Crisis of Capitalism
geschrieben am 01. Februar 2011 von Spiegelfechter
Wunderschön animiert und sehr verständlich, was die Royal Society for the encouragement of Arts, Manufactures and Commerce sich da ausgedacht hat.
Vertrauen Sie Deutschlands Nr. 1
Wissenschaftlich fundierter Test!
www.PARSHIP.de




Absolut genial.
Und auch ohne perfekte Englischkenntnisse gut verständlich gemacht.
(Neid) Was können manche Leute doch gut zeichnen. (/Neid)
Danke! ;-)
Wenn ich das richtig verstanden habe: ab 6:15 sprechzeichnet er über eine Phase der ‘wage repression’ seit den 1970ern, die in den OECD-Ländern zu einem immer geringeren Anteil der Arbeitseinkommen an den Nationaleinkommen geführt habe, das gelte sogar für China.
Ob das tatsächlich in jedem Detail stimmt sei dahingestellt. Aber die zunehmende Ungleichverteilung von verfügbarem Einkommen dürfte in der Tat die Hauptursache für die geplatzten Blasen (und den steten Aufbau von neuen Blasen) sein, samt der für die Bürger in den unteren und vor allem mittleren Einkommensstufen katastrophalen Folgen. Nur: welche ernstzunehmende, seriöse Partei oder Organisation tritt dagegen an? In Deutschland niemand, und sonst auch nirgends.
Hier eine ziemlich aktuelle und schlüssige Studie des IWF zu dem Thema.
Lieber Ray,
die Genialität dieses Video-Clips liegt in der unterhaltsamen Verdichtung einer trefflichen Kritik, die kein Schwein wahrnehmen würde, wenn sie in Form endlos komplex verschachteltem Geschwurbel daher kommt. ;)
Nix für ungut.
Elwood
Lieber Elwood,
Du willst unterhalten werden? Dann lies doch einfach was anderes. Kein Grund, Ray Manzarel eins dafür reinzuwürgen, dass er sich beim Schreiben mehr Mühe gibt als Du beim Lesen. Nix für ungut.
Sehr schön! Die übrigen RSA Animate-Videos sind übrigens auch sehr interessant und erhellend ;)
@elwu: Dann muss der Druck eben von außen kommen, es nicht allein damit getan, dass man sich auf den Parlamentarismus und die Parteien verlässt.
Sehr schön! Die anderen RSA Animate-Videos sind übrigens auch sehr interessant und erhellend ;)
@elwu: Dann muss der Druck eben von außen kommen, es nicht allein damit getan, dass man sich auf den Parlamentarismus und die Parteien verlässt.
Witzig. Ich entscheide mich nämlich primär für Number 5: “Failure of Politics” :-)
Ein sehr populärer Ansatz hierzu: Alles noch mehr regulieren.
Dem halte ich entgegen:
Eine zentrale Regulierungsstelle ist genau das, wovon alle Lobbyisten eigentlich träumen. Es ist nämlich sehr viel einfacher die Entscheidungen von nur einer Institution zu seinem Gunsten zu beeinflussen als von bspw. hundert verschiedenen . Es besteht bei grösserer Zentralisierung daher die potentielle Gefahr, dass die Politik dann sogar noch mehr versagt. Welche fatalen Konsequenzen das durchaus haben könnte, illustriert bspw. das Ölfleck-Theorem:
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96lflecktheorem .
Aber machen wir weiter:
Witzige Stelle im Film: “How did that happen?”
Antwort: Its the excessive power of capital!
Aber woher kommt diese Macht? Kommt sie nicht etwa daher, dass Finanzindustrie und Konzerne durch Lobbyismus das Handeln von zentralen Steuerungsinstitutionen zu ihrem Gunsten beeiflussen können? Hätte diese Macht-Symbiose überhaupt noch einen Sinn, wenn sich die Wirtschaft aus der Politik strikt herauszuhalten hätte und umgekehrt? Das gilt ja selbst für Zentralbanken wie die FED. Dabei hat schon Mises vor Jahrzehnten (!) darauf hingewiesen. Zitat:
“Es gibt keinen Weg, den finalen Kollaps eines Booms durch Kreditexpansion zu vermeiden. Die Frage ist nur ob die Krise früher durch freiwillige Aufgabe der Kreditexpansion kommen soll, oder später zusammen mit einer finalen und totalen Katastrophe des Währungssystems kommen soll.“
Es ist in diesem Zusammenhang geradezu eine prickelnde Ironie, dass vor allem die Ökonomen der Österreichischen Schule eindringlich vor der Finanzkrise gewarnt haben, man auf sie als Outsider jedoch nicht hörte, während reine Keynesianer (der heutige Mainstream) sie meist erst gar nicht kommen sahen.
Ich möchte damit darauf hinweisen, dass man das Problem durchaus aus mehreren sich gänzlich unterscheidenden Perspektiven betrachten kann.
Ökonomen der Österreichischen Schule ????
So etwas gibt es nicht. Aus Österreich kommen nur Ganoven und Schurken wie Adolf, Mises, Hayek, …
Nun, lieber Systemfrager, es bringt grosse Vorteile mit sich grundsätzlich alles zu lesen, ohne sich lediglich nur darauf zu beschränken, was dem eigenen persönlichen Weltbild entspricht.
Aus diesem Grunde lese ich ja bspw. diesen Blog :-)
Aber zum Thema:
Du fordest ja entschieden einen ‘starken zentralen regulierenden Staat’ als Korrektiv für die ‘Ungerechtigkeit und das Versagen der Märkte’. Aber das ist keine Ursachenbekämpfung sondern lediglich eine Korrektur der unerwünschten Folgen. Man kann deshalb also durchaus auch fragen: Wozu weitere Eingriffe, die nur die ersteren falschen korrigieren sollen? Könnte es doch nicht einfach sein, dass dies alles nur die Frage der falschen ‘Monopoly-Spielregeln’ ist?
Und genau darauf versuchte die Österreichische Schule unter anderem eine Antwort zu geben. Bspw. sind die Profite der Finanzindustrie weitgehend von der Entwicklung der Realwirtschaft entkoppelt. Will man echte Ursachenforschung betreiben so muss man fragen: Wie konnte es dazu kommen?
Und die Ökonomen der Österreichische Schule sehen die Antwort genau in unserem gegenwärtigen Währungssystem und in der Existenz der Zentralbanken.
Stichwort Währungssystem:
Nahezu jedem ist mittlerweile bekannt, dass der Zins in unserem gegenwärtigen Währungssystem nicht nachhaltig ist. Das Wirtschaftswachstum kann mit den hier erzielten Profiten und der wachsenden Geldmenge hier nicht auf Dauer Schritt halten, da letztere grob exponentiell wachsen. Dieses “Schritt halten” ist aber leider eine zwingende Voraussetzung dafür, dass alle von der Wirtschaft profitieren können, sowohl Konsumenten, Unternehmer als auch Arbeitnehmer, ansonsten wird es nämlich immer jemanden geben, der verlieren muss.
Gerade diese Schieflage ist primär dafür verantwortlich, dass einige wenige im Schnitt immer reicher werden, während alle anderen im Schnitt immer ärmer werden.
Sehr anchaulich illustriert es das Beispiel des Josephspfennigs. Ein Planet aus puren Gold nach x Jahren ist weder nachhaltig noch realistisch. Wo liegt hier also die Antwort?
Nun, es muss hierbei auch Investition geben, bei denen Joseph sein Geld verliert.
Wie sollte das passieren? Etwa durch eine Steuer? Durch eine zentrale Institution, die das im Nachhinein ‘korrigiert’?
Nun, die Antwort darauf ist einfach und trivial: Sobald sich eine Person am Markt mit dem von Joseph geliehenen Geld verspekuliert und pleite geht, kriegt Joseph sein Geld nicht mehr zurück. In einem solchen System wären also idealerweise alle Profite und Verluste an die Entwicklung der realen Wirtschaft gekoppelt.
Genau das haben wir aber nicht. Deine Bank garantiert Dir Deine Zinseinkünfte unabhängig von der Wirtschaftsentwicklung. Und es ist ironischerweise gerade der Staat, der das garantiert.
Das nennt man Vorurteil. Gerade weil ich diese Schwachsinnigen und Schurken gelesen habe, spreche ich so souveren und dezidiert über sie. Ob du sie gelesen hast? Wenn nicht, da entlang:
Der Neoliberalismus | für Eilige
Ein intellektuelles Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Die Bezeichnung neoliberal täuscht. Sie erweckt den Eindruck, es würde sich um eine Weiterentwicklung der ursprünglichen liberalen Theorie handeln. Davon kann keine Rede sein. Wir werden in den nächsten Beiträgen zeigen, dass der Neoliberalismus etwas völlig anderes ist. Er ist in theoretischer Hinsicht ein akademischer Müll, in politischer Hinsicht eine rechtsstaatlich organisierte Räuberei und in ethischer Hinsicht ein sozialer Genozid. Knapp gefasst: Der Neoliberalismus ist ein geistiger Kannibalismus. Als solcher ist er ein kompletter Verrat am ursprünglichen Liberalismus, der sich den humanistischen und aufklärerischen Idealen der europäischen Moderne verpflichtet sah.
weiter >>>
Oh, da liegt also der Hund begraben…
Du verwechselst Mises und von Hayek offensichtlich mit dem ‘bösen’ Milton Friedman, der in Chile in Ruhe seine Sperenzien treiben durfte.
Ganz grober Fehler. Milton gehörte nämlich der Chicagoer Schule an, und Mises und von Hayek hatten an sich nichts mit dem Neoliberalismus zu tun. Aber dieses Missverständnis begegnet mir in der linken Szene sehr häufig. Da kann ich wohl wenig daran machen, der Spin in diese Richtung ist einfach zu gross, und man liest ja nur das, was einem ideologisch zusagt.
Obgleich ich den Neoliberalismus ebenfalls ablehne, so weise ich dennoch darauf hin, dass ‘neoliberal’ nicht einfach soetwas wie ‘extrem wirtschaftsliberal’ bedeutet. Neoliberale wollen zwar ganz viel privatisieren (in der Praxis aber oft öffentliches Vermögen zu Spottpreisen verscherbeln), befürworten aber durchaus einen starken und wirtschftspolitisch aktiven Staat.
Agenda 2010 ist bspw. in keinster Weise ein Schritt hin zu einem freien Markt, mit freien Teilnehmern und freien Entscheidungen, sondern sogar ganz im Gegenteil.
Ich habe dir den Link gezeigt, damit du hingest und etwas lernst. Dann müsstest du nicht immer nur blanken Unsinn verzapfen – auch wenn dies nicht verboten ist.
PS
Naja, ich weiß, das war zu optimistisch von mir
Keynes = Mainstream?
xDDD Wo denn?!
-.-
Gut, nennen wir es: New Keynesian Economics :-)
Joseph Stiglitz, George Akerlof und Michael Spence sowie Paul Krugman sind bspw. eindeutig Keynesianer.
Und wo bist Du zur Schule gegangen? Mein Tipp – halt dich an Systemfrager. Der ist zwar als Person manchmal etwas ‘sperrig’, hat aber Einiges(!) zu bieten und sich auch reichlich Mühe gemacht auf seiner Webseite, genau für so Leute wie dich und mich. Man lernt ‘ne Menge, auch wenn man oft nicht einer Meinung mit ihm ist.
Viel Spaß :-)
… und sie sind definitiv nicht Mainstream. Sicher, Paul Krugman hat seine Kolumne bei der New York Times. Aber die Masse der Ökonomen, die den Politikern einflüstern, sind alles andere als auf seiner Richtung. Wenn Krugman Mainstream wäre würden wir z.B. über Austerität zur Zeit überhaupt nicht diskutieren.
SF, das Video bringt es in kürze auf den Punkt .. obgleich die Erkenntniss nicht grade neu ist ;-) is’ halt alles schon gesagt nur nicht von jedem ;-)
* Sag’ mal wo kriegst denn immer diese Dinger her ? Du musst dir doch stundenlang einen Wolf suchen …. Ich hätt’ da weder die Zeit noch die Muse ;-)
Also respekt ..
Dieses Video ist mir heute von einem Leser als Hinweis für die Nachdenkseiten zugemailt worden, wo es morgen auch aufgeführt wird ;-)
RegulatorsJens asleep at theswitchblogSF sollte seinen eigenen Blog mal etwas aufmerksamer lesen ;-)
«RSA Animate» wurde auf SF.com in den Kommentaren schon mehrfach verlinkt und dies schon seit mehr als einem halben Jahr.
Sollte ich vielleicht auch mal machen – ich hatte das Video schon vor Wochen gesehen;).
SF – Danke für die Vorstellung des Videos. Für mich ist das Video in erster Linie schöne Kunst mit einem didaktischen Anspruch. Die Aussagen/ Theorien Harveys im Vortrag kann mangels großer Defizite was VWL/ Soziologie anbelangt nicht nachvollziehen bzw. bewerten. Ich könnte mir aber vorstellen, dass “Mainstream Wissenschaftler” nicht viel davon halten.
Fragen dazu:
1. Wie anerkannt ist David Harvey als “radikaler Geograph” in der Fachwelt?
2. Ist das theoretische Fundament in Sachen “Krisenerklärung” von Harvey in etwa vergleichbar mit dem was Klaus Peter Kisker als “Theorie der Strukturellen Überakkumulation” bezeichnet?
3. Wenn man als Laie in Wikipedia zu Aussagen finden wie:
kommt man sich etwas veräppelt vor. Ist das noch Wissenschaft???
Bitte erleuchtet mich – Vielen Dank!
P.S.: Ich dachte immer ein Geograph wäre ein Gelehrter der Geographie beschäftigt, als mit Erdkunde. Das diese Wissenschaft mittlerweile solche Kreise zieht hätte ich nicht gedacht.
Tja, offenbar hast du dich bisher geirrt. Die Geographie ist die “Wissenschaft des Raumes” und enthält zwei wesentliche Kernaspekte, den physischen und den humanen. Deshalb lernt man in der Schule nicht nur, wo auf der Erdoberfläche sich welches Gebirge und welcher Fluss befindet, sondern auch, wo welches Land endet (menschliche räumliche Organisation!), wo Menschen wie leben, welcher Betätigung nachgehen, in welcher Form zusammenleben und so weiter.
Eine geographische Landschaft ist eben nicht nur eine “physische”, sondern manchmal eben auch eine menschliche Landschaft.
das video ist ja schon etwas älter – nichtsdestotrotz echt fein; ich bin letztes jahr über ted.com auf die rsa animate sachen aufmerksam geworden. noch besser finde ich diese beiden:
what really motivates us: http://www.youtube.com/watch?v=u6XAPnuFjJc&playnext=1&list=PL39BF9545D740ECFF
und changing education paradigms: http://www.youtube.com/watch?v=zDZFcDGpL4U&feature
hier gibts auch noch ein paar “making of” fotos und mehr http://www.cognitivemedia.co.uk/
da kann man die endprodukte der zeichner als a0 ausdruck käuflich erwerben
Besonders 2. der Vortrag über Bildung ist toll. Die Ähnlichkeiten von Schulen und Fabriken sind mir vorher nier aufgefallen, obwohl einige offensichtlich sind.
Die Vorträge kann man sich übrigens auch in den (ausführlicheren) Versionen ansehen, wie sie bei der RSA gehalten wurden (dann aber nicht annimiert). David Harvey gibt es hier (31 Minuten):
… auch die Ähnlichkeiten des amerikanischen und deutschen Schulsystems – verblüffend.
@Systemfrager
Ich habe Deine Seite in weiten Teilen schon vor Monaten gelesen. Wenn Du also mit meine Argumente -aus welchen Gründen auch immer- radikal ablehnst und notorisch auf Konftontation aus bist, dann musst Du Deine Argumente leider schon persönlich vorbringen.
Bisher bist Du mir hier aber immer notorisch ausgewichen und behalfst Dir mit Beleidigungen.
@Systemfrager
Ich habe im Prinzip nichts von alledem gelesen aber da Du es getan hast, kannst Du uns doch in knappen Worten Deine Alternative vorstellen. Ich habe nicht die Zeit, das auf Deiner Seite nachzulesen. Daher mußt Du davon ausgehen, das auch andere diese Zeit nicht haben und so Deine Lösung nie bekannt und daher nie danach gehandelt werden wird.
Obwohl mir lange klar war wohin die Reise geht weiß ich bisher nur das die Lösung eine “geregelte Marktwirtschaft” sein soll. Und ich meine Du hast auch was gegen Privateigentum. Ich meine in irgendeinem Kommentar war mal sowas. Wenn nicht so bitte ich um Vergebung.
Falls ja, so würde mir das große Sorgen bereiten denn das Privateigentum wäre dann ein privater Feind dessen Abschaffung möglicherweise Selbstzweck wäre. Und das ist sehr gefährlich, denn eventuell wird der Abschaffung des Privateigentums alles andere geopfert.
Das der Staat sein Geld selbst erzeugen soll und davon große Infrastruktur aufbauen soll kann man ja machen. Das hat man sicher mit Konjunkturprogrammen alles schon mal versucht, ohne das man endgültig zu Potte gekommen wäre.
Ich erkenne bisher keinen Clou in dem was Du bisher hast verlauten lassen.
Wenn Du nur knapp die Säulen Deines Systems vorstellen würdest und wie sie miteinander verzahnt sind, dann könnte man es sicher kritisch betrachten (das ist immer das wichtigste), so geht das bisher nicht.
Im Gegenteil überall dort, wo die Konkurenz möglich ist, unbedigt das private Eigentum (aber nicht AGs, ich habe wirklich etwas gegen AGs – eigentlich nicht nur etwas -, privat oder staatlich egal!)
Ich bin gerade beschäftigt, meine nachfragetheoretische Erklärung der ökonomischen Zyklen darzustellen, irgendwann danach kommen meine Vorschläge (früher geht es nicht)
PS
Wenn ich für etwas nicht genug Zeit habe, dann bedeutet es, dass dies für mich nicht besonders interessant ist – dies (meine ich) gilt für jeden ;-)
Bis morgen
Es ist überhaupt nicht animiert O_o
Es ist ein beschleunigtes Speed-Drawing. Animation ist da überhaupt keine :O
Stimmt. Aber für deinen (besserwisserischen) Kommentar darfst du uns jetzt erklären, wie man speed-drawen konjugiert. ; )))
(Nicht ernst nehmen. Das muss ich ja dazu schreiben.)
kann es sein, dass du diesen ausufernden Schwafeltext samt selbiger Linkansammlung für mehr oder weniger passende Gelegenheiten vorbereitet hast, und dann selbst bei den unpassendsten Gelegenheiten per c&p in die Blogs und Foren schleuderst?
Das ist alles schön und gut, aber letztlich fehlt ein konkreter Lösungsvorschlag. Das ist auch genau das Problem, das am Ende des Videos auftaucht. Da bleibe ich lieber bei Modern Monetary Theory. Die wollen nicht das ganze System umwerfen, sondern zeigen auf, dass das existierende System zum Wohle der Bevölkerung eingesetzt werden kann, u.a. mit Werkzeugen wie der Job Guarantee.
Das ganze System basiert auf Profitmaximierung, das kann gar nicht der ganzen Bevölkerung dienen bzw. wohl tun.
wow, es freut mich in diesem Blog jemanden zu ‘treffen’, der sich mit der MMT auseinandersetzt. Das ist aber alles andere als radikal, die MMT hat nur den Anspruch zu beschreiben, wie in den gegenwärtigen Volkswirtschaften mit der FIAT Geldschöpfung die Grundlage gegeben ist, selbst im kapitalistischen Rahmen eine Ökonomie zu organisieren, die den Interessen der Menschen untergeordnet ist und nicht umgekehrt, dh in der Ökonomie sich nicht lediglich ein Herrschaftsverhltnis von oben nacu unten ausdrückt. Das ist sehr begrenzt, aber immerhin relativ progressiv. Sie ist nur in dem Sinne radikal, als sie die Ideologie der etabilierten Wirtschaftstheorien, v.a. der neokllassischen, als solche demaskiert, und die kapitalistisch organisierte Ökonomie den realen Interessen und Bedürfnis der Gesellschaft als Ganzes zu unterordnen hofft, was sie durch die staatliche Verfügungsgewalt über das FIAT Geldsystem als machbar erachtet.
Dass selbst aber solcher systemimmanenter und disziplinär beschränkter Ansatz von den so genannten ‘linken Pragmatikern und Realisten’ als radikal abgetan wird, zeigt, dass in Wirklichkeit diese Typen keinerlei Interesse haben, selbst das System an sich wirklich in dem Sinne zu reformieren wie sie behaupten, nämlich ihm einen menschlichen Antlitz zu verpassen. Sie bahaupten das, weil das zu behaupten zu ihrer Rolle gehört und ihre Privilegien und Status legitimiert, zu ihrem sozialen oder kulturellen Kapital, um mitBourdieu zu sprechen.
Den Blog von Bill Mitchell kennst Du ha sicher schon, aber für alle Fälle
http://bilbo.economicoutlook.net/blog/
Die Freude ist ganz meinerseits :)
Ich würde zustimmen, dass MMT objektiv gesehen nicht radikal, sondern einfach nur grundvernünftig ist.
Man kann das aber auch von einem anderen Blickwinkel sehen: In meiner Jugend hatte ich immer wieder Kontakt zu linken Gruppen, die vom durchschnittlichen Bürger wohl als radikal bezeichnet werden würden, und in denen – vermutlich nicht ganz unberechtigterweise – etwas Paranoia vorherrschte, vom Verfassungsschutz überwacht zu werden. Das Gelaber in diesen Gruppen war sowas von vage und unkonkret, dass von diesen Gruppen in Wirklichkeit nie eine ernste Gefahr für den Status Quo ausgehen könnte.
MMT zeigt dagegen sehr konkrete Möglichkeiten auf, wie das System in einem positiven Sinne verändert werden könnte, es geht davon also eine viel größere “Gefahr” aus, aus der Perspektive der Profiteure des Status Quo.
So gesehen ist es also durchaus radikal – aber eben auf gute Art und Weise.
Hurrah, der Mann mit den guten Links ist wieder da :-)
Hatte mich schon gewundert!
danke
Großartiges Video. Der knappe Inhalt kann hier selbstverständlich nur als Überblick dienen. Aber ich muss sagen, dass diese Analysen für mich persönlich allmählich ermüdend sind. Nichts für ungut. Trotzdem vielen Dank. Die Zeichnungen treffen meinen Geschmack :P
Nu, Jens: fällt der nicht unter Misiks Definition von “Maulhelden”, wenn er dazu aufruft, Organisationen zur Überwindung des Kapitalismus beizutreten? Oder geht es für Dich klar, wenn es hübsch gezeichnet ist, und der Autor nur ja keine “brasilianischen Unterwäschemodels” geheiratet hat? Gehört es nicht doch in den großen Topf, zusammen mit Gesine Lötzsch, den Autoren des “Kommenden Aufstands” und Zizek?
Ich gebe zu, ich habe mich über Misiks plumpes Genöle geärgert; seine Alternativvorschläge zu den anstrengenden, weltfremden (und teilweise Strohmann-)Radikalen waren die Helden der kleinen Schritte, die angeblich alle Veränderungen zum Guten hervorgebracht hätten–nicht die Kriegsgegner, Bankenprivatisierer, Mindestlohnforderer also, sondern die Nahlesse und Gabriels… Hrmpf. Kann nicht verstehen, was Du diesem Allzukurzsprung abgewinnen konntest.
Hübsches Video, natürlich. (Allgemein marxistische Problembeschreibung ist interessant, aber Natur der Liquiditätsschöpfung, die zu den konkreten Blasen führt, bleibt m.E. unterbelichtet.)
kognitive Dissonanz?
“It is time to look beyond capitalism towards a new social order that would allow us to live within a system that could be responsible, just and human?”
da fragt einer, ob es nicht Zeit ist, über den Kapitalismus himauszudenken mit dem Ziel, sich eine neue soziale Ordnung vorzustellen, die verantwortlich, gerecht und menschlich zugleich ist. Lassen wie dir rein abstrakte Natur dieser Frage bei Seite, das Wesentliche liegt doch in der Erwartung, dass diese neue soziale Ordnung eben nicht innerhalb der kapitalistischen liegt, sondern diese transzendiert, dh ein Anderes ist.
Und diese Forderung wird doch positiv kommentiert. Aber wie passt das zusammen mit der vollen Unterschrift unter dem polemischen Werbespots Rober Misiks, der nichts als die Denunzierung und Diffamierung eben dieses Ansatzes ausdrückt?
naja, ich sollte mich nicht aufregen und gehe später lieber wieder Bourdieu lesen
Jeder hat mal geistige Aussetzer – auch der SF :-). Ich fand Misik auch ziemlich peinlich.
Naja, in meinen Augen sind die beiden Beiträge nicht total widersprüchlich.
1. Die von dir zitierte Frage ist zunächst mal nur eine Frage und keine unumstößliche Forderung.
2. Die Frage kommt zudem erst ganz am Ende in den letzten Sekunden. Man kann den Großteil des Videos gut, richtig und nett aufbereitet finden, ohne die vom Vortragenden getroffenen Schlussfolgerungen in ihrer Gesamtheit zu teilen.
3. Man kann sich auch auf den Standpunkt stellen, im Idealfall habe der Vortragende schon recht mit seiner Forderung. Die Realität ist aber kein Idealfall. Die Abschaffung des Kapitalismus im Moment in so weiter Ferne, dass Forderungen in dieser Richtung besonders leicht konsequenzlos verhallen können. Und hier sind wir schon bei Misik, dessen Video darauf abzielt, _manchen_ Protagonisten die Absicht zu unterstellen, den eben genannten Aspekt für ihre eigenen Interessen auszunutzen. Damit hat er aber IMO eher nicht Leute wie den Autor des oben verlinkten Videos gemeint.
!
Vielen Dank für diesen interessanten Artikel. Übrigens würde ich das Geschwaller von den “LÖSUNGSVORSCHLÄGE”-Typen einfach ignorieren – es lohnt nicht, sich auf Diskussionen mit diesen Leuten einzulassen.
Das beste, was ich hier seit langem gelesen habe.
Ich bezweifle, daß der Kapitalismus ernsthafte Reformbestrebungen jenseits von Fingerübungen im Feuilleton und Potemkinscher Legislatur zulassen wird. Schließlich legen die Lehren aus der gegenwärtig aufwendig virtualisierten Krise einen Systemwechsel nahe. Da wird der alte Wechselbalg noch eher seine faschistische Inkarnation annehmen und die kritische Debatte in Mord und Totschlag ersticken.
Was haltet Ihr eigentlich vom Bandbreitenmodell?
Inzwischen fällt ja nun jedem Laien auf, dass unsere aktuelles Wirtschaftssystem nicht nur einen Haken hat…
Dieses Modell möchte nicht nur Schönheitskorrekturen vornehmen sondern es zeigt endlich mal eine erfrischende Alternative.
Ich bin kein Wirtschaftsexperte jedoch würden mich die Meinungen der Spiegelfechter-Communtiy (und natürlich auch von Dir lieber Jens) zu diesem Modell sehr interessieren.
Grüße
Habe ich mir kurz angeschaut
Es ist einfach nur naiv zu glauben, mit einem “schlauen” Steuersystem (plus Kleinkram) ließen sich alle Probleme der Marktwirtschaft lösen.
Die Idee ist nur kabaretttauglich.
PS
Auch Attac wollte – zumindest irgendwann am Anfang – alle probleme mit Tobin-Steuer (plus Kleinkram) lösen.
Darf ich fragen warum Du es naiv findest und welche Probleme sich dadurch nicht lösen liesen?
Hmmmmm … das ist schwierig.
…
Es ist so, als ob du von mir jetzt verlangen wüdest, dass ich dir Beweise, dass man mit dem Fahrrad nicht fliegen kann. Oder dass ich dir beweise, dass sich mit dem Vitamin C nicht alle Krankheiten verhindern lassen.
(Ein “Wissenschaftler” hat tatsächlich behauptet, mit Vitamin C, nach seiner Dosierung – natürlich -, würde man alle Krankheiten beseitigen.)
na ja, wenn es einem reicht, sich solchen Glaubenssätzen zu unterwerfen ….
“An dieser Stelle wirkt also ein weiteres marktwirtschaftliches Prinzip (aufgrund dessen übrigens der Sozialismus/Kommunismus nie funktionieren kann): Jeder (Unternehmer und Arbeitnehmer) sucht seinen persönlichen Vorteil. Dies liegt nicht nur in der menschlichen Natur – es ist auch der Motor jedes funktionierenden Wirtschaftssystems. Ohne Motivation geht nichts.
Im Bandbreitenmodell sind die Unternehmer motiviert, weil sie eine enorm steigende Kaufkraft in bare Münze umsetzen können – steuerfrei. Und die Arbeitnehmer sind motiviert, weil sie in einer entspannteren Arbeitswelt sehr viel mehr Nettogehalt verdienen können.”
das hat mir persönlich schon gereicht und mir jedes Interesse an einer weiteren Auseinandersetzung ausgetrieben.
in aller Demut erlaube ich mir jemandem, der sich eine Welt ohne Kapitalismus gar nicht vorzustellen vermag und dennoch an seinen real existierenden Widersprüchen zweifelt und sich fragt, ob er sich nicht auf eine Art organisieren läßt, die zum doch eigentlich gesunden und selbstverständlichen Ziel, wie es in der Fragestellung am Beginn der Animation formuliert wird,zumindest nicht diametral entgegengesetzt steht, sich mit der MMT (Modern Monetary Theory) auseinenderzusetzen.
Ich habe hier schon mal zum Blog vom australischen Wirtschaftsprofessor Bill Mitchell verlinkt, auf dem sich hier unter der Kategorie Debriefing sehr gute und allgemeinverständliche Beiträge zur Einführung in die MMT finden lassen
http://bilbo.economicoutlook.net/blog/?page_id=1667
Das ist ganz schön viel Information auf der Mitchell-Seite. Kannst du einem interessierten, aber zeitarmen VWL-Laien evtl. ‘nen Link zur Erlangung eines groben Überblicks spendieren? Das würde beim Feuer fangen sicher ungemein helfen…
Auf Mitchells billy blog ist sicher die Serie “Deficit spending 101″ der beste Einstieg: #1, #2, #3
Anschaulicher geschrieben ist “7 Deadly Innocent Frauds” von Warren Mosler, hier ist ein Draft (PDF).
Ich habe versucht, aus meiner ebenfalls Laienperspektive diese Dinge zu verarbeiten, vielleicht hilft’s ja auch weiter: #1, #2, #3
Da du nach Problemen mit dem Modell fragst:
1) Ein ganz offensichtliches Problem ist die Radikalität in dem Sinn, dass es einfach alles auf einmal umzuwerfen wollen scheint – insbesondere wenn das Modell mit Argumenten wie “die Steuergesetze umfassen dann auf einmal nur noch 3 Seiten” angepriesen wird.
1a) Radikale Umstellungen sind grundsätzlich immer problematisch, und es sollte ein plausibler Übergangsweg erklärt werden, der einzelne Schritte hin zum propagierten Ideal enthält.
1b) Diese Modell erfordert eine ganze Menge Fine-Tuning. Wie hoch sollen die Steuern denn sein, was sind die angesetzten Grenzen, bei denen sich die Steuerstufen ändern, etc. Das sind verdammt viele Variablen, deren falsche Justierung als Ausrede genutzt werden kann, wenn das System nicht funktionieren sollte, bzw. bei denen die Gefahr besteht, dass eine falsche Justierung die Idee zum scheitern verurteilt (angenommen, sie ist an sich funktionsfähig). Das ist ein ziemliches Problem, da die richtige Justierung sicherlich einige Erfahrung mit dem Modell in der Praxis erfordert, gleichzeitig das Modell aber alles andere herauswirft. Da ist Chaos vorprogrammiert.
2) Ich habe nicht ausführlich darüber nachgedacht, aber es wirkt so, als würde dieses Modell de facto eine obere Schranke an die Produktivität von Unternehmen propagieren. Produktivität ist ja im Grunde einfach Output pro Arbeitsstunde, und wenn das Modell dafür belohnt, unproduktive Arbeitskräfte einzustellen bedeutet das, die Produktivität wird gedrückt.
Man kann natürlich eine lange Debatte darüber führen, ob Produktivität überhaupt gewünscht ist, aber so a priori würde ich erstmal sagen, Produktivität ist gut, und es wäre sinnvoller, Arbeitslosigkeit zu bekämpfen indem man neue Leistungen in der Volkswirtschaft umsetzt – und so unser aller Lebensstandard verbessert – anstatt nur die bereits existierenden Leistungen mit mehr Arbeitskraft zu erbringen.
In dieser Hinsicht lege ich dir nahe, salvo’s Link zu billy blog zu folgen – dort wirst du Anregungen in diesem anderen, positiveren Sinne finden.
Ich frage deshalb weil ich im Netz noch keine konkreten Argumente gegen das Modell finden konnte. Dass man mit einem Fahrrad nicht fliegen kann ist mir durchaus bewusst. Jedoch finde ich keine Erklärung bzw Argumente gegen dieses Modell… :)
Grüße
Und es gibt also, im Gegensatz zu den Naturwissenschaften für die Lösung der Probleme der Marktwirtschaft irgendwo bereits diese “Theorie für Alles”?
@Spiegelfechter
Vielleicht sollte man erwähnen, dass Harvey einer der prominentesten Vertreter der Marxistischen Theorie ist? Also einer der Radikalen, die Misik am liebsten ledig und ohne regelmäßigen GV sehen würde. Nur so wird verständlich, dass das Posten dieses Videos ein Friedensangebot für die ist, die sich von Misik-Video auf den Schlipps getreten fühlen ;-p
Übrigens würde mich Deine Meinung zu Zizeks RSA Animate – First as Tragedy, Then as Farce interessieren. Wie wärs mit einem Artikel zur Charity-Kultur?
Ah, wat. Misik meint mit seinem herrlichen Erguß doch keine seriösen Ökonomen, sondern die Maulhelden ;-)
Ahh OK. Danke für die Erklärung ;-)
Slavoj Žižek
AUF VERLORENEN POSTEN
Der Philosoph Slavoj Žižek analysiert in seinem Buch “Auf verlorenem Posten” den Umgang mit der Krise der Märkte. Eliten in Politik und Wirtschaft folgen der Religion des Marktes …
sehr gut >>>
SF: Wenn du willst, ein Video zu deinem Thema machen