Der Blogvater muss schweigen
geschrieben am 14. Februar 2009 von Spiegelfechter
Seit hundert Tagen sitzt der Blogger Hossein Derakhshan hinter persischen Gardinen. Er wollte zwischen Ost und West zu vermitteln. Das war dem Regime in Teheran zu viel
Teheran am 1. November 2008 – Sicherheitsbeamte nehmen den iranisch-kanadischen Staatsbürger Hossein Derakhshan fest. Seit über 100 Tagen sitzt er in Haft, Informationen über sein Schicksal dringen nur spärlich an die Öffentlichkeit. Derakhshan ist vor allem im Internet kein Unbekannter. Unter dem Namen „Hoder“ bloggt der 33-jährige Journalist seit nunmehr neun Jahren und zählt seitdem zu den bekanntesten und einflussreichsten iranischen Bloggern.
Für viele ist Derakhshan ein Rätsel. Anfangs wurde er im Westen als Stimme des jungen liberalen Iran gefeiert – ein moderner Held, auf den man die westliche Kritik am ungeliebten System Irans projizieren konnte. Als der Westen im Irak einmarschierte, und kurz darauf auf auch Iran ins Fadenkreuz nahm, profilierte sich Derakhshan als Kritiker westlicher Interventionspläne. Dadurch geriet er selbst ins Fadenkreuz. Iranische Exilanten bekämpften ihn und machten ihn schließlich mundtot. Später reiste Derakhshan nach Israel und trat dort für die israelisch-iranische Völkerverständigung ein – in Iran eine Straftat, auf die bis zu zwei Jahre Haft stehen. Dies im Hinterkopf, kehrte er nach Iran zurück, um von dort aus über den Präsidentschaftswahlkampf zu bloggen. Wenige Tage später verschwand er hinter Gittern.
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| Tags: Iran Medien | |
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Kommentare
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die spamschutz-rechnungen sind schon arg an der grenze des zumutbaren ;)
übrigens funktioniert der wiki-link nicht ;)
Dem Hoder und dem aktuellen Fall P.Rizk wurden nach meiner Kenntnis jeweils auch Spionage für Israel vorgeworfen. Das gehört aber zum Ritual der Willkür in “diesen” Staaten. Hoder ist dezent formuliert extravagant, seine Texte sind mit Vorsicht zu geniessen, dennoch erfrischend was er so geschrieben hat, aber das war wohl den Mullahs zu viel.
@Horscht
Der Spionagevorwurf war ein Bericht einer iranischen Zeitung, der nie durch eine offizielle Stelle bestätigt wurde.
@1
Im Wiki-Link ist ein “http// ” zuviel!
Versuchs mal mit
http://en.wikipedia.org/wiki/Hossein_Derakhshan
Das halte ich für ein bisschen Selbststilisierung von Mr Derakshan. Der Hoster war, wie die Dokumente zeigen, die Derakshan veröffentlicht hat, schlicht unsicher wegen kanadischer Verwicklungen – da sind US-Bürger immer ehrfürchtig (Ausland!). Sein nächster Hoster, 1&1, hatte diese Furcht nicht (klar). – Ein interessanter Typ, ein Borderliner, und das ist in seinem Fall eben nicht ungefährlich.
Noch ein Kandidat für den Club der toten Dichter.
Ob der nach 2 Jahren wieder aus dem Knast rauskommt, ich hab da so meine Zweifel.