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  • George W. Beelzebub

    geschrieben am 21. Januar 2009 von Spiegelfechter

    Was für ein Spektakel! Die gesamte Welt blickte gestern nach Washington, wo unter den hoffnungsvollen Blicken von fast zwei Millionen Amerikanern der Messias der Neuzeit die Weltherrschaft übernahm. George W. Bush und sein mächtiger Mentor Dick Cheney, der zur Feier des Tages im Rollstuhl erschien und damit die Metamorphose zum ultimativen Bösewicht abgeschlossen hat, sind nunmehr Geschichte. Nur diese ? so will es Bush ? soll über sie richten. Die Geschichte wird richten ? hart und ohne Erbarmen. Bush wird als inkompetenter Stümper, Massenmörder und Totengräber Amerikas und der westlichen Werte in die Geschichte eingehen. Doch wie wird sich die Welt ohne ihren Lieblingsschurken weiterdrehen? Wohl keine andere Persönlichkeit der jüngeren Geschichte hat derart polarisiert wie George W. Bush. Gegen ihn zu sein, war nicht nur ein politisches Statement, sondern ein sehr einfaches Glaubensbekenntnis ? wer Bush kritisiert hat, konnte sich des Beifalls sicher sein und gehörte zu den Guten. Mit dem Ende der Ära Bush wird der politische Dialog wieder komplexer und Inhalte rücken erneut in den Mittelpunkt. Dies wird vielen nicht gefallen, die momentan noch ganz besoffen sind vor Freude, dass Bush nunmehr Geschichte ist.

    Wir haben einen Schuldigen!

    Jedes Schulkind kennt die Antwort auf die komplexen Fragen der Welt: Wer ist verantwortlich für die Klimakatastrophe? George W. Bush! Wer ist schuld daran, dass es in Nahost keinen Frieden gibt? George W. Bush! Wer ist für die Finanzkrise verantwortlich? George W. Bush! Wer sorgte dafür, dass die westlichen Werte nur noch als Karikatur ihrer selbst wahrgenommen werden? George W. Bush! Bush der Jüngere erfüllte in den letzen Jahren die Aufgabe des prominenten Sündenbocks ? einem biblischen Messias gleich, nahm er unfreiwillig die Sünden der Welt auf sich. Immer, wenn auf der Welt etwas grandios in die Hose ging und es Querverbindungen zur US-Politik gab, war der Schuldige schnell gefunden – George W. Bush, der in seinem letzten Amtsjahr eher ein schwarzes Loch für Antimaterie als ein Präsident war. Sogar seine Parteifreunde konnten im Kampf der Diadochen nur eine Chance haben, wenn sie sich möglichst unzweideutig vom Prinzen der Dunkelheit distanzierten

    Sich von George W. Bush zu distanzieren ist auch relativ einfach. Nun gut, vielleicht nicht für den neue Vize Biden und die neue Außenministerin Clinton. Beide sind in Fernsehaufnahmen einer ?Address to the Nation? zu sehen, bei der sie dem Präsidenten enthusiastisch Beifall klatschen. Auf dieser Rede wurde die Nation auf den Irak-Krieg eingeschworen. Opposition und auch innere Emigration sehen anders aus. Der neue Präsident Obama kann hingegen dankbar sein, dass er die Gnade der späten Geburt genießen kann ? er klatschte nicht im Capitol, sondern vor dem heimischen Fernsehgerät. Ein Großteil der Bush-Kritiker aus den politischen Eliten diesseits und jenseits des Atlantik machte den Mund auch erst auf, als das Kind offensichtlich in den Brunnen gefallen war. Auch das amerikanische Volk, das nun nichts mehr von Dubya wissen will, und ihm mit 29% Zustimmung eine Beliebtheit attestiert, die nur noch von Naturkatastrophen unterboten wird, hat George W. Beelzebub dennoch zwei mal ins Amt gewählt.

    Von Deutschland lernen heißt siegen lernen

    Hitler-Vergleiche sind ein böses Fettnäpfchen, um das man lieber einen großen Bogen machen sollte. Justizministerin Däubler-Gmelin mußte einst den Hut nehmen, als sie Bush indirekt mit ?Adolf Nazi? verglich. Schaut man aber nicht auf die Person Bush, sondern auf die Projektionsfläche Bush, so ist ein Vergleich durchaus statthaft.

    Auch die Verbrechen der Deutschen im Dritten Reich wurden vor allem auf die Person Adolf Hitler projiziert. Der Oberschurke, der ein ganzes Volk in seinen Bann zog, lud ? so die gefällige Geschichtsklitterung der jungen Bundesrepublik ? alle Schuld auf sich. Die jubelnden Massen waren demnach nur Opfer. Auch den Amerikaner gefällt die Opferrolle gut. Wer hätte denn wissen können, dass die Regierung Bush die ?Beweise? für den Irak-Krieg nur erfunden hat? Wer wußte von Folter in Guantanamo und anderswo? Die halbe Welt wußte davon, nur die Amerikaner wollten dies nicht wahrhaben, sie wollten es nicht einmal wahrnehmen. Die düsteren Seiten der eigenen Geschichte lassen sich viel leichter verarbeiten, wenn man sie auf eine einzelne Person abwälzen kann. Was Hitler für die Deutschen und seine Mitläufer, ist Bush für die Amerikaner und seine Mitläufer ? eine Projektionsfläche, auf der man seine eigene Schuld abladen kann. Das ist sehr bequem.

    Einzelfall Bush?

    Bushs katastrophale Politik hat die USA in eine tiefe Krise gestürzt ? aber ist sie historisch singulär? Bush hat den Afghanistan- und den Irak-Krieg aus politischen Erwägungen heraus geführt und die Welt belogen, um dies rechtfertigen zu können. Everybodys Darling John F. Kennedy hat aber auch bereits militärische Operationen jenseits der Legalität durchführen lassen (z.B. Schweinebucht) und hat aus politischen Erwägungen heraus die Krise in Vietnam zum Krieg eskalieren lassen. Lyndon B. Johnson begründete den Krieg mit dem berüchtigten Tonkin-Zwischenfall ? einer Lüge, wie man heute weiß. Bush setzte auf Unilateralismus, als er den Irak ohne Zustimmung der UN überfiel. Auch Everybodys Darling Bill Clinton erklärte Jugoslawien den Krieg, ohne Mandat des UN-Sicherheitsrates. In Deutschland mag dieser Völkerrechtsbruch gnädiger bewertet werden, da Deutschland damals selbst auf der Seite der Aggressoren stand ? beim Irak-Krieg bewahrte nur die Kanzlerschaft Schröders das Land vor einer Teilnahme an einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg. Angela Merkel war damals in ihrer Rolle als Oppositionsführerin nur all zu erpicht darauf, der Koalition der Willigen beizutreten. Bush galt als Verfechter des Neoliberalismus, und die Kredit- und Finanzkrise wird ihm ebenfalls angelastet. Man sollte allerdings nicht vergessen, dass die Entwicklungen, die zur Finanzkrise führten, keineswegs von George W. Bush ausgelöst wurden, sondern in ihrem Kern auf die marktliberale Politik der Reagan-Ära zurückgehen und auch Everbodys Darling Bill Clinton kräftig am Liberalisierungsrad drehte.

    All dies wird aber in den USA ? und auch in Europa ? nicht so gern gehört, da es viel einfacher ist, die Person George W. Bush für alle Sünden der Vergangenheit verantwortlich zu machen und die Geschichte zu verklären. Ansonsten bestünde die Gefahr, zu entdecken, dass man sich selbst die Hände schmutzig gemacht hat. Nun, da der universelle ?Schmutzmagnet? in Rente gegangen ist, wird einiges schwieriger. Frau Merkel wird ihren zu Unrecht verliehenen Ruf als ?Klimakanzlerin? wohl bald abgeben dürfen, wenn sie nicht mehr jedes Scheitern auf George W. Bush schieben kann, und auch die Öffentlichkeit erkennt, dass sie selbst auch nur eine Erfüllungsgehilfin der Lobbyinteressen aus der deutschen Automobilwirtschaft ist.

    Besonders spannend wird die Entwicklung der ?liberalen? und ?progressiven? Strömungen in den USA werden. Bislang war man im Widerstand gegen den übermächtigen Gegner George W. Bush vereint, nun aber muss man Farbe bekennen und nicht nur sagen, was man nicht will, sondern auch sagen, was man will. Dabei wird es ohne Zweifel zu Rissen in der bisher relativ homogenen ?linken? Szene Amerikas kommen. Obama war bislang nur die Antipode zu Bush ? nämlich ebenfalls eine Projektionsfläche. Dass Obama die Hoffnungen, die in ihn gesetzt werden, nicht erfüllen kann, ist offensichtlich. Er steht erst einmal nur für eine Rückkehr zur Normalität. Die Weltlichkeit der quasi-spirituellen Projektionsfläche Obama wird daher für viele Anhänger eine große Enttäuschung darstellen. Wenn Bush das omnipotente Böse darstellte, stellte Obama als Projektionsfläche die Antipode zu Bush ? also das omnipotente Gute ? dar. Ähnliches konnte man in Deutschland mit dem Regierungswechsel von Kohl zu Schröder, und in Großbritannien mit dem Wechsel von den Tories zu Labour beobachten. In beiden Ländern erwachte ein Großteil der Sympathisanten nach den Siegesfeiern mit einem schweren Kater. In Großbritannien wird von den ?Progessiven? immer noch die Person Margaret Thatcher für einen Großteil der Fehler im Lande verantwortlich gemacht ? ob auch George W. Bush 20 Jahre lang als leibhaftiger Beelzebub taugt?

    Jens Berger

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    98 Kommentare Print This Post
    Was für ein Spektakel! Die gesamte Welt blickte gestern nach Washington, wo unter den hoffnungsvollen Blicken von fast zwei Millionen Amerikanern der Messias der Neuzeit die Weltherrschaft übernahm. George W. Bush und sein mächtiger Mentor Dick Cheney, der zur Feier des Tages im Rollstuhl erschien und damit die Metamorphose zum ultimativen Bösewicht abgeschlossen hat, ...
    Tags: USA
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    98 Kommentare:

    1. groovex schrieb am 21. Januar 2009 at 18:49 - Permalink

      reicht es nicht, einfach zu sagen: endlich ist er weg vom fenster! reicht es nicht, sich einfach kurz der tatsache zu erfreuen, dass der größte kriegstreiber, kz-erbauer und lügner der heutigen weltpolitik weg ist? weg, weg, weg!

      der rest kommt doch rechtzeitig, oder?

    2. 7schläfer schrieb am 21. Januar 2009 at 18:55 - Permalink

      @1
      klar, wenn man es sich einfach und bequem machen möchte, dann verfährt man so, das ist die im Artikel beschriebene Projektionsfläche Bush. qed

    3. Void schrieb am 21. Januar 2009 at 18:57 - Permalink

      [quote]der rest kommt doch rechtzeitig, oder?[/quote]

      Darauf wette ich nicht. Zumal es noch viel zu viel zum Aufräumen gibt.

      Aber nun mal schauen, ob Obama dort tatsächlich was ändert und dort wieder so etwas ähnliches wie einen Rechtsstaat implementiert.

    4. Comorius schrieb am 21. Januar 2009 at 19:12 - Permalink

      Wenn ich schonmal hier bin ;)
      Schöner Artikel, doch dabei stellen sich mir einige Fragen. Wenn George W. Bush wirklich so böse ist, wie dargestellt, müsste es doch naheliegende Gründe dafür geben. Hat er den so bei der Umsetzung des Plans der “elitären Kreise” versagt, dass man ihn jetzt so fallen lässt? Oder hat er seine Geldgeber einfach nur “verunterschätzt^^”?

      Immerhin, Afghanistan ist besetzt (naja, mehr oder minder), die Pipeline am Start und der Opiumhandel floriert.

      Der Irak ist besetzt, Sadam aufgeknüpft und die Ölgeschäfte scheinen ja nicht ganz so schlecht zu laufen (zumindestens für die amerikanischen Ölspezis).
      Auch die Rüstungsindustrie wird wohl aus beiden Sachen kräftig profitiert haben.

      “Dass Obama die Hoffnungen, die ihn gesetzt werden, nicht erfüllen kann, ist offensichtlich. Obama steht erst einmal nur für eine Rückkehr zur Normalität. Die Weltlichkeit der Projektionsfläche Obama wird daher für viele Anhänger eine große Enttäuschung darstellen. Wenn Bush das omnipotente Böse darstellte, stellte Obama als Projektionsfläche die Antiopde zu Bush ? also das omipotente Gute ? dar.”

      Solange man außer Acht lässt, wer denn wieder hinter dem Strahlemann steht. Die, die sich unter der Amtszeit von GWB so sehr über den Angriff auf den Irak und die Umsetzung diverser repressiver Gesetze gefreut (und dafür gestimmt) haben, sind jetzt plötzlich lammfromm? Ich denke, dass dem Herrn Obama nicht viel übrig bleiben wird, als die Politik des Herrn GWB weiterzuführen, allerdings mit einem anderen Schwerpunkt und nicht so offensichtlich dämlich.
      Parkistan, Russland und die finanzielle Krise der USA möchte ich hier einmal als Schlagwörter einwerfen.
      Bresinski, Rahm, Clinton und Biden sind ja nun keine unbeschriebenen Blätter.

      Comorius

    5. Horscht schrieb am 21. Januar 2009 at 19:19 - Permalink

      Der Präsident mit der schlechtesten Bilanz seit, äh, Carter.
      Die Carter folgenden Burschen waren allerdings alle ganz OK.

      Auf jeden Fall jetzt mit GWB vor den internationalen Strafgerichtshof oder vor den Menschenrechtsrat!

      Und alles nur wegen dem Öl.

    6. groovex schrieb am 21. Januar 2009 at 19:33 - Permalink

      @#2: das ist quatsch. ich brauche keinen bush als projektionsfläche, aber ich bin froh, dass seine zeit um ist. froh, dass er weg ist. und ich finde es auch einigermaßen verschwurbelt, da jetzt ein dolles ding draus machen zu wollen. mir geht es dabei nicht (in worten nicht!) um obama, nicht um termini der psychoanalyse, nicht um lauter reflektionsgeilheit, mir reicht die freude. und der rest kommt wirklich früh genug und betrifft nicht mehr diesen unsäglichen a….

      damit mache ich es mir weder einfach noch bequem, sondern ich gebe meiner stimmung ausdruck. das ist eine andere, wenn du so willst authentischere, ebene. und zu beweisen war damit gar nichts. aber ich fürchte, das willst du jetzt nicht verstehen.

      für mich zeigt sich in dem artikel, dass sich der spiegelfechter in eine rolle gefangen genommen hat, die ihm nicht wirklich angemessen ist. doch das ist wieder ein anderes thema.

    7. Horscht schrieb am 21. Januar 2009 at 19:43 - Permalink

      @groovie:
      Dir ist aber schon aufgefallen, dass auch der grosse SPIEGELFECHTER Nazi-Vergleiche nicht so töfte findet (mal vom Projektionscharakter des Ad nazium-Gehens abgesehen: Die Vergleiche gehen oft Richtung Gleichsetzung und haben meist bewusst beleidigenden Charakter).
      > für mich zeigt sich in dem artikel, dass sich der spiegelfechter in eine rolle gefangen genommen hat, die ihm nicht wirklich angemessen ist. doch das ist wieder ein anderes thema.
      Das mag stimmen, er sollte die rosarote Brille endlich mal ablegen, LOL, aber so hast Dus, alter Gauner, sicherlich nicht gemeint. ;–)

    8. postgrün schrieb am 21. Januar 2009 at 19:44 - Permalink

      Wieso, Bush war doch nur der Stimmenfänger für die religiöse Rechte, ein markiger Texas-Cowboy-Darsteller, Ex-Alkoholiker von geringem Verstand, aber mit Selbstironie und zugleich viel religiösem Pathos, an das er wohl selbst tatsächlich glaubte. Der echte Bösewicht und Staatslenker und Stratege hiess doch Cheney. Den hätten sie blos nie gewählt, der konnte nur in Bushs Schlepptau ins White House kommen. Papa Bushs alte Führungsriege halt nochmal. Obama über Bush: “He is a good guy”…

      Diese Obama-Messias-Nummer nervt langsam aber auch bischen. Außerhalb von Amerika nörgel(te)n doch eher alle rum, er sei ja gar kein Messias, könne nur gut reden, und sie hättenalle eigentlich lieber Clinton als “pragmatische” “unideologische” US-Merkel am Drücker gesehen. Selbst die proamerikanische BILD schrieb Obama erst mal runter.

      Euch kann mans auch nicht recht machen, oder? Diese Amerikaner aber auch, warum können die denn nicht Noam Chomsky zum Präsidenten wählen! Ist doch ganz leicht! (Und das sagen die Einwohner des Landes, die zur Rettung aus der Wirtschaftskrise gerade die FDP wiederentdecken, lol.)

    9. Lago schrieb am 21. Januar 2009 at 19:47 - Permalink

      (Und das sagen die Einwohner des Landes, die zur Rettung aus der Wirtschaftskrise gerade die FDP wiederentdecken, lol.)

      Treffer!

    10. name schrieb am 21. Januar 2009 at 19:49 - Permalink

      Sehr gut auch der Artikel vom Journalisten Mumia Abu-Jamal aus der Todeszelle zu den weissen und schwarzen Projektionsflächen, die noch zeigen werden, was sie taugen.

      http://www.freedom-now.de/news/artikel472.html

      @8 Der Vorwurf mit der FDP an die Menschen hier, trifft genau zu, leider.

      Ich gehe trotzdem davon aus, dass wenn die geweckten Hoffnungen,die auf einem realen ökonomischen Hintergrund basieren, nicht sozial bedient werden können, ist die Zweiparteienherrschaft in den USA am Ende. Den Eliten bliebe dann nur ein außenpolitischer Krieg, um das innenpolitische Pulverfaß auszugleichen.

    11. Spiegelfechter schrieb am 21. Januar 2009 at 19:53 - Permalink

      @Comorius

      Schöner Artikel, doch dabei stellen sich mir einige Fragen. Wenn George W. Bush wirklich so böse ist, wie dargestellt, müsste es doch naheliegende Gründe dafür geben. Hat er den so bei der Umsetzung des Plans der ?elitären Kreise? versagt, dass man ihn jetzt so fallen lässt? Oder hat er seine Geldgeber einfach nur ?verunterschätzt^^??

      Über die politische Rolle der “Vulcans” und andere Themen könnte man sehr gut diskutieren – ich bezweifele aber, dass man da mit “NWO-Fighter” Rheotrik weiterkommt.

    12. Spiegelfechter schrieb am 21. Januar 2009 at 19:53 - Permalink

      @5 Horscht

      Du entwickelst Dich zum Troll

    13. groovex schrieb am 21. Januar 2009 at 19:55 - Permalink

      hey horschd, wo ist denn bitteschön ein nazi-vergleich? bin ich schon so abgestumpft, dass ich ihn nicht mal mehr mitkriege, selbst in meinem eigenen geschreibe?! grübel.

      nein, so habe ich es nicht gemeint, wobei ich die rosarote brille jetzt nicht infrage stellen wollte. mir ging es um was anderes. mal ganz gaunerhaft: anspruch vs. ansprüchlichkeit.

    14. Spiegelfechter schrieb am 21. Januar 2009 at 19:58 - Permalink

      @6 groovex

      für mich zeigt sich in dem artikel, dass sich der spiegelfechter in eine rolle gefangen genommen hat, die ihm nicht wirklich angemessen ist. doch das ist wieder ein anderes thema.

      Für die “klare Kante” und geradlinige Weltsicht habe ich ja meine geschätzten Kommentatoren ;-)

    15. Spiegelfechter schrieb am 21. Januar 2009 at 20:01 - Permalink

      @postgrün

      Sehr richtig! Ich möchte den Artikel auch keineswegs als “Obama-Bashing” verstanden wissen. Ich konzentriere mich bei der These “Obama als Antipode” mehr auf die US-Progressiven. Deutschland scheint eh verloren.

    16. groovex schrieb am 21. Januar 2009 at 20:07 - Permalink

      nein jens, das meine ich nicht. lies den satz noch mal. das ist eine bemerkung, die nichts mit deiner oder irgendeiner anderen weltsicht zu tun hat. auch nicht mit meiner.

    17. Comorius schrieb am 21. Januar 2009 at 20:15 - Permalink

      @SF
      “Über die politische Rolle der ?Vulcans? und andere Themen könnte man sehr gut diskutieren – ich bezweifele aber, dass man da mit ?NWO-Fighter? Rheotrik weiterkommt.”

      Hey, nur weil ich bei dem “Neuen Sichheitspacket” keine objektive Sichtweise an den Tag gelegt habe, heisst es ja nicht, dass ich mich als “NWO-Fighter” sehe. ;)

      Die Wahrscheinlichkeit dürfte nachezu bei 100% liegen, dass die letzten 8 Jahre amerikanischer Politik nicht aufgrund des scharfsinnigen und immer präzise darstellenden Geistes eines GWB erwachsen sind.

      Das für mich bei 9/11 nicht alles ganz sauber abgegangen ist, versteht sich von selbst. Auch das Auschlachten dieser ganzen Sache hat bei mir (und ich war damals gerade 20 Jahre alt) nen sehr bitteren Beigeschmack hinterlassen, vor allem, da meine eigene Mutter eine Irakerin ist.

      Aber zur NWO Sache zurück: Ich versuche mich objektiv zu informieren, d.h. ich lese neben deinem Blog noch ein Dutzend weitere, die sich (und das gebe ich zu) damit beschäftigen.

      Solange die Argumente stichhaltig und überprüfbar sind, habe ich keine Probleme damit, wer mir diese Infos überreicht. Sollte ich aber selbst einen Fehler machen, habe ich auch den Arsch in der Hose zu sagen “Ok, da lag ich falsch.” (Siehe den anderen Artikel von dir, mein letztes Comment)

      Was also ist in meinen obrigen (1. Comment) Aussagen falsch?

    18. Peter Bommel schrieb am 21. Januar 2009 at 20:18 - Permalink

      Sehr treffender Bericht!
      Herrlich, es wird eifrig hinterhergerufen. Jetzt wo Bush nur noch eine Person ist und man politisch nichts zu befürchten hat, kommen sie alle wieder vorgekrochen.
      Aber als er noch im Amt war, gab es nur wenige, die sich kritisch (auch aktiv) gegenüberstellten.
      Was wurde ein Schröder damals von der CDU angegangen, dass er Amerika vergraule mit seinem Nein zum Irak-Krieg?

      Nur einer hatte den Schneid in der jüngsten Zeit harte Worte gen Amerika zu richten, aber leider wurde seine Rede in München als neuer Kalter Krieg hochstilisiert. Man mag von Putin halten, was man will, aber diese Worte hätte ich gern mal von Seiten des “alten Europa” gehört:

      Was ist aber eine monopolare Welt? Wie dieser Begriff auch immer ausgeschmückt werden mag – im Endeffekt bedeutet er in der Praxis nur eines: Ein Zentrum der Macht, ein Zentrum der Kraft und ein Zentrum der Beschlussfassung.

      Das ist die Welt eines Herrschers, eines Souveräns. Im Endeffekt ist das nicht nur für diejenigen verderblich, die sich im Rahmen dieses Systems befinden, sondern auch für den Souverän selbst, weil es ihn von innen zerstört.

      Auf einmal waren sie doch alle gegen Bush, wie immer…… Hupps wir haben ein Gewissen gefunden.

    19. Christian Schorn schrieb am 21. Januar 2009 at 20:18 - Permalink

      Dass Obama die Hoffnungen, die in ihn gesetzt werden, nicht erfüllen kann, ist offensichtlich. Er steht erst einmal nur für eine Rückkehr zur Normalität.

      Das ist doch immerhin schon etwas. Ich bin mir sicher, dass viele, die in Obama tatsächlich einen “Messias der Neuzeit” sehen, bald unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden.

      Denn trotz allem ist Obama, wie alle US-Präsidenten vor ihm, ein “America first”-Mann (Amerika meint in diesem Fall die USA).

      Aber mit einer Rückkehr zur Normalität, also einer Abkehr vom Wahnsinn der letzten acht Jahre kann ich persönlich ganz gut leben.

    20. name schrieb am 21. Januar 2009 at 20:18 - Permalink

      @14

      Lacht Jens ;)

      Übrigens klasse Artikel samt den Bildern, weil einem dabei bewusst wird, wie GWB zum Oberteufel aller Teufel erschrieben, unabhängig von seinen fürchterlichen Verbrechen, wurde.

      Einen gefährlichen Umstand hat diese Überhöhung und Verklärung jedoch: wenn Bush Junior die Hitliste der Teufel anführt, also der Teufel aller Teufel ist, können die nachfolgenden Kandiaten und Anwärter alles tun und unterlassen, was ihnen beliebt.

    21. Albert schrieb am 21. Januar 2009 at 20:19 - Permalink

      Diesen Artikel fand ich wieder sehr gut.

      Everybodys Darling John F. Kennedy hat aber auch bereits militärische Operationen jenseits der Legalität durchführen lassen (z.B. Schweinebucht) und hat aus politischen Erwägungen heraus die Krise in Vietnam zum Krieg eskalieren lassen.

      Schön, dass auch der Kennedy endlich mal sein Fett weg bekommt. Der ist zwar bei allen beliebt, aber wenn man mal nüchtern seine Bilanz ansieht, lässt sich nicht viel Gutes finden.

      All dies wird aber in den USA ? und auch in Europa ? nicht so gern gehört, da es viel einfacher ist, die Person George W. Bush für alle Sünden der Vergangenheit verantwortlich zu machen und die Geschichte zu verklären. Ansonsten bestünde die Gefahr, zu entdecken, dass man sich selbst die Hände schmutzig gemacht hat

      Wie sich die amerikanischen Medien die Hände schmutzig gemacht haben, wird sehr gut im Film ?Von Löwen und Lämmern” beleuchtet. Bezeichnenderweise war der Film, trotz grandios aufspielender Starbesetzung, ein Flop.

    22. Spiegelfechter schrieb am 21. Januar 2009 at 20:26 - Permalink

      @Comorius

      Sorry, da habe ich Dich dann wohl falsch verstanden. Dass George W. Bush kein “Denker” und schon gar kein “Vordenker” ist, ist klar. Die Analyse über die “Hintermänner” und “geistigen Brandstifter” ist aber etwas komplexer, als es die Herren NWO-Fighter wahrhaben wollen. Auch die oft gehörten Erklärungen, Big-Oil oder der MI-Komplex würden die Politik diktieren, sind zwar ob ihrer Einfachheit sehr beliebt, treffen aber eher ins Leere. Es ist alles etwas komplexer. Wir dürfen auch nicht denken, es sei nur eine Gruppe, die verantwortlich ist. Aber eine zufriedenstellende Analyse, würde hier den Raum sprengen. Nimm die religiöse Rechte, die Erweckungsbewegung, die NeoCons, mit all ihren Ausprägungen seit Leo Strauß, die Seilschaften von Bush Senior und natürlich auch wirtschaftliche Interessen und den MI-Komplex. Mixe dies zu einem Cocktail und Du kommst dem “System-Bush” sehr nahe.

    23. Horscht schrieb am 21. Januar 2009 at 20:34 - Permalink

      @groovie:
      > wo ist denn bitteschön ein nazi-vergleich?
      Nun, “KZ-Erbauer” fand ich ad nazium gehend. Aber wenn Du KZs nicht mit dem Nationalsozialismus in Verbindung bringst…
      @SPIEGELFECHTER:
      Und Du bist ein Troll.

    24. groovex schrieb am 21. Januar 2009 at 21:34 - Permalink

      horschd, ich habe es eigentlich mit guantanamo in verbindung gebracht. in erster linie! ein lager, in dem menschen ‘konzentriert’werden, in dem das recht der willkür gilt und sonst gar keines, in dem gefoltert wird – ein kz eben.

    25. Helmholtz schrieb am 21. Januar 2009 at 21:37 - Permalink

      Hervorragender Artikel – wie der größte Teil der hier erscheinenden Artikel. Ich kann mich nur für die jedes Mal spannende und tiefgründige Lektüre hier bedanken.

      Etwas schmunzeln musste ich jedoch bei der Passage des “omipotenten Guten”.
      War das jetzt Absicht oder doch eher ein Vertipper?

    26. 3del schrieb am 21. Januar 2009 at 21:42 - Permalink

      Ich finde den Vergleich im Sinne einer Projektionsfläche sehr passend.

      Endlich können die US Amerikaner wieder mit bestem Gewissen Ihr Fänchen hissen.

      Obama: “But my general belief is that when it comes to national security, what we have to focus on is getting things right in the future as opposed to looking at what we got wrong in the past.”
      http://www.iht.com/articles/2009/01/12/america/12inquire.php

      Danke für den Artikel

    27. freerk schrieb am 21. Januar 2009 at 21:42 - Permalink

      Hab zwei Tippfehler entdeckt:

      “Antiopde” = Antipode
      “omipotent” = omnipotent

      ansonsten guter Artikel, lesenswert!

    28. Spiegelfechter schrieb am 21. Januar 2009 at 21:50 - Permalink

      @freerk

      Danke!

    29. Horscht schrieb am 21. Januar 2009 at 21:57 - Permalink

      @groovie:
      OK, ich habs nicht so schnell verstanden, Guantanamo ein KZ, OK.
      Konzentrationslager oder Sammellager betreibt ja auch bspw. ALDI, also im Sinne der Semantik; Du referenzierst aber das Foltern und die Willkür – an gefangengehaltenen Menschen.
      Aber lass mal gut sein, Wortklauberei bringt nix, Worte sind nicht wirklich wichtig, die Sprache ist nur ein Protokoll. (Sagt der Troll. ;–)

    30. Der Schachspieler schrieb am 21. Januar 2009 at 22:40 - Permalink

      Zitat
      “Auch Everybodys Darling Bill Clinton erklärte Jugoslawien den Krieg, ohne Mandat des UN-Sicherheitsrates. In Deutschland mag dieser Völkerrechtsbruch gnädiger bewertet werden, da Deutschland damals selbst auf der Seite der Aggressoren stand”
      Zitatende

      Finde ich gut wie du das dargestellt hast.
      Es ist einfach immer wieder ein Staunen wie sehr sich Millionen von Menschen in ein paar kurzen Augenblicken vom Symphatisant zum Gegner beeinflussen lassen.

      Bei den Jugoslawen war es wahrscheinlich auch nicht anders.
      Da hängen in jedem Haushalt 40 Jahre lang die Tito Bilder, um sie schnellstmöglich gegen die zugehörigen Nationalisten Portraits einzutauschen.
      Schwupp di Wupp, wir haben ein neues Bild und es hängt an der Wand.
      Die anderen die ein anderes Bild haben wollen uns töten.

      Was mir angesichts deines Artikels einfällt ist der “komische” Wandel den die Deutsche Öffentlichkeit nach dem 11.September gegenüber den USA eingenommen hat.
      Früher als Leitfigur der Demokratie gesehen, wurdest du fast verprügelt wenn du ein Wort gegen die USA gerichtet hast.

      Heute gehört es fast zum guten Ton sich den USA gegenüber kritisch zu äussern.

      Und jetzt wo das “alte Bush” Argument weg ist, da darf ja das “damals” befreite Deutschland ja gar nicht mehr USA kritisch sein?

      Ich würde sagen, so rein meiner Schätzung nach, falls es die Finanzkrise nicht verhindert, ist an jedem deutschen “Stammtisch” in ein zwei Monaten USA wieder in.

      Und dann geht das ganze Spiel wieder munter weiter.

      Was ich mich wirklich Frage ist:

      Warum lässt die Medienstärkste Nation der Welt zu , das ihr Präsident, im Ausland als schlecht dargestellt wird?
      Das ist doch den “Spindoctors” ganz sicher nicht entgangen, das sich die Weltöffentlichkeit gegen sie gewendet hat.
      Und Blogähnliche Strategien hätten sie zur Genüge entwickeln können um sich 100000 Pro- Blogger zu kaufen.

      Aus welchem Grund könnten sie gewollt haben, den stärksten Mann in den USA aussenhin als “Hardliner” zu präsentieren.

      Ist es das alte bad cop, good cop Argument?
      Mal ein “offiziel” guter, mal ein “offiziel” böser Präsident hält die Weltgemeinschaft auf Trab, und alle Hirnis warten auf den richtigen?

      Was ist der Grund das sich Deutschland nach 2 Aufwärmkriegen, (Jugoslawien, Afghanistan) gegen den Irak Krieg stellt?
      Da waren sie doch so schön in Fahrt und dann spielen sie den Spielverderber und machen nicht mit , ach kommt …..

      Plant man einen Krieg, gut, dann lassen wir doch unseren obersten, medientechnisch inszeniert, als Cowboy aussehen.

      Ich glaube das ein Grossteil der US-Macht sich aus den gut produzierten Hollywood Streifen regrutiert. Sieht man doch jeden Tag wie sich die ganzen “Hollywood” Stars für die “Rechte” Sache einsetzen.

      Der Flug zum Mond, ob er jetzt stattgefunden hat oder nicht, ist das beste Beispiel was es heisst wenn die Show Erfolg hat.

      Unter Umständen war der böse Bush auch ein gewollter medientechnischer Effekt.

    31. Daniel schrieb am 21. Januar 2009 at 22:52 - Permalink

      Also für mich sieht es aus wie ein Spiel der US-Eliten.
      Georgie ist der böse Bulle und durfte die Drecksarbeit machen und
      Obama ist der gute Bulle und darf den Dreck verwalten!
      Ändern wird sich nichts! Republikaner oder Demokraten, das ist doch gehüpft
      wie gesprungen! Beide haben sehr gute Erfahrungen im Bombenwerfen und sonstigen US-Schweinereien!

    32. Michael Kostic schrieb am 21. Januar 2009 at 22:57 - Permalink

      Das passt auch ganz gut zur aktuellen Grundstimmung:

      http://www.stuttmann-karikaturen.de/archivseq.php?id=2970&s=rss

    33. Lemmy Caution schrieb am 21. Januar 2009 at 23:47 - Permalink

      [Trollerei gelöscht/sf]

    34. edgar schrieb am 22. Januar 2009 at 00:39 - Permalink

      Ja richtig erkannt, Spiegelfechter.
      Der Mann ist zwar ganz nett, aber mehr halt auch nicht.
      Wir müssen uns schon selbst drum kümmern,
      dass sich etwas ändert.
      Ein US-Präsident kann nicht aus seiner Rolle raus.
      Das wird und bleibt recht oberflächlich.

    35. Horscht schrieb am 22. Januar 2009 at 00:50 - Permalink

      @SPIEGELFECHTER:
      Wäre es nicht mal eine Idee vom Troll-Vorwurf Abstand zu nehmen? Ich bezeichne nie jemanden als Troll, bringt doch nichts, das beraubt der Diskussion die Grundlage.
      Zudem ist es doch meist so, dass nur in Webbiotopen kommentiert wird, die grundsätzlich geschätzt werden, auch wenn diese Wertschätzung (“manchmal”, ist bei mir nicht der Fall) in Ablehnung resultiert.
      Beste Grüsse und weiterhin viel Erfolg!

      PS: Eventuell mal die zu publizierenden Texte vorab durch die Rechtschreibprüfung jagen und evneutell mal die Webverweise so einstellen, dass sich neue Fenster öffnen und die Original-Publikation offen bleibt…

    36. Ein Deutscher schrieb am 22. Januar 2009 at 01:25 - Permalink

      -hier stand mal was, jetzt ist’s weg-

    37. klml schrieb am 22. Januar 2009 at 01:30 - Permalink

      Du hast ja so recht. Weder Bush noch der A.H. waren es allein. Sie hatten beide pragmatische Fürsten und vor allem, ohne das geht es nie, willige Völker.

      Eine Kriegsteilnehmerin hat mal geschrieben das sie bis zum März 45 an die Geheimwaffe geglaubt hat. Gewusst hatte sie was anderes, aber der Glaube war stärker. Verdrängen ist einer der häufigsten Geistesvorgänge.

    38. Comorius schrieb am 22. Januar 2009 at 03:29 - Permalink

      @SF (22):
      nP … bins gewohnt in ein links-rechts (oder Anti-NWOler, Ökoterroristen, Schattenparker) Paradigma geschoben zu werden.
      Sicher ist die Geschichte hinter Bush “Hintermänner” kompliziert, sicher ist auch (und ich denke, das streitet niemand ab), dass er halt nicht der Denker und der Macher war.

      Aber auch hinter B.H. Obama werden diverse Hintermänner stehen, deren Geschichte sicherlich auch nicht einfach sein wird. Da ich aber von unseren Massenmedien sehr enttäuscht bin und mir die meisten Informationen aus Büchern oder dem Inet besorge, trifft man ab und zu halt auch auf “Nepper, Schlepper und Bauernfänger”.

      Wobei ich doch den Artikeln von Engdahl oder Hersh mehr Aufmerksamkeit zolle, als dem “einfachen” Blogger.

      Bt2: Du hast geschrieben, dass die Amerikaner einiges an Schuld auf dem guten Bush jun. abladen. Das spricht sie sicherlich nicht an der Schuld des Irak-Desasters, Abu Ghraib oder Guantanamo frei, doch denke ich, dass auch heute noch viele Amerikaner den Einmarsch in den Irak als “ihr” gutes Recht ansehen und die beiden anderen Sachen im Sinne einer höheren Sache (War on Terror ™) gesehen werden.

      Von daher ist ein umdenken noch ein Stück weit weg, auch wenn der gute Obama es gerne so aussehen lassen möchte, als könnte man schnell mit diesem Teil der amerikanischen Geschichte abschließen.

    39. Goldener Reiter schrieb am 22. Januar 2009 at 05:28 - Permalink

      @10 name

      Zweiparteienherrschaft in den USA?
      Ich glaube, die gibt es dort doch schon seit langem nicht mehr; nur noch ein einziges Politprodukt, dass unter zwei verschiedenen Handelsbezeichnungen vermarktet wird.

      Die Amtseinfuehrungsrede Obamas, mit all ihrer natiolal(istisch)en Nostalgie, wirtschaftsreligioesem Pathos und allgemeinen Schwammigkeit haette jedenfalls genausogut der Vorgaenger halten koennen.
      Natuerlich waehre dessen Darstellung eines selbstsicheren und aufrechten Staatenlenkers nicht so oskarreif gewesen.

      @ SF betreffend 33 und 37:
      So schoen linksideologisch kann Dein Blog ja nicht sein, wenn Du Deinen Dich liebenden Trollen die Rede-, Meinungs-, und Kommentationsfreiheit nicht mehr gewaehrst…
      Du kleiner Zensor Du ;)

    40. misterL schrieb am 22. Januar 2009 at 08:42 - Permalink

      @all

      Ich bin nicht sonderlich naiv,

      Aber auch hinter B.H. Obama werden diverse Hintermänner stehen, deren Geschichte sicherlich auch nicht einfach sein wird.

      aber gestern ging über den Sender, das Obama ein K.O.-Kriterium bei der Einstellung seiner Mitarbeiter hat. Sie dürfen nie für einen Lobbisten gearbeitet haben, falls doch no- chance. Frage doch mal (eine/einer) in Berlin oder irgendeiner beliebigen Landeshauptstadt in D nach, wo ähnliches gilt.

      Obama ist sicherlich kein Messias und er wird sicherlich in vielen Punkten nicht das erreichen, was er so versprochen hat. Allerdings wird er sich auch wenig Freunde im Establishment machen. Alleine das sollte Anlaß für ein wenig Solidarität sein. Macht man unter “Linken” sonst doch auch . ;-)

    41. Pit schrieb am 22. Januar 2009 at 09:07 - Permalink

      @40 Goldener Reiter
      Zweiparteienherrschaft in den USA?
      Ich glaube, die gibt es dort doch schon seit langem nicht mehr; nur noch ein einziges Politprodukt, dass unter zwei verschiedenen Handelsbezeichnungen vermarktet wird.
      (…)

      Ein Glück das dies bei uns nicht der Fall ist…
      Moment…ich sehe da…
      *grübel*
      ääähm…
      ;)

      Wählt Guido “Obama” Westerwelle, den Retter der Nation *hust* *am Kopf kratz*
      Ich glaube die FTP wird bei uns nur gewählt weil die Farbe sich deutlich von den andern Parteien abgrenzt ;)

      Wo war ich doch jetzt ?
      Zurück zum Thema … ;)

    42. Schwitzig schrieb am 22. Januar 2009 at 09:29 - Permalink

      @SF – Danke für den guten Artikel zur Sündenbockproblematik. Es ist einfach, sich vor Verantwortung zu drücken, wenn man sie jemand anderen geben kann :-).

    43. Fiend_THeyde schrieb am 22. Januar 2009 at 09:49 - Permalink

      @ 41 misterL:

      aber gestern ging über den Sender, das Obama ein K.O.-Kriterium bei der Einstellung seiner Mitarbeiter hat. Sie dürfen nie für einen Lobbisten gearbeitet haben, falls doch no- chance.

      Da fragt sich natürlich, was bspw. die Hillary in seinem “Team” verloren hat. :-)

      Frage doch mal (eine/einer) in Berlin oder irgendeiner beliebigen Landeshauptstadt in D nach, wo ähnliches gilt.

      Stand da auch was davon, daß sämtliche Lobbyisten aus allen Ministerien entfernt werden?
      Sorry, aber daran zu glauben, daß Obama die Drehtür ausbaut, fällt mir außerordentlich schwer. Erst recht, weil er die halbe Clinton-Admin reaktiviert und sogar Bush Verteidigungsminister übernommen hat. Die Clintons selbst haben bekanntlich eine Menge Kohle durch sog. “Vorträge” verdient. Dreimal darfst du raten, wer dieses Geld bezahlt. :-)

      Selbst wenn Obama auf abgelegte Praktikanten und Sekretäre verzichten sollte, wird das durch den Rest seines Regierungsteams mehr als ausgeglichen.

      Obama ist sicherlich kein Messias und er wird sicherlich in vielen Punkten nicht das erreichen, was er so versprochen hat.

      Korrekt.

      Allerdings wird er sich auch wenig Freunde im Establishment machen.

      Moment… Obama ist Teil des Establishments. Selbst wenn er besten Willens sein sollte, wird er die Einflüsse seiner Sozialisierung nie vollständig außer Acht lassen können.

      Alleine das sollte Anlaß für ein wenig Solidarität sein.

      Wenn Mr.Change die klitzekleine Bedingung erfüllt, die ich andernorts schon mehrfach dargelegt habe (gesamtes Gulag schließen, Renditions beenden, Opfer entschädigen, Täter der Justiz übergeben), werde ich bereit sein, ihm virtuell die Weichteile zu schaukeln, daß ihm Hören und Sehen vergeht. Dann… und nur dann! :-)

      Macht man unter ?Linken? sonst doch auch . ;-)

      Wußte gar nicht, daß du so idealistisch bist. ;-)

      @35 Horscht:

      Wäre es nicht mal eine Idee vom Troll-Vorwurf Abstand zu nehmen? Ich bezeichne nie jemanden als Troll, bringt doch nichts, das beraubt der Diskussion die Grundlage.

      Zitat Beitrag Nr.23 Horscht

      @SPIEGELFECHTER:
      Und Du bist ein Troll.

      Ich bezeichne nie jemanden als Troll,

      Nie heißt niemals, zu keiner Zeit… auch nicht als Replik!

      Sag mal, teilst du dir den Account mit jemand anderem oder ist dein Gedächtnis einfach sagenhaft schlecht? Falls letzteres zutrifft, solltest du mal was dagegen tun… :-)

    44. salvo schrieb am 22. Januar 2009 at 10:01 - Permalink

      im Grunde beschreibt der Artikel die Funktion der Figur Bush im ver-öffentlichten Bewußtsein ganz gut – man tendiert eben zur Vereinfachung, um klare Verantwortlichkeiten nennen zu können. Sicher was Bush junior einer der maßgeblichen Täter, wenn man ihn so nennen will, aber gerade ein US-Präsident hat in der öffentlichen Wahrnehmenung kaum eine Möglichkeit, die Verantwortung für das eigene Handeln abzuladen, auch wenn es in weit größerem Maße von seiner Umgebung geprägt ist. Der Fehler, zu dem sich die Öffentlichkeit verführen läßt, ist eben der, in einer einfachen Beziehung das politische Handeln des US-Präsidenten allein auf seine Person zuzurückzuführen. In einem Artikel aus einer der guten kritischen ‘progressiven’ US-Medien habe ich mal gelesen, dass Bush Junior vor seinem Machtantritt im Gegensatz vom demokratischen Vorgänger Clinton eigentlich eine nicht interventionistische Außenpolitik vertrat. Erst im Verlauf seiner Präsidentschaft wandelte sich, zumindest äußerlich, seine Position so, wie wir sie kennen. Wenn dem so ist, bestätigt das die These, dass das politische Handeln dex US-Präsidenten im Wesentlichen von den Interessen der ihn umgebenden real herrschenden Machtelite geprägt wird. In der Öffentlichkeit wird er dann sozusagen als symbolische Personifizierung des ‘Bösen’, des ‘Versagens’, explizit geprügelt. Eine Ablenkung.
      Beim Vergleich Obamas mit den ‘Zerstörern’ der europäischen Sozialdemokratie sollte man aber bedenken, dass im Gegensatz zu diesen Obama kein einfaches Produkt der Selektionsprozesse innerhalb des parteipolitischen Establishments ist – welches sich zudem im Auflösung befindet und sich zunehmend mit der ökonomischen Macht verquickt, welche es eigentlich beschränken sollte – sein Erfolg in den primaries erklärt sich eben dadurch, dass er sich als vom Establishment unabhängige Kraft präsentieren konnte. Ob Obama erst jetzt und in welchem Maße im Establishment aufgehen wird oder von Anfang an Teil davon war und seine Unterstützer getäuscht und instrumentalisiert hat, bleibt abzuwarten. Ein weiterer Unterschied liegt darin, dass der interne Aufstieg der Schröder und Blair mit dem ‘neoliberal’ organisierten Niedergang der europ. Sozialdemokratie einhergeht, in dem diese sozusagen intern abgewickelt wird; während Obama zumindest von progressiver Seite die Rolle zugeschrieben wurde, diesen Prozess der Verdrängung großer Teile der Gesellschaft aus der politischen Entscheidungsfindung zu widerstehen – ob und inwiefern er dieser Rolle auch in seinem Amt gerecht werden wird, das werden wir sehen.

    45. Spiegelfechter schrieb am 22. Januar 2009 at 10:26 - Permalink

      @Goldener Reiter

      -> Zensur

      Der Beitrag von Lemmy hatte nichts mit dem Thema zu tun und diente lediglich der Provokation. Ich habe den Herrn Lemmy in der Vergangenheit mehr als einmal eine gelbe Karte gezeigt und ihn darauf hingewiesen, dass ich künftig rein provokative OT-Beiträge kommentarlos lösche.

      Der zweite “zensierte” Kommentar ist eine “lustige” Sache. Der wurde vom Einsteller selbst “zensiert”, um einen Kommentar unter dem Namen “Spiegelfechter” hinterherzuschieben, in dem er schrieb, das “ich” gerne zensiere. Ein Affenzirkus ;-)

    46. Spiegelfechter schrieb am 22. Januar 2009 at 10:33 - Permalink

      @43 Fiend

      Da fragt sich natürlich, was bspw. die Hillary in seinem ?Team? verloren hat. :-)

      Die Ernennung ist eine sehr schlimme Sache – keine Frage. Ich kann man mir das nur mit dem Umstand erklären, dass Clinton für eine mächtige Strömungen in “der Partei” steht und Obama die Gegner in der eigenen Partei einbinden muss, um handlungsfähig zu sein. Umarme Deine Feinde ;-)

    47. Fiend_THeyde schrieb am 22. Januar 2009 at 11:24 - Permalink

      @ 46 SF:

      Die Ernennung ist eine sehr schlimme Sache – keine Frage. Ich kann man mir das nur mit dem Umstand erklären, dass Clinton für eine mächtige Strömungen in ?der Partei? steht und Obama die Gegner in der eigenen Partei einbinden muss, um handlungsfähig zu sein. Umarme Deine Feinde ;-)

      Na, da bin ich mal gespannt, ob das auch so gut klappt wie bei Yps in Hessen. ;-D

      Aber im Ernst: es ist schon drollig… da haben die beiden Kandidaten x-Millionen für ihren Nominierungswahlkampf rausgehauen, die Parteiwähler haben gedacht, sie hätten eine wichtige Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Regierungskonzepten zu treffen und bekommen am Ende beide Kandidaten verpasst.

      Was für deine These von den mächtigen Strömungen spricht ist außerdem, daß sich Obamas Personalauswahl aus zahlreichen ehemaligen Mitgliedern der Clinton-Admin zusammensetzt. Hillary dürfte in etwa einen ähnlichen Personenkreis ausgewählt haben, wäre sie Präsi geworden. Rein taktisch betrachtet, ein ausgesprochen geschicktes Vorgehen, diese Simulation von Differenzen. Verheerend dagegen für diejenigen, die eine Veränderung der US-Politik wünschten und deshalb demokratisch gewählt haben.

      Vor allem die zahllosen Vertreter der sog. “grassroot-movement” werden den entsprechenden Preis an Glaubwürdigkeitsverlust zu zahlen haben. Desillusionierung inklusive. Die Situation erinnert in der Tat ein wenig an den Regierungswechsel 1998. Große Freude, viele Hoffnungen und am Ende standen HIV, Jugoslawien/Irakkrieg, Deregulierung um der Deregulierung willen, inkl. Abwicklung der sog. “Deutschland AG”.

      So ähnlich wird es wohl bei Obama laufen, zumal die Clintons bereits einschlägige Erfahrungen haben, wenn es darum geht, Wahlversprechen bspw. bezgl. eines Gesundheitssystems für alle Bürger zu brechen. Ausreden lassen sich bekanntlich immer finden, weshalb dieser oder jener Sachzwang angeblich die gute Absicht zunichte gemacht hat. Ganz ohne Zutun des Kandidaten, wohlgemerkt… ;-)

      Später mehr…

    48. Goldener Reiter schrieb am 22. Januar 2009 at 11:28 - Permalink

      @45 SF

      Entschuldige, diesen Teil meine obigen Beitrages hatte ich humoristisch gemeint.
      Angreifen wollte ich Dich damit nicht.

      Die Diskussionen mit und um Lemmy habe ich verfolgt; da hat es mich selbst gewundert, dass Du ihm so lange Raum fuer sein Hobbythema geboten hast…fuer einen “Zensor” halte ich Dich nicht.

    49. Mephane schrieb am 22. Januar 2009 at 11:52 - Permalink

      Schöner Artikel, doch dabei stellen sich mir einige Fragen. Wenn George W. Bush wirklich so böse ist, wie dargestellt, müsste es doch naheliegende Gründe dafür geben. Hat er den so bei der Umsetzung des Plans der ?elitären Kreise? versagt, dass man ihn jetzt so fallen lässt? Oder hat er seine Geldgeber einfach nur ?verunterschätzt^^??

      Immerhin, Afghanistan ist besetzt (naja, mehr oder minder), die Pipeline am Start und der Opiumhandel floriert.

      Der Irak ist besetzt, Sadam aufgeknüpft und die Ölgeschäfte scheinen ja nicht ganz so schlecht zu laufen (zumindestens für die amerikanischen Ölspezis).
      Auch die Rüstungsindustrie wird wohl aus beiden Sachen kräftig profitiert haben.

      “Order out of Chaos” – Chaos stiften und dann die Lösung präsentieren!

      Anders gesagt, Bush als Sündenbock ist erwünscht, war womöglich von Anfang an beabsichtigt, damit sie Menschen sich ihren “Messias Obama” herbeisehnen. Bush hat alles richtig gemacht (aus Sicht der Hintermänner), denn er hat

      1. deren Agenda vorangetrieben und
      2. den Nährboden für eine Obama-Euphorie bereitet, die manche bereits mit der anfänglichen Euphorie über Hitlers Machtergreifung vergleichen.

      Ich denke, Obama ist ein Wolf im Schafspelz.

    50. Antenne schrieb am 22. Januar 2009 at 12:06 - Permalink

      @46 Spiegelfechter

      > Da fragt sich natürlich, was bspw. die Hillary in seinem ?Team? verloren hat. :-) <

      “Die Ernennung ist eine sehr schlimme Sache – keine Frage. Ich kann man mir das nur mit dem Umstand erklären, dass Clinton für eine mächtige Strömungen in ?der Partei? steht und Obama die Gegner in der eigenen Partei einbinden muss, um handlungsfähig zu sein. Umarme Deine Feinde ;-)”

      Genau so wirkt Obamas Auswahlverhalten auch auf mich. Er scheint da eine ganz spezielle Strategie zu verfolgen, was die Kontrolle über “potentielle Gegner” betrifft…die “Einbindung” der gleichen greift ja bis hinein ins Evangelisten Lager, siehe Rick Warren als “Vorbeter” bei der Vereidigung..

      Ich will ehrlich sein, ich persönlich erlaube mir bislang noch kein Urteil über Obama…setze meine Hoffungen aber umsomehr ins “progressive Lager” um ihn, von dem ich mir unermüdliches Engagment erwarte, die wirklichen “Changisten” müssen jetzt wirklich alles geben und dürfen nicht müde werden… Dieses Engagment beobachte und verfolge ich genau, weil ich mich davon intspirieren lassen möchte….Es wird sich zeigen wer Format hat und sich selbst und seinen Zielen treu bleibt.

    51. postgrün schrieb am 22. Januar 2009 at 12:21 - Permalink

      Leute, bevor ihr euch über den “Wolf im Schafspelz” (lol) Obama ereifert, der erst 1,5 Tage regiert und in der Zeit schon mehr echte Reformen durchgeführt hat als unsere Groko seit 2005, kehrt doch erst mal vor eurer eigenen Tür.

      http://blogs.telegraph.co.uk/ambrose_evans-pritchard/blog/2008/12/19/germany_is_already_collapsing

      http://www.heise.de/newsticker/Bundeskanzlerin-Medien-muessen-gerade-bei-Krisen-Orientierung-bieten–/meldung/122140

      Wer sich von pummeligen Seeheim-Gurken, dem Glos-Bär, von CDU und Guido Westerwelle im engen Verbund mit PR-Agenturen und “Qualitätsmedien” wie Spiegel Online und Bild (lol) brav regieren lässt, hat nun wirklich kein Recht, irgendwie hochnäsig auf die USA und ihre weitaus linkere, intellektuellere, jüngere und frischere US-Administration herabzublicken. Dort Obama, hier Roland Koch. Tja, so ist das eben.

    52. Lago schrieb am 22. Januar 2009 at 12:31 - Permalink

      Zu Bill Clinton: Soo positiv wurde der doch zumindest zum Ende seiner Amtszeit auch nicht gesehen. Anders als in Europa empfand ich die Einstellung gegenüber Clinton bei den Amerikanern als sehr zweispältig. Und war diese Gespaltenheit nicht vielmehr der Grund dafür, dass G.W.Bush sich überhaupt als Kandidat durchsetzen konnte?
      Clintons Ansehen stieg natürlich kontinuierlich, in dem Maße, wie sein Nachfolger an Reputation verlor und den Kontrast verstärkte.

    53. Mephane schrieb am 22. Januar 2009 at 12:54 - Permalink

      @postgrün:

      Ich habe weder SPD, CDU noch FDP gewählt. Inwiefern “lasse ich mich regieren” von ihnen? Ich lese keine Bild-Zeitung, und ein vielfaches mehr an unabhängigen Blogs und Medien als an Mainstream-Nachrichten (letztere auch eher, um mir ein Bild zu machen, was gerade die “offiziellen Wahrheiten” sind). Roland Koch ist ein Wolf im Wolfspelz, und? Soll man das in jedem Beitrag erwähnen, oder nach jedem Absatz beteuern, dass die politische Lage hierzulande auch nicht besser ist?

      P.S.: Obama ist links? Dass ich nicht lache.

    54. Antenne schrieb am 22. Januar 2009 at 12:56 - Permalink

      51 postgrün

      yo, da haben wir wahrlich alle Hände voll zu tun mit dem Kehren ! Die Hessenwahl war für mich wie eine Mahnung, mich endlich mal intensiver mit der eigenen Lokalpolitik zu befassen, was ich bislang sträflich vernachlässigt habe (wohl auch weil ich bislang nirgendwo so richtig sesshaft werden konnte) Nun wohne ich aber doch schon länger an einem Ort und die Ausrede zählt nicht mehr.

      PS:
      das Kehrwochenschild hängt nun auch schon wieder mind. 2 Wochen vor unserer Tür, also denn, ab an den Besen mit mir..

    55. postgrün schrieb am 22. Januar 2009 at 13:01 - Permalink

      Na, lieber Mephane, Politik und Geschichte als etwas hinzustellen, das ausschliesslich von irgendwelchen dunklen Hintermännern (??) gesteuert wird, woran man selbst nichts ändern kann, ausser sich zu beklagen, ist auch nicht so furchtbar links.

      Obamas Politik hat in unserer deutschen Politiklandschaft die grösste Schnittmenge mit der Linkspartei. Nun finden manche ja auch die Linkspartei nicht so sehr links, eher alt-sozialdemokratisch, aber was ist Obamas Politik denn sonst, wenn nicht links? Rechts? Und wen hätten die US-Amerikaner denn eigentlich wählen müssen, um dich zufriedenzustellen? Den Ultraneoliberalen Ron Paul? Rofl.

    56. misterL schrieb am 22. Januar 2009 at 13:02 - Permalink

      @postgrün #51

      100% Zustimmung. Die VTler haben bereits wieder Witterung aufgenommen. ;-)

    57. Fiend_THeyde schrieb am 22. Januar 2009 at 13:15 - Permalink

      @ 51 postgrün:

      Leute, bevor ihr euch über den ?Wolf im Schafspelz? (lol) Obama ereifert, der erst 1,5 Tage regiert und in der Zeit schon mehr echte Reformen durchgeführt hat als unsere Groko seit 2005, kehrt doch erst mal vor eurer eigenen Tür.

      Die Großkotz ist als Maßstab ja wohl völlig ungeeignet. Wenns das schon gewesen sein soll, daß Mr.Change besser als “Angie” ist, na dann dank ich schön! Und die USA sind Teil unserer Tür. Wir dürfen nämlich seit Jahrzehnten die Suppe auslöffeln, deren Rezeptur ab 1980 dort zusammengerührt und unter gütiger Mithilfe der lieben Verbündeten weltweit verbreitet wurde.

      Er mag erst 1,5 Tage im Amt sein, doch gewählt ist er schon länger. Wenns darum geht, die Wirtschaftskrise zu bewältigen (aka den “Investoren” ihre Profite zu garantieren), ist der Herr schon ziemlich umtriebig und redselig gewesen, während er zum Gazakrieg nullkommnullminus gesagt hat, was auch ganz richtig als Zustimmung gewertet wurde.

      Die Gefangenen im Gulag haben übrigens keine Zeit, bis sich der Herr Superstar sortiert und gemütlich im Weißen Haus eingerichtet hat. Die sitzen nämlich nachwievor in Käfigen unter freiem Himmel oder verrotten in irgendeiner Zelle auf Bagram oder in Bondsteel oder im Irak oder in Afghanistan oder wo die Bushisten sonstnoch Lager eingerichtet haben. Erklärt hat er im Wahlkampf, er würde Guantanamo (nur Guantanamo!) schließen lassen und zwar am Tag seiner Amtseinführung. Kaum ist er gewählt, wird die Zeitspanne länger und länger. An eine juristische Aufarbeitung der Bush-Ära ist nicht gedacht (“man muß nach vorne blicken”).

      Manche scheinen wirklich zu glauben, Obama sei ein “Mann von der Straße”. Aber er ist nicht Jello Biafra. Der hat übrigens auch mal kandidiert – als Bürgermeister für San Francisco. Er wurde zwar nicht gewählt, hat allerdings relativ viel Stimmen bekommen, obwohl er über keine gutgefüllte Wahlkampfkasse, gesponsert aus den Kreisen der Wirtschaft, verfügte. Der Name zog, da bekannt. Also erinnerte man sich plötzlich daran, daß es eine Regelung gäbe, nach der Kandidaten nur mit ihrem realen Namen antreten dürften und untersagte Biafra die Verwendung seines Künstlernamens.

      Gegen Bush wäre übrigens selbst eine Schaufensterpuppe nicht gänzlich chancenlos gewesen, so beliebt war der selbsternannte “Texaner” am Ende seiner Amtszeit. Obama hätte überhaupt nicht kandidieren können, wenn von ihm tatsächlich zu erwarten gewesen wäre, er würde die USA im Sinne einiger grassrootler verändern, die dort als “leftisten” gelten. Dann hätte ihn nämlich niemand mit den Wahlkampfspenden unterstützt, ohne die eine erfolgreiche (!) Kandidatur in Amiland ausgeschlossen ist. Die schöne Legende, es seien vor allem die Ersparnisse von “Joe und Lisa no-sixpack-cause-no money” gewesen, die seine Kasse gefüllt hätten, ist nicht mehr als das: eine schöne Legende.

      Die Spenden, die es ihm ermöglicht haben, mehr rauszublasen als Mrs.Clinton höchstderoselbst, kamen selbstredend aus den Reihen des militärisch-industriellen Komplexes. Denen ist er verpflichtet, nicht irgendwelchen Bürgerrechtlern aus Kleinkleckersdorf, die in Erinnerung an den wirklich großen Martin Luther King schwelgen möchten.

      Wer sich von pummeligen Seeheim-Gurken, dem Glos-Bär, von CDU und Guido Westerwelle im engen Verbund mit PR-Agenturen und ?Qualitätsmedien? wie Spiegel Online und Bild (lol) brav regieren lässt, hat nun wirklich kein Recht, irgendwie hochnäsig auf die USA und ihre weitaus linkere, intellektuellere, jüngere und frischere US-Administration herabzublicken. Dort Obama, hier Roland Koch. Tja, so ist das eben.

      Offensichtlich glaubst du, wenn du Obama bejubelst, würde dich das von deiner eigenen Veranwortung für obige Zustände freisprechen, die du so großzügig “uns” in die Schuhe schieben möchtest. :-)

      Intellektuelle werden in Amiland übrigens nicht gewählt. Schon den Vorwurf vergessen, der Obama Intellektualismus vorwarf? Außerdem verwechselt du link mit links. Und imübrigen wirst du ja sehen, daß es mit Mr.Change nicht soweit her ist, wie du dir erhoffst/erträumst.
      Die Laufzettel nach Afghanistan werden für die Truppen im Irak schon ausgestellt. Nix Frieden und Glückseligkeit, sondern nur eine militärische Schwerpunktverlagerung! :-)

    58. salvo schrieb am 22. Januar 2009 at 13:21 - Permalink

      Russ Baker über die Kräfte hinter der Ära Bush, mit welchen auch die Administration Obamas konfrontiert sein wird

      “Obama Should Worry About the Bush Family Tentacles Undermining His Plans
      Bush may be gone, but his influence — and the forces that put him in office — aren’t.”

      http://www.alternet.org/story/121243/obama_should_worry_about_the_bush_family_tentacles_undermining_his_plans/?page=2

    59. Mephane schrieb am 22. Januar 2009 at 13:28 - Permalink

      Na, lieber Mephane, Politik und Geschichte als etwas hinzustellen, das ausschliesslich von irgendwelchen dunklen Hintermännern (??) gesteuert wird, woran man selbst nichts ändern kann, ausser sich zu beklagen, ist auch nicht so furchtbar links.

      Wo habe ich behauptet, dass meine Meinung in dieser Hinsicht etwas mit einer politischen Ausrichtung zu tun hat?

      Obamas Politik hat in unserer deutschen Politiklandschaft die grösste Schnittmenge mit der Linkspartei. Nun finden manche ja auch die Linkspartei nicht so sehr links, eher alt-sozialdemokratisch, aber was ist Obamas Politik denn sonst, wenn nicht links? Rechts? Und wen hätten die US-Amerikaner denn eigentlich wählen müssen, um dich zufriedenzustellen? Den Ultraneoliberalen Ron Paul? Rofl.

      Es mag für Sie paradox erscheinen, aber es gibt in Demokratien womöglich Situationen, wo man sich bei Wahlen nur zwischen verschiedenen Übeln entscheiden kann, die z.T. nicht einmal unterschiedlich groß sind, sondern nur jeweils auf andere Art übel sind.

      Selbst falls Obama in der Summe besser sein sollte als Bush, McCain, Merkel, Koch oder welche Namen auch immer jemand noch in den Raum werfen mag, heißt das nicht, dass er ein guter Präsident (aus Sicht des Volkes) ist.

      P.S.: Was sonst sind all die Lobbyisten, Stiftungen und “Berater” wenn nicht Hintermänner der Politik?

    60. postgrün schrieb am 22. Januar 2009 at 13:33 - Permalink

      @Mephane

      Man muss auch die spezielle US-Variante von “links” (-liberal) berücksichtigen, die auf Europäer manchmal abstossend patriotisch und etwas fremd wirkt. Da sieht man dann eher das trennende als das verbindende, und das Misstrauen aufgrund der letzten 30 jahre realer US-Politik ist natürlich groß, das verstehe ich gut.

      Aber es ist dort ein Patriotismus, der sich explizit auf die immer noch sehr moderne US-Verfassung stützt, die wiederum geschichtlich direkt mit der französischen Revolution verknüpft ist – und links! – damals waren das revolutionäre Frankreich und die sich emanzipierende ehemalige Kolonie so mit das modernste und linkeste, was es an Politik gab. Hier fand ich dieses Selbstverständnis (moderater) US-Linker ganz gut beschrieben:

      http://www.dailykos.com/storyonly/2009/1/20/17126/7553/784/686702

      Und andererseits sind sie auch geprägt vom kalten Krieg – und dass der Ostblock, und somit der “Communism”, links gewesen sei, bezweifelten z.B. auch die DDR-Punks oder die Dissidenten, die die runden Tische nach der Wende starteten.

      Wie dem auch sei, die Welt ist nicht schwarzweiß, sondern kompliziert, aber bisher spricht für mich wenig dagegen, dass Obama eine – im US-Rahmen realistische! – linke Politik vertritt. Antirassismus, Gleichberechtigung, Lobbyisten rauswerfen, Bevölkerung in Entscheidungsprozesse direkt einbinden/direkte Demokratie, etc.

      Wäre er jetzt noch linker (aufgetreten), wäre er dort nie gewählt worden. Und wenn ich sehe, wie Rechte ihn hassen, und gemässigt Rechte ihn als “Messias” verspotten, bin ich erst mal solidarisch mit ihm, seine Antrittsrede fand ich auch ziemlich gut. Man beachte z.B. die zarte Kritik am Markt – sowas hat man dort lange, lange nicht gehört von einem US-Präsidenten. Vielleicht sind meine Ansprüche auch kleiner als deine.

      @”Selbst falls Obama in der Summe besser sein sollte als Bush, McCain, Merkel, Koch oder welche Namen auch immer jemand noch in den Raum werfen mag, heißt das nicht, dass er ein guter Präsident (aus Sicht des Volkes) ist.”

      - klar. Im Moment hat er aber so um die 80% Zustimmung – wenn man den Umfragen Glauben schenkt. Und was ist die Alternative? Auf eine Revolution warten, während die Bushs und McCains dieser Welt regieren?

      @”P.S.: Was sonst sind all die Lobbyisten, Stiftungen und ?Berater? wenn nicht Hintermänner der Politik?”

      Sie beziehen ihre Macht aber nur aus der mangelnden Bildung, dem mangelnden Selbstbewusstsein und der Zersplitterung des Souveräns, der Bevölkerung. Natürlich verfügen sie über ausgefeilte Mittel zur Meinungssteuerung, und diese werden skrupellos angewendet. Was dann diese Ohnmachtsgefühle erzeugt. Aber wie das Beispiel Obama zeigt, ist es durchaus möglich, die Leihbeamten aus den Ministerien zu werfen, statt PNAC-Ideen Ideen linker thinktanks aufzugreifen, etc. Je mehr man sich aber den Ohnmachtsgefühlen hingibt oder gegeneinander aufhetzen lässt oder unrealistische Maximalforderungen oder Experten naiv vertraut, desto größer ihre Macht. Und umgekehrt.

    61. Spiegelfechter schrieb am 22. Januar 2009 at 13:41 - Permalink

      @Fiend

      Und die USA sind Teil unserer Tür. Wir dürfen nämlich seit Jahrzehnten die Suppe auslöffeln, deren Rezeptur ab 1980 dort zusammengerührt und unter gütiger Mithilfe der lieben Verbündeten weltweit verbreitet wurde.

      Das ist mir etwas viel Opferrhetorik und klingt schon fast nach dem Merkel ;-)
      Fakt ist doch vielmehr, dass die Suppe sicherlich zuerst in USA und GB gekocht wurde, aber in D nicht nur mit Genuß verzehrt, sondern das Rezept hierzulande verfeinert und weiterentwickelt wurde. Heute sind wir einer der letzten Staaten, in denen diese Suppe immer noch Nationalgericht ist. Nicht über den Atlantik schauen, als Rot-Grün hier die Suppe so richtig aufgetischt hat, war diese Speise in den USA schon wieder out.

      Er mag erst 1,5 Tage im Amt sein, doch gewählt ist er schon länger. Wenns darum geht, die Wirtschaftskrise zu bewältigen (aka den ?Investoren? ihre Profite zu garantieren), ist der Herr schon ziemlich umtriebig und redselig gewesen, während er zum Gazakrieg nullkommnullminus gesagt hat, was auch ganz richtig als Zustimmung gewertet wurde.

      Sein Schweigen zu Gaza ist schändlich – d´accord. Aber ihn als “Bail-Out-Papst” darzustellen, geht doch ein wenig am Kern vorbei. Neben den leider unvermeidbaren Spritzen in den Kapitalmarkt, besteht sein Notprogramm (zumindest die Dinge, die im Wahlkampf publiziert wurden) idT eher einem echten Konjunkturprogramm, dass unten ansetzt und in Deutschland eher den Vorstellungen eines Lafontaine entspricht.

      An eine juristische Aufarbeitung der Bush-Ära ist nicht gedacht (?man muß nach vorne blicken?).

      Damit hätte wohl auch nur hoffnungslose Optimisten gerechnet ;-)

      Manche scheinen wirklich zu glauben, Obama sei ein ?Mann von der Straße?.

      Wer glaubt das?

      Gegen Bush wäre übrigens selbst eine Schaufensterpuppe nicht gänzlich chancenlos gewesen, so beliebt war der selbsternannte ?Texaner? am Ende seiner Amtszeit.

      *lol*
      Kerry ist zwar sicher kein Genie, aber mehr Profil als eine Schaufensterpuppe hatte er schon. Dennoch wollte(!) das amerikanische Volk Bush haben.

      Obama hätte überhaupt nicht kandidieren können, wenn von ihm tatsächlich zu erwarten gewesen wäre, er würde die USA im Sinne einiger grassrootler verändern, die dort als ?leftisten? gelten.

      Natürlich nicht – aber zwischen “weiß” und “schwarz” gibt es viele Grautöne und wenn Obama ein “helleres Grau” sein wird, ist das schon mal eine sehr gute Sache.

      Die Spenden, die es ihm ermöglicht haben, mehr rauszublasen als Mrs.Clinton höchstderoselbst, kamen selbstredend aus den Reihen des militärisch-industriellen Komplexes.

      Quatsch! Sie kamen aus einem Querschnitt der US-Wirtschaft. Wall-Street und Hollywood waren m.W. die größten Spender für Obama – dies ist aber keineswegs neu. Wall-Street ist bei jedem Kandidaten der größte Spender und Hollywood gibt traditionell dem demokratischen Kandidaten mehr Geld, als dem republikanischen.

      Intellektuelle werden in Amiland übrigens nicht gewählt. Schon den Vorwurf vergessen, der Obama Intellektualismus vorwarf?

      Das ist in D aber genauso ;-)

    62. Spiegelfechter schrieb am 22. Januar 2009 at 13:43 - Permalink

      @Mephane

      Selbst falls Obama in der Summe besser sein sollte als Bush, McCain, Merkel, Koch oder welche Namen auch immer jemand noch in den Raum werfen mag, heißt das nicht, dass er ein guter Präsident (aus Sicht des Volkes) ist.

      Vox populi, vox Rindvieh – Merkel ist (aus Sicht des Volkes) auch eine gute Kanzlerin. Was heißt das schon?

    63. Comorius schrieb am 22. Januar 2009 at 13:55 - Permalink

      @postgrün:
      Da ich keine Hesse bin, hab ich mit der Wahl nicht viel zu tun. Und Groko (keine der beiden Parteien) hab ich 2005 nicht gewählt. Da ich aber in einer Demokratie lebe, akzeptiere ich die Koalitionsbildung, welche uns bis Herbst 2009 regiert. Nur, weil mir das Ergebnis beim besten Willen nicht passte, fange ich jetzt nicht an, mich als Totalverweigerer zu sehen, der alles und jeden kritisiert und bockig wird.

      Aber ich verfalle halt auch nicht diesem Obama Hype, wie die, die mit Scheuklappen anscheinend jedes Wort von ihm aufsaugen und in allem und jedem das Wort “Hoffnung” hineininterpretieren.

      Die Schließung von Guantanamo finde ich gut, keinen Zweifel, aber ich bemesse den neuen Präsidenten der USA halt daran, was er für Taten in der Vergangenheit getan hat (z.B. seine Kabinettszusammenstellung), in der Gegenwart (Guantanamo) tut und in der Zukunft (Afghanisten, Irak, Parkistan) tun wird.

      “[...] damals waren das revolutionäre Frankreich und die sich emanzipierende ehemalige Kolonie so mit das modernste und linkeste, was es an Politik gab.”

      Und wie die Geschichte es gezeigt hat, hat Robbespierre dies auch einige Jahre später zu wissen genutzt, als die Guiotinne durchs Land fuhr.

      Eigentlich erwarte ich, wenn Herr Obama und seine Jungs (und Mädels) stolz auf ihre Verfassung sind, dass sie die restriktiven Gesetzte, die unter Herrn Bush beschlossen worden sind, wieder aufheben (Patriot Act I&II, John Warner Defence Act, etc). Dazu wird es aber nicht kommen, im Gegenteil.

    64. postgrün schrieb am 22. Januar 2009 at 14:00 - Permalink

      @Fiend

      Klar, Jello Biafra hätte auch meine Stimme! Aber was hilfts, es gibt eben x Leute, die ganz anders gestrickt sind und ihn nie wählen würden. Obama ist somit ein ziemlich guter Kompromiss.

      In den Gaza-Konflikt hat er sich schon eingeschaltet.

      Guantanamo ist juristisch wohl ziemlich kompliziert. Und so sehr das ein abscheuliches Verbrechen war – man darf auch nicht vergessen, dass neben völlig Unschuldigen und 15-Jährigen Kindersoldaten dort auch echte Fanatiker und Mörder sitzen, und das Problem ist wohl, was tun mit denen. Juristisch.

      Obama ist intellektuell (“belesen”), und er wurde gewählt.

    65. Mephane schrieb am 22. Januar 2009 at 14:07 - Permalink

      @postgrün:

      Im Moment hat er aber so um die 80% Zustimmung – wenn man den Umfragen Glauben schenkt. Und was ist die Alternative? Auf eine Revolution warten, während die Bushs und McCains dieser Welt regieren?

      Das ist eine gute Frage, auf die ich leider auch keine Antwort weiß. Aber wie die Schafe Obama jubelnd und kritiklos hinterherzurennen (nicht, dass Sie das tun würden, aber zu viele tun es doch), ist definitiv der falsche Weg. Ich hätte bei der US-Präsidentschaftswahl vermutlich ungültig gestimmt…

      @SF:

      Vox populi, vox Rindvieh – Merkel ist (aus Sicht des Volkes) auch eine gute Kanzlerin. Was heißt das schon?

      Was? Wer sagt das? Hab ich was verpasst? ;)

      Mit “aus Sicht des Volkes” meine ich keine Umfrageergebnisse, sondern eine Politik für die Menschen, für alle Menschen, und nicht die Lobbies. Also die Sicht, die die Menschen hätten, wenn man ihnen das Brett vorm Kopf entfernen würde.

    66. Spiegelfechter schrieb am 22. Januar 2009 at 14:20 - Permalink

      @Mephane

      Mit ?aus Sicht des Volkes? meine ich keine Umfrageergebnisse, sondern eine Politik für die Menschen, für alle Menschen, und nicht die Lobbies. Also die Sicht, die die Menschen hätten, wenn man ihnen das Brett vorm Kopf entfernen würde.

      Siehste mal und da (ich sehe das genau so) kriegen wir genau das Problem, dass die Intelligenzija im Kommunismus hatte – wir interpretieren den “wahren” Willen unserer Mitmenschen, die nicht das sehen können, was wir zu sehen glauben. Das ist immer problematisch und auch nicht sonderlich demokratisch. “Wir” können informieren und agitieren, aber dennoch müssen wir den Willen des Volkes akzeptieren. Wenn unsere netten Mitbürger nun einmal das Merkel toll finden und aus Protest die FDP wählen *kopfschüttel*, dann dürfen wir uns nichts vormachen – wir sind Freaks und nicht mehr.

    67. chapu schrieb am 22. Januar 2009 at 14:40 - Permalink

      “…beim Irak-Krieg bewahrte nur die Kanzlerschaft Schröders das Land vor einer Teilnahme an einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg…”???

      s. Freitag 41
      14.10.2005
      Jürgen Rose
      Gewissen in Aufruhr
      http://www.freitag.de/2005/41/05410601.php

      [Copy&Paste aus dem verlinkten Artikel entfernt/sf]

    68. chapu schrieb am 22. Januar 2009 at 14:43 - Permalink

      s. auch Freitag 20
      16.05.2008
      Jürgen Rose
      Friedensverräter
      http://www.freitag.de/2008/20/08200101.php

      [Copy&Paste aus dem verlinkten Artikel entfernt/sf]

    69. postgrün schrieb am 22. Januar 2009 at 15:16 - Permalink

      @66SF

      Ja, das ist das große Dilemma: Denn auch andersrum – wenn die lieben demokratischen Mitbürger ihren Verstand und ihre Rechte gerne ganz demokratisch an der Wahlurne abgeben möchten wie 1933 – ist es dann nicht doch demokratisch, ihnen das ganz undemokratisch zu verbieten? Siehe auch den – eigentlich undemokratischen! Umgang mit der NPD, aufgrund der Geschichte.

      @”Mit ?aus Sicht des Volkes? meine ich keine Umfrageergebnisse, sondern eine Politik für die Menschen, für alle Menschen, und nicht die Lobbies. Also die Sicht, die die Menschen hätten, wenn man ihnen das Brett vorm Kopf entfernen würde.”

      Naja, das Brett ist ja teilweise nichtmal da. Von Mindestlohn bis Bahnprivatisierung, von Kriegsbeteiligungen bis hin zu allgemeinem Unwillen über den Neoliberalismus gibt es ja durchaus Mehrheiten dagegen – aber unsere “Elite” (??) setzt sich, höchst undemokratisch, auf dubios-ideologischen “Expertenrat” hin, darüber hinweg – eigentlich genau wie die vom SF beschriebene KP-Intelligenzjia.

      Andererseits erklärte man uns das in der Schule immer mit der Todesstrafe als Beispiel – selbst wenn eine Mehrheit die einführen will, gibts das nicht, Verfassung verbietet es.

      Komplexes Thema also! Zum Glücj gibt es ja schon auch sowas wie Fortschritt in der Geschichte und im Bewusstsein der Menschen. Demokratie ist zum Glück doch noch recht beliebt, und die, die sie aktuell klammheimlich gerne zurückdrängen wollen, statt sie noch zu verstärken, wie viele in der CDU, müssen dies eben klammheimlich und mit viel Heuchelei und Salamitaktik tun. Lassen wir sie nicht damit durchkommen, Freaks hin, Freaks her.

    70. misterL schrieb am 22. Januar 2009 at 17:22 - Permalink

      @postgrün #69

      Die Ironie unserer Demokratie ist ja …

      Naja, das Brett ist ja teilweise nichtmal da. Von Mindestlohn bis Bahnprivatisierung, von Kriegsbeteiligungen bis hin zu allgemeinem Unwillen über den Neoliberalismus gibt es ja durchaus Mehrheiten dagegen – aber unsere ?Elite? (??) setzt sich, höchst undemokratisch, auf dubios-ideologischen ?Expertenrat? hin, darüber hinweg – eigentlich genau wie die vom SF beschriebene KP-Intelligenzjia.

      daß jene Demokraten, den sich entwicklenden Demokratieverdruß erzeugen, aber bei (vermeintlich) radikalen Parteiein wie einst die GRÜNEN oder heuer die Linken als Gefahr der Demokratie an Sich sehen.

      Die neuerliche Expertenleistung scheint ja die CO²-Besteuerung zu werden, wie heute sogar der Spiegel frozelte.

    71. Sukram71 schrieb am 22. Januar 2009 at 17:27 - Permalink

      Naja, die Lage ist eben wirklich sehr schlecht. Und Obama sieht ein bisschen aus wie ein “Messias”, redet ein bisschen wie ein “Messias” und die Leute *brauchen* auch unbedingt einen Hoffnungsträger, der ihnen Zuversicht vermittelt und zum “anpacken” motiviert.

      Deswegen hab ich erstmal nichts dagegen, dass der so hochgepusht wird. Das scheint ja auch ein wirklich sehr intelligenter und integrer Mann zu sein, der sich ernsthafte Gedanken macht, wie er den Menschen helfen kann.

      Dass Obama zunächst mal hauptsächlich US-Interessen vertritt, wird man dem US-Präsidenten hoffentlich erstmal nachsehen. :) Und dass die USA ihre riesigen Problem in den Griff kiegen liegt ja leider auch in unserem Interesse.

      So jemanden bräuchten wir vielleicht auch bei uns. Aber natürlich auch keinen, der mit großer Show die Staatsverschuldung verdreifacht. Aber Merkel & Co. machen einen ja echt ganz dröge.

      Und Bush ist und war natürlich ein guter Sündenbock.
      Aber das schlimme ist ja, dass er ja auch tatsächlich an sehr vielen schlechten Entwicklungen Schuld hat. Zumindest lagen die auch in seinem Verantwortungsbereich. Z. B. dass man die Finanzaufsicht in den USA über die Jahre ganz bewusst so zusammengeschmolzen hat, wie ich gelesen habe. Und für viele andere Dinge trägt Bush die direkte Verantwortung.

      Und so wie sich die Bush-Truppe Mühe gegeben hat das, mit allen Tricks und Kniffen, durchzusetzen … Nur mal z. B. http://www.leadingtowar.com/
      Das waren einfach auch absolute Profis im Politik durchsetzen und Leute betrügen.

    72. Fiend_THeyde schrieb am 22. Januar 2009 at 17:58 - Permalink

      @ 61 SF:

      Das ist mir etwas viel Opferrhetorik und klingt schon fast nach dem Merkel ;-)

      Ui, das ist bös´. ;-)

      Fakt ist doch vielmehr, dass die Suppe sicherlich zuerst in USA und GB gekocht wurde, aber in D nicht nur mit Genuß verzehrt, sondern das Rezept hierzulande verfeinert und weiterentwickelt wurde. Heute sind wir einer der letzten Staaten, in denen diese Suppe immer noch Nationalgericht ist. Nicht über den Atlantik schauen, als Rot-Grün hier die Suppe so richtig aufgetischt hat, war diese Speise in den USA schon wieder out.

      Eigentlich müßtest du wissen, daß ich nicht zu denen gehöre, die den “Amis” für alles die Schuld geben und so ihre eigene Verantwortung abzuwälzen suchen. Und daß 1998 (respektive 2002) die Speise in den USA schon wieder out gewesen sein soll, würde ich nicht so sehen. Bis letztes Jahr die berüchtigte Immobilienblase geplatzt ist, haben doch weltweit alle, inkl. “der Amis”, fröhlich Schneebälle geworfen und gezockt, daß es nur so rauschte (im Blätterwald, vor Begeisterung).

      Sein Schweigen zu Gaza ist schändlich – d´accord. Aber ihn als ?Bail-Out-Papst? darzustellen, geht doch ein wenig am Kern vorbei. Neben den leider unvermeidbaren Spritzen in den Kapitalmarkt, besteht sein Notprogramm (zumindest die Dinge, die im Wahlkampf publiziert wurden) idT eher einem echten Konjunkturprogramm, dass unten ansetzt und in Deutschland eher den Vorstellungen eines Lafontaine entspricht.

      Nun, Bushs drei Billionen Dollar “Bail out” hat er mitgetragen und denkt nicht einmal im Traum daran, das Paket dahingehend abzuändern, daß ein paar Kontrollen bei der Geldvergabe stattfinden. Damit befindet er sich allerdings in guter Gesellschaft. Die Dinge, die im “Wahlkampf publiziert wurden”, gelten bereits bei Guantanamo nicht mehr… und da müßte er keinerlei Rücksichten nehmen oder Kompromisse schließen.

      Clinton hat – wie du dich gewiß erinnerst – damals die Wahl u.a. deswegen gewonnen, weil er ein Krankenversicherungssystem für alle versprach. Ein halbes Jahr nach seiner Amtseinführung wurde das Vorhaben gecancelt. Warten wir also ab, was aus Obamas Wahlkampfversprechen tatsächlich wird. Vertrauensvorschuß gibts von meiner Seite für keinen Politiker mehr… ganz gleich, welcher Herkunft er ist oder welcher Partei er angehört.

      Damit hätte wohl auch nur hoffnungslose Optimisten gerechnet ;-)

      In der Tat. ;-)
      Angesichts des allumfassenden “yes we can” und “change” Gedöns, entlastet dies jedoch den neuen Präsi keinesfalls. Er macht sich stattdessen Sorgen deswegen, daß die Gulag-Insassen Schadensersatzprozesse führen könnten. Dagegen möchte er schon was unternommen wissen.

      Wer glaubt das?

      Das frage ich mich auch. Deswegen das Wörtchen “scheinen”. Auf Democratic Underground gibt es so einige, die offenbar Mr.Change für ein Mitglied der “Grassroot-Bewegung” halten. Hier hofft ebenfalls der eine oder andere, Obama werde sich von den Grassrootlern in deren Sinne beeinflussen lassen. Man müsse nur ordentlich Druck machen…

      *lol*
      Kerry ist zwar sicher kein Genie, aber mehr Profil als eine Schaufensterpuppe hatte er schon. Dennoch wollte(!) das amerikanische Volk Bush haben.

      Was hat denn Kerrys Profil, bzw. dessen erfolglose Kandidatur, mit den Beliebtheitswerten zu tun, die Bush AM ENDE SEINER AMTSZEIT zu verzeichnen hatte? Da wollte das amerikanische Volk Bush eben nicht mehr haben. Mir erschließt sich der Zusammenhang gerade nicht so richtig. ;-)

      Natürlich nicht – aber zwischen ?weiß? und ?schwarz? gibt es viele Grautöne und wenn Obama ein ?helleres Grau? sein wird, ist das schon mal eine sehr gute Sache.

      Naja, die Gulaginsassen haben allerdings schon ziemlich viele Jahre ihres Lebens und wohl einen großen Teil ihrer Gesundheit eingebüßt. Ein etwas helleres Grau dürfte sie nicht sonderlich trösten können, genausowenig die Angehörigen. An Bush wurden zum Schluß überhaupt keine Ansprüche mehr gestellt, doch wenn jemand mit großem Pathos von “Wechsel” spricht, muß er sich auch mit diesem Maßstab messen lassen. Wir wollen mal nicht vergessen: einen “change” im Oval-Office hätte es so oder so gegeben, da Bush nicht noch einmal kandidieren durfte, bzw. selbst für die GOP untragbar geworden war.

      Der Wechsel der Personen an sich, ist daher zunächst mal keine Leistung, für die man Obama um den Hals fallen müßte, denn dieser Wechsel hätte selbst dann stattgefunden, wenn er _nicht_ gewonnen hätte. Daß Bush weg ist, ist nicht Obamas Verdienst. Schulterklopfen dafür deshalb unnötig. Gemessen an den Versprechen und dem Pathos, mit dem Mr.Change seinen Wahlkampf geführt hat, war sein Start ziemlich mau. Das “Gräben zuschütten, Gemeinsamkeiten schaffen” Geschwätz bei seiner Amtseinführung war ganz gewöhnlicher Standard bei solchen Gelegenheiten. Selbst Bush hat damals solche Töne angeschlagen… was daraus wurde, wissen wir.

      Quatsch! Sie kamen aus einem Querschnitt der US-Wirtschaft. Wall-Street und Hollywood waren m.W. die größten Spender für Obama – dies ist aber keineswegs neu. Wall-Street ist bei jedem Kandidaten der größte Spender und Hollywood gibt traditionell dem demokratischen Kandidaten mehr Geld, als dem republikanischen.

      Quatsch? Entschuldige, aber das ist Quatsch! ;-)

      “Dies ist keineswegs neu” ist kein Argument, wie du weißt.
      Du willst mir doch bitte nicht erzählen, daß die Wallstreet und der militärisch-industrielle Komplex nichts miteinander zu tun haben, oder? Du möchtest doch nicht behaupten, daß Hollywood nicht mit der US-Army zusammenarbeitet, respektive das Pentagon keinen Einfluß auf die Projekte der Traumfabrik nimmt? Also bitte… Full Metal Jacket bspw. wurde nicht umsonst in England gedreht und nicht, wie ursprünglich beabsichtigt, in Hollywood. Die Army hatte was gegen das Drehbuch und Kubrick war nicht bereit, es umzuschreiben – wie es sonst üblich ist, wenn die Army Einwände macht.

      Das Kriegsgerät gehört zwar dem amerikanischen Steuerzahler, aber die Army macht die Mitarbeit bei Filmprojekten bekanntlich davon abhängig, daß das Drehbuch gewisse “Regeln” einhält. Eine dieser Regeln ist ein positiver Effekt auf Rekrutierungsbemühungen, respektive die Vermeidung negativer Einflüsse auf diese. Das ist keine VT, sondern eine nackerte Tatsachen. :-)

      Und natürlich unterstützen die üblichen Verdächtigen stets beide Parteien und zwar überall, wo Wahlen stattfinden, also auch hierzulande. Die wären auch schön blöd, würden sie nur auf eine Karte setzen, die dann wohlmöglich nicht sticht. Das bedeutet jedoch auch, daß Obama den gleichen Leuten verpflichtet ist, die bspw. Clinton oder Mccain unterstützt haben.

      Das ist in D aber genauso ;-)

      Lol… da hast du recht. Wahrscheinlich gibt es überhaupt kein demokratisches Land, in dem bekennende Intellektuelle gewählt werden. Ich habe irgendwo mal gelesen, daß läge daran, daß viele Wähler nur ungerne Politiker wählen, die klüger erscheinen als sie selbst, weil es ihnen das Gefühl gibt, sie wären dumm. Wählen sie dagegen einen Dummkopf, könnten sie sich selbst damit schmeicheln, daß sie klüger wären (und dementsprechend über die Dummheit “von denen da oben” schimpfen). Könnte was dran sein und würde einiges erklären, was ansonsten unverständlich bleibt. Daß Koch oder Merkel bspw. soviele Stimmen bekommen. ;-)

      P.S. Hat es eigentlich einen besonderen Grund, daß die Vorschau beim Verfassen von Beiträgen nicht mehr funktioniert?

    73. Degnaphta schrieb am 22. Januar 2009 at 18:27 - Permalink

      Gestern Nacht lief ein recht langer GWB-bashing-Beitrag im ZDF, über dessen Zynismus und Länge ich mich wunderte. Warum nicht schon vorher … viel früher?
      Da scheint eine Art Reinigungsritual vollzogen zu werden, dachte ich mir so.
      Jetzt zu dem Thema diesen Spiegelfechter-Beitrag zu lesen, ist auf jeden Fall eine sinnvolle Bereicherung des Themenbereichs.
      Auch die hier in den Kommentaren stattfindende Kritik an der Glorifizierung des Nachfolgers, die im mainstream gerade zelebriert wird, ist wichtig und richtig.

    74. calvin&hobbes schrieb am 22. Januar 2009 at 22:57 - Permalink

      Hier ein kleiner Rückblick zur Stilfrage in der Politik. Stichwort: “Volksnähe”, “Intellektualismus” und eben auch “Elitismus” – was allgemein als VT gebrandmarkt wird. “Gleich und gleich gesellt sich gern”, das gilt für Freaks wie Söldnerseelen wie Intriganten.

      Peter Schneider zum Wahlkampf 2004 – Kerry oder G.W.:

      http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/76/45/dokument.html?titel=Ein+Bush%2C+der+Berge+versetzt&id=32565467&top=SPIEGEL&suchbegriff=&quellen=&vl=0

      “Zuckerbrot und Peitsche”, “teile und herrsche”, “shock and awe” sowie “Mystifizierung”: Faustformeln imperialer Politik, seit es Imperien gibt. Ob das auch für die Politik eines zusammenbrechenden Imperiums gilt? Die Gestaltungsspielräume für echte gemeinsinnige Politik sind in der ersten Welt mit den gegebenen Strukturen sehr sehr klein geworden. Dennoch sollten sie genutzt werden – auch und gerade, um die Strukturen aufzubrechen.

      Dann wäre “change” mehr als ein bloßer “Phasenwechsel”…

    75. Lago schrieb am 23. Januar 2009 at 00:22 - Permalink

      Wie nun ungehen mit dem Messias, wenn man Komiker ist?

      Jon Stewart

    76. Horscht schrieb am 23. Januar 2009 at 05:12 - Permalink

      @Fiend_THeyde:
      Bei mir wars aber _wirklich_ nicht ernst gemeint! Also, ganz ehrlich nicht, ich gebrauche das Wort “Troll” nicht.
      Gefällt mir etwas gar nicht, dann lese ich es nicht oder nur halb und antworte nicht.
      Kann natürlich als Ex-Blogger verstehen, dass der persönliche Bezug dann eher da ist, also, wenn man selbst publiziert.
      Aber wenn sogar hier Lemmy Caution Trollereien unterstellt werden, dann befindet sich der gute alte Horscht zumindest in guter Gesellschaft. ;–)

    77. Jan Friedrich schrieb am 23. Januar 2009 at 06:04 - Permalink

      Wieder einmal bewusstseinserweiternd. Danke, Spiegelfechter ;).

    78. Horscht schrieb am 23. Januar 2009 at 07:07 - Permalink

      @Fiend:
      > Lol? da hast du recht. Wahrscheinlich gibt es überhaupt kein demokratisches Land, in dem bekennende Intellektuelle gewählt werden. Ich habe irgendwo mal gelesen, daß läge daran, daß viele Wähler nur ungerne Politiker wählen, die klüger erscheinen als sie selbst, weil es ihnen das Gefühl gibt, sie wären dumm.

      Im Prinzip richtig analysiert! Aber es gibt Ausnahmen, bspw. in Tschechien Vaclav Havel und Vaclav Klaus (nicht lachen, das ist ein Intellektueller, der zudem dem Wähler das Gefühl gibt dumm zu sein, LOL). Zudem: War Walesa nicht ein Intellektueller? (Naja, vllt nicht. ;–)

      In sehr gefestigten Demokratien kommen verständige oder künstlerisch wichtige Menschen nicht nach oben, ganz vermutlich “wg. Parteiapparat”, das ist leider richtig.

    79. Fiend_THeyde schrieb am 23. Januar 2009 at 11:46 - Permalink

      @ 76 Horscht:

      Bei mir wars aber _wirklich_ nicht ernst gemeint! Also, ganz ehrlich nicht, ich gebrauche das Wort ?Troll? nicht.

      Dann wäre es vielleicht besser gewesen, das Wort “nie” gleich mit dem Zusatz “ernsthaft” zu versehen. Weil “nie” (ohne Einschränkung) bedeutet nun einmal wirklich “nie”… :-)

      Kann natürlich als Ex-Blogger verstehen, dass der persönliche Bezug dann eher da ist, also, wenn man selbst publiziert.

      Vor allem wandelt sich ein nicht gepflegter Kommentarbereich sehr zügig in eine virtuelle Latrine, in der es vor Spammern, Trollen (Sic!) und Spinnern wimmelt. Manchen Bloggern ist der Aufwand zu groß, so daß sie die Kommentarbereiche (temporär) schließen. Der SF löscht und sperrt zudem ziemlich sparsam. Ich hätte weitaus weniger Geduld. :-)

      Aber wenn sogar hier Lemmy Caution Trollereien unterstellt werden, dann befindet sich der gute alte Horscht zumindest in guter Gesellschaft. ;?)

      Ob unser “Eddie Constantine für Arme” die Bezeichnung “sogar” verdient, mag dahingestellt sein. Der gute alte Horscht macht sich dagegen in den allermeisten Fällen die Mühe, zu argumentieren und dies in der Regel relativ sachlich. Darüberhinaus versucht er , auf die Argumente der Diskutanten einzugehen… meistens jedenfalls. ;-)

      Im Prinzip richtig analysiert! Aber es gibt Ausnahmen, bspw. in Tschechien Vaclav Havel und Vaclav Klaus (nicht lachen, das ist ein Intellektueller, der zudem dem Wähler das Gefühl gibt dumm zu sein, LOL).

      An die hatte ich auch kurz gedacht, aber die werden nicht direkt, sondern vom Parlament gewählt und passen daher nicht als Gegenbeispiel:

      http://www.czech.cz/de/Tschechien/politik/wahlsysteme?i=2

      In sehr gefestigten Demokratien kommen verständige oder künstlerisch wichtige Menschen nicht nach oben, ganz vermutlich ?wg. Parteiapparat?, das ist leider richtig.

      Zudem: War Walesa nicht ein Intellektueller? (Naja, vllt nicht. ;?)

      Nein, ganz sicher nicht. :-)

      http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~EFD37EDAFBF63436495F563614A4D97DF~ATpl~Ecommon~Scontent.html

      Walesa ist allerdings ein positives Beispiel dafür, daß fehlender Intellekt in seltenen Fällen, bzw. in manchen Situationen,l von Vorteil sein kann. Ein Intellektueller wäre wahrscheinlich weniger davon überzeugt gewesen, daß die Gründung einer Gewerkschaft in einem Warschauer Pakt Staat erfolgreich verlaufen kann, hätte sich an die DDR 1957, respektive die CSSR 1968 erinnert und dann den Plan wegen Aussichtslosigkeit fallen lassen.

      Leider überwiegen die negativen Beispiele bei weitem. Selbst Walesa war als Präsident höchst fragwürdig in seinen Methoden und nicht zimperlich in der Wahl seiner Mittel, dafür umso sorgsamer darauf bedacht, sich selbst Denkmäler zu setzen. Am Ende hatte er sich mit so ziemlich allen Anhängern und Weggefährten überworfen.

    80. Lago schrieb am 23. Januar 2009 at 12:00 - Permalink

      Sorry, aber Lemmy hatte eine Hasstirade gegen die Schreiber hier abgelassen. Das war entweder der Versuch einer sinnlosen Provokation und damit Trollerei, oder er meinte seine an Volksverhetzung grenzenden Äußerungen tatsächlich ernst …

    81. Fiend_THeyde schrieb am 23. Januar 2009 at 12:35 - Permalink

      @ 80 Lago:

      Sorry, aber Lemmy hatte eine Hasstirade gegen die Schreiber hier abgelassen. Das war entweder der Versuch einer sinnlosen Provokation und damit Trollerei, oder er meinte seine an Volksverhetzung grenzenden Äußerungen tatsächlich ernst ?

      Ich vermute mal, daß alle drei möglichen Gründe zutreffen. Der Jens ist ja normalerweise ziemlich duldsam und gebraucht administrative Mittel nicht so schnell.

    82. Horscht schrieb am 23. Januar 2009 at 20:41 - Permalink

      @Fiend_THeyde
      Meine Nachricht wurde nicht publiziert, ich kann also nicht antworten.
      @SPIEGELFECHTER
      Lass diese Nachricht bitte noch durch, ich verabschiede mich dann mal.

    83. Spiegelfechter schrieb am 23. Januar 2009 at 21:17 - Permalink

      @Horscht

      Sorry, liegt daran, dass Dein Idol “Tele…” im Filter steht, da er hier schon mal mit “Rechtsmitteln” drohte, der Intelligenzabstinenzler ;-)

      Wenn Du so etwas gerne liest, wundert mich bei Dir nichts mehr. Dass weder Du noch das T…. den Artikel verstehen, wundert mich auch nicht – aber erklären werde ich da sicher nichts, vergebene Liebesmüh.

    84. Sukram71 schrieb am 23. Januar 2009 at 23:02 - Permalink

      Ich meine, der Artikel analysiert schon korrekt, die Rolle, die Bush als universeller Bösewicht und Ablenker von eigenen Fehlern spielt und spielte. Auch wenn ich den Vergleich mit Nachkriegsdeutschland nicht ganz passend finde, aber kann man machen.
      Und auch wenn ich denke, dass doch eigentlich z. B. die Begrenzung der Finanzsysteme doch eher eine Aufgabe der Regierung ist, als die der untereinander konkurrierenden Banker und deshalb dort tatsächlich (also bei Bush & Co.) die Hauptverantwortung zu suchen ist.

      Aber im weiteren kommt es mir ein bisschen so vor, als wenn da jemand ärgerlich darüber ist, dass die USA mit Obama auf einmal wieder als, äh, “die Guten” und ein US-Präsident als Hoffnungsträger wahrgenommen wird. Dass man nicht mehr so seiner US-Abneigung fröhnen kann. Deshalb die ganzen Verweise auf die schlimmen Dinge, die andere Präsidenten, die als “gut” in Erinnerung sind, verantwortet haben.
      Dafür kann aber Obama nichts. Da würde ich halt erstmal abwarten.

      Und ob der damals vorm Fernseher geklatscht hat, weiß man nicht. Und was Hillary Clinton damals tatsächlich gedacht hat auch nicht.

    85. Wolf-Dieter schrieb am 24. Januar 2009 at 10:53 - Permalink

      Dass G. W. Bush zwei mal gewählt wurde, halte ich für eine falsche Feststellung.

      Bei der ersten Wahl wurde nach meiner Erinnerung eine Nach-Auszählung der Stimmen von einem Richter unterbunden.

      Bei beiden Wahlen wurden Wahlautomaten verwendet, deren lächerliche Unzuverlässigkeit später mehrfach nachgewiesen und veröffentlicht wurde.

      Bei allen Wahlen, so auch hier, mussten die Wähler registriert werden. Dabei gibt es Manipulationsmöglichkeiten.

      Mein Fazit: Bush wurde in Wahrheit niemals wahrhaftig gewählt, sondern ermogelt. Dass er jetzt abtritt, ist ausschließlich der amerikanischen Regel zu verdanken, dass mehr als 2 Wahlperioden für den gleichen Präsidenten ausgeschlossen sind. Eine Regel, die ich mir (rückblickend auf Kohl) auch für Deutschland gewünscht hätte.

    86. Uschi schrieb am 24. Januar 2009 at 12:04 - Permalink

      Diese Tatsache kann ich nur bestätigen Wolf-Dieter. Ich denke auch, dass er nicht wirklich gewählt wurde. Dennoch war der Herr 8 Jahre im Amt und die Leute mussten mit ihm leben. Er hat sicherlich nicht alles richtig gemacht. Das möchte ich auch gar nicht schön reden, aber dennoch war er da. Man kann es nicht mehr ändern und ich denke, dass es einfach besser ist diese Sache ruhen zu lassen und nach vorne zu sehen. Nach vorne mit Obama. Er wird es besser machen. Da bin ich mir sicher.

      PS: Ja die begrenzte Amtszeit wäre nicht schlecht gewesen in Deutschland. Aber auch das ist Geschichte.

    87. Peter Bommel schrieb am 24. Januar 2009 at 12:15 - Permalink

      Mh, aber wenn die Republiker im Stande sind Wahlen zu fälschen, frage ich mich warum Obama gewonnen hat….
      Oder ist Obama gar von den Republikanern gewollt? Vermutlich ist er Republikaner…. Juhu die nächste VT. ;)

      Bei der ersten Wahl von Goerge W. Bush, glaube ich allerdings dran, dass es da nicht mit Rechten Dingen zuging (Neuauszählung, Stopp der Neuauszählung etc.)

    88. Vogel schrieb am 25. Januar 2009 at 13:09 - Permalink

      @Jens
      Sehr schön! Besonders hat mir gefallen, wie uns (Neben-)Beisteher, uns Zuschauer angesprochen hast. Da muss man sogar noch ‘ne Schippe drauf tun!
      Ein Frage bleibt bei mir ;-) :

      [...] er klatschte nicht im Capitol, sondern vor dem heimischen Fernsehgerät

      gibt’s da Zeugen? War da die (you)Tube dabei? Oder iss dat nur so’n Zuruf aus’m Off? ;-)

      Beste Grüße
      Vogel

    89. Igg schrieb am 26. Januar 2009 at 07:36 - Permalink

      George W. wird wohl historisch auch für die kommende Finanzkrise geradestehen, obwohl er sie im Wesentlichen nicht verursacht, sondern nur verschlimmert hat. Ansonsten stäche er – nach post-9/11-Maßstäben – wohl nicht so sehr wegen moralischer Verkommenheit hervor, hätten er und Tony Blair sich nicht so leicht beim Lügen erwischen lassen. Soviel Unfähigkeit ist einfach peinlich.

      Ansonsten ein eher überflüssiger Artikel.

    90. Bengel schrieb am 27. Januar 2009 at 17:06 - Permalink

      ? Mephane schrieb:
      Es mag für Sie paradox erscheinen, aber es gibt in Demokratien womöglich Situationen, wo man sich bei Wahlen nur zwischen verschiedenen Übeln entscheiden kann, die z.T. nicht einmal unterschiedlich groß sind, sondern nur jeweils auf andere Art übel sind.

      —

      Da fällt mir ein, dass ich vor Jahren ein Fremdwörterbuch aus DDR-Zeiten geschenkt bekam. Ich zitiere mal:

      Demokratie:
      1. in der antagonistischen Klassengesellschaft nicht zu verwirklichendes Prinzip der Volksherrschaft, bei der die Macht auf allen Gebieten des gesellschaftlichen Lebens (Staat, Wirtschaft, Kunst, Wissenschaft usw.) vom Volke ausgeht
      2. eine Staatsform, die durch die jeweils herrschende Klasse bestimmt wird
      (Großes Fremdwörterbuch, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1977)

    91. deutschlandspot schrieb am 9. März 2009 at 02:58 - Permalink

      Naja, jetzt sind ja die Bushjahre endlich rum. Mal sehen was es jetzt geben wird.


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