Kein Grund zur Dioxin-Panik
geschrieben am 05. Januar 2011 von Spiegelfechter
Der jüngste Fall von dioxinkontaminierten Agrarprodukten erfüllt alle Vorrausetzungen für eine Hysterie-Kampagne – betroffen sind vor allem Großbetriebe, der Verursacher der Kontamination ist ein Futtermittelhersteller. Das Toxin hat einen griffigen Namen mit “x” und ist aus der Vergangenheit im Zusammenhang verheerender Umweltskandale bekannt. Es wäre ein echtes Wunder, wenn dieser “Skandal” nicht hysterisch von Medien und Politik ausgeschlachtet werden würde, zumal in diesem Fall diverse Fraktionen ihre ureigenen Interessen propagieren können. Das eigentliche Opfer ist – wie meist – der Verbraucher, der nun nicht etwa unter giftigen Eiern, sondern unter der bereitwillig gestreuten Hysterie zu leiden hat.
Giftig, omnipräsent und erfolgreich bekämpft
Was uns als “Dioxin” bekannt ist, stellt strenggenommen einen Sammelbegriff dar, der insgesamt 75 Dibenzoldioxine und 135 Dibenzofurane zusammenfasst. Aus toxikologischer Sicht werden zu Dioxin meist auch noch “dioxinähnliche polychlorierte Biphenyle (PCBs)” gezählt, die beispielsweise in Kunststoffen und Weichmachern enthalten sein können. Dioxin entsteht bei Verbrennungsprozessen, wenn organische Verbindungen in Gegenwart von Halogenverbindungen (Chlor oder Brom) oxidieren. Dies kann bei der Müllverbrennung oder beim Recycling geschehen, hat aber auch natürliche Ursachen – auch bei Waldbränden oder Vulkanausbrüchen entsteht Dioxin. Dioxin ist ubiquitär und somit in unterschiedlicher Konzentration weltweit vorhanden und kann sogar in Gesteinsproben nachgewiesen werden, die hunderte Millionen Jahre alt sind.
Die Dioxinbelastung in Deutschland ist seit den 80ern jedoch stark rückläufig. Einerseits wurden PCBs und damit auch die aus toxikologischer Sicht besonders relevanten PCB-haltigen Herbizide in den 80ern verboten, andererseits wurde die zweite Hauptquelle für Dioxin stillgelegt, als man in den 90ern chlor- und bromhaltige Additive im Benzin verboten hat. Auch für Müllverbrennungs- und Recyclinganlagen gelten heute wesentlich strengere Grenzwerte als noch vor wenigen Jahrzehnten. Die Bekämpfung von Dioxin stellt somit ein sehr erfolgreiches Kapitel der jüngeren Geschichte des Umweltschutzes dar – egal welche Messreihen man betrachtet, die gemessen Dioxin-Werte sind seit den 90ern stets rückläufig.
Dioxin in der Nahrung
Da Dioxin im Verdacht steht, krebserregend zu sein, und in höheren Konzentrationen im menschlichen Körper toxisch wirkt, ist es aus gesundheitlicher Sicht sinnvoll, dass der Mensch möglichst wenig Dioxin aufnimmt. 90 bis 95 Prozent des Dioxins nimmt der Mensch mit seiner Nahrung auf – hierbei sind vor allem Fleisch, Milch und Milchprodukte, Eier und Fisch die Hauptaufnahmequelle. Der Grund dafür ist relativ einfach. Die Böden, auf denen die Nahrung der Tiere wächst, enthalten mal mehr, mal weniger Dioxin, das sich im Fettgewebe der Tiere einnistet. Auch der Mensch speichert das Dioxin aus seiner Nahrung im Fettgewebe. Dioxin ist äußerst langlebig, je nach Art des Dioxins beträgt die Halbwertszeit im menschlichen Fettgewebe sieben bis über zwanzig Jahre und steigt daher in der Regel im Laufe des Lebens an.
Um den Dioxingehalt im menschlichen Körper auf ein Niveau zu begrenzen, das toxische oder karzinogene Effekte möglichst ausschließt, hat die WHO 1998 die sogenannten TEQ-Werte aufgestellt, in denen die Dioxin-Verbindungen und dioxinähnliche PCBs zu einem Toxizitätsäquivalenzfaktor (TEF) zusammengefasst werden. Basierend auf medizinischen Forschungsergebnissen geht die WHO davon aus, dass eine tägliche Dioxinaufnahme von 1 bis 4 pg (ein Pikogramm ist ein billionstel Gramm) pro Kilogramm Körpergewicht als unbedenklich gilt. Im Sinne der Volksgesundheit wurde der unterste Wert (1 pg) als Ziel definiert. Heute nimmt ein Deutscher rund 2 pg Dioxin nach WHO-TEQ pro Kilogramm Körpergewicht auf. Um die Dioxinaufnahme noch weiter zu senken, hat die EU in den letzten Jahren immer schärfere Grenzwerte für die Dioxinbelastung in Nahrungs- und Futtermitteln für Tiere, die Nahrungsmittel produzieren, erlassen.
Es ist hierbei herauszuheben, dass es sich bei diesen Werten keinesfalls um akuttoxische Grenzwerte handelt. Um sich, wie beispielsweise die Seveso-Opfer oder der ehemalige ukrainische Präsident Juschtschenko eine Dixoinintoxikation zuzufügen, müsste man ganze Europaletten kontaminierter Eier verspeisen. Der Sinn der Dioxin-Grenzwerte besteht vielmehr darin, über die gesamte Lebensspanne betrachtet nicht so viel Dioxin aufzunehmen, dass im Körper eine Dioxinkonzentration entstehen kann, die langfristig karzinogen oder toxisch wirken könnte. Selbst wenn die Grenzwerte für kurze Zeit dramatisch überschritten werden, so ist dies aus toxikologischer Sicht relativ unproblematisch – erst wenn diese Grenzwertüberschreitung langfristig stattfindet, wird dies problematisch.
Der aktuelle “Dioxin-Skandal”
Am 23. Dezember 2010 entdeckten die Chemiker des niedersächsischen Futtermittelherstellers Wulfa-Mast in zwei Partien Legehennenfutter eine Überschreitung des gesetzlichen Dioxinwertes – eine Partie war mit 1,1 ng/kg, die andere mit 1,56 ng/kg belastet, der Grenzwert beträgt 0,75 ng/kg. Die Firma Wulfa-Mast erstattete Selbstanzeige beim niedersächsischen Landwirtschaftsministerium und übermittelte den Behörden eine Liste mit Betrieben, an die Futtermittel dieser Charge ausgeliefert wurden. Eine Überprüfung der Futtermittelkomponenten führte die Kontrolleure schnell zur Firma Harries und Jentzsch in Uetersen, die über eine Tochterfirma Futtermittelfett ausgeliefert hat, dessen Dioxingehalt von 123 ng/kg die Grenzwerte massiv überschritten hatte. Da die kontaminierte Komponente jedoch nur einer von mehreren Bestandteilen des Legehennenfutters ist, war anfangs unklar, ob und wie stark das Futtermittel selbst kontaminiert war und ob dies letztlich zu einer Grenzwertüberschreitung bei den Eiern führen würde. Kontrollen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ergaben, dass die Grenzwerte in Einzelfällen tatsächlich überschritten wurden – je nach Quelle um das Doppelte bzw. das Vierfache.
Die Behörden handelten schnell und rigoros – betroffene und potentiell betroffene Betriebe wurden geschlossen und dürfen ihre Produkte erst dann wieder vertreiben, wenn sie die Grenzwerteinhaltung nachweisen können. Lediglich dem niedersächsischen Landwirtschaftsministerium ist in dieser Affäre ein Vorwurf zu machen: Die Niedersachsen glaubten dem Fettproduzenten Harries und Jentzsch zu lange dessen Version eines “einmaligen Fehlers”, der durch menschliches Versagen verursacht wurde. Laut Harries und Jentzsch hatte ein Mitarbeiter versehentlich eine Charge Industriefett, das für die Papierherstellung eingesetzt werden sollte, dem Futtermittelfett hinzugefügt. Die jüngsten Ermittlungen zeigen jedoch, dass es sich nicht um einen einmaligen Vorfall, sondern um einen großangelegten Fall von Panscherei handelt, der wahrscheinlich noch strafrechtliche Folgen haben dürfte.
Das Land Niedersachsen muss sich hier die Frage gefallen lassen, ob man angesichts des Einflusses der lokalen Geflügelbarone auf die CDU hier besonders blauäugig vorgegangen ist. Die Argumentation des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums, man hätte lediglich die Verhaltensmaßregeln befolgt, die beim letzten “Dioxin-Ei-Skandal” im Mai 2010 gemeinsam verabschiedet wurden, ist jedoch auch nicht von der Hand zu weisen. Im Mai letzten Jahres gab es schon einmal einen “Skandal” rund um dioxinkontaminierte Futtermittel – doch damals betraf es nicht die konventionellen Eierproduzenten, sondern ausschließlich die Produzenten von “Bio-Eiern”. Diejenigen, die heute Zeter und Mordio schreien, schwiegen damals – schließlich ist “bio” ja gut und ein Dioxin-Skandal bei Bio-Lebensmitteln war das Letzte, was man sich wünschte. Die Sache wurde daher klein gehalten. Heute hält das Land Niedersachsen, dessen Landespolitik dafür bekannt ist, konventionellen Großbetrieben sehr nahe zu stehen, den “Skandal” klein. Gleiches Recht für alle? Es ist jedenfalls bemerkenswert, dass das grüne Verbraucherschutzministerium Nordrhein-Westfalens im aktuellen Fall öffentlichkeitswirksam nach vorne prescht und einen klaren Zusammenhang zwischen der konventionellen Landwirtschaft und der Dioxinkontamination herstellt – ein Zusammenhang, der sich so nicht erschließen lässt, der aber sicher bei der eigenen Wählerschaft sehr populär ist.
Müssen wir alle sterben?
Wieviel Dioxin steckt eigentlich in einem ordentlichen Omelett aus kontaminierten Eiern? Wenn man einmal den worst case annimmt und die Eier viermal soviel Dioxin enthalten wie erlaubt, enthält ein Omelett, in dem 200 Gramm “Dioxin-Eier” verarbeitet wurden, 240 pg Dioxin. 80g Aal enthalten die gleiche Menge Dioxin – vollkommen legal. Bereits eine Scheibe Toast mit Dorschleber hat mehr Dioxin, als ein Mensch an einem Tag über kontaminierte Eier zu sich nehmen könnte. Warum dürfen Fische und Fischleber mit Dioxinkonzentrationen verkauft werden, die bei Eiern ausreichen, um ganze Betriebe zu schließen? Die Antwort ist einfach: Die Grenzwerte sind nicht auf eine bestimmte Dosis, sondern auf Basis einer dauerhaften Ernährung ausgerichtet. Der “normale” Deutsche isst nun aber durchschnittlich mehr Eier als Fische, und Dorschleber ist wohl eher eine exotische Nahrung. Wenn man die Dioxin-Grenzwerte für Eier auf alle Lebensmittel ausweiten würde, dürfte kein Ostseefisch und erst recht keine Dorschleber mehr verkauft werden.
Die größte Dioxinmenge nimmt der Mensch auch nicht über Eier und Eiprodukte, sondern über Milch und Milchprodukte zu sich. Wenn man sich nun auf das Dioxin im Ei konzentrieren will, könnte man mit Fug und Recht die Ernährungsempfehlung geben, doch eine Scheibe Käse und ein halbes Glas Milch weniger zu sich zu nehmen, bis die kontaminierten Eier aus dem Verkehr gezogen sind. Wobei die allermeisten Dioxin-Eier auf dem klassischen Weg durch Verspeisen aus dem “Verkehr gezogen” werden, da die beanstandeten Futtermittel längst verfüttert sind und die damit kontaminierten Eier längst verkauft wurden. All dies ist aber kein wirkliches Problem, schließlich bedeutet selbst ein vierfach überschrittener Dioxin-Grenzwert bei Eiern keine Gefahr, solange nicht kontaminierte Eier dauerhaft verzehrt werden. Es ist natürlich sinnvoll und begrüßenswert, dass der Gesetzgeber solche Grenzwerte für ein ganzes Leben aufstellt. Bei jedem “Lebensmittelskandal”, bei dem es um solche Grenzwerte geht, spielen Medien und Politik jedoch derart verrückt, dass man sich eigentlich fragen sollte, ob es im Sinne der Volksgesundheit nicht besser wäre, wenn man solche Fälle von Grenzwertüberschreitung still und leise klärt.
Ist “bio” eine Alternative?
Im aktuellen Fall ist die Frontlage schnell geklärt: Ein “böser” Fettrecycler hat “böse” Futtermittelproduzenten beschissen, die ihrerseits die “bösen” Hühnerbarone beliefern. Die Lösung des Problems ist denkbar einfach, wenn man nahezu allen Journalisten und Verbraucherschützern glauben will: Kauft keine Billigeier, sondern teurere Bio-Eier – und wenn ihr die Möglichkeit habt, kauft Euch Eure Eier am besten beim Bauern um die Ecke. Wenn es nur mal so einfach wäre. Langjährige Messreihen des Landwirtschaftsministeriums lassen eher den umgekehrten Schluss zu. Eier aus Käfighaltung enthalten signifikant weniger Dioxin als Eier aus Boden- oder gar Freilandhaltung. Die Messungen für Freilandeier in der Periode von 2000 bis 2003 weisen sogar einen durchschnittlichen Dioxingehalt von 92,54 pg WHO-TEQ pro Gramm Fett aus – mithin mehr als das Zwanzigfache des heutigen Grenzwerts. Wenn man bedenkt, dass Dioxin im menschlichen Körper eine hohe Halbwertszeit hat, kann man getrost davon ausgehen, dass Freunde des freilaufenden Bio-Eis auch heute noch relevante Dioxinmengen aus diesen Produkten in ihrem Fettgewebe haben. Wohl dem, der lieber zum Billig-Ei griff? Nein, Eier aus Käfighaltung sind zwar in puncto Dioxin von Vorteil, haben dafür andere Bestandteile, die aber ebenfalls unerwünscht sind.
Hühner haben – ebenso wie Rinder und Schweine – nun einmal die lästige Eigenschaft, irgendetwas essen zu müssen. Im Großbetrieb kommen hier industriell gefertigte Futtermittel zum Einsatz. Diese Futtermittel sind zwar meist sehr gut kontrolliert, kaum ein Endkunde möchte allerdings wissen, aus welchen Bestandteilen diese Futtermittel hergestellt werden. Freilaufende Hühner, Rinder und Schweine fressen zwar natürliche Futtermittel, dafür hat man allerdings praktisch keine Chance, diese Futtermittel lückenlos zu kontrollieren. Wenn sich auf einem größeren Stück Weideland auch nur eine kleinere dioxinkontaminierte Stelle befindet, die beispielsweise durch einen Brand vor 50 Jahren kontaminiert wurde, wird das Fleisch der dort grasenden Rinder unter Umständen jeden Grenzwert übersteigen. Wer hier auf Nummer sicher gehen will, sollte einen weiten Bogen um Hofläden und Bauernhöfe mit Selbstvermarktung machen. Aber das wäre natürlich selbst hysterisch und kontraproduktiv.
P.s.: Sehr empfehlenswert zum Thema ist ein Interview mit dem Lebensmittelchemiker und Buchautoren Udo Pollmer, das in der gestrigen 3sat-Nano-Sendung ausgestrahlt wurde.
Jens Berger
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Vielen Dank für diesen erhellenden Beitrag.
Die verlinkten Messreihen sind in diesem Kontext leider überhaupt nicht relevant. Bio-Eier haben mit Freilandhaltung nichts zu tun. Hier geht es um einen Futtermittelskandal und davon bleiben Bio-Eier verschont. Es gibt auch konventionelle Eier aus Freilandhaltung.
Udo Pollmer ist übrigens ein Wendehals, der früher kritische Bücher schrieb (“Iss und stirb”) und sich nun als “Experte” gegen den Öko-Trend bei der Lebensmittelindustrie anwanzt.
Als Veganer geht mir die öffentliche Diskussion sowieso am selben vorbei!!!!Hahaaaa!!!!
Sicher. Aber es wäre mir unbekannt, dass es Bio-Eier aus Käfighaltung gäbe. Außerdem sind Bio-Eier eben nicht per se “verschont”, wie der “Skandal” aus 2005 zeigt, der ausschließlich Bio-Betriebe betraf.
Falsch! Pollmer habt damals – vollkommen zu Recht – Missstände kritisiert, die mittlerweile abgstellt wurden. Man hat – unfreiwillig – genau die Maßnahmen umgesetzt, die Pollmer damals forderte. Das Schöne an ihm ist ja eben, dass er nicht ideologisch verbohrt ist, sondern mit dem Finger dort hin zeigt, woe es Probleme gibt – unabhängig, ob dies nun im konventionellen oder im Bio-Bereich ist.
Du Fiesling isst unsern Tieren das Essen weg!
Wenn Gott gewollt hat, dass wir alle Vegetarier oder Veganer sind, warum hat er die Tiere dann aus Fleisch gemacht?
SCNR :D
Dich aber auch. Lass es dir munden. ;p
@ gerdos
Als Veganer ?
Lieber Gott, das ist doch kein Leben. ;)
Konsumenten aller Länder vereinigt Euch…
Und ich kaufe trotzdem beim Bauern um die Ecke.
Wie war da so eine Geschichte von Wolf Dieter Storl:
Als er in den USA lebte fragte er seinen Vermieter(pächter) ob er auf einem kleinen Stück Boden nicht einen Bauerngarten anlegen dürfte. Nach dessen Zustimmung wollte er nun nach seiner ersten Ernte diesen mit einem Erntekorb beschenken. Dieser lehnte ab mit der Begründung, dass es dreckig sei und das Obst und Gemüse aus der Dose viel hygienischer.
Das ist auch völlig ok, ich kaufe einige Sachen auch beim Bauern um die Ecke. Das hat (bei mir) aber nichts mit der “Gesundheit” zu tun, sondern mit dem Geschmack und dem lokalen Ansatz, den ich begrüße. Rein gesundheitlich bietet das keine Vorteile, vielleicht sogar Nachteile. Aber ich bin da ja eher unaufgeregt ;-)
Stimmt nicht, denn die Opfer sind die dummen Hühner, die dieses Futter auf-gepickt hatten.
Wenn die Presse sich ausgeschrieben hat, die Politiker ihre aufgesetzte Empörung abgelegt haben werden, die Bauernopfer abgeurteilt sind, wird offiziell festgestellt, dass die Hühner, Puten und Schweine die wahren Schuldigen sind.
“Ausgeschrieben hat” – sehr schön :-) Griffige Formulierung, die ich, falls Du es mir zugestehst, gerne mal verwenden werde. Auch die “Bauernopfer” sind in dem Zusammenhang klasse!
Überhaupt bisher der bisher knackigste Kommentar im neuen Jahr ;-)
Schönes Neues
Frank
Es ist bis heute nicht geklärt, wie gefährlich genau Dioxine, Furane und Dioxinähnliche PCBs eigentlich sind (Studien hierüber sind rar, teuer und durch gegebene labortechnische Methoden eingeschränkt. Dazu gibt es viele Quellen und Links). Man weiß nur, daß sie sich im Körperfett anreichern, daß sie unzählige Störungen des zellulären und hormonellen Stoffwechsels bewirken (sie mimikrieren u.a. Schilddrüsenhormone), daß sie Signalprozesse in der Zellwand (Lipidmembran) stören, daß sie das Immunsystem beeinflussen, die embryonale und frühkindliche Entwicklung irreparabel zu stören vermögen, Tumorwachstum auslösen/fördern, und weiteres und weiteres. PCBs zählen nicht zum Spaß zum sogenannten Dreckigen Dutzend der persistenten organischen Gifte. Kein wirkliches Problem?
Wir haben hier in Dortmund einen der größten PCB-Skandale der letzen Dekaden, Verseuchung mit hunderten von teilweise extrem stark Belasteten, und ich darf Ihnen versichern: Hier weiß kein Experte, was nun wird. Es läuft ein umfangreiches medizinisches Programm. Warum? Um eben mehr Daten zu haben, da man bisher eben nicht sagen kann, daß es einen unbedenklichen Gesundheitsrichtwert gäbe. Genau davon hat sich das Aachener Labor um Prof. Kraus distanziert.
Die Politik hingegen spricht da ziemlich genau Ihre Sprache. Alles nicht so schlimm, und was Kinder betrifft: “Das wächst sich raus.” (So das Gesundheitsamt.)
Mir ist nicht ganz klar geworden, warum der Vortag so “launig” und lustig zynisch daherkommt.
Nein, da die von Dir geschilderten Symptome allesamt “nur” bei sehr hohen Konzentrationen nachweisbar sind, die mit den hier geschilderten Werten gar nichts zu tun haben.
Geh doch mal von Folgendem aus: Ich habe leider keine Messreihen von Lebensmitteln aus den 90ern oder gar den 80ern gefunden. Wenn man sich allerdings die Messwerte von Bodenproben aus dieser Zeit anschaut, muss man davon ausgehen, dass Eier, Milch und Fleisch damals um ein vielfaches stärker belastet waren als heute. Sicher, wenn man sich die Krebserkrankungen anschaut, könnte dies natürlich ein Faktor unter vielen sein. Die anderen Symptome wurden allerdings früher auch nicht gehäuft diagnostiziert, weshalb ich mal davon ausgehe, dass sie auch bei erhöhten Dioxin-Werten, wie es sie in den 80ern oder 90ern gab, nicht ursächlich ausgelöst werden. Aber das ist meine bescheidene Meinung, ich bin kein Mediziner.
Sicher, man sollte das aber nun nicht mit den Eiern in Verbindung bringen. Das sind zwei grundsätzlich verschiedene Sachen.
Tut er das? Ich finde nicht, er ist eigentlich verhältnismäßig sachlich und gänzlich unaufgeregt verfasst.
Das ist sehr problematisch und erstaunlich naiv gedacht. Unter PCBs subsummieren 209 (!) Verbindungen, die Kongenere (sie beruhen auf dem gleichen Grundgerüst und sind unterschiedlich chloriert). Diese treten in unterschiedlichen Konzentrationen auf, und kein Labor testet alle davon. Man nimmt hingegen einige, erklärt sie zu Indikator-Kongeneren und rechnet daraus die anderen Konzentrationen hoch. Wie die einzelnen Kongenere untereinander wechselwirken ist schlicht nicht bekannt. Klar ist nur, daß die Zusammenhänge und Wirkweisen nicht linear sind. Den Leberkrebs eines 60jährigen nur auf POPs zurückzuführen ist schlicht nicht möglich – und darüber freut sich der Rechtsanwalt von envio.
Ein Zitat: “In conclusion, no health based guidance value for humans can be established for NDL-PCB.” (http://www.efsa.europa.eu/en/scdocs/scdoc/284.htm) Und das gilt für nicht nur für die NDL-PCBs. Indem es keine natürliche Entsprechung für diese Gifte gibt, hat der Körper es mit seiner Entgiftungsfunktion sehr schwer und wählt teilweise Umwege, die über agressive Zwischenprodukte führen, deren Wirkung wiederum ausgesprochen komplex und geradezu unheimlich erscheint.
Eben, wer kann das wissen. Hierzu gibt es bis heute nicht genügend Daten.
Grundsätzlich verschiedene Sachen? Ich will Sie nicht nötigen, hierauf zu antworten, aber wenn Sie das folgerichtig herleiten könnten…
Tut er das? Ich finde nicht, er ist eigentlich verhältnismäßig sachlich und gänzlich unaufgeregt verfasst.
Mir erschien das nicht so.
“Müssen wir alle sterben?” Das ist z.B. eine merkwürdig lässige Pose. Dann könnte man auch genauso witzig fragen: “Müssen wir alle verhungern?”, wenn die Regierung beschließt, gar kein
Geld mehr an die SGBII-Schar zu zahlen. Woran man schließlich verhungert ist, wird sich ebensowenig nachweisen lassen, wie die Folgen einer fortwährenden Vergiftung.
Ich glaube, daß es nicht geschadet hätte, wenn Sie sich hierzu etwas mehr Information angetan hätten.
Mir geht es keinesfalls(!!!) darum, die Gefahr durch PCBs und Dioxine zu verharmlosen. Mir geht es hier ausschließlich um den konkreten Fall, in dem die Grenzwerte bei Eiern um das Vierfache überschritten wurden, was ja nun wirklich bei einer kurzzeitigen “Exposition” ja nun wirklich gar kein Problem ist. Das habe ich ja dargelegt. Ansonsten wären Aal und Dorsch schließlich auch toxisch.
Bei einem normalen Eierkonsum liegt die Gesamtmenge am zugeführten Dioxin übrigens immer noch weit unter den 4pg, die die WHO immer noch für unbenklich liegt. Und wir reden hier nur über die wenigen Eier, die wirklich kontaminiert sind.
Wenn Du mir allerdings belegen kannst, dass eine oral aufgenommene Dioxinmenge von rund 3pg über einen Zeitraum von wenigen Wochen in irgendeiner Form toxische oder karzinogene Effekte hat, korrigiere ich mich gerne. Dann müssten sich allerdings auch WHO und EU korrigieren und wir müssten Grenzwerte einführen, die einen Großteil unserer Landwirtschaft und nahezu die komplette Fischereiwirtschaft in der Ostsee dann verbieten würden.
verd.. nochmal.
es geht hier um zwei Prinzpien:
a) ein Profitmaximierungsprinzip unter Beachtung der rechtlichen Gegebenheiten.
b) ein Schadensminimierungsprinzip.
Die beiden verhalten sie wie Feuer zu Wasser.
zB Cautionary principle.
(Wo ich mich schon oft gefragt habe, welche Idioten ich denn immer noch zu meinen Freunden zähle. Naja. Man ist gnädig. Allein sterben macht mir nicht wirklich was aus. haha.)
(wobei der unsichtbare Mittler der ‘Wissenschaftler’ ist, wenn es irgendjemandem noch nicht aufgefallen sein sollte.)
Das Du als “Philosoph” das anders siehst, ist mir klar. Du wirst es nicht glauben, aber hier gibt es kein Ausschlussverfahren: Man kann gegen die Panikmache und gleichzeitig auch gegen die kriminelle Profitmaximierung sein.
@Groo:
Wozu Grenzwerte und Lebensmittelkontrollen auch gut sind ;-)
” Wir haben das Obst- und Gemüseangebot von Lidl wie das vieler anderer Handelsketten kritisch unter die Lupe genommen und dort zeitgleich das Greenpeace-Magazin zum Kauf angeboten. Wir hätten nie gedacht, dass diese Kombination unsere Glaubwürdigkeit in Frage stellen könnte. “
Das kann ich natürlich nicht. Ausgesprochen akute Effekte derart sind, wie bekannt, bei dieser Menge offenbar nicht beobachtet worden. Und nun? Tierversuche erwiesen sich als widerspüchlich, verschiedene toxikologische Modelle wurden entwickelt. Und noch weniger kann jemand belegen, daß ein adverser Effekt (setzen Sie hier eine Krankheit Ihres Vertrauens ein) eben nicht auftreten wird, nach mehreren Monaten der payload-Aufnahme, oder gar Jahre später. Wir akkumulieren diese Gifte.
Von Kindern weiß man aus Langzeitstudien über Störungen, die sich erst in der Pubertät zeigen, offenbar, besser vermutlich, in Zusammenhang mit der hormonähnlichen Wirkung mancher PCBs. Aber wer kann da die konkrete Ursache benennen? Für wen? Das geht nicht. Nicht zuletzt wegen der Akkumulation im Körperfett gilt prinzipiell ein striktes Minimierungsgebot, und Spielereien mit Grenzwerten sind unangebracht, dazu fehlt es an validen Fakten, und die, die man hat, sind eher alarmierend, und das im wahrlich ganz sachlichen Sinne.
jaja,
Wäre ich mir nicht so sicher.
Numerisch ist der Fall uninteressant.
Bzgl der Intentionen der Akteure ist das auch wiederum so banal, dass ich mich schwer tue, das irgendwie interessant zu finden.
Was kann an einem Gierknochen schon interessant sein, der seinen primitivsten monetären Zwängen nachgeht, die er hochlobt zur Essenz des Menschseins: Gewinn!
H-A-B-E-N wir sie noch alle, wenn wir dem auch nur eine Sekunde folgen?
Es ist ja kaum was schwieriger, als sich in die Denkwelt eines Dummkopfs hineinzuversetzen.
Und dann noch konzedieren müssen, dass die Dummheit die dominierende Kraft im Universum ist!
Mindboggling!
Das liebe ich am Universum!
… nicht nur das, es ging dabei – korrigiere mich, wenn ich falsch liege – ebenfalls um weitaus höhere Konzentrationen …
Zu beweisen, dass bestimmte Wirkung nicht auftreten, ist auch nicht möglich. Das wäre auch der komplett falsche Ansatz und erinnert mich eher an die FDP-Gesundheitsreform (Stichwort IQWiG) als an Wissenschaft. Man kann auch nicht beweisen, dass es keinen Gott gibt ;-)
Ich bin ja auch gegen Spielereien. Aber diese Grenzwerte gibt es nun einmal erst seit 2002 und sie sind idT sehr streng, was ja auch ok ist. Nun aber Zeter und Mordio zu schreien, wenn Eier im Verkehr sind, deren Dioxinkonzentration noch nicht einmal so hoch ist, dass hier die WHO-Empfehlungen überschritten werden, finde ich schon albern. Das erinnert mich eher an den Jungen, der immer Wolf schreit. Irgendwann nutzen sich die Skandale ab und die “echten Gefahren” werden nicht mehr ernst genommen. Der Leitfaden sollte hier eher die Sachlichkeit sein, die ich auch bei Dir vermisse.
@Spiegelfechter
Wo fehlt es mir an Sachlichkeit? Ich bin ehrlich interessiert. Ich bin fehlbarer Naturwissenschaftler, aber ich bemühe mich um Erkenntnis; es liegt mir fern, ein irgendwie geartetes Paradigma zu vertreten. Darum eine Bitte, mich nicht falsch oder reflexartig zu lesen.
OK, dann habe ich Doch wohl falsch oder reflexartig gelesen … mea culpa. Ich habe halt nur registriert, dass Du dich argumentativ weg von der konkreten Frage bewegt hast und die Diskussion auf die generelle Frage, ob PCB oder Dioxin toxisch sein kann (natürlich), gelenkt. Da kann ich nur mit dem alten Paracelsus kontern: „Dosis sola venenum facit“ – und wir sprechen hier über relativ geringe Dosen. Generell haben wir glaube ich die gleiche Meinung, ich konzentriere mich hier allerdings vor allem auf den konkreten Fall.
Den Eindruck dürften die Bilder und eine bestimmte Überschrift erzeugt haben. Jedenfalls mehr als der Text selbst.
Naja, du tust das Risiko von Dioxinen schon sehr leicht ab. Während die akute Toxizitätskonzentrationen natürlich nichtmal annähernd erreicht wurden, gibt es keinen Schwellenwert, wo man sagen könnte, unter dem sind Dioxine unbedenklich. Bisher wird davon ausgegangen, dass sie krebserregend sind, d.h. dass jedes einzelne Molekül potentiell Krebs auslösen kann.
Als Raucher gehen Dir natürlich die paar Nanogramm Dioxin am EhEh vorbei und Deine Unaufgeregtheit ist wahrscheinlich als Antwort auf die Aufgeregtheit der Medien bewusst gewählt und Du hast wahrscheinlich mit Deinen restlichen Kommentaren über frühere und natürliche Belastungen auch recht. Aber mir scheint der Artikel auch nicht ganz den Spagat zwischen “Hysterie abweisen” und “Dioxin für unbedenklich erklären” zu schaffen.
Der ENVIO-Skandal ist übrigens sehr interessant. Ich habe als Berliner eigentlich nur zufällig durch Recherchen über Monsantos Anniston davon erfahren. Von Ruhrpott-Lokal-Zeitungen abgesehen scheint das Ganze total untergegangen zu sein, dabei ist das ein viel größerer Skandal als die paar Eier jetzt, IMO.
EDIT: Ui, die Diskussion ging ja schon ne Weile weiter. Jens, Du solltest wirklich etwas hier am Layout arbeiten ^^
Ich fühle mich wenig panisch. Und ich kenne auch gerad keinen der in Panik ausbricht. Eher scheint eine gewisse Scheissegalhaltung zu kursieren a la wir nehmen ja so oder so Gifte auf, respektive man habe gehört, dass es ja wohl nicht so giftig sei.
Es geht mir um die Kaltschnäuzigkeit mit der auf potentielle Kosten der Gesundheit beschissen wird. Dass der Grenzwert nur wenig überschritten wurde, spielt hierbei nicht die geringste Rolle und damit auch kein weiterer Vergleich. Denn es ist mitnichten so, dass hier ein etwas höheres Risiko so über den Daumen kalkuliert wurde. Es wurde gepanscht und offensichtlich umgewidmet, ungeachtet einer ebenso hohen Chance, dass die Grenzwerte hätten auch um ein Vielfaches überschritten sein können.
“Freilaufende” Tiere, im Speziellen bei Rindern, gibt es als Unterscheidung nicht. Milchvieh in Großbetrieben wird häufig herausgetrieben, zumindest aber die sog. Trockensteher (gerad nicht in Laktation). Die stören nämlich im Melkablauf. Die Trockensteher fressen dann auf normalen Weiden. Ebenso wird in ALLEN Großbetrieben gut mehr als 2/3 der Futtermittel aus eigenen Mitteln bestritten (Mischung aus Gras, Mais etc). Also ist auch hier eine Kontamination ebenso möglich. Lediglich das Kraftfutter kommt aus industrieller Herstellung. Vielleicht hat der eine oder andere schon mal gesehen wie ein Zug von der Raiffeisen das Kraftfutter etwas lautstark einbläst.
Ich finde es auch etwas fragwürdig aus Meßwerten die zw. 2000 bis 2003 entstanden sind, auf einen IST-Zustand ableiten zu wollen.
Na ja, das ist natürlich nicht schön zu reden. Mit der gleichen Kaltschnäuzigkeit hat allerdings “früher” jeder Bauer und jeder Schlachthof beschissen. Früher haben die Leute den Mist gegessen, heute wird so gut kontrolliert, dass die meisten Bescheißereien ans Licht kommen. Dennoch denken die Leute, früher sei alles besser gewesen – das Gegenteil ist der Fall, nur interessiert es niemanden, weil die Leute wollen, dass alles schlechter wird.
Das ist relevant für die Strafbemessung. Für die Panikmache rund um den Verzehr von Eiern ist dies jedoch denkbar irrelevant – da geht es “nur” um die Mess- und Grenzwerte.
In Bayern mag das so sein, in “Mitteldeutschland” herrscht die Stallhaltung vor.
Ich weiß zwar nicht, wo Du diese Zahlen her hast, aber das macht die Sache im Zweifel sogar noch schlimmer, da die eigenen Mittel natürlich nicht ordentlich kontrolliert werden können.
Nein, das ist gar nicht merkwürdig. Wenn man das Gefahrenpotential einschätzen will, muss man m.E. auch alte Messreihen anschauen, die belgen, dass früher gigantische Grenzwertüberschreitungen keine Ausnahme, sondern die Regel waren.
Entschuldige bitte, ich möchte Dir hier keine Kompetenzen absprechen. Aber…
Strafbemessung – Jens, Du drehst es gerad ein wenig. Um was es für den Verbraucher geht, solltest nicht Du entscheiden. Ich bin Verbraucher. Für mich geht es darum, dass Grenzwerte gesetzt wurden und dass die Jungs sich einen Scheiss drum geschert haben. Nur weil die Grenzwerte kaum überschritten sind, ich zumindest für MICH das Ding nicht vom Tisch.
Milchviehhaltung/Futtererstellung – ich habe sieben Jahre in Niedersachsen gelebt. Die kleinen Betriebe fassen ungefähr zwischen 100 bis 150 Stück Vieh das in der Milch steht, ca. 50 bis 100 Trockensteher. Dazu i.d.R. rund 150-300 Stück Fleischbullen. Kälber sind vorauszusetzen. Mittlere Betriebe haben in Niedersachsen rund 300 Stück in Laktation stehendem Vieh (die daran hängenden Zahlen kannst Du über den Daumen hochziehen). Große Betriebe haben 600 und mehr Stück in Laktation stehendem Vieh. Wenn Du mal n bisschen spazieren fährst, darfst Du Futtermais und Gras bewundern. Das alles wird nicht verkauft, es wird im eigenen Betrieb verwertet. Sehr schön an den mit Planen abgedeckten Silohaufen vor den Höfen zu sehen, die von Lohnunternehmern erstellt werden, die alljährlich des Landwirts Felder runterernten. Ich möchts nicht weiter ausdehnen. Ich weiss mit Sicherheit wovon ich spreche.
“Haltung” – In Nord- und Mitteldeutschland herrscht Boxenlaufstallhaltung vor. Im Süden vorwiegend sog. Anbindehaltung.
Herkunft der Zahlen – Ich habe ein paar Jahre nebenher auf großen Höfen Mais/Silo gefahren, gemolken und gerarbeitet. Das industriell gelieferte Futter, das auch tatsächlich alle Viecher bekommen, erhalten die Tiere aus Futteranlagen, die sie über ihren Transponder aktivieren, damit jedes Stück Vieh nur die gleiche Menge erhält. Anderenfalls sind Stoffwechselerkrankungen und verheerende Tierarztkosten die Folge. Dieses Kraftfutter ist ein Additiv. Die Hauptfuttermenge wird täglich mit dem Futtermischwagen in der Gasse des Boxenlaufstalles vorgeworfen. Zusammensetzung siehe oben.
Weidenbrandtheorie – ist großer Quatsch. Die im Norden und der Mitte Deutschlands meist stark zusammenhängenden Flächen werden perfekt ausgenutzt. Großbetriebe benötigen enorme Mengen an Futter. Da bereits der zweite und dritte Schnitt Gras nicht mehr so haltig ist, kommt es auf jedes Kilo an. Da gibt es keinen Hektar, der nicht im Jahr wenigstens 10 mal umgedreht wurde.
Im Zweifel noch schlimmer – wie gesagt, nicht dran drehen, nur weil es passt. Es ging darum, dass industrielle Fütterung nicht von Weiden käme und damit sicherer wäre. Das stimmt SO nicht.
Unnatürliche Ernährung – für Hühner kann ich nicht sprechen. Für Kühe schon. Die hiesige Schwarzbunte ist keine natürliche Kuh und verträgt auch keine natürliche Ernährung. Es handelt sich um Hochleistungsvieh, das bei einer handbreit Abweichung aus dem erforderlichen Fütterungsplan erkrankt.
Gefahrenpotential – für die Einschätzung eines aktuellen Gefahrenpotentials ziehst Du Kontaminationsdaten heran? Jens, mal ehrlich. Du hast die Zahlen herangezogen um zu beweisen, dass auch Bioeier belastet sein KONNTEN. Derzeit gibt es kein Zahlenwerk, dass diese Belastung aktuell beweist. Ich halte das für einen Fehlschluss!
Richtig und daher sollten sie bestraft werden. Wo ist das Problem?
Das glaube ich Dir gerne. Ich frage mich gerade eben nur, warum diese Frage für die Diskussion rund um die Dioxin-Eier nun so relevant sein soll.
Natürlich kommt jede Fütterung – so sie nicht aus Abfällen recycelt wurde – irgendwie von irgendeinem Acker.
Verstehe mich nicht falsch. Darum geht es mir ja auch gar nicht. Mir geht es hierbei um die Kontrolldichte. Industriell hergestelltes Futter wird nun einmal in der Regel (sicher, es gibt Ausnahmen) kontrolliert. Über Detailfragen, wie die Frequenz und den Zeitpunkt der Kontrollen kann man sich sicherlich streiten. Selbst angebautes Futter oder gar Weidegras wird aber in aller Regel nicht kontrolliert. Ich finde das jetzt auch nicht so dramatisch, ich wollte halt nur darauf hinweisen, dass die liebgewonne Unterteilung “Industrie-böse Natur-gut” in Bezug auf Dixon so nicht anwendbar ist. Oder bist Du da etwa anderer Meinung?
@Spiegelfechter
Danke für den Text.
Einen Buchtipp noch zur Thematik:
“Katzen würden Mäuse kaufen: Schwarzbuch Tierfutter” von Hans-Ulrich Grimm.
Das Buch habe ich über die Weihnachtsfeiertage gelesen, und es hat mich denn doch schockiert:
Es geht darum was wir unseren Haustieren (nicht allein Katzen und Hunden sondern auch dem Nutzvieh) täglich Unnatürliches zu fressen geben.
Das Buch ist älteren Datums – Ausgabe März 2009, aber wohl immer noch hochaktuell, da die kriminellen Vorgänge der Tierfutterindustrie – nicht allein beim Dioxin – weitgehend unbekannt sind – Den Tipp erhielt ich übrigens zufällig, von einem anderen, der diesen Hinweis auf’s Buch beim Tierarzt bekam.
Übrigens:
Der Autor ist ein “Kollege” von Udo Pollmer, und hat auch ein hochaktuelles Buch über den Schwindel bei den “Bio”-Lebensmitteln geschrieben, dass ich irgendwann sicher auch einmal lesen werde, da “Schwarzbuch Tierfutter” sehr aufschlußreich war – auch in dieser Hinsicht, und ich mich in die Thematik vertiefen will.
Gruß
Bernie
Das hört sich interessant an. Ich werde mir das Buch mal zu Gemüte führen. Danke.
@Spiegelfechter
Gerne geschehen ;-)
Gruß
Bernie
Erinnert mich an das Tschernobyl-Milchpulver
Nach dem Unfall wurden vollmundig Grenzwerte definiert und festgestellt, das diese wohl zu hoch gegriffen waren denn es gab danach fast keine geniessbare Milch mehr, man hörte nur noch Becquerel. Bis dahin wusten die wenigsten mit der Bezeichnung etwas anzufangen..Also flux nach oben korrigiert und siehe da ” wundersame Erholung ” alles wieder bestens ….aber was mit der konfiszierten ” Hochbelasteten ” Milch machen ?
Die verseuchte Milch wurde zu zigtausend Tonnen Milchpulver verarbeitet. In ganz Norddeutschland standen auf Abstellgleisen Güterzüge mit Milchpulver aus radioaktiv belasteter Milch herum, wie damals Umweltschutz-Initiativen aufdeckten. Dann verschwanden sie nach und nach. Auf die Frage nach dem “Wohin” blieben damals die verantwortlichen Antworten schuldig. Es ging die Rede von “sicher eingelagert” (Asse?) über “verbrannt”, obwohl es dafür seltsamerweise keine Belege irgendeiner deutschen MVA gab. Wer verbrennt auch schon radioaktive Abfälle und gibt das zu?
In Ägypten und im Sudan wurden dann Mitarbeiter von NGOs fündig. Das Milchpulver “Made in Germany” mit Grüssen aus Tschernobyl wurde dort auf Märkten gefunden.
Wo also werden wir die hochbelasteten Eier wiederfinden ? Bei B…l bei denen seinerzeit wirklich sieben Hühnchen drin wahren ?
Ich bin gespannt …. ;-)
Becquerel ist eine Margarine. Jetzt weisst du wo das Zeug gelandet ist.
nanana,
wieder was, das ich nicht verstehe.
Zufällig kenne ich die Firma in Uetersen, als sie noch nicht von Henkel und später an Harles und Jentzsch weiterverscherbelt wurde.
Ganz egal, ob das jetzt unkritisch ist oder nicht!
Es geht doch um ganz was anderes als mehr oder weniger gerechtfertigte Panik(mache).
Es geht um die kriminelle Energie, minderwertiges Zeug in die Nahrungskette einzuschleusen, zum Zweck der Profitmaximierung.
Motto: Das soll uns erstmal einer nachweisen.
Das ist ein Problem der Ökonomethik! (sorry. auf die Schnelle selbsterfundener Begriff)
Bringen wir es mal auf den Punkt:
Wenn jemand gezielt Schadstoffe in die Nahrungskette einschleust, die exaktemang unterhalb der gerade juristisch relevanten Grenze sind -
-handelt er dann verantwortlich?
-handelt er wirtschaftlich vernünftig?
-handelt er ökonomisch optimal?
-handelt er ethisch?
-ist er vertrauenswürdig?
Das ist eine schwierige Frage, v.a. wenn man an sowas wie zB Elektrosmog denkt. Jedem Spinner kann man nicht gerecht werden. Schon klar.
Aber knapp unter dem Radar schwimmen, ist mir dann doch zu ‘ökonomisch’.
sicher, das sollte der eigentliche Aspekt der Diskussion sein. Leider leben wir in einer Welt mit Medien und Politikern und ich habe alleine gestern (heute ist es noch schlimmer) schon wieder so viel blanken Unsinn gelesen und gehört, dass ich mich mit diesem Kernaspekt gar nicht großartig beschäftigen will.
sorry.
Habe gerade den link getestet.
Ist hinter einer paywall verschwunden.
Drollig.
Gesundheit/Information kostet halt.
Sorry folks.
Thats the way life is!
You wanted it.
You got it.
(Zu Eurer Beruhigung: ist hptschl ein historisches Resume, was die Produktion von Futterfetten in Uetersen betrifft. Do’nt worry. Eat your eggs!)
Na… da ist doch noch nicht mal was beim Gammel-Fleisch passiert…
selbst die Politik hat sich schuetzend vor Firmen gestellt die diese Scheisse verarbeitet haben .
” Man koenne die Namen nicht veroeffentlichen ”
Das sagt alles aus Freund … erst die Renditen und daaaaaaaaaaaaaaaaaaann ne ganze weile nichts ….. und dann der Verbraucherschutz.
Was soll der Hype…. heute dies morgen jenes
Der Staat schutzt das Kapital und sonst nichts… der Rest hat Feigenblattfunktion !
Beim Gammelfleisch bin ich ja ganz bei Dir. Im Dioxin-Ei-Fall sehe ich eine Veröffentlichung der Namen der Eierproduzenten aber durchaus kritisch. Die Eierproduzenten tragen schließlich gar keine Schuld an dem Desaster, sie sind selbst Opfer. Wenn nun aber nur ein Teil der Produktion überhaupt betroffen ist, wären die Firmen natürlich doppelt bestraft, wenn ihre Namen veröffentlicht würden. Wir kennen doch die “Verbraucher” – die interessieren sich nicht für solche Details, sondern boykottieren das betroffene Unternehmen dann generell.
Den Aspekt verstehe ich , der Hühner-Bauer wurde natürlich reingelegt…
Aber zieht da nicht das Argument vom Gammelfleisch : Man sagte der Verbraucher will nur billig..
Ich sage : Auch wenn der Verbraucher mehr für sein Nahrungmittel zu zahlen in der Lage währe.. du sieht wie weit ich da aushole… wer Garantiert ihm das sich der Mehraufwand als Qualitätszuwachs am Nahrungsmittel und nicht als Reditezuwachs ausdrückt ?
Du erinnerst dich vielleicht das daß Bauernhof Thema nicht fremd für mich ist…und wenn ich mich an meine Kindheit ( 60′ )erinnere als der Futtermittellieferant kam ..da wurde das neueste Kraftfutter angepriesen.. was da drin war EGAL..Siegel drauf also GUT ..leider hat da wie bei vielen anderen auch der Qualtitätszuwachs NICHT im Mittelpunkt gestanden sondern der Ertrag , die Landwirtschaftliche Vereinigung hat die Quotenregelung angepriesen ..und und und
Also … welche Chancen hat der Verbraucher wenn nicht Roß und Reiter genannt werden ?
Let me know ;-)
klar, da sind wir einer Meinung. Ein “Sicherheitsplus” wäre da nur über ein dichteres Kontrollnetz zu erreichen. Wie aber soll der Bauer um die Ecke die Eier seiner Hühner “lückenlos” überprüfen? Soll er etwa einen Chemiker einstellen oder jede Tages-Charge in einem Labor überprüfen lassen? Das geht natürlicht nicht, mit dieser “Unsicherheit” müssen wir also leben. Es gibt Schlimmeres.
Moeglicherweise waehren da die Zulassunsbehoerden gefragt …. ? Denn futtermittel sind nicht einfach Kleie und Rueben ;-)
Allerdings herrscht da wie in der Pharma ” Kluengelwirtschaft ”
Thats it …
Ist irgendetwas passiert?
Die Armen.
Wenn ich von einer Chemie-Fett-Klitsche die Nahrung für meine antibiotisch gestärkten Hühner beziehe, weil sie billig und nochmal billig ist, weil ich Profit will und sonst nichts, bin ich also ein Opfer, wenn ich feststellen muß, daß diese billigen Pellets nicht ohne Grund so billig sind?
Blödsinn. 2005 waren es die Bio-Betriebe, die Opfer kontaminierter Futtermittel wurden. Die Industrieschelte mag ja bei anderen Fragen angebracht sein, hier ist sie nicht zielführend.
Wobei wir bei der Deklarierungspflicht währen und der Zulassungsbehörde … selbst wenn sich der Landmann nur den höchsten Zielen in reinheit und artgerechter Haltung und auch fütterung ( Wer hat schon mal Rinder, Schafe ( BSE Futtermittel Schafe Scrapie ) fressen sehen ) verplichtet fühlt fehlt ihm das nötige Kontrollinstrument ….
Krass: wie beim Rauschgift die Grossen verdienen sind angesehene Mitglieder und wollen auch gar nichts ändern weil sichs so prima verdient und die kleinen hängt mann unter grossem tamtam
Ist es wirklich so?
Die vielen Erzeugerbetriebe sind Stecknadelköpfe gegen die Verkäufer dieser Produkte.
Sie Folgen den Preisen oder machen bankrott.
@ Spiegelfechter
Es ist ein Unterschied, ob ich von vornherein so meinen Betrieb aufbaue, daß Gammelfutter quasi dazugehört, oder ob ich tatsächlich betrogen werde, wenn ich mich um gutes Futter bemühe, für das ich mehr zu zahlen bereit bin.
Aus moralischer Sicht ist dies so. Aus toxikologischer Sicht spielt das aber keine Rolle, hier interessieren ausschließlich die gemessenen Werte. Und die sind beim aktuellen “Skandal” durchaus vergleichbar (m.W. sogar niedriger) mit dem Dioxin-”Skandal” bei den Bio-Eiern aus 2005.
Ideologisch korrekte Eier mit erhöhtem Dioxin-Werten sind nicht genießbarer oder ungenießbarer als ideologisch unkorrekte Eier mit erhöhtem Dioxin-Werten.
Mann, Jens, at 20:24
Du redest dich um Kopf und Kragen!
Es geht nicht um ‘Ideologie’, sondern um eine Haltung der Vorsicht (precautionary principle).
UND es geht um Absicht!
(um eine negative ‘Philosophe der schlechten Absicht’ mogle ich mich mal rum. Aber es scheint sie zu geben. Konsequenzen: Bitter.)
Diese positive Haltung basiert wiederum auf einer unterlagerten Haltung, etwas nicht zu ändern, dessen Konsequenzen wir nicht absehen können, und die wiederum auf der der Haltung, dass die ‘Welt’, so wie sie ist, so dumm nicht organisiert ist (da bin ich mir manchmal nicht so sicher).
Der schwierigste Satz (für mich):
Auch wenn ICH GLAUBE, dass die Welt dämlich organisiert ist,
bin ich mir bei 7mia Ko-wesen+ den abermilliarden ‘minderen’ Wesen nicht sicher, dass ich da recht habe, und lasse sie in Ruhe!
Papperlappap
Ja, mit Deinem Philosophenkrams habe ich nun mal nix am Hut. Ich nenne das Kind beim Namen: Ideologie. Ob es Dir passt oder nicht.
Ja, toll. Du tust ja gerade so, als könnten wir die Folgen der Alternative abschätzen. Das können wir ebenfalls nicht.
Du lässt die Welt in Ruhe??? Das glaube ich erst, wenn ich es gesehen habe.
Ein Fragezeichen reicht doch.
Oder?
Budgetiere Deine Ansprüche an die Welt.
Was soll dieser hemdsärmlige Pragmatismus?
Der zusammengeklaubt ist aus dem Hirnschmalz von Leuten, die eben etwas anderes beabsichtigt haben.
Kannst mir gerne Sprechverbot erteilen.
Meine Skalp-Sammlung ziert schon ein paar prominente Masken.
Die linke Blogosphere kann sich nur noch lächerlicher machen.
Nur zu!
Danke Jens für diese sachliche Hintergrundberichtserstattung. Spiegelfechter statt SPON fällt mir sofort ein :)
Panik war bei mir keine. Aber grade heute musste ich beim Zubereiten zweier Spiegeleier (Bio…) an den aktuellen Skandal denken. Und da ist deine Richtigstellung wirklich beruhigend.
Zum Thema “Tierfutter bei Haustieren” bei den Kommentaren: Diese sollten wie früher auch das mitessen, was wir auch zu uns nehmen, statt des abgepackten Schrotts. Ist günstiger und gesünder.
Dioxin in Kraftfutter, Dioxin in Bodendünger, in Obst und Gemüse, in freisetzenden Müllverbrennungsanlagen, in Futtermittel, in Mineralölen … in Textilkleidung. Die Kette der Skandale verfolgt uns seit Jahrzehnten. Und jedes Mal empörte Aufschreie und mediale Ankündigungen der Politiker in die vor das Gesicht gehaltende Kamera mit der Forderung nach zukünftig wirksameren Kontrollmassnahmen.
Alles nur einzelne Störfälle, regionale Missverhältnisse oder technologisch unglückliche Verkettungen? Nein…keinesfalls. Kein Jahr vergeht ohne die tägliche Dosis vergiftender Beimischung, ob aus Versehen oder kalkuliert, giftiger Stoffe regelmässig in Nahrungsketten- Gebrauchswaren oder Konsumgütern. Und jedes Jahr wieder geben sich Politiker- Verbraucherverbände- Umweltschützer und „Experten“ mit Ankündigungen stärkerer Kontroll- und Überwachungsmassnahmen für die „Zukunft“ die Klinke in die Hand. Und eines wissen Wir, die Verbraucher der vergifteten Lebensmittel und Produkten, immer wieder ganz genau: Der nächste Giftcocktail kommt so sicher wie das Ehrenwort des Politikers. Und unbemerkt von öffentlicher Anteilnahme: die in „Amtssprache“ kühl kalkulierte bestialische Massentötung der Hühner- Schweine… Rinder – teilnahmslos benannt als „flächenweise Produktbereinigung“. Und „Experten“ bestätigen Uns, wie immer: Das es so geringe Mengen nicht Gesundheitsschädlich seien.
Will noch jemand was positives, was immer gern verwendet plausibel „wissenschaftliches“ entgegenhalten? Oder möchte noch jemand den positiven „Kern“ jenes Gutmenschlich gemeinten „Wir kümmern Uns in Zukunft darum das es besser wird“ auf die wehenden Fahnen schreiben? Und wie immer nicht lange auf sich warten lässt mit Sicherheit auch wieder ein: Immer nur schlechtreden von Fehlern hilft auch nicht weiter, wir müssen in die Zukunft blicken statt wieder voreilig mit Fingern auf vermeidlich Schuldige zu zeigen.
Mir ist soo Übel…
susi
Dir muss da gar nicht übel werden. Es gibt eine perfekte Lösung, wie wir diese “Skandale” vermeiden. Wir müssen die Grenzwerte wieder auf das Niveau der frühen 90en bringen und *schwupps* haben wir auch keine Skandale mehr.
Wir haben aber das genau Gegenteil gemacht. Wir haben Grenzwerte eingeführt und bestehende Grenzwerte verschärft. Dass dieses neuen Grenzwerte dann auch mal überschritten werden, ist m.E. nicht “skandalös” sondern vollkommen normal.
Yep.
und wenn wir Folter auf dem Niveau des 16.jhrh definieren, gibts auch keine Folter mehr.
Do’nt worry, be happy.
Klar, aber das kann man m.E. nicht vergleichen.
ach, Jens,
das ewige Kreuz mit den Vergleichen, den Metaphern und whathaveyou.
Wir begreifen die Welt eben nur analogisch!
Und was wir tun können, ist, diese Vergleiche und Analogien einer strikten Untersuchung zu unterziehen.
Hat man mal ‘peinliche Befragung’ genannt.
Aber da waren wir noch nicht geboren.
Ach, Jens.
Ja aber das mit den „Grenzwerten“ sehe ich als „eines“ der Probleme an. Wir im „ehemalig verbotenem Land“ hatten früher die Null-Promille Grenze. Entweder Autofahren oder Trinken! Und heut!
Heut… Trinken sich Halbstarke an „Grenzen“ heran und setzen sich nachher oder währenddessen ins Auto. Was für den Einen seine Flache Bier ist für den Anderen der Schnaps dazu. Sind politisch verordnete „Grenzwerte“ daher nicht gerade der Auslöser gewollt herbeigeführter Gefahr um sich so eben politisch nicht „festzulegen“ und keiner „Randgruppe“ „weh“ zu tun? Eine Politik um „niemanden weh zu tun“. Von allem und jeden ein bisschen. Aber sich ja nie positionieren sich nicht „festmachen“.
Man kann aber Dioxin nicht so wie Alkohol im Strassenverkehr “verbieten”, da es in jedem Ei, in jeder Milch und in jedem Stück Fleisch ist. Hier geht es nun einmal nur um die Konzentration. Und wenn wir die Grenzwerte noch weiter absenken, heißt dies, dass de facto ein großer Teil der deutschen Bauern seinen Betrieb dicht machen kann – nicht weil er schlecht wirtschaftet oder panscht, sondern weil sein Boden historisch mit Schadstoffen vorbelastet ist. Das betrifft übrigens nicht nur konventionelle Betriebe, sondern vor allem Bio-Betriebe. Im Gegenteil – für die Hühnerbarone wäre es ein Leichtes, “sauberers” Futter auf den Weltmärkten zu kaufen, der Bio-Bauer kann und will das aber nicht.
>>sondern weil sein Boden historisch mit Schadstoffen vorbelastet ist. Das betrifft übrigens nicht nur konventionelle Betriebe, sondern vor allem Bio-Betriebe. <<
Kannst Du das belegen?
Na sicher. Bio-Betriebe füttern nun einmal (einige ausschließlich) oft Futter, das im eigenen Betrieb angebaut wurde, während Großbertriebe (einige ausschließlich) meist zugekauftes Futter verfüttern. Die Hühnerbarone kaufen m.W. 100% des Futters hinzu – Industriefutter wohlgemerkt.
@susi Bibelmaus
Dioxine sind nicht nur in der chemischen Industrie zu finden sondern sind auch ein Nebenprodukt einer unvollständigen Verbrennung was in der Natur andauernd vorkommt. Daher hätte man sie (in gewissen Mengen) auch im Essen wenn es gar keine Industrie geben würde. Ergo – eine Grenzwertziehung bei Null sorgt zuverlässig für ein rasches Verhungern deinerseits.
Netter Witz……
Das ist kein Witz. Sehr viele Menschen sind fest davon überzeugt, dass die Nahrungsmittel früher qualitativ hochwertiger und geringer belastet waren. Nichts könnte fälscher sein! Es ist fast ein Wunder, dass wir älteren Semester überhaupt noch leben.
Verstehe mich nicht falsch – ich finde es ja richtig und gut, dass hier strengere Grenzwerte aufgestellt wurden. Aber man sollte auch nicht immer gleich “Skandal” rufen, wenn diese Werte hin- und wieder auch einmal überschritten werden.
Dies hat natürlich nichts mit der rechtlichen und moralischen Beurteilung der Panscher zu tun – ihr Handeln ist und bleibt falsch, egal ob die Grenzwerte nun leicht oder dramatisch überschritten werden.
Jens … da bin ich bei dir .
Passt aber ins B~ild …
Desinfektionsreiniger wenns geht dreimal taeglich … Haende Flaechen Oral ..
Fahrad fahren in Motoradausruestung …….
Wir waren Helden haben wir das fahren doch auf viel zu grossen Raedern gelernt ohne Helm und Protectoren
Lebensmittel die Ungesund / geniessbar reguliert werden
Nicht falsch verstehen, vergammelt , leichtsinn und vergiftet ist was anderes !
Da sag ich nur:
http://www.nikola-hahn.com/niemandschuld.htm
Schon mal überlegt, was an Nitrosaminen beim Grillen entsteht? Oder wie es mit dem Benzol beim Tanken aussieht?
bombjack
@Bombjack
Ja, ja, die Nitrosamine. Klar, dass hier wieder das Beispiel “Grillen von Fleisch” kommt, denn das ist ja “böse”, wie jede gute Leserin von Frauenzeitungen weiß. Dass Nitrosamine in höherer Konzentration auch in Käse und vor allem im Spinat vorkommen, interessiert da nicht.
[...]Dass Nitrosamine in höherer Konzentration auch in Käse und vor allem im Spinat vorkommen, interessiert da nicht.[...]
Stimmt….und deswegen interessieren mich die Nitrosamine beim Grillen auch nicht, ebenso wie das Acrylamid in den Pommes und im aktuellen Fall das TCDD in den Eiern….
Ich nehme z.B. bei mir in der Bude wenn es denn sein muss auch mal Formalin her um z.B. ein Schimmelproblem an der Wand loszuwerden….
bombjack
@susi bibelmaus,
ich bin mal ausnahmsweise einverstanden mit Dir.
darf ich Dich auf meine #9 zurückverweisen?
Der Kern (einer gewissen Denke) ist der:
Wenn Jeder potentiell Jeden betrügt, führt das letztlich zu einer (göttlichen) Harmonie = dem Gleichgewicht des Schreckens.
Und wenn sie sich nicht in die Luft gesprengt oder sich gegenseitig vergiftet haben, leben sie glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage.
Dioxin.Pffff…
Die Viecher hierzulande bekommen doch hauptsächlich genverändertes Soja aus Brasilien zu futtern,
wofür noch massenhaft Regenwald abgeholzt wird.
Da ist Dioxin wahrlich das kleinere Problem.
Das Hauptproblem ist,
das Westmenschen unbedingt jeden Tag tierisches fressen müssen.
Reicht nicht 2 mal die Woche Fleisch. ?:-/
Unsere ganze Landwirtschaft ist pervertiert.
Immer wieder schön.
Mit Gift und Genen.
http://www.youtube.com/watch?v=gDrvFiRwWP8
Damit sie auch morgen noch gepflegt abkotzen können.
Mlg
jetzt mach Dich nicht kleiner als Du bist!
Der ethische Imperativ der ‘Primitiven’ ist:
Tue nichts, dessen Folgen Du nicht abschätzen kannst.
Probiere dann etwas Neues, wenn Du in echter Not bist.
Der Imperativ des Neu-Neandertalers =homo sapiens sapiens ist:
Probiere solang herum, bis Du in die Luft fliegst.
Und dann gehe einen Schritt zurück.
Mit Absegnung Durch Deinen örtlichen Ökonomen.
Sehr weise.
Da mach dir mal nix vor – auch der Ost-, Nord- oder Südmensch frisst täglich Fleisch sobald er es sich leisten kann. Da ist der Chinese durchaus schlimmer als der Deutsche.
Hab noch was ganz Wichtiges vergessen:
Das dicke Ende kommt erst noch, wenn ich an das Superwahljahr 2011 denke. Derartige Skandale sind erfahrungsgemäß (LEIDER) bestens geeignet, die Umfragewerte für die B90/Grünen noch weiter in die Höhe zu treiben.
Am besten, wir behandeln die Grünen weiterhin wie rohe Eier und hauen sie täglich in die Pfanne.
Richtig, Panik ist kein guter Ratgeber, außer vielleicht für Medien die daran verdienen wollen. Von daher ist der Artikel in Ordnung. Auch das “BIO” nicht das glückselig machende Nahrungsmittelparadies für knapp 7*10^9 Menschen auf diesem Planeten sein kann ist klar.
Aber der eigentliche Skandal ist doch, dass Futtermittel wahrscheinlich aus profitablen Gründen mit Stoffen (Industriefetten) versetzt wurden, und das diese Sa*rei erst nachdem zigtausende Tonnen verfüttert waren aufgefallen ist! Ich nehme an, dass dies auch ein Grund ist das jetzt so ein “tam tam” gemacht wird, hier geht nämlich um Ablenkung vom systematischen Versagen eines Systems was eigentlich nicht versagen darf.
Im übrigen sind die Grenzwerte für diverse Gifte und Schadstoffe u.a. deshalb eingeführt worden, über deren Höhe man sich trefflich streiten kann, weil in der Vergangenheit eben mit billigen Ersatzstoffen großer Schaden angerichtet worden ist. Hier mal zwei Beispiele die mir ad hoc einfallen:
- Giftöl-Skandal in Spanien
- Melamin und das Vertrauen in Babynahrung
Das die Kontrollen wohl aus Kostengründen zurückgefahren wurden, spricht auch Bände. Es besteht leider eine gewisse Chance, dass wir z.Z. nur die Spitze des Eisbergs sehen, und die schlechten Nachrichten so schnell nicht abreißen werden. Info
Fazit: Der Skandal ist weniger das Gift, sondern das System was solche Vorgänge ermöglicht und quasi auch noch durch Marktmechanismen belohnt.
So ist es.
(mir ist da oben der philosophische Gaul/Esel durchgegangen, und damit die einfachen Worte verloren gegangen.)
Anonym zu http://www.broeckchengesellschaft.de/
Nochn Link zu einsamen Mahnern; -Tierfutter betreffend
Mir gefällt dein Ton auch nicht. Schon klar, du sezierst diesen Alltags-Skandal korrekt.
Dioxin hin oder her – mir bleibt die Hühnerbaron-Industrie suspekt und ich bevorzuge Bio; selbst wenn da mehr Dio drin steckt. Weil die Richtung stimmt.
Ich hab mein Kind nach Tschernobyl weitergestillt, obwohl ich meine JodWerte kannte.
Nach einem Tag Heulen und Problemen mit dem LetDownReflex.
Artgemäß leben war mir wichtiger als Einknicken.
Danach haben wir eine ‘Strahlenliste’ herausgegeben. Mit aktuellen Messwerten der radioaktiven Belastung gängiger Produkte. Als Einkaufshilfe.
Die ‘offiziellen’ Messwerte waren ja zum Schutz der Firmen ohne weitere Angaben.
Zitat:”Fazit: Der Skandal ist weniger das Gift, sondern das System was solche Vorgänge ermöglicht und quasi auch noch durch Marktmechanismen belohnt.”
Eben!
Das ist ja auch ok, jeder soll selbst entscheiden dürfen, welche Ideologie er bevorzugt. Ich esse ja selbst oft Bio-Produkte – nicht weil sie gesünder sind (das sind sie nicht) oder weil sie nachhaltiger produziert werden (das werden sie), sondern weil sie meist besser schmecken. So hat halt jeder seine persönliche Gewichtung und das ist gut so.
Es wäre allerdings dramatisch, wenn von heute auf morgen ganz Deutschland nur noch “Bio” kaufen würde. Dann müssten wir nämlich bei den meisten Produktsorten die Güter importieren. Das ist weder ökologisch, noch ethisch sinnvoll und wäre für die Wasserbilanz eine einzige Katastrophe. Aber das ist zugegebenermaßen ein komplexes Thema.
Die Moderatorin sollte sich auch mal diesen Artikel durchlesen, sie hört sich ja schon ganz Hysterisch an. ;)
Schön sachlich, ich würde einen “zynistischen” Unterton auch eher an den Bildern fest machen, bzw. bezieht er sich (wenn er denn da ist) wohl eher auf die Medien-Hysterie die da wieder betrieben wird.
Daß Bio, also de facto eine Zweiklassenernährung in der Klassengesellschaft außer für bürgerliche Medien in ihrer ganzen beschämenden Eindimensionailtät keine Alternative sein kann – d’accord.
Aber daß die Dioxinbelastung aufgebauscht und nicht so wild ist, das hätte ich eher von Frau Aigner erwartet. Wer kann das als Laie, als Konsument, selbst als Journalist beurteilen? Ich wette, da gibt es selbst in der Wissenschaft unterschiedliche Ansichten.
In der Wissenschaft gibt es immer verschiedene Ansichten – eine Gefährlichkeit von wenigen pg Dioxin können jedoch auch die Auftragsforscher der Bio-Verbände nicht konstruieren. Das wollen sie aber auch nicht, schließlich ist Dioxin auch – und vor allem – ein Problem der Bio-Betriebe.
Ich bin nun doch immer noch verunsichert. Soll ich die Eier im Kühlschrank nun behalten oder wegwerfen?
Und die Milch auf den Schnee gießen?
Tue das, was Dich glücklich macht ;-)
@klaus baum,
stürze Dich in das Abenteuer des Lebens und grüsse mir den flatter.
(und sei nicht so witzig, dass Dich keiner versteht! Hat Dir das Dein Apotheker nicht geraten?)
Irgendwas bringt dich eh um. Dass genau die Eier und die Milch, die jetzt in deinem Kühlschrank sind, es sein werden, ist unwahrscheinlicher, als beim nächsten über die Straße gehen überfahren zu werden ;)
@groo, du nun wieder.
@jens, victor klemperer meinte, propaganda sei wie ein langsam wirkendes gift. insofern ist, auf die eier übertragen, bei ihrem verzehr noch gar nicht abzusehen, ob dieser glücklich oder krank macht. im übrigen hat meine mit wollteppichen ausgelegte wohnung mich am anfang beglückt. war zuviel mottengift drin. und jetzt habe ich eine schwere polyneuropathie.
Das ist generell so. Das Leben ist voller Risiken und Nebenwirkungen. Wir können immer nur auf dem Stand des momentanen Wissens werten.
Jens, Du hast nur insofern Recht, solange etwas neu ist, wie beispielsweise die Erfindung/Entdeckung des Penicillins. Zunächst gibt es da die große Euphorie, bis man realisiert, es gibt Nebenwirkungen, zum Beispiel die Schwächung der Abwehrkräfte, das Sich-Herausbilden von Resistenzen usw.
Nichtsdestoweniger ist das Schlucken von Antibiotika deshalb nicht pauschal abzulehnen. Worum es aber geht, ist, das weitergemacht wird, obwohl man die Risiken kennt und auch schon massiv erlebt hat. Ich meine damit jetzt nicht die Einnahme von Antibiotika, sondern die Tatsache, dass Obama massiv unter Druck gesetzt wurde – durch die entsprechenden Lobbyisten -, damit die Ölförderung im Golf von Mexiko weitergehen kann.
Im Falle meiner Vergiftung durch Permethrin geht es nicht mehr um das Erproben von synthetischem Mottengiften, sondern um das bewußte Inkaufnehmen der Schädigung von Menschen, wobei eine kritische öffentliche Reflexion durch die großen Herstellerfirmen massiv behindert und unterdrückt wird. Ich kenne einen Filmemacher, der über Mottengift in Textilien einen Film gedreht hatte und bedroht wurde, so dass der im TV zurückgezogen wurde.
Das Problem, dass zu reflektieren wäre, ist nicht das Trial and Error des “Fortschritts”, sondern die Unterdrückung von bereits gemachten Erkenntnissen über die Schädlichkeit gewissen Tuns und Handelns.
Die Unterdrückung verändernder Erkenntnisse um des Profits will, siehe die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken.
Jens, wir wissen eigentlich wenig voneinander. in diesem sinne ist der folgende hinweis nicht als belehrung zu verstehen. hinsichtlich deiner these
>>Das Leben ist voller Risiken und Nebenwirkungen. Wir können immer nur auf dem Stand des momentanen Wissens werten.<< empfehle ich dir das buch von hans jonas "das prinzip verantwortung". einer der zentralen – und wie ich finde – wichtigsten gedanken in diesem buch ist, dass wir uns vorstellungen von den fernwirkungen unseres jetzigen handelns verschaffen müssen, um unser jetzigen handeln danach auszurichten.
und der gute alte kant meinte schon in seiner kritik der praktischen vernunft, dass es schwer sei, allgemeine regeln für das handeln aufzustellen, da die folgen dieses handelns im augenblick des beginns des handelns sich zumeist im dunkeln verlaufen. ein wietischter mann. :-)
Da gebe ich Dir ja auch vollkommen Recht. Leider können wir bei solch technischen Fragen aber oft die Folgen unseres Handelns nicht vollends bewerten. Was nach heutigem Stand der Wissenschaft richtig ist, kann morgen schon widerlegt sein. Die Alternative, im Zweifel nichts zu tun, ist – vor allem angesichts der katastrophalen Situation der Welternährung – aber sicher auch nicht der Weisheit letzter Schluss.
Wenn wir nicht auf Eier, Fleisch und Milch verzichten wollen, müssen wir wohl oder übel mit Dioxin leben – ohne geht es nun einmal nicht. Die Frage, die wir uns stellen müssen(!), ist jedoch, wie wir die schädlichen Einflüsse minimieren. Die Erfolge des letzten Jahrzehnts (siehe Link im Artikel) sind für mich jedoch ein Hinweis, dass wir uns hierbei prinzipiell auf dem richtigen Weg befinden.
Du kennst mich ja: Ich kritisiere die Politik gerne scharf, bisweilen sogar überscharf. Ich denke allerdings, man muss positive Entwicklungen auch einmal beim Namen nennen. Und in puncto Lebensmittelsicherheit und Umweltschutz war das letzte Jahrzehnt in Deutschland ein sehr erfolgreiches Jahrzehnt. Das ist kein Grund, die Hände nun in den Schoß zu legen. Blinder Aktionismus (damit meine ich nicht Dich!) hilft jedoch auch nicht weiter.
war ja klar, dass das in Niedersachen passiert.
Vielleicht könnte man die “verseuchten” Eier ja dazu verwenden, die gequälten Puten der ehemaligen Landwirtschaftsministerin ein wenig aufzupäppeln?
Hey, aber sch… auf Niedersachsen! Ich meinte natürlich schnell noch mal Urlaub in Niedersachsen machen- solange es noch geht (einfach auf duckhome.de “Hanover” als Stichwort eingeben und mitstrahlen).
Obwohl, was da so an Politikprominenz in den letzten Jahren der Tiefebene entfleucht ist, könnten wohl ein paar Mutagene nicht schaden…
Und wenn da alles grünlich fluorezierend rumstrahlt, weiß ich, dass der Spiegelfechter auf der Gosslaer Kirchturmspitze mit ‘nem Sniper die Stellung hält und die krasseren Exemplare von Monsterputen und Politoraptoren wegmacht. Zumindest hoffe ich das.
Ja! Früher oder später …
Nein, das war kein Versehen, dass das Zeug da drin ist. Das war ein Fehler in der Dosierung, der leider dazu führte, dass das Endpodukt ein klein wenig oberhalb des Grenzwertes lag. Mehr aber auch nicht.
Aber weder Zulieferer, noch Futtermittelhersteller oder Mastbetrieb haben etwas gegen Dioxin oder PCBs im Futter. Denen kann der Grenzwert gar nicht hoch genug sein, schließlich haben die Stoffe eine aus ihrer Sicht äußerst günstige “Nebenwirkung”: Sie lassen Masttiere schneller fett werden.
Mahlzeit!
Kann es belegt werden?
@SF: Was ist von dieser Behauptung zu halten? Werden Masttiere so wirklich schneller fett?
@SF: Gibt es keine Spürgeräte oder trainierte Hunde/Ratten, um die Substanzen in voraus zu ermitteln? 80 Mill. Verbraucher sollten es doch wert sein.
Nein das ist hochgradiger Unsinn! Als selbst von PCBs beroffener Mensch habe ich mich lange mit der biologischen Wirkungen dieser Substanzen beschäftigt, und kann nur sagen der Organismus kann vielfältig auf diese Gifte reagieren, nur als Mastmittel sind sie mit fast an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht nicht “geeignet”, es sei denn man meint, dass ein “dicker” Tumor das Körpergewicht “steigert”. :-(
Kompakte Hintergrundinformationen
Nachtrag: Und täglich grüßt das Murmeltier! – 1999 gab es auch mal so einen Futtermittelskandal – Wenn ich mich recht entsinne hatten die damals aus Kostengründen altes Motoröl ins Viehfutter gemischt. Das nenne ich mal kreativ und geschäftstüchtig, dagegen sind unsere Panscher ja noch Anfänger. :-(
ach Quatsch, das ist hanebüchener Unfug.
Hunde, die Substanzen im Picogrammbereich schnüffeln können, müssen erst noch erfunden werden. Wir sprechen hier vom Äquivalent, das einem aufgelösten Zuckerwürfel im Bodensee entspricht.
Wo hast Du denn das schon wieder her? Das ist doch blanker Unfug ;-)
Lies halt selber:
Gut, das mit dem “gar nicht hoch genug” ist überspitzt formuliert, schließlich erreicht man irgendwann die letale Dosis. Aber die östrogene Wirkung dieser Stoffe möchte man schon möglichst früh und möglichst wirkungsvoll den Masttieren angedeihen lassen.
Du findest in den drei verlinkten Beiträgen sicher genug Stichwörter um mittels google weitere “Forschung” betreiben zu können. Musst Du natürlich nicht. Dann bleibst Du halt bei Deinem Standpunkt und ich bleibe bei meinem Standpunkt, und wir haben beide unsere Ruhe und unser Recht. ;-)
Hier noch die fehlenden Links, die vorhin in der Eile irgendwie ins Nirvana gegangen sind:
1. http://www.lfu.bayern.de/umweltwissen/doc/uw_25_hormonell_wirksame_umweltchemikalien.pdf
2. http://www.eawag.ch/medien/publ/eanews/news_64/en64d_groh.pdf
3. http://www.nam.de/wechs.htm
Konkret kann ich nicht mitreden, (Für (Klein)Kinder könne es schon u. U. eine Gefahr geben) aber vielleicht ein Hinweis auf die allgemeine Thematik.
Die Panik-Macher. [Taschenbuch]
Walter Krämer (Autor), Gerald Mackenthun (Autor)
Auf dem Cover ist ein (Angst)Hase abgebildet.
Die kriminelle Komponente darf man natürlich nicht außer Acht lassen. In der Bild-Zeitung habe ich heute beim Metzger “Den Kerl gesehen” der das gepanscht hat.
Aber Journalismus sollte über Zusammenhänge informieren statt wie oft lediglich Emotionen wecken.
Sehr gutes Buch – kann ich nur wärmstens empfehlen
SF: War die Geschichte mit dem Dioxin im Bio-Hühnerfutter nicht im Mai 2010? Was war 2005?
Du hast Recht. Ich habe das korrigiert, mein Fehler.
Udo Pollmer.
Das ist der, der dieses Jahr in irgendeiner dieser Ernährungsshows mal sagte, verkohlt gegrillte Bratwürste sind nicht ungesund, sondern ohne Probleme geniesbar, weil sie durch die Verkohlung zum Teil die Wirkung von medizinischer Kohle hätten.
Das ist der, der Vollkornprodukte generell für ungeniesbar hält, weil die Keimhülle mancher(!) Getreidesorten im unverarbeiteten(!) Rohzustand oder bei falscher Verarbeitung für den Menschen unverträgliche Eiweisse enthält.
Das ist der, der Ernähungsberater pauschal als ‘dünne Ernährungstussis’ verunglimpft.
Das ist der, der in seinen Büchern behauptet, Diabetes und Fettleibigkeit hätten überhaupt nichts mit der Ernährung zu tun.
Das ist der, der behauptet, die konventionelle Landwirtschaft würde sich überhaupt nicht von der der Biobauern unterscheiden.
Und auch im hier verlinkten Interview posaunt Pollmer mal wieder Halbwahrheiten und Verdrehungen, das man mit den Augen nur noch Dauerkullern kann…
Wie kann man so einen populistischen Stammtischwissenschaftler als Quelle empfehlen? Aber das scheint hier langsam Programm zu werden. Stammtischmasse statt Klasse…
Schade, wieder einmal.
Nein. Pollmer sagt lediglich, dass Vollkorn von einigen(!) Menschen nicht korrekt verdaut werden kann und dabei negative Auswirkungen auf den Stoffwechsel hat. Dies ist übrgigens durch unzählige Studien belegt.
*g*
Ja, richtig – obgleich er nicht alle über diesen Kamm schert. Und da kann ich ihm nur 100% beipflichten!
Nein. Er sagt “lediglich”, dass Diabetes und Fettleibigkeit sich nicht monokausal auf die Ernährung zurückführen lassen.
Nein, das sagt er nicht.
Na dann schieß doch mal los, ich bin gespannt.
Na ja, wer hier ökopopulistischen Blödsinn erwartet, ist hier eh fehl am Platz.
und zur vollkornhülle noch ein kleiner hinweis. bei uns im städtchen gibt es einen bäcker, der für seine vollkornbrote damit wirbt, dass er die methode steinmetz anwendet. das korn wird von solchen hüllen befreit oder gereinigt.
pollmer hätte also in diesem punkt nicht ganz unrecht.
bei google finden sich genügend quellen, die etwas über steinmetz-mehle sagen
So einfach ist das mit den Feindbildern mittlerweile auch beim Spiegelfechter. Wer Udo Pollmer kritisiert, muss natürlich gleich ein Freund von ‘ökopopulistischen Blödsinn’ sein, schön schwarz-weiss muss die Welt sein, scheiss auf argumentative Differenzierung.
Du hast auch offensichtlich jedes Interview mit Pollmer gelesen/gesehen um ganz genau zu wissen, das Pollmer das mit dem Vollkorn immer und überall so differenziert ausgedrückt hat? Er hat es nicht. Und das er unter Ernährungswissenschaftlern umstritten ist, ist auch kein Geheimnis und schnell zu recherchieren.
Na das kann ich ja 1:1 zurückgeben.
Ich habe mehrere Interviews von ihm zu diesem Thema gehört und habe auch die diesbezüglichen Artikel im “Eulenspiegel” und seine Bücher gelesen – ja, ich schätze schon, dass ich in diesem Punkt besser informiert bin als Du.
Du kannst mir aber gerne einen Link geben, wenn Du mich überzeugen willst.
Welch Wunder! Natürlich ist er in diesen Kreisen “umstritten” … wobei das das falsche Wort ist. Er ist verhasst. Und das ist auch gut so. Wer den Sumpf trocken legen will, darf sich nicht um die Frösche scheren. Ich hadere ja immer mit den Volkswirten, aber gegen die Ernährungsberater sind die Volkswirte ja schon fast ein Fanal der Seriosität ;-)
j
Wohl kaum, denn sonst hättest du diese Aussagen (die ich nicht wörtlich zitiert habe) selbst schon längst gefunden, schau mal in der Weltwoche nach, da differenziert er weder nach Getreide- noch nach Zubereitungsart. Vollkorn in der Ernährung ist schlicht ein Problem für ihn.
Und allein das Beispiel mit der Bratwurst disqaulifiziert ihn als Experten völlig. Und dann noch behaupten, konventioneller Landbau und Biolandbau hätten die gleiche Ökobilanz, also im Ernst. Das trifft sicher auf einzelne Produktsegmente zu (vor allem wenn man Vertriebswege mit einbezieht, was mit den eigentlichen Landbau allerdings wenig zu tun hat) aber bisher hat niemand den gesamten Landbau darauf analysiert, so eine pauschalisierende Aussage ist einfach Unsinn und hat mit wissenschaftlicher Vorgehensweise nichts zu tun. Ich will mehrere unabhängige und glaubhafte Studien dazu sehen und nicht Pollmers übliche selektive Auswahl von zum Teil veralteten oder gesponserten Studien, da kann ich genausogut Danone-Studien zur positiven gesundheitlichen Wirkung von Actimel glauben.
Das Web ist voll von Pollmer-Texten, er hat hier und da eigene Kolumnen und Glossen. Er hat natürlich nicht mit allem Unrecht, aber viele seiner Aussagen sind einfach so undifferenziert, vereinfachend, unwissend und zum Teil diffamierend und polemisch, das ich nur vermuten kann, das Pollmer gezielt ein ganz bestimmtes Publikum bedienen will. Mit Expertenwissen hat das aber überhaupt nichts zu tun.
WORD!!!
pollmers message nochmal zusammengefasst: DIE gesunde ernährung für alle kann es genausowenig geben, wie DIE perfekte schuhgröße für alle! ernährungslehre ist viel zu sehr von dogmatismen geprägt. wir brauchen nicht weniger pollmer sondern viel, viel mehr!
Das nenne ich mal ‘Sarrazinierung’ oder vielleicht auch ‘Verpollmerung’ von einstmals sachlichen Diskussionen: von den Dingen wenig Ahnung haben (Pollmer ist Lebensmittelchemiker, das hat mit Ernährungswissenschaften nur minimal zu tun), aber den Anschein erwecken, man wüsste ganz genau Bescheid über bedeutende Zusammenhänge, die man dann möglichst provokativ, platt und verdreht äußert, damit eine große Mehrheit der Bevölkerung (die dumme Masse eben) sich angesprochen fühlt und man mit seinen Bestsellern schnell Millionen verdient.
Umgekehrt wird ein Schuch daraus. Pollmers Arbeit besteht schließlich aus der Auswertung wissenschaftlicher Studien. Eine “sarrazineske” Arbeit ist eher bei den meisten Ernährungsberatern vorzufinden, wo alte Vorurteile mit einem oberflächlichen wissenschaftlichen Anstrich versehen werden und in populistische Scheinwahrheiten gepackt werden.
Wobei man klarstellen sollte, dass es “Ernährungswissenschaft” streng genommen gar nicht gibt. Es git die Ernährungsforschung, die ein Teilbereich der Medizin ist. Dann gibt es noch die “Ökotrophologie”, die gemeinhin als Ernährungswissenschaft bezeichnet und oft zu Recht belächelt wird.
Na ja. Wenn ich mir so die Sachbuchcharts anschaue, entdecke ich regelmäßig jede Menge volksverdummende Bücher á la “Abnehmen mit der Lofimax-Methode” oder “Der tibetanische Weg zur richtigen Ernährung”, aber nur sehr wenige Bücher mit wissenschaftlichem Anspruch. Anders als die Volksverdummer arbeitet Pollmer übrigens durchgängig mit Fußnoten und einer Literaturliste, so dass jeder (auch Du, Dani) sich die Studien, auf die er sich bezieht, im Original anschauen kann. Davon könnten sich die eßgestörten Damen, die sich Ernährungberater nennen, mal eine Scheibe abschneiden.
Wissenschaftliche Studien hat auch Sarrazin zu Hauf in seinem Buch ausgewertet. Was soll das für ein Argument sein? Eine Absolution, das der Mann dann ja Recht haben muss?
Aber ich würde jetzt gern mal wissen, in welcher wissenschaftlichen Studie eigentlich belegt wurde, das der Verzehr einer verkohlten Bratwurst gesundheitlich nicht bedenklich ist, sondern positiv zu bewerten ist, wegen der angeblich ähnlichen Wirkung zur medizinischen Kohle, wie Pollmer behauptet?
Dann möchte ich mal wissen, wo der Beleg für Pollmers Behauptung ist, Vollkornprodukte seien ein neues Phänomen der letzten 100 + X Jahre und früher hätten sich die Menschen überhaupt nicht mit Vollkornprodukten ernährt. Das ist völliger Humbug, es ist genau umgekehrt, schließlich gibt es die technischen Möglichkeiten zur Herstellung von Weissmehl erst seit geschätzten 100 + x Jahren.
Genau der gleiche unbelegt Schwachsinn zur Sojabohne, die angeblich erst seit kurzem zur Nahrungsmittelproduktion angebaut wird.
Und wo sind die wissenschaftlichen Belege für Pollmers Behauptung, konventioneller Landbau und Biolandbau hätten die gleiche Ökobilanz?
Es gibt sie nicht, weil es typisch Pollmersche Verdrehungen sind.
Ganz toll verdreht, Jens. Ich sprach von ‘Ernährungswissenschaften’ und nicht von Ernährungsesotherik. Ersteres ist ein in mindestens der ganzen westlichen Hemisphäre anerkanntes akademischen Studienfach mit jahrzehnten internationaler eigener Forschung, letzeres ist allerdings genau das Feld, das Pollmer als Antipode auf gleichem Niveau beackert.
So kann man sich die Welt schön in schwarz und weiss malen, wenn man es braucht. Aber journalistische Qualität hat so was nicht im Entferntesten. Ich frage mich wirklich, warum du mit deinem Blog einen derart populistischen Weg eingeschlagen hast. Früher hast du oft durch die Qualität deiner Texte und Recherche überzeugt, jetzt scheinst du mehr die Massen mit Provokation, Populismus und Rabulistik ansprechen zu wollen. Schade, schade, schade, wirklich!
Sicher nicht. Ich sprach ja auch von den Fußnoten. Jedermann kann diese Studie selbst anschauen und sich ein Bild von den Studien und der Interpretation durch den Autoren machen.
Und ich würde gerne wissen, wo Du das herhaben willst. Wenn Du dies aus einem Text von Pollmer hast, wirst Du ja die Fußnoten kennen. Ich vermute aber mal eher, Du hast das aus zweiter, dritter oder vierter Hand (vermutlich aus einem Vollkost-/Verganer-/Esoterikforum) und kannst mir gar keine konkrete Quelle nennen.
Dann lies es Dir doch einfach durch. Die Autoren haben mit Fußnoten ja nicht unbedingt gegeizt.
Ohne Quelle bringt das alles nicht, liebe/r Dani ;-)
Nein, Pollmer lässt sich über “Ernährungsberater” aus und nicht über “Ernährungswissenschaftler”, das beides in einen Topf zu werfen, wäre ungefähr so, als wenn ich die Strukturvertriebler vom AWD mit Paul Krugman vergleichen würde ;-)
Werte/r Dani. ICH arbeite bei solchen Dingen mit Quellnachweisen, Du posaunst hier nur Dinge, die Du vom Hörensagen “weißt”. Ich weiß nun nicht, wer von uns beiden populistisch agiert. Ich persönlich halte Deine Kommentare für höchst populistisch. Aber das musst Du schon mit Dir selbst ausmachen.
Es war diese Sendung und ich hab sie selbst gesehen:
http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,663532,00.html
Vielleicht findest du das Video ja noch in irgendeiner Mediathek bzw. Google-Dieo oder Youtube. Deine Feindbilder jedenfalls sind einfach nur lächerlich und von jeglicher Sachlichkeit weit enternt. Weil ich Pollmer unter anderem wegen seiner ‘medizinische Kohle’-Bratwurst die Glaubwürdigkeit zum Thema Ernährung abspreche, werde ich von dir permanent in eine spinnerte Öko- und Esotherik-Ecke gestellt. Wer Pollmer für unglaubwürdig hält, kann ja nur eine Öko-Spinnerin sein. Hach, wie schön einfach ist meine Welt. Ich diffamiere einfach alle Kommentatoren, die meine Quellen begründet anzweifeln, dann muss ich mich mit dem Unsinn in meinen eigenen Artikeln nicht auseinandersetzen…
Das Pollmer unter Ernährungswissenschaftlern ‘umstritten’ ist, ändert das nicht.
@Dani
OK, Du hast also vor zwei Jahren mal eine Fernsehtalkshow gesehen, in der Pollmer aufgetreten ist. Das reicht Dir dann als Grundlage, hier einen Feldzug gegen ihn zu führen und halbgare Vorwürfe im Staccato anzubringen, ohne einen einzigen Quellnachweis zu bringen? Nun gut, für mich hat sich die “Diskussion” damit erledigt.
dani, ich weiß nicht, ob sich dein beitrag auf mich bezieht. ich kenne pollmer nicht, will ihn und seine ansichten auch nicht kennenlernen. alles, was ich zum thema vollkorn beitragen wollte, war, was ich von unserem bäcker dazu weiß, bei dem ich gelegentlich einkaufe.
wie gesagt: gelegentlich. als kandidat für candida meide ich ohnehin weißmehl/weizenmehl der sorte 505, 550.
ich denke, wir sollten uns darauf einigen, dass jeder das essen sollte, was ihm schmeckt und was für ihn bekömmlich ist. Mir schmeckt beispielweise Vollkorn nicht, ich bevorzuge eher Weißmehlprodukte, die mir auch sehr gut bekommen. Wer Vollkorn mag, der soll zu Vollkorn greifen. Wo ist das Problem? Genau das ist übrigens das Fazit Pollmers zu diesem Thema. Was ihm von Seiten der “Vollkorn-Lobby” allerdings angekreidet wird, ist, dass er Eltern warnt, ihren Kindern Vollkorn aufzuzwängen, wenn diese Vollkorn überhaupt nicht mögen. Unser Appetit und unser Geschmack sind sehr ausgereifte Sinne. Man sollte sich auch nach ihnen richten. Und wenn Kinder Vollkorn weder mögen noch vertragen, sollte man dies auch respektieren. Meine Meinung.
schöner artikel jens, danke für…
btw wg. zynismus des artikels (nämlich überhaupt nicht) bzw der bilder;
ist doch nich zynisch, sondern sarkastisch (vor allem beim biobauernpic hab ich mich schön amüsiert)…
grins
Hm. Keine besondere Artikelqualität (habe vorzeitig aufgehört zu lesen). Dioxine lagern sich in den Fettzellen dauerhaft ein. Spätestens wenn die Fettzellen innerhalb eines kleinen Zeitfensters z.B. durch eine Diät abgebaut werden, sind die “Grenzwerte” ziemlicher Mumpitz.
Das Problem ist auch gar nicht mal nur das Gift, sondern die Ökonomie-vor-Moral-Ethik, die dafür sorgt, dass der Müll, den wir mittlerweile fressen müssen, teurer und qualitativ schlechter wird.
Wir sehen hier übrigens nur die Spitze des Eisbergs einer Qualitätverwahrlosung. Richtig katastrophal wird es, wenn man z.B. Zahnpasten, Shampoos, Kosmetika etc. betrachtet – wenn das Zeug nicht zufällig im Einzelhandel an die Michel vertickt werden würde, wäre es als Sondermüll deklarationspflichtig.
Ich gehe davon aus, dass der überwiegende Anteil der im normalen Einzelhandel gehandelten “Lebensmittel” mittlerweile ein Opfer der Vollökonomisierung geworden ist und in nicht seltenen Fällen eine versteckte Rentreform bzw. Pharmabranchesubvention darstellt.
Ulkig, dass die Lebensmittel trotz gesunkener Qualität so teuer wie nie zuvor sind.
Ich sehe keinen Widerspruch sondern es ist eigentlich grundsätzlich das, woran sich erfolgreiche Unternehmen orientieren. Der Volksmund nennt es Min-Max Prinzip, die Ökonomen drücken sich gewählter aus:
Quelle
Wir bekommen als Marktteilnehmer also genau das serviert, was wir auch verdienen!
Sehe ich genauso. Leider reitet der SF wieder einmal (wie zuvor beim Thema WikiLeaks) auf einem Strohmann durch den Artikel, ohne zum Wesentlichen zu kommen: Der Skandal ist nicht unbedingt das erhöhte Dioxin im Tierfutter an sich (und in der Folge in etlichen anderen Produkten auch), sondern das es in Deutschland möglich ist, “tausende Tonnen” (laut Medien) mit nicht dafür zugelassenen ‘Industrieabfällen’ gepantschtes Tierfutter zu produzieren, zu vertreiben, zu verfüttern, die Folgeprodukte wie Eier, Fleisch etc. bis hin zu stark weiterverarbeiteten Produkten wie z.B. Mayonaise zu verkaufen, die ihren Weg in die Mägen der Verbraucher finden ohne das Kontrollen das rechtzeitig stoppen können! Mit etwas Pech hätte die Dioxinkonzentration, oder was auch immer man immer wieder an Schund in den Lebensmitteln findet, auch deutlich höher ausfallen und eine akute Gesundheitsgefahr bedeuten können. Das ist leider keine Ausnahme, sondern die Regel, denn was durch Lebensmittelkontrollen durch NGOs wie foodwatch an ‘nicht verkehrsfähigen’ Lebensmitteln in den Läden gefunden wird, ist schon arg.
Gerade das ist ja DURCH die Kontrollen verhindert worden – sicher wäre es wünschenswert, wenn die Kontrollen hier schneller zugeschlagen hätten. Das ist aber Frischeprodukten wie Eiern nun einmal schlecht möglich. Natürlich kann man sich die Frage stellen, ob Landwirte nicht verpflichtet werden sollten, Futtermittel erst nach Ablauf einer Art Kontrollfrist zu verfüttern und das Just-in-Time abzuschaffen. Das wäre sicher ein überdenkeswerter Vorschlag. Das man Dioxin nicht im laufenden Prozess in Echtzeit messen kann, sollte klar sein – so eine Laborprobe dauert nun einmal ein wenig.
Man kann unethisches Verhalten natürlich nicht per Gesetz abstellen – ansonsten gäbe es keine Straftaten mehr. Was man tun kann, ist, die Kontrollen so zu perfektionieren, dass gesetzwidriges Handeln möglichst unterbleibt, da “das ja eh herauskommt”. Was die Panscher in SH geritten hat, kann ich Dir auch nicht sagen. Sie hatten jedoch zum Glück keinen Erfolg.
Sicher. Aber wie sähe denn Deine Lösung aus? Sollte jede Futterkomponente einzeln überprüft werden und erst verkauft werden sollen, wenn sie vom Staat freigegeben wird? Sicher, das könnte man machen. Natürlich würde das Milliarden kosten, die auf den Verbraucher umgelegt werden. Da stellt sich dann aber die Frage, ob man mit so viel Geld nicht sinnvollere Programme für den Verbraucherschutz umsetzen könnte, denn die Gefährung durch Dioxin in Lebensmitteln gehört nun einmal nicht unbedingt zu den dringlichsten Problemen.
nein, das zeug ist zum Teil (wieviel weiss niemand) in den Endverbraucher-Handel geraten und wurde (so habe ich heute gelesen) z.B. auch schon zu Mayonaise weiterverarbeitet. Das passiert auch immer wieder und ist kein Einzellfal, wie ich ja mit den foodwatch-Proben angedeutet habe. In den Läden liegen (laut Greenpeace/foodwatch) in den letzten Jahren prozentual soviele nicht-verkehrsfähige Lebensmittel wie niemals zuvor. Dioxin ist nur ein Schreckwort bei dem viele hellhörig werden, bei Pestizidcocktails mit z.T. seit Jahrzehnten verbotenen Zeugs zuckt schon überhaupt niemand mehr.
Ne, es würde imho reichen, viel regelmäßigere und flächendeckend unangekündigte Kontrollen durchzuführen, aber dafür fehlt dem Gemeinwesen ja aus bekannten Gründen das Geld. Dann fallen mir noch viele Möglichkeiten ein, wie man die Hersteller selbst in die Pflicht nehmen könnte, z.B. durch detailiertere Dokumentationpflichten des Betriebsgeschehens (für Lieferentan ebenso wie für Abnehmer), Laborpflicht bei geeigneten Produkten vor der Verarbeitung (wäre ja bei dem Fettmüll aus der Biodieselproduktion wohl kein Problem gewesen, 1 Tag auf ein Laborergebnis zu warten), bei verderblichen Produkten muss die Ware eben bei negativen Ergebnissen zurückgerufen und eingestampft werden. Bis die Ware den Verbraucher tatsächlich erreicht, hat ein modernes Labor die Ergebnisse aber mind. 10x verifiziert.
Und das das Geld kostet, das z.T. auf den Verbraucher umgelegt wird, ist nur gut. Gute und vor allem sichere Lebensmittel müssen Geld kosten. Frischware in Deutschland ist z.B. im Europavergleich fast unschlagbar günstig aber auch fast unschlagbar schlecht in der Qualität.
Ja, das schreibe ich ja auch. Die Weiterverarbeitung ist übrigens kein großes Problem, da hier die Grenzwerte dann wieder stimmen. Dass die Eier in den Handel gekommen sind, ist natürlich ein Problem. Aber wie willst Du das verhindern?
Wenn das stimmen sollte, kann es nur einen Grund dafür geben: Es gab noch nie so viele und so strenge Grenzwerte wie heute, die Lebensmittel erst “nicht verkehrsfähig” machen. Alles andere ist nachweislich falsch (darüber gibt es Messreihen des UBA und diverser Landwirtschaftsministerien).
Klar, weil es ein “x” hat und mit Seveso in Verbindung steht. Wenn Du Dir mal die Mühe machen würdest und die im Artikel verlinkten Messreihen anschaust, wird Dir vielleicht (das hängt von der Dichte der Scheuklappen ab) auch klar, dass wir es keinefalls mit einem zunehmenden, sondern glücklicher mit einem abnehmenden Problem zu tun haben.
Finde ich gut, dafür hättest Du meine Zustimmung. Willst Du auch Bio-Betriebe kontrollieren?
Ja, das gibt es doch und das ist bei industriellen Herstellern ja die Regel. Wenn ein Hersteller aber panschen will, nutzt dies auch nicht. Im konkreten Fall ist die Kontamination ja eben durch den Futtermittelhersteller, der vom Komponentenhersteller “beschissen” wurde, durch Selbstanzeige gemeldet wurden.
Mir fällt hier jedoch gerade etwas anderes auf. Ich kann mich noch erinnern, wie groß das Geschrei der “Öko-Lobby” (auch hier im Blog) war, als es vor wenigen Wochen um die (falsche) Petition gegen das (nicht vorhandene) Heilkräuterverbot ging. Da sperrte man sich mit Händen und Füßen gegen jede Kontrolle, da dadurch ja kleine Bauern plattgemacht würden. Gelten hier plötzlich andere Regeln?
Ja, hier besteht idT Handlungsbedarf.
Sicher. Aber hier muss man auch darauf achten, Aktionismus zu vermeiden.
Ach jeh. Wie kommst Du denn schon wieder auf so etwas? Hat Greenpeace das gesagt? Woran ließe sich das belegen? Bitte mit Quelle und Literaturangabe!
Natürlich, was ist das denn für eine Frage bitte? Ausnahmslos jeder(!) Betrieb, der Nahrungsmittel herstellt, sollte mit einer lückenlosen Kette die Unbedenklichkeit der Produkte belegen müssen. Ob Biobetriebe dann darüberhinaus zusätzliche Kontrollen durchzuführen haben um an bestimmte Biosiegel zu kommen, sollte dabei doch erstmal schnuppe sein, oder wieso die Frage?
Klar, weil die Produktpalette an Pestiziden und Herbiziden und was es alles noch so im Landbau an beabsichtigt oder unbeabsichtigt zugefügten Substanzen gibt, immerzu größer wird. Mehr Stoffe auf dem Markt und als gesundheitsbedenklich erkannt = mehr nötige Grenzwerte. Das es noch nie so strenge Grenzwerte gab, stimmt auch nicht in jedem Fall. Einige Grenzwerte wurden in den letzten Jahrzehnten auch teilweise deutlich entschärft. Trotzdem ist das Phänomen, das Obst und Gemüse (laut foodwatch) in Extremfällen mit über 20 verschiedenen Pestiziden jeweils bis an die Grenzwerte oder darüberhinaus belastet sind, völlig neu. Früher gab es überhaupt nicht so viele Pestizide.
Was fragst du mich das? Hab ich mich an der Diskussion beteiligt oder irgendwann etwas anderes gefordert? Nein.
Es geht nicht um Dioxin allein, sondern um die generelle Belastung von Lebensmitteln mit gesundheitsschädlichen Substanzen. Das ist mitnichten ein abnehmender Trend, verursacht durch viel zu seltene Kontrollen bedingt durch massiven Personalmangel, wie selbst Bauern- und Lebensmittelverbände auch jetzt gerade wieder anprangern.
@Spiegelfechter
Ja, wenn die ersten Dioxin “Funde” im März 2010 vorliegen, und die ersten konkreten Reaktionen darauf ca. 9 Monate später erfolgen, kann man das auch damit erklären, dass eine schnellere Reaktion bei frischen Produkten nur “schlecht möglich” ist. Quelle
Ich vermute mal, die Eier werden nach chinesischer Sitte erst ein mal ein halbes Jahr in Tonerde eingegraben, bevor diese “frisch” den Verbraucher erreichen. ;-)
P.S.: Die setzen gerade die Menge des verseuchten Tierfutters auf 14kT hoch :(
Aber das ist doch alles kein Grund zur Panik! Die Messreihen zur Dioxinbelastung sind doch rückläufig und können nie wieder steigen, daher ist auch dieses kein bemerkenswertes Ereignis. Außerdem kann Dioxin auch durch abgeschossene Weltkriegspanzer in die Umwelt gelangt sein, überhaupt ist Dioxin ein natürlich in der Natur vorkommendes Gift, das sogar entsteht wenn in Norddeutschland mit Meersalz gewürzter Torf brennt. Alles Panikmache! Essen Sie einfach eine bis zur Unkenntlichkeit verkohlte Bratwurst, das ist gesund und reinigt den Verdauungstrakt von Giften, weil sie ja wie medizinische Kohle wirkt. ;)
Dioxine in der Nahrung sind kein Spaß! 3000t Fettsäuren mit 120ng/kg Dioxin sind schon eine Hausnummer, auch wenn nicht alles gleich beim Menschen ankommt. Neben möglichem Krebs haben Dioxine auch unschöne Auswirkungen auf potentielle Nachkommen. Das die ISO9001-zertifizierte Bude jetzt gleich die Insolvenz anmeldet, spricht IMHO auch gegen einen zufälligen Fehler.
PS: Ich weiß, ISO9001 kann auch bedeuten: Wiederholbar gut dokumentiert Mist zu bauen.
klar ist das “eine Hausnummer”. Für die Gefahreneinschätzung ist es aber relevant, wie hoch der Dioxin-Anteil im Endprodukt ist, schließlich trinkt niemand die Fettsäure pur ;-)
Und bislang wurde da ja fast gar nichts gefunden.
Das Dioxin hat aber auch die Eigenschaften:
a) zu akkumulieren, es reichert sich in fetten Körperbestandteilen an ,
b) es ist chemisch ziemlich stabil, man wird es so leicht nicht los.
Besser ist, es ist nur in homöopathischen Dosen da.
Akute Gefahren gibt es IMHO nicht, das habe ich auch nicht behauptet.
Da bin ich ja auch ganz bei Dir. Ich halte – siehe Artikel – aber die Gefahr der übemäßigen Akkumulation in diesem konkreten Fall für nicht existent. Außerdem mahne ich, dass “homöpathische Dosen” schlichtweg unmöglich sind – vor allem in der Freilandhaltung!
Zu “homöopathische Dosen” das war bissel sarkastisch gemeint, ich weiß das es das in der jetzigen Zeit nicht geben kann. Das mit der Akkumulation würde ich nicht ausschließen wollen, es wurden auch Schweine damit gefüttert. Da geht das alles in den Speck! ;-) Ich grille dann nächste Saison noch ungesünder! ;-) In meinem Alter müssen sich die Langzeitwirkungen eh beeilen und mit den Nachkommen, da bin ich auch drüber weg. Denkt denn keiner an die Kinder!
Da mach Dir mal keine Sorgen. Schweine essen weder Hühner noch Eier und außerdem wird auch das Schweinefleisch (so es denn nicht aus Hausschlachtung kommt) auf Dioxin kontrolliert.
@Spiegelfechter
Das tun sie in freier Wildbahn sicher nicht. Aber die domestizierten aus den “kontrollierten” Betrieben, die essen noch ganz andere Dinge. Ansgar Tubes hat 2005 mit viel Verve in einem durchaus besorgten Essay für die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. die Wiederzulassung von Fleisch-Knochenmehl für Schweinefutter gefordert. Ich weiß nicht, was die Schweine heute aufgetischt bekommen, aber das ein oder andere Huhn-Derivat gehört sicher dazu, ggf. über die nötigen Umwege.
Das ist eine klare Meinung, aber warum so ganz ohne Expertise? Die Gefahr von Dioxinen kann man, glaube ich, nicht aus dem Bauch heraus beurteilen.
Und was ist “übermäßige Akkumulation in einem konkreten Fall“? Akkumulation ist kein ad hoc Ereignis, nicht wahr, das wäre unlogisch. Wie viele “ähnlich geringe” Dioxin- und sonstige Quellen unerwünschter Fremdstoffe mag es wohl geben? Wenn es überhaupt einen bestimmten LOAEL (lowest observed adverse effect level) geben sollte, dann besteht der in realiter bestimmt nicht allein aus dem verseuchten (oder sagen wir, leicht bis kaum merklich belasteten) Ei, daß wir zum Frühstück hatten.
Eine Anmerkung noch: In diesem Fall gibt es kein Tamiflu zu verkaufen. Insofern hat der “Dioxin-Skandal” einen gänzlich anderen Charakter als die Hypokrisie der Schweinegrippe. So ist mein Eindruck.
Cui bono? Ob es eine Öko-Mafia gibt, weiß ich nicht, aber so groß dürfte deren Einfluß momentan noch nicht sein, daß sie einen lächerlichen medialen Hype auszulösen vermöchten, oder?
Ja sicher, es ist auch nicht auszuschließen, dass Hühnerreste in homöopathischen Dosen in den Fetten sind, die zur Futtermittelherstellung eingesetzt werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass die leicht erhöhten Dioxin-Konzentrationen aus dem aktuellen “Skandal” auf diese Art und Weise das Schweinefleisch, das “Wolle” grillen will, kontaminieren ist jedoch so ziemlich exat bei Null ;-)
Dafür muss man sich eigentlich nur die Zahlen angucken.
Das mag alles sein oder nicht – ich will das jetzt hier gar nicht diskutieren, da es mit dem konkreten Fall gar nichts zu tun hat und Du mich schon wieder in die Ecke derer schieben willst, die Dioxin und PCB allgemein verniedlichen. In dieser Ecke stehe ich aber gar nicht.
Na, ein Glück!
Mein Eindruck ist ein anderer. Der “Skandal” wird fröhlich von allen Interessengruppen genutzt, um Interessenpolitik zu betreiben. Dumm in Röhre schaut der Verbraucher, der nun gar nichts mehr essen mag.
Na aber hallo! Ich würde es nicht “Mafia” nennen. Hier geht es um ganz normale Lobby-Interessen.
Welche Zahlen bitte? Gibt es wirklich eine Studie, die eine solche Conclusio unterstützt? Ich wäre für eine Quelle dankbar.
Und nochmal nein, ich will niemanden in eine Ecke stellen, was hätte ich davon? Mit gegenseitigen Unterstellungen zerreiben wir das Thema, daran ist mir nicht gelegen, ich möchte bei Fakten und Quellen bleiben, so wir über solche überhaupt einwandfrei verfügen. Das sollte durchaus diskussionswürdig sein – unter welchen Prämissen sonst ist hier eine Diskussion erwünscht?
Dafür brauche ich keine Studie. Wenn ich betrachte, dass die Eier im Fettanteil mit 4pg/g WHO-TEQ kontaminiert sind, ist es so ziemlich unmöglich (wenn mir denn mal annehmen, dass sie tatsächlich in die Futterkette eingehen), mit ihnen Mastschweine zu kontaminieren. Oder bist Du etwa tatsächlich anderer Meinung?
@SF: Die haben das kontaminierte Futter auch an Schweinemastbetriebe geliefert. Da braucht es kein Huhn/Ei als Zwischenwirt!
Was mir gar nicht gefällt ist die Relativierung von allem. Ganz besonders und das wird mit purer Absicht vorangetrieben ist die Gleichsetzung von verfassungsgebenden Grundlagen (Gemeinwohl, Naturschutz, auch die Würde) mit Interessen der Privatwirtschaft.
Ich weiß nicht mehr genau in welcher PR-Sendung das gleich lief, aber da war so ein schmieriger Vertretertyp, der die Einforderung von Rechten für H4-Empfängern gleichsetzte mit den Interessen seines Branchenverbandes.
Nun das selbe jetzt hier wieder im Bereich von Ökologie zu hören (=Mafia, Lobby) zeigt nur wieder einmal wie degeneriert der Zeitgeist ist.
So verhallen auch die Warnungen von vernunftbegabten Wesen, wenn es um die Relativierung aller Dinge geht (s. Chomsky etc.).
also was hier teilweise für ein blödsinn verzapft wird *kopfschüttel*
1. der preis von lebensmitteln ist in den industrienationen relativ zum durchschnittseinkommen seit jahrzehnten, ach was sag ich, seit jahrhunderten konstant am abnehmen. keiner wird gezwungen industriell verarbeiteten quatsch wie instantsuppen oder gar so genanntes ‘functional food’ (volksverdummung^3 á la actimel etc) zu kaufen. damit machen halsabschneider-konzerne wie nestlé und konsorten ja ihre kohle.
2. die lebenserwartung in ebenjenen industrienationen steigt seit jahrzehnten bzw seit beginn des industriezeitalters ebenso kontinuierlich. wichtigiste todesursache sind, das weiss jeder, herz/kreislaufkrankheiten, die weniger mit giften, als vielmehr mit einer unausgewogenen energiebilanz zu tun haben, wobei vor allem das zuviel an kohlehydraten, das wir uns durch die erfindung der landwirtschaft vor ein paar tausend jahren eingehandelt haben, die hauptschuld zu tragen scheint.
deswegen vollste zustimmung mit dem ansatz von jens!
danke für den artikel!
sehr schön. Danke ;-)
Und warum machst du das dann auch?
Das kann ich anhand von direkten Einkaufsvergleichen (genauso wie den “der Euro ist kein Teuro”-Schwachsinn) empirisch widerlegen: Für Nahrungsmittel desselben Qualitätsniveaus zahle ich mittlerweile relativ zum Gehalt das dreifache wie vor 20 Jahren.
Wahr ist: Inzwischen gibt es Lebensmittel, die sich sogar Nutten-Peter-IV-Empfänger leisten können. Jedoch wird man davon fett, krank und leidet unter Mangel- sowie Allergieerscheinungen.
a) muss es Dich nicht gleich umbringen, es kann auch nur krank machen.
b) glaube ich diese Lebenserwartungsstatistik schon lange nicht mehr.
c) Vergiß bei der Lebenserwartungsstatistik nicht die Verjüngung durch Kriege. Das wird gerne mal nicht berücksichtigt.
Dann solltest Du mal auf das Kobe-Rind und den Beluga verzichten ;-)
Dass Lebensmittel relativ billiger wurden ist statistisch erwiesen und auch gänzlich unumstritten.
Blödsinn hoch zehn. Wo hast Du denn diesen Schwachsinn her?
Du solltest Dich mal ein bißchen mit Ersatzstoffen und Voraussetzungen für eine ausgewogene Ernährung auseinandersetzen, dabeu mögliche Mineralstoff-, Vitamin- und andere Mangelerscheinungen berücksichtigen, bevor Du Dich hier so weit aus dem Fenster lehnst.
Behauptet wer? Das kannst Du ja ruhig glauben – für _mich_ zählt, was ich selbst erfahre.
Ich habe irgendwo mal eine Liste von “Billig”-(No-Name) Produkten gesehen wo die Hersteller dieser Produkte aufgeführt waren. Das sind ja dieselben die die Markenware herstellen. Die Hersteller zieren sich, ihren Namen dafür herzugeben. Ich meine diese Produkte werden im normalen Produktionsprozeß hergestellt. Die Lebensmittelmärkte hoffen, daß die “Betuchten” trotzdem zum Markenprodukt greifen.
Ob man sich von Hartz IV freilich diese Produkte im gewünschten Umfang leisten kann, weiß ich nicht.
So sehen das auch die Anti-Paniker in ihrem Buch “Die Panikmacher”.
Deshalb vor allem viel Sport treiben, um das auszugleichen.
Ja und dann benötigt man (wie überall sonst Glück) das Glück, grundlegend zum gesund sein veranlagt zu sein. Das kann man nicht steuern.
Mit den Nutten-Peter-IV-kompatiblen Lebensmitteln wenig zu empfehlen, da dadurch die Mangelerscheinungen verstärkt werden.
Wenn ich schon “Anti-Paniker” höre … gähn, erst die Truther, dann die NWOler und jetzt noch so eine Sekte? Nee, danke.
Blödsinn *pfff*
Hier ist ein Nuhr-Zitat tatsächlich mal angebracht: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten.
Da die mögliche Ernährung von Nutten-Peter-IV-Geschädigten tatsächlich schon bei normalen körperlichen Belastungen nicht ausreicht, ist es um so schädlicher, wenn dann auch noch Sport betrieben wird. Bis auf vermehrte Krämpfe z.B. in den Waden durch Magnesium- & Calciummangel wird es nicht unbedingt akute Schäden geben, aber auf lange Sicht jedoch schon.
Ach Schwitzig, das kann ich Dir 1:1 zurückgeben. Aber wem hilft´s? Für Deine Sprüche würdest Du jedenfalls von jeder Hartz-IV-Bezieherin, die Wert auf die Nahrung ihrer Kinder legt, erst mal gepflegt eins in die Fresse bekommen. Wir sind uns ja einig, dass der Regelsatz viel zu niedrig ist, aber derlei dänliche Sprüche bringen uns da auch nicht weiter.
Also ich meine ja immer das ich versuche nicht alle (denn das geht wohl nicht) aber beide Seiten zu sehen. Und da fällt mir folgendes ein:
Ich weiß ja nicht, ob man als HartzIV-Verfolgunsgbetreuter (ich weiß auch nicht ob alle verfolgungsbetreut werden) die innere Verfassung hat Sport zu treiben. Aber ich weiß das mal ein Politiker vor Jahren den Langzeitarbeitslosen empfohlen hat, zur Steigerung ihres Selbstbewußtseins Sport zu treiben (sicher zusätzlich zum freiwilligen sozialen Engagement).
Auch eine Möglichkeit die Arbeitslosigkeit zu senken. Man darf nichts unversucht lassen. Wenn man nichts tut, tut sich auch nichts wie Clement mal sinngemäß einen Kritiker abkanzelte (wie er das ganz allgemein so drauf hatte). Es gibt sicherlich auch verpflichtende Selbstwerterhöhungskurse die einem bei Verpassen des Busses die Leistung kürzen.
Wie kommentierte doch mal vor Jahren Dieter Hildebrandt im WDR die Äußerung Heiner Geißlers (ja das soziale Gewissen Geißler hat auch eine große Vergangenheit), “daß die Deutschen zur Ankurbelung der Binnenkonjunktur mehr Urlaub im schönen Deutschland machen sollten”:
“Man kann gar nicht so blödsinnig denken wie diese Leute reden”.
Wobei das mit dem Sport wenn man denn in solch einer Situation die Nerven dazu hat, ja nicht ganz so blödsinnig ist wie die damalige Äußerung Geißlers.
Zur Vermeidung von Mißverständnissen: Die Bezeichnung Anti-Paniker hatte ich aus dem hohlen Bauch heraus formuliert. Die Autoren sind sicher Individualisten und keine Sektierer.
Ich hatte mal eine Debatte über das Phänomen der Panikmache anläßlich des Kuwait-Krieges. Als Saddam die Ölquellen anzündete sollte das einem atomaren Winter gleichkommen und wer weiß wie lange zu löschen dauern usw. Aber (ich meine) ungarische Spezialisten haben die Feuer dann schnell ausgeblasen.
So tragisch BSE war und so pervers die Ursache war, aber ich meine die Vorhersagen über das was passieren sollte sind nicht eingetroffen.
Gene spielen eine sehr grosse Rolle, auch wenn das einige hier nicht gerne hören und sich lieber ihre eigene Wahrheit basteln.
@SF
Ähem. Da bist da aber über die aktuelle Futtermittelproduktion nicht ganz auf dem Laufenden: Schweine fressen sich mittlerweile sogar selbst. Und damit sind wir wieder beim Akkumulationsproblem der letzten beiden Trophieebenen :-).
Meines Wissens ist das schon wieder verboten. Ich weiß, dass es mal so war. Dennoch ist es nicht möglich, dass die Eier-Dioxine auf diese Art und Weise aufkonzentriert werden und irgendwann zu Dioxin-Schnitzeln führen ;-)
Na, wenn es verboten ist, wird es sicher nicht mehr gemacht – bei den scharfen Kontrollen (kopfschüttel).
Ich habe gestern nur zur Hälfte Food, Inc. auf Eins Festival geschaut, aber das war schon krass genug. We feed the world ist dagegen ja beinah harmlos. Der Film zeigt jedenfalls sehr gut, wie verbrecherisch weit die industrielle Produktion von Nahrungsmitteln in den USA schon gegangen ist und was uns hier noch erwarten wird, wenn es nicht in einigen Bereichen schon längst passiert ist. Nur noch eine Hand voll von Firmen (oder anders ausgedrückt vier bis fünf) beherrschen 90% des US-Marktes an Hauptlebensmitteln und damit natürlich auch Politik und die Zulieferer, früher mal Farmen genannt, die sich selbst mit 300.000 Hühner knapp über Wasser halten können, weil die Preise diktiert werden.
Der Durchschnitts-Ami verdrückt über 100 Kg Fleisch im Jahr, was angesichts eines dicken Cheeseburgers für 1$ (der hier locker als Double-Cheeseburger durchgeht, aber wir haben dafür den Döner) auch irgendwie verständlich ist. Es gibt ja auch kaum noch Arbeit. Woran mag das wohl liegen…? Dioxin wird da vermutlich gar nicht mal registriert, weil die schon so viele Fleischskandale und auch Tote wegen Polio-Viren im Fleisch haben und Lebensmittelkontrollen spätestens seit dem Bush-Regime kaum noch statt finden.
So ein Durchschnitts-Franzose oder Italiener gibt ja auch heute noch ein Vielfaches seines Einkommens für Nahrung aus als ein Durchschnittsdeutscher. Darum sollten wir uns vor allem hier Gedanken über unsere Supermarkt-Nahrung machen. Selbst wenn man kein Tier-Liebhaber ist, schadet es den Menschen, ob in der Produktion oder im Verzehr.
Das größte Problem hüben wie drüben ist die gewollte Intransparenz des Verbrauchers. BIO kann sich ja wirklich nicht jeder leisten und darüber hinaus gibt es keine Kennzeichen, woran man halbwegs humane Produktion von ausbeuterischer Massentierhaltung unterscheiden kann. Der höhere Preis fließt da wahrscheinlich häufiger in den Shareholder-Value als in bessere Produktionsbedingungen und soziale Löhne. Man weiß wo wenig. Bio-Viehcher müssen dagegen auch mit Bio-Futter versorgt werden, was den Preis so in die Höhe treibt und vielleicht nicht unbedingt nötig ist. Und wenn Bio mal billig ist, schaut auf´s Herkunftsland: Meistens Italien. Da wird eh kaum kontrolliert.
Die EU-Subventionspolitik ist da der ausschlaggebende Faktor, ob es demnächst noch “Bauer sucht Frau” geben wird oder diese Leute völlig untergehen. Ein Drittel der Subventionen fließen in gerade einmal 1,5 Prozent der Betriebe und unsere Landwirtschaftsministerin Eigner will daran sicherlich nichts daran ändern.
Da fällt mir doch glatt “Doreen the Downer” ein, zeigt den ganzen Wahnsinn in netten Bildern, kurz und knapp:
http://www.markfiore.com/doreen_downer_0
Zwar nicht mehr ganz neu, aber im Kern immer noch aktuell:
“Panik ist kein Rezept – Dioxine in der Diskussion”
“Seit dem Unglück von Seveso steht die Formel 2,3,7,8-TCDD im öffentlichen Bewusstsein für das Ultragift Dioxin. So hoch seine Risiken auch sind – Detailstudien zeigen ein differenziertes Bild”
http://wissenschafts-journalist.org/10.html
Guter Artikel – Danke für den Link.
Kein Grund zur Panik dennoch ist es ein handfester Skandal.
Wie aktuelle Umfragen zeigen bricht auch keiner in Panik aus.
Die Meisten Konsumenten verhalten sich nicht anders als zuvor auch.
Es geht hier allerdings auch um die Diskussion wie billig Fleisch und Eier seien dürfen. Denn ebendies hat anscheinend doch (auch wenn immer wieder anders behauptet) einen negativen Effekt auf unsere eigene Gesundheit.
Offenbar ist der von Dir angenommen worst case um rein Vielfaches übertroffen worden
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-01/dioxin-aigner-industriefette-spedition
Öhm, nein. Man kann natürlich nicht vom Dioxingehalt einer Komponente, die 2% bis 10% des Futtermittels ausmacht, auf den Dioxingehalt der Eier schließen. Ich kenne zumindest kein Messergebnis, das höher als Vierfache des Grenzwertes läge.
Als Chemikerin möchte ich gerne meine 2 Cent als Insiderin beitragen: Dioxin ist sogar in den Werten die als “sicher” gelten, also unter dem “Grenzwert” (mit wird schlecht bei diesem Wort, da es ein eingekauftes Wort der Großindustrien ist) einfach nur gefährlich. Es ist und bleibt krebserregend und ja, es ist ein verdammter Skandal.
Tipp: eine unglaublich gute Quelle für Publikationen über alle möglichen Chemikalien und ihre Auswirkungen auf den menschlichen Körper:
http://www.cosmeticsdatabase.com/ingredient/726351/DIOXIN/
Auch wenn es sich um “Kosmetik” handelt, es werden Papers für alle möglichen Inhaltsstoffe gesammelt.
Jens, die Lebensmittelindustrie könnte dich als PR Agenten engagieren…
Keine Sorge, ich hatte den Artikel vorher gleich von zwei Chemikern (einer sogar habilitiert) gegenlesen lassen … und nein, beide arbeiten nicht für die Lebensmittelindustrie ;-)
Bei Deinem Link fällt sogar mir (als Nicht-Chemiker) auf, dass dort unter “Dioxin” größtenteils Studien gelistet sind, die sich auf 2,3,7,8-Tetrachlordibenzodioxin beziehen. Es ist vollkommen unbekannt, ob und in welcher Konzentration diese Substanz hier überhaupt eine Rolle spielt.
@Spiegelfechter
Welche Kompetenz haben Chemiker bei der Beurteilung von z.B. Grenzwerten für diese Ultragifte? Als leider selber Betroffener Laie habe ich mit der gesundheitlichen Seite (besser biologischen Wirkung) auf den Körper etwas auseinander gesetzt. Nicht dass das irgend etwas bringt, denn Kausalketten nach zu weisen (z.B. um Schadensersatz zu bekommen) ist so gut wie unmöglich.
Hier mal ein Beispiel [Anmerkung: komisch das es so Infos nicht auf deutsch gibt] wie komplex die ganze Materie ist. Eines ist für mich aber klar, dass ist Schwerstarbeit für Ärzte und Biologen und IMO nicht so sehr für Chemiker. Auch darum finde ich Deinen Artikel etwas gewagt.
In dem Zusammenhang möchte ich es auch nicht unerwähnt lassen, dass z.B. die zulässigen PCB Grenzwerte in der Raumluft (u.a. in Schulen) in de USA um fast 3 Größenordnungen (D=3000ng zu USA=8ng PCB Äquivalent) kleiner sind als hier. Auch ein Hinweis darauf, dass Grenzwerte für diese Gifte relativ und nur schwerlich zu objektivieren sind, dass sollte man immer im Auge behalten.
@Heldentasse
Ne, die Aussagen im Artikel sind okay. Das ist alles richtig.
Ich verspüre nur den Drang, vielleicht morgen nochmal ein paar Fragen zu den hier in den Kommentarspalten getätigten Aussagen bzgl. der Vollkornprodukte zu stellen.
Entweder ich hab Jens nicht richtig verstanden oder Jens hat Falsches behauptet.
Es ist erwiesen und unstrittig, dass Vollkornprodukte im Allgemeinen für die Gesundheit sehr förderlich sind:
Krankheiten des Kreislaufsystems:
ajcn.org/content/72/4/912.full.pdf+html
ajcn.org/content/68/2/248.full.pdf+html
Diabetes 2:
ajcn.org/content/76/2/390.full.pdf+html
ajcn.org/content/77/3/622.full.pdf+html
Metabolisches Syndrom (also mit den voranstehenden eng verbandelt)
ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16400060
Krebs
journals.cambridge.org/action/displayAbstract?fromPage=online&aid=608100
Magen-Darm Erkrankungen
jacn.org/cgi/content/abstract/19/4/426
Ich halte mich aus dem ganzen Vollkorn-Streit raus – warum sollte ich hier auch dieses Fass aufmachen? ;-)
Ich habe nur Dani bei ihrem “Pollmer-Bashing” widersprochen und ihr einen Link “spendiert”, aus dem hervorgeht, dass Weißmehl älter als 100 Jahre ist.
@Dandyboy
Auch für mich ist der Artikel grundsätzlich o.k., Unrichtigkeiten kann ich nicht finden, die habe ich aber beim SF auch nicht erwartet.
Was mich persönlich etwas stört, ist die mögliche Nachricht zwischen den Zeilen. Ich lese daraus:
1. Keine Panik es ist kein akutes Problem
2. Dioxin Grenzwerte sind relativ unwichtig
IMO sind diese “versteckten” Aussagen – ich gebe zu, evtl. habe ich das die falsch interpretiert – gewagt,, weil zum einen die Größe und Tiefe des Skandals noch gar nicht klar sind, und es ist wissenschaftlich noch gar nicht abgeklärt, ob es für Dioxin überhaupt objektive Grenzwerte geben kann, unter denen dieses Gift biologisch tolerierbar wäre.
P.S.: Ein “Richtig” oder “Falsch” kann es in diesem Themenkreis wissenschaftlich beweisbar nur schwerlich geben, empirisch beobachten kann man, dass die Grenzwerte bei vielen Stoffen seit Jahrzehnten niedriger werden, ich denke auch beim Dioxin ist “das letzte Wort” noch nicht gesprochen
@Heldentasse
Nein, ich schreibe ja explizit, das ich die Grenzwerte für wichtig und richtig halte!
Das ist richtig. Generell gesünder ist jedoch auch. :-)
Und das ist unstrittig.
Uch, da hatte ich noch keinen Kaffee.
Das ist richtig. Generell gesünder sind jedoch Vollkornprodukte.
Dein Beispiel taugt m.E. nicht als Anhaltspunkt. Das ganze Thema ist natürlich sehr komplex und man muss da schon sehr fein unterscheiden. Im Artikel geht es ausschließlich(!) um die Aufnahme von Dioxin durch die Nahrung. Und zwar im Normalfall und im Fall der aktuell kontaminierten Eier.
Die Studien aus dem Link beziehen sich (wenn ich das richtig sehe) auf einen Umweltskandal, der mit Papierfabriken und diversen Chemikalien (v.a. PCBs) zu tun hat. Dabei geht es keineswegs um die “normale” Ernährung und um Grenzwertüberschreitungen in dem Maß, das wir hier diskutieren.
Nur ein kleines Beispiel: Auf der Seite ist von einem ehemaligen (aus den 70ern) Grenzwert von PCB im dort gefangenen Fisch von 5ppm die Rede. Das ist unglaublich! Das ist rund das einmillionenfache von den Werten, über die wir sprechen. Substanzen mit mehr als 50ppm gelten weltweit seit 2004 übrigens als Sondermüll – nur das wir mal hier mal eine Vorstellung über die Dimensionen bekommen.
(gelöscht/SF)
Hei! was ist das? Dabei war ich doch gerade dabei, Frau Fritz darauf aufmerksam zu machen, dass sich beim Obermacho Jens Berger wieder die rein schwanzgesteuerten Untermachos massiv über Frauen auslassen. Der doch sehr unterhaltsame Konflikt ist ziemlich aufgeflaut. :-(
Naja vielleicht kann ich wenigstens mit einem Verweis auf folgenden lesenswerten Artikel den Konflikt wieder ein wenig anheizen.
http://www.taz.de/1/debatte/kolumnen/artikel/1/taxi-driver/
Ganz schöner Aufwand, den dieser Artikel in der ‘Nachsorge’ dem Autor bereitet. ;-)
Spätestens in den Kommentaren ist was für fast jeden und dem jeweiligen persönlichen Lieblingsfeind in der Ernährung dabei …
Genau!
Hallo Spiegelfechter,
SEHR GUTER ARTIKEL. Danke dafür – habe mir erlaubt den öfter mal anzupreisen.
Herrlich – diese Sammlung von Betroffenheit und veganem Gutmenschismus. Ich hielt es anfänglich für Satire. Nicht den Artikel – die KOMMENTARE! :D
Vor allem der Biobauer auf dem Bild nimmt mit seine listigen Pfeife unendlich viel mehr Dioxin auf als er über 10 Spiegeleier täglich zuführen könnte. Und was wenn er beim Füttern seiner Biohühne raucht, ist dann auch (passiv rauchende Legehennen) wieder Dioxin im Ei?!
@spiegelfechter
#36, 37 und 38 sind eine bezeichnende und unschöne Quintessenz der Diskussionskultur, die, nicht nur hier, Einzug gehalten hat. Wer jahrelang einen Blog mit Kommentarfunktion betreibt, stellt mit der Zeit fest, daß es viele Bekloppte mit ausreichend Tagesfreizeit gibt, denen es offenbar Spaß macht, Unsinn in die Welt zu streuen, bezahlte Astroturfer und aggressive Esoteriker – was man will. Das läßt sich kaum auseinanderhalten, wenn, wie hier, 180 Kommentare einlaufen und gleichzeitig weitere Artikel geschrieben werden wollen. Ein Artikel schreibt sich nicht mal eben so, da wird Arbeit investiert, recherchiert, gelesen und gegengelesen. Und wo Habilitation draufsteht, ist auch habilitatio drin. Ein peer review ist das zwar nicht, aber eine Maus beißt diesen nicht Faden ab.
Was also tun, wenn jemand (womöglich ernsthafte) Einwände hat? Eine Möglichkeit ist, bügeln wir sie ab. Machen wir uns (ein bißchen) lustig darüber. Und wenn uns jemand Gift zu essen gibt, rufen wir: Et hätt noch immer jot jejange.
Es ist ein romantischer Irrtum zu glauben, wir redeten “hier” auf Augenhöhe miteinander; kann grundlegende Kritik am Kerngedanken, unabhängig davon, ob sie sachlich sei oder von einem durchgeknallten crackpot stammt, überhaupt an sich richtig sein?, denn wer schreibt, der will auch bleiben. Wenn es sein muß, auf Biegen und Brechen. Das ist der Situation geschuldet und verständlich, keine Frage.
Morgen oder Übermorgen gibt es ohnehin ein neues Thema, und ein Blog ist nicht dafür da, in der anschließenden Diskussion, in der durchaus Fachbewanderte teilnehmen mögen, einem Sachverhalt auf den Grund zu gehen, denn das hat der Autor doch bereits nach bestem Wissen getan (was niemand abstreitet).
Es wird gern davon gesprochen, mit bestimmten Formaten eine Gegenöffentlichkeit aufbauen zu wollen – Aufklärung zu betreiben wider einen unkritischen Mainstream-Journalismus, der aus Faulheit, Unvermögen, unappetitlicher Verbandelung und verlegerischer Sachzwänge wegen verdummt statt aufklärt. Das tun die nachdenkseiten seit Jahren mit großer Akribie, und Dir hat man die Ehre angedeihen lassen, dort Artikel kommentieren zu dürfen. Insofern ist es eine Ernüchterung, zu sehen, daß es offenbar nicht gelingen will/kann, diesen Anspruch “zu hause”, wo alle mitreden, umzusetzen. Ich will das niemandem zum Vorwurf machen; wünschenswerte allgemeine Mitsprache birgt ein typisches soziologisches Phänomen, ist Grund dafür, daß vieles schlicht zerredet wird, weil ein nicht unerheblicher Teil der Beiträge ganz einfach und nicht selten willentlich am Kern der Sache vorbeigeht.
Ich habe hier durchaus Erwähnenswertes gelesen und, zugegeben naiv, nicht damit gerechnet, daß es meinen Beiträgen ähnlich ergehen würde wie in der ausufernden Diskussion mit den sogenannten Debitisten, die sich schließlich in Beleidigungen erschöpfte, was merkwürdig und sinnfrei anmutete. Es ist kurios und unerfreulich das zu lesen. So sehr eine Seite richtig liegen mag (ich war da prinzipiell ganz bei Dir).
?: Wieviel Zeit kann man sich überhaupt nehmen, anderen Gedanken angemessen zu folgen, wenn ein Dutzend Dutzend Dummheiten neben einem sachlichen Einwand in der queue warten?
Bei konstruktiven, ~stundenwährenden Diskussionen mit Freunden frage ich mich oft: wie wäre das, wenn ich diesen oder jenen Einwand in einem Forum oder als Kommentar gepostet hätte? Man würde mich ggf. in effigie steinigen wollen, während der unmittelbare Gesprächspartner (genau wie ich) ganz anders, viel gelassener mit positivem Affekt reagiert und teilweise innerhalb von Sekunden der eigentliche Konsens wieder sichtbar und haltbar wird, da wir, wesentlich, einen unmittelbaren verbalen Austausch haben, der in der Kommunikationsform Blog offenbar so nicht stattfinden kann.
Wenn ich nicht eingeladen bin, will ich auch nichts beitragen, das ist überhaupt kein Problem. Du betreibst diesen Blog und gut ist. Es ist schon etwas her, und ich will damit nicht angeben, aber ich habe in nature eine Arbeit publiziert, und ich darf sagen, das war kein Zuckerschlecken, aber vor allem war das Prozedere ausgesprochen respektvoll, kritisch, sachbezogen, unaufgeregt und fair.
@horatio
Ich empfinde Deinen Kommentar gut, er wirft einige durchaus berichtigte Frage auf. Allerdings glaube ich nicht, dass Du damit schnell etwas bewirken wirst in Richtung einer anderen Streitkultur – leider!
Die Teilnehmer und der “Blogwart” sind so wie sie sind, und jeder lebt in ihren verschiedenen (mehr oder weniger großen geistigen) Welten, die auch nur wieder auf einigen Reflektionen der “Realität” basieren. Diese “Realität” ist IMO geprägt durch ein Menschenbild bzw. Wertebild was ich in weiten Bereichen als nicht mehr humanistisch bezeichnen möchte. (Meine Vorstellungen möchte mich davon ganz und gar nicht ausnehmen.)
Daran ändern kann man zeitnah in meinen Augen so gut wie nichts, aber vielleicht wäre es ein ganz kleiner Anfang, wenn sich die Foristen mit mehr Respekt behandeln würden?
P.S.: Trotz aller von mir empfundenen Schwächen ist dieses Blog IMO eine gute Einrichtung, es erinnert mich ein wenig an die alten Mailbox/ subnet Zeiten, und ich glaube es gibt hier noch viel Potential.
Leider ist das idT so und erstreckt sich auf sehr viele Themenbereiche.
Wie Du schon sehr richtig andeutest, ist eine “echte” peer review bei Blogartikeln auch kaum möglich. Einerseits gehört zur peer review natürlich, dass der Autor selbst vom Fach ist, andererseits ist das sehr zeitaufwendig. Ich bin nicht vom Fach, habe jedoch durch meine früheren beruflichen Tätigkeiten bereits tiefen Einblick in die Grenzwertdiskussion und in umwelttechnische Fragen bekommen, so dass ich hier relativ leichtes Spiel hatte.
Hier muss man freilich zwischen ethisch vollkommen akzeptablen Einwänden, die eher allgemein gehalten sind, und ganz konkreten Einwänden unterscheiden. Der “Metadiskurs” ist sicher über Blogs möglich, konkrete Fragen können hier selbstverständlich nicht sinnvoll diskutiert werden, da uninformierte geistige Heckenschützen jegliche ernsthafte Diskussion verhindern.
Das ist klar. Dies ist ein Blog, der hauptsächlich tagesaktuelle Themen aufgreift und keine Spezialistenplattform.
Die Nachdenkseiten, für die ich ja auch arbeite, haben den großen Vorteil, keine Kommentarspalte zu haben ;-)
Ein weiterer Vorteil ist thematische Fokussierung. Wenn ich beispielsweise strenger zensieren würde, wäre hier u.U. eine gute Diskussion über volkswirtschaftliche und/oder sozialwirtschaftliche Themen möglich.
Je offener eine Plattform ist, desto schwieriger ist es, sie zum anspruchsvollen Dialog zu nutzen. So etwas kann wohl nicht im offenen Netz stattfinden.
Für den unbedarften Leser stellt sich eher die Frage, wie kann ich das eine von dem anderen trennen, wenn das Diskussionsumfeld nicht dazu geeignet ist, die Argumente “nutzerfreundlich” aufzulisten?
Vor allem der Respekt gegenüber seinem “Gegner” verliert sich hier “natürlich” in der Annoynmität. Dieses Phänomen ist allerdings medienübergreifend.
Danke für die Antwort.
Ich möchte das Thema nicht weiter strapazieren und werde mich in Zukunft raushalten.
Das ist sicher richtig und nachvollziehbar – es ist ein intrinsisches Phänomen. Jemand wird eine Diplomarbeit darüber schreiben.
Ich benutze Anonymität nicht, um respektlos vom Leder zu ziehen, meine email-Adresse ist real, und ich hätte hier nicht geposted, wenn ich Dein “Gegner” wäre. Im Gegenteil. Ich habe in diesem Kontext lediglich eine gänzlich andere Auffassung, die ich, detailliert, für ausgesprochen wichtig, ernstzunehmend und begründet halte, aber dafür werden sich schließlich andere Formate finden (müssen).
Zitat:
“Müssen wir alle sterben?
Wieviel Dioxin steckt eigentlich in einem ordentlichen Omelett aus kontaminierten Eiern? Wenn man einmal den worst case annimmt und die Eier viermal soviel Dioxin enthalten wie erlaubt, enthält ein Omelett, in dem 200 Gramm “Dioxin-Eier” verarbeitet wurden, 240 pg Dioxin. 80g Aal enthalten die gleiche Menge Dioxin – vollkommen legal. Bereits eine Scheibe Toast mit Dorschleber hat mehr Dioxin, als ein Mensch an einem Tag über kontaminierte Eier zu sich nehmen könnte. ”
Hehe.. Köstlich :-)
Danke für diese satirische Überschrift zusammen mit den trockenen und für jedermann leicht nachforschbaren Fakten darunter, welche all diese Hysterie als das entlarven, was sie in Wirklichkeit ist:
Moppelkotze mit Soße :-)
In Belgien hat man wohl 1999 Dioxin-haltiges Trafoöl in Futtermittelfett gefunden. Was spricht dagegen, dass die Mischfettsäure auf ihrer Reise nicht auch etwas gestreckt wurde? Irgendwo muss das Trafoöl ja auch hin.
Viermal? In den Nachrichten ist von 70-80facher Überschreitung die Rede, Jens.
Nein, diese Daten beziehen sich auf eine Futterkomponente. Ist das alles wirklich so schwer?
Nein, es ist sogar doppelt soviel im Futtermittel, 140x. Und der Skandal ist doch nicht, dass da nun “nur” viermal soviel wie empfohlen in den Eiern landet oder Nordsee-Aal auch nicht mehr so gesund ist, sondern der Mangel an Kontrolleuren, das Relativieren auf Druck der Agrarwirtschaft, das wissentliche Verkaufen der Dioxineier, -Hühner, -Schweine und Verheimlichen der Ergebnisse. Die ganze Verarschung der Verbraucher, von Großbetrieb und Volkspartei Hand in Hand. Gammelfleisch, Giftessen, seit Jahrzehnten Jahr für Jahr Skandale, und nichts ändert sich. Wie bei der Schrott-Bahn von der Politik verantwortet.
Dioxin reichert sich über Jahrzehnte im Fettgewebe an, und wir alle Ü30 dürften unseren Teil längst intus haben. Nicht so schlimm? Natürlich könnte man auch ganz leicht radioaktive Milch trinken, Benzolbutter essen, auf Weichmachermatratzen schlafen, die in Asbesthäusern liegen. Wenn der Grenzwert nicht ums 1000fache überschritten wäre, würde da keiner gleich tot umfallen oder schwerkrank werden. Es würden halt ein paar Leute einige Jahre oder Jahrzehnte später schwer krank werden und tot umfallen. Russisches Roulette. Warum ist denn Krebs heute eine der häufigsten Todesursachen?
Wenn das alles nicht so schlimm ist, und man hofft, es werde einen schon nicht treffen, und das wichtigste sei doch, dass die Wirtschaft brummt, kann man natürlich die Dioxindebatte als lästige Medienhysterie empfinden, und weiter seine Schundernährung in sich reinstopfen – erst recht, wenn der “Einkaufskorb” für Hartz4-Empfänger auf solchen Aldi-Billigst-Lebensmitteln aufbaut, die angeblich doch einfach nur keiner der “Konsumenten” kaufen muss, um sich besser zu ernähren. Lustig jedenfalls, wie die coolen Bundesbürger weiter ihr Bundesfutter mampfen, während x Länder Fleischimporte aus D. (mal wieder) stoppen – zum Schutz ihrer Bevölkerung.
Wir sind übrigens mittlerweile bei dem 164-fachen. Und die Sprüche “Verbraucher — ” und ähnlicher Schwachsinn wurden schon 2005 (!) in einem foodwatch essay ad absurdum geführt.
Letzte Woche bei der Besichtigung des Cu Chi Museums kam natürlich auch Agent Orange zur Sprache. Ein Mitglied unserer Reisegruppe ist Toxikologe. Er erläuterte, dass AO durch einen Herstellungsfehler stark mit Tetrachlordibenzodioxin verunreinigt war. Eine karzinogene Wirkung ist seines Wissens bis heute nicht nachgewiesen. Definitiv aber hat TCDD ganz erhebliche schädliche Wirkungen auf Föten, die sich in körperlichen und/oder geistigen Schäden zeigen. Und das selbst bei heute noch geborenen Kindern, der Mist ist nicht aus der Umwelt zu kriegen…
Nur, da ging es um ganz andere Größenordnungen als bei diesem Eierskandal. Die Panikmache darüber erscheint arg überzogen. Das ändert aber nichts daran, dass derartiges nicht passieren darf. Die Verantwortlichen bei Futtermittelhersteller und Behörden müssen bestraft werden. Wobei das wie üblich bei den letzteren nicht passieren wird.
Guter Artikel.
@Spiegelfechter
Da ich bezüglich der PCBs wusste, dass die Amis deren Giftwirkung auf den Körper anders bewerten (PCB Grenzwerte der EPA sind ca. um 3 Größenordnungen kleiner als die der entsprechenden Verordnungen in D-Land), habe ich deshalb mal ein wenig recherchiert wie es mit den zulässigen Grenzwerten der Dioxine bei anderen anerkannten Behörden im Vergleich zur der WHO aussieht.
Schnell findet man heraus, dass das Bundesumweltamt einen Dioxin Grenzwert von <1 pg I-TEq/(kg x d) fordert. Bemerkung: Der Grenzwert der WHO wird nach WHO-TEq bestimmt, dazu schreibt diese Quelle:
Weiter geht es mit der eher unerfreulichen EPA Vorgabe:
Ich stelle jetzt mal die etwas provokante Frage, warum in Deinem Artikel nur der WHO Grenzwert aufgeführt wird, und nicht der des UBA oder die noch extremere Bewertung (auch hier mal wieder die drei Größenordnungen) der EPA?
Ich glaube zwar nicht, dass die grundsätzlichen Aussagen des Artikels in Frage gestellt werden müssen, aber ein kleines “?” an der einen oder anderen Stelle wäre IMO angebracht.
@Spiegelfechter
Noch eine “Kleinigkeit” die ich nicht auf die Reihe bekomme, du schriebest:
Wenn man nun ein “wenig” im Netz sucht findet man, oh Wunder, sogar “richtige” Gutachten über Dioxin Beprobungen (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW), z.B. für einen TEQ Wert für eine Probe aus Schweinefleisch steht da:
Es kommt mir merkwürdig vor, dass augenscheinlich Nahrungsmitteln 2x mehr Dioxin enthalten dürfen als in Futtermitteln erlaubt. Auch der Höchstwert von 1,5pg/g erscheint mir sehr hoch, denn man hat ja mal schnell 50g Schweinefett verköstigt, und damit evtl. schon durch eine “Quelle” die Empfehlung 1pg pro kg Körpergewicht und Tag überschritten.
und wenn man dann noch über die heimischen kamine redet, ja dann beginnt die hexenjagd.
Ich habe eine Frage:
Vielleicht wurde sie auch schon in vorherigen Kommentaren beantwortet oder durchgekaut…, in diesem Falle entschuldige ich mich. Ich habe die Kommentare vor mir nicht durchgefordstet.
Für einen Menschen ist eine Dioxinaufnahme von 1 – 4 pg/Tag unbedenklich…. und es ist das erklärte Ziel für die “Volksgesundheit” diese Ration auf 1pg zu senken.
Der Grenzwert für ein Kilogramm Legehennenfutter liegt bei 0,75ng Dioxin.
Wenn ich richtig rechne, sind das 750 mal mehr als das erklärte Ziel für die Volkgesundheit. Natürlich weiß ich nun nicht, wieviel von dem Dioxin, das die Henne futtert in ihr gelegtes Ei gelangt, aber irgendwie erscheinen mir diese zwei Werte widersprüchlich.
Vielleicht kann mir da jemand auf die Sprünge helfen.
Danke
1. Die Empfehlung der WHO ist 1pg Dioxin (eigentlich ist es eine Mischung aus vielen Verbindungen die jeweils nach Giftigkeit bewertet werden) pro kg Körpergewicht und Tag als maximal Aufnahme für den Menschen.
2. Das gefunden Dioxin wurde im Futter bezieht sich auf X ng pro Kilogramm (ist gleich X pg pro g) Futtermittel
Beide Größen darf man nicht direkt miteinander vergleichen, man könnte aber z.B. die lustige Rechnung machen, wieviel Hühnerfutter ein 75kg schwerer Mensch pro Tag max. essen darf, um die 1pg Grenze nicht zu Überschreiten.
Ich komme für so einen Menschen auf erlaubte 75pg/Tag ges. TEQ, und das dürfte ca. in 100g verseuchtem Hühnerfutter enthalten sein. Wenn man davon ausgeht, dass die meisten Menschen kein Hühnerfutter sondern Eier essen, und man mal ganz optimistisch annimmt, dass das Dioxin im Ei nicht angereichert wird, also Verseuchung Ei/kg = Verseuchung Futter/kg dann kommt man auf die 1 bis 2 “Dioxin” Eier, die ein Erwachsener pro Tag essen könnte, aber unter den Voraussetzungen:
1. Der Mensch isst sonst nichts und
2. Die 1pg/kg pro Tag sind wissenschaftlich auf Dauer haltbar (,bzw. was ist mit der 0.006pg Grenze der EPA?)
Zu 2) erwarte ich vom Spiegelfechter noch eine Antwort, aber da der Kongress Blog, und die Welt wieder mal anderweitig vor dem Abgrund steht, kann ich wohl lange darauf warten. ;-)
Ist Dioxin für alle Menschen gleich gefährlich oder gibt es Gruppen für die Dioxin besonders gefährlich ist?
Allgemein gilt:
Quelle
Für PCBs kann ich aus leider Erfahrung bestätigen, dass eine schleichende Vergiftung bei mir bekannten Personen angenommen wird. D.h. grenzwertige Belastungen die für einen Gesunden keine Wirkung zeigen, können auf vorgeschädigte Menschen mehr oder weniger dramatische Auswirkungen haben. Bei Dioxinen dürfte das Problem noch mal potenziert (weil viel giftiger als PCBs) auftreten.
Auch ein Gesichtspunkt der leider im Artikel keinen Anklang findet.
Wollte den Artikel noch loben. Ein wenig spät, aber besser als nie. Die gerade erzeugte Hysterie ist unerträglich.
Bin bloß froh, dass es keine Landesfuttermittelhersteller gibt, sonst würde ein bestimmter Verlag das auch noch für seinen Feldzug gegen den Staat nützen.
Naja Hyterie hin oder her, die Medien haben dafür gesorgt, dass durch diese leicht überhöhten Dioxinwerte ein ansässiger Eiergroßhändler aus dem Landkreis Cham (Bayern) 238.000(!) seiner Eier vernichten lassen muss. Für jemanden, der vom Handel mit Eiern lebt, eine traurige Katastrophe.
VG Martin
Du konnst doch net des dreckerte Zeugs fresserts!
Naja ich finde es is schon zwei Paar Schuhe, ob man nun wirklich giftige Lebensmittel in den Handel wirft oder nur näher an die eh schon geing gesetzten Grenzwerte herankommt. Sollte ich solche Eier noch essen oder schon gegessen haben, störts mich nicht weiter.
Ja, das ist halt die “Krux”, geringfügig oberhalb einer Grenze ist halt auch raus. Formal rechtlich gäbe es noch diese Lösung:
Quelle
Aber ich persönlich würde dieses Vorgehen für höchst bedenklich halten, es ähnelt einem Verfahren was die Müllentsorger vor langer Zeit mal angewandt haben, nämlich alles mit allem so lange zu mischen bis die Grenzwerte für einzelne Gifte unterhalb der Grenzwerte lagen mit der Wirkung, dass man einen Giftmischung erhielt wo aber auch alles drin zu finden war. Die Folgen daraus kann kein Mensch abschätzen, weil viele Gifte im Körper auch interagieren und deren Wirkung sich so verstärken können.
Fürs Abwasser wäre heute so ein Vorgehen im übrigen auch verboten:
Quelle
Das dies bei Nahrungsmitteln noch erlaubt ist sagt mir, dass die Agrarlobby stärker als die der Entsorger ist.