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  • Israel kontra Völkerrecht

    geschrieben am 14. Januar 2009 von Spiegelfechter

    Die gesamte Welt schaut mit Schrecken auf einen kleinen Küstenstreifen in der Levante. Israel führt im Gaza-Streifen seit 19 Tagen Krieg gegen die Hamas. Wenn man Menschenrechtsorganisationen, der UN und vielen Völkerrechtlern glauben mag, führt Israel allerdings nicht nur einen Krieg gegen die Hamas, sondern auch gegen die palästinensische Zivilbevölkerung. Der Blutzoll ist gewaltig – heute überstieg die Anzahl der getöteten Palästinenser die Tausender-Marke, darunter über 300 Kinder. Auf israelischer Seite mussten dreizehn Personen den Krieg mit ihrem Leben bezahlen, drei davon Zivilisten. Dies stellt ein grobes Missverhältnis dar, das nach Aussagen von Völkerrechtlern Israels Position, man handle aus Selbstverteidigung, ad absurdum führt. Die Tatsache, dass Israel Kriegsverbrechen begeht und das Völkerrecht bricht, ist unter Völkerrechtlern unumstritten. Wie die internationale Gemeinschaft auf diese Verbrechen reagieren soll, ist allerdings fraglich. Über den UN-Sicherheitsrat wird es keine ?harte? Resolution geben ? dies wissen die Amerikaner mit ihrem Veto zu verhindern. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat Israel in der Vergangenheit bereits mehrfach ?verurteilt? ? Gegenstimmen kamen meist nur von den USA und einigen Südseeinseln, die eher als Kolonien der USA gelten. Die UN erweist sich in diesem Falle einmal mehr als zahnloser Tiger, und dem Internationalen Strafgerichtshof sind die Hände gebunden ? Israel hat die völkerrechtlichen Statuten nie ratifiziert.

    Schwere Vorwürfe der UN

    Von leitenden Offiziellen der Vereinten Nationen und von Menschenrechtsgruppen wird derweil die Forderung immer lauter, israelische Kriegsverbrechen, wie die rücksichtlose Bombardierung von Wohngebieten, zu untersuchen und die Schuldigen vor ein Tribunal zu führen. Die humanitäre Situation in Gaza wird von der UN als katastrophal beschrieben. 28.000 Palästinenser suchen Schutz in Schulen der UN, 40% der Bevölkerung haben ? nach tagelangem Ausfall ? nur wenige Stunden am Tag Strom, die Kanalisation und die Wasserversorgung sind in weiten Teilen des Gaza-Streifens durch die Bombardierung ausgefallen, 500.000 Menschen haben kein Trinkwasser zur Verfügung. Die Situation in den Krankenhäusern wird von John Ging, dem zuständigen Einsatzleiter der UNO im Gaza-Streifen, in den düstersten Farben geschildert, die ?entsetzlichen Konsequenzen? der israelischen Kriegsführung seien dort zu beobachten ? ein Kind ohne Hirnaktivität, eine schwangere Frau, die ein Bein verloren hat ? hinter den Zahlen, die wir jeden Tag lesen, steht unvorstellbares menschliches Leiden. Das Hohe Kommissariat der Vereinten Nationen für Menschenrechte erließ gestern eine Resolution, die Israel ?massive Verletzungen der Menschenrechte? vorwirft. Ein leitender UN-Vertreter sagte, die Behörden der UNO würden bereits einen Katalog mit Beweismitteln für Kriegsverbrechen der Israelis zusammenstellen und diese Informationen an die ?höchsten Stellen? weiterleiten.

    Kriegsverbrechen werden von Menschenrechtsorganisationen beklagt

    Menschenrechtsorganisationen werfen der israelischen Führung vor, Befehle erlassen zu haben, die eigenen Verluste so gering wie möglich zu halten ? koste es was es wolle, womit auch Menschleben in Gaza gemeint sind. Diese Strategie führe nicht nur zu einem der blutigsten israelischen Kriege, sondern verstoße auch gegen das Völkerrecht.

    Israel werden seitens der UNO folgende Kriegsverbrechen zur Last gelegt:

    - Gebrauch von schlagkräftiger Munition in Wohngebieten, der vorsätzlich hohe zivile Opferzahlen provozierte
    - Einsatz verbotener Waffen, wie beispielsweise Phosphorgranaten
    - Die Nutzung palästinensischer Familien als menschliche Schutzschilde
    - Der Angriff auf medizinische Versorgungseinrichtungen, dies schließt den gewaltsamen Tod von 12 Rettungssanitätern, die in speziell markierten Rettungswagen unterwegs waren, mit ein
    - Das Töten einer großen Anzahl von Polizisten, die keine militärische Funktion innehatten

    Das Internationale Rote Kreuz wirft Israel vor, eine palästinensische Großfamilie in ein Gebäude geführt zu haben, das danach von israelischen Truppen bombardiert wurde, was 30 Todesopfer forderte. Die überlebenden Kinder mussten vier Tage neben den Leichen ihrer Mütter liegen, da die israelischen Truppen den Rettungsweg blockierten und keine Helfer durchließen. Auch Human Rights Watch und zwei führende israelische Menschenrechtsorganisationen haben die Aufklärung diverser Kriegsverbrechen gefordert. Amnesty International vertritt die Ansicht, dass die Bombardierung von Straßen in Wohngebieten mit Geschoßen, die Schrapnells über weite Entfernungen verteilen, bereits ?Anscheinsbeweise? für Kriegsverbrechen sind.

    Donatella Rovera, von Amnesty International Israel, sagte dem Guardian, ?sie [die IDF] verfügen über modernste Raketen, die sogar ein fahrendes Auto zielsicher treffen können, aber sie setzen andere Waffen ein oder entscheiden sich gar für das Abwerfen einer Bombe auf ein Haus, obwohl sie wissen, dass Frauen und Kinder im Inneren des Hauses sind. Dies sind sehr, sehr klare Verstöße gegen das Völkerrecht.? Rovera hat auch Beweise gesammelt, die nahe legen, dass die israelische Armee palästinensische Familien als menschliche Schutzschilde missbraucht ? genau diese Straftat wird der Hamas bei jeder Gelegenheit von den Sprechern der IDF vorgeworfen. ?Es ist gängige Praxis bei israelischen Soldaten, ein Haus zu stürmen, die Familie im Erdgeschoss einzuschließen und dann den Rest des Hauses als militärischen Stützpunkt zu nutzen, z.B. durch die Positionierung eines Scharfschützen im Obergeschoss ? dies ist ein Bruch des Völkerrechts, wie er im Lehrbuch steht? ? so Rovera. Auch die israelische Menschenrechtsorganisation B’Tselem erhebt schwere Vorwürfe: ?Viele der Ziele [der IDF] scheinen nicht den rechtlichen Status eines militärischen Ziels zu haben, wie es im Völkerrecht vorgeschrieben ist?.

    Schwere Vorwürfe werden auch von Richard Falk erhoben. Falk ist Sonderbeauftragter des UN-Menschrechtsrats für die palästinensischen Gebiete und emeritierter Professor für internationales Recht an der Princeton University. ?Es gibt die gut begründete Auffassung, dass sowohl die anfänglichen Angriffe, als auch die Taktiken, die von Israel befolgt werden, schwere Verletzungen der UN-Charta darstellen?, so Falk. ?Unter unabhängigen Experten für Völkerrecht herrscht Konsens, dass Israel eine Besatzungsmacht ist und deshalb auch den Pflichten unterliegt, die in der vierten Ausgabe des Genfer Abkommens beschrieben werden. Argumente, nach denen Israels Blockade eine Form der Kollektivbestrafung ist und Israel seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen, der Zivilbevölkerung ausreichende Nahrung und medizinische Versorgung zukommen zu lassen, nicht nachkommt, sind äußerst stichhaltig.?

    Britische Anwälte fordern Untersuchung

    Am Sonntag wandten sich bereits mehrere bekannte Kronanwälte des Vereinigten Königreiches in einem offenen Brief an die britische Regierung, in dem sie Israels Aktionen als Verstöße gegen das Völkerrecht anklagten.

    Israel versucht, den militärischen Angriff auf Gaza damit zu rechtfertigen, in dem es sich auf das Recht zur ?Selbstverteidigung? nach Art. 51 der UN-Charta beruft. Wir weisen diese Behauptung kategorisch zurück.

    Die Raketenangriffe der Hamas ? so beklagenswert sie auch sind ? rechtfertigen in keiner Weise einen militärischen Angriff in diesem Maßstab, der sich auf das Recht zur Selbstverteidigung beruft. Im Völkerrecht ist die Selbstverteidigung als letztes Mittel definiert und unterliegt den allgemeinen Vorstellungen von Verhältnismäßigkeit und Unumgänglichkeit.

    Das Töten von fast 800 Palästinensern ? die meisten davon Zivilisten ? und mehr als 3.000 Verletzte, in Tateinheit mit der Zerstörung von Schulen, Moscheen, Wohnhäusern, UN- und Regierungsgebäuden, die Israel nach dem vierten Genfer Abkommen beschützen müsste, steht nicht in einem angemessenen Verhältnis zu den Raketenabschüssen der Hamas.

    Seit 18 Monaten hat Israel eine völkerrechtswidrige Blockade des Küstenstreifens verhängt, die Gaza an den Rand des Zusammenbruchs getrieben hat. In den drei Jahren nach Israels Abzug aus Gaza wurden 11 Israelis durch Raketenbeschuss getötet. Seit August 2005 hat die israelische Armee, UN-Quellen zufolge, ungefähr 1.250 Palästinenser getötet ? darunter 222 Kinder. Während dieses Zeitraums galt der Gaza-Streifen völkerrechtlich als Besatzungsgebiet, da Israel de facto die Kontrolle über das Gebiet ausübte.

    Israels Handlungen laufen auf Aggression und nicht auf Selbstverteidigung hinaus ? und dies nicht nur, weil der Angriff aus Gaza unnötig war. Israel hätte einer Neuauflage des Waffenstillstandsabkommens mit der Hamas zustimmen können. Stattdessen tötete Israel 225 Palästinenser am ersten Tag des Angriffs. Wie sich die Faktenlage darstellt, laufen die Invasion und die Bombardierung von Gaza auf eine Kollektivbestrafung der 1,5 Mio. Bewohner des Gaza-Streifens hinaus, was sowohl gegen das humanitäre Völkerrecht, als auch gegen die Menschenrechte verstößt.

    Wir missbilligen die Raketenabschüsse der Hamas auf israelisches Gebiet und Selbstmordattentate, die ebenfalls dem humanitären Völkerrecht widersprechen und Kriegsverbrechen sind. Israel hat das Recht, vernünftige und angemessene Mittel zu ergreifen, um seine Zivilbevölkerung vor diesen Angriffen zu schützen. Die Art und Weise, und der Umfang der Operationen im Gaza-Streifen stellen jedoch einen Akt der Aggression dar und verstoßen gegen das Völkerrecht, ungeachtet der Raketenangriffe der Hamas.

    Heute legte eine Gruppe von namhaften britischen Völkerrechtlern nach und forderte über einen offenen Brief im Guardian die britische Regierung auf, ihren ?völkerrechtlichen Pflichten zu folgen? und ?ihren Einfluss geltend zu machen, die Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht im Konflikt zwischen Israel und der Hamas zu beenden?. In diesem Brief wird Israel vorgeworfen, die Prinzipien des Völkerrechts verletzt zu haben, in dem es Angriffe auf Zivilisten ausübt und keinen Unterschied zwischen Zivilpersonen und Kombattanten macht.

    Die UN-Generalversammlung tagt

    Die Generalversammlung der Vereinten Nationen wird sich am morgigen Donnerstag mit Israels Kriegsführung beschäftigen. Der Präsident der UN-Generalversammlung, der als israelkritisch geltende nicaraguanische Diplomat Miguel d’Escoto Brockmann verurteilte Israels Kriegsführung im Vorfeld bereits als ?Völkermord?. Nach Informationen des Guardian wird die Generalversammlung ein Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofes einholen. Ob dies eine Aussicht auf Erfolg haben kann, ist zu bezweifeln ? auch in früheren Fällen wurde Israel bereits durch Gutachten des Internationalen Gerichtshofes für Verstöße gegen das Völkerrecht verantwortlich gemacht. Folgen hatte dies nicht, da der UN die Hände gebunden sind. Israel und die USA haben im Jahre 2002 die Rom-Statuten, die die völkerrechtliche Basis für den Internationalen Gerichtshof bilden, aufgekündigt, nachdem beide Staaten die Statuten zunächst unterzeichneten. Damit untersteht Israel ? wie allerdings auch die Hamas ? nicht der Jurisdiktion des Internationalen Gerichtshofes.

    Als letzter Ausweg bliebe der Generalversammlung die Einrichtung eines Ad-hoc-Tribunals, wie es beispielsweise in den Fällen Ex-Jugoslawien und Ruanda geschehen ist. Nach Art. 22 der UN-Charta hätte die Generalversammlung die Macht, eine solche Unterorganisation zu gründen. Dafür müsste allerdings der politische Wille vorhanden sein, und es ist mehr als fraglich, ob die USA so viel ?politischen Willen? dulden würden. Es kann nur als Schande angesehen werden, dass ein Staat, der seine Existenz einem Beschluss der Vereinten Nationen verdankt, sämtliche Regeln dieser internationalen Gemeinschaft mit Füßen tritt.

    Jens Berger

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    216 Kommentare Print This Post
    Die gesamte Welt schaut mit Schrecken auf einen kleinen Küstenstreifen in der Levante. Israel führt im Gaza-Streifen seit 19 Tagen Krieg gegen die Hamas. Wenn man Menschenrechtsorganisationen, der UN und vielen Völkerrechtlern glauben mag, führt Israel allerdings nicht nur einen Krieg gegen die Hamas, sondern auch gegen die palästinensische Zivilbevölkerung. Der Blutzoll ist gewaltig ...
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    216 Kommentare:

    1. olaf schrieb am 14. Januar 2009 at 23:40 - Permalink

      Ich verfolge die deutsche Tagespolitik im Moment nur sporadisch. Gab es denn schon eine ausführliche Reaktion der Bundesregierung oder hängt das Damoklesschwert noch immer am seidenen Faden?

    2. transwarp schrieb am 14. Januar 2009 at 23:46 - Permalink

      @olaf

      Berlin/Tel Aviv – Die Bundesregierung sieht keinen Grund für Kritik am Vorgehen Israels im Nahen Osten und verteidigt die Luftangriffe auf den Gaza-Streifen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht die alleinige Schuld an der Eskalation der Gewalt bei der islamistischen Hamas

      Dabei gehe die Bundesregierung davon aus, dass die israelische Regierung alles dafür tue, um zivile Opfer zu vermeiden. Die Hamas müsse den Beschuss von israelischen Siedlungen mit Raketen “sofort und dauerhaft” einstellen.

      http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,598703,00.html

      noch fragen?!

    3. Spiegelfechter schrieb am 14. Januar 2009 at 23:54 - Permalink

      @Olaf

      Sowohl die Bundesregierung, als auch die deutsche Zivilgesellschaft üben sich in dröhnendem Schweigen – die Briten sind da zum Glück offener.

    4. Horscht schrieb am 14. Januar 2009 at 23:56 - Permalink

      Die UN selbst hat ein ernstes Problem, was u.a. daran erkennbar ist, wer den UN-Menschenrechtsrat dominiert, welche Reden dort gehalten werden und welche Beschlüsse gefällt werden.
      Annan hat leider vergeblich versucht an den ethischen Grundlagen der Völkergemeinschaft zu arbeiten.

    5. Spiegelfechter schrieb am 15. Januar 2009 at 00:01 - Permalink

      @Horscht

      Mitglieder sind z.B. Deutschland, Frankreich, Italien, Kanada, die Niederlande, Schweiz und das Vereinigte Königreich. Das die UN keine Plattform einer Ideologie (der westlichen Form der Demokratie) ist, sollte klar sein, ist historisch erklärbar und auch gut so. Ansonsten bräuchte es nämlich keine UN. Das ist nun einmal Demokratie in Reinform – jeder Staat hat eine Stimme.

    6. weißnicht schrieb am 15. Januar 2009 at 00:06 - Permalink

      Das Verhalten der USA/Israel ist einfach zum Kotzen.
      Entschuldigung.

    7. transwarp schrieb am 15. Januar 2009 at 00:06 - Permalink

      Die frage ist doch warum die USA nicht eingreifen? Wie kann das im Interesse der USA sein. ?!

      So langsam sehe ich die schlimmsten Verschwörungstheorien wahr werden… ..Das ist kein “mächtiger Einfluss” mehr, dass nenn ich totale Kontrolle!

    8. olaf schrieb am 15. Januar 2009 at 00:09 - Permalink

      @Spiegelfechter: Woran liegt’s deiner meiner Meinung nach, dass die deutsche Regierung dazu schweigt? Geschichte? Wie sehen deine Kommentare in der Zusammenfassung tendenziell aus? Ich habe irgendwo gelesen, dass es eine Website gibt, die dazu aufruft, gezielt Fragebögen zu manipulieren (Richtung Pro-Israel -> als letztes wohl auf der Seite der FAZ), also gehe ich davon aus, dass auch jegliche kritische Berichterstattung dort Einzug findet und “manipuliert” werden soll.

      Das man in UK so offen ist, überrascht mich doch, die jüdische Gesellschaft ist dort ja auch nicht gerade klein.

      Wie Israel intern mit Kritik umgeht, kann man hier sehen: http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3654866,00.html

    9. Spiegelfechter schrieb am 15. Januar 2009 at 00:13 - Permalink

      @Olaf

      Das hat wenig mit “jüdischer Gesellschaft” zu tun, sondern mit vorauseilendem Gehorsam und einen komplett verbockten intellektuellem Dialog zu tun. In Deutschland gilt Israelkritik als unschicklich und nicht konsensfähig. Dies ist ein deutsches Problem – weder in UK, noch den USA noch in Israel selbst gibt es dieses Problem.

    10. transwarp schrieb am 15. Januar 2009 at 00:17 - Permalink

      @olaf

      Geschichte machts nen bischen Problematisch Isreal zu kritisieren.. Auserdem wuerde Merkel von gewissen maechtigen Medien gegrillt werden wenn sie offen wirkliche Kritik üben wuerde.

      Wie oft hast du den auf Spon schon Bilder von toten palästinensischen Frauen und Kindern gesehen? Stattdessen wird in ausführlichkeit von explodierenden Israelischen Küchen berichtet, und der Flaggenskandal ist der eigentliche Skandal… Und für CNN ist das ganze nur eine Gaza Krise….

    11. Fiend_THeyde schrieb am 15. Januar 2009 at 00:20 - Permalink

      @4 Horscht:

      Die UN selbst hat ein ernstes Problem, was u.a. daran erkennbar ist, wer den UN-Menschenrechtsrat dominiert, welche Reden dort gehalten werden und welche Beschlüsse gefällt werden. Annan hat leider vergeblich versucht an den ethischen Grundlagen der Völkergemeinschaft zu arbeiten.

      Daß Annan “vergeblich versucht hat, an den ethischen Grundlagen der Völkergemeinschaft zu arbeiten”, könnte natürlich u.a. daran liegen, daß die führenden Staaten der sog. “westlichen Wertegemeinschaft” sich vor allem darauf beschränkt haben, diese Grundlagen propagandistisch für die eigene Sache zu verwerten.

      Da sich die Gründungsmitglieder der UN nur noch darauf beschränken, die UNO sporadisch zu benutzen, wenn dies für den eigenen Vorteil nützlich ist – bspw. um die Folgen der eigenen Wirtschaftspolitik oder eigener Kriegseinsätze zu lindern oder völkerrechtswidrige Angriffskriege im Nachhinein zu rechtfertigen – ist es kein Wunder, wenn die UNO an Bedeutung verliert.

      Allerdings sind die Defizite der UNO keine Ausrede oder gar Rechtfertigung für eigene Versäumnisse, bzw. Defizite. Wie schwach sind die Argumente des Westens geworden, wenn nur noch darauf hingewiesen werden kann, daß andere “noch schlimmer” wären als wir. Wir lügen, betrügen und killen ohne Gewissensbisse, sofern es unserem Vorteil dienlich ist. Wir lassen Menschen vor den Küsten Europas absaufen, ohne daß es mehr als eine Nachricht auf der letzten Seite wert wäre.

      Der moralische Kothurn, auf dem wir es uns so gemütlich eingerichtet haben, ist unter unserem Hintern zusammengebrochen. Jetzt haben wir die Welt so umgebaut, wie es sich die Soziopathen und religiösen Spinner er(alp)träumt haben: jeder gegen jeden und alle gegen alle! Herzlichen Glückwunsch uns allen!

    12. transwarp schrieb am 15. Januar 2009 at 00:20 - Permalink

      @SF
      Und warum macht die USA nichts? Wie kann das im Interesse der USA sein?

    13. jolly rogers schrieb am 15. Januar 2009 at 00:28 - Permalink

      Spätestens seit dem Ausschluss von Balad und Ta’al von den bevorstehenden Wahlen weiß man doch, auf welchem Weg sich der Staat Israel befindet: in eine astreine Apartheid. Da kann der Berliner Hampelmann mit seinem inkontinenten Pöblizisten-Netzwerk die Antisemitismuskeule schwingen wie er will: es ist so.

    14. Spiegelfechter schrieb am 15. Januar 2009 at 00:28 - Permalink

      @transwarp

      Was sind die Interessen der USA? Was sind die Interessen Israels? Die USA haben sich nun einmal seit Johnson an Israel gekettet – ob das weise ist? Ich wage es zu bezweifeln. Ich bezweifele allerdings auch, dass die israelische Politik Israels Interessen entspricht.

    15. transwarp schrieb am 15. Januar 2009 at 00:30 - Permalink

      @sf
      “Dies ist ein deutsches Problem – weder in UK, noch den USA noch in Israel selbst gibt es dieses Problem.”

      Hallo?! definitiv gibt es in den USA dieses Problem!. Oder wo bleibt die wirkliche Kritik?

      Hört sich alles nach Palin o-ton an…

      http://www.liveleak.com/view?i=51b_1222507233

    16. Spiegelfechter schrieb am 15. Januar 2009 at 00:33 - Permalink

      @transwarp

      Sehe ich etwas anders – in den USA gibt es ein sehr breites Medienspektrum und damit meine ich nicht nur die großen Zeitungen und Networks.

    17. Antenne schrieb am 15. Januar 2009 at 00:33 - Permalink

      @ 5 Spiegelfechter
      der Sicherheitsrat wird aber ausschließlich von den 5 Mächtigen dominiert. Nicht wirklich demokratisch. Und das Vetorecht in seiner bestehenden Form muss dringend reformiert werden. Intern gehen die Reformbemühungen natürlich weiter. Der Generalsekretär Ban ki-moon jedoch gilt doch eher als “umstritten” oder wie ist sein Geheimabkommen mit der Nato zu bewerten? Darüber hört man gar nichts mehr…

      Es macht mich fast irre dieses Massaker mitanssehen zu müssen und die Ohnmacht der Weltgemeinschaft. Es gibt großartige engagierte Mitarbeiter der UN, die Angesichts des Genozids an der Palästinesischen Bevölkerung selbst fast den Verstand verlieren. Sie wollen helfen und können nicht einschreiten. Auch auf Ärtze und Krankenwagen wird gezielt geschossen, weil sich ja auch Terroristen an “Bord” befinden. Kaum noch ein Arzt ist in Gaza im Einsatz. Das Grauen hat ein unvorstellbares Ausmass erreicht.
      siehe Bericht von dem Free Gaza Aktivisten Vittorio Arrigoni:

      In Gaza Hippocrates is dead
      http://www.freegaza.org/de/home/676-in-gaza-hippocrates-is-dead

      Nun stelle man sich vor, innerhalb der UN wurde die website der Free Gaza Bewegung blockiert. Ein neues Boot mit 4 Ärzten an Bord hat sich auf den Weg gemacht, allen Gefahren und dem Wahnsinn zum Trotz.

      “Wir können nicht einfach herumsitzen und darauf warten, dass Israel beschließt, das Töten zu beenden und die Grenzen für Hilfskräfte zu öffnen, die dann die Scherben einsammeln. Wir gehen rein. Diese Mission ist dringend nötig, weil palästinensische Zivilisten in Gaza von Israel terrorisiert und dahingemetzelt werden, während ihnen der Zugang zu humanitärer Hilfe verweigert wird. Wenn Staaten und internationale Organisationen, die verantwortlich dafür sind einzuschreiten, um solche Gräueltaten zu stoppen, sich dafür entscheiden, unfähig zu sein, dann müssen wir – die Bürger der Welt – handeln. Unsere Mitmenschlichkeit verlangt nichts Geringeres.” – Huwaida Arraf, Free-Gaza-Bewegung

      http://www.freegaza.org/

      Will man hier engagierte UN Mitarbeiter davon abhalten, sich evtl. mit den Free Gaza Aktivisten zu verbünden?

      “Inner City Press in New York found out that our website is blocked in the UN. What a scandal! “Asked why the UN would block this site, one wag quipped, so that UN staff don’t go work for an organization that actually accomplishes something …”
      http://www.innercitypress.com/gaza1blocked011309.html

      Wann hört dieser Wahnsinn endlich auf?!!!

    18. fpk schrieb am 15. Januar 2009 at 00:35 - Permalink

      Und um nicht den Verdacht der Einseitigkeit aufkommen zu lassen, wärs jetzt vielleicht auch mal an der Zeit, sich eingehender mit der Hamas zu befassen. Da gibts doch auch einige interessante Entwicklungen seit deren Machübernahme, denen etwas mehr Aufmerksamkeit gebührt. Die UN, deren Germien und Menschenrechtsverweser sind leider zu beschäftigt.

      Die UN und ihre Gremien weltweit hätten natürlich mit die beste Expertise bezüglich Menschenrechten und ihrer Verletzung. Man schaue sich nur den Menschenrechtsrat an. Da wimmelt es nur so von Experten auf dem Gebiet wie etwa Cuba, Pakistan oder auch China.

      Auch die Generalversammlung, ein Leuchtturm der Demokratie weltweit, ist ne tolle Einrichtung. Auch sie wäre qulifiziert sich mit der Hamas zu befassen. Erst kürzlich wurden religösen Gefühle von ihr unter UN-Schutz gestellt. Hier wird Meinungfreiheit ins 21. Jahrhundert übersetzt. Fortschritt pur.

      Wie gesagt, leider ist die UN zu beschäftigt mit Israel, dem Schutz von religösen Gefühlen, dem Einstehen für Demokratie und Menschenrechte weltweit, um sich mit der Hamas zu beschäftigen.

      Daher meine Bitte: Spiegelfechter, übernehmen Sie.

    19. Spiegelfechter schrieb am 15. Januar 2009 at 00:37 - Permalink

      @Anette

      der Sicherheitsrat wird aber ausschließlich von den 5 Mächtigen dominiert. Nicht wirklich demokratisch.

      Nee, es ging ja auch um die Vollversammlung. Natürlich ist der Sicherheitsrat undemokratisch – das ist wie im “echten” Leben. Dort wo es um nichts geht, herrscht Demokratie vor, dort wo die Entscheidungen getroffen werden ist die Demokratie weit weg.

      Und das Vetorecht in seiner bestehenden Form muss dringend reformiert werden. Intern gehen die Reformbemühungen natürlich weiter

      Sinnlos – weder die USA, noch die EU, noch Russland, noch China würden sich einer solchen UN unterwerfen. Keine Chance.

    20. Spiegelfechter schrieb am 15. Januar 2009 at 00:40 - Permalink

      @fpk

      Daher meine Bitte: Spiegelfechter, übernehmen Sie.

      Nö – keine Lust. Ich schrieb schon einiges über Hamas/Fatah und werde in einiger Zeit auch wieder über diese Themen schreiben. Momentan würde jede Kritik an Hamas von den falschen Zungen als Rechtfertigung israelischen Handelns interpretiert werden. Das Morden von Zivilisten lässt sich allerdings nicht rechtfertigen, auch wenn die Hamas die Inkarnation des Teufels selbst wäre.

    21. fpk schrieb am 15. Januar 2009 at 00:40 - Permalink

      @Spiegelfechter N.5

      Wow. Die UN ist also Demokratie in Reinform. Na jetzt wird mir einiges klar.

    22. transwarp schrieb am 15. Januar 2009 at 00:55 - Permalink

      @sf

      “Was sind die Interessen der USA?”

      Das der Nahe Osten nicht explodiert, wohl aufjedenfall! Und jeder Araber/Moslem sollte die USA auch nicht hassen, oder?

      “Ich bezweifele allerdings auch, dass die israelische Politik Israels Interessen entspricht.”

      Ich bezweifel das nicht, ich bin mir da sicher.

      Man muss schon ein ganz schöner Extremist/Rassist/Fundamentalist sein um das alles gut zu heissen…

    23. Fiend_THeyde schrieb am 15. Januar 2009 at 01:00 - Permalink

      Ein wenig OT:

      Mal was völlig Anderes… und überaus Beeindruckendes:

      http://www.petercallesen.com/index/index2.html

    24. Antenne schrieb am 15. Januar 2009 at 01:11 - Permalink

      @ Fiend_THeyde 23 OT

      Faszinierend, danke..Werde ich mir mal in Ruhe ansehen.

      @Spiegelfechter
      Danke Dir erneut für diesen guten und wichtigen Artikel.

    25. Memo schrieb am 15. Januar 2009 at 01:29 - Permalink

      Sabine Kebir im “FREITAG”:

      “Weißer Phosphor, keine Bilder:
      BLOCKADEBRECHER “AL DJASIRA” – Den Bürgern im Westen werden bei diesem Krieg viele Eindrücke und Informationen vorenthalten”
      http://www.freitag.de/2009/03/09030601.php

      In diesem Beitrag heißt es:

      “Die Live-Übertragungen der US-Sender CBS und ABC von den Schlachtfeldern des Indochina-Krieges Ende der sechziger Jahre haben weder die amerikanische Bevölkerung noch die Weltöffentlichkeit darin bestärkt, den Siegeswillen der damaligen Regierung Nixon
      zu teilen. Als eher kontraproduktiv erwies sich auch die im Irakkrieg (2003) und im letzten Libanonkrieg (2006) verfolgte Praxis, Korrespondenten mit der amerikanischen beziehungsweise israelischen Armee mitziehen zu lassen, ihnen aber bei diesem Embedded-Journalismus letztlich nur zu erlauben, Militärbriefings wiederzugeben. Das Publikum hielt vom Informationswert eines solcherart “eingebettetem” Journalismus nicht viel, der an Methoden des Ostblocks und übrig gebliebener Diktaturen erinnerte.

      Diesmal nun hat Israel beschlossen, überhaupt keine Reporter ins Kriegsgebiet zu lassen, um so die weltweite Information und Debatte einigermaßen steuern und die Version vom “verzweifelten Verteidigungskrieg” verbreiten zu können. In Deutschland spielten viele Medien, allen voran die öffentlich-rechtlichen ARD und ZDF, in den ersten beiden Kriegswochen auch brav mit: Weil Israel eine Nachrichtensperre verhängt habe, gäbe es keine Bildberichte aus Gaza, wurde willig kolportiert. Bestenfalls konnte etwa die Arte-Redaktion dorthin telefonieren. Vom Leiden und Sterben der Zivilisten erfuhr man nur indirekt, weil die Hilfsorganisationen erklärten, es sei unmöglich, Nahrung und Medikamente nach Gaza zu bringen. Dabei wurde einfach unterschlagen, dass die dortige Bevölkerung nicht erst seit Beginn der Operation Gegossenes Blei, sondern seit über zwei Jahren aufgrund des israelisch-ägyptischen Boykotts keinen normalen Zugang zu unverzichtbaren Lebensgütern mehr hat.

      - “Al Djasira” sendet – und zwar live -

      Die westliche Nachrichtenpolitik wuchs sich insofern zum Skandal aus, weil jeder Sender problemlos aktuelle Bilder und Videofilme aus Gaza erwerben konnte, obwohl das Gebäude des palästinensischen Fernsehens schon am 27. Dezember, dem ersten Tage der Bombardements, zerstört wurde. Die direkte Berichterstattung vom Kriegsschauplatz fand dennoch statt. Der seit 1996 im Emirat Katar stationierte Sender Al Djasira, der schon vor zehn Jahren in der Lage war, direkte Bilder der Operation Desert Fox zu liefern – es waren Szenen des siebzigstündigen Bombardements der Vereinigten Staaten und Großbritanniens auf 100 militärische Ziele im Irak – sichert auch jetzt eine rundum direkte Berichterstattung aus Gaza und zwar mit Hilfe seit langem dort arbeitender Journalisten wie Samir Schamali und Hiba Akela.

      Sie haben mit ihren Teams die Einschläge von Bomben aus der Perspektive der Bombardierten gezeigt und zwar live. Ergänzt durch dramatische Bilder aus Rettungsstationen und Hospitälern, wo die Verwundeten mittlerweile auf Tüchern oder nur auf den Armen ihrer Retter hereingetragen und oft auf dem Fußboden behandelt werden müssen. Fast ausschließlich Zivilisten – die Hälfte der Toten sind laut Al Djasira Frauen und Kinder.

      Wer in Gaza Häuser, Straßen oder ganze Viertel verteidigt hat, konnte vom ersten Tag der Bodenoffensive an nicht mehr geborgen und behandelt werden – das Sterben der palästinensischen Kämpfer sah und sieht man auch bei Al Djasira nicht. Der Sender zeigt immer wieder die Klagen von Menschen aus dem Gaza-Streifen, die ihre Familien verloren haben, als Panzer in die Vororte von Gaza-City vorstießen.

      Gezeigt werden im Programm dieses Kanals die pro-palästinensischen Demonstrationen in Kairo, Amman oder Damaskus ebenso wie in London, Paris oder Berlin, dazu die Statements von israelischen, arabischen und europäischen Politikern zum Kriegsgeschehen. Da Al Djasira auch die jeweils aktuellen Briefings von Premier Olmert, seiner Minister Barak und Zipi Livi in arabischer Übersetzung präsentiert sowie Berichte über die Einschläge von Kassam-Raketen in Israel, kann von Einseitigkeit keine Rede sein. Dass die stets von Neuem schrecklichen Bilder aus den Bombenzonen in Gaza emotional aufwühlen, ist nicht Schuld des Senders.

      - Das westliche Publikum wird von den Realitäten dieses Feldzugs abgeschirmt -

      Eine bewusst einseitige Berichterstattung ist diesmal eher dem Westen anzulasten, der 1998 die Bildsequenzen von Al Djasira über Desert Fox noch gern übernommen hatte oder im Oktober 2001 die Aufnahmen von US-Luftangriffen auf Kabul, bei denen die Sendestation und Redaktionsräume des arabischen Senders zu guter Letzt zerstört wurden. Jetzt soll das Fernsehpublikum in Deutschland, Österreich oder Italien vor den Realitäten dieses Feldzugs offenbar abgeschirmt werden. Zwar wird verbal eingeräumt, dass es in Gaza eine humanitäre Katastrophe gäbe, aber im gleichen Atemzug erklärt, dies sei von den Palästinensern selbst verschuldet. Was geschieht – wird unterschwellig suggeriert – sei die Strafe dafür, sich nicht widerstandslos in einem Freiluftgefängnis aushungern zu lassen.

      Der nur durch seine eigenen Medien informierte Bürger in West- und Mitteleuropa hatte zu Beginn der Woche noch nichts davon erfahren, dass die israelische Armee seit dem 10. Januar über Gaza-City und dem Lager Jebaliya Bomben abwirft, die weißen Phosphor enthalten. Der Einsatz dieser starken Rauch entwickelnden Waffen dient der Deckung vorrückender Truppen, die dadurch selbst keine Sichtbehinderung erfahren. Der Einsatz dieser Waffen ist international geächtet, sobald durch die stark ätzenden Substanzen auch Zivilisten getroffen werde können. Seit dieser Woche haben nun die Hospitäler in Gaza eine erhebliche Zahl von Frauen und Kindern zu behandeln, die mit schwer verätzten Augen eingeliefert wurden. Andere Verletzte litten unter schweren Schusswunden, die von Streubomben herrühren sollen. Ärzte und Helfer in den Rettungsstationen, die ohnehin kaum noch Medikamente haben, erklärten gegenüber Al Djasira, dass ihnen diese Art von Verwundungen vollkommen neu seien und sie keinerlei Behandlungsmöglichkeiten hätten.

      Um die israelische Version vom ordentlich geführten und legitimen Verteidigungskrieg zu stützen, werden in deutschen Medien auffällig wenig Menschen und Meinungen präsentiert, die daran erinnern, dass die Entwicklungen im Konflikt mit den Palästinensern jetzt allem zuwider laufen, was die Friedensforschung seit Jahrzehnten als Allgemeingut etabliert hat. Die permanente militärische Abstrafung eines Gegners führt in der auf Gleichheit aller Menschen orientierenden Moderne nicht zur Unterwerfung oder gar zum Frieden, sondern provoziert Märtyrertum und Terrorismus. Friedliche Nachbarschaft von Völkern kann sich nur durch die gegenseitige Anerkennung gleicher Rechte entwickeln – also sollte den Palästinensern ein lebensfähiger, rundum souveräner Staat zugestanden sein.”

    26. Lago schrieb am 15. Januar 2009 at 01:30 - Permalink

      Nun, ein besonders gutes Beispiel für gelungenes Risikomanagement ist die israelische Politik vielleicht nicht, aber sie geht eben auch nicht völlig an den “israelischen Interessen” vorbei.
      Neben dem Risiko, dass es, nach dem Ersetzen des palästinensischen Erzfeindes Fatah durch den neuen Hamas dieser Prozess rekurriert – ein Prozess, der an das Züchten polyresistenter Krankheiten durch das Gesundheitssystem entspricht – gibt es das massive Risiko der Umpartitionierung im arabischen Raum. Im Moment sind radikale aktiv israelfeindliche Kräfte recht schwach, weil sie sich direkt in Konkurrenz oder Feindschaft gegenüberstehen und zudem von den konservativeren (z.B. weniger religiös fundamentalistischen) Kräften bekämpft werden – aber diese günstige Aufhebung des Bedrohungspotentials für Israel gefährdet dieses natürlich durch solche Eskalationen.

      Mal ehrlich, Israel war und ist schlicht und ergreifend mit der Situation im Nahen Osten völlig überfordert. Die müssen da westlich-rechtsstaatliche, menschenrechtliche Demokratie spielen, unter ständiger Bedrohung, mit der Zusicherung: Ja, wenn ihr ausgelöscht werdet, werden wir euch rächen. Die Gründung Israels in der Form war sicherlich grandioser Blödsinn, aber es existiert nun einmal. Und auch eine Missgeburt hat ein Recht auf Leben und Überleben, und wird im suboptimalen Fall so ziemlich alles dafür tun.

      Israel erscheint mir häufig als genau dies: ein defizitäres Kind, welches zunächst viel Zuwendung von den Eltern bekommt, um in einer für es feindlichen Umwelt zu existieren. Doch irgendwann sind die Eltern genervt von der Unbeholfenheit des Kleinen, sie resignieren, und das Kleine muss erwachsen werden, Missgeburt hin oder her. Und es entwickelt sich, wird kräftiger und selbstbewusster und versucht seine geburtlichen und prenatalen Defizite zu überwinden. Anfangs lächeln die Eltern noch unsicher, wenn das Kleine dann über die Strenge schlägt, aber die Eltern haben längst jede Autorität und Verantwortung verloren.

    27. Viktoria schrieb am 15. Januar 2009 at 02:19 - Permalink

      Israel hätte Sicherheit haben können, aber die politische Elite hat sich für Expansion entschieden. Meiner Meinung nach nicht gerade eine Entscheidung im Interesse Israels.

    28. Horscht schrieb am 15. Januar 2009 at 02:56 - Permalink

      @SPIEGELFECHTER:
      Ich weiss jetzt nicht, ob Du weisst, wer im UN-Menschenrechtsrat so sitzt, welche Mehrheiten es dort gibt und was die so machen. Ruhig mal dbzgl. recherchieren…

    29. willi schrieb am 15. Januar 2009 at 03:34 - Permalink

      Was die Israelis im Gaza veranstalten kann man eigentlich nur als Völkermord bezeichen. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in GB oder den USA auch jede Menge kritische Stimmen, die das auch genauso sehen. (Da wird der ein oder andere Passus im Arbeitsvertrag der Journalisten wohl nicht vor kommen). Das unsere Regierung außer dem peinlichen Statement der Kanzlerin dazu nicht viel zu sagen hat, hat sicher auch mit voreilendem Gehorsam und der Angst vor der Antisemitismuskeule zu tun, die schon die ein oder andere Karriere beendet hat. Zudem sitzen wir ja im Glashaus, weil auch wir auf Basis der gleichen absurden Logik der Präventivverteidung unser Land in Afghanistan und sonstwo auf der weiten Welt vor Angriffen beschützen und dabei nicht einmal angegriffen wurden -die sauerländer Friseure und Michael Ballack mal außen vor. Mit welcher Begründung soll etwas was uns recht ist, für Israel nicht billig sein?
      Komischerweise steigt die Anzahl der Terroristen mit unseren Bemühungen, sie zu bekämpfen. Gaza ist nicht aber Tibet oder das Kosovo und Israel oder die USA sind nicht Serbien, Irak, China oder Rußland. Die UN mag die reinste Demokratie sein, faktisch spiegelt sie die “Weltordnung” wider und das Völkerecht gilt nicht für alle gleichermaßen (z.B. werden wir nie einen Amerikaner in Den Haag vor Gericht stellen können ). Laien wie ich vertun sich mal schnell, weil sie sich nicht auskennen: manchmal sieht für den Laien alles nach einem Angriffskrieg aus, ist aber nur Notwehr oder Präventivverteidigung; da glaubt man, man habe es mit klarem Volkerechtsbruch zu tun, weil wahllos Zivilisten abgeschlachtet, dabei werden nur Terroristen bekämpft, die sich gemeinerweise unter der Zivilbevölkerung verstecken und sie als “menschliche Schutzschilde” benutzen (in Afghanisten verstecken sich die TAliban in Hochzeitsgesellschaften, was nicht weniger geschmacklos ist), dann wiederum müssen wir eingreifen, weil die demokratisch gewählte Regierung von was weiß ich, von antidemokratischen Feinden bedroht ist, oder wie jetzt, feststellen, dass ein Volk auch so blöd sein kann und sich -wie hier geschehen- lauter Terroristen ins Parlament wählt -wer konnte das ahnen.
      Was ich damit sagen will: wir, die wir gezwungen sind diesem Treiben mehr oder weniger tatenlos zuzusehen, werden doch nach Strich und Faden verarscht und man muß schon ein sehr kurzes Gedächnis haben, um nicht dahinterzukommen. Israel will ganz Palästina für sich haben und versucht die Palestinenser mit seiner Apartheitspolitik (O-Ton Jimmy Carter) in alle Winde zu vertreiben. Wenn dabei auch Gasvorkommen in ihre Hände fallen, um so besser. In anderen Länder hieß sowas schon mal etnische Säuberung und führte zu NATO-Angriffen.
      Wir, als Erbschuldige, lassen sie gewähren und erklären die Sicherheit Israels zum Teil unserer Staatsräson (Es gibt Länder in die man Angie besser nicht reisen lassen sollte). Die USA braucht Israel als Bauernopfer und Unruhestifter, denn jeder Araber, der Israel für das hassenswerteste Objekt der Gegend hält wir sich nicht mit seinem korrupten Marionettenregime beschäftigen, von denen es in der Gegend reichlich gibt. Der Deal ist simpel: Israel genießt Narrenfreiheit und darf alles bombardieren, was es dessen für würdig erachtet, egal in welchem Land. Wenn’s Ärger in der UNO gibt legt die USA ihr Veto ein und fertig. Manchmal schlagen sie über die Stränge und die USA mus sich enthalten, damit es echt aussieht, aber was kratzen Israel UN-Resolutionen (müssten knap 90 sein, die sie seit Staatsgründung kassiert haben). Solange das ÖL fließt ist so eine bisschen Zauber in Nahos eine feine Sache, bietet es doch jederzeit die Möglichkeit je nach Opportunität Konflikte rauf und runterzufahren. Wer bei dem Spiel nicht mit macht landet schnell auf der Achse des Bösen und wird angegriffen (Syrien, Iran). Sorry wenn der Post etwas lang geraten ist. Das Ganze ist ein Spiel um Macht und Rohstoffe, für dass sich alles mögliche instrumentalisieren lässt.

    30. Beobachter schrieb am 15. Januar 2009 at 07:16 - Permalink

      Normalerweise schätze ich den Spiegelfechter und jedem natürlich die seine (Oops!) ähm Meinung. Und so sehr du Recht hast, wenn du dagegen wetterst, dass Russland immer gerne als Dämon aus der Ecke geholt wird, aber mit deinen Israel-Palästina Beiträgen machst du genau dasselbe. Da werden genau dieselben Klischees bemüht: ich bin links als für Palästina. Schade.

      Der Konflikt ist genauso unlösbar wie komplex. Beide Seite haben gleichermassen (kein SZ auf meiner Schweizer Tastatur) Schuld, Recht sich zu verteidigen, Unrecht erlitten wie begangen und es steht uns nicht zu, mit unserer beschränkten Einsicht von der heimischen Ofenbank Urteile der Weltpolitik zu fällen, wo klügere als wir sich bereits die Zähne ausgebissen haben.

      Sätze wie “der Krieg verstösst nach Ansicht vieler Experten gegen das Völkerrecht” sind deiner unwürdig. Lies es doch einfach mal, dein Völkerrecht. Abgesehen davon, dass Sätze mit “viele” meistens nicht stimmen. Kurzfassung: Ein Land wird angegriffen (Henne-Ei-Problem in diesem Konflikt) und hat JEDES Recht, in das andere Land zu gehen und alle Gefahrenpotentiale und Quellen der Aggression vollständig und aggressiv zu beseitigen. Gilt Palästina/der Gazasteifen als “Land” nach dem Völkerrecht? Man müsste die Anwendbarkeit des Völkerrechts mal prüfen. Will ich mir kein Urteil erlauben.

      Woher kommt ein Satz wie Israel betreibt einen Krieg gegen die Zivilbevölkerung? Die Quellen hierfür sind sicher mehr als dubios und vereinfachend. Gesehen hast du die Toten vermutlich nicht, der Georgische Präsident in diesem Fall wohl auch nicht. Wer sich wie die Hamas aber hinter Kindern und Frauen versteckt und sie sogar zum Kampf instrumentalisiert, der spielt ganz bewusst mit dem medienwirksamen Effekt ziviler Opfer.

      Ich will mich nicht als Arabienexperte aufspielen, aber ausser den Libanon, Palästina, Irak und Syrien habe ich alle Länder der Region bereist und vermutlich mehr Zeit in diesem Ländern verbracht als alle Leser zusammen. Und wenn die Israelis eines genau wissen, dann ist es, wie man sich in der Region dort behauptet. Denn die Alternative ist der Untergang, ins Meer getrieben zu werden, bei lebendigem Leibe erst die Eier und dann den Kopf abgeschnitten zu bekommen usw.

      Leute, hört endlich auf mit falschen Karten zu spielen und eine Seite in diesem Konflikt abzulehnen oder zu verklären. Entweder seid ihr gegen beide oder lasst es ganz sein.

    31. Egal schrieb am 15. Januar 2009 at 08:34 - Permalink

      “Woher kommt ein Satz wie Israel betreibt einen Krieg gegen die Zivilbevölkerung?”

      Bei mehr als 300 toten Kindern stellst du diese Frage?
      Das zeigt deine Gesinnung…

    32. Schwitzig schrieb am 15. Januar 2009 at 08:41 - Permalink

      @30 · Beobachter

      [...] tausend mal wiederholter Bockmist nicht gequotet

      Dein Posting ist von vorne bis hinten Quatsch. Selbstverständlich kann der Konflikt gelöst werden. Allerdings nicht, indem man Menschen massakriert.

    33. Horscht schrieb am 15. Januar 2009 at 08:43 - Permalink

      @schwitzig:
      Wie denn?

    34. Horscht schrieb am 15. Januar 2009 at 08:45 - Permalink

      @Beobachter:
      > Leute, hört endlich auf mit falschen Karten zu spielen und eine Seite in diesem Konflikt abzulehnen oder zu verklären. Entweder seid ihr gegen beide oder lasst es ganz sein.

      Das würde ich auch als Standardposition erwarten, und in Anbetracht des dritten, dezent formuliert, einseitigen Blogeintrag hier eine kleine Frage: Ist der SPIEGELFECHTER eigentlich erklärter Antizionist?
      Täte mich wirklich interessieren.

    35. Thomas schrieb am 15. Januar 2009 at 08:47 - Permalink

      @ 28 – Horscht

      Bereits am 31. Dezember 2008 gab es eine Erklärung des UNO-Sonderberichterstatters über die Menschenrechte in den Besetzten Gebieten, Professor Richard Falk. Falk ist US-amerikanischer Jura-Professor.
      Auf ihn sollte der indirekt von Ihnen geäußerte Verdacht, er sei Vertreter z.B. eines “Schurkenstaates”, nicht zutreffen.

      In Prof. Falks Erklärung heißt es:
      http://zmag.de/artikel/erklaerung-des-uno-sonderberichterstatters-ueber-die-menschenrechte-in-den-besetzten-gebieten

      “Die israelischen Luftangriffe auf den Gazastreifen stellen einen massiven Verstoß gegen die internationalen Menschenrechte, gemäß Genfer Konvention, dar – sowohl, was die Verpflichtungen einer Besatzungsmacht angeht als auch, was die Kriegsregeln angeht.

      Zu diesen Verstößen zählen:

      Kollektive Bestrafung – Man bestraft die Gesamtbevölkerung des dichtbevölkerten Gazastreifens – 1,5 Millionen Menschen – für die Aktionen einiger weniger Militanter.

      Angriffe auf Zivilisten – Die (israelischen) Luftangriffe zielen auf zivile Gebiete ab und das in einem der dicht bevölkertsten Orte der Welt. Es (Gaza) ist mit Sicherheit das dicht besiedeldste Gebiet im ganzen Nahen/Mittleren Osten.

      Unverhältnismäßigkeit der militarischen Reaktion – Die Luftangriffe haben nicht nur jede Polizeistation und jedes Sicherheitsbüro der gewählten Regierung von Gaza zerstört, sie töteten und verwundeten auch Hunderte Zivilisten. Laut Berichten wurden mindestens durch einen Luftschlag mehrere Gruppen Studenten getroffen, die auf dem Heimweg von der Universität auf der Suche nach einem Transportmittel waren.

      Schon in der Zeit davor hatten die Aktionen Israels – vor allem die komplette Abriegelung der Aus- und Einfuhr von und nach Gaza zu einer schwerwiegenden Verknappung von Medizin und Treibstoff (und Lebensmitteln) geführt. Die Folge ist, dass die Ambulanzen Verletzte nicht behandeln können. Die Kliniken sind unzureichend mit Medizin und den notwendigen Geräten ausgestattet, um Verletzte adäquat behandeln zu können. Gazas Ärzte und anderes medizinisches Personal stehen zudem unter Belagerung und können die Verletzten nicht ausreichend behandeln.

      Sicherlich sind die Raketenangriffe auf zivile Ziele in Israel gesetzlich illegal. Aber diese illegalen Aktionen geben Israel in keinster Weise – weder als Besatzungsmacht, noch als souveräner Staat – das Recht, gegen internationale Menschenrechtsgesetzgebung zu verstoßen. Mir ist aufgefallen, dass die Eskalation der israelischen Militärschläge die Sicherheitslage der israelischen Zivilisten nicht verbessert hat, im Gegenteil, der erste Israeli, der heute – nachdem die israelische Gewalt zugenommen hat -, getötet wurde, war der erste (israelische) Tote seit mehr als einem Jahr.

      Hinzu kommt, dass Israel die jüngsten diplomatischen Initiativen der Hamas zur Erneuerung des Waffenstillstands und der Waffenruhe, die am 26. Dezember auslief, ignoriert hat.

      Die heutigen israelischen Luftangriffe und die katastrophalen Verluste an Menschenleben durch diese Angriffe sind eine Herausforderung für all jene Länder, die in direkter oder indirekter Weise Komplizen Israels bei dessen Verstößen gegen internationales Recht waren und sind. Zu diesen Komplizen gehören jene Länder, die wissentlich militärische Ausrüstung – wie Kampfflugzeuge oder Raketen, die bei diesen illegalen Angriffen eingesetzt werden – liefern sowie jene Länder, die die Belagerung Gazas unterstützen und sich daran beteiligen. Allein schon die Belagerung hat zu einer humanitären Katastrophe geführt.

      Ich erinnere alle Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen daran, dass die UNO noch immer an ihre unabhängige Verpflichtung gebunden ist, jede Zivilbevölkerung zu schützen, die sich mit massiven Verstößen gegen die internationalen Menschenrechte konfrontiert sieht. Dabei spielt es keine Rolle, wer der Staat ist, der für die Verbrechen verantwortlich ist. Ich rufe jeden UN-Mitgliedsstaat, alle Offiziellen und jedes relevante Organ des Systems ‘Vereinte Nationen’ dazu auf, zu handeln, wie dies für den Notfall vorgesehen ist. Es geht nicht nur darum, Israels schwerwiegende Verstöße zu verurteilen, es geht darum, Ansätze zu finden, wie man das palästinensische Volk wirklich schützen kann.”

    36. salvo schrieb am 15. Januar 2009 at 08:53 - Permalink

      “Leute, hört endlich auf mit falschen Karten zu spielen und eine Seite in diesem Konflikt abzulehnen oder zu verklären. Entweder seid ihr gegen beide oder lasst es ganz sein.”

      Ihre Position ist mit Sicherheit nicht die des neutralen Beobachters zwischen den Stühlen, sondern wie die all derjenigen, die ihre Neutralität betonen, um zugleich die Kriegsverbrechen Israels zu legitimieren, eindeutig einseitig. Hypokrisie gehört übrigens zu den Dingen, die ich gar nicht ausstehen kann.

      zum Verhältnis zur Hamas zitiere ich eine Stelle aus dem Artikel

      “Wir missbilligen die Raketenabschüsse der Hamas auf israelisches Gebiet und Selbstmordattentate, die ebenfalls dem humanitären Völkerrecht widersprechen und Kriegsverbrechen sind. Israel hat das Recht, vernünftige und angemessene Mittel zu ergreifen, um seine Zivilbevölkerung vor diesen Angriffen zu schützen. Die Art und Weise, und der Umfang der Operationen im Gaza-Streifen stellen jedoch einen Akt der Aggression dar und verstoßen gegen das Völkerrecht, ungeachtet der Raketenangriffe der Hamas.”

      das ist eindeutig

    37. name schrieb am 15. Januar 2009 at 08:54 - Permalink

      @ 30: Da scheint die Wahrnehmung und Beobachtungsgabe mal wieder beim Beobachter nicht ganz so klar sichtbar zu sein, trotz Dauerreise gegen alle Leser hier in den arabischen Raum. Sprichst Du hocharbaisch fliessend 30?

      Ansonsten: Der Gazastreifen fällt , als von Israel besetztes Gebiet des zukünftigen Staates Palästina, als Autonomiegebiet A, unter das Gewaltverbot des Völkerrechts.

      Die Blockade vor 18 Monaten allein, und der aktutelle Angriff auf das autonome Gebiet im Gazastreifen selbst lassen sich als Angriffskriege auf dieses autonome Gebiet innerhalb des besetzen Restgebiets qualifizieren. Juristisch genaugenommen ist es ein Krieg der Besatzungsmacht in dem von ihm kontrollierten Gebiet.

      Daneben gelten für die Besatzungsmacht Israel selbst weitere direkte Verpflichtungen, wie sie hier gut zusamengefasst sind.

      http://www.amnesty.de/umleitung/2003/deu05/143?lang=de&mimetype=text/html

      http://de.wikipedia.org/wiki/Interimsabkommen_über_das_Westjordanland_und_den_Gazastreifen

    38. salvo schrieb am 15. Januar 2009 at 08:55 - Permalink

      “Das würde ich auch als Standardposition erwarten, und in Anbetracht des dritten, dezent formuliert, einseitigen Blogeintrag hier eine kleine Frage: Ist der SPIEGELFECHTER eigentlich erklärter Antizionist?”

      ich würde bitten derlei persönliche Unterstellungen zu unterlassen, versuchen Sie endlich mal so sachlich zu sein, wie Sie es von den anderen fordern

    39. Schwitzig schrieb am 15. Januar 2009 at 08:56 - Permalink

      · Horscht am 15. Januar 2009 um 08:43 – Permalink

      @schwitzig:
      Wie denn?

      Lies meine Anmerkungen dazu bei dem anderen Artikel. Ich wiederhole mich ungern.

    40. Horscht schrieb am 15. Januar 2009 at 09:01 - Permalink

      @Thomas:
      Ich bitte zumindest die “Standardkritik” zum UN-Menschenrechtsrat zur Kenntnis zu nehmen:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechtsrat#Kritik
      Hr.Falk ist von diesem bestellt.
      Von Interesse vielleicht auch das Scheitern der UN-Vorgängerorganisation:
      http://de.wikipedia.org/wiki/UN-Menschenrechtskommission

      Ansonsten, bitte keine Volltexte hier einstellen, Webverweise reichen eigentlich, beste Grüsse!

      Nachtrag @schwitzig:
      Ein Verweis wäre nett.

      Nachtrag @salvo:
      Es war _keine_ Unterstellung, sondern eine Frage, diese dann auch bitte als Frage bearbeiten, danke.

    41. salvo schrieb am 15. Januar 2009 at 09:10 - Permalink

      Hinweise

      Gespräch mit dem israelischen Wissenschaftler Avi Shlaim

      “Leading Israeli Scholar Avi Shlaim: Israel Committing ?State Terror? in Gaza Attack, Preventing Peace”

      “As you mentioned, I did national service in the Israeli army in the mid-1960s. And in those days, Israel was a small state surrounded by enemies, and the nation was united in face of the surrounding Arab states. We all felt total commitment to the state of Israel and to the defense of the state of Israel. The Israeli army is called the Israel Defense Forces, and it was true to its name.But 1967, the war of June 1967, was a major turning point in the history of Israel and the history of the region. In the course of the war, Israel captured the Golan Heights from Syria, the West Bank from Jordan and Sinai from Egypt. After the war, Israel started building civilian territories in the occupied territories in violation of international law. So Israel became a colonial power and an imperial power.And I, for my part, have never questioned the legitimacy of the Zionist movement. I saw it as the national liberation movement of the Jewish people. Nor did I ever question the legitimacy of the state of Israel within its pre-1967 borders. What I reject, what I reject totally, absolutely and uncompromisingly, is the Zionist colonial project beyond the 1967 borders. So we have to distinguish very clearly between Israel proper, within its pre-1967 borders, and Greater Israel, which began to emerge in the aftermath of the June ?67 war and has completely derailed the Zionist project.”

      “My definition of ?terror? is the use of violence against civilians for political purposes. And by this definition, Hamas is a terrorist organization. But by the same token, Israel is practicing state terror, because it is using violence on a massive scale against Palestinian civilians for political purposes. I don?t hold a brief for Hamas. Hamas is not a paragon of virtue. Its leaders are not angels. They harm civilians indiscriminately. Killing civilians is wrong, period. That applies to Hamas, and it applies equally to the state of Israel.”

      http://www.democracynow.org/2009/1/14/leading_israeli_scholar_avi_shlaim_israel

      Über den Einsatz von ‘weißem Phosphor und DIME durch das israelische Militär

      “White Phosphorous and Dense Inert Metal Explosives: Is Israel Using Banned and Experimental Munitions in Gaza?”

      http://www.democracynow.org/2009/1/14/white_phosphorous_and_dense_inert_metal

    42. name schrieb am 15. Januar 2009 at 09:20 - Permalink

      Strafanzeigen gegen Israel vor dem IStGH sind gestellt worden.

      »Uns wurde gesagt, wir sollen nichts riskieren und lieber schießen, als Fragen zu stellen«, zitiert die Zeitung einen Israeli, der im Flüchtlingslager Dschabalija im Norden Gazas war. Der nur mit dem Vornamen »Alon« genannte Leutnant sprach vom »aggressivsten Vorgehen«, das im Kampf gegen die Palästinenser jemals an den Tag gelegt wurde. Wörtlich: »Wir haben die Handschuhe ausgezogen.«

      http://www.jungewelt.de/2009/01-15/052.php

    43. Schwitzig schrieb am 15. Januar 2009 at 09:46 - Permalink

      @Horscht

      Nachtrag @schwitzig:
      Ein Verweis wäre nett.

      Strg-F -> schwitzig

    44. salvo schrieb am 15. Januar 2009 at 10:14 - Permalink

      Hinweis

      eine weitere israelische Stimme gegen die militärische Operation in Gaza

      “Grieving over Gaza”

      http://www.thenation.com/doc/20090126/biletzki?rel=hp_currently

      Jan Frel gibt eine Sammlung der in seinen Augen besten Essays über den Gaza Konflikt

      http://www.alternet.org/audits/119921/don%27t_miss_these_brilliant_essays_on_gaza/

      u.a.von Chris Hedges

      “The Language of Death”

      http://www.truthdig.com/report/item/20090112_the_language_of_death/

      Glenn Greenwald kritisiert Tom Friedmann, der in der NYT Angriffe auf die Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur rechtfertigt als logische militärische Strategie der Schwächung eines mit der lokalen Bevölkerung eng verbundenen Feindes, was schon 2006 von den Israelis erfolgreich gegen die Hezbollah in Libanon umgesetzt wurde. So Friedmann:

      “Israel’s counterstrategy was to use its Air Force to pummel Hezbollah and, while not directly targeting the Lebanese civilians with whom Hezbollah was intertwined, to inflict substantial property damage and collateral casualties on Lebanon at large. It was not pretty, but it was logical. Israel basically said that when dealing with a nonstate actor, Hezbollah, nested among civilians, the only long-term source of deterrence was to exact enough pain on the civilians – the families and employers of the militants – to restrain Hezbollah in the future.
      Israel’s military was not focused on the morning after the war in Lebanon – when Hezbollah declared victory and the Israeli press declared defeat. It was focused on the morning after the morning after, when all the real business happens in the Middle East. That’s when Lebanese civilians, in anguish, said to Hezbollah: “What were you thinking? Look what destruction you have visited on your own community! For what? For whom?”"

      Friedmann meint, dass selbe gälte für die Operation in Gaza

      “In Gaza, I still can’t tell if Israel is trying to eradicate Hamas or trying to “educate” Hamas, by inflicting a heavy death toll on Hamas militants and heavy pain on the Gaza population. If it is out to destroy Hamas, casualties will be horrific and the aftermath could be Somalia-like chaos. If it is out to educate Hamas, Israel may have achieved its aims.”

      http://www.commondreams.org/view/2009/01/14-14

      Ich habe zu dem vorigen Artikel des sf zu diesem Thema zu einem Beitrag verlinkt, der die militärische Begründung des deutschen Angriffs auf Guernica während des spanischen Bürgerkriegs. Die beiden ähnlen sich. In beiden wird bewußt und ausdrücklich keine Trennung zwischen Zivilbevölkerung und Kombattanten bei der Ausführung militärischer Operationen unternommen, im Gegenteil werden Zivilbevölkerung und zivile Infrastruktur als legitime militärische Ziele aufgefaßt in der Umsetzung des Konzept von Terrors, dessen Ziel es ist, den Gegner durch Angriffe auf die Bevölkerung militärisch zu schwächen.

    45. Michael schrieb am 15. Januar 2009 at 10:28 - Permalink

      Mich erinnert das Vorgehen der israelischen Armee stark an die Vorgänge in Sabra und Schatilla. Der Tod einer bzw. weniger Personen wird zum Vorwand genommen, eine ganze Bevölkerungsgruppe in Sippenhaft zu nehmen und diese unter dem Vorwand der Selbstverteidigung auszulöschen, oder zumindest in größtmögliche Panik zu versetzen. Der einzige Unterschied liegt darin, dass der Genozid dieses mal in einem wesentlich größeren Maßstab betrieben wird und man wohl zu der Einsicht gelangt ist, dass das Palästinenserproblem besser “gelöst” werden kann, wenn sich die israelische Armee selbst die Hände schmutzig macht, anstatt die Drecksarbeit einem kleinen Haufen durchgeknallter Christen zu überlassen.
      Im übrigen plädiere ich dafür, Frau Merkel 2 Wochen Zwangsurlaub zu verschreiben. Die erste Woche sollte sie in Israel Urlaub machen und danach sollte man sie in Gaza einsperren. Vielleicht käme ihr dann mal in den Sinn, dass die Welt eben nicht nur aus bushistischem Schwarz und Weiß besteht. Die Art und Weise wie sich unsere Regierungschefin des Konfliktes annimmt, ist für mich genauso ekelerregend, wie ihr Gesicht.
      Deutschland tut dem israelischen Volk ganz gewiss keinen Gefallen damit, die Vorgehensweise der israelischen Regierung bzw. der israelischen Armee kritiklos hinzunehmen.

    46. Spiegelfechter schrieb am 15. Januar 2009 at 11:07 - Permalink

      @Beobachter

      Sätze wie “der Krieg verstösst nach Ansicht vieler Experten gegen das Völkerrecht” sind deiner unwürdig. Lies es doch einfach mal, dein Völkerrecht. Abgesehen davon, dass Sätze mit “viele” meistens nicht stimmen. Kurzfassung: Ein Land wird angegriffen (Henne-Ei-Problem in diesem Konflikt) und hat JEDES Recht, in das andere Land zu gehen und alle Gefahrenpotentiale und Quellen der Aggression vollständig und aggressiv zu beseitigen

      Ich vermute mal, Du hast den Artikel gar nicht gelesen. Die dort zitierten Völkerrechtler (und nein – es sind keine “linken” Freaks) legen in aller Deutlichkeit dar, warum dem nicht so ist.

      Woher kommt ein Satz wie Israel betreibt einen Krieg gegen die Zivilbevölkerung? Die Quellen hierfür sind sicher mehr als dubios und vereinfachend.

      Wenn Du nun schon Medien, Rotes Kreuz, UNO, Amnesty, HRW usw. usf. als “dubios” bezeichnest, dann kann man gar keinem mehr glauben – oder aber dem Pressestab der IDS, der als einziger diesbezüglich eine andere Meinung vertritt.

      Gesehen hast du die Toten vermutlich nicht

      Ich bin auch noch nie un die Welt gelaufen, vertraue aber den Quellen, die behaupten, die Welt sei wirklich rund.

    47. Horscht schrieb am 15. Januar 2009 at 11:07 - Permalink

      Von der Medienfront: Die Hinweise verdichten sich, dass Israel nur noch versucht aus der Sache irgendwie rauszukommen, die nächste Wahl (bzw. unterschiedliche Positionen innerhalb des Kabinetts) lässt anscheinend keine andere Wahl.
      Die israelischen Medien berichten dbzg. schon seit längerem, es verdichtet sich also zum “endgültigen” Waffenstillstand.
      Ob es internationale Truppen im Gaza geben wird ist unklar, vermutlich an der Grenze zu Ägypten, das Problem bleibt auf jeden Fall erhalten, vermutlich wird sich die Hamas bis zur Wahl zurückhalten und dann gehts weiter.
      Netanjahu lurkt bereits und kann die Wahl gewinnen, dann käme es zur beschriebenen Obama-Netanjahu “Gut-Böse”-Konstellation.
      Und selbstverständlich bleibt dann genügend Material für den Blogmaster.

      Nachtrag @schwitzig:
      Es geht ja auch darum, dass eventuell andere der Diskussion folgen wollen, könnte ja sein, der SPIEGELFECHTER hat auch irgendwo in den Kommentaren Lösungsansätze, ich weiss aber auch nicht mehr wo. ;–)

    48. Spiegelfechter schrieb am 15. Januar 2009 at 11:28 - Permalink

      @40 Horscht

      Deine Argumentationkette ist doch arg seltsam – Du kritisierst den UN-Menschenrechtsrat (oder besser, Du lässt ihn kritisieren) aufgrund dessen Zusammensetzung, die repräsentativ für die Nationen ist und sich nicht auf Angehörige einer Ideologie beschränkt. Für Dich sind Deine Vordenker (wie z.B. John Bolton) sind also Menschenrechte ein Alleinstellungsmerkmal westlicher Demokratien und dementsprechend hat ein Großteil der Welt und der Weltbevölkerung nichts zu melden, wenn es darum geht, Guantanamo oder die Kriegsverbrechen Israels zu kritisieren. OK – auch wenn ich ganz sicher nicht Deiner Meinung bin, so lasse ich sie Dir. Aber was hat das Ganze mit den vorgebrachten Vorwürfen zu tun? Sind die britischen Kronanwälte und die internationalen Völkerrechtsexperten denn plötzlich auch “Jubelperser von Demokratiefeinden” – wohl kaum, ansonsten müsste man (der Unterzeichnerliste zufolge) nicht nur viele Eliteunis im anglo-amerikanischen Raum schließen, sondern auch das britische Rechtssystem samt seiner QCs (Kronanwälte) in Frage stellen. Willst Du das ernsthaft? Ist es so schwer anzuerkennen, das Dein Israel wirklich Kriegsverbrechen begeht? Autosuggestionen sind ja was feines, aber sie können auch schaden.

    49. Matschge schrieb am 15. Januar 2009 at 11:40 - Permalink

      Um die Vereinten Nationen als demokratisch zu beurteilen bedarf es meiner Ansicht doch eines sehr grosszügigen Demokratieverständnisses ;) Nicht nur, dass die Legitimationskette von UN-Vertretern länger ist als in jedem anderen Politgremium (Funktionäre werden von Bürokraten ernannt und nicht vom Volk gewählt). Auch stellt sich die Frage, warum ein Land mit 1.3 Milliarden Einwohnern im der UN-GV das gleiche Stimmengewicht hat wie ein Land mit ein paar Millionen Einwohnern. Demokratie? naja ;)

      Andererseits muss ich dir gratulieren Jens: Obwohl du ja 9/11 Skeptikern mit einer gewissen Abneigung, zuweilen auch einer punktuellen Verachtung begegnest, stützt du dich in deinem Beitrag dennoch auf Richard Falk. Welche Ansicht Falk bezügich 9/11 vertritt, dürfte dir entweder entgangen sein oder du drückst hier beide Augen zu. Allerdings bin ich erfreut zu sehen, dass du Falk offensichtlich nicht in die Ecke der “linken Fanatiker” deplatzierst ;)

      http://www.journal-online.co.uk/article/5056-911-more-than-meets-the-eye

      nur so nebenbei: Wer verneint, dass Israel in diesem Krieg klassisches Völkerrecht mit Füssen tritt, muss nicht nur blind, sondern taubstumm sein. Natürlich stellt sich die Zukunft die Frage, wie mit Aufständischen, Rebellen, Guerilla-kämpfern, Freiheitskämpfern oder Terroristen zukünftig in bewaffneten Konflikten umzugehen ist, immerhin bekriegen sich in sogenannt asymmetrischen Konflikten nicht mehr reguläre Armeen auf einem offenen Schlachtfeld. Auch die militärisch schwächere Seite bedient sich Taktiken und Methoden, die völkerrechtlich klar verboten sind. Dennoch agiert die IDF hier in einem Mass, das alle Verhältnismässigkeit vermissen lässt. Ob man es einsehen will oder nicht: Mitunter der grösste Fehler, den die UN im letzten Jahrhundert begangen hat, war die Gründung Israels inmitten der arabischen und muslimischen Welt!

    50. salvo schrieb am 15. Januar 2009 at 11:56 - Permalink

      “Natürlich stellt sich die Zukunft die Frage, wie mit Aufständischen, Rebellen, Guerilla-kämpfern, Freiheitskämpfern oder Terroristen zukünftig in bewaffneten Konflikten umzugehen ist, immerhin bekriegen sich in sogenannt asymmetrischen Konflikten nicht mehr reguläre Armeen auf einem offenen Schlachtfeld.”

      das ist tatsächlich, meine ich, die Schlüsselfrage, die uns die Vorgehensweise und die sie begründenede Arguementationslinie aufgeben und uns für die Zukunft sehr große Sorgen bereiten müßte. Hier wird praktisch und theoretisch eine grundsätzliche Wende eingeleitet und vollzogen, eine Abkehr von den durch die Genfer Konventionen auferlegten Prinzipien, nach denen strikt in militärischen Auseinandersetzungen zwischen Zivilbevölkerung und ziviler Infrastruktur auf der einen Seite und militärischen Objekten auf der anderen Seite zu unterscheiden ist und der gezielte oder unverhältnismäßige Einsatz gegen Erstere verboten wird. Was hier praktisch umgesetzt und theoretisch rechtfertigt wird, ist nichts Anderes als grundsätzlich die Zivilbevölkerung und zivile Infrastuktur zum legitimen Ziel militärischer Operationen zu machen.

    51. Matschge schrieb am 15. Januar 2009 at 12:19 - Permalink

      @salvo

      Das seh ich genau so. Es ist eine bedenkliche Entwicklung, die leider kaum mehr aufzuhalten ist und beschränkt sich überdies nicht auf das (humanitäre) Völkerrecht. Alles durchringt sich, die Politologie spricht hierbei von Interdependenz, klare Grenzen verwischen. Innere und äussere Sicherheit, zivil und militärisch, Polizei und Armee…die klaren Trennlinien, auf denen unser Rechts- und Staatsverständnis beruht sind heute nicht mehr vorhanden. Ob Aufstände, Revolten oder nur Demonstrationen: Zivilsten bedienen sich militärischer Methoden und Militärs agieren mit zivilen Mitteln. Polizei und Militär verschmelzen, überall ist die Rede von zivil-militärischer Zusammenarbeit mit all ihren drastischen Konsequenzen. Die Armee wird im Innern eingesetzt, die Polizei hilft bei der Ausbildung anderer Polizeikräfte in weit entfernten Ländern. Europäische Konzerne bestimmen über die Arbeits-/Lebensbedingungen in asiatischen Ländern, asiatische Staatsanleihen bestimmen über die künftige Wirtschaftsstabilität im transatlatischen Raum. Demokratie und Rechtsstaat werden dabei ad absurdum geführt und das Erschreckende: das hat alles erst begonnen. Wir leben wahrlich in turbulenten Zeiten.

    52. Sulukol schrieb am 15. Januar 2009 at 12:23 - Permalink

      Der Vergleich mit Kosovo drängt sich auf.

      Da wurde die serbische Seite weit mehr provoziert (täglich starben serbische Polizisten), ihre Reaktion war weit weniger gewaltig. Das Ergebnis ist bekannt. Die Uno wurde mit der Argumentation beiseite geschoben, in Sicherheitsrat werde von einem ständigen Mitglied aus unsachlichen Gründen blockiert.

      Ich will nicht, dass Tel-Aviv bombartiert wird, weil ich ja auch nicht wollte, dass Belgrad bomardiert wird. Aber wer für Bombardierung von Belgrad war, müsste aus gleichen Gründen (“humanitäre Katastrophe”) Bomben auf Tel-Aviv schmeißen.

      Was mich am meisten wundert ist, dass diese, an sich sehr klare Parallelen (die bei näheren Betrachtung noch viel tiefer gehen) von den wenigsten der Mitbürger gesehen werden.

    53. Spiegelfechter schrieb am 15. Januar 2009 at 12:30 - Permalink

      @Sulukol

      Ich will nicht, dass Tel-Aviv bombartiert wird, weil ich ja auch nicht wollte, dass Belgrad bomardiert wird. Aber wer für Bombardierung von Belgrad war, müsste aus gleichen Gründen (?humanitäre Katastrophe?) Bomben auf Tel-Aviv schmeißen.

      Was mich am meisten wundert ist, dass diese, an sich sehr klare Parallelen (die bei näheren Betrachtung noch viel tiefer gehen) von den wenigsten der Mitbürger gesehen werden.

      Das wundert Dich wirklich? ;-)

      Der Vergleich passt hinten und vorne nicht. Der Kosovo-Krieg wurde durch eine “erfundene” humanitäre Katastrophe begründet. Der Gaza-Krieg wurde aus ganz anderen Gründen begonnen (Selbstverteidigung – auch “erfunden”) und durch den Krieg wurde eine humanitäre Katastrophe ausgelöst.

      Auch scheitert der Vergleich bei den Mächten im Hintergrund – glaubst Du ernsthaft, dass ein Staat der im Sicherheitsrat sitzt für Palästinenser Israel angreifen würde? Das ist doch hanebüchen.

    54. salvo schrieb am 15. Januar 2009 at 12:45 - Permalink

      nach diesem Bericht hat das israelische Militär UNO-Gebäude beschossen, drei UN-Mitarbeiter wurden verletzt, laut einem UN-Mitarbeiter wurden dabei Hunderte von Tonnen humanitären Hilfegüter zerstört

      http://www.lemonde.fr/la-guerre-de-gaza/article/2009/01/15/combats-dans-le-centre-de-gaza-les-nations-unies-et-des-medias-touches_1142045_1137859.html#ens_id=1106055

    55. Schwitzig schrieb am 15. Januar 2009 at 12:50 - Permalink

      Wenn UNO-Gebäude und Leute trotz ständiger Versprechen immer wieder bombardiert werden, drängt sich mir langsam der Eindruck auf, dass Israel nicht nur keine Zeugen wünscht, sondern diesmal wirklich beabsichtigt die palästinensische Bevölkerung auf ein überschaubares Ausmass zu reduzieren.
      Selbst der Spiegel kann es nicht mehr verheimlichen:
      http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,601411,00.html

      Unsere Kanzlerin schweigt, Steinmeier verspricht Konw-how-Transfer im Mauerbau. Wie sieht das eigentlich völkerrechtlich im juristischen Massstab aus? Wenn eine Regierung wie die Deutsche völkerrechtswidrige Massnahmen mit Waffenlieferungen, Know-How-Transfers sowie Solidaritätsbekundungen indirekt unterstützt – kann diese Regierung dann in Den Haag vor dem Internationalen Gerichtshof belangt werden oder nicht?

    56. Lago schrieb am 15. Januar 2009 at 12:50 - Permalink

      Parallelen zw. UCK-Krieg und Gaza-Krieg:

      Zwei Staaten kämpfen in zu ihnen gehörigen aber teilweise autonomen Gebieten gegen Terrororganisationen, dabei sterben, mutmaßlich durch das rücksichtslose Vorgehen, zahlreiche Zivilisten. Beide Staaten begründen dieses Vorgehen als Selbstverteidung gegen den Terror.

      Die internationalen Reaktionen sind natürlich unterschiedlich, einerseits wurde der Staat bombardiert, im anderen Falle wird angeboten, bei der Einkesselung des Gesellschaftsteils, der die Terroristen hervorbringt, zu helfen.

    57. Matschge schrieb am 15. Januar 2009 at 12:58 - Permalink

      Ehre für den SF ;)

      “Recherchen von ?Spiegelfechter?

      Mohssen Massarrats Vermutung, ?dass es Israels Regierung war?, bestätigen Recherchen des Internet-Bloggers Jens Berger, der die homepage “Der Spiegelfechter” betreibt. Dort kann man in einem Artikel mit dem Titel ?Israels Propagandakrieg? vom 8. Januar u.a. lesen: ?Israelische Botschaften und pro-israelische NGOs sind weltweit in den Propagandakrieg um die Meinungshoheit in den Köpfen der Weltöffentlichkeit eingespannt. Die für die Israel-Berichterstattung zuständigen Journalisten werden von den jeweiligen israelischen Botschaften und privaten Organisationen mit Informationen überhäuft: Sie brauchen die Telefonnummer der Polizeistation in Beerscheba, um Informationen über die Einschläge der Kassam-Raketen zu bekommen? Voilá, hier ist sie! Sie brauchen einen Interviewpartner? Fragen Sie uns, wir helfen weiter! Wer von seinem warmen Schreibtisch aus Informationen aus dem Konfliktgebiet bekommen will, bekommt sie auch ? aber nur von israelischer Seite.?”

      http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=13337

    58. Sulukol schrieb am 15. Januar 2009 at 13:06 - Permalink

      @ SF

      Du hast die ganze Absurdität der Situation gut erfasst. Ich argumentierte ja aus der Sicht der Befürworter des Kosovo-Krieges, die im Westen Deutschlands die Mehrheit stellten.

      Die Lage in Gaza ist aber mit der Situation in Kosovo, WIE SIE DAMALS IN DEN MEDIEN DARGESTELLT WURDE, sehr gut vergleichbar und das fällt auf, egal wie sehr unsere das zu vertuschen versuchen. Dennoch werden die wenigsten von denen, die für Angriffe auf Serbien waren, jetzt Angriffe auf Israel befürworten (ich weiß schon, dass es keine Macht gibt, die sies wagt). Und mich wundert diese eigentlich nicht begründbare Haltung, weil man nicht übermäßig klug sein muss um zu erkennen, dass wenn schon Belgrad Bomben verdiente, es Tel-Aviv ganz sicher tut.

      Dies hat mit bestimmten propagandistischen Mitteln zu tun, die nichts mit dem einzelnen Konflikten zu tun haben. Z.B. man kann sich weit und breit draüber unterhalten, weshalb Russland Serbien unterstützen mag. Da kann man Kluges und Zutreffendes behaupten oder auch absoluten Blödsinn. Beides stößt allenfalls auf intelektuellen Widerstand.

      Versucht man aber zu beleuchten, weshalb USA Israel unterstützen mag, so muss man höllisch aufpassen und ist immer am Rande einer Verschwörungstheorie. Noch viel mehr als Holocaust erschwert dieses Faktum eine sachliche Auseinandersetzung, weil sich immer mindestens ein Kritiker findet, der diese Karte spielt.

      Meine feste Überzeugung ist, dass die viele auf diese Weise entstehenden Diskussionensverkürzungen in Zusammenhang mit Israel nur vordergründig Israel nutzen. Sie schaden den Menschen in Israel und werden ihnen noch mehr schaden. Auch die Opfer der Kassam-Raketen sind letzlich Opfer dieser Diskussionsverkürzungen.

    59. Antenne schrieb am 15. Januar 2009 at 13:06 - Permalink

      @55 #Schwitzig

      Israel Threatens to Shoot Unarmed Civilians aboard Mercy Ship

      http://www.freegaza.org/de/home/688-israel-threatens-to-shoot-unarmed-civilians-aboard-mercy-ship

      …The Free Gaza Movement ship, SPIRIT OF HUMANITY, left Cyprus Wednesday morning carrying doctors, journalists, human rights workers, and parliamentarians. The ship also carried over a ton of desperately needed medicines donated by the European Campaign to Break the Siege, and intended for overwhelmed hospitals in the Gaza Strip. At the request of the ship’s organizers the passenger list and manifest were publicly released, and Cypriot authorities searched the boat prior to its departure in order to certify that it only carried humanitarian items. The organizers also sent an official notification to the Israeli government of their intent to break through the blockade of Gaza.

      At roughly 3am UST (1am GMT), in international waters 100 miles off the coast of Gaza, at least five Israeli gunboats surrounded the SPIRIT OF HUMANITY and began recklessly cutting in front of the slow-moving civilian craft. The Israeli warships radioed the SPIRIT, demanding that the ship turn around or they would open fire and “shoot.” When asked if the Israeli navy was acknowledging that they intended to commit a war crime by deliberately firing on unarmed civilians, the warships replied that they were prepared to use “any means” to stop the ship…

    60. salvo schrieb am 15. Januar 2009 at 13:10 - Permalink

      btw

      zwei arabischen Parteien wurden durch die israelische Wahlbehörde von der Teilnahme an den kommenden Parlamentswahlen ausgeschlossen

      “In news from inside Israel, the Israeli Election Commission has banned two Arab parties from next month?s parliamentary elections. Israeli election officials accuse both the United Arab List-Ta?al and Balad can?t run because they practice incitement, support terror groups and refuse to recognize Israel?s right to exist. The parties have denounced the ban as an act of racism and an attack on democracy. Arab lawmaker Ahmed Tibi said, ?It was a political trial led by a group of fascists and racists who are willing to see the [parliament] without Arabs and want to see the country without Arabs.?”

      http://www.democracynow.org/2009/1/14/headlines#5

    61. Mowgli schrieb am 15. Januar 2009 at 13:13 - Permalink

      Ein, wie ich finde, sehr aufschlussreicher Artikel zu den Hintergründen des brutalen Einsatzes und dem allgegenwärtigen Schweigen findet sich hier: http://www.humanevents.com/article.php?id=30263

    62. Antenne schrieb am 15. Januar 2009 at 13:16 - Permalink

      Israel beschießt UN-Hilfswerk
      Das Hauptquartier des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) in Gaza ist von Israels Armee beschossen worden. Das Hilfswerk (UNRWA) stellte daraufhin seine Arbeit in Gaza ein.

      http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/gaza-israel-beschiesst-un-hilfswerk-_aid_362328.html

    63. Karl Heinrich schrieb am 15. Januar 2009 at 13:26 - Permalink

      Zum UN-Menschenrechtsrat siehe hier.

    64. Spiegelfechter schrieb am 15. Januar 2009 at 13:46 - Permalink

      @Karl Heinrich

      Ach herrjeh ;-)

      Ich zitiere mal Wikipedia:

      UN Watch ist eine Organisation in Genf, die die Aktivitäten und Beschlüsse der UNO kritisch untersucht. Sie wurde vom American Jewish Committee 1993 gegründet, den Vorsitz führte anfangs der frühere US-Repräsentant bei den Vereinten Nationen, Morris B. Abram. Heute wird UN Watch vom früheren US-Botschafter und Sondergesandten in Europa, Alfred H. Moses, Ehrenpräsident des American Jewish Committee (AJC), geführt.

      UN Watch behauptet seit Jahren eine disproportionale und unfaire Behandlung Israels, was fundamentale Prinzipien der UN-Charta verletzte

      Warum nicht gleich MEMRI oder den AIPAC?

    65. Albert schrieb am 15. Januar 2009 at 13:51 - Permalink

      @ fpk

      Wie gesagt, leider ist die UN zu beschäftigt mit Israel, dem Schutz von religösen Gefühlen, dem Einstehen für Demokratie und Menschenrechte weltweit, um sich mit der Hamas zu beschäftigen.

      Obwohl die meisten Artikel hier sehr gut sind, würde ich nicht alles für bare Münze nehmen, was der Spiegelfechter so schreibt.
      Nur weil sein Artikel allein aus israelkritischen Stimmen besteht, heißt das noch lange nicht, dass alle Experten in der UN dieser Meinung sind oder gar die Menschenrechtsverstöße der Hamas gut heißen. Ähnlich ist das bei den Menschenrechtsorganisationen, die praktisch bei jedem Krieg instrumentalisiert werden. Ich finde es sowieso problematisch, wenn Menschen gezwungen sind sich während eines Krieges eine objektive Meinung zu verschaffen. Auf Grund der vielen Propaganda ist das kaum möglich. Nur wer sich schon vorher mit dem Konflikt befasst hat, kann versuchen diesen Krieg objektiv einzuordnen.
      Ich lass mir hier jedenfalls kein X für ein U vormachen ;-)

    66. Karl Heinrich schrieb am 15. Januar 2009 at 13:51 - Permalink

      @SF

      Tja, warum eigentlich nicht? ;-)

    67. Spiegelfechter schrieb am 15. Januar 2009 at 13:54 - Permalink

      @Karl Heinrich

      Einen möglichst neutralen Blick bekommt man nun einmal nicht, wenn man nur Propaganda liest ;-)

    68. Spiegelfechter schrieb am 15. Januar 2009 at 13:56 - Permalink

      @Albert

      Ich lass mir hier jedenfalls kein X für ein U vormachen ;-)

      Das wäre auch zu viel verlangt – schön, dass Du zumindest zur Kenntnis nehmen mußt, dass “Dein Weltbild” Sprünge bekommt ;-)

    69. Albert schrieb am 15. Januar 2009 at 14:40 - Permalink

      @ Spiegelfechter

      schön, dass Du zumindest zur Kenntnis nehmen mußt, dass ?Dein Weltbild? Sprünge bekommt ;-)

      Ich wüsste nicht, wo ich das gesagt habe.

      Du hast aber nicht ganz unrecht. Mein Weltbild bekommt keine Sprünge, es hat Sprünge. Denn ich hänge keiner Ideologie an, die mir ein vollendetes Weltbild vorgibt.
      Mich würde interessieren, wie das bei Dir ist ;-)
      In der Israelfrage jedenfalls musst Du Dir um “mein Weltbild” keine Sorgen machen, da weist es keinen Sprung auf. Ich kenne sowieso keine ernst zu nehmende Person, die alle Vorgänge auf der Welt erklären kann.

    70. areta schrieb am 15. Januar 2009 at 14:47 - Permalink

      “Hier kämpfen zwei strukturell unterschiedliche Konfliktparteien gegeneinander. Die eine Seite tritt mit modernster Kriegstechnik an, die andere Seite reagiert mit der medialen Inszenierung von Opfern. Hamas kämpft um die Meinung der Weltöffentlichkeit und versucht, die globale Aufmerksamkeit als Defensivwaffe gegen Israel zu nutzen.” http://www.zoomer.de/news/topthema/-/nahost-konflikt/artikel/militaerexperte-zu-gaza-konflikt-eine-neue-form-des-krieges

      HAMAS sind Verbrecher gegen eigenes Volks, da sie ihre Kinder und Frauen als “Menshcenschutzschilder” benutzen. Sie zwingen die Leute auf den Dächer zu stehen, verstecken sich selbst aber in unterirdischen Bunkern. Die ganze Gaza-Bevölkerung sind Geisel von HAMAS-terroristen. Die Propaganda-Fotos sind zum Teil insceniert oder auch 3 Jahre alt. Das Ziel ist – die Weltöffentlichkeit für sich zu gewinnen und den weitern Fluss von humanitären Mitteln zu besorgen, die statt Lebensmittelkauf für weiteren Waffenkauf eingesetzt werden.

      Lastwagen mit humanitärer Hilfe, die nach Gaza kommen, werden von HAMAS-Terroristen ausgeraubt; danach verkaufen sie die Güter an eigene Leute, statt zu verteilen, um weiteres Geld für Raketen und Explosionsstoff auszutreiben

    71. grub grab schrieb am 15. Januar 2009 at 14:54 - Permalink

      #”Die gesamte Welt schaut mit Schrecken auf einen kleinen Küstenstreifen in der Levante”#

      Nicht so bei “diegesellschafter.de”, dem Manipulations-Zentralorgan der 5. Kolonne Gottes (Aktion Mensch _ dem Verein der Humankapital-Ver- & Entwertenden-Schein-Sozial-Konzerne). Im Gegenteil – Schrecken verbreiten dort nur ein paar vereinzelte kritische Hinweise und Anmerkungen zum Massaker sowie Hinweise und Zitate von prominenten jüdischen Kritikern der ZioNAZIstischen Regierung, wie Rolf Verleger, Evelyn Hecht-Galinski, weshalb alle entsprechenden Hinweise und Zitate “Anti-ZioNAZIstischer Natur” genauso klammheimlich zensiert werden, wie der Protest der Übersetzerin von Uri Avnery, die sich empört gegen den Diebstähl, die Fälschung und den Missbrauch des Artikels “geschmolzenes Blei” von Uri Avnery wendet.
      (Hinweis: Aktion Mensch hatte den Artikel – inhaltlich extrem zensiert, zusätzlich gefälscht und so völlig sinnentstellt – am 4. Jan. in vorsätzlich betrügerischer Weise als einen von Uri Avnery speziell für den Tagebuch-Eintrag in Meinungs-Manipulations-Forum “dieGesellschafter.de” geschriebenen Artikel präsentiert).

      PS:
      wer das Massaker im KZ Gaza unterstützen will, sollte noch heute ein Aktion_Mensch_Los
      kaufen.

    72. Antenne schrieb am 15. Januar 2009 at 14:57 - Permalink

      @ 70 du bist wohl nicht ganz informiert

      ich zitiere mal aus meinem privaten Blogeintrag :

      Gezielter Genozid an Palästinensern

      Sämtliche Versuche Ärzte, Hilfsräfte und dringend benötigtes medizinisches Bedarfsmaterial nach Gaza zu bringen um Menschenleben zu retten und den vielen Verletzten Hilfe zukommen zu lassen, werden gezielt durch das israelische Militär sabotiert. Das Hauptquartier des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) wurde beschossen. Auch das Free Gaza Boot “Spirit of Humanity” mit 4 Ärzten und lebensnotwendigem, medizinischem Bedarfsmatrial an Bord wurde bedroht und musste seine Mission vorerst abbrechen und wieder den Hafen von Zypern ansteuern. Zahlreichen weiteren humanitären Hilfsmissionen aus Europa wurde der Einsatz verwehrt.

      Wie lange will die Weltgemeinschaft den israelischen Kriegsverbrechen und dem gezielt geführten Genozid an der palästinensischen Bevölkerung noch zusehen? In Gaza verbluten und verbrennen die Menschen und die deutsche Bundesregierung bekräftigt noch immer ihre bedingungslose, uneingeschränkte Solidarität mit Israael?!

    73. Fiend_THeyde schrieb am 15. Januar 2009 at 15:00 - Permalink

      @ 60 salvo:

      zwei arabischen Parteien wurden durch die israelische Wahlbehörde von der Teilnahme an den kommenden Parlamentswahlen ausgeschlossen

      …was die Claquere der israelischen Kriegspolitik allerdings nicht hindern wird, den Palästinensern vorzuwerfen, sie könnten sich doch mit demokratischen Mitteln für ihre Sache einsetzen, würden dies allerdings nicht tun (wollen), da “gewaltverliebt” und “rückständig”.

      Selbstredend führt die implizite Forderung eines Oppositionsabgeordneten der extremen Rechten, man möge sich doch im Gazastreifen der gleichen Methodik bedienen, mit der die USA Japan im 2.WK “friedensbereit” bebombt hätten, nicht zum Ausschluß von der Wahl. Den Palästinensern das Existenzrecht abzuerkennen, bleibt – nicht erst seit heute – ohne Folgen.

    74. knt schrieb am 15. Januar 2009 at 15:06 - Permalink

      Von Völkermord – also der gezielten Vernichtung von möglichst vielen Zivilisten eines Volkes kann man meiner Meinung nach nicht sprechen. Wenn, dann muss man sich auch die Frage gefallen lassen warum in Gaza überhaupt noch ein Palestinenser lebt – den in den19 Tagen hat Israel gewiss genug Gelegenheit gehabt die Palestinenser auszurotten. An millitärischer Macht mangelt es gewiss nicht.

      Nein, ich will Israel nicht in Schutz nehmen – ich finde diesen Krieg wiederwärtig und es ist für mich eindeutig das die Todesopfer unter den Zivilisten nicht “Unfälle” sondern politisches Kalkül sind.

      Es ist aber schon ein großer Unterschied ob die Hutus mit dem Vorsatz losziehen alle Tutsis die sie finden zu ermorden, oder ob die Israelis mit dem Vorsatz losziehen eine große aber nicht zu große Anzahl von Palestinensern zu ermorden.

      Ich bin mir aber gar nicht so sicher, was davon verabscheuenswürdiger ist: Das erste kann ich als Wut, Haß, Rache wenigstens erklären – das zweite ist in seinem perversen Kalkül aber noch Menschenverachtender.

      Mir fehlen die Worte um meine Verachtung für den Staat Israel und die “Internationale Gemeinschaft” auszudrücken. Abscheulich.

    75. Antenne schrieb am 15. Januar 2009 at 15:11 - Permalink

      @74
      Warum wird den Palästinenser dann jegliche medizinische Hilfe verwerhrt, Krankenwagen und Ärzte beschossen? Hilfsorganisationen der Einsatz verwehrt?

      hier noch ein solcher Fall

      http://zope.gush-shalom.org/home/en/channels/press_releases/1231809398/

      In Gaza verbrennen und verbluten die Menschen und die Welt sieht zu

    76. salvo schrieb am 15. Januar 2009 at 15:14 - Permalink

      Verurteilung des Beschusses von UN-Gebäuden durch das israelische Militär durch den britischen Premier Brown

      http://www.lemonde.fr/web/depeches/0,14-0,39-38151016@7-60,0.html

      und durch die EU

      http://www.lemonde.fr/web/depeches/0,14-0,39-38151092@7-60,0.html

    77. areta schrieb am 15. Januar 2009 at 15:17 - Permalink

      “Warum wird den Palästinenser dann jegliche medizinische Hilfe verwerhrt”

      @Antenne
      Absolut falsche Infos. Es wird nicht nur keine med. Hilfe verwehrt, sondern mehere palestinensische Zivilisten werden in israelischen Kliniken behandelt.
      Israelishce Armee kämpft nicht gegen Palästinenser, sondern gegen HAMAS-Terroristen.

      Wenn ein Völkermord das Ziel wäre, könnte man einfach Gaza in 3 Tagen komplett zerbomben ohne das Leben der israelischen Soldaten zu risikieren. Das Ziel der Bodenoffensive ist HAMAS-Terroristen zu bekämpfen, die Infrastruktur des Terrors zu zerstören und die ziviele Bevölkerung möglichst zu schonen. Leider ist es im Krieg nicht immer möglich die menschliche Verluste zu vermeiden, besonders wenn HAMAS-Terroristen die Leute dazu zwingen, als “Schutzschild” zu dienen.

    78. Antenne schrieb am 15. Januar 2009 at 15:24 - Permalink

      77 areta
      mein Gott, vielleicht liest du auch mal was die Menschen vor Ort zu berichten haben bevor du hier kommentierst! Unfassbar deine menschenverachtende Ignoranz angesichts dieses Massakers.

    79. salvo schrieb am 15. Januar 2009 at 15:31 - Permalink

      die USA durch ihren israelischen Verbündeten gedemütigt

      http://www.monde-diplomatique.fr/carnet/2009-01-14-US-Israel

      bezieht sich auf diesen Artikel

      “Olmert Says He Made Rice Change Vote”

      http://www.nytimes.com/2009/01/13/washington/13olmert.html

    80. Ralf schrieb am 15. Januar 2009 at 15:32 - Permalink

      @ 78 Na und deine völlig undifferenzierte Moralpredigt rettet bitte wieviele Zivilisten? Areta hat doch nicht unrecht, es wird tatsächlich nicht jegliche medizinische Hilfe verwehrt, das lässt sich auch belegen.

      Man kann natürlich auch in den Emotionen der Menschen vor Ort baden, sich im Reportervoyeurismus vergehen und hinterher Israel ganz doll schlümm finden, damit ändert sich aber nichts.

    81. Antenne schrieb am 15. Januar 2009 at 15:36 - Permalink

      @ Ralf

      wie bitte? Hast du sonst noch Probleme?

      Die Hilforganisationen schlagen Alarm, informieren die Weltöffentlichkeit und du quatschst hier irgendwas von Emotionen und Reportervoyeurismus?

    82. salvo schrieb am 15. Januar 2009 at 15:40 - Permalink

      @Antenne

      lass Dich nicht provozieren, Du erwartest doch nicht, dass Menschen, die zur Apologie von solchen Verbrechen bereit sind, diskussionsfähig sind?

    83. knt schrieb am 15. Januar 2009 at 15:41 - Permalink

      @75: Warum wird den Palästinenser dann jegliche medizinische Hilfe verwerhrt, Krankenwagen und Ärzte beschossen? Hilfsorganisationen der Einsatz verwehrt?

      Ich weiß nicht warum. Die perverse Logik des israelischen Generalstabs ist mir – zum Glück – nicht zugänglich. Ich habe auch nie behauptet das Israel keine Kriegsverbrechen begeht – ganz im Gegenteil.

      Alles was ich sagte ist, dass Israels Ziel in diesem Krieg nicht die Ausrottung der Palestinenser in Gaza – also Völkermord ist.

    84. Possimist schrieb am 15. Januar 2009 at 15:43 - Permalink

      @ Areta

      Nimm dir ne Waffe und gehe nach Palestina. Dann kannst du ja nachhelfen.

      Man man. Herr schmeiß Hirn vom Himmel.

    85. fpk schrieb am 15. Januar 2009 at 15:48 - Permalink

      @Albert

      Worauf ich, wohl etwas plump, verweisen wollte ist die Naivität die der Institution UN von vielen entgegengebracht wird. Spiegelfechters Aussage, die UN sei Demokratie in Reinform ist symtomatisch. Das ist, mit Verlaub, entweder gernzenlose Naivität, eine extrem verkürzte Sicht, was Demokratie ausmacht, oder Diffamierung im Stile eines Quaslebudenarguments.

      Die UN ist keine moralische Institut, sondern eine politische, und dem internationelen politischen Machtspiel unterworfen. In diesem sind weder Demokratie noch Menschenrechte die vorherrschenden Maximen und daher ist es absurd, die UN oder irgendwelche ihrer Organe in einem so hochpolitischen Fall wie dem des Nahostkonflikts als quasineutrale, moralische Institutionen heranzuziehen, wie dies Mr. Spiegelfechter in diesem Artikel tut.

    86. areta schrieb am 15. Januar 2009 at 15:49 - Permalink

      Man muss die Emotionen von Menschen vor Ort beachten, allerdings diese von einer gezielten Desinformation unterscheiden. Die “schlimmste Berichte” kommen nicht von Gaza, sondern von HAMAS -Ideologen die sich in geschützten Orten aufhalten und sehr geschickt versuchen die Meinung der Weltöffentlichkeit zu manipulieren.

      “Warum wird den Palästinenser dann jegliche medizinische Hilfe verwerhrt, Krankenwagen und Ärzte beschossen?” – wer sagt es? Die HAMAS-Leute, die skrupellos Krankenwagen benutzen, um ihre Truppen und Raketen zu transportieren? Die Schulen minieren, und danach die eigene Kinder hin schicken? Deren Anführer im unterirdischen Bunker sitzen, der direkt unter einer Kinderklinik plaziert worden ist?

      Klar freuen sie sich über blauäugige Europäer, die daran glauben!

    87. Paul Lanon schrieb am 15. Januar 2009 at 15:50 - Permalink

      Der Vorwurf, die israelische Armee würde selbst Zivilisten als Schutzschilde missbrauchen für ihre Stützpunkte: ganz großes Tennis.

      Ob es diese Aussage in die Medien schafft? – Da bin ich mal gespannt.

    88. Emile Zola schrieb am 15. Januar 2009 at 15:53 - Permalink

      Ich bedanke mich im Namen aller Mitglieder unserer Webseite http://schweigenzuisrael.blogger.de für das mutige Engagement von Jens Beger in diesem vermeintlichen “Krieg”, der in Wirklichkeit nur eine innerisraelische, ethnische Säuberung darstellt.
      Ich muß selbst leider auch arbeiten und kann deshalb nicht so viel recherchieren.
      Chuzpe und Schalom!

    89. name schrieb am 15. Januar 2009 at 15:55 - Permalink

      Tja, die UN Gebäude hat Israel heute gleich vorsorglich dem Erdboden gleich gemacht: als Antwort auf die interantionale Kritik ihrer Massaker in Gaza. Historisch ist da ja alles nichts neues. Israel hat in der Vergangenheit sogar amerikanische Soldaten umgebracht, die dessen Massaker dokumentieren wollten.

      Mit diesem Militärstaat Israel und seinen aktutellen politischen und militärisch nationalisierten Eliten wird es keinen Frieden langfristig geben können.

      Es wäre mal interessant, zu untersuchen, was genau an Waffen in Gaza von dem israelisch militärischen Komplex getestet und eingesetzt wird, welche finanziellen “Kosten” dieser Krieg verursacht und wie die aktuellen Auftragsbücher der israelischen Militärindustrie genau aussehen. Eine Menge Leute in Israel verdient an diesem Massaker in Gaza seine Sonderprofite.

      Ach ja, schön das sich die deutschen Nationalisten mit Vorliebe fürs Davidsternchen und ihren billigen Propagandazettelchen hier auch eingefunden haben, und immer noch mit ihren alten Lügen, den täglichen Massaker ihrer Auftraggeber hinterherlaufen müssen.

      Ein Scheissjob für areta, ralf, andreas und weiß der Teufel, wie ihr euch noch so nennt.

      Gegen eure nationalistische Kriegspropaganda für die irren Nationalisten um Olmert & Co gibts heute abend laute Klezmerkläge und schicke israelische Musik von Hadag Nachash.

      http://de.wikipedia.org/wiki/Hadag_Nachash

    90. knt schrieb am 15. Januar 2009 at 15:56 - Permalink

      “Die HAMAS-Leute, die skrupellos Krankenwagen benutzen, um ihre Truppen und Raketen zu transportieren? Die Schulen minieren, und danach die eigene Kinder hin schicken?”

      Das klingt in meinen Ohren genauso wie die “Juden die Kinder fressen”.

    91. Fiend_THeyde schrieb am 15. Januar 2009 at 15:56 - Permalink

      @ 74 knt:

      Von Völkermord – also der gezielten Vernichtung von möglichst vielen Zivilisten eines Volkes kann man meiner Meinung nach nicht sprechen.

      Richtig. Der Begriff Völkermord wird seit dem Ende des Kalten Krieges zunehmend inflationär gebraucht; entweder um militärische Angriffe zu rechtfertigen (unvergessen Fischers unsäglicher Auschwitz-Vergleich während des Kosovokrieges) oder um diese zu kritisieren.

      Richtig ist aber auch: die IDF (die sich übrigens der mittlerweile üblichen militärischen Vorgehensweise der “westlichen Wertegemeinschaft” bedient), nimmt zivile Opfer billigend in Kauf und bedient sich dieser darüberhinaus für propagandistische Zwecke, indem die Opfer der eigenen Kriegsführung dem Konto des Feindes zugerechnet werden, um diesen als menschenverachtend darzustellen.

      Ein Prinzip übrigens, dessen sich in bislang jedem Krieg der “westlichen Wertegemeinschaft” bedient wurde, um die Verantwortung für zivile Opfer auf andere abzuwälzen und zwar keineswegs nur in sogenannten “asymmetrischen Konflikten”: als bspw. 1991 eine Cruise Missile einen Bunker in Baghdad traf, in dem mehrere hundert Zivilisten Schutz gesucht hatten, behaupteten die US-Verantwortlichen, die irakische Führung habe in dem Bunker militärische Einrichtungen betrieben und die Zivilisten als “Schutzschild” benützt.

      Tatsache ist, daß die Zahl ziviler Opfer in modernen Kriegen stetig gestiegen ist und zwar relativ zu den verstärkten Bemühungen, militärische Verluste zu minimieren, da diese die Zustimmung zum Krieg daheim gefährden. Das geht mittlerweile soweit, daß eigene Verluste lieber sogenanntem “freundlichem” Beschuß zugeschrieben werden, als einzuräumen, daß auch der “Feind” treffen kann. Dazu passt das multimediale Schwelgen in gewaltigen Opferzahlen der Gegenseite, der auf der eigenen weder Verletzte noch Tote gegenüberstehen. Höchstens wird zugegeben, daß es Opfer unter den jeweils ortsansässigen Hilfstruppen gegeben hat.

      Vollendeter Ausdruck dieser technokratischen und gleichzeitig überaus menschenverachtenden Kriegsführung, sind die unbemannten, jedoch bewaffneten Drohnen, mit denen nicht nur in kriegerischen Auseinandersetzungen hantiert wird, sondern mit denen polizeiliche und juristische Handlungen umgesetzt werden, indem man sogenannte “Terrorverdächtige” ferngesteuert identifiziert, verurteilt und “liquidiert”, wobei “Kollateralschäden” aka zivile Opfer die Regel sind.

      In der medialen Aufbereitung wird – weil natürlich klar ist, daß zivile Opfer nicht als “Erfolg” empfunden werden – versucht, einerseits die Verantwortung für solche dem “Feind” anzulasten, um diesen weiter zu entmenschlichen, andererseits in asymmetrischen Konflikten die – ohnehin schwierige – Unterscheidung zwischen Kämpfer und Zivilist zu vermeiden, indem sämtliche Opfer zu “Terroristen” erklärt werden: so geschieht es, wenn triumphierende Siegesmeldungen verbreitet werden, nach denen es der eigenen Seite gelungen sei, eine größere Anzahl “Taliban” oder “Al Quida” Kämpfer zu töten (und zwar wie oben schon gesagt ohne eigene Verluste).

      Die in der Tat verschwommene Grenze zwischen Kämpfer und Zivilist wird so sukzessive weiter verwischt und die zivilen Opfer wahlweise als “Unterstützer” der Terroristen oder deren gepresste “Schutzschilde” dargestellt (siehe bspw. oben im Beitrag eines gewissen areta), wodurch die Verantwortung für deren Ableben entweder auf die Opfer selbst oder die angeblichen “Geiselnehmer” abgewälzt werden.

      Die ständige Entmenschlichung des “Feindes” bleibt natürlich nicht ohne Folgen auf die ausführenden Soldaten, die ihr Gewissen damit beruhigen können, daß der Feind für die Folgen verantwortlich ist, wenn sie ihre Waffen auf zivile Ziele abfeuern, nicht aber sie selbst.

      Daß es sich bislang noch nicht um einen Genozid handelt, macht das Vorgehen der IDF im Gazastreifen allerdings nicht weniger verbrecherisch.

    92. areta schrieb am 15. Januar 2009 at 15:58 - Permalink

      [gelöscht/sf]

    93. salvo schrieb am 15. Januar 2009 at 16:01 - Permalink

      @85

      jens hat nirgends von ‘Demokratie in reinform’ geschrieben, diese Eure aggressive Unsachlichkeit ist höchst nervend

    94. areta schrieb am 15. Januar 2009 at 16:02 - Permalink

      [gelöscht/sf]

    95. salvo schrieb am 15. Januar 2009 at 16:08 - Permalink

      @94

      ich bitte Sie, Ihre hasserfüllten Botschaften anderswo loszuwerden

      Danke

    96. Possimist schrieb am 15. Januar 2009 at 16:09 - Permalink

      @ Areta

      ja nee is klar. Juden fressen Kinder. Irans Dikator will Israel vernichten. Die Moslems wollen die Weltherrschaft. Die Erde ist eine Scheibe und morgen kommt der Weihnachtsmann.

    97. knt schrieb am 15. Januar 2009 at 16:11 - Permalink

      “Richtig ist aber auch: die IDF (die sich übrigens der mittlerweile üblichen militärischen Vorgehensweise der ?westlichen Wertegemeinschaft? bedient), nimmt zivile Opfer billigend in Kauf”

      Ich denke nicht das “billigend in Kauf” der richtige Ausdruck ist. Die zivile Opfer in diesem Krieg sind nicht nur Nebenwirkung des eigendlichen Ziels, sie sind Mittel zum Zweck. Die zivilen Opfer sind vom israelischen Staat gewollt und planvoll herbeigeführt, nur ebend nicht mit dem Ziel das palestinenische Volk auszurotten, sondern mit dem Ziel es nachhaltig zu terrorisieren und einzuschüchtern.

    98. name schrieb am 15. Januar 2009 at 16:12 - Permalink

      Auja, wenn gar nichts mehr geht, holt der antideutsche rassistische Kindergarten zum “Islamofaschismus” aus und besudelt dabei gleich das Andenken an die industriell vernichteten Opfer von Auschwitz und verleugnet die Täterschaft der deutschen Faschisten.

      Für Rassisten wie Areta lautert überall der “Islamofaschist”, für die deutschen Nazis waren es die “Juden” die überall lauerten. Einfach nur ekelhaft, was aus dieser deutschen Rassistenecke zum Krieg geschrieben wird.

      @96

      Genau so sieht deren Welt aus. Schlimm, und am Ende profitieren von diesen Hasstriaden dieser “Charaktere” nur die Hardliner, gegen alle anderen Schwächeren.

    99. Jean-Charles de Menezes schrieb am 15. Januar 2009 at 16:18 - Permalink

      @Spiegelfechter: Danke für diesen (und die vielen anderen) informativen Artikel.
      @77 areta:

      “Wenn ein Völkermord das Ziel wäre, könnte man einfach Gaza in 3 Tagen komplett zerbomben ohne das Leben der israelischen Soldaten zu risikieren.”

      Das wäre in der Aussenwirkung wirklich inakzeptabel.

      “Das Ziel der Bodenoffensive ist HAMAS-Terroristen zu bekämpfen, die Infrastruktur des Terrors zu zerstören und die ziviele Bevölkerung möglichst zu schonen.”

      Was ist denn (im weitestgehenden Sinne) die Infrastruktur des Terrors? Ist die breite Akzeptanz der Hamas in der Bevölkerung letztlich nicht viel wichtiger für die Hamas als Tunnel und Waffenlager? Die Hamas schießt ja “im Auftrag Ihrer Sympathisanten ” nicht nur selbstgebastelte Raketen auf den “Feind”, sondern betreibt auch soziale Infrastrukturen in Gaza. Also ich glaube nicht, das die israelische Führung ernsthaft glaubt, den Hamaschwachköpfen damit ein Ende zu bereiten.

      “Leider ist es im Krieg nicht immer möglich die menschliche Verluste zu vermeiden, besonders wenn HAMAS-Terroristen die Leute dazu zwingen, als ?Schutzschild? zu dienen.”

      Soso … gibt es für dei “Geiselnahme” eigentlich handfeste Belege (von neutraler Seite)? Oder ist damit einfach immer nur gemeint, das die Hamas-Leute eben in einem dichtbesiedeltem Gebiet zu finden sind? Oder schließen die Hamaskombattanten deiner Meinung nach Familien im Erdgeschoß ein, um die Wohnräume darüber als Stützpunkt zu nutzen?

      Zwei offene Fragen noch: Wirst du für deine naiven Kommentare eigentlich bezahlt, oder bist du wirklich so weltfremd? Lernt man sowas heute im antideutschen Kindergarten?

    100. knt schrieb am 15. Januar 2009 at 16:24 - Permalink

      @94: “Klar klingt es in Deinen Ohren ungewöhnlich”
      Das klingt nicht ungewöhnlich. Diese bestimmte Art der Vorwürfe kenne ich nicht nur aus dem Geschichtsunterricht sondern aus eigener Erfahrung:

      Irgendwie tendiert der Mensch dazu sich seinen Feind zum Barbaren aufzubauen und so werden aus den Juden ebend schachernde Kinderfresser, aus den Moslems zwei-beinige Tiere aus den Amis gierige Imperialisten, aus den Russen erbarmungslose Indianer und so weiter. Nein, das ist ganz und gar nicht ungewöhnlich – das ist eine ganz normale menschliche Reaktion…

    101. Kommentar schrieb am 15. Januar 2009 at 16:25 - Permalink

      “Wenn man Menschenrechtsorganisationen, der UN und vielen Völkerrechtlern glauben mag, führt Israel allerdings nicht nur einen Krieg gegen die Hamas, sondern auch gegen die palästinensische Zivilbevölkerung.”

      Tja, wenn das Wörtchen wenn nicht wär’…
      Also ich habe langsam den Eindruck, so etwas wie eine palästinensische Zivilbevölkerung gibt es vielleicht gar nicht. Komischerweise werden durch dieselben Erdtunnel und andere Transportkanäle, nicht nur Hilfsgüter, sondern auch Waffen und Sprengstoff transportiert. Gestern im TV war eine Palästinenserin zu sehen, vor ihrem halb zerstörtem Haus, und beschwerte sich, daß die Hamas Waffen in ihrem Haus versteckt, und die Israelis es beschießen. Was für eine Farce. Die Frauen stehen weinend vor Trümmern, und deren Männer betreiben Propaganda bzw. kümmern sich um “Hilfsgüter”, was immer sich hinter dem Wort Hilfe verstecken mag.
      Und dann sieht man in Europa Palästinenser auf den Straßen demonstrieren, wobei eine äußerst aggressiver Stimmung verbreitet wird, was dann darin kumuliert, daß sogar schon Polizisten vor einer Synagoge in Berlin angegriffen wurden, einer mit einer Eisenstange übrigens.

      Bei allem Ernst der Lage, der Beschuß des UN Gebäudes durch die Israelis ringt mir doch ein gewisses Schmunzeln ab. Ist ja eh nur ein Papiertiger, mit den immer gleichen Floskeln. Treten dann Ungereimtheiten auf, wird es klassisch unter dem Teppich gekehrt, und “Störenfriede” werden weggelobt, wie schon mehrfach in der Vergangenheit geschehen.
      Welchen wirklichen Stellenwert die UN hat, kann man u.a. daran ablesen, wie regelmäßig die jeweiligen Mitgliedsstaaten ihre Beiträge einzahlen. Wenn es nämlich danach ginge, müßten einige ganz still sein.

    102. knt schrieb am 15. Januar 2009 at 16:32 - Permalink

      “Also ich habe langsam den Eindruck, so etwas wie eine palästinensische Zivilbevölkerung gibt es vielleicht gar nicht.”

      Ein bemerkenswert offener Kommentar. Ich hatte schon lange das Gefühl viele Sympatisanten Israels trauen sich nur nicht das so offen zu sagen. Damit bekommt auch die Aussage “Nicht gegen die Zivilbevölkerung zu kämpfen” plötzlich einen logischen Platz im Denkmodel von Livi & Co: Wenn es keine Zivilbevölkerung gibt, kann man nicht gegen sie kämpfen und trozdem alle umbringen.

    103. areta schrieb am 15. Januar 2009 at 16:39 - Permalink

      @Jean-Charles

      http://www.welt.de/politik/article3008272/Zerschlaegt-Israel-die-Hamas-wird-niemand-trauern.html

      Aus einem neutralen Bericht:
      Zerschlägt Israel die Hamas, wird niemand trauern.

      “WELT ONLINE: Und wie sehr sind die Menschen außerhalb Sderots, zum Beispiel in Tel Aviv, angesichts der zivilen Opfer im Gazastreifen überzeugt, dass Israel den richtigen Weg beschreitet?

      Brok: Die allgemeine Meinung scheint mir zu sein: Es gab keinen anderen Weg, um das eigene Volk vor der Hamas zu schützen. Aber der Krieg muss jetzt auch schnell ein Ende haben. Ich habe den Eindruck, dass die schrecklichen Bilder der verwundeten und toten Kinder und Frauen ein gutes Stück zu dieser Meinung beitragen. Die grausame Hamas-Taktik, Zivilisten, auch Kinder, als Schutzschilder zu benutzen, zeigt Wirkung. ”

      Außerdem gibt es zahlreiche Videos zum Thema. Klar in einem Krieg sind nicht alle Infos neutral. Genau so können Deine Quellen eine Desinformation sein.

      “Zwei offene Fragen noch: Wirst du für deine naiven Kommentare eigentlich bezahlt, oder bist du wirklich so weltfremd?”
      Ich werde nicht bezahlt, bekommst Du etwas für Deine Kommentare? Von Bin Laden?
      Wer von uns weltfremd ist, wird jeder selbst urteilen. Kann durchaus sein dass Deine Meinung an falschen Informationen basiert.

      Zum Schluss noch ein Ausschnitt:
      “WELT ONLINE: Sie waren auch in einem Rehabilitationszentrum für Fatah-Kämpfer, die von der Hamas grausam verstümmelt wurden. Welche Reaktion haben Sie dort erlebt?

      Brok: Der Hass auf die Hamas ist natürlich groß, vor allem weil die Hamas die Fatah-Leute im Gazastreifen ja systematisch und grausam gefoltert und umgebracht hat. Da gibt es keine Solidarität.”

    104. Possimist schrieb am 15. Januar 2009 at 16:51 - Permalink

      Brok und Welt neutral. Aja.

    105. knt schrieb am 15. Januar 2009 at 16:56 - Permalink

      Elmar Brok (* 14. Mai 1946 in Verl) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er war von 1999 bis 2007 Vorsitzender des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten des Europäischen Parlaments. [...] Brok studierte ohne Abschluss Rechtswissenschaft und Politikwissenschaft und war danach als Rundfunk- und Zeitungsjournalist tätig. Brok war später Europabeauftragter des Vorstandes der Bertelsmann AG und ist dort seit 2004 Senior Vice President Media Development.[...]Brok wurde wiederholt vorgeworfen, die Interessen seines Arbeitgebers Bertelsmann anstatt der seiner Wähler zu vertreten.

      Ein gläubiger, korrupter CDU Politiker der in einer Tageszeitung eines – sagen wir mal “befreundeten” Konzerns ein Interview gibt – also eine Meinungsäußerung und keinen Bericht wie du behauptest – gibt ist alles nur nicht neutral.

    106. Memo schrieb am 15. Januar 2009 at 17:17 - Permalink

      Der israelische Historiker Ilan Pappe (war Professor an der Universität Haifa und lehrt nun an der Universität Exeter in England) unter dem Titel “Israels selbstgerechte Wut und ihre Opfer in Gaza”:

      “(2. Januar 2009) ? Mein letzter Besuch zuhause in Galiäa fiel mit dem völkermordähnlichen israelischen Angriff auf Gaza zusammen. Über die Medien und mit Hilfe der akademischen Welt trat der Staat mit einer einzigen Stimme auf ? , die sogar noch lauter war als im Sommer 2006 während des kriminellen Angriffs gegen Libanon. Israel wird wieder einmal von einer selbstgerechten Wut übermannt, die sich in einer zerstörerischen Politik im Gaza-Streifen entlädt. Diese entsetzliche Selbstrechtfertigung der Unmenschlichkeit und Straflosigkeit ist nicht nur ärgerlich, sondern ein Thema, das eswert ist, sich damit zu befassen, wenn man die internationale Immunität für dieses Massaker verstehen will, das in Gaza tobt.

      Sie basiert zunächst auf schieren Lügen, gesendet in einem Neusprech, das an die dunklen Tage des Europas der 1930er Jahre erinnert. In einem halbstündlichen Nachrichtenbulletin werden im Radio und im Fernsehen die Opfer in Gaza als Terroristen und ihre reihenweise Tötung durch Israel als ein Akt der Selbstverteidigung beschrieben. Israel präsentiert sich der eigenen Bevölkerung als das rechtschaffene Opfer, das sich gegen ein großes Übel verteidigt. Die akademische Welt wird bemüht, um zu erklären, wie dämonisch und monströs der palästinensische Kampf ist, wenn er von Hamas geführt wird. Es sind dies dieselben Gelehrten, die in einer vergangenen Ära den verstorbenen Palestinenserführer Yassir Arafat dämonisierten und während der zweiten palästinensischen Intifada seine Fatah-Bewegung delegitimierten.”

      Der Beitrag kann hier weitergelesen werden:
      http://zmag.de/artikel/israels-selbstgerechte-wut-und-ihre-opfer-in-gaza

    107. name schrieb am 15. Januar 2009 at 17:25 - Permalink

      Ach neutralere, humanistischere und der Nächstenliebe verpflichteten Medienkonzerne als Springers Welt und ihre verkauften Meinungen, gibt es doch gar nicht. Wenn Bertelsmann und Springer sich über ihre ausführenden Manager schreibend sich die Hand reichen, ist das ein Symbol für Frieden.

      Interessant ist die Angst, die in Springers Welt herrscht, die israelische Propaganda könnte die Kriegsbegeisterung an der Heimatfront nicht länger halten, weil die eigenen Massaker in Gaza selbst für den dümmsten Wähler in Israel jetzt schon offensichtlich sind.

      Israels nationalisierte Eliten haben fertig: mehr aber auch nicht.

      Die Springer-Bibel samt dem Gossenreport von Gerhard Henschel müssten Pflichtlektüre zwingend werden.

    108. sv schrieb am 15. Januar 2009 at 17:34 - Permalink

      Danke Jens für diesen umfassenden und informierten Artikel. Leider tauchen diese Grausamkeiten in unseren Mainstreammedien von Tag zu Tag seltender auf. Umso wichtiger ist es, nicht locker zu lassen.

      Dieses Morden an Zivilisten sowie das Rechtfertigen, Hinnehmen und Einspannen dieser Opfer für eigene Ziele ist schändlich und feige.

      Mehr fällt mir zum Verhalten der israelischen Militärs und Politiker, der Hamas, sowie unser deutschen und europäischen Politiker und Medien nicht mehr ein.

    109. name schrieb am 15. Januar 2009 at 17:58 - Permalink

      Der mörderischer Wahlkampf auf Kosten toter Zivilisten in Gaza hat nur ein klares Ziel, wie selbst israelische Militärinstitue offen zugeben:

      Die Politiker wollten das Abschreckungspotential Israels wieder herzustellen, sagt Schlomo Brom vom ?Institute for National Security Studies? der Universität Tel Aviv.

      Jeder tote Zivilist in Gaza ist deren Augen ein Argument der Befriedung. So denken diese zynischen Charaktere dort.

      http://www.handelsblatt.com/politik/international/gaza-offensive-befluegelt-wahlkaempfer-barak;2119110

      Der gleiche, ehemalige Brigadegeneral Schlomo Brom hat schon einmal machtpolitisch Klartext über die politische Behandlung der PLO, Arafat und die politischen Vertreter der palästinenischen Eliten gesprochen und dabei offenbart, wie die israelischen Eliten politisch denken:

      “Wir müssen mit Arafat leben, ob es uns passt oder nicht. Ihn auszuweisen würde die Situation nur verschlimmern.”

      Der Palästinenserführer könnte den Friedensprozess auch von woanders aus sabotieren, sagt Brom, der am Jaffee-Center for Strategic Studies an der Universität von Tel Aviv arbeitet. “Der einzige Weg, mit ihm umzugehen, ist, ihn zu manipulieren.”

      http://www.gdnet.org/middle.php?oid=211&zone=org&action=org&org=1273

      http://www.rp-online.de/public/article/politik/ausland/20352/Israelischer-Sicherheitsexperte-Muessen-mit-Arafat-leben.html

    110. Albert schrieb am 15. Januar 2009 at 18:10 - Permalink

      @ areta

      Sorry, der Springer Verlag ist alle andere als neutral
      Aber wenigstens macht das Unternehmen daraus kein Hehl.
      Unter http://www.axelspringer.de > Unternehmensportrait > Grundsätze und Leitlinien
      kannst Du nachlesen, wofür Springer einsteht und somit auch ableiten wogegen Springer ist.

      Wie andere hier bereits hingewiesen haben, ist Elmar Brok der Prototyp eines schmierigen Politikers.

      Aber wenn es um Israel geht, ist nichts normal.

      Telepolis bringt tagtägliche Hetze :
      “Die Lügen des Kriegs
      Warum Israel den Krieg nicht gewinnen und die Hamas ihn nicht verlieren kann”

      Während sich die BILD sachlich distanziert gibt:
      “Hauptquartier des UN-Hilfswerks unter Beschuss
      Hilfsorganisation stellt Tätigkeit vorläufig ein”

      - verkehrte Welt -

    111. name schrieb am 15. Januar 2009 at 18:19 - Permalink

      Genau Albert, sachlich distanziert gibt sich die Bild, wenn sie denjenigen, der die UN Gebäude in Schutt und Asche legt, erst gar in der Headline benennt. Zynischer gehts wohl mit der Hetze nicht?

      Wenn es in Springerlinie passt, kann man schon mal in der Headline lesen :” Der Irre von Bagdad”, aber wenn Israel Massaker begeht, einen Krieg führt verschweigt die Headline alles.

      Wieso steht in der wunderbaren Bild für den Leser nicht in der Headline: Israel bombardiert das Hauptquartier des UN-Hilfswerks ?

      Das wäre nämlich sachlich richtig: in Israel hergestellte Bomben, von israelischen Piloten abgeworfene, in israelischen Kampfflugzeugen, auf Weisung durch israelische Politiker zerstören die Gebäude des UN-Flüchlingswerks.

    112. Schwitzig schrieb am 15. Januar 2009 at 18:24 - Permalink

      @all

      Sagt mal – gibt es hier einen unausgesprochenen Niveausenkungswettbewerb, den ich verpasst habe? Von Björn zu Pilch zu irgendso-ein-anderer-Trottel und jetzt die die Broderline-Heldenkuh areta ist das Niveau der Shoot-and-think-later-Fraktion stetig gesunken, bis es mit areta scheinbar den Tiefpunkt erreicht hat.

      Selbst die aretas sollten doch begreifen können, dass genau dieser Krieg mittlerweile auch von offiziellen Volksvertretern der “westlichen Demokratien” als Völkerrechtlich widerrechtlich klassifiziert wird und dass unsere Regierung den schwerwiegenden aussenpolitischen Fehler macht, sich bedingungslos auf die Seite von Völkerrechtsverletzern zu stellen. Darum geht es hier. Dieser Wettbewerb um die dümmste Faschistenfresse ist hier völlig deplaziert.

    113. Albert schrieb am 15. Januar 2009 at 18:40 - Permalink

      @ name

      ?Hauptquartier des UN-Hilfswerks unter Beschuss Hilfsorganisation stellt Tätigkeit vorläufig ein?

      Also ich kann darin keine Hetze erkennen.

      Wenn es in Springerlinie passt, kann man schon mal in der Headline lesen :? Der Irre von Bagdad?

      Ich hab da noch was viel besseres aus dem Georgienkrieg gefunden:
      “AP-Reporter berichtet aus zerstörter Stadt
      Russen töten auch viele Frauen und Kinder”

    114. name schrieb am 15. Januar 2009 at 18:50 - Permalink

      Bitte Albert, ich soll dir doch nicht noch erklären müssen, welche Aufgabe und Funktion die Headline für ein Medium hat?

      Einfache Frage:

      warum will die Redaktion der Bild direkt Israel nicht als Täter in der Headline benannt sehen, und dann erkläre, warum diese Auslassung des Täters sachlich den Umstand der Bombardierung richtig schildert, obwohl man genau wusste, wer für die Bombardierung verantwortlich ist?

      Es muss sofort ein dauerhafter Waffenstillstand in Gaza her, Wasser, Lebensmittel, Medikamente und keine Bomben mehr.

    115. Albert schrieb am 15. Januar 2009 at 18:54 - Permalink

      Wieso steht in der wunderbaren Bild für den Leser nicht in der Headline: Israel bombardiert das Hauptquartier des UN-Hilfswerks ?

      Das wäre nämlich sachlich richtig: in Israel hergestellte Bomben, von israelischen Piloten abgeworfene, in israelischen Kampfflugzeugen, auf Weisung durch israelische Politiker zerstören die Gebäude des UN-Flüchlingswerks.

      Es wird ja sachlich gesehen nicht falsch, wenn BILD Israel erst im Haupttext erwähnt. Die Aussage behält ihre Gültigkeit. Solange nichts verschwiegen wird.
      Übrigens hat sich Israel für den Vorfall bereits entschuldigt.

    116. name schrieb am 15. Januar 2009 at 19:08 - Permalink

      Albert nochmal: Welche Funktion hat eine Headline, was ist innerer sachlicher Sinn und Zweck einer Headline und wie, wird man diesem Zweck sachlich gerecht?

      Ist die NZZ Headline im Vergleich zur Bild ist sachlicher?

      http://www.nzz.ch/

    117. Fiend_THeyde schrieb am 15. Januar 2009 at 19:15 - Permalink

      @ 97 knt:

      Ich denke nicht das ?billigend in Kauf? der richtige Ausdruck ist. Die zivile Opfer in diesem Krieg sind nicht nur Nebenwirkung des eigendlichen Ziels, sie sind Mittel zum Zweck. Die zivilen Opfer sind vom israelischen Staat gewollt und planvoll herbeigeführt, nur ebend nicht mit dem Ziel das palestinenische Volk auszurotten, sondern mit dem Ziel es nachhaltig zu terrorisieren und einzuschüchtern.

      “Billigend in Kauf nehmen” meint, daß sie Bomben werfen und es ihnen wurscht ist, ob sie dabei Zivilisten treffen oder nicht, da im nachhinein ohnehin die Opfer als “legitime Ziele” definiert werden… natürlich hast du recht, daß es darum geht, Schrecken zu verbreiten und – was Barak & seine Kollegen betrifft – den großen Feldherren zu mimen, dem der Wähler getrost seine Stimmt geben kann.

      Das blamable Ergebnis des Libanonfeldzuges, ist noch nicht vergessen. Der Nimbus militärischer “Unbesiegbarkeit” angeschlagen. Die Technokraten planen wie es scheint, diesen Nimbus wiederherzustellen, indem sie einen Gegner bekriegen, der sich nicht wirklich zur Wehr setzen kann.

      Was den Angriff auf die UNO-Zentrale betrifft: das sollte offenbar die “Strafe” für die Kritik und die “Einmischung” der letzten Wochen sein. “Fehler” und “Versehen”, wie Barak versucht es zu relativieren, ist natürlich Quatsch. Gaza ist bis auf den Zentimeter genau vermessen… die UNO hat zusätzlich die Koordinaten ihrer Einrichtungen wiederholt übermittelt.

      Trotzdem werden Schulen getroffen oder Lastwagen (trotz vorheriger Absprachen) angegriffen und die Fahrer getötet. Daß Barak “verspricht”, daß sich dieser “Fehler” nicht wiederholen wird, ist wohlfeil, da die Zentrale nun zerstört ist und somit kein Grund für weitere Angriffe besteht. Daß Phosphorbomben verwendet wurden zeigt, daß es darum ging, soviele Menschen wie möglich zu töten und zu verstümmeln.

      Ist bekanntlich nicht das erste Mal und wird wohl auch nicht das letzte Mal sein, daß die IDF “versehentlich” UNO-Einrichtungen beschießt (siehe auch Libanon, wo die Besatzung eines UNO-Beobachtungspostens telefonisch verzweifelt und letztendlich vergeblich versucht hat, den “versehentlichen” Beschuß zu beenden).

      Ob Barak oder die übrigen Mitglieder des Triumvirats in den Angriff involviert gewesen sind oder diesen gar befohlen haben, darüber kann man nur spekulieren. Ich bezweifle es ehrlich gesagt. Meines Erachtens führen einige Befehlshaber der IDF eine Art Krieg auf eigene Rechnung. Vielleicht hat ein Fanatiker gemeint, es der UNO mal so richtig zeigen zu müssen. Letztendlich ist das allerdings egal, denn politisch sind sie auf jeden Fall verantwortlich.

    118. PttP schrieb am 15. Januar 2009 at 19:17 - Permalink

      @115

      “Es wird ja sachlich gesehen nicht falsch, wenn BILD Israel erst im Haupttext erwähnt. Die Aussage behält ihre Gültigkeit. Solange nichts verschwiegen wird.
      Übrigens hat sich Israel für den Vorfall bereits entschuldigt.”

      Mensch Du dann ist ja alles in Ordnung was? Man hat sich ja entschuldigt. Ist ja auch nur ein bedauerlicher Einzelfall gewesen, oder Albert? Hat man sich hierfür auch schon entschuldigt?

      http://news.bbc.co.uk/2/hi/middle_east/7828536.stm

      Vielleicht will man sich hier für auch entschuldigen. Kommt immer gut an so eine kleine Entschuldigung für tausendfach verübte Gräuel gegen Zivilisten

      http://nemetico.twoday.net/stories/slideshow-seht-an-was-diese-bestien-anrichten/

      Ja, ja Albert guck Dir Dir Opfer der “IDF”-Menschenlächter ruhig an.

    119. PttP schrieb am 15. Januar 2009 at 19:20 - Permalink

      Edit: Menschenschlächter und Mörderbande!!!! Kann man gar nicht deutlich genug sagen.

    120. Mile schrieb am 15. Januar 2009 at 19:29 - Permalink

      Vermutlich eine naive Frage, aber was hindert eigentlich die israelische Armee daran, einen Soldaten eines Trupps mit einer Helmkamera auszustatten?
      So könnten sie doch jederzeit beweisen, wenn sie von einem Zivilhaus, Krankenhaus, Krankenwagen, Moschee usw. beschossen werden.

      Dazu müssten sie keine Journalisten in den Gazastreifen lassen und hätten trotzdem Bilder für die Nachrichten.

    121. Spiegelfechter schrieb am 15. Januar 2009 at 19:35 - Permalink

      @Mile

      Vermutlich eine naive Frage, aber was hindert eigentlich die israelische Armee daran, einen Soldaten eines Trupps mit einer Helmkamera auszustatten?

      Wieso sollten sie? Dann käme doch bei jedem Pups ein Journalist an und würde “Beweise” fordern. Da könnte die IDF nur verlieren.

    122. Ash schrieb am 15. Januar 2009 at 19:57 - Permalink

      Niemand will das das Töten dort aufhört, denn es hätte nur Nachteile! Das israelische Volk hat keine Souveränität; es wird mehr von Kapitalströmen beherrscht als all seine Nachbarstaaten. So bietet sich Israel seit Jahrzehnten an als Waffenimporteur; in der jüngeren Vergangenheit selbst hat die USA die Lieferung atomarer Techniken massiv ausgeweitet. Die offiziell entsandten Lieferung beinhalten Alles was sich der Israeli zum Fortführen seiner Interessenskämpfe wünscht. Der Gaza-Streifen ist nicht mehr als eine Theaterbühne um das Publikum zu beeindrucken. Und man sehe sich um: Es klappt Wunderbar.

      Es sterben Millionen Menschen am Tag durch unsere Interessenskämpfe; was sind schon 1000 tote Zivilisten auf der kapitalarmen Seite. Wünschen wir uns lieber das es für die dortigen Menschen schnell zuende geht und das Gasvorkommen im Mittelmeer in Israels Hände fällt. Die EU würde davon profitieren.

      Mit gesundem Menschenverstand lässt sich der Tag nicht erklären; mit Erklärungen wie den Meinen lässt sich aber der Verstand vor dem Verfall bewahren.

      Gruß

    123. Joss Fritz schrieb am 15. Januar 2009 at 20:32 - Permalink

      @transwarp 7

      “Die frage ist doch warum die USA nicht eingreifen? Wie kann das im Interesse der USA sein.”

      Um das zu verstehen sollten sie vielleicht folgenden Beitrag lesen, der ist zwar schon etwas älter, aber, wie ich finde, noch brandaktuell.

      http://www.hintergrund.de/content/view/137/148/

      mfg

    124. name schrieb am 15. Januar 2009 at 20:56 - Permalink

      @122 Joss Fritz

      Danke für den sehr guten Link! Sehr sehr lesenswert! Wie weit das System des permanten Krieges gegen die wirkliche Darstellung der israelischen Politik, die soziale Realität in Israel und in den Autonomiegebieten reicht, ist einem oftmals überhaupt nicht bewusst. Diese soziale Realität, die Geschichte wird wirklich versucht mit einem Mantel des Schweigens und agressiver Propaganda zu töten und diese nur einem kleinen Teil, der die Zeit, die Information, den Zugang zu diesen hat, der aber sonst politisch keinen Einfluss hat, zu ermöglichen.

      Pervers und krank ist dieses Klima.

      Wenn man sich vor Augen führt, dass die ersten Opfer die durch die israelische Luftwaffe abgeschlachteten Polizeibeamten in Gaza waren, die überhaupt nichts mit der Hamas zu tun hatten ,die einfach nur ein Stückchen soziale Sicherheit als Polizeibeamter für sich und ihre Familien in dem Gebiet mit 60 Prozent Arbeitslosigkeit wollten, die eine soziale Funktion wahrnehmen sollten, und diese hier in der Presse auf der Body Countliste als “Hamasterroristen” in Erinnerung bleiben und bleiben sollen, so wird einem nur kotzübel über die Verdrehung der Wirklichkeit.

    125. Andreas schrieb am 15. Januar 2009 at 21:38 - Permalink

      Gutes Interview ( http://www.zeit.de/online/2009/03/gaza-interview-dershowitz?page=all ):

      ZEIT ONLINE: Eher, dass Israel möglicherweise ein falsches Mittel gewählt hat.

      Dershowitz: Nun, Israel hätte es auch machen können wie Russland in Tschetschenien: Flächenbombardements, auch auf zivile Ziele, so lange, bis der Raketenbeschuss stoppt. Stattdessen versucht Israel, die zivilen Opfer zu begrenzen. Doch Tote sind unvermeidlich, wenn Hamas sich hinter Zivilisten, in Schulen und Moscheen versteckt.
      In Norden Israels, wo es vor zwei Jahren die gleiche Situation gab, hat Israel einen Krieg geführt und der Raketenbeschuss hörte auf.

      ZEIT ONLINE: Internationale Politiker, wie UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, bezeichnen Israels Vorgehen aber als inakzeptabel und unverhältnismäßig.

      Dershowitz: Was heißt Verhältnismäßigkeit? Für jede Hamas-Rakete darf Israel eine zurückfeuern? Jeder tote Israeli “erlaubt” einen toten Palästinenser? Nein, Verhältnismäßigkeit ist ganz einfach definiert: Was immer notwendig ist, um eine Aggression gegen die eigene Bevölkerung zu stoppen, das ist verhältnismäßig. Entscheidend ist nicht der konkrete Schaden, sondern das Risiko. Israel muss nicht warten, bis eine Rakete einen vollbesetzten Kindergarten trifft.
      Zudem: Die UN sind absolut nicht objektiv, wenn es um Israel geht. Die UN haben nichts getan in Darfur oder in Ruanda, nichts gegen Fälle tatsächlichen Völkermords, aber mehr Resolutionen gegen Israel verabschiedet als gegen alle anderen Staaten der Welt zusammen. Die UN sind Teil des Problems, nicht die Lösung.

    126. name schrieb am 15. Januar 2009 at 21:51 - Permalink

      Danke 124, für das überaus “interessante” Interview des bekennenden Rassisten und Menschenverachters Alan Morton Dershowitz.

      Das dieser Typ in beim alten Adel und seinen neoimperialen Schreibtischtätern wie der Zeit auflaufen darf, verwundert natürlich nicht.

      Dieser “Anwalt” hat schon 2002 ethnische Säuberungen gegen palästinesicher Dörfer gefordert. Der wollte nach einer zuvor festgelegten Liste, wie die deutschen Nazis, einfach palästinesische Dörfer ausradieren, wie in Lidice durch die deutschen Faschisten, wie in Oradour und all den anderen Dörfern und Städten, wo diese Verbrechen verübt worden sind.

      Mal sehen, welche bekannten Charaktere in den nächsten Tagen noch so alles in irgendwelchen Presseerzeugnissen zur Rechtfertigung der Massaker in Gaza von Israel abgeordnet werden.

    127. Fiend_THeyde schrieb am 15. Januar 2009 at 22:22 - Permalink

      Dershowitz: Nun, Israel hätte es auch machen können wie Russland in Tschetschenien: Flächenbombardements, auch auf zivile Ziele, so lange, bis der Raketenbeschuss stoppt.

      Das ist alles, was von den westlichen “Werten” und “Argumenten” übriggeblieben ist: Russen oder Chinesen sind angeblich noch schlimmer als man selbst. Als ob ein Mörder kein Mörder wäre, weil er nur eine oder zwei Personen umgebracht hat und nicht zehn wie ein Serienkiller.

      Stattdessen versucht Israel, die zivilen Opfer zu begrenzen. Doch Tote sind unvermeidlich, wenn Hamas sich hinter Zivilisten, in Schulen und Moscheen versteckt.

      Wenn dem so wäre, ließe es sich auf eine einfache Weise belegen: man lasse unabhängige Journalisten einreisen und die Berichte überprüfen. Nein? Tja, dann muß man leider Herrn Derschovitz Behauptungen als bloße Behauptungen eines Konfliktbeteiligten werten.

      In Norden Israels, wo es vor zwei Jahren die gleiche Situation gab, hat Israel einen Krieg geführt und der Raketenbeschuss hörte auf.

      Allerdings sollte sich Herr Derschovitz nochmal über den Libanonkrieg informieren: da ging es nicht um Raketenbeschuß, sondern um zwei verschleppte Soldaten, deren gewaltsame Befreiung ein völliger Fehlschlag gewesen ist. Der Raketenbeschuß war Folge dieses Unterfangens, nicht dessen Auslöser… und endete, weil es eine diesbezügliche Übereinkunft mit der Hisbollah gab, nicht weil der Krieg so “erfolgreich” verlaufen wäre.

      Zudem: Die UN sind absolut nicht objektiv, wenn es um Israel geht.

      Objektivität ist Derschovitz Stärke nicht. Das sage ich ganz subjektiv. :-)

      Die UN haben nichts getan in Darfur oder in Ruanda, nichts gegen Fälle tatsächlichen Völkermords, aber mehr Resolutionen gegen Israel verabschiedet als gegen alle anderen Staaten der Welt zusammen.

      Nun, die UN hat nichts getan… ebensowenig die “westliche Wertegemeinschaft”, der Israel angehört und die sich so gerne anmaßt, im Alleingang Politik und Krieg zu führen. Die UNO ist schwach, weil sich die stärksten, respektive wichtigsten Staaten der Welt darüber einig sind, sie schwach zu halten.

      Aber getan hat die UNO schon etwas, nämlich den Staat Israel überhaupt erst ermöglicht. Ende November 1947 ist das gewesen. Wenn ich mich recht entsinne hat die UN-Vollversammlung mit Zweidrittelmehrheit der Gründung des Staates Israel zugestimmt… im Verdrängen ist Mr.Derschovitz offenbar große Klasse.

      Die UN sind Teil des Problems, nicht die Lösung.

      Nun, wie es scheint, will die israelische Führung dieses “Problem” in althergebrachter Weise “lösen”, nämlich mit Gewalt. Was kommt als nächstes? Angriffe auf Europa, weil es dort antisemitische Äußerungen gab? Soll Duisburg bombardiert werden, inkl. der dortigen Polizeistationen, weil Polizisten eine israelische Fahne beschlagnahmt haben?

      Es ist eine altbekannte Sache: wer seine Herrschaft ausschließlich durch Gewalt aufrechterhält, wird dieser Herrschaft verlustig gehen, sobald die Fähigkeit zur Gewaltausübung schwindet. So gesehen, ist die Angst der israelischen Verantwortlichen vor Kompromissen, die in ihren Augen als Schwäche gewertet werden könnte, nachvollziehbar, wenn auch keineswegs eine Berechtigung dafür, mehrere Millionen Menschen einzusperren, zu drangsalieren und als Menschen zweiter Klasse zu behandeln. Darunter übrigens auch jene Israelis jüdischen Glaubens, die eine andere Politik gegenüber den Palästinensern fordern.

    128. name schrieb am 15. Januar 2009 at 22:33 - Permalink

      @124

      Juristisch hat dieser Charakter und “Anwalt” natürlich eine völlig eigenwillige “Kriegsdefinition” von Grundsatz der Verhältnismässigkeit,d.h. von der Frage, wie “der Staat und seine Organe bei seinen Handlungen und Unterlassungen zu handeln hat”, eine Definition ohne völkerrechtliche Verträge, Normen und Regeln, die Menschen zum Schutz vor dem Verbrechen Krieg abgeschlossen haben.

      So wie jeder Mensch erkennt, dass der Krieg des israelischen Militärs gegen eine Stadt wie Gaza mit ihren 1000 Toten und 5000 Verwundeten niemals verhältnismässig staatliches Handeln darstellen können, so würde jeder Rechtskundige diesem Anwalt den berühmten Dreisatz “War /Ist das staatliche (hier der israelische Krieg gegen Gaza) Handeln, geeignet, war es erforderlich und war es angemessen?” in Gesicht schleuern und diesem zuzüglich gleich noch die entsprechenden völkerrechtlichen Verpflichtungen und Verträge um die Ohren hauen, und würde diese Frage, mit der Hand verneinend beantwortend, abwinken.

      Warum diese Fragen der Journalist in der Zeit Herrn Dershowitz nicht gestellt hat, kann sich jeder selbst beanworten. Ein Interview ist das nämlich irgendwie nicht.

    129. Beobachter schrieb am 15. Januar 2009 at 22:46 - Permalink

      Ich wollte mir den Tag nicht versauen, denn die Antworten auf meine kleine Einlassung von heute Morgen sind ja eh klar gewesen. Halbschlaue halt.

      Klar, was die bösen Georgier gegen die edlen Russen abgezogen haben, das würden die lieben Palästinenser nie machen. Und Medien, die gar nicht vor Ort sind, denen man sonst gerne mal Verfäschung unterstellt, wenn es nicht gerade gegen Israel geht, die sind natürlich absolut vertrauenswürdig. Vorübergehend.

      HRW und Konsorten haben auch noch nie daneben gelegen. Ich nehme mal ganz stark an, dass so gut wie jeder Vertreter solcher Organisationen, der überhaupt direkt vor Ort ist, ein einheimischer Mitarbeiter ist. Ansonsten Rübe ab oder gleich als Geisel hergenommen. Und die Einheimischen sind natürlich umso ungetrübter in ihrer Wahrnehmung.

      Und was heisst schon Wahrnehmung? Spazieren die durch die Strassen mit der Fahne der Internationalen in der Hand und machen Erinnerungsschnappschüsse vom Abenteuereinsatz und singen lustige Lieder? Quatsch. Die sitzen irgendwo in Kellern und Häusern und hören es rings um sich ballern und scheppern. Ab und zu kommt ein Anruf durch oder irgendwer erzählt was, was er von jemanden anderen gehört hat.

      Die ansonsten eher belächelte Uno ausgerechnet jetzt als Zeugen herzunehmen. Alle Achtung. IRK wären die einzigen, denen ich entfernt was glauben würde. Roter Halbmond stinkt aber auch. Ansonsten unterstelle ich ALLEN (auch den Israeli) Verfälschung, Propaganda, Meinungsmache, Lüge.

      Die vielen Toten, wenn es sie denn gibt, sind natürlich beklagenswert. Aber kann sich da vieleicht mal jemand in Erinnerung rufen, dass das ein Krieg ist und die Zivilbevölkerung gar nicht klar abgrenzbar, weder räumlich noch vom Status her. Das ist nicht wie im Mittelalter, wo die Heere sich auf dem Schlachtfeld versammeln und auf Befehl auf einander losgehen. Das ist mittlerweile Häuserkampf mit absolut allen Mitteln.

      Die Raketenhelden der Friedensaktivisten von der Hamas haben mit ihren 100en Raketen auf Israel genau diesen Zustand bewusst herbeigeführt. Punkt. Vielleicht haben sie doch die Reaktion unterschätzt. Kann sein. Warum mussten sie sich denn auf das Feuerwerk aus der Ferne verlegen? Weil die Selbstmordattentäter nicht mehr über den Zaun oder die Mauer kamen. Mörderbande sagte da einer heute. Ja, genau. Beide. Denn die Ghettoisierung und teilweisen pogromartigen Ausschreitungen der radikalen Siedler gegen die noch verbliebenen Einwohner sind auch nicht besser.

      Der grösste Idiot heute war der, der sagte dieser Konflikt sei ganz einfach zu lösen. So ein Schwachmatiker. Die einzige theoretische Lösung dieses Konfliktes bestünde darin, eine der beiden Gruppen zu entfernen. Aber man ahnt es, auch das würde nichts bringen. Solche Leute wie der haben wirklich nicht den blassesten Schimmer, wie die Leute da ticken und dass sie sich nie und nimmer mit einer Zweistaatenlösung zufrieden geben würden. Die Araber selber sagen das ja auch ganz offen. Das wäre bestenfalls ein Zwischenzustand zum Kräftesammeln. Und die radikalen Siedler würden das auch nicht hinnehmen. Schon eher würden sie den israelischen Staat aus den Angeln heben.

      Schon mal in Amman, Riad oder Sana’a gewesen? Das erste was die Taxifahrer fragen ist, ob man Amerikaner ist. Und wenn man sagt man sei Deutscher, kommt sofort das fröhliche “Hittler, good!” oder “I wan’t to kill all Jews.” Der Hass der Araber auf die Israelis ist in der Bevölkerung aller arabischer Länder wie ein Glaubensbekenntnis. Das hörte nicht mit ein Bisschen Land auf und einem unabhängigem Palästina. Wer das glaubt, hat wie gesagt keinen blassen Schimmer von den Leuten und deren Mentalität.

      In so gut wie jedem meiner privaten Gespräche mit Arabern ging es um dieses Thema. Um Israel “loszuwerden” ist JEDES Mittel Recht. Und umgekehrt ist ebenfalls jedes Mittel Recht, sich dagegen zu verteidigen. Das ist die Krux und da wird sich so schnell auch nichts daran ändern.

      Jens, natürlich habe ich gelesen was du schreibst. Tu mir einen Gefallen, kehre wieder zu deiner kritischen Distanz zurück. Nur die kann dich vor falschen Fährten schützen.

    130. name schrieb am 15. Januar 2009 at 22:58 - Permalink

      Ich stelle fest Herr Beobachter, du sprichst kein Wörtchen hocharabisch,aber die Region und deren Länder besser beurteilen wollen, als andere hier.

      Wenn es dir noch nicht auf deinen Reisen aufgefallen sein sollte “die Menschen öffnen sich einem erst, wenn du dir Mühe machst, ihre Landesprache irgendwie zu sprechen”. Das ist mehr als eine Binse für beobachtende Reisende. Du scheinst komischerweise auf deinen Reisen auch nie Gewerkschafter, Vertreter sozialer Gruppen oder Andere getroffen und mit denen gesprochen zu haben.

      Das einzige, was man aus deinen Zeilen erlesen kann, ist der unterschwellige Vorwurf, überall “Islamfaschisten”.

    131. Beobachter schrieb am 15. Januar 2009 at 23:05 - Permalink

      @129: Dich würde ich noch nicht mal ignorieren. Was mich betrifft liegst du wie bei fast allem anderen auch falsch. Deine aufgeblasene und ignorante Arroganz amüsiert mich zwar in gewisser Weise, aber ich tu mir mehr als diese Zeilen des Dialogs sicher nicht mehr an.

    132. Karl Heinrich schrieb am 15. Januar 2009 at 23:13 - Permalink

      @124 Andreas

      Dershowitz: [...] Die UN haben nichts getan in Darfur oder in Ruanda, nichts gegen Fälle tatsächlichen Völkermords,

      Das liegt doch nicht etwa daran, dass da keine Jooden …? NEIN, natürlich nicht!

      aber mehr Resolutionen gegen Israel verabschiedet als gegen alle anderen Staaten der Welt zusammen. Die UN sind Teil des Problems, nicht die Lösung.

      Insbesondere solche gediegen antisemitischen Institute wie der fürchterliche sogenannte Menschenrechtsrat. Der ja außerdem dauernd Kritik am Islam von der Meinungsfreiheit ausnehmen will.

    133. Memo schrieb am 15. Januar 2009 at 23:14 - Permalink

      @ 124 – Andreas

      Sie schreiben zum ZEIT-Interview mit Alan Dershowitz:

      “Gutes Interview”.

      Nachfolgender Beitrag läßt erhebliche Zweifel an der Vertrauenswürdigkkeit und Zuverlässigkeit Dershowitz` aufkommen:

      “Plädoyer gegen Alan Dershowitz” von Regan Boychuk
      http://zmag.de/artikel/Plaedoyer-gegen-Alan-Dershowitz

      In diesem Beitrag heißt es u.a.:

      “Vor kurzem sprach Herr Dershowitz in der York University von Toronto und wiederholte dabei viele der kontroversen Behauptungen seines neuen Buches. Eine davon erschien mir – selbst nach Dershowitz-Maßstäben – etwas extrem. Dershowitz behauptete, die israelischen Behörden foltern keine Palästinenser mehr. Er behauptete, in diesem Zusammenhang ein langes Gespräch mit der israelischen Menschenrechtsorganisation Public Committee Against Torture in Israel (PCATI) geführt zu haben. Anlässlich dieses Gesprächs habe PCATI zum einen eingeräumt, dass es inzwischen (in Israel) keine Folter mehr gibt, der sie nachgehen müssten, zum andern hätte PC ATI zugegeben, den Organisationsnamen nicht ändern zu wollen weil er helfe, Medieninteresse auf sich zu lenken. Die Organisatoren der Dershowitz-Lesung trugen arrogante T-Shirts mit dem Aufdruck: “Dersh knows more than you” (“Dershowitz weiß mehr als ihr”). Dennoch beschloss ich, seine Behauptung zu überprüfen. Als Erstes ging ich auf die Website von PCATI (www.stoptorture.org.il). Sofort stieß ich auf einen PCATI-Bericht aus dem Jahr 2003, in dem 48 eidesstattliche Zeugenaussagen belegen, dass Palästinenser weiterhin von israelischen Behörden gefoltert werden. Mehr als 3 Jahre nach Prof. Dershowitz Behauptung, die Folterpraxis habe aufgehört, berichtet PCATI: “Jeden Monat kommt es in Dutzenden – möglicherweise noch mehr – Fällen zu einer Misshandlungspraxis, die bis zur Folter reicht – gemäß internationaler Rechtsdefinition. Anders gesagt – in Israel ist Folter wieder Routine”. Prof. Dershowitz hatte behauptet, PCATI habe eingeräumt, es gäbe keine Folter mehr. PCATI aber berichtet: “Die Fälle von Folter und Misshandlung, dass Gefangene ohne Möglichkeit der Kommunikation gehalten werden sowie exzessive Gewalt gegen die (palästinensischen) Inhaftierten nehmen zu, sowohl quantitativ als auch was den Schweregrad anbelangt”, “Verhörende und Folterer sowie deren Kommandeure und Vorgesetzte genießen Immunität”. Die PCATI-Berichte waren nicht dazu angetan, Prof. Dershowitz Story zu untermauern. Also beschloss ich als Nächstes, PCATI wegen der Vorwürfe direkt zu kontaktieren. Orah Maggen von PCATI erklärte mir: “Die Behauptung von Dershowitz, er habe lange Gespräche mit PCATI geführt und wir hätten ihm gesagt, es gibt keine Folter mehr in Israel, ist völlig falsch. Wir haben uns nie mit ihm getroffen oder direkt mit ihm gesprochen. Ich selbst bin ihm in der Knesset (dem israelischen Parlament) begegnet, als er vor dem Ausschuss für Recht und Verfassung (Law and Constitution Committee) sprach. Ich und Vertreter anderer Menschenrechts-NGOs waren vor allem empört über das, was er bezüglich Folter, die Rolle der Menschenrechte, über NGOs, usw. sagte”.”

      Zur Autorin des Beitrages:
      Regan Boychuk ist Doktorandin im Fach Politikwissenschaft an der York University von Toronto.

    134. name schrieb am 15. Januar 2009 at 23:15 - Permalink

      Gut Beobachter: wenigstens du liegst richtig, gerade beim dem Taxifahrerdialog besagt dieser einiges über wirklich westliche Arroganz, aber hier den schlauen Beobachter verkaufen wollen :)

    135. Jörg Sutter schrieb am 15. Januar 2009 at 23:18 - Permalink

      Auszug aus Angela Merkels Rede zur Verleihung des Leo-Baeck-Preises durch den Zentralrat der Juden in Deutschland 2007:

      “Leo Baeck sollte uns dabei Vorbild sein. Er setzte Zeichen: Zeichen für Toleranz und Zeichen für Zivilcourage. Leo Baeck wusste, dass das eine ? Toleranz ? nicht ohne das andere ? Zivilcourage ? geht. Mit beiden können wir die Welt auch mit den Augen des anderen sehen. Denn das ist es doch, was unser Leben reich macht: Die Welt auch mit den Augen der anderen zu sehen.

      Um das zu schaffen, gibt es ein gutes Mittel: Es ist der Dialog, es ist die demokratische Willensbildung. Dazu gehört, ich sagte es bereits, zweierlei: Toleranz und Zivilcourage. Das geht nur zusammen. Sie sind sozusagen zwei Seiten einer Medaille, denn Toleranz darf nicht Beliebigkeit bedeuten. Das führte ins Elend. Toleranz darf nicht schweigen. Toleranz muss für eigene Werte einstehen.

      Null Toleranz für Intoleranz ? das muss deshalb unser Leitsatz sein, zum Beispiel im Streit mit islamistischen Fundamentalisten um Karikaturen und Operninszenierungen. Die Freiheit der Kunst, die Freiheit der Meinung, die Freiheit der Rede ? sie sind unveräußerliche Werte unseres Landes. Hier Kompromisse einzugehen, käme einer Kapitulation unserer Werteordnung gleich. Also kann und darf es hier keine Kompromisse geben.

      Was das konkret bedeuten kann, was einem Menschen im Extremfall unter dem Druck von Terror und Verfolgung abverlangt werden kann, hat Leo Baeck während der Zeit des Nationalsozialismus am eigenen Leib erfahren. Unermüdlich und ohne Rücksicht auf das eigene Schicksal setzte er sich für die Juden in Deutschland ein. Unzähligen Verfolgten half er aus Deutschland heraus. Das ist gelebte Zivilcourage unter Einsatz des eigenen Lebens.

      Meine Damen und Herren,
      nach all diesen Schrecken jener Zeit grenzt es für mich an ein Wunder, dass wir heute in Deutschland wieder eine lebendige jüdische Gemeinschaft haben: Wachsende jüdische Gemeinden, die Ordinierung der ersten Rabbiner seit 1945, die drittgrößte jüdische Gemeinschaft in Europa.

      Dass dies möglich ist, liegt ganz wesentlich auch an den Menschen, die nach dem Krieg in Deutschland blieben oder hierher zurückkehrten. Stellvertretend für sie möchte ich den Vater von Frau Präsidentin Knobloch und den Vater des verstorbenen Präsidenten Paul Spiegel hervorheben. Menschen wie ihnen sind wir heute zu größtem Dank verpflichtet. Ohne sie würde das jüdische Leben in Deutschland heute nicht blühen.

      Umso wichtiger ist es jetzt, all die sichtbaren Zeichen jüdischen Lebens nach Kräften zu stärken: Die vielen neu gebauten Synagogen, jüdischen Kindergärten und Schulen, das jüdische Museum, das einen festen und herausgehobenen Platz in unserer Hauptstadt hat, oder auch das Holocaust-Mahnmal, das sich in kurzer Zeit zu einem wichtigen Ort des Erinnerns und des Innehaltens entwickelt hat.”

      Ob Frau Merkel wirklich will, daß wir Gaza aus den Augen der Palästinenser sehen? Oder gar den Zentralrat aus den Augen der deutschen Verfassung, nach der der Aufruf zur Gewalt strafbar ist?

    136. Spiegelfechter, fang an zu denken! schrieb am 15. Januar 2009 at 23:37 - Permalink

      “Am 6. Oktober 1973, dem jüdischen Versöhnungstag (Yom Kippur), überfielen ägyptische und syrische Truppen Israel im Süden und Nordosten. Dank des Überraschungseffektes konnten sie zunächst Erfolge verzeichnen, doch bald wendete sich das Blatt. Die Syrer waren auf dem Golan bereits zurückgedrängt, Arik Sharon hatte die 3. ägyptische Armee eingekesselt, da kam plötzlich Bewegung in die Vereinten Nationen.

      Am 22. Oktober, die Israelis standen 100 Kilometer vor Kairo, rief der Sicherheitsrat in der Resolution 338 alle Parteien auf, das Feuer einzustellen. Damit wurde die 3. ägyptische Armee vor der Vernichtung bewahrt; Sadat prahlte später mit einem gefühlten Sieg oder doch zumindest einem respektablen Unentschieden.

      Das Muster sollte sich wiederholen: War Israel Ziel arabischer Angriffe, blieb der UN-Sicherheitsrat mit verschränkten Armen sitzen, ging Israel in die Offensive, herrschten plötzlich ?tiefe Sorge? und jede Menge künstliche Empörung.

      Der Bürgerkrieg im Libanon (100.000 Tote!) wurde so lange nicht wahrgenommen, bis Israel im Sommer 1982 auf die ständigen ? ebenfalls international nicht beachteten ? Katjuscha-Angriffe auf Städte in Galiläa reagierte und sich in die Kämpfe einmischte. Begin und Sharon ließen nicht eher locker, bis Arafats PLO aus Beirut vertrieben war. Da Abu Ammar wie gewöhnlich die Finger zum Siegeszeichen spreizte, war aber auch hier niemand so wirklich besiegt.

      Untätig blieb der UN-Weltsicherheitsrat auch, als die palästinensische Führung im Sommer 2000 auf die staatliche Unabhängigkeit verzichtete, statt dessen im Herbst die ?Al-Aqsa-Intifada? startete und Israelis zu Hunderten ermordete. Die Staatengemeinschaft kam allerdings erst in Wallung, als Israel mit der ?Operation Schutzschild? die Autonomiegebiete der Westbank wieder besetzen musste, um mit Terrorbanden wie dem Islamischen Dschihad aufzuräumen.

      Was die schiitischen Gotteskrieger der Hisbollah dazu ermunterte, es auch einmal zu versuchen. Israel hatte sich längst vom letzten Quadratmeter der Sicherheitszone im Südlibanon zurückgezogen, da beschoss die Hisbollah israelische Städte im Norden mit Mörsergranaten und Raketen. Im UN-Turm am East River schaute man pfeifend an die Saaldecke. Am 12. Juli 2006 überfielen Hisbollah-Terroristen eine israelische Armeepatrouille jenseits der international (nicht aber von ihnen) anerkannten Grenze, ermordeten mehrere Soldaten und verschleppten zwei weitere in den Libanon.

      Mit der Operation ?Gerechter Lohn? begann Israel am 12. Juli eine großangelegte Offensive gegen die Hisbollah. Nun kamen die Vereinten Nationen wieder aus dem Sulki. Um der Hisbollah die verdiente Niederlage zu ersparen, wurden ?beide Seiten? zu einem Waffenstillstand gezwungen, der an der Situation im Norden nicht viel änderte. Die beiden israelischen Geiseln wurden ermordet, die Leichen später gegen lebende arabische Terroristen ausgetauscht, und bei der Wiederaufrüstung der Hisbollah durch Iran via Syrien drücken die internationalen Truppen beide Augen zu. Die Hisbollah konnte ein gefühltes Unentschieden feiern, das sich auch durch das bloße Überleben als ?Sieg? verkaufen ließ.

      Man sieht: Solange arabische Aggressoren maximal Kämpfer und Material einbüßen müssen, nicht aber ihre Legitimation und internationale Unterstützung, kommen sie in unregelmäßigen Abständen aus den Büschen hervor und greifen Israel an. Schlägt Israel zurück, schreit man ?Aggression!?, ?Völkermord!? und ?Holocaust!?, dann tritt der Weltsicherheitsrat in Erscheinung, mahnt beide Seiten zur Mäßigung, zwingt sie zu einem Waffenstillstand und rettet somit den Judenmördern doch noch den Arsch.

      So ist es seit 35 Jahren, so ist es heute, wenn es um Gaza geht, und so wird es morgen oder übermorgen sein, wenn nicht für jedermann sichtbar wird, wer hier verdientermaßen was aufs Haupt bekommen hat und sich in Zukunft dreimal überlegen muss, ob er einen neuen Angriff wagt.”

      http://spiritofentebbe.wordpress.com/2009/01/13/die-un-dein-freund-und-helfer/

    137. King Balance schrieb am 15. Januar 2009 at 23:47 - Permalink

      Diese Petition an den UN-Sicherheitsrat, die Europäische Union, die Arabische Liga und die USA: haben schon 485,021 Leute unterzeichnet. Das sagt doch alles!!!

      60 Jahre Menschenrechte!!!

    138. knt schrieb am 16. Januar 2009 at 00:39 - Permalink

      @135: Diesen Aufsatz kann man auf einen Satz reduzieren: “Ja, last doch mal das Israel in Ruhe Palestinenser ermorden – bei anderen hat man doch auch weggeschaut! Nur den Juden könnt man den Spaß nicht!” – du wirst einsehen das kein vernünftiger Mensch diese Meinung teilen wird.

    139. Memo schrieb am 16. Januar 2009 at 00:45 - Permalink

      @ Spiegelfechter, fang an zu denken!

      So, so: Die israelische Politik und das israelische Militär sind also über Jahrzehnte vereint im Club der verfolgten Unschuld vom nahöstlichen Lande.

      Hier ein Beitrag, der dem angeblich ungetrübten Wässerchen der israelischen Politik und des israelischen Militärs einige äußerst unschöne und unappetitliche Dreckspritzer beimengt.
      Der Beitrag stammt von Paul Craig Roberts und trägt den Titel:

      “Ist man bereit, sich den Fakten über Israel zu stellen?”
      http://zmag.de/artikel/ist-man-bereit-sich-den-fakten-ueber-israel-zu-stellen

      Paul Craig Roberts war Stellvertretender Schatzminister in der Reagan-Administration, Herausgeber der Kommentarseite des Wall Street Journals und Mitherausgeber des National Review.

      Im Beitrag Paul Craig Roberts heißt es u.a.:

      “Am 21.Oktober 1948 traf die Regierung von Israel eine Entscheidung, die eine dauernde und umstrittene Auswirkung auf die Rechte und den Status jener Araber haben sollte, die innerhalb seiner Grenze lebten: die offizielle Errichtung einer Militärregierung in den Gebieten, wo die meisten Bewohner Araber waren. …

      Rev. Are hat zu seinem Thema viele Recherchen gemacht und ein unerschrockenes Buch geschrieben. Man denke daran, dass 1994 lange vor der Veröffentlichung von Mearsheimer und Walts Buch war, die auch die Macht der Israel-Lobby offen legten sowie deren Fähigkeit, die Medien zu kontrollieren, über die die Amerikaner vom Israelisch-palästinensischen Konflikt erfahren.

      Rev.Are beginnt mit einem Bericht über Israels Eröffnungsangriff auf die Palästinenser, einem Geschehen, das sich 1947/ 48 ereignete, bevor die meisten Amerikaner von heute geboren wurden. Er zitiert den anerkannten britischen Historiker Arnold J.Toynbee:

      ?Die Behandlung der palästinensischen Araber 1947 und 1948 war genau so wenig zu rechtfertigen wie der Mord an 6 Millionen Juden durch die Nazis. Auch wenn es nicht mit der Quantität der Verbrechen der Nazis zu vergleichen ist, so doch mit seiner Qualität.?

      Golda Meir, von den Israelis als große Führerin angesehen und von anderen als eine der größten Mörderinnen, bestreitet die Fakten:

      ?Es war nicht so, dass es da ein palästinensisches Volk in Palästina gegeben hat und wir gekommen sind, sie zu vertreiben und ihr Land zu nehmen. Es hat gar nicht existiert.?

      Golda Meirs ?Entschuldigung? für Israels große Verbrechen ist so gegen die Tatsachen, dass es höchst erschreckend ist. Palästinensische Flüchtlingslager außerhalb Palästinas sind noch immer voller Palästinenser und ihrer Nachkommen, deren Städte, Dörfer, Häuser und Ländereien 1948 von Israelis übernommen wurden. Rev. Are bringt dem Leser die Beschreibung nahe, wie Naim Ateek (Vertreter der Palästinensischen Befreiungstheologie) die Flucht als 11 Jähriger erlebt hat, als die Juden Beisan (Beit Shean) am 12.Mai 1948 einnahmen. Ganze palästinensische Gemeinden verschwanden einfach.

      1949 zählten die UN 711000 palästinensische Flüchtlinge (allgemein wird von 750 000 gesprochen ER)

      2005 schätzte das UN-Flüchtlingswerk (UNWRA) 4,25 Millionen palästinensische Flüchtlinge mit ihren Nachkommen.

      Die israelische Politik der Vertreibung von Nicht-Juden wird seit 6 Jahrzehnten weitergeführt. …

      Rev. Are dokumentiert, dass die Verletzung der palästinensischen Menschenrechte zu Israels offizieller Politik gehöre: Mord, Folter und Schläge sind Routine. Am 17. Mai 1990 berichtet die Washington Post, dass ?Save the Children? dokumentierte: ?willkürliches Schlagen, Beschuss mit Tränengas und Schießen auf Kinder zu Hause oder direkt vor ihrer Haustür spielend, im Klassenzimmer sitzend oder auf dem Weg zum Einkaufen.?

      Am 19. Januar 1988 verkündete der israelische Verteidigungsminister Yitzhak Rabin, der spätere Ministerpräsident die Politik des ?Prügelstrafe? (?Brecht ihnen die Knochen!? ER) der Palästinenser. Die Israelis beschrieben den Zweck der ?Prügelstrafe?:

      ?Unsere Aufgabe ist es, ein Hindernis zu schaffen und noch einmal Todesangst in die Araber der Region zu pflanzen.?

      Nach Save the Children ist es üblich, Kinder und Frauen zu schlagen. Rev. Are schreibt und zitiert dabei einen Bericht in der Washington Post: “Save the Children kam zu dem Schluss, dass 1/3 der geschlagenen Kinder unter 10 Jahre alt ist und 1/5 sogar unter 5 Jahre. Fast ein Drittel der geschlagenen Kinder erlitten Knochenbrüche.?

      Am 8. Februar 1988, wird im Newsweek magazine ein israelischer Soldat zitiert: ?Wir bekamen Befehle, an jede Tür zu klopfen, einzutreten, alle männlichen Familienmitglieder rauszuholen. Die Jüngeren müssen sich mit dem Gesicht zur Wand in eine Reihe aufstellen und die Soldaten verprügelten sie mit Gummiknüppeln. Dies war keine private Initiative, dies war ein Befehl, der vom Kompaniechef kam .. Nachdem ein Soldat mit dem Prügeln der Verhafteten fertig war, nannte ihn ein anderer Soldat ?Du Nazi!? und der erste erwiderte: ?du Weichei!? Wenn einer der Soldaten einen andern am Prügeln eines Arabers ohne Grund hindern wollte, gab es Handgreiflichkeiten unter ihnen.?

      So war es in den Zeiten, bevor das Gewissen aus den Rängen der israelischen Armee verschwunden war.

      In der London Sunday Times vom 19.6.77 schrieb Ralph Schoenmann, der Exekutivdirektor der Bertrand Russell-Stiftung:

      ?Die israelischen Verhörbeamten misshandeln und foltern routinemäßig arabische Gefangene. Die Gefangnen haben einen Sack über dem Kopf oder eine Augenbinde über den Augen und werden an ihren Handgelenken für lange Zeit aufgehängt. Die meisten werden in ihre Genitalien gestoßen oder anderweitig sexuell missbraucht. Andere werden mit Elektroschocks behandelt.?

      Amnesty International kam zu dem Schluss, dass es kein Land in der Welt gibt, dass die offizielle und anhaltende Anwendung von Folter so gut eingesetzt und dokumentiert hat wie im Falle Israels.

      Sogar die pro-Israel eingestellte Washington Post berichtet:

      ?Nach der Verhaftung macht der Verhaftete nach gut organisierten Methoden eine Periode des Hungerns und der Schlafbehinderung durch und lange Zeiten, in denen der Gefangene mit gefesselten, erhobenen Händen und einem stinkenden Sack über dem Kopf stehen muss. Die Gefangenen werden auf dem Boden entlang gezogen, mit Gegenständen geschlagen, gestoßen, nackt ausgezogen und unter eiskalte Duschen gestellt.?

      Das klingt wie Abu Gharaib. Es gibt neue Berichte, dass israelische Folterspezialisten an den Folterungen der Verhafteten beteiligt waren, die vom amerikanischen Militär als Teil der Propaganda des Bush-Regimes eingesammelt waren, um die Amerikaner davon zu überzeugen, dass der Irak von al-Qaida-Terroristen überschwemmt ist. Am 23.Juli 2008 gab es in Antiwar.com einen irakischen Zeitungsbericht, die irakische Regierung habe gerade 109 087 Iraker entlassen hat, die die Amerikaner ?verhaftet? hatten. Offensichtlich waren diese ?terroristischen Verhafteten? nur für die Bush-Regierung als Propaganda benützt worden. Man wird wohl nie erfahren, wie viele von ihnen von – vom CIA importierten -israelischen Folterern missbraucht worden waren.

      Rev. Ares Buch macht Vorschläge für die Lösung des von Israel begonnenen Konflikts. Doch das Problem ist, dass die israelische Regierung nur an Gewalt glaubt. Die Politik der israelischen Regierung ist immer nur Schlagen, Töten und brutale Behandlung der Palästinenser gewesen, damit sie sich unterwerfen oder fliehen. Jeder, der dies anzweifelt, sollte das Buch des bestem israelischen Historikers Ilan Pappe lesen: ?Die ethnische Säuberung von Palästina? (2006).

      Die Amerikaner sind ein leichtgläubiges und naives Volk. Sie waren 60 Jahre lang Komplizen der Verbrechen, die nach Toynbees Worten ?vergleichbar sind in Qualität? zu denen des Nazi-Deutschlands. Wie Toynbee vor Jahrzehnten schrieb, mögen die jetzt angesammelten israelischen Verbrechen nun auch was die Quantität betrifft vergleichbar sein.

      Die USA stimmen routinemäßig gegen UN- Resolutionen, wenn Israels wegen seiner brutalen Verbrechen gegen die Palästinenser angeklagt wird. Unbekümmerte amerikanische Steuerzahler haben ein halbes Jahrhundert lang dafür gezahlt, um Israel mit überlegenen militärischen Waffen auszurüsten, mit denen Israelis ihre Nachbarn angreifen und außerdem Amerika ? gezwungenermaßen ? überzeugen, Israel sei das Opfer. …

      Die Unkenntnis und Gleichgültigkeit der Amerikaner frustriert meine Freunde in der israelischen Friedensbewegung. Ohne Unterstützung von außen wird diesen Israelis, die guten Willens sind, durch Amerikas Unterstützung der Regierungspolitik der Gewalt, jede friedliche Lösung des 1947 begonnenen Konfliktes mit israelischen Aggressionen gegen unverdächtige palästinensische Dörfer vorenthalten .

      Rev. Are schrieb dieses Buch mit der Hoffnung, die Feder sei mächtiger als das Schwert und dass Fakten die Propaganda verdrängen und einen Rahmen für eine gerechte Lösung des palästinensischen Problems schaffen können. In seinem abschließenden Kapitel ?Was Christen tun können?, schreibt Rev. Are:

      ?Wir können andern nicht erlauben, unsere Gedanken zu irgend einem Thema zu dirigieren, besonders, wenn es sich um christliche Treue handelt, die durch eine Haltung bezüglich Gerechtigkeit für die Unterdrückten getestet wird. Es ist christliche Pflicht dies zu wissen.”

      Pflichten haben natürlich ihre Kosten. Rev. Are schreibt: ?Sprich für die Palästinenser und du wirst dir Feinde machen. Doch als Christen müssen wir bereit sein, Themen anzusprechen, denen wir bis jetzt gerne ausgewichen sind.?

      Mehr als zehn Jahre später versuchte Präsident Carter, ein wahrer Freund Israels, noch einmal das moralische Gewissen der Amerikaner mit seinem Buch : ?Palästina, Frieden nicht Apartheid? aufzuwecken. Carter wurde sofort von der Israel Lobby dämonisiert.

      60 Jahre Bemühungen guter und human denkender Leute, Israel verantwortlich zu machen, ist bis jetzt nicht gelungen; aber sie sind heute wichtiger denn je. Israel hat ?seine? amerikanische Nation fast soweit, den Iran anzugreifen. Die Konsequenzen könnten für uns alle verheerend sein. Der angebliche Zweck des Angriffes ist, die nicht existierenden iranischen Nuklearwaffen zu eliminieren. Der wirkliche Grund ist, alle Unterstützung für die Hamas und Hisbollah zu eliminieren, damit Israel, den Süden des Libanon und die ganze Westbank an sich reißen kann. Das Bush-Regime ist eifrig dabei, Israels Geheiß nachzukommen und die Medien und die evangelikalen ?christlichen? Kirchen haben das amerikanische Volk auf diesen Vorfall vorbereitet.”

    140. Spiegelfechter schrieb am 16. Januar 2009 at 01:07 - Permalink

      @Memo

      @ Spiegelfechter, fang an zu denken!

      Das versuche ich seit 36 Jahren, aber ich habe mittlerweile erkannt, dass dies auch nicht besonders zielführend ist ;-)

    141. fpk schrieb am 16. Januar 2009 at 05:46 - Permalink

      @salvo 93

      Doch hat er. Kommentar Nr. 5 :
      “Das ist nun einmal Demokratie in Reinform – jeder Staat hat eine Stimme.”

    142. Winston Smith schrieb am 16. Januar 2009 at 07:11 - Permalink

      Gäbe es einen Bundespolitiker in Deutschland, der die Dinge in Bezug auf Isreal so wie Jens Berger auf den Punkt bringen würde, wäre seine politische Karriere sofort zuende. Armes Deutschland.

      WS

    143. Neu hier schrieb am 16. Januar 2009 at 09:09 - Permalink

      Israel zeigt sein wahres Gesicht…… es sieht so aus (\:=0)

    144. salvo schrieb am 16. Januar 2009 at 11:49 - Permalink

      Holländischer Arzt berichtet über die Gräuel in Gaza

      “Harald Veen Fresed hat eine Woche im Krankenhaus Chifa in Gaza verbracht. Der holländische Chirurg ist erscöpft. Dem Spezialisten, der im Auftrag vom Roten Kreuz in Gaza war, fällt es schwer seine Gefühle zu unterdrücken angesichts dessen, was er eine ‘wahre Tragödie’ nennt. Obwohl er an Kriegen und Elendssituationen gewohnt ist – besonders in afrikanischen Konflikten – bleibt er erschüttert durch das, was er erlebt hat.
      Während acht Tagen hat der Mediziner ohne Unterbrechung alle Gräuel gesehen.
      “Verkrüppelte Glieder, austretende Gehirnmasse, frei liegende Gedärme, Verletzte, die starben, nachdem sie ihr ganzes Blut verloren hatten. Der Zulauf war enorm und kaum zu bewältigen. Unter dem gewaltigen Druck konnte man nicht jeden retten und überließ die anderen ihrem Schicksal”

      “Harald Veen Fresed, médecin, a vécu l’enfer de l’hôpital Chifa à Gaza”

      http://www.lemonde.fr/proche-orient/article/2009/01/16/un-medecin-hollandais-raconte-une-veritable-tragedie_1142682_3218.html

      nach dieser Meldung setzt das israelische Militär seine Angriffe fort und nimmt weiterhin zivile Einrichtungen unter Beschuss, darunter ein überfülltes Krankenhaus

      “Israel continues its relentless attack on Gaza with more bombings of civilian targets, including a crowded hospital. The past hours have seen some of the most intensive Israeli bombing of the twenty-day assault. The Al-Quds hospital was hit by Israeli shells, setting it ablaze. Around 500 patients were being treated inside. The attack followed an earlier Israeli strike that hit the main United Nations aid compound in Gaza City. More than 700 Palestinians had taken shelter there.”

      http://www.democracynow.org/2009/1/15/headlines#1

      der eingesetzte weiße Fosfor droht UN-Hilfsgüter zu zerstören

      “UN: White Phosphorus Used in Attack; Fire Will Destroy Stockpile of Gaza Aid … The UN says the fire will burn down an entire warehouse storing thousands of tons of food, medical supplies and other aid.”

      http://www.democracynow.org/2009/1/15/headlines#2

      israelische Menschenrechtsgruppe fordert Untersuchung der israelischen Kriegsverbrechen in Gaza

      “The latest attacks came after a coalition of nine Israeli human rights groups called for an investigation into whether Israel is committing war crimes. In a statement, the groups, including the Israeli sections of Amnesty International and Physicians for Human Rights, condemned what they call the ?wanton use of lethal force? against Palestinian civilians. They continue, ?This kind of fighting constitutes a blatant violation of the laws of warfare and raises the suspicion?of the commission of war crimes.? There are worldwide calls for prosecuting Israeli leaders. On Wednesday, hundreds gathered outside the International Criminal Court in the Hague. Sobhi Khansa of the International Coalition Against Impunity said Israeli leaders should be tried for crimes against humanity.”

      http://www.democracynow.org/2009/1/15/headlines#5

      US Rabbis fordern Obama auf, sich für einen Waffenstillstand in Gaza einzusetzen

      http://www.democracynow.org/2009/1/15/us_rabbis_urge_obama_to_push

      die USA setzen die Lieferung von Munition nach Israel aus

      “The Pentagon has suspended the delivery of a shipload of munitions to Israel after international concern that it could be used by Israeli forces in Gaza.”

      http://www.guardian.co.uk/world/2009/jan/15/pentagon-munitions-israel-gaza

    145. superguppi schrieb am 16. Januar 2009 at 20:07 - Permalink

      http://www.wehrtransport.de/

      Reederei Oscar Wehr KG Hamburg wollte 3000 Tonnen Waffen von Griechenland nach Israel bringen. “Mein Name ist Programm”

    146. Björn schrieb am 16. Januar 2009 at 21:54 - Permalink

      @schwitzig

      “Sagt mal – gibt es hier einen unausgesprochenen Niveausenkungswettbewerb, den ich verpasst habe? Von Björn zu Pilch zu irgendso-ein-anderer-Trottel und jetzt die die Broderline-Heldenkuh areta ist das Niveau der Shoot-and-think-later-Fraktion stetig gesunken”
      Interessant, dass man deiner Meinung nach das Niveau senkt, sobald man eine etwas andere Meinung als du vertritt. Wie sagte Bertrand Russell:

      Ein Jammer: Die Dummen sind immer so sicher, die Gescheiten so voller Zweifel.

      Dann “diskutiert” mal fröhlich weiter.

    147. Schwitzig schrieb am 16. Januar 2009 at 22:05 - Permalink

      @Björn

      Interessant, dass man deiner Meinung nach das Niveau senkt, sobald man eine etwas andere Meinung als du vertritt.

      Das ist eine haltlose Unterstellung, deren Ungültigkeit unter anderem in diesem Forum oft genug bewiesen wurde, da ich z.B. in Wirtschaftsfragen eine äußerst abweichende Meinung gegenüber SF und vielen anderen hier habe, jedoch deren Meinung respektiere, sofern sie begründet ist.
      Im Übrigen habe ich Dich hinsichtlich der Qualität der Propaganda im Vergleich mit solchen Lichtgestalten wie z.B. “areta” ja ausdrücklich niveautechnisch positiv hervorgehoben – also, worüber beschwerst Du Dich eigentlich? Es hat nichts mit Meinung zu tun, wenn man die Rechtfertigung von Gewaltausübung und Mißachtung von Menschenrechten nicht akzeptiert.

    148. Horscht schrieb am 16. Januar 2009 at 22:12 - Permalink

      @schwitzig:
      Hüstel, Niveau ist relativ und wie sagt doch Klaus Kinski so treffend:
      “Niveau sind nur von unten wie Arroganz aus.”
      Also, Ohren steif halten und weiterhin kompetitiv bleiben!
      ;–)

    149. Horscht schrieb am 16. Januar 2009 at 22:16 - Permalink

      @Horscht(47):
      Du alter Prophet, Du, vgl. auch:
      http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,601764,00.html
      ;–)

    150. transwarp schrieb am 17. Januar 2009 at 07:48 - Permalink

      Tja einseitiges Friedensabkommen.. Und die Antisemiten schäumen…

      http://www.davidduke.com/general/the-jewish-controlled-mass-media-in-action-5-minutes-of-cnn-news_7118.html

    151. Schwitzig schrieb am 17. Januar 2009 at 10:18 - Permalink

      Schau an – Israel schmeisst eindeutig Phosphorbomben:

      http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,grossbild-1407799-601793,00.html

      Von wegen zur “Vernebelung”.

      Naja, Israel schmeisst ja auch gerne Clusterbomben, um “Zivilisten zu schonen”. Feine Menschen sind das.

      Und an transwarp:

      transwarp am 17. Januar 2009 um 07:48 – Permalink

      Tja einseitiges Friedensabkommen.. Und die Antisemiten schäumen?

      Mag sein, dass es Antisemiten gibt, die schäumen. Zumindest in diesem Blog gab es bisher beruhigenderweise keinen einzigen. Mit einer Waffenruhe kann sich Israel aber wohl kaum aus der Affäre ziehen, denn wenn danach direkt wieder die Schikane/Aushungerungs- und Isolationspolitik wie in den letzten Jahren weitergeht, wird die Lage wieder und wieder eskalieren, bis entweder Israel von der Landkarte gefegt ist oder die Palästinenser ausgerottet sind.
      Es wird Zeit, dass Schutztruppen in Israel und Palästina einmarschieren, um die Mörderbanden auf beiden Seiten zur Räson zu bringen, denn andernfalls wird Israel unaussprechliches Leid über die Region bringen. Die Hamas würde das vielleicht auch tun, wenn sie denn könnte – die Israelis sind allerdings bekannt dafür, dass Menschenleben – sofern es nicht gerade israelische und nicht-arabische Menschenleben sind – bestenfalls als Waffentestobjekt dienen.

    152. Jörg Sutter schrieb am 17. Januar 2009 at 10:26 - Permalink

      Heute erschien endlich der Aufruf deutscher Juden und Jüdinnen “NEIN zum Morden der israelischen Armee” in der Süddeutschen Zeitung (S. 10) . Da diese keine Webseite haben, hat Emile Zola die Anzeige und den damit verbundenen Spendenaufruf in seinem Israelblog veröffentlicht:
      http://schweigenzuisrael.blogger.de/stories/1314141/
      Es wäre sehr schön, wenn sich viele hier nicht nur freuen würden, dass gerade in Deutschland Juden nicht diese Verbrechen fördern, sondern auch spenden, denn die Unterzeichner sind alle Intellektuelle und natürlich zählt der Springer-Verlag nicht zu ihnen.
      Überraschung: Gideon Boss ist unter den Unterzeichnern.

    153. Maria v. Boisse schrieb am 17. Januar 2009 at 11:39 - Permalink

      Auszug aus: Krieg und Erdgas: Die israelische Invasion und Gazas küstennahe Gasfelder

      Die militärische Invasion israelischer Truppen in den Gazastreifen hat einen direkten Zusammenhang mit der Kontrolle und dem Besitz der strategischen Gasreserven vor der Küste.

      Dies ist ein Eroberungskrieg. Entdeckt wurden die ausgedehnten Gasreserven vor der Küste im Jahr 2000.

      British Gas (BG Group) und ihrem Partner, der in Athen ansässigen internationalen Consolidated Contractors Company (CCC), die der libanesischen Sabbagh und Khouri-Familie gehört, wurden die Öl- und Gasausbeutungsrechte in einem 25Jahres-Abkommen gewährt, das im November 1999 mit der Palästinensischen Behörde unterzeichnet worden war.

      Die Rechte der küstennahen Gasfelder sind aufgeteilt: British Gas (60%); Consolidated Contractors (CCC) (30%); und der Investment Fund der Palästinensischen Behörde (10%). (nach Haaretz vom 21.10.07)

      Das PA-BG-CCC-Abkommen schließt die Feldentwicklung und den Bau einer Gas-Pipeline ein (Middle East Economic Digest, 5.1.01)

      Die BG-Lizenz deckt das gesamte küstennahe Gaza-Gebiet ab, das an mehrere israelische Gaseinrichtungen angrenzt. Es sollte angemerkt werden, dass 60% der Gasreserven entlang der Gaza-Israel-Küste zu Palästina gehören.

      Die BG-Group bohrte im Jahr 2000 zwei Quellen: Gaza Marine-1 und Gaza Marine-2. Die Reserven werden von British Gas auf 1,4 Trillionen cubic-foot geschätzt, die einen Wert von annähernd 4 Milliarden US-Dollar haben sollen. Diese Zahlen wurden von der British Gas veröffentlicht. Der Umfang von Palästinas Gasreserven könnte viel größer sein.

      Das Problem der Herrschaft über die Gaza-Gasfelder ist sehr wichtig. Nach rechtlichem Standpunkt gehören diese Bodenschätze Palästina.

      British Gas hat mit der Tel Aviver Regierung ein Geschäft gemacht. Die Hamasregierung hat man so hinsichtlich der Erforschung- und Entwicklungsrechte über die Gasvorkommen umgangen.

      Die Wahl von Ministerpräsident Ariel Sharon 2001 war ein Wendepunkt. Palästinas Herrschaft über die küstennahen Gasfelder wurden vom Obersten Gerichtshof angefochten. Sharon stellte eindeutig fest, dass ?Israel nie von Palästina Gas kaufen werde? und gab zu verstehen, dass die küstennahen Gasfelder Gazas Israel gehören würden.

      Quelle: http://www.hintergrund.de/content/view/340/66/

    154. King Balance schrieb am 17. Januar 2009 at 20:19 - Permalink

      Bitte ansehen.. Hier die Geschichte.. dazu. Es bleibt festzuhalten, dass unsere Bundesregierung sich der Mittäterschaft an diesem und allen weiteren Kriegsverbrechen Israels sowie der Verschwörung zur Vorbereitung dieses Angriffskrieges schuldig gemacht hat.

    155. Brigitte schrieb am 17. Januar 2009 at 22:18 - Permalink

      Schade dass Kriege immer so ausufern. Die komplette Region inklusive aller Menschen und Häuser wird zerstört, das Geld alles hinterher aufzubauen gibt natürlich keiner. Die anderen Verluste sind eh unbezahlbar. Einfach eine sinnlose Machtdemonstration.

    156. name schrieb am 17. Januar 2009 at 22:20 - Permalink

      Profitieren von diesem und anderen Kriegen tut nur einer: die Rüstungsindustrien weltweit und deren Eigentümer.

      http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57440?PHPSESSID=482e6fvu7ruokonigddre987g0

      Zitat:

      “Rüstungsexporte missliebiger Staaten sucht die Bundesregierung hingegen zu verhindern. Wie der deutsche Außenminister am Wochenende mitteilte, will sich Berlin an der Unterbindung iranischer Lieferungen in den Gazastreifen beteiligen. Schon in wenigen Tagen soll zu diesem Zweck eine deutsche Expertengruppe nach Ägypten reisen. “Viele meiner Gesprächspartner im Nahen Osten sagen mir”, erklärte Steinmeier am Samstag, “dass der Iran großer Gewinner des Gazakonflikts zu werden droht”.[6] Bereits die Hochrüstung der libanesischen Grenzen mit deutscher Hilfe [7] galt nicht zuletzt möglichen Lieferungen Teherans an die Hisbollah. Nach dortigem Muster soll nun auch der Gazastreifen von unerwünschter iranischer Zufuhr abgeschnitten werden. Die Kontrolle über die Aufrüstung der rivalisierenden nah- und mittelöstlichen Staaten mit Kriegsmaterial behält sich nach wie vor der Westen vor.”

      Wenn Dünger morgen als Dualuserohstoff dem Embargo auch unterliegt, profitiert davon auch die israelische Landwirftschaft, indem die palästinesische Konkurrenz ausgeschalten wird.

    157. Jörg Sutter schrieb am 18. Januar 2009 at 10:44 - Permalink

      Aktuell: Der SPIEGEL zensiert die Diskussion über den Aufruf der deutschen Juden und lässt stattdessen Blogger Schnarch posten, dass dies gar keine Juden seien, sondern Antisemiten:
      http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=6014&page=137
      Die Zensur wurde bereits bemerkt und kritisiert:
      http://schweigenzuisrael.blogger.de/stories/1314141/

    158. transwarp schrieb am 18. Januar 2009 at 15:23 - Permalink

      @ King Balance

      http://www.youtube.com/watch?v=FMDo16s6aBY

    159. Lago schrieb am 18. Januar 2009 at 18:47 - Permalink

      Ich muss an dieser Stelle wieder einmal eine Lanze für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland brechen, der Deutschlandfunk etwa brachte heute folgendes Interview mit Gudrun Krämer.

    160. Ein Deutscher schrieb am 19. Januar 2009 at 03:54 - Permalink

      [gelöscht/sf]

    161. bombjack schrieb am 19. Januar 2009 at 07:46 - Permalink

      [...]Israel wird seit Jahren von fanatischen Islamisten (Hamas) bedroht und schlägt nun zurück.[...]

      Genau und das hier: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28869/1.html oder

      [...]Das Beispiel der 29jährigen hochschwangeren Palästinenserin Rula Ashtiya, die am 26. August 2003 zusammen mit ihrem Mann Daoud den Checkpoint Beit Furik überqueren wollte, um ein Krankenhaus aufzusuchen, steht stellvertretend für viele andere:

      Am Checkpoint waren mehrere Soldaten, sie tranken Kaffee oder Tee und ignorierten uns. Daoud kam näher, um mit den Soldaten zu sprechen, und einer bedrohte ihn mit seiner Waffe. Daoud sprach hebräisch mit ihnen, ich hatte starke Schmerzen und fühlte, dass die Geburt unmittelbar bevorstand, ich sagte das Daoud, der es den Soldaten übersetzte, aber sie ließen uns nicht passieren. Ich lag auf dem Boden im Staub, bin hinter einen Betonblock gekrochen und habe dort entbunden, im Staub, wie ein Tier. Ich hielt meine Tochter in den Armen, sie hat sich noch ein bisschen bewegt, aber nach ein paar Minuten war sie tot.
      Rula Ashtiya
      [...] http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19794/1.html

      ist wahrscheinlich nur Propaganda der Antisemiten, genau wie mal mit Bulldozern Häuser niederzuwalzen oder mal mit Phosphorgranten kurz zwischen die Leute zu hauen http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,grossbild-1407799-601793,00.html und ab und zu mal als Hamas getarnte Kämpfer loszuschicken http://3.bp.blogspot.com/_JNlxgs6qm2M/SXCfEIrgEwI/AAAAAAAACbs/Sx_0QvzGJoE/s1600-h/haaretz+story+censored.jpg

      Und der kleine Beschuß des UN Hauptquatiers ist bestimmt auch auf militante Palästinenser zurückzuführen die aus dem HQ geschossen haben, wie ein Olmert da behauptet, bloß blöde daß ihm da der Leiter des UN-Hauptquartiers widerspricht… http://www.tagesschau.de/ausland/gaza642.html und ich habe meine Zweifel, daß die dort stationierten Personen mal so eben bewaffnete Palästinenser ins HQ lassen und dann denen noch einräumen die iraelische Armee von dort aus zu beschießen….

      bombjack

    162. Beobachter schrieb am 19. Januar 2009 at 09:44 - Permalink

      @160: “Ist das hier ein Antisemitentreff?”

      Der Eindruck drängt sich auf, wird aber nur durch das besonders aggressive und persönlich diffamierende Verhalten weniger provoziert (name, schwitzig, aquadraht,…). Aber rassistische Motive würde ich nicht unterstellen wollen, auch wenn es dann und wann mal Links zu rassistischen Seiten gibt. Eher eine anti-zionistische Einstellung gegen den Staat Israel, gegen seine Organe und vor allem die Armee.

      Da werden dann Greuelbeispiele besonders abscheulichen Verhaltens als Beleg für die grundsätzliche Schlechtheit eines ganzen Staates herangezogen (siehe #161). Dass umgekehrt es auch nicht besser abliefe, kann man sich bei den edlen Palästinensern gar nicht vorstellen, oder erlaubt es sich nicht, so etwas Absurdes zu erwägen. Im Bombay waren es m.W. zwar keine Palästinenser, die das Rabinerehepaar samt ungeborenen Baby massakriert haben, aber was Israelis blüht, wenn ihre Gegner so können wie sie wollen, zeigt das Beispiel eben doch an.

      Du sagst es ganz richtig: es ist Krieg, die schlimmste aller Zeiten. Zudem sind beide Seiten wenig zart besaitet, wenn es darum geht, dem Gegenüber eine Nachricht zu schicken. Beide verachten sich gegenseitig so sehr, dass sie den anderen die Menschlichkeit absprechen (was ja auch hier in diesem Blog ab und zu vorkommt) und daher auch unmenschlich mit ihnen umgehen. Alle machen das so? Natürlich nicht. Es gibt Friedensaktivisten und vernunftgesteuerte Leute auf beiden Seiten, wobei ich persönlich davon wenig auf palästinensischer Seite bisher gesehen habe. Aber ich setze das einfach mal voraus.

      Wie man in Jugoslawien vor nicht so langer Zeit sah, ist die Deckschicht der Zivilisation enorm dünn. Auch bei uns, wie man an manchen Blogeinträgen sieht. Kommt da ein Unmensch daher, oder eine Unmenschin, lässt man seinen Trieben gerne freien Lauf. Aber das macht die israelische Armee eben nicht.

      Vernünftig wäre eine völlige Evakuierung aller Zivilisten aus der Kriegszone jetzt in den Tagen des beidseitig-einseitigen Waffenstillstands. Wir werden ja sehen, ob die Hamas darauf verzichtet, sich hinter Kinder und Frauen zu verstecken und mit den Bildern ziviler Opfer zu vesuchen die Weltöffentlichkeit auf ihre Seite zu ziehen.

    163. name schrieb am 19. Januar 2009 at 09:53 - Permalink

      “Ein Deutscher” und ein “Beobachter” : der erste spaziert mit seinem Rassismus, fahnenschwenkend, und treu doof im Blut und Bodenwahn, den rechten Führerarm verdeckt brüllend “deutsch”, und der zweite ist so blind und taub, weil er auch nur mit den israelischen Nationalisten kuschelt und in seiner Beobachtungsgabe schon mal statt in hocharabisch, den Taxifahrer english vollmault.

      Aus welcher finsteren Ecke Ihr Beiden entwichen seid, will ich gar nicht wisssen.

      Für Rassisten mit dem Davidsternchen und deren gleiche Charaktere, gibt es griechisch jüdische Klezmermusik gegen die irren IDF und Wehrmachtsanbeter.

      http://www.myspace.com/mrmostash

      Zionisten sind Faschisten, mehr aber auch nicht.

      Die Gasvorkommen vor der Küste in Gaza sind die eigentliche Ursache, warum die Eliten in Israel ihren Imperialismus ausleben und wieder Krieg geführt wird: Raub fremder Bodenschätze und Militär, anderes gibt es von und im politischen Tel Aviv nicht.

      http://www.hintergrund.de/content/view/340/66/

    164. Blockpartei schrieb am 19. Januar 2009 at 10:06 - Permalink

      Die neuerliche Überschwemmung an geifernden pro-zionistischen Kommentaren auf diversen Seiten und blogs sollte man mittlerweile auch vor dem Hintergrund solcher Meldungen werten:

      “Israel recruits ‘army of bloggers’ to combat anti-Zionist Web sites”
      http://www.haaretz.com/hasen/spages/1056648.html

    165. Fiend_THeyde schrieb am 19. Januar 2009 at 11:19 - Permalink

      @ 160 :

      Ist das hier ein Antisemitentreff?

      Nein… wenn du Anschluß an solche suchst, mußt du dich woanders umsehen.

    166. bombjack schrieb am 19. Januar 2009 at 13:27 - Permalink

      [...]Da werden dann Greuelbeispiele besonders abscheulichen Verhaltens als Beleg für die grundsätzliche Schlechtheit eines ganzen Staates herangezogen (siehe #161). Dass umgekehrt es auch nicht besser abliefe, kann man sich bei den edlen Palästinensern gar nicht vorstellen, oder erlaubt es sich nicht, so etwas Absurdes zu erwägen. [...]

      Danke für die gute Interprätation und Unterstellung….könnte es vielleicht sein, das das was da unten so abläuft auf Gegenseitigkeit beruht, das vielleicht die selbstgebauten Raketen die Folge von dem abscheulichen Verhalten sind?
      Und sorry die Frage ob es, wenn Palästinensern die Macht hätten auch nicht besser abliefe ist irrelevant, denn das abscheuliche Verhalten geht von einem Teil der Isarelis aus.
      Und sorry (auch wenn ich es zum Teil verstehen kann) bleibt z.B. der Angriff auf den Atomreaktor Osirak 1981 http://de.wikipedia.org/wiki/Osirak ein kriegerischer Akt, der für jedes andere Land heftigste Konsequenzen hätte, d.h. so friedlich ist der Staat Israel doch wieder nicht……

      bombjack

    167. Beobachter schrieb am 19. Januar 2009 at 15:01 - Permalink

      @166: “könnte es vielleicht sein, das das was da unten so abläuft auf Gegenseitigkeit beruht, das vielleicht die selbstgebauten Raketen die Folge von dem abscheulichen Verhalten sind”

      Im Gegensatz zu so manchem Eifer-Geiferer streite ich gar nicht ab, dass beide Seite sich bisweilen unmenschlich und konfliktverlängernd vehalten. Genau das ist meine Kernaussage, die einigen Aktivisten entgangen sein dürfte: eine Seite in Schutz zu nehmen und die andere zu geisseln ist falsch. Beide Seiten sind es nicht wert, auch nur ansatzweise als die “Guten” zu gelten.

      Wenn etwas irrelevant ist, ist es die Frage, ob die Raketen selbstgebaut sind. Sie töten Menschen. Fertig. Verniedlichungen sind in diesem Zusammenhang doch aberwitzig. Und zu dem Abscheulichsten, zu dem Menschen fähig sind, gehört sicher sich in die Mitte feiernder oder betender Menschen zu begeben und den ganzen Laden dann in die Luft zu sprengen. Keine ausgesprochene Spezialität der Israelis.

      Das ganze Aufrechnen, der hat das gemacht und die jenes, bringt einfach nichts. Auch die Frage, wer in welchen Zusammenhang zuerst zugeschlagen hat ist im Gesamtzusammenhang müssig. Wie weit will man dabei denn zurück gehen? Immer gerade so weit, dass es passt???

    168. Degnaphta schrieb am 19. Januar 2009 at 15:58 - Permalink

      Im Gegensatz zu so manchem Eifer-Geiferer streite ich gar nicht ab, dass beide Seite sich bisweilen unmenschlich und konfliktverlängernd vehalten. Genau das ist meine Kernaussage, die einigen Aktivisten entgangen sein dürfte: eine Seite in Schutz zu nehmen und die andere zu geisseln ist falsch. Beide Seiten sind es nicht wert, auch nur ansatzweise als die ?Guten? zu gelten.

      Das hört sich doch fast weise an, doch geht es nicht um die Frage, wer denn nun die ‘Guten’ sind, wenn man tote Kinder beklagt, sondern vielmehr um die Frage “Warum töten Sie Kinder, Frauen und Alte?”
      Dem Barmherzigen liegt das Schicksal der unschuldig Verstrickten als oberste Priorität am Herzen. Das dürfte als eine für den christlich-okzidentalen Kulturkreis angemessene Reaktion gelten. Sowohl die christliche Barmherzigkeit als auch atheistischer Humanismus geben das her.
      Wenn nun aber die europäischen Volksvertreter kriegsverbrecherischen Umtrieben reaktionslos zusehen, oder gar Solidarität mit Zivilistenschlächtern äußern, dann liegt die vermutung nahe, daß das vertretene Volk aus lauter Duldern oder gar Beifallklatschern besteht. Doch ich kenne niemanden persönlich, der die Operation Gegossenes Blei für eine unverzichtbare und alternativelose Aktion hält. Leben denn im übrigen Lande nur Gewaltverherrlicher, die unserer Politiker-Kaste unvoreingenommen recht geben? Das wäre ja gruselig.

    169. Karl Heinrich schrieb am 19. Januar 2009 at 17:50 - Permalink

      Die Hätschelkinder der Uno

      Gigantische Beträge unserer Steuergelder werden dafür eingesetzt, eine riesige, im Elend lebende Manövriermasse gegen Israel heranzuzüchten ? halb Palästina lässt sich von den UN aushalten. Die UNRWA hatte 2007 ein reguläres Budget in Höhe von 540 Millionen US-Dollar; hinzu kommen erhebliche ?projektbezogene? Geldmittel, die in manchen Jahren noch einmal derselben Größenordnung entsprechen. Sie verfügt über ein Personal von über 29.000 Leuten, die meisten davon sind Palästinenser. Das UNHCR hingegen, das weltweit über 20 Millionen Flüchtlinge versorgt, hat nur 6.300 Mitarbeiter, und ihr jährliches Budget beträgt etwa eine Milliarde US-Dollar. Pro Kopf kümmern sich also zwanzigmal so viele UN-Betreuer um die palästinensischen Flüchtlinge, und sie haben dafür ? wiederum pro Kopf ? mindestens den zweieinhalbfachen Betrag des Geldes zur Verfügung.

    170. name schrieb am 19. Januar 2009 at 18:05 - Permalink

      Tja, Karl Heinrich, schön das du auch bemerkt hast, dass der kapitalistische Markt in Palästina geschlossen ist, das jenes sozialökonomische Gefüge im Konkurrenzkampf sich so zugespitzt hat, das die Ware Arbeitskraft der Palästinenser überflüssig für Märkte der Region ist.

      Das ist natürlich keine UN Verschwörung gegen Israel, wie sie gern zynisch von den israelischen Nationalisten verkauft wird, sondern schlichtes Resultat des kapitalistischen Konkurrenzkampfes. Israel braucht die Palästinenser heute weder mehr als Konsumenten, noch als Arbeitskräfte und noch als Konkurrenz zu seiner eigenen, auf den Export ausgerichteten Landwirtschaft. Interessant sind für den israelischen Staat, nur die Bodenschätze der Region auf dem die Palästinenser noch leben, deren Wasser, deren Erdgas, deren Flächen für die Landwirtschaft.

      Das einzig taugliche Objekt, welches sie aus der imperialen israelischen Sicht darstellen, ist die eines Versuchskaninchens im Großraumlabor, für dessen militärisch industriellen Komplex und die Produkte, die dieser für die anderen Kriegsmärkte liefert, und von dem die gesamte israelische Ökonomie lebt.

      Die Eliten in Israel halten von diesen ökonomischen Tatsachen die Fresse, und entwerfen lieber die im Kern rassistische UN Verschwörung vom “faulen” Palästinenser. Die Ähnlichkeiten in ihrer rassistischen, menschenverachtenden Argumentation zur Propaganda der deutschen Nazis ist wirklich erschreckend. Bei den Nazis war es der die “arische” Gesellschaft zersetzende “Jude”, in Israel ist der “faule, überflüssige” Palästinenser”: welche ekelhafte Propaganda, die ihren Kern und Ursache in der kriegerischen, kapitalistischen, imperialen Politik hat, die ihre Rechtfertigung, in der eigenen “Überlegenheit” finden soll.

    171. Horscht schrieb am 19. Januar 2009 at 18:09 - Permalink

      @Karl-Heinrich:
      Es stellt sich die Frage, ob Geldzuflüsse – zeitgleich stattfindende Projektarbeit hin oder her – vielleicht einfach nicht hilfreich sind, da selbst nicht strukturbildend und auch nicht direkt zur Strukturbildung Anreiz gebend.
      Die nichtprojektgebundene Entwicklungshilfe (a.k.a. Kohle reinpumpen) darf kritisiert werden, bei der projektgebundenen Entwicklungshilfe ist in regelmässigen Reviews zu prüfen, wie viele Projekte noch nach einem bestimmten Zeitraum (10 Jahre bspw.) Bestand haben. Die bisher eher selten erfolgten Reviews haben desaströse Zahlen geliefert.
      Äh, nächstes mal vielleicht etwas mehr leisten als einen Webverweis. ;–)

    172. Horscht schrieb am 19. Januar 2009 at 18:14 - Permalink

      @name:
      > Die Ähnlichkeiten in ihrer rassistischen, menschenverachtenden Argumentation zur Propaganda der deutschen Nazis ist wirklich erschreckend. Bei den Nazis war es der die ?arische? Gesellschaft zersetzende ?Jude?, in Israel ist der ?faule, überflüssige? Palästinenser?: welche ekelhafte Argumentation, die ihrem Kern und Ursache in der kriegerischen, kaptialistischen, imperialen Politik hat.

      AntiImp, gell?
      Warum muss es eigentlich immer der Vergleich “Israel-NS Deutschland” sein?
      Find ich nicht gut. Unfair auch. Wenn es immer gleich Genozid ist, dann gehen Dir die Masstäbe zeimlich schnell aus.

    173. name schrieb am 19. Januar 2009 at 18:32 - Permalink

      Ich schaue mir im Gegenteil zu anderen die israelische Ökonomie an, von deren die nationalistischen Fans einfach die Fresse halten, weil sie sonst dem realen kapitalistischen Israel viel näher kommen, als es ihre Fiktion zulassen würde.

      Das die israelische Politik imperiale Züge trägt, gesteht dir im übrigen jeder IDF Offizier unter vier Augen, verkauft wird öffentlich nur die gegenteilige Propaganda.

      Ansonsten: Die Rassisten von Liza implizieren in ihrer “Masseargumentation” die Sprache und Methoden der Nazis, und wenn du die Kritik daran unter “Antiimp” subsumieren willst, bitte, aber interessanter wäre es, diesen menschenverachtenden Dreck als das benennen, was Liza da verkauft.

    174. Shitop schrieb am 19. Januar 2009 at 18:36 - Permalink

      Ein durchaus lesenswerter Kommentar:
      Israel hat aus Gaza ein zweites Somalia gemacht
      Von Carsten Kühntopp, ARD-Hörfunkstudio Amman
      http://www.tagesschau.de/kommentar/nahost298.html
      Der Inhalt ist nicht wirklich neu. Neu ist, dass die ARD diesen Kommentar veröffentlicht.

    175. Der Schachspieler schrieb am 19. Januar 2009 at 18:51 - Permalink

      Wenn wir doch schon bei Linksammlungen sind, möchte ich ein paar links reinsetzen die ich diskutabel finde, ergänzend zu Avnery:

      Wir müssen nicht die bösen in diesem Krieg finden sondern die guten.

      http://www.amnesty.de/umleitung/2002/deu05/021?lang=de&mimetype=text/html&destination=node/2994?page=4

      http://de.wikipedia.org/wiki/Mohammad_Hamza_Ghanayem

      http://www.mahmouddarwish.com/

      http://de.wikipedia.org/wiki/Edward_Said

    176. name schrieb am 19. Januar 2009 at 18:53 - Permalink

      Danke Shitop für den Link!

      Wenigstens in der ARD scheint es noch Menschen zu geben, denen die Wahrheit nicht völlig gleichgültig ist, und die sich der zynischen Regierungpolitik mit den vielen Toten als Ergebnis noch nicht gebeugt haben.

    177. salvo schrieb am 19. Januar 2009 at 18:59 - Permalink

      man nehme mal als Referenz den – freilich nicht allgemeingültigen, da stark verinfachten Begriff des Antisemitismus, der gemäß Moshe Zimmermann (Prof. für Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem und Direktor des Richard-Koeber-Centers for German History) folgenermaßen definiert ist: “Antisemit ist einer, der aufgrund eines Vorurteils ?die? Juden ? als vermeintliche Rasse, Nation, Religionsgemeinschaft oder soziale Gruppe ? pauschal negativ bewertet und daraus im relevanten Fall auch soziale oder politische Konsequenzen zieht.” (Süddeutsche Zeitung 23.5.2002).

      - kann man Antisemitismus als Form des Rassismus begreifen. Nun, wenn man von der inhaltlichen Differenz in dieser Begriffsdefintion absieht, läßt sie sich strukturell auch auf diese Äußerung anwenden:

      “Gigantische Beträge unserer Steuergelder werden dafür eingesetzt, eine riesige, im Elend lebende Manövriermasse gegen Israel heranzuzüchten ? halb Palästina lässt sich von den UN aushalten. Die UNRWA hatte 2007 ein reguläres Budget in Höhe von 540 Millionen US-Dollar; hinzu kommen erhebliche ?projektbezogene? Geldmittel, die in manchen Jahren noch einmal derselben Größenordnung entsprechen. Sie verfügt über ein Personal von über 29.000 Leuten, die meisten davon sind Palästinenser. Das UNHCR hingegen, das weltweit über 20 Millionen Flüchtlinge versorgt, hat nur 6.300 Mitarbeiter, und ihr jährliches Budget beträgt etwa eine Milliarde US-Dollar. Pro Kopf kümmern sich also zwanzigmal so viele UN-Betreuer um die palästinensischen Flüchtlinge, und sie haben dafür ? wiederum pro Kopf ? mindestens den zweieinhalbfachen Betrag des Geldes zur Verfügung.”

      wir sehen, die so genannten selbsternannten ‘Freunde Israels’ setzen letzten Endes eine Geisteshaltung fort, die den Gegenstand ihres Hasses nur ersetzt hat, aus welchen Gründen auch immer, die zu analytisch zu bestimmen sicher not täte

    178. Der Schachspieler schrieb am 19. Januar 2009 at 19:11 - Permalink

      Ergänzung:

      Wäre der israelische Geheimdienst so effektiv im palästinensische “Menschenrechtler” finden und fördern, wie beim “gezielten” eleminieren von Terroristen, dann würde es da unten auch besser aussehen.

      Ich finde man/frau kann mit dem Nationalsozialismus Aufarbeitungswunsch schon arbeiten, nur gilt es dabei gewisse Grenzen zu wahren.
      Satirisch, Sadistisch, komisch wie es der http://www.somuncu.de/?skip ist es eigentlich erlaubt.
      Nicht erlaubt ist es , wenn man/frau sich mit jemandem unterhält der dich auf Grund deiner “Gene” nicht als vollwertigen Gesprächspartner akzeptiert.
      Und das dann auch noch wirklich so meint.

      Apropo Geheimdienst, wieso unterhält eigentlch keine Menschenrechtsorganisation einen Geheimdienst?

      http://www.somuncu.de/index.php?i=42&snd=7

    179. D schrieb am 19. Januar 2009 at 19:35 - Permalink

      Der Artikelname “Israel gegen Völkerrecht” erinnert allzu sehr an die üblichen Überschriften der Bild-Zeitung, wie z.B. “Russland stoppt Gaslieferung” oder “Russland greift Georgien an”.

      Sehr schade

    180. Der Schachspieler schrieb am 19. Januar 2009 at 19:36 - Permalink

      @179 sehe ich auch so

      @Spiegelfechter eventuell lassen die Symbole die du verwendest für die Bilder, Davidsstern, Atomares Zeichen und so was, falsche Schlüsse zu, rein schon optisch.

    181. transwarp schrieb am 19. Januar 2009 at 19:39 - Permalink

      Selbsthassender Jude Norman Finkelstein:

      THE GRANDCHILDREN OF HOLOCAUST SURVIVORS FROM WORLD WAR II ARE DOING TO THE PALESTINIANS EXACTLY WHAT WAS DONE TO THEM BY NAZI GERMANY…

      http://www.normanfinkelstein.com/article.php?pg=11&ar=2510

      Interview:
      http://www.todayszaman.com/tz-web/detaylar.do?load=detay&link=164483&bolum=8

    182. Shitop schrieb am 19. Januar 2009 at 19:45 - Permalink

      @179

      “Israel steht mit dem Völkerrecht auf Kriegsfuß”

      hätte ich als Titel auch besser gefunden.

    183. Der Schachspieler schrieb am 19. Januar 2009 at 19:46 - Permalink

      @transwarp

      Diese Gefühle, bist du betroffen?

    184. Shitop schrieb am 19. Januar 2009 at 19:49 - Permalink

      @175

      Die Tatsache, dass 3 deiner 4 Links auf inzwischen Verstorbene verweisen, macht mich nicht gerade hoffnungsvoll.

    185. Der Schachspieler schrieb am 19. Januar 2009 at 19:52 - Permalink

      @Shitop

      habe gerade mal 5 Minuten gesucht, es ging mir da eher um die Richtung, kannst mir ja helfen.

      Ich finde die Medien machen das heutzutage falsch, anstatt die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf die zu unterstützenden, und somit in diesem Falle dem offiziel gewünschten “Friedensstifter” zu lenken.
      Berichtet man eher von den Kampfgruppen, und den repräsentanten des Krieges. Derjenige der die Aufmerksamkeit der Welt auf seiner Seite hat, der hat auch Macht. Und Macht muss man denen geben,die wenigstens prinzipiell für den Frieden “kämpfen”.

      Also warum macht das die Medienlandschaft nicht , warum sollte ich mir das antun :-) ?

    186. salvo schrieb am 19. Januar 2009 at 20:30 - Permalink

      “Selbsthassender Jude Norman Finkelstein”

      das – jeder Jude, der Israel kritisiert, wird des ‘jüdischen Selbsthasses’ bezichtigt -, gehört zu den Stereotypen, die ich der Kategorie Antisemitismus zurechnen würde

    187. bombjack schrieb am 19. Januar 2009 at 21:05 - Permalink

      @167
      [...]Im Gegensatz zu so manchem Eifer-Geiferer streite ich gar nicht ab, dass beide Seite sich bisweilen unmenschlich und konfliktverlängernd vehalten. Genau das ist meine Kernaussage, die einigen Aktivisten entgangen sein dürfte: eine Seite in Schutz zu nehmen und die andere zu geisseln ist falsch. Beide Seiten sind es nicht wert, auch nur ansatzweise als die ?Guten? zu gelten.[...]

      Okay, allerdings ist es meine Meinung, daß an Israel etwas höhere Maßstäbe anzulegen sind, zum einen stellt der israelische Staat eine Demokratie dar und zum anderen ist er durch die militärische Macht den anderen sehr überlegen und daher steht die Frage ob aus der Sicht der Verhältnismäßigkeit und Zukunftsperspektive angebracht ist, so auf die Raketen zu reagieren wie das jetzt der Fall ist, da ich mir sicher bin, daß da jetzt wieder einige in ihrem Hass soweit bestärkt werden, das die Sache weiter geht.
      Mein Vorschlag wäre die betroffenen Gebiete unter UN-Kontrolle mit Blauhelmen zu stellen und so den Raketenbeschuß zu verhindern, nur dann kann das iraelische Militär an den Kontrollpunkten auch nicht mehr die diversen in den Links erwähnten Schweinereien machen.
      bombjack

    188. Dietrich schrieb am 19. Januar 2009 at 22:09 - Permalink

      @160
      irgendwie finde ich es schade, dass der Beitrag des braunen Irrläufers gelöscht wurde. Er war ein fast witziges Beispiel dafür, welche Folgen das Totschlagargument ” Antisemitismus” in Antwort auf den argumentativen Widerstand gegen zionistische Kriegsverbrechen in Gaza hat.
      Israelis und Palästinenser entstammen beide dem gleichen semitischen Sprachraum. Erst Hitler hat dann aus naheliegenden und nicht sehr menschenfreundlichen Gründen die Araber zu Nichtsemiten erklärt.
      Die Neonazis müssen sich vor Begeisterung auf die Schenkel klopfen, dass ausgerechnet Kinder und Enkel ihrer Opfer nicht nur die Methoden sondern auch noch die rassistische Definition ihres Führers übernehmen.

      Der Nationalteutone @160 war denn offensichtlich auch in große Verwirrung geraten, angesichts der Sympathie, die er plötzlich für die Israelis empfand. Und so hat er sich denn flugs darauf besonnen, dass die Nazis ja auch noch andere Feinde hatten. Die Linken eben.
      Angesichts der hier häufig und zurecht vertretenen wirtschaftspolitischen Aspekte des Gaza- Kriegs, angesichts von Wirtschaftskrise und der auffälligen Russenhetze im Gasstreit, könnte dies durchaus zum Trend werden.

    189. Spiegelfechter schrieb am 19. Januar 2009 at 22:29 - Permalink

      @Dietrich

      Der Nationalteutone aus #160 ist ein altbekannter Rechter, der hier schon lange für Unruhe sorgt (für Insider: Peter Frenzel). Er ist eigentlich gesperrt, hat aber die Filter durch einen Fehler meinerseits überwunden. Ich lösche ihn hauptsächlich, um ihm zu zeigen, dass ich ihn “erkannt habe” und er weitere Versuche im Keim erstickt werden ;-)

    190. Anthony schrieb am 19. Januar 2009 at 22:31 - Permalink

      Habe gestern zufällig auf die Sendung “3nach9″ gestoßen. Einer der Gäste war Peter Scholl-Latour, der wie gewohnt ganz nüchtern und analytisch sich zu vielen aktuellen Krisen geäußert hat. Als es zum Gaza-Konflikt kam, entwickelte sich das Gespräch zu einer sehr unschönen Diskussion. Eine mit Propaganda verseuchte “Blondine”, Gewinnerin von “Israel sucht den Superstar”, dazu noch eine “Botschafterin” von Israel war rotzfrech und versuchte ihn richtig zu diffamieren. Die Moderatoren taten so überrascht, dass Scholl-Latour Klartext gesprochen hat, und stellten die Wahrheitsverdrehungen dieser Schnalle als Meinungsfreiheit dar. Als sie anfing von den “von Kassam-Raketen zerrissenen israelischen Babys” zu schwatzen, ist mir kotz-übel geworden. Und für diesen Bullsh*t soll ich noch GEZ-Gebühren zahlen? Nur Özdemir hat versucht hin und wieder die Wogen zu glätten.

      Auf jeden Fall tat mir der Mann richtig leid, mit was für Idioten er da zu tun hatte. Zu sehen hier, ab ca. 8. min:
      http://www.radiobremen.de/tv/3nach9/videoplayer/index.php?bid=009242&sendung=2009-01-16

    191. Spiegelfechter schrieb am 19. Januar 2009 at 23:55 - Permalink

      @Anthony

      Danke für das Video … “ich bin es leid, dieses dilettantische Geschwätz zu ertragen” – Chapeau PSL, eine Schande, dass niemand den klugen alten Mann mehr zuhören will.

    192. Max Sievers schrieb am 20. Januar 2009 at 22:07 - Permalink

      Wer Frauen und Kinder als Opfer besonders betont, sagt damit, dass es okay ist, Männer zu töten und zu quälen.

    193. transwarp schrieb am 20. Januar 2009 at 23:37 - Permalink

      @anthony

      Na ja eins hat die 2+2=5 Blondine geschafft. Ich habe qassam gegoogelt…

      http://www.aerospaceweb.org/question/weapons/palestine/qassam-launch.jpg

      http://en.wikipedia.org/wiki/File:Quassam_rockets.jpg

      ..Die müssen wirklich jemanden auf den Kopf fallen… Also von den Iranern haette ich mehr unterstützung erwartet.

    194. name schrieb am 21. Januar 2009 at 15:35 - Permalink

      Gute Reportage von der ARD, die auch erstmals eigene Reporter jetzt nach Gaza schicken konnte. Grauenvoll, was Israel da angerichtet hat.

      http://www.tagesschau.de/ausland/gazastreifen292.html

    195. Michael schrieb am 22. Januar 2009 at 19:33 - Permalink

      Ich reiche mal einen Verweis auf einen eigenen Blogeintrag nach, in dem ich einige der Binsen diskutiere, die in die Metadiskussion gehören, häufig aber komplett vergessen sind, wenn es um einen konkreten Fall geht.
      Stichworte: Notwehr, Freiheitskämpfer, und ?Gerechte Kriege?.

    196. Karl Heinrich schrieb am 26. Januar 2009 at 23:15 - Permalink

      Die israelische Armee ist sich ziemlich sicher, dass nur ca. 250 Tote der gerade beendeten Militaeraktion Zivilisten waren.

    197. Spiegelfechter schrieb am 26. Januar 2009 at 23:21 - Permalink

      @196 Heinrich

      Was für eine unglaublich “seriöse” Quelle. Dass die IDF sagt, bei den Getöteten handele es sich um “Gunmen” ist ja nun nicht eben verwunderlich. Auch die 39 Toten in der UN-Schule in Jabaliya waren ja nach IDF-Version “Gunmen” oder besser “Mortarmen”. Der Informationsgehalt Deines Beitrags geht gegen Null.

    198. Karl Heinrich schrieb am 27. Januar 2009 at 20:01 - Permalink

      Ja, Spiegelfechter, das hast du Recht. Das sind ja Angaben der israelischen Armee. Igitt. Denen kann man doch kein Wort glauben. Armee in der Demokratie, pah!. Um wievieles verlässlicher dagegen die Informationen unserer lieben Jungs aus Gaza! – Mach nur so weiter.

    199. Kati schrieb am 27. Januar 2009 at 20:56 - Permalink

      “Um wievieles verlässlicher dagegen die Informationen unserer lieben Jungs aus Gaza!”

      Weißt du, Karl Heinrich, was ich mich die ganze Zeit frage? Wenn du und die israelische Armee doch offensichtlich schon lange ganz genau und ohne den Hauch eines Zweifels wisst, dass “die lieben Jungs”, wie du sie zu nennen beliebst, sowieso und immer lügen und die eigenen Opferzahlen zu Propagandazwecken höher angeben während alles doch ganz anders ist und die israelischen Soldaten unter Tränen und Einsatz ihres Lebens palästinensische Kinder aus dem Feuer der bösen Jungs von Gaza erretten, um sie anschließend in die wartenden Arme einer mütterlichen Krankenschwester und die liebevolle Pflege eines kompetenten Ärzte-Teams zu bringen, um sich anschließend tränenvoll von dem dankbaren Kind und seinen noch dankbareren Eltern zu verabschieden, wenn das also alles so sein soll: Wieso, zum Teufel hat Israel Angst vor der internationalen Presse und sperrt die Journalisten aus, sogar, wenn sie auf eigene Gefahr in den Gaza-Streifen wollen und sogar, wenn das eigene Gericht diese Maßnahmen verurteilt?

      Was glaubst du? Wieso tut man alles, um unabhängige Zeugen auszusperren? Wieso hat Olmert, der korrupte Staatschef, seiner Mords-Truppe denn gerade einen Persil-Schein ausstellen wollen? Und wie muss man eigentlich drauf sein, um zu behaupten, dass 250 tote Zivilisten schon okay seien, wenn man dabei – angeblich – über tausend “Soldaten” erwischt hat???

      Sei’s drum: Wenn es so war, wie du, die IDF, beer7 und der Rest der unvoreingenommenen, neutralen Beobachter behaupten, dann dürftet ihr alle gemeinsam ja sicher den guten Herrn Olmert davon zu überzeugen trachten, sich diesem Aufruf anzuschließen:

      http://www.hrw.org/en/news/2009/01/27/israelgaza-international-investigation-essential

      Noch eine Anmerkung zu den üblichen Reinwaschungen und Persil-Großbestellungen, die im Anschluss an Israels chirurgischen Schlägen zu erfolgen pflegen, wie man sie auch in der Opfer-Arithmetik des von dir verlinkten Blogbeitrags erkennen kann: Seid ihr so dumm oder tut ihr nur so? Glaubt ihr wirklich, dass man so eine Zerstörung mit derart massiver Feuerkraft aus Kampfjets, Panzern und schwerer Artillerie anrichten kann und dann zu einem Großteil nur diejenigen trifft, die gerade an Kämpfen beteiligt sind???

      Ich finde immer wieder erstaunlich, dass Leute, die offensichtlich lesen und schreiben können, so leicht zu belügen sind. Glaubst du auch an den Weihnachtsmann?

    200. Karl Heinrich schrieb am 27. Januar 2009 at 21:41 - Permalink

      Und wie muss man eigentlich drauf sein, um zu behaupten, dass 250 tote Zivilisten schon okay seien, wenn man dabei – angeblich – über tausend ?Soldaten? erwischt hat???

      Was heißt okay? Offensichtlich war es das geringste Zivilistenleid, das sie verursachen konnten. Die in einschlägigen Kreisen verbreitete Annahme, die ‘unmenschliche’ israelische Armee habe es darauf abgesehen, Palästinenser abzuschlachten, ist immer schon Unfug gewesen. Denn dann gäbe es keine Palästinenser mehr.

    201. Kati schrieb am 27. Januar 2009 at 23:28 - Permalink

      DArauf gehst du ein und die anderen Fragen überliest du geflissentlich?

      Manchmal sagt das, was man nicht sagt, mehr als das, was man sagt.

      Ich schreibe es deutlicher:

      Warum drücken sich israelische Militärs vor Anklagen, wenn sie doch nichts zu befürchten haben?

      Warum plant man ein dreiviertel Jahr einen Überfall auf eine wehrlose Stadt und sperrt unabhängige Zeugen aus, wenn man befürchten muss, dass die Stadtbewohner einen schlecht aussehen lassen wollen, indem sie die Lage grob verzerrt darstellen?

      Warum verlangen nicht Livni, Olmert, Barak und Ashkenazi selbst eine unabhängige Untersuchung, wenn sie sicher sind, dass die Beschuldigungen sich als falsch beweisen lassen?

      Warum drückst du dich vor Antworten?

      Vielleicht deswegen:

      “The Incendiary IDF” by Kenneth Roth

      http://www.hrw.org/en/news/2009/01/22/incendiary-idf-kenneth-roth

      The Israel Defense Forces use phosphorous shells–and forfeit credibility.

      Throughout the recent war in Gaza, the Israel Defense Forces (IDF) insisted that it took extraordinary care to spare civilians. But it then prevented journalists and human rights monitors from entering Gaza during the conflict to independently verify this claim.

      Now that Human Rights Watch and other observers have been let in, it has become clear that hundreds of Palestinian civilians were not the only casualties of the fighting.

      So was the credibility of the IDF.
      Und deine gleich mit, verehrtester Karl Heinrich, mit dem männlichen deutschen Vornamen, der so breites IDF spricht, dass man glatt denken könnte, er übersetze eins zu eins zu die Presseerklärungen der Bande von Kriegsverbrechern, die sich IDF schimpft. Ist aber sicher nur ein Zufall, schließlich sagt die IDF nur die Wahrheit, die reine Wahrheit und nichts als die Wahrheit und es ist ganz natürlich, dass ein Karl Heinrich in Deutschland findet, dass angebliche 250 Kollateralschaden-Zivilisten “offensichtlich” den “geringsten” Schaden darstellen und die IDF mal wieder bewiesen hat, wie überaus moralisch und ethisch hochstehend ihre Killer killen.

      ….

      Der oben bereits erwähnte Kenneth Roth von Human Rights Watch sieht es anders. Er schreibt weiter:

      “Part of the problem was the IDF’s expansive definition of a military target. It attacked a range of civilian facilities, from government offices to police stations, on the theory that they all provided at least indirect support to Hamas militants. But by that theory, Hamas would have been entitled to target virtually any government building in Israel on the ground that its office workers indirectly supported the IDF. That would make a mockery of the distinction between civilians and combatants that lies at the heart of the laws of war, which require direct support to military activity before civilians become legitimate military targets. Behind the unsupportable legal claim seemed to lie a determination to make Gazans suffer for the presence of Hamas–a prohibited purpose for using military force.”

      Die IDF betrachtet also eine ganze Reihe von Gebäuden, von Regierungsgebäuden bis zu Polizeistationen als militärische Ziele, ganz im Gegensatz zum internationalen Recht. Das seien alles “Hamas-Unterstützer”, ergo Terroristen, ergo legitime Ziele. Dazu passt dann natürlich auch sehr gut dein “Die IDF eruiert die Namen der Toten und gleicht sie mit einer umfangreichen Datenbank ab.” Die Datenbank will ich sehen: Sämtliche Regierungangehörige, alle Polizisten von den Anfängern bis hin zu den ausgebildeten Verkehrspolizisten, angehörige Kontaktpersonen, die Typen vom Wasseramt, die Angestellten in den Unis u.s.w.

      Und auch noch mal auf Deutsch: Wenn diese Begründung, die du dir offenbar auch zu eigen machst, gelten würde, dann hätte die Hamas genau das gleiche Recht. Zivil tragende Soldaten, Reservisten, das Verteidigungsministerium (ist das nicht auch von einem Schutzschild ziviler Gebäude umgeben…?),… alles legitime Ziele. Soldaten, die Bus fahren, wären nichts weiter als Terroristen, die sich in Zivil unter Zivilisten verstecken. Busse wären damit legitime Ziele, solange man, äh, Moment, welche Quote wurde von deiner Seite als ethisch nicht zu beantstanden befunden…? 4:1? Also, wenn in einer Diskothek neben 130 Wehrdienstleistenden, die sich als Zivilisten tarnen, auch 25 Minderjährige sind, dann haben die im Falle eines Kamikaze-Anschlags durch einen Hamas-Soldaten eben Pech gehabt und du würdest dich nicht weiter aufregen und hier im Blog die großartige Zurückhaltung der moralischsten Armee Arabiens lobpreisen und für die Aufnahme der Hamas in die Liste der mit der EU befreundeten Organisationen kämpfen?

      Sicher, sicher.

      Roth schreibt weiter, dass Israels Glaubwürdigkeit am Stärksten durch die Aussagen zum Gebrauch von weißem Phosphor gelitten hat.

      “Its use by the IDF in densely populated sections of Gaza violated the legal requirement to take all feasible precautions during military operations to avoid harming civilians. It never should have been deployed.”

      Die Voraussetzungen für den Einsatz von weißem Phosphor waren nicht gegeben und der Einsatz damit nicht legal. Israels Propaganda-Sprecher wählten den üblichen Weg. Erst alles leugnen, als die Beweise jedoch live auf Al Jazeera zu sehen waren und weiteres Leugnen noch lächerlicher gewesen wäre als es das ohnehin schon war, ging man dazu über, den Einsatz selbst zwar zuzugeben, aber weiterhin zu behaupten, dass man natürlich darauf geachtet habe, “so wenig wie möglich Zivilisten” zu treffen – der blanke Hohn in Anbetracht der Wirkung der Waffe und der örtlichen Gegebenheiten.

      Du solltest den ganzen Artikel lesen, vielleicht bleibt ja doch was hängen. Da ich nicht annehme, dass du überhaupt was davon lesen wirst, imprägniert wie du bist, hier der letzte Satz extra für dich, das IDF-Sprachrohr mit deutschem Vornamen:

      “Meanwhile, the IDF does itself no favor when it resorts to censorship, PR techniques and misrepresentation rather than subject its conduct to the open and independent scrutiny that should characterize any military that is genuinely committed to respecting the laws of war.”

    202. Kati schrieb am 27. Januar 2009 at 23:29 - Permalink

      Link: http://www.hrw.org/en/news/2009/01/22/incendiary-idf-kenneth-roth

    203. salvo schrieb am 28. Januar 2009 at 09:37 - Permalink

      na ja, in den Augen des IDF ist die gesamte angegriffene Bevölkerung, zumindest der Großteil, Militär, dh derart legitimes Ziel militärischer Operationen, eine Unterscheidung zwischen Zivilisten und Kombattanten wird nicht mehr ernsthaft unternommen, sondern prinzipiell aufgehoben. Dieses Prinzip hat unrühmliche historische Vorgänger, die Russen in Grozny, die USA in Vietnam, die Deutschen in ihren Vernichtungskriegen. Diese blutige Spur des Mordens und der Zerstörung zieht sich aber durch die gesamte Geschichte der westlich geprägten Neuzeit, mit der unvorstellbaren Gewalt und Grausamkeit, die die ‘weißen Übermenschen’ im Zuge der Eroberung des Planeten den eroberten Völkern angetan hat. Der israelische Staat handelt in diese Tradition. Es ist doch nur ‘normal’, dass dieses Vorgehen, die Vertreibung, Versklavung und Ermordung des Anderen, wie das derzeit Israel mit den Palästinensern betreibt, von großen Teilen der westlichen Öffentlichekeit verteidigt wird – das hat der Westen Jahrhunderte so getan. Man verteidigt und verdrängt zugelich die Verbrechen, die man selbst Jahrhunderte getan hat und offensichtlich weiter tun will.

      siehe dazu

      Noam Choamsky dazu

      “Exterminate all the Brutes”: Gaza 2009

      http://www.zcommunications.org/znet/viewArticle/20316

    204. kusik schrieb am 21. Februar 2009 at 23:41 - Permalink

      Und,
      kommt jetzt eine angeforderte “unabhängige Untersuchung” zur Stande?


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