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	<title>Kommentare zu: In Zeiten des Krieges</title>
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		<title>Von: Der Schachspieler</title>
		<link>http://www.spiegelfechter.com/wordpress/485/in-zeiten-des-krieges/comment-page-1#comment-36133</link>
		<dc:creator>Der Schachspieler</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2009 22:52:57 +0000</pubDate>
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		<description>@aquadraht

Im letzten Jahrhundert und in den Jahrhunderten davor war es einfach notwendig zu revolutionieren.
Die Menschen mussten sich irgendwann von der Unterdrückung befreien und den &quot;Machthabern&quot; zeigen das nicht alles geduldet wird.
Ohne eine &quot;Revolution&quot; im herkömmlichen Sinne ging es damals nicht.
Und seit dieser Zeit hat sich das &quot;Volk&quot; auch den ominösen &quot;Mob-respekt&quot; verdient.

Überall wo sich heutzutage diesselben diktatorischen Zustände wie damals im Zarenreich oder den sonstigen Monarchismen finden, ist eine &quot;blutige&quot; Revolution nicht auszuschliessen.
Eine diktatorisch-monarchische Unterdrückung wirst du wahrscheinlich ohne Gewalt nicht los.

Nur heutzutage sieht die Situation  in den &quot;demokratischen&quot; Ländern anders aus.
Es ist keine Diktatur sondern eine Demokratie im Anfangsstadium sozusagen.

Das diese Demokratie in eine &quot;kapitalistische&quot; Schieflage geraten ist mag wahrscheinlich an den &quot;üblichen&quot; Verdächtigen liegen, und diese sind meiner Meinung nach immer die Machthaber.

Das Problem das sich immer wieder zeigt ist einfach der Umgang mit Macht.

Solange eine neue Ideologie keinen &quot;akzeptablen&quot; Umgang mit &quot;Macht&quot; und &quot;Personifizierung&quot; garantieren kann, solange ist sie gescheitert.
Solange brauchen wir auch keine Änderung der Verhältnisse.
Und falls ein neues &quot;System&quot; nicht fähig ist Gewaltlos vorzugehen, dann fehlt es an ethischen Grundsätzen.

Es hat sich im Kommunismus, Kapitalismus, Monarchismus oder Gottesstaat deutlich gezeigt das die Probleme immer wieder aus den gleichen Gründen entstehen.
In jedem dieser Systeme schafft es eine kleine &quot;Elite&quot; den Rest der Gesellschaft zu unterjochen.

Die Kernsache ist nicht &quot;Revolution&quot;, die hatten wir , sondern &quot;lebende Demokratie&quot; und zwar im Sinne der Erfindung, mit Verbesserung, Modifikation, Änderungsindex oder nenne es Demokratie 2.0, wie auch immer.

Wie willst du für etwas revolutionieren und einstehen, wenn du nicht &quot;garantieren&quot; kannst das sich nicht wieder &quot;Machtgeile&quot; Individuuen profilieren und das ewige Spiel weiterspielen.

Was nützt dir eine Änderung vom System wenn die neuen&quot;Systemträger&quot; neue Machtverhältnisse aufbauen?

Sieh es wie ein &quot;Macht-Virus&quot; auf dem Computer, was nützt dir ein neues Betriebssystem und was nützt dir eine neue Antivirensoftware wenn sie gegen das &quot;Machtvirus&quot; nichts anrichten können?

Da kannst du deinen Rechner rebooten und gegen die Wand schmeissen so oft du willst.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@aquadraht</p>
<p>Im letzten Jahrhundert und in den Jahrhunderten davor war es einfach notwendig zu revolutionieren.<br />
Die Menschen mussten sich irgendwann von der Unterdrückung befreien und den &#8220;Machthabern&#8221; zeigen das nicht alles geduldet wird.<br />
Ohne eine &#8220;Revolution&#8221; im herkömmlichen Sinne ging es damals nicht.<br />
Und seit dieser Zeit hat sich das &#8220;Volk&#8221; auch den ominösen &#8220;Mob-respekt&#8221; verdient.</p>
<p>Überall wo sich heutzutage diesselben diktatorischen Zustände wie damals im Zarenreich oder den sonstigen Monarchismen finden, ist eine &#8220;blutige&#8221; Revolution nicht auszuschliessen.<br />
Eine diktatorisch-monarchische Unterdrückung wirst du wahrscheinlich ohne Gewalt nicht los.</p>
<p>Nur heutzutage sieht die Situation  in den &#8220;demokratischen&#8221; Ländern anders aus.<br />
Es ist keine Diktatur sondern eine Demokratie im Anfangsstadium sozusagen.</p>
<p>Das diese Demokratie in eine &#8220;kapitalistische&#8221; Schieflage geraten ist mag wahrscheinlich an den &#8220;üblichen&#8221; Verdächtigen liegen, und diese sind meiner Meinung nach immer die Machthaber.</p>
<p>Das Problem das sich immer wieder zeigt ist einfach der Umgang mit Macht.</p>
<p>Solange eine neue Ideologie keinen &#8220;akzeptablen&#8221; Umgang mit &#8220;Macht&#8221; und &#8220;Personifizierung&#8221; garantieren kann, solange ist sie gescheitert.<br />
Solange brauchen wir auch keine Änderung der Verhältnisse.<br />
Und falls ein neues &#8220;System&#8221; nicht fähig ist Gewaltlos vorzugehen, dann fehlt es an ethischen Grundsätzen.</p>
<p>Es hat sich im Kommunismus, Kapitalismus, Monarchismus oder Gottesstaat deutlich gezeigt das die Probleme immer wieder aus den gleichen Gründen entstehen.<br />
In jedem dieser Systeme schafft es eine kleine &#8220;Elite&#8221; den Rest der Gesellschaft zu unterjochen.</p>
<p>Die Kernsache ist nicht &#8220;Revolution&#8221;, die hatten wir , sondern &#8220;lebende Demokratie&#8221; und zwar im Sinne der Erfindung, mit Verbesserung, Modifikation, Änderungsindex oder nenne es Demokratie 2.0, wie auch immer.</p>
<p>Wie willst du für etwas revolutionieren und einstehen, wenn du nicht &#8220;garantieren&#8221; kannst das sich nicht wieder &#8220;Machtgeile&#8221; Individuuen profilieren und das ewige Spiel weiterspielen.</p>
<p>Was nützt dir eine Änderung vom System wenn die neuen&#8221;Systemträger&#8221; neue Machtverhältnisse aufbauen?</p>
<p>Sieh es wie ein &#8220;Macht-Virus&#8221; auf dem Computer, was nützt dir ein neues Betriebssystem und was nützt dir eine neue Antivirensoftware wenn sie gegen das &#8220;Machtvirus&#8221; nichts anrichten können?</p>
<p>Da kannst du deinen Rechner rebooten und gegen die Wand schmeissen so oft du willst.</p>
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	<item>
		<title>Von: aquadraht</title>
		<link>http://www.spiegelfechter.com/wordpress/485/in-zeiten-des-krieges/comment-page-1#comment-36116</link>
		<dc:creator>aquadraht</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2009 19:14:54 +0000</pubDate>
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		<description>@Schachspieler: Revolutionen haben nie stattgefunden, weil sich jemand eine andere Regierungsweise ausgedacht hatte und die gern mal ausprobieren wollte, Revolutionen wurden nie so zum Spass gemacht. Sie waren stets das Resultat einer tiefgreifenden Krise der ganzen Gesellschaft und überkommenen Herrschaftsform, einer Situation, in der die Herrschenden nicht mehr weitermachenkonnten wie zuvor und die Beherrschten nicht mehr so weitermachen wollten.

Wenn die Lemmys hier von &quot;keinen Experimenten&quot; quaken, ist das dreiste Heuchelei und Lüge, ja Obszönität. Ich sehe nicht, dass sie je Suharto, Pinochet, Jelzin oder Mobutu &quot;kleinschrittige Reformen&quot; vorgeschrieben oder Noske und Pabst zur Gewaltlosigkeit gemahnt hätten. Auch ein verlogenes bürgerliches Arschloch wie Popper hat angesichts der Ereignisse nach 1989 nie zum &quot;peacemeal social engineering&quot; angehalten und vor zu grossen, zu unüberschaubaren revolutionären Schritten gewarnt. Nicht dass ich das nicht verstehe: die Gegenrevolution ist die Party des Bürgergesindels. Aber sie zeigt auch, dass alle bürgerlichen Appelle zu Vorsicht und Mässigung verlogen und heuchlerisch sind. Im Popperschen Sinne falsifizieren sie da ihre eigene Argumentation.

Ich hoffe im Übrigen sehr, dass wir nie in eine Situation wie die in Russland 1917-24 kommen, und wenn wir noch einmal eine so gewaltlose und generöse Volksbewegung wie die Novemberrevolution von 1918/19 erleben, uns Hyänen wie Noske erspart bleiben. Gerade die deutsche Revolution hat, ähnlich der Pariser Commune, gezeigt, dass Generosität nicht vor dem Massaker schützt, es im Gegenteil einlädt. Nicht zufällig waren es die Bolschewiki mit ihrer gnadenlosen Wehrhaftigkeit, die ihre Revolution, mit welchen Blessuren und Verunstaltungen auch immer, vor dem konterrevolutionären Blutbad bewahren konnten.

Und bei allen Verunstaltungen hat diese Umwälzung fast ein Dreivierteljahrhundert ihre Wirkung und Ausstrahlung auf die Welt ausgeübt. Auch wenn an der berüchtigten Frage an Radio Jerewan schon etwas dran ist: &quot;Kann man den Sozialismus in einem Lande aufbauen? Im Prinzip ja. Es empfiehlt sich dann allerdings, in einem anderen zu leben.&quot;

Meinjanur</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Schachspieler: Revolutionen haben nie stattgefunden, weil sich jemand eine andere Regierungsweise ausgedacht hatte und die gern mal ausprobieren wollte, Revolutionen wurden nie so zum Spass gemacht. Sie waren stets das Resultat einer tiefgreifenden Krise der ganzen Gesellschaft und überkommenen Herrschaftsform, einer Situation, in der die Herrschenden nicht mehr weitermachenkonnten wie zuvor und die Beherrschten nicht mehr so weitermachen wollten.</p>
<p>Wenn die Lemmys hier von &#8220;keinen Experimenten&#8221; quaken, ist das dreiste Heuchelei und Lüge, ja Obszönität. Ich sehe nicht, dass sie je Suharto, Pinochet, Jelzin oder Mobutu &#8220;kleinschrittige Reformen&#8221; vorgeschrieben oder Noske und Pabst zur Gewaltlosigkeit gemahnt hätten. Auch ein verlogenes bürgerliches Arschloch wie Popper hat angesichts der Ereignisse nach 1989 nie zum &#8220;peacemeal social engineering&#8221; angehalten und vor zu grossen, zu unüberschaubaren revolutionären Schritten gewarnt. Nicht dass ich das nicht verstehe: die Gegenrevolution ist die Party des Bürgergesindels. Aber sie zeigt auch, dass alle bürgerlichen Appelle zu Vorsicht und Mässigung verlogen und heuchlerisch sind. Im Popperschen Sinne falsifizieren sie da ihre eigene Argumentation.</p>
<p>Ich hoffe im Übrigen sehr, dass wir nie in eine Situation wie die in Russland 1917-24 kommen, und wenn wir noch einmal eine so gewaltlose und generöse Volksbewegung wie die Novemberrevolution von 1918/19 erleben, uns Hyänen wie Noske erspart bleiben. Gerade die deutsche Revolution hat, ähnlich der Pariser Commune, gezeigt, dass Generosität nicht vor dem Massaker schützt, es im Gegenteil einlädt. Nicht zufällig waren es die Bolschewiki mit ihrer gnadenlosen Wehrhaftigkeit, die ihre Revolution, mit welchen Blessuren und Verunstaltungen auch immer, vor dem konterrevolutionären Blutbad bewahren konnten.</p>
<p>Und bei allen Verunstaltungen hat diese Umwälzung fast ein Dreivierteljahrhundert ihre Wirkung und Ausstrahlung auf die Welt ausgeübt. Auch wenn an der berüchtigten Frage an Radio Jerewan schon etwas dran ist: &#8220;Kann man den Sozialismus in einem Lande aufbauen? Im Prinzip ja. Es empfiehlt sich dann allerdings, in einem anderen zu leben.&#8221;</p>
<p>Meinjanur</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: name</title>
		<link>http://www.spiegelfechter.com/wordpress/485/in-zeiten-des-krieges/comment-page-1#comment-36051</link>
		<dc:creator>name</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2009 12:38:45 +0000</pubDate>
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		<description>Der Krieg ist schon lange der bürgerliche Normalzustand seit 1990, und das einzige was heute neu ist, dass dieser Krieg direkt in die Metropolen der ersten Welt in dem gleichen Ausmaß zurückzukehren droht, wie er schon lange da draussen tobt. Wer nicht einmal diese einfachen Wahrheiten wahrnehmen will, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.  Was in Europa wirklich droht, ist nicht eine idealistische Revolution, sondern ein neuer Faschismus mit einem Krieg nach Innen und Außen gegen die direkten imperialen Konkurrenten und deren Produktionsstätten, wenn das Kapital nicht mehr Willens und in der Lage ist, die eigene innersystematische Produktionskrise friedlich zu lösen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Der Krieg ist schon lange der bürgerliche Normalzustand seit 1990, und das einzige was heute neu ist, dass dieser Krieg direkt in die Metropolen der ersten Welt in dem gleichen Ausmaß zurückzukehren droht, wie er schon lange da draussen tobt. Wer nicht einmal diese einfachen Wahrheiten wahrnehmen will, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.  Was in Europa wirklich droht, ist nicht eine idealistische Revolution, sondern ein neuer Faschismus mit einem Krieg nach Innen und Außen gegen die direkten imperialen Konkurrenten und deren Produktionsstätten, wenn das Kapital nicht mehr Willens und in der Lage ist, die eigene innersystematische Produktionskrise friedlich zu lösen.</p>
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	<item>
		<title>Von: Lemmy Caution</title>
		<link>http://www.spiegelfechter.com/wordpress/485/in-zeiten-des-krieges/comment-page-1#comment-36050</link>
		<dc:creator>Lemmy Caution</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2009 11:56:57 +0000</pubDate>
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		<description>Sehr richtig Schachspieler, 
.... sondern durch kleinschrittige Reformen. 
Sobald ein paar Joker erzählen sie hätten den coolen Masterplan ganz geschmeidig eine gerechte Welt zu schaffen, geht das ganze da draußen regelmässig in die Hose...
irgendwann stellt die Gesellschaft nämlich fest, dass das doch alles nicht so gold ist und der wo dann die schlechte Nachricht überbringt, wird erschossen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr richtig Schachspieler,<br />
&#8230;. sondern durch kleinschrittige Reformen.<br />
Sobald ein paar Joker erzählen sie hätten den coolen Masterplan ganz geschmeidig eine gerechte Welt zu schaffen, geht das ganze da draußen regelmässig in die Hose&#8230;<br />
irgendwann stellt die Gesellschaft nämlich fest, dass das doch alles nicht so gold ist und der wo dann die schlechte Nachricht überbringt, wird erschossen.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Der Schachspieler</title>
		<link>http://www.spiegelfechter.com/wordpress/485/in-zeiten-des-krieges/comment-page-1#comment-36039</link>
		<dc:creator>Der Schachspieler</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Feb 2009 19:15:21 +0000</pubDate>
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		<description>Im letzten Jahrtausend war es vielleicht noch verständlich das die &quot;Idealisten&quot; mit einer blutigen Revolution vorgehen mussten.

In diesem Jahrtausend sollte sich eine Änderung zu besseren Systemen nicht mehr an &quot;kriegerischen&quot; Revolutionen orientieren.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Im letzten Jahrtausend war es vielleicht noch verständlich das die &#8220;Idealisten&#8221; mit einer blutigen Revolution vorgehen mussten.</p>
<p>In diesem Jahrtausend sollte sich eine Änderung zu besseren Systemen nicht mehr an &#8220;kriegerischen&#8221; Revolutionen orientieren.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: aquadraht</title>
		<link>http://www.spiegelfechter.com/wordpress/485/in-zeiten-des-krieges/comment-page-1#comment-36038</link>
		<dc:creator>aquadraht</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Feb 2009 17:09:05 +0000</pubDate>
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		<description>@Hannilein: Es ist in meinen Augen ohne Kenntnis des Buches ein wenig billig, Peters abzuqualifizieren, weil sein Vater und Grossvater von Machnoleuten getötet wurden. Das erklärt vielleicht einen Teil seiner Motivation, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Sein Buch ist aber keinesfalls bloss eine Abqualifizierung Machnos und seiner Bewegung. Eine völlig neutrale Haltung zu Machno findet man ohnehin nicht, entweder sind da glühende Anhänger oder Gegner und Feinde jeder Abstufung.

Was die Plünderungen angeht: Klar kann man die Requisition nennen, und die Morde Exekutionen oder Liquidierungen. Die Machnoleute haben auch nicht als einzige geplündert, bei den Landverteilungen der Bolschewiki ging es oft nicht anders zu, und sie haben auch auf gar keinen Fall als einzige getötet. Was die sexuellen Gewalttaten, meist an Frauen und Mädchen der höheren Sozialschichten, angeht, werden bei Peters und nach meiner Erinnerung auch in anderen Quellen Fälle beschrieben, bei denen Machno mindestens Mittäter und Teilnehmer war. Über seine sexuellen Neigungen weiss ich nicht Bescheid, da habe ich auf die Schnelle nichts gefunden.

Es geht mir auch nicht im Traum darum, Machno niedermachen zu wollen. Auch wenn für Dich jemand, der auf Tendenzen in die übliche antibolschewistische Richtung eher skeptisch reagiert, reflexhaft zum &quot;Marxisten-Leninisten&quot; werden muss. Solche Zuschreibungen sind nicht nur wertlos, sondern entlarvend. Du solltest davon ablassen.

Was &quot;man&quot; in Bezug auf die Entwicklung der UdSSR hätte wissen können, halte ich für mehr als nur ein wenig fahrlässig. Bis 1928 wurde unter den Bolschewiki regelmässig die Frage der Wiederzulassung der anderen Arbeiter- und Linksparteien (die bis Anfang der dreissiger Jahre Büros in Moskau unterhielten) diskutiert - ok, und jedesmal vertagt. Man muss schon verbohrtester Geschichtsdeterminist sein, um da eine notwendige Entwicklung zu Tschistka und Gulag sehen zu wollen. Wer ein wenig Russisch kann oder sich auch nur der ins Deutsche, Englische, Französische etc. übersetzten Zeugnisse des vorstalinistischen Russlands ansieht, kann vor solcher antikommunistischer Ignoranz nur schaudern.

1925 waren in der gesamten UdSSR weniger als 100.000 Menschen aus allen Gründen in Haft, darunter kaum jemand aus im engeren Sinne politischen Gründen. Das ist eine Haftquote, die ganz erheblich unter unserer heutigen in Deutschland liegt. Emigranten konnten das Land frei bereisen, und machten  das auch. Die kulturellen und literarischen Blätter waren voll von Debatten aller möglichen Richtungen und Fraktionen.

Was Stalins Putsch angeht: Wie sonst soll man die Ermordung Kirows und die darauffolgende Terrorkampagne denn nennen? Ist die Erschiessung von 800.000 Menschen und die Inhaftierung einer noch viel grösseren Zahl für Dich keine Tragödie? Und behauptest Du allen Ernstes, die UdSSR nach 1931 unterscheide sich kaum von der zuvor?

Wer Stolypin war, musst Du mir nicht erzählen. Es ist aber komplett geschichtsblind, die Situation vor und nach dem ersten Weltkrieg gleichzusetzen. Die fast 5000 Gehängten in kurzer Zeit waren für die Periode vor dem ersten Weltkrieg eine gewaltige Zahl und verursachten Schaudern und Abscheu. Aber auch der militaristische preussische Pickelhaubenstaat mit seiner Sozialistenverfolgung hat bis zum 1. Weltkrieg genau null (0) oppositionelle Arbeiter erschossen und bis zu seinem Sturz zwei (2), nämlich Köbis und Reichpietsch. Um tausende Arbeiter abzuknallen (&quot;Gefangene werden nicht gemacht&quot; - Noske) bedurfte es der Sozialdemokraten. Andere Baustelle, zeigt aber den Zivilisationsbruch. Und der hat in den Gräben und Materialschlachten des Weltkriegs stattgefunden. Insofern ist Dein Argument ahistorisch und auch ein gutes Stück weit niedermachend gegenüber den revolutionären Strömungen jener Zeit.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Hannilein: Es ist in meinen Augen ohne Kenntnis des Buches ein wenig billig, Peters abzuqualifizieren, weil sein Vater und Grossvater von Machnoleuten getötet wurden. Das erklärt vielleicht einen Teil seiner Motivation, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Sein Buch ist aber keinesfalls bloss eine Abqualifizierung Machnos und seiner Bewegung. Eine völlig neutrale Haltung zu Machno findet man ohnehin nicht, entweder sind da glühende Anhänger oder Gegner und Feinde jeder Abstufung.</p>
<p>Was die Plünderungen angeht: Klar kann man die Requisition nennen, und die Morde Exekutionen oder Liquidierungen. Die Machnoleute haben auch nicht als einzige geplündert, bei den Landverteilungen der Bolschewiki ging es oft nicht anders zu, und sie haben auch auf gar keinen Fall als einzige getötet. Was die sexuellen Gewalttaten, meist an Frauen und Mädchen der höheren Sozialschichten, angeht, werden bei Peters und nach meiner Erinnerung auch in anderen Quellen Fälle beschrieben, bei denen Machno mindestens Mittäter und Teilnehmer war. Über seine sexuellen Neigungen weiss ich nicht Bescheid, da habe ich auf die Schnelle nichts gefunden.</p>
<p>Es geht mir auch nicht im Traum darum, Machno niedermachen zu wollen. Auch wenn für Dich jemand, der auf Tendenzen in die übliche antibolschewistische Richtung eher skeptisch reagiert, reflexhaft zum &#8220;Marxisten-Leninisten&#8221; werden muss. Solche Zuschreibungen sind nicht nur wertlos, sondern entlarvend. Du solltest davon ablassen.</p>
<p>Was &#8220;man&#8221; in Bezug auf die Entwicklung der UdSSR hätte wissen können, halte ich für mehr als nur ein wenig fahrlässig. Bis 1928 wurde unter den Bolschewiki regelmässig die Frage der Wiederzulassung der anderen Arbeiter- und Linksparteien (die bis Anfang der dreissiger Jahre Büros in Moskau unterhielten) diskutiert &#8211; ok, und jedesmal vertagt. Man muss schon verbohrtester Geschichtsdeterminist sein, um da eine notwendige Entwicklung zu Tschistka und Gulag sehen zu wollen. Wer ein wenig Russisch kann oder sich auch nur der ins Deutsche, Englische, Französische etc. übersetzten Zeugnisse des vorstalinistischen Russlands ansieht, kann vor solcher antikommunistischer Ignoranz nur schaudern.</p>
<p>1925 waren in der gesamten UdSSR weniger als 100.000 Menschen aus allen Gründen in Haft, darunter kaum jemand aus im engeren Sinne politischen Gründen. Das ist eine Haftquote, die ganz erheblich unter unserer heutigen in Deutschland liegt. Emigranten konnten das Land frei bereisen, und machten  das auch. Die kulturellen und literarischen Blätter waren voll von Debatten aller möglichen Richtungen und Fraktionen.</p>
<p>Was Stalins Putsch angeht: Wie sonst soll man die Ermordung Kirows und die darauffolgende Terrorkampagne denn nennen? Ist die Erschiessung von 800.000 Menschen und die Inhaftierung einer noch viel grösseren Zahl für Dich keine Tragödie? Und behauptest Du allen Ernstes, die UdSSR nach 1931 unterscheide sich kaum von der zuvor?</p>
<p>Wer Stolypin war, musst Du mir nicht erzählen. Es ist aber komplett geschichtsblind, die Situation vor und nach dem ersten Weltkrieg gleichzusetzen. Die fast 5000 Gehängten in kurzer Zeit waren für die Periode vor dem ersten Weltkrieg eine gewaltige Zahl und verursachten Schaudern und Abscheu. Aber auch der militaristische preussische Pickelhaubenstaat mit seiner Sozialistenverfolgung hat bis zum 1. Weltkrieg genau null (0) oppositionelle Arbeiter erschossen und bis zu seinem Sturz zwei (2), nämlich Köbis und Reichpietsch. Um tausende Arbeiter abzuknallen (&#8220;Gefangene werden nicht gemacht&#8221; &#8211; Noske) bedurfte es der Sozialdemokraten. Andere Baustelle, zeigt aber den Zivilisationsbruch. Und der hat in den Gräben und Materialschlachten des Weltkriegs stattgefunden. Insofern ist Dein Argument ahistorisch und auch ein gutes Stück weit niedermachend gegenüber den revolutionären Strömungen jener Zeit.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Lemmy Caution</title>
		<link>http://www.spiegelfechter.com/wordpress/485/in-zeiten-des-krieges/comment-page-1#comment-36037</link>
		<dc:creator>Lemmy Caution</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Feb 2009 15:44:47 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.spiegelfechter.com/wordpress/?p=485#comment-36037</guid>
		<description>Vergewaltigung? Mord? Lügen? Räuberhauptmann?
Lemmys choice: http://www.kas.de/wf/de/71.5230/</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Vergewaltigung? Mord? Lügen? Räuberhauptmann?<br />
Lemmys choice: <a href="http://www.kas.de/wf/de/71.5230/" rel="nofollow"></a><a href='http://www.kas.de/wf/de/71.5230/'>http://www.kas.de/wf/de/71.5230/</a></p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: name</title>
		<link>http://www.spiegelfechter.com/wordpress/485/in-zeiten-des-krieges/comment-page-1#comment-36036</link>
		<dc:creator>name</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Feb 2009 13:46:53 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.spiegelfechter.com/wordpress/?p=485#comment-36036</guid>
		<description>@Hannilein


Gewaltsam war die Revolution (wenn man deren unmittelbaren Machtübernahme sich direkt anschaut) von und zeitlich im Jahr 1917 in Russland durch die Bolschewiki ja eben nicht (auch wenn das die Bolschewiki propagandisch und filmisch später gegenteilig dargestellt hat). Das ist historisch erwiesen. Die unmittelbare Regierungsübernahme durch die Bolschewiki, das Zeitfenster zwischen der bürgerlichen Doppelregierung (der militärischen Kerenski Offensive) und dem Sturm auf das Winterpalais, war alles andere als gewaltsam.


Zeitlich gesehen ging die Gewalt innerhalb das Umbruches und Sturz des Zaren von den bürgerlichen Kräften aus, denen das national bürgerliche Russland und ein Krieg gegen Deutschland wichtiger war, als der Frieden und eine weitere soziale Veränderung. Es waren die bürgerlichen Kräfte um Kerenzki, die weiter Krieg führen wollten, und in den Bolschewiki um Lenin  &quot;geostrategische Agenten&quot; Deutschlands sahen.

Der Aufstand in Kronstadt, ist die Geschichte eines sozialen Konflikts zwischen bäuerlicher Produktion von Lebensmitteln und der städtischen Konsumtion, dem Austausch von Werten, unter den Bedingungen eines Bürgerskriegs, der sich zu einem direkten Kampf  um die politische Macht erneut entwickelte. Die Darstellung aus anarchistischer Sicht, die Bolschewiki hätte die Revolution verraten, indem sie gegen aufständischen Matrosen vorging, verschweigt, worum es den Führern des Aufstands und vieler daran Beteiligter Bürgerlicher wirklich letztlich ging: die Restauration der bürgerlichen Macht in Russland.

Die Frage, ob es eine friedlichere Entwicklung hätte geben können, stellte sich zu dem Zeitpunkt der direkten militärischen Intervention durch die bürgerlichen Staaten in Russland, die die Regierung stürzen wollten, nicht mehr. Der folgende Bürgerkrieg war in seiner Grausamkeit, mit dem Mantel der Grausamkeit ersten Weltkrieges bekleidet, direkt vorgezeichnet. Machno macht da in seinem praktischen &quot;Anarchismus&quot; und seinen politischen Forderungen und Handlungen keine Ausnahme. 

Ironischerweise hat Machno Nester später selbst im Exil in Frankreich in der Dielo Truda eingestanden, dass seine Bewegung über kein klares politisches Konzept verfügte, wie die Verteilung und Struktur der Städte zu den Dörfern sich gestalten sollte und wie die Verteilung und Produktion von Gütern in einem bäuerlich strukturierten Land wie Russland organisiert sein muss.

Seine Charakterisierung als idealistisch geprägter Räuberhauptmann unter Kriegebedingungen trifft es sicher genau.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Hannilein</p>
<p>Gewaltsam war die Revolution (wenn man deren unmittelbaren Machtübernahme sich direkt anschaut) von und zeitlich im Jahr 1917 in Russland durch die Bolschewiki ja eben nicht (auch wenn das die Bolschewiki propagandisch und filmisch später gegenteilig dargestellt hat). Das ist historisch erwiesen. Die unmittelbare Regierungsübernahme durch die Bolschewiki, das Zeitfenster zwischen der bürgerlichen Doppelregierung (der militärischen Kerenski Offensive) und dem Sturm auf das Winterpalais, war alles andere als gewaltsam.</p>
<p>Zeitlich gesehen ging die Gewalt innerhalb das Umbruches und Sturz des Zaren von den bürgerlichen Kräften aus, denen das national bürgerliche Russland und ein Krieg gegen Deutschland wichtiger war, als der Frieden und eine weitere soziale Veränderung. Es waren die bürgerlichen Kräfte um Kerenzki, die weiter Krieg führen wollten, und in den Bolschewiki um Lenin  &#8220;geostrategische Agenten&#8221; Deutschlands sahen.</p>
<p>Der Aufstand in Kronstadt, ist die Geschichte eines sozialen Konflikts zwischen bäuerlicher Produktion von Lebensmitteln und der städtischen Konsumtion, dem Austausch von Werten, unter den Bedingungen eines Bürgerskriegs, der sich zu einem direkten Kampf  um die politische Macht erneut entwickelte. Die Darstellung aus anarchistischer Sicht, die Bolschewiki hätte die Revolution verraten, indem sie gegen aufständischen Matrosen vorging, verschweigt, worum es den Führern des Aufstands und vieler daran Beteiligter Bürgerlicher wirklich letztlich ging: die Restauration der bürgerlichen Macht in Russland.</p>
<p>Die Frage, ob es eine friedlichere Entwicklung hätte geben können, stellte sich zu dem Zeitpunkt der direkten militärischen Intervention durch die bürgerlichen Staaten in Russland, die die Regierung stürzen wollten, nicht mehr. Der folgende Bürgerkrieg war in seiner Grausamkeit, mit dem Mantel der Grausamkeit ersten Weltkrieges bekleidet, direkt vorgezeichnet. Machno macht da in seinem praktischen &#8220;Anarchismus&#8221; und seinen politischen Forderungen und Handlungen keine Ausnahme. </p>
<p>Ironischerweise hat Machno Nester später selbst im Exil in Frankreich in der Dielo Truda eingestanden, dass seine Bewegung über kein klares politisches Konzept verfügte, wie die Verteilung und Struktur der Städte zu den Dörfern sich gestalten sollte und wie die Verteilung und Produktion von Gütern in einem bäuerlich strukturierten Land wie Russland organisiert sein muss.</p>
<p>Seine Charakterisierung als idealistisch geprägter Räuberhauptmann unter Kriegebedingungen trifft es sicher genau.</p>
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		<title>Von: Spiegelfechter</title>
		<link>http://www.spiegelfechter.com/wordpress/485/in-zeiten-des-krieges/comment-page-1#comment-36034</link>
		<dc:creator>Spiegelfechter</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Feb 2009 10:32:42 +0000</pubDate>
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		<description>@Christian und Horscht

Nö - es steckt da kein besonderer Hintergrund dahinter. Ich hielt die Geschichte nur für so interessant, dass es sich lohnt, einen Artikel darüber zu schreiben. Mehr nicht. Kritik an den Bolschewiki? Ist mW nicht nötig, da sie außerhalb der ehemaligen Jubelliteratur im real existierendem Sozialismus eigentlich bereits kritisch genug betrachtet werden.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Christian und Horscht</p>
<p>Nö &#8211; es steckt da kein besonderer Hintergrund dahinter. Ich hielt die Geschichte nur für so interessant, dass es sich lohnt, einen Artikel darüber zu schreiben. Mehr nicht. Kritik an den Bolschewiki? Ist mW nicht nötig, da sie außerhalb der ehemaligen Jubelliteratur im real existierendem Sozialismus eigentlich bereits kritisch genug betrachtet werden.</p>
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		<title>Von: Horscht</title>
		<link>http://www.spiegelfechter.com/wordpress/485/in-zeiten-des-krieges/comment-page-1#comment-36033</link>
		<dc:creator>Horscht</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Feb 2009 10:15:57 +0000</pubDate>
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		<description>Habs als Bildungsergänzung aufgefasst, der Hintergedanke ist mir auch entgangen, gabs den vielleicht gar nicht? War aber sehr interessant, wird ja recht selten thematisiert diese Zeit. Obs eine Kritik an den Bolschewiki war?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Habs als Bildungsergänzung aufgefasst, der Hintergedanke ist mir auch entgangen, gabs den vielleicht gar nicht? War aber sehr interessant, wird ja recht selten thematisiert diese Zeit. Obs eine Kritik an den Bolschewiki war?</p>
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