Von einem, der auszog, Lehrer zu werden
geschrieben am 14. Februar 2009 von Spiegelfechter
Hans Roth und sein unermüdlicher Kampf gegen staatliche Willkür
Als das liberale Bürgerturm 1848 die Barrikaden stürmte, skandierte es “Tod oder Verfassung”. Es dauerte allerdings noch lange, bis ein verbindliches gesetzliches Rahmenwerk das Volk vor der Willkür der feudalen Herrschaftsstrukturen schützte. Heute erfüllt das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland die Aufgabe, den Bürger vor staatlicher Willkür zu schützen. Um die freiheitlich-demokratische Grundordnung vor ihren Feinden zu schützen, gibt es in Deutschland den Verfassungsschutz. Eine Institution, die die Verfassung schützen soll, beschützt somit letztendlich auch den Bürger vor staatlicher Willkür. Was aber, wenn ausgerechnet die Beschützer der Verfassung selbst zu Akten staatlicher Willkür beitragen? Der Fall Hans Roth ist ein trauriges Beispiel, wie in einem demokratischen Staat durch staatliche Willkür ein Mensch um seinen Lebensentwurf gebracht wurde. Ein Fall, in dem der Verfassungsschutz maßgeblich dazu beigetragen hat, dass ein Bürger seine Grundrechte nicht wahrnehmen konnte. Aber nicht nur das – der Fall Hans Roth zeigt auch die Unfähigkeit des Staates auf, eigene Fehler zuzugeben und Opfer staatlicher Willkür zu rehabilitieren.
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@sf
Da war er nicht der einzige. In meinem Bekanntenkreis, (alle so über 50) haben “wir” ähnliche gelagerte Fälle.
Danke, und ich kann nur sagen “Chapeau”! Ich hoffe daß mit deinem Artikel eine engagierte breite Diskussion beginnt!!!
weiter so
carlo
Der zeitgenössische junge Michel wird es für ein Märchen halten, mit dem Extremisten unsere funktionierende Demokratie beschmutzen wollen.
Genau das tut er (zumindest in meinem Falle) nicht. Ich bin ehrlich gesagt bestürtzt über diese staatliche Willkür, die mir nicht im Traum eingefallen wäre.
Aber vielleicht bin ich, trotz meiner 19 Jahre, nicht so ganz zeitgenössisch.
Naja, mich wundert eher die Sturheit und Frechheit des ehemals westdeutschen Repressionsapparats. Dass der nicht besser ist als die Stasi, weiss ich, seit ich 13 Jahre alt bin und die “Dummheit” begangen habe, in einer öffentlichen Landes- und Stadtbibliothek ein Buch ausleihen zu wollen, dass (unsichtbar) im “Giftschrank” war, es war ein Buch über NS-Richter in der Bundesrepublik, erschienen im DDR-Aufbauverlag.
Die Ausleihe wurde aus “technischen Gründen” abgelehnt (das hätte auch ein Ausleihe ohne Rückgabe sein können). Aber zwei Tage später bekamen meine Eltern Besuch vom 14. (politischen) Kommissariat der Kripo und wurden über meine Kontakte zu möglicherweise kommunistischen Gruppen befragt. Gab nen Riesenärger :).
Das ist Jahrzehnte her und zeigt nur den Gesinnungsterror des
Adenauerregimes, der kein Stück besser war als der der DDR. Aber
an dem Artikel stört mich ein wenig, dass wir, die wir im Unterschied
zu Herrn Roth “extremistischen Organisationen” (darunter der VVN
oder Organisationen jüdischer Antifaschisten) angehört haben, fast
schon als “zu Recht” verfolgt erscheinen.
Ansonsten natürlich danke und Respekt für Jens.
Gruss a^2
Hallo,
jeder der in den 70ern politisch aktiv war kennt solche Fälle. Einer der bekanntesten war der “Fall Silvia Gingold”, Tochter des Antifaschisten und Widerstandskämpfers Peter Gingold.
http://www.graswurzel.net/314/gingold.shtml
Es ist gut, dass diese Fälle wieder in das Licht der Öffentlichkeit gezerrt werden.
mfg
@ Joss Fritz: Das ist, was ich meine. Sylvia gehört zu den “extremistischen” Verfolgten, sie ist wie ihr Vater Peter Kommunistin. So widerwärtig die Repression selbst gegenüber “braven” Sozialdemokraten wie Herrn Roth ist, man darf daraus keine Verharmlosung des Terrors gegen linke Antifaschisten, Sozialisten und Kommunisten entstehen lassen, sozusagen eine Hierarchie der vom Terrorapparat des BRD-Staats Verfolgten.
@SF
“Der Begriff Dienstherr wirkt in diesem Zusammenhang ebenso anachronistisch wie der Vorwurf selbst – ein Fall staatlicher Willkür”
Der Begriff “Dienstherr” ist leider alles andere als anachronistisch. Er ist nach wie vor hochaktuell. In Militaerkreisen wird er nach wie vor alltaeglich gebraucht und (anachronistisch oder nicht) regelmaessig mit dem Verteidigungsminister (!) identifiziert. Nicht etwa (wie es juristisch korrekt waere) mit der oeffentlichen Koerperschaft “Bundesrepublik Deutschland”.
Anders als die Bundeswehr kenne ich den Verfassungsschutz nun nicht von Innen, dass derartige Willkuerakte vorkommen und sogar alles andere als Ausnahmeerscheinungen sind wundert mich aber nicht. Beide Einrichtungen kranken an dem selben organisatorischen Fehler: sie sind direkt der Exekutive unterstellt.
Zumindest im Falle des Verfassungsschutzes ist das katastrophal!
Theoretisch hat er zwar die Aufgabe die Verfassung auch vor der Regierung zu schuetzen, praktisch ist das aber kaum zu erwarten, da die Karriere der Beamten des Verfassungsschutzes direkt vom Wohlwollen des jeweiligen Innenministers abhaengt. Dementsprechend ist der Verfassungsschutz eben kein Beschuetzer der Verfassung sondern ein Beschuetzer der Staatsmacht.
Wer wuerde schon die Hand beissen, die ihn fuettert?
Wenn der Verfassungsschutz tatsaechlich auch die Grundrechte der Buerger vor der Willkuer der jeweiligen Regierung schuetzen sollte, muesste er schon eine Unabhaengigkeit besitzen, aehnlich wie die Rechtssprechung (obwohl die machmal auch ziemlich staatstreues “Recht” spricht).
Solange das nicht der Fall ist, werden auch weiterhin treue Beamte im vorauseilenden oder auch nacheilenden Gehorsam “staatszersetzende Elemente” identifizieren und “unschaedlich” machen…
___
Auch von mir Dank und Anerkennung, dafuer, dass Du diesen Fall bekannt machst. Ich hatte von dem Herrn Roth bisher jedenfalls nicht gehoert.
@sf, @4:
Danke für den Artikel. Zwei Punkte die ich besonders interessant finde und die sich vielleicht lohnen zu vertiefen:
(1) Jetzt kann ich endlich mal etwas entgegensetzen, wenn ich mit blauäugiger “westdeutscher” Überheblichkeit gefragt werde, warum wir ehem. Ostdeutschen uns die Stasi so lange haben bieten lassen :-).
Ich finde das trägt 20 Jahre nach dem Mauerfall ein wenig zur Ost-West Verständigung bei: Blindes Vertrauen in die Obrigkeit und staatliche Willkür dieser Art gab (und gibt?) es anscheinend in beiden deutschen Staaten und es ist allzu leicht über den schmutzigen Hof des Nachbarn zu lästern, wenn man glaubt der eigene Hof sei blitzsauber.
(2) Auch bei der derzeitigen Lehramtsausbildung bestehen noch viele Möglichkeiten zur Willkür, die im Namen des “Dienstherren” oft aus niederen Bewegründen ausgenutzt werden. Aufgrund von haarsträubenden Fällen aus meinem Bekanntenkreis — wo, anders als oben, rassistische oder geschlechtliche und nicht politische Diskriminierung dahintersteckte — überrascht mich die o.g. Kombination aus Lehramtsausbildung und Willkür kaum.
Der Fall Roth ist also hochaktuell. Er kann nicht oft genug genannt werden, denn er zeigt weiterhin bestehende Missestände auf, die über Hessen hinausgehen.
Rechtsstaat erwartet, Drecksstaat bekommen.
Allerdings nicht verwunderlich angesichts des fehlenden Vertrauens der Bevölkerung in ihre Machthaber.
“Wie der Herr, so’s G’scherr”, trifft leider auf den gesamten staatlichen Machtapparaat zu.
http://www.rechtsverweigerung.de
Täuschland – eine verlogene Veranstaltung.
Herr Roth, Ihnen wurde schweres Unrecht zugefügt. Erwarten Sie nicht, dass die Verantwortlichen dies je zugeben. Solchen Leuten geht es nur um Macht, um ihre eigennützige Macht.
Dafür tun sie alles, auch wenn unschuldige Menschen deshalb auf der Strecke bleiben.
Von einem zutieftst korrupten System (s. aktuelle Wirtschaftskrise) können und sollten Sie nichts erwarten!
Freiheitlich-demokratische Grundordnung steht auf dem Papier, beherrscht wird unser Land aber von Lug und Trug.
Bitte lesen Sie auch
http://aljas.wordpress.com/2008/12/02/der-fall-hans-roth/ , weil ich dort aktuelle Informationen, manchmal auch von Hans Roth selbst, weitergeben kann.
Mit freundlichsten Grüßen
Nadja Thelen-Khoder
Warum hats der Kollege nicht mal in einem anderen Bundesland versucht? Sorry, aber irgendwas stimmt da nicht.
@aqua: LOL, so wirst Du auch nicht mehr Lehrer.
@Horscht: natürlich stimmt da etwas nicht. Kann ja gar nicht sein, daß der Staat Fehler macht.
Und jetzt gehen Sie bitte zurück zu Ihrer Weide und mampfen weiter saftiges Gras.
@circus:
Naja, man kann die Opferrolle auch annehmen. Sollte schon eine Idee gewesen sein, bspw. in einem nördlichen und traditionell linken Bundesland einen Versuch zu starten das angestrebte Lehramt zu erreichen. Das war der Punkt, der mir wichtig war anzumerken.
Das mit dem Gras und der Wiese habe ich nicht verstanden, war wohl eher nebensächlich, oder?
Nachtrag, gerade noch gefunden, zuerst überlesen: “Ich bin auf einem Weg gegangen, den ich nicht bereue. Ich bin immer den Verheißungen von Demokratie und Rechtsstaat gefolgt, jetzt 35 Jahre lang.”, scheint ja den Verdacht auf Dickköpfigkeit zu bestätigen. Das “System der Friedlosigkeit” mag natürlich auch ein wenig fehlerhaft gehandelt haben, WiIlkür halt.
Sehr geehrte Damen und Herren!
In der „Report Mainz“-Sendung vom 1. Dezember 2008, die man jederzeit unter dem Link
http://www.swr.de/report/-/id=233454/did=4124472/pv=video/gp1=4248512/nid=233454/1nob9as/index.html
noch einmal ansehen kann, hält Alfred Grosser eine blaue DIN A 4-große hellblaue „Dokumentation zu Hans Roth“ in den Händen, auf der über dem Titel zu lesen steht: „Es gab niemals einen Grund, an Ihrer Verfassungstreue zu zweifeln …“.
Es ist mir gelungen, diese Broschüre noch einmal aufzutreiben, und ich möchte Sie Ihnen hier auch gern zur Verfügung stellen. Sollte es eine Möglichkeit geben, Sie im Internet zu verlinken, fände ich das großartig!
Im voraus recht herzlichen Dank für Ihre Bemühungen!
Mit freundlichen Grüßen
Ihre
Nadja Thelen-Khoder
Die erwähnte Dokumentation ist jetzt unter folgendem Link für jeden zugänglich:
http://aljas.wordpress.com/2008/12/02/der-fall-hans-roth/
und
http://www.koenigsteiner-dialog.net/viewtopic.php?f=7&t=1708&sid=e4856e00b0c0f29c1bdc4964364b8e1d&start=16
Die Liste derer, die den „Fall“ Roth für „skandalös“ (Andrea Nahles) und „erschütternd“ (die ehemalige Justizministerin Frau Leutheusser-Schnarrenberger) halten, wird immer länger.
Auch Florian Scheuer von den „Jungen Liberalen“ hat mir geschrieben: „…Ich kenne den Fall Roth leider überhaupt nicht, allerdings kann ich in der Tat Ihre Bestürzung nachvollziehen. Um ihnen allerdings eine umfassende Antwort geben zu können, müßte ich mehr über die Hintergründe, Gerichtsentscheidungen usw. wissen und vorliegen haben. Daher habe ich mir erlaubt, Ihre Email an den Bundesprogrammatiker des Bundesverbandes der Jungen Liberalen sowie den Landesvorsitzenden der Jungen Liberalen in Hessen weiterzuleiten. Ich hoffe, daß diese Ihnen in der Angelegenheit weiter helfen können. Ansonsten kann ich Sie nur zu Ihrem Engagement beglückwünschen und Ihnen raten, sich weiter einzumischen und Entscheidungen auch zu hinterfragen und eben nicht immer als gegeben hinzunehmen. Viel Erfolg und mit freundlichen Grüßen“
Hiermit danke ich allen, die sich weiterhin für Herrn Roth einsetzen, der nach all den Jahren, in denen sich solch hochkarätige Persönlichkeiten wie Heinrich Böll, Johannes Rau, Alfred Grosser, Dorothee Sölle, Hartmut von Hentig, Wolfgang Klafki, Günter Wallraff u.v.a.m. für ihn eingesetzt haben, nicht verbittert ist, sondern nach wie vor von „Vermittlung, Befriedung, Versöhnung“ spricht.
Mit freundlichsten, hoffnungsvollen und dankbaren Grüßen
Nadja Thelen-Khoder
In der besagten hellblauen Dokumentation befindet sich auf S.33 ein Brief des damaligen Innenministers Gerhart Baum an Prof. Dr. Ulrich Klug vom 30. Oktober 1980 (S.33), in dem er schreibt: „…, vielen Dank für die Dokumentation ‚Geheime Verfassungsschutzakten contra Menschenwürde’ über den Verwaltungsrechtsstreit zwischen Herrn Roth und dem Land Hessen, die Sie mir anläßlich der Podiumsdiskussion in Köln überlassen haben. … Es geht vor allem um die für den Schutz des Betroffenen ebenso wie für die Arbeit der Verfassungsschutzbehörden wichtige Frage, wie die grundsätzliche Verpflichtung der Verfassungsschutzbehören, nicht erforderliche Unterlagen zu vernichten, konkretisiert werden kann. Die Lösung dieser Frage ist Gegenstand der im BMI anlaufenden Arbeiten zur Vorbereitung einer Novelle zum Verfassungsschutzgesetz des Bundes. Wir warten daher mit Interesse auf die noch ausstehende Entscheidung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes.“
Auch diese Dokumentation habe ich kopieren können, und möchte Sie Ihnen gern zur Verfügung stellen, immer in der Hoffnung, daß es Menschen gibt, die das alles verstehen und sich in geeigneter Weise für Herrn Roth einsetzen können.
Die Dokumentation ist jetzt für jeden zugänglich unter dem Link http://aljas.files.wordpress.com/2008/12/hans_roth_doku_2.pdf .
Mit dankbaren und hoffnungsvollen Grüßen
Nadja Thelen-Khoder
Wer sagt denn, dass nur unsere amerikanischen Freunde paranoid sind – wenn’s gegen das “Reich des Bösen” geht, oder gegen das, was man dafür hält!
Beste Grüße
Vogel
Vielleicht klingt es befremdlich, aber gerade nach dem entsetzlichen Amoklauf in Winnenden ist es mir ein dringendes Bedürfnis, Ihnen vier Seiten aus zwei Büchern von Hans Roth an Herz und Verstand zu legen [und wenn man die Dateien verlinken könnte, wäre ich wieder einmal sehr glücklich!]: S. 48/9 aus „Aufrichten oder Abrichten“ (Frankfurt/M. 1980), und S. 146/7 aus „Stumme können selber reden. Praxisberichte aus dem Religionsunterricht an Haupt- und Sonderschulen“ von Wilma Berkenfeld, Leony Peine und Hans Roth, hrsg. von Marie Veit (Wuppertal 1978), das ich auch über den Buchhandel noch antiquarisch erwerben konnte (Jugenddienst-Verlag).
Selbstverständlich liegen die Ursachen für Amokläufe nicht in den Schulen, aber sie könnten so viel mehr Gutes bewirken – und vielleicht eben dadurch doch auch manch Schlechtes, Böses oder Schreckliches verhindern.
Ach, wenn es doch in Deutschland nur mehr von solchen Lehrern wie Hans Roth gegeben hätte bzw. gäbe!
Weiterhin mit hoffnungsfrohen Grüßen
Nadja Thelen-Khoder
Die erwähnten vier Seiten sind jetzt unter folgenden Links zu erreichen:
http://aljas.files.wordpress.com/2009/03/aufrichten_oder_abrichten_s48.pdf
und
http://aljas.files.wordpress.com/2009/03/stumme_koennen_selber_reden.pdf
In großer Dankbarkeit verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen
Nadja Thelen-Khoder
Bezugnehmend auf die Antwort des Herrn Ministerpräsidenten Roland Koch, der mir in seinem Brief schrieb, daß Herr Roth „auf eigenen Wunsch … aus dem hessischen Schuldienst ausgeschieden“ sei und „Akten und Unterlagen, aus denen sich die näheren Umstände rekonstruieren ließen, ( ) nicht mehr verfügbar“ seien, möchte ich hiermit eine weitere Dokumentation zur Verfügung stellen. Mein besonderer Dank gilt dem Betreiber von „Aljas Blog“, der die Dokumentation unter dem Link
http://aljas.files.wordpress.com/2008/12/doku_wer_schuetzt_uns_vorm_verfassungsschutz.pdf
für jeden jederzeit zugänglich gemacht hat.
Mit freundlichen Grüßen
Nadja Thelen-Khoder
Ich habe noch eine Broschüre kopieren können, die im Juli 1975 vom Allgemeinen Studentenausschuß der Justus-Liebig-Universität in Gießen herausgegeben wurde. Sie trägt den Titel „Berufsverbot in Hessen. Eine Agitation mit Tatsachen“. Sie enthält viele Zeitungsausschnitte, Schriftwechsel und Aktenzeichen und verstärkt deshalb mein absolutes Unverständnis sowohl der Antworten von Herrn MP Roland Koch („auf eigenen Wunsch … ausgeschieden“ und „Akten und Unterlagen … nicht mehr verfügbar“) als auch der damaligen Vorgänge. Wie kann das nur alles (geschehen) sein?
Diese Broschüre ist jetzt auch unter folgendem Link für jeden jederzeit zugänglich:
http://aljas.files.wordpress.com/2008/12/berufsverbot_in_hessen.pdf
Der Blogbetreiber hat sämtliche Dokumente aufgelistet; sie sind alle einzeln verlinkt unter
http://aljas.wordpress.com/2008/12/02/der-fall-hans-roth/
Dafür noch einmal meinen allerherzlichsten Dank!
In der Hoffnung auf eine möglichst breite Öffentlichkeit für diesen offenkundig unhaltbaren Zustand verbleibe ich
mit hoffnungsfrohen Grüßen
Nadja Thelen-Khoder
Nachdem mir immer wieder dazu geraten wurde, eine Petition für Herrn Roth einzureichen, habe ich das jetzt am Freitag, dem 20.3.2009, getan. Ich habe sie sowohl an den Deutschen Bundestag (über
Oliver Feldhaus
Referent Petitionen und Eingaben
Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Te. 030 – 227 71591
Fax. 030 – 227 76236
eMail. oliver.feldhaus@gruene-bundestag.de )
als auch an den Hessischen Landtag (über
Vera Toth
Referentin für Europapolitik und Petitionen
FDP-Fraktion im Hessischen Landtag
Schlossplatz 1-3
65183 Wiesbaden
Telefon: (0611) 350 1578
Fax: (0611) 350 570
v.toth@ltg.hessen.de )
sowie
Julia Thon
Petitionen
SPD-Fraktion im Hessischen Landtag
Postfach 3240, 65022 Wiesbaden
Schloßplatz 1 – 3, 65183 Wiesbaden
Tel.: 0611 / 350 – 514, Fax: 0611 / 350 – 511
E-Mail: j.thon@ltg.hessen.de
geschickt, die mir alle ihre persönliche Hilfe zugesichert haben.
Vielleicht wollen Sie meine Petition mitunterzeichnen. Für diesen Fall möchte ich Ihnen den Petitionstext gern zugänglich machen, den Sie ausdrucken und dann per Post an die eine oder andere der angegebenen Adressen schicken könnten.
Das ist meine neueste Idee, um Öffentlichkeit für Herrn Roth herzustellen.
Ich danke im voraus recht herzlich für Ihre Bemühungen und Ihr Verständnis!
Mit freundlichen Grüßen
Nadja Thelen-Khoder
PS: Die Adressen der beiden Petitionsausschüsse (ohne einen Referenten einer Fraktion) sind
Petitionsausschuß der Deutschen Bundestages
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Telefon: +49 (0)30 227 35257
Fax: +49 (0)30 227 36053
E-Mail: vorzimmer.peta@bundestag.de
und
Petitionsausschuß des Hessischen Landtages
Schlossplatz 1-3
65183 Wiesbaden
PPS: Schöner formatiert habe ich den Petitionstext auch als PDF; wenn man ihn (auch zum einfacheren Ausdrucken) hier im Blog verlinken könnte, fände ich das sehr praktisch.
Hier nun also der Text meiner Petition:
Petition
Hiermit reiche ich,
Nadja Thelen-Khoder (Adresse)
eine Petition ein für
Herrn Hans Roth (Adresse)
Meine Petition bezieht sich auf die Tatsachen, die unter folgenden Links jederzeit angehört bzw. angesehen werden können:
„Report Mainz“-Sendung vom 1.12.2008:
http://www.swr.de/report/-/id=233454/did=4124472/pv=video/gp1=4248512/nid=233454/1nob9as/index.html
Das Manuskript zur Sendung vom 1.12.2008:
http://www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=4124472/w0qegv/index.html
„Report Baden Baden“ 1978:
http://www.swr.de/report/-/id=233454/did=4124476/pv=video/gp1=4247576/nid=233454/1xu68mf/index.html
Artikel von Jens Berger auf „Telepolis“ vom 14. Februar 2009:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29709/1.html
Erreichen will ich insbesondere
die ausdrückliche Rücknahme der Formulierung in der Ablehnung Herrn Roths als Beamter, „daß er die für die Einstellung als Lehrer im Beamtenverhältnis erforderliche charakterliche Reife …nicht besitzt“ (Begründung des Widerspruchsbescheides vom 13. September 1978; siehe Anlagen);
„die ‚Wiedereinsetzung in den status quo ante’ vor der Fälschung (eine uralte Forderung der hessischen CDU)“ [Diese Formulierung übernehme ich wörtlich aus dem Brief von Herrn Roth an mich und berufe mich dabei auf die zahlreichen Dokumente in den Anlagen meiner Erklärung „An alle Mitglieder des Petitionsausschusses“];
eine angemessene Wiedergutmachung für die ihm zugefügten Ungerechtigkeiten, begangen von unterschiedlichster Seite, sowohl vom Land Hessen und seinen Behörden als auch von Seiten des Bundes (Militär und Verfassungsschutz);
eine moralische und juristische Rehabilitation für Herrn Hans Roth.
Dies will ich als Mensch erbitten, als Bürger fordern, dafür will ich werben und greife an die für mich unerträgliche Antwort bzw. Nicht-Antwort des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch in seinem Brief an mich vom 5. Januar 2009 (siehe Anlagen). Unerträglich deshalb, weil es nichts Ärgeres gibt in einer demokratischen Republik wie der unsrigen, als wenn der Staat sich nicht an Recht und Gesetz hält. Und wenn solch wesentliche Grundwerte unserer Verfassung gebrochen werden wie Artikel 3,3 unseres Grundgesetzes oder das Verbot, die Bundeswehr im Innern einzusetzen, ist dies ein schweres Verbrechen dem Staat und allen seinen Bürgern gegenüber.
Ausdrücklich hinweisen will ich auf die zahlreichen Veröffentlichungen in Presse und Rundfunk, fast immer zu Herrn Roths Gunsten, zuletzt die oben erwähnte Sendung von „Report Mainz“ (ARD, 1.Dezember 2008). In meiner Erklärung „An alle Mitglieder des Petitionsausschusses“, die unbedingt zu dieser Petition gehört, befindet sich ein Anhang, der einige Links zu Dokumentationen zum „Fall“ Roth enthält, die ihrerseits wiederum von Zeitungsartikeln nur so strotzen.
Sollte ich noch irgendetwas in dieser Angelegenheit tun können, bitte ich Sie dringend um sofortige Benachrichtigung.
In der Hoffnung, daß diese nun jahrzehntelange Geschichte zu einem guten Ende kommen kann, verbleibe ich
hochachtungs- und hoffnungsvoll
Nadja Thelen-Khoder
Köln, den 19. März 2009
Die Zeitschrift „Betrifft Erziehung“ berichtete 1977 und 1981 über Herrn Roth. Die Kopien stehen jetzt unter dem Link
http://aljas.files.wordpress.com/2008/12/hans_roth-betrifft_erziehung.pdf
jedem jederzeit zur Verfügung.
Und warum sollte ich nicht auch einmal ein bisschen Werbung machen? Herr Roth schreibt schöne und interessante Bücher, nicht nur über Pädagogik:
http://aljas.files.wordpress.com/2008/12/buecher_von_hans_roth.pdf
Mit freundlichen Grüßen
Nadja Thelen-Khoder
Sehr geehrte Damen und Herren!
Herr Roth hat mir seine “Dritte Erklärung” und sein “Politisches Testament” zugeschickt mit der Bitte, sie möglichst weit zu verbreiten. Hiermit komme ich diesem Wunsch ungern nach; “Testament” klingt nach Tod und verstehen tue ich auch wieder nur die Hälfte, aber …
Herr Roth ist krank geworden, und ich will ihm helfen.
Die beiden Erklärungen stehen jetzt unter folgenden Links zur Verfügung:
Politisches Testament:
http://aljas.files.wordpress.com/2008/12/hans_roth_testament.pdf
Dritte Erklärung vom 17.3.2009:
http://aljas.files.wordpress.com/2008/12/erklaerung_17032009.pdf
In der Hoffnung, dem Recht zu seinem Recht zu verhelfen, verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen
Ihre
Nadja Thelen-Khoder
Sehr geehrte Damen und Herren!
Zu meiner für Herrn Hans Roth eingereichten Petition habe ich einen Nachtrag geschrieben, der jetzt zusammen mit den meisten anderen Dokumenten, die alle unter
http://aljas.wordpress.com/2008/12/02/der-fall-hans-roth/
aufgelistet sind,
einzeln unter
http://aljas.files.wordpress.com/2008/12/thelen-khoder-hans-roth-petition-nachtrag.pdf
abrufbar ist.
Ich hoffe von ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Seele, daß diese Petition Herrn Roth hilft und wäre Ihnen dankbar, wenn Sie sich nach Kräften für ihn einsetzen könnten.
Im voraus recht herzlichen Dank für Ihre Bemühungen und Ihr Verständnis!
Mit freundlichen und hoffnungsfrohen Grüßen
Nadja Thelen-Khoder
Sehr geehrte Damen und Herren!
Darauf hingewiesen, daß einige Links in meinen Beiträgen unvollständig seien, möchte ich die Gelegenheit nutzen und Ihnen eine Liste der Dokumente geben, die für jeden jederzeit im Netz verfügbar sind. In dieser Formulierung nehme ich Bezug auf die für mich völlig unverständliche Antwort von Herrn Ministerpräsident Roland Koch in seinem Brief an mich vom 5. Januar 2009.
Er schrieb mir, der „Fall Roth“ sei „indessen anders gelagert“ als ich dächte: „Ausweislich der mir vorliegenden Unterlagen ist Herr Hans Roth auf eigenen Wunsch mit Wirkung vom 31. Juli 1979 aus dem hessischen Schuldienst ausgeschieden. Akten und Unterlagen, aus denen sich die näheren Umstände rekonstruieren ließen, sind nicht mehr verfügbar.“
In mehreren Emails und Briefen per Post habe ich Herrn Ministerpräsident Roland Koch gebeten, sich für Herrn Hans Roth zu verwenden und hoffe inständig, daß er das auch tun wird; leider hat er mir nicht mehr geantwortet, aber vielleicht ist ja auch ein gutes Zeichen.
Hier nun also die Liste der Dokumente, die Sie sämtlich auch in meinem „Nachtrag zu meiner Petition“ vom 30. März finden, die ich Ihnen hiermit ganz besonders an Herz und Verstand legen will:
http://aljas.files.wordpress.com/2008/12/thelen-khoder-hans-roth-petition-nachtrag.pdf
Alle Dokumente sind unter folgendem Link einzeln aufzurufen:
http://aljas.wordpress.com/2008/12/02/der-fall-hans-roth/
Die Dokumente im einzelnen:
1) http://aljas.files.wordpress.com/2008/12/hans_roth_artikel_briefe.pdf
1. Zeitungsartikel aus der Gießener Allgemeine Zeitung, 31.8.1974
2. Zeitungsartikel aus dem Darmstädter Echo, 13.1.1978
3. Brief von Prof. Dr. Dorothee Sölle, 15.8.1976
4. Erklärung von Günter Wallraff, 19.2.1979
5. Brief von Bundespräsident Johannes Rau, 15.8.2002
6. Brief von Alfred Grosser, 7.12.2008
7. Brief von Pierre Lavigne, 21.12.2008
8. Text von Hartmut von Hentig: „Qualität und Qualifikation. Ein Nachwort zum Lehrer
Hans Roth“, 1990
9. Zeitungsartikel aus der Frankfurter Rundschau: „Wie man in den Ruch kommt, ein
Aussätziger zu sein. Der ehemalige Atommanager Klaus Traube berichtet über den
hartnäckigen Kampf des gelernten Lehrers Hans Roth um sein Recht“, 12.11.1977
10. Zeitungsartikel „Eltern wollten ihr Kind nicht von dem „Kommunisten“ unterrichten
lassen“, bei dem leider die Angaben fehlen, wann und wo er erschienen ist
2) http://aljas.files.wordpress.com/2009/02/hans_roth-aufrichten_oder_abrichten-seiten_52_bis_75.pdf
S. 53-75 aus Hans Roth: Aufrichten oder Abrichten; Frankfurt/M. 1980
3) http://aljas.files.wordpress.com/2008/12/hans_roth_blaue_mappe1.pdf
„Dokumentation zu Hans Roth“, 1.5.1986
4) http://aljas.files.wordpress.com/2008/12/hans_roth_doku_2.pdf
(Geheime Verfassungsschutzakten contra Menschenwürde, Frühjahr 1978)
5) http://aljas.files.wordpress.com/2008/12/doku_wer_schuetzt_uns_vorm_verfassungsschutz.pdf
„Wer schützt uns vor’m ‚Verfassungsschutz’? Hans Roth kämpft um die
Vernichtung seiner Verfassungsschutzakte“
6) http://aljas.files.wordpress.com/2008/12/berufsverbot_in_hessen.pdf
„Berufsverbot in Hessen. Eine Agitation mit Tatsachen“
7) http://aljas.wordpress.com/2009/01/27/petition-fur-hans-roth/
Erste Erklärung Hans Roths vom 17.1.09
Zweite Erklärung Hans Roths vom 26.1.09
8) http://aljas.files.wordpress.com/2008/12/hans_roth-betrifft_erziehung.pdf
Kopien aus „Betrifft Erziehung“ aus den Jahren 1977 und 1981
9) http://aljas.files.wordpress.com/2008/12/buecher_von_hans_roth.pdf
Buchcover von Büchern des Autors Hans Roth
10) http://aljas.files.wordpress.com/2008/12/erklaerung_17032009.pdf
Erklärung Hans Roths vom 17.3.2009
11) http://aljas.files.wordpress.com/2008/12/hans_roth_testament.pdf
Politisches Testament Hans Roths
12) „Report Mainz“-Sendung vom 1.12.2008:
http://www.swr.de/report/-/id=233454/did=4124472/pv=video/gp1=4248512/nid=233454/1nob9as/index.html
13) Das Manuskript zur Sendung vom 1.12.2008:
http://www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=4124472/w0qegv/index.html
14) „Report Baden Baden“ 1978:
http://www.swr.de/report/-/id=233454/did=4124476/pv=video/gp1=4247576/nid=233454/1xu68mf/index.html
15) Artikel von Jens Berger auf „Telepolis“ vom 14. Februar 2009:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29709/1.html
16) DIE ZEIT online, 19.5.1978:
http://www.zeit.de/1978/21/Fallbeispiel-1-Hans-Roth?page=1
17)) Meine Petition für Herrn Hans Roth, eingereicht am 20. März 2009:
http://aljas.wordpress.com/2009/03/23/petition-fuer-hans-roth/
http://aljas.files.wordpress.com/2009/03/petition_fuer_hans_roth.pdf
18) Die Idee einer Sammelpetition bzw. Adressen für das schriftliche Einreichen:
http://aljas.wordpress.com/2008/12/02/der-fall-hans-roth/#comment-98
ebenfalls unter:
http://www.vordertaunus.net/viewtopic.php?f=78&t=93&sid=7112d7b227be7f2afc7949031a3785e2&start=20
(vortaunus.net)
http://www.koenigsteiner-dialog.net/viewtopic.php?f=144&t=1708&sid=ddc9b995728efb615eeaa407c47712d1&start=32
(koenigsteiner-dialog.net)
http://www.spiegelfechter.com/wordpress/483/von-einem-der-auszog-lehrer-zu-werden
(Spiegelfechter: Kommentar 22)
http://www.heise.de/tp/foren/S-Petition-fuer-Herrn-Hans-Roth/forum-152348/msg-16472646/read/
(Telepolis)
19) Nachtrag zu meiner Petition vom 30.3.2009:
http://aljas.files.wordpress.com/2008/12/thelen-khoder-hans-roth-petition-nachtrag.pdf
Mit den besten Wünschen für alle Beteiligten verbleibe ich
hochachtungs- und hoffnungsvoll
Nadja Thelen-Khoder
Sehr geehrte Damen und Herren!
Wer sich auch nur ein bißchen mit Sprache beschäftigt, weiß, daß Menschen gewisse Wörter nicht zufällig gebrauchen. Und besonders Bundesinnenminister, Bundesjustizminister, Bundespräsidenten, international renommierte Politologen, Literaturnobelpreisträger und Professoren der Jurisprudenz und Theologie neigen dazu, Wert auf ihre Ausdrucksweise zu legen, besonders dann, wenn sie sich schriftlich und/oder in der Öffentlichkeit vor bzw. in Medien äußern.
Wenn also Gerhart Baum „entsetzt“ ist und die „Pflicht“ zu einer „moralischen Rehabilitation“ attestiert, Alfred Grosser höchst persönlich einen Brief an Herrn Ministerpräsidenten Roland Koch schreibt und von „kümmerlichen Lebensverhältnissen“ und „gegebenem Moment“ spricht, Frau Leutheusser-Schnarrenberger meint, die Tatsachen seien „erschütternd“; Johannes Rau „neugierig“ auf den „citoyen“ war; Heinrich Böll und Dorothee Sölle und Klaus Traube und Hartmut von Hentig und Wolfgang Klafki und Prof. Dr. Ulrich Klug und … – ach, die Reihe ließe sich so lange fortsetzen; die Liste derer, die sich bereits für Herrn Roth eingesetzt haben, liest sich ja fast wie ein “Who is Who” der intellektuellen Crème de la Crème) – wenn diese Persönlichkeiten sich alle für Herrn Roth eingesetzt haben und einsetzen:
Wie ist es dann nur möglich, daß ich nunmehr Antworten von verschiedener Seite erhalten habe, die sich mit den Gegebenheiten einfach abfinden?
In den vergangenen Wochen habe ich versucht, die Menschen zu erreichen, die damals mit dem „Fall“ Roth zu tun hatten, und bei einigen ist es mir mittelbar oder unmittelbar gelungen.
In seiner Erklärung vom 17. Januar 2009 schreibt Herr Roth:
„Die hessische CDU fand das übrigens damals gut, dass ich das „unsittliche Angebot“ der damaligen SPD-Regierung nicht annahm; sie forderte damals – u.a. auch nach einem Gerichtserfolg – meine sofortige „Wiedereinsetzung in den Status quo ante“ vor meiner „Extremisten“-Typisierung (G. Milde, Fraktionsvorsitzender, schriftlich; H. Geipel, Verfassungsschutzobmann, mündlich); der CDU-Verfassungsschutz-Präsident C. Lochte schrieb mir einen ausdrücklichen Persilschein aus – und bat mich um Verzeihung für das, was mir angetan worden war. Das soeben Gesagte wurde gerichtlich geprüft und blieb unwidersprochen; der Bundespräsident, nach dreijähriger durch seinen Verfassungsexperten, segnete das Ganze schriftlich ab.“
Christian Lochte starb 1995, „H. Geipel“ konnte ich nicht finden, aber „G. Milde“ ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU im Hessischen Landtag. Also schieb ich ihn an, er kenne ja den Fall gut und ob er sich bitte für Herrn Roth einsetzen könne.
Zunächst schrieb mir Herr Milde zurück, er kenne den Fall gar nicht. Vielmehr werde er seinen Vater, den damaligen CDU-Fraktionsvorsitzenden der CDU fragen.
Und der richtige „G. Milde“, also der Vater, Herr Staatsminister a.D. Gottfried Milde, schrieb mir einen Brief:
„Sehr geehrte Frau Khoder,
mein Sohn hat mir Ihre umfangreiche Korrespondenz zugestellt. Das war etwas kompliziert, weil ich selbst nur mit Post, gelegentlich über Fax arbeite.
Ich komme deshalb auch mit Brief auf Ihre Anfrage vom 11. April zurück.
Die Sendung von Report habe ich nicht gesehen, könnte aber auch dann keinen Beitrag zu dem Vorgang leisten. Ich selbst habe keine Unterlagen aus der damaligen Zeit, die CDU-Landtagsfraktion auch nicht, weil alle Aufbewahrungsfristen seit vielen Jahren verstrichen sind und die Akten dann vorschriftsmäßig vernichtet worden sind.
In der CDU-Fraktion hat seinerzeit unser Kollege Horst Geipel die Angelegenheit bearbeitet. Er ist leider sehr früh verstorben, sodass auch von dieser Seite nichts mehr in Erfahrung zu bringen ist.
An Einzelheiten kann ich mich nach Jahrzehnten verständlicher Weise nicht erinnern. Ich kann Ihnen also nicht weiterhelfen.
Mich verblüfft allerdings, dass die Angelegenheit jetzt nach so langer Zeit wieder aufgegriffen worden ist. Herr Roth hätte ja viel früher die Möglichkeit gehabt, sich zu melden und eventuell bestehende Ansprüche geltend zu machen.
Die Antwort von Herrn Ministerpräsident Koch geht meines Erachtens in Ordnung. Ihre Vermutung, „dass Menschen wie Sie (=ich) und Herr Ministerpräsident Koch doch sicher einiges für Herrn Roth tun können“, ist im übrigen unzutreffend.
Entscheidend ist allein die Rechtslage.
Im Petitionsverfahren wird das geklärt werden. Allerdings ist meines Erachtens der Bundestag die falsche Adresse für eine Petition in dieser Sache.
Ich bedauere, Ihnen keine andere Antwort geben zu können.
Hochachtungsvoll
(G. Milde)“
Und in seinem „Politischen Testament“ erwähnt Herr Roth einige Beteiligte, die ich hier besonders aufgreifen will; er schreibt:
1. „Ich klage an das geheime Militär-Tribunal von «Gladio», das mich in einem geheimen Verfahren aufgrund eines Inside-Reports (mit G. Wallraff als Begleiter) wegen «Hochverrats» verurteilte.
2. Ich klage an die geheime Terror-Organisation «Aktion 76», von der hessischen CDU politisch geführt, die mich über eine bestimmte hessische Presse an die Öffentlichkeit zerrte («Extremist», «DKP-Lehrer» – der ich nie war) und mein Leben wendete.
3. Ich klage an eine spezialdemokratisch geführte Landesregierung, die beide Verurteilungen ungeprüft übernahm und ihr noch heute geschichtsmächtiges Berufsverbot mit der Nazi-Formel «fehlende charakterliche Reife» aussprach.
4. Ich klage an eine Kirchenleitung, die ihren Religionslehrer nie verteidigte, und
5. eine Kampfpresse, die meine Gegendarstellungen nie veröffentlichte, auch nach gerichtlicher Klärung nicht.
6. Ich klage an jene geheimen Kommandos, die immer wieder bei mir einbrachen und wichtige Dokumente stahlen, manchmal am gleichen Tag bei meinem Bruder, die gleichen Dokumente entwendend.
7. Ich klage an jenen Verfassungsgerichtspräsidenten, der ein geheimes Buch voller Anweisungen zu meinem Prozess verfasste, der einen schweren Akzent auf die Macht-Frage der Kontrolle geheimer Dossiers legte und einen nicht minder schweren auf die unterschiedlichen Zeit-Strukturen von Staat und Individuum.
8. Ich klage an den Hessischen Ministerpräsidenten, der zuerst versprach, dem orientierenden Schreiben des Bundespräsidenten zu folgen und das Recht zu achten – und dann doch das grausame Spiel von bleibendem Berufsverbot und ausbleibender Wiedergutmachung fortsetzte, also Verfassungsbruch beging. …“
Also klapperte ich ab:
Zu 1.:
„Gladio“ hatte ich noch nie gehört, aber unter dem Suchbegriff „Hans Roth“ fand ich im Internet die Links
http://www.sueddeutsche.de/politik/9/463615/text/
http://www.sueddeutsche.de/politik/9/463615/text/3/
http://www.fr-online.de/_em_cms/_globals/brief.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&em_cnt=1715497&em_loc=&ref=/in_und_ausland/politik/meinung/leserbriefe_aus_der_zeitung/
http://www.zeit.de/suche/index?fr=cb-gwpze&q=Gladio&x=0&y=0
http://www.zeit.de/1991/50/Unter-eigener-Anklage
Also berichteten in den letzten Wochen zum 60. Geburtstag der NATO sowohl die „Süddeutsche Zeitung“ (4.4.2009, Jonathan Stock: „Es war ein Geheimnis vieler Nato-Länder: Untergrundarmeen sollten bei einem Einmarsch der Sowjetunion den Guerilla-Kampf aufnehmen. Die Spuren gehen zurück bis in die fünfziger Jahre – die Nato mauert noch heute.“) als auch die „Frankfurter Rundschau“ und „Die Zeit“ über dieses „Gladio“, was mir zunächst wie die Erfindung eines humanistisch gebildeten Lehrers vorgekommen war, womöglich noch des Theologie-Studenten Hans Roth (gladio = durch das Schwert; „Wer das Schwert ergreift, wird durch das Schwert umkommen“).
Zu 2:
Zu „Aktion 76“ weiß ich nichts, aber „Extremist“ und „DKP-Lehrer“ stand damals in den Zeitungen, und ich frage mich natürlich, wie das denn möglich war, wenn Herr Staatsminister Winterstein vom Hessischen Innenministerium Herrn Roth 1986 schreibt: „Sehr geehrter Herr Roth, nach meiner festen Überzeugung gibt es keinerlei Grund für irgendeinen Zweifel an Ihrer Verfassungstreue. Es gibt auch keinerlei Zweifel daran, daß Sie kein „Extremist“ sind. Darüber hinaus gab es auch niemals einen Grund, an Ihrer Verfassungstreue zu zweifeln oder Sie als „Extremist“ einzustufen.“ (aus der „Dokumentation zu Hans Roth“, die Alfred Grosser in der „Report-Mainz“-Sendung vom 1.12.2008 in den Händen hält; S. 36)
Zu 3:
Zu seinem 80. Geburtstag habe ich Hans Koschnick angeschrieben und ihn um Hilfe gebeten; der große Sozialdemokrat hatte damals den Vorwurf der mangelnden „charakterlichen Reife“ im sozialdemokratisch regierten Hessen als „Nazi-Argument“ gegen im nationalsozialistischen Deutschland mißliebige Lehrkräfte gebrandmarkt. Bisher kam folgende Antwort: „Sehr geehrte Frau Thelen-Khoder, Herr Koschnick hat mich gebeten, Ihnen seinen Dank für die netten Grüße zu seinem Geburtstag auszurichten. Mit freundlichen Grüßen A. Kaiser“
Zu 4:
In verschiedenen Emails an die Evangelische Kirche bat ich um Hilfe für Herrn Roth. Verschiedene Antworten betonten, die Angelegenheit werde weitergeleitet. Und jetzt bekam ich folgende Antwort:
Sehr geehrte Frau Thelen-Koder,
Sie haben sich an das Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland gewandt und um „Hilfe für Ihren Religionslehrer Hans Roth“ gebeten. Die EKD hat Ihre Anfrage an uns weitergeleitet, da der Religionsunterricht nicht in die Zuständigkeit der EKD, sondern die der einzelnen Landeskirchen fällt.
Wir haben in unserem Hause prüfen lassen, ob Hans Roth „unser Religionslehrer“ gewesen ist. Zunächst einmal wird der Religionsunterricht – wie jedes andere Unterrichtsfach auch – durch staatliche Lehrkräfte erteilt, allerdings in diesem Fall mit Zustimmung der zuständigen Kirche. Soweit wir ermitteln konnten, hat Herr Roth niemals die Erlaubnis zur Erteilung evangelischen Religionsunterrichts bei der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck beantragt, ist also nicht „unser Religionslehrer“ gewesen. Ob er bei der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, die den südlichen Teil des Bundeslandes Hessen umfasst, eine Lehrerlaubnis beantragt hat, kann unsererseits nicht festgestellt werden.
Insofern ist für uns der in Ihrem Dossier wiedergegebene Satz „Ich klage an eine Kirchenleitung, die ihren Religionslehrer nie verteidigte …“ im Blick auf die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck nicht nachvollziehbar. Daher sehen wir uns auch nicht in der Lage, Ihre Petition zu unterstützen. Dafür bitten wir um Ihr Verständnis.
Mit freundlichen Grüßen
im Auftrag
i.A. Frank Hofmann
Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck
Pfarrer Dr. Frank Hofmann
Persönlicher Referent des Bischofs
Wilhelmshöher Allee 330
34131 Kassel
Tel. 0561/9378-307
Fax 0561/9378-460
eMail hofmann.lka@ekkw.de
Ich gebe zu, daß ich über diese Antwort ganz besonders enttäuscht bin.
Zu 5:
In der„Giessener Allgemeine Zeitung vom 31.3.74 wird Herr Roth als Linksradikaler diffamiert und im „Darmstädter Echo“ vom 13.1.1978 als „DKP-Lehrer“. Wie konnte es dazu kommen (siehe „Zu 2“)?
Zu den Punkten 6-8 weiß ich nichts zu sagen. Ich weiß nur, daß alle bisherigen Antworten seitens der EKD, von Herrn Staatsminister a.D. Gottfried Milde und von Herrn Ministerpräsident Koch immer davon sprechen, es gebe keine Akten mehr. Auch ein Brief aus dem Hessischen Kultusministerium von Ministerin Dorothea Henzler vom 17. April schlägt in diese Kerbe:
„Sehr geehrte Frau Thelen-Khoder, die von Ihnen an Herrn Staatsminister Hahn gerichtete Eingabe im Fall Hans Roth hat nunmehr zuständigkeitshalber mein Haus erreicht.
Grundsätzlich können Sie versichert sein, dass auch ich ein Interesse daran habe, den von Ihnen geschilderten Fall lückenlos nachvollziehen zu können. Leider ist mir dies jedoch nicht mehr möglich. Eine intensive Recherche in den Archiven des Hessischen Kultusministeriums hat ergeben, dass sich dort keinerlei Behördenakten mehr befinden, die über den Personalvorgang des Herrn Roth auch nur ansatzweise informieren könnten. Daher kann von hier auch keine fundierte Bewertung des Vorgangs – weder aus Ex-ante-Sicht noch aus Ex-post-Sicht – vorgenommen werden.
Ich bedauere, Ihnen keine andere Mitteilung machen zu können.
Mit freundlichen Grüßen
(Dorothea Henzler, Staatsministerin)“
Ich wünschte, ich könnte mich mit diesen Antworten zufrieden geben! Aber immer wieder fallen mir Sätze aus deutschen Klassikern ein, die ich hier aus dem Gedächtnis wiedergebe; sollten sich also kleine Fehler eingeschlichen haben, bitte ich vorsichtshalber an dieser Stelle um Verständnis:
„Ach, daß Ihr damals mir Gehör geschenkt, als ich so dringend Euer Auge suchte; es wäre nie so weit gekommen. Nicht an diesem traur’gen Ort geschehe jetzt die unglückselig’ traurige Begegnung.“ (Schiller, „Maria Stuart”)
„Sie müssen. Daß Sie können, was Sie zu müssen eingesehen, hat mich mit schauriger Bewunderung erfüllt.“ (Schiller, „Don Carlos“)
„Menschen haben Menschheit vor mir verborgen, als ich an Menschheit appellierte.“ (Schiller, „Die Räuber“)
Und diese Sätze verbinden sich mit anderen aus der Gegenwart:
„Ich hätte nie gedacht, daß ein Berufsverbot ein Leben lang dauern kann, daß man nicht seinen Beruf ausüben darf, daß man seine beruflichen Einnahmen überhaupt nicht mehr bekommt.“ (Alfred Grosser)
„Herr Roth ist ein Opfer des damaligen Radikalenerlasses. Aber er ist es, so sehr ich den Radikalenerlass auch bekämpft habe, er ist es auch noch zu Unrecht. Er war gar keiner, der unter den Radikalenerlass gefallen wäre.“ (Gerhart Baum)
„Auch der damalige Bundespräsident Johannes Rau solidarisiert sich mit Hans Roth, lädt ihn zum Sommerfest nach Berlin. Raus Mitarbeiter setzen sich sogar für Roths Rehabilitierung bei der hessischen Landesregierung ein. Ergebnislos.“ (Report Mainz)
„Ich glaube nicht, daß es ein ganz so spannender Fall ist. Ich jedenfalls kenne den Vorgang im Augenblick nicht. Punkt.“ (Roland Koch)
„Die wichtigste Pflicht des Landes Hessen wäre, ihn moralisch zu rehabilitieren. Ihm zu sagen, daß er keinen Grund gegeben hat, ihn als Lehrer abzuweisen.“ (Gerhart Baum)
„Er hat keinen Pfennig bekommen von der deutschen, von der hessischen Regierung. An sich stünde ihm enorme Entschädigung zu!“ (Alfred Grosser)
„Das Land Hessen muß sich beeilen, wenn es seine Fehler noch zu Lebzeiten von Hans Roth wiedergutmachen will. Er ist krank, sehr krank…“ (Report Mainz)
„Das schleppt sich von Geschlechte zu Geschlechte wie eine ew’ge Krankheit fort. Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage. Weh’ Dir, daß Du ein Enkel bist. Vom Rechte, das mit uns geboren ist, von dem ist leider nie die Frage.“ (Goethe, „Faust“)
„Ich möchte mich bezeichnen als einen ausgesprochenen Verfassungsbürger, der dafür streitet, daß Demokratie in Deutschland erhalten bleibt und mit Leben gefüllt wird.“ (Hans Roth)
„Genau das wird Hans Roth schon 1986 von der hessischen Landesregierung schriftlich bestätigt. Er sei ‚kein Extremist’. Doch sein Berufsverbot dauert weiter an. Er nimmt das nicht hin, kämpft und kämpft…“ (Report Mainz)
„Auch sein Bruder, ein CDU-Mitglied, schreibt wiederholt an den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch. Hans Roth selbst tut es seit 2003 – jährlich.“
„Er hat nicht geantwortet.“ (Hans Roth)
Immer und immer wieder klingen diese Sätze in meinem Kopf, in meinem Herzen, in meiner Seele, und verbinden sich in dieser heiligen Dreifaltigkeit. Sie tanzen umeinander und lassen mich einfach nicht mehr los!
Es ein gespenstischer Reigen, und wenn wir uns in einem dieser von mir heiß geliebten amerikanischen Spielfilme aus den 50er/60er Jahren befänden, in denen z.B. Betti Davis eine Frau spielt, die verrückt gemacht werden soll, oder in einem Film von Alfred Hitchcock, dann wäre jetzt jemand alleine in einem Zimmer, die Kamera drehte sich immer schneller um die Person herum, sie hielte sich die Ohren zu, aber immer lauter und immer schneller wiederholten verschiede Stimmen zunächst ohne, später dann mit sich stets verstärkendem Hall folgende sich immer weiter reduzierende Sätze:
„Ich hätte nie gedacht, daß ein Berufsverbot ein Leben lang dauern kann, daß man nicht seinen Beruf ausüben darf, daß man seine beruflichen Einnahmen überhaupt nicht mehr bekommt.“
„Herr Roth ist ein Opfer des damaligen Radikalenerlasses. Aber er ist es, so sehr ich den Radikalenerlaß auch bekämpft habe, er ist es auch noch zu Unrecht. Er war gar keiner, der unter den Radikalenerlaß gefallen wäre.“
„Auch der damalige Bundespräsident Johannes Rau solidarisiert sich mit Hans Roth, lädt ihn zum Sommerfest nach Berlin. Raus Mitarbeiter setzen sich sogar für Roths Rehabilitierung bei der hessischen Landesregierung ein. Ergebnislos.“
„Ich glaube nicht, daß es ein ganz so spannender Fall ist. Ich jedenfalls kenne den Vorgang im Augenblick nicht. Punkt.“
„Die wichtigste Pflicht des Landes Hessen wäre, ihn moralisch zu rehabilitieren. Ihm zu sagen, daß er keinen Grund gegeben hat, ihn als Lehrer abzuweisen.“
„Er hat keinen Pfennig bekommen von der deutschen, von der hessischen Regierung. An sich stünde ihm enorme Entschädigung zu!“
„Das Land Hessen muß sich beeilen, wenn es seine Fehler noch zu Lebzeiten von Hans Roth wiedergutmachen will. Er ist krank, sehr krank…“
„Das schleppt sich von Geschlechte zu Geschlechte wie eine ew’ge Krankheit fort. Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage. Weh’ Dir, daß Du ein Enkel bist. Vom Rechte, das mit uns geboren ist, von dem ist leider nie die Frage.“
„Ich möchte mich bezeichnen als einen ausgesprochenen Verfassungsbürger, der dafür streitet, daß Demokratie in Deutschland erhalten bleibt und mit Leben gefüllt wird.“
„Genau das wird Hans Roth schon 1986 von der hessischen Landesregierung schriftlich bestätigt. Er sei ‚kein Extremist’. Doch sein Berufsverbot dauert weiter an. Er nimmt das nicht hin, kämpft und kämpft…“
„Auch sein Bruder, ein CDU-Mitglied, schreibt wiederholt an den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch. Hans Roth selbst tut es seit 2003 – jährlich.“
„Er hat nicht geantwortet.“
„in kümmerlichen Lebensverhältnissen“
„Es ist erschütternd“
„skandalös“
„neugierig auf den citoyen“
„Heinrich Böll“
„Ach, daß Ihr damals mir Gehör geschenkt, als ich so dringend Euer Auge suchte; es wäre nie so weit gekommen. Nicht an diesem traur’gen Ort geschehe jetzt die unglückselig’ traurige Begegnung.“
„Sie müssen. Daß Sie können, was Sie zu müssen eingesehen, hat mich mit schauriger Bewunderung erfüllt“
„Menschen haben Menschheit vor mir verborgen, als ich an Menschheit appellierte.“
„Ich hätte nie gedacht, daß ein Berufsverbot ein Leben lang dauern kann“
„Herr Roth ist ein Opfer des damaligen Radikalenerlasses. Aber er ist es, so sehr ich den Radikalenerlaß auch bekämpft habe, er ist es auch noch zu Unrecht.“
„Bundespräsident Johannes Rau solidarisiert sich mit Hans Roth. Ergebnislos.“
„Ich glaube nicht, daß es ein ganz so spannender Fall ist. Ich jedenfalls kenne den Vorgang im Augenblick nicht. Punkt.“
„Pflicht des Landes Hessen wäre, ihn moralisch zu rehabilitieren.“
„An sich stünde ihm enorme Entschädigung zu!“
„Das Land Hessen muß sich beeilen, wenn es seine Fehler noch zu Lebzeiten von Hans Roth wiedergutmachen will. Er ist krank, sehr krank…“
„Das schleppt sich von Geschlechte zu Geschlechte wie eine ew’ge Krankheit fort.“
„Ich möchte mich bezeichnen als einen ausgesprochenen Verfassungsbürger.“
„Er sei ‚kein Extremist’. Doch sein Berufsverbot dauert weiter an.“
„Auch sein Bruder schreibt wiederholt an den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch. Hans Roth selbst tut es seit 2003 – jährlich.“
„Er hat nicht geantwortet.“
„in kümmerlichen Lebensverhältnissen“
„Es ist erschütternd.“
„skandalös“
„neugierig auf den citoyen“
„Heinrich Böll“
„Ach, daß Ihr damals mir Gehör geschenkt, als ich so dringend Euer Auge suchte; es wäre niemals so weit gekommen.“
„Sie müssen. Daß Sie können, was Sie zu müssen eingesehen, hat mich mit schauriger Bewunderung erfüllt.“
„Menschen haben Menschheit vor mir verborgen, als ich an Menschheit appellierte.“
„ein Berufsverbot ein Leben lang dauern“
„Herr Roth ist ein Opfer des damaligen Radikalenerlasses zu Unrecht.“
„Bundespräsident solidarisiert sich … Ergebnislos.“
„Ich jedenfalls kenne den Vorgang im Augenblick nicht. Punkt.“
„moralisch …rehabilitieren“
„enorme Entschädigung“
„Das Land Hessen muß sich beeilen… krank, sehr krank…“
„Das schleppt sich von Geschlechte zu Geschlechte…“
„Ich möchte mich bezeichnen als einen ausgesprochenen Verfassungsbürger.“
„Doch sein Berufsverbot dauert weiter an.“
„seit 2003 – jährlich.“
„Er hat nicht geantwortet.“
„in kümmerlichen Lebensverhältnissen“
„erschütternd“
„skandalös“
„neugierig auf den citoyen“
„Heinrich Böll“
„Ach, daß Ihr damals mir Gehör geschenkt…es wäre nie so weit gekommen.“
„Daß Sie können …hat mich mit schauriger Bewunderung erfüllt“
„Menschen haben Menschheit vor mir verborgen, als ich an Menschheit appellierte.“
„Berufsverbot ein Leben lang“
„Opfer zu Unrecht“
„Bundespräsident ergebnislos.“
„Ich kenne den Vorgang im Augenblick nicht. Punkt.“
„moralisch rehabilitieren“
„enorme Entschädigung“
„Hessen muß sich beeilen… krank, sehr krank…“
„Das schleppt sich von Geschlechte zu Geschlechte“
„ausgesprochenen Verfassungsbürger“
„Berufsverbot dauert weiter an.“
„seit 2003 jährlich“
„nicht geantwortet“
„in kümmerlichen Lebensverhältnissen“
„erschütternd“
„skandalös“
„neugierig auf den citoyen“
„Heinrich Böll“
„Ach, daß Ihr damals mir Gehör geschenkt…es wäre nie so weit gekommen.“
„mit schauriger Bewunderung erfüllt“
„Menschen haben Menschheit vor mir verborgen“
„ein Leben lang“
„zu Unrecht“
„ergebnislos“
„Punkt.“
„moralisch“
„Entschädigung“
„krank, sehr krank…“
„Das schleppt sich von Geschlechte zu Geschlechte“
„Verfassungsbürger“
„Berufsverbot“
„jährlich“
„nicht geantwortet“
„kümmerlich“
„erschütternd“
„skandalös“
„citoyen“
„Heinrich Böll“
„Ach, daß Ihr damals mir Gehör geschenkt…es wäre nie so weit gekommen.“
„schaurige Bewunderung“
„Menschen haben Menschheit verborgen“
„ein Leben lang“ – „Verfassungsbürger“ – „ergebnislos“ – „zu Unrecht“ – „Punkt.“ – „krank, sehr krank…“ – „moralisch“ – „Entschädigung“ – „Berufsverbot“ – „jährlich“ – „ein Leben lang“ – „von Geschlechte zu Geschlechte…“ – „ein Leben lang“ – „nicht geantwortet“ – „kümmerlich“ – „ein Leben lang« – „erschütternd“ – „skandalös“ – „ein Leben lang“ – „citoyen“ – „Heinrich Böll“ – „schaurige Bewunderung“ – „es wäre nie so weit gekommen“ – „Menschen haben Menschheit verborgen“ – „Leben lang“ –„Verfassungsbürger“ – „ergebnislos“ – „Unrecht“ – „Punkt.“ – „sehr krank“ – „moralisch“ – „Entschädigung“ – „Berufsverbot“ – „ein Leben lang“ – „nicht geantwortet“ – „von Geschlechte zu Geschlechte“ – „nicht geantwortet“ – “kümmerlich” – „ein Leben lang“ – „erschütternd“ – „skandalös“ – „ein Leben lang“ – „citoyen“ – „Heinrich Böll“ – „schaurige Bewunderung“ – „es wäre nie so weit gekommen“ – „Menschheit verborgen“ – „Verfassungsbürger“ – „ergebnislos“ – „Unrecht“ – „Punkt.“ – „sehr krank…“ – „Berufsverbot“ – „ein Leben lang“ – „von Geschlechte zu Geschlechte…“ – „nicht geantwortet“ – „kümmerlich“ – „ein Leben lang“ – „erschütternd“ – „Punkt.“ – „skandalös“ – „citoyen“ – „Heinrich Böll“ – „schaurige Bewunderung“ – „es wäre nie so weit gekommen“ – „ein Leben lang“ – „Unrecht“ – „Punkt.“ – „sehr krank…“
„ergebnislos“ – „Unrecht“ – „Punkt.“ – „sehr krank…“ – „ein Leben lang“ – „citoyen“ – „ein Leben lang“ – „Unrecht“ – „Punkt.“
Und an dieser Stelle stürzt die Person, die taumelnd versuchte, irgendwo Halt zu finden, zu Boden.
Aber wir sind ja nicht in einem Hitchcock-Film, und hier soll niemand verrückt gemacht werden, im Zweifel, um an seine Erbschaft zu kommen.
Auch sind wir hier nicht in einem klassischen Drama, wo jemand am Ende geköpft wird („Jetzt zeigt Ihr Euer wahres Gesicht; bis jetzt war’s nur die Larve“) oder „in die böhmischen Wälder“ geht, um „Feuerbrände über Eure bigotte Stadt“ zu werfen. Und ich erwarte nicht, daß „die Waagschale des Lebens sinkend … hochsteigen in jener (wird), in jener steigend wird in dieser zu Boden fallen“.
Ich kenne mich in der Politik und im Recht nicht aus und weiß nicht, was meine Petition zu bewirken in der Lage ist.
Aber daß das Recht zum Unrecht wird, wenn es „über Leichen geht“, daß sich das Recht seiner vornehmsten Eigenschaft beraubt, wenn es gnadenlos ist, das habe ich stets verstanden. „Sie wollen pflanzen für die Ewigkeit und säen Tod“, sagt Marquis Posa, der durch seine Unbestechlichkeit die Freiheit dazu von Philipp erhält („Wer mich nicht braucht, wird Wahrheit für mich haben“).
Ich kenne den „Fall“ Roth erst seit dem Beitrag von Ulrich Neumann, der am 1. Dezember vorigen Jahres ausgestrahlt wurde, und ich sinke vor Demut in die Knie vor Menschen wie Herrn Roth, der ihn schon so lange erträgt, ohne zu verbittern, sondern von „Vermittlung, Befriedung, Versöhnung“ spricht.
Ich verstehe einfach nicht, wie der status quo, der so viele Menschenleben vergiftet hat (Erlittenes Unrecht und auch solches, das man nur erleiden sieht, ist ein schleichendes Gift), aufrechterhalten werden kann in einem Staat wie der Bundesrepublik Deutschland, dessen Grundgesetz mit Sicherheit zu den schönsten Büchern der ganzen Menschheit gehört.
Es darf doch einfach nicht wahr sein, daß weiterhin Menschen von Rang und Namen den Eindruck haben, daß Unrecht in unserem Staat fortbestehen kann, obwohl führende Vertreter davon Kenntnis haben.
Die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger schrieb mir am 11. Februar 2009: „Sehr geehrte Frau Thelen-Khoder, vielen Dank für Ihr ausführliches Schreiben und Ihr Engagement für Herrn Roth.
Ich habe die Berichterstattung zu diesem Fall auch gesehen. Es ist erschütternd. Herr Roth hätte wohl nie unter den Radikalerlass fallen dürfen. Ihm wurde sogar von offizieller Seite aus, von Gerichten und Regierungspräsidium, die Verfassungstreue bescheinigt. Ein Berufsverbot hätte, wenn überhaupt, nur ausgesprochen werden dürfen, wenn es stichhaltige Beweise gäbe, die Herrn Roth als politischen Extremisten entlarvt hätten. Diese gab es jedoch nie.
Somit entbehrt das Berufsverbot meiner Auffassung nach den rechtlichen Grundlagen.
Bitte wenden Sie sich doch an den FDP-Landesvorsitzenden in Hessen Herrn Jörg-Uwe Hahn, er ist zugleich auch der hessische Justizminister. Seine Email-Adresse lautet: j.hahn@ltg.hessen.de
Mit freundlichen Grüßen
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger“
Nun habe ich mich auch an den Hessischen Justizminister gewandt und bekam nur die Antwort aus dem Hessischen Kulturministerium (siehe oben).
Und zu den Antworten fallen mir wieder Schiller-Worte ein: „…nicht anders, wie wenn man der Großen ab bittersten spottet, wenn man ihnen schmeichelt, daß sie die Schmeichler hassen“ (aus „Don Carlos“ oder „Die Räuber“)
Nur, daß es hier nicht um Schmeicheleien geht, sondern um Rechtsfindung, um Recht und Gesetz, um Rechtsstaatlichkeit, um unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung, um Artikel 1, 3 und 33 unseres Grundgesetzes. Hier hieße es also:
Nicht anders, wie wenn man einem Menschen, der seit 40 Jahren auch vor Gericht um Recht und Gesetz streitet, am bittersten spottet, wenn man fragt, warum er sich nicht früher um eine Rehabilitation bemüht habe.
Herr Roth ist krank. In der Hoffnung, daß ihm nach so langer Zeit und so vielen Bemühungen doch noch Recht zuteil wird, verbleibe ich
mit hoffnungsvollen Grüßen
Nadja Thelen-Khoder
NadjaThelen-Khoder@web.de
PS: Vielen Dank für die mir zugeschickten Links und aufmunternden Worte, die ich hiermit weitergeben will:
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?em_cnt=1736632&em_loc=1231
http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,621685,00.html
Hier hat unser Staat seine wahre Größe bewiesen – möge er es im “Fall” Roth auch tun!
Kafkaesk der ganze Fall, eine tragische Geschichte und eine Schande für diese Apparate, die sinnlos einen Menschen zermalmten und nun ihr Unrecht nicht eingestehen wollen.
Ich schätze Leute wie Herrn Roth, sie zeigen auf, wo das Recht und wo das Unrecht wohnt. Sie sollten ein Vorbild für die Jugend sein.
Zorn erfüllt einen, wenn aufrechte Kämpfer für Demokratie und Menschenrechte an ihrem Lebensabend verarmt dastehen, während die angepassten Schergen und Handlanger skrupelloser Machtapparate üppige Renten beziehen. Aber vielleicht ist dies ein Trost: diese Handlanger – und erst recht die Strippenzieher – waren auf einem falschen Weg, sie haben ihre Würde verloren, sich mit Schande beladen und aus meiner Sicht sogar umsonst gelebt.
Herrn Roth wünsche ich Kraft und inneren Frieden, damit er den Krebs besiegen kann.
Sehr geehrte Damen und Herren!
In seinem „Politischen Testament“ schreibt Herr Roth u.a.: „Ich klage an eine Kirchenleitung, die ihren Religionslehrer nie verteidigte, …“
Hiermit möchte ich Ihnen einen Emailwechsel mit Pfarrer Dr. Frank Hofmann zur Kenntnis bringen, an den mein PDF „An die Evangelische Kirche“ „zuständigkeitshalber“ weitergeleitet wurde.
Ich hatte alle möglichen Kontaktadressen der Evangelischen Kirche angeschrieben, und bekam zunächst diese Antwort:
Sehr geehrter Frau Thelen-Khoder,
vielen Dank für Ihr Schreiben vom 11. April. Nachdem ich Ihre ausführliche Darstellung des Schicksals von Hans Roth gelesen habe, war mir deutlich, dass hier zunächst der Kontakt zur Evangelischen Kirche von Kurhessen Waldeck hergestellt werden muss. Sie ist die Bezugskirche, auf deren Gebiet sich dieses Drama ereignet hat. An ihr vorbei kann die EKD sich in dieser Sache nicht einbringen. Deshalb habe ich mir erlaubt, die von Ihnen an Bischof Huber adressierten Unterlagen an die Kirche in Kurhessen Waldeck weiterzuleiten.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Uta Andrée
Persönliche Referentin
von Bischof Dr. Wolfgang Huber
im Kirchenamt der EKD
Herrenhäuser Str. 12
D-30419 Hannover
Telefon: 0049 511 2796 104
Fax: 0049 511 2796 755
E-Mail: uta.andree@ekd.de
http://www.ekd.de
Danach erhielt ich folgende Email:
—–Ursprüngliche Nachricht—–
Von: Frank.Hofmann@ekkw.de [mailto:Frank.Hofmann@ekkw.de]
Gesendet: Dienstag, 28. April 2009 14:40
An: NadjaThelen-Khoder@web.de
Betreff: Ihre Anfrage betr. Hans Roth
Sehr geehrte Frau Thelen-Koder,
Sie haben sich an das Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland gewandt und um „Hilfe für Ihren Religionslehrer Hans Roth“ gebeten. Die EKD hat Ihre Anfrage an uns weitergeleitet, da der Religionsunterricht nicht in die Zuständigkeit der EKD, sondern die der einzelnen Landeskirchen fällt.
Wir haben in unserem Hause prüfen lassen, ob Hans Roth „unser Religionslehrer“ gewesen ist. Zunächst einmal wird der Religionsunterricht – wie jedes andere Unterrichtsfach auch – durch staatliche Lehrkräfte erteilt, allerdings in diesem Fall mit Zustimmung der zuständigen Kirche. Soweit wir ermitteln konnten, hat Herr Roth niemals die Erlaubnis zur Erteilung evangelischen Religionsunterrichts bei der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck beantragt, ist also nicht „unser Religionslehrer“ gewesen. Ob er bei der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, die den südlichen Teil des Bundeslandes Hessen umfasst, eine Lehrerlaubnis beantragt hat, kann unsererseits nicht festgestellt werden.
Insofern ist für uns der in Ihrem Dossier wiedergegebene Satz „Ich klage an eine Kirchenleitung, die ihren Religionslehrer nie verteidigte …“ im Blick auf die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck nicht nachvollziehbar. Daher sehen wir uns auch nicht in der Lage, Ihre Petition zu unterstützen. Dafür bitten wir um Ihr Verständnis.
Mit freundlichen Grüßen
im Auftrag
i.A. Frank Hofmann
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Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck
Pfarrer Dr. Frank Hofmann
Persönlicher Referent des Bischofs
Wilhelmshöher Allee 330
34131 Kassel
Tel. 0561/9378-307
Fax 0561/9378-460
eMail hofmann.lka@ekkw.de
Wieder einmal konnte ich mich nicht abfinden, und so versuchte ich es erneut:
Von: NadjaThelen-Khoder@web.de [mailto:NadjaThelen-Khoder@web.de]
Gesendet: Samstag, 2. Mai 2009 17:24
An: Hofmann, Dr. Frank
Betreff: AW: Ihre Anfrage betr. Hans Roth
Sehr geeehrter Herr Pfarrer Dr. Frank Hofmann!
Selten war ich so enttäuscht wie beim Erhalt Ihres Schreibens!
Warum können Sie sich nicht an der Petition beteiligen? Ich verstehe das einfach nicht! Vielleicht nicht als EKD, aber vielleicht können Sie den Sachverhalt an Ihre Mitglieder weitergeben, und dann kann jeder selbst entscheiden, wie er sich verhalten will? Wäre das eine Möglichkeit?
Bitte verübeln Sie mir nicht, daß ich mich noch einmal an Sie wende!
In der Hoffnung, daß Sie mich einer Erwiderung für wert befinden, verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen
Nadja Thelen-Khoder
NadjaThelen-Khoder@web.de
Aber auch auf meine zweite Bitte kam eine für mich enttäuschende Antwort:
—–Ursprüngliche Nachricht—–
Von: Frank.Hofmann@ekkw.de [mailto:Frank.Hofmann@ekkw.de]
Gesendet: Montag, 4. Mai 2009 11:57
An: NadjaThelen-Khoder@web.de
Betreff: AW: Ihre Anfrage betr. Hans Roth
Sehr geehrte Frau Thelen-Koder,
im Landeskirchenamt gehen vielfach Anfragen und Bitten ein, die darauf abzielen, dass „die Kirche“ sich für bestimmte Anliegen, Personen oder Initiativen einsetzt. Sie werden verstehen, dass es nicht möglich ist, auf alle diese Anfragen einzugehen.
Allerdings wird jede dieser Anfragen sorgfältig geprüft – so auch die Ihre. Das Ergebnis dieser Prüfung habe ich Ihnen mitgeteilt. Dass Sie von dieser Entscheidung enttäuscht sind, kann ich angesichts Ihres Engagements nachvollziehen. Dennoch kann ich Sie nur erneut im Ihr Verständnis dafür bitten, dass eine Angelegenheit, die in keinem erkennbaren Zusammenhang mit unserer Landeskirche steht, von uns nicht in der von Ihnen erwarteten Weise unterstützt werden kann.
Mit freundlichen Grüßen
Frank Hofmann
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Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck
Pfarrer Dr. Frank Hofmann
Persönlicher Referent des Bischofs
Wilhelmshöher Allee 330
34131 Kassel
Tel. 0561/9378-307
Fax 0561/9378-460
eMail hofmann.lka@ekkw.de
Und weil ich fast alles immer mindestens dreimal versuche, ist dies mein zunächst letzter Versuch, Herr Pfarrer Dr. Frank Hoffmann zu erreichen:
—–Ursprüngliche Nachricht—–
Von: Nadja Thelen-Khoder [mailto:NadjaThelen-Khoder@web.de]
Gesendet: Dienstag, 12. Mai 2009 21:41
An: Frank.Hofmann@ekkw.de
Betreff: AW: Ihre Anfrage betr. Hans Roth
Sehr geehrter Herr Pfarrer Dr. Frank Hofmann!
Zugegeben: Die Erwartungen an “die Kirche” sind bestimmt höher als diejenigen anderen Institutionen gegenüber, und ich kann gut verstehen, daß Sie nicht allen Anliegen nachgehen können.
Auch zugegeben, daß bestimmt jeder Einzelne davon überzeugt ist, daß ausgerechnet sein Anliegen ganz besondere Priorität genießen müsse.
Aber was ich wirklich einfach nicht verstehe:
Sie schreiben: “Dennoch kann ich Sie nur erneut im Ihr Verständnis dafür bitten, dass eine Angelegenheit, die in keinem erkennbaren Zusammenhang mit unserer Landeskirche steht, von uns nicht in der von Ihnen erwarteten Weise unterstützt werden kann.”
Ich bin wirklich und wahrhaftig zutiefst überzeugt, daß diese Angelegenheit in einem klar erkennbaren Zusammenhang mit unserer Republik, mit unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung und damit mit jedem einzelnen ihrer Bürger steht! Ist es nicht das Allerwichtigste in einer Demokratie wie der unsrigen, daß die Grundrechte gewahrt sind und daß der Staat sich an seine Gesetze hält? Und ist es nicht der Inbegriff christlicher Denkweise, dem Schwachen zu helfen, wenn ihm Leid geschieht? Und gibt es größeres Leid, als zu erleben, daß ein Rechtsstaat wie der unsrige sich nicht an Recht und Gesetz hält?
Sehr geehrter Herr Pfarrer Dr. Frank Hofmann!
Bitte nehmen Sie mich ernst, denn meine Worte sind wirklich keine rhetorischen Floskeln, keine Phrasen, keine pathetischen Formulierungen, die um ihrwer selbst willen an Sie herangetragen werden, um irgendetwas oder gar irgendjemanden zu glorifizieren! Sie werden geboren aus blanker Not! Ich kann den “Menschen- und Sachverhalt” von Herrn Roth einfach nicht verstehen und bitte Sie von ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Seele noch einmal um Ihr Verständnis und um Ihre Hilfe!
Glauben Sie mir: Ich meine das Alles tod- und lebenernst! Bitte helfen Sie Herrn Roth, auf daß sein Wort von den “Verheißungen des Rechtsstaates” denjenigen von den Verheißungen der Evangelischen Kirche vis-à-vis falle!
Bitte entschuldigen Sie, daß ich mich noch ein drittes Mal derart dringend und persönlich an Sie wende! Ich wiederhole mich, wenn ich erneut zugebe: Die Erwartungen an “die Kirche” sind bestimmt höher als diejenigen anderen Institutionen gegenüber! Aber das sollten Sie auch als Kompliment verstehen!
Voller Hoffnung verbleibe ich
hochachtungsvoll
Nadja Thelen-Khoder
NadjaThelen-Khoder@web.de
Eine mögliche Antwort von Pfarrer Dr. Frank Hofmann steht noch aus. Ich hoffe so sehr auf eine Änderung seiner Haltung!
Anlagen:
PDF „An die Evangelische Kirche“
PDF „Wenn ich 64 bin“
PDF „Wahrlich, ich sage Euch“
Die oben erwähnten Anlagen sind unter folgenden Links erreichbar:
http://aljas.files.wordpress.com/2009/05/an_die_evangelische_kirche.pdf
http://aljas.files.wordpress.com/2009/05/wenn_ich_64_bin.pdf
http://aljas.files.wordpress.com/2009/05/wahrlich_ich_sage_euch.pdf
Vielleicht sind Sie Mitglied in der Evangelischen Kirche oder kennen einen ihrer Pfarrer oder ….
So kann und darf es doch nicht bleiben!
Mit dankbaren und hoffnungsfrohen Grüßen
Nadja Thelen-Khoder
NadjaThelen-Khoder@web.de
Sehr geehrte Damen und Herren!
Am 19. März habe ich eine Petition sowohl beim Petitionsausschuß des Hessischen Landtages (Petition Nr. 00263/18) als auch bei demjenigen des Deutschen Bundestages (Pet 1-16-06-12-051240) eingereicht und habe einige Anlagen beigefügt, von denen die meisten unter dem Link
http://aljas.wordpress.com/2008/12/02/der-fall-hans-roth/
für jeden jederzeit verfügbar sind. So auch die „Dokumentation zu Hans Roth“, die Alfred Grosser in der „Report Mainz“-Sendung vom 1.12.2008 in den Händen hält. In dieser Dokumentation steht auf S. 3 und 4:
>25.3.1981: Hans Roth erfährt in dem komplizierten Verfahren, das er von Frankreich aus weiterverfolgt, daß das Hessische Landesamt für Verfassungsschutz die über ihn „angelegte Erkenntnisakte … vernichtet“ habe; „Verfassungsschutz steckte Dossier freiwillig in den Reißwolf“, überschreibt die Tagespresse diesen Vorgang (FR 13.5.1981, S.1).
12.1.1982: Urteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes: dem Sinne nach (das Urteil haben alle, die es lasen, als Kauderwelsch empfunden) steht darin, daß die geheime Vernichtung der „Erkenntnisakte“ als öffentlicher Vorgang anzusehen sei (wegen der öffentlichen Vernichtungsurkunde); damit sei politisch alles in Ordnung und juristisch die Substanz raus.
2.4.1982: Hans Roth richtet sich dagegen mit einer erneuten Verfassungsbeschwerde: der Anwalt argumentiert im wesentlichen mit Nichtwissen (die mitgeteilte Vernichtung könne man glauben, aber auch nicht glauben); der Kläger fragt im wesentlichen, ob er richtig verstanden habe, daß eine geheime Vernichtung ein öffentlicher Vorgang sei, geheim also gleich öffentlich (abgedruckt in. Hannover/ Wallraff, Die unheimliche Republik).
18.11.1982: erste und letzte Kosten-Entscheidung, 100%ig zugunsten des Klägers; da der Hessische Innenminister keine Berufung einlegt, wird die Entscheidung auch rechtskräftig (vermutlich die erste rechtskräftige 100%-Niederlage für einen Geheimdienst in der deutschen Rechtsgeschichte.
13.6.1985: End-Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (…): Im krassen Unterschied zum positiven Versprechen der ersten Karlsruher Entscheidung wird erneut ‚nicht angenommen’, wegen ‚Unzulänglichkeit’ und ‚fehlender Aussicht auf Erfolg’; die nachfolgenden Gründe sind für niemanden verstehbar, nicht nur für Laien nicht. [vergleiche dazu auch Prof. Dr. Ulrich Klug auf S. 32 der Dokumentation in einem Brief an Herrn Roth vom 11.7.1985; Anmerkung von mir] Vermutlich haben die drei SPD-Verfassungsrichter sagen wollen, geheim sei in der Tat öffentlich; faktisch haben sie gegen Montesquieus Freiheits-Konzept (und damit das des Grundgesetzes) entschieden, das in der 1. Instanz („Zur Menschenwürde gehört die Freiheit von Furcht“) noch bürgerfreundlich aufgeleuchtet hatte.“falsche Aktenmensch<. Radikalen-Erlaß-Opfer Hans-Werner Roth“, den ich Ihnen hiermit ebenfalls zur Verfügung stellen möchte in der Hoffnung, daß er zur Wahrheitsfindung beitrage.
Wenn man den Artikel an dieser Stelle verlinken könnte, wäre ich Ihnen sehr dankbar!
Mit hoffnungsvollen Grüßen
Nadja Thelen-Khoder
NadjaThelen-Khoder@web.de
Herr Pfarrer Dr. Frank Hofmann hat mir noch einmal eine Email geschickt:
—–Ursprüngliche Nachricht—–
Von: Hofmann, Dr. Frank [mailto:Frank.Hofmann@ekkw.de]
Gesendet: Montag, 25. Mai 2009 10:59
An: stephan.krebs@ekhn-kv.de
Cc: NadjaThelen-Khoder@web.de; Andrée, Uta
Betreff: WG: Ihre Anfrage betr. Hans Roth
Sehr geehrter Herr Krebs,
über das Büro des EKD-Ratsvorsitzenden landete die Anfrage von Frau Thelen-Koder zu einer “Petition für Hans Roth” im Landeskirchenamt in Kassel. Es geht um einen von einem Berufsverbot betroffenen Lehrer, der u.a. das Fach Evangelische Religion studiert hatte und “eine Kirchenleitung [anklagt], die ihren Religionslehrer nie verteidigte”. Den ganzen Vorgang finden Sie untenstehend bzw. in den Anlagen, so dass ich auf eine weitere Darstellung verzichte.
Eine Überprüfung im Bildungsdezernat unseres Hauses hat ergeben, dass Herr Roth bei uns nicht bekannt ist, insbesondere nicht “unser Religionslehrer” gewesen ist, auch nicht im Bereich unserer Kirche wohnt. Daher sehen wir uns nicht in der Lage, in dieser Angelegenheit tätig zu werden.
Nachdem Frau Thelen-Koder sich nun zum dritten Mal an uns gewandt hat, leite ich Ihnen den Vorgang mit der freundlichen Bitte an Sie weiter, doch einmal zu prüfen, ob die EKHN Frau Thelen-Koder zu dieser Angelegenheit weitere Auskünfte geben kann.
Mit freundlichen Grüßen
Frank Hofmann
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Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck
Pfarrer Dr. Frank Hofmann
Persönlicher Referent des Bischofs
Wilhelmshöher Allee 330
34131 Kassel
Tel. 0561/9378-307
Fax 0561/9378-460
eMail hofmann.lka@ekkw.de
Und weil ich nicht wußte, wer Herr Krebs ist, fragte ich ihn und erhielt folgende Antwort:
—–Ursprüngliche Nachricht—–
Von: Krebs, Stephan [mailto:Stephan.Krebs@EKHN-KV.de]
Gesendet: Mittwoch, 27. Mai 2009 15:11
An: NadjaThelen-Khoder@web.de
Betreff: AW: Ihre Anfrage betr. Hans Roth
Sehr geehrte Frau Thelen-Khoder,
danke für die Informationen über das Schicksal von Hans Roth.
Ich bin hier “nur” der Pressesprecher. Deshalb habe ich Ihre Mails an unsere Abteilung für den Religionsunterricht weitergeleitet und darum gebeten, die Erinnerung der Altvorderen und die Akten nach Informationen über die damaligen Vorgänge abzusuchen. Sofern wir etwas beisteuern können zur Aufarbeitung, werden wir dies sicher tun.
Mit freundlichen Grüßen
Stephan Krebs
Pressesprecher
EVANGELISCHE KIRCHE
IN HESSEN UND NASSAU
Kirchenverwaltung
Telefon: 06151 – 405 0 (Zentrale)
Telefon: 06151 – 405 504 (Durchwahl)
Mobil: 0173 – 328 68 36
Fax: 06151 – 405 441
Postanschrift
64276 Darmstadt
Lieferanschrift
Paulusplatz 1
64285 Darmstadt
Frohe Pfingsten!
Nadja Thelen-Khoder
NadjaThelen-Khoder@web.de
Sehr geehrte Damen und Herren!
Für mich besteht die Welt aus einzelnen Menschen, aus Individuen. Sie mögen das für eine Banalität halten, aber gestatten Sie mir, kurz zu erläutern, was ich damit sagen will.
Natürlich haben alle Menschen eine Vorgeschichte. Aber wenn ich etwas erreichen, wenn ich die Welt verbessern will, dann geht es darum, den einzelnen Menschen aus seinen Zwängen zu befreien, die durch Institutionen, Erfahrungen o.ä. an ihm kleben; er soll ohne Gesichtsverlust die Möglichkeit haben, sich neu zu entscheiden, was er HIER UND JETZT TUN WILL .
So verstehe ich auch die christliche Lehre; es gibt keine Erbsünde mehr! Und so wende ich mich an alle Menschen, die ich erreichen kann, und hoffe bei jedem einzelnen Anschreiben, irgendwo irgendwie irgendwann irgendwen zu irgendetwas Gutem, Hilfreichem veranlassen zu können.
Frau Dr. Andrèe, die persönliche Referentin von Herrn Bischof Dr. Huber schrieb mir, ich möge ihr die Adresse von Herrn Roth geben, damit sie „mit ihm einige Details des Sachverhaltes persönlich klären“ könne.
Und Herr Krebs von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau schrieb zunächst: „… Ich bin hier ‚nur’ der Pressesprecher. Deshalb habe ich Ihre Mails an unsere Abteilung für den Religionsunterricht weitergeleitet und darum gebeten, die Erinnerung der Altvorderen und die Akten nach Informationen über die damaligen Vorgänge abzusuchen. Sofern wir etwas beisteuern können zur Aufarbeitung, werden wir dies sicher tun. …“
Am 31. Mai sprach ich ihn erneut an:
„Sehr geehrter Herr Krebs! Um Himmels Willen! Wie vieler verschiedener Stellen bedarf es denn, um zu dem Schluß zu kommen, daß das “Schicksal von Hans Roth” nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann? Reichen denn nicht die Veröffentlichungen, die Sie unter http://aljas.wordpress.com/2008/12/02/der-fall-hans-roth/ finden? Reicht nicht schon die “Report Mainz”-Sendung vom 1.12.2008, die Sie unter http://www.swr.de/report/-/id=233454/did=4124472/pv=video/gp1=4248512/nid=233454/1nob9as/index.html jederzeit noch einmal ansehen können?
Verzeihen Sie mir: Ich bedanke mich natürlich dafür, daß Sie meine Fragen und Bitten nicht einfach in den Abfallkorb gelegt haben – aber hin und wieder denke ich, daß ich mich in einem Alptraum befinde und bald wach werde und alle sagen: ‚Das war ja nur ein Scherz! Selbstverständlich soll Herrn Roth jetzt Wiedergutmachung widerfahren!’
Bitte setzen Sie sich für den nun 65jährigen kranken Herrn Roth ein! Ich bitte Sie von ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Seele darum! Bitte sehen Sie sich doch persönlich auch noch einmal die angehängten Dateien an, ja? Dann können Sie mich doch sicher verstehen, oder?
Mit allerfreundlichsten Grüßen
Nadja Thelen-Khoder
NadjaThelen-Khoder@web.de“
Und er antwortete mir am 2.6.2009: „Sehr geehrte Frau Thelen-Khoder, Ihre erste Mail hatte ich als Anfrage nach Belegen aus der damaligen Zeit verstanden. Das war möglicherweise ein Mißverständnis.
Gewicht hat die Stimme unserer Kirche insbesondere dann, wenn sie wirklich etwas neues auf den Tisch zu legen hat. Insofern ist eine Recherche nicht sinnlos.
mit freundlichen Grüßen
Stephan Krebs“
Herr Roth sagt mir, ich solle aufhören, an dieser Sache zu arbeiten; es habe überhaupt keinen Zweck. Aber das kann ich nicht, weil es nicht nur um „seine“ Sache geht. Es geht um unsere Republik, um unser Recht und Gesetz, um meine ganz persönliche Republik und um mein Urvertrauen in unsere Institutionen und Autoritäten. Ich bin nur ein ganz kleines Lichtlein, ein ganz kleines „Schüler-Menschlein“ (Hans Roth) und muß nicht fürchten, mich lächerlich zu machen. Es bleibt mir eine Freude und Ehre, mich für unseren Staat in dieser Form einsetzen zu dürfen!
Vor einigen Wochen rief der damalige Innenminister Hessens Gerhard Bökel bei mir an und meinte zunächst, es sei völlig sinnlos, was ich machte, und alle meine Emails verschwänden sowieso in allen möglichen Papierkörben; es täte ihm weh zu sehen, daß jemand wie ich so viel kostbare Zeit verschwende. Worum es mir denn eigentlich ginge? Nach einer Dreiviertelstunde intensiven Gespräches sicherte er mir zu, er werde sich mit Mürvet Öztürk, der Referentin von Bündnis 90/ Die Grünen für Petitionen im Hessischen Landtag, persönlich ins Benehmen setzen.
Es mag sein, daß ich für Herrn Roth wenig erreichen kann; ich kenne mich in Politik, Recht und Gesetz wenig aus. Aber wenn „keiner mehr meine Emails liest“, wie Herr Bökel mich so lieb vor einer Enttäuschung warnte: Warum hat er mich dann angerufen? Warum schreibt mir die ehemalige Bundesjustizministerin Frau Leutheusser-Schnarrenberger am 13. Mai: „ Sehr geehrte Frau Thelen-Khoder, leider sehe ich, von meiner Seite aus, keine Hilfsmöglichkeiten mehr. Ich bitte hierfür um Verständnis und wünsche Ihnen für Ihren weiteren Kampf für Herrn Roth alles Gute.
Mit freundlichen Grüßen
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger“
Auch hier fallen mir einzelne Sätze aus „Die Räuber“ von Friedrich Schiller und „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing ein (wieder aus dem Gedächtnis): Als Moor nachts nach dem Pater schickt, fragt der ihn: „Wenn Eure Überzeugung so fest ist: Warum ließet Ihr mich rufen? Saget mir doch: Warum ließet Ihr mich in der Mitternacht rufen?“
Und Nathan sagt zum Tempelherrn: „Wenn ich doch in Euch nur einen mehr gefunden hätte, dem es genügt, ein Mensch zu heißen.“
Es gibt sehr lange Durststrecken im Leben, und das weiß sicher niemand besser als Herr Roth. Wie viel mag es ihm bedeuten, wenn Gerhard Bökel sich mit Frau Öztürk treffen will und wenn Frau Leutheusser-Schnarrenberger mir „alles Gute“ bei „(meinem) weiteren Kampf für Herrn Roth“ wünscht? Mir bedeutet es jedenfalls eine ganze Welt und verpflichtet mich!
Ich appelliere sowohl an das Gute in jedem einzelnen Menschen als auch an Recht und Gesetz unserer Republik, und ich bete zu Gott, daß er Hans Roth und uns allen die Kraft und Geduld schenken möge, die wir alle offensichtlich so sehr brauchen!
Entschuldigen Sie, daß ich mich erneut mit einer so langen Nachricht an Sie wende. Haben Sie bitte Verständnis dafür, daß ich nicht anders handeln kann, weil ich den „Fall“ Roth auch als den Ihrigen und als meinen eigenen, als einen der Evangelischen Kirche und des Militärs und der Hessischen Schulbehörden, eben als einen unserer ganzen Republik und aller ihrer Bürger empfinde!
Denn „Was immer Ihr einem dieser Geringsten nicht getan habt, das habt Ihr auch mir nicht getan“, sagt Jesus Christus (Matth 25, 45), und mein Staat verpflichtet mich durch sein Grundgesetz und seine Nationalhymne („Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland, /danach laßt uns alle streben, brüderlich mit Herz und Hand. / Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand! / Blüh’ im Glanze dieses Glückes, blühe, deutsches Vaterland!“)
Und dieses Vaterland besteht eben aus einzelnen Menschen, aus Individuen, und es kommt darauf an, was jeder Einzelne von uns tut oder unterläßt. Denn daß Recht und Gesetz auf dem Papier stehen, ist eine historische Errungenschaft, und dieses Recht und Gesetz mit Leben zu füllen, ist unsere Aufgabe und unser Glück. Wer, wenn nicht wir? Wo, wenn nicht hier? Wann, wenn nicht jetzt?
Bitte beteiligen Sie sich an meiner Petition für Herrn Hans Roth, die für jeden jederzeit unter dem Link http://aljas.wordpress.com/2009/03/23/petition-fuer-hans-roth/ bzw. http://aljas.files.wordpress.com/2009/03/petition_fuer_hans_roth.pdf
verfügbar ist.
Mit vorzüglicher Hochachtung und voller Glauben, Liebe und Hoffnung verbleibe ich
mit den freundlichsten Grüßen
Nadja Thelen-Khoder
NadjaThelen-Khoder@web.de
Sehr geehrte Damen und Herren!
Hans Roth hat mich gebeten, folgende Erklärung möglichst weit zu verbreiten. Das will ich hiermit tun und bitte Sie ebenfalls darum, auf daß der kleine David mit dem großen Goliath sprechen kann. Denn: „Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.“ (Beginn des Johannes-Evangeliums) Um diese Kommunikation nach Kräften zu fördern, habe ich diese Erklärung auch als PDF formatiert; wenn man es an dieser Stelle verlinken könnte, wäre ich Ihnen sehr verbunden!
Möge es helfen!
Mit dankbaren und freundlichen Grüßen verbleibe ich
hoffnungsvoll
Ihre
Nadja Thelen-Khoder
NadjaThelen-Khoder@web.de
Hans Roth
Erklärung in Richtung Kirche, zugleich neues Testament
Ich war zu sanft, zu diplomatisch. Ich hätte gleich sagen sollen: meine Kirche hat mich fürchterlich angegriffen, statt. Sie hat mich nicht verteidigt. Ich wollte ihr eine Chance geben, „das Licht der Welt“ zu erblicken (so nennt sie ja Jesus von Nazareth).
Meine Kirche hat mich auf die furchtbarste Weise angegriffen, die es für einen staatlich geprüften „Extremisten“ auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges geben konnte: sie hat dem staatlichen Verhör ein kirchliches folgen lassen; das war an meinem letzten Arbeitsplatz in Deutschland, in der Jugendfreizeitstätte in Limburg/ Lahn im Sommer 1978. Damals schnüffelte ein von seiner Hierarchie abkommandierter oberarmseliger Oberkirchenrat (der Name tut nichts zur Sache) in einem religiösen Gesinnungsverhör, das dem staatlichen glich wie ein Ei dem anderen, die Grundlagen meiner religiösen Identität aus, mit verheerenden Folgen für meine letzte Arbeit; sogar mein damaliger Dienstvorgesetzter, ein Richter und CDU-Mitglied, war entsetzt.
Ich weiß nicht, von wie vielen Sandkörner an man von einem „Haufen“ sprechen kann. Für mich gab es vom ersten Sandkorn des geheimen Verhörs mit dem Verbot, den erlernten Beruf auszuüben, über die klickende Kette von Ausstoßungen aller Art (die R. Girard in seiner kritischen Apologie des Christentums „Ich sah Satan vom Himmel fallen wie ein Blitz“ beschreibt) bis hin zum letzten Sandkorn des kirchlichen Verhörs , in dem ich die Kirche als Halleluja-Wagen am Staats-Zug erlebte, einen so großen Haufen von fanatischem Antikommunismus, das ich wußte: du mußt dieses Land, in dem es keine ethisch verpflichtenden Bindungen an Werte und Menschen mehr gab, verlassen. Es war meine Kirche, die mir den letzten deutlichen Hinweis auf eine Gesellschaft ohne Ligatur gab, die mich ins Exil nach Frankreich trieb. – Es ist vielleicht nicht überflüssig zu sagen, daß ich in den sich als demokratisch gebärdenden „Komitees gegen Berufsverbote“, die Berufsverbote im Osten gut fanden, nie heimisch werden konnte; dafür waren mir die Freunde in der DDR, die verboten waren, und die Freunde der „Charta 77“ in der CSSR, die im Gefängnis saßen, zu wichtig.
Der Sach- und Menschenverhalt meines kirchlichen Verhörs ist aber noch ernster, als es bisher scheint. Dazu zwei Bemerkungen, eine systematische und eine historische.
Jedes Verhör, ob ein staatliches oder ein kirchliches, ist eine Vergewaltigung der Seele; als einer, der beides erlebt hat, kann ich in beiden Angriffen auf Gewissens-, Scham- und Intim-Sphären keinen Unterschied erkennen. Wörterbücher nennen solche „wissentlichen“ Anfriffe „obszön“. – Als ich, mein erzdemokratisches Recht auf Umkehrbarkeit in Anspruch nehmend, meinen armen Oberkirchenrat fragte, wie denn s e i n „Gottesbegriff“ aussähe, da war ihm diese Frage sehr peinlich, so peinlich, daß nur noch aus ihm herausplatschte: „Ich bin es, der hier Fragen stellt.“
Dahinter steckt System. Ein System, das im Hochmittelalter als Embryo einer langen Tradition von Verhören, Verfolgen, Verbieten in die Welt gesetzt worden ist. In diesem System von Grausamkeit, das einst die römische Kirche schuf und dem zunächst die Katharer als „haeretici perfecti“ zum Opfer fielen (später dann „Juden“ und „Hexen“ und andere „Feinde“), spielt der staatlich geprüfte „Extremist“ des 20. Jahrhunderts dieselbe Rolle wie der kirchlich geprüfte „Häretiker“, „Ketzer“ des 13. Jahrhunderts; beide sind austauschbar. „Man muß immer wieder vergleichen; Vergleichen ist die wichtigste Tätigkeit der Seele“, heißt es bei Montesquieu; in diesem Sinne vergleiche man ruhig die Verhörprotokolle von „Extremisten“ und „Dissidenten“ des 20. Jahrhunderts mit denen der Inquisition in Montaillou; mehr darüber in meinem Buch „C’etait beau. Essais nomades“, Paris 2007.
Was historisch neu ist in dieser Litanei des Schreckens, in dieser empörenden Geschichte von Gewalt und immer wieder Gewalt, das ist, daß es nicht zu leugnende Fortschritte gibt, darunter den moralischen Horizont der Menschenrechte, darunter die Rechtsstaats-Verheißung. Um diese Fortschritte am Leben zu erhalten, bin ich auf einem Weg genagen, der „Rechtsweg“ heißt und den ich nicht bereue.
Dieser Weg hat 35 Jahre lang gedauert; das sind einhundert Weltumseglungen; das ist länger als der 1. Weltkrieg, die Weimarer Republik, das „Dritte Reich“ und der 2. Weltkrieg zusammengenommen. – Damit meine Kirche weiß, was sie heute tut oder nicht tut, nachdem sie vielleicht getan hat, was sie nicht sehr gut wußte, halte ich hier für sie zwischen zwei Krebsen (also „Folter“-Folgen nach den Kriterien des Internationalen Strafrechts-Tribunals) fest: zu meinen Erfolgen auf dem Rechtsweg, die vom Bundespräsidenten Rau schriftlich abgesegnet wurden, gehört u.a. die rechtskräftige Verurteilung von Staat u n d Gesellschaft, also auch der Kirche, zu „Wiedergutmachung“; wie Herr Rau den Hessischen Ministerpräsidenten telefonisch wissen ließ, bedeutet Nicht-Achtung des Rechts nach unserer Verfassung Verfassungsbruch. Und dies ist bekanntlich das schwerste Verbrechen, das die politische Demokratie kennt.
Am Ende sage ich testamentarisch jenen Troubadour-Satz, der mich religiös bindet: „Amarai donc es perdos.“ Was zu deutsch heißt: „Ich werde immer lieben, also immer vergeben.“ – Jesus von Nazareth, „das Licht der Welt“ meiner Kirche, hat irgendwann irgendwo etwas Ähnliches gesagt. Mit einem Hinweis auf Artikel 5 Absatz 3 GG verabschiede ich mich.
1. Juli 2009
Hans Roths neue Erklärung ist jetzt dankenswerterweise auch unter dem Link
http://heftklammer.files.wordpress.com/2009/07/erkl_rung_von_hans_roth_vom_1-_juli_2009.pdf
für jeden jederzeit verfügbar.
Mit der Bitte um größtmögliche Verbreitung sowie
mit freundlichen Grüßen verbleibe ich
hoffnungsvoll
Nadja Thelen-Khoder
NadjaThelen-Khoder@web.de