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      Es wirkt nicht wie Satire, sondern wie ein Diffamierungsversuch. Und wenn die Reichweite...

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      Sehr guter Artikel. Viel mehr kann man nicht mehr dazu sagen.

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    geschrieben am 28. Februar 2009 von Spiegelfechter

    Als im Jahre 2005 herauskam, dass der BND Journalisten systematisch bespitzelt hat, um Lecks in den eigenen Reihen zu finden, war die Empörung der Medien groß. Zurecht – wie die Untersuchungen des Parlamentarischen Kontrollausschusses ergaben, haben die Pullacher Schlapphüte in den 90ern Journalisten mit Stasi-Methoden ausgeschnüffelt, um unliebsame Berichte über die eigene Behörde zu verhindern. Die Aussagen von Politikern vor dem BND-Untersuchungsausschuss wurden dementsprechend auch von den Medien in aller Ausführlichkeit kommentiert. Die Besuchertribünen waren bei den verschiedensten Terminen randvoll mit Journalisten, und die Fotographen und Kameramänner rangelten miteinander um die besten Bilder. Nicht so am Donnerstag, dem 12. Februar 2009 ? es herrschte gähnende Leere auf den Rängen. Dies verwundert, denn an diesem Tag wurde vor dem Ausschuss ein interessanter Aspekt behandelt. Der leitende BND-Direktor Volker Foertsch musste den Parlamentariern Rede und Antwort stehen, in welcher Weise Journalisten von ihm als Informanten angeworben wurden und welche Informationen sie lieferten. Journalisten waren nämlich nicht nur Opfer des BND, einige von ihnen waren auch Komplizen. Aber über dieses Thema schweigt die Presse lieber. Lediglich die FAZ und die Süddeutsche Zeitung griffen das Thema kritisch auf, und auch die NDR-Sendung Zapp legte in dieser Woche nach.

    Begonnen hatte alles Mitte der 90er Jahre ? der Publizist und Friedensforscher Erich Schmidt-Eenboom deckte in mehreren Büchern Details über den BND auf, die dieser nicht in der Öffentlichkeit sehen wollte. Ermittlungen ergaben, das Schmidt-Eenboom Quellen im BND selbst haben musste. Daraufhin wurde er jahrelang vom BND bespitzelt ? wobei selbst auf sein Privat- und Intimleben keine Rücksicht genommen wurde. Um undichte Stellen innerhalb des BND auf die Spur zu kommen, wurden auch andere Journalisten überwacht und zur Mitarbeit animiert. Geheimdienstliche Tätigkeiten stellen allerdings einen eklatanten Verstoß gegen den Ehrenkodex der Presse dar. Problematisch ist in diesem Zusammenhang vor allem der Quellenschutz. Welcher ?Whistleblower? würde sich noch konspirativ an die Medien wenden, wenn er ernsthaft befürchten müsste, dass sein Kontakt dem BND bekannt wird? Selbstverständlich besteht hier ein Interessenkonflikt zwischen dem BND und den Medien, und als Journalist muss man ganz klar wissen, auf welcher Seite man stehen will. Einige Journalisten wussten dies nicht und machten sich willfährig, teils aus finanziellem Interesse, teils aus Wichtigtuerei, teils, um die Konkurrenz zu schädigen, zu Komplizen und verrieten dabei ihren Berufsethos. Mindestens ein Journalist, der Quellen anderer Journalisten an den BND verriet, ist immer noch als fest angestellter Redakteur beim Focus tätig.

    Wenn man den Sachverständigenbericht des Kontrollausschusses und die Aussagen von BND-Mann Foertsch betrachtet, haben drei Journalisten eine Schlüsselrolle bei der Bespitzelung ihrer Kollegen gespielt:

    - Wilhelm Dietl (Decknamen: Dali und Schweiger), Redakteur, freier Journalist und Buchautor, der für den Stern, den Spiegel, Quick und den Focus tätig war. Heute arbeitet Dietl nur noch als Buchautor und rühmt sich seiner BND-Kontakte.
    - Erwin Decker (Deckname: Bosch), ehemals Redakteur beim Focus, heute freier Mitarbeiter beim Tagesspiegel und beim Handelsblatt und Autor für BILD und Spiegel-Online.
    - Josef Hufelschulte (Deckname: Jerez), damals und heute Redakteur beim Focus mit dem Spezialgebiet ?Geheimdienste?.

    So unterschiedlich diese drei ?Journalisten? sind, so unterschiedlich war ihre Arbeit für den BND. Dietl arbeitete bereits seit 1982 als ?nachrichtendienstliche Verbindung? und ?reisender Geschäftsaufklärer? für den BND. Während dieser Zeit kassierte er über 650.000 DM aus Pullach. Allerdings galt der prahlerische Dietl als eine Art ?loose cannon?. Als er sich 1996 beim SPIEGEL bewarb, wurden seine Aufgaben auf Weisung des BND-Präsidenten beschnitten. Der damalige Vizepräsident Güllich enttarnte kurz darauf Dietl gegenüber dem ehemaligen Spiegel-Journalisten Leyendecker ? was dieser allerdings bestreitet. Fest steht jedoch, dass die Spiegel-Spitze von Dietls BND-Tätigkeit informiert wurde und er den Job nicht bekam; Chefredakteur Aust wollte ihn daraufhin bei Spiegel-TV unterbringen, was allerdings am Widerstand von Leyendecker, der kurz danach zur Süddeutschen Zeitung wechselte, scheiterte.

    Decker ging es nicht um Geld, sondern um Rache an seinem Kollegen Hufelschulte. Um diesen zu demontieren, verriet er dem BND Details über dessen Arbeit. Dem BND-Mann Foersch teilte Decker auch freiwillig Informationen über die Arbeit anderer Journalisten mit. So viel Anbiederung erstaunte selbst die hartgesottenen Mitglieder des Untersuchungsausschusses. Anders als Dietl ging es Decker nie ums Geld ? er sei, so Foersch, auch ohne finanzielles Interesse ?sehr bereit? gewesen, über die Arbeit anderer Journalisten zu plaudern. Auf die Frage, warum Decker dies tat, wusste Foersch auch keine Antwort ? ?vom Typus her ist er jemand, der sehr umtriebig ist, und vielleicht hat ihm das einfach Spaß gemacht?.

    Josef Hufelschulte ist Opfer und Täter in einer Person. Einerseits wurde er selbst vom BND ausspioniert, andererseits lieferte er auch allzu willfährig Informationen an diesen. Hufelschulte bestreitet indes vehement, dem BND Informationen über seine Quellen gegeben zu haben. Dafür hat er aber bereitwillig Informationen über die Quellen anderer Journalisten, u.a. solche des Spiegels, ausgepackt. Damit konnte er ? so Foersch ? relevante Hinweise über mutmaßliche Quellen im BND geben. Hemmungen, seine Kollegen zu verraten, habe Foersch bei Hufelschulte nicht erkennen können. Hufelschulte habe allerdings auch großen Wert auf Diskretion gelegt. Hufelschulte, der noch vor zwei Jahren als Opfer des BND dargestellt wurde, hatte mit Foersch 58 Kontakte ? größtenteils persönlicher Art -, die so ergiebig waren, dass der BND-Mann 219 Seiten handschriftliche Notizen über seinem Kontaktmann ?Jerez? erstellte.

    Es gäbe viel zu erklären ? vor allem von Seiten der Redaktion des Focus. Aber dort schweigt man lieber, und mit dem Focus schweigt fast die ganze Branche über die Missetäter in den eigenen Reihen. Dieses Schweigen ist nicht minder ein Skandal, wie die Überwachung einiger Journalisten durch den BND. Die Presse wird oft als vierte Gewalt bezeichnet, deren Aufgabe die Kontrolle der drei Gewalten sei. Aber wer überwacht die Wächter, wenn diese mit denen paktieren, die sie eigentlich überwachen sollten? Eigentlich müsste ein breiter, selbstkritischer Dialog in den Medien einsetzen, um zu einer Katharsis zu gelangen. Davon ist aber weit und breit nichts zu vernehmen. Man schweigt und versucht die Probleme in den eigenen Reihen auszusitzen.

    Jens Berger

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    68 Kommentare:

    1. peson schrieb am 28. Februar 2009 at 19:51 - Permalink

      Interessant und aufschlußreich wie immer bei SF.
      Frage:
      was unterscheidet eigentlich die Herren Dietl, Decker und Hufelschulte moralisch und real von IM’s ???
      Übrigens, die mit 6.000 bezifferten bundesdeutschen IM der HVA wurden nie mit Klarnamen enttarnt, obwohl dies durch die sogenannte Rosenholz-Datei möglich ist.(siehe “Die DDR in Europa” von Heiner Timmermann)
      Wären die o.g. Herren aus der ehemaligen DDR hätten sie sicher ein zwar inoffizelles aber um so wirksameres Berufsverbot.
      Siehe z.B. Causa “Berliner Zeitung” etc.

    2. Spiegelfechter schrieb am 28. Februar 2009 at 19:55 - Permalink

      @peson

      was unterscheidet eigentlich die Herren Dietl, Decker und Hufelschulte moralisch und real von IM?s ???

      Nichts

    3. ehLe schrieb am 28. Februar 2009 at 21:12 - Permalink

      Was unterscheidet eigentlich die Herren Dietl, Decker und Hufelschulte moralisch und real vom Spiegelfechter?

      Vieles

      Danke für den Artikel, kurz aber deutlich!

    4. Der Schachspieler schrieb am 28. Februar 2009 at 21:49 - Permalink

      Warum sollte ein Journalist nicht mit dem BND arbeiten sollen, wenn doch der BND eine Institution des Volkes ist ?

      Aso ja , alles streng geheim :-)

    5. krokodoc schrieb am 28. Februar 2009 at 21:52 - Permalink

      Das ist eine hochinteressante Sache, zeigt sie wie die Presse in sensiblen Bereichen funktioniert. Im Zweifelsfall schweigt man. Vor wenigen Jahren noch war das doch sogar eine klassische Verschwörungstheorie? Spätestens mit den fehlenden Seiten des Schäfer-Berichts fiel diese dann offensichtlich zusammen?

      http://wikileaks.org/wiki/Schaefer_report_missing_pages_on_BND_contacts_with_journalist_Josef_Hufelschulte_2006

      @4: Journalisten dürften doch nur mit dem BND zusammenarbeiten sofern sie nicht auf dem Gebiet der Bundesrepublik agieren? Ansonsten wäre doch der Verfassungsschutz für sie zuständig?

    6. Der Schachspieler schrieb am 28. Februar 2009 at 22:33 - Permalink

      @krocodoc

      Mir geht es eher darum das so etwas wie eine Staatliche Institution , ob es jetzt der BND oder sonst jemand ist grundsätzlich dem Interesse des Volkes dienen sollte.

      Da sollte es vom “Gesetzesgeber” doch kein Interessenskonflikt gesehen werden, wenn zwei Instutionen die eigentlich “DEM VOLKE” dienen sollten zusammenarbeiten?

      Oder wie weit ist die angeblich 4te Gewalt im Staat ein “Volksvertreter”?

      Auf die 4te Gewalt hat das Volk absolut keinen Einfluss.
      Die 4te Gewalt macht den Einfluss auf das Volk.

      Und der Kontrolleur der 4ten Gewalt ist nicht ein Volksvertreter , sondern das Kapital.
      Ist ja auch ganz logisch , wenn man bedenkt das sie sich “finanzieren” müssen.

    7. Der Schachspieler schrieb am 28. Februar 2009 at 22:59 - Permalink

      Ich frage mal ganz überspitzt:

      Wie kommt ein Journalist darauf Information für die Manipulation der Massen zu verwenden, wenn er so etwas wie “Ethik” Masstäbe kennt?

      Wie kommt ein Journalist darauf das er als Individuuelle “Person” meint genug Ethik Verständniss zu haben um zu manipulieren?

      Oder müsste nicht jeder “Meinungsbildende” Artikel zuerst ausdiskutiert werden ?

      Was für eine Gesellschaft erzeugt man, wenn man manipuliert, aber von Geldgebern abhängig ist?

    8. musicman2k schrieb am 1. März 2009 at 10:56 - Permalink

      Vielleicht sehen wir heute (und eher noch morgen) mit dem Wachstum einer breiten “Blogosphäre” die Entstehung der 5. Macht im Staate? Unabhängiger Bürgerjournalismus quasi.

      Blogs können die Aufgaben des klassischen Journalismus per se nicht vollständig übernehmen. Allerdings können Kontroll- Monitoring und Korrektivfunktionen geleistet werden. Damit wiederrum wird der klassische Journalismus gestärkt gegen Einflussnahmen von außen. Und mit einer funktionierenden 4. Macht im Staate bleiben die übrigen Mächte vielleicht so transparent wie sie es einmal waren.

    9. Peter Bommel schrieb am 1. März 2009 at 11:46 - Permalink

      Im oberen Abschnitt über dem eingebetteten Video ist ein “die” zuviel.

      Lediglich die die FAZ und die Süddeutsche Zeitung griffen [..]

      Guter Artikel, hab ihn aber nur überflogen, wenn ihn später genauer lesen und das Video anschauen.

    10. Comorius schrieb am 1. März 2009 at 12:26 - Permalink

      Die sogenannte 4. Macht im Staate ist nicht mehr die 4. Macht im Staat. Wenn man sich anschaut, in wesen Händen die großen Verlage und Zeitungen liegen, wundert es mich, dass diesem Dogma noch immer Glauben geschenkt wird.
      Wenn leitende Redakteure zu Begin z.B. der “Finanzkrise” ins Bundeskanzleramt gerufen werden, um doch bitte bitte nicht zu viel der Wahrheit in den nächsten Monaten zu schreiben, sehe ich in den Printmedien nur noch die Funktion, das blöckende Volk in ein und die selbe Richtung zu lenken.

      Persönlich denke ich, dass in Zukunft solche Blogs wie die NachdenkSeiten oder auch hier der SF mehr zur “Aufklärung” und Information beitragen werden, als es der Spiegel, Focus usw. tun werden, indem sie die Teilaspekte, die in Artikeln der Massenmedien fehlen, füllen werden.

    11. Phreak schrieb am 1. März 2009 at 12:47 - Permalink

      @ 10 Comorius
      Hast du für die Angabe, dass Medienvertreter ins Kanzleramt gerufen wurden eine Quelle?
      Ich höre das heute zum ersten Mal. Wäre aber ein weiterer interessanter Teilaspekt der “Gesamtentwicklung” dieser Tage.

      @ Spiegelfechter: Sehr guter Artikel!
      Aber eine Kleinigkeit stört mich an folgendem Satz etwas:

      “Der damalige Vizepräsident Güllich enttarnte kurz darauf Dietl gegenüber dem ehemaligen Spiegel-Journalisten Leyendecker ? was dieser allerdings bestreitet.”

      Gibt es für die Enttarnung Beweise oder stehen sich da lediglich zwei Aussagen genüber?
      Falls zweiteres der Fall ist, sollte die Behauptung, er sei enttarnt woreden, auch als Behauptung gekennzeichnet werden.

      In dieser Formulierung wird die Glaubwürdigkeit der Aussage des Journalisten bereits im Vorwege untergraben. (Zumindest empfinde ich das so, andere mögen das als Haarspalterei sehen)

      Vielen Dank für den guten Artikel!

    12. Der Schachspieler schrieb am 1. März 2009 at 13:03 - Permalink

      Der Hauptakteur und zugleich schlimmste Übeltäter in Manipulation , sind nicht unbedingt die Zeitungen , online oder gedruckt.

      Der Hauptübeltäter ist das Fernsehen.

      Euch ist sicher der Begrif der Hypnose bekannt, als Voraussetzung für eine Hypnose muss die zu hypnotisierende Person in Entspannung gebracht werden, dann saugt sie alle Informationen auf.
      Wieviel Menschen habt ihr in Deutschland die so eine Hypnose mehr als zwei Stunden am Tag betreiben, ganz entspannt vor der Röhre natürlich.

      Den Konsumzombie kreiren wir jeden Tag von neu.

      Ich habe das genau anhand von kleinen Kindern beobachten können, die kleinsten wenn sie Fernseh schauen sind von nichts mehr gebannt als von der Werbung, die Werbung schleudert kapitalistische Wunschbilder in die kleinsten Köpfe. Und die Kinder meinen nach kurzer Zeit das sie das , was ihnen präsentiert wurde auch wirklich wollen.
      Und das bei Kinder Sendern, das ist Geistes Manipulation aller übelster Sorte.

      Es ist eine Sache das wir konsumieren und Produkte kaufen und verkaufen im wahren Leben, eine andere Sache ist es aber unseren “Geist” zu verkaufen an die falschen Wunschbilder des Materials.

      Wieso gibt es kein Gesetz zum Schutz vor geistiger Ausbeutung von Kleinkindern ?
      So etwas gehört im Familienministerium diskutiert und gesetzlich verboten.

      Ja, wenn wunderts das in der Verfassung drin steht die Würde des Menschen ist unantastbar aber zugleich wird “Würde” von klein auf indoktriniert in die Köpfe von den kleinsten, und das Kapital bestimmt was wir als Würde empfinden.

      Ich habe das schon mal betont, ihr braucht nicht beim BND, oder in “verschwörungstheoretischem” Umfeld zu suchen, die grosse Blamage des menschlichen Geistes seht ihr jeden Tag in der Glotze, und das auf zig Sendern 24h lang.

      Speziell in News könnt ihr die kreierten Worte mit “hypnotischer” Wirkung beobachten, “angeblich” “radikalislamisch” “grassierend” “gegen”.

    13. Spiegelfechter schrieb am 1. März 2009 at 13:10 - Permalink

      @Schachspieler

      Warum sollte ein Journalist nicht mit dem BND arbeiten sollen, wenn doch der BND eine Institution des Volkes ist ?

      Warum sollte ein Strafverteidiger nicht mit der Staatsanwaltschaft zusammen arbeiten, wenn diese doch eine Institution des Volkes ist?

      Die Journallie soll den BND beobachten und ihm nicht dabei helfen, Leute in den eigenen Reihen zu finden, die mit Kollegen anderer Blätter sprechen, um denen zu helfen, den BND zu beobachten.

    14. Spiegelfechter schrieb am 1. März 2009 at 13:13 - Permalink

      @8 musikman2K

      Sehr gut ausgedrückt – volle Zustimmung meinerseits.

    15. Spiegelfechter schrieb am 1. März 2009 at 13:19 - Permalink

      @11 Phreak

      Gibt es für die Enttarnung Beweise oder stehen sich da lediglich zwei Aussagen genüber?

      Der Schäferbericht berichtet die Sache so, wie ich sie schrieb. Leyendecker dementierte dies auf Anfrage, da er – was nur logisch ist – seine Quelle (Güllich) nicht bestätigen kann, da er nie Quellen namentlich bestätigt.

      Falls zweiteres der Fall ist, sollte die Behauptung, er sei enttarnt woreden, auch als Behauptung gekennzeichnet werden.

      Es steht fest, das die Spiegel-Redaktion ab diesem Zeitpunkt von Dietls Tätigkeit beim BND wusste. Die Aussage des Schäfer-Berichtes ist für mich in diesem Punkt sehr glaubhaft und mE ist der Hinweis, dass Leyendecker dies dementiert, gleichbedeutend mit der Formulierung, dass dies eine “Aussage” und kein gerichtsfester “Beweis” ist.

    16. krokodoc schrieb am 1. März 2009 at 14:49 - Permalink

      @11

      http://www.zeit.de/2009/06/Ratlosigkeit
      Erster Absatz.

      http://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzkrise250.html
      Fügt sich irgendwie ins Bild.

    17. carlo schrieb am 1. März 2009 at 15:54 - Permalink

      @1peson

      Frage:
      was unterscheidet eigentlich die Herren Dietl, Decker und Hufelschulte moralisch und real von IM?s

      Lediglich die bessere Bezahlung!
      @8 musicman2k
      Seh ich auch so…..ich hab alle Zeitungsabos gekündigt…..eine behalte ich aus Nostalgie…den Eulenspiegel!

    18. Der Schachspieler schrieb am 1. März 2009 at 15:57 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Das was du sagst ist ganz klar und schlüssig, solange es sich um staatliche Journalisten handelt.

      Die “privaten” Journalisten hängen dem Geldgeber am Tropf, und ihr Journalismus wird von diesem Geldgeber bestimmt, wer der bestimmende Geldgeber ist, ist bei börsenorientierten Unternehmen nicht ganz klar festzustellen.

      Mit welchem Recht können “gewinnorientierte” Medien eine Institution des Volkes unter Beobachtung haben, es müsste eher der BND die “börsenorientierten” Medien beobachten, weil sie eine potenzielle Ausbeutung und Manipulationsgefahr zu gunsten ihres Geldgebers umsetzen könnten.

    19. Gebintit schrieb am 1. März 2009 at 16:29 - Permalink

      Für mich ist die Sache nicht der große Aufreger, vielleicht bin ich naiv, vielleicht schon zu alt, um mich noch über so etwas aufzuregen. Solche Typen wie Dietl, Hufeschulte, … muss man doch leider nicht lange suchen, es gibt sie überall.
      Die Unabhängigkeit der 4. Gewalt war und ist immer in Gefahr. Da regt mich der dreist offene und ungenierte Versuch, von Herrn Koch und Frau Merkel, Herrn Brender als ZDF-Chefredakteur abzusägen, viel mehr auf.

    20. Der Schachspieler schrieb am 1. März 2009 at 16:33 - Permalink

      @musicman2k

      Die 5 te Gewalt im Staate ist das Volk.
      Wenn die Blogsphäre, die Meinung des Volkes repränsetiert, dann ist es durchaus ein berechtigtes Instrument. Nur viel schwieriger nachzuvollziehen.
      Solange sich die Blogsphäre finanzieren muss, solange wird sie an dem “Willen” zur Macht scheitern wie alle anderen Gewalten auch .

      Prinzipiell das Volk, und am besten gerichtlich vorgeladen um eine Inspektion bei der “freien” Presse zu machen.
      Das Volk muss schlussendlich die letzte und höchste Machtinstanz sein.
      Eventuell mit Vollmachten ähnlich dem Verfassungsgericht, als letzte Gerichtliche Instanz.

      Warum interviewt kein Politik Blogger den Menschen von nebenan und erzählt seine Story. Warum immer den personifizierten “Machtbildern hinterherrennen?

      Und die Blogger sind auch nur die , die einen Internetzugang haben, aber auch wenige derer. Das heisst es bildet sich wieder eine neue Elite-Macht.
      Wie weit vertritt diese neue “Machtelite” die wahren Sorgen des Menschen?

      Schon die Bezeichnung der “Blogger” als 5 te MAcht , zeugt von einem “machtgedanken” für die eigene Zunft.
      Das machen die anderen auch so.
      Nur wird es mit diesem Machtgedanken auf bestimmte Gruppierungen begrenzt, nicht einfach Demokratie leben zu lassen.

    21. Comorius schrieb am 1. März 2009 at 16:41 - Permalink

      @11
      Krocodoc war so nett und hat die Quellen gepostet.

      @18:
      Dieses “Recht” nehmen sich die etablierten Medien heraus, um den Anschein der 4 Staatsgewallt Rechnung zu tragen. Hinter den Kulissen sieht das Spielchen natürlich ganz anders aus.

    22. otti schrieb am 1. März 2009 at 17:40 - Permalink

      Gewalttätig

      “Vom Schweigen der Vierten Gewalt”. Verständlich, dass die ihre eigenen Unzulänglichkeiten mehrheitlich nicht thematisieren. Im Übrigen sind die der Rendite verpflichtet. Als unabhängiges Korrektiv gesellschaftlicher Zustände können die nicht mehr gelten.
      Ene mene muh und raus bist du!

      Die Dritte Gewalt (Judikative) soll angeblich unabhängig sein (Staatsanwalt: Weisungsrecht). Blödsinn!
      http://www.gewaltenteilung.de
      Ene mene muh und raus bist du!

      Die Zweite Gewalt (Exekutive) ist zunächst mal sich selbst am nächsten. Jedenfalls steht der Bürger gewiss nicht an erster Stelle.
      http://www.rechtsverweigerung.de
      oder
      Kindesentzug durch Jugendämter.
      Ene mene muh und raus bist du!

      Die Erste Gewalt, die Legislative oder auch hochtrabend Gesetzgeber genannt, ist schließlich die Gewalt, die tatsächlich Macht ausübt, häufig nicht im Interesse des Volkes.
      Der so genannte Volksvertreter geriert sich nur zu oft einfach als williger und billiger Interessenvertreter. Kein Wunder, dass solche Gestalten bei der Bevölkerung recht wenig Vertrauen genießen.
      Das Grundübel ist die Durch- und Zersetzung sämtlicher oben genannter Gewalten mit Figuren aus der Politikerkaste, weshalb von einer Gewaltenteilung oder -kontrolle in der real existierenden ‘Demokratie’ grundsätzlich nicht mehr ausgegangen werden kann.
      Ene mene muh und raus bist du!

    23. Spiegelfechter schrieb am 1. März 2009 at 20:13 - Permalink

      @Der Schachspieler

      Das was du sagst ist ganz klar und schlüssig, solange es sich um staatliche Journalisten handelt.

      Es gibt keine “staatlichen” Journalisten.

      Die ?privaten? Journalisten hängen dem Geldgeber am Tropf, und ihr Journalismus wird von diesem Geldgeber bestimmt, wer der bestimmende Geldgeber ist, ist bei börsenorientierten Unternehmen nicht ganz klar festzustellen.

      Das ist natürlich polemisch überspitzt. Natürlich gab es in der Vergangenheit Artikel, die z.B. Aktivitäten des BND in ein schlechtes Licht rücken, so z.B. die SPIEGEL-Story über die Plutonium-Affäre des BND.

      Mit welchem Recht können ?gewinnorientierte? Medien eine Institution des Volkes unter Beobachtung haben, es müsste eher der BND die ?börsenorientierten? Medien beobachten, weil sie eine potenzielle Ausbeutung und Manipulationsgefahr zu gunsten ihres Geldgebers umsetzen könnten.

      In diesem Punkte würden Dir Putin, Chavez, die Mullahs und die KPCh sicher zustimmen ;-)

      Die 5 te Gewalt im Staate ist das Volk.

      Nein – das Volk ist Souverän und alle(!) Macht geht vom Volke aus.

      Wenn die Blogsphäre, die Meinung des Volkes repränsetiert, dann ist es durchaus ein berechtigtes Instrument.

      Das tut sie aber nicht – da wird die BILD schon eher Volkes Meinung vertreten.

      Prinzipiell das Volk, und am besten gerichtlich vorgeladen um eine Inspektion bei der ?freien? Presse zu machen.

      Das Volk kann durch seine Handlungen die Presse lenken. Wenn niemand mehr die BILD kauft, geht Springer pleite – so einfach ist das.

      Und die Blogger sind auch nur die , die einen Internetzugang haben, aber auch wenige derer. Das heisst es bildet sich wieder eine neue Elite-Macht.

      Natürlich – das ist doch immer so. Die Intelligenzija kann nur vorgeben, sie spräche für das Volk. Das tut sie aber nicht.

    24. ekueku schrieb am 1. März 2009 at 20:19 - Permalink

      Naja, ich hab’ nix dagegen, wenn der Geheimdienst diese Journaille überwacht. Warum sollte das schaden, daß diese ‘Partei’ – nennt sie von mir aus ‘Pack’ oder eine breitgespannte “Gruppierung” – bzw. einzelne ihrer Mitglieder auf staatsfeindliche Machenschaften hin untersucht, überwacht und entsprechend diskriminiert wird?

      Hat es in dieser ganz überwiegend wert(e)losen Branche jemals zu Fragen oder Nachforschungen geführt, daß und warum sich ein jeglicher Schreiber bei Axel Springer seit Jahrzehnten schon im Arbeitsvertrag der Richtline unterwirft, über das zionistische Verbrechergebilde im Nahen Osten keine negativen Äußerungen zu veröffentlichen?

      Haben die Springers und ihre Mitläufer sich in gleicher Weise verpflichtet, keinen anti-deutschen Stimmen in ihren Medien Raum zu geben?

      Ich sehe keinen triftigen Anlass, diese verkommene, doppelmoralige Branche in Schutz zu nehmen. Basta!

      Überwacht die, sperrt sie ein, lasst die körperlich arbeiten, macht damit was Ihr wollt!

      LG,
      eku

    25. Spiegelfechter schrieb am 1. März 2009 at 20:44 - Permalink

      @ekueku

      Auf Deine dümmliche Polemik gehe ich nicht ein – aber:

      Haben die Springers und ihre Mitläufer sich in gleicher Weise verpflichtet, keinen anti-deutschen Stimmen in ihren Medien Raum zu geben?

      Springer dürfte mit seiner “Betriebsverfassung” den Antideutschen sehr sympatisch sein.

    26. entejens schrieb am 1. März 2009 at 21:26 - Permalink

      “Lediglich die FAZ und die Süddeutsche Zeitung griffen das Thema kritisch auf, …” – das kam mir schon beim Lesen unvollständig vor, eine schnelle Recherche bestätigte mein Erinnerungsvermögen: “Schmidbauers Medienmann” (Schmidbauers Medienmann). Aber das nur als kleiner Hinweis …
      Ansonsten lese ich die Beiträge hier mit allergrößtem Interesse, weiter so!

    27. Der Schachspieler schrieb am 1. März 2009 at 21:48 - Permalink

      @Spiegelfechter

      “Es gibt keine ?staatlichen? Journalisten.”

      Für mich zählen die öffentlichen rechtlichen und die Landeszeitungen zu den “staatlichen” da sie im Bund integriert sind. Bezahlt vom Steuerzahler, Obwohl immer mehr unter Werbedruck geraten.

      “Das ist natürlich polemisch überspitzt. Natürlich gab es in der Vergangenheit Artikel, die z.B. Aktivitäten des BND in ein schlechtes Licht rücken, so z.B. die SPIEGEL-Story über die Plutonium-Affäre des BND.”

      Nun wie frei diese Aufdeckung ist will ich gar nicht spekulieren, grundsätzlich geht es mir darum das “finanziell” Motivierte Verlage, nicht unbedingt geneigt sind den “journallistischen Ehren-Kodex” zu befolgen.
      Richtige “freie” Journalisten sind nicht “finanziell” motiviert.

      “In diesem Punkte würden Dir Putin, Chavez, die Mullahs und die KPCh sicher zustimmen ;-)

      Nur ob die Mullahs und KPCh und sonstige Konsorten nicht was anderes im Hinterkopf hätten dabei? :-)

      “Nein – das Volk ist Souverän und alle(!) Macht geht vom Volke aus.”

      In diesem Falle scheint das Volk alle 4 Jahre was sagen zu dürfen, und zwischendurch darf man gerade so etwas wie eine Petition veranstalten, so als Bittsteller :-)
      Das nenne ich alle Gewalt geht vom Volk aus :-)
      Das Volk braucht eine Rückkoppelungsmöglichkeit, und das wäre die 5te Gewalt.
      Ich sage es mal so, wenn wir manipuliert werden dann sollten wir uns schon aussuchen wer uns manipuliert.

      “Das tut sie aber nicht – da wird die BILD schon eher Volkes Meinung vertreten.”

      Die Bild vertritt nicht nur die Meiinung des Volkes, die Bild produziert die Meinung des Volkes. Das sollte schon auffällig erkannt und durchdacht werden.
      Wundert es dich das die grössten “Meinungsbildner” auch zugleich die sind, die immer wieder gekauft werden,weil sie schon so lange manipulativ auf die Leser einwirken, das es zu einer sich Selbsterfüllenden Prophezeiung entwickelt hat.

      “Natürlich – das ist doch immer so. Die Intelligenzija kann nur vorgeben, sie spräche für das Volk. Das tut sie aber nicht.”

      Dann hat die Intelligenzija schwere defizite bezüglich demokratischem Verhalten, gepaart mit automatischem Machteinfluss.

    28. Siggi Müller schrieb am 1. März 2009 at 22:30 - Permalink

      Wie erlangt aber nun ein Redakteur “IM” Kenntnis von den BND-Quellen seiner Kollegen?
      Werden solche Kontakte in der Kantine gehandelt?

      Vielleicht war die gähnende Leere auf den Rängen beim Untersuchungsausschuß ganz einfach dem eigenen Dilettantismus geschuldet, “sein Wasser nicht halten zu können”.

    29. Spiegelfechter schrieb am 1. März 2009 at 22:57 - Permalink

      @Schachspieler

      Für mich zählen die öffentlichen rechtlichen und die Landeszeitungen zu den ?staatlichen? da sie im Bund integriert sind. Bezahlt vom Steuerzahler, Obwohl immer mehr unter Werbedruck geraten.

      Bezahlt vom Steuerzahlter ist mW nur die Deutsche Welle – der Rest ist gebührenfinanziert. Das ist ein Unterschied.

      Richtige ?freie? Journalisten sind nicht ?finanziell? motiviert.

      Ja ja – ich weiß ;-)
      Journalisten, Blogger, Musiker, Maler, Ärzte … wer Geld nimmt ist böse und hat seine Seele an den Satan verkauft.

      Nur ob die Mullahs und KPCh und sonstige Konsorten nicht was anderes im Hinterkopf hätten dabei? :-)

      Nicht nur ;-)

      In diesem Falle scheint das Volk alle 4 Jahre was sagen zu dürfen, und zwischendurch darf man gerade so etwas wie eine Petition veranstalten, so als Bittsteller :-)

      Das nennt sich repräsentative Demokratie – “unser” System. Aber das ist ein Thema für sich.

      Die Bild vertritt nicht nur die Meiinung des Volkes, die Bild produziert die Meinung des Volkes. Das sollte schon auffällig erkannt und durchdacht werden.

      Das ist natürlich richtig.

      Wundert es dich das die grössten ?Meinungsbildner? auch zugleich die sind, die immer wieder gekauft werden,weil sie schon so lange manipulativ auf die Leser einwirken, das es zu einer sich Selbsterfüllenden Prophezeiung entwickelt hat.

      Nein – meinen idealistischen Kern wundert es, aber meinen realistischen Kern keinesfalls … und letzterer hat die Überhand ;-)

      Dann hat die Intelligenzija schwere defizite bezüglich demokratischem Verhalten, gepaart mit automatischem Machteinfluss.

      Sehr richtig – darum beugen “wir” uns ja auch der Diktatur des Pöbles *lol*

    30. ekueku schrieb am 1. März 2009 at 23:06 - Permalink

      Nanu? Aber liebster @spiegelfechter,

      was ist denn an meiner zutreffenden Aussage polemisch und was ist daran “dümmlich”?
      Ich glaubte, wir könnten uns einig sein, daß diese multinihilistische Branche generell nix taugt – mit Ausnahmen, so vermute ich – und sackte immer weiter ab?! Wenn schon der frühere Leithengst der Branche, DER SPEIGEL, nach zutreffender Feststellung der klugen Augstein-Tochter Franziska unter Aust & Co. zum lesensunwerten Schwätzerblatt ohne Ernsthaftigkeit absank,…

      Zitat:
      ****************************************************
      … die Vernachlässigung politischer Entwicklungen und Probleme zugunsten der Personalisierung, die Verlagerung auf die so genannten weichen Themen: All dies kennzeichnet heutzutage den “Spiegel” und hat das Magazin zu einem geschwätzigen Blatt unter anderen gemacht. Der Fisch stinkt vom Kopf. Sie kennen das Sprichwort. Wenn das Blatt, das bisher Standards setzte, diese Standards freiwillig aufgibt, haben andere Zeitungen und Magazine keinen Grund, sich mehr um Ernsthaftigkeit, Ausführlichkeit und Problemdurchdringung zu bemühen…
      ********************************************************
      http://www.validome.org/blog/news/Item-18
      (12.11.2005 – Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust in der Kritik)

      … dann darf man wohl mit Gewissheit davon ausgehen, daß die anderen Blätter/Blattmacher noch viel weniger taugen, nicht wahr? Wenn ich mir dazu deinen Leitartikel ansehe, mit der zutreffenden Aussage, daß dieser Williamson bestenfalls im Stand eines katholischen Laienpredigers wirkt, dann aber in weiteren Online-’Publikationen’ eben dieser minderwertigen Branche stöbere, finde ich zig-Mal “BISCHOF Williamson”, “BISCHOF Williamson”, “BISCHOF Williamson”. So dümmlich und marktschreierisch, wie die Recherche und die dahinterstehende “Publizistik” dieses Landes sich präsentiert, so dümmlich und markt-opportunistisch ist die “Moral” und der vermeintliche “Ehrenkodex” des gesamten korrumpierten Presse-Saftladens (inkl. TV). Also hinweg damit auf den Schrottplatz/ins Receycling! Je eher, umso besser! Mir reichen Foren und UseNet, Bloggs udgl., da weiß ich, das sind oft private, weitgehend unzensierte Meinungen und Meldungen und kann und muß ich mich vielfältig darüberhinaus informieren um ggf. selber einen kleinen Beitrag zur “Durchdringung” eines Themas zu leisten:
      http://www.aussenpolitikforum.net/viewtopic.php?p=7083#7083

      Ganz ohne Befehlsgebung eines Verleger, Chefredakteur, aus Lohnabhängigkeit etc.pp., “nur” dem eigenen Ehrenkodex (nach bestem Wissen und Gewissen) verpflichtet!

      LG,
      eku

    31. Comorius schrieb am 2. März 2009 at 01:16 - Permalink

      Der Tatsache, dass “alle Macht vom Volke ausgehen” (sollte), wird doch schon seit langem keine Rechung mehr getragen. Vom Prinzip (auch wenn nur alle 4 Jahre) stimmt dies schon, oder anders ausgedrückt: 70% der Bevölkerung sind gegen den Afghanistaneinsatz der BW, 68% gegen den Einsatz der BW im Inneren, 62% gegen die BKA Gesetzgebung.
      Ich kenne nur eine Partei, die sich offen eben diesen Sachen entgegenstellt und das ist die Linke. Die liegen nun aber bei Umfragen bei round about 12% (+/-1%).
      Sind nun also die deutschen Wähler shizophren oder wo sind die restlichen 50% geblieben, die eben jene Sachen ebenfalls nicht gut heissen?
      Vor der Wahl (auch in diesem jahr) wird uns einiges versprochen werden und viele werden wieder drauf reinfallen. Tja und nach der Wahl wird es wieder heissen “Was interessiert mich mein Gerede von gestern” oder “es sei doch unfair uns an den Wahlversprechen vor der Wahl zu messen”.

      Was hat dies mit dem Thema Medien und BND zu tun? Eigentlich nicht viel, außer dass diese Kömodie von der 4 Macht im Staat ebenfalls bedient wird. Wenn gefordert wird, dass Medien als inoffizielles Kontrollorgan fungieren sollen, dann muss man dies für alles Aspekte fordern.

    32. Schwitzig schrieb am 2. März 2009 at 06:11 - Permalink

      @SF

      Das tut sie aber nicht – da wird die BILD schon eher Volkes Meinung vertreten.

      Bedingt – selbst laut eigener Aussage <b<BILDet die BILD Volkes Meinung. Dies wird durch selektivem und suggestivem Journalismus bewerkstelligt.

      Das Volk kann durch seine Handlungen die Presse lenken. Wenn niemand mehr die BILD kauft, geht Springer pleite – so einfach ist das.

      Die BILD ist so erfolgreich, weil sie mit Schlüsselreizen – Bildern – arbeitet. Die Botschaften werden über dieses Vehikel quasi huckepack transportiert. Der Wirkung dieser Schlüsselreize, wie z.B. hübschen Frauen, kann sich niemand entziehen – auch Du nicht, denn es werden Instinkte angesprochen, die nicht einer bewußten Kontrolle unterliegen. Allerdings können “aufgeklärte” Menschen diese Reize als solche erkennen und von der angehängten “Information” trennen, so dass die Kausalkette Schöne-Titten-gute-Zeitung in zwei Teilaspekte aufgetrennt wird, als da wären: Schöne-Titten und davon separiert Informationen-der-Zeitung. Der Effekt der Informationsaufnahme und in Folge des Glaubens der aufgenommenen Information wird dadurch verhindert.
      Dies setzt allerdings Medienkompetenz und Reflektionsvermögen voraus, welches zuvor z.B. durch Erziehung und Schule aufgebaut werden muss. Und genau da liegt das Problem: In unserer Leistungsgesellschaft wird Erziehung im positiven Sinne alleine schon aus Zeitgründen immer schwieriger, während begleitend das Schulwesen katastrophale Zustände beinhaltet. Ob das auf eine bewußte Steuerung z.B. durch neoliberale Religion oder Eigendynamik der Gesellschaftsstruktur zurückzuführen ist, ist eigentlich egal – was zählt, ist der Effekt, von VT mal völlig unabhängig gesehen. Ich glaube nicht an eine gezielte Volksverdummung, sondern an eine selbstlaufende aber tolerierte Volksverdummung, die allerdings von den Eliten, die davon profitieren nicht bekämpft wird.
      BILD Dir Deine Meinung …

    33. Peinhard schrieb am 2. März 2009 at 11:39 - Permalink

      @SF

      “Ja ja – ich weiß ;-)
      Journalisten, Blogger, Musiker, Maler, Ärzte ? wer Geld nimmt ist böse und hat seine Seele an den Satan verkauft.”

      Meine Güte, ist das wieder platt. Natürlich nimmt ‘man’ Geld, man muss Geld nehmen, wenn man nicht verhungern will – das bedeutet aber noch keineswegs, das man (in erster Linie) ‘finanziell motiviert’ ist, insbesondere wenn man einen ‘idealistischen’ Beruf ausübt.

      “In diesem Punkte würden Dir Putin, Chavez, die Mullahs und die KPCh sicher zustimmen ;-)”

      Auch ausgesprochen ‘lustig’ – wie kommt jetzt wieder Chavez in die Reihe, um nur eine Frage zu stellen…?

    34. Spiegelfechter schrieb am 2. März 2009 at 11:58 - Permalink

      @Peinhard

      Meine Güte, ist das wieder platt. Natürlich nimmt ?man? Geld, man muss Geld nehmen, wenn man nicht verhungern will – das bedeutet aber noch keineswegs, das man (in erster Linie) ?finanziell motiviert? ist, insbesondere wenn man einen ?idealistischen? Beruf ausübt.

      Das ist mir schon klar – ob es dem VP auch klar ist? Die unsägliche Diskussion läuft doch eh wieder auf den Adorno-Klassiker “es gibt kein richtiges Leben im falschen” hinaus.

      Auch ausgesprochen ?lustig? – wie kommt jetzt wieder Chavez in die Reihe, um nur eine Frage zu stellen??

      Ließ Chavez nicht verschiedene Medien sperren, da sie die Interessen einer finanzstarken Clique transportierten?

    35. Comorius schrieb am 2. März 2009 at 12:33 - Permalink

      Hier mal ein Film über die Medien:
      http://www.youtube.com/watch?v=9eO6R5un9Yk

      Zitat aus dem Film: “Unser Puplikum ist opurtunistisches Pack; die wollen Titten sehen und wissen wie man Steuern spart.” oder “Kein Mensch ist so blöde, wie die Sendungen die wir produzieren!”

    36. Der Schachspieler schrieb am 2. März 2009 at 13:00 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Ich weiss sehr genau den Unterschied zwischen “Geld verdienen” für die notwendige Lebenssituation, und dem “Geld verdienen” um des Geldes wegen.
      Weil ich beides schon praktieziert habe und selber in diese Falle getappt bin.

      Ich gehe grundsätzlich davon aus das “börsennotierte” Aktiencharts nicht zugleich die Ethischen Charts darstellen. Und in velen Fällen ist mit dem steigenden Aktienwert, der “humanistische” Wert gefallen.

      Wer wäre deiner Meinung nach der Zuständige als “Gewalt” um die “freien” Medien zu beobachten ?

      Du willst die freien Medien der Beobachtung und Kaufentscheidung der Menschen überlassen die eigentlich durch diese Medien beeinflusst, diese Zeitungen kaufen ?

    37. Aktennotiz schrieb am 2. März 2009 at 15:04 - Permalink

      Danke für die Bilder Spiegelfechter, so sehen also “West”- Spitzel aus, sonst bekommt man ja meist nur “Ost” – Spitzel präsentiert. Was bei den Dreien auffällt, immer wieder der “Focus”, schon interessant. Ich habe übrigens den Zapp-Bericht letztens dazu im TV gesehen, sowie einige fragende Gesichter von Mitgliedern des Ausschußes, daß gerade bei dieser Thematik fast kein Journalist da ist.

      “Es gäbe viel zu erklären ? vor allem von Seiten der Redaktion des Focus. Aber dort schweigt man lieber, und mit dem Focus schweigt fast die ganze Branche über die Missetäter in den eigenen Reihen.”

      Fakten, Fakten , Fakten …markige Worte, von einem den man nicht ernst nehmen kann.
      Man kann nur hoffen, die Finanzkrise trifft mal den Richtigen, focusiert sozusagen.
      Schade um’s Papier, gerade beim “Focus”.

      “Der Schachspieler am 28. Februar 2009 um 21:49 – Permalink

      Warum sollte ein Journalist nicht mit dem BND arbeiten sollen, wenn doch der BND eine Institution des Volkes ist ?

      Aso ja , alles streng geheim :-)”

      Weil es wohl im Journalistenkodex heißt, daß nicht mit Geheimdiensten zusammengarbeitet wird, es sei denn, man denkt es kommt nie raus, und will durch eine solche Zusammenarbeit, eher etwas für das eigene Ego und Bankkonto tun, als Sachverhalten unvoreingenommen auf den Grund zu gehen.

    38. Christian schrieb am 2. März 2009 at 15:05 - Permalink

      ?Das Volk kann durch seine Handlungen die Presse lenken. Wenn niemand mehr die BILD kauft, geht Springer pleite – so einfach ist das.?

      Seit wann? Ich weiß ja nicht wie ihr das seht, aber ich sehe das anders. Ich bin der Meinung, dass das Volk schon lange nicht mehr die Gewalt über diese Medien hat. Wir sind doch nur noch Schachfiguren und wenn die Zeitung etwas über die Krise schreibt obwohl die oft der normale Bürger noch gar nicht spürt wird eine Welle losgetreten. Ich finde dass man vor allem bei den Journalisten etwas unternehmen muss. Sie lenken die Welt und das ist sehr gefährlich.

    39. Spiegelfechter schrieb am 2. März 2009 at 15:20 - Permalink

      @25 Comorius

      Yep – ein sehr empfehlenswerter Film.

    40. Spiegelfechter schrieb am 2. März 2009 at 15:25 - Permalink

      @Der Schachspieler

      Wer wäre deiner Meinung nach der Zuständige als ?Gewalt? um die ?freien? Medien zu beobachten ?

      Die Medien selbst – zu denen ich auch die Bloggosphäre zähle. Deinen Begriff “Volk” finde ich zu pathetisch. Sind die Medien das Volk? Sind die Blogs das Volk? Nein, och glaube nicht. Wie soll auch “das Volk” die Medien kontrollieren? Das können nur Einzelne.

    41. Spiegelfechter schrieb am 2. März 2009 at 15:31 - Permalink

      @Christian

      Seit wann? Ich weiß ja nicht wie ihr das seht, aber ich sehe das anders. Ich bin der Meinung, dass das Volk schon lange nicht mehr die Gewalt über diese Medien hat. Wir sind doch nur noch Schachfiguren und wenn die Zeitung etwas über die Krise schreibt obwohl die oft der normale Bürger noch gar nicht spürt wird eine Welle losgetreten. Ich finde dass man vor allem bei den Journalisten etwas unternehmen muss. Sie lenken die Welt und das ist sehr gefährlich.

      “Wir” sind Opfer und Täter zugleich. Ich finde es viel zu einfach, immer die Schuld auf andere zu schieben. Schau doch mal, ich, Du und ein Großteil der hier versammelten Kommentatoren lesen die BILD nicht, kaufen sie nicht und glauben ihr schon gar nicht. Wenn Millionen aber diese Zeitung lesen, kaufen und ihr glauben, ist dann die BILD schuld oder sind es die Millionen? Da gibt es durchaus Parallelen zur Nazi-Zeit. War nur eine Clique von diabolischen Verführern dafür verantwortlich, dass ein ganzes Volk zum Volk der Mörder wurde, oder war das Volk nicht auch schuld daran? Ich mache es mir sehr schwer, die Entschuldigung gelten zu lassen, man sei nur ein Opfer.

    42. Comorius schrieb am 2. März 2009 at 17:45 - Permalink

      @SF:
      Jo, wenn wir hier aber wissen, was die BILD für nen Blödsinn schreibt, sind wir dann nicht auch drann schuld, wenn wir nicht versuchen, die Leute aufzuklären, von denen wir wissen, dass Sie die BILD lesen? Und wenn keiner mehr die BILD liest, welche Zeitung kommt dann? Der Spiegel? Der Focus? Die FAZ?
      Sicherlich bin ich nicht damit einverstanden, was die BILD fabriziert, aber wer setzt die Messlatte? Und vor allem für wen? Nicht, dass die Messlatte so hoch ist, dass der normal gebildete deutsche Bürger nicht mehr versteht, was dort geschrieben steht.

    43. Der Schachspieler schrieb am 2. März 2009 at 18:19 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Ich werde jetzt mal rätseln was der Begriff “pathetisch” angewendet auf das Volk heissen soll, aber naja…..

      Also unter Volk verstehe ich die Teilnehmer, und zwar jeden einzelnen Teilnehmer einer Demokratie.

      Und “Gewalten” sind in einer Demokratie dazu da um Machtmissbrauch gegen die Teilnehmer der Demokratie zu sichern.

      Wenn nun die Medien sich als 4te Gewalt outen, wohlgemerkt das die Teilnehmer der “Demokratie” nicht mal die Wahl haben um zu entscheiden wer oder was das Medium ist, dann ist das etwas “unverständlich”.

      Speziell das Argument, das die “freie” Presse den Wert einer westlichen Demokratie ausmacht.

      Was auf der einen Seite ein Pluspunkt ist und ein Wohl für die Meinungsfreiheit, ist auf der anderen Seite auch ein potenzieller “Meinungsmacher”und Ausbeuter des Geistes.

      So stell dir mal vor die Medien werden offiziell als 4te Gewalt im Staat anerkannt.
      Wäre aber die einzige “Gewalt” die auch offiziell verkäuflich ist.
      Alle anderen Gewalten , sind wenigstens “offiziell” und der Verfassung nach nicht für Geld zu erwerben.

      So und jetzt soll die einzige “Gewalt” im Staat die offiziell verkäuflich ist, keiner Beobachtung unterliegen dürfen?
      Das wird sich schon selbst regulieren sagen die Journalisten, solche Argumente kennt man auch von der “freien Marktwirtschaft”.
      Bezogen auf die eigene “Kaste” denken die Journalisten Neoliberalistisch genauso wie die Finanziers.

      Das Volk, oder die einzelnen Teilnehmer der Demokratie müssten einen Einfluss im Entscheidungsgremium eines Verlags haben.
      Und Artikel die herausgegeben werden müssten von “gewillten” Teilnehmern der Demokratie auch “rechtlich” bearbeitet werden können.

      Das Volk hat die “Gewalt” und sollte diese auch rechtlich zugesprochen bekommen, nicht nur als “potenzieller” Käufer, sondern auch als “potenzieller” Mitgestalter und zwar durch Gesetze geschützt.

      So was nenne ich eine Rückkoppelung der Gewalten.

      PS: Such dir einen aus :-)

      http://synonyme.woxikon.de/synonyme/pathetisch.php

    44. Spiegelfechter schrieb am 2. März 2009 at 20:17 - Permalink

      @Schachspieler

      Also unter Volk verstehe ich die Teilnehmer, und zwar jeden einzelnen Teilnehmer einer Demokratie.

      Siehste mal, da unterscheiden wir uns. Für mich ist Volk ein Begriff für die Gesamtheit aller Bürger.

      Was auf der einen Seite ein Pluspunkt ist und ein Wohl für die Meinungsfreiheit, ist auf der anderen Seite auch ein potenzieller ?Meinungsmacher?und Ausbeuter des Geistes.

      Natürlich – die Münze hat zwei Seiten.

      So stell dir mal vor die Medien werden offiziell als 4te Gewalt im Staat anerkannt.

      Was heißt “offiziell”? Im GG steht natürlich nichts von einer 4ten Gewalt, das ist eher ein medientheoretischer Begriff.

      So und jetzt soll die einzige ?Gewalt? im Staat die offiziell verkäuflich ist, keiner Beobachtung unterliegen dürfen?

      Sie werden doch beobachtet! Von den “echten” Gewalten – Falschmeldungen sind justiziabel. Von anderen Medien und vom Bürger selbst, der natürlich auch gegen Falschmeldungen vorgehen kann.

      Wir reden auch aneiander vorbei – ich rede von journalistischer Korrektheit und Du gibst die Gesinnungspolizei. Ein polemisches Broder-Essay im SPIEGEL mag fürchterlich sein, dennoch ist es Journalismus. Auch Medien, die ich stets kritisiere, machen kaum fachliche Fehler, verbreiten kaum Falschmeldungen – Ausnahmen bestätigen die Regel, siehe Bild-Blog. Was idT in den Medien zu kurz kommt, ist der Meinungspluralismus. Eine Mainstreammeinung beherrscht die öffentliche Diskussion. Aber wer bitte soll hier “überwachen”? Ich verstehe Deinen Punkt nicht. Wasw soll es bringen, wenn Erwin K. sagt, dass die FAZ konservativ ist? Das wissen wir doch alle.

      Das Volk, oder die einzelnen Teilnehmer der Demokratie müssten einen Einfluss im Entscheidungsgremium eines Verlags haben.

      Volksmedien? So wie bei den Öffentlich-Rechtlichen? Im Rundfunk haben wir das doch.

      Und Artikel die herausgegeben werden müssten von ?gewillten? Teilnehmern der Demokratie auch ?rechtlich? bearbeitet werden können.

      Hä? Wie soll das aussehen? Soll Hausfrau Martha R. eine Analyse über den iranischen Wahlkampf bewerten?

      So was nenne ich eine Rückkoppelung der Gewalten

      Ich finde Deinen naiven Gedanken ja sympathisch, aber mehr auch nicht.

    45. Spiegelfechter schrieb am 2. März 2009 at 20:28 - Permalink

      @Comorius

      Jo, wenn wir hier aber wissen, was die BILD für nen Blödsinn schreibt, sind wir dann nicht auch drann schuld, wenn wir nicht versuchen, die Leute aufzuklären, von denen wir wissen, dass Sie die BILD lesen?

      Ich mache das ;-)

      Und wenn keiner mehr die BILD liest, welche Zeitung kommt dann? Der Spiegel? Der Focus? Die FAZ?

      oder die junge Welt, das Neue Deutschland? oder den Freitag? die taz?

      Gewöhnen wir uns lieber daran, dass “wir” die Aussenseiter sind und nicht(!) für das Volk sprechen. Das tun andere – finde ich auch nicht so toll, aber das Leben ist nun einmal kein Wunschkonzert.

      Sicherlich bin ich nicht damit einverstanden, was die BILD fabriziert, aber wer setzt die Messlatte? Und vor allem für wen? Nicht, dass die Messlatte so hoch ist, dass der normal gebildete deutsche Bürger nicht mehr versteht, was dort geschrieben steht.

      Ich bin mal ganz böse und sage, der Markt setzt die Messlatte ;-)

      Und wenn der Leser wirklich ein opportunistisches Pack ist, das Titten sehen will und Steuern sparen … dann sei dem so. Ich nehme es mit Grollen zur Kenntnis.

    46. Der Schachspieler schrieb am 2. März 2009 at 23:15 - Permalink

      @Spiegelfechter

      “Ich finde Deinen naiven Gedanken ja sympathisch, aber mehr auch nicht.”

      Das solltest du mal einem Richter bei einer Verurteilung sagen. Wäre sicher ein running Gag :-)

      “Siehste mal, da unterscheiden wir uns. Für mich ist Volk ein Begriff für die Gesamtheit aller Bürger.”

      Genau, da sehe ich aber keinen Unterschied zwischen unseren Standpunkten, Teilhaber der Demokratie oder Bürger ist für mich dasselbe.

      “Natürlich – die Münze hat zwei Seiten.”

      Die Natur der Münze ist es zwei Seiten zu haben, die Natur des Journalisten ist es “eine” Seite zu haben, und zwar die der bestmöglichen und objektivsten Berichterstattung.
      Manipulation hat nichts mit der Natur des Journalismus und ihrer Ethik zu tun.
      Alles andere kannst du unter “Derivate” verpacken ;-)
      Und wenn ein Journalist in den Gedanken kommt sich mit einer Münze zu vergleichen , dann ist er auf dem besten Wege die “Goldwaage” bei seiner Berichterstattung zu verwenden.

      “Was heißt ?offiziell?? Im GG steht natürlich nichts von einer 4ten Gewalt, das ist eher ein medientheoretischer Begriff.”

      Ich sagte ja auch: stell dir vor, und nur angenommen .
      Der medientheoretische Begriff hat sich aber “Realisiert”, und ist “praktisch” gesehen zu einer 4ten Gewalt geworden. Ob wir das offiziell wahrhaben wollen oder nicht
      Ob schon die “medientheorisierte Wortwahl” der 4ten Gewalt eine Manipulation des Volksgeistes ist, lass ich mal dahingestellt.

      “Sie werden doch beobachtet! Von den ?echten? Gewalten – Falschmeldungen sind justiziabel. Von anderen Medien und vom Bürger selbst, der natürlich auch gegen Falschmeldungen vorgehen kann.”

      Die Beobachtung, oder die Beeinflussung durch diese “echten” Gewalten kann nicht vom Volk erkannt werden, da sie in “geheimen” passiert.
      Und wenn diese “Gewalten” die Medien und ihre Beeinflussung beobachten warum gucken sie dann nicht in den Fernseher ?

      Du meinst natürlich den Hartz4 Bürger der sich gegen die Top-Anwälte vom Springer Verlag versucht das Recht zu erkämpfen?

      “Wir reden auch aneiander vorbei – ich rede von journalistischer Korrektheit und Du gibst die Gesinnungspolizei. Ein polemisches Broder-Essay im SPIEGEL mag fürchterlich sein, dennoch ist es Journalismus. Auch Medien, die ich stets kritisiere, machen kaum fachliche Fehler, verbreiten kaum Falschmeldungen – Ausnahmen bestätigen die Regel, siehe Bild-Blog. Was idT in den Medien zu kurz kommt, ist der Meinungspluralismus. Eine Mainstreammeinung beherrscht die öffentliche Diskussion. Aber wer bitte soll hier ?überwachen?? Ich verstehe Deinen Punkt nicht. Wasw soll es bringen, wenn Erwin K. sagt, dass die FAZ konservativ ist? Das wissen wir doch alle.”

      Die Gesinnungspolizei und die “Korrektheit” der Journalisten sind in meinen Augen die Vertreter desselben Prinzips, rein offiziell. Oder besser gesaagt sie sollten es sein.
      Die Medien machen wahrscheinlich kaum fachliche Fehler, den dazu werden sie gut genug bezahlte “Anwälte” haben die ihnen von den Dummheiten der “Ehrlichkeit” abraten.
      Diese Mainstreammeinung von der du sprichst ist vom Journalismus selber ja auch erzeugt worden, allein durch die Tatsache das jeder versucht die “Auflagenstärke” und damit die Finanzierbarkeit zu Gewährleisten.

      Die Frage ist viel eher , hast du jemals in den grossen Medien “Erwin Ks.” kritische Bemerkung vernommen?
      Und wie würde die Berichterstattung aussehen wenn “Erwin K. verpflichtet wäre zyklisch und kritisch seine Meinung zu sagen?

      Wieso soll die Hausfrau Marta H. kein Recht darauf haben ihre Analyse der iranischen Wahlen in einer grossen Zeitung als Schlagzeile präsentieren zu lassen ?

      Nichts für Ungut, ich glaube immer noch das du auf dem richtigen Weg bist ;-)

    47. Spiegelfechter schrieb am 3. März 2009 at 00:30 - Permalink

      @Schachspieler

      Genau, da sehe ich aber keinen Unterschied zwischen unseren Standpunkten, Teilhaber der Demokratie oder Bürger ist für mich dasselbe.

      Ja – aber Einzelperson und Gesamtmenge ist ein Unterschied. Wer soll diese Kontrollfunktion ausüben? Jeder Einzelne? Oder Beauftragte?

      Die Medien machen wahrscheinlich kaum fachliche Fehler, den dazu werden sie gut genug bezahlte ?Anwälte? haben die ihnen von den Dummheiten der ?Ehrlichkeit? abraten.

      Quark – schau Dich mal in einem Jura- oder BWL-Oberseminar um. Die “Leistungsträger” von morgen denken wirklich(!) so. Die “lügen” nicht, sie denken, sie hätten recht und sie wissen, dass sie ihre Meinung nur durchsetzen können, wenn der Pöbel ihre Meinung adaptiert. Natürlich ist das Meinungsmache … aber eine legitime Meinungsmache. Wir können uns jetzt streiten, ob die Henne oder das Ei zuerst da war, ob das Volk nur durch die Medien eine medienkompatible Meinung hat oder die Medien Volkes Meinung “bedienen”. Das spielt mE aber kaum eine Rolle. Man kann einem Bären ein Kleidchen anziehen und sagen, er sei ein Ballerina – überzeugen wird dies nicht. Genau so wenig überzeugt mich die Theorie, eines aufklärunswilligen Volkes.

      Was “wir” machen ist Kanterarbeit – im Kleinen. “Wir” werden aber nie Volkes Meinung vertreten.

      Die Frage ist viel eher , hast du jemals in den grossen Medien ?Erwin Ks.? kritische Bemerkung vernommen?
      Und wie würde die Berichterstattung aussehen wenn ?Erwin K. verpflichtet wäre zyklisch und kritisch seine Meinung zu sagen?

      Das würde wohl niemanden interessieren – traurig aber wahr.

      Wieso soll die Hausfrau Marta H. kein Recht darauf haben ihre Analyse der iranischen Wahlen in einer grossen Zeitung als Schlagzeile präsentieren zu lassen ?

      Das tut sie ja indirekt über die BILD (“Der Irre von Teheran”) ;-)

      Wenn ich “Volkes Stimme” hören will, gehe ich in die Kneipe. Das ist sehr amüsant und auf eine gewisse Art und Weise auch lehrreich … aber irgendwie auch schwer desillusionierend. Solltest Du auch mal machen.

    48. Realist schrieb am 3. März 2009 at 08:54 - Permalink

      @ Spiegelfechter

      Und wenn der Leser wirklich ein opportunistisches Pack ist, das Titten sehen will und Steuern sparen ? dann sei dem so. Ich nehme es mit Grollen zur Kenntnis.

      Wenn ich ?Volkes Stimme? hören will, gehe ich in die Kneipe. Das ist sehr amüsant und auf eine gewisse Art und Weise auch lehrreich ? aber irgendwie auch schwer desillusionierend. Solltest Du auch mal machen.

      Deine Zeilen bringen es auf den Punkt. Man kann es kaum schöner sagen.

      Die letzte Hessenwahl zeigt aus meiner Sicht, wohin uns dieses ?demokratische? und ?wissende? (Wähler)Volk hinführt. (Ich nenne es “verblödet” und “kindlich Naiv”.)
      Und auch deshalb wird es so kommen wie Carl Friedrich von Weizäcker es mal sagte.
      http://www.flegel-g.de/weizaecker.html

      MfG Realist

    49. GrooveX schrieb am 3. März 2009 at 09:14 - Permalink

      so mal ganz allgemein gefragt:

      was gibt es neues? was unterscheidet eigentlich journalistische recherche von nachrichtendienstlicher informationsbeschaffung? informatenschutz nehmen beide in anspruch. die einen werden privat, die anderen von öffentlichen geldern alimentiert, ansonsten was?

      das bild vom ‘freien und kritischen journalisten’ zeigt eine sehr idealisierte vorstellung des journalismus.

      in solchen fällen empfehle ich immer wieder gerne hans fallada, der mit seinem roman ‘bauern, bonzen und bomben’ bereits 1931 den realismus in die bewertung journalistischen arbeitens eingeführt hat.

      nachrichtendienstliche tätigkeiten und journalismus sind auf der gleichen seite der medallje – immer gewesen.

      die geschichte des journalismus ist nicht die seiner helden, sie ist die seiner verräter. so sehe ich das.

    50. Der Schachspieler schrieb am 3. März 2009 at 10:38 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Eine Diskussion über die Henne oder das Ei wird es nicht geben.

      Da die “Henne” in diesem Fall ganz klar zu definieren ist.

      Frag mal falls du nicht genug “manipulative” Medienkenntniss hast bei Dieter Bohlen nach, wie man aus einem “Erwin K” einen Superstar macht, und wie man es schafft das jeder auf einmal die Meinung von “Erwin K.” hören will.

      Und das der “durchschnittliche Mob” so wie ihn die geistig “hoch” entwickelten darstellen dann anfängt von “Erwin K.” Bücher zu kaufen und CDs zu hören und das er dann auf den Charts unter die Top Ten kommt ist auch nur ein Zufall?

    51. Peinhard schrieb am 3. März 2009 at 11:44 - Permalink

      @34SF

      “Ließ Chavez nicht verschiedene Medien sperren, da sie die Interessen einer finanzstarken Clique transportierten?”

      Nicht dass ich wüsste, hilf mir auf die Sprünge. Das einzig wirklich ‘handfeste’, was mir einfällt, ist die Nichtverlängerung einer terrestrischen Frequenz für den Sender RCTV, ganz ‘normal’ zum Termin einer ohnehin anstehenden Verlängerung. ‘Verboten’ oder ‘gesperrt’ wurde der Sender aber nicht, auch wenn die hiesige Berichterstattung dass immer wieder suggerierte, er sendet auch weiter via Satellit und Kabel. Der Sender hatte sich im Putsch 2002 offen gegen die Regierung positioniert und Falschmeldungen verbreitet – ich möchte mal wissen, was hierzulande in diesem Fall geschehen wäre. Ansonsten kursieren Vorwürfe, wie zB dass ein Verbot gewalttätiger oder zur Gewalt auffordender Inhalte ‘vage’ formuliert sei – auch hier böte sich ein Vergleich mit ‘unserer’ Rechtslage an. Der überwiegende Teil der Medien ist nach wie vor in ‘oppositioneller’ Hand (bzw der der ‘Oligarchie’) und unterliegt mW so gut wie keinen inhaltlichen Beschränkungen, die nicht auch anderswo ‘gängig’ wären, muss allerdings für Stellungnahmen und Verlautbarungen der Regierung Zeit bzw Platz einräumen.

    52. Spiegelfechter schrieb am 3. März 2009 at 12:15 - Permalink

      @Peinhard

      Nun ja – ich bin da ein wenig dogmatisch und versuche nicht mit zweierlei Maß zu messen. Wenn es so “vage” Gesetze in Deutschland gäbe, wärst Du sicher auch einer der Ersten, die sich lautstark – und zurecht(!) – darüber aufregen würden. Warum soll Chavez erlaubt sein, was hier ein Skandal wäre?

    53. Peinhard schrieb am 3. März 2009 at 12:54 - Permalink

      Ich rege mich ja auf. Und wo ist denn da zweierlei Maß? Sind nicht auch unsere Gesetze diesbezüglich oft genug ‘vage’? Oder was ist zB mit der ‘Stärkung der Persönlichkeitsrechte’, die insbesondere in letzter Zeit die Pressefreiheit oft genug im Sinne der ‘Mächtigen’ einschränkt? Siehe auch zB Rügemer vs Oppenheim, um nur ein prominentes Beispiel zu nennen…

    54. Spiegelfechter schrieb am 3. März 2009 at 13:04 - Permalink

      @Peinhard

      Ich rege mich ja auf.

      Ja, das merke ich ;-)

      Und wo ist denn da zweierlei Maß? Sind nicht auch unsere Gesetze diesbezüglich oft genug ?vage??

      Ja und wie lautet die Antwort darauf? Dies nicht zu kritisieren, weil Chavez ähnliches implementiert hat? Wohl kaum.

      Es geht doch hier nicht darum, einen Wettbewerb zwischen Deutschland und Venezuela auszuschreiben. Wer Chavez kritisiert, sagt damit nicht(!), dass hierzulande alles Friede-Freude-Eierkuchen wäre. Aber als ernsthafter Kritiker deutscher Verhältnisse kann ich doch nicht Chavez loben – das wäre doch komplett absurd und unglaubwürdig.

    55. Peinhard schrieb am 3. März 2009 at 14:42 - Permalink

      Dann sollte der Satz:

      ?In diesem Punkte würden Dir Putin, Chavez, die Mullahs und die KPCh sicher zustimmen ;-)?

      jetzt also wie lauten…?

    56. Spiegelfechter schrieb am 3. März 2009 at 14:50 - Permalink

      @Peinhard

      Der Satz ist schon ganz richtig so, wie er da steht.

    57. Peinhard schrieb am 3. März 2009 at 16:29 - Permalink

      Aber schön, dass wir mal drüber gesprochen haben…

    58. Comorius schrieb am 3. März 2009 at 19:36 - Permalink

      @SF:
      “Gewöhnen wir uns lieber daran, dass ?wir? die Aussenseiter sind und nicht(!) für das Volk sprechen. Das tun andere – finde ich auch nicht so toll, aber das Leben ist nun einmal kein Wunschkonzert.”

      Dass das Leben kein Wunschkonzert ist, ist mir leider als Student wohl oder übel bewusst. Aber ich denke, dass wir “noch” die Außenseiter sind, aber im laufe der Jahre durch politische, historische, gesellschaftliche (nenn es wie du magst) Ereignisse und Entscheidungen recht bekommen werden.
      Beispiel: Egal ob der Spiegel schreibt, wie es seiner Ansicht nach mit dem 11. September 2001 war, früher oder später werden Tatsachen auf dem Tisch liegen, die besagten Außenseitern recht geben wird.

      “Und wenn der Leser wirklich ein opportunistisches Pack ist, das Titten sehen will und Steuern sparen ? dann sei dem so. Ich nehme es mit Grollen zur Kenntnis.”

      Das tu ich auch, allerdings schreckt es mich nicht ab, weiterhin die klasische Außenseiterrollle einzunehmen, indem ich die Leute animiere, ihren Kopf endlich einmal zum Denken zu nutzen, anstatt ihn nur durch die Gegend zu tragen, damit es nicht in den Hals reinregent.
      Ich denke, dass die sogenannten Außenseiter einfach über mehr Informationen, differenzierte Informationen verfügen, um auch letzendlich die besseren Argumente in den Händen zu halten.

    59. Karl Heinrich schrieb am 3. März 2009 at 22:31 - Permalink

      @47 Sf

      Und wenn der Leser wirklich ein opportunistisches Pack ist, das Titten sehen will und Steuern sparen ? dann sei dem so. Ich nehme es mit Grollen zur Kenntnis.

      Dann kannst du dir aber – zu deiner eigenen Beruhigung – sagen, dass der opportunistische Bürger gleichzeitig das Gegenteil von Steuern sparen will: Der Staat soll ihm eine schöne Rente ans Bein binden, überhaupt alle möglichen Sozialleistungen ausreichen, Opel retten, und so fort. Dieses Paradox ist auch experimentell gut belegt. Insofern sind die Chancen für eine Publizistik der Forderungen – wie du sie vermisst – durchaus günstig. Umso mehr, je näher die Wahlen.

    60. Der Schachspieler schrieb am 6. März 2009 at 06:14 - Permalink

      Und wenn der Leser wirklich ein opportunistisches Pack ist, das Titten sehen will und Steuern sparen ? dann sei dem so. Ich nehme es mit Grollen zur Kenntnis.

      Ich finde gerade mit dem “offenen Thread” hast du bewiesen das du unter Umständen die hohen Erwartungen an dich erfüllst, und dem opportunistischen Pack den Freiraum lässt damit sie auch das “Gefühl” zu haben Nachrichten zu gestalten ;-)

      Wenn so weiter machst , dann kommt als nächstes das T-shirt hoch……..

    61. Der Schachspieler schrieb am 8. März 2009 at 16:39 - Permalink

      Eines scheinen alle Journalisten gemeinsam zu haben.

      Sie sind an einem Thema interessiert solang es aktuell und berichtenswert ist.

      Und in diesem Fall die werten Leser auch.

      Nachdem ein Thema nicht mehr aktuell ist , wird es sozusagen in ein Journalistisches Archiv gelegt, und es wid der richtige Zeitpunkt erwartet um es wieder aufgreifen zu können.

      Ahnungsfürsich keine schlechte Strategie, sie lässt jedoch Zweifel darüber ob ein Journalist auch wirklich interessiert ist an der Wahrheit und Tiefe eines Problems, oder ob es nur um die “aktuelle” Wirksamkeit und damit kurzzeitigen Wirkung geht?

      Wo sind denn die ganzen “journalistischen” Hinwendungen zu den tiefen der Probleme?

    62. Peinhard schrieb am 18. März 2009 at 16:36 - Permalink

      Hier noch ein kleiner Nachtrag zur Rolle der Medien in Lateinamerika:

      http://www.dradio.de/dlf/sendungen/dasfeature/878690/

      Kann man auch anhören:

      http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/03/17/dlf_20090317_1914_00a26bf7.mp3


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