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      Zitat von “Tubshell” Ich find ja vor allem super, dass damit die Reichweite...

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      Ich gebe mir ja schon Mühe, da solltest Du erst einmal meine “lieben...

      Fake bei Morbus Sarrazin:

      Es wirkt nicht wie Satire, sondern wie ein Diffamierungsversuch. Und wenn die Reichweite...

      Sigmund bei Die Büchse der Pandora:

      Sehr guter Artikel. Viel mehr kann man nicht mehr dazu sagen.

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    geschrieben am 10. Februar 2009 von Spiegelfechter

    Die Grenzen zwischen Borderline-Journalismus und Medienmanipulation sind fließend. Tom Kummer erfand Interviews mit Hollywood-Stars und verkaufte sie an das SZ-Magazin ? die Interviews waren zweifelsohne literarisch wertvoll und spannend; ob ausgedacht oder authentisch, wen interessiert es? Interessanter war da schon der Fall Michael Born. Born inszenierte Dokumentarfilme und verkaufte sie an Stern-TV. In einem seiner Filmbeiträge werden beispielsweise indische Kinder gezeigt, die Teppiche nähen ? angeblich Sklavenarbeiter, deren schmutzige Ware in den IKEA-Märkten verkauft wird. Die Bilder waren gestellt, von Born inszeniert. Angeblich hatte er aus erster Hand Informationen über Kinder, die in Sklavenarbeit Teppiche knüpfen, aber keine Bilder. Da half er halt nach. Ähnlich kreativ ging der britische TV-Journalist Robert Moore im Januar dieses Jahres vor, als er einen herzzerreißenden Filmbeitrag über frierende Bulgaren drehte, die Opfer des Gasstreits zwischen Russland und der Ukraine seien. Der kleine aber feine Unterschied: Moore ist ein renommierter Journalist. Er ist Europa-Korrespondent für ITN, einen der größten Nachrichtenanbieter der Welt, zu dessen Kunden unter anderen ITV und Channel 4, zwei große britische TV-Sender, und auch CNN zählen. Zuvor war Moore Washington-Korrespondent von ITN/ITV, er ist somit kein unbekannter freischaffender Contentlieferant, wie Kummer oder Born, sondern einer der bekanntesten britischen TV-Korrespondenten.

    Am 9. Januar sendete CNN einen Beitrag über die Folgen des Gasstreits in Bulgarien. Korrespondent Moore hat sich für diesen Bericht in die bulgarische Stadt Pleven begeben und zeigt arme Menschen, die Holz in ihre heruntergekommenen Plattenbauten tragen müssen, und Kinder, die sich die Hände reibend über einem Elektroherd wärmen. Schuld, so Moore, sei der Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland ? und damit, so war es in CNN offizielle Lesart Russland, das der Ukraine das Gas abgedreht haben soll. Als Beweis zeigte Moore einen digitalen Zähler in einem Heizkraftwerk, das ? so Moore ? vom Gasengpass betroffen sei. Der Zähler zeigte nur Nullen ? Russland liefert nicht mehr, das bulgarische Volk friert. ?EU Bürger, mitten an der Frontline im Gaskrieg? – erschütternde Bilder.

    Der Bericht von Moore wurde in Bulgarien bereits kurz nach der Ausstrahlung kontrovers diskutiert. Als erstes beschwerte sich die sozialistische Partei der Stadt Pleven über die tendenziöse Bildersprache. Moore filmte eine ärmliche Siedlung, in der Roma leben, und vermittelte den Eindruck, dies sei Pleven, dies sei Bulgarien ? verdreckt, verarmt, verkommen. Daraufhin schickte der bulgarische Ministerpräsident Stanischew, der der sozialistischen Partei angehört, den Verantwortlichen bei ITN und CNN einen Beschwerdebrief, in dem er Moore Manipulationen vorwarf. Der Bericht ? so Stanischew ? strotze nur so von dümmlichen Stereotypen. Aber Stanischew wußte zu diesem Zeitpunkt anscheinend noch nicht, dass der gesamte Bericht Moores von Anfang bis Ende inszeniert war und in keinem Punkt der Realität entsprach.

    Der bulgarische Fernsehjournalist Stojan Georgiew machte sich die Mühe und suchte die Drehorte auf, die Moore gefilmt hatte, und ging der Sache auf den Grund. Das Ergebnis erschüttert: Die gezeigten Plattenbausiedlung der Roma in Pleven, in der die Menschen so bitter gefroren haben sollen, waren nie an das zentrale Fernwärme- oder Gasnetz angeschlossen und konnten daher vom Gasstreit gar nicht betroffen sein. Die Bewohner dort heizen stattdessen mit Holz und Kohle. Was der britische Journalist eigentlich von ihnen wollte, wissen die gefilmten und befragten Roma bis heute nicht. Die Kinder, die sich die Hände im Film über einem Elektroherd ?wärmten?, waren von Moore instruiert wurden ? der Herd war offensichtlich noch nicht einmal eingeschaltet. Auch die Aufnahmen in dem bulgarischen Heizkraftwerk sind Manipulation ? der gezeigte Zähler, der beweisen sollte, dass kein russisches Gas mehr ankommt, befindet sich in Wirklichkeit auf einer Rohrleitung, die seit Jahren nicht mehr in Betrieb ist und auch nichts mit der Gasversorgung zu tun hat. Anfragen von Georgiew ließ Robert Moore unbeantwortet. Britische Medien haben über diesem Medienskandal bisher noch nicht berichtet ? im deutschsprachigen Raum berichtet bislang nur der Schweizer Tagesanzeiger über den Vorfall.

    Moore filmte dabei tatsächlich einen Skandal – es ist ein Skandal, dass in der EU Menschen unter den Bedingungen leben müssen wie die Roma in Pleven. Aber von diesem Skandal will niemand etwas hören. Die gleichen Bilder verkaufen sich allerdings bestens, wenn es darum geht, den Gasstreit zu dramatisieren, Angst zu schüren und Stimmung gegen Russland zu machen. Moore ist in diesem Metier kein Neuling – auch im Vorfeld des Irakkrieges spielte er – damals als Washington-Korrespondent für ITN/ITV – eine unrühmliche Rolle.

    Hintergrund:

    Bulgarien war vom Gasstreit zweifelsohne am härtesten betroffen ? von den ?hunderttausenden Haushalten, in denen die Menschen frieren mußten?, welche in den Medien immer gerne zitiert wurden, weiß man in Bulgarien aber nichts. Die Fernheizungssysteme wurden relativ schnell von Gas auf Schweröl umgestellt und der Nachbar Griechenland konnte ebenfalls helfen. Wo aber waren die 22 Tage Gasreserve, von denen bulgarische Vertreter zu Beginn des Gasstreits sprachen? Es ist keineswegs ausgeschlossen, dass der Gasstreit auch von der bulgarischen Regierung instrumentalisiert wurde. Im Rahmen des EU-Beitrittsverfahrens hatte sich die bulgarische Regierung verpflichtet, zwei Blöcke des Atomkraftwerkes Kozloduy abzuschalten. Der Beitrittsvertrag enthält allerdings eine Klausel, dass bei ?andauernden Schwierigkeiten im Energiesektor? eine Reaktivierung möglich wäre. Der Gasstreit ist nach Lesart der bulgarischen Politik ein solcher Sonderfall ? auf dem Höhepunkt des Gasstreits beauftragte das bulgarische Parlament die Regierung, Kozloduy wieder in Betrieb zu nehmen.

    Der Gasstreit ist vorüber und die Ukraine hat ihn auf ganzer Linie verloren. Statt einem Fixpreis von 235 US$ zahlt das Land nun 450 US$ pro 1.000 Kubikmeter als Basispreis. Wenn die Schilderungen von Igor Bakai, der als Berater der ukrainischen Seite an den Verhandlungen teilgenommen hatte, der Wahrheit entsprechen, war ein Missverständnis des ukrainischen Präsidenten Juschtschenko Auslöser der Krise. Beide Seiten waren bereits übereingekommen, einen Fixpreis von 235 US$ zu akzeptieren, als Juschtschenko die ukrainische Delegation von den Verhandlungen abzog ? er war der Meinung, dass der Gazpromtarif für Westeuropa 250 US$ betrage und da waren ihm 235 US$ zu viel. Der Tarif für Westeuropa liegt allerdings bei 400 bis 450 US$, den muss die Ukraine nun auch zahlen – ein teures Missverständnis Juschtschenkos.

    Jens Berger

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    1. freerk schrieb am 10. Februar 2009 at 18:34 - Permalink

      gute Recherche Spiegelfechter! es ist leider kein Einzelfall. Ich glaube, man sollte sich heutzutage eher die Frage stellen, welche Nachrichten unmanipuliert wiedergegeben werden, als umgekehrt!

      p.s. ich mein hier hauptsächlich die sog. selbsternannte Qualitätsmedien.

    2. 7schläfer schrieb am 10. Februar 2009 at 19:09 - Permalink

      Danke für diesen Artikel! Es ist zudem nicht das erste mal, dass gerade ITN die internationalen Medien mit gestellten Aufnahmen hinters Licht führt, siehe http://en.wikipedia.org/wiki/Living_Marxism

    3. Maxim schrieb am 10. Februar 2009 at 19:33 - Permalink

      Das Schlimmste ist, dass man nichts dagegen tun kann. Selbst wenn dieser Skandal in den britischen Medien öffentlich diskutiert werden wird, haben es bald wieder alle vergessen und alles läuft wie gewohnt … .

    4. Fiend_THeyde schrieb am 10. Februar 2009 at 20:14 - Permalink

      Wo wir gerade beim Thema Manipulationen sind:

      http://www.guardian.co.uk/world/2009/feb/06/angela-merkel-barbie-doll

      So können sich schon die lieben Kleinen an die Differenzen zwischen Realität und Abbild gewöhnen.

    5. Spiegelfechter schrieb am 10. Februar 2009 at 20:15 - Permalink

      @7Schläfer

      Sehr interessant – zumal mir der im Wiki-Artikel genannte “Mick Hume” nicht eben unbekannt ist. Er ist Editor beim ganz hervorragenden Onlinemagazin Spiked! und ist mir durch einige sehr gute Artikel bekannte. Traurig, dass dieser gute Journalist sich den schlechten Journalisten von ITN beugen mußte.

    6. Ivan schrieb am 10. Februar 2009 at 21:17 - Permalink

      Wieder einmal ein sehr guter Artikel, allerdings möchte ich auf den allerletzten Absatz aufmerksam machen: Man macht es sich doch zu einfach, wenn man sagt, Juschtschenko sei einem “teuren Missverständnis” erlegen. Man muss sich schon fragen, warum man sich um angebliche 15$ auf 250$ nicht einigen kann, aber sich dann im Nachhinein doch auf 400-450$ geeinigt hat. Das scheint nich alles so koscher, dass es nur “ein Missverständnis” war …

    7. Neu hier schrieb am 10. Februar 2009 at 22:47 - Permalink

      Irgendwo war das doch von anfang an klar, nun stellt sich auch die Frage wie sieht es mit anderen Fällen aus, wie zum Beispiel dem Mord an Anna Politkowskaja, wer steckt da dahinter, die russische Regierung? Ich wage es stark zu bezweifeln das diese so dermaßen ins Fettnäpfchen treten würde….. oder die “Hinrichtung” in Österreich von welcher Putin anscheinden wusste……

    8. Sadchikow schrieb am 10. Februar 2009 at 23:43 - Permalink

      Sehr guter Artikel. Danke Spiegelfechter.

    9. Beobachter schrieb am 11. Februar 2009 at 03:11 - Permalink

      Gibt es denn schon Erkenntnisse darüber, wieviele der angeblichen Horrortaten der IDF im Gazakrieg frei erfunden waren?

      Man hört da ja doch einiges…

    10. Rudi Blitzableiter schrieb am 11. Februar 2009 at 09:49 - Permalink

      Na da bin ich ja beruhigt, dass niemand gefroren hat, als die Russen das Gas abdrehten. Dachte schon es sei Ignoranz der westlichen Medien, dass ich keine Wohnungen mit zitternden Kindern sah.

      /Ironie aus

      Entscheidender noch als die Manipulation von Fakten (die im Einzelfall aufgedeckt werden kann) ist die Manipulation durch Auswahl der Themen. Man sendet/schreibt zwar Tatsachen – lässt aber alle Themen weg, die einem geordneten Weltbild widersprechen.

      Dass muss noch nicht einmal in böser Absicht geschehen – sondern kann sich auch aus dem subjektiven Weltbild des Autors ableiten. Problematisch ist, dass wir auf Grund der Konditionierung durch Massenmedien ähnliche Themen für relevant halten – quasi alle schief auf die Welt gucken.

    11. Horscht schrieb am 11. Februar 2009 at 11:14 - Permalink

      Es darf darauf gewettet werden, dass die Ukraine bald wieder nicht zahlt, dann gibts neue Reportagen der genannten Art.

    12. Frank Schenk schrieb am 11. Februar 2009 at 12:30 - Permalink

      Das Leben, die Beschäftigung mit philosophischen Fragen, einige Jahre als aktiver Gewerkschafter, Seiten wie die vom Spiegelfechter sowie der unvergessliche “Club der toten Dichter” haben mich eines gelehrt.

      “Glaube nichts, stelle alles in Frage, befürchte das Schlimmste und hoffe das Beste”.

      Von daher überrascht mich nicht mehr vieles. Lediglich die Naivität vieler Menschen amüsiert mich. Aber ich bin Menschen wie Jens dankbar, die sowas immer wieder thematisieren. Leider erreicht man nicht alle und viele Menschen lassen sich viel zu leicht von Springer + co. (ver)formen. Obrigkeitsgläubige gabs ja zu allen Zeiten, haben ja gesehen, wohin das führt.

      gruß und danke Jens

      Frank

      P.S.: World 2.0 – best viewed with open eyes.

    13. Albert schrieb am 11. Februar 2009 at 12:38 - Permalink

      Das ist wirklich ein sehr gelungener Artikel.
      Ich frage mich nur, warum so ein wichtiges Thema von den etablierten Medien nicht aufgegriffen wird. Wenn beispielsweise der Stern diesen Skandal ?aufdecken? würde, könnte sich dieses Magazin sehr einfach ein kritisches, investigatives Image zulegen. Oder ist das eher auf die Solidarität bzw. den Zusammenhalt der westlichen Medien zurückzuführen?

      als Juschtschenko die ukrainische Delegation von den Verhandlungen abzog ? er war der Meinung, dass der Gazpromtarif für Westeuropa 250 US$ betrage und da waren ihm 235 US$ zu viel.

      Kaum vorstellbar, dass Juschtschenko eine so wichtige Kennzahl nicht wusste. Was macht so ein Präsident eigentlich den ganzen Tag?

    14. freerk schrieb am 11. Februar 2009 at 13:06 - Permalink

      @ Albert

      Kaum vorstellbar, dass Juschtschenko eine so wichtige Kennzahl nicht wusste. Was macht so ein Präsident eigentlich den ganzen Tag?

      Der Premierministerin,die zur Gasverhandlung nach Moskau will, kurz vor dem Start den Flieger klauen, nach Charkow fliegen und dort Holodomor feiern! :-)

    15. Frank Schenk schrieb am 11. Februar 2009 at 15:40 - Permalink

      @Albert: Du kennst das mit den Krähen? Die Medien – auch in Deutschland – lügen, betrügen, verscheißern, denunzieren, fälschen was geht. Frag nicht nach dem Warum. Nimms einfach hin.

      Da empfehle ich auch z.B.: http://www.bildblog.de

      gruß, Frank

    16. Der Unbequeme schrieb am 11. Februar 2009 at 18:09 - Permalink

      Hallo Spiegelfechter,

      wieder mal ein gut recherecherter und gelungener Beitrag über die alltägliche Medienmanipulation!

      Für den ukrainischen Präsidenten, den ich nicht leiden kann, muss ich dennoch eine Lanze brechen: dass er von 250 $ ausgegangen ist, war gar nicht so falsch. Das ist nämlich der erwartete mittlere Gaspreis über das Jahr 2009, den auch Europa zahlen wird. Das kann man jetzt schon anhand der Ölpreisentwicklung voraussagen.

      So arg verloren hat die Ukraine nicht, denn auch sie hat jetzt einen Preis, der sich quartalsweise an die übliche Formel anpasst. Sie wird über das Jahr hinweg also nicht bei 360 Euro (450 § – 20% Rabatt) bleiben, so wie jetzt, sondern so viel wie Europa zahlen minus eben diesen weiterhin gewährten Sonderrabatt, was im Schnitt wohl besser sein wird als ursprüngliche 235 $. Der Nachteil für die Ukraine besteht eher darin, die für sie extrem hohe Belastung des ersten Quartals zu überstehen – die empfindliche Metallindustrie gibt bereits den Geist auf. Der persönliche Nachteil für Juschtschenko ist die Beseitigung der Zwischenhändler, an denen er, so wird gemunkelt, selbst verdient hat. Timoschenko hat ihm diesen Geldfluss abgeschnitten, deswegen ist er jetzt so in Rage und führt den Gaskrieg im Landesinneren weiter. Das neuerliche Entgegenkommen Moskaus ist auch dahingehend zu werten, als das man Juschtschenko persönlich den letzten Hieb versetzen wollte. Timoschenko darf sich hingegen als Siegerin positionieren und Moskau hat dann einen freundschaftlichen Anfang mit dieser potenziellen Präsidentin… Das war das Kalkül. Timoschenko wechselt die Seiten jedoch so wie es ihr gerade passt. Nicht auszuschliessen, dass sie Moskau wieder sitzen lässt.

    17. lakurtchen schrieb am 11. Februar 2009 at 18:19 - Permalink

      Da wollen wir doch alle hoffen, dass bei der nächsten Tibet-Kampagne dieser Artikel noch in aller Gedächtins ist !

    18. Albert schrieb am 11. Februar 2009 at 18:26 - Permalink

      @Frank

      Sicher doch: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Doch gerade das Beispiel BILD zeigt ja, dass miese Berichterstattung sich irgendwann rumspricht. Es ist doch klar. Wenn in den Medien nur ganz bestimmte Meinungen bedient werden, fällt das irgendwann auf. Deshalb sind auch Menschen aus Ländern mit gleichgeschalteter Presse sehr empfänglich für alle möglichen Verschwörungstheorien. Kein Wunder, sie müssen ja ständig damit rechnen, ihnen würden Informationen vorenthalten.

      Auf lange Sicht schießen sich die etablierten Medien mit ihrer eingeschränkten Berichterstattung selbst ins Knie.

    19. 7schläfer schrieb am 11. Februar 2009 at 20:52 - Permalink

      @5 SF

      Das Schlimmste ist ja dieses spezielle Recht, nach dem ITN vorgegangen ist: der Angeklagte muss seine Unschuld beweißen, eine Berichterstattung war erst nach [!] dem Prozeß erlaubt; im Prinzip ging es nur darum, wer sich die besten Anwälte leisten kann, zumal es in diesem speziellen Gebiet eh nur eine handvoll Anwälte zu geben scheint.

      Zum Glück für Dich, dass Du nicht in England publizierst

    20. Matschge schrieb am 11. Februar 2009 at 22:06 - Permalink

      echt klasse artikel, herzlichen dank!

    21. Carl schrieb am 11. Februar 2009 at 22:07 - Permalink

      Danke für den tollen Artikel. Die Idee der gefälschten Bilder und Interviews sind leider Jahrzehnte alt und die Menschen lernen es einfach nicht, Dinge zu hinterfragen.

      Carl Friedrich von Weizsäcker über den Durchschnittsdeutschen im 21.Jahrhundert:
      “Total obrigkeitshörig und des Denkens entwöhnt.”

      60 Jahre Schuldzuweisungen scheinen zu wirken.

    22. alien schrieb am 11. Februar 2009 at 22:47 - Permalink

      @Der Unbequeme

      Danke für die Klarstellung. Ich denke, Jens hätte besser recherchieren können. :) Das Ende des Artikels wirkt in der Tat so, als ob der Autor schnell zu Ende kommen wollte.

    23. Spiegelfechter schrieb am 11. Februar 2009 at 23:05 - Permalink

      @alien und “Der Unbequeme”

      Nö – das ist schlichtweg falsch. Der Preis wird quartalsweise angepasst und bezieht sich auf die Ölpreise der letzen 9 Monate. Für Januar 09 – und darum ging es – lag der Basispreis bei 400 – 450 US$. Das stimmt schon alles genau so, wie es da steht ;-)

    24. Der Unbequeme schrieb am 12. Februar 2009 at 00:35 - Permalink

      Für den Januar mag das stimmen, aber es macht wenig Sinn, allein den Januar zu betrachten. Die Ukraine konnte ursprünglich einen Festpreis von 235 $ nehmen, hat jetzt stattdessen einen variablen Preis der am Anfang zwar hoch ist, im Jahresdurchschnitt aber wahrscheinlich unter 235 $ liegen wird. Rein arithmethisch blieb die Ukraine also im Vorteil, wenn man all die Einschränkungen außer Acht lässt, die ich aufgezählt habe.

      Seitens Juschtschenko war es im Prinzip richtig, sich an einem durchschnittlichen Preis für Europa von 250 $ zu orientieren. Im Nachhinein hätte er die Eskalation aber lieber lassen sollen, denn er persönlich wurde zum größten Verlierer des Gasstreits. Und dem Land wird das ruinierte Image auf dem Weg in die EU viel teurer zu stehen kommen, als die Paar Dollar, die man noch rausgeschlagen hat.

    25. Spiegelfechter schrieb am 12. Februar 2009 at 00:42 - Permalink

      @Der Unbequeme

      Nein – der Ukraine wurde kein “Festpreis” von 235 US$ angeboten, sondern ein Basispreis von 235 US$, der sich ebenfalls nach Preisanpassungsklauseln nach unten verändert hätte.

    26. Der Unbequeme schrieb am 12. Februar 2009 at 01:01 - Permalink

      Soweit mir bekannt ist, handelte es sich ursprünglich um einen Festpreis – so wie schon all die Jahre davor. Von einem 50% Rabatt gegenüber dem europäischen Preis (darauf läuft ja deine These hinaus) war in den Medien nie die Rede. Wenn Du mir eine Quelle geben könntest, die das Gegenteil beweist, werde ich meinen Fehler sehr gern eingestehen.

    27. Spiegelfechter schrieb am 12. Februar 2009 at 02:16 - Permalink

      @Der Unbequeme

      Schande auf mein Haupt – Du hattest recht und ich unrecht.

    28. Der Unbequeme schrieb am 12. Februar 2009 at 02:41 - Permalink

      Halb so wild :) Wie gesagt, ich finde Deine Recherchen zu Manipulationen bei den Medien exzellent und sehr wichtig. Eigentlich sollten solche Sachen genau der Focus meines Blogs sein – aber ich habe leider ziemlich wenig Zeit in den letzten Monaten…

    29. Spiegelfechter schrieb am 12. Februar 2009 at 02:54 - Permalink

      @Der Unbequeme

      Du bist ja nicht umsonst in meiner “Blogroll” ;-)

    30. salvo schrieb am 12. Februar 2009 at 09:29 - Permalink

      ja, in gewisser Weise leben wir immer noch im ‘Mittelalter’, wobei sich zeigt, dass die Beziehung zwischen Manipulator und Manipuliertem eine innigere und wechselseitigere ist, als man zunächst denken könnte: Was sich in den Köpfen der Leute festsetzt, ist so leicht nicht wieder wegzubekommen, gerade je irrationaler es ist – was sich übrigens auch am Wahlverhalten zeigt:

      die nachdenkseiten haben das auch thematisiert: Hexenverfolgung heute

      http://www.nachdenkseiten.de/?p=3763#more-3763

    31. salvo schrieb am 12. Februar 2009 at 09:58 - Permalink

      ach ja, da ich auf dieses wunderbare Bonmot gestoßen bin, in einem Kommtar beim großartigen weißgarnix,

      Feinde der Wahrheit. ? Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit, als Lügen.

      zur Wechselwirkung zwischen Manipulator und Manipuliertem :-)

    32. Chris schrieb am 12. Februar 2009 at 10:46 - Permalink

      Das ist wirklich eine sehr krasse Sache. Da muss man sich schon fragen, wo wir denn leben. Macht eigentlich nur noch jeder das, was er möchte? Und wie es ihm am besten passt? Ich muss 7schläfer echt zustimmen. Hier hat der gewonnen, der die besten Anwälte hat. Hat man weniger Geld, wird der Anwalt nicht so gut sein und man hat wahrscheinlich vor Beginn des Prozesses schon verloren. Ich finde das nicht nur ungerecht, sondern einfach nicht menschlich.

    33. Lemmy Caution schrieb am 12. Februar 2009 at 11:02 - Permalink

      Ich möchte nicht wissen, was in russischen Medien alles über Deutschland steht und ob dort dann deutsche Positionen ebenso verteidigt werden können, ohne dass die betreffenden Personen Problem mit dem Geheimdienst oder dem nationalistischen Mob bekommen.
      Rußland träumt einen irrationalen Traum der “Wiederauferstehung als Großmacht”. Gerade dieser Irrealismus erweckt bei gemäßigten West-Deutschen wie mir einen hohen Grad an Mißtrauen.

    34. Carl schrieb am 12. Februar 2009 at 11:28 - Permalink

      @ Lemmy Caution

      Russische Medien berichten deutlich neutraler über Deutschland als viele denken.
      Eigeninitiative würde viele Fragen beantworten.
      Wieso soll das Anstreben eines souveränen Staates, der politisch und wirtschaftlich auf oberster Ebene spielen soll, irrational sein?

    35. Lemmy Caution schrieb am 12. Februar 2009 at 12:03 - Permalink

      @Carl,
      kannst du bitte einen Link zu russischen Medien schicken (bitte in einer westeuropäischen Sprache).

      Wieso soll das Anstreben eines souveränen Staates

      Lemmy legt noch einen drauf. Nach einem Reifungsprozess besitzt Rußland durchaus das Potential eine zentralasiatische Regionalmacht zu werden (Gebiet der ehemaligen UdSSR).

      politisch und wirtschaftlich auf oberster Ebene spielen

      Was bedeutet “oberste Ebene” in einer multipolaren Welt?
      Technologisch werden sie jedenfalls ausserhalb von Waffen keine führende Rolle spielen. Politisch seh ich das auch nicht. Mit seinem übertriebenen Nationalismus wird es Rußland jedenfalls in einer globalisierten Welt schwerfallen, als verläßlicher Partner ernstgenommen zu werden.

    36. Peter Bommel schrieb am 12. Februar 2009 at 15:07 - Permalink

      Russland verlangt nur die Aufmerksamkeit, die ihnen in einer multipolaren Welt zusteht!
      Was ist daran verwerflich?
      Gerade wir also (hüstel) Vorzeigedemokratie sollten einsehen, dass jedem ein Mitspracherecht gewährt werden muss, und m.M.n. lassen wir die Meinung der Russen, was Geopolitik anbelangt, links liegen. Und wir wiederum folgen gern dem Ruf Washingtons, und falls wir es nicht tun gibt es genug andere europäische Staaten die sich anbiedern und so eine Zusammenarbeit mit Russland boykottieren.
      Das ist mein persönlicher Eindruck, keine Quellen, aber du nennst ja auch keine Lemmy.

      Und wenn du wissen willst, was russische Medien über Deutschland schreiben, dann frag einen Russen oder lerne russisch. Oder benutze die grosse Glasgoogle, die führt dich auf http://russland.ru oder http://de.rian.ru/

      Ich würde lachen, wenn in der Zukunft, die USA sich wieder den Russen annähern, nachdem der Keil zwischen der EU und Russland immer schön reingehämmert wurde (Raketenschild,Kaukasus-Konflikt mit Georgien, Gasstreit Ukraine, einseitige Presse?), komischerweise haben genau diese zwei Staaten enge Bindung an die USA. Dann werden die USA günstige Verträge über Rohstoffe mit den Russen aushandeln und uns zusätzlich mal wieder zeigen wie man den “Weltfrieden” schafft! Und wir stehen da und sind begeistert!
      Chance(n) verspielt.

      @all: Sorry für’s Trollfüttern

    37. Lemmy Caution schrieb am 12. Februar 2009 at 16:09 - Permalink

      Und wir wiederum folgen gern dem Ruf Washingtons, und falls wir es nicht tun gibt es genug andere europäische Staaten die sich anbiedern und so eine Zusammenarbeit mit Russland boykottieren.

      Deutschland befindet sich mit der U.S. of A. in einem militärischen Verteidigungsbündnis.
      In unserer repräsentativen Demokratie wünscht nur eine einzige Partei ein engeres Verhältnis zu Rußland. Diese Partei erreicht gemäß Umfragen zur Zeit nur 11% der Stimmen. Zusätzlich sind diese Stimmen geographisch ungleichmäßig verteilt. Sie stammen überwiegend aus einer speziellen Region.
      Von “Boykott” und “Anbiederung” kann also keine Rede sein, sofern man nicht das aktuelle System radikal gegen die Mehrheitsmeinung ändern will.

      (Raketenschild,Kaukasus-Konflikt mit Georgien, Gasstreit Ukraine, einseitige Presse?), komischerweise haben genau diese zwei Staaten enge Bindung an die USA.

      Diese Staaten suchen die Nähe zur USA, da nur sie militärisch und politisch in der Lage ist, sie gegen imperiale russische Vorstellungen zu verteidigen.

      Dann werden die USA günstige Verträge über Rohstoffe mit den Russen aushandeln

      Rohstoffe sollten zu Marktpreisen gehandelt werden. Auf venezoelanischen und russischen Angebote über Sonderkonditionen politischen Einfluß zu gewinnen gehen Länder mit einem gewissen Selbstrespekt einfach nicht ein (Deutschland, Brasilien, Chile, USA, Frankreich, UK, Polen, Spanien, uvam.).
      In Gebieten, die sich oft durch Sonderkonditionen finanziert haben (Begrüßungsgeld, Freikauf von gefolterten Andersdenkenden durch Bundesrepublik, etc.) wirkt diese historische Erinnerung eventuell noch nach. So läuft das aber nicht mehr.
      Rußland sollte sich darum kümmern ihr Produkt (Erdgas, Erdöl, Panzer, Landminen, Kampfbomber, Militärhubschrauber, Maschinengewehre, etc.) zuverlässig zu liefern. Dann werden Kunden einfach zahlen und fertig.

      Wie stellt ihr euch das denn bitte vor:
      Wir stehen mit Blauhemd, frisch geföhnt und winkend mit Rußland-Fahnen und der jeweilige Caudillo (z.Zt. Putin) gewährt dann einen 50% Nachlaß auf Erdöl für Deutschland. Alle sind gut drauf und reißen ständig Witze.
      Was werden dazu die Schweden, Südkoreaner oder Ungarn sagen? Es gibt einfach bestimmte Spielregeln.

    38. Peter Bommel schrieb am 12. Februar 2009 at 17:06 - Permalink

      Du hast meinen Post nicht verstanden.

      Ich übersetze ihn dir gern wann anders, aber jetzt habe ich besseres zu tun.
      Als den Sisyphos zu spielen.

      Unserer Wirtschaft ist das Verhältnis zu Russland sicherlich auch nicht egal, aber natürlich hätten die die Ressourcen natürlich gern so günstig wie möglich.
      Sorry, aber Gutmenschen sind wir Europäer schon gar nicht, nur das Schlimmste ist, wir bilden es uns ein welche zu sein.

      Diese Staaten suchen die Nähe zur USA, da nur sie militärisch und politisch in der Lage ist, sie gegen imperiale russische Vorstellungen zu verteidigen.

      Und stossen die EU, zu der sie gehören oder gehören wollen, vor den Kopf.

      Wie stellt ihr euch das denn bitte vor:
      Wir stehen mit Blauhemd, frisch geföhnt und winkend mit Rußland-Fahnen und der jeweilige Caudillo (z.Zt. Putin) gewährt dann einen 50% Nachlaß auf Erdöl für Deutschland. Alle sind gut drauf und reißen ständig Witze.
      Was werden dazu die Schweden, Südkoreaner oder Ungarn sagen? Es gibt einfach bestimmte Spielregeln.

      Mh, Polemik.
      Russland braucht das Geld und wir brauchen die Ressorcen, wo ist das Problem? Wir helfen der russischen Wirtschaft, die uns selbst wieder zu Gute kommt (Hallo Exportweltmeister), schaffen so Beziehungen, die man wiederum nutzen kann um (im freundschaftlichen Verhältnis) auf Missstände hinzudeuten, und entschärft gleichzeitig die Vorurteile, die man hegt.
      Nur wenn ich jemanden kenne, verstehe ich ihn und kann ihm helfen.
      Finde ich besser als jegliches Blockdenken.

      Aber mit dem Fähnchen wedeln, hast du nicht unrecht, wenn ich mir die Bilder von Obamas Berlin Rede anschaue…

    39. Peter Bommel schrieb am 12. Februar 2009 at 18:09 - Permalink

      @Thema:

      Schaut euch bitte das hier an:
      http://www.bildblog.de/5695/wie-ich-freiherr-von-guttenberg-zu-wilhelm-machte/

      So funktionieren unsere Medien! Strg+C & Strg+V

    40. Alvar Hanso schrieb am 13. Februar 2009 at 02:48 - Permalink

      Tja, wenn unsere Qualitätsmedien jetzt auch noch wüssten was der Herr Minister früher beruflich gemacht hat wäre ja alles bestens.

    41. salvo schrieb am 13. Februar 2009 at 09:12 - Permalink

      ‘was nicht passt, wird passen gemacht’ oder wie Stefan Selke es hier formuliert:

      “Es geht um das ?Ausblenden? von Meinungen. Wie in einer Szene mit den Simpson, bei der B. Simpson einfach den Rückspiegel dreht, darin ein grasendes Reh entdeckt, was ihm von der eigentlichen Szene im Rückspiegel, einem Massenunfall auf dem Highway, ablenkt. Mir geht es um dieses Verdrehen des Spiegels aus Bequemlichkeit und Opportunismus.”

      zum skandalösen Vorfall:

      Laut den nachdenkseiten und dem Gespräch mit Herrn Selke auf dem Blog von Oliver Gassner wurde Herr Selke von den ‘gesellschaftern’ zu einem Beitrag zum Thema Tafeln eingeladen. Als sich jedoch herausstellte, dass der Beitrag sich kritisch mit den Tafeln auseinandersetzt unn die plakative Aufforderung zum Nachdenken für die #gesellschafter’ wohl etwas zu ernst nimmt, wurde ihm die Veröffentlichung verwehrt.

      absolut lesenswert ist der Beitrag auf dem Blog von Oliver Gassner, offenbart Herr Selke doch mit aller Deutlichkeit, in welcher ‘bürgerlicher’ Verlogenheit wir wieder mittlerweile leben. Ekelhaft

      http://www.nachdenkseiten.de/?p=3765#more-3765

      http://blog.oliver-gassner.de/archives/3464-Tafeln,-diegesellschafter.de-und-Zensur-Interview-mit-Prof.-Dr.-Stefan-Selke.html

      “Stefan Selke : Ich habe – wie sonst auch und vor allem wie in meinem zweiten Buch ?Tafeln in Deutschland? auf die Tatsache aufmerksam gemacht, dass Systeme, wie das der Tafeln, Armut auch verstetigen. das ist nicht neu, eher ein Klassiker der Soziologie, aber es erregt jedes mal die Gemüter. Als Soziologe verstehe ich das, weil damit das Selbstbild derer, die vor Ort helfen (wollen) angegriffen wird. Aber verstehen heißt nicht einverstanden sein. Ich bin nicht damit einverstanden, dass sich das ?Schauhelfen? im Land als gutbürgerliches Hobby durchsetzt und damit das strukturelle Problem vergessen wird. Das war wohl zu viel aufklärerisches Denken…”

    42. Lemmy Caution schrieb am 13. Februar 2009 at 11:09 - Permalink

      Wir kaufen doch Erdgas und Erdöl von Rußland und die kaufen unsere Maschinen.
      Wo ist dann bitte das Problem?
      Ich zum Beispiel find Italiener auch nicht sympathisch und kauf mir trotzdem italienische Schuhe.
      Ein Unternehmer, der sich Profit davon verspricht, von Rußland Gas zu kaufen oder Maschinen zu verkaufen, wird dies tun.
      Allerdings zeigt sich jetzt, dass die russischen Oligarchen zu viel Geld für militärische Bootstouren in der Karibik, Saufgelage, wilde Einkaufstouren in westeuropäischen Luxusboutiquen und sonstiges Zeug ausgegeben, die das Land kein Stück weiter gebracht hat. Für die russische Mittelschicht sind zur Zeit des Erdölbooms ein paar Brotkrumen abgefallen. Nun heisst es aber wieder Gürtel enger schnallen.
      Ist euch eigentlich die positive Korrelation zwischen Ölpreis und großmäulige Eingaben im Namen der bolivarischen Robolution von Sarah Wagenknecht aufgefallen? Jetzt, wo dort langsam das Licht ausgeht sprechen die “Freunde” nicht mehr so gerne über das Land. So ähnlich wirds Rußland auch ergehen.

    43. freerk schrieb am 13. Februar 2009 at 13:59 - Permalink

      @lemmy caution

      Du findest fast in jedem Artikel vom SF einen Bezug auf Lateinamerika oder Russland. Alle Achtung!!! *lol

    44. Lemmy Caution schrieb am 13. Februar 2009 at 15:23 - Permalink

      Lieber freerk,
      der Artikel *ist* über Rußland.
      Und Venezuela hat wg. dem äußerst wichtigen Öl-Ding mehr mit Nigeria, Rußland, Iran, etc. gemeinsam als mit den anderen lateinamerikanischen Staaten.
      Ölstaaten neigen zu einer gewissen Unterentwicklung, paternalistischen Führern, gewaltsame Unterdrückung der Opposition, Korruption, etc.

    45. Peter Bommel schrieb am 13. Februar 2009 at 15:46 - Permalink

      Allerdings zeigt sich jetzt, dass die russischen Oligarchen zu viel Geld für militärische Bootstouren in der Karibik, Saufgelage, wilde Einkaufstouren in westeuropäischen Luxusboutiquen und sonstiges Zeug ausgegeben, die das Land kein Stück weiter gebracht hat. Für die russische Mittelschicht sind zur Zeit des Erdölbooms ein paar Brotkrumen abgefallen. Nun heisst es aber wieder Gürtel enger schnallen.

      Klar wie soll ein Land dieser Grösse in 10 Jahren auch gross weiterkommen?
      Für die Probleme die Russland hatte und immer noch hat, schlagen sie sich ganz gut.

      Oligarchen mag ich auch nicht, aber jedem kommst du halt nicht bei wie Chodorkowski. Aber ich unterscheide zwischen Oligarchen (wenige Russen) und dem Durchschnittsrussen. Und dem Durchschnittsrussen wünsche ich keinen bankrotten Staat.
      Naja nach dem Wirtschaftswunder waren die Deutschen auch sehr “ausgiebig” im Ausland unterwegs, oder wie erklärst du dir das Bild des dicken Deutschen, der Zigarre rauchend im Benz sitzt und mit den Geldscheinen wedelt?
      Deine Schadenfreude sei dir gelassen, aber in einer multipolaren Welt, braucht man alle!
      Wenn Russland zerfallen würde, bekommen wir ganz andere Probleme!
      Ironie: Wobei die billigen Energiepreise würden uns sicherlich darüber hinwegtrösten

    46. Horscht schrieb am 13. Februar 2009 at 19:46 - Permalink

      Lemmy leidet unter Lateinamerikanitis, ist mir auch schon aufgefallen.

    47. Lemmy Caution schrieb am 13. Februar 2009 at 20:01 - Permalink

      Ich wünsche dem Durchschnittsrussen auch keinen bankrotten Staat!
      Das deutsche Wirtschaftswunder war getragen durch weltmarktfähige Produkte, fähige Ingenieure und Arbeiter. Der russische Aufschwung beruht zu einem großen Teil auf Rohstoffexporten. In der Bundesrepublik fand in den 50ern und 60ern eine Annäherung der Lebensverhältnisse der verschiedenen Schichten statt. In Rußland klafft das auseinander, auch wenn es den Armen sicher besser geht als vor Putin.
      Nur ist die Verminderung der existentiellen Armut wesentlich leichter zu erreichen als eine wirkliche Angleichung. Die meisten deutschen Urlauber haben ihre Urlaubsfahrten nicht im Benz unternommen.
      Ich hab auch keine Schadenfreude und möchte sicherlich keinen Zerfall Rußlands.

    48. freerk schrieb am 13. Februar 2009 at 20:19 - Permalink

      @lemmy caution

      der Artikel *ist* über Rußland.

      jepp, du hast es richtig erkannt. Aber in dem Artikel geht’s schwerpunktmäßig um die Nachrichten-Manipulation (Betrug!), genau genommen darum, wie die westliche Welt durch manipulierte Bilder übers Ohr gehauen wird! Wahrscheinlich willst du das immer noch nicht wahrhaben:)

      Und Venezuela hat wg. dem äußerst wichtigen Öl-Ding mehr mit Nigeria, Rußland, Iran, etc. gemeinsam als mit den anderen lateinamerikanischen Staaten.

      Ölstaaten neigen zu einer gewissen Unterentwicklung, paternalistischen Führern, gewaltsame Unterdrückung der Opposition, Korruption, etc.

      Deswegen ist deine eingebrachte These einfach fehl am Platz, weil sie vom eigentlichen Kern des Artikels ablenkt bzw. irreführend wirkt.

    49. Lemmy Caution schrieb am 13. Februar 2009 at 20:45 - Permalink

      @freerk: Nachrichten sind nie neutral. Sie sind immer irgendwie gefärbt. Meinst Du nicht vielleicht, dass ihr euch mit einer über-optimistischen Einschätzung Rußlands auch “übers Ohr haut”.
      Einzelne Nachrichten können auch schon einmal falsch sein, ohne dass da direkt eine Weltverschwörung hintersteckt.
      Die Welt ist eben nicht perfekt…

    50. freerk schrieb am 13. Februar 2009 at 21:43 - Permalink

      @ lemmy

      Also, nicht “wahrheitsgemäße” Nachrichten gibt’s es sowohl im Osten als auch im Westen, keine Frage, dabei geht es aber sicherlich nicht um Einzelfälle, das musst du schon zugeben!

      …, dass ihr euch mit einer über-optimistischen Einschätzung Rußlands auch ?übers Ohr haut?.

      ich kann die Meinung von anderen Mitforisten nicht vertreten, aber du bist mir den Beweis schuldig, wo ich mich “über-optimistisch” über RU geäußert habe. Eine einfache Pauschalisierung geht leider nicht!

    51. Peter Bommel schrieb am 13. Februar 2009 at 22:53 - Permalink

      Gut wir hatten den Marshall Plan als Anschubhilfe, zudem kam uns unsere zentrale Lage in Europa zu Gute und natürlich sind wir bedeutend kleiner (im Vergleich zu Russland), was natürlich die Leistung nicht schmälert.

      Inwieweit sich die Armen und Reichen in Russland annähern kann man nur abwarten, eine Wirtschaft aufbauen geht auch nicht von heute auf morgen und in der jetzigen Zeit sowieso nicht. Also können wir nur drüber spekulieren.
      Um den Bogen aber wieder zurück zur Presse zu bekommen, finde ich dass Nachrichten über Russland gern eine negative Färbung bekommen bzw. positive gar nicht zur Kenntnis genommen werden. Wie gesagt das beste Beispiel ist die Rede von Putin in München, ich lese vieles aber dass er einen “Neuen Kalten Krieg” provoziert, dazu fehlt mir wohl die Fantasy. Und das Interview mit der ARD, ach sprechen wir lieber nicht drüber.
      Georgien-Konflikt: da dreh’ ich die Hand nicht um, da wurde auf beiden Seiten gelogen.

      Respekt und Gehör hat jeder verdient, deswegen kann man Russland bei geopolitischen Entscheidungen nicht außen vor lassen. Vielleicht interpretierst du, dass als über-optimistisch, damit kann ich leben.

      Aber freut mich, dass du einen Bankrott auch nicht willst und auch nicht wünschst!

      Dass nicht jeder Deutsche Urlauber mit dem Benz in Urlaub gefahren ist, ist mir auch klar, aber so war nun mal das Bild der Deutschen im Ausland. Dick, stolz auf ihr Land und mit Geldscheinen rumwedeln. Was ich damit sagen will, dass mit Sicherheit Urlauber gibt, die im Ausland einen auf dicke Hose machen, aber das ist unabhängig von der Nation. Wir waren vorher dran, dann waren die englischen Urlauber die verschrienen, nun sind es die russischen.
      Und dass so viele Russen Urlaub machen bedeutet ja nur, dass es sich mehr und mehr leisten können. Das wiederum, finde ich, ist eine positive Entwicklung.
      Über barbarisches Verhalten, kann man sich aufregen, aber Barbaren gibt es in jeder Nation.

      Was mich angeht bin ich lieber Optimist, denn laut Marc Aurel gilt ja:

      Über die Dauer der Zeit nimmt die Seele die Farben der Gedanken an

    52. informant schrieb am 14. Februar 2009 at 18:39 - Permalink

      ITN ist berüchtigt für seine schamlosen Lügengeschichten. ITN-Leute haben in den 90ern antiserbische Greulpropaganda produziert, um das serbische Volk zu dämonisieren und so dazu beigetragen, die NATO-Angriffskriege gegen Jugoslawien zu ermöglichen.

      Judgment! – The Bosnian ‘Death Camp’ Accusation: An Expose
      http://www.youtube.com/watch?v=xox7TR11evI&feature=PlayList&p=2D83AA164CE2CFCB&index=0&playnext=1

      Das täuschende ITN-Bild, das die Welt bewegte
      http://www.novo-magazin.de/itn-vs-lm/zsfg.htm

    53. aquadraht schrieb am 16. Februar 2009 at 08:16 - Permalink

      Lemmy kann keiner ernstnehmen. Was Russland angeht, muss man abwarten, ob die Massnahmen der Regierung zur Begrenzung der Wirtschaftskrise greifen. Von der Tendenz her gehen sie in die richtige Richtung. Rohstoffländer wie Russland (und auch Venezuela oder Chile) haben natürlich mit der Krise besondere Probleme, da sie der Verfall der Rohstoffpreise belastet, nicht entlastet wie die meisten Industrieländer.

      Kein Mensch, der bei Verstand ist, kann sich eine Destabilisierung Russlands wünschen. Wenn die Rohstoffbaisse nicht wesentlich über 2009 hinaus anhält, ist die aber auch eher unwahrscheinlich.

    54. Frankie schrieb am 28. Februar 2009 at 23:19 - Permalink

      Ich frage mich, ob bei dem Gespräch zwischen Moore und dem Bulgarischen Premier-Minister, nicht noch mehr besprochen wurde…….

      besonders, als ich heute durch eigene Recherche herausfand, das nur 6 Tage vor Moores Bericht, die EU verkündet hat nicht in den Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine einzugreifen zu wollen.

      http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/heute-Sendung_vom_3._Januar_2009/Themen,546/663228

      Das klärt doch die Motive von Herrn Moore.

      Bis neulich
      Frankie


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