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    geschrieben am 09. März 2009 von Spiegelfechter

    Eine der Aufgaben des Forschungsrats der DDR war es, die Nationalökonomie mit der herrschenden Ideologie zu verbinden. Über den Hebel der Zuteilung staatlicher Mittel wurden Nationalökonomen gefördert, deren Lehre in das ideologische Weltbild passte. Im wiedervereinigten Deutschland gibt es die Leibniz-Gemeinschaft, die dem Staat Empfehlungen gibt, welche wissenschaftlichen Institute förderungswürdig sind. Auf dem volkswirtschaftlichen Sektor sind das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), das ifo-Institut für Wirtschaftsforschung (ifo), das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und das Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) im Rahmen der Leibniz-Gemeinschaft organisiert. Dadurch kommen diese Institute in den Vorzug, staatliche Fördergelder zu bekommen ? im Jahre 2006 flossen so insgesamt 1,1 Mrd. Euro in die Leibniz-Institute. Betrachtet man die Lehre der vier steuerlich geförderten Wirtschaftsinstitute, so mag dies überraschen, zeichnen sich diese doch vor allem durch eine einseitige ideologische Ausrichtung in Richtung ?Neoliberalismus? aus. Inhaltliche Differenzen zu Instituten, die, wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW), direkt von der Wirtschaft finanziert werden, sind ? wenn überhaupt ? marginal. Dies ist nicht unproblematisch, da diese Institute als Think-Tanks fungieren und Politik und Öffentlichkeit ideologisch beeinflussen.

    Geht es nach der Leibniz-Gesellschaft, so soll zukünftig das ifo-Institut ? unter der Leitung des berühmt-berüchtigten Hans-Werner Sinn ? nun die höchsten Weihen erhalten und über die Evaluierung als ?Forschungseinrichtung? in den Genuss von noch mehr Steuergeldern kommen. Die BILD jubiliert und fabuliert ?das macht Sinn? und der vorgebildete Betrachter stutzt über solchen Unsinn. In der Eloge der Wissenschaftsideologen heißt es wörtlich: ?Die Politikberatung des ifo kann als hervorragend bewertet werden. Es gelingt dem Institut außerordentlich erfolgreich, international wettbewerbsfähige Forschung mit qualitativ hochwertiger, empirisch fundierter Politikberatung zu verbinden.? Da staunt der Laie und der Fachmann reibt sich verwundert die Augen. Herr Professor Sinn, der Basar-Ökonom, der noch im September letzten Jahres eine Rezession für abwegig hielt und dessen Marktfundamentalismus ihn blind für die Finanz- und Weltwirtschaftskrise machte, soll die Politik hervorragend beraten haben? Das ifo, aus dessen Lautsprechern nie vor der Krise, die momentan die Steuergelder ganzer Generationen auffrisst, gewarnt wurde, soll hochwertig und empirisch fundiert agiert haben? Ein Ökonom, dessen Lehre nicht nur von versierten Ökonomen, sondern sogar von Kollegen, die auf der gleichen ideologischen Welle schwimmen, bestenfalls belächelt wird, soll die höchsten wissenschaftlichen Weihen bekommen? Das klingt nicht nur absurd, es ist absurd.

    Im Mittelalter tingelten Scharlatane von Fürstenhof zu Fürstenhof, sagten die Zukunft aus Tierinnereien voraus und versprachen, aus Blei Gold zu machen. Heute tingeln diese Scharlatane durch Talk-Shows, schreiben Bücher fürs breite Publikum und stellen Konjunkturprognosen vor, deren Aussagekraft sogar hinter dem Wetterbericht zurückbleibt. Erst als die dunklen Wolken der Finanzkrise über den Atlantik zogen, sagten die Pop-Ökonomen schlechtes Wirtschaftswetter voraus ? vorher war noch alles Friede, Freude, Eierkuchen. Hans-Werner Sinn, der zu Zeiten der Hypo Real Estate-Abspaltung im Vorstand der HypoVereinsbank saß, gehörte jedenfalls nie zu jenen, die das Schattenbankensystem kritisierten oder dessen Gefahr für die Realwirtschaft anmahnten. Noch im Oktober letzten Jahres sah Sinn eine ?Massenhysterie, an der die Medien nicht unschuldig sind? als Hauptproblem der Finanz- und Wirtschaftskrise. Sinns einziges Interesse schien jahrelang eher in einer Senkung des Lohnniveaus in Deutschland zu bestehen. Um dies ?wissenschaftlich? zu flankieren, hangelte sich Sinn von einer unsinnigen These zur nächsten. Als ?geistiger Brandstifter? gab er Rot-Grün den pseudowissenschaftlichen Hintergrund für die Agenda 2010. Im Jahre 2004 fragte er ?Ist Deutschland noch zu retten?? und gab der ?Reformdiskussion? immer neue Themen. Zu dieser Zeit war er der meistzitierte ?Ökonom? in den deutschen Medien und teilte sich regelmäßig mit Sigmar Gabriel die Gästecouch bei den Christiansens und Illners der Nation. Wohl kein anderer Ideologe hat sich im Kampf um den Neoliberalismus ?verdienstvoller? eingesetzt als Professor Sinn. So langsam kommt allerdings auch in der deutschen Ökonomie die Botschaft an, dass der Neoliberalismus á la Sinn versagt hat ? bis zur Leibniz-Gemeinschaft scheint sich dies allerdings noch nicht herumgesprochen zu haben.

    Spätestens mit seiner These, Deutschland sei eine ?Basar-Ökonomie?, verlor Sinn auch wissenschaftlich sein Ansehen. Für Sinn liegt das Hauptproblem Deutschlands darin, dass es sich zu einer Drehscheibe für internationale Produkte entwickelt und selbst keinen Anteil mehr an der Wertschöpfung hat ? Schuld, so Sinn, seien natürlich die zu hohen Löhne, die international nicht konkurrenzfähig seien. Für ein Land, das weltweit Jahr für Jahr den höchsten Leistungsbilanz-Überschuss einfährt, klingt Sinns Unsinn abstrus. Sinn sinniert in seiner These der ?Basar-Ökonomie? ferner, dass der Kapitalexport aus Deutschland in Wirklichkeit eine Kapitalflucht sei, die natürlich nur deshalb stattfände, weil hier die Löhne zu hoch seien und sich daher keine Investitionsmöglichkeit böten. Den Vogel schießt Professor Unsinn ab, wenn er versucht, den Leistungsüberschuss zu erklären ? laut Sinn ist dieser Überschuss nämlich vor allem in einer künstlich niedrig gehaltenen Inflation begründet, die zwangsläufig Folge einer Kapitalflucht sei. Wie Sinn die ?zu hohen Löhne?, die er als Kern allen Übels ausgemacht hat, mit einer zu ?niedrigen Inflation? in Einklang bringen will, bleibt Sinns Geheimnis ? Ökonomie ist etwas anderes.

    Sinns Thesen von einer ?Basar-Ökonomie? werden daher auch über alle ideologischen Grenzen hinweg kritisiert und galten bereits zuvor als eindeutig widerlegt. Heiner Flassbeck, der UN-Chefökonom bei der Welthandels- und Entwicklungskonferenz, findet besonders deutliche Worte:

    Die Schlussfolgerung ist einfach: Wer zu hohe Löhne hat und zu viel ausgibt, macht alles falsch, wer niedrige Löhne hat und wenig ausgibt aber auch. Zu sagen, in dieser Argumentation stünde die Welt Kopf, wäre zu viel des Lobes. Da spürt man die Absicht und ist tief verstimmt. Da wird in einem Fach, das gerne eine Wissenschaft sein möchte, jeden Tag eine neue Sau mit dem immer gleichen Ziel durch?s Dorf getrieben, nämlich Wirtschaft und Gesellschaft schlecht zu machen, um am Ende alles zu zerschlagen, was Deutschland einst erfolgreich gemacht hat.
    Heiner Flassbeck – Basar-Ökonomie oder Basar-Ökonomen?

    Einen verstörenden Einblick in Sinns Gedankenwelt bot sein unsäglicher Vergleich zwischen der Kritik an Bankern und der Judenverfolgung. Ein solcher Vergleich lässt nur zwei Schlüsse zu ? entweder sieht Sinn in den Juden Täter – und keine Opfer -, oder er weist die Verantwortung des Bankensystems an der Finanzkrise kategorisch zurück und sieht in den Bankern nun unschuldig verfolgte Opfer. In beiden Fällen ist der Vergleich abstrus und stellt eine Verhöhnung der Opfer des Holocausts dar. In Deutschland sind Personen des öffentlichen Lebens schon wegen wesentlich weniger zurückgetreten.

    Hans-Werner Sinn ist kein Chef-Ökonom, sondern ein Chef-Ideologe. Seine Ideologie ist die angebotsorientierte Wirtschaftspolitik, vulgo ?Neoliberalismus?, und sein Allheilmittel ist die Reduzierung des Sozialstaates und die Senkung der Löhne. Für Sinn ist eine Volkswirtschaft erstrebenswert, die wettbewerbsfähig ist, aber deren Bürger von ihren Löhnen kaum leben können. Somit fühlt sich Sinn nicht etwa dem Allgemeinwohl verpflichtet. Er predigt stattdessen mantraartig die Steigerung bestimmter Kennzahlen und setzt sein Institut dafür ein, diese ideologische Ausrichtung zu untermauern. Wissenschaftlich befindet er sich allerdings weit entfernt von Gut und Böse. Er versucht die Probleme des 21. Jahrhunderts mit Antworten des 19. Jahrhunderts zu lösen. Wären er und seine Forschung privat finanziert, so wäre dies nur ein Ärgernis unter vielen. Der Steuerzahler finanziert Herrn Professor Sinn allerdings direkt ? und wenn es nach der Leibniz-Gemeinschaft geht, kann sich Hans-Werner Sinn nun sogar auf weitere Steuergelder freuen, mit denen er seine Ideologie verbreiten kann. Der Forschungsrat der DDR wurde am 3. Oktober 1990 aufgelöst ? die ideologische Verbohrtheit spielte eine entscheidende Rolle am Zusammenbruch der DDR.

    Jens Berger

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    134 Kommentare:

    1. misterL schrieb am 9. März 2009 at 17:44 - Permalink

      Interessante Zusammenfassung. Bleibt die Frage warum das ausgerechnet jetzt, wo sich der Wahn und die Gier des Neoliberalismus so elendig selbst an die Wand gefahren hat?

    2. superguppi schrieb am 9. März 2009 at 17:50 - Permalink

      Ich dachte eigentlich, dass für die Evaluation der Wissenschaftsrat zuständig ist.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaftsrat

      Die Gemeinschaft [Leibniz-Gesellschaft] ist keine Trägerorganisation der Institute, sondern ein freiwillig gegründeter Verein, um gemeinsam in der Öffentlichkeit mit Nachdruck agieren zu können.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Leibniz-Gemeinschaft

    3. misterL schrieb am 9. März 2009 at 17:57 - Permalink

      @superguppi

      Einen Schritt weiter gibt es einen Verweis auf den WR. Dort findest Du dann in einer blauen Box die Träger angelistet.

    4. Franko schrieb am 9. März 2009 at 18:05 - Permalink

      Sicher kann sich Hans-Werner Sinn auf weitere Steuergelder freuen. Es haben einfach sehr viele einflussreiche Leute Interesse an dessen kruden Thesen, denn der Neoliberalismus ist noch längst nicht am Ende.
      So versorgt auch die aktuelle Politik Banken und Konzerne weiterhin mit frischen Steuergeldmilliarden, damit das Pokern an den internationalen Börsen weitergehen kann, statt die Binnennachfrage mittels höherer Löhne zu fördern.
      Eine Abkehr vom Neoliberalismus ist jedenfalls nicht in Sicht, solange nicht nur Prof. Sinn seinen Unsinn steuergeldfinanziert weiter verbreiten kann, sondern auch Politiker und Parteien von CDU/SPD/FDP/Grüne und ihre Wähler, weiterhin solchen turbokapitalistischen Wahnvorstellungen anhängen. Der derzeitige Erfolg der FDP, an den sich ja lt. Trittin auch die Grünen heranhängen wollen, beruht jedenfalls auf einem deutlichen “Weiter so!” hinsichtlich neoliberaler Politik.

    5. Ringo schrieb am 9. März 2009 at 18:22 - Permalink

      Geschätzter Spiegelfechter,

      könntest Du erläutern, was für Dich Neoliberalismus bedeutet? Oder hast Du es vielleicht schon irgendwo getan? Danke!

    6. timmi schrieb am 9. März 2009 at 18:38 - Permalink

      Lieber SF!

      Normalerweise lese ich Deinen Blog sehr gerne. Ich finde super, dass Du sehr fundiert und kontrovers an viele Themen herangehst, aber das finde ich bei diesem Artikel irgendwie nicht. Du stellst über viele Absätze die Meinung von Herrn Sinn dar, ohne eine Quelle zu nennen. Das ist nicht Deine übliche Gangart! Warum?
      Woraus leitest Du schwindendes Ansehen in der internationalen Wirtschaftswissenschaft gegenüber Herrn Sinn ab? Hoffentlich nicht allein aus der Aussage von Flassbeck, der ebenfalls der Ökonomie “des 19. Jahrhunderts” folgt, die Du Sinn ankreidest.
      Das “Nachtreten” mit dem Judenvergleich finde ich auch nicht gut. Er hat nämlich nicht den Holocaust ins Verhältnis zu der Kritik am Bankensektor gesetzt, sondern, dass es im hysterischen Suchen nach Sündenböcken auch in der Vergangenheit so war, dass man den Fehler lieber bei Menschen oder Personengruppen gesucht hat, anstatt Fehler im System wahrhaben zu wollen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Dir der Unterschied nicht klar ist, warum stellst Du es dann so dar? Wo er die Fehler sieht sagt er sogar noch im selben Abschnitt.
      Darüber hinaus hatte ich nicht den Eindruck, dass die zu hohen Löhne das Mantra von Sinn sind, sondern der “Laschheitswettbewerb” und seine Anekdote über den französischen Mitarbeiter der Börsenaufsicht. Irgendwie habe ich auch noch eine Aussage von Sinn im Ohr, dass er sämtliche Prognosen für die konjunkturelle Entwicklung am liebsten Aussetzen würde, da diese einer so großen Unsicherheit unterlägen, dass (eigentlich eine witzige Parallele, dass ihr das beide so seht) nicht einmal dem Wetterbericht das Wasser reichen könnten. Es bestehe eher die Gefahr, dass die Leute sich am unteren Rand (Prognosen werden meist in Konfidenzintervallen gegeben) orientieren und somit self-fulfilling Prophecies eintreten könnten, die die Krise weiter verschlimmert. Die Aussage kam glaube ich bei einer Diskussionsrunde an der LMU zum Thema Finanzkrise.

      Nur damit wir uns nicht falsch verstehen. Ich bin keinesfalls Sinnianer, finde aber sehr positiv, dass er derzeit der einzige ist, der sich an die Öffentlichkeit wagt und Stellung bezieht. Dies tut er sachlich und seine Aussagen sind oft nicht so einfach von der Hand zu weisen. Daher stört es mich, dass so selten ebenso sachlich und argumentativ eine Alternative zu seinen Standpunkten aufgezeigt wird. Meist ist es Polemik, die ihm entgegenschlägt. Das bringt uns aber in der Diskussion einfach nicht weiter.

    7. Florian schrieb am 9. März 2009 at 19:09 - Permalink

      Das Ignorieren der Fehlprognosen zur Wirtschaftskriese kann man der Leibniz Gemeinschaft nicht vorwerfen, dafuer hætte die Krise frueher kommen muessen.

      Diese Evaluationsprozesse brauchen Zeit. Der zum ifo begann schon Mitte 2006. Bis Mitte 2008 hat das Institut dann ein Arbeitsprogramm vorgelegt, das dann bewertet wurde.
      Neuere “Erkenntnisse” haben auf die Empfehlungen keinen Einfluss mehr.

      Auch darf sich das institut nicht auf neue Steuergelder freuen, da lediglich der Anteil der Lænder an der Finanzierung anders verteilt wird, siehe hier.

      Das nur unabhængig von der Einschætzung, wie zuferlæssig oder hochklassig sich das Institut (das ja mehr als one-man show wahrgenommen wird) gezeigt hat.

    8. Spiegelfechter schrieb am 9. März 2009 at 19:11 - Permalink

      @timmi

      Du stellst über viele Absätze die Meinung von Herrn Sinn dar, ohne eine Quelle zu nennen. Das ist nicht Deine übliche Gangart! Warum?

      Sinns Meinung kann ohne Probleme überall nachgelesen werden – v.a. in seinen Büchern.

      Woraus leitest Du schwindendes Ansehen in der internationalen Wirtschaftswissenschaft gegenüber Herrn Sinn ab?

      International war Sinn nie angesehen. National hat er mit seiner “Basarökonomie” nirgends Anhänger gefunden – das ist schwindendes Ansehen.

      Hoffentlich nicht allein aus der Aussage von Flassbeck, der ebenfalls der Ökonomie ?des 19. Jahrhunderts? folgt, die Du Sinn ankreidest.

      Selbst wenn man Flassbeck nicht mag, so kann man ihn boshaft höchstens als ollen Keynesianer bezeichnen und so alt ist Keynes nun auch wieder nicht ;-)

      Das ?Nachtreten? mit dem Judenvergleich finde ich auch nicht gut. Er hat nämlich nicht den Holocaust ins Verhältnis zu der Kritik am Bankensektor gesetzt, sondern, dass es im hysterischen Suchen nach Sündenböcken auch in der Vergangenheit so war, dass man den Fehler lieber bei Menschen oder Personengruppen gesucht hat, anstatt Fehler im System wahrhaben zu wollen.

      Das macht die Sache auch nicht besser – auch das ist geschmacklos. Wenn man Sinn nicht für komplett dumm hält, so sollte man ihm auch unterstellen, dass er die Bedeutung seiner Worte durchaus kennt.

      Irgendwie habe ich auch noch eine Aussage von Sinn im Ohr, dass er sämtliche Prognosen für die konjunkturelle Entwicklung am liebsten Aussetzen würde, da diese einer so großen Unsicherheit unterlägen, dass (eigentlich eine witzige Parallele, dass ihr das beide so seht) nicht einmal dem Wetterbericht das Wasser reichen könnten.

      Dann soll er das machen – damit würden ihm aber gute “Gelder” entgehen ;-)

      Es bestehe eher die Gefahr, dass die Leute sich am unteren Rand (Prognosen werden meist in Konfidenzintervallen gegeben) orientieren und somit self-fulfilling Prophecies eintreten könnten, die die Krise weiter verschlimmert. Die Aussage kam glaube ich bei einer Diskussionsrunde an der LMU zum Thema Finanzkrise.

      Das ist ja auch völlig richtig, legt aber den Finger wieder einmal auf den falschen Nerv. Sinn macht sich die Welt, widdewidde, wie sie ihm gefällt. Mal ist “nur” die Weltkonjunktur dafür verantwortlich, dass es bergab geht, dann ist aber auch mal wieder die Agenda 2010 dafür verantwortlich, dass es bergauf geht und nicht die “Weltkonjunktur”.

      Meist ist es Polemik, die ihm entgegenschlägt. Das bringt uns aber in der Diskussion einfach nicht weiter.

      Mein Artikel ist polemisch – keine Frage. Aber Sinn schlägt “meist” etwas ganz anderes entgegen – Sachverstand ;-)

    9. Spiegelfechter schrieb am 9. März 2009 at 19:22 - Permalink

      @Ringo

      könntest Du erläutern, was für Dich Neoliberalismus bedeutet? Oder hast Du es vielleicht schon irgendwo getan? Danke!

      Jo mehrfach ;-)

      Für mich ist “NL” eigentlich eher eine Mischung aus dem alten Ludwig Erhard und einem Ordoliberalismus … prinzipiell nichts verkehrtes. Da “NL” aber in der Öffentlichkeit eine ganz andere Bedeutung bekommen hat, die wenig mit diesem “NL” zu tun hat, benutze ich das Wort auch in einem anderen Kontext und zwar als Mischung einer angebotsorientierten WP – die ja eher Neoklassik ist – und Marktfundamentalismus á la Hayek.

    10. Spiegelfechter schrieb am 9. März 2009 at 19:25 - Permalink

      @Florian

      Auch darf sich das institut nicht auf neue Steuergelder freuen, da lediglich der Anteil der Lænder an der Finanzierung anders verteilt wird, siehe hier.

      In der Praxis ist damit allerdings auch eine höhere Finanzierung verbunden und nicht nur eine Umverteilung.

    11. Bernd Vetterlein schrieb am 9. März 2009 at 19:29 - Permalink

      KLASSE BEITRAG !

      Man muß erstmal so einen Blog auf die Beine stellen – HUT AB.

      Jeder der etwas Grips im Kopf hat kann problemlos nachvollziehen um was für ein Subjekt es sich bei Herrn Sinn handelt – einen Schmarotzer den Keiner braucht außer die herrschende Klientel um der Volksverblödung einen wissenschaftlichen Touch zu verleihen.

      Was soll diese Kritik an Herrn Berger. Mit was für fadenscheinigen Argumenten werden wir denn ständig torpediert. Kauder, Söder, Profalla, Westerwelle & Co. scheren sich einen Teufel um Sachlichkeit – irgendwann hat man keine Lust mehr und nur noch Bock so einen Scheißkerl mal Scheißkerl zu nennen weil es Gott verdammt nochmal der Wahrheit entspricht.
      Der Jens hatte wahrscheinlich eine bessere Kinderstube als ich und dank seines Talents ist bei ihm aus dem “Scheißkerl” ein richtig guter Artikel geworden. Vielen Dank

    12. otti schrieb am 9. März 2009 at 19:36 - Permalink

      Wo Sinn draufsteht, ist noch lang kein Sinn drin (‘Volksmund’).

      Neoliberalismus: wenn nicht der Mensch, sondern der Markt (das System des Laissez-faire- Kapitalismus) im Mittelpunkt steht.

      Der Judenvergleich gehört sehr wohl in einen Artikel über Sinn, denn es zeigt sein (un-)menschliches Selbstverständnis mehr als deutlich. Mit Sinns Floskel vom “Laschheitswettbewerb” wird doch nur die Verantwortung für die Krise des Kapitalismus dem unpersönlichen ‘System’ zugeschoben, ohne konkret Verantwortliche zu nennen.
      Wer ist dafür verantwortlich, dass Banken Risiken in Zweckgesllschaften auslagern konnten?
      Wer hat was von der Riester-Rente? Der Kunde, die Versicherung oder Riester selbst?
      Über Banken einen Schutzschirm aufzuspannen ist für Sinn in Ordnung, die sind nämlich alle systemisch. Aber bei Arbeitsplätzen (z.B. Opel) ähnlich zu agieren ist selbstverständlich systemwidrig.
      Welch perverse Logik!

      http://machopan.com/rauchzeichen/?p=804

    13. M schrieb am 9. März 2009 at 19:39 - Permalink

      Es ist einfach traurig. Nur traurig: In einer Abhandlung über einen der führenden Ökonomen Deutschlands und die ihn tragende Umgebung, kann die eingangs treffend gebrachte Erinnerung an die Planwirtschaft und die mittendrin zitierte Analogie zu Judenpogromen nicht mit Empörung zurückgewiesen werden.
      Das hat mit Polemik wenig zu tun…

    14. Christian schrieb am 9. März 2009 at 19:45 - Permalink

      Ich mag den Sinn, der ist so putzig. ;)

      “Konsum ist schädlich für das wirtschaftliche Wachstum und unnötig für die Konjunktur. Der derzeitige Boom der deutschen Wirtschaft ist der beste Beweis dafür, dass es für eine gute Konjunktur auf eine sofortige Erhöhung der Konsumgüternachfrage gar nicht ankommt.”

    15. Der Schachspieler schrieb am 9. März 2009 at 20:08 - Permalink

      Guter Beitrag.

      Wie kann es sein das ein Theologe mehr von Wirtschaft versteht als ein “Wirtschaftswissenschaftler” ?

      http://www.wissenschaft-und-frieden.de/seite.php?artikelID=1334

    16. Degnaphta schrieb am 9. März 2009 at 20:16 - Permalink

      Da es wenig bis gar nichts Gutes über Sinn, das Mietmaul, zu berichten gibt, kann ein Artikel über ihn wohl nur zum bashing geraten.
      Daß er als Mietmaul (als Autor eben Mietfeder) alles nur Denkbare für seine Klientel zu leisten bereit ist, mag ihm Charakterstärke und/oder Vertragstreue attestieren, aber als Teil der freien Lehre in Deutschland ist er eher ein verkommenes Subjekt.
      Seinen Judenvergleich nehme ich ihm aus dem einfachen Grunde übel, daß er ganz genau wußte, welchen Grenzgang er damit hinlegt – und welches Nebelkerzenpotential in einer solchen Äußerung steckt. Zu dieser Art von Kalkül ist er ebenso fähig wie zu hin und wieder eingestreuten Statements, die ihn als ernsthaften Wirtschaftswissenschaftler dastehen lassen.
      Im Gespräch mit Heil von der SPD (‘Unter den Linden’ phoenix) lies er einiges mit Hand und Fuß vom Stapel, wieso Opel eben nicht pauschal rettungswürdig sei.
      Doch die arbeitslos werdenden Opelaner werden wahrscheinlich später mal, wenn Sinn ‘seinen Niedriglohnsektor’ wieder als Allheilmittel preist, als selbst schuld, minderqualifiziert, faul und dumm dastehen, denn da ist leider das Abseits, in welches er geschätzt ein Drittel des Volkes verbannen möchte.

      Meine Lieblingsphantasie gegen Sinn und seine Horde (Rürup, Raffelhöschen, Nutten-Peter, Hüther und wie sie alle heißen) beinhaltet die Deportation der Genannten nach Afghanistan oder in den Gaza-Streifen zur Wiederaufbauhilfe. Halber hartz-Satz und ne WG für diese Stützen der Menschheit. Sollen sie da ihre Versicherungen verkaufen oder dumping-Lohn als staatstragendes Konzept propagieren. Der meineidige Schröder und die ganze vergurkte SPD-Netzwerkertruppe sowie die menschenverachtenden ‘Realos’ unter den Grünen können man gleich mit.

    17. Die Erklärung schrieb am 9. März 2009 at 20:24 - Permalink

      Ist es sinn-voll im Jahr 2009 bei einem Bundeshaushalt von 290 Mrd. und einem Posten von 124 Mrd. für den Bereich Arbeit und Soziales von einem unsozialen System zu reden? Wir können gern auch weiterhin Arbeitslosigkeit finanzieren. Ich würde diese Gelder lieber in Infrastruktur, Bildung, Forschung, Gesundheitswesen… sehen. Schlimmes Land, das beinah die Hälfte seiner Einnahmen in Soziales steckt. Wenn ich Sinn verstehe, würde der das Geld auch lieber für anderes nehmen.

    18. Stephan schrieb am 9. März 2009 at 20:46 - Permalink

      Wobei er seine Fahne jetzt aber auch schön in den Wind gedreht hat. Von wegen Binnenkonjunktur und so: http://www.project-syndicate.org/commentary/sinn24/German

    19. Karl Heinrich schrieb am 9. März 2009 at 21:16 - Permalink

      @SF

      Ein Ökonom, dessen Lehre nicht nur von versierten Ökonomen sondern sogar von Kollegen, die auf der gleichen ideologischen Welle schwimmen, bestenfalls belächelt wird

      Das ist wirklich nicht haltbar. Im anerkanntesten Ranking der deutschen Ökonomen steht er auf Platz 9. Und im IDEAS-Ranking stehen nur drei, vier Deutsche vor ihm (er selber ist im Februar auf 326).

      Auf wissenschaftlichem Feld ist er immer deutlich oberhalb der Leute etwa im Sachverständigenrat gewesen. Über die politische Beratung lässt sich ewig streiten.

    20. oldgod schrieb am 9. März 2009 at 21:28 - Permalink

      Was soll’s… Es sind die letzten Monate, oder vielleicht ein paar Jährchen, dann ist es sowieso vorbei mit der uns bekannten Weltordnung. Sinn hin, Sinn her. Die Zeit zeigt uns, dass die grösste Masse der Menschheit für Schlachtvieh gehalten wird. Das (un)bequeme daran ist: die Masse vertraut auf den Schäfer. Die Welt wird eine bittere Pille verabreicht bekommen müssen, und das freiwillig. Genauso wie mit 911 werden die Menschen es akzeptieren und dabei sogar noch bei”fallen”. Es wäre eine Hoffnung da gewesen, dass das kranke System (wie die meisten “Verschwörungstheoretiker” dies meinen (das Wort “Verschwörungstheorie” in Wikipedia nachschlagen, einfach zum Gedärmerauslachen!)) wirklich in sich kollabieren würde. Nun ist es nicht so. Mehrere Generationen sind “verarscht” und per Tittitainment zombiert worden. Glaubt denn einer, dass die Menschen, welche die Eigentümer der Banknotenpresse (Hartwährung Dollar) sind und somit die ganze Welt unterjochen konnten, so dumm sind und dem ganzen Geschehen einen freien Laufpass vergeben haben? Es wird eine Pille geben (nicht Amero oder anderer Kleinkram) und sogar die Skeptiker werden davon überzeugt werden. Alles andere bleibt bei zensierten Foren und Meinungsaustauschseiten. Wenn die Chinesen eine “Great-Firewall” installieren konnten, dann müssten es die “Think-Tanks” schon längst in den Ärmeln haben. Eine schöne Welt.

    21. Daniel B. schrieb am 9. März 2009 at 21:40 - Permalink

      @ Die Erklärung: Schlicht quatsch. Sinn will keine andere Verwendung staatlicher Einnahmen, sondern einen möglichst billigen “Faktor Arbeit”. Dass bedeutet keine sinnvollere Verwendung staatlicher Einnahmen, sondern deren Reduktion (und die des Anteils der Arbeitnehmer an den volkswirtschaftlichen Eträgen) zugunsten von Profiten und Renditen. Dass dies zur Folge hat, dass selbst ein Gut teil der arbeitenden Bevölkerung nur noch schwer über die Runden kommt und der Teil, der gar keinen Job mehr kriegt (was man vielleicht beheben kann, indem man Arbeit so verbilligt, dass es sich lohnt, Nägel gerade kloppen zu lassen – und nebenher der Druck auf Löhne weiter kräftig steigt..) einem Sozialterrorregime und i.d. Folge verstärkter sozialer Stigmatisierung ausgesetzt wird, muss einen freilich nicht stören, wenn man der Ansicht ist, von allein “durch den Markt ermittelten Löhnen” sei in der Summe das größere Gut zu erwarten. Auch wenn das freilich nach einem in einer so wohl habenden Gesellschaft wie der unseren besonders verdächtig stinkendem Utilitarismus schmeckt und zudem souverän die innige Verflechtung von Politik und Ökonomie ignoriert. Ideologie at its worst eben.
      Und btw sind die 124 Milliarden sind ja nicht nur Arbeitslosengeld. Aber hört sich natürlich so besser an…

    22. Heiko schrieb am 9. März 2009 at 21:41 - Permalink

      Im Jahre 1989 und den folgenden gabe es auch schon Individuen die man Wendehälse nannte. Um den dahinterstehenden Faden der Macht zu verstehen sollte man vielleicht auch einen Blick auf Bertelsmann werfen. Entweder man gründet mit derem Budget einfach Wirtschaftsinstitute oder man netzwerkelt. Auf den ersten Blick sind die “unterschiedlichen” und natürlich “unabhängigen” Wirtschaftsinstitute Kinder ein und der selben kranken Kraft. Das machst sich bei der Wirkweise des menschlichen Gehirns auch wunderbar sind es doch Verlautbarungen angeblich unterschiedlicher Herkunft. Wenn alle das sagen muß doch einer Recht haben? ^^

      @Die Erklärung
      Bei aller Bescheidenheit, versuch doch mal über deinen Schatten zu springen. Einzigst Linken-Bashing und Wohlstandsgesülze der FDP auf einem Blog – da brauchste nicht extra drauf hinzuweisen, das hört man schon den ganzen Tag in der Goebbelsharfe.

    23. COPOKA schrieb am 9. März 2009 at 22:00 - Permalink

      @timmi, #6

      > …
      > Du stellst über viele Absätze die Meinung von Herrn Sinn dar,
      > ohne eine Quelle zu nennen.
      >
      Du kannst mal in Ruhe nachlesen, was für Unsinn der Mann in letzten Jahren verzapft hat: http://www.project-syndicate.org/contributor/416
      Egal was er gegenwärtig als negative Entwicklung oder Tendenz empfindet, die Schuldigen bleiben bei allen Gelegenheiten bereits ausgemacht: Gewerkschaften, zu hohe Löhne der Arbeitnehmer, zu hohe Steuersätze [für die Reichen], zu viel Sozialsaat, zu hohe HIV-Sätze und ähnl. mehr. Jüngst hat er wieder die s.g. Schwarzarbeiter und zu hohe HIV-Sätze als Ursache für die Krise, die er bis vor kurzem gar nicht wahr haben wollte, ausgemacht.

      Der man ist der Chefideologe jener Ideologie, die neulich gemeinhin – ob korrekt oder nicht – als neoliberale Ideologie bezeichnet wird. Korrekter wäre es zu sagen, dass er der Chefideologe des Geldadels und der Finanzhasardeure ist. Mit Wissenschaft hat seine Hurerei nichts aber gar nichts zu tun.

    24. mario schrieb am 9. März 2009 at 22:19 - Permalink

      Danke für den Artikel. Die leichte Polemik ist hier durchaus nicht fehl am Platze – und das wirkliche Problem, nämlich die Unausgewogenheit der Verteilung der Mittel, wurde ja angesprochen – egal was man von Herrn Sinn hält oder nicht. Wenn er eine Meinung von mehreren (geförderten) darstellen würde, wäre das alles noch “erträglich”..

    25. Systemfrager schrieb am 9. März 2009 at 22:27 - Permalink

      Ja – KLASSE! Es ist an der Zeit, dem Neoliberalismus die Maske herunterzureißen:

      Die Bezeichnung neoliberal täuscht. Sie erweckt den Eindruck, es würde sich um eine Weiterentwicklung der ürsprünglichen liberalen Theorie handeln. Davon kann keine Rede sein. Wir werden in den nächsten Beiträgen zeigen, dass der Neoliberalismus etwas völlig anderes ist. Er ist in theoretischer Hinsicht ein akademischer Müll, in politischer Hinsicht eine rechtsstaatlich organisierte Räuberei und in ethischer Hinsicht ein sozialer Genozid. Knapp gefasst: Der Neoliberalismus ist ein geistiger Kanibalismus. Als solcher ist er ein kompletter Verrat am ursprüglichen Liberalismus, der sich den humanistischen und aufklärerischen Idealen der europäischen Moderne verpflichtet sah.

      Mehr dazu:

      DER NEOLIBERALISMUS FÜR EILIGE
      ……………………………………………….
      http://www.forum-systemfrage.de/Aufbau/steuerung.php?tbch=ba&schp=neolib

    26. King Balance schrieb am 9. März 2009 at 22:31 - Permalink

      Telepolis: Es bedurfte eines gigantischen Idioten, um das zu vermasseln

      Früherer australischer Premierminister kritisiert die Rolle des jetzigen US-Finanzministers Geithner während der Asienkrise und die Folgen für die aktuelle Krise…

      Die Zeitung macht auch klar, dass es sich bei dem “gigantischen Idioten” nur um Geithner handeln könne, obwohl laut Keating auch der Managing Director des IWF, Michel Camdessus, in diese Kategorie falle. ( http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29878/1.html )

      Jetzt beginnt die Zeit wo wir uns entspannt zurücklehnen können um zu beobachten wie die Eliten sich gegenseitig die Köpfe abschlagen.

      Es müsse jetzt ?eine starke Botschaft an den Markt? geben. Wenn es hart auf hart kommt, müsse die Obama-Regierung auch den Bankrott von weiteren großer Banken in Kauf nehmen!!! Upps was für neue Töne “Schulden abbauen” statt die Banken mit immer neuen (Steuer) Milliarden am Leben zu erhalten.

      Schön langsam dämmert es den Herren da ObeN… Die Weltbank erwartet den stärksten Einbruch im Welthandel seit 80 Jahren, also seit dem Zusammenbruch der US-Börse 1929. Sie geht davon aus, daß die Entwicklungsländer am stärksten betroffen sein werden, weil ihnen die Reserven fehlen, um diese Rezession gut zu überstehen. Der Internationale Währungs-Fonds rät zu noch mehr Konjunkturprogrammen, also der unkontrollierten Geldausgabe durch unsere fünftklassigen Politiker. Die Zeit wo die Kohle gebraucht wird kommt aber erst noch.. und dann geht es richtig los. Die Wahl im September ist ihre größte Sorge, bis dahin gibt es April, Mai, Juni, Juli, August und September- CDU schützt vor Enteigung!! Bingo!!!!

      AT – Standard: BayernLB in der Zinsen-Zwickmühle

      Die Bayerische Landesbank (BayernLB) hat, um an Kapital zu kommen, Hybridanleihen emittiert – beim Schuldendienst hat sie aber Probleme. Ein österreichischer Finanzdienstleister, der rund 50 Millionen Euro gezeichnet hat (Zinssatz: rund fünf Prozent), berichtet, dass Kapital im Mai zwar fristgerecht zurückfließt, die rund 2,5 Mio. Euro an Zinsen von den Münchnern aber nicht bedient werden (was diese Konstruktion freilich erlaubt).

      Wenn eine Bank das macht, ist sie so gut wie erledigt!!!

    27. Momo schrieb am 9. März 2009 at 22:32 - Permalink

      Professor Sebastian Dullien befaßt sich in einem Aufsatz (Titel: “Wirtschaftspolitische Berichterstattung in Deutschland ? ein Fall von Marktversagen”) u.a. mit dem Sinn´schen Großlapsus, Export und Import verwechselt zu haben (Seiten 5-8):
      http://www.dullien.net/pdfs/Beitrag%20Kromphardt.pdf

    28. Matziberlin schrieb am 9. März 2009 at 22:42 - Permalink

      Wer hier und liest ist ein VT und wird am Arbeitsplatz und privat belächelt, weil andere Dinge wichtiger sind. Kommt der große Knall (CDU/SPD) Pleite schreien alle los wo ist mein Geld?

    29. fuchtig schrieb am 9. März 2009 at 23:02 - Permalink

      Als Wiederholung im Südwestfunk letzte Nacht habe ich seine Erläuterung gehört. Nämlich Hitler hätte die Juden für die Wirtschaftskrise verantwortlich gemacht und so würden jetzt andere verantwortlich gemacht. Allerdings wird auch angedeutet, heutzutage würden viele die Juden für die Wirtschaftskrise verantwortlich machen.

      Er hat auch schon mal gesagt, das Lohngefüge in Deutschland müsse ins Rutschen kommen.
      Auf dem Sender, der seinen Betrieb einstellte und die Tochter von Helmut Schmidt beschäftigte.

    30. fpk schrieb am 10. März 2009 at 06:20 - Permalink

      Was Du Sinn vorwirfst, die Krise nicht vorhergesag zu haben, kann man der ganzen Zunft vorwerfen. Und bei den wenigen, die frühzeitig gewarnt haben, muss man sich fragen, ob sie so viel mehr Durchblick hatten und haben als alle anderen, oder ob auf sie nicht eher das Phänomen der stehengebliebenen Uhr, die auch zweimal am Tag richtig geht, zutrifft.

      Ich denke die gesamte Wirtschaftswissenswchaft, egel welcher ideologischen Richtung – fallen eigentlich nur die “Neoliberalen” unter das Label Ideologen, oder gilt das auch für Keynsianer? und sonsige Nachfrageorientierte – sie sich zurechnen, sollte nach dieser Krise um einiges demütiger und vorsichtiger mit ihren Rezepten und Vorhersagen sein. Leider sieht man das sehr wenig.

      Diejenigen, die gestern keinen Plan hatten was heute passiert, erzählen uns heute was zu tun ist, damit morgen alles wieder gut wird. I am not convinced.

    31. fpk schrieb am 10. März 2009 at 06:56 - Permalink

      Und die Leibniz Gemeinschaft hat mit dem Forschungsrat ungefähr so viel gemein, wie der Bundestag mit der Volkskammer. Die Gleichestzung ist ne Verharmlosung der DDR-Diktatur.
      Und was in der DDR Ideologie bedeutete und was du als drezeit herrschende Ideologie betitelst sind zwei grundsätzlich verschiedene paar Stiefel. Wie gesagt Du verharmlost.

    32. Der Schachspieler schrieb am 10. März 2009 at 08:07 - Permalink

      Das komische an der ganzen Zunft der “Wirtschaftswissenschaftler” ist schon die Tatsache das sie seit Jahrzehnten kritisiert werden, und auf die Fehler ihres Systems hingewiesen werden, aber nun so tun als ob das ganze Theater der Finanzkrise eine Überraschung ist.

      Es soll mich bitte jemand korrigieren, falls ich falsch liege, aber spätestens seit den 68ern ist die moderne Wirtschaftsform einer starken und ständigen Kritik unterlegen.

      Die Kritik an der Ausführung und praktischen Umsetzung kommt nicht nur von den “Grünen” sondern auch von der Theologischen Seite.

      Nicht zu vergessen die Kommunisten und die Faschisten.

      Alle diese Gruppierungen und Ideologien kämpfen mehr oder weniger stark, seit Jahrzehnten gegen die Wirtschaftsform wie sie heute existiert.

      Jetzt wo der Crash da ist , was sagen die renommierten Experten ?

      Keiner konnte die Krise vorhersehen.

      Das ist doch alles Mumpitz.

      Nach Jahrzehnten ständiger Kritik tut man jetzt so als ob die Krisenpropheten “zufällig” Recht hatten.

      Solche Entwicklungen sind rein der als Allmächtig interpretierten Welt der Wissenschaft anzurechnen, die sich in ihrem jeweiligen Spezialgebiet nicht dreinreden lässt, und sämtliche Gegenargumente die eigentlich das Zusammenleben der Menschen regeln wollen, als inkompetent darstellt.

      Wohin führt so eine Spezialisierung ?

      Obama scheint auch auf diesen lächerlichen “Spezialisten” Wahnzug aufzuspringen.

      Jede politische Entscheidung soll von “Speziallisten” in ihrem Gebiet entschieden werden.

      Wirtschaftswissenschaftler sind Spezialisten in ihrem Fachgebiet und sehen eine Entwicklung wie die Finanz-Sozial-Öko Krise nicht mal ein halbes Jahr im voraus kommen.

      Solche Entwicklungen wurden von anderen Fachbereichen seit längerem prognostiziert.

      In dem speziellen Falle der Wirtschaftskrise hat sich die “Logik”, empirisch selber widerlegt.

      An Hand dem empirischen Praxisbeispiel des wahren Lebens und der Entwicklung der letzten Jahre, muss man der Wissenschaftswelt, speziell im Wirtschaftsbereich den “NegativNobelpreis” verleihen.

      Gerade in einer “Wissenschaftsrichtung” die sämtliche Bereiche des menschlichen Lebens beeinflusst, etablieren sich die grössten Versager.

      Nicht fähig Nachhaltiges denken umzusetzen, orientiert an Thesen irgendwelcher Vorgängeridioten verunstalten sie das Gesicht der Welt.

      In meinen Augen ist eine Sache ganz klar, wenn es der Familie schlecht geht, dann ist das Famillienoberhaupt dafür zuständig, und hat als solches die Ideologische und menschliche Verntwortung zu tragen.

      Es gibt kein einziges rationales Argument für das Versagen der Wissenschftswissenschaftler, ausser des “vorsätzlichen Betruges”.

      Einen Wissenschaftler vor Gericht zu bringen für die fatalen Folgen seines “empirisch” nachgewiesenen Fehlversuchs am lebendigen Objekt Mensch, wäre mal ein Anfang.

    33. Goldener Reiter schrieb am 10. März 2009 at 08:20 - Permalink

      @ 31,32 fpk

      Und was in der DDR Ideologie bedeutete und was du als drezeit herrschende Ideologie betitelst sind zwei grundsätzlich verschiedene paar Stiefel.

      Dann erlaeutere auch bitte mal, wo denn der qualitative Unterschied liegt. Fuer mich (und da bin ich sicher nicht allein) sieht es naemlich sehr danach aus, dass diese zwei paar Stiefel vom gleichen Modell sind!

      Was ist das ueberhaupt fuer eine Argumentation?
      Da die ganze Zunft (der betriebsblinden Idioten) sich geirrt hat, ist es schon in Ordnung, wenn auch der Oberlemming Quatsch verzapft…
      Astreines Group-thinking. Man kann auch sagen “Kollektivismus”. Damit scheint auch der Vergleich mit der DDR durchaus sinnvoll zu sein.*

      Und als “ideologisch” (im volkstuemlichen Sinn des Wortes) kann man zumindest saemtliche Wirtschafts-”wissenschaft” bezeichnen, die sich mit realen (!) Vorgaengen vornehmlich deduktiv beschaeftigt. Das kritiklose Uebertragen abstrakter Modelle, ohne auch nur ansatzweise das Zutreffen von zentralen Annahmen zu pruefen ist ja kennzeichnend fuer die vorherrschende VWL nach amerikanischer Praegung. Derartiges Vorgehen trifft man sicher nicht nur bei “Neoliberalen” (Neuklassikern, Neoklassikern, Monetaristen usw. usf.) an, aber das weltweite Marktversagen, das mit der aktuellen Wirtschaftskrise einhergeht, beruht ja nun wirklich nicht auf keynesianischer Ideologie. (Auch Marx ist ausnahmsweise mal unschuldig.)

      Und die Leibniz Gemeinschaft hat mit dem Forschungsrat ungefähr so viel gemein, wie der Bundestag mit der Volkskammer.

      Ist insofern richtig, als dass der Forschungsrat besser mit dem Wissenschaftsrat gleichzusetzen ist. Wobei der Bundestag sich aber mittlerweile asymptotisch der Volkskammer annaehert!

      @15 Der Schachspieler

      Wie kann es sein das ein Theologe mehr von Wirtschaft versteht als ein ?Wirtschaftswissenschaftler? ?

      Versteht mittlerweile nicht fast jeder “Fachfremde” mehr von der Wirtschaft, als der typische (massenproduzierte) VWL-Prof ;)

      ___
      *Bin ja ohnehin der Meinung, dass Nazi-Vergleiche out, und Ostblock-Methaphern der kommende Trend sind :)

    34. DJ Doena schrieb am 10. März 2009 at 08:48 - Permalink

      “Friede, Feuer, Eierkuchen”

      Absicht? Oder meintet ihr doch eher “Friede, Freude, Eierkuchen” (das u.a. auch das Motto der ersten Loveparade 1989 war)?

    35. misterL schrieb am 10. März 2009 at 09:27 - Permalink

      @fpk

      Und was in der DDR Ideologie bedeutete und was du als drezeit herrschende Ideologie betitelst sind zwei grundsätzlich verschiedene paar Stiefel. Wie gesagt Du verharmlost.

      Wo immer Ideolgien und Ideologen die Führung darstellen/den Mainstream bestimmen hat der Verstand Sendepause. Es ist dabei komplett unerheblich wie diese ihre Führung ausüben. Ob mit Gewalt oder mit Geld oder mit beidem.

      Dies (Verstand auf Sendepause) zu thematisieren ist grundsätzlich nie verharmlosend, sondern sinnvolle Notwendigkeit, die im Mainstream keine Marktplatz bekommt. Hätte es demokratischen gleichberechtigten Marktplatz zur Sinnschen & Freunde Marktradikalität gegeben, wie wären von einigen Auswüchsen dieser Ideologie/Ideologen verschont geblieben.

    36. name schrieb am 10. März 2009 at 09:38 - Permalink

      Die Volkskammer war in seiner qualitativen Zusammung von Arbeiterschaft und Intelligenz tatsächlich demokratischer als es der Bundestag jemals gewesen ist. Gleiches gilt für die Bezüge und Rentenversorgung der Abgeordneten der DDR. Die Zahlen und Bezüge dieser Abgeordneten dort haben wenigstens noch Volksnähe bewiesen.

      Eine politisch abgehobene Kaste, wie sie in der Bundesrepublik Deutschland existiert, die in parallelen Welten zu dem Rest der Bevölkerung lebt, gab es in dieser Form tatsächlich nicht.

      Die DDR war im übrigen der einzige von beiden Deutschen Staaten, bei dem die Bevölkerung tatsächlich über die Verfassung direkt abgestimmt hat. Die BRD hat nie ihre eigene Bevölkerung über das Grundgesetz abstimmen lassen. Nie.

      Was den Herrn Unsinn betrifft, hat Jens es auf den Punkt gebracht: dieser ist nicht mehr und nicht weniger als ein Chefideologe, dessen Irrsinn, trotz tatsächlicher Widerlegung in der Wirklichkeit, weiter machen darf. Gewinnen in und mit der Krise und den 800.000 Millionären in Deutschland auf Kosten vom Rest der Bevölkerung und den ökonomischen Konkurrenten europa-und weltweit.

      Man muss ihn im Auge behalten, da genau aus diesem Dunstkreis die zukünftigen faschistischen Ideen entstehen werden.

    37. M schrieb am 10. März 2009 at 09:48 - Permalink

      @ 26 – King Balance

      “Die Weltbank erwartet den stärksten Einbruch im Welthandel seit 80 Jahren, also seit dem Zusammenbruch der US-Börse 1929. Sie geht davon aus, daß die Entwicklungsländer am stärksten betroffen sein werden, weil ihnen die Reserven fehlen, um diese Rezession gut zu überstehen. Der Internationale Währungs-Fonds rät zu noch mehr Konjunkturprogrammen, also der unkontrollierten Geldausgabe durch unsere fünftklassigen Politiker.”

      Wahrscheinlich in der Eile und weil die Emotionen so stark waren, ist es passiert, dass das oben angegebene Zitat nicht als solches gekennzeichnet wurde, auch wenn es aus Sicht des Copyright nicht als “gestolen” gelten kann, da es erhebliche Abweichungen zwischen dem Originaltext und dem zitierten, gibt: Original heisst es nämlich “drittklassige Politiker” und in der überarbeiteten Form sind es “fünftklassige Politiker”.

      Deshalb erlaube ich mir, die Quelle hinzuzufügen, denn ich bin mir sicher, ein Blogbetreiber (http://kingbalance.blogspot.com/) würde niemals Texte absichtlich als seine eigenen ausgeben, die mit Cut’n'paste von woanders übernommen worden sind:
      http://beyondmainstream.de.tl/Tageskommentare-von-Michael-Winkler.htm?PHPSESSID=4ce42630ec73632bb2528cbe1c891199
      (Der zitierte Text befindet sich im zweiten Absatz.)

      Sorry wenn ich offtopic wurde!

    38. Blendwerk schrieb am 10. März 2009 at 10:17 - Permalink

      Professor Sinn hält dem Vorwurf, die beratenden Wirtschaftswissenschaftler hätten die Gefahren der niedrigen Eigenkapitalaustattung und Regulierungsmängel im Bankensektor unterschätzt und nicht ausreichend thematisiert (http://www.phoenix.de/videostreams/37704.htm# Unter den Linden (02.03.)) entgegen, er habe ein ganzes Buch zu diesem Thema geschrieben: The new systems competition.
      Hat das jemand gelesen und kann kurz seine Eindrücke schildern?

    39. Spiegelfechter schrieb am 10. März 2009 at 10:42 - Permalink

      @17 Die Erklärung

      Ist es sinn-voll im Jahr 2009 bei einem Bundeshaushalt von 290 Mrd. und einem Posten von 124 Mrd. für den Bereich Arbeit und Soziales von einem unsozialen System zu reden? Wir können gern auch weiterhin Arbeitslosigkeit finanzieren.

      Wir können aber auch gerne Gelder aus diesem Topf in die Subventionierung von Niedriglöhnen stecken, wie Herr Sinn das vorschlägt. Da finanziere ich doch lieber Arbeitslosigkeit.

      Ich würde diese Gelder lieber in Infrastruktur, Bildung, Forschung, Gesundheitswesen? sehen.

      “Diese” Gelder? Du willst also ALG-I, ALG-II, Kindergeld, Blindengeld und so weiter kürzen? Willkommen bei der FDP ;-)

      Schlimmes Land, das beinah die Hälfte seiner Einnahmen in Soziales steckt.

      Ja ja – schlimmes Land, schlimmer Troll

    40. Karl Heinrich schrieb am 10. März 2009 at 10:45 - Permalink

      @Blendwerk #39
      Hier, Kapitel 7.

    41. Spiegelfechter schrieb am 10. März 2009 at 10:56 - Permalink

      @DJ Doenna

      Das war ein Typo ;-)

    42. ZEITungsleser schrieb am 10. März 2009 at 12:28 - Permalink

      Gibt es eigentlich evtl. irgendwo einmal eine Übersicht bzgl. der Aufsplittung der Lohnkosten in “normale Angestellte” und angestellte im Management?

      Gruß ZEITungsleser

    43. fpk schrieb am 10. März 2009 at 13:03 - Permalink

      @misterl_ @goldener Reiter

      der Unterschied ist ziemlich simpel, und es ist erstaunlich, dass man darauf noch hinweisen muss. In der DDR wäre jemand, der die (angeblich) herrschenden Ideologen so angegriffen hat wie SF in diesem Beitrag in Hohenschönhausen gelandet. Der Beitrag stünde nicht mehr im Netz.
      Daher ist auch SFs schließender Vergleich wenig treffend. Bei uns herrscht der Marktplatz der Ideen. In der DDR Monokultur (mit der VEB Horch und Guck als sher effektiver Unkrautvernichtungsmaschine). Daher auch keine Möglichkeit zum Wandel.
      Mainstream (nenns meinet wegen auch Ideologie) heute ist eben was anderes als Ideologie in der DDR. Nicht die gleichen Institutionen und Beschränkungen.

    44. Spiegelfechter schrieb am 10. März 2009 at 13:14 - Permalink

      @fpk

      Daher ist auch SFs schließender Vergleich wenig treffend

      Eine Vergleich ist keine Gleichsetzung *seufz*

    45. Goldener Reiter schrieb am 10. März 2009 at 13:17 - Permalink

      @ 43 fpk

      Das mag sogar stimmen, ist aber kein Beweis fuer einen qualitativen Unterschied zwischen der Ideologie” Marke DDR” und dem “Neoliberalismus”.

      Was Du anfuehrst, ist ein Unterschied in der Behandlung von Kritikern. Und wenn man sich anschaut, wie fuehrende Politiker der “Blockparteien” (von Union bis Gruene) mit Unterstuetzung der gleichgeschalteten Mainstream-Medien gegen jede Systemkritik hetzen, dann wohl auch nur ein gradueller Unterschied (ein nicht unbetraechtlicher, zugegeben).

      Ich warte weiterhin auf die formelle, qualitative (!) Differenz, die den Neoliberalismus/die vorherrschende Lehre der VWL von einer beliebigen Ideologie (incl. Marxismus-Leninismus) unterscheidet.

      Klaere mich auf!

      @44 SF
      Sie werden es nie lernen ;)

    46. Sulukol schrieb am 10. März 2009 at 13:53 - Permalink

      Fü mich sagt ein Satz, der hier bereits zitiert wurde, alles über Sinn als Ökonomen und vieles über ihn als Mensch:

      ?Konsum ist schädlich für das wirtschaftliche Wachstum und unnötig für die Konjunktur. Der derzeitige Boom der deutschen Wirtschaft ist der beste Beweis dafür, dass es für eine gute Konjunktur auf eine sofortige Erhöhung der Konsumgüternachfrage gar nicht ankommt.?

      Nun kann man streiten, wie hoch das wissenschaftliche Ansehen von Prof. Sinn tatsächlich ist. Aber dass ein Mann, der einen solchen Satz abläßt, überhaupt irgendwelches Ansehen genießen kann ist für mich unbegreiflich.

      Aus meiner Sicht hat es damit zu tun, dass vergessen wurde, wofür Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft da sind.

      Ich vergleiche das mit einem Medizinbetrieb, in dem Heilung oder Linderung von Krankheiten für verzichtbar erklärt wurde. Statt dessen werden der Umsatz der Krankenhäuser und der Verdienst der Ärzte zu alleinigen Parametern des Erfolgs.

    47. name schrieb am 10. März 2009 at 14:06 - Permalink

      @43

      Auf der Marktplatz der ach so liberalen Ideen konnte man schon in der alten BRD gerne mal im tatbestandlichen Gesinnungsstrafrecht und der Gesinnungsverfolgung landen. Die alten von den deutschen Faschisten reaktivierten Tatbestände samt des überlebenden Personals der Nazijustiz leisteten in diesem Zusammenhang großartige Arbeit: Huntertausende wurden gesellschaftlich geächtet und ausgegrenzt.

      Diese Methode der Vernichtung der bürgerlichen Existenz ist im übrigen die bekannte leise Methode der bürgerlichen Liberalen Abrechnungen.

      http://www.zeit.de/online/2006/33/KPD-Verbot

      Die Vorstellung und der Glaube, bundesrepublikanische mittelbare Demokratur sei etwas besonderes freiheitliches, gilt nur für die Freiheit des Kapitals und deren Vertreter, und der Rest landet im Zweifel in Guantanamo oder im industriell privatisiertem Gefängniskomplex, der nicht nur in den Vereinigten Staaten ein besonderer Marktplatz der Ideen ist.

      Die westlichen Nachrichtendienste haben in Ihrer historischen Rückschau einen Vorteil: Ihre Akten und Verbrechen sind der Öffentlichkeit völlig unbekannt, und werden es auch noch die nächsten Jahrzehnte bleiben.

    48. Spiegelfechter schrieb am 10. März 2009 at 14:10 - Permalink

      @Sulukol

      Guter Vergleich – mich erinnert die autistische Weltsicht der “Eliten” immer mehr an das Ancien Regime in seienr Spätphase. “Dann sollen sie doch Kuchen essen”

    49. Systemfrager schrieb am 10. März 2009 at 14:19 - Permalink

      @SF / Ancient Regime

      Und noch etwas nicht vergessen:
      Einige Jahre vor der Revolution haben die Grundbesitzer keine Steuer mehr bezahlt. Da das Geld fehlte, standen die Posten in der staatlichen Administration zum Verkauf.

    50. Karsten Bier schrieb am 10. März 2009 at 14:25 - Permalink

      Sehr guter Artikel SF und sehr guter Vergleich Sulukol.

      (Korinthenkackerei)
      Zu 48 :

      Ich las irgendwann mal, dass zum Verständnis dieses Zitats der Kontext berücksichtigt werden sollte: Offenbar gab es zu dieser Zeit in Frankreich ein Gesetz, nach dem Bäcker genau so viel Kuchen wie Brot herstellen und auch beides zum gleichen Preis verkaufen mussten. Das entschärft die auf den ersten Blick recht weltfremde Aussage ein wenig.
      (/Korinthenkackerei)

    51. OAlexander schrieb am 10. März 2009 at 15:30 - Permalink

      Es ist sinnvoll, dass diesen “Think Tanks” und deren Exponenten effizient der Kampf angesagt wird. Diese stehen für wenig anderes als die Meinung derer Gehaltszahler. Davon leben die.

      Als Auslandsdeutscher nehme ich das “Vaterland” zu einem guten Teil durch das Fernsehen der Deutschen Welle wahr. Oft wird in deren Nachrichtensendung, dem “Journal” Meinung durch Sprecher von “Deutscher Gesellschaft für Aussenpolitik”, “Care Deutschland” und ähnliche Propagandaschleudern kundgetan.

      Unabhängige Forschung durch Universitäten gilt historisch als eine der grössten Quellen des Fortschrittes. Solange diese noch über Sonderschulniveau arbeiten, sollten wir vielleicht deren Fachkräften mehr Zeit geben ihre zumal oft aufgrund von Unkündbarkeit besonders unabhängige Meinung kundzutun.

      Wir sind dort angekommen wo wir jetzt sind, weil wir eben den Propagandisten nicht nur zugehört haben, sondern auch gefolgt sind. Darüberhinaus, wie die dümmsten Schafe bezahlen wir unsere Schlächter auch selber.

      Gruss, Dank und Respekt an Jens.

    52. fpk schrieb am 10. März 2009 at 15:49 - Permalink

      @SF 44

      man möge mir verzeihen. ein vergleich wäre es, wenn man gemeinsamkeiten und unterschiede herausarbeiten würde, was hier eben nicht geschehen. ich meinte natürlich gleichsetzung. wie auch schon in den ersten kommentaren. ich *seufts* jetzt einfach auch mal. einfach so.

      sag mal, was sollen eigentlich die chinesischen (oder sollst japanissch sein?) schriftzeichen da links oben bedeuten? das erste heißt wahr, real, echt, kenn ich, aber das zweite gibts in meinem wörterbuch nicht.

      @goldener reiter

      lies nochmal meine ersten kommentare. mir gings um die verharmlosung der ddr-diktatur. die du ja auch begeistert betreibst (“dann wohl auch nur ein gradueller Unterschied”), die gleichsetzung einer ddr institution mit einer brd institution und ihrer bedeutung im system und der form wie sie auf politik einfluss nimmt und damit auch wie politik funktioniert.
      und ich schrieb:
      “Und was in der DDR Ideologie bedeutete.” In der ddr bedeutete ideologie die partei hat immer recht. und wer dem widersprach hatte ein hohenschöhausen-problem. in der brd scheint man, wie dieses blog zeigt, einer sogenannten ideologie widersprechen zu können. ohne probleme. das nenn ich einen qualitativen unterschied in der bedeutung von ideologie.

      ps: ein staat, in dem die staatsquote bei fast 50% liegt ist weit davon entfernt, dem liberalismus allzu sehr zu huldigen.

    53. Tim schrieb am 10. März 2009 at 15:58 - Permalink

      was ist eigentlich mit den NDS los (Zitter, Bibber, Entzugserscheinungen,…)? Heute noch keine “Hinweise”…

    54. misterL schrieb am 10. März 2009 at 16:17 - Permalink

      @fpk

      Mal so generell, was nützt die Freiheit des freien Wortes abgestellt in einer beliebigen Sackgasse der Macht, wenn gleichzeitig auf dem Freeway privatwirtschaftliche Unternehmen Sendungen öffentlich-rechtlichen wie privaten Sendern anbieten und dabei sowohl die Themen, die Diskutanten und die Moderation und somit die komplette Maistream Meinungsgestaltung in den Händen halten?

      Wenn dann in dieser privatwirtschaftlich organisierten Meinungserzeugung sich genau jene Ideologen “einkaufen”, haben wir dann nur weil man in seiner Sackgasse eine Gegenthese vertreten darf ohne in einen beliebigen Knast gehen zu müssen jene gelebte Demokratie, die uns per GG zugesprochen wird? Wir haben sicherlich keine DDR-Diktatur. Gewiss nicht – gleichwohl die Freiheit zu haben sich zur “sprechenden” Randfigur zu machen ist allenfals Redefreiheit. Demokratie ist mehr und fehlt in der hiesigen privatwirtschaftlich organisierten Meinungserzeugung.

    55. Karsten Bier schrieb am 10. März 2009 at 16:21 - Permalink

      Zu 52 fpk:

      Leibniz-Gesellschaft und Forschungsrat sind nicht genau gleich, richtig (was SF auch nicht behauptet). Dennoch gibt es offenbar nicht zu übersehende nicht-triviale Ähnlichkeiten. Wie sollte man nun einen derartigen Sachverhalt darstellen, ohne bei dir einen Verharmlosungsvorwurf zu generieren?

      Im Übrigen sehe ich die Verharmlosung nicht. Im Gegenteil, SF nutzt den negativen DDR-Ruf zur Diskreditierung der Leibniz-Gesellschaft und nicht umgekehrt. Ich sehe auch nicht, wie man die Formulierungen anders herum verstehen könnte, wenn man es nicht absichtlich darauf anlegt.

      Zu 54 misterL:

      Exzellent, volle Zustimmung.

    56. Sulukol schrieb am 10. März 2009 at 16:32 - Permalink

      @ fpk # 52

      “mir gings um die verharmlosung der ddr-diktatur”

      Inwieweit wird die ddr-diktatur dadurch verharmlost, dass man offenlegt, dass ähnliche Mechanismen auch in unserer freiheitlichen Demokratie wirken können?

      Die DDR hat ja keinen der Werkzeuge zur Machterhaltung, wozu auch die Ausrichtung der Wissenschaft auf herrschende Ideologie gehört, erfunden. All diese Mittel, sei es Erlangung der Meinungsführerschaft, Angsterzeugung, Einschüchterung, Bespietzelung, Unterdrückung bestimmter Meinungen, sind keine Erfindungen der DDR und blieben und bleiben leider nicht auf sie beschränkt. Diese Mittel werden eingesetzt und wirken auch in unserer Gesellschaft. Und wenn man das aufzeigt, dann verharmlost man weder die DDR noch setzt unseren Staat mit der DDR gleich.

      Unsere Gesellschaft wird nicht dadurch freiheitlich, dass wir sie als freiheitlich bezeichnen und uns jegliche Parallelen zu Diktaturen verbieten. Sie ist nur dann freiheitlich wenn wir diese Parallen aufspüren, als solche benennen und bekämpfen, BEVOR sie so stark werden, dass auch wir eine Diktatur haben. Deswegen sind Vergleiche zwischen DDR- und BRD- Institutionen, dort und SOWEIT sie sachlich begründet sind, nicht nur zulässig sondern sogar geboten. Und nichts anderes wird in Artikel von SF gemacht: Die Beweihräucherung eines völlig unfähigen Wissenschaftlers allein deshalb, weil er die Ideologie der Herrschenden stützt, wird als ein antifreiheitlicher und antidemokratischer Vorgang dargestellt.

    57. valli schrieb am 10. März 2009 at 20:17 - Permalink

      @45:
      Was ist Marxismus-Leninismus ?

    58. Urandom schrieb am 10. März 2009 at 20:24 - Permalink

      Auch wenn der Titel ‘Das macht keinen Sinn’ auf die Bild Schlagzeile ‘Das macht Sinn’ gemünzt ist und auch wenn ich hier beim Fechter den Zwiebelfisch vom Spiegel verlinken muss und auch wenn mir die Leute mit Ihren Dativ-Verbesserungen aufgrund der Kenntnis des Buchtitels von Herrn Sick auf den Sick gehen und auch wenn Sprache lebendig und veränderlich ist und sie nicht per französischem Staatsdekret am Leben erhalten werden kann, so hat mich dieser Fisch das Fürchten vor Sinn und Machen gelehrt.
      Und ich beisse mir selbst täglich auf die Zunge.

    59. aquadraht schrieb am 10. März 2009 at 21:16 - Permalink

      @52: Zu den Schriftzeichen: Für zhen1 hat das obere einen horizontalen Strich zu viel, das untere für song4 sogar zwei, der untere Teil würde als fu1 durchgehen, der obere als Kangxi-Radikal 40 = mian2. Die Zeichen könnte es geben, wenn sich jemand eine Bedeutung dafür einfallen liesse (z.B. Spiegelfechter :) ).

      Was die Verharmlosung der DDR angeht: die war doch relativ harmlos. Auch wenn da jetzt welche durchdrehen, weil ich den Uhuhnrechtsstaat verharmlose ..

    60. Neu hier schrieb am 10. März 2009 at 21:39 - Permalink

      jetzt mal ganz ehrlich, ich war gerade im Supermarkt, und es gab da keine Bananen, so weit ist es schon gekommen…..
      Neoliberalismus Unwort unserer Generation………

    61. Bernd Vetterlein schrieb am 10. März 2009 at 21:47 - Permalink

      Ich bin in der DDR “groß” geworden. In der Kneipe, die jeden Abend voll war, konntest Du Dir bei Bedarf jederzeit den Frust von der Seele faseln. Das hat Keinen interessiert.
      Da haben auch bekannte Stasi-Mitarbeiter Witze über Ihre eigene Truppe abgelassen.

      Unangenehm wurde es nur wenn die “Genossen” der Meinung waren, deine Aktivitäten dienen der Organisation systemkritischen Potentials, oder dem Klassenfeind soll medienwirksames Material zugespielt werden, welches dem Ansehen des Sozialismus in der Welt schaden könnte. Sabotage und dergleichen auch klar…

      Darin lag ja auch ein Dilemma. In einer Gesellschaft wo die Unterdrückten im Besitz aller Produktionsmittel sind. Wo die Gesellschaft über die Wahl von Volksvertretern Alles selbst entscheiden kann. Wo selbst der Bau der Mauer als Notwendigkeit und Volkes Wille galt. In diesem System (es sollte ja ein Besseres sein) stellt jede offene Kritik das System in Frage, so die Meinung der “Diktatoren des Proletariats”.

      Das ist im Kapitalismus anders. Hier gilt offiziell das Recht des Stärkeren, Cleveren und Skrupelosen. Das da welche auf der Strecke bleiben und eventuell Gezeter und Mordio schreien ist völlig normal. Ich bin mir aber sicher, falls es einigen Akteuren gelingt wirksam dieses subtile anonyme System der Massenmanipulation und Verwertung zu torpedieren, werden Repressalien seitens der Profiteure nicht lange auf sich warten lassen.

      Bei einer aufgeklärten Masse werden diese verpuffen wie heiße Luft und eine friedliche Lösung sollte kein Problem sein. Andernfalls lassen sich vielleicht genügend “Doofe” gegen den gesunden Menschenverstand mobilisieren und dann wird’s nicht so doll…

      … um das zu verhindern ist so ein Blog ist eine gute Möglichkeit die destruktiven Mechanismen des heutigen Systems mit leicht verständlichen Worten zu beschreiben, die wahren Profiteure zu identifizieren und in den Focus der Massen zu rücken.

      Gute Verrichtung!

    62. aquadraht schrieb am 10. März 2009 at 22:10 - Permalink

      @Bernd: Das Problem der DDR war ja, dass sie mit ihren Lebenslügen klarkommen musste. Jeder, der bei Verstand war, wusste, dass der Staat nicht aus dem Willen des Volkes oder der Werktätigen, sondern aus dem der SMAD entstanden war, ebenso, dass die Mauer gebaut worden war, damit die Leute nicht davonlaufen. Im kleineren Kreise wurde das, auch gegenüber uns Wessis, durchaus eingeräumt, das Öffentlichmachen hingegen ging nicht. Ich hatte in der Zeit zu Historikern Kontakt, die wussten sehr wohl Bescheid über Katyn, die Zusatzprotokolle zum Hitler-Stalin-Pakt, die Auslieferung kommunistischer Emigranten an die Nazis und dergleichen. Die forschten dann über Anderes. Nicht dass es das im Westen nicht auch gegeben hätte: ich denke mal an den Reichstagsbrand. Das Ausmass war aber deutlich geringer.

      Bezüglich des Durchbrechens der Manipulationsmechanismen bin ich weniger optimistisch: Wenn das gelingt, wird es verboten. Auslauf bekommt, was wirkungslos ist. Man sollte sich den Auslauf gönnen, aber ohne sich was vorzumachen.

      Übrigens habe ich in 59 kräftig denebengehauen: zhen1 hat natürlich einen Strich mehr :), das viel mir erst nach Ablauf der Viertelstunde auf ..

    63. King Balance schrieb am 10. März 2009 at 22:55 - Permalink

      Wir stehen am Beginn eines weltweiten Umbruchs. Alles, was wir brauchen, ist die eine richtig große Krise und die Nationen werden die “Neue Weltordnung” akzeptieren.
      David Rockefeller, 1994, vor dem UN Business Council

      Finanzminister sehen schwarz für 2009 und 2010. EU begräbt Hoffnung auf Konjunkturerholung in Europa. ?Negativspiralen zwischen der Realwirtschaft und den Finanzmärkten verschlimmern die Situation immer weiter.? Das düstere Szenario lässt die offiziellen Konjunkturprognosen der EU als viel zu optimistisch erscheinen.

      Haben wir nun Krise oder reden wir nur davon????

    64. name schrieb am 11. März 2009 at 08:56 - Permalink

      @62

      Die DDR war wie die BRD in vielen Bereichen direkt von der Zustimmung der großen Brüder und deren Politik abhängig, und in anderen Bereichen zum Teil unabhängig. Sie war ja direkt ein Produkt des faschistischen Weltkrieges.

      Was die Frage des “Mauerbaus” betrifft, so steht heute historisch fest, dass es 1961 einen Weltkrieg gegeben hätte, wenn man das gezielt politische Braindrain nicht unterbunden hätte. Die Schaufensterpolitik und der kalte Krieg scheint bei einigen schon ideologisch weggewischt worden zu sein. Heute weiß man auch, wie sehr die politischen Führer des Westens mit dieser Situtation auch direkt einverstanden waren.

      Was viel schlimmer ist die dumme fpk floskel. Ich weiss nicht, ob dieser überhaupt erfasst, woher die Floskel vom “Unrechtsstaat”, die heute von der konservativen Rechte als politisches Schlagwort verwendet, stammt.

      Einige Juristen kennen Radbruch, den alten sozialistischen Rechtspolitiker, der, wegen der Erfahrungen der Verbrechen des faschistischen Deutschland und der Aburteilung dieser Verbrechen, dem Widerstand der alten faschistischen Eliten in der bundesdeutschen Justiz, zu dem rechtstheoretischen Schluß kam, positiv gesetztes Recht, kann Unrecht sein.

      Die alten Faschisten haben immer, auch trotz der Verbrechen argumentiert “Was gestern Recht war, kann heute kein Unrecht sein”. Dieser perfiden Art hat der Sozialist Radbruch wegen die vielen Millioen Toten widersprochen.

      Die alten Konservativen und Antikommunisten haben dann 1990 mit den Argumenten des Sozialisten Radbruch, der Radbruchschen Formel, die Kommunisten und Sozialisten der DDR verurteilt. Radbruch hätte dem nie zugestimmt.

      Die alten Eliten um Kinkel und Co haben den politischen Auftrag direkt auf dem Richtertag den Richtern und Staatsanwälten eingehämmert, indem sie klar und deutlich äußerten, dass die DDR politisch nachträglich erledigt werden muss. Das ist bis heute der Fall und politischer Konsenz, und eine politische Waffe, die begleitet wird, von schlimmsten politischen Lügen.

      Die alten konservativen Eliten haben es der DDR und deren Vertretern nie verziehen, dass diese Ihre Privilegien gebrochen hatte, und ein sozialistisches Experiment, und schwersten Bedingungen, mit schweren Fehlern, auf deutschem Boden Wirklichkeit werden lies.

      Davor haben diese Kreise bis heute Angst und tun alles, damit es keine Alternative zu dem jetztigen politisch ökonomischen System geben darf.

      Sie wissen genau, dass selbst heute eine Mehrheit der Bevölkerung im heutigen Deutschland den Sozialismus als Prinzip nicht ablehnt.

    65. Jan schrieb am 11. März 2009 at 09:11 - Permalink

      Also erst einmal danke für den ausführlichen Beitrag. Zum Thema Sinn muss ich aber sagen, dass dieser Mensch wirklich noch nicht in unseren Zeiten angekommen ist. Die Löhne sind nicht zu hoch, im Gegenteil. Viele Menschen müssen trotz Arbeit vom Sozialstaat leben. Dass Sinn diese Problematik nun anders sieht, okay, dann sollte er aber bei sich selbst anfangen, zu kürzen. Erst mal an die eigene Nase fassen, wäre da mein Vorschlag an Herrn Sinn!

    66. Marianne schrieb am 11. März 2009 at 09:11 - Permalink

      Wen es interessiert:

      Stellungnahme der Leibniz-Gemeinschaft zum ifo-Institut, erstes PDF:

      http://www.wgl.de/?nid=ssn&nidap=&print=0

      dieser Bericht ist eine einzige Lobhudelei verallgemeinerter Phrasen (Prima Personalpolitik, prima Konzept, prima Forschung, prima Beratung, prima Think Tank). Nix konkretes.

      Die Bundesregierung braucht wohl auch einen Think Tank, nur leistet dieser Think Tank anscheinend keine qualitativ hochwertige Beratung. Das können US-think tanks immernoch besser.

    67. Marianne schrieb am 11. März 2009 at 09:52 - Permalink

      ” fpk am 10. März 2009 um 13:03 – Permalink

      @misterl_ @goldener Reiter

      der Unterschied ist ziemlich simpel, und es ist erstaunlich, dass man darauf noch hinweisen muss. In der DDR wäre jemand, der die (angeblich) herrschenden Ideologen so angegriffen hat wie SF in diesem Beitrag in Hohenschönhausen gelandet. Der Beitrag stünde nicht mehr im Netz.
      Daher ist auch SFs schließender Vergleich wenig treffend. Bei uns herrscht der Marktplatz der Ideen. In der DDR Monokultur (mit der VEB Horch und Guck als sher effektiver Unkrautvernichtungsmaschine). Daher auch keine Möglichkeit zum Wandel.
      Mainstream (nenns meinet wegen auch Ideologie) heute ist eben was anderes als Ideologie in der DDR. Nicht die gleichen Institutionen und Beschränkungen. ”

      ______

      Stimmt nicht (mehr) so ganz, oder?
      Von der Leyens Versuche, das Internet zu zensieren, gehen in diese Richtung, auch Schäubles Terroristen-Jagd-Gesetze lassen sich ja prächtig zur Staatskritiker=Terroristen-Jagd verwenden.

      Wie die DDR ihre Presse gesteuert hat, ist mir nicht klar.
      Aber in der BRD ist die Steuerung der Presse durch Unterfinanzierung, Abhängigkeit von Anzeigen, selektiven Zugang zu Informationen (eingeladen oder nicht eingeladen), dem Abstempeln zu Verschwörungstheoretikern und Sozialisten/Kommunisten und ähnlichem auch sehr effektiv und durchaus subtiler, vor allem, weil viele Bereiche gleichgeschaltet werden: TalkShows, Informationssendungen (die guten verschiebt man halt auf mitternächtliche Sendezeiten), Druckpresse, Hörfunk usw.

      Als irgendso eine frz. Zeitung oder Zeitschrift einen nicht positiven Bericht über Sarkozy (oder dessen Familie) brachte, wurde der Chefredakteur gefeuert.
      Von freier Presse kann man da wohl kaum noch sprechen …

      Lediglich das Internet entzieht sich (noch) der totalen Kontrolle, aber da arbeiten sie dran.

      Von einem Marktplatz der Ideen kann man m.E. in Deutschland auch nicht wirklich sprechen. Denn weiterentwickelt, erforscht und umgesetzt wird nur, was nach neoliberalem Denken maximale Gewinne bringen wird. Andere, kleinere und nicht unglaublich profitträchtige Ideen werden nur umgesetzt, wenn sich irgendwelche Enthusiastiker und Idealisten wirklich dahinter klemmen. Und selbst die werden dann oft noch als Spinner, Linksextreme, Kommunisten oder Sozialisten bezeichnet.

      Beispiel gefällig?
      Ein Agrarökonom hat herausgefunden, dass Regenwürmer (sic!) einen nicht unbeträchtlichen Anteil Kohlendioxid (oder wars Stickstoff? sry, bin kein Naturwiss.) zur Stützung ihrer unterirdischen Gänge verwenden (die Würmer “stützen” wohl ihre Gänge damit ab) und daher geschlussfolgert, Bauern müssten alles tun, um möglichst viele Regenwürmer pro Kubikmeter Erde zu erhalten (80 sind wenig, 300 sind gut)

      Schonmal davon gehört?
      Lohnende Idee (war entweder Klimaschutz oder Stickstoff=Dünger), wird aber kaum irgendwo erwähnt.

    68. misterL schrieb am 11. März 2009 at 09:58 - Permalink

      Überall zu entdecken. Sinnkrisen.

    69. misterL schrieb am 11. März 2009 at 10:27 - Permalink

      Nachgereicht. Der Bezug vom Verweis oben aus der Gegendarstellung und das Interview im Handelsblatt.

    70. Helga Müller schrieb am 11. März 2009 at 10:57 - Permalink

      Was der Herr Sinn in der Ökonomie bedeutet , bedeutet in der Familienausrichtungspolitik der Herr W.Fthenakis.
      Sie blähen sich auf, machen sich breit und wichtig und die Politik hofiert diese Scharlatane mit Gewinn für diese selbst.

    71. fpk schrieb am 11. März 2009 at 11:52 - Permalink

      @misterL

      wenn du nicht begreifst, welcher schatz eine verfassung ist, die die rechte des individuums wie meinungsfreiheit, freizügigkeit u.ä. schützt und ein rechtstaat, in dem diese auch eingeklagt werden können, und wie sehr das die brd von der ddr unterscheidet, kann ich dir auch nicht helfen. bin grad in china. hier gibts einige die begeistert wären, hätten sie nur die hälfte der einklagbaren rechte, die du so gering schätzt.

      @sulukol

      ich hab nichts gegen vergleiche, aber was gegen verharmlosende gleichsetzungen. und es sind eben sehr andere mechanismen, die wirken, wenn man etwas genauer hinschaut. und zum tausnedsten mal, ideologie ist in der brd eben was anderes als in der ddr. siehe meine obigen komm.

      @name

      wow, das nenn ich dialektik. den mauerbau als rettung der menschheit verkauft. beinahe hättens die kapitalisten geschafft die welt durch “gezieltes politische braindrain” zu vernichten, aber die herren in berlin ham besonnen reagiert und ne mauer gebaut. was ham wir ein glück gehabt! die mauertoten gehen dann wohl als kolateralschaden durch. skandal, dass noch niemand drauf gekommen ist, den ulbrich für den friedensnobelpreis vorzuschlagen.

      btw, wo hab ich von einem unrechtsstaat geschrieben?

      @marianne

      Die relationen, die relationen. man muss besorgt sein über einschränkungen der meinungsfreiheit und durchlöcherung bürgerlicher rechte, aber ganz so schlimm ists dann noch nicht. und im gegensatz zur ddr gibts ja noch ein verfassungsgericht.

      @aquadrat

      an zhen hab ich auch nichts auszusetzen. das andere, keine ahnung. könnte mir vorstellen, dass es ein shi2 sein soll, und das ganze somit zhenshi (real, wahr) heißen soll. die zwei striche links/mitte also durchgezogen wurden. oder es ist was japanisches. die ham ja manche schriftzeichen abgewandelt. oder es ist ne creation von SF.
      Bitte um aufklärung SF!

    72. Spiegelfechter schrieb am 11. März 2009 at 11:57 - Permalink

      @fpk

      Bitte um aufklärung SF!

      *lol*

      Ich habe keine Ahnung – ich habe das Zeichen mal auf einer Seite gefunden, auf der es als “Weg zur Wahrheit” ausgezeichnet war. Ob das nun 100% stimmt, weiß ich aber auch nicht ;-)

    73. name schrieb am 11. März 2009 at 12:17 - Permalink

      @fpk

      Genau, die Mauertoten in Berlin, wa , wo jeder genau wusste und weiß, wat ne Grenze ist, und wat so an Staatsgrenzen üblich ist.

      Im übrigen hätte es Krieg gegeben, aber sowat begreifst du natürlich nicht, weil du dich damit nie beschäftigt hast. Was weisst du denn von deutscher Politik unter Adenauer, was von der gezielten Schaufenster und Immigrationspolitik, und was von Kennedy, der zufrieden war, dass endlich die Mauer gebaucht worden ist ?

      Es kehrte Ruhe und Frieden ein. Das ist historische einfach erwiesen.

      An bundesdeutschen Grenzen gilt und galt im übrigen diese gleiche Rechtslage: in Sperrgebieten wird geschossen. Die bundesdeutsche Regelung ist sogar noch schärfer, als das alte Grenzgesetz der DDR und bei der BW scheinst du nie gewesen, und Wache scheinst du auch nie Nachts allein gelaufen zu sein, aber wenigstens tönst du hin und her.

      Auf deutschen Autobahnen sind seit 1949 jedes Jahr 3000 Menschen getötet worden fpk, getötet durch eine gezielte Politik, die dem “individuellen” Fahrzeugverkehr den Vorrang eingeräumt hat. Das macht ne Summe von 120.000 Toten in 40 Jahren, für eine Unrechtspolitik, die seines gleichen sucht.

      Im übrigen ist das GG keine Verfassung im engeren Sinne, im Gegensatz zu der Verfassung der DDR, weil dieses nie durch das Staatsvolk der Bundesrepublik legitimiert worden ist.

    74. Spiegelfechter schrieb am 11. März 2009 at 12:20 - Permalink

      @name

      “Autobahn” und “Mauertote” in einem Satz! Du kleiner Provokateur ;-)

    75. Sulukol schrieb am 11. März 2009 at 12:21 - Permalink

      @ fpk

      “ich hab nichts gegen vergleiche, aber was gegen verharmlosende gleichsetzungen. und es sind eben sehr andere mechanismen, die wirken, wenn man etwas genauer hinschaut. und zum tausnedsten mal, ideologie ist in der brd eben was anderes als in der ddr. siehe meine obigen komm.”

      Als jemand, der die erste Hälfte seines Lebens in einer Diktatur verbracht hat, die eine kleine Spur härter war als die DDR, kann ich dir sagen, die Mechanismen durch die Menschen Menschen in Griff bekommen wollen sind hüben wie drüben die gleichen. Die Intensität und die Möglichkeiten, sich zu wehren, sind sicher andere, aber wenn wir uns viel darauf einbilden werden, dann bald auch nicht mehr. Denn eine natürliche Grenze zu einer Diktatur besitzt kein System der Welt. Die muss immer wieder aufs neue gezogen werden. Und das geschieht nicht, indem man immer wieder das herrschende System (und mag es noch so begrünet sein) lobt, sondern indem man Mißstände nicht zulässt oder beseitigt.

    76. fpk schrieb am 11. März 2009 at 12:25 - Permalink

      @SF

      ob das wirklich der weg zur wahrheit ist, zeichen, die man nicht versteht, von irgendwelchen webseiten zu übernehmen. ;-)
      na ja, im land der der public viewings (öffentlicher Aufbarungen)… .
      solang dus dir nicht tätowieren lässt (http://tinyurl.com/cj7yj), ists ja nicht so schlimm.

    77. Sulukol schrieb am 11. März 2009 at 12:34 - Permalink

      Die von misterL in 68&69 eingestellte Links sind klasse, weil in der Gegendarstellung des Herrn Professor seine wahren Qualitäten sehr gut zu tragen kommen.

    78. name schrieb am 11. März 2009 at 12:38 - Permalink

      Jens, der Vergleich ist einfach zulässig, weil dahinter eine gezielt festgelegte Politik, ein Primat in der Politik, samt Gesetzen und Verordnungen steht und stand.

      Jeder kennt das Zitat “Freie Fahrt für freie Bürger”, dass seine rechtliche Begründung in der allgemeinen Handlungsfreiheit hat, und welches heute noch dafür sorgt, Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen als nicht zulässig zu erachten, und dieses Riskio politisch zu verlagern, mit dem gleichen Umstand, das damit Fahrzeuge mit riesigen Motoren und Leistungen als zulässig produziert werden können, und damit diese ihre Freiheit “ausleben” dürfen.

      Bei diesen Regelungen ging und geht es um den Kern der bundesdeutschen Industrie: der Automobilindustrie. Das Risiko von Toten und Verletzten hat man und nimmt man ganz gezielt politisch dafür in Kauf.

      Auf die restlichen Umstände, dass im Bereich des Militärs, auch der Grenzfestlegungen, die DDR den Regelungen des Warschauer Paktes und des großen Bruders direkt unterworfen war, braucht man gar nicht weiter einzugehen. Politisch eigenmächtige Spielräume gab es in diesem Bereich keine.

    79. fpk schrieb am 11. März 2009 at 12:47 - Permalink

      @name

      lol, ich hab dich durchschaut. du alter satiriker. hast ja recht, waren ja alle selbst schuld. hat ja jeder gewusst, wat geht und wat nicht. zuerst rüber machen wollen und dann heulen, wenn se n bisschen gepiekst werden. so ne staatgrenze is halt wie ne autobahn gehn ja auch nur irre freiwillig rüba. wobei, autobahn noch viel schlimma, weil nämlich individueller Fahrzeugverkehr, gezielter politischer auch noch. geht gar nicht. Unrechtspolitik und überhaupt. lol

    80. fpk schrieb am 11. März 2009 at 12:57 - Permalink

      @sulukol

      nichts einzuwenden volle zustimmung. die freiheit muss immer wieder aufs neue verteidigt werden. kein system ist gegen einen rückfall in die barbarei gewappnet. augen auf. ich finde es zum beispiel gefährlich, die unterschiede zwischen der heutigen demokratie und der vergangenen diktatur zu verwischen und sie dadurch beliebig zu machen.

      btw was für mechanismen meinst du denn?

    81. misterL schrieb am 11. März 2009 at 13:16 - Permalink

      @fpk

      Den Wert eines Schatzes kann man an sich erst dann schätzen lernen, wenn man ihn verloren hat. Insoweit schätze ich diesen Schatz, weil ich ihn stetig ein wenig mehr verloren sehen gehe, je mehr in unserer erlebten Meinungserzeugungswirtschaft eben jener Schatz zum Nutzen weniger verkauft wird.

      Unsere Meinungserzeugungswirtschaft läßt keinen echten und schon gar keinen fairen Disput zu, sondern liefert Nuancen einer sehr eindimensionalen und in sich sehr ähnlichen Denkrichtung. Das als Erfolg der Demokratie zu feiern fällt mir mit zunehmenden Alter immer schwerer. Das ist vielleicht Dir nicht vermittelbar – kein Vorwurf, sondern nur eine mögliche Idee.

    82. name schrieb am 11. März 2009 at 13:30 - Permalink

      fpk,

      Wenn es so lustig wäre, könnte ich sogar drüber lachen, aber du scheinst nicht mal einmal die einfachsten Regelungen zu begreifen: wenn eine Verkehrs- und Industriepolitik für den Gewinn und das Kapital von Eigentümern von privaten Konzernen Tote gezielt in Kauf nimmt, und diese Toteszahlen hundertausend Menschen und mehr umfassen, dann lässt sich so eine politische Ausrichtung als gezieltes Unrecht qualifizieren.

      Und wenn du nicht weisst, wat ne Grenze ist und das an Staatsgrenzen der militärische Sperrbereich und dessen Regelungen gelten, dann spricht dat gegen Dich, aber gewaltig in allen Farben. Da brauchste auch nicht jammern, und heulen, und tun, als ob alles schick und knorke ist.

      Nach den bundesdeutschen Regelungen hätte ich im militärischen Sperrbezirk sogar auf Kinder schiessen können, was nach dem Grenzgesetz der DDR unzulässig war, und die
      Ursache für diese Regelung ist auch einfach: nicht dem einfachen Soldaten sind ist das Risiko der Verletzung aufzubürden, sondern demjenigen, der diesen sensiblen Staatsbereich verletzt.

    83. mason schrieb am 11. März 2009 at 13:41 - Permalink

      @SF

      “Ich habe keine Ahnung – ich habe das Zeichen mal auf einer Seite gefunden, auf der es als ?Weg zur Wahrheit? ausgezeichnet war. Ob das nun 100% stimmt, weiß ich aber auch nicht”

      Hast Du nicht mal gesagt, dass Du webseiten die “Truth” im Titel tragen, grundsaetzlich misstraust ? Ich glaub ich muss mir nochmal ueberlegen, ob ich hier weiter lese ;)

    84. Nils schrieb am 11. März 2009 at 14:41 - Permalink

      Die chinesischen Schriftzeichen bedeuten laut meines chinesischen Bürokollegen “wahr”, “Wahrheit” oder auch “Realität”. Je nachdem, in welchem Zusammenhang sie benutzt werden.

      Schöner Artikel übrigens.

    85. Hohenstaufen schrieb am 11. März 2009 at 16:49 - Permalink

      @ name

      “Nach den bundesdeutschen Regelungen hätte ich im militärischen Sperrbezirk sogar auf Kinder schiessen können,…” Zitat “name”

      Das stimmt nicht !

      Siehe UZwGBw §16
      http://www.gesetze-im-internet.de/uzwbwg/__16.html

    86. Sawo schrieb am 11. März 2009 at 16:54 - Permalink

      @ Jens
      Leider funktioniert das Laden von Bildern nicht :(

    87. name schrieb am 11. März 2009 at 17:46 - Permalink

      @85

      Hohenstaufen: du hast mal wieder keine Ahnung.

      Grundsätzlich gilt § 15 I-III Uzwbwg unbeschränkt : danach darf auf alle Personen und Menschenmengen geschossen werden.

      § 16 Abs. III Uzwbwg konkretisiert die Fälle bei Kindern auf Erkennbarkeiten (!) und nach herrschender juristischer Meinung im deutschen Wehrrecht, ist bei § 16 Abs. III Uzwbwg der Schusswaffeneinsatz beim Angriff von Kindern auf das Leib (!) und Leben von Soldaten zulässig.

      “Die Überlegungen zu § 16 Abs. 2 S. 2 UZwGBw müssen in gleicher Weise für den Schusswaffengebrauch gegen Kinder in § 16 Abs. 3 UZwGBw gelten. Nach dem Gesetzeswortlaut handelt es sich um ein Verbot110). Sollte ein Kind gegen einen Soldaten in der Weise vorgehen, dass dessen Leben bedroht ist und eine Abwehr nur mittels Schusswaffengebrauch erfolgen kann, stellt sich die Frage, wie das Verbot zu umgehen ist. Nach einer Meinung111) soll das Verbot in diesem Fall nicht gelten. Andere weichen auf die Notwehr aus112). Sachgerecht erscheint es, das Verbot in § 16 Abs. 3 UZwGBw in der Weise zu lockern, dass in dieser Extremsituation (gegenwärtige Gefahr für Leib oder Leben) unter der Voraussetzung, dass der Schusswaffengebrauch das einzige Abwehrmittel ist, die Schusswaffe auch gegen das Kind eingesetzt werden darf.”

      http://www.deutsches-wehrrecht.de/Aufsaetze/NZWehrr_2002_177.pdf

      Sicher bist du noch nie Nachts Wache in einem militärischen Sicherheitsbereich der Bundeswehr gelaufen oder hast ein Wachschiessen auf bewegliche und unbewegliche Scheiben bei Nacht und bei Tag absolviert: du erkennst nämlich in diesem Bereich in der Nacht überhaupt nicht, ob jemand sich als Kind, Jugendlicher oder als Sonstiges mit unterschiedlichen Absichten sich in diesem militärischen Sicherheitsbereich bewegt. Daher auch die Regelungen des Paragarphen 15 als allgemeine Generalklausel und Wertung.

    88. Hohenstaufen schrieb am 11. März 2009 at 18:14 - Permalink

      @ name:

      Sie argumentierten “im milit. Sperrgebiet hätte ich auf Kinder schiessen können”.
      Hier gibt es eben kein Sonderrecht, wie Sie das suggerieren. Es genügt hier auch nicht, aus einem juristischen Aufsatz zu zitieren, den man halt dank google mal schnell gefunden aber anscheinend nicht ganz verstanden hat.
      Ein “Schiessen auf Kinder” ist wenn überhaupt im Rahmen der allgemeinen Notwehr zulässig, dies hat aber nichts mit “militärischen Sperrbezirken” oder dem Wehrrecht zu tun. Ganz im Gegenteil, dieses ist enger gefasst wie das Gesetz im Strafgesetzbuch.

      Ob sie eventuell mal Streife gelaufen sind, wie so viele Wehrpflichtige, trägt zum Sachverhalt nichts bei.

    89. name schrieb am 11. März 2009 at 18:32 - Permalink

      @Hohenstaufen

      Grundsätzlich ist nach § 15 ff. Uzwbwg ist der Schusswaffeneinsatz auf alle Personen zulässig. Und was ich zu § 16 Abs. III schrieb ist genau herrschende Meinung: das Verbot gilt nur unter der Vorraussetzung:

      1) Ist die Person als Kind überhaupt erkenntbar

      2) Es gilt nach herrschender juristischer Meinung im Wehrrecht (!) nicht, wenn diese erkennbaren Kinder Soldaten angreifen: hier erfolgt auch keine Lösung über die Regelung des § 32 StGB, der im übrigen vom Wortlaut her nicht milder, sonder schärfer ist.

      Die sozialethische Einschränkung des Notwehrrechts als unbestimmter, nicht vom Wortlaut gedeckter Rechtsbegriff, weil nicht erkennbar, ist im übrigen nicht durch Art. 103 Abs. II GG gedeckt und daher sind die Fallgruppen auch umstritten, ob und wann diese unter welchen Bedingungen überhaupt gelten.

      Sie haben einfach überhaupt keine Ahnung vom Sachverhalt und den bundesdeutschen Regelungen. Von der praktischen Seite kann man von jemanden, der nie gedient hat, natürlich sowieso keine sachlichen Ergebnisse erwarten, von juristischen Sachfragen mal völlig abgesehen.

      Ich hätte nämlich auch ganz einfach mal die NJW in den gebundenen Ausgaben aus dem Schrank nehmen können.

    90. timmi schrieb am 11. März 2009 at 18:57 - Permalink

      So jetzt hab ich es auch mal geschafft eine Antwort zu verfassen. Bin immer wieder beeindruckt, wie schnell die Kommentare in diesem Blog wachsen. Immerhin ist ein großer Teil auch qualitativ zu beachten. Nehmt es mir also nicht übel, wenn ich den großen Satz versuche und nochmal auf einige ?alte? Kommentare eingehe und mir die DDR/BRD S*zvergleiche spare. Insbesondere auf: 8, 12, 23, 44
      Noch eine kleine Frage vorab: Was ist ein VT? Und was ein NDS?
      @SF: Mangelndes Ansehen in internationalen Kreisen von Sinn kann ich immer noch nicht erkennen. Im vergangenen Herbst nannte ihn Olivier Blanchard guten Freund und geschätzten Kollegen. Naja, der Oli hat es so ziemlich in den Olymp der Volkswirte geschafft, da kann man schon von internationaler Anerkennung oder ansehen sprechen.
      Der Punkt, dass man negative Dinge gerne von sich weist (Stichwort Weltkonjunktur), ?Erfolge? aber gerne auf die eigene Fahne schreibt (Stichwort Agenda 2010), ist ebenso menschlich wie richtig. In diesem Fall lässt sich aber der internationale Einfluss (irgendwo ging es ja anfangs um amerikanische Immobilien) nicht abstreiten. Andererseits wären ?unsere? Autobauer (insbesondere GM und Opel) auch ohne die ?Finanzkrise? in die Bredouille geraten, höchstwahrscheinlich nur noch nicht so schnell.
      Was die Sachen mit den Quellen angeht, hatte ich mir sowas wie von COPOKa in #9 gepostet vorgestellt und daher großen Dank an ihn. Leider konnte ich dort nichts von Basaren lesen.
      @Copoka: Bei den Hartz IV Sätzen bin ich noch ziemlich bei Dir, aber dass Schwarzarbeit wahres Gift für einen Sozialstaat ist, liegt doch auf der Hand. Man kann ihm jetzt vorwerfen das sprichwörtliche Korn des blinden Huhns gefunden zu haben, aber falsch liegt er in diesem Punkt sicherlich nicht. Bei den zu höhen Löhnen gehe ich auch nicht so ganz d?accord mit Dir. Ich habe immer das Gefühl, dass Sinn von zu hohen Lohnkosten (Löhne ? Das Brutto der AN; Lohnkosten ? Brutto zzgl. AG-Anteil SV, U1, U2, Handelskammer, Genossenschaft, ?) spricht und da muss ich ihm wieder recht geben. Es ist mir unbegreiflich warum der ?Faktor Arbeit? so teuer gemacht wird und nicht lieber das Einkommen anstatt dessen Erwerb belastet wird.
      Die konkret verantwortlichen Personen bei Systemfehlern sind aber doch eigentlich recht einfach zu benennen. Es sind nun eben nicht die Handelnden innerhalb des Systems, sondern die Gestaltenden des Systems. Soll jetzt nicht heißen, dass ich nicht der Meinung bin, dass die Manager nicht die Konsequenz ihres Handeln tragen sollten, nur sehe ich die eher arbeitsrechtlich als staatstragend. Doch die Merkels, Westerwelles, Münteferings, Özdemirs, Gysis und Lafontaines werden sich hüten ihre Sündenböcke im Wahljahr zu begnadigen und das ?Spiel? mit neuen Regeln zu versehen (um mal Sinns Metaphorik zu nutzen).
      Den Geldadel kann ich übrigens noch nachvollziehen, mit den Finanzhasardeuren stellt er sich aber auch nicht sonderlich gut, wenn ich da an seine Forderung zur Eigenkapitalquote denke.
      Dein Blog gefällt mir, muss ich in Zukunft öfter mal vorbei schauen (*Schelim, Schleim*).

      @SF #44: Genau das wirfst Du aber, in gewisser Weise, Sinn mit seinem Juden/Banker Vergleich vor, oder täusche ich mich?

    91. Hohenstaufen schrieb am 11. März 2009 at 19:12 - Permalink

      Ich wiederhole mich:
      Ein Schusswaffengebrauch gegen Kinder kann eben gerade NICHT aus dem Wehrrecht hergeleitet werden.
      Ihre Behauptung “und nach herrschender juristischer Meinung im deutschen Wehrrecht, ist bei § 16 Abs. III Uzwbwg der Schusswaffeneinsatz beim Angriff von Kindern auf das Leib (!) und Leben von Soldaten zulässig.” ist durch nichts belegt. Ihm von Ihnen zitierten Artikel wird in diesem Fall der Schusswaffengebrauch im Rahmen der Notwehr als möglich erachtet. Mit dem Wehrrecht wird eben gerade NICHT argumentiert.
      Ich zitiere hier den Autor (Heinen), den sie anführten.
      http://www.deutsches-wehrrecht.de/Aufsaetze/TruppWehr_2000_735_Word.pdf

      “Nur dann ,wenn der Angegriffene in seinem Rechtsgut Leben unmittelbar bedroht ist und eine Rettung nur über eine gezielte Tötung des Angreifers möglich ist, darf diese auf der Grundlage der Notwehr/Nothilfe ausgeführt werden.§ 16 Abs. 3 UZwGBw enthält eine weitere EINSCHRÄNKUNG für den Schusswaffengebrauch gegen Kinder und Jugendliche.(AusfBest UZwGBw Nr. 81, 82)

      Herr Heinen plädiert ja für eine LOCKERUNG des Verbotes in §16 Abs.3 UZwGBw, haben Sie das überlesen ? Folgt unmittelbar der von Ihnen zitierten Passage nach.

      Ich konnte es mir nicht verkneifen:
      Zitat “name”
      “Ich hätte nämlich auch ganz einfach mal die NJW in den gebundenen Ausgaben aus dem Schrank nehmen können.”

      Und jetzt greife ich mal zu meiner NJW, nicht nur gebunden wie bei Ihnen, sondern sogar in Kalbsleder mit Goldschnitt !

    92. Der Schachspieler schrieb am 11. März 2009 at 19:32 - Permalink

      Auf was ich seit längerem warte und auch ziemlich vermisse bei den Kritikern:

      Wo ist die Alternative zu dem Sinn?

    93. aquadraht schrieb am 11. März 2009 at 21:27 - Permalink

      92: Was ist mit Heiner Flassbeck, mit Joachim Bischoff, Rudolf Hickel, Jörg Huffschmid, selbst Joachim Jahnke? Immerhin haben die alle nicht so gnadenlos daneben gelegen wie Sinn und Konsorten. Und sie sind nicht so verkommen gekauft wie Sinn, Raffelhüschen, Rürüp und so weiter. Man könnte ja auch Krugman holen ..

      P.S. mein abschliessender Kommentar zu den Schriftzeichen: die alternative Schreibweise von shi2 habe ich jetzt auch gefunden, aber an dem zhen fehlt ein horizontaler Strich, das sind 3 :). Man kann das auch mit aufrechte/gerechte Praxis übersetzen. War aber verwirrend, dass ein Kurzzeichen mit einem traditionellen, dazu noch in einer alternativen Schreibweise, zusammen auftrat. Ich hab mir nen Wolf gesucht und ohne die Tips der anderen trotzdem nicht gefunden ..

    94. misterL schrieb am 11. März 2009 at 22:50 - Permalink

      @timmi

      Ich denke Du irrst – Teil 1.

      Andererseits wären ?unsere? Autobauer (insbesondere GM und Opel) auch ohne die ?Finanzkrise? in die Bredouille geraten, höchstwahrscheinlich nur noch nicht so schnell.

      Nicht weniger schnell, sondern sehr viel früher aber vielleicht weniger unumkehrbar.

      Ich denke Du irrst – Teil 2.

      Es sind nun eben nicht die Handelnden innerhalb des Systems, sondern die Gestaltenden des Systems.

      Sie sind beides und spielen PingPong mit den Merkels, Westerwelles und Steinbrücks. Und zwar die Form PingPong, wo man um die Tischplatte läuft und eigentlich seinen eigenen Ball zurück spielt und den Ball zusammen im Spiel halten will. ;-)

    95. Tipp schrieb am 12. März 2009 at 03:47 - Permalink

      @92: In Ergänzung zu #93 seien noch Bofinger, Heusinger und Stiglitz genannt.

    96. Goldener Reiter schrieb am 12. März 2009 at 09:04 - Permalink

      @ 57 valli

      Was ist Marxismus-Leninismus ?

      Ehrliche Antwort, auf eine ehrliche Frage: Das weiss ich auch nicht.

      Ich habe diese Bezeichnung gewaehlt, da ich versuchte auf die offensichtlich “antikommunistische” Vorstellungswelt meines Mit-Diskutanten einzugehen. Der “Sender” ist schliesslich dafuer verantwortlich, das der “Empfaenger” versteht, was der Inhalt der Mitteilung ist. Und die Bezeichnung “Marxismus-Leninismus” kann man im alltaeglichen Sprachgebrauch “West” als identisch mit der Ideologie der DDR betrachten.

      Ob die DDR nun tatsaechlich “Marxistisch-Leninistisch” war, und was “Marxismus-Leninismus” eigentlich wirklich ist…Fragen ueber Fragen.

      Hinreichend Verstaendlich war ich leider trotzdem nicht.
      Auf die Erlaeuterung, was den “Neoliberalismus” derart kennzeichnet, dass man ihn nicht als Ideologie bezeichnen kann warte ich immer noch. Stattdessen werden unsinnige Verharmlosungs-Vorwuerfe erhoben!
      Aber ich hatte ohnehin nicht erwartet, dass mir fpk (oder sonst jemand) schluessige Gegenargumente liefern kann.

      So wie ich das sehe, steht meine Argumentation (33) nach wie vor unangefochten dar.

      Zu den Schriftzeichen ??
      Die vom SF benutzten Zeichen sind sino-japanisch und bedeuten “Wahrheit”
      Das erste ist allerding etwas unsauber geschrieben.
      “Sauber” waehre es, wenn das zentrale Rechteck mit den zwei querstrichen vom darunterliegenden Strich getrennt waere. Zulaessig ist es trotzdem.
      (hier wird sogar nur ein Querstrich ausgewiesen)

      Die “chinesische” Schreibweise, sowohl die moderne (VRC) als auch die traditionelle (Taiwan) schreibt das zweite Zeichen deutlich anders.

    97. Gor schrieb am 12. März 2009 at 09:34 - Permalink

      Wow, wegen solchen Artikeln gab es zu jedem Zeitpunkt der Menschheit von verschiedenen Personen die Forderung der Abschaffung der Meinungsfreiheit.
      Allein zu behaupten, Sinn hätte nicht die Krise erkannt bzw. davor gewarnt ist an Lächerlichkeit kaum zu übertreffen. Der hat ein Buch ALLEINIG über die Problematik der Banken geschrieben (im Jahre 2004) und gerade in “Ist Deutschland noch zu retten” die Auswirkungen auf Real Wirtschaft teilweise perfekt wiedergegeben. Wenn man das Buch liest denkt man, das wäre erst vor ein paar Tagen geschrieben worden.
      Sinn ist ein Mensch der Probleme aufzeigt und die empirisch belegt und gerade in seinen Büchern auch viel mit Statistiken verschiedener Bundesämter. Wo ist Ideologie, wenn Deutschland weltweit neben Frankreich und Schweden die höchsten Sozialabgaben hat oder unsere Einkommen teilweise mehrfach versteuert werden. Dieser Artikel zeigt eindeutig, wie Marxistisch das Denken in diesem Lande ist und wie verschwindend gering wirtschaftliche Kompetenz in Politik und Privatleben vorhanden ist, denn jeder mit ein bißchen Ahnung würde solch einen Schwachsinn wie der Autor in diesem Fall nicht schreiben.
      Achja: Jeder der Marx als Ideologen sieht, sollte sich mal “Aktivierende Sozialhilfe” bei wikipedia durchlesen. Wer diesen Ansatz schlecht findet, sollte dann bitte nach Kuba auswandern und nicht unser schönes Land zerstören.

    98. name schrieb am 12. März 2009 at 10:42 - Permalink

      @97

      Herr Unsinn hat überhaupt nichts wissenschaftliches zu keinem Zeitpunkt beigetragen. Seine Interviews im Holzbrinckkonzern sind wirklich köstlich: soviel geballten ökonomischen Unsinn ist sonst selten zu finden. Er steht dort inhaltlich auf gleicher Stufe mit Mohammed Said el Sahhaf, obwohl dessen Form der Propaganda wenigstens noch lustig anzusehen war.

      Krise, welche Krise und Amerikaner, welche Amerikaner ;)

      Das einzige was Mister Unsinn durch die Gegend trägt, ist sein Bart, aber auch das ist natürlich zulässig, auch wenn dieser diesen kleinen Mann samt seinem veröffentlichen Unsinn noch lächerlicher macht, als er ohnehin schon ist.

      Vor Marx brauchst du keine Angst haben Gor, der kommt noch schneller vorbei, als du es dir je vorstellen könntest. Wir haben keine Finanzkrise Gor, sondern eine systematische Krise der Kapitals, die weltweit nicht mehr in der Lage ist, die Ware Arbeitskraft zu verwerten. Das Kapital hat over and out, und das einzige politische System was dieses noch ein kleines Zeitfenster retten kann, ist ein moderner Faschismus mit einem Krieg gegen die Produktionskapazitäten der Konkurrenten.

      So sieht es aus Gor, ;)

    99. Goldener Reiter schrieb am 12. März 2009 at 10:57 - Permalink

      @97 Gor

      Dieser Artikel zeigt eindeutig …wie verschwindend gering wirtschaftliche Kompetenz in Politik und Privatleben vorhanden ist…

      Wohingegen Dein Kommentar von wirtschaftswissenschaftlicher Qualifikation geradezu strotzt. (Kompetenz ist etwas anderes). Sicher, es sind immer die boesen boesen Kritiker, die alles kaputt machen. Auch die Weimarer Republik ist ja bekanntlich von einem linken Publizisten namens Ossietzky zu Fall gebracht worden. Obrigkeitshoerigkeit und Untertanengeist werden uns goldenen Zeiten entgegen fuehren. (Dich vielleicht nicht, aber Leute wie Sinn sicher)

      Wer diesen Ansatz schlecht findet, sollte dann bitte nach Kuba auswandern und nicht unser schönes Land zerstören.

      Dass die Herr- und Damschaften, die unsere Gesellschaft fleissig zerstoeren, nach Kuba auswandern ist zwar wuenschenswert, aber nicht zu erwarten. Die treibt es eher in die Schweiz oder nach USA.

    100. fpk schrieb am 12. März 2009 at 12:13 - Permalink

      @goldener reiter

      ok, aber nur weil ich so lieb bin, noch mal fuer die ganz langsamen.

      brd: es schwirren alle möglichen ideologien und ideen rum, manche prominenter, manche weniger prominent. mache mainstream, manche paria. du darfts fuer alle und gegen alle argumentieren, sie vermischen, sie veralbern, verspotten, oder verglöttern – pluralismus.

      ddr: eine ideologie, wer was dagegen hat hält lieber das maul, weil sonst schluss mit lustig – kollektivistische monokultur.

      wenn du den unterschied, um den es mir ging (Bedeutung von ideologie in brd und ddr), jetzt noch nicht raffst, weiß ich auch nicht mehr.

    101. Goldener Reiter schrieb am 12. März 2009 at 14:18 - Permalink

      @100 fpk

      OK, kapiert.

      Du haettest aber auch gleich sagen/schreiben koennen, dass Du den Neoliberalismus ebenfalls als Ideologie erkennst, und nur der Meinung bist, dass bei uns ideologischer Pluralismus herrscht.

      Die Meinung teile ich aber auch nicht. Unsere “buergerlichen” Parteien erklaeren ihre Ansichten zu Kapitalismus und freier Marktwirtschaft ganz offen als Verbindlich, behaupten sogar wahrheitswiedrig, sie stuenden so im GG.

      Kritiker dieser Ansichten werden von ihren Fuehrenden Vertretern unnd unterstuetzt durch Leitmedien und Lobbyisten (wie Sinn) als “Kommunisten”, “Sozialschwaermer” oder “Populisten” beschimpft und aus der oeffentlichen Diskussion ausgegerenzt.

      Das ist vieles. “Pluralismus” ist es nicht.

    102. name schrieb am 12. März 2009 at 14:40 - Permalink

      Einen Pluralismus gibt und gab es noch nie fpk in der BRD, noch nie in deren realen Arbeitswelt.

      Wenn Du hier irgendwo am Arbeitsplatz das Maul aufmachst, wirst du entlassen und ökonomisch vernichtet. Du darfst arbeiten, und dabei die Fresse halten, und in deiner freien Zeit darfst du dir die veröffentliche Meinung einiger weniger Meinungsmacherfamilien zum Gemüt führen.

      In der Arbeitswelt der DDR konntest du Fresse aufreissen, wenn irgendwas nicht funktioniert hat, gestimmt hat, Ersatzeile fehlten und nicht zu bekommen waren, du konnest in sozialen Fragen sofort über die mächtigen Gewerkschaften vieles regeln, und Dir ist deswegen gar nichts passiert.

      In der bundesrepublikanischen Arbeitswelt kannst du gar nichts mehr äußern. Nichts. Das ist Wahrheit.

      Du lebst irgendwo, aber nicht in Deutschland fpk.

    103. Goldener Reiter schrieb am 12. März 2009 at 16:10 - Permalink

      Nachtrag:

      Im politischen Bereich ist es ohnehin egal, welcher Ideologie die Regierenden anhaengen. Politiker, die sich von der Vernunft abgenabelt haben und jegliche, ihren Glaubenssaetzen widersprechenden Fakten ignorieren, richten frueher oder spaeter immer Schaden an.

      Und die Selbstimmunisierung gemaess “Freiheit statt Sozialstaat” (oder so aehnlich) Marke West ist sowieso effektiver als die Stasi…
      Wozu auch Kritiker extra einsperren, wenn man sie dem Spott und der Verachtung der Massen preisgeben kann?

    104. Lemmy Caution schrieb am 12. März 2009 at 16:39 - Permalink

      @fpk: Mit name über einen unter großen Gelächter untergegangen “Staat” mit dem Namen DDR zu diskutieren ist zwar für eine Weile ganz amüsant auf die Dauer aber wohl eher Zeitverschwendung.
      Ich hätte überhaupt keine Probleme, wenn solche Meinungen nun in der Krise in einem gewissen Teilgebiet Deutschlands wieder die Mehrheit bekommt. In einem realen Musterstaat kann man ja die Wunder des Sozialismus (har har har) viel besser darstellen. Nur wird das niemals geschehen.

      Zurück zum Thema:
      Bin kein Experte für Hans Werner Sinn, aber hier wird das aus meiner Sicht wirklich verkürzt dargestellt:
      Deutschland war auf der östlichen Seite von Gesellschaften umgeben, die sich aus eigener Kraft und ohnegewaltige Ströme von Subventionen von dem Joch des Kommunismus befreit haben. Diese haben gewaltige Quantensprünge in Produktivität und Ausbildungsniveau erzielt. In diesem Umfeld mußte in Deutschland Lohnzurückhaltung geübt werden. Zumindest solange die tschechischen, polnischen, slowakischen, ungarischen, lettischen, litauischen und estnischen Löhnen ein gewisses Niveau erreicht haben. Und die haben massiv aufgeholt. Die Automobil- und andere Industrien investierten selbstverständlich gerne in diese Länder.
      Sinn hat sich auch immer dafür ausgesprochen, dass durch Transferzahlungen Löhne ausgebessert werden sollten. Das hielten dann offenbar einige Germanen für irgendwie “ehrenrührig” und Leute, die oft gar keine Steuern zahlen, schimpften wild-gestikulierend über Verschwendung von Steuergeldern oder so.

      Im übrigen finden solche Krisen wie die jetzige eben in hochdynamischen Volkswirtschaften statt. Die Wirtschaft von kapitalistischen Staaten ist eben schwerer vorauszusehen als die von sozialistischen Staaten. Sowas wie Venezuela ist im Vergleich viel einfacher vorauszusehen. Ein einfaches Phasenmodell. Die sind jetzt in der ?When the crib is empty, the horses bite each other” Phase. Und als nächstes kommte die awe-Phase (von shock and awe). Alan Garcia 1990 reloaded ( http://www.youtube.com/watch?v=qkRJVCeDz_U )
      In kapitalistischen Wirtschaften kommen solche Krisen vor und die Marktwirtschaft wird gestärkt aus der Krise herauskommen. Spätestens nach der Japan-Krise wäre eine solche Krise wie die jetzige voraussehbar gewesen. Nur eben von eher wenigen Experten. Und wenn ihr jetzt mit einer langen Liste von irgendwelchen Quacksalbern kommt, die das alles schon gewußt haben wollen: Auch wenn man die ganze Zeit die Prognose abgibt, die Uhr steht auf 18:30 Uhr, liegt man 2 mal am Tag richtig.
      Zorry, aber jemand mußte hier einfach wieder für ein wenig Realismus sorgen.

    105. Ringo schrieb am 12. März 2009 at 17:11 - Permalink

      Auch wenn man die ganze Zeit die Prognose abgibt, die Uhr steht auf 18:30 Uhr, liegt man 2 mal am Tag richtig.

      zwei Mal? Wohl eher ein Mal. Aber streng genommen hat man damit ohne Angabe eines Ortes immer Recht…

      Die Marktwirtschaft wird also gestärkt aus der Krise kommen? Das ist ja schön. Sollte das Augenmerk nicht eher darauf liegen, wie die Menschen aus der Krise kommen? Ach nein, die Menschen sind ja für den Markt da und nicht umgekehrt – hatte ich vergessen.

    106. Lemmy Caution schrieb am 12. März 2009 at 17:34 - Permalink

      Für Menschen, mein Freund, gibt es zumindest in West-Europa und Kanada Sozialhilfe, in Mittelost-Europa Hilfe aus Westeuropa, in den USA karitative Organisationen, in Rußland selbstgebrannten Vodka, in Chile/Brasilien/Uruguay auch ein wenig Sozialhilfe wegen guter Ersparnisse, in Argentinien einen Regime-Wechsel durch Wahlen, in Kuba bessere Unterstützung von Exil-Kubanern aus den USA und vermutlich im Sommer ein Ende der US-Handelssanktionen, in Mittelamerika einschließlich Mexikos sehr wenig, in Venezuela viele Tote und in Bolivien ausreichend Lithium-Vorräte, dessen Förderungsrechte man ans Ausland verkaufen werden muß.

    107. Ringo schrieb am 12. März 2009 at 18:02 - Permalink

      Genau! Zynismus ist einerseits bequem und beruhigt andererseits das Gewissen so schön.

    108. name schrieb am 12. März 2009 at 18:50 - Permalink

      Lemmysmärchenstunde aus dem finsteren Unwissen ist mal wieder eröffnet ;)

      Vom Joch hat sich niemand befreit Lemmy. Das ist die objektive Täuschung und die Legende der Konservativen und bürgerlichen Rechten.

      Onkel Papst marschierte mit dicken Dollarkoffern der CIA nach Polen, Ungarns kommunistische Eliten erhielten ebenfalls dicke Geldkoffer und betteln heute beim IWF, und in der DDR lief unter dem KGB die Operation Strahl “Ljutsch”, die Ausdruck der sowjetischen Politik Anfang der achziger Jahre gegenüber den eigenen Verbündeten war, die darauf abzielte,kapitalistische Zustände und die Umverteilung des sowjetischen Volksvermögen für einen Teil der sowjetischen Eliten zu schaffen. Dieser Teil der ehemaligen sowjetischen Eliten hat einfach die DDR verkauft, und dafür gesorgt, dass es keinen Widerstand von keiner Seite geben wird.

      Berühmtes personelles Beispiel dieser Politik ist der heute in Sibieren einsitzende Chodorkowski auf der einen Seite, und Ministerpräsident Putin auf der anderen Seite.

      Aber Lemmy, bleibt du ruhig mal bei deinen Heldengeschichten ;)

    109. Momo schrieb am 12. März 2009 at 20:36 - Permalink

      @ 106 – Lemmy Caution

      Und was gibt es im rechts-regierten Kolumbien mit seiner oberkorrupten Regierung?
      - Wahlfälschung
      - Stimmenkauf im Parlament
      - Zusammenarbeit mit den faschistischen Todesschwadronen (die mehr Morde zu verantworten haben als die linke Farc)
      - Verbindungen der rechten Regierung mit der Drogenmafia
      - Vorwürfe von ehemaligen Farc-Geiseln, die Uribe-Regierung hätte kein Interesse an einer Beendigung der gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Farc, da sie ihre martialische Politik der “harten Hand” propagandistisch mißbrauche.

      Wenn Merkel dem korrupten Uribe-Regime die Aufwartung macht (so geschehen im vergangenen Jahr), dann leiden unsere “unabhängigen” und “überparteilichen” Medien an partieller Amnesie: Sie “vergessen”, auf die Verbrechen des Uribe-Regimes aufmerksam zu machen.
      Im Falle von Venezuela schauen unsere Medien dagegen ganz genau hin und schrecken auch vor plumpen Lügen nicht zurück. Das macht deren Kritik an Chavez (dessen Politik man durchaus kritisch im Blick haben sollte) nicht gerade glaubwürdig. Man prügelt einseitig auf Chavez ein, weil er eine linke Wirtschafts- und Sozialpolitik betreibt und verschweigt gleichzeitig die Verbrechen des neoliberalen Uribe-Regimes.

    110. misterL schrieb am 12. März 2009 at 21:03 - Permalink

      @Lemmy

      Im übrigen finden solche Krisen wie die jetzige eben in hochdynamischen Volkswirtschaften statt.

      Ein Spassvogel – einem Heinz Erhardt würdig. Ein mögliche Antwort wäre. Soso, die Weltrezession hat also auch die hochdynamisch Weltvolkswirtschaft in Burundi erreicht. Das ist ja interessant.

    111. misterL schrieb am 12. März 2009 at 21:08 - Permalink

      Falls übrigens an irgend einer Stelle davon “berichtet” werden sollte, wie überraschend das alles ist mit der Finanzkrise und der Weltrezession….

      Ein kleiner Hinweis von glaube ich 2005/2006.

    112. Heiko schrieb am 12. März 2009 at 22:16 - Permalink

      Das nervige an diesem neoliberalen Geschwafel ist, das selbst wenn der Sargdeckel schon drauf ist, immer noch Gebrabbel von diesen Toten kommt. Obwohl ich diese ja schon zu Lebzeiten für Hirntod gehalten habe.

      Sorry, aber das mußte sein. ^^

    113. Sulukol schrieb am 12. März 2009 at 22:53 - Permalink

      Für alle die hier von fachlichen Qualitäten von Prof. Sinn überzeugt sind http://www.dullien.net/pdfs/Beitrag%20Kromphardt.pdf ab Seite 5. Da wird auch klar, wie diese “Qualität” aufrechterhalten wird.

    114. Goldener Reiter schrieb am 13. März 2009 at 04:44 - Permalink

      @ 107-110

      Leute, Lemmys gut fundierte Argumentation sollte man aber spaetestens dann erkennen, wenn man sich Russland anschaut. Da hat die “Wende” und die “Abkehr” vom boesen, boesen Kommunismus ja eine freie, demokratische Geschellschaft und wirtschaftlichen Wohlstand fuer die gesamte Bevoelkerung gebracht.

      ups, nein, doch wohl eher das Gegenteil.

      Aber Russland ist ja gluecklicherweise der einzige ehemalige Ostblockstaat, in dem die Einfuehrung des Kapitalismus keine politische Mitbestimmung des Volkes und eine radikal schlechtere oekonomische Situation der Bevoelkerungsmehrheit mit sich gebracht hat.

      hoppla, schon wieder verhaspelt.

      Ich sollte vielleicht doch mehr Halluzinogene einwerfen, damit ich auch in einer so schoenen Welt leben kann, wie so manch anderer.

      Aber vielleicht reichen ja auch ein paar Talkshows mit Hans-Werner… :)

    115. Lemmy Caution schrieb am 13. März 2009 at 11:07 - Permalink

      Die üblichen persönlichen Angriffe und fingerpointing auf Länder, über die in 5 Jahren auch Sozialisten sagen werden, dass sie sich auf einen guten Weg befunden haben.

      Ich empfehle euch nun trotzdem einmal das venezoelanische Lehrstück.
      Was passiert,
      - wenn ein Staat überall Preise fixiert, dabei gegen ausbeuterische Unternehmer wütet und nun bald wöchentlich Unternehmen verstaatlicht?
      - wenn ein Staat den Arbeitern Versprechen gibt, die er überhaupt nicht einhalten kann?
      http://www.caracaschronicles.com/
      http://oilwars.blogspot.com
      http://daniel-venezuela.blogspot.com/
      http://blogs.salon.com/0001330/

      Das müßte euch doch interessieren, was da alles schief laufen kann. Für den Fall, dass die LINKE in Deutschland mal die Mehrheit bekommt (har har har). Aber ihr lernt ja aus den Fehlern eures System nicht. Ihr findet immer einen Schuldigen. Jetzt haben Russen die DDR verkauft.

      Vielleicht werdet ihr dann Hans Werner Sinn mit ganz neuen Augen wahrnehmen.
      Meine Prognose der sinkenden Socialismo Siglo XXI Begeisterung bei nicht mehr steigenden Rohstoffpreisen, hat jedenfalls voll ins Schwarze getroffen. Wenn man Ideologie über gesunden Menschenverstand und menschliches Mitgefühl stellt, dann erklärt man sich halt lauthals solidarisch mit Regimes, solange desssen Performance der scheinbaren Bestätigung der Ideologie dient. Sobald sich in dem Land Probleme einstellen, haben die eiskalten Ideologen das schon immer kritisch gesehen.

      Hier meine nächste Prognose (Herbst 2009). Stellt das euch einfach als Caracas und nicht als Lima vor: http://www.youtube.com/watch?v=qkRJVCeDz_U

    116. Plechi schrieb am 13. März 2009 at 14:57 - Permalink

      Hallo Jens,

      habe gerade auf der “duckhome”-Seite was sehr interessantes dazu gefunden.

      Es wäre evtl sogar ein update deines Artikels wert.

      Kurz: Auch Jochen Hoff beschäftigt sich mit dem 1,1 Milliarden Unsinn für Sinn. :-)

      Dazu bekam er nun die Aufforderung, seinen Artikel bis heute wieder aus dem Netz zu nehmen, sonst gibt es Unterlassungsklage von der Leibnitz-Organisation.

      Anbei die beiden Links zu ihm und dem Fall:

      a) der ursprüngliche Artikel:
      http://www.duckhome.de/tb/archives/5697-Theoria-cum-praxi-Wissenschaft-zum-Nutzen-und-Wohl-der-Menschen.html#extended

      b) die Veröffentlichung des Briefes von “Leibnitz” an Hoff:
      http://www.duckhome.de/tb/archives/5722-Die-Leibnitz-Gemeinschaft-klagt-zurueck.html

      Gruß Plechi

    117. Goldener Reiter schrieb am 13. März 2009 at 15:43 - Permalink

      @115 Lemmy Caution

      Jetzt haben Russen die DDR verkauft

      Nun, dass das SED-Regime in der DDR nicht zusammengebrochen waere, wenn Moskau es nicht fallen gelassen haette kann man mit ziemlicher Sicherheit annehmen. Ebenso waeren wohl WP und SU nicht untergegangen, wenn der Kreml bereit gewesen waere Waffengewalt gegen seine Voelker einzusetzen.

      In China hat selbige Strategie zur gleichen Zeit jedenfalls noch effektiv funktioniert.

    118. name schrieb am 13. März 2009 at 15:54 - Permalink

      @115

      Das es schwere Machtkämpfe in den achziger Jahren innerhalb der sowjetischen Eliten gab, ist überhaupt kein Geheimnis. Es auch kein Geheimnis, dass sich diejenige Fraktion innerhalb der Nomenklatura, die auf auf den eigenen Kapitalismus mit Selbstberreicherung am direkten sowjetischen Volksvermögen und der eigenen Russifizierung gesetzt hat, sich letztlich durchgesetzt hat. Diese Politik dürften letztlich die Fraktionen im KGB umsetzen, gegen die eigenen Restwiderstände im Militär und bei den offiziellen Verbündeten.

      Du weisst über die historischen Realitäten in den achtziger Jahren gar nichts. Während die einen sowjetischen Soldaten und Offiziere in Afgahnistan verreckten, rannten solche Gestalten wie Chodorkowski damals schon mit den ersten Dollars herum.

      Den Plan die DDR, meistbietend an den Westen zu verkaufen, gab es schon in fünfziger Jahren Lemmy, aber damals setzen sich die sowjetischen Miliärs, nicht einmal zehn Jahre nach dem zweiten Weltkrieg und dessen Schrecken, noch gegen die antisowjetische, russisch nationalisierte Fraktion innerhalb des Politbüros durch.

      Die “aufständischen” Bürgerrechtler in DDR haben genau mit und im Sinne ihrer Auftrager im KGB agiert, und dieses agieren fand immer genau in dem Rahmen statt, den die Russen zuliessen und vorgaben. Da, wo sich die “Bürgerrechtler” einbildeten, sie wären wichtig und sie wären “Revolutionäre”, liessen die Russen die Kalaschnikows durchladen und machten ganz schnell klar, wer welches Tempo und welche Richtung bestimmt.

    119. Lemmy Caution schrieb am 13. März 2009 at 18:09 - Permalink

      Die Frage ist doch, warum in der SU das Interesse an der SU als solche deutlich gesunken ist. Die Machteliten selbst wollten einen Systemwechsel, da sich ihnen den Eindruck aufdrängte, auf dem Holzweg zu sein.
      Im Westen gabs diese Zweifel ja nicht.
      Hatten diese stärkeren Zweifel vielleicht
      - Ursachen in der russischen Realität.
      - Zufall
      - eine moralische Schwäche der russischen Elite und wenn ja, warum war die russische Elite anfälliger für eine solche Schwäche als die westliche
      - induziert durch westliche Geheimdienste
      ?

      Und warum erkannte die Mehrheit der DDR-Bürger nicht, dass dies alles ein übles Spiel war, um sie an den Westen zu verkaufen? Und warum bildet sich nun in der ehemaligen DDR keine Mehrheit, die sich für die Restaurierung des Arbeiter und Bauern-Staats einsetzt?
      Und wenn die Mehrheit eben dumm ist, hat eine geistige DDR-Elite das Recht, einen Arbeiter und Bauern Staat zu restaurieren. Zum Wohle aller?

    120. effizienzcluster schrieb am 13. März 2009 at 21:56 - Permalink

      Lemmy was laberst du da?
      Keine Schamgrenze?
      Du wurdest gerade mal wieder auseinandergenommen, komm jetzt nicht mit grenzdebilen rhetorischen Fragen, schäm dich einfach mal.
      Ich erwarte jetzt ein betretenes Schweigen deinerseits und Gnade der anderen dir gegenüber (denn er weiß nicht was er schreibt)

      Dein infantiles Gebrabbel würdest du nicht von Angesicht zu Angesicht bringen, jede Wette, das wäre selbst dir zu peinlich.

      Leg dich ins Grab oder steh davor und heul rum aber laber die Friedhofsbesucher nicht von der Seite an, keiner hat dich gefragt und ein Interesse daran dein krudes Weltbild zurechtzurücken hatten ja anscheinend nicht mal deine Eltern.
      Wo soll man da auch anfangen?

    121. Hans P. schrieb am 13. März 2009 at 22:40 - Permalink

      Ich staune, dass es hier soviele Kommentare gibt.
      Der Sinn gibt doch schon seit ich weiß nicht wieviel Jahren seine Rolle als Steilvorlage für jeden Kabarettisten. Wenn ich mir denn mal die Zeit nehme, einen Satz von ihm zu Ende zu hören / zu lesen, find ich es immer ziemlich komisch. Meist ist es mir die Zeit aber nicht wert. Einfach ignorieren, die Knallcharge.
      Und alle, die auf ihn hören oder ihn für voll nehmen, qualifizieren sich doch schon allein dadurch für Nichtbeachtung ihrer wirtschaftlich-sozialen Verquastheiten.
      Lachhaft. Und mehr Aufmerksamkeit sollten diese Figuren auch nicht mehr bekommen.
      Wir nehmen die Knallknöppe ganz einfach viel zu ernst. Wenn ihnen bei jedem öffentlichen Auftritt erst mal herzhaftes Gelächter entgegenschallt statt dem Versuch, mit ernster Miene und wohl abgewogenen Argumenten den Unsinn geradezurücken, würde sich das auch ziemlich sicher schnell relativieren.

    122. Momo schrieb am 15. März 2009 at 23:57 - Permalink

      @ 115 – Lemmy Caution

      Dieser Professor (Un)Sinn ist doch jenseits von gut und böse. Sulukol hat in seinem @ 113 mit einem sehr treffenden Beispiel darauf aufmerksam gemacht.

      Ich möchte ein weiteres Beispiel anführen:

      Im Jahre 2003 äußerte sich der Großökonom Sinn zum Thema Rente (siehe beigefügten Aufsatz Professor Butterwegges, Seite 7):
      http://www.gesundheit-nds.de/downloads/butterweggedemografischerwandelsozialstaatsref.pdf

      ?Wer keine Kinder in die Welt setzt und großzieht, dem kann eine erhebliche Rentenkürzung zugemutet werden. Die Rente sollte nicht auf Null reduziert werden,
      denn das würde ihre ökonomische Hauptfunktion als Schutz gegen die ökonomischen
      Konsequenzen der Kinderlosigkeit negieren und unberücksichtigt lassen, dass die Kinderlosen auf dem Wege des Familienlastenausgleichs einen gewissen, wenn auch geringen Beitrag zur Mitfinanzierung der Kinder leisten. Doch erscheint beim durchschnittlichen Rentenbezieher eine Kürzung der Rente auf die Hälfte als angebracht. Nur wer mindestens drei Kinder großzieht und durchschnittliche Beiträge gezahlt hat, dem kann die umlagefinanzierte Rente im bisher erwarteten Umfang erhalten bleiben.?

      Nun müssen sich die Kinderlosen also noch bei Professor Sinn dafür bedanken, daß er ihnen die Rente statt um 100 Prozent ?nur? um 50 Prozent kürzen möchte. Und Rente auf heutigem Niveau hätten nur jene Rentnerinnen und Rentner zu erwarten, die mindestens drei Kinder in die Welt gesetzt haben!

      Seinerzeit hatte sich die heutige Bundeskanzlerin Merkel hinter die Kahlschlag-Vorschläge des Professors aus München gestellt, wie folgender STERN-Artikel (Titel: “Rente -Merkel will Kinderlose stärker belasten”) zeigt:

      “Konkret plädiere Merkel für die Vorschläge des Präsidenten des Münchener ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn. Der ifo-Chef hatte angesichts der Überalterung der deutschen Bevölkerung gefordert, für durchschnittliche Rentner ohne Kinder die Bezüge zu halbieren. Auch Rentnern, die nur ein oder zwei Kinder erzogen hätten, sollten die Zahlungen anteilig gekürzt werden. Nur wer mindestens drei Kinder großgezogen und durchschnittliche Beiträge gezahlt habe, solle die gesetzliche Rente im erwarteten Umfang weiter erhalten, hatte Sinn gesagt.”

      http://www.stern.de/wirtschaft/versicherung/505904.html

      Für den Fall, daß die von der übergroßen Mehrheit unserer Medien gewünschte schwarz-gelbe Koalition im September an die Macht käme, wäre interessant zu wissen, ob diese Kahlschlag-Ideen in der Rentenpolitik von einem schwarz-gelben Bündnis weiter verfolgt würden.

    123. Auroitor schrieb am 16. März 2009 at 14:31 - Permalink

      Meine Meinung nach ist Wirtschaftswissenschaft genau so wie Theologie in großem Masse keine Wissenschaft sondern Ideologie. Es geht dort nur um Annahmen und Modelle mit dem Zeil die eine Ideologie zu rechtfertigen und nicht um die Entdeckung des besten Wirtschaftens in der Praxis. Eine Wissenschaft ist frei und veränderlich und ändert sich mit neuen Erkenntnissen nicht so Wirtschaftsideologie sie versucht theoretisch nur die Ideologie zu festigen und in die Praxis umzusetzen. Nicht nur das sondern es behauptet in die Zukunft sehen zu könne und in voraus alle Antworten zu kennen. Es ist eine transzendentale Ideologie die weitreichende Macht besitzt welche aber nicht gerechtfertigt ist. Deswegen scheiterten alle bisherige wirtschaftliche Modelle.


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