch stärke Gesetze zur Pressefreiheit haben als wir das hier haben.
Davon angesehen -auch wenn es unangenehm ist- wäre eine solche Anklage immer noch meilenweit von der Schwere eines Landesverrates oder Geheimnisverrates entfernt. Das wäre aber ja scheinbar durchaus der Wunsch so einiger Schreihälse in den USA.
Zur deutschen Rechtslage ist übrigens der Beitrag im Lawblog recht interessant zu lesen:
http://www.lawblog.de/index.php/archives/2010/12/07/kriegsgerat-serverplatz/
Ich muss gestehen, dass ich gestern kurzerhand auch mal einen Mirror aufgesetzt habe. Der Sinn ist sicher begrenzt und deine Kritik an Wikileaks kann ich in Teilen auch nachvollziehen, aber mein Ansatz ist dabei auch eher der, dass es die Idee auf jeden Fall wert ist sich dafür stark zu machen. Ob Wikileaks dabei am Ende auf der Strecke bleibt oder nicht, ist für mich ehrlich gesagt belanglos. Ich bin mir sicher, dass aufgrund der großen Resonanz in der Öffentlichkeit viele neue Projekte entstehen werden und dabei werden sicherlich auch welche sein, die deinem Anspruch gerecht werden. Ich denke wir sehen hier gerade nur den Anfang… denn das eigentlich geniale and Wikileaks ist imo weniger die Umsetzung der Plattform als vielmehr die Idee an sich. Die wird man bei noch so viel Repression gegen Wikileaks so schnell nicht wieder aus dem Netz bekommen.
Es geht (mir) auch nicht darum, hier einen möglichen Prozess vorwegzunehmen. Es geht (mir) nur darum, aufzuzeigen, warum Amazon, Paypal und Co. WL so einfach aussperren kann.
Jo, wobei das für das Ganze imo eh nicht wichtig ist. Man sieht ja wie die dadurch entstanden Nachteile direkt zu Umgehungsstrategien führen. Der Inhalt wird sicherlich immer irgendwie zu den Usern finden, genauso wie das Geld von den Usern zu Wikileaks, sofern diese es denn wollen. Den Teil des “Kriegsschauplatzes” halte ich daher für völlig unbedeutend.
Ein paar Mini-Fragen, nur so am Rande:
Sagen wir mal 1 der 250.000 Dokumente, die sowohl als geheim (weil das juristsich aber nicht mehr zieht) als auch copyright-geschützt gelten sollen, würde sich auf so etwas Nebensächliches wie Mord beziehen. Kann ein Dokument, dass sich auf einen Mord bezieht, ihn offenlegen könnte, nachweisen könnte, weiterhin als “geheim” gelten oder “copyright-geschützt” sein ?
Das Irak-Hubschrauber-Video hatten wir schon. Militärgerichtlich wurden die Verfahren entweder gar nicht begonnen oder eingestellt (was schon die Frage erhebt, ob in den USA noch rechtsstaatliche Verfahren gewährleistet sind). Aber bei “copyright” muss man natürlich sehr, sehr penibel sein.
Besteht z.B. ein copyright auf Dokumente, die belegen, dass man den UN-Generalsekretär (nein nicht “wollte”) auf dienstliche Anweisung unter Mißbrauch des diplomatischen Status hin geheimdienstlich überwachen sollte/musste ? Wer ist Inhaber eines solchen “copyrights” ?
Welches “copyright” ist höher als welche Straftat ?
Welche Datenbank darf sich rechtsstaatlich betrachtet darauf berufen, “versschlusssachengeschützt” zu sein oder ein “copyright” zu besitzen, wenn nachweislich in dieser Datenbank bereits Dokumente nachgewiesen wurden, die Straftaten beinhaltet haben und somit “schützten” ?
Dein (geäußertes, für mich zunhemend fragliches Anliegen) p r i v a t e Daten schützen zu wollen, ist doch bei staatlichen Dokumenten überhaupt nicht gefragt. Oder ging es beim Irak-Hubschrauber-Video primär um Datenschutz der Soldaten (die sich mindestens in einem öffentlich geführten Mord-Prozess hätten verantworten müssen).
Wenn Du die rechtslage in der BRD betrachtest, ist es übrigens sehr eindeutig:
http://www.gesetze-im-internet.de/s_g/__4.html
Bei Verschlusssachen werden nie private Interessen geschützt (es sei denn, es seien Interessen der BRD, nun ja, schon klar, wer das dann wäre). Beim SÜG oder noch besser bei den
http://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_31032006_IS46065201.htm
oder
http://www.smafio.net/~sevtrek/FTP/ZDV/2_30/2_30.pdf
geht es nie um privaten Schutz als solchen (ein solches Dokument mit gez. Dr. Pfahls löst ohnehin mein vollstes vertrauen aus).
Übrigens private Sphäre und Geheimnisschutz:
Nette dreckige Wäsche, die da bisweilen gewaschen wird:
http://www.bverwg.de/media/archive/7766.pdf
Kurzfassung_ Ltd. Regierungsdirektor sollte Zugang zum BND entzogen werden, weil, ja warum wohl: Er soll gegenüber seiner Sekretärin Ausdrücke wie (Original des BVerwG) “ficken” gebraucht haben. Meine Fresse, das steht dann im Internet auf bverwg.de. Wieso das die Öffentlichkeit lesen soll/darf entzieht sich meiner Kenntnis (das BVerwG lässst den Wahrheitsgehalt offen).
Vom tatsächlich Absurden zum noch Absuderen zurück:
Besteht auf das Irak-Hubschrauber-Video “copyright”, besteht auf Dokumente, die Spionage gegen den UN-Generalsekretär belegen “copyright”, besteht für Organisationen, die nachweislich seit 1945 zig-Umstürze, Bürgerkriege, konventionelle Kriege, vorsätzliche Lügen vor dem UN-Sicherheitsrat (zur Legitimierung von Angriffskriegen) uä. gegangen haben “Geheimnisschutz” oder “copyright” ?
Und um es noch mal zu sagen: es geht nicht um p r i v a t e Daten.
Übrigens sollten alle staatl. Geheimakten geöffnet werden, Kreml, China, Liechtenstein, alle. Die Privatnamen kann man meinetwegen schwärzen. Wobei bei ab Tötungsdelikt nicht.
Das ist allerdings eine bedeutende Frage.
ich würde klar sagen: Nein.
Das bricht soviele Rechtsprinzipien, dass unser ‘System’, abgesehen von den üblichen Dummköpfen, die so in Umfragen gebrieft werden, das nicht mehr verkraftet.
Jetzt geht es darum:
Das Rechtssystem ist ja nicht eine Frage von Dummköpfen, sondern von intensiver Reflexion der besten Köpfe.
Sollte man meinen.
Also ungefähr auf dem Level internationaler Gerichtshöfe, und nicht der unreflektierten ad-hoc ‘Meinung’ des Mannes-der- Frau- auf der Strasse .
Deinen Einwand halte ich für SEHR bedeutend!
Ich denke du greifst das Thema am richtigen Punkt auf und indirekt gibst du ja auch schon die Antworten auf deine Fragen. Es würde juristisch schlicht weg keinen Sinn machen auf der einen Seite der Pressefreiheit als vierte Gewalt im Staat einen verfassungsrechtlichen Rang einzuräumen, sie gleichzeitig aber durch die Möglichkeit eines uneingeschränkt gültigen Urheberrechts direkt wieder einzuschränken.
Es wäre interessant, dazu mal einen Juristen zu hören / lesen.
gute Fragen, auf die ich auch keine zufriedenstellende Antwort haben. Als kleiner Hint: Das Presserecht gilt nur für Presseorgane, WL ist aber nach US-Recht m.W. kein Presseorgan. In Schweden unterstehen sie wohl noch dem Schutz der Presse – obgleich das m.W. auch schon wieder aufgehoben sein könnte, da JA keine Aufenthaltsgenehmigung mehr hat.
Keine Ahnung wie die Rechtslage in anderen Ländern ist, aber wenn ich mir den Beitrag von Udo Vetters auf seinem Lawblog durchlese, dann interpretiere ich seine Darstellung so, dass man keineswegs nur dann als Presseorgan (im juristischem Sinne) gilt, wenn man mit einem dicken Ausweis rumwedeln kann, der einem das amtlich beglaubigt. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass das in anderen rechtsstaatlichen Ländern nicht sehr viel anders aussieht.
Na dann kann Herr Vetter ja mal bei Amazon vorsprechen, wenn er sich da so sicher ist ;-)
Wir wissen doch beide, dass es hier nicht um Juristerei, sondern um Macht geht. Zwischen Recht haben und Recht bekommen gibt es schon einen klitzekleinen Unterschied.
DISCLAIMER FÜR MITLESER: Nein, der böse Herr Berger meint damit nicht, dass es gut ist, dass es einen Unterschied gibt. Er kann nur seinen Sarkasmus nicht unter Kontrolle halten.
Hö, wo holst du da denn jetzt den Bezug zu Amazon her? Haben die jetzt das Urheberrecht auf die Dokumente?
Natürlich hat Recht haben erst einmal nichts damit zu tun auch Recht zu bekommen. Trotzdem zeigt ja z.B. der Cicerofall das unser System doch noch irgendwo ein ganz klein wenig funktioniert.
Logisch betrachtet würde es übrigens den Charakter der Pressefreiheit als vierte Gewalt im Staat auch deutlich untergraben, wenn man nur dann als Presseorgan gilt, wenn man das auch vom Staat beglaubigt bekommt. Damit würde man die Idee der Pressefreiheit auch ziemlich deutlich ad absurdum führen.
In sofern: Deinen “Recht haben und Recht bekommen” Spruch kannste dir eintüten und in dein Phrasensparschwein stecken! :P Das scheint mir heute eh ganz gut gefüllt zu sein.
Nö – aber Amazon hat WL doch rausgekickt, weil sie gg. das Urheberrecht verstoßen haben sollen. Zumindest ist dies die offizielle Linie.
DISCLAIMER FÜR MITLESENDE: Nein, ich finde das weder richtig noch gut ;-)
Es geht dabei ja auch primär um journalistische Tätigkeit – die muss nicht beglaubigt werden, auch Blogger sind Journalisten. WL betont aber explizit, dass sie nicht journalistisch arbeiten.
Oh ja, davon kann ich samt Familie am nächsten Wochenende essen gehen ;-)
Amazon behauptet das zunächst einmal so. Juristisch feststellen müsste das ein Gericht. Allerdings stellt sich da vorab sowieso die Frage: Wen interessiert eigentlich die Begründung von Amazon überhaupt? Im Klartext schmeißen die Wikileaks raus, Punkt. Die juristische Frage dahinter wäre nur dann von Interesse, wenn Wikileaks das anfechten wollte. Warum sollten sie das aber tun? Amazon trägt aktuell in erster Linie einen Imageschaden davon (zumindest außerhalb der USA) und der Touch einer Graßwurzelbewegung, die das Mirror-Projekt in sich trägt, kann Wikileaks doch nur Recht sein oder? Vordergründig mögen die Boykottaktionen diverser Firmen für Wikileaks schädlich sein, nur langfristig betrachtet sind die einfach nur endlos dämlich und ich denke das weiß man auch bei Wikileaks und nutzt das einfach mal zum eigenen Vorteil.
Ich verstehe echt nicht so ganz, warum du das Thema Amazon/Paypal/etc. so wichtig nimmst.
Zu deinem letzten Punkt: Muss man als Presseorgan journalistisch arbeiten und was bedeutet das überhaupt? Wenn du einen TV-Sender hast, der mehr oder weniger 24h am Tag ein Livebild/ton aus dem Bundestag sendet, ist das dann Presse? Ehrlich gesagt weiss ich das nicht, ich könnte mir allerdings vorstellen, dass die juristische Antwort darauf JA lautet.
Amazon ist für WL auch nicht so wichtig. PayPal und die Banken sind da schon eine andere Nummer – aber darüber schreibe ich ja morgen.
Zum Thema Amazon bin ich auch ansonsten keiner anderen Meinung als Du und will das auch gar nicht so hoch hängen.
Ja, das macht keinen Sinn, ist aber so ;-)
Es ist also Presse?
Warum macht das denn keinen Sinn? Es liegt doch in der Natur der verfassungsrechtlichen Stellung der Presse, dass man den Begriff des Presseorgans nicht zu eng fassen darf/kann. Andernfalls ständen für den Staat die Türen bzw. wohl eher die Tore sperrangelweit offen, um dieses Recht effektiv auszuhebeln.
Also vielleicht sehe ich da gerade nicht die Nachteile, was ich ernsthaft nicht ausschließen will, aber ich kann in einem so weit gefassten Pressebegriff im juristischen Zusammenhang eigentlich nur Vorteile sehen.
Spätestens als Domscheit-Berg seinen Austritt bekannt gab, war mir klar, in
welche Richtung es geht. Dann die ominöse Anklage in Schweden und nun
der Versuch des Ressourcenentzugs durch Amazon, PayPal und Co. sowie
die unverholene Hetze von Tagesshow und Konsorten gegen das Gesicht von
WL (“Haltet den Vergewaltiger, hängt ihn höher…”). Und schon stimmen die
Umfragen wieder… Geradezu ein Paradebeispiel für Manipulation und
Meinungsmache, welches uns da wieder einmal geliefert wird…
Schön zu lesen, dass noch immer nicht alle darauf reinfallen. Schade allerdings,
dass ein Spiegelfechter anscheinend nicht (mehr) dazu gehört.
Tja, früher in der DDR hieß das Zersetzung.
Damals wie heute verfehlt sie ihr Ziel nicht.
Teile und herrsche! Dort die gute alte Wikileaks von 2009 und hier der unfähige Assange mit seinen Cablegates 2010. Was für eine Hybris!!!
Mit der Politik ist es leider wie beim Schach, bloß wenigen ist es vergönnt, eine Partie so zu spielen, dass sie acht Züge ihres Gegners voraussehen können.
Das Problem mit dem alten Wikileaks … niemand kannte es nur die Insider. Ich verstehe da Assange schon, dass er die Bigotterie auffliegen lassen will.
Es ist ungemein schwer, selbst in einem Umfeld ausschliesslich bestehend aus Leuten mit Doktortiteln, vernuenftige Gesellschaftskonzepte zu diskutieren. Die Strassenpresse geht in Ihnen auf wie bei Menschen der untersten Bildungsschichten. Menschen mir sozialem Gewissen sind sehr rar gesaet, was die Sitation so traurig aussehen laesst. Eine Hoerigkeit besteht dort genauso wie ‘weiter unten’.
Die Cablegates zeigen auf, dass ‘das Denken und Handeln’ sich nicht grossartig unterscheidet – die Finessen sind einfach nur ausgepraegter und mir weitreicherenden Folgen. Die Machtspiele und Machtgelueste in einem Kegelklub und eine Supermacht unterscheiden sich weit weniger als erhofft.
Diese Ueberlegungen sind fuer mich auch ausschlaggebend, warum ich Wikileaks auch mit Grat und Kanten unterstuetze. Der Entzug derselben ist hier auch sehr einfach beim Staatapparat besteht diese Option leider nur sehr begrenzt.
Da geb ich dir recht. Da hat wohl einer im Spiegelkabinett gefechtet.
@Spiegelfechter
Das herzitieren von Gesetzen zeigt ja nur die Mentalität: die Wahrheit zu sagen ist verboten, denn sie versößt gegen aktuelle Gesetze. Und dann kommst du auch noch mit Urheberrecht. Ist das jetzt hier nun schon Blogkabarett oder was? Die Zynismustags vergessen?
…ist Sarkasmus ohne Tags.
(SF ist nämlich kein Zyniker, sonst wäre ich längst nicht mehr hier!)
Uns wachrütteln.
Habe versucht, das rauszuarbeiten.
Schau nach.
Arbeite Dich den tread nach oben durch. Oder wie Du willst.
Bitte.
Danke.
Ach Gottchen. Sind wir hier unter erwachsenen Leuten oder im Kindergarten? Muss ich immer ein “das ist aber nun scheiße” hinzufügen, wenn ich auf etwas hinweise, das unerfreulich ist. ICH SAGE NICHT, dass ich die Einschätzung von Amazon teile. Ich sage nur, dass sie nach gängiger Rechtpraxis nicht von der Hand zu weisen ist. Damit sage ich aber AUCH NICHT, dass ich diese Rechtspraxis nun für korrekt halte.
SF,
diese formalen Gesetze sind kafkaesk. Und das wissen die Richter auch. S. meinen obigen Kommentar. Du wirst in diesen peniblen dt. Verschlusssachen-Vorschriften kein Wort finden, wo und wie die Abgrenzung zur Beihilfe einer Straftat, Beweisunterdrückung etc. erfolgen soll. Wie sollen Straftaten, die in “geheimen” Dokumenten 2erwähnt” werden öffentlich werden ? Selbstanzeigen ?
Die NYT und WP haben sich gelegentlich mal damit beschäftigt, warum so viele (gar kein Geheimnis enthaltende) Dokumente für “geheim” erklärt werden. M.E. wird nun das “copyright” eingesetzt, um auch nichtstaatliche Dokumente “verschließen” zu können.
Weshalb Du glaubst, wikileaks “gefährde” Schutz von geistigem Eigentum oder Privatsphäre, ist mir absolut unerklärlich.
Aber schön zu wissen, dass auch diese Kommentare von der NSA oder über UKUSA gespeichert werden.
Kein Widerspruch – ich finde die Gesetze ebenfalls kafkaesk.
Ja, aber das tue ich doch nicht. Ich weise nur darauf hin, dass dies die Argumentation der US-Regierung und der US-Konzerne, die WL nun aussperren, ist. Der Bote ist nicht immer der Meinung der Botschaft ;-)
Ok, fällt für mich unter die Rubrik “Lost in Translation”. Die unschuldvomland hat ja zu der Auseinandersetzung einen guten Kommentar geschrieben. Einigen war es ja zum Beispiel bekannt, dass das UNO-Gebäude nicht umsonst auf us-amerikanischen Boden steht. Nun hat man von den Wikileaks-Veröffentlichungen wohl mehr oder weniger die Gewissheit, dass man von USA-Seite aus dort aufs pervideste Spionage betrieben hat. Mit DNA-Proben von Ban Ki-Moon, … Wohl insgesamt in der US-World Domination Tour nur ein kleiner Puzzlestein.
Damit geben wir uns zufrieden, nehmen das einfach hin? Und nun streiten wir über den taktvollen Umgang mit den Materialien, damit auch ja niemand beschädigt wird, allen voran die USA. Gemessen an den Schaden den dieses Land, zumindest der Komplex aus Regierung und Industrie, über die Erde in den letzten Jahrzehnten gebracht hat ein absoluter Hohn. Darüber lohnt sich kein weiteres Wort zu verlieren, hier besteht dringenster Handlungsbedarf und in diesem Moment verstehe ich auch einen Assange.
Jaaa, ich will ja nicht schon wieder in Verdacht geraten, ein USA-Versteher zu sein. Aber glaubst Du ernsthaft, Mossad, MI6, SWR oder der chinesische Auslandsgeheimdienst (keine Ahnung, wie der heißt) da “transparenter” agieren würden? Und um Deine Frage zu beantworten: Nein, das sollten wir nicht hinnehmen.
(Ups kein Antwortmöglichkeit?)
Ich ahnte ja schon dass du so einen ähnlichen Satz bringst. Das macht nix, hier darfst du mich ruhig naiv nennen, weil ich an eine Demokratie ohne Geheimdienste glaube. Ein Modell für die Zukunft vielleicht.
Aus meinen Zeiten des Sinologiestudiums kann ich dir nicht wirklich weiterhelfen was den chin. Geheimdienst angeht. Weniges was man findet im Netz dazu: Zhōnghuá Rénmín Gònghéguó Guójiā Ānquánbù, auf dt. Ministerium der Volksrepublik China für Staatssicherheit, man könnte es wohl auch chin. Stasi nennen.
da es ja bereits 466 kommentare plus gibt, habe ich mir diesmal nicht mehr die mühe gemacht, sie alle durchzulesen, und unser spiegelfechter vermutlich auch nicht.
dennoch bleibt bei mir ein ambivalentes gefühl zurück, zum einen dem herrn berger recht zu geben bei seiner behauptung, das dank wikileaks nun die virtuellen daumenschrauben angezogen werden, andererseits ich veröffentlichungen geheimer dokumente prinzipiell zustimme, insofern sie von öffentlichem interesse sind, was wiederum eine genaue difinition bedarf.
das wikileaks nicht in der lage ist “wichtiges” von “unwichtigem” zu filtern, oder im grossen stil zu zensieren (zb. namen) ist leider klar und somit sehr problematisch.
dennoch bin ich sehr irritiert.
ich habe das gefühl, der herr berger fürchtet (zurecht) weitere zensurmaßnahmen seitens unserer staaten, macht dabei aber nicht die urheber, sondern die, die geheimnisse verraten dafür verantwortlich.
wie gesagt,
ich bin ein mensch der wie (fast) jeder andere privatsphäre wünscht und benötigt.
und ich gestehe das jedem menschen ebenfalls zu.
nur sage mir mal, wo kann ich zb. die verschiedenen ppp verträge einsehen die in den letzten jahren abgeschlossen wurden?
speziell wenn ich kein parlamentarier bin der sich die mühe macht, sich mal in einen schall und luftdichten raum einsperren zu lassen, und vorher noch eine verschwiegenheitserklärung unterschreibt ?
nirgens.
und da kommt (leider) wikileaks wieder ins spiel.
mfg,
e
Nun halte ich ja persönlich diese ständige Berufung auf Datenschutz, die Krankenakten des Nachbarn und Nacktbilder sowieso für eine der morbidesten Krankheiten des deutschen Wesens – ein Politiker kann hierzulande den Protest der Netzgemeinde mit dem Szenario, dass jemand im Netz schlimme und unwahre Dinge über einen schreiben könnte und man nicht imstande wäre, ihn dafür mit Gut und Blut büßen zu lassen, fast ebenso effektiv ersticken wie anderswo mit der Androhung, dass Terroristen seine Kinder an Allah opfern könnten.
Allerdings finde ich in den Meinungsstücken Assanges zu Wikileaks, die mir bekannt sind, beim besten Willen nichts, was implizieren würde, dass er von einer Welt träumt, in der jeder den sagenumwobenen Inhalt von Nachbars Steuererklärung kennt – sein Hauptargument ist vielmehr konsequent, dass die Existenz von Seiten wie Wikileaks, und das durch diese aufrecht erhaltene mindestens zur Größe der Organisation proportionale Risiko von Informationslecks, die internen Kommunikationsstrukturen von konspirativ arbeitenden Organisationen (Regierungen, Banken…) stört und diese dadurch in der Ausführung ihrer natürlichen Aufgabe, ihre eigene Machtposition auszubauen, behindert.
Dass die Störung tatsächlich stattfindet, sieht man u.a. daran, dass die US-Regierung das System, aus dem die Depeschen geleckt sind, fürs Erste suspendiert hat und abzusehen ist, dass selbst nach der Betriebswiederaufnahme zahlreiche Restriktionen eingeführt worden sein werden, welche durchaus auch “legitime” Verwendung des Systems untermauern werden. Der einzige leap of faith, der damit erforderlich wird, ist, die Idee abzulehnen, dass diese Organisationen, deren Arbeit da behindert wird, “in unserem Interesse” arbeiten oder aus irgendeinem Pflichtgefühl heraus in ihrer konspirativen Arbeit trotzdem getrieben sind, “nur das Beste für uns zu wollen”. Die praktische Erfahrung widerspricht dieser Situation meiner Meinung nach.
In welche politische Ecke Assange persönlich einzuordnen ist, ist eine andere Frage – den Versuch, Parallelen zwischen US-Botschaftsdepeschen und den Krankenakten meines Nachbarn zu ziehen, akzeptiere ich dann, wenn mein Nachbar eine Armee beschäftigen, mein Einkommen besteuern, meine Internetverbindung abhören und mich notfalls für die Daten, die er dabei zu Gesicht bekommt, hinter Gitter sperren darf. Sollte es einmal soweit sein, werde ich mein Interesse an seinen Krankenakten und Nacktfotos als durchaus gerechtfertigt ansehen.
edit: Ich bin noch versucht, hinterherzuwerfen, dass ich die Grundidee, dass wir bloß nicht die Regierungen provozieren sollten, damit diese nicht die Zensur des Internets verschärfen, für entweder blanken Zynismus und genau die Selbstzensur, von der die Theoretiker in den blitzumzuckten Türmen der Parteien träumen, oder aber eine unangebrachte Umkehrung der Grundfrage, wer sich eigentlich vor wem fürchten sollte.
“Kontrollfreaks” gegen “Cyberanarchos”!
Eine durchaus treffende Beschreibung. In diesem Fall scheint ja wirklich die Vernunft in der Mitte zu liegen. Upps…. Diese Phrase zu äußern ist mir ja schon fast peinlich ;)
Mal zurück zum Thema. In erster Linie scheint mir in den Veröffentlichungen mehr Tratsch und Klatsch zu liegen. Irgendwie habe ich doch irgendwie gedacht es kommt noch mal was neues auf dem Tisch.
Deswegen finde ich die Haltung und Reaktion der Amerikaner völlig übertrieben. Genauso wie journalistische Übertreibungen Marke Ulrich Reitz, Chefreda der WAZ- (“übler Verrat”)
Ich glaube, dass viele Menschen, zuweilen auch ich, dazu tendieren mehr auf der Seite der Cyberanarchos zu stehen, weil sie die Regierungen schlicht nicht vertrauen. Die Menschen suchen m.E nach Instrumente um den Staat, der Auftragnehmer seiner Bürger/Innen, zu kontrollieren. Es ist doch der Eindruck entstanden, dass nicht die Bürger/Innen den Staat kontrollieren, sondern der Staat seine Bürgerinnen und Bürger.
Viele dachten mit WikiLeaks ein Instrument dafür zu bekommen oder es dafür zu benutzen.
Allerdings zweifel ich auch mittlerweile so ein bisserl daran. Und die Frage, die Wolf Schmidt (TAZ) bereits Mitte des Jahres gestellt hatte, bleibt auch heute völlig berechtigt. Wer kontrolliert eigentlich die Kontrolleure?
Insofern finde ich den aufgezeigten Gegensatz von dir sehr gut und hilfreich für die Diskussion.
Allerdings bin ich nicht gegen die Veröffentlichungen.
Auf jeden Fall wird der Eindruck genährt, dass Regierungen (in diesem Fall die amerikanische Administration) im Inneren anders kommunizieren, als es dann draußen dargestellt wird.
Ein Vorschlag zur gütlichen Einigung. SF muß zur Strafe einen Artikel schreiben, wie es nun weitergeht im jüngst vom Zaun gebrochenen Cyberwar. Ich wünsche mir eine fundierte strategische Analyse, eine Übersicht über das zum Einsatz kommende Waffenmaterial, einen aktuellen Lagebericht über Treibstoff-, Munitions- und sonstige Vorräte, nebst einer zuverlässigen Wetterprognose für die nächsten drei Monate.
@SF: Pssst! Billiger kriegst du´s nicht …
Iiiieeek! ;-)
Morgen schreibe ich erst einmal einen Artikel für TP, warum man Wikileaks nicht über die Finanzschiene austrocknen lassen kann.
Wenn Ihr da unterschiedliche Meinungen habt, könnt ihr ja jetzt schon “proaktiv” Kritik üben *lach*
LOL, das klang weiter oben aber noch anders. Ich verstehe das dann aber mal wohlwollend als Zustimmung zu meiner These, dass die boykottierenden Firmen schlussendlich nichts bewirken werden. WL kommt an sein Geld, das scheinst du ja ähnlich zu sehen. ;)
Nichts bewirken würde ich nicht sagen – nicht totkriegen, das ist klar. Gerade der Boykott von PayPal hat aber sicher Auswirkungen, da viele Spender PayPal (aus welchen Gründen auch immer) für annoymer als eine normale Banküberweisung halten.
Also Paypal ist in seiner Einfachheit schon verlockend und war damit sicherlich auch u.A. Mitgrund für viele Spenden, aber… das muss jetzt natürlich kommen… wenn ich mich so in den diversen Communities umschaue so führt der Paypal Rausschmiss aktuell eher zu mehr Spenden in der Form “jetzt erst recht”. Klar, das ist nicht langfristig, aber wenn dabei kurzfristig ein paar Millionen zusammenkommen und die Kosten bei WL nicht steigen, dann hat man damit erst einmal ein gutes Polster für die nächsten Jahre.
Um mal wieder etwas Farbe ins Spröde zu bekommen:
Wie es aussieht, trainieren “unsere Jungs” in Kundus auch Pädophile:
http://www.guardian.co.uk/world/us-embassy-cables-documents/213720
He disclosed that he has arrested two Afghan police and nine other Afghans as part of an MoI investigation into Afghans who facilitated this crime of “purchasing a service from a child.”
Langweilige, aber schützenswerte Dokumente, nich ?! Schade, so ohne Vor- und Zunahmen und ohne biometrische Daten (obwohl: Afghanen an der Waffe ausbilden und keine biometrische Daten nehmen, ich glaub`s nicht).
Aber wenn das unser KTG unserer Stephanie sagt, dann gibt`s aber was (oder erfährt er es erst jetzt ?)
Das ist schon spannend, aber auch nicht sooo neu
Nun ja, mit gez. Eikenberry, das hat schon was. Weiß das eigentlich auch schon die Tea-Party Anti-Masturbationstante ? Was sagt Petraeus dazu ?
Es ist nun unleugbar offiziell.
Wie gesagt: gez. Eikenberry.
Allenfalls Originaldokumente können noch etwas ändern.
Wenn ein Eikenberry so was unter seinem Namen versenden lässt, dann muss es noch ganz andere Dinge geben, die wir vielleicht noch lesen werden, die aber stattgefunden haben bzw. täglich geschehen. Vom Büro mit Blick auf die national mall hätte er das mit anderer Wortwahl versenden lassen, obwohl, er ist ja ex-general – vom Friedensnobelpreisträger zum Botschafter ernannt.
Übrigens die Details: Das Kabel datiert vom 24.06.2009 über Kundus. Also vor dem Bombenangriff, vor der BT-Wahl Sept. 2009. Merkel-Steinmeier+Grüne et al immer noch alles im Griff bei unseren Jungs in Kundus. Nahezu heile Welt. Sie müssen alle gelogen haben, dass sich die Balken biegen. Nichts war okay in Kundus. Nichts.
Schade, dass man das Kabel vor der BT-Wahl 2009 nicht hatte. Schade, dass wir die Lageberichte der Bundeswehr nicht sehen dürfen (natürlich geschwärzt).
Es ist offtopic, ich weiß…
aber es gab mal eine Zeit, da war die Welt noch in Ordnung!!! ;)
YES! We can!
Obama du hast den Change wirklich geschafft. Im Sprung! Du Bettvorleger, du!
Wobei das ja schon eine gewisse Zweideutigkeit inne hat, oder?
Schöööönes Fundstück ;-)
“Yes! We can!”: Bedeutet doch nicht, das man es hinterher auch tut! Und abgesprungen ist Obama auch nicht, er hat immer nur behauptet er könnte es.
519 Kommentare,
Jetzt bin ich auch müde.
Muss wieder Wut tanken
Von Handke träumen und what have you.
Morgen Sau tot.
Neue Sau.
Was sind wir Sysiphosoi (habe ich gelernt. So heisst das!)
Gute Nacht!
und 100 davon von Dir ;-)
Nächtle
das hat mir noch gefehlt!
“Kontrollfreaks” gegen “Cyberanarchos”!
Eine durchaus treffende Beschreibung. In diesem Fall scheint ja wirklich die Vernunft in der Mitte zu liegen. Upps…. Diese Phrase zu äußern ist mir ja schon fast peinlich ;)
Mal zurück zum Thema. In erster Linie scheint mir in den Veröffentlichungen mehr Tratsch und Klatsch zu liegen. Irgendwie habe ich doch irgendwie gedacht es kommt noch mal was neues auf dem Tisch.
Deswegen finde ich die Haltung und Reaktion der Amerikaner völlig übertrieben. Genauso wie journalistische Übertreibungen Marke Ulrich Reitz, Chefreda der WAZ- (“übler Verrat”)
http://dnzs-politik.blog.de/2010/12/02/wikileaks-enthuellungen-waz-chef-reitz-stellt-abseits-10097574/
Ich glaube, dass viele Menschen, zuweilen auch ich, dazu tendieren mehr auf der Seite der Cyberanarchos zu stehen, weil sie die Regierungen schlicht nicht vertrauen. Die Menschen suchen m.E nach Instrumente um den Staat, der Auftragnehmer seiner Bürger/Innen, zu kontrollieren. Es ist doch der Eindruck entstanden, dass nicht die Bürger/Innen den Staat kontrollieren, sondern der Staat seine Bürgerinnen und Bürger.
Viele dachten mit WikiLeaks ein Instrument dafür zu bekommen oder es dafür zu benutzen.
Allerdings zweifel ich auch mittlerweile so ein bisserl daran. Und die Frage, die Wolf Schmidt (TAZ) bereits Mitte des Jahres gestellt hatte, bleibt auch heute völlig berechtigt. Wer kontrolliert eigentlich die Kontrolleure?
http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/die-rache-der-nerds/
Insofern finde ich den aufgezeigten Gegensatz von dir sehr gut und hilfreich für die Diskussion.
Allerdings bin ich nicht gegen die Veröffentlichungen.
Auf jeden Fall wird der Eindruck genährt, dass Regierungen (in diesem Fall die amerikanische Administration) im Inneren anders kommunizieren, als es dann draußen dargestellt wird.
Damit es euch nicht langweilig wird:
Guardian Wikileaks Ticker …. wird noch ein paar hundert Jahre laufen, sind ja noch genuegend Cables da….
http://www.guardian.co.uk/news/blog/2010/dec/07/wikileaks-us-embassy-cables-live-updates?CMP=twt_gu
http://www.guardian.co.uk/world/2010/dec/05/wikileaks-cables-saudi-terrorist-funding
Weiste Jens, ich hatte dir vor ein paar Wochen gesagt, du solltest mal ueber Wikileaks und Assange schreiben….
Da meinstest Du noch zu mir
.
Tja …. lahme Ente…. ganz offensichtlich….
Müde Ente, ich hatte das “eine müde Ente” genannt und stehe auch dazu.
@Mitlesende
Bei diesem Disput ging es um die Irak- und Afganistan-Files und NICHT um Cabelgate. Auch damals hatte ich übrigens schon die Kritik von heute vorweggenommen.
Jens,
ich glaube das war in einem Kommentar von Dir auf den Nachdenkseiten und da hattest Du dich noch nicht bezueglich der mangelnden Transparenz geaeussert gehabt.
Wie dem auch sei – offensichtlich ist WL keine muede Ente mehr…
Wirklich interessant finde ich Dynamik die momentan deutlich wird – bezueglich der Transparenzen, Wirtschafltlichen Interessen, dem politischen Druck und natuerlich auch unserer demokratischen Gesellschaft.
Symphatien gibt es aus dem Kreml, mal schaun ob sich die Chinesen auch noch aeussern…. :-)
Ach wir sind doch alle eine Klatsch und Tratsch Gemeinschaft :)
P.S. das Facebook user accounts von Wikileaks Anhaengern aufkuendig finde ich auch brilliant.
Als Betthupferl:
*g*
und die Konkurrenz hat ja auch schon mitgezogen :-(
Wie gut, dass ich keine Kreditkarten habe.. langsam wird die Liste immer länger, von den Unternehmen, die ich boykottieren werde.
Schade eigentlich, bin seit bestimmt 6 Jahren Amazonkunde, aber man muss sie halt dort treffen wo sie es merken und wo es weh tut – am Portmonee.
http://www.usatoday.com/news/washington/2010-12-07-obama-tax-cut_N.htm
Ich glaube das alles nicht mehr ….
Wieso hat die Öffentlichkeit das Recht, meine Krankheiten wissen zu wollen und mich dazu zu zwingen, sie öffentich zu machen? Ist ein bisschen health-porn! Dann habe ich hier permanent ratiopharmisten an meiner Tür, die mir “maßgeschneiderte” Medikamente andrehen wollen und deren Nichtkauf meinerseits die dann an die Krankenkasse melden, von denen sie geschickt wurden. Und dann krieg ich im Krankheitsfall nichts, weil ich nicht präventioniert hätte.
Öffentlich und Privat ist übrigens nicht die allzuklare Trennungslinie!
@Thomas,
Mensch wo steht das denn! Wer interessiert sich fuer Deine Krankheiten! Ueberleg doch mal, die einzigen die sich dafuer Interessieren sind private Krankenversicherungen und womoeglich deinem Arbeitgeber staatlichen KK’s ist das egal und jedem Dritten sowieso. Die erzeugte Paranoia das Wikileaks die Vorlieben deiner Unterwaesche veroeffentlicht ist doch wirklich nicht gegeben – oder denkst du deine Unterwaesche hat Relevanz fuer die Gesellschaft?
Da bist du wohl Opfer der “journalistischen Zuspitzung” des SF geworden ;)
In diesem Interview erklärt Assange einiges , unter anderem wie er es mit Krankenakten hält.
http://www.ted.com/talks/julian_assange_why_the_world_needs_wikileaks.html
Ist englisch aber mit 27 wählbaren Untertiteln.
Und genau das hat Assange gemacht!!
Ich kann da nur von unserer Zeitung sprechen die bei dem Treffen mit ihm vor allem angehalten wurde jegliche “Kollateralschäden” zu vermeiden, aber auch nicht tendenziös zu berichten: eben genau das was man unter “professionellem Journalismus”, mal so ganz allgemein gehalten, versteht (übrigens ist jedes veröffentlichte cable auch von der Redaktion verifiziert).
Dem ganzen Wust an Dokumenten dann eben eine logische Abfolge zu verpassen – damit auch der ganz normale Leser den Zusammenhang nachvollziehen kann – ist dann natürlich das Geschick und die Professionalität der jeweiligen Redakteure.
Der Fall Dutroux ist mir nur in groben Zügen bekannt, kann also darüber nicht urteilen, Aber die Dokumente, die Assange als Sprecher Wikileaks an ein paar Zeitungen weitergeleitet hat, stehen diesen natürlich zu ihrer vollen Verfügung – immer mit ausdrücklichen Bitte – verantwortungsvoll mit dem Material umzugehen!!!
Sollte also einer von ihnen dem nicht gerecht werden, wird das sicherlich bald erkennbar sein und zart wird man mit dem Negativ-Beispiel dann bestimmt nicht umgehen.
Unsere Arbeit:
ähhhh jens, jetzt werd ich mir nicht den stress machen ALLE kommentare durchzuackern; eine frage nur:
wie kommst du zu der aussage, dass, zitat: “…Wikileaks mit der Veröffentlichung der Depeschen gegen US-amerikanisches Recht verstoßen hat,..” unumstritten ist ?
bitte was bitte ?
unumstritten ? meiner wahrnehmung nach IM GEGENTEIL (die blosse behauptung amerikanischer politiker, dies sei illegal, ist meines wissens mehrfach wiederlegt worden).
sorry, aber du arbeitest hier offensichtlich mit FUD (was soll das ?)
dradio >>>
Ich gebe Dir Recht, sensationelles ist da nicht dabei. Eher Futter für die Klatschspalten.
Warum lassen die Regierungen aber dann die Bluthunde los. Hat ein Rechtsstaat keine anderen Instrumente als Verleumdungskampagnen, Erpressung und Morddrohungen.
Wovor haben sie solche Angst ?
Zumindest der deutsche Staat scheint es nicht so genau zu nehmen mit derlei Eingriffen in geschützte Sphären. Er zahlt gerne mal 7-Stellige Summen für solche Informationen.
Ach was! Es sind nur die drittklassigen Politiker, die ihr Thema suchen. Und als Ablenkung ist jeder Unsinn willkommen
Haben Mastercard, Paypal, Amazon Postfinance & Co. , die im allgemeinen nicht sonderlich wählerisch bei der Wahl ihrer Kunden sind, aus eigenem Antrieb ihre AGBs gelesen oder wurden sie freundlich darauf hingewiesen ?
Warum werden Haftbefehle, die eigentlich schon nichtig sind, international eskaliert.
Darf ein Staat DDos Angriffe gegen private Server in anderen Ländern ausführen.
Ich bin davon überzeugt, würde Wikileaks zur Zeit echte Skandale aufdecken (und nicht nur bestenfalls Skandälchen), dann würden Mastercard, Paypal, Amazon & Co. ihre Geschäftsbeziehung zu WL nicht so schnell beenden. Die würden sich dagegen wehren, wenn der Staat das erzwingen will.
Aber weil die Bosse sehen, dass sehr viel wirklich vertrauliche Diplomatenpost veröffentlicht wird, dass das die Diplomatie schädigt und dass die öffentliche Meinung gegen WL ist, muss der Staat die nur freundlich bitten und die kooperieren freiwillig. Schon alleine aus Imagegründen.
Du bist ja schnukelig. Das bedeutet Top Manager prüfen die Ethik ihrer Kunden. Deswegen bekommen (NPD, KKK, Mafia) – Mitglieder auch keine Kreditkarten LOL.
Wir sind ja in der Vorweihnachtszeit, da darf man auch mal an den Weihnachtsmann glauben.
WL hat sich offen mit dem US-Staat angelegt und torpediert offen deren Diplomatie. Da muss man bei US-Firmen nur an deren Patriotismus und Vernunft appellieren und die helfen freiwillig und aus Einsicht.
Jedenfalls solange Wikileaks keine sehr guten Gründe (nämlich Aufdeckung von echten Skandalen) dafür anführen kann. Und die hat WL offenbar nicht.
Klatsch, das ist das, was der SPIEGEL daraus gemacht hat. Der britische Guardian z.B. hat da seinen Schwerpunkt etwas anders gelegt:
Guardian:
Spiegel:
und was ist hiermit:
http://www.guardian.co.uk/world/us-embassy-cables-documents/213720
und hiermit:
http://www.guardian.co.uk/environment/2010/dec/03/wikileaks-us-manipulated-climate-accord
Das halte ich nicht für Klatsch. Auch nicht für eine Sensation, aber geht es überhaupt um Sensationen? Ist das vielleicht eher ein Missverständnis durch die eigene falsche Erwartungshaltung gegenüber WikiLeaks?
So ist es und das ist das eigentliche Problem der ganzen Angelegenheit.
@Jan Duck
ist eben genau das Gegenteil von
groo:
d.h. ich gebe Dir Jan Duck dahingehend recht, dass die Linie von oben kommt und nicht von unten.
Wo Ihr allerdings bei 250 Tausend internen Papieren jedesmal eine “Haltung” erkennen wollt, dass könnt ihr mir ja mal zeigen.
Julian Assange, “Staatliche und terroristische Verschwörungen”
Also:
Mit neuen technologischen Veränderungen …
werden wir böse Aspekte des Regierens oder des neokorporatistischen Verhaltens ändern oder ausschalten können
Wie naiv ist dieser Mensch!
Noch ein passender Spruch
ich wäre dankbar für Hinweise, die belegen, dass es wikileaks um die Aufhebung der Trennung zwischen Öffentlichem und Privaten geht – ohne darauf eingehen zu wollen, wie diese ideologisch begründet ist. Ich habe eher den Eindruck, dass hier rein sprachlich ein Gegensatz konstruiert wird mit dem Ziel, spiegelbildlich einem Extremismus einen anderen entegenzusetzen, um so beide anzugleichen. (Wobei sich nebenbei die Frage stellt, wo sich denn diese Mitte real positioniert, mit der eine angebliche allgemeine Vernunft assoziiert wird.) Um eine Analogie zu bemühen: In einem soclhem Denken ist es dann durchaus schlüssig, den Aufstand des Warschauer Ghettos gegen die Nazi-Besatzer als extremistisch zu betrachten – wohlgemerkt es geht hier um keinen inhaltlichen Vergleich, sondern um einen formalen. Meiner Ansicht nach, ist auch der Kern der Kritik an dem Vorgehen Wikileaks unangemessen. Es geht um die Frage, ob etwas, was in einem demokratischen Selbstverstädnis von öffentlichem Interesse ist – institutionelles Handeln, das sich auf das Leben von Menschen ( das wie auch immer definierte Private) auswirkt – prinzipiell der Öffentlichkeit zugänglich, dh transparent, sein sollte.
Wie ich meine – und meinem Verständnis nach auch das eigentliche Anliegen wikileaks ist – sollte dieser Bereich grundsätzlich transparent, also öffentlich zugänglich sein, andernfalls man sich damit abfindet, dass institutionelles Handeln, das Politische an sich, selbst zu privaten elitären Angelegenheit verkommt. Ob es nach strengen journalistische Kriterien, die hier angewendet werden, ‘interessant’ ist, ist nachrangig und ändert nichts an der Notwendigkeit zur Transparenz. Nun kann man sich mit dem Wie dieser Schaffung von Öffentlichekeit, wie sie wikileaks leistet, kritisch auseinandersetzen, wobei man aber nicht den Fehler machen sollte zu vergessen, dass das in der Auseinanderstzung mit einem Gegner geschieht, dessen Haupinteresse daran liegt, sein Handeln weiterhin der öffentlichen Zugänglichekit zu entziehen, gerade durch den Schein einer Öffentlichkeit, welche aufrechtzuerhalten die Aufgabe der gesteuerten Massenmedien ist (und vielleicht einiger ‘seriöser’ politischer Blogger :-)) (ein Privileg, das durch wikileaks gefährdet wird, weil es im Kern den Journalismus überflüssig macht, dessen Mittlerrolle obsolet wird).
Ist es aber wikileaks anzulasten, wenn das real zugängliche, dh dokumentierte Material, aus dem das Öfffentliche besteht, in großen Teilen ‘uninteressant’, ja ‘trivial’ ist, was wohl ein Ergebnis seiner ‘Privatisierung’ ist? Dass die Massenmedien vor allem an den skandalträchtigen und personalisierbaren Anteilen solchen Materials interessiert sind und es darauf reduzieren, ist auch kaum wikileaks anzulasten, als es vielmehr wiederspiegelt, wie out of touch und pervertiert der ganze Medien- und Konsumbetrieb ist.
btw
nochmals der geschätzte Glenn Greenwald dazu
“nd one of the most—the strangest and most interesting aspects of all of this is that it’s extremely unusual for Interpol, the international police agency used in Europe and other places, to be used in this manner. I mean, he was put on the, quote, “most wanted” list, even though, as I just said, he’s not charged with any crime. They’re simply seeking to interrogate him. And for months now, his attorneys have offered to the Swedish police and to prosecutors to make him available for questioning, whether it be by telephone or by Skype or by appearing in some other technologically suitable means, and yet they’ve been extremely insistent, very oddly so, that that isn’t good enough, that he actually make himself physically available in the jurisdiction of Sweden in order to be detained and interrogated.
And, of course, the real concern is—and it’s the concern that Assange and his lawyers have—is that what this really is is just a ploy to get him into custody in a country, which is Sweden, that is very subservient to the United States, that is willing to extradite him to the United States or turn him over with the slightest request. And any person who has followed the United States, quote-unquote, “justice system” over the last decade knows that there’s good reason to fear that, that anybody who’s accused of national security crimes, especially if they’re not an American citizen, is treated in violation of virtually every Western norm of justice, without almost any due process.”
http://www.democracynow.org/2010/12/7/glenn_greenwald_julian_assange_arrest_and
“Man muss schon sehr naiv sein, wenn man glaubt, dass die westlichen Demokratien sich nun ausgerechnet von übereifrigen Netzaktivisten davon überzeugen lassen, die Demokratie zu stärken und mehr Informationen zu veröffentlichen.”
in diesem Sinne ist jeder Akt der Widerstands ‘naiv’ – kopfschüttel
Ich glaube nicht, dass Journalismus durch staatliche Transparenz gefährdet wird. Keine Bürgerin, kein Bürger hat die Zeit alle Prozesse staatlichen Handeln zu verfolgen. Dazu brauchen wir qualitative Filterungen.
Deswegen ist Wikileaks zunächst nur eine journalistische Quelle.
Im übrigen. Wir wissen doch heute schon wie wenig wir über Vorgänge, die heute schon transparent sind, eigentlich wissen. Je mehr veröffentlicht wird, desto mehr wird auch die Informationswüste genährt. (das führt dazu, dass Menschen auch abschalten) Qualitätsjournalismus wird deshalb nie obsolet sein.
ist ‘qualitätsjournalismus’ überhaupt etwas außerhalb der selbstbeschreibung durch journalisten, und gibt es daneben noch einen anders qualifizierten journalismus? tüv-plakette oder was?
Wie so häufig ein exzellenter Beitrag, danke.
Hör Dir mal – wenn Du Zeit hast – diese Sendung an. Die Netzgemeinde idealisiert Wikileaks, da macht Greenwald keine Ausnahme.
Wenn die Masse der Medienleute im den “demokratischen” Ländern ihre Arbeit und Aufgabe tatsächlich erfüllen würden wäre eine Plattform wie Wikileaks nicht notwendig. Logisch das diese “Journalisten” dann einen Beißreflex bekommen. Mehr muß man nmA zu diesen kruden Vergleichen … nicht sagen.
Nur dass diese Diplomaten-Depeschen zeigen, dass die Medienleute ihre Arbeit und Aufgaben eben wirklich ganz gut erfüllt haben.
In diesen Depeschen steht nämlich fast nichts drin, was nicht bereits in der Zeitung stand und/oder man sich (auch dort) so gedacht hat.
Um das zu erkennen, sollte man natürlich auch mal zwischendurch Zeitung lesen (taz.de, zeit.de, tagesschau.de, sueddeutsche.de, spiegel.de, faz.de, welt.de, v.l.n.r.) und sich für Politik und diese Dinge interessieren. ^^
Spiegelfechter, deine Aussagen, dass in den Enthüllungen nix wirklich brisantes drin steht, teile ich schon lange nicht mehr. googel mal nach dancing boys of Afghanistan.
Oder überlege mal was Frau Clinton so alles wissen wollte über die argentinische Staatschefin, Uno-Mitarbeiter usw.
Dann versuchst du Wikileaks die Schuld für die kommende Zensur des Internets in die Schuhe zu schieben…irgendwie verwechselst du da Ursache und Wirkung.
Ich frage mich ernsthaft was du erreichen willst.
Ich denke, Jens wollte hier keine Schuld sprechen. Aber logisch ist doch: Wenn ich ein Leck habe, möchte ich es reparieren.
Und das werden die staatliche Admis natürlich machen. Sie werden alles erdenkliche tun, dass sich solche “Vorgänge” nicht wiederholen.
Letztlich hängt es an uns, staatliche Transparenz politisch einzufordern.
Ich finde es auch grundsätzlich gut u.a auch Wikileaks zu hinterfragen
Da kämpfen sie aber gegen Windmühlen. Wie der Blogger mit lustiger Frisur im TV-Talk neulich richtig feststellte: bei einer Behörde mit 250.000 Angestellten kannst du nichts geheim halten.
Ja gut…völlige Geheimhaltung werden sie wahrscheinlich nicht hinkriegen. Gut so! Aber sie werden versuchen “Durchlässigkeit” zu reduzieren.
Was mich an der ganzen Diskussion so wütend macht, ist die Tatsache, dass sich offenbar kaum jemand die Mühe macht, sich durch auch nur einen Teil der Daten zu arbeiten, bevor er Wikileaks vorwirft, dass da nichts drin stünde.
Dieser Vorwurf geht auch an den Spiegelfechter, den ich ansonsten sehr schätze.
Die USA haben den Klimagipfel platzen lassen; Bespitzelung der UNO; die USA und GB haben den Einsatz von Clusterbomben im Vorfeld abgesprochen; das sind die Sachen, die mir gerade aus dem Stand in den Sinn kommen, dafür musste ich noch nichtmal den Guardian bemühen. Sind das denn wirklich Belanglosigkeiten, über die zu berichten Klatsch ist?
Ja, vielleicht wird man es in einigen Ländern nicht gern gesehen haben, dass Soldaten aus einem Hubschrauber auf Zivilisten schießen. Vielleicht schürt das bei vielen den Hass auf die USA. Und das ist jetzt nicht etwa die Schuld derer, die die Gewehre in der Hand haben oder die Richter, die dem Ganzen ihren Segen geben, sondern die Leaker, die die Information öffentlich machen.
Julian Assange soll Blut an den Händen haben, weil er nicht weggesehen hat. Jeder, der auf der Straße bei einem Überfall eingreift, hat also Blut an den Händen, weil er die Tat damit aus der Dunkelheit ins Licht zieht und Hass gegen den Täter schürt.
Lieber Spiegelfechter, ich schätze dich nicht zuletzt wegen der Qualität deiner Argumentationen. Lies dir deinen Text nochmal durch, ich vermute, dass dir auffallen wird, dass es da -gewaltige- argumentative Lücken gibt, die deinem sonstigen Niveau nicht gerecht werden.
Nein, das sind keine Belanglosigkeiten. Aber das sind alles Dinge, bei denen ich aus dem Stand sagen kann, dass die allesamt schon lange bekannt waren.
- Die USA haben den Klimagipfel, wegen ähnlicher Interessenlage, in Absprache mit China, platzen lassen? – Wer hätte das gedacht? ^^
- Die UNO wird und wurde schon immer ausspioniert, wie niemand anders sonst?
Sag bloß? Ich möchte nicht wissen was Russland und China machen. Das UN-Gebäude in New York gilt schon immer als das am meisten abgehörte Gebäude der Welt. Natürlich sammelt man, aus diversen Gründen, auch DNA-Proben.
- Die USA und GB haben den Einsatz von Clusterbomben im Vorfeld abgesprochen? – Wen bitte wundert das?
Sowas ist nur für den eine Neuigkeit, der keine Zeitung liest und nicht bis drei zählen kann.
@Sukram71
“bekannt waren” heißt aber nicht, dass sie immer mit Quellen belegbar waren.
Im Pressewald und Internet werden alle möglichen Meinungen, Pros und Contras und allerlei Schattierungen “bekannt gemacht“.
Im Nachhinein kann man immer sagen, der-und-der hat das-und-das aber schon lange gesagt.
Wenn die Belege nun auf dem Tisch liegen, kann man sich dieses Rumgeeiere um Spekulationen künftig sparen. Das ist ja schon mal hilfreich.
Natürlich. Von mir aus kann man den Teil der Depeschen, der echte Skandale belegt, auch veröffentlichen. Aber eben nicht den ganzen Rest, weil es dafür keinen vernünftigen Grund gibt, sondern es nur Schaden anrichtet.
Nur bei den Dingen oben hat es doch auch keine Folgen, wenn man mit Belegen beweisen kann, was eh recht offensichtlich ist und auch so jeder weiß.
Es sei denn: Obama verliert deshalb Stimmen von seinen linken Wählern und unsere Klimaschützer und Anti-Militaristen von der Tea-Party gewinnen die nächste US-Präsidentschaftswahl. Klasse. ^^
Und dafür bringt WL die ganze Welt gegen sich und das freie Internet auf? Unser Politiker werben jetzt schon mit der WL-Sache für mehr “Datenschutz im Internet”.
Unsere Politiker *hust* sind von der Gesamtsituation komplett überfordert und schauen angesichts dieser neuen Bürgerpartizipation am Willensbildungsprozeß ziemlich hilflos aus der Wäsche.
Ich bin ja nun wirklich keiner, der den Sicherheitsirrsinn der letzten Jahre verharmlost. Aber Paranoia sind auch nicht hilfreich.
Mal Hand aufs Herz, bei allen feuchten Träumen der Sicherheitpolitiker, befürchtest ernsthaft eine Entwicklung, die verhindern könnte, dass wir uns auch noch in 15 Jahren hier wiedertreffen & uns genau so offen, kritsch und unbefangen austauschen können?
Bei den Dingen, die sie künftig besser kontrollieren wollen, musst du heute auch schon vorsichtig sein und Freizeit in deine persönlichen Schutzvorkehrungen investieren.
Für uns wird sich nicht wirklich etwas ändern.
@ Marty
endlich mal eine aussage die das ganze hier für mich entspannt, konnte echt nicht verstehen warum spiegelfechter sowas schreibt.
aber die admins können mM nach machen was sie wollen, jetzt wo die welt vorgelebt bekommen hat was möglich ist, werden sich immer wieder leute finden die das selbe machen wie wikileaks.
wie fordert man staatliche tranzparenz? ich sehe bis jetzt nur für mich die möglichkeit mich alternativ außerhalb der massenmedien zu informieren und darüber mit anderen zu reden?
werfe hier mal noch 2 links rein, die in meinem Bloghäuschen sicher wieder kaum jemand zur Kenntnis nimmt ;-)
CIA Linked Cuban Woman Behind Charges Against Wikileaks Founder
siehe dazu auch nochmal den artikel im Tagesanzeiger:
Geht es bei der angeblichen Vergewaltigung nur um ein geplatztes Kondom?
und hier noch ein (kurzes!) Interview mit Daniele Ganser zu Wikileaks, hab ich gestern zurfällig im Auto gehört (allerdings auf Schwyzerdütsch)
http://www.drs3.ch/www/de/drs3/themen/leben-heute/gesellschaft/228355.wikileaks-fluch-oder-segen.html
Greetz
G.
Tjaaaaa, Frauen können unerbittlich sein, wenn sie merken, dass man auch Sex mit ihren Freundinnen hat *lol*
Mich faszinieren diese Schmuddelgeschichten ja ungemein. Vermeintliche Opfer einer Straftat, die mit vollem Namen und mit Photo abgebildet werden … hey, das ist super Journalismus. Lasst das mal nicht den Niggemeier sehen ;-)
http://emilybellwether.wordpress.com/2010/12/07/how-wikileaks-has-woken-up-journalism/
Ist Wikileaks überhaupt nötig.?
Das meiste gibts doch auf Youtube zu sehen.
Hier was schönes von Seehofer.
http://www.youtube.com/watch?v=DCy1D1HGeeA
Und hier noch etwas weihnachtliches.
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,733468,00.html
Habsch übrigens auch schon gemacht^^
Mlg
Deine Frage ist natürlich absichtlich polemisch. Aber dahinter steckt ein sehr wahrer Kern. Das “alte” WL, das Dokumente über Kenia, Somalia, Banken, Ölkonzerne oder auch die TollCollect-Verträge veröffentlicht hat, was seeehr nötig. Das neue WL ist es m.E. nicht wirklich. Aber da lasse ich durchaus andere Meinungen zu ;-)
Den Niggermeier???
ups ist verrutscht, gehört hierzu
http://www.spiegelfechter.com/wordpress/4648/willkommen-im-informationskrieg#comment-94027
nicht nur der. Ich möchte nicht wissen, was Ihr für ein Geschrei machen würdet, wenn das vermeintliche Opfer eines Sexualverbrechens, bei dem der vermeintliche Täter kein Held des Netzes wäre, mit Bild und Namen bloßgestellt würde ;-)
wem meinst Du? Etwa…..
? ;-)
Richtig. Ich meine “Latin America’s most prominent newspapers”, die man etwas neutraler und objektiver auch als die offizielle Zeitung der Kommunistischen Partei Kubas bezeichnen sollte ;-)
Dat wird hier ja immer doller ;-)
Also Lieber SF
hast du sie noch alle? verzeih bitte, aber ich weiss nicht was das nun mit dem angeblichen “Helden” zu tun haben soll?
mal abgesehen von dem Fodo u. dem Namen, find ich auch nicht jut. Anderseits wird hier auch ein Name und ein Mensch via Interpol gesucht – u. im Falle einer Auslieferung hätte das das für den Betreffenden sehr unschöne Folgen! Also bidde, diese ganze Vergewaltigunsstory ist doch wohl hanebüchen! was auch immer nun dahinter steckt, ob nun CIA Damen mitspielen oder “nur” solche die sich verschmäht fühlen. Es wurde doch von den Damen selbst enstprechend zu Protokoll gegeben, wie aus dem Tagesspiegelartikel hervorgeht, dass da von keiner Vergewaltugung die Rede sein kann!
Also bitte, mach mich hier nicht ungefragt zur “Heldenverehrerin!” Darum gehts doch nun wirklich nicht.
Mönsch, SF!
Mönsch, Geheimrätin ;-)
Ich vermute auch, dass die “Vergewaltigungsstory” nicht so brisant ist, wie sie dargestellt wird. Bevor das aber nicht belegbar ist, würde ich doch davon Abstand nehmen, mutmaßliche Opfer zu verunglimpfen – das gehört zum guten Stil. Die Parteizeitung der KP in Kuba als glaubwürdige Quelle zu zitieren, finde ich auch grenzwertig. Aber ich sehe schon: Heute ist Karneval ;-)
@Sukram71
Auch wenn Leute wie Du das noch viele tausend Male repetieren, wird es dadurch dennoch nicht richtiger. Der SF hat mit seiner nicht nachvollziehbaren Logik & nicht haltbaren Vergleichen sowie Argumentationslücken schon einen für ihn ungewöhnlich niveaulosen Artikel hingelegt, aber die Kommentare tragen diesmal leider auch nicht zu einer Verbesserung bei.
“Mit den USA angelegt” … wenn ich so einen Stuss höre …
kannst du das auch begründen?
Wo hat WL bitte die USA angegriffen?
Wo bitte steht da etwas von “angreifen”?
Sukram und Co reden von “mit der USA anlegen”, WL führt “Kriege” und ähnliches Zeug. Sowohl Dein Artikel als auch die Kommentare quellen vor unpassenden Vergleichen geradezu über.
Von der fragwürdigen Kausallegitimierung mal abgesehen.
es geht um den Begriff “anlegen”. Offenbar willst Du meine Frage nicht beantworten. Was ist daran falsch, zu behaupten, WL hätte sich mit den USA “angelegt”?
KenFM über Wikileaks…
http://www.youtube.com/watch?v=qWc8NaXYtdI
Mlg
Inszenierung der politischen Fratze
Hmm, interessante Einschätzung: In einer Demokratie dürfen und müssen “wir” Politik, Wirtschaft und anderen Eliten vertrauen, denn letztlich ist alles transparent. Nur in Diktaturen braucht es Aufklärung.
Das ist perfekter Qualitätsjournalismus!
;-)
Nicht wahr? *lach*
@all
hört Euch doch mal diese Sendung an. Ihr könnt gerne auf Minute 33:00 vorspulen. Interessant ;-)
@SF
Weil WL nicht Dokumente veröffentlicht hat, weil sie die USA (unter anderem) betrafen wollen, sondern weil WL Dokumente veröffentlicht hat, die ihnen ein Whistleblower aus den USA hat zukommen lassen.
Ausserdem unterstellt “anlegen” und “Krieg” eine Angriffs- und nicht eine Offenlegungstaktik.
Darüber hinaus ist es nicht WL, das die Probleme, Peinlichkeiten und Skandale erzeugt hat, sondern die USA. WL hat sie lediglich bekannt gemacht.
Und noch viel ätzender finde ich diese Scheinargumentation á la “muss sich nicht wundern, wenn die USA dann WL angreift”. Wer hat denn Mist gebaut? Die Leute, um die es in den Dokumenten geht oder etwa der Bote, der die Dokumente überbracht hat?
Eine sehr fragwürdige Semantik ist das, die Du hier pflegst, die im übrigen völlig das Verursacherprinzip außer Acht läßt.
Ach komm – was deutelst Du da rein? Lassen wir das, das artet in Rabulstik aus ;-)
Da “deutel” ich gar nichts herein und seien wir mal ehrlich: Rabulistik ist bei diesem Artikel ja wohl eher von Dir gekommen. Das hat auch nichts mit liebenswerter Sturheit zu tun, auf löchrigen Argumentationssträngen zu beharren.
das sehe ich – naturgegeben – anders. Ich erkenne da jetzt keine relevanten Argumente von Dir, die über Wunschdenken hinausgehen.
Wir (alle) haben ja das Problem, dass wir in punkto WL hauptsächlich auf (idealisierende) Sekundärquellen ausweichen müssen, da WL nun einmal so intransparent ist.
Tue mir doch bitte einen einzigen Gefallen und höre Dir erst einmal diese Primärquelle an, bevor Du rumpelstilzt ;-)
Und was machst du, wenn die USA deiner feinsinnigen Unterscheidung nicht folgen wollen und das trotzdem als “anlegen” oder gar als Angriff werten? Das hängt ja nicht von dir ab. :)
Dann erkenne ich, dass es sich bei den USA nicht um eiinen demokratischen Rechtsstaat handelt, sondern um organisierte Kriminalität.
Dementsprechend werde ich mich gegenüber einer solchen Organisation verhalten.
Nun schön. Ich fürchte, das wird nur nicht viel ändern. ^^
Weder am Verhalten der USA, noch an der öffentlichen Meinung, noch an sonst irgendwas. ;-)
Wenn ich früher etwas durchsetzen wollte, hab ich so lang die Luft angehalten, bis Mama nachgegeben hat und mit dem Fuß aufgestampft. Und wenn sie mich nicht sehen sollte, hab ich mir die Augen zugehalten. :)
wenn Du das glaubst …
Mensch Sukram, du scheinst ja wirklich die richtigen Zeitungen zu lesen. Nur fällt mir keine von Bertelsmann, Springer, Burda, Bauer, Holtzbrinck oder WAZ ein, die da ansatzweise investigativ gearbeitet hat in den letzten Jahren. Rein zufällig kamen die ansatzweise mit Wahrheit bespickten Artikel so zeitverzögert raus dass man diese eigentlich gleich in den Schubladen hätte lassen können.
Dafür brauch ich auch keine Zeitung, wenn ich erst hinterher weis, das z.B. im Irak keine Massenvernichtungswaffen vorhanden waren. Für mich eher eine evolutionäre Entwicklung der Propaganda, weil man sagen kann, seht wir haben doch am Ende die Wahrheit geschrieben.
Hier noch ein Tipp für eine mE bemühte Print- und Onlineausgabe, die (wenn ich mich Recht erinnere) von einem ehemaligen ZDF-Redakteur initiert wurde: hintergrund.de
Also Entschuldigung! Dass eventuell noch vorhandene Massenvernichtungswaffen im Irak keinen Irakkrieg rechtfertigen und das alles sehr zweifelhaft ist, stand auch vor dem Krieg in vielen Zeitungen. Z. B. monatelang (!) jede Woche in jedem Spiegel.
Zur Not hättest du auch unsere Regierung fragen können. Die haben das laut und deutlich überall gesagt (“I’m not convinced!”).
Einer der wirklich schlechten Artikel des Spiegelfechters der zeigt, dass selbst bei nicht persönlich emotional gefärbten Artikeln auch ein klarer Kopf mal zwei Gedanken nicht zusammenbringen kann.
Da wird einerseits kritisiert, dass Wikileaks die Akten eben nicht zensiert, sondern unbereinigt an die Öffentlichkeit gebracht wird und nur einen Satz später wird die Intransparenz kritisiert, nach der nicht klar wäre, was genau veröffentlicht wird. Dabei ist die Antwort einfach und seit Jahren bekannt. Die Kriterien für eine Veröffentlichung hat Wikileaks schon 2007 kommuniziert. Die Akten müssen authentisch sein, unterdrückt werden oder geheimgehalten werden und dürfen nicht “selbstproduziert” sein. Damit ist die Liste am Ende. Warum wurde in der Dutroux-Akte nicht geschwärzt? Weil alles andere Wikileaks unglaubwürdig machen würde. Warum wird bei den Cables nicht geschwärzt? Weil das Wikileaks unglaubwürdig machen würde.
Bereits jetzt wird Wikileaks eine Antiamerikanische Agenda unterstellt und dabei gekonnt übergangen, was Wikileaks alles an Akten veröffentlicht hat, die nicht mal mittelbar die USA betreffen. Wie glaubwürdig wäre diese Unterstellung erst, wenn Wikileaks die Akten vorzensieren würde …
Richtig ins Klo greift der Spiegelfechter aber bei dem Vorwurf an die Insurrance: dabei unterstellt er ohne Beweis, dass das allein die Intransparenz von Wikileaks zeigen würde. Der Witz ist: auch der Spiegelfechter weiß nicht, was sich in dem Blob befindet. gut möglich, dass es sich um 1,4 GB Datenmüll handelt. Da Wikileaks bereits enorm viel auf den Tisch gelegt hat, könnte man sich einen solchen Bluff problemfrei leisten. Wie man aktuell sieht, scheint er ja auch trotzdem nicht gezogen zu haben.
Das Wikileaks die Veröffentlichung von Akten verzögert, wurde ebenfalls bereits vor Jahren erklärt. Die Spendenbereitschaft gerade bei den Profiteuren der Leaks, war ja leider eher mäßig. Über diese Exklusivverträge sichert sich Wikileaks sowohl die nötige Aufmerksamkeit als auch die nötige finanzielle Unterstützung. Auch ist die Pipeline bei Wikileaks seit Monaten überlastet. Im Gegensatz zu der Unterstellung des Spiegelfechters nimmt Wikileaks nämlich durchaus eine Bewertung vor: die über die Authentizität der Information. Im Gegensatz zum Hackerkodex soll hier nämlich nicht alle Information frei sein, sondern nur die “Wahre”.
Dabei gibt es enorm viel wirklich relevantes an Wikileaks und speziell Julian Assange zu kritisieren. Allein an diese Kritikpunkte ist der Spiegelfechter nicht gestoßen. Von der offensichtlich falschen Aussage: “Dass Wikileaks mit der Veröffentlichung der Depeschen gegen US-amerikanisches Recht verstoßen hat, ist unumstritten.” fange ich erst gar nicht an. Der Spiegelfechter mag ja gern die passenden Paragrafen nennen. Auch das wird er nicht können. Genau deshalb wird ja gerade von konservativer Seite in den USA auf eine Gesetzesänderung hingewirkt.
Alles in allem ein grottenschlechter Artikel, der in den wenigen Fällen in denen er substantielle Behauptungen aufstellt schlicht falsch ist.
Am Besten einfach nochmal ein paar Stunden länger hinsetzen, vielleicht auch ein paar Mails mit den ehemaligen Wikileaks-Mitarbeitern wechseln, die Wikileaks in den letzten Monaten verlassen haben, zu JA vielleicht mal den durchaus lesenswerten Artikel in der Süddeutschen lesen: http://www.sueddeutsche.de/digital/2.220/wikileaks-gruender-julian-assange-der-gegenverschwoerer-1.1031477
Es ist ja nicht so, dass die Informationen die der Spiegelfechter als fehlend anmahnt nicht verfügbar wären, allein er selbst hat es versäumt sie zu recherchieren.
Ja aber das sind doch zwei Seiten einer Medaille.
Aber die Cables werden doch geschwärzt.
Warum? Noch ist JA ja nur in GB in U-Haft. Das ist ja nun wahrlich keine Katastrophe.
Ja, man kann das auch Prostitution nennen.
Das hat er weiter oben schon getan – es geht um Copyright-Fragen.
Falsch. Dabei geht es um schwerere Strafttaten als Copyright-Verletzungen, die idT WL nicht angelastet werden können.
Falsch. Ich kenne derlei Sekundärinformationen sehr wohl, halte aber nichts von ihnen. Ich würde bei der Recherche nach der Frage, ob der Irak-Krieg gerechtfertigt war, auch nicht unbedingt alte Fox-Sendungen anschauen.
Nein, das sind eben nicht zwei Seiten einer Medaille sondern einander ausschließende Gegensätze …
Das würde mich dann jetzt doch genauer interessieren. Ich schließe es nicht aus, aber das wäre mir neu.
Wer redet denn von JA? Dass der mögliche Bluff nicht gezogen hat, bezieht sich selbstverständlich auf den Druck, der derzeit auf Dienstleister gemacht wird, Wikileaks nicht zu unterstützen. Der Schwedenkram ist doch eine Petititesse am Rande. Da hat eine Emanze es nicht verkraftet nicht die Einzige im Leben eines hervorragenden Blenders zu sein und fährt nun ihren privaten Racheplan. Siehe auch: http://radsoft.net/news/20101001,01.shtml
Ich würde es Notwendigkeit der Realität nennen. Irgendwoher muss die Infrastruktur von Wikileaks ja bezahlt werden. Wenn die Alternative gar kein Leak ist, warte ich gern ein paar Wochen. Derzeit ist der größte Blocker in der Pipeline ja eh, dass zu viele Leaks Wikileaks erreichen und sie mit dem Prüfen gar nicht nachkommen, dagegen ist die Verzögerung durch Vorab-Information ja geradezu gering … Aber wenn Dir Prostitution besser gefällt, du darfst die deutsche Sprache gern benutzen wie es Dir gefällt.
Genau das meine ich mit mangelhafter Recherche. Im Gegensatz zum deutschen Urheberrecht welches automatisch immer vorliegt, funktioniert das amerikanische Copyright dann doch deutlich anders. Weder ist es automatisch immer sofort mit dem Werk vorhanden, noch kann es vom Urheber nicht abgetreten werden (wie das beim Urheberrecht der Fall ist), noch liegt bei Regierungsdokumenten der USA überhaupt Copyright vor. Nochmal: in Bezug auf welches US-Gesetz macht sich Wikileaks mit der Veröffentlichung der US-Cables genau strafbar? Bitte wirklich mit Paragraph und allem, damit wir hier nicht im luftleerem Raum argumentieren. Copyright war schon mal ein Fehlschuss. Und DCMA brauchen wir auch gar nicht erst versuchen. Du stellst hier Dinge als gegeben hin, die in Wirklichkeit noch nicht mal nah an der Wahrheit sind. Genau deshalb ist der Artikel schlecht.
Nochmal: eine Copyrightverletzung liegt hier nicht vor (bevor du jetzt einfach mit: DOCH antwortest, bitte teile dann doch mit, wann genau die US-Regierung die Akten für das Copyright angemeldet hat oder anderweitig dafür gesorgt hat, dass diese dem Copyright unterliegen). Andere Straftaten deiner Meinung nach also ebenfalls nicht. Oder anders gesagt: die als allgemeiner Konsenz präsentierte These deines Artikels, die offensichtliche Verstoß gegen US-Recht ist eine Luftnummer.
Äh bitte? Die Texte von JA sind im Fall von JA Sekundärinformationen? Was rauchst du denn seit dem Rauchverbot?
Das ist mein Kenntnisstand. Was allerdings noch “seltsamer” ist, ist, dass einige Cables wieder verschwunden sind, die schon veröffentlicht wurden. Das nennt man dann wohl Depublizieren ;-)
Klar. Aber wie hoch darf der Preis für die eigenen Ideale denn sein? Die Alternative wäre, das ganze langsamer wachsen zu lassen und damit auch die Kosten decken zu können.
Klar, wenn man den Großteil seiner Ressourcen in die drei Mega-Leaks steckt.
Danke
Das ist nicht richtig. US-Dokumente sind im Inland nicht geschützt, im Ausland kann die USA sehrwohl ein Copyright auf die eigenen Regierungsdokumente erheben.
Habe ich doch alles schon verlinkt.
Amen ;-)
Welches Rauchverbot? Habe ich was verpasst? Nein, ich meine nicht die Texte von JA.
Nun werde doch mal konkret. Die Dokumente haben doch alle eine eindeutige Referenzierung. Welche Cables wurden geschwärzt, welche Cables dedupliziert. Im zweiten Fall bitte beachten, ob es sich um kurzzeitige “Nichtverfügbarkeit” auf der Hauptseite ob der Attacken handelt, oder die Cables dauerhaft wieder verschwunden sind (seeeeeehr unwahrscheinlich, bei hunderten Mirrors).
Wie gesagt, ich empfinde die Verzögerung der allgemeinen Zugänglichkeit im Bereich von Wochen und Monaten als erträglichen Preis. Es steht Dir ja frei die 200.000 $ pro Jahr anderweitig aufzutreiben und Wikileaks zukommen zu lassen. Dann werden die sicher gern wieder dazu übergehen die allgemeine Verfügbarkeit zeitgleich mit der Presseverfügbarkeit zu gewährleisten. Ich persönlich finde es allerdings jetzt sogar besser. Das Gefühl der Medien etwas exklusiv zu haben hat die Aufmerksamkeit für die einzelnen Dokumente massiv erhöht und damit ihre individuelle Würdigung verbessert. Wieviele Diskutanten hier, insbesondere die mit der Antiamerikanismus-Theorie, wissen denn von den Trafigura-Akten, den Irak-Militärakten mit Al-Quaida-Connections, den NSM88-Akten, den Zensur-Fällen in Australien, Finnland und Dänemark unter dem Deckmantel der Kinderpornographie (ich meine, dass die Listen durch Wikileaks ans Tageslicht kamen), den Al-Quaida-Akten zur Nutzung chemischer Waffen, der Zensurliste Thailands, dem Fall der 217 UN-Soldaten die sexueller Gewalt im Kongo beschuldigt werden, den Scientology-Akten, den Akten zu illegalen Abhöraktionen in Canada, den Iran-Akten (Finanzierung von Selbstmordattentaten im Irak durch Iran) oder den Akten zur Korruption der Arap-Moi-Familie in Kenya? Mit viel Glück sind vielleicht noch die Mautakten und Island-Skandal neben den diversen US-Akten bekannt. Das war der Stand 2009, meiner Meinung nach alles andere als befriedigend. Wer wollte, wusste auch schon 2009, dass sich Wikileaks vor dem Problem befand gigantische Informationsmengen auf einem Haufen zu bekommen, bei dem sich das Problem der mangelhaften Rezeption noch verschlimmern würde. Vom Spiegelfechter habe ich damals keine sinnvollen Vorschläge gehört, wie man das verbessern könnte. Und ich höre auch noch jetzt keine. Die Antwort auf ressourcentechnische Herausforderungen kann ja nun wirklich nicht down-sizing sein. Das ist als Vorschlag lächerlich dumm. Dann haben wir eine “Zensur” über die Pipeline die noch stärker ist, als die “Zensur”, ich sage dazu lieber Verzögerung, über die Pipeline die du jetzt schon kritisierst. Deine “Lösung” ist eine Verschärfung des von dir kritisierten Problems.
Es ist einfach mit dem Finger zu zeigen, wenn man noch nichtmal einen intelligenten Vorschlag für eine Lösung des Problems hat. Sollte man die Leaks zurückhalten, weil sie zu groß sind?
Was genau an dem Wort “kann” ist denn für dich zu kompliziert? Die US-Regierung KANN Dokumente unter Copyright stellen, das hat sie aber bei Geheimdokumenten aus naheliegenden Gründen nicht getan. Copyright muss in den USA angemeldet werden, dafür muss man das Dokument referenzieren. Das ist nicht sehr hilfreich bei dem Versuch etwas geheimzuhalten. Deshalb versucht die Obama-Administration ja auch gar nicht erst den Weg über das Copyright, welches sie nicht haben, sondern über Spionagegesetze von 1917. Und das unter der Lichtbringeradministration pro-Whistle-Blower ^^ lol http://newsjunkiepost.com/2010/12/04/wikileaks-assange-delivers-on-obamas-promise-of-transparency/
Nebenbei macht es deinen Copyright-Ansatz auch nicht gerade intelligenter, dass der ja eben wenn überhaupt nur im Ausland funktioniert. Wo genau ist aber das Internet?
Dein “Lieblingsthema”, die Restaurationen und Kneipen ^^
Das ist schön für dich, die sprach ich aber an, worauf die mit Sekundärinformationen antwortetest …
Ich höre mir das KR Interview gerade an. puhh Minute 33.
Erstmal wieder spricht sich der Herr, er sagt erst es gibt keine Fakes, dann sagt er dieses eine Dokument wurde ganz schnell als Fake aufgedeckt.
Dann finde ich sein Argument aber nicht grundsätzlich falsch. Meine Erfahrung ist, wenn ich mich mit jemand unterhalte, dann komme ich am weitesten wenn ich ehrlich bin, auch wenn das unangenehm für mich ist.
na ja – ich finde vor allem die Positionierung zum Thema “Mitgliederliste eines Schwulen-Chats” ziemlich grenzwertig. Das bestätigt dann wohl sogar meine bewusst als “groteske Überspitzung” bezeichnete Einleitung. Hätte ich dieses IV vorher gehört, wäre der Artikel womöglich noch kritischer ausgefallen.
Das ist ja genau das, was ich vorhin damit meinte, dass sich WikiLeaks nie mit den philosophischen Problemen der Offenlegung aller Daten auseinandergesetzt hat.
Was unterscheidet eine Mitgliederliste von Mitglieder einer rechtsextremen Partei (und alle so Yeah!) von einer Liste eines Schwulen-Chats.
Wo macht man da ein Anfang und ein Ende. Und wer traut sich zu solche ethischen Kriterien anzulegen?
Das sind Fragen, die WikiLeaks hätte klären müssen, die aber imho gar nicht (so leicht) zu klären sind.
Von daher ist der Ansatz einfach alles was “wahr” ist zu veröffentlichen durchaus nachvollziehbar. Aber eben auch gefährlich.
Yep, das sehe ich genau so. Leider gehen solche Fragen im momentanen “Solidaritätstornado” unter. Klar – wenn ich mir anschaue, mit welchen Mitteln gegen WL vorgegangen wird, ist es schwer, sich nicht mit dem Underdog zu solidarisieren. Dennoch muss(!!!) man kritische Fragen stellen dürfen, ohne gleich von einem Shitstorm attackiert zu werden ;-)
Ja, das ist ja auch richtig, aber bitte, lieber SF – mach Du nicht gleich alle zu “Heldenverehrern”, die sich dieser Hetzjagd entgegenstellen. z.B finde ich einige Aussagen des Herren Assange sehr befremdlich, etwa wenn er meint, es gäbe auch “gerechte Kriege”. Wie könnte ein Krieg je gerecht sein? (hier sagt er es wieder, aktuell im Australian)
Mit der Offenlegung diverer Geheimdokumente könne sich dann jeder selbst ein Bild dazu machen. Da liegt dann Paleskes These sehr nahe, dass eben die Reps, die Teebeutel etc einen Krieg gegen den Iran dann eben auch als gerecht ansehen. (hatte ich angebliche “Heldenverehrerin” übrigens auch verlinkt.)
Nach dem Völkerrecht sind bekanntlich alle Angriffskriege illegal,aber auch im Verteidigungsfall kann doch bitte niemals von einem “gerechten Krieg” die Rede sein!
Da wird mir dann ziemlich übel, wenn ich sowas lese.
Nichts desto trotz, lieber Spiegelfechter, finde ich es mehr als “grenzwertig” wenn hier ein internationaler “Steckbrief” für einen “Vergewaltiger” in Umlauf gebracht wird, der jeglicher Grundlage entbehert u. sich die wenigsten der Qualitätsjournallien bislang darum geschert haben, die Fakten auf den Tisch zu bringen. Sprich die eigentl. Aussagen der Beteiligten zu prüfen etc pp… Würde das Spiel einfach so durchgezogen, könnte der “Held” dafür dann mal eben hingerichtet werden. Spätestens jetzt sollten die Damen, die das Spiel angezettelt habe, sich besinnen und die Dinge klar stellen. Tun sie das nicht, liegt der Verdacht wohl schon ziemlich nahe, dass sie es eben geanau darauf abgezielt haben – eben auf eine Auslieferung.
hier noch ein aktueller Artikel im Tagesanzeiger dazu von heute:
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Die-Schwedinnen-die-Assange-belasten/story/11722023
ich versuche mein Bestes ;-)
Welche Fakten meinst Du denn? Die schwedisches Staatsanwaltschaft hat doch Fakten auf den Tisch gelegt.
Das ist Aufgabe der Staatsanwaltschaft und nicht Aufgabe der Medien – auch wenn BILD und Co. das gerne verwechseln.
Grundsätzlich sehe ich allerdings kein großes Informationsdefizit: Hier finde ich z.B. alle relevanten Infos.
Tatsächlich wirft die Verfolgung in Schweden diverse Fragen auf. Der Fall begann Mitte August mit einer Veranstaltung einer Organisation, die den schwedischen Sozialdemokraten nahe steht. Deren Sprecherin Anna A. hatte Assange eingeladen und ihn privat bei sich in Stockholm untergebracht. Unstrittig ist, dass Assange und Anna A. am Abend vor der Veranstaltung Sex miteinander hatten.
Am Tag darauf sprach Assange im Haus des schwedischen Gewerkschaftsbunds über die vorangegangene Veröffentlichung der Afghanistan-Protokolle. Unter den Zuhörern war auch eine junge Künstlerin aus Enköping namens Sofia W., die sich für die Veranstaltung als Fotografin akkreditiert hatte und Assange verehrte. Unstrittig ist, dass auch Sofia W. und Assange in der Nacht und am folgenden Morgen erneut Sex hatten, ehe er verschwand.
Kurz darauf erfuhren die beiden Frauen von den parallelen Affären, tauschten ihre Erfahrungen aus und beschlossen, gemeinsam zur Polizei zu gehen. Sie habe die jüngere Sofia eigentlich nur als Zeugin begleiten wollen, gab Anna A. später zu Protokoll. Assange sei zwar nicht gewalttätig, habe aber eine verquere Einstellung gegenüber Frauen und könne kein “Nein” akzeptieren.
Nach der Aussage der beiden Frauen beantragte die zuständige Staatsanwältin einen Haftbefehl auch wegen Vergewaltigung. Sie bestätigte dem Boulevardblatt “Expressen” den Namen des Beschuldigten. Doch innerhalb von weniger als 24 Stunden zog die Staatsanwaltschaft den Haftbefehl und den Vergewaltigungsvorwurf zurück – übrig blieb der Vorwurf der Belästigung.
Natürlich rechtfertigt das in keinster(!) Weise einen internationalen Haftbefehl mit all dem Trara. Dennoch halte ich es nicht für ausgeschlossen, dass die beiden Fans, die JA begattete, tatsächlich Opfer einer Straftat (nach schwedischem Recht) wurden.
Ach Quatsch – auf welcher Basis denn?
Wenigstens findest Du einen internationalen Haftbefehl und die Einbindung von Interpol, zumalen unter so schmalem Tatvorwurf auch außergewöhnlich.
Warum gehst Du recht deutlich einem Zusammenhang aus dem Weg?
Auch national betrachtet, führt so ein Tatvorwurf nicht zwangsläufig zu einer Auslieferung.
@Jan Duck
Ja sind denn mometan die “Ich-will-den-Spiegelfechter-missverstehen-Wochen”? ;-)
Dem widerspreche ich doch gar nicht. Ich sage doch “nur”, dass man dennoch ggüber den vermeintlichen Opfern Respekt und Anstand entgegenbringen sollte. Das sind übrigens ganz elementare Bestandteile des Pressecodex, die hier von einigen Zeitungen (von Blogs rede ich lieber gar nicht) mit Füßen getreten werden.
Das wäre mal was für BildBlog und Niggemeier. Aber das ist wohl zu unpopulär, um es der denkfaulen Leserschaft zuzumuten ;-)
Spiegelfechter,
was heißt denn hier “Missversteh-Wochen”? Wir sind doch nicht bei McDonalds?
Nein, mal im Ernst. Natürlich sehe ich auch die Opfer, vor allem ihren Anspruch, dass sie ernst genommen werden. Allerdings kann ich mich in diesem (leider auch nicht mehr in anderen) Zusammenhang nicht mit dem Pressecodex identifizieren.
Die Aufgabe des Pressecodex kann es nicht sein, hier irgendeinen halbseidenen Weg der Berichterstattung zu gehen. Entweder ich respektiere die Instrumente der Rechtsprechung, weiß also um die Schwierigkeit der bis zur Verurteilung des Beschuldigten geltenden Unschuldsvermutung, aber auch dem Recht des Opfers sein Schicksal ernst zu nehmen und verzichte auf eine Berichterstattung, da sie “mich” zwangsläufig ins Schlingern bringt (siehe unterschiedliche Rechtsdefinitionen für Vergewaltigung Schweden/Deutschland) oder ich ziehe das Ding durch, berichte durch, weise auch auf diese Schwäche des Sachverhaltes hin und instrumentalisiere es nicht zur Aufwertung eines eigentlich anderen Sachverhaltes.
Die Rechtsprechung/Kriminalistik hat hier sehr schöne Termini. Man spricht (eigentlich) nicht von Tätern. Man spricht von Beschuldigten. Und auch dieser hat in gleichem Maße das Recht auf Respekt und Anstand. Denn Beschuldigte sind nach einer langen Kette von Ermittlungen gar nicht so selten unschuldig, aber dank der Presse dann im öffentlichen Leben diskreditiert und verbraucht.
Gerade die Deutschen sind hier sehr verwöhnt. Uns wird die Leichtigkeit der Ermittlung und Aufklärung präsentiert. Uns werden die Täter und vor allem deren “Visagen” präsentiert. Wir sind recht schnell zu überzeugen vom Bösen.
So richtig weiß er auch nicht was er von seinem eigenem Verein halten soll und seinen eigen Motivationen. Wenn es einmal eine Liste mit allen Informanten von WL geben sollte dann wird sie selbstverständlich veröffentlicht oder,…naja ne doch nicht wir haben ja versprochen niemanden zu verraten.
Ist es sicher das der echt von WL ist? Wenn ja sind sie mir so langsam auch leicht unheimlich. Edle Ziele irgendwie, aber ist das wirklich alles was dahinter steht an Motivation?
Dieser Assange ist mir nicht ganz geheuer. Ich denke nicht, dass er so grenzenlos naiv ist und unbewußt den Zensoren in die Hände spielt, wie Jens es in diesem Artikel beschreibt. Es kommt mir alles eher wie eine inszenierte Schmierenkomödie vor, in der Assange in Wirklichkeit bewußt Agenda Setting für die Amis betreibt.
Interessant hierzu finde ich folgenden Artikel aus der jungen Welt:
Ich halte ihn nicht für naiv. Aber das tut m.E. nichts zur Sache. Die Artikel der Iran-Fanboys bei der jW finde ich jedoch noch unterirdischer als die Artikel der Assange-Fanboys oder die Artikel der USA-Fanboys ;-)
Ansichtssache. Man muß kein Fan des iranischen Regimes sein, um zu bezweifeln, dass dies alles nur ein glücklicher Zufall für die üblichen Verdächtigen ist…
Wo is’n mein Link hin?
In meinen Augen spielt es keine Rolle, ob Assange bewusster Teil von Agenda Settings ist oder ihnen “taktisch unklug” in die Hände spielt. Einen Grund für die Durchführung einer weiteren Verknappung der Freiheit wird dieses System so oder so finden. Siehe die Deutsche Diskussion über die Aufhebung der Internetanonymität via Personalausweisnutzung und dortige unterirdisch dämliche Begründungsstrategie.
Interessant aber die Aussage über die BstU.
jens, ich hab weiter oben schon gefragt, tu ichs halt nochmal:
“ähhhh jens, jetzt werd ich mir nicht den stress machen ALLE kommentare durchzuackern; eine frage nur:
wie kommst du zu der aussage, dass, zitat: “…Wikileaks mit der Veröffentlichung der Depeschen gegen US-amerikanisches Recht verstoßen hat,..” unumstritten ist ?
bitte was bitte ?
unumstritten ? meiner wahrnehmung nach IM GEGENTEIL (die blosse behauptung amerikanischer politiker, dies sei illegal, ist meines wissens mehrfach wiederlegt worden).”
jetzt les ich zusätzlich noch von COPYRIGHT-VERSTÖSSEN (uhuhuuauweiaböseböse)
woher beziehst du denn deine informationen, DAS würde mich wirklich interessieren & bitte wenn du jetzt auf ältere posts von dir verweist, dann gib BITTE auch die postnr. an, weil ; siehe oben, verdammt anstrengend und so.
ich werte das doch gar nicht, sondern führe es ganz wertneutral auf. ich finde das auch lächerlich, aber so sind die Copyleft-Gesetze nun einmal.
okeee, den urheberquatsch wertest du nicht (gebongt) aber nochmal: “unumstritten”??
diesem quatsch von 1918 (oder wars 1917 ?) steht die freie meinungsäusserung in den usa gegenüber, oder nicht ?
“unumstritten” ?
lieberman, das arschloch (ja, allerdings) versuchts doch grade IRGENDWIE zurechtzubiegen…
“unumstritten” ?
zumal du grade nen netten artikel in der TP abgelieferst hast, schnall ichs noch weniger…
Wie sagte noch Rosa Luxenburg ;) “Transparenz ist die des anderen!”, “Demokratische Regeln sind die der anderen!” iss das nich auch von Ihr? Oder war das Polt?
@ SF
jetzte kann ich schon nicht mehr oben antworten. Es ginge doch in Schweden darum, den Helden nach Amiland “auszuschaffen”. Die Schwyzer täten das in einem Vergewaltigungsfall auch. Und wenn du die Nachrichten anschaust, heisst es (zumindest bislang)
dort immer nur unkommentiert, Herr Assange wird wegen Vergelwatigung gesucht.
Und ja umd die Fakten, die der Staatsanwaltschaft bekannt sind, ging es mir ja! Davon war aber vor dem Tagesanzeigerartikel sogut wie nirgendwo was zu lesen!
Bitte, nu stell dich doch nicht auf blond ;-) bzw. blonder als de bist!
dein Spiegelartikel ist von gestern, also come on! Bis gestern ging einfach nur die Runde, der Assange hat 2 Frauen in Schweden vergewaltigt!
Geheimrätin: erstmal OT: Jens, bitte schmeiss die Kommentarverschachtelung wieder weg. Man findet Kommentare schlecht, und bei längeren Kontroversen ist die Maximaltiefe ruckzuck erreicht. Bitte wieder chronologisch und die Sortierung unserem Verstand überlassen. Man muss sich von gescheiterten “Verbesserungen” trennen können.
Was die “Vergewaltigung nach schwedischem Recht” angeht, finde ich das schwedische Sexualstrafrecht spiegelbildlich vergleichbar mit dem saudiarabischen. Assange war da echt strohblond. In einem Land mit solchen Moralvorstellungen – egal ob Schweden oder Saudiarabien – lässt man den Schwanz in der Hose.
Bizarr finde ich, dass nach europäischem Recht an ein Land mit solch fundamentalistischem Strafrecht ausgeliefert wird. Eigentlich kann nach dem Auslieferungsrecht nur ausgeliefert werden, wenn die Tat in beiden Rechtsordnungen strafbar ist. Falls sie strafbar ist, aber nur nach milderem Recht (in D wäre das höchstens Beleidigung, kaum Nötigung), müsste das Auslieferungsland sich verpflichten, nur nach diesem Recht zu verfolgen. Bei einem fundamentalistischen Sexualstrafrecht wie in Schweden gibt es kaum einen Auslieferungsstraftatbestand. Insofern ist es beängstigend, dass die mit ihren kranken Moralvorstellungen einen red warrant kriegen.
a^2
Ich finde es übersichtlicher – aber das kann man geteilter Meinung sein. Ich hatte ja mal ein Script “in Auftrag gegeben”, bei dem der Leser (wie bei TP) zwischen den Ansichten umschalten kann. Ich habe aber niemanden im Haus, der dieses Script implementieren kann. Und zurück geht es aus dem gleichen Grund auch nicht, da ich das schlichtweg nicht kann ;-)
*g*
Eben nicht – aber ich bin kein Jurist, habe das nur anderweitig gelesen.
Ich bin auch nur Schmalspurjurist mit 6 Semestern Nebenfachjura. Aber prinzipiell kannst Du für eine Straftat nur ausgeliefert werden, wenn die Strafbarkeit im ausliefernenden Land gegeben ist. Mehr noch: Du darfst für Straftaten, die in beiden Ländern strafbar sind, nicht härter bestraft werden, als nach dem Strafrecht des ausliefernenden Landes bestimmt.
Nun haben die EU-Staaten ein paar straf- und menschenrechtliche Grundsätze zugunsten der “Integration” aufgeweicht. Ich denke allerdings nicht, dass krass abweichende Prinzipien des Strafrechts davon tangiert sind, sonst müsste man Iren, die in Deutschland als Ärzte abtreiben, nach Irland als Mörder oder Totschläger ausliefern. Das ist definitiv nicht so.
Im Falle Assange sehe ich nicht, dass seine Handlungen in Staaten ohne fundamentalistisches Sexualstrafrecht einen Straftatbestand erfüllen. Wenn in Saudiarabien Vergewaltigung erfüllt ist, wenn ich einer Schleiereule auf den Busen gucke, darf man mich auch nicht ausliefern.
Normalerweise hätten die Schweden nie eine Auslieferung verlangt, auch nicht bei einem Irren, der in Schweden ins Puff geht (der gilt auch als Vergewaltiger). Ich sag mal, der US-Druck ist da sehr wahrscheinlich.
a^2
@SF: Zur “kubanischen” Spur, Parteizeitung usw.(oben kann man nicht mehr antworten):
Die Aufdeckung der Verbindungen/Umfeldes des “Opfers” ist IMHO schon älter, da schien die schwedische Affäre aber als gegessen: http://www.counterpunch.org/shamir09142010.html
Auch interessant: http://annaardin.wordpress.com/thesis/
Castro, Exil-Kubaner … das ist ja fast bei JFK ;-)
Sorry, ich habe da den Überblick verloren, werde mich aber mal damit auseinandersetzen. Die Quellenlage ist sehr verworren und ich kann das aus dem Stand nicht bewerten.
damit die verwirrung weitere nahrung bekommt, lies dich doch mal durch:
http://qwstnevrythg.com/2010/12/anna-ardin-cia/
vielleicht muss ja auch nicht immer alles gleich aus dem stand bewertet werden. klar, du hättest weniger engagierten widerspruch erhalten, andererseits etwas anderes gewinnen können. so bleibt der etwas schale geschmack von gewollter zynik und nihilistischer abwehr. imho hat das thema dann doch etwas mehr ernsthaftigkeit verdient. es geht immerhin um folter, kinderprostitution, mord, spionage, das ganze programm des ekels an der macht. die frage, wie sich wikileaks gegenüber den inkriminierten regimen legitimiert, wie es sich dir gegenüber legitimiert, ist wirklich völlig untergeordnet. warum um alles in der welt ist dir diese legitimation so viel wichtiger als die auch dir inzwischen bekannt gewordenen dokumente?
Vielleicht finden wir nun endlich heraus, wer JFK umgebracht hat ;-)
ach das versuchst du gerade rauszufinden? dann ist ja gut, dann spielen die aktuellen kleinigkeiten keine große rolle.
ich bin in meinem inzwischen schon etwas längerem leben meines wissens noch nicht irgendwelchen verschwörungstheorien verfallen. aber ich habe mich auch nicht geweigert, sie erst mal zur kenntnis zu nehmen und anzuerkennen, dass sich andere menschen auch gedanken machen, dass sie zusammenhänge, einen sinn hinter ereignissen suchen, ohne dies stante pede bewerten zu müssen.
nee – nun mal ernsthaft: Ich sammle gerade Informationen über die Sex-Geschichte und werde dazu u.U. morgen etwas schreiben. Bislang ist das aber alles recht undurchsichtig, da ich Schwiergikeiten mit der Bewertung der Quellen habe. Aber morgen bin ich schlauer ;-)
Du weißt ja, dass ich nicht zu den Bloggern gehöre, die einem unbekannten Online-Magazin so einfach glauben. Warten wir mal ab ;-)
der assange-thriller hat was hollywoodeskes, ist für mich aber gegenüber den wikileaks-dokumenten nicht vorrangig. er würde ja, falls die dinge sich so entwickeln, nur bestätigen, dass die cia wirklich so blöde ist, wie wir sie kennen. was haben die nicht alles verbockt – und das in zeiten, als es noch keine überlebenswichtige internetz gab.
Also der JFK-Fall ist doch erledigt. Ich finde die Gemengelage im Umfeld der beiden Opfer aber schon, gelinde gesagt, komisch. Das JA auch in Schweden blond gehandelt hat, steht auf einem anderen Blatt. Man(n) sollte seinen Löffel eben nicht in jeden Honigtopf stecken, besonders nicht wenn man gerade den Rest der Zeit nutzt Staaten anzupingeln.
@Geheimrätin
Da hast Du endlich Deinen Qualtiätsjournalismus – inkl. SEX-PROTOKOLL ;-)
Nur, dass noch nicht einmal BILD die Bilder unverpixelt zeigt und auch keine Klarnamen nennt. Aber dafür haben wir ja das Netz. Es lebe der Voyeurismus.
ach jens, jetz bin ich es leid
adios amigos
*lach*
Nun sei mal nicht so humorlos ;-)
achso, das war ne witz! na denn – harrrrrrrrr ;-p
“Dass Wikileaks mit der Veröffentlichung der Depeschen gegen US-amerikanisches Recht verstoßen hat, ist unumstritten.”
Dem ist nicht so: Why Assange won’t be prosecuted
http://blogs.dailymail.com/donsurber/archives/26094
Mich erinnert die ganze Sache einfach nur an James Bond. :)
So ein “Oberschurke”, der sich offen mit einer Supermacht anlegt, um die “Weltherrschaft” zu erlangen (jedenfalls die Welt auf den Kopf zu stellen).
Diesmal nicht mit irgendnem Gas, das alle Menschen tötet (Moonraker), Sprengung von Ölquellen (Sag niemals nie?) oder Vernichtung des Goldes in Fort Knox (Goldfinger), sondern durch Offenlegung aller geheimen Informationen (nächster Bond-Film?).
Nicht nur dich:
http://www.thedailyshow.com/watch/wed-december-8-2010/julian-assange–to-catch-a-somewhat-pasty-predator
Wenn schon, dann bidde James Blond ;-) Becauce Justice is blond :-)
ps. jetzt endlich wissen wir’s, das Kondom war von Ikea!
Austin Powers! Yeah Baby!
huhu Spiegelfechter
noch ein häppchen für deine Sex and Crime – Recherche: jetze wird zurückgerudert. Es ist nämlich Reiner Zufall, dass ausgerechnet Frau A(ntikommunistin), wenn sie tatsächlich ein CIA-honigbienchen ist, Sex mit dem Internethelden hatte. Ihr ging es auch gar nicht um eine Strafanzeige, um Rufschädigung oder gar Auslieferung, nein – der Anwalt wars! Man stellte einen Promianwalt ein, einzig zu dem Zweck, den Helden auf etwaige Krankheiten testen zu lassen!
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Mutmassliche-Opfer-wollten-Assange-nicht-anzeigen/story/30096734
Man könnte auch vermuten, das die beiden sich damit der Verfolgung wegen falscher Anschuldigungen entledigt haben. Wir gehen mal beichten, dann muss jemand von Amts wegen ermitteln, dann wird eingestellt und gegen diese Einstellung lassen wir dann einen scharfen/abgedrehten Anwalt los. Geht’s schief, passiert niemand etwas aber bei JA bleibt immer was hängen und richtig Ärger hat er auch. Für die “Opferseite” eine Win-Win-Situation!
Wirklich gut zum Thema ist der Artikel hier: http://www.neunetz.com/2010/12/08/5-aspekte-der-aktuellen-wikileaks-revolution/
Mit Abstand das Beste, was ich bis jetzt dazu lesen durfte.
Disclaimer: ich habe noch nie zuvor einen Artikel bei neunetz gelesen und auch seit diesem nichts. Ich weiß nichts über den Autor oder die sonstige Ausrichtung der Webseite. Allein diesen Artikel möchte ich empfehlen.
Würde die Weltanschauung des Autors bzw die Ausrichtung der Website eine Rolle spielen wenn der Artikel gut ist und vielleicht bzw. tatsächlich sogar “wahr” wäre? Ich würde mir zumindest die Wahrheit zu eigen machen.
schaut gut aus.
Abendlektüre ;)
Sehr guter Artikel. Ich bin jetzt mal ketzerisch:
ob das auch hier zutrifft ? *duck*
Schön finde ich auch das herausarbeiten, das WL die Medien für sich ‘arbeiten lässt’ und unter Druck setzt und nicht einfach nur ‘mit Ihnen kooperiert’ (was imho quatsch ist).
Naja, mir ist das zu euphorisch. Wo genau ist jetzt der Unterschied etwa zu den Pentagon Papers? Richtig, darin, dass gut 90+% des Krams komplett irrelevant sind. Und dass ein paar Zeitungsredaktionen den Daumen auf den Daten haben, weil eine systematisch geordnete Darstellung die Leaker überfordert und sie eh kein Schwein lesen würde (das ist im Artikel richtig beschrieben).
Aber klar, weil alles über das Kindernetz geht, ist das natürlich was grundlegend Neues.
Als alter Sysadmin, der die Publikations- und Vertraulichkeitspolitik grosser, landes- und z.T. weltumspannender Betriebe seit einer Weile kennt, habe ich angesichts der Verfügbarmachung sämtlicher Korrespondenz für einen riesigen Adressatenkreis nur mit dem Kopf geschüttelt. Jede Bank und jedes Industrieunternehmen kennt nicht nur die übliche Sicherheitshierarchie public, internal, confidential, secret mit zusätzlichen Abstufungen, sondern auch eine horizontale Trennung der Berechtigungen. Einen ITler gehen Vertriebshilfen nun einmal nichts an, ausser für Testzwecke, wenn er den Content bereitstellt und prüft, ob das auch richtig ankommt. Und ein Vertriebler hat in der Materialwirtschaft nichts zu suchen. Insofern bin ich mal gespannt, was da an Brisantem aus einer Bank kommt.
Die USA werden den Fehler auch nicht noch einmal machen, und der Rest der Staaten schon gar nicht, falls sie das je getan haben. Im Unterschied zu den Hackern fürchte ich, dass die Systeme dadurch nicht unkomplexer und ineffizienter werden.
Man verstehe mich richtig: Natürlich ermöglicht das Netz neue Formen der Kommunikation, so wie dieses Blog und diese Foren. Und das Online Stellen von Inhalten ist einfacher und schlechter zu unterbinden, als Flugblätter in einem Treppenhaus zu werfen, mit Kurzwelle zu funken, Dokumente an Zeitungen oder Microfilme an die Russen oder wen immer zu übermitteln. Das kann im Einzelfalle sogar eine sehr wichtige Sache sein. Aber an die schönen Märchen der Cypherpunkanarchie glaube ich deshalb trotzdem nicht.
a^2
naja,
hast Du dann auch eine Erklärung für die diversen Bankdaten-CDs?
Groo: Ich sage nicht, dass es nicht immer wieder Lecks geben wird, so wie es sie gegeben hat. Das ist auch gut so. Aber dieses weltweite Netz der diplomatischen Depeschen mit Millionen Zugriffsberechtigten war sicherheitstechnisch leicht irr.
Was diese CDs angeht: vor allem Datenbankadministratoren haben sehr weitgehenden Zugriff und Durchblick, da sie sowohl die logische Struktur und damit die Inhalte kennen als auch die Möglichkeit haben, diese abzufragen, nicht selten auch ohne dass das einem strikten Monitoring unterliegen kann. Das ist aber eine begrenzte Personengruppe, ganz anders als im Falle cablegate.
a^2
Hier der ultimative Kommentar zu condomgate (gestohlen bei chinasmack.com):
a^2
Selbst wenn durch die Cablegate-Dokumente überhaupt nichts neues mehr ans Tageslicht kommen sollte dann ist alleine schon durch die Reaktionen der sich ” bloßgestellt fühlenden ” etwas noch nicht dagewesendes entstanden !
Es ist zwar noch nicht klar ob sich das boykottieren von gewissen Bezahlmethoden wie etwa Pay-Pal , amercan express , Visa und ect. Monopolisten auf einer breiteren Basis durchsetzten wird .
Nur in Zukunft werden die “Privaten ” sich überlegen müssen was mehr weh tut . Sich den ” Stattlichen ” zu wiedersetzten oder die ökonomisch – achtenswerten zu verlieren …
Anbei möchte ich hier mal Jens Berger für seine Courage ( trotzt des recht mauen Artikels ;-] ) sehr achtend erwähnen welcher auf eben diese monopolistischen Finanzdienstleister nun versucht zu verzichten !
Wenn du das nicht siehst dann sagt dir das hier vielleicht was , welches zwar von einem vorherigen Beitrag schon gepostet wurde nur hat es auch hier meiner meinung nach seine nicht zu verfehlede aussage …
http://www.youtube.com/watch?v=XkiqvPsaKAQ
Kannst du in dem Fall der Fälle auch a^2 nehmen … nichts für ungut ;-P
kriegszitterer: Ich finde die Blamage von Amazon, Paypal, Visa und Mastercard auch amüsant. Aber wenn Du noch so geiferst: so weltbewegend wichtig ist das nicht, und es bringt kein System zum Zusammenbruch. Es ist eher leicht beklemmend, wie wenig die Kriege, Abschiebungen, Enführungen und Folterungen, oder auch Sozialabbau und die Lage der Unterschichten Aufreger sind. Das zeigt, dass die Herrschaftsmechanismen doch recht gut funktionieren.
a^2
Ich sehe hier noch nicht das Ende. Noch sind auch die 250.000 Dokumente nicht gesichtet, in Kontext gesetzt. Man wird sehen.
Was kommt unter dem Strich (vielleicht) heraus. Ich befürchte, dass man uns so oder so und eher früher als später viele Freiheiten nehmen wird. Manches offen, anderes subtil. So wie der Versuch herbeizureden, dass die Anonymität im Internet Straftaten provoziere und suggeriert, dass dies ein eine solche Maßnahme begründendes Problem sei und das Aufbrechen der Anonymität durch den Zwang einer Ausweis-ID-Registierung das verhindert. Würde sich so etwas durchsetzen, müssten viele von uns schon aus Angst um ihre berufliche Entwicklung “aussetzen”. Meine Hoffnung ist, dass man sich genötigt fühlt so durchzugreifen, dass der Bürger endlich mal erkennt mit was und wem er es zu schaffen hat und sich hoffentlich wehrt.
Aber bevor wir hier oder anderorten eine Erkenntnis vermittelt hätten, die eine Mehrheit der Menschen zur Wahrnahme ihrer Rechte animiert, ist der Zug längst abgefahren. Akademisch schlagende Reibungsverluste.
Zustimmung.
Hab gerade meine Mastercard nebst Begründung abgeliefert. Ein anderer Bankkunde ist mir extra noch nachgelaufen, um mir zu versichern, wie richtig und wichtig er das fände.
Zum Artikel: nicht, dass er nicht, wie fast immer, gut gewesen wäre, manchmal jedoch, ist schlichte Solidarität halt wichtiger, als intellektuelles Schauturnen. Sonst bleibt nur ein Gockel mit Mesiaskomplex versus einem mit ner “Huch, wie bin ich kritisch und differenziert” Macke.
Und auch ich will mich bei SF bedanken. Vor Jahren, nachdem ich mich als DAU, infolge eines verfälschten Putin-Interviews wutschnaubend, mühsamst zu einem Ardforum durchgearbeitet hatte und dort zu meinem Erstaunen viele Gleichgesinnte fand, wurde aus “Sicherheitsgründen” das ganze Forum auf SF gespiegelt(?). SF und die vielen Hinweise in den Kommentaren haben mir disphorisches Spiegellesen seitdem erspart.
@SF lass mir die Geheimrätin mit der Heldenverehrung in Ruhe, ich wars der geschrieben hat, dass er Helden mag und die Links der Geheimrätin gehören zu den Besten.
;)
hallo jens,
ich mag Dich sehr gerne, aber der Artikel ist absolut nix.
Grüsse
Der erste weltweite Cyberwar.
Science Fiction zum anfassen.
http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=195653&page=0&category=0&order=last_answer
Operation Payback.
http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Payback
Der Twitterlink ist “suspendiert”
Sorry, die Seite die du versuchst anzusehen, wurde suspendiert.
Sehr makaber.
Der Vogel ist durchgestrichen.
Friedenstauben verboten… lol
Mlg
Und wenn “wir” ihn gewinnen, haben die Chinesen das Sagen auf der Welt. Aber dann kann Wikileaks ja chinesische Geheimdokumente leaken, damit wir alle nachlesen können, was Sache ist … :D
Ich empfehle schon mal http://www.nsonic.de/chinesisch/anfaenger/tag3/tag3.htm ;-)
Obama ist erledigt und die neue US-Präsidentin kommt von der Teay-Party. ^^
This is just great, thats how scientific journalism works and it works well this way why not apply the same mechanisms to all press …
Assange told me, “I want to set up a new standard: ‘scientific journalism.’ If you publish a paper on DNA, you are required, by all the good biological journals, to submit the data that has informed your research—the idea being that people will replicate it, check it, verify it. So this is something that needs to be done for journalism as well. There is an immediate power imbalance, in that readers are unable to verify what they are being told, and that leads to abuse.”
Auch sehr interessanter Auszug:
Ein vorheriger Ansatz von WikiLeaks hat nicht funktioniert:
In 2007, he published thousands of pages of secret military information detailing a vast number of Army procurements in Iraq and Afghanistan. He and a volunteer spent weeks building a searchable database, studying the Army’s purchasing codes, and adding up the cost of the procurements—billions of dollars in all. The database catalogued matériel that every unit had ordered: machine guns, Humvees, cash-counting machines, satellite phones. Assange hoped that journalists would pore through it, but barely any did. “I am so angry,” he said. “This was such a fucking fantastic leak: the Army’s force structure of Afghanistan and Iraq, down to the last chair, and nothing.”
@ Jens
noch ein link zu einer netten talkrunde, die ich grad gepostet habe. (kam bislang noch nicht dazu, mir das ungestört u. in ruhe anzuhören) sehens/hörenswert ! (kann auch gelesen werden)
Wikileaks and the Diplomacy of Secrecy
Gareth Porter, Investigative Journalist and Ray McGovern, Retired CIA Analyst discuss Wikileaks
http://therealnews.com/t2/index.php?option=com_content&task=view&id=31&Itemid=74&jumival=5968
(unser honigbienchen ist auch dem hier geladenen CIA-Anlysten keine unbekannte)
noch was technisches: mir ist heute firefox schon mindestens 3 oder 4 mal abgetürtzt, als ich deine seite aktualisierte. passiert in letzter zeit ständig, hab das hier auch schon von einem anderen kommentator gelesn. any idea was da los is?
Das passiert bei mir komischerweise auch in unregelmässigen Abständen…
Same here. Auf diversen Rechnern unter XP, unter W7 32 Home, unter W7 64 Ultra. Linsux habe ich noch nicht versucht :)
Firefox unter Linux: keine Zicken.
bei mir schon:
Add-ons:ubufox@ubuntu.com:0.9rc2,langpack-de@firefox-3.6.ubuntu.com:3.6,langpack-en-GB@firefox-3.6.ubuntu.com:3.6,{ef4e370e-d9f0-4e00-b93e-a4f274cfdd5a}:1.4.1,{3d7eb24f-2740-49df-8937-200b1cc08f8a}:1.5.14.2,{972ce4c6-7e08-4474-a285-3208198ce6fd}:3.6.12
BuildID: 20101027124711
CrashTime: 1291981768
EMCheckCompatibility: true
FramePoisonBase: 00000000f0dea000
FramePoisonSize: 4096
InstallTime: 1288549980
ProductName: Firefox
ReleaseChannel: default
SecondsSinceLastCrash: 17016
StartupTime: 1291977544
Theme: classic/1.0
Throttleable: 1
URL: http://www.spiegelfechter.com/wordpress/
Vendor: Mozilla
Version: 3.6.12
This report also contains technical information about the state of the application when it crashed.
Der Adresse nach ein 32bit-Ubuntu oder? Ich bekomm meinen hier einfach nicht zum abstürzen. :(
Ich sollte mich mal mehr anstrengen…
bei mir ist das ganze System abgestürzt.
Komplette Neuinstallation seit 17Uhr (-4Stunden andere Aktivitäten)
Letzte Aktivität: SF-Seite besucht. Firefox, WinXP
Meine zwei Virenscanner haben nicht angeschlagen.
Dummerweise muss ich Skripte zulassen, wenn ich das Kommentarfenster benutzen möchte.
Die letzte Zeit kriege ich bei mehreren Sites, die irgendwie kritisch sind, Meldungen, dass die Seite verseucht ist. Bei SF allerdings bisher noch nicht.
Wenn jetzt andere auch sowas berichten.
Hmm.
Ich nutze SeaMonkey. Computer W7, Laptop XP und meine Systeme sind bei SF noch nie abgestürzt. Hardware-Probleme?
Zwei Viren-Scanner könnten das Problem sein. Viel ist nicht immer besser…..
*lol*
Dafür kann der SF aber nichts ;-)
Ich vermute mal, irgend ein unsauber programmiertes Modul führt bei bestimmten Parametern zu einem Überlaufen des Caches. Mehr als ein Absturz des Firefoxs kann dadurch aber nicht passieren ;-)
Junge!
Bei mir läuft alles (linux und Vista und auf 3 verschiedenen Rechnern) wie ein Bonbon.
ja, lacht nur,
McAfee, und ein malware-detector.
Die raufen sich normalerweise nicht um die selbe Beute.
Plus noscript, das ich selektiv zulasse.
zB beim kommentieren, weil sonst dieser fett-kursiv-link… Balken überm Kommentarfenster nicht da ist.
explorer-absturz-desktop verschwindet-endlose reboot-schleife.
save mode ging noch.
Systemreparatur fehlgeschlagen.
Kann ein dummer Zufall gewesen sein.
Kann mir auch nicht vorstellen, dass über ein script sowas passieren kann.
Hatte mal was ähnliches. War ein infizierter svchost.exe, wenn ich mich recht erinnere.
Also, per Javascript kann man sich nix einfangen, was standtepe den Rechner lahmlegt. McAffe ist ein Ressource-Hog, nimm lieber Avira … einen Malware-Detector braucht man nicht, is bei Avira & Mc Affe dabei. Zuviele Köche verderben den Brei… Die Windoof Firewall sollte an sein, weitere Firewalls sind so sinnvoll wie ein Loch im Schuh. Wenn Du keinen Router hast (also direkt am DSL-Modem hängst) würde ich die Anschaffung eines Routers empfehlen, das wäre ein echter Sicherheits-Gewinn …
Und fallst Du noch nicht machst, sicher dein System mal mit nem Imager (z.B. TrueImage, ältere Versionen sind frei), dann brauchste auch keine Windoof-Installations-Orgien mehr, sondern bist im Falle des Falles in ‘ner Viertelstunde wieder Startbereit.
@drummy
danke für die Tips!
Schaffe mir eh auch grad einen WLAN-Router an.
Soll ja auch letztens vorgekommen sein, dass McAfee versehentlich Systemdateien für infiziert hält und löscht, was dann zum Totalabsturz führt.
Ich nutze Opera und hab keine Probleme.
Opera 11 ist eh der beste Browser. :)
Schon alleine, weil man bei 16:10-Bildschirmen die Tab-Vorschau seitlich anbringen kann, wegen der Mausgesten, des eingebauten vollwertigen Mail-Programms, der Schnellwahl, der konfigurierbaren Suchen und dem Sync von alldem zwischen allen installierten Operas. ^^
bin auch Opera Fan, aber ohne FF-Scrapbook kann ich nicht leben :(
das ist idT ein Problem. Auch mir (Mac OS X 10.6.5 und FF 3.6.10) passiert das in unregelmäßigen Abständen. Leider sind die Abstürze nicht replizierbar. Ich habe das aber mal an meinen “Techniker” weitergeleitet.
Ich bin auch kein Experte, aber ich habe SeaMonkey so eingestellt, dass beim Ausschalten der Cache immer automatisch geleert wird.
Habe ich deshalb keine Probleme?
@ 172. Geheimrätin
SF sollte auf diesen dämlichen Facebook-Schnick-Schnack verzichten,
ein Troublemaker ist z.B. → b.static.ak.fbcdn.net, dieser FB-Server hängt schon mal öfter
… Firebug spuckt Gift&Galle ☹
Von 20[sic!] auf SF.com eingebundenen JavaScripts werden alleine 8
[incl. 1 Tracker] von 3 unterschiedlichen Facebook-Servern geladen – zzgl. 4 CSS-Dateien + 1 restserver.php [iframe] = 13x Facebook Müll!
…ohne den restlichen Kram u. Tracker zu erwähnen
…
Abhilfe = Spiegelfechter.com entrümpeln![z.B.Facebook] ❧
Adblock-Filterliste mit folgenden Regeln manuell ergänzen
facebook.com^$third-partyfacebook.net^$domain=~facebook.com
fbcdn.com^$domain=~facebook.com
fbcdn.net^$domain=~facebook.com
…
☞ [via F!XMBR - facebook-und-f*****-blocken]
…gelegentlich mal in der Nachbarschaft lesen
…
Wer immer noch eine Seite für eine Berühmtheit, eine Band oder ein Unternehmen erstellen will ☞ facebook.com
…
Sorry Jens ๏̯͡๏ hab’ Dich halt abgespeckt auf’s Nötigste
angenehmer Nebeneffekt: Ladezeit ursprünglich = 17 ~ 19 sek. – mittlerweile = 2 ~ 3sek. ergo ca. 15 sek. mehr Zeit für Deine Artikel gewonnen,
ist doch ‘n Deal!
n.b. im Dashboard → Settings → Discussion → Enable threaded (nested) comments ist ein Häkchen zuviel…
wegmachen soll angeblich weniger folgenreich sein, als in Schweden ein IKea Verhüterli zu benutzen, frag mal Deinen Technikus.
Duck&Wech ♪
hmmm… wer bei der Gelegenheit Flattr ins Nirvana versenkt hat, bitte dran denken → Mail an Spiegelfechter.com mit der Betreffzeile:
»Kontonummer her!«
peace☃ja, ja – hast ja Recht. Ich muss da mal eine Entschlackungskur machen.
Ich denke nicht, dass es daran liegt. Die Windowsversion von FF raucht mir regelmäßig ab. Teilweise auch bei anderen Seiten.
Unter Ubuntu mit FF 3.6.12 ist’s noch nicht einmal abgestürzt. Die facebook statics blocke ich nicht. Die Amazon Dinger waren damals auch nicht das Problem.
Einziger Unterschied zwischen den FF-Versionen ist:
# unter Windows setze ich auch NoScript ein, unter Linux nicht.
Entweder ist es ein reines Windows-Problem (evtl. die .NET-Plugins oder andere plattformspezifische?), oder es gibt eine Wechselwirkung (again) zwischen ‘NoScript’ und ‘AdblockPlus’.
Wie gesagt, hab mit SF nur Probs unter Windows. Ubuntu-Fox schnurrt.
ne, das Problem taucht bei FF unter allen Plattformen auf – ich habe z.B. MacOSX 10.6.5.
Zum Glück kommt der Crash ja sehr selten vor – aber ich kümmere mich darum.
Komisch, mir ist FF nur ein einziges Mal abgestürzt und das nicht mal auf deiner Seite. Und ich verbringe hier schon mal mind. eine Stunde täglich. Das mag daran liegen, dass ich nicht nur ABP und FlashBlock standardmäßig einsetze, sondern auch aus gleichen Gründen wie Geheimrätin zusätzlich amazon, gravatar, flattr und facebook komplett abblocke. Es ist mir schon passiert, dass die Seite sich minutenlang auf gravatar und flattr aufgehängt hatte. Amazon und FB meide ich aus hygienischen Gründen.
PS. Ach ja, noch tätige ich regelmäßig Ctrl+Shift+Del
Also bei mir ist das Abstürzen auch unter Linux passiert (Debian Sid und Suse11.3). Gefühlt sogar öfter, das kann aber daran liegen, dass ich Windows (auf Arbeit XP, privat Vista Professional) viel seltener benutze. Es muss mit SF zusammenhängen, denn sonst stürzt der FF praktisch nie ab, auch nicht bei anderen WP-Blogs. In den letzten Tagen waren die Abstürze deutlich seltener. Sie treten meist beim Zugriff auf den Kommentarbereich auf (etwa, wenn man Kommentare aus der rechten Spalte aufruft).
a^2
Bei mir stürzte SF fast immer nach ein paar Sekunden ab, wenn aufgerufen, kam mir jedenfalls so vor.
Da half nur noch IE-Tab, spiegelfechter.com hinzufügen, und dann geht das alles automatisch:
https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/92382/
Tjo, ich kann halt nur von mir reden. Unter Ubuntu-10.04-LTS (64bit) noch nie(!) abgeraucht. Die einzigen Addons sind ‘AdblockPlus’ und die ‘Ubuntu Firefox Modifications’. Ich hab auch mein privates GreaseMonkey-Ignore-Script abgeschalten. Keine Ahnung was da los ist.
Blockierte Elemente: 6 von 155. Könnte man höchstens noch die Blocklisten vergleichen. Das Facebook-Ding ist da, rechts ein paar Banner, sämtliche gravatars…strange. Scheint alles nicht sonderlich zu stören.
Unter WindowsXP(32bit, anderer Rechner) ist die Absturzrate mittlerweile sehr hoch.
Das mit dem Kommentarbereich rechts mag iÜ trotzdem stimmen. Bei einigen Abstürzen hab ich kurz den Artikel gesehen. Nach ein paar Sekunden begrüßte mich dann das Report-Fenster. Wenn ich Zeit hätte, würd ich mir mal ne VM zum Debuggen zusammenbauen.
Naja, ich drück die Daumen dass Du das hinbekommst.
Um das nochmal zu spezifizieren: Auf Arbeit benutze ich zwar Windows gezwungenermassen immer, aber da surfe ich eher selten bis nicht im SF-Blog. Dagegen habe ich privat eigentlich immer ein SF-Fenster offen. Ich weiss daher nicht, ob die Absturzrate unter Linux höher oder niedriger ist. Auch das Vista auf dem Notebook nutze ich meist beruflich und habe da seltener den FF offen.
a^2
@ na sowas
Ja, so wirds wohl sein. Grade isser wieder abjestürzt und immer nur bei SF!
ps. facebuck find ick och blöd. und flattr. mog i a ned. mail mit “kontonummer her” find ich bessa, hab allerdings nix auf meinem, was ich transferieren könnte. aber wer weiss, ich kann mir ja mal ne “aufladung” zu weihnachten wünschen und dann ordentlich austeilen! :-) (bei uns im buchladen geht gerade das esotherische “wünsch dir was” virus rum. wünschen muss nämlich gelernt sein. und derjenige, der die entsprechenden lehrbücher schreibt, muss zudem gar nicht selber wünschen, er lässt andre wünschen und wird selber reich dabei – SF, nimm dir da mal ein beispül!)
ps. sogar mein frisör fragte mich gestern, was ich mir fürs neue jahr denn wünschte.
weltfrieden, luxus für alle u. ne gute frisur, na was denn sonst!
A´ geh ;-)
Wenn es mir ums Geld ginge, wäre ich wahrscheinlich wirkliche Esoterik-Autor oder zumindest Esoterik-Verteiber geworden – das Geld liegt ja nun wirklich auf der Strasse, nur bin ich zu stolz, mich zu bücken ;-)
Daniel Domscheit-Berg wollte doch Mitte Dezember eine weitere “Leakplattform” anbieten, so hieß es jedenfalls eine Weile in vielen Medien.
Und hier sagt er :
http://www.zeit.de/2010/50/WikiLeaks-Interview
Heißt das jetzt er wartet erst eine Gesetzgebung ab ?
Merkwürdig ist auch dass er im Artikel sagt:
Irgendwie seltsam, dass er keine Alternativen zu WikiLeaks.org kennen würde.
Hm
@alle die fuerchten, das WL alles leaked. Nee Krankendaten leaken sie nicht und direkt davor sag er persoenliche Informationen (z.B. Schwuleninfos; siehe SF’s Kuchenradio link) wuerden auch nicht geleakt werden …
Also so schlimm stehts dann nicht wie in SF’s Schaudergeschichte beschrieben.
Special thanks goes @clear’s TED link
Hier das ist auch Klasse :-)
http://techcrunch.com/2010/12/09/everyone-at-le-web-is-wrong-wikileaks-should-be-condemned-not-celebrated/
@Swenske:
das ist lame. Ich mach doch nicht einen auf kleinen Informationsdealer, wenn ich mit dem Zeuchs ne ganze Sicherheits- Zensier, und Antiterrorbranche – staatlich bezahlt – hochziehen kann.
Schräge Ansichten? Ich? Leider nicht.
Kleine Anmerkung:
Bisher hat Wikileaks gegen kein Amerikanisches Gesetz verstoßen. Da dieser Fall in keinem Gesetzt bisher beachtet wurde. Aus diesem Grund heraus ist es auch lächerlich das Paypal / Mastercard / Visa & Amazon ihr Handeln mit illegalen Inhalten begründen.
Bisher ist nichts illegal von dem was Wikileaks getan hat, dies mag sich ja noch ändern aber nur weil jetzt jemand schreit “das ist böse und verstößt gegen unsere Gesetze” darf ein Dienstleister nicht einfach seinen Service einstellen.
Das ist die wahre Gefahr die hier gerade anbrodelt, die vollkommene Intransparenz der jeweiligen Firmen bei der Entscheidung für oder gegen Wikileaks.
@all
TECHNIK: Ich habe jetzt mal das Facebook-Plugin herausgeschmissen.
Eine Bitte an Euch: Wenn jetzt noch ein Absturz stattfinden sollte, gebt mir bitte bescheid. Ich fürchte, ich muss mit Try&Error auf die Fehlersuche gehen.
jab jetzt extra paar mal aktualisiert u. bin dabei nicht mehr abgestürzt!
sieht man mal wieder wozu facebuck “gut” ist ;-)
hoffen wir mal, dass das der Fehler war. Facebook selbst kann übrigens nichts dafür – das ist ein Plugin eines Drittanbieters.
zu früh gefreut, wollte eben noch diesen aktuelleren
counterpunch link einfügen
Julian Assange: Wanted by the Empire, Dead or Alive
u. bin dabei wieder abgestürzt
OK – dann ist zumindest eine potentielle Fehlerquelle ausgeschlossen. Weiter geht´s ;-)
@all if you experience any problems with SF.com. I highly recommend – try Chrome from evil Google…. :)
@all
Nächste Runde: Nun habe ich alle Plugins und WordPress auf den neusten Stand gebracht. Wie gehabt: Wenn Ihr noch Abstürze feststellt, teilt es mir bitte hier mit.
Tatsächlich???
1,0101,009 Personen gefällt Der Spiegelfechter.
…beachte die Kommas, hier hat sich wohl ein Zähler verschluckt.
abgesehen von einigen gruseligen FB Überbleisel grinst mich
noch ein Frank mit Sonnenbrille an …iiiiiieeek!
…
b.static.ak.fbcdn.net ballert mir immer noch yQuyB-6IqGN.js
zzgl. 3 CSS rein, wobei mir völlig unklar ist was
diese “plupload.js” aka “yQuyB-6IqGN.js” jetzt soll.
Soweit mir bekannt handelt es sich um einen uploader für’s
Content Managment, ich checks mal durch…[ohne Gewähr]
Tippe erstmal blind drauf irgendwelche Reste hängen noch
irgendwo in irgendeiner PHP fest… na denn, bin eh in einer
Beta – Phase zugange ☀ Kopf hoch …♫
update: könnte auch noch im wp super cache hängen, werde es zu einem späteren Zeitpunkt nochmal checken.
salü
*lol*
das FB-Plugin konnte ich ja wieder reaktivieren, da die Geheimrätin mir zwischendurch schon den nächsten Absturz gemeldet hat. Das scheidet also als Fehlerursache m.E. aus.
Ja, mach das mal – ich blicke die Technik hinter der Technik ja selbst nicht.
Das wäre eine weitere Möglichkeit. Den habe ich übrigens vorhin auf die neuste Version upgedatet. Und seitdem hat mir noch kein Leser etwas von einem Absturz geschrieben. Vielleicht war es das ja. Dennoch sollte ich an dem Script und dem Caching noch mal feilen.
in nuce…geschlagene 10 Millionen FB-Freunde würde ich Dir ja von Herzen gönnen, da mußt Du aber widgetmäßig noch ein wenig zulegen …hmmm ich wüßte da noch eins, so ‘ne Art Übersetzer in 128 Sprachen. Finnisch und ungarisch sind zur Zeit meine Favoriten u. die Asiaten beneide ich eh um ihre Schriftzeichen. Nur Mut, wird eh Zeit chinesisch zu lernen,
schließ Dich mal mit COPOKA kurz.
Ansonsten keine Panik wilde Updaterei bringst nicht, kann zumindest auf den schnellen Blick keine groben Schnitzer in Deinem Quellcode entdecken, ein paar Unsauberheiten, aber das würde jetzt in Pedanterie ausarten. Vergiß es erstmal.
…
Hier zwei vielleicht für Dich nützliche Links, als Entspannungs Lektüre sozusagen, VT kann schon ganz schön auf die Eier gehen. In dem Sinne bin ich eher ein Fan von Fefe.
…
http://www.drweb.de/magazin/wp-super-cache-plug-in-wordpress-beschleunigen-webserver-entlasten/
…
Holy Shmoly! → http://ocaoimh.ie/tag/wp-super-cache/
…
Der werten Geheimrätins u.a. Leser FF-Probleme sind wohl ganz anderer Natur, vermute erstmal eine aufgeblähte FF – prefs.js könnte die Ursache sein – melde mich dazu am späten Nachmittag noch mal [o. Garantie].
salü
Page optimized by WP Minify WordPress Plugin☜ na sowas! … ♫Wenn es nur die Geheimrätin wäre – der Fehler tauchte aber auch bei mir auf. V.a. dann, wenn ich relativ viele (20+) Tabs gleichzeitig offen hatte. Seit dem Update von WP und den Plugins scheint allerdings Ruhe im Karton zu sein.
-> WP-Super-Cache
Yep, das löpt ja bei mir. Aber mit den Abstürzen sollte es eigentlich nichts zu tun haben, da angemeldete User keine gecachte Seite bekommen und ich als Admin ja “dauerangemeldet” bin.
Das habe ich mal neu installiert ;-)
Eben… damit wir uns nicht falsch verstehen, alles was soweit von Spiegelfechter.com bei mir landet ist nicht das Problem.
Beim Seitenaufruf verbinde ich mich zusätzlich noch mit
ca. 9 anderen Drittserver: Deine 4 Tracker[incl. connect.facebook.net] gravatar.com, api.flattr.com etc.
- bzw. Dein FB-Widget nochmal mit 3 Servern
api.ak.facebook.com← troublemaker!static.ak.fbcdn.net
b.static.ak.fbcdn.net
So weit für moderne Browser kein Problem, ein hakeln kommt
halt eben mal vor und läßt sich durch “ESC” u. “F5″ in der
Regel schnell beheben, zur Not halt “Strg + Alt + Entf”
s.o. COPOKA …wenigstens einer hat’s geschnallt!
Als hartnäckiger Bursche ist mir schon vor längerer Zeit
besagter “b.static.ak.fbcdn.net” unangenehm aufgefallen, daher meine Empfehlung via ABP das komplette Widget zu blocken …got it?
Privat geht mir FB sowas am Arsch vorbei und dieser Krempel
und noch einige andere haben bei mir eine deutliche Hausnummer
→ 127.0.0.1 …termas!
(20+) Tabs…seit vorgestern gibt’s ein Update auf 3.6.13
gilt für Win – MacOSX ? keine Ahnung
das beseitigt unter anderem einige Performance Probleme.
Bravo! Für Dein Desk als Danke Schön
→ http://tinyurl.com/37rpe4r
salü ☀
na sowas!
Du hast die Dekomplexifizierung ja voll im Griff.
Bin irgendwie am Wort hängengeblieben ;)
@SF: Mal am Rande: Ich finde dieses ganze Widget-Geschmeiß sowieso eine echte Unsitte.
Was hat das die Facebook-Leute zu interessieren, wo ich mich gerade rumtreibe? Bei dem Verbreitungsgrad, den dieses Widget hat,bin ich so gläsern wie eine Christbaumkugel.
Hat mich da mal jemand zu gefragt?
Bitte um Beruhigungspillen …
Edit: Wieso eigentlich am Rande? Paßt doch gut zum Thema !
Schlaf schön …
@groo
Du hast die Dekomplexifizierung ja voll im Griff.…warum einfach wenns auch kompliziert geht!
Sieht man mir doch an™ …oder?
Bin irgendwie am Wort hängengeblieben ;)Champ… you got a ☎ from Istanbul
@Linus
Bitte um Beruhigungspillen …Linus Little Helper ☜
@na sowas,
wie hast ‘n das wieder gemacht?
Trifft das jetzt nur auf Bayern zu?
Fragen gibts!
@na sowas –Nachtrag:
Das war ein paar Jahre mal mein Aufsteh-song:
http://www.youtube.com/watch?v=6Z66wVo7uNw
viel Spass!
@nasowas:
Soso, jetzt habe ich also deine Skripten auf meinem Rechner ;-).
Dankeschön!
So mach ich das auch. Trotzdem ärgert es mich.
Kriegt SF Geld von Facebook, ist das von allg. Interesse oder ist es einfach nur schick? Man weiß so wenig …
PS: Schönes Desk :-)
http://www.youtube.com/watch?v=rH7XWkwggsM
SAGA …. the Flyer
@Lazarus09,
wo wir grade (OT natürlich) dabei sind:
eines der schönsten Konzerte, mit eingestreutem Text:
curtis mayfield live at ronnie scotts
Mayfield war ja nicht nur Musiker, sondern ein MENSCH, wie ich selten einen gesehen habe.
Irgendwie haben die Musiker das eher gecheckt, was abläuft.
Es wäre nur an den Systematikern gewesen, das besser rauszuarbeiten.
King crimson: 21st century schizoid man.
Oder Zappa, der alte Zyniker:
—Dental Floss Tycoon—
Leider sterben die Guten oft, bevor sie Präsident werden können.
BFFB….
Ich weiss ..auch OT im doppelten Sinne ;-)
@groo
Scheint so, hab’s UMG – Papperl auf jeden Fall nicht.
Freie Hansestadt halt eben – nix is München leuchtet.
Frag die Ilse, hat wohl bei YouTube gestänkert…
Keine Panik wähl diese Nr.→ http://tinyurl.com/32o8q6m… und mach Dich schon mal mit Proxy’s vertraut. Als
Baier bleibt Dir bald eh nix anderes übrig.
…
Curtis Mayfield ??? das ist doch nicht Dein Ernst! ๏̯͡๏
u. das ein paar Jahre mal? Aufsteh-song!!! ☼
…
tsss… tsss… SF.com und seine unverbesserlichen Romantiker.
…
salü ❧
@na sowas,
bin schon einigermassen tough, keine Sorge.
Zappa, Waits, Beefheart, Jazz composers o., alles, wo Leute aus dem Fenster springen — aber auch die -ähem- weicheren Sachen: Sylvian, Buckley, Mayfield.
Mich kannst schlecht festnageln.
Ausser, dass ich nicht-authentische Sachen nicht mag.
(btw: weisst Du, dass Waits ein sehr bürgerliches Leben führt?
Mit Tischdecke, Kindern und so?)
Das mit der Meldung war offenbar was Temporäres.
Habs mittlerweile.
Good hacking, und halt die Ohren steif!
die einzig wahre hintergrundstory zu Julian Assange
xD
In der einzig wahren Late Night Show ;)
Wahre Aufreger die aber keinen Aufregen
Kloster wusste von seltsamen Zahlungen
Das Kloster Eberbach weiß offenbar schon seit zwei Jahren von rätselhaften Transaktionen, die in Verbindung zum CDU-Finanzskandal in Rheinland-Pfalz stehen sollen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=36082&key=standard_document_40362691
Die demokratischen sparpaketverpassenden Volkvertreter.. wie der Metzergeselle “Ehrlich bis auf die Knochen ” Eine Ehrenwerte Gesellschaft.. ;-)
Vertreter der CDU scheinen eine sehr kreative Form des Länderfinanzausgleichs zu praktizieren”. Wenn es um schwarze Kassen, geheime Konten und zweifelhafte Geschäfte geht ;-)
Da erinnere ich mich an die brutalstmögliche Aufklärung des Herrn Koch und seiner Gehilfen …..
@Lazarus09,
das glaube ich jetzt alles unbesehen.
Aber wo ist der Zusammenhang?
Für mich besteht er darin das die Informationsflut vom Bürger nicht mehr gewältigt werden kann und eine Art der Abstumpfung entsteht ( vielleicht sogar gewollt )
Nach dem Radar Täuschungsprinzip ” wenn du dein Ziel nicht verstecken kannst dann gib dem Feind ( Leser ) so viele Ziele das er den Überblick verliert….oder/und er Scheinziele angreift hinter denen sich die wahre Bedrohung un oder zu spät erkannt versteckt.
Ich habe das Gefühl das der ” Informationskrieg” mehr eine gewollte Informationsflut zu welchem Zweck auch immer ist..
Während in der Ferne WikiLeak Veröffentlichungen heiß dikutiert werden kommt die wahre “Bedrohung/ Verarschung / Kürzung / Erhöhung” aus der Nähe ..wie man hier 182. sieht ..
oder die Jubelmeldung DAX bei 7000 .. während Länderweit die Bevölkerung geschröpft wird und vom süßen Sparen gesäuselt wird , wird andererseits Medial kaum beachtet am Kasino wieder richtig Kasse gemacht …..
Yep.Nehm Dich selber an der Nase!
Du bist da (Ferndiagnose) an einer kritischen Grenze.
‘Information-overload’, VT-mässig interpretiert, ist eine reale Gefahr:
Man überschwemmt die Dummköpfe mit ‘Informationen’, die sie dann nicht mehr verarbeiten können, und schaltet sie dadurch aus!
OK?
Der Gefahren sind viele!
Ähhh mal langsam mit der Ferndiagnose ;-) Oder hast du die Weisheit mit dem Löffel gefressen ?
Denk lieber mal drüber nach das die meisten mehr zu tun haben als sich durch die Informationsflut zu klickern … vielleicht hänst du den ganzen Tag vor’m Rechner und klickerst dich durch Foren und Seiten .. viele haben dafür keine Zeit und wie in meinem Fall auch ehrlich keine Lust..
Es geht nicht um ‘Lust’.
Es geht um PFLICHT!
Da bin ich puritanisch.
Aber da kannst Du Dir die Hand geben mit dem Hausherrn, der auch eher ein Lustethiker zu sein scheint.
Jedenfalls ahne ich das manchmal.
@Lazarus,
Du bist jetzt nicht grade einer, der natürlicherweise versteht, was ich meine:
Was wir tun sollen, ist eine Eingebung unseres Über-Ich, also des programmierten Sollens.
Die Funzel, die ‘Ich’ heisst, und ab und an mal ein paar kritische Fragen stellt, sind ‘wir’, eingespannt zwischen ‘Über-ich’, also den Normen, und dem ‘Es’, also den Trieben.
Ziemlich altertümliche Sicht, aber reicht aus, um alles, was Du so sagst, von der Bildfäche zu wipen.
Also lass Dir was wirklich Neues, Originelles, aufregendes einfallen, und nicht einen Schmonzes von anno -30 000 A.D.
Bitte. Danke
750 Kommentare O_o
Ist das Rekord oder hatte dieser gelöschte Emanzenartikel mehr?
die Nummer 1 ist immer noch mein unverstandener Rettungsruf gegen die Moraltotalitaristen ;-)
@ groo
Das liegt vielleicht an deiner verworrenen Ausdrucksweise …. Ich z.B. Dipl.Ing Maschinenbau mit Angestellen und Lehrlingsausbilder muss versuchen mich ” Allgemeinverständlich ” auszudrücken sonst macht’s kein Sinn….
Über-ich … kommt da net gut ;-) aber sei’s drum,ich will hier auch nicht Recht haben oder gar behalten sondern nur meine Sicht der Dinge vortragen ..Also nichts für Ungut ;-)
werter Lazarus,
Ingenieure werden allgemein — mit gutem Recht– für ‘Idioten’ gehalten.
Leider bin ich ich auch einer.
Und ich rette mich vor diesem Vorwurf, indem ich sage, dass das stimmt!
Dasselbe trifft auch auf Medienleute und etliche andere Branchen zu.
Also: Wir sind nicht allein, und sollten unsere spezifischen Idiotien bekämpfen!
Selbstkritik!
Amen!
Wenn wir uns auf “Fach Idioten” einigen koennten … bin ich bei dir ;-)
och, habe ich ganz vergessen.
Fach-Idioten natürlich!
Jetzt könnte ich losschwadronieren bzgl der Frage, wie die verschiedenen Idiotien ein ‘Ganzes’ bilden können, ohne eine invisible Hand ‘Gottes’ zu bemühen.
Aber dazu müssten wir das Universum zerlegen.
Und was kommt da möglicherweise raus?
Ein armseliger Pfuscher, den wir ‘Gott’ nennen.
Copyright goes to David Hume.
so wie _jeder_, der _vollumfänglich_ offengelegt wurde. *respekt*
außer vielleicht “groo”..aber der hat sich ja versteckt und kokettiert um sein wahres Ich.
*lol*
Groo und der Metadiskurs – immer wieder geil !!!
Ich wünsch mir einen Komik mit Groo. Das gibt bestimmt witzige metaphysische Sprechblasen. Was allerdings in den Gedankenblasen drin stehen soll – keine Ahnung!
Nimm’s mir nicht übel, Spaß muß sein :-))
werter Linus,
ich weiss nicht wieso, aber irgendwie verstehen wir uns.
Besser als andere.
Wieso das so ist?
Keine Ahnung.
Nimmst mir das selbstredend nicht übel. Weiss ich: Tust Du nicht!
Frage mich nur manchmal, wieso manche Leute sich eher verstehen als andere. Wirklich verstehen tue ich das auch nicht.
Geht ja nicht darum, dass sich Leute bauchpinseln, die sich natürlicherweise sowieso verstehen, sondern um die ‘Anderen’.
Grüsse!
Wenn Du schon von Metadiskurs redest:
Mir schwebt da etwas wie ToraBora.com vor.
Dann ist Jens entlastet, dem ich mittlerweile mächtig auf die Nerven gehe ;)
Meinst du das hier?
“Tora-Bora.com is for sale
The owner of the domain you are researching has it listed for sale”
Der Name ist nicht schlecht. Klingt irgendwie nach konspirativem Schweigen. Sehr verdächtig!
Also, laß hören …
Kein Problem … Marvel Comic ….Groo der Wanderer …war irgend was in den 80′gern ;-)
sowas wie Conan der Barbar nur mit Fred Feuerstein Outfit und dicker Gummer im Gesicht … LOL .. aus der Feder von einem Zeichner von MAD ..
Cool – kannte ich noch nicht! Das könnte eine erste Spur sein. Ich werde mal ein Psycho-Profiling drüberlaufen lassen ;-)
Haha!
Ihr habt mich erkannt!
aber was soll man machen?
Irgendwer muss man wohl sein!
Und wo ist er?
In ToraBora!
ich bin mächtig ausgerüstet mit
weapons of mass-delusion! ;)
Sehr interessanter Economist Artikel:
Business and WikiLeaks
Be afraid
Companies must adapt to a world where no secret is safe
http://www.economist.com/node/17680643
Geheimhaltung, oder vielmehr die Möglichkeit der Geheimhaltung, ist nicht der Feind, sondern die Voraussetzung für Offenheit. WikiLeaks wird Misstrauen und Angst, ja Paranoia, säen. Entscheidungsträger werden immer weniger bereit sein, sich offen zu äußern, wenn das was sie sagen, von ihrem Gesprächspartner aufgezeichnet wird und später als Beweismittel gegen sie verwendet werden kann. Und dies nicht unbedingt von dem Gesprächspartner selbst. Dies kann in der offiziellen Welt geschehen. Ein Überschwappen in den privaten Bereich ist nicht auszuschließen. Die tatsächlichen Auswirkungen von WikiLeaks wären dann genau das Gegenteil dessen, was es angeblich erreichen will. Die Auflösung der Unterscheidung zwischen dem privaten und öffentlichen Bereich war einer der großen Ziele des Totalitarismus. Das Öffnen und Lesen anderer Leute E-Mails unterscheidet sich nicht grundsätzlich von Öffnen und Lesen anderer Leute Briefe. Faktisch hat WikiLeaks die Rolle des Zensors der Welt an sich gerissen. Eine Rolle, die eine erstaunliche moralische Arroganz und Größenwahn erfordert. Auch wenn einige Übel von ihm aufgedeckt oder einige notwendige Wahrheiten gelüftet werden. Der Zweck heiligt nicht die Mittel.
werter Ernst Wilhelm,
ordnen Sie bitte ihre Gedanken!
Sonst fallen sie noch hinter den Stand des SPIEGEL zurück!
Es war nie das Ziel von WL, diese Unterscheidung aufzuheben!
Es gibt offenbar zwei Denkblöcke:
a) eine gewisse Gruppe, die sich ‘Regierung’ nennt, plus etliche Kommerzielle (Konzerne, Banken, ) die sich den gläsernen Bürger/Konsumenten wünschen, und ihre eigenen Absichten per Gemauschel gern hinter den Berg halten wollen,
b) die Gruppe von Empörten, die genau das NICHT wollen, und Transparenz der ‘anderen’ Seite fordern, die angeblich ‘unser’ Bestes will, aber nicht verraten möchte, wie sie das denn anstellen will.
Mein hartes statement ist: Wer in meinem/unserem Auftrag (als Bürger gesprochen) oder Interesse (als Konsument gesprochen) handelt, ist mir/uns VOLLUMFASSEND rechenschaftspflichtig!
Haben Sie da was dagegen?
Offenbar.
Ich nenne das die suprematistische Position!
Sie bringen da mächtig was durcheinander!
Was auf dem Prüfstand steht, ist eben diese These, die Metternich mit seiner Salondiplomatie nur zwischenmarkiert hat.
Wo wollen sie hin?
Ins elfte Jahrh, wo die Pfaffen nur lateinisch gesprochen haben, und keiner die Bibel lesen konnte?
Mit Bush war ich ja schon der Meinung, dass wir ins Mittelalter zurückstürzen (Aufhebung von habeas corpus etc), aber dass es auch noch Fromme wie Sie gibt, die sich das auch noch wünschen, ist mir dann doch etwas zuviel.
die Methode und Absichten, die dahinter stecken, sind im Fall der Kommerziellen besser sichtbar:
Es wird ein Produkt auf den Markt gebracht, dessen Inhaltsstoffe/Risiken und Nebenwirkungen etc, nicht verraten werden.
Was ist das Argument?
Geschäftsgeheimnis, wegen des Risikos, dass Konkurrenten das nutzen, oder Kunden abgeschreckt werden.
Das schmälert den Profit.
Darum geht es nämlich:
Schädlich ist alles, was den Profit mindert, und Ackermann hat die Latte mit ca 25% EK-Rendite ziemlich hochgelegt.
Es gibt sogar Kartoffelsorten, die jahrzehntelang auf dem Markt waren, die allseits geschätzt wurden, aber wegen Rechte-Ablaufs vom Markt genommen wurden, weil der Profit nicht mehr stimmte.
Es ist also so, dass das Profitmotiv in Kollision mit dem Gemeinteresse kommt.
Geheimhaltung ist EINE von mehreren Praktiken, um das sicherzustellen.
Ich könnte jetzt weiterschwadronieren, aber beschränke mich auf das:
Die kommerziellen Verwerter ziehen synergistisch mit den Mauschlern in Politik (und Medien?) an einem Strang:
Zuviel Offenheit schadet dem Geschäft und der Politik.
Letztlich geht es um Geld und Macht.
Same as ist ever was.
Amen.
(PS: um kurz philosophisch zu werden: Die ‘Natur’ enthält uns ja allerlei Geheimnisse vor. Das ist ja auch irgendwie unverschämt vom Herrgott, dass er uns die Gebrauchanleitung für die ‘Welt’ nicht mit in die Wiege gelegt hat. Was immer das heisst. Ich will hier keine Religion begründen, oder Exegese treiben. Es ist aber so, dass das, was wir der ‘Natur’ abgetrotzt haben, menschliches Gemeingut sein sollte, und wir wohlbegründet NORMATIV eine Welt bauen sollten, die lebenswert ist, wenn sich ‘Gott’ schon hinter Schleiern verbirgt, und wir seine ‘Wünsche’ auslegen müssen. Auch so ein Geheimnistuer!)
OK?
Wo ich das gerade sehe – und den kommenden groo-comic erwarte. Jetzt brauchst Du nur noch ‘nen Sidekick und ihr könnt euch “The Talking Heads” nennen.
Mann, Lennard!
David Byrne unterhält einen seltsamen, aber schon interessanten blog, wo ich mir ab und an schon den Kopf kratze.
Mein Plan ist ungefähr:
…….
Byrne ist wie Brian Eno schon ein kluger Kopf.
Ob ‘ich’ jetzt dazu gehöre, ist ja nicht der Punkt.
Interessiert mich, ehrlich gesagt, nicht.
Es geht mir nur darum, Enos und Byrnes Denken etwas mehr in unseren Den´kkreis einzubringen.
Klingt so nobel. Interessiert mich nicht die Bohne.
Bin ja nicht Handelsreisender in Sachen Begriffe!
—>Long now-foundation versus täglichem Irrsinn.
Als split mind tendiere ich mal zum Einen, mal zum anderen.
Eno hat schon Fehler gemacht, die Byrne vermieden hat.
Entschuldige, wenn ich da jetzt stoppe.
Was da genau abläuft, weiss ich ja auch nicht!
Aber es läuft was ab, und ich versuche, das zu verstehen!
Lieber groo, nix OK!
1. Zwei Denkblöcke. Bei Ihnen ist die Welt nur Schwarz und Weiß oder wie? Und selbst wenn, ich wäre dann Block Nummer 3.
2. Die USA haben sich sowieso zu dämlich angestellt, was die Geheimhaltung betrifft, und deshalb ist WikiLeaks nichts vorzuwerfen. So argumentieren jetzt nicht Sie aber viele andere. Ja wie, wenn ich aus Schusseligkeit meine Wohnungstür offen stehen lasse, sind potentielle Diebe unschuldig?
3. WikiLeaks will die Unterscheidung zwischen privatem und öffentlichem Bereich nicht aufheben? Eine merkwürdige Argumentation, wenn man bedenkt, dass WikiLeaks selbst die Grenze zieht. Wie Sie ja übrigens auch. Nur mal ein Beispiel aus der Praxis. Ein Blogger in Almaty wendet sich an die amerikanische Botschaft und teilt Interna über kriminelle Machenschaften der kasachischen Präsidentenfamilie mit. Wikileaks veröffentlicht. Er wird ins Gefängnis gesteckt. Ist das in Ordnung?
4. Und ein letzter Punkt. WikiLeaks legitimiert sich selbst und will als eine kleine Gruppe von Menschen die Welt beglücken. Hier hört es für mich einfach auf und ich werde misstrauisch.
Lieber Ernst,
Zu erstens:
Denkbloecke gibt es nicht nur Denktiefe. Wenn man alle Fakten und historischen Ereignisse zusammentraegt kann man sich eine Meinung bilden. Die Frage wie umfangreicht diese Sammlung von Fakten und ihre Abwaegung ist entscheidet ueber den Standpunkt den man am Ende einnimmt.
Zu Zweitens: Gestohlen wurde hier nichts im Sinne des gemeinen Diebstahls. Hier wurden Informationen offengelegt die nur einem ausgewaehlten Kreis von Personen zugaenglich war. Wenn z.B. Eon entscheiden wuerde in ihrem Wohnort ein Endlager einzurichten, wollen sie nicht auch diese Informationen zugetragen bekommen?
zu Drittens: Wikileaks entscheidet ganz klar zwischem privatem persoenlichkeitsrecht und dem gesellschaftlichem Informationsbedarf. Was ist mit den Zivilisten und Reuters Journalisten die in Bagdad aus 1km Entfernung von einem Helikopter ohne Vorwarnung zusammengeschossen wurden? Stellen sie sich mal vor das passiert ihren Familienangehoerigen oder Freunden, wollen sie darueber informiert werden oder nicht, wollen sie die Verantwortlichen dafuer zur Rechenschaft ziehen?
zu Viertens: Galileo war die einzige Person im Zeitalter der Renaissance die gezeigt hat, das Erde sich um die Sonne und nicht wie die allgemeine Vorherrschende Meinung die Sonne um die Erde gedreht hat – und hat dazu gestanden. Glauben sie wirklich das die Minderheiten nicht im Sinne der Allgemeinheit handeln koennen? Ich kann Ihnen unglaublich viele Beispiele dafuer zeigen, das Minderheiten in den allermeisten Faellen zur Verbesserung von Lebenszustaenden der Mehrheit beigetragen haben. Schauen sie sich die Geschichte der Menschenrechte an, die Geschichte der Technologien, die Wissenschaft ansich. Der Computer vor ihnen verdankt seine Existenz den Ideen und Idealen weniger Personen.
Lieber Mentaler Hilfsdienst,
Immerhin bin ich mit meiner Meinung nicht ganz allein:
http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~E300774C78BDF4848B4705C044E09C0F1~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Herr Assange bleibt suspekt. Ich lebe seit Jahren in der Ex-Sowjetunion und sehe was eine Minderheit in 70 Jahren versaut hat.
Ich habe selten einen peinlicheren Artikel gelesen. Absolut kindisches Niveau. So eine Häufung von Clichés und Vorurteilen bin ich sonst nur von Frontal21 oder der BILD-”Zeitung” gewohnt. Ich dachte ja erst, der Artikel gehört zu einer Kolumne oder ist eine persönliche Meinung eines Autors – bis ich dann oben “Aktuell->Politik->Ausland” sah.
Fehlt nur der Hinweis, dass er noch bei Mutti wohnt.
*lol* “wenn sie denn eine Anstellung haben”…alles Hartzies, die pickligen Hackerkinder…
<blockquote
Er will mit seiner Enthüllungsplattform Wikileaks Unsicherheit schaffen. Unternehmen möchte er in den Bankrott treiben, Regierungen sollen durch seine Wühlarbeit gestürzt werden, denn: In seinen Augen sind sie alle „Schuldige“.
Welche Wühlarbeit? Und wo sieht der Autor die Basis für seine unbewiesenen
Unterstellungen?
*lol*…again…
Das ist Blödsinn, und zwar ganz großer. Aber naja, das bekommen ja nicht einmal die Tagesthemen richtig hin. Das kommt davon, wenn Qualitätsmedien einfach “Pressemeldungen” der AFP nachquatschen, ohne mal nachzuhaken. Die dpa hat sich da allerdings auch dran gehangen. Aber von der ist man das ja gewohnt.
Hier mal zur Aufklärung:
[hxxp://www.politico.com/news/stories/1110/45757.html]
Das wurde bereits am 2.(!) Dezember aufgeklärt, dass Huckabee den amerikanischen Informanten mit seinem Todeswunsch meinte. Nach fast 2 Wochen bekommt’s die FAZ immer noch nicht korrekt hin. Lächerlich²
Cool stuff, weil man ihm sachlich nicht an die Karre fahren kann, wird man persönlich. Aber hey, wer geschieden ist, einen Sohn hat und nachts vor dem Computer programmiert, kann nur ein schlechter Mensch sein.
Mit den Rants geht’s jetzt noch eine Weile weiter im Artikel. Und zum Abschluss darf natürlich nicht folgendes fehlen:
So einen platten Hass auf technik-affine Menschen bringt nicht einmal Schirrmacher zum Ausdruck. Diese Netzgemeinde, alles nur beschränkte Dummbeutel, die sich von komplexen Zusammenhängen abgeschrecken lassen. Ein Hoch auf das simpel gestrickte “Bübchen” Assange.
Sorry, der Artikel ist einfach unterirdisch.
Michael Moore auf Crack.
Es gibt einiges, was man an der Arbeit von Assange kritisieren kann. Aber wenn man meint, das auf diese billige Tour zu versuchen…
Edit: Gemeint ist natürlich der von EW verlinkte FAZ-Artikel.
Lieber Ernst,
leider sind Sie nicht in der Minderheit, und es gibt zu viele Menschen die so denken wie Sie. Aus ihrem Kommentar mit der Ex-Sowjetunion sieht man, dass Sie nicht differenziert genug denken, um die Ursachen der momentanen Situation zu begreifen.
Lieber Lennard,
alles ein sehr muehseeliger Prozess, Menschen die andere Menschen muendigen wollen werden immer gesteinigt oder ans Kreuz genagelt. Ich finde die symbolische Wahl der Kirche auch sehr passend. Ideale sollen erst nach unserer irdischen Lebenszeit verwirklicht werden.
Schade, dass der SF genauso im Dunkeln tappt wie die Leute bei der FAZ. Machmal denke ich da gibt es irgendwo eine Grenze,- Menschen durchdenken genau bis zur Verschachtlungstiefe von x +/- 15000 Neuronen und dannach ist einfach sense. Wir erklaeren den Rest mit Gott, verwerfen die Welt als zu Komplex – alles hat Grautoene und wir koenne nicht weiter begreifen, und neue Ideen werden als gefaehrlich und schlecht betrachtet.
Ernst, jetzt mal im Ernst.
Bei welchem politischen Problem könnte die Information helfen, daß Herr Gaddafi auf üppige slawische Frauen mit Ausbildung im medizinischen Bereich abfährt? Oder daß Herr Berlusconi ein Interesse an Sex hat?
Würdest du Herrn Gaddafi eine Privatsphäre zugestehen? Oder Herrn Berlusconi?
Wenn nämlich nicht, wäre das ja schon etwas bigott was du hier treibst.
Wenn ab er doch, dann hat nicht Wikileaks mit der Auflösung der Privatsphäre begonnen, sondern die diversen eloquenten US-Diplomaten.
Also was wird damit bezweckt, das Privatleben eines Menschen zu dokumentieren?
Sind das etwa die Informationen die unser Führungspersonal benötigt, um die Probleme, und die für die Menschheit dabei entstehenden Geburtswehen, vernünftig beurteilen zu können? Und sind das dann die Informationen die auch noch zu den passenden Lösungen führen?
Also ich stelle mal eine Theorie auf der ich, hinsichtlich der oben gestellten Fragen, dann gerade noch so folgen könnte.
Nehmen wir also mal an daß im Backstage-Bereich der politischen Weltbühne, Sex ein probates Mittel ist um diverse Spannungen abzubauen. Wie die Bonobo-Affen sozusagen.
Wenn das hilft den Temperaturanstieg auf 2 Grad zu begrenzen, wenn das hilft den Hunger aus unserer Welt zu verbannen, wenn damit alle zukünftigen Streitigkeiten um Ressourcen beigelegt werden und wenn das auch nur einen Tropfen Blut in dieser unseren Welt spart, dann gäbe es an dem Sinn hinter diesen Informationen, keinerlei Zweifel.
Dann wäre verständlich, das sich ein frisch gewähltes Mitglied der Betthupferl-Bande erstmal ein Bild von der Lage machen muss, was da so auf ihn zukommt. Wobei “Sex by surprise” auch schon öfters mal praktiziert werden sollte. Sind ja nicht alle so komisch drauf wie die Schweden.
Allerdings müsste sich der gerade amtierende Amerikaner dann immer noch von seinen Bettgesellen/innen fragen lassen, ob es denn nötig war gleich 2.5 Millionen Untergebene mitlesen zu lassen.
Dann sollten wir allerdings auch so liberal sein, wenn die Weltführungsriege der Politik sich demnächst dazu bekennt, und damit locker und entspannt umgehen.
Dann möchte ich wirklich nicht gleich wieder fadenscheinige Entrüstung und gespielte Empörung!!!
Lass mich überlegen, ob diese Theorie stichhaltig ist und evtl. der Wahrheit entspricht?
Nein.
Also, nochmal für dich.
Wer hat die Privatsphäre aufgelöst? Der Diplomat wars!
Du solltest auf deinem Blog eher mal darüber sinnieren, ob der politische Führungsstil, der Botschafter solche Dossiers erstellen lässt, die Menschheit eher in eine glückliche und zufriedende Zukunft oder eher in eine gegenteilige Zukunft führt.
Denk dran, die Probleme der Menschheit werden nicht kleiner.
Daran ist aber nicht Wikileaks schuld ;)
das kannst Du nicht ernst meinen:
Eine Person der Öffentlichentlichkeit (und damit meine ich nicht eddie the eagle etc), sondern der POLITISCHEN Sphäre und sonstigen Interesses-multiplikativ Wirkenden, begibt sich eines TEILS seiner Privatsphäre.
Nehmen wir –nur so– mal an, dass Gaddafi, Putin und Berlusconi ab und an sonderbare Sex-Spielchen treiben, und dafür auch noch Steuergelder fliessen.
Ist das Privatsphäre?
Ich könnte das jetzt endlos ausvariieren, aber es ist spät, Du bist nicht dumm, and you get the message.
Schlaf mal drüber, bevor ich Dir peinlich Punkt für Punkt runterbeten muss, dass Du da einen Kardinalfehler machst!
(BTW, es interessiert mich nicht die Bohne, ob Boris in der Besenkammer jetzt ein oder 10 Kinder gezeugt hat, wenn Du sowas anziehen willst. Das ist Sache der Bildzeitung.)
OK?
Lieber O. aus M. die USA haben sich sowieso zu dämlich angestellt, was die Geheimhaltung betrifft und deshalb ist WikiLeaks nichts vorzuwerfen? Nun ja, das hatte ich eben schon. Und zum Führungsstil bezüglich Botschaftern. Ich hatte das Vergnügen sowohl in Aserbaidschan als auch in Kasachstan einen recht guten Einblick zu haben. Man kann den Amerikanern bezüglich ihrer Geheimhaltungsstrategie sicherlich einiges vorwerfen. Aber zumindest in diesen beiden Ländern waren sie die einzigen, neben Norwegen, die die Fahne der Menschenrechte öffentlich hochgehalten haben. Während EU-Botschafter in der Regel den Schwanz einzogen.
@groo, deine philosopischen und nichtphilosophen Beitraege sind mir sehr symphatisch, weiter so :)
WL und ein weiteres sehr interessantes Cable:
http://www.guardian.co.uk/world/2010/dec/09/wikileaks-oil-giants-squeeze-chavez
vielen Dank!
Weiss manchmal nicht, ob ich hier recht am Platz bin.
Aber es gibt immer mal wieder ermutigende Bemerkungen, die schon gut tun.
Jens ist da auch recht zwiegespalten, was meine Einwürfe betrifft.
Aber solange er mich nicht rausschmeisst, mache ich halt weiter.
Grüsse!
Hey Jens,
kannst Du bitte meine gmail Adresse aus deinem Zensierfilter nehmen, nervt ein wenig, kann doch nicht jedesmal fremde email adressen hijacken nur um ein Kommentar bei Dir zu posten.
Ausserdem gehoert sich das doch nicht fuer einen liberalen Freidenker wie dich ;-)
Wie meist ein guter Artikel. Ich habe nun nicht alle Kommentare durchgelesen, möglicherweise hat hier schon jemand anderes gefragt: Aufgrund welchen amerikanischen Gesetzes hat sich WikiLeaks oder Assange in den USA strafbar gemacht? Ich vermute, Obamas Juristen wären dankbar für einen Tip, wo sie eins übersehen haben. Wie die inzwischen angelaufene besonnene und Diskussion ja zeigt, wird das Prinzip “WikiLeaks” weiter geführt werden, ja mittlerweile pervertiert/privatisiert, vgl. WAZLeaks. Man sollte zum einen Fehler akzeptieren, die von den “Anfängern” hier und da gemacht wurden. Zum anderen werden die Nachfolger diese hoffentlich und erfahrungsgemäß nicht wiederholen. Es wird also besser werden. Solang wir nicht mit cables gelangweilt werden, die nur von den über jeden Zweifel erhabenen Wohltaten unserer Volksvertreter, Regierungen und Diplomaten überquellen, müssen die Quellen ungehindert und für jeden sprudeln. Es gibt keine Instanz, die weiss und entscheiden kann, was gut, böse, unnütz oder geheim zu sein hat. Es ist Aufgabe der Presse, das ihrer Ansicht nach wichtige zu destillieren und zu veröffentlichen. So rum müsste es funktionieren.
@Reinard,
auf den letzten Seiten des New-Yorker Artikels wird auf die Schnittstelle wikileaks-Medien eingegangen.
Man sieht auch, dass WL-intern verschiedenste Aspekte gründlich diskutiert wurden.
Zur Gesetzeslage: Da Assange Australier ist, hat er da mE wenig zu befürchten.
Ausserdem würde die Arbeitsweise der Normalmedien (New York Times in diesem Fall) fast unmöglich werden.
Interessanter ist es bei Bradley Manning:
Amerikaner.
Geheimnisverräter oder Whistleblower?
Nochn interessanter Aspekt kommt von Stuart Staniford, den ich sehr schätze:
Some Musings On the Bradley Manning Charges
Wenn das so ist, und es spricht alles dafür, haben die Amis noch ganz andere Probleme.
Ihre Sicherheits-Konzepte für vertrauliche Dokumente sind lächerlich!
Jede Bananenrepublik treibt da mehr Aufwand.
Also: Auch da eine ganz zweischneidige Sache, wenn sie einen Prozess gegen ihn anstrengen.
(Ich verleihe hiermit den Titel ‘groo des Jahrhunderts’ an die Vereinigten Staaten von Amerika.)
Wieso das? In diesem Jahr wurde der Friedensnobelpreis an einen leeren Stuhl für den Einsatz für die Menschenrechte vergeben.
Die Verletzung der Menschenrechte in China ist doch kein Geheimnis! Welcher Geheimnisverrat sollte da betrieben werden?
Bloggerin beschwert sich beim Presserat über Wikileaks
Sauber ;-)
ähem:
Presserat-Beschwerde in der Sache Wikileaks
Ich habe heute eine Beschwerde beim Deutschen Presserat gegen den “Spiegel” eingereicht.
Wo es doch sonst so wenig zu lachen gibt
Auch was zum lachen:
Stephen Colbert: “”Come on Anonymous, first your are alcoholic and now this. Get it together. Nation, this denial of service strikes make me furious. I assume. I don’t know what it means. I hear denial of service and I think: Black person at Denny’s.”
http://www.colbertnation.com/full-episodes/wed-december-15-2010-laird-hamilton
Episch!
Ausgezeichnet!
Einfach geil!
Mich nervt das auf spiegelfechter.com nur noch. Ständig erscheinen Kommentare nicht.