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  • Die Palestine-Papers

    geschrieben am 24. Januar 2011 von Spiegelfechter

    Während die Welt – und vor allem das Netz – immer noch darüber debattiert, ob die phantastisch vermarkteten Cablegate-Leaks wirklich relevante Hintergrundinformationen beinhalten, werden anderswo Nägel mit Köpfen gemacht. Gestern startete der arabische Fernsehsender Al-Jazeera in Kooperation mit dem Guardian die Veröffentlichung von 1.600 hochbrisanten Dokumenten aus dem Umfeld der israelisch-palästinensischen Friedensgespräche der letzten 10 Jahre. Die Dokumente umfassen dabei Memos, E-Mails, Protokolle von hochrangigen Verhandlungsgesprächen, Karten, Strategie-Papiere und sogar Powerpoint-Präsentationen. Nach dem momentanen Stand der Veröffentlichungen stammt das Material aus dem Bestand der palästinensischen Delegation. Der Informant, der Al-Jazeera das Material zugespielt hat, muss Zugang zur höchsten Geheimhaltungsstufe gehabt haben. Anders als Cablegate sind die “Palestine-Papers” zweifelsohne hochbrisant und werden – so sie sich nicht als Fälschung herausstellen sollten – das Zeug haben, Geschichte zu schreiben.

    Die Palestine-Papers

    Wenn man den palästinensisch-israelischen Friedensprozess der letzten fünf Jahre betrachtet, so kann man bestenfalls von einem Stillstand auf gehobenem Niveau sprechen. Doch diese “gefühlte Wahrnehmung” geht offenbar an der Realität vorbei. Diesen Schluss lassen zumindest die bereits veröffentlichten “Palestine Papers” zu. Während Israel stets die Position vertritt, dass die palästinensische Seite kein Jota von ihrer Position abrückt, belegen die Dokumente das genaue Gegenteil: In der Tat haben die palästinensischen Verhandlungsführer den Israelis Konzessionen zugestanden, die so noch nie bekannt waren. Offensichtlich hat die palästinensische Seite Israel sehr weitreichende Angebote für einen Gebietstausch gemacht, um seinerseits Israels Placet zu einer echten Zwei-Staaten-Lösung zu bekommen. So wollte man Israel große Flächen des Westjordanlandes (inklusive strategisch wichtiger Siedlungen mit Zugang zu den Wasservorkommen) und weite Teile Ostjerusalems im Tausch gegen ein paar Sandstreifen am Rande des Westjordanlandes und des Gaza-Streifens zugestehen.

    Selbst für israelische Hardliner wäre dies ein Geschenk, das sich eigentlich bereits im Rahmen der veröffentlichen Maximalforderungen Israels bewegt. Die Papiere sprechen in diesem Zusammenhang vom “größten Yerushalayim der jüdischen Geschichte”, das man den Israelis auf dem Silbertablett serviert. Doch die Israelis griffen nicht etwa zu, sondern lehnten verstört ab und formulierten ihrerseits neue Maximalforderungen, die komplett indiskutabel waren. Diese Verhandlungstaktik ist keineswegs neu. Schon bei den Verhandlungen zum Mekka-Abkommen im Jahre 2007 sorgten die Israelis durch unerfüllbare Vorbedingungen damals dafür, dass die überaus ernsthafte Vermittlungsanstrengung des saudischen Königs unterminiert werden konnte.

    Al-Jazeera kündigt auf seinen Internetseiten an, dass in den nächsten Tagen auch noch Dokumente veröffentlicht werden, die die Kompromissangebote der palästinensischen Seite bei der “Flüchtlingsfrage”, Details der “Sicherheitskooperation” zwischen den palästinensischen Gebieten und Israel, und Unterlagen über die palästinensisch-amerikanischen Gespräche im Zusammenhang mit dem Goldstone-Report, der Israel massive Verletzungen des Völkerrechts im Gaza-Krieg vorwirft, beinhalten. Jedes dieser Dokumente hat enorme Sprengkraft. Doch wem wird die Veröffentlichung der Dokumente schaden, wem wird sie nutzen?

    Cui bono?

    Der Guardian gibt sich in seinem Editorial über die “Palestine Papers” ungewohnt naiv: Wenn die Welt endlich merkt, dass Israel offenbar gar nicht an einem Friedensprozess, der diesen Namen auch verdient, gelegen ist, wird der internationale Druck auf Israel zunehmen und die israelische Regierung so zu einem Entgegenkommen drängen. Auch wenn der Guardian in diesem Zusammenhang von einem “optimistischen Szenario” spricht, so darf die Frage gestattet sein, wie realistisch dieses Szenario eigentlich ist. Israel torpedierte mehrfach jegliches Entgegenkommen der Palästinenser und ließ auch wiederholt die vermeintlich “ehrlichen Makler” aus den USA, der EU, der Türkei und Syrien oder auch aus Saudi-Arabien vor eine Klagemauer der Borniertheit rennen. Außerdem sollte man nicht vergessen, dass Israel dem palästinensischen Verhandlungspartner stets abgesprochen hat, überhaupt die Legitimation zu besitzen, für die gesamte palästinensische Seite zu sprechen. Mit diesem Ass im Ärmel wird Israel jede Kritik an seiner Position, die nun aus den “Palestine Papers” frischen Wind bekommt, ganz einfach wegstechen. Der Gedanke, dass Israel nun mit stärker werdendem internationalen Druck konfrontiert wird, ist geradezu lächerlich naiv. Israels Partner haben auch nach den völkerrechtswidrigen Kriegen gegen den Libanon und den Gaza-Streifen keine vernehmbare Kritik geäußert – warum sollte das nun anders sein?

    Wer also wissen will, wem die “Palestine Papers” nutzen und wem sie schaden, muss die Grabenlinien und das Mächteverhältnis innerhalb der Palästinenser betrachten. Sämtliche palästinensischen Politiker und Unterhändler, die in den Papieren namentlich genannt werden, sind Mitglieder der Fatah. Die Fatah ist zwar aufgrund ihres Entgegenkommen und ihrer Abkehr vom Straßenkampf im Westen sehr beliebt – innerhalb der palästinensischen Gebiete ist die Fatah jedoch wegen ihrer wachsweichen Linie und vor allem wegen ihrer Korruption mehr als umstritten. In den letzten echten Wahlen konnte die radikale Hamas einen eindeutigen Sieg erringen. Da die Hamas jedoch im Westen als “terroristische Organisation” gilt und als Verhandlungspartner von keiner Seite anerkannt wird, entschied man sich, eine Gemeinschaftsregierung zwischen Hamas und Fatah aufzustellen, bei der die Hamas innenpolitisch das Sagen hat und die Fatah für außenpolitische Fragen zuständig ist. Die Fatah sonnte sich zwar in diesem Jahr im Licht der großen internationalen Bühne, hatte jedoch kaum Verhandlungsoptionen, da die Hamas eine strikte Linie vorgab: Friedensverhandlungen ja, aber nur dann, wenn Israel sich zuvor hinter die “grüne Linie” der Grenze von 1967 zurückzieht. Natürlich denkt Israel nicht im Traum daran, dies zu tun. In puncto Borniertheit nehmen sich die israelische Regierung und Hamas nicht viel.

    Der einzige Gewinner heißt Hamas

    Doch das ungleiche “Bündnis” von Fatah und Hamas war ohnehin eine Totgeburt. Im Juni 2007 kam es gar zu einem wenige Tage andauernden palästinensischen Bruderkrieg, in dem die Hamas de facto die Macht im Gaza-Streifen übernahm. Die Gemeinschaftsregierung wurde aufgelöst, seitdem wird das Westjordanland durch einer Notstandsregierung de facto von der Fatah regiert. Sowohl die Präsidentschafts-, als auch die Parlamentswahlen sollten eigentlich bereits im August 2009 stattfinden. Bis heute wurden diese Wahlen aber immer noch nicht abgehalten. Der Grund dafür ist offensichtlich. Fatah hat auch im Westjordanland gegen die aufstrebende Hamas nicht mehr viel auszurichten. Seit dem Juni 2007 verhandelt daher eine eigentlich illegitime Delegation im Namen der Palästinenser auf internationalem Parkett.

    Es ist daher auch mehr als erstaunlich, dass die Medien in diesem Kontext nicht erwähnen, dass die Zugeständnisse “der Palästinenser”, die in den “Palestine Papers” dokumentiert werden, überhaupt nicht politisch legitimiert sind. Oder um es anders zu sagen: Die Fatah hätte Israel auch das Blaue vom Himmel herunter versprechen können – dies alles hätte keine Bedeutung, da Abbas ein König ohne Land und die Fatah eine Partei ohne reale Macht ist. Nur vor diesem Hintergrund lassen sich die “Palestine Papers” überhaupt deuten. Die Fatah suchte in den Jahren der Zugeständnisse verzweifelt nach einer Legitimation. Nachdem eine Legitimation über Wahlen auszuschließen war, versuchte man offensichtlich, durch einen Erfolg bei den Friedensverhandlungen wieder das Heft des Handelns zurückzugewinnen. Natürlich sind die Positionen der Fatah innerhalb der palästinensischen Gebiete indiskutabel – ohne Einflussnahme von Außen hätten sie nicht zum Erfolg der Fatah, sondern zu einem Bürgerkrieg, mit dem abschließenden Erfolg der Hamas, geführt. In den Jahren 2007 bis 2009 sind die Friedensverhandlungen jedoch auch innerhalb des sunnitischen Lagers sehr intensiv diskutiert worden. Hätte Fatah hier einen Durchbruch erzielt, hätte man womöglich die volle Unterstützung Ägyptens, Saudi-Arabiens, Syriens und Jordaniens bekommen. Mit diesen starken Partnern für die Fatah hätte es die Hamas zumindest nicht eben einfach gehabt, zumal ein Verhandlungserfolg auch massive Gelder in das Westjordanland (und nicht in den Gaza-Streifen) gezogen hätte. Die “Palestine Papers” legen also nicht die Verhandlungsposition “der Palästinenser” dar, sondern zeichnen den Preis auf, den die Fatah zu zahlen bereit gewesen wäre, wenn man ihr im Gegenzug internationale Anerkennung gegeben hätte.

    Doch es kam bekanntlich anders. Die Fatah ist mit ihrem maximalen Entgegenkommen gescheitert, der Friedensprozess ist ausgesetzt und innerhalb des palästinensischen Lagers hat die Hamas de facto das Sagen. Die Offenlegung der “Palestine Papers” wird somit die Blume auf dem Grabstein der Fatah sein. Dabei geht es nicht “nur” um die weitgehenden Zugeständnisse, die unter anderem den Tempelberg mit einschließen. Es ist auch die Sprache, die die Fatah diskreditiert. So wird Ariel Sharon, der in Palästina den Beinamen “Der Schlächter von Beirut” trägt, als “Freund” bezeichnet, und das Versprechen auf das “größte Yerushalayim in der jüdischen Geschichte ” (in der hebräischen Bezeichnung) dürfte von den Palästinensern und den Arabern als Beleidigung ersten Ranges aufgefasst werden.

    Al-Jazeera, der Guardian, und vor allem der Informant, der wohl selbst aus der Fatah stammt, haben nun ihren Teil dazu beigetragen, dass die alten Kräfte der Fatah das Feld räumen müssen. Aber wer kommt nach ihnen? Es ist anzunehmen, dass nach den “Palestine Papers” die Hamas auch im Westjordanland die erste Kraft werden dürfte. Von einem Friedensprozess wird dann natürlich nicht mehr die Rede sein. Die Zeichen stehen auf Sturm. Die israelischen Hardliner werden dies gerne hören.

    Jens Berger

    115 Kommentare Print This Post
    Während die Welt – und vor allem das Netz – immer noch darüber debattiert, ob die phantastisch vermarkteten Cablegate-Leaks wirklich relevante Hintergrundinformationen beinhalten, werden anderswo Nägel mit Köpfen gemacht. Gestern startete der arabische Fernsehsender Al-Jazeera in Kooperation mit dem Guardian die Veröffentlichung von 1.600 hochbrisanten Dokumenten aus dem Umfeld der israelisch-palästinensischen Friedensgespräche der letzten ...
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    1. Die “Palestine Papers” « Schmok

    115 Kommentare:

    1. vera schrieb am 24. Januar 2011 at 18:18 - Permalink

      Danke für die Einordnung. Tue mich in dieser Weltgegend etwas schwer.

    2. noname schrieb am 24. Januar 2011 at 18:29 - Permalink

      Gibt wahrscheinlich nicht allzu viele nicht-arabische Journalisten, die diese “Palestine Papers” richtig zu deuten wussten. Gute Arbeit.

    3. Geheimrätin schrieb am 24. Januar 2011 at 18:30 - Permalink

      Doc Paleske kombiniert slightley different

      http://oraclesyndicate.twoday.net/stories/nahost-wem-nuetzen-die-enthuellungen-der-palaestina-papiere/

      nebenbei bemerkt: nicht nur Israel profitiert von den Enthüllungen, auch die Deutsche Waffenindustrie aus dem “Herzen Europas”, dem Bodensee, die hierzulande aktuell sogar deutsch-jüdische Kulturprojekte fördert. ( Dazu schick ich dir später noch was.) Sie sitzt derweil schon in Stellung, zielgenaue und schußkräftige Unterstützung an ihre “israelischen Freunde”, (deren Väter u. Mütter es waren, die zuerst von ihnen abgeschlachet wurden) im Kampf gegen die bösen Kinder der Hamas zu liefern.

      • Spiegelfechter schrieb am 24. Januar 2011 at 19:12 - Permalink

        Aber nur “slightley”. In meinem Schlusssatz deute ich ja ebenfalls an, dass den israelischen Hardlinern die Entwicklungen ebenfalls gefallen dürften. Leider geht “Doc Paleske” allerdings sehr ausführlich (und wie in der D-Bloggosphäre gewohnt paranoid) mit Israel ins Gericht, ignoriert die Hamas aber nahezu vollkommen. OK, das ist nun einmal eine sehr einseitige Betrachtung der Thematik.

        • Geheimrätin schrieb am 24. Januar 2011 at 19:26 - Permalink

          ach nö, so paranoid find ich das nicht. u. er ignoriert die Hamas auch nicht. Es ist doch so, “Israel” (als Terrorstaat, nicht als Gesellschaft!) braucht eine wilde Hamas u. die wilde Hamas einen israelischen Terrorstaat. scheinbar…

          …denn letzlich hat ja weder die wilde “Hamas” noch “Israel” irgendwas von dem Gemetzel, außer Tod, Elend, Unsicherheit u. Angst, einzig u. allein die Waffenindustrie macht ihren Reibach an dem für sie (u. ihre Raubritter) so strategisch günstigen Stützpunkt

          • Spiegelfechter schrieb am 24. Januar 2011 at 19:46 - Permalink

            ach nö, so paranoid find ich das nicht.

            Na ich bitte Dich. Er spekuliert eigentlich nur darum, wie Israel sich möglichst optimal auf einen Krieg gegen Iran vorbereiten kann … Blogosphäre halt, man kennt es.

            Es ist doch so, “Israel” (als Terrorstaat, nicht als Gesellschaft!) braucht eine wilde Hamas u. die wilde Hamas einen israelischen Terrorstaat. scheinbar…

            Woooooow, “Terrorstaat”, die Propaganda fruchtet bei Dir bei ja ganz hervorragend. Würdest Du im Gegenzug die Hamas auf als “Terrororganisation” bezeichnen? Und wäre Gaza dann – da hamasregiert – auch ein Terror”staat”?

            …denn letzlich hat ja weder die wilde “Hamas” noch “Israel” irgendwas von dem Gemetzel, außer Tod, Elend, Unsicherheit u. Angst, einzig u. allein die Waffenindustrie macht ihren Reibach an dem von ihr so strategisch günstigen Stützpunkt

            Ach, Papperlappap. Natürlich haben auch Hamas-Politiker und auch die Hardliner der Israelis etwas von diesem ewigen Konflikt. Von den Hintermännern, egal ob in Washington oder in Teheran ganz zu schweigen.

            • Geheimrätin schrieb am 24. Januar 2011 at 19:50 - Permalink

              Ich bitte Dich, schau dir doch die entsetzlichen Angriffe der letzten jahre an! Was anderes als Terror war das?! Was anderes ist es als Terror, wenn Millionen von Menschen so gut wie keine Lebensgrundlage gelassen wird?

              Spiegelfecher, deine Ausgewogenheit kannst du dir in dein güldenes Haupthaar schmieren!

              ps. und dass die Hardliner beider seiten etwas von dem Konflikt haben, hab ich doch klar u. deutlich zum Ausdruck gebracht. Sie kreieren die Fronten für die, die abkassieren

            • Spiegelfechter schrieb am 24. Januar 2011 at 19:53 - Permalink

              Spiegelfecher, deine Ausgewogenheit kannst du dir in dein güldenes Haupthaar schmieren!

              Ja, gerne ;-)

              Viel Spaß beim Kampf *lach*

            • NetReaper schrieb am 25. Januar 2011 at 10:27 - Permalink

              Woooooow, “Terrorstaat”, die Propaganda fruchtet bei Dir bei ja ganz hervorragend. Würdest Du im Gegenzug die Hamas auf als “Terrororganisation” bezeichnen? Und wäre Gaza dann – da hamasregiert – auch ein Terror”staat”?

              Aber hallo.
              Genau das trifft es doch auf den Punkt.

              Letztendlich das wirklich große Problem in der Region: dass Jeder Terror gegen Jeden ausübt. Die Frage ist doch: wie geht die internationale Staatengemeinschaft mit Terrorgruppen um, egal ob sie jetzt als staatliche Gemeinschaft oder als locker formierte Gruppe auftreten, die in einem Gebiet faktisch das Sagen hat?

              Von einem Embargo gegen Israel habe ich nämlich noch nie was gehört. Und immerhin haben die die Atombombe.

              Daher: bitte nicht so gönnerhaft mit Terroristen.

              Ansonsten: sehr guter Artikel, der die Hintergründe gut offen legt.

              Nur eine Frage stellt der Artikel nicht: Warum wurde die Fatah nicht beim Wort genommen, auch wenn sie “die Palästinenser” nicht wirklich vertritt? Es hätte auf keinen Fall schlimmer kommen können als jetzt.

        • SubcommandanteMarkus schrieb am 30. Januar 2011 at 03:26 - Permalink

          Ich bin verwirrt
          Ich dachte Einseitig sei das neue “bild dir deine Meinung ” zumindest wenn du der Logik deiner Focker Gorch Artikel/Kommentare treu bleiben willst

          Aber schon wahr wer A sagt muss auch B sagen gute Teile der Pali und Israel Regierung wie Gesellschaft kann man schon fast pauschal als militaristisch/terroristisch einstufen(auf der hauseigenen SubcommanderSkala natürlich). Wobei die Opferrolle der Palis nicht ganz ungerechtfertigt ist, also mehr als einfache Propaganda. Ich denke das zeigen Papers wiedereinmal.

    4. Nic schrieb am 24. Januar 2011 at 18:50 - Permalink

      Danke, Jens, für diesen Artikel. Ich hatte heute diverse Diskussionen zu diesem Thema – auch via Facebook – und konnte mich mit der auch von Dir vertretenen Meinung nicht durchsetzen. Zu einfach ist es für viele, im Schema schwarz/weiss zu denken.

      Nic

      PS: Und dank auch für die veränderte Schriftart. Macht die ganze Sache wieder besser lesbar.

    5. vollzock schrieb am 24. Januar 2011 at 19:11 - Permalink

      Interessante Logik: Einerseits wird der verhandlenden palistinänsischen Seite die Legitimität abgesprochen, andererseits werden der israelischen Seite Vorwürfe gemacht, nicht auf die Vorschläge dieser nichtlegitimierten Verhandlungsseite einzugehen.

      Es bildet sich der Eindruck: So oder so – die Juden, die sind schuld. Würde Israel annehmen, gäbe es Bürgerkrieg unter palistinänsischen Arabern – und die Juden wären an ihm schuld. Israel hat nicht reagiert – folglich ist Israel schuld, dass es noch keinen Frieden und keinenen palistinänsischen Staat gibt.

      Einzig logischer Schluss nach den Ausführungen ist folgender: Die Verhandlungsführer um Abbas haben ganz bewusst die Vorschläge gemacht, weil sie wussten, dass sie überhaupt keine Macht haben, diese auch umzusetzen. Und Israel keinerlei Chance hatte, darauf einzugehen. Es war genau das im Artikel beschriebene “Blaue vom Himmel”.

      Der Artikel ist insgesamt ziemlich antisemitisch, sehr judenfeindlich, absolut antizionistisch und klar gegen Israel gerichtet.

      Und das in Deutschland knapp 70 Jahre danach.

      Erbärmlich.

      • Spiegelfechter schrieb am 24. Januar 2011 at 19:50 - Permalink

        Interessante Logik: Einerseits wird der verhandlenden palistinänsischen Seite die Legitimität abgesprochen, andererseits werden der israelischen Seite Vorwürfe gemacht, nicht auf die Vorschläge dieser nichtlegitimierten Verhandlungsseite einzugehen.

        Wieso Vorwürfe? Ich erwähne lediglich die Argumentationsschienen.

        Es bildet sich der Eindruck: So oder so – die Juden, die sind schuld.

        Dieser Eindruck mag einem waschechten Antisemiten kommen. Offensichtlich gehörst Du zu dieser Kategorie. Einerseits kritisiere ich die Hamas genau so wie ich die israelischen Hardliner kritisere, andererseits kenne ich den Unterschied zwischen “Juden” und der israelischen Regierung sehr wohl.

        Würde Israel annehmen, gäbe es Bürgerkrieg unter palistinänsischen Arabern

        Nein, da schreibe ich was anderes. Aber Du willst offenbar gar nicht lesen, was im Artikel steht.

        Der Artikel ist insgesamt ziemlich antisemitisch, sehr judenfeindlich, absolut antizionistisch und klar gegen Israel gerichtet.

        Und das in Deutschland knapp 70 Jahre danach.

        *lach*
        Gib es zu, Du bist Komiker ;-)

      • NetReaper schrieb am 25. Januar 2011 at 10:49 - Permalink

        Einerseits wird der verhandlenden palistinänsischen Seite die Legitimität abgesprochen, andererseits werden der israelischen Seite Vorwürfe gemacht, nicht auf die Vorschläge dieser nichtlegitimierten Verhandlungsseite einzugehen.

        … was ja auch völlig korrekt ist.
        Es spricht ja von Seiten der israelischen Führung nichts dagegen zu sagen:
        “Wir zweifeln, dass die Fatah für alle Palästinenser spricht, sind aber bereit das Angebot anzunehmen.”
        Damit zeigt man den Willen zum Frieden. Und nicht das Gegenteil, den Willen zum Krieg.

        So oder so – die Juden, die sind schuld. Würde Israel annehmen, gäbe es Bürgerkrieg unter palistinänsischen Arabern – und die Juden wären an ihm schuld.

        Eine ziemlich krude Logik, no?

        Der Artikel ist insgesamt ziemlich antisemitisch, sehr judenfeindlich, absolut antizionistisch und klar gegen Israel gerichtet.

        Lustig. “Antisemitisch und judenfeindlich”? Die Wörter bedeuten das gleiche, richtig? Ich weiß ja dass es modisch ist, israelkritische Beiträge mit einem Hakenkreuz abzuhaken. Ist einfach und so.
        Und “klar gegen Israel gerichtet”? Nicht die Spur. Wer “klar gegen Israel gerichtet” ist, der sieht zu, dass Israel mit Waffen versorgt wird, und dass Israel jede Form von Krieg weiter führt, die sie führen wollen.
        Vielleicht schonmal gehört: Freunden gibt man keine Waffen. Und verkaufen schon zweimal nicht.

        Und das in Deutschland knapp 70 Jahre danach.

        70 Jahre wonach? War da was vor 70 Jahren in Bezug auf Israel? Irgend etwas, wofür der Autor oder irgend jemand jünger als 80 Jahre irgendeine Verantwortung hat? Nein.

      • ck schrieb am 25. Januar 2011 at 11:00 - Permalink

        Sorry bitte was? Wo genau soll dieser Artikel Antisemitisch sein? Bist du ein rechter Troll?

    6. Frank schrieb am 24. Januar 2011 at 19:16 - Permalink

      Naja, ganz so einfach wird die Machtübernahme durch die HAMAS auch nicht sein.
      Fatah muss sich halt mal dazu durchringen, die Wahrheit zu sagen, nämlich dass man mit dem “Erzfeind Israel” doch in Frieden und zum gegenseitigen Nutzen leben und zusammenarbeiten kann. Die wirtschaftliche Entwicklung der Westbank in den letzten 5 Jahren spricht Bände.
      Kaum jemand dort ist erpicht darauf, HAMAS-Banden nun auch noch dort zu bekommen. Im Zweifel ist ein wackeliger Friede und Arbeit doch besser, als ideologiefeste Judenfresser.

      Zur Situation in Gaza hier ein ganz guter Bericht: “Schwächelnde Hamas greift wachsende Linke Organisationen an”: http://switzerland.indymedia.org/de/2010/09/77366.shtml

    7. Sebastianus schrieb am 24. Januar 2011 at 19:19 - Permalink

      Dass Israel nicht wirklich an einem Friedensprozess interessiert ist, war allerdings auch vor Veröffentlichung der Palestine-Papers offensichtlich, da hilft auch die unsägliche, völlig deplazierte Antisemitismuskeule meines Vorgängers nicht:

      Systematische Friedensverweigerung – Israel profitiert von der Destabilisierungspolitik des Westens

    8. vollzock schrieb am 24. Januar 2011 at 19:24 - Permalink

      Sehr schön, Sebastianus! Gleich einen Link auf einen Artikel gepostet, bebildert durch eine typische antisemitische Karikatur im besten Stürmer-Stil: Die Juden sind Lügner, sie wollen die Welt beherrschen, und Holocaust ist für sie nur ein Totschlagargument gegen alle Kritik. Bravo!

      • noname schrieb am 24. Januar 2011 at 19:28 - Permalink

        Dass Du noch die Chuzpe hast das Wort “Totschlagargument” in den Mund zu nehmen, ist wirklich großes Kino.

        • Felix schrieb am 24. Januar 2011 at 23:14 - Permalink

          Fakt ist halt leider, dass es sich bei der gezeigten Karikatur um ein typisches Beispiel von sog. “sekundärem Antisemitismus” handelt. In dieser Spielart wird unterstellt, dass die Juden bewusst einen Vorteil aus dem Holocaust schlagen würden.

          siehe auch wiki: http://de.wikipedia.org/wiki/Sekund%C3%A4rer_Antisemitismus#Sekund.C3.A4rer_Antisemitismus

          Im übrigen halte ich es für völlig unangebracht jeden Antisemtismusvorwurf im Zusammenhang mit Israelkritik einfach so wegzuwischen (“Totschlagargument). Mit dieser “Antisemitismuskeule-Keule” wird nämlich so getan, als gabs es gar keinen Antisemitimus, der sich als Israelkritik ausgibt und das ganze wäre überhaupt kein Thema. Es ist aber leider das Gegenteil der Fall (was natürlich nicht jede Kritik an der israelischen Politik antisemitisch macht).

          • Linus schrieb am 25. Januar 2011 at 11:43 - Permalink

            “In dieser Spielart wird unterstellt, dass die Juden bewusst einen Vorteil aus dem Holocaust schlagen würden.”

            Erstmal würden ich Juden in diesem Satz durch Israel ersetzen.
            Zum Zweiten muß so eine Meinungsäußerung erlaubt sein, egal ob sie zutrifft oder nicht. Das ist nicht im Mindesten gegen die “Juden” als solche gerichtet. Der Vorwurf des Antisemitismus ist hier völlig fehl am Platz.

            Es ist wahr, daß sich antisemitische Kreise gerne einer solchen Argumentation bedienen. Das macht das Argument aber noch nicht antisemitisch.
            Insofern erteilst du hier gerade Redeverbot. Und nichts ist in diesem Zusammenhang wichtiger als konstruktive Kritik, die der Artikel ja auch liefert. Warum sagst du nichts zum Artikel?

            Würde man in deiner Argumentation bleiben, so müßtest du dir Folgendes anhören: Israel ist seit geraumer Zeit dabei, ein gewaltiges “ethnic cleansing” Projekt durchzuziehen, möglicherweise sogar mit Erfolg. Sicherlich kein schöner Fleck auf der Fahne von jemandem, der es eigentlich besser wissen müßte.

            Um Mißverständnisse zu vermeiden: Auch ich finde die Karikatur geschmacklos und unzutreffend. Trotzdem geht das bei mir als freie Meinungsäußerung durch.

            • Felix schrieb am 25. Januar 2011 at 20:05 - Permalink

              Erstmal würden ich Juden in diesem Satz durch Israel ersetzen.

              Ja und? Israel ist ein jüdischer Staat und wird von den Leuten als solcher betrachtet. Die Differenzierung machst Du vielleicht aber leider nicht jeder andere.

              Zum Zweiten muß so eine Meinungsäußerung erlaubt sein, egal ob sie zutrifft oder nicht. Das ist nicht im Mindesten gegen die “Juden” als solche gerichtet. Der Vorwurf des Antisemitismus ist hier völlig fehl am Platz.

              Klar. Aber ich kann diese Meinungsäußerung auch ablehnen und be- oder verurteilen. Es kann jeder so viel Mist labern wie er will, ich habe aber das Recht zu widersprechen. Und und wenn man den Holocaust (wie in dieser Karikatur) direkt mit israelischer Politik in Zusammenhang bringt, dann schmeißt man “die” Juden und Israel eben sehr wohl in einen Topf.

              Es ist wahr, daß sich antisemitische Kreise gerne einer solchen Argumentation bedienen. Das macht das Argument aber noch nicht antisemitisch.

              Was genau meinst Du jetzt? Den Nazi-Vergleich? Wenn ja: Das ist gerade eben ein ganz typisches Beispiel für “sekundären Antisemitismus”.

              Insofern erteilst du hier gerade Redeverbot. Und nichts ist in diesem Zusammenhang wichtiger als konstruktive Kritik, die der Artikel ja auch liefert. Warum sagst du nichts zum Artikel?

              Sorry, nichts für ungut, aber das ist abwegig. Genau das habe ich mit “Antisemitismuskeule-Keule” gemeint. Die kritische Betrachtung von Israelkritik (dafür gibt’s ja sogar nen eigenen Begriff) wird mit “Redeverbot” einfach so illegitim gemacht. Ich bezog mich übrigens nicht auf den Artikel, sondern auf meine Vorposter. Ich habe den Artikel nicht kritisiert. Ich habe außerdem auch betont, dass Israelkritik nicht per se antisemitisch, antizionistisch oder irgendwas ist.

              Israel ist seit geraumer Zeit dabei, ein gewaltiges “ethnic cleansing” Projekt durchzuziehen, möglicherweise sogar mit Erfolg.

              Verstehe nicht, was das mit meiner Argumentation zu tun hat. Ist jetzt aber auch ein ganz anderes Thema. Hast du seriöse Belege für diese Behauptung? Warum bringt Israel dann nicht alle Palästinenser einfach um, wie das sonstwo auf der Welt bei Genozid halt so gemacht wird? Warum gibt es arabische Israelis? Warum ist Arabisch Amtsprache in Israel? Warum wird mit Arabern überhaupt verhandelt? Vergleiche nur mal die Zahlen der Todesopfer im Nahostkonflikt der letzten Jahrzehnte an und vergleiche mit anderen Krisenherden auf der Welt. Ohne auch nur ein Opfer relativieren zu wollen: Der Israel-Palästina-Konflikt ist sogesehen in seiner Bedeutung ziemlich überschätzt.

              Übrigens, genau hier tut sich wieder die Frage auf, inwiefern sowas mit Schuldabwehr (deutsches “ethnical cleansing” an Juden) und eine Art Um-Projektion (vergleiche Ziele der Hamas-Charta, bzw. die Ziele der Araber schon 1947-48) zu tun hat. Genauso funktionieren Sündenbock-Strategien. Wobei ich Dir hier keine Unterstellungen machen will, aber nicht selten weht der Wind sicherlich daher.

              Sicherlich kein schöner Fleck auf der Fahne von jemandem, der es eigentlich besser wissen müßte.

              Siehst Du, demnach zumindest setzt Du auch Israel mit den Juden gleich. Die Opfer des Holocaust sind demnach dieselben, die heute in Israel Sicherheitspolitik betreiben.

    9. TutnichtszurSache schrieb am 24. Januar 2011 at 19:56 - Permalink

      @ vollzock

      Mach dich bitte nicht lächerlich! Der Artikel ist so objektiv, wie kaum ein Anderer.

      @ Spiegelfechter: Du kommst zu folgendem Schluss:

      “Al-Jazeera, der Guardian, und vor allem der Informant, der wohl selbst aus der Fatah stammt, haben nun ihren Teil dazu beigetragen, dass die alten Kräfte der Fatah das Feld räumen müssen. Aber wer kommt nach ihnen? Es ist anzunehmen, dass nach den “Palestine Papers” die Hamas auch im Westjordanland die erste Kraft werden dürfte. Von einem Friedensprozess wird dann natürlich nicht mehr die Rede sein. Die Zeichen stehen auf Sturm. Die israelischen Hardliner werden dies gerne hören.”

      Nun kommen wir wahrscheinlich zum Thema Spekulation aber: Wie wahrscheinlich ist es, dass die erwähnten Dokumente absichtlich in die Hand dieses Informanten gelangt sind und somit absichtlich verbreitet wurden (wir nehmen an sie sind echt), um eben der Fatah den letzten Gnadenstoß zu versetzen, damit sich eben dadurch die Hardliner in Israel die Hände reiben können und der Friedensprozess auf lange Sicht hin begraben wird?
      Kurz gefasst: Spielen die Palestine-Papers den israelischen Hardlinern nicht geradezu in die Hände? Kann das Zufall sein?

      • Spiegelfechter schrieb am 24. Januar 2011 at 20:12 - Permalink

        Kurz gefasst: Spielen die Palestine-Papers den israelischen Hardlinern nicht geradezu in die Hände? Kann das Zufall sein?

        Ich glaube nicht, dass die Papiere den isr. Hardlinern derart in die Hände spielen. Die Entwicklung, die sich aus den Papieren ergeben dürfte, spielt ihnen mittel- bis langfristig freilich schon in die Hände.

        Wenn – das nehme ich jetzt einfach mal an – der Informant die Papiere schon länger hat, so vermute ich eher, dass es sich um einen “enttäuschten” hochrangigen Fatah-Politiker handelt, der nun den Seitenwechsel plant.

        Natürlich ist es theoretisch möglich, dass die Israelis die Papiere “geleakt” haben. Momentan sind sie aber nicht (von Hamas oder anderen) konkret bedroht. Sie können mit dem status quo vielmehr sehr(!) gut leben und Fakten schaffen. Man betrachte doch nur einmal die Verschiebung der Verhandlungspositionen durch diese Fakten, die in den letzten Jahren geschaffen wurden. Der Status quo zu Beginn des Oslo-Prozesses wäre heute schon eine Zielvorgabe, die hinter(!) den israelischen Forderungen steht. Warten wir mal zehn Jahre ab – bis dahin werden u.U. Fakten geschaffen, die die heutige Situation als überzogene Zielvorgabe aussehen lassen.

        Insofern glaube ich auch nicht an eine israelische Beteiligung an den “Leaks”. Dafür passt der Zeitpunkt ganz einfach nicht.

        • TutnichtszurSache schrieb am 24. Januar 2011 at 20:45 - Permalink

          Ich danke Dir für die ausführliche Antwort!

    10. mdmc schrieb am 24. Januar 2011 at 19:56 - Permalink

      SF hätte besser warten sollen, bis Al-Jazeera die angeblichen Kompromissangebote der PL zum Thema “Rückkehrrecht der Flüchtlinge” veröffentlicht. Denn damit steht und fällt ja nun mal alles. Hauptsächlich daran sind im Jahr 2000 auch die Barak-Arafat-Verhandlungen in Camp David gescheitert.

      Sollte sich nämlich herrausstellen, dass die PL im Grundsatz weiterhin auf einer Rückkehr der Flüchtlinge, und damit weiterhin auf einem Ende des jüdischen Staates Israel bestehen, wäre dieser ganze Artikel fürs Klo. Denn was wären die oben erwähnten Zugeständnisse der PL an die Israelis wert, wenn sich die Knesset nach der nächsten Wahl mit arabischer Mehrheit neu konstituiert? Nichts. Nada. Niente.

      • Kartoffel schrieb am 24. Januar 2011 at 20:11 - Permalink

        Hat Al Jazeera längst veröffentlicht. Die paar Fälle von Familienzusammenführung, die es jetzt schon pro Jahr gibt, sollen weitergeführt werden. Zusätzlich 5 Jahre lang die Rückkehr von je 1.000 Flüchtlingen. Das war’s.

        Da ist wohl deine vorgefasste Meinung fürs Klo, oder fällt dir jetzt was neues ein um dir einzureden, dass die Israelis an einer Friedenslösung interessiert sind?

        • Alex schrieb am 24. Januar 2011 at 20:20 - Permalink

          Meine heute irgendwo was von 10.000 innerhalb von 10 Jahren gelesen zu haben, aber selbst das macht lange nicht die beschworene Mehrheit.

          • Spiegelfechter schrieb am 24. Januar 2011 at 20:21 - Permalink

            ja, das habe ich auch gelesen. aber 5 Jahre x1.000 oder 10 Jahre x1.000 ist nun kein so großer Unterschied ;-)

            • Alex schrieb am 24. Januar 2011 at 20:29 - Permalink

              Fürwahr :)

        • mdmc schrieb am 24. Januar 2011 at 20:48 - Permalink

          Deswegen schrieb ich ja auch im Konjunktiv, Kartoffelkopp. Abgesehen davon darf man deine Zahlen getrost anzweifeln. Was mir eben nach erstmaliger Sichtung mehrfach unterkam war die Zahl 100.000. Und das ist bei gerade mal 4,5 Mio Wahlberechtigten und einer schon vorhandenen arabischen Minderheit mehr als nur ein symbolischer Akt. Und trotzdem wollte Olmert die sogar noch reinlassen.

          Die Verhandlungsführer der Israelis sind demokratisch legitimiert und mindestens so sehr an einer friedlichen Lösung interessiert wir die demokratisch legitimierte Führung der PL. Aber die schmollt lieber im Gaza-Streifen rum und stellt Forderungen jenseits von Gut und Böse.

          • Kartoffel schrieb am 24. Januar 2011 at 21:20 - Permalink

            Meine Zahlen sind tatsächlich gerade angezweifelt worden, Buchstabensalat. Aber selbst 10 x 1.000 sind nicht 100.000. Üb das noch mal.

            Was du willst, ist die Garantie, dass Palästinenser nie die Mehrheit in Israel haben können, stimmt’s? Nun hat ein Staat, der ethnische Reinheit sicherstellen will, allerdings nicht allzu viele Optionen, und die sind alle ziemlich widerlich. Stört dich das?

            • mdmc schrieb am 24. Januar 2011 at 23:37 - Permalink

              Ihr habt ganz einfach eine 0 überlesen, das kann schon mal passieren. Es sind wirklich 100.000.

              http://orf.at/stories/2038161/2038156/

              Wie du schon richtig andeutest haben die Juden in Israel ein Demografie-Problem. Die Garantie für das jüdische Überleben in der Region wird auf lange Sicht ein Apartheid-Staat sein, vielleicht erst in 50 Jahren, vielleicht schon früher. Jedenfalls in der Hinsicht, dass das Wahlrecht der neugeborenen arabisch-stämmigen Bürger eingeschränkt wird. Da braucht man sich in der Tat überhaupt keinen Illusionen hingeben. Andererseits: wer weiß schon, was in 50 Jahren ist…

            • Ko-Mike schrieb am 25. Januar 2011 at 02:48 - Permalink

              @mdmc

              Die 10.000 x 10 Jahre = 100.000 Flüchtlinge tauchen in vielen Mainstream-Medien auf.

              Aber…
              http://www.guardian.co.uk/world/palestine-papers-documents/4660
              Seite 5:

              SE: Olmert accepted 1000 refugees for the next 10 years

              (SE: Saeb Erekat)

              Ich muss schielen, wenn ich eine Seite der Tintenkleckser öffne (sz, focus, spiegel etc.)? Oder verstehe ich das jetzt komplett falsch? Das muss mir doch einer sagen!

              (Apropos Tintenkleckser: Was sagt man eigentlich angesichts der Online-Mainstream-Medien? Byte-Schänder?)

            • Ko-Mike schrieb am 25. Januar 2011 at 03:24 - Permalink

              http://www.guardian.co.uk/world/2011/jan/24/palestinians-10000-refugees-return-israel

              In 2007 a PLO document cited a figure of 100,000 refugees over 10 years as a core principle.

              ; )

    11. Schweigsam schrieb am 24. Januar 2011 at 19:57 - Permalink

      Ein wirklich gut zu lesender Artikel und sehr informativ. Das ist hohe journalistische Kunst:)
      Sowas bekommt die deutsche Journaille von Spiegel usw. nicht hin weil ihnen der Arsch auf Grundeis geht.

      • Dirk schrieb am 25. Januar 2011 at 14:45 - Permalink

        Vorsicht; Gehaltloser Kommentar folgend:
        Ich wollte mich auch für den großartigen Artikel bedanken. Beide Seiten abwägend und zu einem logischen Schluss in einem komplexen Thema kommen – Danke. Warum schreibt der SF eigentlich nicht für Spiegel, Zeit o.ä.? Magst du nicht oder sind die Herren dort tatsächlich der Meinung, ihr journalistisches Niveau wäre höher?

    12. rauskucker schrieb am 24. Januar 2011 at 19:58 - Permalink

      Wirklich guter Artikel, danke.
      Mit dem Ausblick im letzten Absatz stimme ich so nicht überein. Ich erwarte eher so etwas ähnliches wie in Tunesien, einen Aufstand der Basis. Naja, ich erhoffe das.
      Und ich teile auch nicht deine Ablehnung der harten Verhandlungsposition der Hamas (von der ich ansonsten gar nichts halte. Eine wiederbelebte PFLP wäre mir lieber.) Deren Problem ist nur, daß sie meinen, es hätte Sinn, einen überlegenen Gegner “militärisch” zu provozieren.

    13. Geheimrätin schrieb am 24. Januar 2011 at 19:59 - Permalink

      @ Spieglefechter ( http://www.spiegelfechter.com/wordpress/4881/die-palestine-papers#comment-99153 )

      ich wüsste echt nicht was es hier zu lachen gibt! Den Goldstonreport kennst du doch. Gibt es da irgendwas zu lachen?!

      ich fasse es nicht, wo du nur immer deine Borniertheit hernimmst.

      Zu Iran empfehle ich dir folgendes Interview mit dem Hamid Debashi, das ist keine Ahmedinejader! :
      WikiLeaks and Iran – Hamid Dabashi and Robert Naiman
      http://therealnews.com/t2/index.php?option=com_content&task=view&id=31&Itemid=74&jumival=5989

      • Geheimrätin schrieb am 24. Januar 2011 at 20:12 - Permalink

        so, jetze stimmt der link zu hamid debashis website ^^

      • Spiegelfechter schrieb am 24. Januar 2011 at 20:16 - Permalink

        ich weiß, ehrlich gesagt, gar nicht, was Du von mir willst. Du zeigst mit dem Finger auf Israel. Das ist ja ok. Aber wenn ich Dich auffordere, Stellung zur Hamas zu beziehen, kneifst du. Warum? Macht ein ungetrübter Blick auf die Hamas etwa das bequeme Schreibtisch-Aktivisten-Leben kaputt?

        • Geheimrätin schrieb am 24. Januar 2011 at 20:32 - Permalink

          lies mal einfach meine kommentare richtig sf.so schwer kann das doch auch nicht sein

          ciao

          ps. mir ist übrigends wurscht, ob nun die hamas oder Israel die Papiere geleakt hat, das Resultat ist das gleiche.

    14. R_Winter schrieb am 24. Januar 2011 at 20:17 - Permalink

      Es ist kaum möglich, die veröffentlichten Papiere objektiv zu bewerten. Die jetzt bekannten Fakten beinhalten sehr viel Sprengstoff in der arabischen Welt und so wie es im letzten Satz des Artikels beschrieben, wird es kommen:

      Es ist anzunehmen, dass nach den “Palestine Papers” die Hamas auch im Westjordanland die erste Kraft werden dürfte. Von einem Friedensprozess wird dann natürlich nicht mehr die Rede sein. Die Zeichen stehen auf Sturm. Die israelischen Hardliner werden dies gerne hören.

      Der Nahost-Konflikt wird vom Schwellbrand wieder zu einem offenen Feuer werden und von den westlichen Staaten dankbar als Ablenkungsmanöver zu den Finanz- uns Sozialproblemen angenommen.
      Eine antisemitische Komponente kann ich im Artikel nicht finden. 70 Jahre nach dem Holocaust ist objektive Betrachtung des Nahost-Konfliktes auch in Deutschland angesagt.
      Wir sollten uns zurück nehmen, aber klar unsere Meinung sagen.

    15. Linus schrieb am 24. Januar 2011 at 20:35 - Permalink

      Zwei Zitate aus Wiki – Hamas:

      Die Hamas wird oft als terroristische Vereinigung eingestuft.[1][2][3][4] Viele Staaten deklarieren sie offiziell als terroristische Organisation, einige jedoch tun das nicht:

      Es folgt eine Liste von Staaten und ihre Einstellung ggü. Hamas

      Der politisch-karitative Arm der Hamas wurde in dieser Zeit von Israel anerkannt. Zunächst erfolgten neben einer finanziellen Unterstützung auch organisatorische Hilfen.[27] Einige Forscher, wie etwa Abu-Amr, mutmaßen, dass Israel die Hamas (bzw. ihre Vorgängerin) gewähren ließ, nicht nur, weil sie nicht als Gefahr eingeschätzt wurde, sondern auch, um sie der weltlichen Fatah-Bewegung Yassir Arafats entgegenzusetzen

      Diese Auffassung ist wohl mehrfach belegt, auch wenn ich keine Quellen nennen kann (weiß jemand Näheres?).

      Damit stellt sich die Lage wie folgt dar:
      - Fatah vertritt die Palästinenser
      - Israel fördert die Hamas, eine von Anfang an radikale Gruppierung, um ein Gegenwicht zu Fatah zu schaffen und Frieden unmöglich zu machen
      - Fatah und Hams kriegen sich wie gewünscht in die Haare
      - Israel korrumpiert Fatah
      - die Korruption der Fatah, von der eh schon jeder wußte, wird aufgedeckt, die Fatah abserviert
      - es bleiben Israel und Hamas, ein Frieden ist nie und nimmer möglich

      @SF persönlich: Da sieht man mal, was passiert, wenn Informationen geleakt werden, die eh schon jeder weiß. Also lieber nicht leaken ;-)

      • Spiegelfechter schrieb am 24. Januar 2011 at 20:51 - Permalink

        Damit stellt sich die Lage wie folgt dar:
        - Fatah vertritt die Palästinenser

        Jein – Fatah ist momentan nicht demokratisch legitimiert, “die Palästinenser” zu vertreten. Schon gar nicht den Gaza-Streifen.

        - Israel fördert die Hamas, eine von Anfang an radikale Gruppierung, um ein Gegenwicht zu Fatah zu schaffen und Frieden unmöglich zu machen

        Ach was, das ist eine unzulängliche Zuspitzung.

        - Fatah und Hams kriegen sich wie gewünscht in die Haare
        - Israel korrumpiert Fatah

        Nicht “nur” Israel. Fatah hat sich schon selbst korrumpiert – auf die alte PLO war korrupt.

        @SF persönlich: Da sieht man mal, was passiert, wenn Informationen geleakt werden, die eh schon jeder weiß. Also lieber nicht leaken ;-)

        Diese Informationen sind idT neu und brisant. Gar kein Vergleich zu dem Low-Profile-Mist aus Cablegate.

        • Linus schrieb am 24. Januar 2011 at 22:11 - Permalink

          Jein – Fatah ist momentan nicht demokratisch legitimiert.

          Das war Mitte der 80´ger, Anfang 90´ger – und davon spreche ich – schon ziemlich so.

          Ach was, das ist eine unzulängliche Zuspitzung.

          Ich werde mal sehen, ob ich die Quellen wiederfinde.

          Nicht “nur” Israel. Fatah hat sich schon selbst korrumpiert – auf die alte PLO war korrupt.

          Das ist wohl wahr! Scheint irgendwie üblich zu sein in ‘Bananenrepubliken’. Ändert aber nichts an der fatalen Wirkung für den Friedensprozeß.

        • Linus schrieb am 25. Januar 2011 at 10:46 - Permalink

          @SF:
          Zu oben: Nach ein wenig Nachlesen muß ich dir in allen Punkten recht geben.

          Zu den Cables: Mich hat insbesondere die Verhandlungsposition der USA erschüttert. Die fordern nichts Geringeres, als daß sich die Palästinenser in Luft auflösen mögen.

          • Heldentasse schrieb am 25. Januar 2011 at 11:19 - Permalink

            Diese Position der USA Führung ist auch unfassbar:

            Die vom arabischen TV-Sender al-Jazeera und der britischen Zeitung «Guardian» veröffentlichten Dokumente zeigen auch, welche Vorschläge die USA in die Friedensverhandlungen einbrachten. So soll die damalige Aussenministerin Condoleezza Rice die Idee geäussert haben, für die palästinensischen Flüchtlinge eine neue Heimat in Südamerika zu finden. Dabei nannte sie Chile und Argentinien.

            Quelle

            • Alex schrieb am 25. Januar 2011 at 11:57 - Permalink

              Das tut schon mehr als weh.

            • SwENSkE schrieb am 25. Januar 2011 at 12:14 - Permalink

              Dabei nannte sie Chile und Argentinien.

              Das ist schon eine verdammte Frechheit. Wollte Herzl da nicht auch zuerst mal seinen “Judenstaat” aufbauen?

    16. Spiegelfechter schrieb am 24. Januar 2011 at 20:36 - Permalink

      Die Reaktion war zu erwarten

    17. klaus58 schrieb am 24. Januar 2011 at 20:44 - Permalink

      Was sollen die Spekulationen über die Motive der Israels? Sie wollen das, was sie seit den 1930zigern tun:
      Landnahme mit den jeweils möglichen politischen, wirtschaftlichen und militärischen Mitteln.
      Und was sollen die Spekulationen, wie sich diese “Papiere” auswirken? Es ist Papier! Der Schlüssel liegt in der militärischen Überlegenheit der US-Israelischen Rüstung.
      Man vertausche nur die Waffen und das Problem wäre gar nicht entstanden. Die Hagana und Irgun hatten damals nur Machinenpistolen und etwas Sprengstoff. Aber gut organisiert haben sie die Engländer damit rausgebombt und sich dann den palestinensischen Ziehenhirten zugewendet. Keiner konnte damals ahnen, wie nachtragend diese sein werden. Keiner konnte ahnen, dass dort einmal Atomwaffen aufgestellt würden. Anderenfalls hätte es schon damals weltweiten Widerstand gegen die Zionisten gegeben.

    18. Yoshi schrieb am 24. Januar 2011 at 20:44 - Permalink

      Wenn die Politik (zwei Staaten Lösung) sich nicht auf die Realität (drei Staaten) zu bewegt, dann muss sich halt die Realität auf die Politik zugehen. Insofern begrüße ich die Schwächung der Autonomiebehörde…

      Aber warum sollte eigentlich die Fatah (oder jemand in der Fatah) die Dokumente geleakt haben? Mir fällt es relativ schwer mir ein Motiv dafür vorzustellen. Für eher wahrscheinlich halte ich, dass die Hamas (Hisbollah, Iran) entweder irgendwie in den Besitz der Palestine-Papers gekommen ist, oder sie selbst hergestellt hat. Schließlich ist die Hamas der einzige wirkliche Gewinner bei diesem Leak.

    19. Ko-Mike schrieb am 24. Januar 2011 at 20:50 - Permalink

      Danke dir auch für diesen Artikel!

      Nun…

      In der Tat kommt das Gefühl hoch, die Bemühungen der Fatah seien zu jedweder Zeit unvermeidlich vergeblich gewesen. Das Saatgut für

      die Blume auf dem Grabstein

      – früher oder später.

      War die Fatah ein wenig zu “verträumt” gegenüber ihrer eigenen innenpolitschen Stellung und der israelischen Politik? Das wäre natürlich auch zu einfach gedacht.
      Aber wie ernst kann man außenpolitische Ziele der Fatah nehmen, wenn diese (die Fatah)innenpolitisch auf einem – noch dazu wackligem – Bein stehen?

      Mir scheint es, als steuerten die Hardliner auf beiden Seiten eine direkte Konfrontation an.
      Und die Palestine-Papers öffnen ein Tor auf diesem Weg.

    20. Kartoffel schrieb am 24. Januar 2011 at 21:35 - Permalink

      Ich glaube hier wird die Geschlossenheit der Hamas unterschätzt. Wie jede Bewegung die so schnell gewachsen ist, sind die sich sehr uneinig und die Spannungen zwischen Hardlinern und denen, die an einem Kompromiss interessiert sind (ja, gibt’s auch in der Hamas!) ziemlich groß. Wenn die Palästinenser die Chance zu Pluralität und Offenheit bekommen würden, wäre Hamas ziemlich schnell in mehrere Teile zerlegt. Unter den Bedingungen der Besatzung geht das aber nicht, und da zählt bei den Wählern eben, dass Fatah durch und durch korrupt ist. Deshalb glaube ich auch nicht, dass diese Veröffentlichung die Fatah allzu sehr beschädigt: die waren schon lange verhasst.

      • Ko-Mike schrieb am 24. Januar 2011 at 22:19 - Permalink

        und denen, die an einem Kompromiss interessiert sind (ja, gibt’s auch in der Hamas!)

        Das muss man wiederholen. Aber allzu ernst nehmen würde ich das auch nicht.

        Ich habe eine Frage: Warum konnte sich die Fatah bis jetzt überhaupt halten?
        Hat jemand dazu mehr Informationen? Einiges ist mir da noch unklar.

        • Kartoffel schrieb am 24. Januar 2011 at 22:50 - Permalink

          Hach, „unterschätzt“ habe ich geschrieben. „Überschätzt“ meine ich natürlich.

          Erstmal zur Hamas: Die haben sehr gute Wohltätigkeitsorganisationen. Ein wichtiger Faktor für ihre Beliebtheit. Die sind so ziemlich das beste, was Palästinenser an sozialem Netz haben. Viele, die es in Anspruch genommen haben, sind wahrscheinlich wirklich dankbar, anderen ist klar, dass sie Dankbarkeit zeigen müssen: für Kritiker gibt’s nämlich nichts.

          Fatah hat den Segen der Besatzungsmacht, damit kann man sich ganz gut halten. Und einträglich ist dieser Segen auch: sie haben in (und um) Ramallah die wirtschaftliche Macht. Für einen Job muss man schon ein bisschen Dankbarkeit zeigen, denn auch hier gilt: für Kritiker gibt’s nichts.

    21. Momen schrieb am 25. Januar 2011 at 01:08 - Permalink

      Der Artikel ist insgesamt ziemlich antisemitisch, sehr judenfeindlich, absolut antizionistisch und klar gegen Israel gerichtet.

      Und das in Deutschland knapp 70 Jahre danach.

      Herr Friedman. Ich habe Sie enttarnt. :-P

    22. Kartoffel schrieb am 25. Januar 2011 at 01:37 - Permalink

      Ihr habt ganz einfach eine 0 überlesen, das kann schon mal passieren. Es sind wirklich 100.000.

      So, jetzt habe ich nochmal bei Al Jazeera nachgeguckt. 5 Jahre lang 1.000 Flüchtlinge war ein Vorschlag von Olmert und Erekat hat dem im Prinzip zugestimmt: nur eine symbolische Anzahl und dann möglicherweise sogar ohne Wahlrecht(!)
      Da hat die ORF wohl eine Null drangehängt.
      http://english.aljazeera.net/palestinepapers/2011/01/2011124123324887267.html

      Wie du schon richtig andeutest haben die Juden in Israel ein Demografie-Problem. Die Garantie für das jüdische Überleben in der Region wird auf lange Sicht ein Apartheid-Staat sein, vielleicht erst in 50 Jahren, vielleicht schon früher. Jedenfalls in der Hinsicht, dass das Wahlrecht der neugeborenen arabisch-stämmigen Bürger eingeschränkt wird. Da braucht man sich in der Tat überhaupt keinen Illusionen hingeben. Andererseits: wer weiß schon, was in 50 Jahren ist…

      Es geht überhaupt nicht um das „jüdische Überleben in der Region“, es geht um Landraub.
      Und nun schlägst du hier locker flockig Apartheid vor. Unglaublich. Dir ist klar, dass das ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist, was du hier propagierst, ja?

      • Ko-Mike schrieb am 25. Januar 2011 at 02:49 - Permalink

        Schau mal weiter oben mein Kommentar dazu ; )!
        http://www.spiegelfechter.com/wordpress/4881/die-palestine-papers#comment-99207

        Aber wie SF schon sagte: Es bleiben 1000 jährlich.

        • Ko-Mike schrieb am 25. Januar 2011 at 03:11 - Permalink

          Aber wie SF schon sagte:

          5 Jahre x1.000 oder 10 Jahre x1.000 ist nun kein so großer Unterschied

          Warum sich Al Jazeera auf 5 Jahre beschränkt, ist mir nicht ersichtlich.

          P.S.:
          @SF Die Bearbeitungszeit ist zu kurz, um meinen Kommentar zu korrigieren. So spät in der Nacht. ;)

          • SubcommandanteMarkus schrieb am 30. Januar 2011 at 03:18 - Permalink

            Selbst Friedmann ist um eine Zehnerpotenz moderater als der durchschnittliche “Antideutsche” , überhaupt stellt er manchmal sogar ganz kluge Fragen.

            Nicht das ich sonderlich “pro Deutschland”(was auch immer das sein mag) oder gar national wäre , aber das “Antideutschentum” ist wirklich eine Sekte dagegen wirken Stalinisten geradezu liberal in der Dogmatik .

    23. Ola schrieb am 25. Januar 2011 at 05:43 - Permalink

      Wenn ich mir die krampfhaften Versuche, um alles in der Welt “politisch korrekt” bleiben zu wollen, so ansehe, dann kann ich aus psychologischer Sicht nur vermuten…….. dass alles Bombe funktioniert hat.

      Ansonsten kann der nahe Osten noch froh sein, dass sein Schicksal nicht in der Kommentarzeile des Spiegelfechters entschieden wird.

      Alleine schon die implizierte Annahme, da würden 2 Parteien auf Augenhöhe miteinander über irgendwas verhandeln, und das wird ständig suggeriert, entbehrt nicht einer gewissen Situationskomik.

      Vermutlich einer der schlechtesten Artikel den ich je hier gelesen habe. Kann passieren, gab ja auch schon massenweise großartige. Der gehört aber sicher nicht dazu. Ist eher ein Bewerbungsschreiben für Friede.

      Weitermachen.

    24. Heldentasse schrieb am 25. Januar 2011 at 09:41 - Permalink

      @SF
      Auch für diesen Artikel möchte ich mich sehr bedanken. Die Frage nach “Wem nützt es?” ist m.E. zentral und bedarf noch einer genaueren Betrachtung. Augenscheinlich werden die gemäßigten Kräfte auf Seiten der Palästinenser durch dieses whistleblowing massiv diskreditiert mit negativen Auswirkungen auf benachbarte Staaten/ Regierungen, und das in einer Weltregion die instabil ist. Wo bleibt hier die Verantwortung der Redakteure/ Journalisten von Al-Jazeera und des Guardian? Wo bleibt das Gejaule unserer Journaille die sich so sehr über Wiki Leaks ereiferte?

      P.S.:

      The World Is Pervated With
      Ironie, Hunger And Corruption
      The Eastern World And The Africans Too
      Are Going To Repeat The History Of Our Wars
      And Our Industry Supplies Them With Arms
      Everybody Knows, But Apparently
      Nobody Can Do Anything Against It
      For Our Society Is On The Make

      aus Gamma Ray von Birthcontrol

    25. Spiegelfechter schrieb am 25. Januar 2011 at 10:02 - Permalink

      Ach wie schön, das ist doch was für die Annalen:

      Livni told Palestinian negotiators in 2007 that she was against international law and insisted that it could not be included in terms of reference for the talks: “I was the minister of justice”, she said. “But I am against law – international law in particular.”

      Quelle: Guardian

      • Heldentasse schrieb am 25. Januar 2011 at 10:21 - Permalink

        Ach wie schön, das ist doch was für die Annalen:

        Ich glaube im letzten Wort sollte man ein “n” streichen. :-(((((

      • SwENSkE schrieb am 25. Januar 2011 at 12:24 - Permalink

        Israel ist der allerbeste Beweis dafür, daß Frauen an der Macht genauso beschissen sind wie Männer.

        Falls nach Angie und Zensursula noch jemand dafür eines Beweises bedurfte …….. :D

    26. Salomon schrieb am 25. Januar 2011 at 11:19 - Permalink

      Hier mal ein Link zu einem Artikel über die Parlamentswahl von 2006: http://www.wahlrecht.de/news/2006/04.htm

      Bei einer reinen Verhältniswahl (ebenfalls mit 2%-Sperrklausel) hätte die Hamas keine absolute Mehrheit gewinnen können. Vorausgesetzt natürlich, dass das Stimmverhalten identisch wäre.

    27. Bokatov schrieb am 25. Januar 2011 at 11:42 - Permalink

      …andererseits kenne ich den Unterschied zwischen “Juden” und der israelischen Regierung sehr wohl.

      Dein Unterschied, Spiegelfechter, ist doch sicher dieser:

      Orthodoxe Juden fordern zur Auflösung Israels auf:

      …Mögen wir alle für würdig erachtet werden, den Tag zu erleben, an dem Israel nicht mehr sein wird, den Tag der Erlösung der Palästinenser von ihren Leiden, den Tag an dem die verirrten Juden zu ihren Brüdern…

      (Nein nicht von Mahmud Ahmadinedschad, sondern Rabbi Dovid Weiss)

      Quelle: http://www.nkusa.org/foreign_language/german/feb0602german.cfm

      (Kopfschüttel)

      Bokatov

      • Lennard schrieb am 25. Januar 2011 at 13:34 - Permalink

        Und worauf willst Du mit dem selektiven Zitat hinaus? Yisroel ist ausdrücklich für friedlichen Widerstand gegen ein Staatsgebilde Israel.

        “Zionism is a fundamentally heretical movement which denies the Divine imperative that Jews remain in exile until the day when all mankind will be miraculously redeemed.”

        Wenn ich das richtig sehe, dann ist Yisroel Dovid Weiss ein Rabbi, der seinen Antizionismus theologisch begründet. Nach ihrer (Neturei Karta) Lehre ist es den Juden verboten einen eigenen Staat zu haben – “until the coming of the Messiah.”

        Ich kapiere immer noch nicht, was das nun mit dem obigen Artikel oder dem Hausherr zu tun hat.

    28. klaus58 schrieb am 25. Januar 2011 at 12:07 - Permalink

      @Bokatov
      Der Rabbi verweist zurecht auf den alten Widerstand vieler religiöser Juden gegen den Zionismus. Diese unmodernen Juden hatten bewiesen, wie man von Muslimem umgeben in den Judenvierteln der arabischen Städte unbehelligt leben konnte. Sie mußten die Klagemauer nicht besitzen, um an ihr zu beten. Dazu gesellen sich heute in USA unreligiöse Juden, die ebenfalls Israel als ein großes Unglück für die Juden begreifen.

      • SwENSkE schrieb am 25. Januar 2011 at 13:03 - Permalink

        Das ist ja einer der Hauptgründe weshalb die Propagandamaschinerie der israelischen Regierung immer auf Hochtouren läuft. Und Judentum immer häufiger mit Vokszugehörigkeit gleichgesetzt wird.

        Um den Staat Israel an seinem Ort und auch generell zu legitimieren und von den Gräueltaten gegen die Juden durch die Jahrhunderte zu profitieren, mußte der Zionismus den Judaismus bis zum Brechen biegen.

        Der Staat Israel ist in den Augen vieler frommer Juden die allerschlimmste Häresie.

        Aber das Judentum ist ja nicht die erste Religion, die für politische Zwecke gekapert wurde. Allerdings war noch niemand so erfolgreich wie die Zionisten – nicht mal Kaiser Konstantin in Nicäa.

        Diese unmodernen Juden hatten bewiesen, wie man von Muslimem umgeben in den Judenvierteln der arabischen Städte unbehelligt leben konnte.

        In muslimischen Ländern waren die Juden durch die Jahrhunderte gesehen i.d.R. deutlich sicherer und freier als in christlichen Ländern. Geändert hat sich das erst mit der Gründung des zionistischen Staates “Israel”.

      • Bokatov schrieb am 25. Januar 2011 at 13:48 - Permalink

        Die Zeit der 2000-jährigen Zerstreuung des Volkes Israels fand ein Ende im Mai 1948. Das ist kein Zufall sondern erlebte Geschichte, eine historische Tatsache und unumkehrbar. Wenn religiöse Fanatiker in den USA oder sonstwo bleiben wollen – bittesehr. Tatsachen bleiben jedoch bestehen, auch wenn sie geleugnet werden, sei es von Dir, von Ahmadinedschad, Rabbi so und so oder wem auch immer.

        Bokatov

      • Bokatov schrieb am 26. Januar 2011 at 16:33 - Permalink

        Wer den „Zionismus“ angreift, aber beileibe nichts gegen „die Juden“ sagen möchte, macht sich und anderen etwas vor. Der Staat Israel ist ein Judenstaat. Wer ihn zerstören möchte, erklärtermaßen oder durch eine Politik, die nichts anderes bewirken kann als solche Vernichtung, betreibt den Judenhaß von einst und von jeher.

        (Hans Mayer)

        Oh wie recht hatte doch dieser liebe Mann. Dem ist nichts hinzufügen.

        Bokatov

        • schwitzig schrieb am 27. Januar 2011 at 04:57 - Permalink

          Der Staat Israel ist ein Judenstaat.

          Klingt nach religiösen Fanatikern.

    29. Eduard II schrieb am 25. Januar 2011 at 13:50 - Permalink

      Komisch, ich habe etwas früher was änliches gelesen, aber auf russisch :)
      http://lenta.ru/articles/2011/01/24/jazeera/

    30. Linus schrieb am 25. Januar 2011 at 15:13 - Permalink

      Wußte Abbas im Vorfeld von der Aktion “Cast Lead”?

    31. klaus58 schrieb am 25. Januar 2011 at 15:22 - Permalink

      @Bokatov
      Aber der Rabbi ist gar nicht fanatisch, weshalb seine Gesinnungsgenossen gut mit Arabern / Muslimen zusammenleben konnten. Auch die unreligiösen Juden fühlen sich in USA nicht bedrängt außer von der AIPAC und sonstigen Zionisten.
      Wer bestreitet denn die Geschichte seit 1948, 2000 Jahren oder davor? Das “Problem” der Juden ist doch heute, das sie nicht nur ihre eigene Geschichte qualitativ bewerten, sondern auch ihre Opfer nehmen das für sich in Anspruch.
      Aber unumkehrbar ist kein Zustand. Die Israelis müssen sich ändern oder werden unter internationalen Druck geraten. Insbesondere die Juden haben eine ausgezeichnete Geschichtsschreibung und wußten schon im Mittelalter, warum sie immer wieder aus den Judengassen der Städte vertrieben wurden und ermordet wurden. Warum liehen sie dem Großfürsten wieder Geld und kamen dorthin zum x-ten Male zurück und nahmen wieder Pfänder von den Handwerkern? Und jetzt komm’ mir nicht mit den vorgeschobenen religiösen Gründen auf beiden Seiten. Du kannst nicht dummen, ungebildeten Leuten Kredit mit Wucherzinsen gegen Pfand geben und dich später wundern, dass diese verarmte Bevölkerung gegen dich leicht aufzuhetzten ist.
      http://www.arendt-art.de/deutsch/palestina/zionismus_ist_rassismus_antizionismus_zitate.htm

    32. weitweg schrieb am 25. Januar 2011 at 16:42 - Permalink

      Gescheitert ist nicht die Fatah. Gescheitert ist der irre Versuch, einen völllig skrupellosen Aggressor durch Appeasement zu Verhandlungen zu bewegen. Widerstand durch Selbstfesselung, Selbsterniedrigung und Bettelei – für diesen absolut suizidalen Kurs steht die Fatah-Führung.

      Gescheitert – moralisch und fachlich – ist aber auch die Analyse.

      Während in Silwan, Sheikh Jarrah, Lydda, Khan Younis, Al-Arakib, Jenin, Bilin, Beit Ommar, Nilin, Waladja, Nablus oder Hebron Palästinenser täglich erschossen, geschlagen, eingesperrt oder ihre Häuser abgerissen werden – fällt dem Autor nicht mehr ein, wie über das ‘cui bono’ zu räsonieren, als ginge es hier nur um ein amüsantes Gesellschaftsspiel mit kleinen Plastikfigürchen.

      Der fundamentale Unterschied zwischen einem Besatzer – der in aller UN-Öffentlichkeit über die Deportation hunderttausender Nichtjuden aus dem 48′er Israel räsoniert – und der das auch ganz praktisch in Silwan exekutiert – und seinen Subjekten, deren einziges Verbrechen darin besteht nicht jüdisch zu sein – dieser Unterschied scheint für den Autor völlig irrelevant zu sein.
      Indifferenz im Angesicht schreienden Unrechts läuft immer auf eine Komplizenschaft mit dem Aggressor hinaus. Zufall?

      Gescheitert ist die Analyse auch fachlich. Denn wie soll die HAMAS – die in Gaza im grössten menschengemachten Gefängnis der Welt belagert wird – dem Subkontraktor der Besatzer in Ramallah gefährlich werden, der dort auf den Bajonetten einer von einem US-Offizier gelenkten Miliz sitzt? Während es weltweit – von den USA über Deutschland bis nach Südkorea – Proteste gegen die Liquidation von neun Besatzungsmitgliedern der Gaza-Flottille gab – blieb es einer ‘Hauptstadt’ ruhig, in Ramallah.

      • zeitig schrieb am 26. Januar 2011 at 13:13 - Permalink

        == @weitweg, ein sehr zutreffender kommentar! ==

        == gibt es da nur die fatah und die hamas? ==

        meines erachtens sieht spiegelfechter nur das establishment, in der westbank, in gaza und in israel. doch die emanzipatorischen kräfte (dazu zähle ich weder die fatah noch die hamas) kommen in seiner analyse nicht vor. sie sind schwach, zugegeben, und auch die deutschen mainstream medien verschweigen sie beharrlich.

        aber die geleakten dokumente könnten die durchaus vorhandenen friedenskräfte in der region stärken. jüngst haben jugendliche in gaza gegen die hamas protestiert. in gaza gibt es das menschenrechtsinstitut mezan, das auch die menschenrechtsverletzungen der hamas anprangert. und in der westbank hat sich ein gewaltfreier widerstand gegen den täglichen landraub israels organisiert.

        zu nennen sind hier die gewaltfreien demonstrationen zb in bilin und nilin, siehe zb http://bilin-village.org/english, die graswurzelbewegung gegen die mauer, ein zentrales instrument des landraubs, siehe zb http://www.stopthewall.org

        auf israelischer seite engagieren sich zb gush shalom, siehe zb http://zope.gush-shalom.org/home/en/events, das israeli committee against house demolitions, siehe http://www.icahd.org, und das menschenrechtsinstitut b’tselem, siehe http://www.btselem.org

        == aber nun zurück zur frage, cui bono? ==

        jeff halper (www.icahd.org), der das systematisch-strategische vorgehen beim raub palästinensischen landes exzellent analysiert, vermutet, dass die PA, die palästinensiche autonomiebehörde, demnächst zusammenbrechen wird. die geleakten dokumente könnten zu diesem zusammenbruch beitragen. der friedensprozess ist jetzt endgültig tot und die fatah delegitimiert. gleichwohl bleibt die hamas in der west bank schwach.

        das birgt jetzt die chance für einen breiten zivilen widerstand gegen besatzung und landraub.

        im guardian wird Mustafa Barghouti zitiert: “The whole Oslo process has failed, it’s not about one or two or three individual negotiators… The main thing is that regardless of how flexible the negotiators are and how many concessions are offered, it makes no difference because Israel does not want a two state solution. All this flexibility is in vain. The whole approach has to be changed. What we need today is a unified leadership with a strategy that takes into consideration nothing will change unless the balance of power changes.” Those who have built hopes on negotiations alone would be disappointed, he said. Palestinians needed to regain democracy.

        und ein leser kommentiert:

        “Barghouti wants an equitable, reciprocal and balanced peace settlement but he differs from the PLO in that he advocates continuing peaceful non-violent resistance to the Occupation, moblisation of civil society international support to the Palestinian cause to shift the balalnce of power and no precipitate offer of concessions to Israel beyond the Green Line. When he stood for the PA presidency in 2005, the Israelis harassed him and made sure he couldn’t campaign freely. He shows that tactically the Palestinians still have options, there is another way between PLO capitulation and Hamas rejectionism.”

        und genau das scheint mir der punkt: wo spiegelfechter nur die fatah und die hamas sieht, gibt es eine dritte option, und diese könnte nun an kraft gewinnen.

        • Granado schrieb am 29. Januar 2011 at 14:18 - Permalink

          Wodurch könnte die “dritte Option” Kraft gewinnen? Nur durch entschiedene internationale Unterstützung, denn gegen den gewaltlosen Widerstand und die (schrumpfende) israelische Linke gehen die israelischen Repressionsapparate weiterhin (und gar verstärkt) hemmungslos vor.
          —
          @Bokatov
          Warum haben übrigens “echte Juden” das “Land der Väter” verlassen (über Jahrhunderte/Jahrtausende)? Dass die Zerstörung des Tempels nicht das Ende der jüdischen Bevölkerung bedeutete, sollte ja bekannt sein. Und schon die Septuaginta – vor der aktuell gültigen Thora (und näher an der Samaritanischen Fassung) – wurde für die Diaspora in der Verkehrssprache Griechisch editiert, weil zu viele Juden nicht mehr Hebräisch konnten.

    33. klaus58 schrieb am 26. Januar 2011 at 08:35 - Permalink

      @weitweg
      Sehr guter, prägnanter Beitrag. Entgegen Deinem Namen bis Du sehr nah-dran.

    34. Carsten Penkella (Sarrazyniker) schrieb am 26. Januar 2011 at 16:40 - Permalink

      Wem gehört Palästina?

    35. klaus58 schrieb am 26. Januar 2011 at 17:14 - Permalink

      @34 Carsten
      Palestina gehört niemandem, sondern Land wird bessessen / besetzt. Insofern besitzen es die momentan Stärkeren, also die Israelis und sie nehmen das Recht des Stärkeren ja auch in Anspruch (status quo Argument = wird sind jetzt mal eben hier).
      Ich glaube aber, einen sich weltweiten verstärkenden Meinungstrend zu erkennen, dass dieser Zustand immer negativer beurteilt wird. Eine ausbleibende Unterstützung würde die Israelis zur Emmigration veranlassen, wodurch sich das Problem ohne weiteres Blutvergiessen lösen würde.

    36. Ernst Meist schrieb am 26. Januar 2011 at 21:22 - Permalink

      Man wird den Beginn des Untergangs Israels einmal datieren auf den Tag, an dem Sharon den Tempelberg besuchte.
      Ein Starker, der Frieden macht, kann Frieden haben für lange Zeit.
      Ein Starker, der das nicht tut, wird den Tag erleben, an dem er nicht mehr der Starke ist.
      Dies gilt noch vielmehr für jemanden, der wie Israel heute, nur mit geliehenen Muskeln spielt.
      Amerika mag sicher Israel stützen, aber diese Unterstützung hängt allein am amerikanischen Interesse am Nahen Osten. Dieses Interesse wird spurlos verschwinden, wenn die Ölvorräte der Region verschwunden sind oder ein Ersatz für das Öl gefunden ist.
      Beides liegt in Reichweite von weniger als fünfzig Jahren.
      Wie Israel mit seiner gegenwärtigen Politik dann überleben will, kann ich mir sehr schwer vorstellen. Schon der letzte Angriff im Südlibanon hat gezeigt, um wieviel die militärische Überlegenheit Israels abnahm.
      Es ist eine bittere Überlegung, daß die Israelis eine Tradition an der Hand haben, die sie warnen sollte vor den Folgen ihrer heutigen Politik. Aber es ist wohl so, daß die Leute, die die Bibel lesen in Mea Shearim daheim sind, wo sie an Politik nicht denken, und nicht im Knesseth.
      Mit freundlichen Grüßen
      Ernst Meist

    37. zeitig schrieb am 26. Januar 2011 at 22:16 - Permalink

      Sehr geehrter Spiegelfechter,

      wieso publizieren Sie meinen sachlich fundierten und sorgfältig recherchierten kommentar nicht? weil er ihrer sichtweise gut begründete argumente gegenüberstellt? wenn ja, wäre das bedauerlich. aber vielleicht handelt es sich ja nur um ein technisches problem.

      als ich den kommentar heute mittag schrieb, waren 76 kommentare lesbar, jetzt sind es nur noch 36.

      über ihrer rückmeldung würde ich mich sehr freuen.

      thomas zeitig

      • Alex schrieb am 26. Januar 2011 at 22:37 - Permalink

        als ich den kommentar heute mittag schrieb, waren 76 kommentare lesbar, jetzt sind es nur noch 36.

        Es sind 82 ;-)

    38. schwitzig schrieb am 27. Januar 2011 at 05:09 - Permalink

      @vollzock

      Der Artikel ist insgesamt ziemlich antisemitisch,

      Ah ja? Wo genau (Textstelle)?

      sehr judenfeindlich,

      Ach? Textstelle?

      absolut antizionistisch

      Da habe ich jetzt auch nichts gefunden, aber Du hilfst mir bestimmt weiter. Im Übrigen: Was ist an Antizionismus noch mal genau falsch?

      und klar gegen Israel gerichtet.

      Tatsächlich? Was genau ist eigentlich “gegen Israel”?

    39. klaus58 schrieb am 27. Januar 2011 at 09:02 - Permalink

      @Ernst Meist

      Es ist eine bittere Überlegung, daß die Israelis eine Tradition an der Hand haben, die sie warnen sollte vor den Folgen ihrer heutigen Politik.

      Mich wundert die genaue jüdische Geschichtskenntnis und deren deren überdurchschnittliche
      Bildung und dann immer wieder die selben Fehler schon im Mittelalter, nach etlichen Vertreibungen immer wieder den damals besonders verhaßten “Beruf” des Geldverleihers aufzunehmen. Irgendwie kommen die mit ihren Stärken nicht klar. Ich hatte vor 25 Jahren mal eine wunderschöne jüdisch-deutsche Freundin (Mischung aus Penelope Cruz und Audrey Hepburn) mit wilder schwarzer Mähne. Sie sprach 3 Fremdsprachen, war außergewöhnlich geistreich / humorvoll, fleissig etc. – ein Traumweib. Wir essen bei unserem Italiener und sie fragt mich ins Ohr, ob ich die Häßliche gegenüber schon gesehen hätte. So schlimm sah die gar nicht aus aber meine Schöne flüsterte weiter: “Wenn ich so aussehen würde, könnte ich mich hier nicht einfach so hinsetzen.” Als ich dann noch Ihre Mutter und Brüder kennenlernte, bekam ich die unheimliche Erfahrung, wie unterschwellig / subtil sich ein rassisch-kulturelles Überlegenheitsgefühl anfänglich äußern kann, um dann immer unverhohlener nur noch extrem abfällig über Araber zu sprechen (die Familie war aus Marokko eingewandert).

    40. Bokatov schrieb am 27. Januar 2011 at 09:11 - Permalink

      Noch einmal von vorn:

      Vollzock schrieb:

      Der Artikel ist insgesamt ziemlich antisemitisch, sehr judenfeindlich, absolut antizionistisch und klar gegen Israel gerichtet.

      Der Hausherr SF antwortete u.a. darauf:

      Dieser Eindruck mag einem waschechten Antisemiten kommen. Offensichtlich gehörst Du zu dieser Kategorie. Einerseits kritisiere ich die Hamas genau so wie ich die israelischen Hardliner kritisere, andererseits kenne ich den Unterschied zwischen “Juden” und der israelischen Regierung sehr wohl.

      Diese Antwort habe ich weiter oben beleuchtet und auf den Punkt gebracht.

      Jedem mitdenkenden Leser dürfte nun klar sein welche Meinung oder Einstellung SF hat.
      Die darf er auch haben.
      Das übrige Gesinde welches sich hier rumtreibt auch.
      Jetzt wissen normale Leser des SF jedoch, mit wem sie es hier zu tun haben.

      Es bleibt dabei:

      Wer den „Zionismus“ angreift, aber beileibe nichts gegen „die Juden“ sagen möchte, macht sich und anderen etwas vor. (Hans Mayer)

      Hier gibt es kein Schlupfloch.
      Bokatov

      • schwitzig schrieb am 27. Januar 2011 at 10:24 - Permalink

        Es bleibt dabei:

        Wer den „Zionismus“ angreift, aber beileibe nichts gegen „die Juden“ sagen möchte, macht sich und anderen etwas vor. (Hans Mayer)

        a)
        Absolutistische Scheisse. Übrigens genau die Argumentationsschiene, die Deutschland im Dritten Reich gefahren hat.

        b)
        Wieso sollte man nichts gegen Juden sagen dürfen? Man darf auch etwas gegen Christen sagen. Auch gegen Muslime. Sogar gegen Hindus. Und vergessen wir die Atheisten nicht. Ich denke sogar, dass man gegen jeden und alles “etwas sagen kann”, wenn es um Mißstände geht, die mit dem jeweiligen Objekt der Auseinandersetzung zusammenhängen.

        c)
        Auf den restlichen Müll von Dir möchte ich doch vorschlagen, dass Du dir irgendein Broder/Michael-Schnarch-Forum suchst, wo Du Dich nicht ständig daraüber aufregen musst, dass es Leute mit einer anderen Meinung gibt.

      • Jason schrieb am 27. Januar 2011 at 13:13 - Permalink

        Hör doch auf mit dem Gejodel.
        Juden sind Menschen, wie alle anderen auch.
        Auch darunter gibt es intelligente und weniger intelligente, solche die human denken und handeln und solche die inhuman denken und handeln.
        Künstler und Handwerker und eben auch Betrüger, Räuber und Mörder.

        Ich habe so langsam die Schnauze voll von dem Gekreine von den armen Juden.

    41. klaus58 schrieb am 27. Januar 2011 at 10:44 - Permalink

      @Bokatov
      Jene Staaten, Völker, Gemeinschaften, Interessengruppen aber auch Einzelne, die sich selbst ein “Schutz”mäntelchen der intellektuellen Unangreifbarkeit umhängen oder genervt auf Kritik reagieren haben den meisten Dreck am Stecken.
      Ich muß immer lachen, wenn der Zentralrat einen “ganz normalem Umgang” zwischen Deutschen und Juden proklamiert aber bei Isaellkritik laut aufschreit. Sobald in unseren Zeitungen nicht nur häßliche Deutsche und Araber sowie deren Karrikaturen gezeigt werden, sondern auch Juden (und diese entspannt damit umgehen), werde ich meine Ansicht überdenken.
      An den Unruhen in Tunesien und Ägypten erkennen wir, das sich der Freiheitswille irgendwann überall durchsetzen wird. Wer hätte vor einem Jahr vorraussagen können, wann es dort losgeht? Ähnlich schnell wird es in Palestina passieren, sobald die USA und andere Israel fallen lassen.

    42. Bokatov schrieb am 27. Januar 2011 at 13:16 - Permalink

      Wieso sollte man nichts gegen Juden sagen dürfen?

      Natürlich darf man das.
      Das ist ja gerade der Punkt.
      Kapierst Du das denn immer noch nicht?
      SF greift die israelische Regierung (den Staat Israel) an und versteckt sich hinter den sogenannten “echten Juden”.
      Mit anderen Worten sagt er: in Israel leben nur die “ungläubigen Juden”.
      Nichts ist ferner von der Wahrheit. Die Diaspora ist zu Ende seit Mai 1948. Die “wahren Juden” kehren in das Land ihrer Väter zurück und warten dort auf ihren Messias. Er kommt nämlich nicht nach New York oder sonst irgendeiner Stadt der Welt, sondern nach Jerusalem.

      Bokatov

    43. klaus58 schrieb am 27. Januar 2011 at 13:56 - Permalink

      @Botakov
      Mensch Botakov, mit diesem religösem Wahn hättest Du doch gleich kommen können, dann hätte ich nicht sachlich entgegnet. Der Kern des Zionismus ist religiös: Erez Israel, das auserwählte Volk zurück ins auserwählte Land. Das wird dazu führen, dass die Juden weiterhin auserwählt werden – nur nicht dazu, was sie sich wünschen. Bisher hat Dein Messias, die Juden nur unter harte Prüfungen gestellt und wenn sie das nicht als Auforderung begreifen sich zu ändern, dann wird er / es seinen Besuch am Tempelberg auf den St.Nimmerleinstag verschieben. Die Muslime warten auch schon lange, dass ihre Gebete endlich mal was fruchten.
      Erfreulicherweise machen sich gerade mutige Leute in Tunesein, Ägypten und sogar Jemen auf, um ihre Potentaten und hoffentlich auch die religiösen Flachwichser zum Teufel zu jagen.

    44. Erol Bulut schrieb am 27. Januar 2011 at 16:28 - Permalink

      Wie es richtig erkannt wird, ist die Hamas der große Gewinner dieser Veröffentlichung. Ich mag die Radikalislamisten auch nicht, aber ich wüsste nicht, warum ich die Hamas dafür mehr verurteilen sollte, als die Regierung Dubais, die genauso radikalislamistisch ist, und deren Land als beliebtes Urlaubsziel hier beworben wird.
      Wie es auch richtig erkannt wird, ist die Hamas auch zu Friedensverhandlungen bereit, die auf Grundlage des Völkerrechts, also Palästina in den 67er Grenzen, basiert. Einer Entschädigungslösung bezüglich der Vertreibungsverbrechen Israels an die Flüchtlinge steht die Hamas auch nicht unbedingt im Weg.

      Ich verurteile die Hamas bezüglich der Verfolgung unschuldiger Menschen (Schwule, Ehebrecher, Vorehesexuelle, …) genauso wie ich die Regierungen anderer islamistischer Staaten verurteile, wie in Dubai. Aber für den Kampf gegen Israel, wüsste ich nicht, wieso man die Hamas verurteilen sollte. Sicher hat die im Programm stehen, Israel vernichten zu wollen. Das gleiche hat aber die Likud auch in ihrem Programm stehen, das Existenzrecht Palästinas nie zuzulassen. Im Gegensatz zu der Seite der Besatzer, die basierend auf lokalen ethnischen Säuberungen tatsächlich nach und nach das Existenzrecht der Palästinenser zerstören, wird die Hamas nie in der Lage sein, das Existenzrecht Israels zu beeinträchtigen. Das jemand, der seit 40 Jahren von Israel besetzt und seiner Menschenrechte beraubt wird, Israel zerstören möchte, insbesondere unter dem kolonialen Aspekt der israelischen Staatsgründung, ist meines Erachtens auch nachvollziehbar, während die Zerstörung Palästinas, motiviert durch den Glauben, auserwählt zu sein und die Leiden von Juden früherer Zeiten auf immer den Palästinensern aufbürden zu dürfen, doch eher Niedertracht in sich birgt.

      Lange Rede kurzer Sinn, die Hamas mag zwar für seine Bürger ein Terrorregime sein, doch selbst in einem solchen Regime sind die Menschen mit weit mehr Freiheiten versehen, als in der dauerhaften vorgesehenen Entrechtung durch Israel. Israel selbst ist definitiv ein Terrorstaat gegen die Besetzten, auch wenn die zeitweilige Lockerung des israelischen Würgegriffs im Westjordanland dort einen Aufschwung gewährt. Es ist schon eine Chuzpe, wenn man für die geringe Freiheitserweiterung und den geringen Terrorverzicht Israels dankbar sein soll, weil dieser für das Wohl der Palästinenser verantwortlich sein soll. Maß für die Beurteilung einer Volkswirtschaft ist das, was sie bewerkstelligen könnte, wenn die Besatzungsverbrecher ganz weg wären und nicht, der Fortschritt, der durch die Verlängerung der Fesseln erzielt wurde.

      So leid es mir tut, aber die Fatah hat sich mit der Kollaboration mit den Besatzungsverbrechern aus Israel als Interessenvertreter der Palästinenser disqualifiziert. Erst mit der zusammenarbeit mit Israel&USA bei dem versuchten Putsch in Gaza,

      http://www.vanityfair.com/politics/features/2008/04/gaza200804

      obwohl die Hamas als Wahlsieger die Fatah in die Einheitsregierung aufgenommen hat, und nun mit dem versuchten Ausverkaufs des nach Völkerrecht legitimen Anspruchs der Palästinenser. Die Zurückhaltung bei der Verurteilung des israelischen Massenmords in Gaza und bei der Aktion gegen die Flottille war auch disqualifizierend.

      Man kann noch so sehr gegen die Hamas wetttern, so wie das von Dir getan wird, aber es gibt derzeit keinen Grund, wieso man der Hamas absprechen kann, als Interessenvertreter der Palästinenser zu fungieren. Es gibt auch für Israel keinen Grund, die Hamas als Verhandlungspartner für einen “gerechten” Frieden, so denn er von Israel gewollt werden würde, abzulehnen. Erst recht ist die Hamas kein Grund, die Gewaltokkupation zwecks weiteren Landraubs durch Israel in irgendeinerweise zu legitimieren.

      Aus diesem Grund ist auch Israel nicht unbedingt der Profiteur dieser Veröffentlichungen. Die Hamas mag zwar in Israel Vorwand genug sein, um die eigene Bevölkerung von einem Bewusstsein für die verbrecherische Natur Israels seit 67 fernzuhalten, aber in der Welt sieht das anders aus.

      So wie Israel schon beim Gaza Massenmord den Westen und damit seine größten Finanziers der Besatzung EU&USA belogen und für dumm verkauft hat,

      http://www.lrb.co.uk/v31/n02/henry-siegman/israels-lies

      so belügt es die Unterstützer seit Jahrzehnten bezüglich seiner Friedensabsichten und seiner Expansionspläne. Das sogar unter dem Preis, dass die EU&USA bezüglich ihrer für sich beanspruchten Ideale von Menschenrechten und Gerechtigkeit heucheln müssen, um der Gewaltokkupation beizustehen. Wenn die Menschen in den USA&EU merken, wie sehr sie von den israelischen Lobbyverbänden und der israelischen Regierung belogen werden, dass sie für dumm verkauft werden und das sie wegen dem noch ihre humanistischen Ideale zugunsten des israelischen Terrorregimes verraten müssen, dann hat das schon Konsequenzen.

      In diesem Zusammenhang sind die aktuellen Veröffentlichungen gewiss nicht gut für Israel, da die Verlogenheit der israelischen Regierung und auch derer zuvor immer Transparenter wird. Der Wille von USA&EU zur Unterstützung basiert auf dem vermeintlichen Glauben an die Lügen der israelischen Regierungen. Mit dieser Veröffentlichung stirbt zumindest die Lüge einer Friedensabsicht. Darunter wird die Unterstützung des des israelischen Terrorregimes definitiv leiden, weil betrogene Menschen Allianzen aufzugeben bereit sind.

    45. Bokatov schrieb am 28. Januar 2011 at 08:47 - Permalink

      Wenn ich das richtig sehe, dann ist Yisroel Dovid Weiss ein Rabbi, der seinen Antizionismus theologisch begründet.

      Das siehst Du sehr richtig.
      Das haben diese Pharisäer und Schriftgelehrten schon immer getan.
      Johannes der Täufer nannte sie Otterngezücht, Jesus sagte ihnen ins Gesicht, dass der Teufel ihr Vater ist.
      Paulus sagte es wäre besser sie sollten sich nicht nur be-schneiden, sondern gleich alles abschneiden.

      Gute Nacht im Schnarch-Forum.

      Bokatov

    46. klaus58 schrieb am 28. Januar 2011 at 09:42 - Permalink

      @Botakov
      Offensichtlich halten sich viele Juden und Araber gegenseitig für “Otterngezücht”, was die Reizschwelle, sich gegenseitig umzubringen erheblich senkt. Nachdem die christlichen Kreuzritter die Muslime und später die Nazis die Juden zum “Otterngezücht” erklärt hatten…..
      Leider haben wir immer neue Haßprediger – Dich eingeschlossen.
      Ich hoffe, die jungen Leute in Tunesien, Ägypten, Jemen usw. werden diese Haßprediger auf allen Seiten einfach ignorieren und sie als böse aber gleichzieitig lächerliche Gestalten begreifen.

      • Bokatov schrieb am 28. Januar 2011 at 11:47 - Permalink

        Wisch Dir erst mal den Schaum vor dem Mund ab, bevor Du mit mir redest, du Kindskopf. Danach kannst Du mir meinetwegen den linken Schuh aufblasen.

        • Snow schrieb am 28. Januar 2011 at 13:33 - Permalink

          1. Niemand gab Dir das Recht hier rumzutrollen. Weder der Webmaster, noch deine Abstammung noch deine Religion.
          2. Nur weil Hans Mayer irgendwas sagt, muß es nicht automatisch richtig sein – insbesondere dann nicht, wenn Du ihn ständig als Vorschlaghammer gegen jedwede Gegenargumente rausholst. Wenn ich sagen würde “Bokatov ist doof” und mich jemand 20 mal zitieren würde, wäre es immer noch keine (hoffentlich) richtige Aussage.

          @topic: Ich hatte mich schon seit Bekanntwerden dieser Dokumente gefragt, was die Fatah-Unterhändler getrieben haben muß, solche Zugeständnisse zu machen. Nun habe das fehlende Puzzlestück dank dieses Artikels gefunden. Danke dafür.

          Und nur so btw. auch wenn ich die israelische Regierung (auch) nicht mag, ich habe vollsten Respekt vor ihrer Verhandlungsstrategie. Hier können sich viele andere Regierungen & Gruppierungen paar Scheibchen von abschneiden.

    47. Bokatov schrieb am 28. Januar 2011 at 16:11 - Permalink

      Ein herzliches Dankeschön hiermit an Jens Berger, der meine Kritik an dem einen Kommentar von ihm hoffentlich nicht als trollen verstanden hat. Das überlasse ich anderen.
      Ich lese nämlich gerne hier mit, muss aber hin und wieder meine Stimme erheben, wenn es um das Volk Israel geht. Sorry. Hier stehe ich, ich kann nicht anders.

      Shalom.

      Bokatov

    48. D'Arbo schrieb am 28. Januar 2011 at 18:22 - Permalink

      …im Tausch gegen ein paar Sandstreifen am Rande des Westjordanlandes und des Gaza-Streifens

      Das heißt also, der Vorschlag beinhaltet die Abtretung von völkerrechtlich anerkannetm israelischem Staatsgebiet, sehe ich das richtig? Das ist, so vorteilhaft der Tausch im ganzen auch aussehen mochte, als inakzeptabel zurückgewiesen worden; das ist nicht nur selbstverständlich, sondern sicherlich von seiten der palästinänsischen Delegation einkalkuliert worden. Fazit: ein Scheinangebot.

    49. D'Arbo schrieb am 28. Januar 2011 at 20:44 - Permalink

      In Korrektur zu meinem obenstehenden Kommentar, nochmal wegen Gebietstausch:

      Offensichtlich hat die palästinensische Seite Israel sehr weitreichende Angebote für einen Gebietstausch gemacht, um seinerseits Israels Placet zu einer echten Zwei-Staaten-Lösung zu bekommen. So wollte man Israel große Flächen des Westjordanlandes (inklusive strategisch wichtiger Siedlungen mit Zugang zu den Wasservorkommen) und weite Teile Ostjerusalems im Tausch gegen ein paar Sandstreifen am Rande des Westjordanlandes und des Gaza-Streifens zugestehen.

      Bist du dir da sicher?
      Ha’Aretz schreibt, dass es Ehud Olmert war, der diese Vorschläge gemacht hat, und dass die palästinänsische Seite nicht reagiert hat.

      Aber für einige hier ist das ja eh nur zionistische Hetz-Propaganda ;-)

    50. Guest schrieb am 29. Januar 2011 at 13:03 - Permalink

      Es ist eigentlich egal was im Nahen Osten wirklich passiert, denn die Medien haben ein Fable für scheinbar leicht zu verortende Gegensätze, die sich nicht von soetwas wie Realität aushebeln lassen. Jahrzehnte wurde der Westen mit Beiträgen aus Pallywood versorgt, sodass es nun gar keines ‘arabischen Wikileaks’ bedarf, um die festgefahrenen Stereotype zu unterstützen. Leider zeichnen auch Sie das übliche Bild von arabischen Kindern, die gegen die Panzer der Israelis anzustürmen scheinen. Business as usual. War wohl nichts mit dem ‘Fechten vorm Spiegel’. Schade.

      Im Gegensatz zu den möglicherweise unterbreiteten Vorschlägen ist Israel bereits einen großen Schritt entgegengekommen und hat als Dank dafür den Sieg der Hamas und Dauerbeschuss aus Gaza bekommen. Ein Narr wer nicht aus Fehlern lernt und die Juden wissen, dass ein Fehler mit ihren Nachbarn schnell das Ende bedeuten kann.

      Vielleicht wäre es aufschlussreicher, wenn Sie sich auch damit befassen, warum ein Regionalkonflikt dermassen die Welt beschäftigt, während Dafur und Co. der Medienmeute weitgehend egal zu sein scheinen.

      MfG

      • noname schrieb am 29. Januar 2011 at 16:22 - Permalink

        Ich weiß, dass ich gar nicht fragen sollte, aber… was wäre dieser große Schritt?

        • Guest schrieb am 29. Januar 2011 at 23:33 - Permalink

          Der Rückzug aus dem Gazastreifen war, um Obamas symbolische Sprache zu bemühen, die Handreichung zum Frieden. Wer allerdings den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, mag darin eine Verschwörung sehen oder gar etwas Selbstverständliches.

        • schwitzig schrieb am 30. Januar 2011 at 14:02 - Permalink

          Ich weiß, dass ich gar nicht fragen sollte, aber… was wäre dieser große Schritt?

          An “guest”‘s Antwort siehst Du, dass es tatsächlich sinnlos ist, mit Hardcorenazis zu sprechen.

    51. Guest schrieb am 29. Januar 2011 at 14:32 - Permalink

      Ergänzung:
      Pallywood und westliche Medien am Beispiel von France2 und dessen Festhalten an gestellten Bildern, die sie mit den Interviews der Darsteller belegen wollen.

    52. Prinzregent schrieb am 29. Januar 2011 at 21:29 - Permalink

      Die Palästinenser sind ein tragisches Volk. Einerseits zermürbt vom Gazagefängnis und dem israelischen Siedlungsbau im Westjordanland, andererseits instrumentalisiert und verraten vom eigenen Verein.

      Das ständige “Beleidigtsein” aus der arabisch-islamischen Ecke ist nämlich an Verlogenheit nicht zu überbieten. Nichts hielte die Araber davon ab, den Palästinensern materiell zur Hilfe zu eilen. Schulen, Betriebe, Infrastruktur, Möglichkeiten der Hilfe gäbe es viele.
      Doch wo ist diese Hilfe? Oh, ich vergaß. Die Ölscheichs bauen lieber Sandinseln für Superreiche ins Meer, laufen in frostigen Hallen lieber Ski in der Wüste und bauen auch lieber klimatisierte Radwege und Luxushotels im heißen Sand. Doha, Dubai, Abu Dhabi. Letztere holen sich gerade exotische Viecher aus Afrika, weil man gern eine Serengeti vor dem Palast haben möchte. Das ist prestrigeträchtiger als der Samaritertripp für ein paar abgetakelte Palis. Und wenn es dann mal wieder zu bunt wird und es doch ein paar Unzufriedene gibt, so kann man zur Not noch immer das (Copyright Volker Pispers) A++++loch im Wandschrank herausholen, den bösen Westen. Mit dem man aber glänzende Geschäfte machen kann und deswegen hält sich auch hier die Kritik in äußerst engen Grenzen.

      Vernünftige Leute gäbe es auf beiden Seiten. Doch die sind leider nicht am Ruder. Weil Profiteure und radikale Hetzer gar kein Interesse an einem wirklichen Frieden haben.

      • Granado schrieb am 30. Januar 2011 at 13:16 - Permalink

        verraten vom eigenen Verein

        Soll das heißen, “die Araber” / “die Moslems” sollen gefälligst geschlossen ihre eigene “Rasse” versorgen, du Blut-und-Boden/Heim-ins-Reich-politiker?

        • Prinzregent schrieb am 31. Januar 2011 at 00:58 - Permalink

          Ihren saudummen und unverschämten Nazivergleich können Sie sich sonstwohin kleben.

          Die Palästinenser und die Israelfrage werden von exponierter arabischer Seite sehr gerne dazu verwendet, um vom eigenen Versagen abzulenken und den Zorn in Richtung Israel zu kanalisieren.
          Niemand hätte mehr Ressourcen und Möglichkeiten den Palästinensern bei der Entwicklung zu helfen als beispielsweise Saudi-Arabien und andere.
          Passieren tut nichts.

          Was nicht bedeutet, dass ich die Siedlungspolitik Israels gutheiße.

          • Granado schrieb am 31. Januar 2011 at 03:58 - Permalink

            Schon mal was davon gehört, dass Materialtransfer blockiert, Infrastruktur gezielt zerstört wird?

    53. Friedensengel schrieb am 30. Januar 2011 at 01:02 - Permalink

      Schade, dass hier niemand “Geheimrätin” verteidigt…
      Jens, deine “Ausgewogenheit” ist pseudo. Was war zuerst da? Das Huhn oder das Ei: Israels Verbrecherpolitik seit mindestens 1967 oder die Hamas? Wie ist die Hamas entstanden? Wer hält hier wen im Schwitzkasten? Das sind Fragen, die du dir stellen musst bei der Bewertung. Ob die Hamas ihre Bevölkerung “instrumentalisiert” spielt dabei keine Rolle. Fakt ist, dass sie mit ihren Reaktionen und ihrem Widerstand bisher immer im Recht waren. Internationales Recht besagt nämlich, dass unterdrückte Staaten wie Palästina Widerstand leisten dürfen. (Findige Juristen werden einem das natürlich wieder anders auslegen, aber was soll’s…)

      Für alle als Hausaufgabe – bitte 100x schreiben: “Die Hamas ist nicht vom Himmel gefallen…”

    54. Jacques Roux schrieb am 30. Januar 2011 at 11:49 - Permalink

      Muss man sich mal bildlich rein tun:

      http://nevereverbefore.deviantart.com/art/Palestinian-Loss-of-Land-1946-79694029


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