Kachingle – eine Chance für den Online-Journalismus
geschrieben am 19. Februar 2009 von Spiegelfechter
Alle Jahre wieder keimt bei den Online-Ablegern großer Printmedien die Diskussion auf, wie man die Online-Leser zur Kasse bitten könnte. Der Online-Journalismus steckt zweifelsohne nicht nur in einer Sinn- sondern vor allem in einer wirtschaftlichen Krise. Die Werbeeinnahmen sind karg und ohne den speziellen Content, der von der eigentlichen Hauptverwertungsschiene „Print“ abfällt, könnte wohl kaum ein größeres Nachrichtenangebot im Internet überleben. Die Symbiose von Print und Online ist allerdings problembeladen. Je mehr Inhalte kostenlos online verfügbar sind, desto geringer ist der Mehrwert eines Print-Abonnements. Für die U-Bahn, den Zug, den Flieger oder den Freizeitgenuss unter freiem Himmel sind die gedruckte Zeitung und das gedruckte Magazin zwar konkurrenzlos, rückgängige Auflagezahlen zeigen jedoch, dass das allein nicht reicht. Jeder Leser, der von Print zu Online wechselt, mindert die Einnahmen der Medienkonzerne. Nicht nur die wegfallenden Verkaufserlöse stellen dabei ein Problem dar, sondern vor allem die geringeren Werbeeinahmen. Werbung, die einen Onlineleser erreicht, wird wesentlich schlechter bezahlt, als Werbung im Printbereich. Werbeblocker á la Addblock, die von erfahrenen Internetnutzern verwendet werden, sind für die Contentanbieter ebenfalls nicht eben von Vorteil.
Unabhängig von der ideologischen und programmatischen Ausrichtung eines Blattes, steht der wirtschaftliche Aspekt oben auf der publizistischen Agenda. Auch wenn eine Zeitung oder eine Online-Seite in Sachen Renditeerwartung nicht unbedingt mit den magischen Produkten der Finanzjoungleure konkurrieren muss, so sollte sie doch zumindest eine schwarze Null schreiben. Auch Journalisten müssen Miete zahlen und ihren Kindern was zu essen kaufen – viele idealistische Netzbewohner vergessen das immer wieder nur all zu gerne. Auch Blogs können ihre Relevanz im Medienspektrum nur dann gegen die professionelle Konkurrenz aus dem Print-Bereich verbessern, wenn sie zumindest teilweise professionell arbeiten können. Zeitaufwändige Recherchen, Telefonate oder gar Reisen kosten Geld, und nicht jeder Bürgerjournalist in spe kann es sich leisten, so viel in sein Hobby zu investieren. Das Ehrenamt ist eine schöne Sache, nur ist es elitär.
Insofern stehen SPIEGEL-ONLINE und der Blog um die Ecke prinzipiell vor dem gleichen Problem. Beide versuchen es allerdings auf verschiedene Art und Weise zu lösen. Während SPIEGEL-ONLINE sich von seinen Werbekunden für jeden Klick der User bezahlen lässt, setzen viele Blogs und alternative Internetmedien auf freiwillige Spenden. Das führt dazu, dass Medien á la SPIEGEL-ONLINE sich dem Boulevard annähern und sinnfreie Klickorgien provozieren – ein spärlich bekleidetes B-Promi-Küken produziert nun einmal mehr Klicks, als eine aufwändige Recherchearbeit eines Auslandskorrespondenten. Journalistisch ist dies freilich ein Offenbarungseid, wirtschaftlich erscheint dies allerdings nur logisch. Blogs und alternative Medien sind hingegen darauf „angewiesen“, Qualität zu liefern – denn für Klickorgien und spärlich bekleidete B-Promi-Küken spendet glücklicherweise niemand.
Die Spendenbereitschaft hat allerdings auch ihre Grenzen. Ein qualitativ hochwertiges Internetformat, das pro Tag drei bis vier ausgesuchte Artikel von freien Journalisten oder guten Bloggern bringt, wäre in Deutschland auf diese Art und Weise schwer zu finanzieren. Eine Art „Asia-Times“ für deutsche Leser, die sich kritisch mit außen-, wirtschafts- und sozialpolitischen Themen auseinandersetzt, könnte sich auf Spendenbasis schwerlich finanzieren. Werbekunden sind auch nicht sonderlich an solchen „subversiven“ Erzeugnissen interessiert. Dort treiben sich nun einmal nicht die Premiumkunden herum – jung, konsumgeil und trendaffin. Ein solches Projekt ließe sich zur Zeit wohl nur über Mäzene realisieren und die sind bekanntlich rar.
Micro-Payment oder Abomodelle funktionieren in der Masse nicht. Nur exklusive Angebote, wie z.B. Stratfor, oder Angebote für eine äußerst betuchte Leserschaft, z.B. das Wallstreet Journal, können so etwas realisieren. Viele Leser sind zwar prinzipiell bereit, einen bescheidenen Obolus für Inhalte zu entrichten, die gefallen. Dies darf allerdings weder auf ein Abonnement noch auf Bezahlcontent hinauslaufen, den man erst nach der Zahlung zu Gesicht bekommt – beides wird, das zeigt die Vergangenheit, vom Leser nicht angenommen. Die Krise der großen Verlagshäuser könnte jedoch zu einer Entwicklung führen, die allen Seiten gefallen könnte – Bloggern, freien Journalisten und auch den großen Medienkonzernen selbst. Eine solche eierlegende Wollmilchsau könnte dem kalifornischen Start-Up Unternehmen Kachingle geglückt sein.
Wenn der Dienst einst realisiert werden sollte, gestaltet er sich als freiwilliger Bezahldienst für Online-Inhalte. Der zahlungswillige Leser kann dann einen freiwilligen Monatsbetrag für seine Inhalte veranschlagen – im vorgestellten Modell sind dies 5 US$. Diese Summe wird dann an die Seiten ausbezahlt, die den Dienst implementiert haben, und die der jeweilige Leser für unterstützenswert hält und auch besucht. Dazu ein Beispiel: Heinz Müller möchte gerne auch die Seiten unterstützen, die er häufig liest. Er wird Mitglied bei Kachingle und richtet dort einen Dauerauftrag über 5 Euro im Monat ein. Das Modell wird von SPON, den Nachdenkseiten und dem SPIEGELFECHTER unterstützt – alle drei haben den Kachingle-Button auf ihren Seiten. Müller surft im Monat 25 mal bei SPON vorbei, 20 mal bei den Nachdenkseiten und 5 mal beim SPIEGELFECHTER. Nur bei den Nachdenkseiten und beim SPIEGELFECHTER drückt Müller auf den Kachingle-Button, um die Seiten als „unterstützenswert“ zu markieren. Durch sein Surfverhalten kriegen die Nachdenkseiten 20 Credits, der SPIEGELFECHTER 5 Credits und SPON geht leer aus, da Müller SPON nicht mag und daher den Kachingle-Button von SPON auch links liegen ließ. Am Ende des Monats werden die Credits nun eingelöst, die Nachdenkseiten bekommen vier Euro und der SPIEGELFECHTER einen Euro, während SPON natürlich in die Röhre guckt. Wenn Müller sich nun über den schwarzen Humor des SPIEGELFECHTERS aufregt und die Seite entweder nicht mehr besucht, oder den Kachingle-Button auf dem SPIEGELFECHTER deaktiviert, stoppt automatisch die Zahlung – im letzteren Falle sogar, wenn Müller hin und wieder die Seite besucht (natürlich nur, um sich aufzuregen). Natürlich gibt es nicht nur Müllers, sondern auch Meiers, die SPON mögen. Den Besucherzahlen nach gibt es mehr Meiers als Müllers und das ist auch der Grund, warum die großen Medienkonzerne ebenfalls an Kachingle interessiert sind.
Kachingle ist ein durchdachtes Konzept, das fair ist. Niemand wird von den freien Inhalten ausgesperrt, wer zahlen will, kann dies unbürokratisch und einfach machen. Vor allem hat Kachingle natürlich dann ein großes Potential, wenn es von den ersten großen Medienkonzernen angenommen wird. Wenn der Dienst eine größere Anzahl von Nutzern hat, wird er sicher von vielen Internetseiten implementiert werden. Ein großes Fragezeichen bleibt jedoch: Wie geht Kachingle mit den Nutzerdaten um? Während die großen Medienkonzerne bekanntlich keine Probleme damit haben, das Surfverhalten der User auszuspionieren, ist so etwas für Blogs und alternative Medien ein rotes Tuch. Wenn Kachingle ein schlüssiges Datenschutzkonzept beinhalten sollte, könnte es in der Tat den Online-Journalismus revolutionieren.
P.s.: Auch der SPIEGELFECHTER finanziert sich über Spenden und freut sich über jede milde Gabe. Bei Bedarf gibt es auch gerne die Kontonummer – eine kurze Mail genügt.
Jens Berger
![]()
| Tags: Medien | |
![]() |
Partnersuche im Internet Vertrauen Sie Deutschlands Nr. 1 Wissenschaftlich fundierter Test www.PARSHIP.de |










Kommentieren
Artikel
Kommentare
eMail-Abo
Da müßte sich eine neue Bezahl-Moral einstellen. Ich zahl beispielsweise häufiger freiwillig, allerdings bisher nur für Progger & Consultant Material.
Für die Zeitungen seh ich echt schwarz. Das Angebot an Umsonst-Zeugs wird einfach immer diversifizierter. Die einzigen Zeitungen, die ich mir noch kaufe, sind solche mit langen Artikeln, also sowas wie Le Monde Diplomatique Deutschland Edition und Freitag. Manchmal zahle ich für Artikel des Neuen Deutschland. Bei Junge Welt sind ja die meisten Artikel für lau. Natürlich reizt mich so eine politische Leserreise in ein lateinamerikanisches Land mit der Jungen Welt. Muss ich aber vorher noch zum Karate-Kurs. Für die chilenische The Clinic würd ich auch gerne bezahlen. Wird aber leider nicht über den Äquator geschickt.
Ansonsten bekommt man heute alles im Netz für lau.
The Economist, NYTimes, El País, El Mercurio, Pagina12, clarin.
Dann ist an chilenischen Unis das Podcast-Fieber ausgebrochen. Interessante Politiker-Interviews, Streitgespräche zwischen eingeladenen Entscheidungsträgern und Top-Experten.
Blogs von Krugman und marginalRevolution im anderen Feld.
Huffington Post.
An politischer Information jeden flavours gibts definitiv ein sehr reichhaltiges Angebot.
@Lemmy
Eben das ist ja das “Problem” – es ist kein Problem für den Leser, sondern eines für den Contentlieferanten, egal ob er jetzt eine Zeitung oder ein Blog ist. Da niemand Leser ausschließen will, kann das nur über Freiwilligkeit funktionieren. Lass es mal in D “nur” 500.000 Leute geben, die freiwillig 5 Euro p.M. in einen solchen Pott schmeißen würden. Das wären 2,5 Mio. Euro pro Monat, die verteilt werden könnten. Gerade für kleinere Zeitungen, die gute Sachen machen (so auch die von Dir genannten) wäre das eine sehr gute Sache.
In Software funktioniert das auch finanziell recht gut, weil Leute sich darüber Kunden adquirieren können. Im politischen Bereich ist das deutlich schwieriger.
Die theoretisch denkbare GEZ kann man für die Zwecke auch vergessen, da die auf ein middle-of-the-road Programm drängen würden. Dass ich als absoluter Freund der politischen Mäßigung (übrigens auch gegen Libertäre), es total klasse finden, dass auch Leute mit mehr abseits liegenden Agenden ihre Meinung verbreiten können, teilen Staatsgeld verwaltende vermutlich so nicht.
Wie wird dabei garantiert bzw. sicher gestellt, dass dieses Klicksystem auch betrugssicher ist?
Man könnte ja auf die Idee kommen, dass man mehrmals den Button klickt, bzw. klicken lässt, um so künstlich mehr Credits/Punkte zu erzeugen als man tatsächlich bekommt?
Es hält ja SPON nicht davon ab (nur als Beispiel genommen, weil sie in deinem leer ausgingen) jemanden zu engagieren und klicken zu lassen.
Mal etwas pöbelig:
Weg mit den scheiss GEZ-Medien, weg mit den Standardmedien, ihren Agenturmeldungsabschreibern und Billigkommentatoren, weg mit SPOn, tagesschau.de und Konsorten!
@Sf
Ist das nicht die klassische Trittbrettfahrer-Konstellation? Das heißt, am Ende zahlt keiner.
@RN
Das ist natürlich eine weiter Kernfrage, die sich erst in der Praxis beantworten lassen wird.
Da …
… allerdings nicht Klicks in tot gezählt werden, sondern eine “persönliche” Statistik geführt wird, geht das so nicht. Du kannst nur über “Dein” Abo verfügen und dann kannst Du auch eine Seite 1.000mal anklicken, das zählt trotzdem a) nur 1x und b) nur für “Dein” Abo, also z.B. die 5 Euro.
Können sie machen, nur würde das nichts bringen, da die “bezahlten Klicker” ja nur ihre eigenen Abogelder verteilen.
@Karl-Heinrich
Sehe ich nicht so – da letztendlich ja jeder Leser frei entscheiden kann, ob er dabei mitmacht.
Ja, bereits nach dem zweiten Absatz ging mir durch den Kopf, dass es der Pferdefuß bei der Idee sein wird. Man kann sich zwar – rein technisch gesehen – einfach bis simpel beim Buttondrücken als XYZ erkennen und verifizieren lassen, ohne auf jeder kruden Ecke als XYZ aufzutauchen und sich durch ganzes Internet tracken zu lassen, nur ist eine vertrauenswürdige Lösung für diverse Browser (und ggf. Systeme) nicht ganz so simpel.
Eigentlich nicht als XYZ, sondern schlicht als ein Kachingle-User – das reicht.
Pardon? Also wenn ich mich nicht verlesen habe (quergelesen), dann nehmen die für diese Leistung (Datenverschieben) 20% Gebühren. Insofern dürfte dann deine Berechnung natürlich auch nicht mehr korrekt sein…
Mir erscheint dies ein sehr hoher Preis…
Moin Jens,
die Idee mit dem freiwilligen Bezahlen bei Gefallen finde ich gut.
Ich bin sehr langer Spiegelleser, denn das Blatt war richtig gut, aber nach 2003 fand eine absolute Änderung zum Negativen hin statt, heute habe ich nur noch Verachtung für den “Der Spiegel” übrig, vermutlich auch aus Enttäuschung. Eine pauschale Bezahlung finde ich nicht gut, das auch verlogenen Artikel bezahlt werden. Die Art “Kachingle” wäre da eine Lösung, auch “alternative” Medien wie Blogger können profitieren. Zudem wäre quasi aus dem Grunde des Geldverdienstes (auch Blogger müssen leben) gezwungen, Qualität zu liefern. Das bietet die Möglichkeit, das es mäßig bis gute Bloggs gibt, die Artikel aus Überzeugung und Zeitvertreib schreiben und gelegentlich etwas verdienen, aber die regelmäßigen Schreiber würden eher für ihren großen Zeitaufwand entschädigt.
Wichtig ist aber die Art der Bezahlung: Blogger bedeutet Opposition, und sind deshalb unseren Politikern wegen mangelnder Kontrollmöglichkeiten “ein Dorn im Auge”. Die Überweisungsmöglichkeiten wären da eine gute Möglichkeit an Daten “systemkritischer” Menschen zu geraten. Ein Spiegelleser wird möglicherweise keine Einwände haben, aber andere schon. Eine zuverlässige und datengeschützte Zahlung ist wohl einer der absoluten !!!!!!! Grundvoraussetzungen.
Viele Grüße und viele Erfolg (ich werde dabei sein) … Elvloots
PS: Tip zur Gestaltung: Es wäre gut, wenn einerseits das Texteingabefenster größer wäre oder der Abstand zwischen diesem und der Vorschau kleiner. Verhindert ein häufiges “Hin-und-Her” beim Schreiben längerer Texte. Die Möglichkeit, oben schreiben und unten lesen (überprüfen) ist aber gut.
@Elvloots: Falls du Firefox benutzt, probier’s mal damit:
http://www.erweiterungen.de/detail/Resizeable_Textarea/d6bede4dee22db6040ce2e51f31e3251
Und diese ist auch gut, wenn man Texte vergleichen will:
http://www.erweiterungen.de/detail/Split_Browser/d6bede4dee22db6040ce2e51f31e3251
Also ich finde das System an sich recht gut, aber ich denke, die breite Masse wird nicht bereitwillig für Content zahlen. Denn in vielen Blogs werden die selben, gerade aktuellen Themen bearbeitete, genauso wie in den Online Zeitungen, da ich den gleichen Inhalt habe, eine Entscheidung zu treffen, wen ich unterstützen will, ist es schwierig. Aber wenn zumindest ein paar, für wirklich hochwertige Seiten den Button drücken, kann es zu einem völlig neuen Bild im Web führen.
Und dann kommt der Staat und will alle Daten von Kachingle auswerten… es könnte ja jemand Angebote mit Terrorismus, Raubkopien oder sonstwas unterstützen… das ist dann richtig toll, denn dann gibt es Profile die nicht nur aussagen was man liest, sondern vielmehr noch was man für gut befindet.
Die Idee von Kachingle ist, neutral betrachtet, toll, aber im gegenwärtigen politischen Umfeld halte ich das Missbrauchspotential der Daten für zu hoch.
Ich stimme dir zu, die Idee hat Charme und spricht Leser an, die bereit sind, für Qualität zu zahlen, und die ihre Informationen gerne aus verschiedenen Quellen beziehen. Für ein best-Of TAZ, FR, FAZ, SZ, SPON, Zeit, etc. würde ich durchaus zahlen, aber kein einziges dieser Medien aussschliesslich abonnieren.
Aloha,
ich persönlich bin auch ein Fan von freiwilligen Spenden. Dies beeinhaltet für mich ja, dass ich den Autoren, Webseiten, Bloggern etc. meine Wertschätzung nicht nur durch meine Kommentare zeige, sondern Ihre Arbeit in finanzieller Form unterstütze.
Das Konzept ist eine gute Idee, die sich mit Sicherheit noch ausbauen, erweitern und verfeinern lässt … allerdings verpflichte ich mich ja, dem im Artikel genannten Unternehmen mtl. Geld zukommen zu lassen, was quasi wieder eine Art von Abo darstellt.
Informationen zu politischen oder sonstigen Weltgeschehen finde ich ja heutzutage in jedem Blog und ich mache mir ja die Arbeit und suche nach diesen Informationen. Vorgekaute und durch den Filter geschickte Nachrichten kann ich auch sehen, wenn ich die Glotze anmache. Es ist die individuelle Vielfalt des “Onlinejournalismus” die ich schätze, weche mir die Möglichkeiten bietet, Nachrichten zu vergleichen und mein eigenes Resümee zu ziehen.
Daher bin ich eher jemand, der mal n paar Euro freiwillig an diese oder jene Seite spendet, wenn mir ein Artikel besonders gut gefallen hat, aber ein Abo, was meine “Spenden” verteilt würde ich dann doch nicht einrichten wollen.
Sehr interessantes Projekt. Weiß einer wann das genau starten wird?
Ich denke, dass könnte sich durchsetzen, da es gerecht ist und man selber wählen kann, wessen Content man honorieren möchte. Hohe Gebühren und freizügiger Umgang mit Daten könnte die Blogger aber abschrecken, wie Spiegelfechter schon geschrieben hat.
@Kati am 20. Februar 2009 um 08:17
Vielen Dank für den Hinweis.
Viele Grüße … Elvloots
Die Krise der Printmedien ist zum Teil hausgemacht. Leider haben ehedem gute Tageszeitungen an Niveau verloren, beispielsweise die von mir seit ca. 30 Jahren gelesene – und stets bezahlte! – Frankfurter Rundschau. Ich werde nie nur im Internet lesen, denn schon allein vom Handling her ist die Printausgabe einer Zeitung wesentlich besser. Aber Blogs sind mittlerweile zu mehr als bloß einer Ergänzung herangewachsen. Warum eigentlich?
Es ist für die Printmedien ziemlich beschämend: Kritische Bewertungen des Tagesgeschehens findet man in zunehmendem Maße bei den “unprofessionellen” Schreiberlingen. Es genügt eben nicht, hauptsächlich Agenturmeldungen abzudrucken. Mit anderen Worten: Die Zeitungsverlage sind inzwischen einfach zu angepasst, viel zu stromlinienförmig (nur tote Fische schwimmen mit dem Strom).
Das zeigt sich etwa in der Berichterstattung über die Finanzkrise. Viele Blätter, die früher das hohe Lied des Neoliberalismus gepredigt haben, fallen jetzt über die ach so bösen Manager her. Haben wir doch schon immer gesagt, dass der Casino-Kapitalismus irgendwann ein böses Ende findet, oder nicht? Kommentar: absolut unglaubwürdig. Kein Wunder, wenn man damit keine alten Leser binden und neue hinzugewinnen kann.
Im Internet für Inhalte bezahlen? Nun, das vorgestellte System könnte eine Lösung sein. Aber erfahrungsgemäß wird überall dort, wo Geld eine Rolle spielt, zumindest auch auf die Moneten geschielt. Geld verdirbt bekanntlich den Charakter. Wenn Jens Berger im Spiegelfechter demnächst barbusige Frauen zeigt, könnte das paradoxerweise seine Klickrate wesentlich erhöhen. Sex sells. Ob er die Qualität seiner Artikel beibehalten wird, steht auf einem anderen Blatt. Es könnte sich nämlich für ihn buchstäblich lohnen, weniger Text und stattdessen mehr attraktive Frauen zu präsentieren. Vor so etwas schützt auch Kachingle nicht.
Blogger sollten daher gegenüber der Kommerzialisierung ihres Hobbies eine kritische Haltung einnehmen.
Hallo, Jens,
ich bitte in meinem Blog alle Artikel für Mau an. Und dies wird weiterhin so bleiben!
Warum meinen die A-Blogger ständig, daß sie mit ihren Blogs Kohle scheffeln müssen? Zuviel Schäffler-Tragödie gelesen oder was?
Ich betreibe meinen Blog, um die Leute objektiv zu informieren, was wirklich abläuft. Immer öfter bin ich inzwischen gezwungen, Themen reinzunehmen, die eigentlich in anderen Blogs mehr als genug totgelabert wurden. Aber ich bin dazu gezwungen, weil immer mehr Blogs (und Blogger) freiwillig dazu über gehen, AdSense-Werbung auf ihren Blogs laufen zu haben. [Wer für eigene Produkte auf seinem Blog wirbt, kann dies ruhig, dies findet nicht meine Kritik und wird von mir auch nicht beanstandet.]
Aber wer unbedingt mit seinem Blog Kohle machen will, vergißt dabei, daß er sich damit automatisch jenen Gruppen öffnet, denen beispielsweise die Inhalte seines Blogs nicht gefallen! Also wird von Seitens des Anzeigennehmers automatisch Einfluß auf die Bloginhalte genommen werden – nun ist ja eine Möglichkeit der Erpressbarkeit der Macher vorhanden! Kohle, Schotter, Geld!
Nichts gegen irgendwelche Nachverfolgungssysteme (die dann auch noch Geld bringen) und es Schäuble noch einfacher machen, politisch unerwünschte Kreaturen noch schneller dingfest und damit mundtot zu machen. Wer will, kann gerne an diesem Projekt teilnehmen. Aber er riskiert nicht nur seine Kohle, sondern auch wegen seiner Gesinnung dann mehrere Jahre Knast. (Und das es bald so weit sein wird, daß dies amtliches Gesetz wird, dürfte ja auch nicht mehr so lang hin sein.)
Worauf ich hinaus will, ist folgendes:
Als Blogger (oder Bürgerjournalisten, wie du es abfällig nennst) stehen wir außerhalb der normalen Journaille. Wir kommentieren und berichten über die Dinge, die von der Printpresse übersehen oder als nicht wichtig erachtet werden. Lassen wir uns aber über Werbung oder über ein freiwilliges, nachverfolgbares Kassiersystem, in unseren Kram reinreden, werden wir bald nicht mehr bloggen. Oder nicht mehr die INHALTE, die wir eigentlich wollen.
Und genau deshalb suche ich nur Blogs auf, die es genauso halten – oder nur Werbung für eigene Produkte schalten – weil nämlich nur so unsere Unabhängigkeit gesichert bleibt. Mir ist lieber, ich finanziere meinen Blog von H4 als nämlich hinterher feststellen zu müssen, daß ich mich habe kaufen lassen, wie so viele andere. Da vertrete ich dann eher offen meine Meinung als hinterher wie der letzte Depp auszusehen, weil ich nach Kohle gierte und somit kaum besser als Ackermann gewesen bin!
Sorry, ich sehe es nun einmal so.
MfG
@Andreas
Das ist löblich und wunderschön für Dich. Lass mich raten – Du gehörst zu einer der folgenden Gruppen:
- Etabliert/wirtschaftlich unabhängig: Geld ist Dir prinzipiell schnuppe, da Du einen gut bezahlten Job mit festen Arbeitszeiten hast. Du wirst nie in die Konfliktsituation kommen, in der Du entscheiden musst, ob Du was für einen Blogartikel machst oder Geld verdienen musst, weil sich Rechnungen nicht von alleine bezahlen. Herzlichen Glückwunsch. Andere zu kritisieren, die nicht dieses Privileg haben, ist allerdings hochnäsig und arrogant.
- Abgebrannt/Hartz-IV: Jeder Cent, den Du bekommst, wird die eh weggenommen oder vom Amt bei Deinen Leistungen abgezogen. Shit happens – aber nicht jeder kann derart unfreiwilig auf Geld verzichten.
- Hobbyblogger: Für einen Artikel musst Du weder stundenlang oder gar tagelang recherchieren – Du „investierst“ nicht mehr als vier Stunden am Tag in Dein Hobby und die Frage, ob Du bezahlte und unbezahlte Zeit gegeneinander aufrechnen musst, stellt sich gar nicht. Für Deine Artikel musst Du auch keine höheren Kosten, wie Auslandtelefonate, Reisekosten, kostenpflichtige Ticker-/Exklusivdienste und so weiter erbringen. OK – damit gehörst Du der Majorität der Blogger an, die Minikommentare zu Artikeln verfassen, die Journalisten oder Blogger erarbeitet haben, die davon zumindest zum Teil leben.
Warum kommen VW-Bandarbeiter, Lehrer oder Friseusen auf die vermessene Idee, für ihre wunderschöne Beschäftigung auch noch Geld zu verlangen?
Das verstehe ich jetzt aber nicht. Weil andere Blogs Werbung haben, musst(!) Du die Themen noch einmal aufgreifen?
So so – Werbung=Beeinflussung des Seiteninhabers?
Ich habe Werbung und kann beileibe nicht sagen, dass auch nur im Ansatz versucht wird, Einfluss auf redaktionelle Dinge auszuüben. Bei Technik-Blogs mag das vielleicht anders sein, bei politischen Blogs ist diese Unterstellung schlichtweg absurd.
Yep – Amen. Auf diesem Niveau möchte ich gar nicht antworten.
„Wir“ sind also reine Schmarotzer und Parasiten, die von den Abfällen der Printpresse leben? Siehste mal, und genau das soll und muss sich ändern. Das kann sich aber nur ändern, wenn „wir“ nicht die Zweitverwerter der Printpresse sind, sondern mit ihr auf gleicher Augenhöhe arbeiten. Und das geht nun einmal nur mit Professionalität und die erfordert auch materielle Unabhängigkeit.
Du unterstellst mal wieder, dass Einfluss ausgeübt wird. Anscheinend hast Du den Artikel gar nicht gelesen. Der Leser ist es, der bei Kachingle entscheidet, wo das Geld hingeht. Ein guter Blogger, der unabhängig berichtet, kriegt dann sicher auch mehr, als ein angepasster Opportunist.
Und was machst Du dann hier?
Wie edel! Deine Frau und Kinder werden sicher begeistert sein! Das ist auch toll für Deinen Blog! Wenn Du von der ARGE zu tollen Tätigkeiten verdonnert wirst und während dieser Zeit natürlich nicht schreiben kannst, wird dies Deinem Blog sicher gut tun.
Jop – jeder, der Geld verdient, ist ein Ackermann und hat seine Seele verkauft. Bist schon ein ganz Großer!
@Michael Kostic: 20% sind ganz okay, wenn man bedenkt, das davon ja auch die Payment-Provider (ala PayPal, ClickandBuy etc.) bezahlt werden müssen. Die kassieren locker 3-5% oder fixe Kosten pro Transaktion.Wenn bei teilnehmenden Seiten dann alle Zugriffe getracked werden, damit nachher die Ausschüttung je nach Zugriffen verteilt werden kann, wird da auch einiges an Infrastruktur benötigt. Das lässt sich nicht mit kostenlosem Webspace realsieren.
Ich für meinen Teil wüsste neben dem Spiegelfechter durchaus ein paar weitere Seiten, die ich auf diesem Wege unterstützen würde. Die Integration in Feedreader (bei mir Google Reader) wäre allerdings essentiell.
Hallo, Jens,
als ich deine Antwort las, mußte ich tatsächlich schmunzeln. Drehen jetzt alle alten A-Blogger durch, nur weil sie Mr. Basic toppen wollen? Scheint für mich fast so. Aber einige deiner Aussagen kann ich nicht unkommentiert stehen lassen:
Da scheinen wir beide verschiedene Ansichten darüber zu haben, was politisches Blogging überhaupt ist. Du kannst mich gerne aufklären, obwohl ich bei deinen Artikeln immer öfters einen Drall leicht rüber ins neoliberale Lager feststellen kann.
Ich schreibe, weil es mir Spaß macht und weil ich die Leute darüber aufklären will, wie verschiedene Dinge funktionieren. Und zwar so darüber aufklären, daß sie mitbekommen, wie sie vom System verarscht werden.
Und ich bezweifle, daß mir das Amt etwas wegnehmen könnte, wenn ich davon abhängig wäre. Aber es ist interessant, wie sehr du auf die Hartz-abhängigen Blogger im Net herab schaust. Fühlst du dich dadurch besser, in dem du dies tust?
Auch so wieder eine deiner falschen Ansichten über Hobbyblogger. Nur vielleicht ist es so, daß diese vielleicht nicht deine Ausgaben haben (vielleicht benutzen sie ihr eigenes Auto, anstatt Bus und Bahn oder den Flieger zu benutzen). Ich finde es sowieso lustig, wenn man auf seinem eigenen Blog schon keine Exklusivität bietet, sich dann auch noch kostenpflichtige Ticker zu leisten. So etwas deutet auf ein falsches Verständnis der Kosten/Nutzen-Leistungsbilanz hin. Man kann eine Menge guter Informationen auch für Mau bekommen. Man muß nur die richtigen Quellen kennen. Hobbyblogger kennen diese meistens – und recherchieren auch manches Mal stundenlang für einen Artikel im Net, um die Sache richtig darstellen zu können. Aber sie machen es, weil sie Dinge klar stellen – und nicht vernebeln – wollen!
Wie es aussieht, hast du ein falsches Verständnis von Blogging im allgemeinen entwickelt, oder siehst dich bereits als die neue Generation der Journalistenkaste an. (Dies ist dir ungenommen und mir im Grunde scheißegal.) Ich tippe hier eher auf zweites!
In 90% aller Fälle, in denen ich bisher kritische Blogs beäugt habe und deren Macher zur Werbung griffen, um sich entweder selbst zu finanzieren oder ihren Blog, war kurz danach eine Beeinflussung (auch ihrer Wortwahl) deutllich festzustellen. Das daraufhin auch Leser wegblieben, muß ich hier nicht noch zusätzlich betonen.
Noch nicht. Kommt aber bestimmt. Deshalb hast du dich auch von deinen normalen Themen abgewandt und schreibst seit neuestem lieber bei Telepolis, weil du dich auf deinem eigenen Grund nicht mehr so frei ausdrücken darfst. Du hast doch schon angefangenen mit der Schere im Kopf zu schreiben! :)
Dies ist aber das einzige Argument, in dem wir überein stimmen. Und ich sehe mich nicht als Resteverwerter. Zudem: Recycling ist etwas schönes, da kommen manchmal Sachen ans Licht, die die normale Printpresse eigentlich im Keller zu halten versucht hatte. Also so schlecht kann dies nichts sein. Blogger jedoch Parasiten zu nennen, finde ich lustig an dieser Stelle. Wenn du dich als Parasit siehst, erklärt es natürlich, daß du durch dein Blogging gGeld verdienen willst. :)
Legende!
Nein, es erfordert nur einen wachen Verstand, ein wenig Phantasie und die richtigen Quellen. Quellen, die die Journaille schon seit längerem zu ignorieren begonnen hat. (Und auch vorher nur sporadisch nutzte.) Natürlich können wir mit Journalisten auf gleicher Augenhöhe arbeiten, sieh’ dir hier nur Don Alphonso an. Der wechselte auch nur aus finanziellen Beweggründen das Lager – und schreibt heute für die MSM!
Ich habe ihn gelesen. Und im Gegensatz zu den normalen Lesern hier wohl auch als Einziger verstanden.
Sicher?
Hier machst du doch im Moment den angepassten Opportunisten.
Du verteidigst ein System, daß dich vielleicht wirtschaftlich unabhängig machen würde, aber deutlichen Einfluß auf deine Art zu Schreiben nimmt. Und selbst wenn der Leser entscheidet, wohin das Geld letztlich geht. Wer sagt denn, daß es nicht so endet, wie bei der GEZ, wo am Schluß die Kohle bei den Großen und nix bei den Kleinen landet???
Ich bin ein Fan deiner Artikel, mehr aber auch nicht. Da deine älteren Sachen durchaus noch von einem kritischen Geist zeugen. Der in den letzten zwei Jahren immer angepaßter wurde.
Laß’ die Familie bitte raus, ich kritisiere ja auch nicht deine, weil sie dich immer noch schreiben läßt. Und ja, diese Grundeinstellung ist sehr gut für meinen Blog! Sie ist nämlich, im Gegensatz zu den Aussagen einiger anderer Blogger, wenigstens ehrlich!
Du träumst.
Ein guter Blogger hat immer Ideen in Vorbereitung und auch die Möglichkeit, den Kram auch auf der Arbeit online zu bringen. Selbst in einem EEJ geht das, wenn man nur weiß, wie es geht. Und was TSG kann, dürfte ich wohl auch können!
Und selbst wenn man mich (rein theoretisch) in einen stupiden EEJ schaffen würde, hinderte mich dies nicht daran, meinen Blog weiterhin so zu führen, wie bisher, daß ich ja nicht der einzige Autor bin. Und es wie gesagt, mehrere Möglichkeiten gibt, den Blog auch weiterhin so zu betreiben, wie bisher.
Übrigens etwas, was ich bei dir schön seit längerem vermisse!
Ich bin nicht du! Ich halte mich nicht für groß, sondern nur ganz normal. Während sich mir, nachdem ich diese Bemerkung von dir lesen konnte, die Frage stellte, für wie groß du dich selbst hältst.
Du bist vielleicht ein alter A-Blogger. Aber dies heißt nicht, daß du besser als andere bist. Ich bin Stolz darauf ein Beta zu sein! Und meistens ist es sowieso erst die zweite oder dritte Generation einer Sache, die diese wirklich erfolgreich betreiben kann. Du bist ein Dinosaurier, Spiegelfechter. Nur hast du dein Aussterben noch nicht mitbekommen!
MfG
Ps.: Nämlich zu der aussterbenden Art der A-Blogger gehörst du bereits!
@M. Kostic, #10
> … Mir erscheint dies ein sehr hoher Preis…
>
Am Anfang können sie es wirklich gut gebrauchen – die Infrastruktur ist nicht g’rade billig. Wenn sie jedoch zu lange an diesem Anteil beharren, werden sie überrollt.
@Andreas
Seit wann bin ich A-Blogger? Das wäre mir ja ganz neu ;-)
Ich habe eigentlich mit diesem eitlen “Blogger-Gewichs” gar nichts am Hut. Aber schön, dass ich zumindest für Dich ein Feindbild sein darf. Das ist auch was feines.
Das ist ja schön – und was hat das mit dem Thema zu tun?
Na aber freilich – jeder Euro, den Du bekommst,wird angerechnet.
Ich finde Dich diesbezüglich überheblich. Aber das siehst Du anscheinend noch nicht einmal.
… und das kostet nichts?…
Und ich will sie vernebeln? Schon klar ;-)
Außerdem brauchst DU mir ganz sicher nichts über Quellen im Netz zu erzählen.
Natürlich tue ich das – ich finde die Unterscheidung Blogger-Journalist kindisch und albern. Aber das ist Dir überlassen. Das ist wohl eher eine kulturelle Frage – Du willst unbedingt den Underdog geben, gerierst Dich dabei aber eher wie ein verwähnter Sohn aus gutem Hause. Willst ein authentischer Blogger sein, schreibst aber “der Blog”. Sorry, Du bist für mich nur “Wannabee”
Danke für die “Aufklärung”, Du toller “Aufklärer” *kopfschüttel*
Und warum machst Du das dann nicht? Dein Blog erfüllt – sorry für die direkte Kritik – nicht im Ansatz Deine wohlpfeilen Ansprüche.
Ja, das glaube ich Dir sogar – Eitelkeit und Arroganz sind Dir zumindest zuteil ;-)
Na klar – nur in Armut ist man ein guter Mensch und Geld verdirbt grundsätzlich, auch in kleinsten Dosen.
@SF (Jens)
Sei mir nicht böse, aber so bringt die Diskussion absolut nichts!
Ok,
du willst unbedingt den A-Blogger mimen, kriegst aber anscheinend echt nicht gepeilt, was ich vorher mit der Bemerkung über Mr. Basic meinte. (ich kläre dich auch gerne darüber auf, nur wäre dies in diesem Falle so, als würfe man Perlen vor den Eber!) Und so etwas bringt hier wohl gar nix!
Ja,
ich habe einen gewissen Anspruch, wie man DAS Blog führen sollte.
Und ja,
der “Wannabee” bist hier leider du! Du willst, als Sohn aus gutem Hause hier echt den sozialen Bürgerreporter geben. Bitte sehr, ich hindere dich daran nicht. Ich kritisiere es nur entsprechend!
Und das du hin und wieder leichte Probleme mit Kritik hast, konnte man hier oft genug im Kommentarbereich verfolgen. DU selbst bist nicht der Superduperalleshinbekommer Blogger. Du kochst auch nur mit Wasser.
Wenn ich von Recherche im Net spreche, habe ich nicht das Internet gemeint. Aber dies dir zu erklären, würde auch zu lange dauern.
Gegen Kapitalismus habe ich nichts, solange er sozial abläuft. Das dies möglich wäre, beweisen einige alte Wirtschaftstheorien von Annodunnemals. Man sollte, wenn man schon über so etwas blogt, ein wenig Ahnung von der Materie haben und nicht bei Adorno aufhören! (Ok, das ist aber nicht so wichtig!)
Das du für deine Recherchen sogar Auslandsanrufe tätigen mußt, ist für mich unbegreiflich. Zumindest wenn ich dann hinterher in deinen Artikeln nichts darüber lese, daß du direkt bei einer Quelle vor Ort telefonisch entsprechend angefragt hast. Diesen ganzen Quatsch kannst du auch inländisch haben, mindestens genauso gut – und bedeutend billiger.
Also, daß mit Bus, Bahn, Auto und Flugzeug ist folgendermaßen zu verstehen:
Da unsere ÖPNV sowieso davon ausgehen, daß jeder schwarz fährt, könnte man es im Prinzip auch machen, die Preise werden eh erhöht, unabhängig davon, wieviele Mio. als Reingewinn (nach Steuern & Kosten) eingenommen werden. Beim Auto bist du selbst für den Sprit verantwortlich. Wenn deine Leser dir auch zukünftig die Privatfahrten bezahlen sollen, sorry, ist deine Idee wirklich unhaltbar. Gibt also nur eine Möglichkeit: Du kaufst dir einen neuen Wagen und meldest ihn auf “Den Spiegelfechter” als Firmenfahrzeug an und benutzt ihn nicht als Privatfahrzeug. Und zum Flugzeug, als Abschluß: Es gibt bereits günstige innereuropäische Flüge, die dich zwischen € 19 und € 29 kosten. Benutze die und fliege nicht immer 1. Klasse! :) Dann reicht auch die Kohle aus deinem normalen Job, dieses Blog hier entsprechend zu betreiben.
Ich habe nichts dagegen, wenn jemand für sich selbst auf seinem Blog Werbung macht und entsprechend damit Einnahmen hat. Ich dachte schon mehrmals daran, lizensiert Kappen und T-Shirts für den Trottelbot anfertigen zu lassen – und eine Shopseite hatte ich schon in Vorbereitung. Aber ich habe es dann sein lassen, da ich selbst auch kein Fan von Fanartikeln bin. So herum jedoch den Blog zu finanzieren, wäre zumindest ehrlich – anstatt bei einer GEZ für Blogleser mitzumachen!
Ich sehe dich nicht als Feind, das du meine obige Bemerkung so verstanden hast, deutet eher für mich hin, daß du mich als deinen Feind ansiehst. Ich weiß zwar nicht warum und es ist mir auch egal. Aber ich gehöre wenigstens zu den Bloggern, die ihre Arbeit aus Spaß an der Freud machen – und nicht, weil sie sich einen neuen Porsche davn kaufen wollen!
MfG
Ps.: Ich lese gerne hier – und werde dies auch weiterhin tun. Aber deine alten Artikel, bevor du zu sehr MSM geworden bist, sind um Längen besser als das, was du in den letzten Monaten abgeliefert hast. Sei wieder du selbst und versuche dich nicht als etwas hinzustellen, was du niemals sein oder werden wirst: Als berufsmäßigen bloggenden Journalisten. Dazu fehlt dir einfach das Format! :)
In meiner Eigenschaft als leidenschaftlicher Blogger mit Qualitätsansprüchen an sich selber will ich Jens’ Lob dieses Projektes unterstützen und ein zusätzliches Pro-Argument benennen.
Die politischen Grundlinien eines Blogs sind Geschmackssache, abgesehen davon also halte ich mein Werk für vielseitig, mal breiter, mal tiefgehend, und vor allem auch wegen meiner vielen Übersetzungen ausländischer Quelltexte für interessant. Man verzeihe mir bitte diese Werbung hier, aber aufgrund meiner “bürgerlichen” grün-humanistischen Ausrichtung ist das an dieser Stelle eh unwirksam, und mir kommt es auf Folgendes an:
Ich schaffe das nur, weil ich ein Langzeitarbeitsloser bin: etwas Arbeit an einem französischen Blog und an dem eines russischen Freundes eingerechnet arbeite ich 50-60 Stunden pro Woche und mehr, sämtliche Tätigkeiten natürlich inklusive. Und doch rauschen viele Themen an mir vorbei, jedes zweite Projekt bleibt liegen; an tagesaktuellen Debatten kann ich mich nicht beteiligen, nutze sie nur als Themengeber.
So ein Kachinglesystem (+ natürlich “nette” Leser) könnte es mir ermöglichen, die Defizite meines Blogs mit Hilfe von Reinvestitionen zu beheben. Ich würde tatsächlich einen Großteil der “Spenden” dafür verwenden, beispielsweise andere ältere Arbeitslose mit sehr guten Sprachkenntnissen zu beauftragen, mir Übersetzungen ausländischer Artikel zuzuliefern – für mich ein erheblicher Zeitgewinn.
Das war das Argument: solche “Spenden” nicht nur als Belohnung für Geleistetes ansehen, sondern als Betriebsmittel für Blogger, die keine haben. “Beliebte” Blogs mit anerkennendem Publikum könnten sich über die Grenzen des alleine wurschtelnden Bloggers erheben und wirklich das werden, was sie sein könnten.
Die Diskussion, über die Möglichkeiten mit gut gemachten Blogs Geld zu machen, ist mehr als legitim. Bekanntlich lebt der Mensch nicht von Luft allein und dass Jens für sein Blog einige Ausgaben hat, muss jedem, der die Beiträge verfolgt, klar sein. Und bekanntlich ist ja auch Zeit Geld und darüber wundere ich mich ehrlich gesagt am meisten, wie viel Zeit Leute wie Jens in ihre Internetkunst investieren (können).
Deshalb ist es gut, wenn über so etwas wie Kachingle nachgedacht wird. Datenschutzbedenken sollten kein voreiliges K.O.-Kriterium sein. Die finanzielle Unterstützung von Angeboten, wie dem SPIEGELFECHTER, sollte möglichst schnell und einfach sein, ähnlich wie die Geldspende in den Hut des Straßenkünstlers. Reich wird aber auch mit einem solchen System vermutlich kaum ein Blogger, außer die Betreiber des Bezahlsystems!
Wer nicht irgendein Mäzen hat (oder ein üppiges Erbe), wird in absehbarer Zukunft “Nebenberufsblogger” bleiben müssen, vermute ich mal. Alle anderen Träume werden wohl platzen, so wie die Dot-Com-Blase.
ups
Danke andreas.e für den “Dinosaurier” – trifft den Sachverhalt sehr genau. Der SF kann/könnte heute schon nicht mehr so interessante Sache bringen wie früher.
Mit der Kohle isses immer zweischneidig – “Unabhängigkeit” sagt der der profitiert, aber durch die bestehenden Strukturen wird dann auch immer die Reise in die “Mitte” angeworfen.
Amateurstatus hat für die Meinungs- und Denkfreiheit klare Vorteile.
Kachingle? Entschuldigt, aber wie der Angelsachse schon sagt: Ain’t gonna happen.
Wie bekloppt muss man sein, sein eigenes “Informationsverhalten” von einem (amerikanischen) Privatanbieter mitloggen zu lassen? Freiwillig? Und wieso sind automatisch mehr Gelder zu erwarten, nur weil da statt des PayPal Buttons ein Kachingle Button hängt? Weil einfach ein simples Abo-System dahintersteckt? Anmelden muss ich mich bei beiden. Und PayPal loggt im Vergleich zu Kachingle wenigstens nicht mit, welche Seiten ich bevorzugt ansurfe. Wobei selbst Paypal datenschutzrechtlich schon bedenklich ist.
Diese Systeme sind alle weder revolutionär noch neu noch toll. Ich kann dir auch einen Dauerauftrag bei meiner Bank einrichten, Spiegelfechter. Wieso muss ich da Schwachsinn wie Kachingle zwischenschalten? Eben. Wer nichts zahlen will, zahlt auch nichts über Kachingle. Bitte nicht in die Tasche lügen.
Und jetzt reich mir deine Kontodaten rüber per mail. Ich hab keinen PayPal Acoount mehr. :)
Habe mir jetzt mal alle Kommentare durchgelesen.
Vorweg @ Jens und Andreas E.: Euer “Rumgekloppe” zu lesen macht nicht wirklich viel Spass.
Zum Thema: Ein Bezahlsystem in der hier vorgestellten Form klingt sicher reizvoll. Allerdings wuerde ich es wohl nicht unterstuetzen. Der Datenschutzaspekt, den du nur am Ende kurz ansprichst, macht fuer mich einfach DEN Unterschied. Wenn man mal annimmt, dass ein solches System auf einer monatlichen Abrechnung basiert, dann darf man wohl auch davon ausgehen, dass die Zugriffsdaten der User mindestens einen Monat lang in deren Datenbank liegen. Nun bin ich nicht gerade jemand, der Blogs islamistischer Terrorgruppen liesst und mit Geld unterstuetzen moechte, aber angesichts der Tatsache, dass Datenschutz zur Zeit ein riesen Problem ist (sei es aus Schlampigkeit, Desinteresse oder purer Absicht) moechte ich sowas einfach nicht. Hinzu kommt, dass das System wohl kaum annonym funktionieren kann, da durch meine monatliche Ueberweisung eine Verknuepfung mit zumindest meinem realen Namen moeglich ist.
Und NEIN, auch bei Vorlage eines schluessigen Datenschutzkonzeptes, sofern ein solches ueberhaupt mit dem System umsetzbar ist, wuerde ich nicht teilnehmen. Dafuer habe ich viel zu wenig Vertrauen in Institutionen jeglicher Art. “Institutionen” deshalb, weil ich mich hier nicht explizit auf die Privatwirtschaft beziehe.
Hinzu kommt, wie Blockpartei auch anmerkt, dass es sich hierbei um ein amerikanisches Unternehmen handelt. Vielleicht mag ich da voreingenommen sein, aber meinem Gefuehl nach nimmt der Datenschutz in den USA nicht gerade eine wichtige Rolle ein.
Ein gutes hat der Artikel aber: Du hast mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich eigentlich mal bissle was spenden koennte. Das werde ich deshalb in den naechsten Tagen machen.
Hmpf, muss auch sagen, ich hab’ einige Zeit hier nicht ‘reingelesen und bin ob des rüden Tones gerade etwas verwundert.
‘Spiegelfechter’ ist für mich immer ausgezeichneter, gut recherchierter Online-Journalismus gewesen. Ich kann sehr gut verstehen, wenn man dafür auch bezahlt werden möchte und muss.
Zu anderen hier angeprahlten Publikationen kann ich nichts sagen, aber es gibt im Netz sicher viel Spreu und wenig Weizen, und viele Menschen suchen dort ihre Bestätigung, jeder ist Blogger und wichtig.
Also, Herr Spiegelfechter, bitte weitermachen wie bisher und nicht zu sehr aus der Reserve locken lassen, auch wenn’s schwerfällt.
Ich bin in der Medizin tätig, und wenn ich über schlechtbezahlte Nachtdienste klagte, hörte ich oft: ‘Aber das ist doch Berufung!’
Ach, nee, lass mal…
“Bleib nüchtern und sachlich, das ärgert sie am meisten”
Irgendwie vermisse ich das in deiner Argumentation.
Zugegeben die Kritik war direkt, aber sicherlich nicht beleidigend gemeint. Du unterstellst ihr aber beleidigenden Charakter und antwortest nicht gerade sachlich.
Passiert, aber ich dachte du konterst besser….
Ich denke an der Aussage ist durchaus was dran, irgendwann steht man vor der Entscheidung: Kann ich damit Geld verdienen? Und ja, warum auch nicht? Schliesslich sind deine Artikel lesenswerter als viele Spiegelberichte. Aber bedenke eines, wenn du Geld verlangst, erwarten die Menschen auch automatisch mehr.
Und auch mit der Werbung ist das so eine Sache. Sie kann deine Berichte indirekt beinflussen. Das sieht man immer wieder bei anderen Portalen oder Blogs. Wenn man manchen potentiellen Werber nicht abschrecken und vergraulen will, muss man etwas neutraler werden.
Bei dem Bezahlsystem ist vermutlich der grösste Gewinner der Anbieter.
Ich weiß nicht was an Spenden so falsch ist, Wikipedia hält sich so auch.
Und wer sich bei Kachingle (Kachamel, Kabum) anmeldet/anmelden würde, der spendet auch so mal was an dich. Nur dass im zweiten Fall 100% an dich gehen, was ich übrigens mehr begrüssen würde, als wieder eine Abgabe an ein ominöses Data-Mining-Gebilde. Auch ich glaube gehört zu haben, dass die Datenschutzbestimmtung in den USA äußerst lasch sind. Terrorismus sei Dank!
@andreas e.
was hat eigentlich eine zwangsabgabe gez mit dem system das jens hier vorschlägt zu tun?
@Peter
Hast ja recht, bin halt manchmal auch ein kleiner Heißsporn
Das ist ja auch der Punkt – ich (und viele andere Blogger und Seitenbetreiber) wollen ja gar kein Geld verlangen. Das ganze sollte ja (wenn es denn je kommen sollte) auf rein freiwilliger Basis funktionieren – und das ist auch Grundvoraussetzung. “Zahlende” Besucher haben keinen Vorteil gegenüber nichtzahlenden. Und wenn diejenigen, die spenden, höhere Erwartungshaltungen haben – warum nicht? Dies kann auch ein guter Benchmark sein.
Zumindest für mich kann ich das absolut ausschließen, zumal es auch ziemlich dumm wäre. Würde ich handzahm und stomlininenförmig (was mir einige ja bereits unterstellen ;-)), würde ich damit nur Leser vergraulen. Leser des SF wollen den SF lesen und keinen gefälligen Frühstücksblog, der keine Zähne zeigt.
OK – Spenden sind sicher kein schlechter Weg. Das ganze ist aber immer recht aufwändig. Ich habe im letzten Jahr mW an fünf Projekte/Blogs gespendet und bereits wieder den Überblick verloren. Wenn ich z.B. 10 Euro im Monat für solche Spenden bezahlen will und ein System á la Kachingle das sinnvoll verwaltet, fände ich das nicht eben schlecht. Die Gebühren sind zwar hoch und ärgerlich, aber andere Anbieter á la PayPal nehmen ähnlich hohe Gebühren für kleine Summen.
Nur bei Banküberweisung landen wirklich 100% beim Anbieter – und bei internationalen Überweisungen greift auch da die Bank sich ihre Gebühren ab. Beim Data-Mining gebe ich Dir allerdings recht – ohne ein transparentes, sicheres System, wäre das nicht möglich.
Ich bin zumindest kurz darauf eingegangen – ohne Infos über den Datenschutz kann man da auch wenig drüber schreiben, wenn man nicht ins wilde Spekulieren abgleiten will.
Hallo Jens, halloCommunity,
diese Diskussion hatte sich im Jahr 2008 auch der DJV stellen müssen: Ich war damals mit Michaela May von N24 da. Die ja als Chefkorrespondentin auch einen Blog hat. Konken der DJV-Chef sah ziemlich alt aus. Herr Jörges vom Spiegel war ebenso ungelenkt, was Blogs angeht. Und Thomas Knüwer und Don Alphonso, haben es versucht den Herren der alten “KLATTENRIEGE” -bei zubiegen! Was keinen fruchtbaren Boden hinterliess.So wie man heute, den”Stand der Dinge” wahrnimmt. Damit wird Deutschland niemals in die Nähe der Bloggerkultur á l a Amerika kommen.
Eine Huffington Post wäre hier in diesem Lande kaum denkbar!
Ein Zuhörer der DJV-Diskussion ” Regeln und Arnachie” -im www, sagte es dann deutlich:”Blogs sind ein Stück Bürgerpartizipation” !! ! Da hat er verdammt noch mal recht!
Ich denke wir die wir Blogbetreiber sind-sollten uns auch außerhalb von Re-publika treffen! Und ordentlich auf dem Busch klopfen.Nur klares Selbstbewusstsein und Verständnis ist es -was wir ruhig zeigen dürfen!
In diesem Sinne! Einen Blogreichen Tag und darüber hinaus ………..
Martina
Hm, also um eine Seite zu unterstützen, die ich mag, soll ich mich bei einer (sorry) obskuren kalifornischen Ecke registrieren, deren Datenschutzbestimmungen wahrscheinlich typisch USA-lässig sind, deren Datenbanken gerne mal deren Behörden geöffnet werden usw., soll denen noch einen Anteil des Geldes geben?
Nö, ich setz da lieber bei den privaten Seiten/Blogs auf Freiwilligkeit.
Wer will, kann sich melden und kann monatlich etwas spenden, wer nicht will, der lässt es.
Dieses ganze Zwischenschalten von Firmen, noch dazu in anderen Ländern mit laxen Datenschutzbestimmungen, ist nun wirklich nicht empfehlenswert, wenn man nur einigermaßen sich um Datenschutz kümmert. Schade, dass das Thema oft genug (oder habe ich es überlesen) bei der reinen Bewertung eines Konzeptes zu kurz kommt und es lediglich um “yeah, das könnte uns endlich Geld einbringen” geht.
So schön es ist, für Blogeinträge Geld zu bekommen – damit kommen schlichtweg auch Abhängigkeiten, und oft genug Selbstzensur. Und leider – womit ich dich nicht persönlich meine – auch wieder das alte Klassendenken.
Mir persönlich geht dieses A-Blogger, B-Blogger, Journalist, Hobby-Journalist, studierter Journalist, Quereinsteiger usw. usf. ziemlich auf den Geist. Die Qualität ist da doch entscheidend, denn mancher studierter Journalist lässt einen verzweifeln, während mancher Hobby-Blogger einen aufhorchen lässt.
Wie gesagt: wenn schon Förderung, dann direkt, aber nicht über obskure Firmen im Ausland, die sich freuen, was über mein Leseverhalten im Web herausfinden zu können.
Das würde auch zu einer Demokratisierung der besonderen Art beitragen: man kann sich den Shit erst durchlesen, ehe man sich entscheidet dafür was abzudrücken. Warum sollte ich also den SPON unterstützen, wenn er mal wieder nur Bullshit verzapft… Das ist ja überhaupt der größte Witz noch Geld dafür auszugeben angelogen und für ganz eigene Interessen eingespannt und missbraucht zu werden. Dann lieber unabhängige Medien wie eben den Spiegelfechter unterstützen, denen auch wirklich an ihren Idealen (außerhalb des Bankkontos) gelegen ist. Gute Sache das !! :)
Vll. würde das auch mal wieder zu einer Verbesserung der journalistischen Arbeit in den sog. Mainstreammedien beitragen.
@ Martine Wiebitte: Eine Huffington Post wäre hier in diesem Lande kaum denkbar!
Stimmt. Allein Stil und Interpunktion machen das schon unmöglich.
Zitat Jens Berger:
“- Abgebrannt/Hartz-IV: Jeder Cent, den Du bekommst, wird die eh weggenommen oder vom Amt bei Deinen Leistungen abgezogen. Shit happens – aber nicht jeder kann derart unfreiwilig auf Geld verzichten.”
Auch wenn es abgewiegelt wird: Hier kommt beste BILD-Manier zum Vorschein. Gleich in Stereotype eingeteilt, und natürlich darf die ganz arme Sau, der ALG II-Bezieher, nicht zu kurz kommen.
Die Reaktion als Ganzes, dieses Sammelsurium an Bürgerlichkeit, zeigt meines Erachtens den Blogger dahinter… aggressiv und eben doch bürgerlich, beeinflußt durch Kosten-Nutzen-Denken, neoliberal geprägt…
@Roberto
So so, BILD-Manier, neoliberal, Kosten-Nutzen Denken – weil ich sarkastisch darauf hinweise, dass einem Hartzie alles weggenommen wird, was er verdient. Ich soll mich ja beherrschen und tue dies jetzt auch. Aber das kleingeistige Schubladendenken scheint auch im “linken” Lager weit verbreitet zu sein.
Geld fürs bloggen? Das halte ich für eine sehr bedenkliche Entwicklung und als den Anfang vom Ende des Projektes Blog-Gegenöffentlichkeit. Man begibt sich freiwllig in Abhängigkeiten – nämlich der Geldgeber. Dabei spielt das Bezahlsystem gar keine Rolle. Die Abhängigkeiten sorgen auf kurz oder lang für einen nicht unerheblichen Einfluss. Mehr dazu: hier.
@43
immerhin hast du auch einen zeitgeistshop an dein blog geheftet, und der verkauf von werbung ist doch auch eine Geldeinnahme.
Wenn ich 100 T-shirts bei dir kaufe wirst du dann auch abhängig von mir ?
Und wenn ich so ein T-shirt trage mache ich dann nicht Werbung die sich unbewusst auf andere Menschen auswirkt?
Also – ich sehe nicht, dass Jensens Artikel unter irgendeiner Abhängigkeit von einem zahlenden Auftraggeber leiden. Sie sind, wie sie immer waren. Meine Kritik geht in ziemlich genau die entgegengesetzte Richtung: Ich wundere mich seit langem über die Leser des Blogs “Spiegelfechter”.
Schon vor Jensens Ausflügen in den Journalismus hat mir an “Spiegelfechter” nicht gefallen, dass seine Texte zu professionell und zu glatt waren. Sie gehörten von íhrer Machart her schon immer eher in die MSM als auf einen Blog. Jensens Texte haben sich nie kommunikativ gestellt. Sie waren immer rund und fertig und nach außen abgeschlossen.
Dass Jens bei den Mainstream-Medien gelandet ist, erscheint mir nur folgerichtig. Viel mehr als darüber, habe ich mich jedenfalls schon immer darüber gewundert, dass Jens mit seinen Artikeln bei den Bloglesern so großen Erfolg hatte. Zum allergrößten Teil sind die (vermeintlichen) Blog-Leser offenbar noch immer ganz brave Mainstream-Leser, Fertig-Gericht-Genießer sozusagen.
@44:
Der ZG-Shop bei uns ist nur ein Gimmick. Wir verdienen nichts damit und wollen es auch nicht! Mit Ausnahme von uns Betreibern hat noch nie jemand was gekauft ;)
Abgesehen davon ist kommerzielle Werbung und nicht-kommerzielle Werbung nochmal ein großer Unterschied.
@Herman the German
Diese zwanghafte Trennung Blog kontra MSM ist typisch deutsch. Im englischsprachigen Bereich gibt es zig Seiten, die keine Blogs, aber auch beileibe keine MSM sind. Nehmen wir mal TomDispatch, Foreign Policy in Focus, Counterpunch oder Common Dreams als Beispiele. So etwas gibt es in D nicht – wenn man mal Telepolis herausnimmt, das in diese Richtung geht. Nicht alles, was kein klassischer Blog ist, ist gleich MSM.
@ Spiegelfechter Diese zwanghafte Trennung Blog kontra MSM ist typisch deutsch.
Dass die Trennung bei uns deutlicher ist als z.B. in den USA – wen wundert’s? Bei uns ist die zeitungs-interne Diskussion (“Pro und Contra”) die Ausnahme, die Institution des Op-Eds gibt es gar nicht. Vor allem haben wir, verglichen mit dem englischsprachigen Raum, aber insgesamt weniger überregionale (“Qualitäts”-) Presse. Die “Qualitäts”-Blätter sind an einer Hand abzuzählen. Entsprechend gering ist die öffentliche/ veröffentlichte Meinungsvielfalt. Umso nötiger haben wir deshalb deutlich von den MSM abgesetzte Blogs.
PS: Telepolis ist (linkes) MSM, das sich vor allem dadurch vom Mainstream abhebt, dass es seine Quellen (bis zu einem gewissen Grade) transparent macht und nicht (wie andere deutsche MSM) stillschweigend(!) aus englischsprachigen Quellen abschreibt.
@Hermann
ok, wenn Du TP zu den MSM zählst, haben wir wohl eine unterschiedliche Auffassung von MSM. Sei´s drum.
@46
wollt dir nur zeigen wie schnell ich deine “kapitalistischen” Machenschaften entlarvt habe :-)
Tja, wenn sächische Götter, auf armenische Königsgeschlechter treffen, die ihre historische Bedeutung und Nähe als christliche Märtyer samt Mami fanden, kann man schon mal alte nationalkonservative Legenden vom deutschen Womanmann lesen.
Qualitätsmedien und MSM ist wirklich schon ein Thema der Gewalten für und an sich. Ob damit Militia Sanctae Mariae, Monster Skateboard Magazine oder nur das Mesuximid gemeint war, bleibt dem ach so wichtigen Understreamgroundmacher überlassen. Im Zweifel gilt auch da, Hermann ist, war und wird immer Afrikaner sein.
Was Jens & seine Redaktion hier leistet, ist ein do it yourself Aufklärungsblog höchster Qualität, welches umfänglich Wissen an Unwissene vermittelt. Wer von anderen Richtungen schwadroniert, der hält sich selbst für viel zu wichtig.
Ach ja, Replika
http://plus7.arte.tv/de/detailPage/1697660,CmC=2458312,scheduleId=2452460.html ;)
Hey SPIEGELFECHTER,
warum hast du deinen neuen Artikel bei TP wie gewohnt hier nicht verlinkt?
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29755/1.html
Der Artikel erschien mit äquivalentem Inhalt ein paar Tage früher im Freitag, und wurde entsprechend hier im Blog verlinkt. Ich nehme an, eine mehrfache Verlinkung für einen quasi gleichen Artikel hielt Jens nicht für nötig.
@freer und Lago
Yep – Lago hat recht
@ 51 Aufklärungsblog höchster Qualität, welches umfänglich Wissen an Unwissene vermittelt
OK. Belehrung. So kann man das Autoren-Leser-Gefälle auch ausdrücken. MSM, eben.
@55
Ich hätte nie gedacht, dass ich mal die allwissende MegaMonsterUndergroundGöttin, kurz MMUG, in einem Blog treffen würde. Eine, die anderen vorwirft, sie sei keine Konsumentin und würde nur eigene Kreationen entwerfen und verschlingen, obwohl hier für jeden an Hand und Fuß der Themenauswahl, in Inhalt und Form eigenes, nur eigenes sichtbar ist, und wie sehr über die Kommentarfunktion Jens hier wirklich Diskussionen zulässt.
Das sind Leistungen, die bekommst du von einem “Einmannprojekt” nirgendwo geliefert.
Wer das nicht erkennen und anerkennen will, und dem dabei irgend ein unbekannter Dritter seine Miete bezahlt, und der sich dann einbildet, offene Artikel seien zwingend, weil man selbst so irgendwo nur offen ist, der lebt mit einer Menge Zeit irgendwo völlig in anderen Welten, wo es keinen Verkauf der eigenen Ware Arbeitskraft zu geben scheint.
@ 56
Nu’ verhaspele Dich mal nicht!
Es ging um die Frage, warum die Spiegelfechtereien auch auf Freitag und Telepolis erscheinen. Meine These war: Weil sie dahin gehören. Offenbar denken das auch Jens und die Macher von Telepolis und Freitag.
Mindestens Jens denkt, dass es sich dabei auch noch um Blog-Beiträge handelt. Das denke ich nicht. Und? Ist das ein Grund, sich aufzuregen?
Nach konventionellen Maßstäben läuft’s doch optimal für Jens.
Hallo, Com,
ich vertrete hier nach wie vor meine Meinung!
Ein Blogger sollte sich, unabhängig von seinem sozialen Status, nicht für seine Bloggerei bezahlen lassen. Weder für die Artikel, noch für eingestellte Werbung.
Obwohl die von Jens hier veröffentlichte Lobeshymne verdächtig nach einem “Bezahl”-Artikel stinkt, traue ich ihm noch ein bestimmtes Maß an Objektivität zu. Der Haken an der Sache ist, daß wirklich unabhängiger Bürgerjournalismus wirklich zu bekommen ist.
Ich bekomme inzwischen Pöbelkommentare auf meinem Blog, weil ich es tatsächlich wagte, meinen kleinen Blog mit dem hier zu vergleichen – und darauf pochte, wie ich diesen führe!
Das wichtigste am Bloggen – für mich – ist der kleine Umstand, daß man wirklich Leuten noch einiges aufzeigen kann. Sie generell für doof zu halten, diesen Fehler macht weder meine Wenigkeit, noch Jens hier. Nur manchmal muß man im Kommentarbereich ein wenig deutlicher aussprechen, was man nun genau meint, um seine Position entsprechend vertreten zu können.
Ich vertrete nach wie vor die Meinung, daß es einfach nur richtig ist, wenn man auf seinem eigenen Blog für eigene Sachen wirbt und damit Geld verdient. Macht man dies jedoch mit Dingen von Dritten, wird es bereits fraglich und wir nähern uns einer Grauzone, die durchaus Einfluß auf die weitere Wortwahl im Blog hat! Niemand kann mir erzählen, daß ein Werbekunde nicht früher oder später versucht Einfluß auf die Inhalte zu nehmen.
Mir bot man in der Anfangszeit meines aktuellen Bloges schon an, daß ich einen Sympathieartikel für die rechtsdrehende Katholibanszene schreiben solle. Mir wurde ein fürstliches Entgeld dafür geboten (Auftraggeber wird nicht genannt). Ich habe abgelehnt. Da ich einen unabhängigen und freien Blog führen möchte. Ich weiß, andere Autoren hätten solch einen Sympathieartikel verfaßt, ich habe es nicht getan. Nicht einmal dann, wenn man noch eine weitere Null an die gebotene Summe drangehängt hätte.
Als Blogautor bestimme ich meine Themen selbst. Also auch, wie ich mit diesen Themen umgehe. Dies lasse ich mir nicht durch einen Auftraggeber kaputt machen. Da verzichte ich eher auf einen kompletten Themenbereich! Um jetzt nicht falsch verstanden zu werden: Vornehmlich erscheinen in meinem Blog Artikel zu Themen, die kaum in der Bloggosphäre besprochen werden. Hin und wieder auch Dinge, die zwar bei anderen besprochen werden, wo mir die Besprechung einfach nicht weit genug geht. So haben einige kritische Themen bis heute keinen Einfluß auf den Blog nehmen können! Und ich bin froh, wenn ich sie an anderer Stelle dann vorfinde.
Als Blogautor muß man eine gewisse Objektivität wahren können. Dies geht aber nur, wenn man dies unabhängig macht. Manche erkennen Aufklärung nicht, wenn sie sie lesen (so einen Kommentator hatte ich heute wieder). Statt dessen wird herumgeblödelt und eine Wortwahl gewählt, die einem sehr stark offenbart, was wirklich hinter solchen Kommentaren steht. Es heißt ja nicht umsonst, daß ein Blog mit seinen Kommentaren steht oder fällt.
Nun, bei mir wird kaum kommentiert. Heißt dies nun, daß meine Artikel uninteressant sind? Nein, sie sind unabhängig und zumeist das letzte Wort, daß zu einer bestimmten Sache fällt. Mir ist es wurscht, ob darauf reagiert wird! Man kann zwar darauf reagieren, aber es besteht kein Zwang dazu. Wichtiger ist, daß ich dem Leser vermitteln kann, wie ich die Welt sehe (und auch meine Weltsicht kann manchmal falsch sein) – aber dazu stehe ich dann.
Und wie ich schon weiter oben ausführte: Hin und wieder finden nun Blogautoren das, was die Journaille mutwillig übersehen hat. Das, was sie ausließ, damit sie nicht ihren Werbekunden verprellt. Hier sind wir Blogs, die dann frei und werbungsunabhängig sind, klar im Vorteil, weil wir ohne Rücksicht auf die Interessen von Werbekunden berichten können. Ok, es ist manches Mal Recycling. Aber dies ist nichts schlechtes!
Solange jemand auf seinem Blog Werbung für eigene Sachen macht, findet dies vor meinen Augen Wohlwollen. Bei Bewerbung von Sachen Dritter werde ich mißtrauisch. Aus genau diesem Grund bin ich auch nicht für ein überwachendes Bezahlsystem – selbst wenn es auf Freiwilligkeit beruht – weil dies die wahre Macht eines Bloggers erneut unterminiert.
MfG
Ps.: Entschuldigung akzeptiert, Jens (die du an anderer Stelle gegeben hast)! Ich bin nicht dein Feind, war es nie und werde es wahrscheinlich auch niemals werden!
@andreas e.:
“Mir bot man in der Anfangszeit meines aktuellen Bloges schon an, daß ich einen Sympathieartikel für die rechtsdrehende Katholibanszene schreiben solle. Mir wurde ein fürstliches Entgeld dafür geboten (Auftraggeber wird nicht genannt). Ich habe abgelehnt.”
wow, ihre blühende fantasie beschränkt sich also nicht nur auf ihre blog-artikel, auch hier kommen sie mit ihren märchen an. wer soll ihnen denn diese räuberpistole glauben?
warum sollte man sie denn für so einen artikel bezahlen? weil sie schreiben können wie kein zweiter? oder weil sie über einen so großen namen verfügen, dass ihr ruf wie donnerhall die “rechtsdrehende katholibanszene” (was auch immer das sein soll) erschüttern würde? um sich die enorme mediale aufmerksamkeit zu sichern, die ein prominenter wie sie erzeugt?
nur so als grundregel: man sollte die leser nicht für dümmer halten, als man selbst ist. damit fährt man dann schon mal ganz gut. sie scheinen die menschen für ziemlich unterbelichtet zu halten.
@Andreas E.:
Generell möchte ich dir gar nicht wiedersprechen, denn auch ich sehe die Beeinflussbarkeit durchaus als gegeben an, sofern es um Werbung geht.
Bei dem hier vorgestellten System geht es aber ja nunmal nicht um Werbung, sondern um eine Art von Vergütung. Er verkauft somit sein Produkt Blog direkt an seine Leserschaft. IMO ist das genau die Variante (Werbung für eigene Sache), die du oben als für dich in Ordnung angesprochen hast. Wo ist also das Problem?
Der Ansatz ist ein Appell an unsere Kultur und an unser gutes Gewissen. Ob er sich aber durchsetzen lässt? Zumindest wäre viel “Aufklärungsarbeit” gefordert. Die ist aber wohl nicht nur auf Seiten der Verbraucher von Nöten. Verlage, die nicht bereit sind, sich auf die technologischen Neuerungen einzustellen und mit dem damit einhergehenden Angebots- und Nachfragewandel Schritt zu halten, könnten bald schon nicht mehr existieren.
@Rossi
Das Problem dabei ist die mitlaufende Überwachung!
Und als zweites: Wer sagt denn, daß diese Firma wirklich so selbstlos ist, wie sie angibt (20% Einnahmenbeteiligung)? Vielleicht steckt da mehr dahinter. Vielleicht werden mit dem System kritische Blogs rausgefischt, um sie danach schließen zu können?
@kritische Stimme
Sorry,
hier muß ich dich enttäuschen. Mit dir geht deine Phantasie durch!
Du weißt echt nicht, wovon ich geschrieben habe. Das könnte man aber nachholen, wenn du ein wenig im Net fischen gehst. Vielleicht erkennst du dann, was ich meine – und findest vielleicht auch heraus, wer mir damals dieses unmoralische Angebot gemacht hat!
In jedem anderen Fall empfehle ich dir zu schweigen: Weil du nämlich mit solchen Äußerungen echt zeigst, daß du dümmer als die Polizei erlaubt, bist …
Nix für Ungut weiterhin!
Zum Thema zurück:
Selbstvermarktung ok. Aber doch nicht über einen Erfassungsservice, der auch noch Geld kostet! So etwas unterminiert die Glaubwürdigkeit, darauf wollte ich hinaus. Das andere habe ich ja weiter oben schon angesprochen. Und ein Käppi mit dem Aufdruck: DER SPIEGELFECHTER würde ich mir für meine eigene Sammlung holen, wenn er sie anbieten würde!
MfG
@andreas e.:
also mal ihre kleinen abenteuergeschichten beiseite, wenden wir uns überprüfbaren fakten zu.
werbung auf blogs ist also des teufels, ihrer werten meinung nach.
mal ganz dumm gefragt: wie verträgt sich ihr meinungsfreudiges pauschalurteil mit der fetten, bildschirmfüllenden werbeeinblendung, die den werten leser beim besuch ihres (immerhin sehr treffend betitelten) blogs begrüßt?
“mal ganz dumm gefragt: wie verträgt sich ihr meinungsfreudiges pauschalurteil mit der fetten, bildschirmfüllenden werbeeinblendung, die den werten leser beim besuch ihres (immerhin sehr treffend betitelten) blogs begrüßt?”
Das, äh, habe ich mich auch gerade gefragt.
@Andreas E.
Öhmm, interessante Vorstellung ;-)
Das ist auch vollkommen ok – das macht ja auch einen Blog aus.
An dieser Stelle könnte man den alten Voltaire zitieren: Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.
Nun – damit wiederholst Du Deine Aussage von oben. Aber dies ist und bleibt eine Unterstellung, die im technischen Blog-Bereich durchaus überdenkenswert ist, im politischen Blog-Bereich m.E. wenig Probleme machen sollte. Wer beispielsweise auf dem SF werben will, weiß worauf er sich einlässt. Unternehmen, die politisches Lobbying betreiben, stehen auch nicht unbedingt in Verdacht hier werben zu wollen. Den Tag, dass die Deutsche Bank auf “linken” Blog wirbt, werden wir wohl nicht erleben müssen. Würde ich ein solches Angebot bekommen würde ich es annehmen und erst einmal eine Serie starten, die die Geschäftspraktiken der Ackermänner auseinandernimmt. Die Reaktion der DB wäre dann wahrscheinlich einen weiteren Artikel wert ;-)
Aber mal im ernst: Es wäre eine PR-Katastrophe für ein Unternehmen, beim Blog-Lobbying erwischt zu werden – daher glaube ich auch kaum, dass sich jemand da aus dem Fenster lehnen würde.
Das gute an der Sache ist ja auch, dass Werbung vom Leser wahrgenommen wird und jeder Versuch des Bloggers im redaktionellen Teil dem Werbekunden eine “Freude” zu machen, würde gnadenlos von den Lesern offenbart. Dies wäre für einen Blogger ebenfalls ein Glaubwürdikeits-GAU. Daher sehe ich die Gefahr nicht. Es bleibt der Vorwurf einer Schere im Kopf – aber auch das würde schnell vom Publikum angemahnt – glaube es mir.
Doch – das erzähle ich Dir. Ich setzte da auch noch einen drauf – sowohl Werbkunde als auch Blogger wären sehr dumm, wenn sie dies machen würden, da so etwas rauskommt und beide Seiten nachhaltig beschädigt.
*g*
Ein solch unmoralisches Angebot habe ich noch nie bekommen. Ich kriege immer nur Angebote von dubiosen SEO-Agenturen, für die ich “unsichtbare” Links im Blog anbringen soll und Casinobetreibern.
Dito – das unterscheidet uns nicht.
Ja – natürlich. Ich weiß aber nicht, wie beispielsweise der USB-Gadget Versender, der bei mir ein Banner platziert hat, diese Objektivität trüben könnte. Zu denken, ich würde nun in meinen Artikeln Partei für USB-Gadgets nehmen, ist abstrus. Genau so wie die Vorstellung, dass ich nun einen bösen Artikel gegen USB-Gadgets unterlassen würde, nur weil ich damit einen Werbekunden verprelle. Zwischen dem beworbenen Artikel und meiner Artikel bestehen also keine Überschneidungespunkte. Ich sehe darin daher auch kein Problem.
Klar – aber sage mir doch mal bitte, welche Themen ich beispielsweise nicht aufgreifen sollte, weil es einen Interessenkonflikt mit dem USB-Gadgets gibt? Mir fällt dazu nichts ein.
Mit mir gehen halt manchmal auch die Pferde durch – sorry.
Ich nehme Dich beim Wort – ich habe mir schon so etwas überlegt.
@ Hermann, #45
Die sind auch deshalb glatt, weil er eine ehrenamtliche Lektorin hat, die sowohl mit Sprache – wie auch meist der Materie – umzugehen weiß ;-) “Mainstreammedien”? Mach bitte mal halblang! Weder Telepolis, noch der Freitag sind “Mainstream” und das kannst auch Du wissen. Weißt Du – als “Lektorin” streite ich mich fast täglich mit Jens, denn auch ich habe ja eine eigene Meinung, aber “checks and balances” funktionieren halt bei uns. Wenn Jens was schreibt, ist es meist mit mehreren Leuten durchgesprochen und geprüft.
Wenn Du (Bürger-) Journalismus betreiben willst, geht das imho gar nicht anders; Jens ist da wenigstens so ehrlich, seine eigenen wirtschaftlichen Nöte anzusprechen und Ross und Reiter zu nennen.
Und warum Jens bei den Bloglesern “Erfolg” hat? Nun, er läßt sich nicht verbiegen (nicht einmal von der Lektorin!), macht das, wovon er überzeugt ist, und hat auch eine sehr bildhafte Sprache.
Gute Nacht vom
hannilein
@ “Andreas E.”, diverse Posts
Sorry, aber zunächst finde ich, daß Du, so Du denn ein ernsthaftes Anliegen hast, Dir erstmal entweder eine verständliche Sprache, oder aber einen Lektor zulegen solltest (ja, die kosten Geld!). Und: Uns bietet keiner was an – weder in der Anfangszeit noch heute! Da müssen wir schon selber akquirieren… Während ich ja das Glück habe, einstweilen noch staatlich subventioniert zu sein, muß Jens jeden Monat zusehen, wie er das Geld für Miete, Strom, Essen, Telekommunikation etc. hereinbekommt, ohne sich zu prostituieren.
Tut mir leid, aber Du scheinst da in Wolkenkuckucksheim zu leben…
Zum Thema “Bürgerjournalismus” (den sowohl Jens wie ich für absolut notwendig erachten) habe ich bereits in Komentar #66 etwas gesagt.
Ich habe das Vergnügen, mehrere Autoren betreuen zu dürfen und sage Dir nur eines – ohne ein gewisses Maß an Professionalität geht es halt nicht, – egal ob Du Funktionär oder Revolutionär bist.
Gute Nacht
hannilein
@kritische Stimme
Ich weiß, lesen können ist schon schwer – und begreifen noch viel mehr!
Wie ich bereits mitgeteilt habe, gehört diese Werbung meinem Provider, ich habe nichts davon!
Aber ich habe nichts dagegen, mental schwer Geschädigten dies so oft es geht zu erklären!
@hannilein
Ich lese meine Artikel normalerweise selbst Korrektur. Aber ich habe eine Lektorin im Blog, die normalerweise die Artikel querliest und mich auf Fehler hinweist oder gar korrigiert. Nur hin und wieder hat auch so noch was nebenher zu tun, so daß sie nicht alles lesen kann!
Aber Danke für die Unterstellung! Wird dankend aufgenommen!
(Aber nicht umgesetzt, so wie du es dir vielleicht vorstellst!)
MfG
@Spiegelfechter
Die Gadgetwerbung ist mir auch erst über diese Fastnacht aufgefallen!
Ich sehe die als Goodie an, jedoch nichts, mit dem man richtig Geld verdienen kann! Solche Art von Werbung ignoriere ich (obwohl ich nicht weiß, wie die Computer-NERDs die aufnehmen).
MfG
@andreas e.:
nun, ich sehe werbung auf ihrer seite. das ist alles, was ich sehe. ich weiß nicht, wie da wer wo was mit wem abrechnet. die werbung “gehört ihrem provider”, sagen sie. ich gehe mal davon aus, dass sie diese werbeeinblendung zulassen, um im gegenzug kostenlosen webspace für ihre artikel zu erhalten, habe ich recht? sie profitieren also davon, dass ein unternehmen auf ihrem blog werbung macht.
wenn ich der argumentation, die sie hier ausgebreitet haben folge, dann muss ich davon ausgehen, dass die telekom und die anderen werbepartner daher massiv einfluss auf sie, ihre themenwahl und den inhalt ihrer artikel nehmen.
sehen sie da nicht eine klitzekleine lücke, einen hauchzarten widerspruch in ihrer eigenen argumentation? warum ist werbung bei ihnen ok, bei jedem anderen aber ein verbrechen und eine bankrotterklärung an seine intellektuelle unabhängigkeit?
das müssen sie einem “mental schwer geschädigten” wie mir aber jetzt wirklich mal erklären. ich bin total gespannt.
@Andreas E.
Aber genau darum geht es doch. Wir sprechen hier doch nicht über eine exklusive Partnerschaft mit Krauss-Maffei und Lidl, für die ich dann im Gegenzug nichts mehr über Militäreinsätze und Mindestlohn schreiben darf, sondern über genau diese Art von Werbung, die als kleines Zubrot dem Betreiber hilft, seine Kosten zu decken.
p.s.: Wir bewegen uns auch vom Inhalt des Artikels weg – bei Kachingle geht es überhaupt nicht um Werbung.
@kritische Stimme
Au weia,
da muß ja meine letzte Wortmeldung zu ihrer eigenen Aussage ein Volltreffer gewesen sein!
Mach dir nix drauß, ich mach mir da auch nix drauß!
Ja, ich benutze kostenlosen Webspace! Mich stört die Werbung deshalb nicht, daß eine einfache Registrierung bei meinem Provider (über meine Homepage gehend) ausreichen würde, das diese Werbung abgestellt wird! Es ist ganz einfach, bei mir die Werbung abzustellen, einfach bei meinem Provider mit freiem Webspace registrieren lassen und diesen Webspace auch benutzen, dann bleibt bei mir die Werbung weg, sofern die Anmeldung über den Link, der auf meiner Homepage geschaltet ist, erfolgte!
Ich habe keinen eigentlichen Vorteil davon. Und es geht auch nicht um solche Art Werbung in meinen Aussagen, mir ist klar, daß Ihnen dies auch klar sein dürfte! Also, regen sie sich ab oder woanders auf!
Mir geht es hier um jene bezahlte Werbung im/auf dem eigenen Blog, durch die wirklich aktiv Einfluß genommen werden kann/wird! Das durch dieses Bezahlsystem, wie es hier dem Spiegelfechter vorschwebt, gleichzeitig ebenfalls Einfluß genommen werden kann (oder sogar wird, wenn die Abhängigkeit erst entstanden ist), ist in meinen Augen nicht von der Hand zu weisen.
Ps.: Mir ist klar, daß du den Titel meines Blogs nicht verstanden hast. Für so etwas hat die Redaktion mit Absicht die Begriffserklärung eingebaut, damit das Mißverständnis von vorne herein ausgeschlossen wird. Wer es dann dennoch nicht verstehen will, und deshalb mit der Bezeichnung kommt ‘es ist eine treffende’ Betitelung, kann die anderen Autoren und mich nicht beleidigen, da unser Motto hier eindeutig eingehalten wird. Ich empfehle dir also, lies erst einmal so um die 100 Artikel aus meinem Blog, bevor du dir weiterhin eine so abfällige Meinung erlaubst, die du dich anscheinend nicht getraust, in meinem eigenen Blog direkt anzubringen!
@SF
Ich gehe mal davon aus, daß die Gadget-Werbung nicht einmal ausreicht, um die anfallenden Kosten auch nur halbwegs zu decken. Und das der Verkäufer mit dieser Ware hier keinerlei Einfluß auf dich ausüben kann, habe ich ja bereits akzeptiert!
Mir geht es bei dem Thema um das Generelle!
Unsere öffentlich-rechtlichen Sender sind von der GEZ abhängig, da sonst niemand bereit wäre, für das beschi… eidene Programm noch Gebühren zu bezahlen. Aber durch die GEZ, oder besser die Parteien dahinter, wird durchaus Einfluß darauf genommen, was dort (in den öffentlich-rechtlichen Sendern) an Ware geboten wird. [Das Geschwafel um den Fernsehrat spare ich mir an dieser Stelle, da dies dann wieder miß-verstanden wird.]
Ich habe auf meinem Blog keine einzige Werbung verlinkt, nicht einmal die meines Providers, da dies leider ein AdSense-Scheißding ist, daß ich nicht steuern kann! (Also kann ich es nicht unterbinden.) Selbst wenn mir also ein Werbevertrag angeboten werden würde, würde ich eher ablehnen, da ich ja einen Webspace nutze, der mich nichts kostet. Informationsbeschaffung für einen Blog geht auf vielerlei Art und Weise, nicht jede ist kostenintensiv. Aber ich auch habe hin und wieder Kosten, wenn ich einem Thema intensiver hinterher recherchiere. (Und die Mühe mache ich mir nicht täglich, da ich den ungefähren aktuellen Bildungsgrad meiner Leserschaft zu Genüge kenne.) Wäre jetzt auch noch Werbung im Blog vorhanden, würde diese noch zusätzlich von den eigentlichen Aussagen des Blogs ablenken.
MfG
@andreas e.:
na klar, der teufel hat seine großmutter erschlagen, weil er keine ausrede mehr wusste.
oder, um mit dem großen robert gernhardt zu sprechen: die größten kritiker der elche waren früher selber welche.
sie wollen keinen widerspruch zwischen ihren sehr laut vorgetragenen forderungen (an andere) und ihrem eigenen handeln erkennen. nun, ich hoffe, dass sie auf ihrem blog ihre informationen kritischer hinterfragen, als sie es bei ihrem eigenen handeln ganz offensichtlich gewillt sind, zu tun. dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. das auseinanderfallen zwischen den hohen ansprüchen an andere und dem eigenen handeln ist in diesem falle ziemlich offensichtlich. da kann sich ja dann jeder selbst ein bild machen.
im übrigen noch einen rat: wenn sie tatsächlich eine lektorin haben, suchen sie sich besser eine neue. sie ist ganz offensichtlich stark überfordert.
@Andreas E.
Richtig – Dir geht es (wie Du oben mehrfach schreibst) darum, generell zu unterstellen, dass Werbende Einfluss auf den Inhalt des Blogs nehmen. Sei es direkt oder über eine vermeintliche Schere im Kopf des Bloggers. Nun stehst Du mir allerdings dankenswerterweise zu, dass dies anhand des konkreten Beispiels wohl nicht zutrifft. Damit hast Du Deinen eigenen Generalitätsanspruch aufgegeben – oder sehe ich das falsch?
Doch – ich schon ;-)
Die intelligenten Rundfunksendungen sind das Geld mE wert.
Asphyx Asphyx Asphyx…
…Du gibst nicht auf…hm?
Andreas E.: http:_kreuts.net/wordpress/?p=177
Immer wieder lustig :-) Man erkennt zwar den Zusammenhang zwischen der neuen (im Kern kommunistischen) Wissensgesellschaft und der alten Marktwirtschaft und auch, dass die Wissensgesellschaft der Marktwirtschaft den Boden unter den Füßen wegzieht. Statt aber zu begrüßen, dass dadurch alles einfacher wird und das nervige Bezahlen – sei es pro Nutzung, sei es per Flatrate – komplett entfällt, versucht man auf Teufel komm raus einen Bezahlvorgang irgendwie rüberzuretten in die Wissensgesellschaft. Und warum? Nur weil man zu doof ist, diesen sinnlosen Gedanken vom “Auch Journalisten müssen Miete zahlen und ihren Kindern was zu essen kaufen” aus seinem Kopf zu bekommen. Leute, Bezahlen, Geld und der ganze Quatsch ist anachronistisch! Vergesst diesen Schnee von gestern endlich, werdet erwachsen und kommt mal langsam in der Wissensgesellschaft an!!!