Winnenden und mediale Verantwortung
geschrieben am 12. März 2009 von Spiegelfechter
Alle Jahre wieder findet in der medialen Öffentlichkeit das gleiche Spektakulum statt: Ein junger Bursche läuft Amok, tötet ehemalige Mitschüler und Lehrer und richtet sich letztendlich selbst. Bilder ganzer Kolonnen von Polizei- und Krankenwagen vor einer abgesperrten Schule fluten die Medien, angereichert mit weinenden Schülern und fassungslosen Angehörigen. Es werden Sondersendungen eingerichtet und das Programm wird eilends umgestellt. Sex and Crime ? der Zuschauer fiebert mit, seit neustem auch im Internet. MTV und Co. spielen geschwind ein Betroffenheitslogo ein und verzichten einen Tag lang auf Musik die in Verdacht steht, Aggressionen auszulösen. Zunächst spricht man von einem unauffälligen Jungen, der nicht viele Freunde hatte und als Außenseiter galt. Wenig später spricht man von einem Waffennarren, der in ?Killerspielen? seine Tat vorbereitete. Sondersendungen verbreiten Ratlosigkeit und tagelang tingeln selbsternannte Experten, und Menschen, die von Journalisten für Experten gehalten werden, durch die Talkshows der Republik. Politiker inszenieren sich und nutzen die Katastrophe, um Wahlkampf zu betreiben ? Killerspiele gehören verboten! Das Internet ist böse! Pädagogen und die politische Opposition sprechen von Mobbing und Leistungsdruck. Mehr Lehrer und Schulpsychologen müssen her. Schlussendlich ist die Gesellschaft an allem schuld und bald wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben. Die MAZ der Einspielungen sollte man allerdings nicht all zu weit entfernt lagern ? nächstes Jahr wird sie wieder gebraucht.
Massaker und Amokläufe an Schulen gibt es bereits seit längerem. 1927 inszenierte Andrew Kehoe an einer Schule in Bath, Michigan, eine Serie von Bombenanschlägen, die ihn und 44 weitere Menschen das Leben kosteten. 1966 forderte der Amoklauf des Studenten Charles Witman in Austin, Texas, 14 Leben. Marc Lépine tötete 1989 an der École Polytechnique im kanadischen Montreal 14 Studentinnen. Thomas Hamilton riss 1996 auf seinem Amoklauf an einer Schule im schottischen Dunblane 17 Menschen mit in den Tod. Auch in Deutschland gab es bereits lange vor der Erfindung von ?Killerspielen? und dem Internet Schulmassaker ? 1964 stürmte Walter Seifert seine ehemalige Schule in Köln-Volkhofen mit einem selbstgebauten Flammenwerfer und tötete zwei Lehrerinnen und acht Schüler. Ein finaler Rettungschuß der Polizei hinderte ihn am Suizid, der das Massaker abschließen sollte. Alle anderen Amokläufer starben von eigener Hand.
Amokläufe an Schulen sind heute zu einer traurigen Kulturerscheinung geworden. Das Schulmassaker an der Columbine High School in Littleton im Jahre 1999 war dabei stilprägend. Die Choreografie moderner Schulmassaker baut auf dem ?Columbine High School Massacre? auf ? martialische Inszenierung, schwarze Kleidung, sorgsame Planung und der Vorsatz, möglichst viele Opfer mit sich in den Tod zu reißen. Auch die deutschen Schulmassaker in Erfurt, Emsdetten und Winnenden erinnern in ihrer Choreografie an Littleton. Wenn man also zwanghaft nach einer Vorlage für die Tat in Winnenden sucht, so wird man schnell fündig. Es erscheint daher auch reichlich abstrus, Computerspiele á la Counter-Strike als Auslöser und Vorbild in den Medienfokus zu zerren. Während die Parallelen zwischen dem Schulmassaker in Winnenden und Ego-Shootern nur mit großer Phantasie zu finden sind, liegen die Parallelen zwischen Winnenden und anderen Schulmassakern auf der Hand. Vorbild für den Amokläufer waren also weniger Pixelkrieger in der virtuellen Welt, sondern andere Amokläufer in der realen Welt. Der Ruf nach einer freiwilligen Selbstkontrolle der Medien wäre demnach begründeter als der Ruf nach einem Verbot von ?Killerspielen?.
Als Johann Wolfgang von Goethe 1774 seinen Roman ?Die Leiden des jungen Werther? veröffentlichte, zog dies eine Reihe von Selbstmorden nach sich, die in ihrer Inszenierung durch Goethes Protagonisten inspiriert waren, der sich im Roman aus Liebeskummer das Leben nimmt. Damals sprach man von einem ?Werther-Fieber?, heute spricht man in den Medienwissenschaften vom ?Werther-Effekt?. Der amerikanische Soziologe David Philipps stellte in den 70ern Zusammenhänge zwischen der medialen Berichterstattung über Suizide prominenter Persönlichkeiten und Nachahmungstätern fest. In Deutschland wurde der ?Werther-Effekt? im Jahre 1981 in Folge der Ausstrahlung der Fernsehserie ?Tod eines Schülers? nachgewiesen, in der sich der Protagonist vor einen Zug wirft. In Folge der Ausstrahlung nahm die Zahl der ?Eisenbahnsuizide? unter 15-19jährigen Schülern um 175% zu. Auch berühmte ?Selbstmordorte? unterstreichen die These, dass Selbstmörder oft rituell begangene Suizide kopieren ? zwischen 1948 und 1978 stürzten sich rund 1.000 Japaner in den Krater des Mihara Yama-Vulkans, während in den USA die Golden Gate Bridge in San Francisco ein obskures Objekt der Begierde für potentielle Selbstmörder ist. Ob und in welcher Art die Medien bei der ?klassischen Form? von Selbstmorden eine Mitverantwortung tragen, ist schwer zu beantworten. In Wien gibt es seit über 10 Jahren ein ?Gentlemen´s-Agreement? zwischen den lokalen Medien und den Wiener Verkehrsbetrieben. Seit nicht mehr über Suizide in der Wiener U-Bahn berichtet wird, ist die Zahl der Selbstmorde um rund 50% gesunken.
Ein Motiv der Amokläufer an Schulen in jüngerer Vergangenheit war die mediale Inszenierung. Auch der Amokläufer von Winnenden bezog den zu erwartenden medialen Hype wohl in seine Planung mit ein. Hätte der an Depressionen leidende Mann auch ohne die Vorlagen aus Littleton, Erfurt und Emsdetten die Form des Schulmassakers für seinen Abgang gewählt? Wäre er still aus dem Leben geschieden, wenn er nicht hätte erwarten können, ein mediales Großereignis zu werden, wenn er an seiner Schule Amok läuft?
Wenn die Medien also über Gründe für das Schulmassaker von Winnenden spekulieren, so sollten sie sich auch an die eigene Nase fassen. Wenn man die Schulmassaker der jüngeren Vergangenheit als extreme Formen des erweiterten Selbstmordes betrachtet und den ?Werther-Effekt? mit einbezieht, so trifft auch die mediale Berichterstattung eine Teilschuld. Ohne die sensationslüsterne und detaillierte Berichterstattung über die Massaker in Littleton, Erfurt und Emsdetten hätte es möglicherweise in Winnenden gar kein Massaker gegeben. Der Amokläufer hätte sich vielleicht vor einen Zug gestürzt, was 15 Menschen das Leben gerettet hätte.
Update: Die lustvoll über das Web 2.0 und dessen mangelnde Recherche lästernden Mainstreammedien sind anscheinend selbst Opfer einer Ente geworden. Der von der Polizei veröffentlichte Screenshot, der eine letzte Chat-Nachricht des Täters zeigen soll, ist wahrscheinlich ein Fake. Der Internetdienst Krautchan widerspricht dem Sprecher der Polizeibehörden in diesem Punkt und auch Google widerspricht der Version der Behörden.
Screenshot (klicken für größere Version):

Alle Bilder: Screenshot von Bild.de
Jens Berger
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Ein trauriges Kapitel. Komplettes Versagen bei den Eltern (wieso bitte liegt eine Waffe samt Munition im Nachttischschrank des Vaters?). Probleme des Jungen von niemandem erkannt (Familie, Bekannte, Schulkameraden, Lehrer). Tragisches Ende. Mein Beileid an die Hinterbliebenen.
ABER
Für jeden selbsternannten “Experten” von welchen dubiosen Kreisen auch immer – der nun permanent seinen Kopf in Nachrichten- und Newssendungen, Magazine und Talkshows hält und nur dummes Zeug von sich gibt 1 Euro – und ich bräuchte dieses Jahr nicht mehr zu arbeiten…
gruß
Bitte fassen Sie sich an die eigene Nase, Herr Berger, oder sind Sie nicht auch ein Teil der Medien. Sie berichten hier auch.
Soll etwa nicht mehr berichtet werden?
Letztendlich ist immer der Täter verantwortlich. Es ist eine Charakterfrage. Nelson Mandela hat 26 Jahre im Gefängnis verbracht. Ihm ist großes Unrecht wiederfahren. Ist er zum Terroristen geworden? Ihre Rechnung geht nicht auf. Mag nun Tim K. großes Unrecht gefühlt haben, eine Berechtigung für ein solches Massaker ist es nie. Es gab auch hier, wie richtig in Ihrem Artikel erwähnt, in der Nacht vor der Tat deutliche Hinweise. Sie wurden nicht erkannt. Hier ist u.a. ein Punkt, an dem man künftig ansetzen muß. Man u.a. sensibilisiert werden.
Schuld der Medien, die (wie auch immer) berichten??? Ich weiß ja nicht!
mich würde interessieren, welche Antidepressiva (und ab wann) Tim K. genommen hat; diese bewirken i.d.R. zweierlei: Antriebsteigerung und Stimmungsaufhellung; manchmal ist es so, dass die Antriebsteigerung zuerst erfolgt, ohne Stimmungsaufhellung, was dann die Suizidgefahr erhöht; daher müssen Patienten in der Phase einer beginnenden Antidepressiva-Therapie besonders beobachtet werden.
PS: heiße auch Tim K., habe aber ein Alibi !!
Unter den “historischen” Fällen sei noch dringend der Oberlehrer Wagner erwähnt, der 1913 (!) in paranoidem Wahn zuerst seine Familie auslöschte und dann in einem anderen Ort Feuer legte und alle Personen niederschoss, derer er gewahr wurde. Da er überlebte, konnte man herausfinden, was ihn dazu trieb – er hatte 10 Jahre zuvor einen sodomistischen Akt begangen und unterstellte allen Nachbarn und Dorfbewohnern, davon zu wissen und ihn dafür zu verachten – und auf diesem Boden begründete sich letztlich die deutsche Wahnforschung.
Die Doppelzüngigkeit bzgl. der Nachahmungseffekte zeigte sich gestern auch besonders schön. Einerseits wurde schon bald die Vermutung laut, er könnte durch den Amoklauf in Alabama rd. 12 Stunden zuvor inspiriert gewesen sein, andererseits berichteten alle Kanäle mehr oder weniger Nonstop exklusiv aus Winnenden. Das war aber natürlich Berichterstattung, keine Anleitung zum Nachbauen … Ganz abgesehen davon, dass eine solche Tat von einem anderen Amoklauf nicht verursacht sondern höchstens getriggert wird, aber das steht noch auf einem ganz anderen Blatt.
War die Ankündigung im Internet ein Fake oder nicht? Bitte nehmt Euch der Sache an.
Massen-Medien und Verantwortung?. Gabs das jemals? Das einzige das ich mehr verabscheue ist meine eigene Sensationsgeilheit. .
Ich mag halt bilder von heulenden Teenies/Eltern, SEK/MEK/GSG9 Beamte, MP5s, Snuff videos, Gewalt, Blut Gemetzel…und germany breaking news.. da geht mir einer ab…Bild Twitter ich komme…
@Frage
Das kann ich auch nicht sagen – Quelle ist der Sprecher der Polizei.
Danke Jens, sehr guter, ausgewogener Artikel, wegen der vielen Umstände, die du erwähnst, die in den Tittyinfotainmentbildern nie erwähnt werden dürfen. Als ich die Bilder der TV Antennenübertragungsfahrzeuge in diesen Massen vor Ort gestern Abend gesehen habe, musste ich wegschalten. Unerträglich das Ganze so anschauen zu müssen. Die Erzeugung von Hysterie und das Schüren von Emotionen mit den Mittel der Produktionbilderarmada bedeutet Quote. Sie zeigt aber auch auf, welche technischen und produktiven Möglichkeiten heute bestehen, um Stimmung erzeugen zu können.
OK – tragisch. Pech. Was mich wirklich nervt, ist die Masse an widerwärtigen Heuchlern aus der Politikerkaste wie Steinmeier, Merkel etc.. Steinmeier z.B. in “tiefer Trauer” und “finde nicht die richtigen Worte …”
Mein Gott! Dann halt doch einfach die Fresse!
Eklig, wieviel kondolierende Betroffene es plötzlich gibt.
Ja und zu den tollen Medien: Bei ResistanceX haben sie aktiv vernebelt und falsch dargestellt – siehe z.B. hier:
http://www.leckse.net/artikel/misc/abschiedsbrief-im-vergleich
Da die Polizei im Fall Sebastian versuchte, so schnell wie möglich alle Spuren aus dem Netz zu tilgen, haben diverse Leute dafür gesorgt, dass das nicht so einfach geht. Hier ist z.B. der Originalbrief:
http://www.schwittay-networks.de/zensur/
Es gibt Wahlen, es muss mal wieder eine Sau durch’s Dorf getrieben werden.
Das ganze ist schon sehr traurig. Es ist auch normal den familien beileid auszusprechen.
Aber was die politische Klasse da veranstaltet ist nur noch widerlich anzusehen. Neue CSU Betonköpfe singen das alte Lied von den Killerspielen und der n-tv Moderator stellt ernsthaft eine Frage ob man mit einer Überwachung des Internets die Morde verhindern könnte. Der große Bruder lässt grüßen. N24 ist ganz oben mit dabei den vollen Namen des Schützen zu nennen.
Da hat herr Berger schon recht. Dieser Medienzirkus ist übertrieben und irgendwie auch krank.
Die Titanic parodiert das ganze jedoch wieder hervorragend.
Ganz gut, dass auch Amokläufer erwähnt werden, die schon vor dem Computerspielzeitalter blind gemordet haben. Auch der Hinweis auf den Werther-Effekt finde ich gut, auch dies trägt zu einer differenzierten Betrachtung der Ursachen solcher menschlicher Katastrophen bei und zeigt die Verantwortung der Medien auf. Ich habe mich – bevor ich den Spiegelfechter-Artikel gelesen habe – ziemlich über einen SPON-Artikel geärgert, der auf recht voyeuristische, reißerische und unkritische Weise über Foren berichtet hat, in denen unreife Jugendliche und Erwachsene einen Kult um Serienmörder und Amokläufer treiben. Nach dem Motto: ich morde, deshalb bin ich wer. Angewidert wollte ich einen bösen Kommentar posten, aber da war schon einer. Andererseits muss ich gestehen, dass ich den Artikel von Anfang bis zum Ende gelesen habe. Man zeigt angewidert auf die Medien und drei Finger zeigen zurück, auf einen selbst.
Und natürlich habe ich auch das Video angeschaut, auf das SPON verlinkt hat, das die letzten Minuten des Amokschützen sehr pixelig zeigt und musste fast schmunzeln, als sich ein Schwabe besorgt, in dem mir so vertrauten Dialekt, darüber äußert, dass der Duchgeknallte sich seinem Auto nähert. Das Auto ist dem Schwaben bekanntlich heilig.
Was für die Echtheit der Amokankündigung spricht, ist übrigens, dass der Betreffende die Lotterlichkeit seines Lebens als einen Grund für seinen theatralischen Abgang nennt. Die Gegend um Waiblingen war stark pietistisch geprägt, das merkt man noch heute.
Um eines möchte ich die Medien aber noch bitten: hört doch mit dem Warum-Echo auf! Das ist chinesische Wasserfolter! Schlimm genug, dass in der geliebten Heimat schon amerikanische Zustände herrschen!
SpiegelBILD-Online berichtet schon den offensichtlichen und eigens geschürten fake:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,613030,00.html
Nachdem man vorher noch schrieb:
“Im Forum selbst war man allerdings auch nach der Pressekonferenz noch der Meinung, es handele sich um eine Fälschung – in mehreren Threads amüsierten sich Teilnehmer über die angebliche Dämlichkeit der Massenmedien.”
Im übrigen begrüße ich die Berichterstattung der Massenpropagandamedien. Sie werden wieder viele Konsumenten verlieren ans pöse Internet & “Killerspielewesen”.
Es gibt sehr viele Ungereimtheiten zu diesem Fall.
http://www.dasgelbeforum.de.org/board_entry.php?id=90099
Der Screenshot, den Jens bereits veröffentlicht hat und sich als Ente erweisen konnte, ist nur eines der Fragezeichen.
Was soll als nächstes gefordert werden? Chats, Foren, Blogs, die natürlich nicht nur für die Jugend eine Gefahr darstellt, müssen schnellstmöglich dicht gemacht werden! Wetten, dass diese Forderungen alsbald verlautet werden?
Das Internet möge sich diesmal wehren und die weitere Verbreitung dieser blödsinnigerweise auch bei Polizei und Press so Anklang findenden Fälschung unterbinden. Habe schon vor ein paar Stunden zur Weiterverbreitung des Links zu diesem Bild aufgefordert, sollte so weitergehen. Eventuell denkt dann mal jemand nach, wieviel Blödsinn so bei “Journalisten” verbreitet wird. Insbesondere hier, wo der Bild das Witwenschütteln so schwer fiel, hat doch der Junge keinen Account bei MeinVZ, StudiVZ oder MySpace gehabt. Da kann man doch nur den Kopf schütteln.
Zunächst einmal mein ungeteiltes Mitgefühl allen Angehörigen.
Soviel Zeit muss sein.
Jens, ich gebe Dir uneingeschränkt recht. Zur medialen Verantwortung gehört an aller erste Stelle Demut, Zurückhaltung, Genauigkeit und ganz besonders die leisen Töne. Was liefern die Medien. Frontberichterstattung mit einer merkwürdigen Kopplung der Frage wie fassungslos sind Sie und können Sie das in Worte fassen.
Zu keiner Zeit wird von den selben Medien die Frage an sich selbst gestellt, wie wirken wir mit unserem Auftreten. Es ist lange her, daß ein ein Spiegelbeitrag den Nerv tritt auf dem auch diesmal von den heutigen Medien mit Füssen getrappelt wird.
Der Unterschied ist und das macht dann noch mehr trübsinnig, dass die Konsumenten von heute, dass auf den Nerven trampeln kaum noch wahr nehmen. Bei allem Entsetzen über die Tat geht das Entsetzen für anderes Entsetzen verloren.
Es wurde grade im Heute-Journal gemeldet, dass diese Forumsmeldung tatsächlich ein Fake ist. Quelle: BW-Polizei
Zweifel an angeblichem Forumsbeitrag von Tim K.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,613030,00.html
Der alte und etwas arrogant verfasste Artikel ist weiterhin unkorrigiert online:
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,612928,00.html
danke dafür.
das ereignis ist eigentlich schon schlimm genug – was daraus jetzt gewurstet wird ist schlichtweg unerträglich.
Peter Z
Danke Danke Danke für diesen Artikel.
Amokmania in Deutschland, live, Analysen, Hintergründe.
Ballerspiele gefunden -> Ursache gefunden.
Und der Herr Innenminister der weder den Unterschied zwischen Chat, Forum oder Blog kennt, lässt sich das Internet durch seine Zuarbeiter ausdrucken, und schon ist eine weitere Ursache entlarvt: das pöse Internet.
Das der Beitrag Fake ist konnte man heute so gegen 12-13 Uhr schon recherchieren wenn man denn wollte, und das ohne Journalismus Ausbildung. Selbst ohne Recherche sollte man einem Beitrag eines gewissen Herr Bernds auf einem ImgBoard eher geringe Beachtung schenken.
Spiegel hats gerade eben erst gemerkt.
Trauriges Deutschland
HIER IST ETWAS FAUL, ICH KANN ES NICHT FASSEN! IHR ETWA?
Schon eine halbe Stunde nach der Tat wird zielgerichtet das Elternhaus des vermutlichen Täters gestürmt:
“10.00 Uhr, Weiler am Stein: Das Elternhaus von Kretschmer liegt zwölf Kilometer von der Schule in Winnenden entfernt. Hier wohnen die Leute, denen es gut geht. Das weiße Haus liegt direkt an der Durchfahrtsstraße. Vermummte Einsatzkräfte stürmen das Haus, finden 14 Schusswaffen.”
(Quelle: http://www.abendzeitung.de/panorama/92317
auch hier:
Quelle: http://www.20min.ch/news/dossier/winnenden/story/31716544)
WOHER WUSSTE DAS SEK BADEN-WÜRTTEMBERG, BEREITS NACH EINER HALBEN STUNDE, WER DER ANGEBLICH MASKIERTE TÄTER IST?!
@Fragezeichen
*seufz*
Natürlich springen jetzt auch die Verschwörungstheoretiker auf den Zug auf – wie jedes mal. Das vergaß ich im Artikel zu erwähnen.
p.s.: Wer in GROßBUCHSTABEN schreibt lügt!
Werter Spiegelfechter,
natürlich, die Verschwörungstheoretiker sind allgegenwärtig. Wer aber mit dieser Ungeheuerlichkeit etwas anfangen kann, wird mir die Großbuchstaben verzeihen.
Trotzdem danke – der Beitrag wurde veröffentlicht, Deine Fairness weiß ich zu schätzen.
Btw, ich bin kein “Verschwörungstheoretiker” und Deine VT-Keule passt auch nicht wirklich zu Dir und zu Deiner Arbeit.
Der Höhepunkt der Dreistigkeit bisher (mal abgesehen vom Vorgehen der “Bild” natürlich) war die Plaßberg-Sendung gestern abend. Wie die Redaktion und der Moderator versucht haben, die Diskussion über die Ursachen allein in Richtung “Killerspiele” zu lenken, war schon ein starkes Stück (durch die Einspielfilme und Redeunterbrechungen). So bestanden dann auch ca. 70 % der Sendung aus mehr oder weniger direktem Computerspiel-Bashing. Nachher versuchte man noch Richtung Internet und “böse” Musik abzudrehen, dann ging aber die Sendezeit aus… wer das Wort “Waffen” oder “Elternhaus” erwähnte, wurde rüde abgewürgt… so massiv manipulativ hatte ich das in der Vergangenheit noch nicht in den Medien gesehen… aber wahrscheinlich habe ich nur nicht richtig hingeschaut!
Die klassischen Medien berichten das was sich verkauft, sie können es sich nicht leisten neutral über die realen Probleme der Gemeinschaft zu informieren.
Dafür gibt es ja den Spiegelfechter ;-)
Ja so langsam dämmert’s den Medien. Auch auf http://www.dradio.de/aktuell/932695/ und etwas genauer im Radio: Das Aufkommen des Screenshot war so, dass der erst am Mittwochabend von einem Jungen seinem Vater und dann der Polizei gezeigt wurde. Viel Zeit für einen Shop und von dem Jungen als Auswirkung in dieser Größenordnung sicher nicht so beabsichtigt (ich schätze, der wollte nur seinen Vater foppen), wobei der nichts dafür kann wenn die Behörden nicht mehr wissen welche Datei woher kommt. Die Polizei will sich laut Radio jedenfalls mit dem Jungen nochmal unterhalten und ich möchte nicht in seiner Haut stecken. Wenn er Pech hat nehmen sie seinen Rechner mit.
@ #25
Und dann können wir nur hoffen, dass der Junge keine Ego-Shooter oder gar Pornos auf seinem Rechner hat. Ansonsten wird er in seinen Terminplaner lange Sitzungen beim Psychologen einplanen müssen.
Neben der Brot Theorie(http://www.verbietetbrot.de) vermute ich, dass der Amokläufer durch Tischtennis zu der Tat kam. Dieses hauen auf den schutzlosen kleinen unschuldigen Ball beflügelte seine Gewaltphantasien mit Sicherheit. Gibt Erkenntnisse ob die Jungs von der Columbine Highschool auch Tischtennis gespielt haben?
mit zynischen grüßen,
jamesf.
@ Tim
Mich würde auch nochmal die Frage der Antidepressiva interessieren. Laut Pressekonferenz war er in psychiatrischer Behandlung… Steht aber nix davon ob er Medikamente bekommen hat.
@26
kein Tischtennis aber Bowling (siehe dazu den Film von Michael Moore)…
@Killer-Spiele
ehrlich gesagt, solange sie nur die kommerzielle Vermarktung von Gewaltverherrlichen Spielen und Videos verbieten habe ich kein Problem damit. Dann sollen sie das bitteschön aber für alle Alterstufen machen und Waffenbesitz ebenfalls verbieten.
Das sind alles keine Sachen, die wichtig für das Funktionieren einer Demokratie sind.
@SF
Zuerst einmal eine Frage zu dem Vorfall in Volkhofen. Meine kurze Internetrecherche ergab nur Belege dafuer, dass der Taeter eben doch (mit Gift) Selbstmord begangen hat:
http://www.ursula-kuhr-schule.de/Chronik/Attentat/Attentat.html
Ich wuerde daher gerne wissen, aus welcher Quelle Deine Darstellung stammt.
Darueber hinaus finde ich es schade, dass Du die offizielle Bezeichnung “finaler Rettungsschuss” uebernimmst. Diese Bezeichnung fuer eine “Lizenz zum Toeten” empfinde ich als nun wirklich verharmlosend!
____
Ansonsten muss ich leider sagen, dass es mich wirklich schon freut zu lesen, welchen familiaeren Hintergrund der Taeter hat (eine sehr geschmacklose Freude, das sehe ich ein):
“Mustergueltige Familie”; der Vater hat (als “Diplom-Mathematiker”) ein “Unternehmen mit 100 Mitarbeitern” aufgebaut und “arbeitet viel”. Irre ich mich, oder handelt es sich hier um einen typischen Leistungstraeger. Einen von denen, die (angeblich) morgens wirklich frueh aufstehen.
Der Grund fuer meine “Freude” ist dabei meine leise Ahnung, wie die Berichterstattung der Medien und die Kommentare so mancher “buergerlicher” Politiker aussaehen, wenn die Familie (beispielsweise) Hartz IV bezogen haette…
(ja ja, boeswillige Unterstellung, bzw. VT. auch klar)
Vielleicht traegt dieser Vorfall ja doch noch einmal dazu bei, aufzuzeigen, dass die Ursache solcher Amoklaeufe weniger bei “Killerspielen” oder “Gewaltvideos”, als bei der menschenverachtenden Leistungsmentalitaet liegt, die sich in Deutschland eingebuergert hat.
Ein in halbwegs “gesundem” Umfeld aufgewachsener Jugendlicher duerfte jedenfalls kaum unter Depressionen leiden, und zu derartiger Brutalitaet und Mitleidlosigkeit faehig sein!
wie wärs mal mit ‘nem Hinweis auf die psychische Behandlung des Jungen, samt ständiger Einnahme von Psychopharmaka -> gleich wie bei einigen anderen Amokläufern in der Vergangenheit
Ich frage mich eher, wie die immer bereits nach einem halben Tag wissen, dass auf dem Computer Killerspiele, Pornos, Horrorfilme und Metalmusik waren. Bei anderen Fällen brauchen die Behörden dafür wenigstens Monate um einen Rechner zu durchsuchen.
@Thorben: Vielleicht war zufällig kein Passwort drauf oder der Gast-Account war offen oder die Eltern / die Schwester wusste/n das Passwort, oder es stand auf einem Zettel der da rumlag oder sie haben dem Fall ganz einfach wegen der Medien-Aufmerksamkeit eine höhere Priorität gegeben und dieses mal echte Experten an den Rechner dran gelassen.
@23 Alex
Ja – diese Sendung war ein absoluter Tiefpunkt der eh schon brachliegenden deutschen Talkshow-Kultur. Vor allem der unsägliche Volker Kauder erwies sich einmal mehr als kontrollsüchtiger Populist.
@wobble
-> Killer-Spiele und Waffen
Nun ja – ich habe vollstes Verständnis für eine Indizierung (FSK ab 18) von gewissen Spielen. Aber damit hindert man Jugendliche natürlich auch nicht daran, sich diese Spiele über andere Wege zu besorgen … es gibt schlimmeres ;-)
Ich hätte auch vollstes Vertändnis für eine Verschärfung des Waffenrechts, so dass Sportpistolen z.B. zentral an Schießzentren sicher gelagert werden müssen. Dann bleiben aber noch Jäger, Polizisten, Personenschützer und andere, die Waffen zu Hause haben und das auch bei Sportschützen Gesetze gebrochen werden, ist klar. Die Pistole im Nachttisch ist da ja ein geradzu klassiches Beispiel. Was soll der Heim- und Hof-Verteidiger mit einer Waffe im Panzerschrank, an die er im Falle eines FAlles nicht kommt?
Wir müssen nun einmal ein Restrisiko mit einkalkulieren – das ist in einer halbwegs offenen Gesellschaft so. Kein Grund, sich in die Hose zu machen. 16 Tote ist schlimm, aber immer noch in der Kateogrie eines besseren Bus-Unfalls. Als vor ein paar Monaten auf der A2 ein Bus ausbrannte und rund 20 Rentner umkamen, gab es auch keine Sondersendungen.
Die Berichterstattung im Radio soll ebenfalls nicht gerade koscher, genauer gesagt abartig, gewesen sein. Mir wurde gestern gesagt, dass MDR Info (greifen sicher auch auf anderes Material oder Agenturen zu) “zu Gast” bei einem älteren Mann war, der gerade seine Frau (Lehrerin an dieser Schule) verloren hat. Sie überhäuften ihn mit Fragen, während er kaum begreifen konnte, was eigentlich passiert ist.
Auf Spreeblog steht ja auch schon ein Artikel dazu und gerade der Herr Pfeiffer ist in seiner Lächerlichkeit kaum mehr zu überbieten. Dazu noch einen extrem betroffen schauende Frau von der Leyen (gestern bei Illner) und die Probleme werden gelöst^^
EDIT: Deine Nachahmer gibt es schon: http://www.dernewsticker.de/news.php?id=94370
@Goldener Reiter
Du hast recht – es gibt widersprüchliche Meldungen. Er wurde von der Polizei angeschoßen, ob er an den Folgen des Schusses oder des Giftes starb, ist nicht vollständig geklärt.
Nö – wenn damit uU weitere Menschenleben gerettet werden können, ist das schon ok.
@Hadik
-> Krankheit und Antidepressiva
Die Krankheit habe ich im Artikel erwähnt, für eine dauernde Einnahme von Antidepressive habe ich keine verifizierbare Quelle gefunden. Man sollte nicht jedes Gerücht aus dem plärrenden Medienlautsprechern für wahr nehmen.
@Goldener Reiter
-> “Freude”
Nicht nötig – Amokläufe sind ein typische “Klassenmerkmal” der Mittelschicht. Bei jüngeren Tätern war mW nie ein Angehöriger der Unterschicht unter den Tätern.
Erst einmal herzliches Beileid an alle Betroffenen.
Ich glaube nicht, das einer der unmittelbar Beteiligten das liest, aber es fühlt sich für mich richtig an, und ich fühle mich damit besser so etwas zuerst zu schreiben.
Was mich in der heutigen angeblich aufgeklärten Zeit erschreckt ist der hohe Anteil an Menschen, die sich sofort und unmittelbar eine Meinung zu einem Thema bilden können und diese Meinung dann auch sofort publiziert wissen wollen.
Sobald ein Thema einen emotional stark betrifft greifen anscheinend Mechanismen die zu Untrieben führen, wie man sie eigentlich geistig im “dunklen” Mittelalter ansiedelt; Die der Massenhysterie und Hexenverfolgung.
Leider entsteht bei mir der Eindruck, das dies besonders stark bei unseren werten Politkern und “Talkshowexperten” ausgeprägt ist. Aber anscheinend “giert” die Gesellschaft nach “schnellen” und “einfachen” Lösungen und Begründgen, und so bin ich immer wieder dankbar, hier eine Platform gefunden zu haben, die zu mindestens immer wieder zum weiteren nachdenken anregt, auch wenn man mit den Inhalten nicht immer konform geht.
Allerdings bin ich auch nur einer von denen, die merken, das es so, wie es aktuell läuft nicht stimmen kann … nur leider keine Lösung sehen, oder Tips haben, wie es “besser” funktionieren könnte.
Besten Dank für diesen Artikel, Spiegelfechter! Er kommt für mich wie ein Befreiungsschlag. Ich habe mich mit meiner Ansicht, dass die Massenmedien mit ihrem Sensationsterror auf jeden Fall mitverantwortlich sind, bisher in meinem Bekanntenkreis recht alleine fühlen müssen. Viel zu tief sitzt bei allen (und ich selber konnte mich dem zu Anfang auch nicht entziehen) die geschürte Angst. Natürlich wäre es zu viel verlangt von unserer freien Presse, nach der eigenen Verantwortung zu fragen.
Mit dieser Kritik sollte man jetzt auf allen verfügbaren Kanälen die etablierten Medien konfrontieren, gerade jetzt, in so einer emotional aufgeladenen Debatte, ist der Moment günstig, das Bewusstsein der Nachrichtenkonsumenten für ihre eigene Beeinflussbarkeit zu stärken.
Ich glaube auch nicht, dass Gewaltspiele der alleinige Grund für die Zunahme der Amokläufe sind, dass sie aber dazu beitragen, Fantasien in eine bestimmte Richtung zu lenken und die Hemmschwelle senken, derartige Dinge in die Tat umzusetzen, das halte ich schon für wahrscheinlich. Insofern sollte man auch ein Verbot dieser Spiele diskutieren dürfen. Sicher ist aber, dass verschiedene Dinge zusammen kommen müssen. Auffällig ist die Zunahme dieser Vorkommnisse in den letzten Jahren schon. Andererseits ist es vermutlich unwahscheinlicher geworden, dass Leute im blinden Gehorsam einem psychopathischen Diktator folgen und dabei mehrere Millionen (!) Menschen ermorden. Rechnerisch betrachtet haben die Durchgeknallten und Mitläufer unser Großelterngeneration also weit mehr Leute umgebracht. Man muss auch die positiven Seiten unser Gesellschaft sehen. Früher zählte das Individuum wenig und das “Volk” viel, heute zählt nur noch das Individuum. Der Abgang als “Ego-Shooter” ist da nur ein konsequentes Symptom unserer individiualistischen Selbstbefriedigungsgesellschaft.
@ Spiegelfechter
auf dieses Zitat reagiertest du mit:
Hmmm,ich weiß nicht. Gestolpert bin ich auch über deine Formulierung, wobei ich das ungute Gefühlnicht einmal genau hätte benennen können. Nun kam der Begriff Verharmlosung ins Spiel. Ob der nun den Punkt trifft, weiß ich auch nicht, aber deine Reaktion behagt mir überhaupt nicht.
Für mich hört sich das so an wie “Todesstrafe ist schon OK … in bestimmten Fällen halt … wenn Schlimmeres verhindert werden kann…” Meines Erachtens ist der Finale Rettungsschuß nur ein zeitverschobenes Todesurteil (und dann noch ohne Ankläger, Verteidiger pipapo), weshalb es nicht als zulässige Option für rechtsstaatlich Handelnde angesehen werden kann. Die Guten haben es nunmal schwerer.
Wie mir erzählt wurde, ist die Familie des Täters auf der Flucht vor den Medien. Wer sich mit den Wirkungsprinzipien der Selbst-Schuld-Keule beschäftigt hat, weiß, daß diese immer trifft. In jeder Lebensgeschichte läßt sich irgendein Punkt finden, von dem man eine schuldhafte Verstrickung zwingend ableiten kann. Ob es dabei um die Frage der Erwerbslosigkeit geht oder um die Frage nach einem ‘Fehler’ in der elterlichen Umgebung, ist für das gesicherte Auffinden von Schuldgründen unerheblich. Wer mal von Selbstzweifeln geplagt wurde, weiß, wie treffend man diese Keule gegen sich selber schwingen kann. Daß alle Betroffenen, von Freunden und Angehörigen der Opfer bis zu den Freunden und Angehörigen des Täters, hart und schmerzhaft mit sich ins Gericht gehen, inwieweit sie ‘Anzeichen übersehen haben könnten’ und möglicherweise einer gefühlten Mitschuld auf den Grund zu gehen versuchen, dürfte nur allzu wahrscheinlich sein.
Und eigentlich gebührte jedem diese Haltung, wäre es doch ein Versuch, aus der Scheiße Gold zu machen. Scheinen die Rahmenbedingungen doch offensichtlich komplett normal zu sein, sollte doch auf breiter Front die Frage gewälzt werden, ob nicht unsere Normalität Nährboden für das völlige Entgleisen eines Einzelnen darstellt. Wird vielleicht durch unsere Lebensgestaltung eine Gemengelage erzeugt, die die Wahrscheinlichkeit sollcher Eskalationen erhöht?
Ich sehe bei den jungen Leuten heutzutage eine aberwitzig hohe Frustrate. “Hat ja eh keinen Zweck…” scheint vielerorts eine Basis für die seltsamsten und unfruchtbarsten Ausformungen darzustellen. Als die Punks die Hippies ablösten und sich die Parole von “Make Love, not War” zu “No Future!” wandelte, war dieses ‘no future’ eine Klatsche für zwei Fliegen gleichzeitig. Nicht nur die Erwachsenen konnten geschockt werden, nein, auch die doofen Hippies zogen eine Schnute … darauf eine Dose Bier, es lebe die Karlsquell-Army!
Doch wie aus dem Tücher schwingenden Hippie ein Sachbearbeiter der Krankenkasse wurde, so übernahm der Sicherheitsnadel bewehrte Punkt die Schlosserei seiner Eltern oder wurde Erzieher oder sonstwas. Doch die aktuelle Jugend hat weder Aussicht noch Ansporn. Die Eltern sind durch alle Schichten hindurch zu sehr mit dem Broterwerb beschäftigt. Ungeachtet des kommerziellen Erfolges dieser unermüdlichen Anstrengungen bleibt die Liste der unerfüllten Wünsche ständig länger als die der Erfüllten. Eßstörungen, Selbstverletzung, Verlust von Mitgefühl und etliche Anzeichen mehr schreien die Mißstände heraus, aber es wird mit medialen Nebelkerzen für Ablenkung gesorgt, damit sich grundsätzlich keine Erkenntnisse gewinnen lassen, was den Status quo nachhaltig manifestiert.
Das jährliche Attentat könnte doch als Ersatz für überkommene Volkstrauertage genutzt werden. Als säkulares Ereignis berührt es religionsübergreifend und auch die Gottlosen können aus vollem Herzen mitweinen. Die pluralistische Gesellschaft im Leid vereint.
Das ist stellenweise bemerkenswert gut geschrieben ;-)
@31: Wahrscheinlich haben sie es erfunden oder “Freunde” befragt. Man kennt das ja inzwischen – wie z.B. Tauss. Während die Haussuchung läuft, tönt der Staatsanwalt schon, was man angeblich gefunden hätte …
“Finaler Rettungsschuss” – wieder so eine Erfindung des (Un-)Rechtsstaates aus der Zeit der RAF. Jeder, dessen Gesinnung nicht passt und der evtl. gefährlich werden könnte, kann so bequem vom Leben zum Tode befördert werden. Siehe Bad Kleinen usw.
Ich fühle mich in diesem Deutschland langsam unwohl.
gruß
@Fragezeichen: Selber denken hilft. Woher wusste die Polizei bei vermummten Täter nach ner halben Stunde, wo sie mal durchsuchen? Vielleicht daher, dass Bubi Vatis Auto genommen hatte? Die Dinger sollen in den meisten Fällen mit Nummernschildern ausgestattet sein. Was du verbreitest ist nicht nur VT, sondern auch noch lächerlich einfach zu zerschlagen …
Wenn schon die angebliche Ankündigung des Amoklaufes von Winnenden im Web ein Fake war, muss man doch mal fragen, ob dieser Amoklauf überhaupt in der Realität stattgefunden hat? Oder ist das ganze nur eine Presseente, um den darbenden Qualitätsmedien, ein paar zugkräftige Schlagzeilen und der Regierung ein paar Argumente für Webkontrolle und Zensur zu bescheren?
Ja, das ist schon arg VT, aber heutzutage ist wohl nichts mehr sicher….
@ noamik
Deine “Argumentation” ist nicht nur schwach, sondern an Schwachsinnigkeit kaum zu überbieten. Woher soll die Polizei gewusst haben, wenige Minuten nach dem Alarm, wer mit welchem Auto unterwegs ist/war? Ach, du meinst, das Fahrzeug stand vor der Eingangstür des Gymnasiums mit einem ganz großen Schild auf der Windschutzscheibe “Dieses Auto gehört dem Amokläufer”.
Nix VT, man muss nicht nur verstehen wollen, sondern auch verstehen können.
@Degnaphata und Frank Schenk
-> finaler Rettungsschuss
Ich halte es für wenig sinnvoll, Bad Kleinen mit der gezielten Tötung eines Amokläufers zu vergleichen. Wenn ein Mann im Blutrausch mardodiert und bereits einige Menschen umgebracht hat, ist es aus meiner Perspektive vollkommen gerechtfertigt, ihn gezielt zu töten. Das hat nichts mit Todesstrafe zu tun – es geht hierbei um den Schutz Unbeteiligter und vor allem natürlich auch um den Schutz der Polizisten.
@Fragezeichen
Ruf doch mal bei der Polizei an und frag nach *seufz*
@Franko
Das so etwas kommen mußte, ist wohl auch unvermeidlich *seufz²*
@Spiegelfechter
Na, wenn schon VT, dann aber richtig! ;-)
Ich möchte auch nochmal darauf hinweisen, dass wohl eine wesentliche Rolle die Psychopharmaka spielten, die Tim einnahm:
http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2009/03/es-sind-die-medikamente-und-nicht-die.html
Wenn mit finaler Rettungsschuss gemeint ist, das man jemand tötet um andere zu retten, verstößt das doch sogar gegen unsere Grundgesetz.
Im aktuellen Fall wurde der Attentäter auch sicherlich aus Notwehr getötet (Er hat ja auch auf Polizisten geschossen), was die einzige Rechtfertigung für eine gezielte Tötung ist.
Wenn ich Falsch liege könnt Ihr mich gerne korrigieren.
@ Spiegelfechter
Ja, ich weiß, es ist nicht leicht… Auch ich muss seufzen und genau wie Du, die mediale Verantwortung in Frage stellen. Wer nur Nachrichten “konsumieren” möchte – bitte schön! Es gibt aber wohl auch Menschen, die diese Nachrichten hinterfragen – zu diesen Menschen gehöre nicht nur ich, sondern auch Du. Trotz Meinungsverschiedenheiten haben wir das gleiche Motiv, warum wir das überhaupt tun – die Wahrheit ist irgendwo da draußen…
Ach, und noch etwas: Tim K. wurde auch stationär behandelt, sprich er war in der Psychatrie. Das bedeutet der Attentäter war u.a. INTENSIVER medikamentöser Behandlung ausgesetzt.
Ich habe diese Information gestern irgendwo in den Medien aufgeschnappt. Bei meinen Versuch, diese Aussage zu ergoogeln ist mir zum erneuten Male bewusst geworden, wie unglaublich gleichgeschaltet die Berichterstattung in Deutschland ist!
Nach der Eingabe der Suchbegriffe ?amokläufer Winnenden stationär behandelt? ist mir aufgefallen, dass der exakte Satz ?Er sei zeitweise auch stationär behandelt worden.? fast überall auftaucht: Süddeutsche, Stern, Stuttgarter Zeitung, Ärztezeitung, FTD, Badische Zeitung, ZDF/heute etc…
Es geht noch weiter. Auch der Satz danach taucht in unzähligen Meldungen auf, wenn auch in geringfügigen Variationen:
- “Er sei zeitweise auch stationär behandelt worden, sagte Rech. Die Therapie sollte in einer Klinik in Winnenden fortgesetzt werden, wurde vom Täter aber abgebrochen.”
- “Er sei zeitweise auch stationär behandelt worden. Die Therapie sollte in einer Klinik in Winnenden fortgesetzt werden, wurde vom Täter aber abgebrochen”
- “Er sei zeitweise auch stationär behandelt worden, sagte Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech. Die Therapie sollte in einer Klinik in Winnenden fortgesetzt werden, wurde vom Täter aber abgebrochen. ”
Viele Informationen werden nur noch ungeprüft aus den Pressemeldungen der Nachrichtenagentur(en) entnommen (Copy & Paste). Bei einigen Quellen für o.a. Aussage kann man nicht mehr zwischen Bericht und Inhalten aus der Pressemitteilung von Innenminister Heribert Rech unterscheiden.
Kaum einer recherchiert noch selbst, hat Journalisten vor Ort oder macht sich die Mühe eigene Texte zu verfassen. Vieles kann man natürlich auch auf Geldmangel in den Redaktionen oder auf schlichte Bequemlichkeit schieben.
Was aber auf keinen Fall mehr zufällig ist: Fast alle Mainstream-Medien in Deutschland vertreten die selbe Meinung oder bieten ähnliche Lösungsansätze an, nicht nur in diesem Fall ? egal ob “rechts” (z.B. Bild-Zeitung) oder “links” (z.B. Spiegel) im politischen Spektrum. Markante Beispiele dafür in der Vergangenheit sind Themen wie 9/11, der Konflikt in Georgien, das Kriegsverbrechen in Gaza oder der “Skandal” um Papst/Williamson. Es gibt bis auf wenige Ausnahmen kaum abweichende Meinungen, analog zur deutschen Parteienlandschaft.
Einfach mal drauf achten, ohne paranoid zu werden.
ahh da kommt schon der Wacko Terror :D
ich kenne einige Mitarbeiter in der Psychatrie Winnenden.
Um Franko zu beruhigen, ja es war real.
Ich habe eher Angst das jemand der hier Fake schreit sich selbst schon meilenweit von der Realität entfernt hat.
@48: Papperlapapp, es gibt keine Rechtfertigung für Mord durch die Exekutive. Deren Arsenale sind gefüllt mit allerlei Waffen, die auch ohne mortale Einwirkung jemanden effektiv ausser Gefecht setzen.
Der Innenminister hat ja seine “Polizei” ja so gelobt, es wär ja alles viel schlimmer gekommen, wenn die nicht so gut ausgebildet wären und schnell vor Ort gewesen wären – allerdings wäre der Täter geflüchtet … Ich fasse mal zusammen. Die bundesdeutsche Trachtengruppe war mal wieder völlig überfordert mit einen um sich schießenden Irren, statt ihn durch einen Schuß in den Laufapparat am Flüchten zu hindern, rennt man hinterher und nimmt in Kauf, daß noch mehr Menschen sterben.
Das ist wie bei der Bundeswehr. Die Bundeswehr diente früher dazu, den (kommunistischen) Feind solange aufzuhalten, bis eine richtige Armee eintrifft. (Heute hat sie garkeine Funktion mehr ausser Zielscheibe in Krisengebieten zu spielen und ein bissl mit aufbauen).
Na Mahlzeit
gruß
@48
Das sehe ich im Kern ganz genau so. In diesem Fall muss die Möglichkeit bestehen, dass nicht noch mehr Menschen durch so einen Irren sterben. Ist ja schon schlimm genug, was da überhaupt passiert ist….
Eines ist wirklich interessant, wie sehr die rassistische Propaganda von den “islamischen Ausländer” von der Wirklichkeit eingeholt worden ist.
Jahrelang schlägt man der Öffentlichkeit mit den Geschichten vom Islamisten das Gesicht ein, und die einzigen, die zu solchen Taten wirklich greifen, sind schwäbische Mittelstandskinder, die über 30 (!) Softsonstwaswaffen und einem eigenen Schießstand im Keller verfügen.
Das muss man sich mal vorstellen, was in der normalen Provinz und den dortigen Familien wie bei David Lynch für gefährlich verrückte, gesellschaftliche Zustände herrschen.
Dagegen ist jeder Kiez einer Großstadt mit seinen armen Einwohnern und seinen direkten Gegensätzen, mit Leuten die über keine 200 Euro im Monat verfügen können, friedlich wie im Himmel.
@52
So gern ich zustimmmen würde, aber Typ war besser trainiert als jeder normale Streifenbeamte und ich würde behaupten, bei seinen Möglichkeiten, besser als die MEK Typen.
@Fragezeichen: vermutlich wussten sie es, weil sie sich mit dem Täter eine Verfolgungsjagd in den nächsten Ort geliefert haben? Das habe ja sogar ich mitbekommen, obwohl mich der ganze Medienrummel nicht interessiert und ich tagesaktuelle Nachrichten normalerweise einfach komplett ignoriere ..
“es gibt keine Rechtfertigung für Mord durch die Exekutive. Deren Arsenale sind gefüllt mit allerlei Waffen, die auch ohne mortale Einwirkung jemanden effektiv ausser Gefecht setzen.”
Das ist ja süß. Welche waffen wären das? Pfefferspray? Schlagstock?
“Die bundesdeutsche Trachtengruppe war mal wieder völlig überfordert mit einen um sich schießenden Irren, statt ihn durch einen Schuß in den Laufapparat am Flüchten zu hindern, rennt man hinterher und nimmt in Kauf, daß noch mehr Menschen sterben.”
Vielleicht solltest du in Betracht ziehen, dass Polizisten immernoch Menschen sind. Diese machen auch fehler.. können vielleicht nicht so gut zielen. Vermutlich ist mal in einer Schießerei etwas nervös..
Manche sehen hier wieder die möglichkeit ihre weitreichenden theorien über den verbrecherischen Staat loszuwerden. Mir kommen ja auch die Tränen wenn ich daran denke, dass die Polizei einen Massenmörder erschießen wollte. Der arme Täter. Wo war denn die Deeskalationsstrategie der Polizei?
Und ob irre oder nicht. Er konnte schon ziemlich gut schießen.
@36 SF
Verstehe mich bitte nicht falsch.
Auch ich bin der Meinung, dass das gezielte Toeten u.U. gerechtfertigt ist.
Wenn die betreffende Person zweifelsfrei und vorsaetzlich das Leben anderer gefaehrdet, und die Toetung sich eben nur auf diese Person (und nicht etwa beispielsweise Geiseln in einem gekaperten Flugzeug) bezieht.
In einem derartigen Fall kann es schon sein, dass man das Leben der Bedrohten hoeher einschaetzen muss, als das des Taeters…
Meine Kritik bezieht sich nicht auf den “finalen Rettungsschuss” als solchen, sondern nur auf die Bezeichnung.
Letztlich ist er eine Toetung aus Gruenden der Nothilfe, denn bei einem “finalen Rettungsschuss” wird der Tod des Zieles billigend in Kauf genommen.
Daher bin ich der Ansicht, dass man ihn auch offen als “Toetung” bezeichnen sollte, selbst wenn die juristische Fachbezeichnung da weniger offen ist.
@59: Taser, Gummikanonen etc. -> http://de.wikipedia.org/wiki/Nicht-t%C3%B6dliche_Waffe
Ganz offentsichlich wollten sie den Massenmörder ausschalten, sie wussten nur nicht wie. Sag ja, völlig überfordert. Abgesehen von Unfall aufnehmen, Streit unter Nachbarn schlichten, Räuber und Vergewaltiger und andere Verbrecher festnehmen ist ein Teil der Job der Polizei (zumindestens von spezialisierten Truppen) auch die Abwendung akuter Gefahr. Wie gut sie das können, hat man ja schon vielerorts bewundern dürfen. Gladbeck ist auch so ein Beispiel.
Die kriegen Geld dafür, daß die solche Spinner festnehmen, das ist ihr Job. Aber auch diesmal wurde ein Drama draus. Der Täter konnte flüchten (war die Schule nicht umstellt?) und weiteres Unheil war vorprogrammiert. Ich hab kein Problem damit, wenn die Polizisten einem flüchtenden, um sich schießenden Verbrecher in Beine und Arme schießen und ihn ausser Gefecht setzen. Wer mit der Waffe auf Polizisten schießt, muss damit rechnen. Aber was sag ich.
Versagt haben:
Elternhaus
Lehrer
Psychologen
Polizei
Innenministerium
Und was kommt dabei raus?
Wir müssen verbieten …
Unfähigkeit lässt sich nicht verbieten. Leider.
gruß
Der Screenshot der polizei ist authentisch.
Die Änderung auf Krautchan hat vor dem letzten Google cache update am “13 Mar 2009 11:17:02 GMT” stattgefunden.
Man beachte die Zeitdifferenz. Krautchan möchte mit der Tat nicht in Verbindung gebracht werden, so einfach
@unwahr post 62: Das könnte aber böswillig als Manipulation von Beweismitteln ausgelegt werden, wenn das stimmt. Da bin ich dann doch mal gespannt, ob man da noch mehr von hört …
Ausserdem werden Threads auf imageboards generell nicht gecached, weil die Suchmaschinen bots von der Seite entsprechend angewiesen werden. Dieser spezielle Thread da oben ist ein Sonderfall. Der Glaubwürdigkeit von Krautchan ist damit die Basis entzogen
@unwahr: Genau. Und damit sich krautchan auch wirklich rausreden kann, haben sie schon lange vorher dafuer gesorgt, dass google die Threads cached, aber natuerlich nur die manipulierten (man beachte das grillen in folgemdem Thread:) …
http://google.de/search?q=cache:W5_g_cs8GQ0J:krautchan.net/resolve/b/476699+site:krautchan.net&cd=20&hl=de&ct=clnk&gl=de
Und natuerliche (die Admins von krautchan wussten ja schliesslich von dem bevorstehenden Amoklauf) haben sie innerhalb von einer dreiviertel Stunde (google kam um 10.17) den Thread geaendert. Komische VT…
Der Screenshot ist also offensichtlich gefaelscht. Aber hat Oettinger wirklich heute gesagt, die Beamten wuerden noch 2 Tage lang ueberpruefen, ob der Eintrag (den es gar nicht gab) nicht womoeglich von einem Laptop geschrieben wurde? Das zumindest behauptet SpOn. Das Hin und Her kann ich mir selbst bei Politikern fast nicht vorstellen.
Soweit ich weiß (allerdings nur aus einer Germanistik-Vorlesung), gibt es bis heute keinen bewiesenen Fall, in dem sich jemand nach der Lektüre des “Werthers” umgebracht hätte.
Es würde aber auch nicht so richtig in die Beweisführung passen, weil Du doch auf die Nachahmung realer Verbrechen hinaus willst (wo ich Dir durchaus zustimme) und nicht auf fiktionale (wo man ja schnell wieder bei Computerspielen und Actionfilmen wäre).
Möchte ganz nach Salis Vorbild vorab mein Beileid und vor allem mein Entsetzen über die Tat ausdrücken, bevor ich mein Entsetzen über die Berichterstattung ausdrücke.
Schau mir gerade seit 2 Stunden Phönix an und finde diese Sensationslust und Effekthascherei fürchterlich. Zwischenzeitlich, als Interviews geführt wurden und die Opfer (sehe die Mitschüler auf jeden Fall auch als Opfer) zum zusätzlichen Leid, dass durch die überragende mediale Präsenz hervorgerufen wurde, befragt wurden, habe ich darüber nachgedacht (lauthals) zu kotzen.
Generell finde ich Schuldzuweisungen derzeit nicht zielführend und überaus eindimensional, denn in der Kürze der Zeit können höchstens einfache Lösungen auf schwierige Probleme gefunden werden. Die Qualität solcher Schnellschüsse ist also nicht unbedingt hoch. Vor allem das Ankreiden an bestimmte Stellen, wie sie von Frank Schenk in #61 gemacht werden sind nicht gerade sinnvoll.
Als kleines illustratives Beispiel: Meine Eltern hatten mich im Blick, meine Lehrer hatten ein Auge auf mich, bei der Polizei war ich auch immer wieder vorstellig und trotzdem ist es mir stets gelungen zwischendurch scheiße zu bauen. Natürlich war meine Energie nicht so kriminell, aber die Gelegenheit heimlich still und leise in meiner Kammer Verbrechen zu planen, vor allem, wenn alles was ich dazu benötige bereits im Hause ist, war immer und ist immer noch gegeben. Das Einzige was uns vor solchen Straftaten schützt ist eine totale Überwachung und selbst dann sind wir nicht sicher, denn ein Täter mit dieser Energie, wird dann nicht mehr aus Einfamilienhäusern, sondern aus dem Untergrund agieren.
Klingt hart, aber absolute Sicherheit gibt es leider niemals und Spinner werden auf der Erde immer rum rennen.
Das wirklich paradoxe an dieser Nummer ist aber eigentlich, dass alle Institutionen, die unsere Jugend beschützt und wohlbehalten aufwachsen und bilden sollen, wie Soz-Päds, Schulpsychologen, private Psychologen, usw. nicht in der Lage waren den Wahnsinn dieses Knaben umfassend zu erkennen. Entweder sein geistiger Zustand hat sich sehr sehr schnell rapide verschlechtert oder er war ein begnadeter Schauspieler.
Danke für einen unaufgeregten und mit Hintergrundwissen angereicherten Bericht.
Das mediale Trommelfeuer generiert einzig und alleine Nachahmungstäter. Trittbrettfahrer sind ja bereits aktiv.
Wenn eine Lehre aus diesem Massaker gezogen wird, ist ein totales Verbot von ‘scharfen’ Waffen und Munition in Privaträumen zu fordern.
Ich glaube nicht das die Medien für evt. Nachahmungstäter eine Verantwortung tragen.
Berichterstattung muss nun mal sein und Selbstbeschränkungen legt sich die Presse durch ihre politicall correctnes ohnehin schon genügend auf.
Sicher könnte die Berichtserstattung weniger reißerisch und seriöser sein, aber die Medien leben nun mal von großen Schlagzeilen und marktschreierischen Darstellungen. Die meisten Menschen – gesunde Menschen – können da auch ganz gut mit umgehen. Wer sich besser informieren will, der nutzt eben das Web 2.0.
Und für kranke und labile Menschen muss es eben einfach mehr Fürsorge in ihren Behandlungen geben. So sollte zB deren Medienkonsum von Ärzten und/oder Eltern kontrolliert werden und besonders muss dafür gesorgt werden, dass diese psychisch Kranken keinen Zugang zu Schußwaffen erhalten, so wie Tim.
Damit liessen sich sicher schon viele Amokläufe verhindern, denn hätte der Vater Tim´s seinem kranken Sohn, keinen Zugang zu seinen Schußwaffen verschafft, dann wäre auch nichts weiter passiert.
Schlimm genug, was passiert wird, aber was mich sehr gewundert hat, war das gestern in irgendsoeiner Pressekonferenz die Rede davon war, dass der Vater insgesamt 14 Schusswaffen und 4600 Schuss Munition zu Hause hatte. Was für ne Art Schiessport ist denn das, MG-Schiessen? Ich denke schon, das sowas nicht unbedingt von einem Waffengesetz abgedeckt werden sollte, ob das nun was an dem Amoklauf geändert hätte oder nicht. Ansonsten, traurige Geschichte, aber es passieren jeden Tag schlimme Dinge …
@Franko
Vergiss es ;-)
Das Web 2.0 hat mit seinem ganzen Twitter und Co Wahnsinn genauso versagt – es ist eben nur so “klug” wie seinen Benutzer.
@SF
****
-> Krankheit und Antidepressiva
Die Krankheit habe ich im Artikel erwähnt, für eine dauernde Einnahme von Antidepressive habe ich keine verifizierbare Quelle gefunden. Man sollte nicht jedes Gerücht aus dem plärrenden Medienlautsprechern für wahr nehmen.
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mach ich auch nicht, ganz im Gegenteil
die Sache mit den Antidepressiva wird gerade NICHT erwähnt, von keinem Medium, dass meine ich
und wir wissen doch was für Verbrecher in der Pharmaindustrie sind oder?
@70
Richtig, absolut richtig. 14 Waffen und Munition um eine Kleinstadt auszurotten.Bei solchen Erwachsenen braucht sich niemand über irgendwas zu wundern.
Diese Schiesssportvereine haben politisch, auch wenn das keiner wahrhaben will, die Funktion einer jederzeit aktivierbaren Bürgerwehr. Und, wer einmal das Vergnügen haben durfte, sich das westliche Milieu aus dem Jäger- und Jagtbreich anzuschauen, stellt auch keine weiteren Fragen mehr, warum Schäuble an diese und die entsprechenden “Sportvereine” nicht herantreten will.
Die meisten von denen haben von dem Handwerk der Jagt, dessen Grundlagen, Aufgaben und der Natur überhaupt keine Ahnung, es interessiert sie auch nicht wirklich, aber “abknallen” und “ballern”, das wollen diese Kreise.
Nanana, dann wollten gleiches auch die Killerspieler. Ich finde nichts Verwerfliches am Schiesssport. Es ist im Prinzip wie Darts – zielen und treffen macht einfach Freude!
Es sollte auch jedem selbst überlassen sein, wieviele Waffen er besitzt. Das Problem war und ist die Aufbewahrung. Hier trägt der Vater eine große Schuld – nicht nur wegen der Waffe, sondern vor allem auch wegen der Munition. Der Junge soll ja Hunderte von Patronen dabei gehabt haben! Was hatten die in einem Schlafzimmer zu suchen?
Ich habe vor einigen Monaten mal einen Bericht auf Monitor oder Plusminus gesehen (weiß nicht mehr genau), wo es um die Nebenwirkungen eines Psychopharmaka ging, was meist als Prozac bekannt ist, aber in Deutschland andere Namen hat. Demnach wirkt dieser Stoff namens Fluoxetin bei einigen Menschen völlig ins Gegenteil mit der Konsequenz, dass die Leute nach kurzer Zeit Suizid begehen, obwohl die Depression vorher eher Light-Charakter hatte und die Leute voll im Leben standen, mit Familie und allem. Gibt schon einige deutsche Fälle und in den USA haben sich schon Gruppen aus Hinterbliebenen gebildet, die gegen den Wirkstoff Publicity machen.
Da sich die ganzen implizierten Motive so langsam in Luft auflösen und der Typ sich als vorher völlig normaler Teen entpuppt, der überhaupt keinen Grund für diese Tat hatte, wäre das vielleicht ne alternative Idee. Irgendwoher muss es ja kommen. Aber falls wirklich dieses Zeug der Auslöser oder gar Grund für diese Tat war, werden wir das wohl eher nicht erfahren.
Naja, Ringo, weiß ja nicht in welchen Ballerclubs Du Dich da bewegt hast, aber in meinem Schützenverein (und in allen in denen ich jemals war) sind sicherlich keine Rambos vertreten. Die meisten wären auch nicht als Bürgerwehr zu gebrauchen (es sei denn der zivile Ungehorsam ließe sich im Skat besiegen).
Mit der Jagd hat das Sportschießen aber auch nicht viel gemein. Es sei denn ein Stück wild würde in exakt 100m Entfernung über Stunden bewegungslos ausharren und hätte kleine konkave Kreise ums Herz.
Die Ausmaße, die in diesem Waffenarsenal vorhanden waren sind aber auf jeden Fall irrsinnig. Vor allem, weil die meisten Sportwaffen zu so einem Amoklauf nicht zu gebrauchen wären. Wenn man mal bedenkt, dass die einzeln beladen werden müssen.
@74
Jagtwaffen dieser Preisklassen sind sehr, sehr teuer. Diese Preise kann sich nur ein ganz bestimmter, politisch einseitig ausgerichteter Bevölkerungsteil leisten. Gleiches gilt für das Pachten von Jagtgelände: unter den dortigen Mitgliedern gibt es meist, ganz wenige, die wirklich umsichtig handeln und im Einklang mit der Natur bewusst leben, und der Rest bildet sich ein, weil er “bezahlen” und “kaufen” kann, weil er über die nötigen Geldmittel verfügt, gelten für ihn keine Regeln.
Die Preisliste kann sich jeder mal in Schweizer Franken anschauen und umrechnen, was die verwendete Tatwaffe so im Schnitt kostet.
https://www.gunfactory.ch/images/acrobatdatei.gif
@Timmi: Aber, eine Beretta ist doch wohl keine Sportwaffe, oder?
@Christian
Ich korrigiere mich. Krautchan erlaubt offenbar das caching seiner threads. Habe gerade nachgeprüft. Das ist bei anderen Imageboards wie etwa 4chan nicht der Fall.
“google kam um 10.17″ – Schaue dir das Datum an. es ist nicht der selbe Tag
“Der Screenshot ist also offensichtlich gefaelscht” – Ich vermisse die Beweisführung, die dich zu dieser Schlussfolgerung geführt hat.
Bei der Polizei ist zudem ein Anruf eingegengen. Das würde der Vater eines Trolls sicherlich weniger gern tun. Der Inhalt des sogenannten Originalthreas ergibt meiner Ansicht nach nicht sehr viel Sinn (“genau das”, “hab nichts da”, “ich sekundiere”).
Zumindest hat es Krautchan geschafft ernsthafte Zweifel bei den Ermittlern zu wecken – Gratulation. http://www.morgenpost.de/vermischtes/article1053950/Ermittlungspanne_Polizei_fordert_Hilfe_aus_USA_an.html
Was die Diskussion bezüglich Waffenbesitz angeht kann ich nur den Kopf schütteln über so viel Dummheit. Das Recht auf Waffenbesitz ist ein Grundrecht eines jeden freien Bürgers.
Ammokläufe werden gezielt genutzt, um irrationale unlogische und extrem dumme Diskussionen zu starten mit dem Ziel, die Waffengesetze weiter zu verschärfen.
@79: Also soweit ich weiss, gibt es in Deutschland kein Grundrecht auf Waffenbesitz und darum geht es mir auch gar nicht. Was ich einfach nicht akzeptieren kann, ist dass jemand zu Hause tausende Schuss Munition lagern zu müssen meint, der dritte Weltkrieg steht ja nun wirklich nicht vor der Tür …
@einige
-> Sportschießen
Nun lasst uns mal nicht ein weitere Sau durchs Dorf treiben. Schützen haben das gleiche Recht, ihrem Hobby nachzugehen, wie CS-Spieler. Als junger Bub habe ich selbst Pistole geschossen – und zwar die bösen Sachen wie Duell- und Combatschießen, die heute mW in D verboten sind und es ist mir nicht schlecht bekommen. Der Punkt ist allerdings, dass es keinen echten Grund gibt, warum Waffen und Munition zuhause gelagert werden dürfen. An einer zentralen, gut gesicherten Stelle am Schießstand sind sie sicher besser aufgehoben.
@timmi(76.)
Du nennst zwar meinen Namen, antwortest aber auf name(73.).
@name(77.)
Das ist Unsinn.
Hier der richtige Link, oben war nur das Abbild vom Image, zu den Preisen der Waffe: umrechnen nicht vergessen.
https://www.gunfactory.ch/faustfw/Preisliste%20Beretta.pdf
@Stefan
Ob jemand bei sich zuhause 7 Kühe, 5 Fernseher, 200 Küchenmesser, 1/2 Tasse oder 100 Kalashnikovs hat ist nun wirklich nicht deine Angelegenheit ;)
@name
Das ist mit dem Preis ist wirklich Quark. Es mag ja sein, dass eine Beretta so teuer ist. Andere Sportpistolen sind wesentlich(!) billiger. Außerdem ist es normal, dass man sich die Waffe auch im Club leihen kann oder diese sogar kostenlos nutzen darf. Kein Sport für “Reiche”.
@unwahr
oder ob jemand daheim eine Boden-Luft-Rakete, ein Kilo Plutonium oder eine Probe Milzbranderreger hat?
Nein, dafür gibt es Gesetze.
@Spiegelfechter
“oder ob jemand daheim eine Boden-Luft-Rakete, ein Kilo Plutonium oder eine Probe Milzbranderreger hat?”
Solange er damit keinem Dritten schadet ist es sein gutes Recht. Das ist mein Standpunkt.
“Nein, dafür gibt es Gesetze.” – Die Frage ist nur wer die Gesetze schreibt (Ich bin es nicht… aus welchem Grund auch immer), aus welchen Gründen er sie schreibt, welchen Effekt sie haben und wer sie vertritt
Tja, nachdem mein Kommentar (75) wohl keiner gelesen hat, sollte ihr euch mal diesen Film anschauen:
Das Zeug wird auch in Deutschland zu gerne verschrieben und ich wette, Tim hat es bekommen.
#82: Sorry Ringo! Bin verrutscht. War natürlich name gemeint
@Stefan#78: Deswegen habe ich die Hetze auf Schützenvereine von name auch nicht verstanden. Also ne Beretta ist alles andere als ne Sportwaffe.
@unwahr
Da aber die Gefahr besteht, dass er doch jemanden schadet, muss man abwegen und bei einer hohen potentiellen Gefahr für die Allgemeinheit die Freiheit des Individuums unterordnen – das wird auch getan.
Das machen die Herren und Damen, die “wir” damit beauftragt haben – das nennt sich Demokratie. Und ich bin froh, dass die genannten Dinge verboten sind ;-)
@Spiegelfechter
“Da aber die Gefahr besteht, dass er doch jemanden schadet”… – Gefahren gibt es überall. Ein freier Bürger lässt sich deswegen nicht entwaffnen und wehrlos machen. Im Gegenteil.
Man kann natürlich auch mit Gabel, Küchenmessern und Schistöcken aufeinander losgenen. Es finden sich Möglichkeiten.
“Das machen die Herren und Damen, die ?wir? damit beauftragt haben – das nennt sich Demokratie” – Ich sehe, du bist ein lustiger Kerl.
“Und ich bin froh, dass die genannten Dinge verboten sind” – Ich respektiere deine Denkweise
Ein Interview mit dem Chefarzt des psychiatrischen Klinikums in Weinsberg, in dem der Amokschütze ambulant behandelt wurde (http://www.zeit.de/video/player?videoID=20090312a26aa9), hat mich etwas irritiert. So sagt dort der Chefarzt Matthias Michel:
War Tim also nicht nur depressiv, sondern entwickelte eine schizophrene Psychose, bei der es natürlich (im Ausnahmefall) auch zu einem Amoklauf kommen kann. Oder können gar die Medikamente (im Ausnahmefall) zu einer schizophrenen Psychose führen? Oder kann gar das Absetzen solcher Medikamente, zu einem Amoklauf führen?
Man sollte sich halt den Beipackzettel immer genau durchlesen!
Jedenfalls ist es etwas beunruhigend, dass ein Mensch mit solchen Problemen in einen Haushalt entlassen wird, in dem mehrer tausend Schuss Munition lagern und eine großkalibrige Pistole auf dem Nachttisch liegt.
Zu Frank Schenk:
Gib doch dem Innenministerium deine Telefonnummer, damit die dich beim nächsten Amoklauf einschalten können. Du kannst dann den Amokläufer mit Waffen, die du bei Wikipedia recherchiert hast, unschädlich machen, ohne ihn zu verletzen. Die werden dir sicher sehr dankbar sein!
@unwahr
Sicher – hätte der Bursche in Winnenden mit Skistöcken herumgewedelt, wären nun aber noch 15 Menschen lebendig.
Rafft ihr es immer noch nicht oder was? Das einzig plausible Motiv für diese Tat heißt Fluoxetin.
Wie oft soll ich das hier noch posten? Das Zeug wird in D-Land verschrieben als wären es Anti-Baby-Pillen. Oder seit ihr selbst davon so zugelullt…
@Spiegelfechter – Vielleicht. Aber er sass am längeren Hebel: Er hatte eine Knarre, und die anderen nicht. Das wusste er. Wären ihm seine Opfer nicht so schutzlos ausgeliefert gewesen, hätte er kein so leichtes Spiel mehr. Auch das wüsste er.
Die Opfer haben sich aber auf den Schutz der lieben Polizei verlassen.
@unwahr
Klar – man sieht ja in den USA, wie toll das klappt, wenn Waffen legal sind ;-)
@unwahr: OK, in dem Punkt muss ich Dir recht geben, ich hab dem Spiegelfechter zu schnell Glauben geschenkt, der Google-Eintrag ist tatsächlich von heute. Ich hab einige andere Caches durchsucht, bei yahoo findet sich die Stellungnahme von kn an die Medien:
http://74.6.239.67/search/cache?ei=UTF-8&query=http%3A%2F%2Fkrautchan.net%2Fb%2Fthread-485465.html&results=1&u=www.action-team.us/krautchan-winningen-hoax/&w=“krautchan+.net+b+thread+485465+html”&d=ek2yWp2uSdGk&icp=1&.intl=us
Leider ist auch das noch kein Beweis, da wird zwar google zitiert, aber das Bild ist nicht im Cache, kann natürlich nachträglich geändert worden sein. Hat das niemand gestern schon mal versucht? Wenn Google die Seite gestern oder vorgestern besucht hat, müsste es ja den originalen Eintrag ausgeben.
Abgesehen davon (nein, das soll kein Versuch sein, meinen Fehler runterzuspielen) hab ich eh nicht verstanden, warum unbedingt alle wissen wollen, ob er es angekündigt hat oder nicht? Klar, da ist natürlich das Gefühl, es hätte verhindert werden können. OK. Aber warum will es die Polizei so unbedingt wissen? Was bringt das? Alle verknacken, die es gelesen haben, aber nicht ernst genommen haben?
Was man in all den Diskussionen vergisst: Nicht Waffen bringen Menschen um, sondern Menschen bringen Menschen um. Solange diese Gesellschaft nicht bereit ist, die Ursachen sehen zu wollen, wird es weiterhin Amokläufe geben.
In spätestens zwei Wochen wird der Fall Winnenden ad acta gelegt und wir werden bestimmt, in alter Manier, mit weiteren “Sensationen” überflutet. Irgendwas wird schon passieren, damit die Gier der medialen Konsumenten befriedigt werden kann.
Ja, das habe ich gestern schon an der Uni gehört. Manche sind echt der Meinung, Lehrer sollten schießen lernen, um so was zu verhindern. Und das sagen Leute, von denen ich bisher dachte, sie seien vernünftige Menschen.
Wenn ich hier bald einen Artikel über Fluoxetin und deren (Amok-)Konsequenzen lesen darf, wäre ich ja schon glücklich. Der Spiegelfechter klärt die wahren “Motive” dieser Tat auf und zeigt den Dumpf-Medien mal so richtig die Klaue. Also ran an den Stoff! Wenn ich recht habe, ist das der Pharma-Skandal des Jahrzehnts.
@Spiegelfechter
Es klappt auch in weiten Teilen ganz gut. Aber die USA sind bekanntlich alles andere als perfekt.
Es gibt nur 2 Möglichkeiten: Uneingeschränkter Waffenbesitz für jeden, nicht nur für einige wenige mit Privatarmeen. Oder keinerlei Waffen auf der Welt. Möglichkeit 2 ist aber nicht sehr realistisch. Zumindest nicht in der heutigen Zeit und im jetztigen System.
@ Christian – Vielleicht, weil es eine weitere interessante Info ist und weil es manche seiner Beweggründe andeutet.
@Anindo
Ich habe deine Postings gelesen und die Videos angeschaut, also immerhin einer ;-) . Wie schon oben geschrieben, halte ich es nicht für ausgeschlossen, vorsichtig formuliert, dass Psychopharmaka zu schizophrenen Psychosen führen können. Eine sehr gruselige Vorstellung! Man darf aber nicht vergessen, dass es schizophrene Psychosen auch ohne Psychopharmaka gibt. Diese Leute haben die Medikamente ja nicht so zum Spaß geschluckt, es könnte sein (ich spiele mal den Advocatus diaboli), dass Menschen mit dieser furchtbaren Erkrankung, grässliche Taten im Nachhinein mit der Einnahme dieser Medikamente erklären. Damit könnten sie viel leichter leben, als mit dem Eingeständnis, dass sie von Natur aus mit einer so furchtbaren Krankheit belastet sind, die jederzeit für andere Menschen zur tödlichen Gefahr werden kann.
Ich will damit nur sagen, dass man dem Verdacht, dass Psychopharmaka schlimmste Gewalttaten auslösen können, natürlich nachgehen sollte; ich mir als Laie aber kein Urteil auf der Grundlage von Youtube-Videos bilden möchte.
@101
Nach diesem Bericht bin ich mir ziemlich sicher: http://www.sueddeutsche.de/panorama/60/461684/text/
Dieser Tim wäre ohne Fluoxetin niemals dazu in der Lage oder hat einen ausgesprochen schizophrenen Charakter. Ich denke, eher ersteres.
@94 Anindo
Komisch. Mein Arzt hat mir noch nie Antibabypillen verschrieben. Er behauptet immer, dass ich sie nicht bräuchte, weil ich ein Mann bin. Aber da eine Beretta ja wie wir hier lesen konnten keine Sportwaffe ist, muß der Tim ja unsportlich gewesen sein. Das erklärt doch auch blendend sein total unsportliches Verhalten, welches schließlich zum Ableben von 16 Menschen führte.
Er hatte – soweit die Meldungen stimmen – die Therapie doch abgebrochen, oder? Wieso sollte er da Medikamente bekommen haben?
Von dir habe ich keinen klügeren Kommentar erwartet. So viel Sondermüll, den du hier abgesondert hast, musst du toxischer sein als jedes Wertpapier.
Nach deiner Theorie müsste es jedenfalls alle zwei Tage einen Amok-Lauf in den USA geben. Weil da gibt es deutlich mehr Waffen als hier. Aber dein Blabla überspringe ich ansonsten zu gerne, weil es zu oft jedem Intellekt widerspricht.
@Anindo
Troll dich doch einfach, du Scientologen-Freak!
@Anindo
In den USA gibt es auch mehr Prozac ;-)
Deine These ist ja recht phantasievoll, aber überzeugend ist das nicht.
Ich habe bezüglich Prozac und Nebenwirkungen auch mal das Google-Orakel befragt und ebenfalls gelesen (NZZ), dass Prozac vor allem von Scientologen verteufelt wird. Auf der anderen Seite habe ich einen interessanten Artikel beim deutschen Ärzteblatt (http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=59308) gefunden, der davor warnt, dass das abrupte Absetzen bestimmter Psychopharmaka zu einem sogenannten Aktivierungssyndrom führen kann.
Im Zusammenhang mit dem Interview des Chefarztes von der psychiatrischen Klinik, in der Tim behandelt worden war, ist dies doch ganz interessant (siehe mein Posting weiter oben).
Der Artikel eines Dr. Breggin in ““The Huffington Post” schreibt zum Aktivierungssyndrom (activation syndrome):
Einen Einfluss von Psychopharmaka auf diese grausame Tat kann ich nicht völlig ausschließen (und ich hasse Scientologen ;-) ). Aber es ist sicher falsch, die Tat durch nur eine Ursache erklären zu wollen!!
@SP
Du kannst daraus deine eigenen Schlüsse ziehen, aber nach dem Film bin ich sehr davon überzeugt, dass dieser Tim Fluoxetin eingenommen hat und ähnlich wie in den USA oder in Deutschland einen Suizid ausgeführt hat, der ohne dieses Zeug niemals hätte passieren können. Vielleicht war er auch der schizophrene Massenmörder, für den man ihn hält, aber wenn wirklich die Wirkung eines Anti-Depressivum ihn zur Killermaschine gemacht hat, was man nicht ausschließen kann, dann wäre das ein Skandal, der den Fall Zumwinkel weit in den Schatten stellt.
Du hast dich im Tauss-Fall jedenfalls schon weit aus dem Fenster gelehnt und könntest es in im Falle Tim ja auch mal probieren. Die öffentlich-rechtlichen Medien haben es jedenfalls schon thematisiert, ganz ohne diesen Amok-Lauf.
@Anindo
Ich sehe nicht, dass ich mich bei Tauss “aus dem Fenster gelehnt hätte”. Aber wie dem auch sei – ein You-Tube-Video mag für Netzbewohner überzeugend sein – ich halte es da doch eher mit traditionellen Quellen ;-)
@SP
Wie gesagt, der Bericht, den ich gesehen habe, ist einige Wochen her und keineswegs auf Sparflamme kommentiert. Dieses Zeug macht einige harmlose Menschen zu (Selbst-)Mördern. Ich hab nur keinen Bock auf Recherche und es würde ja eh keiner lesen…
Hallo Spiegelfechter,
tut mir leid, aber was Du da schreibst finde ich menschenverachtend. “Der hätte sich mal vor einen Zug werfen sollen.” was ist denn das für eine Idee?
Vielleicht wäre es besser nach den Ursachen zu fragen? Was muss man mit einem Menschen anstellen, wie oft muss man ihn ermutigen und dann wieder brechen, wie oft muss man seine Hilfeschreie verlachen? Die Schule ist doch hier eindeutig das Problem. Und das von uns Eltern auch noch erwartet wird mit dieser Institution zusammen zu arbeiten. Gegen unsere Kinder sollen wir kollaborieren. Bloß damit sie in industriell geformte Schemata passen. Das kann einen nur krank machen.
Bei einem hast Du Recht. Es werden wahrscheinlich immer mehr junge Menschen diese Form der Flucht bevorzugen, anstatt Selbstmord im stillen Kämmerlein. Gegen Selbstmorde aus Schulgründen sind wir mittlerweile total abgestumpft.
Wir müssen als erstes die Schulpflicht überkommen und danach gute Exit-Points für Kinder und Jugendliche schaffen, bevor es zu spät ist. Lange bevor es zu spät ist. Und zwar nicht solche Exit Points, bei denen man für verrückt erklärt wird (z.B. Schulpsychologin).
Ich habe auf meinem Blog einen Aufruf geschrieben, die Politiker endlich unter Druck zu setzen und die Schule nicht mehr als Da-Musst-Du-Durch-Dogma zu verkaufen:
http://freiebildung.wordpress.com/2009/03/12/aktiv-gegen-amok/
Zur Debatte über Fluoxetin: Ich habe mir jetzt einige pharmakologische und Medline-Artikel reingezogen, und sorry, das ganze Gerede, dass dieses Medikament Menschen zu Mördern oder Selbstmördern macht, ist komplett haltlos. Sicher muss man mit psychoaktiven Substanzen sorgsam umgehen, und gewiss kann ein psychisch kranker Mensch durch fehlangewandte oder fehldosierte Antidepressiva zusätzlich destabilisiert werden. Umso mehr finde ich unfassbar, dass in einem Haushalt mit einem psychisch kranken Kind Schusswaffen und genügend Munition, um eine Kleinstadt zu eliminieren, frei herumliegen. Wenn ein Familienmitglied psychische Probleme hat, lässt man weder Alkohol oder andere Drogen, aber noch weniger Schusswaffen herumliegen. Dabei muss man garnicht auf die Idee kommen, dass das Kind amokt, selbst der blödeste schwäbische Unternehmer sollte wissen, dass Depressive suizidgefährdet sind.
Um das mal zu sagen: Ich habe auch immer gern geschossen, und ich hatte eine Luftpistole und eine Armbrustpistole, und mein Sohn und ich haben damit um die Wette geschossen, und ich habe ihm irgendwann die Dinger geschenkt, als er erwachsen war. Hätte mein Sohn Depressionen gehabt, hätte ich das Hobby bestimmt weiter mit ihm ausgeübt, aber bestimmt nicht die (eher harmlosen) Waffen rumliegen lassen.
Ich muss hier ausdrücklich name beipflichten. Das konservative Kleinbürgertum ist eine Brutstätte gewalttätigen Irrsinns, und dort ist das Waffenlager der Nation. Dahinter steckt der rechte Wunsch, sich mit Waffengewalt gegen die proletarischen Massen in den Städten durchsetzen zu können. Daher auch die hysterische Abwehr gegen effiziente Kontrolle des Waffenbesitzes.
Ich unterschreibe jedes einzelne Wort des Beitrages. Du sprichst mir aus der Seele.
Ich versteh nicht, wie von einigen hier die Mär von “genügend Munition, um eine Kleinstadt zu eliminieren” nachgeplappert wird. Nach aktuellem Erkenntnisstand sind wenige tausend Schuß vorrätig, jedoch nicht kistenweise Patronen. Eine typischen Kleinstadt hat hingegen zehntausende Einwohner.
Der Scheffe hat ein gutes Dutzend Schußwaffen im Keller, da ist anzunehmen, daß verschiedene Kaliber vorhanden sind. Und dafür jeweils ein paar hundert Schuß vorrätig zu haben, ist doch kein Verbrechen. Betrachtet Mann den Aufwand bei Beschaffung und Transport hierzulande, vom Einkaufspreis mal ganz abgesehen, wird die Sache eher logisch. Und, ja, ich bin weder Waffennarr noch Freund von Handfeuerwaffen. Laßt doch mal ein bißchen Logik im Hirn walten.
bei antidepresiva talk darf Tom nicht fehlen.
Polizei ihn tötete ihn
Video: http://trinixy.ru/pics4/20090313/video/germany.flv
Ich verfolge nun die Berichterstattung & die Kritik der Berichterstattung und sehe vor allem eines: Den verzweifelten Versuch, Kausalitäten zu finden, die man zur Erklärung heranziehen kann. Killerspiele, Elternversagen, Werther-Effekt, Waffengesetze, Schulsystem, die Gesellschaft überhaupt etc. pp.
Ich glaube, das greift alles nicht.
Im letzten läuft es nämlich auf Folgendes hinaus: Solange, wie es Menschen gibt, wird es auch gewalttätige Menschen geben – und Menschen, denen weder ihr eigenes Leben noch das anderer irgendetwas bedeutet. Plus Menschen, die beim Töten eine krankhafte Lust empfinden. Plus Menschen, die darin für sich einen wie auch immer gearteten Nutzen sehen.
Amokläufer, Selbstmordattentäter, Serienmörder, Massenmörder, sogenannte “erweiterte” Suizide (das klassische “Familiendrama”) etc. etc.
Ich fürchte – so traurig das auch ist – damit muß man leben. Ein kleiner Prozentsatz der Leute ist einfach irre und tickt aus – egal. wie die Rahmenbedingungen aussehen. Glückliche Familie, unglückliche Familie, gutes Schulsystem oder schlechtes, strenges Waffengesetz oder lasches.
Es bleibt einfach ein Anteil Unerklärbarkeit.
Finchen
Immerhin, ich will nicht so zynisch sein und sagen, daß jener Vorfall hier an einer Deutschen Schule, den Menschen in Jugoslavien und Afghanistan scheinbar viel lockerer am Arsch vorbei geht….
Und das alles ohne “polizeilische Aufklärung”, ohne Täterermittlung etc.
Kann es sein daß dieses “WIR” doch etwas fragwürdig wird?
Ich möchte davor warnen, Psychopharmaka-Kritiker pauschal in die Scientologen-Schublade zu stecken. Dies stärkt zum einen Scientology, da sie sich als Lobby der Psychopharmaka-Gegner aufspielen kann und gleichzeitig als rettender Hafen anbietet, und es stärkt die Psychopharmaka-Lobby,die Kritik damit abschmettern kann, dass sie Kritiker pauschal verdächtigt, Scientologen zu sein, was die Mehrheit, zum Glück, nicht sein will.
Dafür, dass Psychopharmaka im Falle vom Amokläufer Tim eine Rolle gespielt haben könnten, gibt es durchaus Indizien. Wenn der Chefarzt des Klinikums, in dem Tim wegen Depressionen 5 mal ambulant behandelt worden ist und der sich sicher spätestens vor dem Interview einen Einblick in die Krankenakte verschafft hat, ein Szenario schildert, in dem ein Mensch zunächst wegen Depressionen behandelt wird, eine schizophrene Psychose entwickelt, die Behandlung und vermutlich auch die Einnahme von Psychopharmaka abrupt abbricht und lapidar hinzufügt, dass dies natürlich zu einem Amoklauf führen könnte, dann ist dies doch Grund genug ein solches Szenario in Betracht zu ziehen. Dass das abrupte Absetzen bestimmter Psychopharmaka neuerer Generation zu einem sogenannten Aktivierungssyndrom führen kann, welches ein erheblich erhöhtes Suizid- und Gewaltrisiko bedeutet, das schreiben nicht die Scientologen oder die BILD-Zeitung, sondern das deutsche Ärzteblatt.
Etwas lächerlich finde ich es, wenn hier wieder einige Leute mit einem betonierten Weltbild schnelle monokausale Erklärungen für den Amoklauf finden: Bürgertum, Schule, … .
Leider – oder Gott sei Dank- ist die Welt nicht so simpel. Und nichts ist schwieriger zu verstehen, wie das menschliche Gehirn!
Yo, jetzt geb ich doch auch noch ein wenig meines Senfes dazu…
also, ich finde auch, dass wenn nun wieder quer durch die Republik und in der medialen Öffentlichkeit über diese Horrortat reflektiert wird, vor allem auch über die Berichterstattung reflektiert werden muss. Natürlich ist es vor allem der Medienhype der zur Nachahmung anregt, das wissen die Verantwortlichen doch! Die Hauptrolle spielt der Mörder, seine Opfer sind lediglich Statisten deren Schicksal bald niemanden mehr interessieren wird.
Und natürlich nehmen auch Killerspiele einen Part ein im Prozess der sich in der Psyche des Täters vollzieht und schließlich zu einem Amoklauf führt. Die Phantasie wird genährt, das Hirn in die entsprechende Richtung trainiert. Amerikanische Soldaten werden auch mit Hilfe von Killerspielen trainiert, ich habe da mal eine Dokumentation drüber gesehen, auch noch während des Kampfeinsatzes pushen sie sich mit headsets und dem soundtrack aus den Spielen, sodass der Krieg sich dann wohl tatsächlich eher wie eine 3D Computerspiel für die warkids anfühlt. Der Irakkrieg ist doch nichts anderes als ein staatlich organisiserter Amoklauf! Das ist schon alles so gewollt und die Spiele werden m. E. ganz bewusst auf den Markt gebracht, auch wenn nicht jeder Spieler und Konsument selbst gefährliche Gewaltphantasien hegt, sondern sich vielleicht einfach nur ein wenig abregaieren will (und zu faul ist das physich in Form vo Sport zu machen!) Was die Psychopharmaka betrifft, so macht eine Pille noch keinen Mörder, eine falsche Medikation oder eine falsche Handhabung der Medikation kann aber natürlich wiederum fatale Disharmonien in der Psyche eines Menschen nach sich ziehen.
Was nun diese Spekulation betrifft:
“WOHER WUSSTE DAS SEK BADEN-WÜRTTEMBERG, BEREITS NACH EINER HALBEN STUNDE, WER DER ANGEBLICH MASKIERTE TÄTER IST?!”
Der Täter war nicht maskiert
Was mir noch wichtig ist, und was vor alem Eltern und Lehrer immer beherzigen sollten: Ein Kind muss nicht erst irgendwas werden! Ein Kind ist schon, von Geburt an, ein Kind ist von Geburt an Mensch!
Wenn wir das vergessen dann sind wir es die das Mensch Sein vergessen. Wir bilden uns irgendwas ein, was Kind werden müsste, lernen müsste, sein müsste, beweisen müsste. Ha! Ich danke meinen Kindern jeden Tag von neuem dass sie mich lehren was es heisst Mensch zu sein
@Antenne
Das finde ich auch. Meine Kinder brauchen keine Schule, damit sie was lernen. Meine Mutter sagt immer: “Früher hießen Kinder: Munition für den Krieg”
@Spiegelfechter
Ihr Vorschlag ist also das totschweigen und das ignorieren aller Opfer. Eine Art Informationspolizeistaat aufzubauen. Ich bin entsetzt.
Hi Jens,
erstmal danke für die guten Artikel! Hast natürlich recht. Das ganze nimmt langsam Züge an wie in den USA. Sensationsgeilheit, ein Leitthema was man perspektivisch nie ausschöpfen kann -> Killergames, Sex&Crime sells. That’s it. Wer von den Medien Moral verlangt ist entweder Idealist, naiv oder gar beides. Auf mich trifft wohl letzteres zu, denn ich will, schlicht und ergreifend, nicht kapieren warum es so sein muss wie es ist.
Das Problem mit der Quelle Internet wird ja in Zukunft nicht eben leichter zu handhaben sein, warum betritt man an dieser zwielichtigen Kreuzung nicht den stabileren Pfad? Internetforen, Forenbilder, Chat-Auszüge? Da fragt man sich wirklich, was die Leute studiert haben. Und natürlich geht das an die Verantwortungs-Adresse, nicht an die der ausführenden Journalisten.
Ich frage mich wirklich wie das mit Glauben-Wissen und Gewissen weitergeht…
Hat jemand gute Ideen? :)
heilige scheisse http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,613288,00.html
tim k, hat am abend far cry 2 gespielt und wollte einen waffenhändler töten!!
das ist ja schon aller aller aller unterstes bild niveau was sich diese seite erlaubt
@ “Finaler Rettungsschuß”
Warum ich den für eine Fehlentwicklung halte, möchte ich doch gerne nochmal loswerden.
Die Polizisten als Ausüber des Gewaltmonopols und gewollte Waffenträger ziehen für mich gegen die Bösen ins Feld. Dafür bin ich ihnen dankbar, ermöglichen sie mir doch, meine persönliche Feigheit in das Gewand des Pazifisten zu kleiden, um mich damit zu schmücken. Diese für mich eintretenden Ordnungshüter sollen sich nicht einfach umpusten lassen, weswegen sie ja auch selber bewaffnet sind. Diese Bewaffnung ist jedoch ausschließlich zum Schutz gedacht. Die Regeln für Polizisten sehen vor, daß er nach Möglichkeit keine ‘finalen’ Schüsse abgibt, sondern daß er versucht, den Täter handlungsunfähig zu machen mittels eines Beinschusses beispielsweise.
Meines Erachtens erzeugt diese Regelung genug Handlungsspielraum, um den Polizisten sowohl Schutz als auch Zugriffsmöglichkeiten zu gewährleisten. Die Implementierung eines ‘Finalen Rettungsschusses’ hingegen filtert eine Untermenge an möglichen Situationen heraus, in denen plötzlich vom Primat des Erhaltes des Lebens abgewichen wird. Die Bedrohungskomponente der betreffenden Situation muß anders eingeschätzt werden. Es muß abgewogen werden, inwieweit jetzt eine ‘Finaler-Rettungsschußsituation’ eingetreten ist, oder ob noch ‘herkömmliche’ Regeln des (Selbst)Schutzes anzuwenden sind. Diese komplexen Abwägungen müßten eventuell in kürzester Zeit bei unzulänglicher Informationslage getroffen werden. Darin unterscheidet sich allerdings auch die Situation ohne Rettungsschuß nicht. Es muß gründlich und gleichzeitg schnell abgewogen werden. Die bisherige Hemmung des Polizisten durch das Verbot frühzeitiger Todesschüsse zwingt den Polizisten genau zu überlegen, wie bedroht er sich fühlt, respektive welche Bedrohung er für mögliche Opfer erkennt. Die Entscheidung erfolgt aus seiner Verantwortung, wobei ich ihm unterstelle, daß er wirklich erst dann tödliche Schüsse abgibt, wenn er ansonsten keine Alternative sieht. Bisher hat dieses Vorgehen recht gut funktioniert. Dennoch gibt es genügend oder gar zuviele Situationen, in denen im Nachhinein Zweifel an der Richtigkeit der Einschätzung der Polizei laut werden und die spezielle Untersuchung erfahren.
Ein Finaler Rettungsschuß ist meines Erachtens eine vorab erteilte Absolution für Schnellschützen, die für mehr Ärger als Nutzen sorgen wird, wenn bereits bei der aktuellen eher restriktiven Anwendung von Waffengewalt schon Schnellschußverdächtige untersucht werden müssen. Den Finalen Rettungsschuß extrapoliere ich zu Judge Dred – da liegen meine Bedenken.
Den für mich im Kampf gegen das Böse waffentragenden Polizisten wünsche ich mir übrigens besser bezahlt und mit mehr Kollegen versehen, als es aktuell der Fall ist.
Die Frage einmal ganz anders gestellt:
was sind der Besitz irgendwelcher KiPo-CDs (die wir nicht kennen) und das ziemlich dämliche Verhalten von Tauss gegenüber dem öffentlichen Vorführen der Vergewaltigung eines Kindes durch von der Leyen/Zierke? Ok, wenn er Gesetze gebrochen hat mag man Tauss verurteilen. Und diese Beiden?
Wenn übrigens der hier häufig zitierte Beitrag von Wikileaks substantiell richtig ist dann ist es technisch gar nicht möglich mit Hilfe der von Schäuble/von der Leyen/Zierke gepushten Mittel und Techniken KiPo-Fans zu erwischen. Man muß davon ausgehen dass diese das auch wissen. Also die Frage hier in die Runde: was bedeutet dieser Sachverhalt eigentlich?
Sorry, der Beitrag gehört natürlich in den Nachbarthread. Die ,,Kommentar bearbeiten”-Funktion hat nicht funktioniert.
Gruß,
gelegentlich
@gebintit
,,Etwas lächerlich finde ich es, wenn hier wieder einige Leute mit einem betonierten Weltbild schnelle monokausale Erklärungen für den Amoklauf finden: Bürgertum, Schule, ? .
Leider – oder Gott sei Dank- ist die Welt nicht so simpel. Und nichts ist schwieriger zu verstehen, wie das menschliche Gehirn!”
Ok, dann lass uns doch zur einzigen unabweisbar zweifelsfreien und klaren Konsequenz aus diesem Amoklauf kommen:
Ab sofort den privaten Besitz von Feuerwaffen, auf jeden Fallen deren Aufbewahrung zuhause, zu verbieten. Das schließt alle Parteien und Generationen ein. Und es schließt Alle, die sich dem widersetzen, von absolut jeder gemeinsamen Diskussion über Sicherheit aus. Ob und welchen Beitrag Killerspiele und bestimmte Pharmaka dabei gespielt haben kann man ja getrost weiter diskutieren. Verbieten aber kann man nur das, was zweifelsfrei wissenschaftlich belegt kausal zu solch einem Verhalten führt. Das ist ,,Killerspielen” (die ich persönlich einfach nur ekelhaft finde) nicht der Fall.
Ehrlich gesagt, halte ich Verbote wenig sinnvoll. Das sorgt nur dafür, dass die Amokläufer das in einer noch verzweifelteren Situation machen.
Ich finde es viel sinnvoller den Schulzwang aufzulösen, um den Kinder Rückzugsmöglichkeiten zu geben, bevor es zu spät ist.
Eine wirkliche mediale Verantwortung wäre gewesen, über die Angelegenheit Winnenden nicht zu berichten. Höchstens ein 2 Zeiler auf Seite 4 der TAgeszeitung.
Durch das mediale Echo werden jetzt andere angespornt, die Tag nachzuahmen. Wenn aber nicht darüber berichtet wird, verpufft die ganze Aktion.
Ich möchte das überspitzt mal so ausdrücken: “Schulmassaker, na und. Es gibt wahrlich wichtigeres, über das es sich zu berichten lohnt!”
Das gleiche mediale Verhalten würde ich mir auch in Bezug auf terroristische Anschläge wünschen. Wenn die Tat ignoriert wird, welcher Grund sollte dann noch bestehen, sie auszuführen? Sowohl bei Amokläufen wie auch bei terroristischen Anschlägen leben die Täter von der medialen Öffentlichkeit! Nehmen wir ihnen diese, sind sie hilflos.
@gerhardq
Ja, aber dann kann man damit doch keinen Wahlkampf machen! Als das Steinmeier-Merkel am Tag des Vorfalls herumgegröhlt hat, habe ich sofort gedacht, warum sie nicht genauso darüber herumjohlen, das an dem selben Tag wahrscheinlich die x-fache Menge Kinder durch unverantwortliche Autofahrer umgekommen sind.
Ach ja, das waren ja mehrere und ausserdem ist es nicht so einfach, da Killerspiele als Ursache auszumachen …
nachgeblogt.de
Dort ist ein ganz frisches Interview mit dem Betreiber der Seite krautchan.net “Tsaryu”
68fv:
Hallo,
ich muss sagen, auch mich widert die Art der Berichterstattung über dieses schreckliche Ereignis dermaßen an, dass mir beinahe übel wird!! Was soll diese Sensationsgeilheit?? Ist es denn wirklich so, dass das ?die Masse? einfach sehen will?? Befriedigen hier die Medien wirklich nur diese Neugierde, oder sind sie es, die das Ganze erst antreiben??
Auf der einen Seite tun mir natürlich die Opfer leid, sowie die, die diese Tat miterleben mussten, und natürlich auch die Hinterbliebenen, die das alles verarbeiten und mit dem Verlust ihrer Kinder und Freunde fertig werden müssen.
Aber mir tut auch Tim leid!!
Ja, mir ist bewusst, dass das, was er tat, durch nichts zu rechtfertigen ist!! Kein Mensch hat das Recht, einem anderen das Leben zu nehmen, gleich was derjenige ihm angetan hat. In meinen Augen schließt das auch die Todesstrafe mit ein, was hier aber nicht diskutiert werden soll.
Aber was mir nicht in den Kopf will, sind verschiedene Aspekte:
WARUM kommt es in der Schule überhaupt zu dieser Art Mobbing, die einen Schüler verzweifeln lassen??
WARUM meinen so viele Kids, es sei ?cool?, andere zu mobben, oder zu ?dissen?, wie es wohl neudeutsch heißt??
WARUM ist es nicht möglich, leistungsschwächere Schüler zu integrieren?? Liegt das an diesem – wie es weiter oben geschrieben wurde – ?menschenverachtenden leistungsorientierten System?, in dem nur der zählt, der die spitzesten Ellenbogen ausgefahren hat, ohne Rücksicht auf ?Verluste???
WARUM – um Tim?s Situation zu beleuchten – war er überhaupt in therapeutischer Behandlung??
WARUM wurde die Therapie abgebrochen?? WELCHE Medikamente hat er während der Therapie erhalten?? In welchen Dosen?? Mit welchen Nebenwirkungen, möglicherweise bewusstseinsverändernde??
WARUM war er alleine, einsam??
WARUM erfuhr er anscheinend nicht die Anerkennung und LIEBE, die jeder Mensch braucht, um eine gesunde Entwicklung zu durchlaufen?? Von seiner Familie, von seinen Freunden, von seiner Klasse!!??
Entschuldigt, aber mir kommt einfach die Galle hoch, bei so vielen (offensichtlichen) Versäumnissen!!
Auch ich war nie besonders anerkannt, war von der 1. bis zur 6. Klasse derjenige, der immer gehänselt wurde, war so ein bisschen der ?Prügelknabe?. Aber wir hatten in unserer Klasse einen sehr starken Zusammenhalt!! Und das war damals eine Ganztagesschule ?
In den Kommentaren werden sehr viele Aspekte erläutert, deren Umsetzung wünschenswert wäre, beispielsweise ein respektabler Umgang unter allen Schülern, besser ausgebildete und motivierte Lehrer, die sich mit ihren Schülern auseinandersetzen können, denen die Schüler vertrauen, sich ihnen anvertrauen können, und viele andere, sehr wertvolle Aspekte.
Aber WER setzt sich dafür ein, dass solche Aspekte einer breiten Gesellschaft dargelegt werden??
Letztlich ist es doch so, dass es UNSERE Gesellschaft ist. Die Gesellschaft sind WIR!! Jede und jeder Einzelne ist Teil dieser Gesellschaft. Jede und jeder Einzelne trägt somit zur Verantwortung für diese Gesellschaft bei. Jede und jeder Einzelne hat somit die Pflicht, sich für die Entwicklung dieser UNSERER Gesellschaft einzusetzen, sich einzubringen!!
Es bringt doch nichts, endlos hin und her zu diskutieren, in diesem Fall über Schützenvereine, Waffenbesitz, ?Killerspiele?, usw.
Es geht darum etwas zu TUN!! Fangt an!!
Engagiert Euch, setzt Euch mit denjenigen auseinander, die für dieses Schulsystem verantwortlich sind!! Macht ihnen klar, dass IHR das SO nicht wollt!!
Wenn sich nämlich nichts ändert und ?die Politiker? auch die nächsten zehn, zwanzig Jahre wieder und wieder sinnlose Diskussionen starten, über Themen, in denen sie nicht drin stecken und nicht wissen wovon sie eigentlich reden, dann sehe ICH für UNSERE Gesellschaft pechschwarz!!
Denn die, die jetzt in der Schule sind, sind UNSERE Zukunft!! Deshalb sollte sich JEDER einbringen und seinen Standpunkt klarmachen. JEDER!! JETZT!!
Lasst UNS darüber diskutieren, wie JEDER das bewerkstelligen kann. JETZT und HIER!! Oder auf einer gesonderten Plattform im Internet. Oder Offline. Im realen Leben.
Nur: Lasst uns anfangen!!
Jetzt!!
Achja, diese armen, armen Mittelstandskinder…
@112
>>tut mir leid, aber was Du da schreibst finde ich menschenverachtend. ?Der hätte sich mal vor einen Zug werfen sollen.? was ist denn das für eine Idee?<<
Finde ich auch! Man sollte auch mal an die armen Zugfahrer denken, die durch so ein Erlebnis möglicherweise ihr Leben lang traumatisiert werden. Also besser irgendwo runterspringen – ach nein, kann ja auch andere treffen (ist schon passiert, z.B. in Stralsund).
Aber es gibt auch besseres, daher mein Tipp an alle Psychos: Betablocker + orale Antidiabetka oder Calciumkanalblocker gehen ziemlich gut und da kommt auch niemand zu Schaden.
Das einzig interessante an dieser Sache ist, dass die gesamte Polizei eines Landes nicht mal in der Lage war mit einem 17jährigen fertig zu werden. Wie soll das erst werden, wenn hier wirklich mal eine Truppe hochgerüsteter Terroristen einrückt?
@ 124
@ all
Wieder einmal ist Spiegel blendend informiert, wie auch bei Tauss. Gibt wohl exklusiv was in die Kaffeekasse einer Behörde.
Den Spiegel-Artikel hat die WELT im Übrigen (jetzt neu aufgemacht und so nicht mehr sichtbar) deutlich verändert zitiert. Meinen Kommentar dort, den sie im Gegensatz zu anderen, die auf die Verbindung von Psychopharmaka mit den meisten Amokläufen hinwiesen noch nicht gelöscht haben, habe ich gegen Mittag wie folgt abgesetzt:
“Der SPIEGEL, die BILD-Zeitung des 21. Jahrhunderts. So “exklusiv” wie bereits in der Affäre Tauss berichtet der Spiegel von Insider-Informationen die nur aus Polizeikreisen oder direkt von der Sta. kommen können, wenn sie denn überhaupt wahr sind. Und natürlich steht, politisch korrekt gewollt, das Internet in der Schusslinie damit auch ja dieses Jahr noch chinesische Verhältnisse bei uns etabliert werden können.
“So spielte der Amokläufer nach Informationen des Nachrichtenmagazins am Abend vor der Tat Killerspiele im INTERNET”.
Cui bono Herr Schäuble und Frau von der Leyen?
Erbärmliche Berichterstattung, grottenschlechte Ermittlungen.”
Es ist schon ein gewaltiger Unterschied, ob ich “Killerspiele im Internet spiele”, also frei verfügbares suggeriere, oder fest installierte Software nutze. Aber egal, der Zweck und die Art der Berichterstattung heiligen die Mittel. Die bekannte Gefälligkeitszensur der WELT ist heute wieder besonders gut zu beobachten. Hartnäckig wurde auch immer wieder folgender Link, der Amokläufer und ihre vermeintliche Medikamentation aufzählt, gelöscht:
http://www.ssristories.com/index.php
Sorry, dass ich mich schon wieder zu Wort melde, aber die Sache bewegt mich halt doch.
Wenn jemand die Auflösung der Schulpflicht jetzt als Patenrezept gegen Amokläufe propagiert,reagiere ich vielleicht auch deshalb ein wenig gereizt, weil ich an einer solchen arbeite. Übrigens stellte sich eine Lehrerin schützend vor eine Schülerin und wurde niedergeschossen. Als ein Kollege von mir mit Schülern über die Sache sprach, sagte eine sonst unauffällige Schülerin ungerührt, sie würde ihren Vater ohne Hemmungen umbringen können. Aber sie tut es eben nicht. Ich will damit sagen, auch ohne Schule gibt es Menschen, die stressen können.
Und auch ich hatte als Schüler meine Probleme mit der Schule. Ich habe mich damals einfach selbst zurückgezogen, im Unterricht geträumt, etc.. Entsprechend schlecht waren oft meine Noten. Mir hätte das nichts ausgemacht, aber meiner Mutter … . Damit wären wir wieder bei der Familie. Es ist immer so einfach, die Schuld bei anderen zu suchen. Ich bin gegen eine Aufhebung der Schulpflicht. Damit würde einer weiteren Zersplitterung unserer Gesellschaft Vorschub geleistet, fundamentalistische Kreise würden frohlocken und könnten ungestört ihre Subkulturen pflegen.
Das Thema Psychopharmaka kommt mir dagegen in der ganzen Diskussion zu kurz. Auch dieses Thema sollte diskutiert werden, denn es geht die Gesellschaft sehr wohl an, ob – in seltenen Fällen – Psychopharmaka das Potential haben, die natürlichen Hemmschwellen von Menschen so zu senken, dass aus Gewaltfantasien Realität wird. Ich habe mich ausführlich mit den Morden der Manson Family beschäftigt, weil ich verstehen wollte, wie junge Menschen eine um Gnade winselnde hochschwangere Frau abstechen können. Man lese dazu mal den Bericht von Charles Tex Watson (http://www.mansonfamilytoday.info/watson-1978-LA-Times-interview.htm). Hier waren eindeutig Drogen im Spiel (LSD, …). Die legalen Psychopharmaka können ähnlich fatale “Balance-Störungen” des Gehirnstoffwechsels bewirken. Wie oben schon zweimal beschrieben, legt die Aussage eines Psychiaters, der den “Fall Tim” kennen muss, den Verdacht nahe, dass hier möglicherweise durch ein zu schnelles Absetzen eines Psychopharmakas die Tragödie mit ausgelöst worden ist. Dieses Thema wird in den Medien kaum beachtet. Akzeptieren wir legale Drogen, deren falsche Anwendung möglicherweise Amokläufe triggert?
Aber auch die Psychopharmaka sind nur ein möglicher Auslöser. Für mich ist das beruhigend, denn die Wahrscheinlichkeit, dass sich so ein Amoklauf wiederholt, ist aus meiner Sicht, nicht so groß. Natürlich wird es jetzt viele Drohungen geben, hatten wir bei uns auch schon.
@gebtint
>Wenn jemand die Auflösung der Schulpflicht jetzt als Patenrezept gegen Amokläufe >propagiert,reagiere ich vielleicht auch deshalb ein wenig gereizt, weil ich an einer solchen >arbeite.
Tut mir leid, wenn ich damit einen wunden Punkt getroffen habe. Dennoch “propagiere ich das nicht als Patentrezept”. Es ist einfach ein weiterer Punkt um zur Entspannung an den Schulen beizutragen.
Der aktuelle Schulzwang läßt Menschen keine Ausweichmöglichkeit – man muss immer wieder hin – man wird mit allen Mitteln ermutigt. Bis man zusammenbricht.
Manche halten das aus – bei anderen kommt soviel zusammen, dass es sie zerreißt.
Eine Auflösung des Schulzwangs könnte in viele Formen münden – in allen anderen europäischen Ländern herrscht eine Art Unterrichtspflicht oder Bildungspflicht (wo und auf welche Weise wird kontrolliert, aber die Schule ist kein Zwang).
Natürlich fühlen Lehrer erst einmal ihre Jobs bedroht, wenn sie gewohnt sind, ihre Kunden durch Zwang zu bekommen. In Rest-Europa gibt es aber immer noch Schulen, und nur ein kleiner Prozentsatz bleibt lieber zu Hause bei der Familie.
Also keine Angst um ihren Job – und Hochachtung vor den Lehrern, die sich schützend vor die Schüler geworfen haben.
Aber Kinder brauchen auch eine Möglichkeit zum Rückzug von der Schule.
Eine Gesellschaft kann übrigens nur zersplittern, wenn sie eine starre Homogenität für ihr Funktionieren voraussetzt. Eine demokratisch, pluralistische Gesellschaft profitiert dagegen von Heterogenität und Vielfalt.
Die Abschaffung der Schulpflicht ist eine neue Idee, die auch im Zusammenhang dieser Ereignisse diskutiert werden muss. Zumindest als eine der Möglichkeiten, die man hat um zukünftigen Tragödien entgegen zu wirken. Da dürfen wir uns nicht auf Bestandssicherung und Xenophobie versteifen. Das wäre Dogmatik.
Eben. Monokausale Zusammenhänge KANN es bei so etwas komplexen wie der menschlichen Psyche nicht geben.
“Antriebssteigernde Antidepressiva können zu Behandlungsbeginn einen Hang zur Selbsttötung verstärken, weil die antriebssteigernde Wirkung oft vor der Stimmungsaufhellung einsetzt.”
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Antidepressiva
Unsere Massenmedien bedienen aber lieber weiterhin “einfache” Lösungsstrategien bzw. “Problemauslöser”:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,613334,00.html
*argh*
@1000Sunny, Nr.137
Zumindest hier in Ba-Wü sind die meisten Lehrer verbeamtet. Gegen kleinere Klassen hätte kein Lehrer etwas einzuwenden.
Wenn du es als Xenophobie betrachtest, wenn ich etwas dagegen habe, wenn bestimmte Einwandererkinder nur noch auf Koranschulen gehen würden, statt in öffentliche Schulen, ok, dann bin ich wohl xenophob! Wie soll so Integration funktionieren? Aber damit kommen wir hier vom Thema ab.
Genau, die Schule ist schuld und die lebensechten Trainingsimulatoren, die auch das Militär verwendet, um die Tötungshemmschwelle herabzusetzen und Instinke zu verfestigen, nur ein harmloser Sport.
Überhaupt, Berettas und Atomwaffen für alle, auch bei den Albrechtsbrüdern, aber bitte nur im Sonderangebot, damit nicht nur die schwäbischen Bürgerkinder in Genuß von Mord und Totschlag kommen.
Über die Feigheit des Täters, hochtrainiert auf 16 Unbewaffnete zu schiessen, diesen direkt in den Kopf zu ballern packen wir einen dicken Mantel Erklärungsuppe. Der arme Junge, der der..
Ich wette, die Profis in den weltweiten Kriegsschulen sehen die Effektivität der virtuellen Massentötung und deren praktische Auswirkung in den Bildern der Amokläufer als Beweis dafür an, wie effektiv diese Technologie tatsächlich sein kann.
@name
So läuft das im Netz – ein jeder hat seine Erklärung, ganz nach Weltanschauung. Für den “linken” Klassenkämpfer liegt es an dem bürgerlichen Elternhaus, der “Gutmensch” klagt über überforderte und zahlenmäßig unterbesetzte Pädagogen, der Pazifist sieht die Waffen als Schuldigen und für den Konservativen sind es das Netz und die Killerspiele. Überraschungen gibt es aber auch: Das aus dem rechtsesoterischen Schall&Rauch-Bereich nun die Psychopharmaka ins Visier genommen werden, ist eine spaßige Neuentwicklung.
Der Mörder ist unschuldig! Das System ist schuld! So läuft das doch immer ab. Ich kann mich noch an die ekelhaften(!) Forenbeiträge nach dem Amoklauf von Emsdetten erinnern. Es widert einen an.
@1000Sunny
Macht nichts ;-)
Ich plädiere für eine maßvolle Berichterstattung – wenn ich mir aber die aufgescheuchten Hühner im Netz anschaue, so wird das eh nichts. Wenn “die Medien” sich zurücknehmen, wird das Netz sich der Sache schon abnehmen. Heute brauchen wir keine BILD mehr, um Kriminal-Boulevard zu betreiben.
@all
Unbedingt empfehlenswert: “HR2 Der Tag – Außer Kontrolle, völlig normal? Der Amokläufer in uns“. Der HR beweißt wieder einmal, dass in D doch noch guten Journalismus gibt.
@ Spiegelfechter
Aus dem Schubladendenken kommst Du wohl auch nicht raus. Schade eigentlich. Trotzdem lese ich hier sehr gerne. Aber “rechtsesoterischer Schall&Rauch Bereich” klingt ja genauso schön wie “die neue Rechte” unseres BILD-Historikers Wippermann. Das in solchen und anderen VT-Blogs sich derweil so ziemlich alles tummelt und natürlich auch unendlich viel Blödsinn geschrieben wird, ist jedem vernunftbegabten Menschen klar. Ein jeder sucht sich endlich selbst was aus – auch beim Spiegelfechter. Das ist doch das Schöne, man nennt es auch Pluralität. Oh, ich lese beides und noch viel mehr, dann gehöre ich wohl zur recht linken Mitte :-)
Relativ eindeutig kann man m.E. nach heute nur die Islamophobiker von PI-News eintüten.
Wann begreifen einige endlich, dass die Rechts-Links Hin- und Herschieberei heute nur noch sehr bedingt geeignet ist um Urteile zu fällen. Nun denn, wem es Spaß macht…
Hey, pluralistische Psychopathologie, das hat doch was. Vielleicht stimmen ja alle Erklärungen? Sozusagen als proximaler Prozess: Vorgeschädigt durch das Elternhaus sieht er in den Lehrern eher einen Gegner als eine Bezugsperson, flüchtet vor dem Stress in Netz und Killerspiele, wird zum psychopathischen Pixelmörder, und nach Absetzen seiner Psychopharmaka versetzt ihn der Anblick der elterlichen Waffensammlung in unstillbaren Blutdurst, der notwendigerweise mit einem Amoklauf enden musste. Und wenn sie nicht gestorben wären, …
Die These wird flankiert von den beiden unvereinbarbaren Prämissen: (1) ein solch unvorstellbares Verbrechen ist nicht erklärbar (und muss deshalb “systemische” Gründe haben) und (2) klar, ich hätte auch fast einen Amoklauf in meiner Schule gemacht (… Scheiß System)
Erst wird man in die Scientologen-Schublade gesteckt, dann dem “rechtsesoterischen Schall&Rauch-Bereich” zugeordnet (sehr kreatives Etikett!). Ich versuche lediglich, als analytischer Mensch, alle Puzzleteilchen zu finden, die diesen tragischen Vorfall erklären können. Offen gesagt wundert es mich, dass der psychiatrischen Seite des Falles so wenig Aufmerksamkeit zuteil wird. Und nochmals, wer die Kritik an der Psychiatrie den Scientologen überlässt, der tut diesen einen großen Gefallen. Für Scientology ist die Psychiatrie eine Konkurrenz, sie wollen die labilen Menschen in ihrer “Kirche” haben, denn sie lassen sich wunderbar manipulieren und beherrschen. Leider produziert die Psychiatrie viele Menschen, die von ihr enttäuscht sind. Gut für Scientology. Auch mit ihren Stresstests versuchen sie ja ständig, bei uns in der Stadt, labile Menschen zu angeln. Auch Normalos sollten mal einen Blick auf die modernen psychiatrischen Behandlungsmethoden werfen.
P.s.: Wie kommst du eigentlich auf “rechtsesoterischen Schall&Rauch-Bereich”?
@Gebintit
“Ich versuche lediglich, als analytischer Mensch, alle Puzzleteilchen zu finden, die diesen tragischen Vorfall erklären können. Offen gesagt wundert es mich, dass der psychiatrischen Seite des Falles so wenig Aufmerksamkeit zuteil wird.”
Als analytischer Mensch sollte man aber erstmal über die Fakten Bescheid wissen!
War denn nun Tim tatsächlich in psychiatrischer Behandlung? Und wenn ja, was für Therapien hat er wie lange gemacht und welche Medikamente hat er – wenn überhaupt – wie lange und in welcher Dosierung eingenommen? Wie sah sein Krankheitsbild aus, hat er eine Therapie und/oder eine Medikation abgebrochen? Wenn ja, zu welchem Zeitpunkt..? usw, usf…. Das alles sollte man schon wissen um fundierte Kritik zu üben!
Wer hier generell Kritik an Medikamenten übt, die erwiesenermaßen schon vielen Menschen geholfen haben, der sollte schon einige Fakten kennen. Wenn nicht, dann ist es nur Polemik und die hat es verdient, in die dümmliche Scientologen-Ecke, oder in den “rechtsesoterischen Schall&Rauch-Bereich” (schöner Begriff ;)) gesteckt zu werden.
Fakt ist einfach das der Jugendliche – ob gestört oder nicht – nicht an eine Schußwaffe hätte herankommen sollen und damit ist nicht etwa die Schule schuld, oder die Medien, oder Medikamente, oder Sportschützen, oder “Killerspiele”, oder das Internet, sondern schlicht und einfach Tim´s Vater, der sehr fahrlässig handelte, in dem er seinen Sohn, an seine Waffen herankommen ließ und der dafür hoffentlich eine angemessene Strafe erhalten wird.
@Gebintit
Immer die Forderung nach kleineren Klassen. Die nervt mich. Es gibt eine Faustregel: Je kleiner die Gruppe, desto stärker das Mobbing. Im Extremfall (z.B. eine Klasse von 300 Schülern) gibt es kein Mobbing mehr.
Ausserdem ist diese kulturimperialistische Haltung und Koranfeindlichkeit ein Aspekt, der mich an der ganzen Schule total annervt. Ich kenne viele Türken, die alle ganz nett sind – und in der Bibel steht im Alten Testament auch nichts von “Liebet euch” drinnen. Für mich sind solche Lehrer untragbar. Und zu ihrer Information, die aktuellen Schulgesetze erlauben türkischen Gemeinschaften eigene Schulen zu gründen – und diese tun das auch, weil “es ihnen an deutschen Schulen zu laut ist, und kein Interesse an Wissensvermittlung herrscht” (nicht meine Worte, aber frei zitiert). Und eine Schule bei uns in der Nähe macht mittlerweile sogar türkischsprachigen Unterricht des Korans (in Bayern!).
@Franko
Na also, der Vater war es. Jetzt wissen wir es. Danke für die Erleuchtung.
@Spiegelfechter
Was ist Dein Kriterium für “aufgescheuchte Hühner” und “gute Diskussion” – oder dürften wir hier eigentlich auch gar nicht drüber reden ?
Lieber Franko, die Kommentarliste ist mittlerweile zugegebenermaßen schon ziemlich lang. Klick auf diesen Link (Kommentar Nr. 92) und lies dir den Kommentar von mir durch. Vielleicht hast du noch Zeit das Video anzuschauen, in dem der Chefarzt der psychiatrischen Klinik in der – laut Video – Tim fünf Mal in ambulanter Behandlung war – von der Zeit (www.zeit.de) interviewt wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Chefarzt Insiderkenntnisse über die Krankenakte von Tim hat ist ziemlich hoch, wie du zugeben musst, die Wahrscheinlichkeit, dass er den Interviewern ein Szenario schildert, das mit dem Fall Tim nichts zu tun hat, ziemlich niedrig. Oder siehst du das nicht so? Ist das alles rechter esoterischer Schall und Rauch?
@1000Sunny
“Na also, der Vater war es. Jetzt wissen wir es. Danke für die Erleuchtung.”
Nein, der Vater war es nicht. Tim hat geschossen. Sein Vater gab ihm aber die Waffe dazu und ist deshalb der letztlich und einzig greifbare Verantwortliche.
@Gebintit
Naja, die Aussagen von Arzt und Eltern widersprechen sich gewaltig und der Arzt drückt sich wirklich nur sehr allgemein aus und beantwortet keine meiner Fragen. (Krankheitsbild? Therapien? Medikamente?)
Ob der Chefarzt der Klinik tatsächlich die Krankenakte von Tim so genau kennt, bezweifel ich einfach auch mal. Chefärzte sind für gewöhnlich mehr mir Verwaltung befasst, als mit Patienten….
Außerdem ist es letztlich völlig egal, ob Tim krank war oder nicht. Hätte er keine Schußwaffe gehabt, dann hätte er nicht diesen immensen Schaden anrichten können!
@147
so isches. Das Blog Schall und Rauch scheint mir doch ziemlich mit den schweizer (EX)VPMlern und SVP- und Young 4 FUNlern verbandelt zu haben, die sich auch auf Anti-Riatlin, Anti-Antidepressiva und Antipsychatrie spezialisiert haben und dabei den Schulterschluss mit Scientology nicht scheuen. Das ist leider so. Die sind tatsächlich miteinander vernetzt und politisch aktiv. Da werden solche Themen dann gerne für Propagandazwecke aufgegriffen. Natürlich sollte die Psychatriekritik bitte diesen Leuten nicht überlassen werden, genausowenig wie die Naturheilkunde u. Homöopathie von den brauenen Esos beschlagnahmt werden darf.
Nun oute ich mich mal, also ich wurde selbst als Teenager eingeklappst und phsychopharmasakriert, ich fand das grauenhaft und wurde m. E. auch sicherlich völlig falsch bahandelt. Jedoch kenne ich auch Menschen denen die richtige Pille wirklich dabei geholfen hat, Kriesenzeiten zu überstehen. Was Ritalin und AD(H)S betrifft, so kann man auch hier nicht pauschalisieren, es gibt mündige Menschen denen das Zeug hilft! Ich persönlich würde es niemals schlucken und auch meine Kinder nicht damit behandeln. Verteufeln werde ich es aber deswegen sicherlich nicht . Unerträglich wird es dann für mich wenn so VPM Leute behaupten, es gäbe gar keine ADHS. Sondern das wäre alles Erziehungssache. Leute, ADHS kann nicht umerzogen werden, es ist eine Wesensart, es gibt Gehirne die ticken so. Das sollte einfach mal akzeptiert und gewürdigt werden. Noch besser wäre, wenn endlich der Unterricht entsprechend umgestaltet werden würde, dass auch ADHSler klarkommen. Die lernen auch gerne! Wie alle Kinder Das geht!
Lebendiges Lernen in kleinen Gruppen, Achtsamkeit, soziale Kompetenz, Respekt, Würde, Offenheit, Mediation, alles so Themen die seit langem ganz oben auf der menschlichen Überlebensagenda 2013 stehen
Also ich plädiere auch für eine mitfühlende, zurückhaltende Berichterstattung und dafür dass wir uns alle von Menschen wie Enja Riedl und anderen inspirieren lassen und unsere Schulen in wirkliche Lebensräume umwandeln in denen das Lernen auf natürliche Art wieder möglich wird…
@Franko
Vielleicht nicht in dieser Größenordnung. Ich erinnere mich aber an einen Fall, da hat eine Mutter ihre Kinder erstickt, weil ihr Stimmen dies befohlen haben. Morden kann man also auch mit Tüten oder Kopfkissen. Oder es fuhren schon des öfteren Amokläufer mit einem PKW in eine Menschenmenge. Willst du Autos unter das Waffenrecht stellen?
Ich will den Vater nicht entschuldigen, im Gegenteil, er hat eine Mitschuld, ohne Frage.
@Antenne
Ich will die Psychopharmaka nicht verteufeln! Zweifellos wird vielen Menschen damit geholfen. Wenn aber sogar das Ärzteblatt schreibt, dass bestimmte neuere Psychopharmaka, bei einem abrupten Absetzen zu einer gesteigerten Gewaltbereitschaft gegen sich und andere führen können, dann haben es diese Mittel mindestens genauso verdient in den Fokus genommen zu werden, wie gewaltverherrlichende Computerspiele. Dass sich ein Chefarzt vor so einem Interview nicht mit dem behandelnden Arzt zusammen setzt, oder sich die Akte geben lässt, halte ich für unwahrscheinlich. Kann mich aber natürlich täuschen.
Über Bildung könnte man auch lange diskutieren. Du forderst kleine Gruppen, Sunny1000 große Gruppen (wegen dem Mobbing!). Natürlich läuft auch an den Schulen vieles falsch. Den größten Druck erzeugen aber aus meiner Sicht die Eltern. Das war schon bei mir selbst so und das beobachte ich heute bei meinen Schülern. Wären die Eltern gelassener, wäre allen gedient. Die Kritik, dass die Schule zu sehr auf wirtschaftliche Interessen abgerichtet ist und zu wenig das Individuum stärkt und fördert teile ich zum Teil. Hier hat man Fortschritte gemacht, aber es könnte noch viel mehr getan werden.
@Sunny1000
Wenn du mich schon als Kulturimperialisten beschimpfst, brauchst du mich nicht zu siezen, in Blogs halte ich dies für überflüssig. Dein Anliegen, die Schulpflicht abzuschaffen, hat doch mit dem Amoklauf wenig bis gar nichts zu tun. Du willst doch auf der ganzen Aufregung nur dein eigenes Süppchen kochen!
Bitte keine ADHS-Diskussion …
Prinzipiell: Es soll also lediglich 5 Termine in einer psychatrischen Einrichtung gegeben haben, das ist eigentlich zu wenig, um mit Psychopharmaka anzufangen. Bei halbwegs professionellem Umgang sollte das Thema Entzugserscheinung oder Nebenwirkung damit eigentlich ausscheiden.
@Gebintit
Die Schulpflicht ist ein Grund dafür, dass Kinder/Jugendliche keine Rückzugsmöglichkeit haben, sondern immer wieder dorthin gewzungen werden. Das ist kein Süppchen, das ist Realität.
Du hast Angst sie abzuschaffen, dennoch weißt Du, dass Kinder mit Waffengewalt in die Schule gezwungen werden (siehe Landesgesetze z.B. §118 BayEUG Aussetzung von Grundrechten, wie körperlicher Unversehrtheit zum Wohle der Schule). Deine Gründe laufen letztendlich auf Xenophobie hinaus, und dass Du die Bibel dem Koran vorziehst.
Und deswegen alle mit Waffengewalt in eine Institution gezwungen werden sollen, wo man ihnen sagen, kann: Koran böse, Bibel gut!
Was ist das denn anderes, als Kulturimperialismus?
@Gebintit
Und für Dich sind in den meisten Deiner Antworten die Eltern (am Druck) bzw. der Vater (am Waffenbegeisterung) schuld. Das ist so eine typische Lehrerantwort.
Wieso ist nicht mal der Kultusminister – oder die ehemaligen Lehrer dieses Schülers schuld? Ja, wieso verurteilen wir nicht die ehemalige Vertrauenslehrerin? Sie war in Pädagogik geschult, es war ihr Job und sie hätte es viel eher erkennen müssen, als der Vater?
Wieso also nie die Lehrer?
Wieso können Lehrer nie anderen Menschen zugestehen, dass sie sich mal aus der Schule zurück ziehen dürfen. Immer müssen ALLE, DAUERND rein. Von Anfang der Kindheit, bis zum Ende der Jugend – bald flächendeckend, ganztags. Alles mit Zwang und unter stiller Androhung von Waffengewalt.
Das ist schlimm. Wir Eltern haben überhaupt keine Erziehungskompetenz mehr.
Weihnachten ist schon lange vorbei, ein wenig viel Spekulatius ist aber noch unterwegs. Kein Wunder das es keinem mehr schmeckt.
Vorschlag zur Güte: Morgen nochmal die verwässerten Fakten ansehen und dann weiter übereinander herfallen.
@Jens,
zuerst kommt das Versagen des Elternhauses, dann das stundenlange am PC sitzen – ob Netz oder Killerspiele: dies ist nachrangig – das Versagen des Elternhauses macht mind. 90 % aus! Dann kommen die Medien – die immer nach dem Motto “only bad (news) is good (news)” gehandelt haben, handeln und handeln werden! Und, über Politiker und andere “Größen” erübrigt sich jedes Nachdenken! Menschen …!
Beste Grüße
Vogel
@Sunny1000
Jetzt muss ich auch mal seufzen! Was du mir alles unterstellst!
Dass auch Lehrer versagt haben können, streite ich doch gar nicht ab. Dass der Koran böse ist, habe ich nirgendwo gesagt. Es ist hier wirklich nicht das Thema, aber um meine Meinung klar zu stellen: ich habe etwas dagegen, wenn irgend welche Gruppen, auch urdeutsche christliche Fundamentalisten oder sonstige …isten, sich hier in eine völlig abgeschottete Welt zurückziehen können. So kann Integration nicht funktionieren! Der Verdacht liegt aber nahe, dass dir die Integration ziemlich schnuppe ist. Nächster konsequenter Schritt wäre die Abschaffung des deutschen Rechts für diese Gruppen.
Du kannst anderer Meinung sein, ich akzeptiere das, aber bitte akzeptiere dann auch meine.
@Gebinit
Natürlich kannst Du anderer Meinung sein. Solange Du nicht andere zwingst. Aber genau das macht der Schulzwang ja. Er zwingt andere. Er zwingt alle. Und das unter dem Deckmäntelchen der Assimilation (Integration).
Wenn Du den Koran nicht böse findest, warum ihn also wegzwingen.
Wie Du sagst ….isten und Fundamentalismus ist gefährlich. Auch Schulisten und Schulzwang-Fundamentalismus, der auf alle Kinder/Jugendliche ausgedehnt ist.
Der Schulzwang läßt keine anderen Meinungen zu. Und wieviel Widerstand die Schulen in zehn Jahren bekommen, dadurch, dass sie alle zwingen wollen, das ist heute noch nicht abzuschätzen. Auch um die Qualität der Schule zu heben, ist es nötig den Schulzwang abzuschaffen.
Integration kann auch anders gelingen. Das erleben wir jeden Tag mit unseren Nachbarn und den Kindern auf dem Spielplatz. Ganz ohne Schule.
@ Lago
ich wollte hier keine ADHS Diskussion anzetteln sondern lediglich auf “Märkte” hinweisen, die von gewissen Gruppen bedient werden wie z.B von der SVP in der Schweiz (vor allem durch Mitglieder ehemaliger VPMler(VPM=Verein zur Förderung der psychologischen Menschenkenntnis) Seite an Seite mit Scientology und die dann wiederum von diversen Blogs durchs Netz getrieben werden..Hierbei geht es dann m. E. weniger um die Psychopharmaka an sich, als darum, die eigene Ideologie besser verkaufen zu können. Es gibt beispielsweise “Erziehungsanstalten”, also Internate die von ehemaligen VPMlern geführt werden,ganz in meiner Nähe gibt es da so eine Schule und ich muss offen gestehen, nach allem was ich über die gehört habe, nicht über Medien aber über direkten Austausch mit ehemaligen Schülern, also ich persönlich hätte da zumindest Amokphantasien und das ganz ohne Psychopharmaka!…
Wie gesagt ich stehe der Psychopharmaka selbst auch sehr kritisch gegenüber und verstehe auch was Gebintit sagt volkommen. Wollte nur ein wenig aufklären um was es hier in der medialen Auseinandersetzung eben auch geht.
Gerade hat mir der Freund meiner Tochter erzählt, der ganz in der Nähe des Tatorts zu Schule geht und alles ziemlich hautnah miterlebt hat, dass auch in seinem Umfeld plötzlich jeder den Täter gekannt haben will, genau wissen will wie er gelebt hätte etc…Ich halte sowas offen gestanden für wenig hilfreich. Die wenigsten kannten ihn wirklich.
Als meine Tochter per sms in der Schule über den Amoklauf untererichtet wurde und darüber erzählte, glaubte ihr keiner und einige Lehrer haben sie wohl sogar verspottet. Die haben sich dann alle entschuldigt. Aufmerksamkeit, Achtsamkeit ja, unbedingt, ansonsten denke ich ist im konkreten Fall Zurückhaltung besser als vorschnelle Schlüsse zu ziehen.
Zur Erinnerung, die Schule hat einen Marktanteil von 99.9 % aller Kinder/Jugendlichen/Menschen. Das ist total.
@1000Sunny(155.)
Wann und wo ist das passiert?
@1000Sunny #156
Ja und wieso nich Donald Duck? Oder Jens Berger? Geil, eji, zuerst wird die Schuld, das Versagen eines Dritten gesucht, bevor die unmittelbar Beteiligten dran sind! “Kann denn nich ma` einer …, warum soll immer ich …?” Iss zwar mein Kind, aber was hab` ich denn damit zu tun? Ja, der hatte `mal als Kind `ne nasse Windel, seit dem iss der so. Da kammer nix mache!”
Wie ein x-beliebiger Lehrer auf die Kinder eingeht, bei 30 Kizz in der Klasse – dat kannste mit meiner Frau diskutieren – die iss ehemalige Lehrerin! Ich kann Dir erzählen, dass ich vom Erzählen meiner Frau schon `mal bald krank geworden bin!
Lass bitte den Unsinn!
Beste Grüße
Vogel
@Ringo
Unter http://www.netzwerk-bildungsfreiheit.de sind eine Menge Links, auch Fälle, die in den letzten Jahren passiert sind. Mitunter Polizisten, die Wohnungen stürmten, Kirchen stürmten und schreiende Kinder ihren weinenden Eltern entrissen. Hunderte von Familien, wo die eine Hälfte mittlerweile im Ausland lebt (mit den Kindern in Schulfreiheit) und die andere Hälfte weiterhin in Deutschland lebt und das Gehalt nachschickt, in der Hoffnung auf Wiedervereinigung.
Das berühmteste Beispiel sind die Neubronners, die nach langer Duldung flüchten mussten.
So etwas passiert hier und heute in Deutschland.
Lesen Sie mal den §118 BayEUG – Schulzwang. Das ist Realität hier in allen Bundesländern – und sonst nirgends in der westlichen Welt.
Es gibt sogar Asylanträge von deutschen Flüchtlingen an Kanada! Das ist kein Witz – wer dem Schulzwang entkommen will, der muss in den Untergrund oder ins Ausland. Den Kindern ist mit beidem nicht gedient.
Abschluss Resümee:
Urteile nicht damit selber nicht verurteilt wirst.
@1000Sunny(165.)
Ja, das sehe ich auch. Hast Du vielleicht ein konkretes Beispiel, Deine Aussage in (155.) scheint sich auf ein solches zu beziehen?
Den Paragraphen habe ich gelesen, die Formulierungen hören sich in der Tat ungesund an. Ich muss auch sagen, dass mir die Abschaffung der Schulpflicht bisher nicht in den Sinn gekommen war, aber ich werde nun bestimmt mehr darüber nachdenken.
@Ringo
Ein konkretes Beispiel… hmmm… es gibt wirklich so viel.
Auf meinem Blog bringe ich immer wieder mal was, wenn gerade wieder einer verfolgt wird, und es besonders stark durch die Presse geht. Such mal bei Google unter 7Stämme (hab leider keine Listen im Kopf) oder Kinderklau. Schlimmer ist aber, wieviele Mails ich mittlerweile aus Amerika bekomme.
”
This is the first time posting here and I was so happy to see someone from Germany. I am German and have been living in the US since 2004. I have three children who are 11, 10 and 9 years old.
I love being able to unschool here, but I do miss Germany a lot.
I hope I can get to know you and your family better!
“
@1000Sunny
Ja, ich werde mich bestimmt noch weiter informieren.
Es ist aber ungeschickt, etwas ziemlich heftiges zu behaupten, es aber nicht belegen zu können!
Hier:
http://www.politikcity.de/forum/archive/index.php/t-13420.html
Auch Zwangs- und Bußgeldbescheide über 130.000 Euro, die zwangsweise Einschulung der Kinder durch einen Polizeieinsatz mit dramatischen Szenen und zuletzt eine zweiwöchige Beugehaft der betroffenen Väter ([Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar]) hatte die Eltern nicht zum Einlenken bringen können.
@1000Sunny
Da steht nichts von Waffengewalt…
@SF 141: Ich möchte da, nach einem sehr sauberen Artikel, doch Sachlichkeit einfordern.
Du nennst auch einen “Schuldigen” ausser dem Täter, nämlich die sensationsgeilen Medien, und wie ich finde, völlig zu Recht. Durch meine sehr alte Mutter, die sehr viel fernsieht, habe ich erst das Ausmass des Medienrummels, tagelang den ganzen Tag, wahrgenommen. Sowas programmiert den nächsten Amoklauf vor.
Dennoch hat weder name mit seiner Benennung des klassenmässigen Umfelds noch “der Pazifist”, wer immer das sei, Unrecht. Wie viele Amokschützen aus den Unterschichten gibt es denn? Hat das wirklich nichts mit der Eliteideologie und dem Hass auf die Massen zu tun, die in bürgerlichen und kleinbürgerlichen Verhältnissen gepflegt und gepredigt werden? Nicht als Ursache, gewiss, aber doch als Randbedingung.
Ähnlich mit den Waffen. Mein Alter hatte auch noch jahrelang eine Offizierspistole aus dem Krieg, bis er sie entsorgt hat (ich glaube, an einen Sammler verscheuert). Ich hab das Ding ein paarmal gesehen und in der Hand gehabt. Kinder kriegen natürlich alle Schränke auf, jedenfalls so eklige Gören wie ich das war. Munition gab es aber keine (sonst wär ich bestimmt irgendwohin ballern gegangen :) ). Ohne Waffen und Munition gibt es aber keinen Amoklauf. Das hat nichts mit Pazifismus zu tun. Ich habe jahrelang Kontakt zur Halbwelt gehabt, da ich im Autogewerbe zugange war (hab das mal gelernt vorm Studium). Die verkaufen keinem 17jährigen eine Wumme. So toll finden die den Knast nicht.
@Ringo
>zwangsweise Einschulung der Kinder durch einen Polizeieinsatz mit dramatischen Szenen
Was erwartest Du denn? Ein Foto, wo ein Polizist einem Kind eine Waffe an den Kopf hält? Das ist Gottseidank nicht passiert. Aber schreiende Kinder, durch bewaffnete Polizisten den weinenden Müttern weggerissen, ist schon krass genug.
@1000Sunny
Ich erwarte einen Beleg für Deine Behauptung und den kannst Du nicht liefern. Noch schlimmer: Nun unterstellst Du mir billige Sensationsgeilheit – so nicht!
@SF nochwas: der “finale Rettungsschuss”. Da stimme ich Degnaphta zu. Es geht nicht darum, dass ein tödlicher Schuss im Rahmen des Notwehrrechts nicht ausdrücklich gerechtfertigt wäre. Das ist er. Wenn ein Polizist, oder sonst jemand, der gerade eine Waffe führt (das muss nicht mal legal sein, den Stress wegen illegaler Waffe kriegt er dann allerdings), sieht, wie der Mokky mit Knarre durch die Schule streift, kann er das Mittel nutzen, das geeignet ist, den rechtswidrigen Angriff, den das zweifelsfrei darstellt, zu beenden, und muss dabei nicht das mildeste Mittel suchen (etwa Fussschuss vs. Kopfschuss), es sei denn, das härtere Mittel sei grob unverhältnismässig (etwa, wenn der Täter in unmittelbarer Nähe in sicherem Schussfeld ist, das die Wahl Fuss gegen Kopf sicher und ohne Selbstgefährdung ermöglicht – das dürfte meist utopisch sein).
Es braucht also keine fragwürdigen Verharmlosungen vorsätzlicher Tötung als “Rettungsschuss”, der stark nach Legalisierung der Hinrichtung riecht. Das Notwehrrecht gibt selbstverständlich auch her, den mörderischen Rechtsbrecher in Notwehr zu töten. Dabei ist es eher falsch und fragwürdig, die Schwere der Tötung eines Menschen schön zu reden. Jeder anständige Mensch wird diese Schwere auch dann empfinden, wenn eine solche Tötung gerechtfertigt und geboten war.
Tut mir leid, aber was soll ich denn denken, nach so einem Satz:
“Da steht nichts von Waffengewalt?”
Da ist man echt schockiert, man liest: “dramatische Szenen und Erzwingungshaft” und dann kommt so ein Satz.
?
Darf ich Dich an Deine Aussage in Kommentar Nr. 155 erinnern? Darin bist Du doch derjenige, der die Waffengewalt ins Spiel bringt. Ich wollte nur einen Beleg für diese Behauptung – Deine jetzigen Ausflüchte sind schlicht selbstgerecht.
Also wenn bei mir einer in die Wohnung eindringt und meine Kinder holt (und der ist bewaffnet) – was ist das denn dann?
Na dann überleg’ mal…
In solchen Fällen scheint sich hier *seufz* als Antwort etabliert zu haben.
Nun ja, ist OK.
Wen es interessiert, was in Deutschland alles getan wird um Eltern von ihrem Erziehungsauftrag abzuhalten und die Schule anstatt zu stellen, der wird bei den angegebenen Ressourcen fündig. Oder einfach im Internet schauen.
@aquadraht
Eliteideologie und vor allem Leistungsdruck gehören wahrscheinlich zu den Randbedingungen, da kann ich noch zustimmen. Aber dass in diesen Kreisen ein “Hass auf die Massen” gepredigt wird, das klingt mir dann doch zu klassenkämpferisch.
Zum Glück glaube ich nicht, dass der Medienrummel die Gefahr eines Amoklaufs dramatisch erhöht. Es zeigt sich in diesem Fall doch, dass da schon eine Reihe von Auslösern zusammen kommen müssen. Falls sich am Ende noch herausstellen sollte, dass der Junge womöglich tatsächlich eine schizophrene Psychose hatte, der Vater dies wusste und ihm nichts besseres eingefallen ist, als den labilen Jungen zu Schießübungen mit der Beretta mitzunehmen, die großkalibrige Waffe unverschlossen herumliegen zu lassen und vermutlich oft im Beisein des Sohnemanns den Code vom Waffenschrank eingegeben hat, dann muss man hoffen dürfen, dass so etwas nicht all zu oft vorkommt.
Jedenfalls wäre ich schon längst erschossen, wenn alleine Schulfrustration und das häufige Spielen von Ego-Shootern einen Amoklauf auslösen würde!
Naja das mit den medien ist nichts neues, aber auch nicht zu ändern solange bild und co da sind.
Allerdings frage ich mich warum Militärs in vielen Staaten dieser Welt millionen dafür ausgeben Videospiele (basierend auf verkauften Spielen) zu entwickeln um damit hemmungen gegen das schiessen auf echte menschen abzubauen. Scheinbar schiessen ja dannach tatsächlich mehr soldaten auf gegner als vorher. Und weil ich die militärs für besonders effizient halte, glaub ich einfach mal an die effektivität eines solchen PC trainings.
Aber selbstverständlich spielt wohl fast jeder Junge in diesem Alter egoshoter u.ä. Da sie auch taschentücher benutzen sind diese statistisch wohl ebenso gefährlich. Aber mit sicherheit keine ursache für einen amoklauf.
Aber auch ich denke das die Medien mehr dafür getan haben, dass solches häufiger passiert als bisher.
Ein jurist sagte mir mal, man dürfe gar nicht alle täter vor gericht bringen, das hätte zur folge das jeder wenigstens entfernt einen straftäter kenne. Das würde die hemmschwelle zu stark senken weil es normaler werden würde. Und er meinte dabei mit sicherheit nicht große bekanntmachungen in den medien. Der Effekt der durch die bekanntmachung solcher fälle ensteht scheint aber der gleiche zu sein.
Und letztlich waren die täter fast immer solche ohne zukunftsaussichten (nach ihren jeweiligen vorstellungen jedenfalls). Mal sehen ob das hier nicht auch so sein wird. Falls ja finde ich in der Tat das die gesellschaft einen fehler gemacht hat, man wird ihm ja als staat (gesellschaft) einen würdigen weg ins berufsleben verschaffen können.
@Gebintit 182: Ich meinte auch nur Randbedingungen, und Du hast uneingeschränkt recht, dass wir in keiner Weise wissen, welche davon hier zutreffend oder gar ausschlaggebend waren. Das mit dem kleinbürgerlichen Hass auf bzw. der Furcht vor den Massen, der Vermassung, der anonym bedrohlichen Masse oder “Flut”, sei es von Armen, Proleten, Ausländern etc. meine ich auch nur als Ideologem, nicht als “Klassenkampfparole”, und da lässt es sich kleinbürgerlichen Schichten schon zuordnen. Und wer seinen Mitmenschen reihenweise und unbesehen in den Kopf schiesst, bei dem kann vermutet werden, dass er sie nicht mehr als Individuen wahrnimmt, sondern nur als Figuren einer amorphen und bedrohlichen Masse.
Die Shooter als Ursache sind in der Tat lächerlich. Ich denke, dass heutzutage jedes Kind mindestens einmal Doom, Wolfenstein, CS oder dergleichen gespielt hat, oder auch MMOs oder Muds, in denen ja nicht bloss geballert wird, sondern der Raubmord das bevorzugte Mittel des Geld- und Ausrüstungserwerbs ist. Hätte es mit den bösen Gewaltspielen zu tun, müsste es deutlich mehr Amokläufer geben. Aber diese Parolen konnten nicht ausbleiben.
@182: Wie kommst du denn auf die Idee, dass diese Spiele beim Militär dazu verwendet werden, um Hemmungen abzubauen?
Ich habe irgendwo mal einen Beitrag gelesen, wo jemand vom Militär dazu Stellung genommen hat. Demnach ist der Zweck dahinter taktisches Vorgehen und die Teamkoordination zu trainieren. Das klingt mir ehrlich gesagt auch wesentlich logischer.
Ich muss mal schauen, ob ich dazu einen Link finde.
Irgendwie läuft auch hier die Diskussion immer am Thema vorbei… Ich meine es ist doch völlig sinnlos *eine* erklärbare Ursache finden zu wollen für derartige Horrorszenarien. Wenn aber jede Kritik an Killerspielen sofort als lächerlich oder konservativ zurückgewiesen wird, finde ich das auch irgendwie seltsam. Dürfte doch jedem klar sein dass weder eine Pille noch ein Spiel einen Menschen dazu animieren können, ein derartiges Massaker zu verüben! Was aber sicherlich ausschlaggebend sein dürfte sind so zeitgeistliche Phänomene wie Beziehungslosigkeit und Vereinsamung von Kindern und Jugendlichen und der Rückzug in virtuelle Welten. Wenn ich depressiv und einsam bin und vielleicht Mobbingprobleme, Kontaktschwierigkeitn usw habe und den ganzen Tag nur am PC rumballere und ein second life lebe wirkt sich das auf meine Psyche sicherlich nicht wirklich erhellend aus. Meine persönlichen Probleme dürften so auch kaum kleiner werden. Wenn sich ein Gefühl der völligen Lebenssinnlosigkeit in mir ausbreitet und ich habe niemanden in meiner Umgebung der mir helfen kan, dann wirds zappenduster um mich rum. Das ist doch kein Einzelschicksal. Wenn ich also für eine lebendige Schule plädiere, dann auch nicht weil ich der Schule oder den Lehrern die Schuld gebe. Sondern einfach deswegen weil es m. E. nichts dringlicheres zu tun gibt , als wieder echte Lebensräume zu schaffen! Das kann jeder versuchen zu Hause zu tun aber auch und gerade die Schule hat diese Möglichkeit. Und mit Schule meine ich Lehrer, Eltern und Kinder, alle gemeinsam gestalterisch in Aktion. Eine Aktion Leben. Politiker brauchen wir dazu gar nicht.
@182
Videospiele werden hoechstens als Werbemittel benutzt (Americas Army…). Wenn man dann zum ersten mal eine echte Waffe in der Hand hat ist das dann schon ein ganz anderes Gefuehl, als vor dem Bildschirm; auch ohne Lebendziel.
Zum Abbauen von Hemmungen gibt es da auch ganz andere Mittel, angefangen beim Alkohol.
…
Und Alkohol ist ja auch im Zivilleben ein sehr schlagkraeftiges Massenvernichtungsmittel. Bis Amoklaeufe da rankommen, muss deren Auftretenswahrscheinlichket noch kraeftig ansteigen. So viel zur Sinnhaftigkeit der Diskussion um Killerspiele.
@Antenne: Ich denke, Du beklagst nicht ganz zu Recht, dass nicht alle Deine Sicht teilen. Ich denke auch, dass die Schulen besser werden müssen, ob das aber irgendetwas mit dem Fehlen “echter Lebensräume” zu tun hat, weiss ich nicht. Ich habe einen erheblichen Teil meiner Kindheit in den Trümmern des Weltkriegs verbracht, ob das “echte Lebensräume” waren, so spannend es war, verbotenerweise Trümmergrundstücke auszukundschaften, weiss ich nicht. Wir waren gewiss mehr draussen, da es weniger Wohnraum und erst später Fernsehen gab, dafür war die Luftverschmutzung zehnmal schlimmer (mindestens) als heute, und im Fluss konnte man wegen dessen Verseuchung schon lange nicht mehr baden. Die Schulen hatten bis zu 55 Schüler pro Klasse, der Unterricht fand teilweise in Baracken statt. Später konnte ich lernen, wie komfortabel unsere Umstände im Vergleich zu denen in anderen Weltteilen waren.
Individuelle Tragödien gab es immer und wird es wohl leider immer wieder geben. Ich weiss nicht einmal, ob Ereignisse wie dieser Amoklauf, auf Grund der grossen Seltenheit solcher Ereignisse, irgendetwas mit kritikwürdigen Zuständen in der Gesellschaft zu tun hat. Deshalb habe ich Jens’ Artikel auch als Appel zum sorgsamen und vorsichtigen Umgang mit dem Ereignis verstanden. Man sollte nicht zu vorschnell seine Agenda, egal ob die “klassenmässige”, “pazifistische”, pädagogische, “Killerspiel”-kritische oder welche immer in den Ring werfen.
@187 aquadraht
puh, echt schwierig sich hier verständlich zu mache. Ich wüsste nicht dass ich mich beklagt hätte dass meine Sicht von niemanden geteilt wird. Ich habe keine Sicht die den Amoklauf erklären könnte. Und auch ich teile Spiegelsfechters Kritik an dem ganzen Medienhype.
Ich habe nur meine Meinung bezüglich einzelner Teilaspekte die hier thematisiert wurden kundgetan und festgestellt dass keiner dieser Teilaspekte für sich genommen irgendetwas erklären könnte.
Und was bitte spricht dagegen Lebensräume zu schaffen, die Schule umzugestalten, die Gesellschaft zu verändern? Genau das war es auch in meiner “Jugend” (mein Gott, wie alt bin ich denn?! GOSCH!) was meinem Leben Sinn gab. Wir machten viel Strassentheater, Brecht und sowas, das wars was mich schulische Looserin eine Zeit lang wirklich am Leben hielt.
SPON uebertrifft sich gerade:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,613395,00.html
. Auch die Killerspiele “Counter-Strike” und “Tactical Ops” – auch dies Spiel hat keine Jugendfreigabe – wurden nach Informationen des SPIEGEL auf dem Rechner gefunden, ebenso Pornobilder, Fotos gefesselter, nackter Frauen. Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) plant deshalb, den Zugang zu kinderpornografischen Internet-Seiten durch Sperrvereinbarungen zwischen Internet-Providern und dem Bundeskriminalamt zu erschweren.
Kurz: Amoklauf durch webzensur von KIPO verhindern… Spon schädelt gefickt ein…
Antenne: Wir haben uns da wohl missverstanden. Und egal wie alt Du bist, ich bin schon Grossvater, also uralt. Und sicher, Engagement und gemeinsame Aktionen sind Lebensräume, die vielleicht jungen Menschen heute, in einer von Effizienzdenken und Karrierismus bestimmten Zeit, fehlen und schmerzlich und schädlich fehlen. Da bin ich ganz Deiner Meinung.
Und natürlich spricht nichts dagegen, die Schule und die Gesellschaft zu verändern. Sie haben es beide verdammt nötig.
siehe auch zum thema winnenden und medien: http://www.techfieber.de/2009/03/12/winnenden-und-twitter-journalisten-verband-kritisiert-selbstinszenierung-scharf/
Beitrag zu meinem Jahr der praktischen Relevanz. ;-)
Für gesellschaftliche Veränderungen ist die Jugend “zuständig”.
Die Gesellschaft wird über die Jugend verändert (erneuert), nicht durch die alten Säcke (wie mich) Wir begrüßen das allenfals vom Balkon aus. ;-) Also raus aus den virtuellen Welten und raus auf die Straße – macht Politik statt PC-Spiele. Nur eins – vergeßt dabei nicht “Eure” Aussenseiter mitzunehmen. Einen humanen Lebenraum Schule (Gesellschaft) darf sich keine solchen erlauben.
@ misterL
So war es bis jetzt immer…. aber in Zukunft?
http://www.wiwo.de/karriere/deutsche-studenten-immer-unpolitischer-389280/
Aber ein paar Promille wird es ja noch geben… *G*
@Paul #193
*lol* und *seufz* (als ich Deinen Kommentar gelesen habe, hab ich spontan gelacht … und dann hat mich der Blitz getroffen) Allenfalls hat mein Jüngster noch `n Interesse, an dem was jenseits seiner Nasenpitze passiert, die andern drei lassen alles an sich vorbei rauschen. Die Nächte, in denen wir bei Chateau Topscrew und Nudeln mit Knofi bis morgens um vier die Welt “verbessert” haben … da iss heute Ende im Gelände! Ich könnt` heulen, so vermiss` ich das!
Grüße
Vogel
@ 189 vs. Spargel
Es wurde zwar offensichtlich nichts was auch nur annähernd mit KiPo zu tun hat gefunden, aber dennoch wird der Amoklauf dazu genutzt nun auch das in Verbindung zu bringen. Wenige Wochen nach Tauss. Merkt eigentlich jemand noch was?
Wir sind stramm auf dem Weg in einen neuen Faschismus und man macht noch nicht einmal mehr einen Hehl daraus. Aufwachen!
Zypries, tu was, sperr Deine Kollegen weg.
Broken home situation
Wir wollen alle ein tolles leben haben.
Keiner kann das garantieren
Wir sind alles gewinner
Es gibt keine verlierer
Wir alle sind verflochten durch ein gemeinschaftliches band
Die wahrheit und der alltag sieht anders aus
Lügen wir?
Ist ein amoklauf letztlich nicht zu erwarten?
Sind wir primaten?
Haben wir übergeordnete ziele?
Sind wir spirituell?
Rhetorik ist lüge und kampf
Finden wir immer wieder Muster, die uns ein scheinbar reales bild unserer umwelt bieten?-Und könnten diese falsch sein?
Gibt es ein anrecht auf wahrheit?
Gibt ein falsches Verständnis von Evolution das recht auf zerstörung?
Spiegeln wir selbst alle unsere ängste auf unsere kinder?
Wir sind mittlerweile gute schauspieler-medien sei dank
amok koma war ein album
das gefühl der verzweiflung ist mehr menschen bekannt, als wir denken
jeder ist der mittelpunkt seines eigenen universums
Denkt drüber nach?
@fred
Amok, Gewaltspiele, Bondage –> Zensur(Kipo)
SPON hats nen bischen korrigiert:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,613395,00.html
Unkorrigiert:
http://g.imagehost.org/view/0348/SPON.jpg
Bleibt natuerlich dieser Satz:
“Nach dem Amoklauf von Winnenden verstärkt sich die Diskussion über ein Verbot von Gewaltvideos und kinderpornografischen Angeboten im Internet”
SPON STFU!
“Nach dem Amoklauf von Winnenden verstärkt sich die Diskussion über ein Verbot von Gewaltvideos und kinderpornografischen Angeboten im Internet. Nach Informationen des SPIEGEL hatte der Amokläufer wenige Stunden vor der Tat den Egoshooter “Far Cry 2″ gespielt – das keine Jugendfreigabe hat.”
Verbot? kinderpornografischen Angebote im Internet sind schon verboten!
Verbot von Gewaltvideos? Nach informationen des Spiegel wurde die letzte Minute des Amokläufers auf SPON verlinkt!
KillerSpiele ohne Jugendfreigabe sind jetzt Kipo?
sam/Reuters
Einer der herausragenden Faktoren die zum Anstieg von Verbrechen führ(t)en ist die Einführung eines kommerziellen Fernsehens. Zweifellos ist es meist schwer Einzelereignisse zuzuordnen, aber Kriminalstatistiken aus Europa aus der Phase der Einführung des Kommerzfernsehens sprechen eine eigene Sprache.
@ Spiegelfechter
Meinst du nicht, daß da ein himmelweiter Unterschied besteht, ob die Bildzeitung krude Ansichten unter den Massen ausstreut, oder ob ein Blogger seine privaten Ansichten zum Besten gibt?
Mir persönich fällt es wesentlich leichter, mit einer Privatmeinung umzugehen (Durchdenken, Ignorieren, Loben) als mit der Hirnverdrehung, die dem massenmedialen Mainstream entstammt.
Wenn man jetzt beobachtet, daß es ein ganzes Rudel unterschiedlicher Erklärungsansätze gibt. die jeweils ein ‘Fünkchen Wahrheit’ enthalten, dann müßte sich doch der Blick auf eine Ebene tiefer fokussieren, um dort nach den ‘tatsächlichen Ursachen’ zu forschen.
Nur weil jemand kommerzielles Fernsehen sieht heißt das nicht, dass er krimineller oder aggressiver wird. Es kommt auf jeden Einzelnen an.
Ja sicher, die Berichterstattung iss widerlich, einfach nur widerlich … aber das Gros der Menschen will das so. Vorsichtig gesagt: Wer Probleme hat sucht Trost indem er auf einen Anderen blickt, der noch mehr Probleme hat … dann geht`s ihm relativ wieder besser. Das iss aber Binse!!
Und: Wie man so mitkriegt hat sich der Autofahrer, der den “unauffälligen jungen Mann” ein Stück “chauffieren durfte” nich dagegen gewehrt, bei Beckmann aufzulaufen und zu erzählen. Von all den anderen, die sich in die Kameras und Notizblöcke gedrängt haben ganz zu schweigen.
Trotzdem und auch deshalb: Widerlich!
Beste Grüße
Vogel
@ Mali (201)
Nicht in jener direkten Weise: das Gerechtigkeitsempfinden wird schwarz-weisser, Starkult und dergl. schaffen oft ein Gefühl der persönlichen Unzulänglichkeit, etc., Schürung von Neid und Wut … – da muss man mit folgen rechnen.
Gerade auf Politisch Korrekt gefunden – unter “Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.”
http://www.faz.net/m/%7B921FF801-3312-4F05-96FB-36D6B7B92DDE%7DPicture.jpg
http://images.suedwest-aktiv.de/news/2009/03/17/20090317_RGB_WINNB24C_X190248829X_2.jpg
…aufgehängt in einer Schule direkt gegenüber der Albertville-Realschule
Aus eben diesem Grund werden Suizide bei der DB in den Medien nicht veröffentlicht. Die Rate durch Nachahmungstäter stieg nach Veröffentlichung immer sprunghaft an. Bei mehr als 1.000 Suizidfällen im Jahr reicht das auch. Als Lokführer kann ich da ein Lied singen, zwei reichen mir durchaus. Von den Folgen, die das Ganze nach sich zieht mal ganz abgesehen.
Ich habe auf meiner Seite mal versucht einige Ursachen zu benennen, außer den immer währenden medialen Quatsch von “Killerspielen”, Waffen und Internet. Die Ursachen sind meiner Meinung nach wo anders zu suchen.
…gekaufte Berichterstattung!!?
siehe
http://www.wuv.de/news/medien/meldungen/2009/03/124368/index.php