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  • Die große Silberspekulation der Hunts

    geschrieben am 01. Februar 2009 von Spiegelfechter

    Um das Jahr 1980 herum führten Manipulationen am Silbermarkt zu einer gigantischen Blase ? um die Hintergründe ranken sich bis heute Spekulationen

    Amerika zu Beginn der 1970er Jahre ? die ausufernden Kosten des Vietnamkrieges zwingen die Regierung, die Staatsverschuldung in die Höhe zu treiben. Der Goldstandard des Dollar musste aufgegeben werden, was auch das Ende des Währungssystems von Bretton-Woods bedeutete. Eine hohe Inflation, die erste Ölkrise und die unsichere weltpolitische Lage ließen bei vielen Amerikanern Zweifel am Wert ihrer Währung aufkommen. William Herbert Hunt und sein Bruder Nelson Bunker Hunt, zwei Sprosse aus der Hunt-Dynastie, die zu Beginn des Jahrhunderts durch das Ölgeschäft zu einer der reichsten Familien der USA wurde, erkannten im brachliegenden Silbermarkt eine historische Chance, ihr Vermögen werterhaltend anzulegen.

    Die Hunts beließen es jedoch nicht bei der Wertanlage, sondern drehten zusammen mit arabischen Investoren am ganz großen Rad ? ihr Ziel war es, den Weltsilbermarkt unter ihre Kontrolle zu bringen. In einer sagenhaften Hausse stieg der Silberpreis von 2 US$ pro Unze binnen weniger Monate auf sagenhafte 50 US$ – ein Preis, der rund fünfmal so hoch ist wie die aktuelle Notierung. Doch die Hunts hatten die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Die US-Finanzindustrie und die Börsenaufsicht schlugen zurück, in dem sie die Marktregulierungen über Nacht änderten, was die Blase zum Platzen brachte und die Hunts, die sich mit Warentermingeschäften übernommen hatten, in den Konkurs trieb. Waren die Hunts Täter oder Opfer? Eine Antwort auf diese Frage wird wohl noch lange auf sich warten lassen.

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    18 Kommentare Print This Post
    Um das Jahr 1980 herum führten Manipulationen am Silbermarkt zu einer gigantischen Blase ? um die Hintergründe ranken sich bis heute Spekulationen Amerika zu Beginn der 1970er Jahre ? die ausufernden Kosten des Vietnamkrieges zwingen die Regierung, die Staatsverschuldung in die Höhe zu treiben. Der Goldstandard des Dollar musste aufgegeben werden, was auch das Ende ...
    Tags: Wirtschaft
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    1. Blick Log » Presseschau: Die Blicke in die Wirtschaft am 2. Februar 2009

    18 Kommentare:

    1. Lago schrieb am 1. Februar 2009 at 13:46 - Permalink

      Btw.: Eben jene Hunt Oil Company, die Förderrechte im kurdischen Teil des Iraks bekommen hat? Unter recht zwielichtigen Bedingungen, denn gegen die offizielle Leitlinie der Bush-Administration (keine Teilung des irakischen Ölmarktes), aber dennoch mit deren Zustimmung?

      Sieht so aus als hätten sie’s gelernt …

    2. Spiegelfechter schrieb am 1. Februar 2009 at 13:49 - Permalink

      @Lago

      Nun ja – dieser Zweig des Hunt-Imperiums (Hunt Oil) geht auf einen anderen Sohn (und eine Tochter) zurück und hat zumindest direkt nicht mit den Geschehnissen im Artikel zu tun.

    3. 3del schrieb am 1. Februar 2009 at 14:51 - Permalink

      Mich als Laie würde mal interessieren inwieweit diese Silberpreisblase mit der aktuellen Ölpreisblase zu vergleichen ist. Also abgesehen von den Markttransaktionen die eine Spekulationsblase hervorrufen, die sicher ähnliche Form in beiden Fällen haben.
      Gibt es einen großen Verlierer – ein Schwergewicht der Wirtschaft/Finanz – dieser Ölpreisblase, der gleichzeitig ähnlich massiv zu ihrer Entstehung beigetragen hat?
      Oder sind die Vorgänge unter diesem Aspekt nicht vergleichbar?

    4. Spiegelfechter schrieb am 1. Februar 2009 at 15:39 - Permalink

      @3del

      Oder sind die Vorgänge unter diesem Aspekt nicht vergleichbar?

      Nein, das sind sie idT nicht. Die Spekulation der Hunts zielte auf ein verknapptes Angebot (bzw. Handelsvolumen) auf dem Markt. Wenn es kaum Ware gibt, die verkauft werden kann, es aber zahlreiche Käufer gibt, steigt der Preis – im Falle der Silberblase sogar massiv.

      Bei der “Ölblase” waren alle Förderschleusen weit offen, der Markt war an keiner Stelle knapp. Es gab genug Angebot, die eigentliche Nachfrage zu befriedigen. Es wurde allerdings knapp – es gab kaum noch Spielraum. Das nutzten dann einige findige Spekulanten aus. Eine Parallele gibt es allerdings bei den Warentermingeschäften. Dieses “Papieröl” hat idT den Preis (leicht) angetrieben – aber(!) hier ging es (anders als bei den Hunts) nie um physisches Öl. Es war ein 100% Spiel mit virtuellen Werten. Und man darf nie vergessen, dass es für jedes Long (Wette auf steigende Preise) auch ein Short (Wette auf fallende Preise) geben musste – denn dies ist ein reines Nullsummenspiel. Wer während der “Ölblase” abgezockt wurde, ist weitgehend unbekannt – nur einige Fälle, wie die Semgroup kamen bis jetzt ans Licht. Ich habe darüber aber schon was geschrieben.

    5. 3del schrieb am 1. Februar 2009 at 18:55 - Permalink

      “Das nutzten dann einige findige Spekulanten aus.”

      Heißt das nicht, dass jene Spekulanten auch auf ein künstlich verknapptes Angebot aus waren, ähnlich zu den Hunts?

    6. Spiegelfechter schrieb am 1. Februar 2009 at 19:18 - Permalink

      @3del

      Jein – da Silber, anders als Öl, vor allem als physische Reserve “am” Markt existiert. Es gibt natürlich auch die strategischen Ölreservern, aber die sind nur für den Notfall gedacht und werden nicht auf den Markt geschmissen, wenn der Preis gut ist. Und das ist dann auch (in diesem Punkt) der große Unterschied. Während die Hunts die physischen Reserven bunkerten, kontrollierten sie den Markt selbst. Die Ölspekulanten waren Spieler, die nie den Markt kontrollierten oder manipulierten.

    7. Anette schrieb am 1. Februar 2009 at 19:36 - Permalink

      Du schreibst: “Die US-Finanzindustrie und die Börsenaufsicht schlugen zurück.” – “Finanzindustrie”, wer oder was soll denn das sein? Ach so, “financial industry” – also die Finanzbranche.

    8. nox schrieb am 1. Februar 2009 at 22:22 - Permalink

      das ist nicht mit der ölblase sondern mit der spekulation mit den vw aktion zu vergleichen, nur das porsche gewonnen hat.

    9. 3del schrieb am 1. Februar 2009 at 23:30 - Permalink

      @SF:
      Ich würde schon sagen, dass sie den Markt manipulierten. Immerhin führten ihre Spekulationen zum übernatürlichen Steigen des Marktpreises.

    10. Spiegelfechter schrieb am 1. Februar 2009 at 23:59 - Permalink

      @3del

      “Sie” haben den Marktpreis nach oben getrieben, da ihre Longs andere Kauforder mit nach oben gezogen haben, aber am “echten” Markt hatte dies eher den umgekehrten Effekt (wenn überhaupt). Steigende Preise sind ja eigentlich ein Anzeichen von knappen Gütern – während der “Ölblase” hat sich durch die mangelnde Nachfrage aufgrund der hohen Preise das Angebot sogar erhöht. Das war auch bereits das erste Signal dafür, dass die Blase bald platzen wird.

      Lag eine Manipulation vor? Eindeutig: nein! Es wurde keine physischen Mengen gebunkert und es hat auch niemand das Angebot an physischem Öl verknappt. Das einzige, was passierte, war ein Spiel – eine Partei wettete auf steigende, eine auf sinkende Preise. Hätten sich beispielsweise alle abgesprochen “Kauforder” zu platzieren und damit den Preis in die Höhe getrieben, hättest Du recht. Aber auf dem Warenterminmarkt gibt es so etwas nun einmal nicht – es muß(!) einen Teilnehmer geben, der auf die Wette eingeht und dagegen hält. Daher -> keine Manipulation. Durch wen auch?

    11. Spiegelfechter schrieb am 2. Februar 2009 at 00:01 - Permalink

      @nox

      Sehr richtig

    12. tar schrieb am 3. Februar 2009 at 17:14 - Permalink

      elender komplottspekulant.. äh.. verschwörungstheoretiker!

      wir wissen doch alle aus dem fernsehen, dass es verschwörungen nicht gibt.

    13. Spiegelfechter schrieb am 3. Februar 2009 at 17:16 - Permalink

      @tar

      natürlich gibt es die – v.a. an den hochspekulativen(!) edelmetallbörsen ;-)

    14. COPOKA schrieb am 3. Februar 2009 at 19:03 - Permalink

      OT. Sag mal Jens, hast du in letzter Woche WP upgradet oder daran was geändert?
      Ich bekomme nämlich seit letztem Nick-Artikel keine Benachrichtigungen über neue Artikel mehr.

    15. Spiegelfechter schrieb am 3. Februar 2009 at 19:42 - Permalink

      @COPOKA

      Nein, ich habe nichts gemacht ;-)

      Aus mir unbekannten Gründen “zickt” das betreffende Plugin allerdings – ich gehe dem mal auf den Grund. Danke für den Hinweis.

    16. Spiegelfechter schrieb am 3. Februar 2009 at 19:46 - Permalink

      @COPOKA

      Hoppala – nun flutschen sie aber alle. Sch… Technik ;-)

    17. COPOKA schrieb am 3. Februar 2009 at 19:49 - Permalink

      Soo schnell?!
      Und ich habe mich die ganze Woche darüber gewundert ;)

      Jep, jetzt trudeln sie alle ein :))


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