Deutschland sucht den Super-Opel-Retter
geschrieben am 18. März 2009 von Spiegelfechter
Eine „schöne neue Welt” hat die ansonsten eher bräsig provinzielle deutsche Politik erobert. Der talentierte Baron von und zu Guttenberg bringt dem deutschen Publikum in Zeiten der Krise einen Hauch Glamour in die heimische Stube. Ein mondäner Dandy mit zähnebleckendem Siegerlächeln auf dem Times Square – könnten sie sich ein solches Photo mit Müllermeister Glos oder der uckermärkischen Landfrau im Hosenanzug vorstellen? Eigentlich sollte der schicke Baron im Lande der unbegrenzten Unmöglichkeiten ja den Autobauer Opel retten, aber wer mit drei Dutzend kamerabewaffneten Journalisten anreist, hat wohl eher etwas anderes im Sinn. Politik ist Show-Business und die Wahlen stehen vor der Tür. Weder Merkel noch von und zu Guttenberg planen ernsthaft eine Rettung Opels, aber das kann man dem Wähler natürlich so nicht sagen. Die mächtigen Provinzfürsten Koch und Rüttgers haben ihren Untertanen schließlich versprochen, alles Mögliche für eine Rettung der Opelaner zu tun. Um den Burgfrieden innerhalb der CDU, die sich laut aktueller Umfragen im 33%-Loch suhlt, zu wahren, muss die Union nun die große Opel-Retter-Show inszenieren – und wer könnte das besser als der telegene Baron?
Die Große Koalition hat die Losung ausgegeben – Opel retten, aber kein Cent darf nach Amerika fließen. Denn ein jeder Wähler weiß ja schließlich, dass der gemeine Amerikaner – wenn er mal gerade eben keine Finanzkrise auslöst – sich mit deutschen Steuergeldern gerne seine Zigarren anzündet, während die Deutschen bekanntermaßen ein an Sekundartugenden reiches Volk der emsigen Exportweltmeister sind. Nun gehört aber Opel dummerweise den Amerikanern, was in der aktuellen Diskussion aber keine allzu große Rolle spielt. Nur zu gerne hat die deutsche Politik in den letzten Jahren schließlich alles, was nicht niet- und nagelfest war, per Cross-Border-Leasing über den Atlantik verscherbelt. 13,4 Mrd. US$ hat die US-Regierung mittlerweile in die Geldvernichtungsmaschinerie General Motors gesteckt, weitere 16,6 Mrd. US$ werden folgen müssen, wenn GM den Frühling überleben will. Da der gemeine Amerikaner aber so dumm nicht ist, hat er für diese Staatshilfen natürlich Sicherheiten verlangt. Zu den Sicherheiten gehörten auch Patente von GM. Da haben die Versager in Detroit doch glatt „unsere Patente“ beim Herrn Obama hinterlegt. Ja dürfen die das denn überhaupt? Ja, schließlich gehört ihnen Opel und hierzulande wird immer wieder gerne vergessen, dass Opel ohne die Milliarden aus amerikanischen Steuerkassen bereits insolvent wäre.

Der deutsche Michel will eine globale Krise am liebsten national lösen. Allerdings ist ein multinationaler Konzern wie GM etwas anderes als ein fränkischer Hersteller für Sauerteigwaren. Wenn GM kein globales Konzept vorlegen kann, geht der Konzern in die Insolvenz nach Chapter 11 und dies würde die sichere Liquidierung des Unternehmens bedeuten. Ohne weitere Staatshilfen in abstrusen Größenordnungen werden in Detroit und Rüsselsheim bald die Lichter ausgehen. Damit wäre die Möglichkeit gegeben, die europäischen Töchter aus dem Konzern herauszukaufen. Da es keinen privaten Investor gibt, der an den europäischen Töchtern Interesse hat, müssten die europäischen Staaten – allen voran Deutschland – mit Steuermilliarden einspringen. Und wohin würde dieses Geld fließen? Natürlich in die USA, wohin auch sonst.
Europäische Steuerzahler wären damit stolze Besitzer eines Automobilherstellers, der keine Patente besitzt, denn die lagern ja im Tresor der US-Regierung. Für jedes produzierte Automobil müsste der VEB Automobilebau Opel also Lizenzgebühren nach Washington überweisen. Da dies dem Credo deutscher Krisenpolitik aber diametral widerspricht, ist eine solche Lösung nicht denkbar.
Alternativ könnte der europäische Steuerzahler Herrn Obama die Patente abschwatzen, worauf man sich in Washington und Detroit aber nicht ohne Gegenleistungen einlassen würde. Wenn die Europäer einen eigenen Automobilhersteller aus dem GM-Konzern formen wollen, müssen sie also sehr tief in die Tasche greifen und die Amerikaner ausbezahlen. Das ist aber politisch nicht gewollt und wäre auch nicht sinnvoll. Die Alternative, GM nicht in Insolvenz gehen zu lassen, sondern zu restrukturieren, läuft auf die gleiche Malaise hinaus. Ein Weltkonzern, der in den letzten beiden Jahren jeweils über 30 Mrd. US$ Verluste gemacht hat, lässt sich nicht ohne gigantische Finanzspritzen so einfach restrukturieren, denn auch die Gläubiger haben Interessen, denen man nachkommen muss.
Wenn der Staat entgegen der eigenen Aussagen mit Milliarden und Abermilliarden in die Bresche springen sollte, ist es wahrscheinlich, dass dieses Geld nicht in den Taschen der Opelaner, sondern bei risikoaffinen Finanzspekulanten landen wird. Der fesche Baron, der in wirtschaftlichen Fragen allenfalls über rudimentäres Wissen verfügt, sucht nach eigenem Bekenntnis nun gemeinsam mit den Amerikanern nach einem Finanzinvestor. Finanzinvestoren sind aber keine strategischen Investoren, die am Geschäft als solchem Interesse haben. Das Geschäftsmodell von Finanzinvestoren ist es, eine möglichst hohe Rendite aus ihrer Investition zu ziehen. Im Falle Opel wäre eine Restrukturierung durch einen Finanzinvestor natürlich möglich, ohne Staatshilfen ist an so etwas allerdings nicht zu denken. Ob und in welcher Form Opel erhalten bliebe, ist dabei allerdings ungewiss; gewiss ist hingegen, dass sich die Finanzinvestoren ihre Rendite mit Steuergeldern bezahlen ließen. Die Ernennung von Roland Berger zum Opel-Chefkoordinator von von und zu Guttenbergs Gnaden weist auch genau in diese Richtung. Berger, der als “Chairman Germany” für Blackstone tätig ist, wird schon wissen, wie der Staat aus Opel ein schmackhaftes Mahl für Heuschrecken machen kann.
Für die Union im Bund wäre dies indes ein gangbarer Weg, da sie sich im Wahlkampf als Opel-Retter positionieren könnte. Die Zeche müsste erst nach den Bundestagswahlen bezahlt werden. So lange könnte man Opel durch Finanzspritzen sicher noch am Leben erhalten. Wohin die Milliarden an Steuergeldern gehen, die bei der Krisenbewältigung ohne Sinn und Verstand aus dem Fenster geworfen werden, interessiert den Michel eh nicht – da ist es schon interessanter, ob der Beau im Wirtschaftsministerium eine „bella figura“ macht. Aber auch diese Alternative steht unter einem schlechten Stern. Die Provinzfürsten in NRW und Hessen haben nämlich ein Interesse an Opel, das über die Bundestagswahlen hinausgeht und die Regentin kann ihrerseits kein Interesse daran haben, sich mächtige Parteifeinde zu machen. Auch wenn der joviale Arbeiterführer aus dem Ruhrpott, der hessische Superteutone und der fränkische Stutzer sich gegenseitig beim Medienspektakel „Deutschland sucht den Super-Opel-Retter“ übertreffen wollen – das Leben ist keine Showbühne, mit hohlen Phrasen kann man zwar den Wähler umgarnen, aber keine ernsthafte Politik machen.
So bitter es für die Opelaner und ihre Stakeholder ist – der wahrscheinlichste Ausweg aus der Krise wird die „schöpferische Zerstörung“ des Unternehmens sein. Die 3,5 Mrd. Euro, die der deutsche Steuerzahler in das Vorhaben Opelrettung stecken soll, entsprechen immerhin 150.000 Euro pro Arbeitsplatz – damit ließen sich für die betroffenen Regionen zukunftsweisendere Investitionen tätigen. Die Zulieferer werden sich umorientieren müssen. Wenn Opel von der Bildfläche verschwindet, werden ja nicht weniger Automobile verkauft, sondern lediglich andere, die ebenfalls Teile aus der Zulieferbranche beziehen müssen. In einem Marktumfeld, das von Überproduktion bei einem sinkendem Marktvolumen gekennzeichnet ist, könnte die „schöpferische Zerstörung“ eines Automobilproduzenten die beste aller schlechten Varianten sein. Aber so etwas verkauft sich beim Wähler natürlich nicht gut. Der Schein der Politik und das Sein des Wählers sind auf tragische Art und Weise verknüpft – vielleicht hat ein Volk, in dem Dieter Bohlen nicht nur die Musik-, sondern auch die Belletristikhitparaden anführt, auch nichts anderes verdient, als einen medienkompatiblen Wirtschaftsminister, der mehr Show als Politik macht.
Jens Berger
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| Tags: Deutschland Wirtschaft | |
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@SF Artikel.
So mag ich das. :-) Allerdings hast Du einen auf der Nominierungsliste vergessen. Den Herrn Kanzlerkandidaten der ?PD. ;-)
Zum Inhalt: Eine Frage. Kann die Adam Opel GmbH von sich aus in D Insolvenz anmelden oder ist das unmöglich, solange GM Amerika noch dafür sorgt, das die Zahlungsfähigkeit gesichert bleibt?
Sehr guter Artikel Jens!
Wenn nicht gerade wieder mal Wahlen wären würde sich eh kein Politiker für Opel interessieren. Ich bin gespannt welch krude Lösung dabei rauskommt.
Andererseits bin ich schon seit meinem Führerschein Opel-Fahrer und der Marke sehr emotional verbunden. Ich fänds echt sehr sehr schade wenn Opel untergehen würde, aber mein Verstand sagt auch eindeutig: Das wird nix mehr.
In der Krise (und bei den derzeitigen Überkapazitäten von 30%) muss der Schwächste untergehen und das ist nunmal GM/Opel. Man kann noch soviel Steuergelder in das Unternehmen pumpen, aber die schlimmen Managementfehler der 90er Jahre und danach rächen sich heute einfach. Mir tut echt das Herz weh, wenn ich sowas schreibe, (Autos sind einfach emotionale Produkte, zumindest für mich) aber ich sehe keine wirkliche Perspektive für Opel. Nur wenn Daimler oder BMW gesagt hätten, dass sie Opel unter ihre Fittiche nehmen wollten, wäre meiner Meinung nach eine Rettung möglich gewesen.
So wird das Schauspiel um Opel halt bis nach der Wahl durchgezogen und dann alles schnell abgewickelt. Oder Obama (der ja noch ein paar Jahre bis zur nächsten Wahl hat) zieht die Notbremse bei GM. Dann erledigt sich das alles von selbst.. Armes Opel, arme Arbeitnehmer, arme Zulieferer.
Nachdenkliche Grüße
Opel? Sind das nicht jene, die nicht nur keine Patente mehr haben, sondern denen keine Immobilien gehören, in denen sie noch produzieren und die noch nicht einmal ein eigenes Konto haben.
Mit welchem DDR-Betrieb wurde nach der Wende solch ein Tamtam veranstaltet? Millionen wurden arbeitslos; noch heute ist deshalb die AL im Osten doppelt so hoch wie im Westen.
Mitgefühl mit den Opelanern? Ja! Solidarität? Die ist uns in 19 Jahren abtrainiert worden.
Tja, nun ist es also der freundliche Herr Roland Berger geworden, seit Jahren ein Wegbereiter des Lobbyismus in Deutschland und ein erprobter Ersteller ganz überwiegend Auftraggeber-freundlicher Gutachten. Das ist schon ein übles Posten- und Machtgeschacher, welches da zwischen den Plünderern von Demokratie und Sozialstaat stattfindet.
@demokratie-ist-wichtig.de
Ach herrjeh mein Namensvetter – damit sollte auch klar sein, wohin der Zug fährt.
Hallo zusammen,
kann mir jemand sagen, was das bedeuten soll, ich werde bei dem Namen Tom Cruise nachdenklich.
Und nun sind unser Opelretter mit der Startnummer 1 (Guttenberg) und Cruise schon fast befreundet.
Mir gefällt da was nicht.
Hier das Zitat aus der SZ-Bilderserie:
“Zum Beispiel bei Tom Cruise. Den hat der deutsche Wirtschaftsminister unlängst bei den Dreharbeiten zum Film “Walküre” kennengelernt. Die beiden sind gut bekannt, ja fast befreundet. Guttenberg und Frau trafen sich zum Beispiel, nach allem was man in Hollywood hört, mit Tom Cruise und dessen Frau Katie Holmes privat.”
Und der Link:
http://www.sueddeutsche.de/leben/344/461965/bilder/
Gruß
@SF
Das Ruhrgebiet Ruhrpott zu nennen ist out.
Was ist schon die drohende Vergeudung einiger Milliarden für einen – leider wohl tatsächlich wenig erfolgversprechenden – Rettungsversuch bei Opel gegenüber den Unsummen, die aus dem Fenster geschmissen werden, um die früheren Profiteure eines jetzt de facto erledigten Finanzsystems schonen zu können? Aber die Banken sind ja allesamt “systemrelevant” – was vielleicht sogar stimmt, aber noch lange nicht bedeutet, dass man die für die Allgemeinheit teuerste Lösung wählen muss, um sie zu stabilisieren.
Was Guttenberg betrifft, so warte ich nur gespannt auf den Tag, an dem der Tiger ihn abwirft – nur leider kann so etwas, wie man inzwischen ja aus leidvoller Erfahrung weiß, deutlich zu lange dauern, um nachhaltige Schäden zu verhindern…
Chapter 11 wäre nicht schlecht. Dann hätte GM Gelegenheit, sich zu restrukturieren, während die Gläubiger nicht befriedigt werden müssen. In den USA geht das Wohlergehen der Firma über das Wohlergehen der Gläubiger. Da aber Opel Deutschland dann Insolvenz anmelden müßte, einen Chapter 11 gibt es hier nicht und auch nichts vergleichbares, würde Opel zerschlagen.
Aber es hätte wirklich keinen Sinn Opel zu retten, wenn nicht die entsprechenden Patente und Namensrechte hier in Deutschland sind. Aber man könnte ja die Namensrechte übernehmen und das Opellogo auf einen VW aufpappen.
@gerhardq
Die Automobilexperten, die ich zu diesem Thema gehört haben, sind sich einig, dass Chapter 11 gleichbedeutend mit dem Aus ist. Gründe dafür sind nicht nur die Kunden, die vorsichtiger werden, sondern v.a. Leasinggesellschaftenm die ihren Kunden nicht den “Kauf” eines Wagens erlauben, dessen Hersteller in Ch. 11 ist und Zulieferer, die normalerweise in einem solchen Fall nur gegen Vorkasse liefern.
Im Insolvenzfall sind bis zu drei Monatsgehälter zurück zu zahlen!
Nun da bin ich mal gespannt auf die Reaktionen der Opel Arbeiter!!!
Arbeitnehmer, die von einer drohenden Insolvenz wissen, geben dem Arbeitgeber mit der verspäteten Gehaltszahlung ein Darlehen. Tritt nun doch die Insolvenz ein, werden die Arbeitnehmer allen anderen Gläubigern gleichgestellt, die erhaltenen Gehälter der letzten 3 Monate vom Insolvenzverwalter werden unter Umständen zurückgefordert.
Na, mal ehrlich wusstet ihr das??? das nennt man Spitzfindig!!
Das ist keine graue Theorie sondern wird emsig praktiziert, wie dieser Filmbericht der ARD in Report München am Beispiel der Firma Maintaldruck in Oberfranken und der Firma Holz Nützel zeigt.
http://de.youtube.com/watch?v=OthPRUcBBz4
@King Balance
Aber natürlich! Du weißt doch, SPIEGELFECHTER-Leser wissen mehr ;-)
@SF, King Balance und andere.
Das ist ein Teil meiner Frage. Wenn GM nach Chapter 11 in die US-Isolvenz geht und Opel 100%ig GM zu diesem Zeitpunkt ist, nach welchem Recht wird dann Opel abgewickelt? Nach US Recht oder nach deutschen Recht, wo sie ja nicht sofort insolvenz wäre? Sicher ist die OPEL GmbH eine Deutsche Gesellschaft (aber keine die automatisch mit in Insolvenz gehen muss, fänden sich Investoren/Käufer) wenn sie zur Konkursmasse von GM gehört, wie ist es dann?
Hier zwei Beiträge der Frankfurter Rundschau zu Opel und dem Polit-Trip von Baron von und zu Guttenberg:
1.) Guttenbergs Opel-Mission: Der inszenierte Auftritt
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/1692076_Guttenbergs-Opel-Mission-Der-inszenierte-Auftritt.html
2.) Autoexperte greift Guttenberg scharf an
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/1691748_Opel-Rettung-Autoexperte-greift-Guttenberg-scharf-an.html
Ich habe es heute schon wo anders geschrieben:
Guttenberg: Das zu Fleisch gewordene Stück Inkompetenz!
Eine Erscheinung die wir Alle verdient haben; wo wir uns doch lieber in unsere heimischen Spheren zurückziehen und die vollkommen surrealen Handlungen unserer Vertreter mit dem morgentlichen Gang zum Opferaltar ehren. Unsere Jugend den erotischen Sinnen der Schatzsuchermentalität, dem arbeitlosen Einkommen, verfallen zeigt sich dess Guttenbergs Wählerschicht in voller Zufriedenheit. Endlich Jemand der nicht redet, handelt und kritisiert.
Endlich Schluß mit Krise und Morgen wieder der Traum vom Grundeinkommen und vorherigem Ingenieurstudium bis zum 30ten Lebensjahr.
Diesen Traum wird Volk schon wählen!
Gruß,
Ashitaka
Nur das der Herr Dudenhöffer kein Experte ist. Herr Dudenhöffer ist der Uri Geller der Experten.
Auch von mir mal wieder Kompliment und Dankeschön: sehr guter Artikel und sehr gekonnt bebildert!
Der Link von Plechi ist auch lohnenswert, zu Guttenberg und Tom Cruise. Da beschleicht einen wirklich ein ungutes Gefühl. Der narzisstische Scientologe Tom Cruise ist für mich ein rotes Tuch.
Dass im Insolvenzfall bis zu drei Monatsgehälter zurückzuzahlen sind, wusste ich nicht. Einfach nur traurig!
@Possimist
Sind im Bezug auf die Zukunft des Automobils und deren Hersteller und Zulieferer nicht alle eher Uri Gellers? ;-)
Derzeit würde ich das so einschätzen, dass die Zukunft der Automobilbauer davon abhängt, inwieweit sich die Zuliefer zusammenschließen, um die Automobilbauer zu lenken und nicht wie es heute ist Automobilbauer lenken die Zulieferer. Ich vermute auch, dass schiere Grösse nicht das Zukunftsmodell sein wird, sondern die Reduktion oder negativ die Zerschlagung in kleinere Einheiten. Jaja ich weiß, ich höre das Argument, die Kosten für die Entwicklungen neuer Modelle und Techniken verschlingen Milliarden. Wird wohl auch wahr sein. Wahr ist aber auch, dass diese Entwicklungen nicht ganz unwesentlich von den Zulieferfirmen (im Auftrag) geleistet wird. Falls dem so ist, wäre eben die oben beschriebene Umkehrung der richtigere Weg. Auch deshalb, weil so neue Techniken wahrscheinlich schneller in den Markte kommen als heute.
Die wahrscheinlich sinnvollsten Investoren für zB Opel Europa wären also nicht Finanzschrecken, sondern im Kern die Zulieferbetriebe von Opel Europa und andere aus diesem Umfeld in durchaus großzügiger Auslegung.
Hier ein Video des NDR-Magazins Zapp zum Baron von und zu Guttenberg:
http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/media/zapp3162.html
Im NDR-Begleittext heißt es:
“Der neue Bundeswirtschaftsminister Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg hat entgegen wiederholter Presseberichte offenbar niemals ein mittelständisches Unternehmen geführt, sondern war lediglich in einem Drei-Mann-Büro zur Verwaltung des eigenen Familienvermögens tätig. Das ist das Ergebnis von Recherchen des NDR-Medienmagazins “Zapp” zur Wirtschaftskompetenz des 37-jährigen Ministers, der am Dienstag ernannt worden war.
Als Beleg für seine Kompetenz, die auch von Unionsfreunden in Zweifel gezogen worden war, hatte zu Guttenberg u. a. in ARD und ZDF in den letzten Tagen darauf verwiesen, er habe “Erfahrungen im Familienunternehmen”.”
http://www1.ndr.de/unternehmen/presse/pressemitteilungen/pressemeldungndr3326.html
Eine solche Luftpumpe hat uns gerade noch gefehlt!!!
@ 17 – misterL
Ich bin der Meinung, daß dies die Probleme nur von einer Ebene auf eine andere Ebene verlagert:
- Auch bei einer Beteiligung der Zulieferer werden ausreichend große Stückzahlen benötigt.
- Wie soll die Beteiligung von Lieferanten an einem Automobilhersteller funktionieren? Diese Lieferanten wären dann möglicherweise auf diesen einen Automobilhersteller beschränkt, da die übrigen Automobilhersteller der “Konkurrenz” keine Auträge mehr erteilen würden.
- Das von Ihnen vorgeschlagene Modell liefe auf eine vertikale Integration in der Wertschöpfungskette hinaus: Die Produktion der Zulieferteile und die eigentliche Automobilproduktion “aus einer Hand”. Die Komplexität eines solchen Gebildes würde sich gegenüber dem heutigen Zuständ eher noch erhöhen.
lollematz
@ SF, King Balance and all
Es gibt noch ein paar weitere Folgen der anstehenden Insolvenzen in Deutschland und Übersee, über die noch niemand laut spricht. Da sind die Rückforderungen von 3 Monatsgehältern an Arbeitnehmer in bestimmten Einzelfällen noch Peanuts. Die erhalten bei einem fähigen Insolvenzverwalter nämlich anderweitigen Ausgleich, wenn auch nicht in voller Höhe.
Der folgende Text von mir ist etwas länger, aber faktenbasiert und bisher auch von Fachleuten, die ihn in Abwandlung kennen, unwiderspochen.
AUSBLICKE UND BEOBACHTUNGEN
- Cross-Boarder-Leasing
kostet deutsche Kommunen und Gemeinden bereits zig Millionen. Fällt AIG ganz, sind es Milliarden. Alle versuchen derzeit aus diesen bis zu 99 Jahre währenden Leasinggeschäften auszusteigen. Doch jetzt erst lesen die Stadtkämmerer die teils mehrere tausend Seiten starken Verträge richtig durch und finden keine Klausel dafür. Die Kanzleien freut es, Beratungshonorare (auch für “Bergers” aller Orten) sind nun gute zu verdienen. Kein Ende der Probleme in Sicht. Und nur weil man vermeintlich glaubte, ein gutes Geschäft zu machen und risikolos das Tafelsilber der Republik, ob Klär- und Wasserwerke, U-Bahnen, Kraftwerke etc. faktisch an Investoren der USA verkaufte und zurückleaste. Die Risikoprämien zur Absicherung (AIG hat bekanntlich nicht mehr das vertraglich geforderte Rating) haben den Gewinn jetzt bereits aufgefressen. Ab nun wird nur noch drauf gezahlt. Soweit vielleicht für Einige nichts Neues.
- Betriebsrenten
werden in Deutschland zumindest teilweise bei Insolvenzen vom sogenannten “Pensions-Sicherungs-Verein” (PSV), aber nur auf Mindestniveau, garantiert (nur Garantierenten, keine “Überschußbeteiligung”). Eine gute Sache eigentlich, bei der absehbaren Pleite von GM oder Teilen davon werden viele Pensionäre und Mitarbeiter in den USA wohl völlig in die Röhre schauen. Meines Wissens gibt es ähnliches dort nicht. Da ich beruflich damit zu tun habe, kenne ich den Bereich der betrieblichen Altersversorgung zumindest in Deutschland sehr gut und kann es beurteilen.
Dieser Verein, vielmehr Fonds, speist sich aus Beiträgen der Arbeitgeber, sofern diese sogenannte Pensionszusagen, Pensionsfonds oder Unterstützungskassen für ihre Mitarbeiter führen. Das sind nicht wenige, gerade bei Großkonzernen ist es sogar usus. Auf die mögliche Zukunft der Direktversicherungen und Pensionskassen gehe ich an dieser Stelle lieber nicht ein.
Diese Beiträge werden jährlich auf Basis der “Schäden” (Insolvenzen) des Vorjahresniveaus festgelegt, um die angefallenen Kosten auf einen Schlag kapitalisiert glattzustellen. Das führte dazu, dass alleine bei der Pleite eines Großunternehmens wie AEG 1982 plötzlich Milliardenbeträge an Nachforderungen kamen, die auf alle Beitragszahler umgelegt wurden. Von heute auf morgen. Das bedeutet aber auch, dass alle noch liquiden Unternehmen nun deutlich erhöhte Prämien zu zahlen haben. Die trägt der Arbeitgeber alleine und auch das wird manchem evtl. noch das Genick brechen, weil schlichtweg nicht einkalkuliert. http://www.pensionssicherungsverein.de/framesets/chr.html
Wenn dieses Jahr “nur” Opel und z.B. Continentale pleite gehen würden, werden die alten Rekorde bereits weit in den Schatten gestellt. Dabei bleibt es aber nicht, denn die vielen kleinen Betriebe, über deren Insolvenzen schon kaum noch berichtet wird (to big to fall, to small to refer), kommen alle via Insolvenzverwalter noch auf den PSV zu. Abgerechnet wird dann 2010, und die Pleiten und Kosten 2010 werden 2011 abgerechnet. Das wird noch sehr heftig. Ihr werdet spätestens nächstes Jahr davon hören. Dazu muss ich kein Prophet sein und ich finde es auch nicht lustig, aber so funktioniert es im Prinzip.
- Kurzarbeit – aber nur kurz
Wir alle haben mitbekommen, dass Zeit- und Leiharbeiter die ersten Opfer der Krise waren, bereits Ende 2008 haben Zehntausende die Kündigung erhalten. Nun wird überall, vor allem bei produzierenden Betrieben, Kurzarbeit angemeldet. Einen Teil zahlt die Bundesagentur für Arbeit, einen Teil der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer verzichtet auch ein wenig, hat aber viel ungewollte Freizeit. Was halbwegs annehmbar klingt ist aber immer nur für kurze Zeit gedacht, auch für Saisonarbeiter, niemals aber für eine anhaltende Rezession. Spätestens in der 2. Jahreshälfte, wenn es nicht wieder absehbar aufwärts geht, werden sich viele Unternehmen beginnen dauerhaft von ihrem “Überschuss” an Arbeitskraft zu trennen. Sie werden es sogar müssen um zu überleben. Jene die noch Polster haben und sehr sozial eingestellt sind (sicher keine börsennotierten AG´s, eher Familienbetriebe) werden es bis 2010 aufschieben wollen und können. Aber nach 18 Monaten ist Schluss. Keinerlei Zuschuss mehr. Also rollt dann die nächste Welle an Arbeitslosen an, wenn auch bis dahin nicht absolute Zuversicht ersichtlich ist.
Für Besserverdienende sieht es aber mit Kurzarbeit sehr schlecht aus. Die greift leider nur bei Arbeitnehmern die unter der Beitragsbemessungsgrenze verdienen. In “Westdeutschland” sind dies derzeit 64.800 EUR p.a., in “Ostdeutschland” 54.600 EUR. Vor 2 Wochen unterhielt ich mich mit einem meiner besten Freunde. Personalchef und Arbeitsrechtler, der nun in seinem Betrieb Kurzarbeit einführen soll. Dummerweise ist er für einen Bereich zuständig (Automobilzulieferer), in dem fast nur Ingenieure beschäftigt sind. Davon verdienen nicht wenige deutlich darüber. Er steht vor einem großen Problem, möchte viele halten, weiß aber nicht wie finanzieren, denn für die gibt es wohl nichts, null, nada von der liebenswerten “Arbeitsagentur”.
Will heißen, Akademiker bleiben keineswegs verschont, im Gegenteil, sie werden eher gekündigt werden müssen weil keine Zuschüsse zu erwarten sind und sie noch dazu die höchsten Kosten aufweisen. Den letzten (Eingestellten) beißen (hier als erstes) die Hunde (Sozialplan, kein guter Zeitpunkt den Job zu wechseln). Kurzarbeit ist dort kaum finanzierbar. Üble Sache und auch alles andere als fair und gerecht.
Und so kann man weitermachen mit den Folgen der Folgen, wie mit Zins und Zinseszins. Denn gerade diese Leute leben seltener in Mietwohnungen, sondern haben Häuser gekauft und finanziert. Und überhaupt sehe ich bei den Immobilien auch bei uns einige Blasen gerade in den teuren Ballungsräumen aufsteigen und platzen. Der Markt wird dort bald überschwemmt, die Banken werden bei Ablauf der Zinsfestschreibung mehr Sicherheiten fordern, auch bei solchen Schuldnern, die noch in Lohn und Brot stehen. Das haben sie auch schon vor der Krise getan wenn die Finanzierungsquote am oberen Limit war. Und viele haben es ausgereizt, gerade im Mittelstand, es ging ja nur aufwärts.
Kleinere Brötchen werden gebacken werden müssen und bei manchen die sich arrogant als etwas Besseres darstellten, empfinde ich auch sehr wenig Mitleid. Aber die Mehrzahl trifft es wohl völlig unverschuldet.
Es ist traurig und zum Kotzen, aber bittere Realität, weshalb Lösungen gefunden werden müssen. Aber bitte durch uns, die Bevölkerung, und nicht durch unfähige Politiker die alles noch schlimmer machen. Nur wenn nicht sehr schnell etwas passiert, wird alles o.g. geschehen. Das ist dann letztlich auch Ursache und Wirkung geschuldet.
q.e.d.
Das erste Bild ist wirklich “der” Brüller, unterstreicht es nochmal den gesamten Artikel!
…. ach wie schön, dass (immer) Wahlkampf ist ;)
@19 momo
Ist eigentlich schon ein alter Hut. Man kann darauf aber leider nicht oft genug hinweisen, habe das selbst in meinem Bekanntenkreis erlebt: es wird ignoriert! Die Leute wollen einfach nicht wahrhaben, wie dreist sie belogen werden.
Aber wehe, der Normalbuerger wuerde bei einer Stellenbewerbung derartige Luegen ueber seinen Lebenslauf angeben…
Zu Opel:
Wieder einmal ein trauriges Beispiel, fuer die wirtschaftliche Unfaehigkeit der CDU.
Man halte sich einmal die Rahmenbedingungen vor Augen:
Der Automobilbau ist eine deutsche Schluesselindustrie. An “Systemrelevanz” hat er wesentlich mehr zu bieten, als die kapitalgesellschaftlich organisierten Banken.
Gleichzeitig ist die Modellpalette aller deutschen Autobauer zum scheitern verurteilt: ueberdimensionierte Karossen mit hohem Spritverbrauch haben keine Zukunft!
Aber die kommerziell orientierten Unternehmensfuehrer haben auch kein Interesse an eine lang- oder wenigstens mittelfristigen Unternehmenspolitik. Denen geht es nur um die Bonuszahlungen fuer das aktuelle Geschaeftsjahr.
Wenn in einer solchen Situation der Staat nicht eingreift, die Kontolle ueber zumindest einen Autobauer uebernimmt und dort die laengst ueberfaelligen Reformen (in diesem Fall: echte Reformen!) durchfuehrt, dann braucht man an die Automobilindustrie keine Gedanken mehr zu Verschwenden, sie wird in Deutschland bald verschwunden sein!
Der Baron ist aber ein Freiherr – es sei denn, das war Absicht.
@Momo #20
Kein Modell ist frei von Schwierigkeiten. Keine Frage – Stückzahlen müssen raus kommen. Allerdings ist das heutige Modell eines, dass sich eben nicht als in die Zukunft weisend darstellt. Wenn GM in Insolvent geht, gehen Bestandteile in der ganzen Welt in Isolvenz und mit ihnen auch die Zulieferer, die in der Vergangenheit gerne “geprügelt” wurden.
Zwischenfrage – was geht eigentlich in Asien alles den Bach an Herstellern runter platzt GM?
Zurück zum Modell. Der Reiz des Modells ist nicht die Beteiligung, sondern die mehrheitliche Übernahme eines Herstellers. Über diese Schiene könnten neue Entwicklungen (Antriebstechnik/Verbrauch/Leichtbauweise) sehr viel schneller in den Markt kommen, als dies heute der Fall ist. Ich kann es nicht konkret unterfüttern, es kommt aus dem Bauch heraus, dass diese Annahme eher zutreffend wäre. Das Interesse von Zulieferbetrieben mit eigener Entwicklung ist es diese Entwicklungen zu verkaufen. Das Interesse von Herstellern ist es an neuen Entwicklungen (gerne in der Premiumklasse) satt zu verdienen und so lange wie möglich an alten Entwicklungen in der Breite.
Sollte die derzeitige Krise um GM sehr viel mehr eine ebenso alte wie lange Krise des Automobilbaus (samt Zulieferer) sein, so ist die Krise eher eine Systemkrise die mit und ggf. über die Zulieferer gelöst werden könnte nicht ohne oder gegen diese.
Noch ein Wort zu Opel. Opel war in Sachen Zulassungszahlen die Nummer 2 in D bis zu einem Zeitpunkt wo die Qualität der Fahrzeuge extrem nachließ. Dem ganzen kann man womöglich einen Namen zuordnen, der sich auch “verdient” darum gemacht hat Zulieferer zu pressen.
Nein, noch ein Wort zu Opel. Die Annahme, daß die derzeitigen Kunden von Opel dann halt einen anderen Hersteller aus dem reduzierten Sortiment wählen ist in Grenzen naiv. Solange es neu(wertige) Opel auf dem Markt gibt, wird man als Opelaner dennoch zu Opel greifen, bevor man bei Ford oder VW oder in Asien fündig wird.
Etwas zu Guttenberg in der Tendenz wenig glamourös.
@DJDoenna
“Baron” ist eine gebräuchliche Anrede für einen Adligen, dessen Titel “Freiherr” ist. Da es im deutschen mW den Titel “Baron” nicht gibt, ist die Verwendung im Artikel korrekt – aber ich bin kein Adelsfachmann, ich kann mich auch irren ;-)
Wenn ich den Herrn von und zu in den Medien verfolge, drängt sich mir der Schluss auf das hier für die kommenden Wahlen eine neue bunte Figur in Position gebracht wird. Die Überraschende Berufung, wohlwollende Berichte allenortens und eine (für die Boulevardebene) “interessante” Persönlichkeit an sich.
Vielleicht bereitet die Mediendemokratur ja gerade einen Personalwechsel vor? Nach dem medienaffinen Kanzler Schröder, welcher von der eher biederen Merkel abgelöst werden durfte, nun wieder etwas glanzvolles. Schaut man sich die Kollegen in Europa an — Sarkozy und Berlousconi — ist der Merkeltyp halt eher out. Frau Merkel hatte in letzter Zeit eher mit negativen Berichten zu kämpfen und wirkt nicht mehr so souverän wie vor Monaten.
Es würde mich nicht wundern, wenn die Personalfrage in der christdemokratischen Führungsebene im Laufe des Jahres noch ernsthafter diskutiert werden würde…
@musicman
Diesen Gedanken hatte ich auch schon – aber dafür ist der schicke Baron wohl noch zu jung. Aber er ist sicher ein Prototyp des “neuen Politikers”, zu dem ich auch die Frau von der Leyen zähle: Attraktiv, aalglatt, mit einem für “Normalbürger” beeindruckenden Hintergrund aus dem gehobenen Bürgertum, ohne Skandala, ohne Macken … wie gebacken halt, Politker aus dem Reagenzglas.
In dem Zusammenhang ist der Herr Steinmeier vielleicht auch zu nennen. Aalglatt auf jedenfall, vom Typ aber eher etwas biederer. Beherrscht das Spiel mit der Presse natürlich aus dem effeff, schließlich ging er beim großen Zampano in die Lehre.
Diese mediale Inszenierung unseres Freiherren finde ich auch etwas merkwürdig. Aber was soll’s! Der eine läßt sich nach dem Amtsantritt im Brioni-Anzug und mit Zigarre ablichten, der andere auf schillernden amerikanischen Boulevards. Solange am Ende etwas Vernünftiges dabei herauskommt, kann sich jeder meinetwegen ablichten lassen, wie er will. Wie die Opel-Lösung aussehen wird, weiß ich nicht, aber ich schätze, daß Geld fließen wird, nicht wenig Geld, unser Geld.
Ach was, die R(i)etter nahen doch schon und bringen geballte Witschaftskompetenz mit. Karstadt hat es auch geholfen. Und einem Traumduo mit dem Ex-Superduperminister kann doch kein Wähler wiederstehen ;-). Und der Namensvetter ist auch dabei, Zufälle gibt’s… ;-)
[url]http://www.ftd.de/koepfe/:Nach-Abgang-bei-Arcandor-Middelhoff-gr%FCndet-Finanzinvestor/480865.html[/url]
@Die Erklärung
Was sind 3 Milliarden auf einen Zeitraum betrachtet von sagen wir 30 Jahren, in denen man hofft, das Opel dies selbständig erreicht? Pro Jahr 100 Millionen, pro Monat keine 10 Millionen, pro Beschäftigten (30.000) ca 333 €. Opel ist glaube ich 150 Jahre alt.
Ist doch alles nur konsequent: Liberallala wurde in D doch u.a. mit dem Lambsdorff-Papier hoffähig (fast noch unter H. Schmidt) – nun schließt erneut ein Adeliger (das es das in D eigentlich nicht mehr gibt, weiß eh anscheinend kaum einer) diesen Kreis.
Und da die ab 68jährigen “Leistungsträger” in D kräftig in der freien Wirtschaft noch versuchen, das letzte bißchen Geld zusammenzuraffen (siehe Middelhoff, Clement, Berger und Co), steht die Politik eben den Newcomern zur Verfügung. Börse ist out, Banking ist out, nun gehen die jung-dynamisch-schleimigen-mit-Fett-aufm-Kopp eben in die Politik. Sozusagen die Fortsetzung der Flucht vor der absoluten Langeweile (quasi der zweite Teil von “Gefährliche Liebschaften”, nun eben politisch). Man gönnt sich ja sonst nichts.
Hier….Spiegelfechter…..
das hat schon ganz schön weh getan….
Bitte in Zukunft…..Vorausschauend was sagen….geht das?
Was ich nicht verstehe:
In den letzten 10 Jahren mussten sich mehr und mehr Bereiche des öffentl. Lebens (Bildung, Kultur, Gesundeheit , öffentl. Nah- und Fernverkehr usw.) an ihrer Wirtschaftlichkeit messen lassen. Es wurden Gelder mit dem Hinweis auf Verantwortung für nachfolgende Generationen (Schuldenabbau) und unser Wirtschaftssystem gekürzt.
Jetzt wo die heiligen Kühe der Neoliberalisten aus selbstverschuldetem Futtermangel zu verhungern drohen soll der Steuerzahler, wieder mit dem Hinweis auf nachfolgende Generationen, die Silos füllen. Die vorher mit missionarischem Eifer postulierten dogmatischen Wahrheiten des freien Marktes gelten anscheinend Saisonabhängig. Wenn die Krise mit massiven staatlichen Eingriffen bewältigt wurde und wieder Geld zu verdienen ist werden uns die medialen Mietmäuler und -federn schon erklären das jetzt wieder “freie Markt ” -Saison angesagt ist. Du musst dich jeden tag neu erfinden…
Das diese prinzipiellen Fragen nicht das aktuelle Problem lösen darf sie nicht obsolet werden lassen.
@ zu Guttenberg : War blaues Blut nicht Sauerstoffarm ?
@35 Franktireur
Schaut Euch dessen Familie nur mal genauer an, damit man versteht, aus welcher zutiefest reaktionär rechten Ecke dieser wandelnde Lack auf zwei Beinen stammt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Theodor_Freiherr_von_und_zu_Guttenberg
Dessen Vater war Mitglied im elitären erzkonservativen katholischen Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem.
http://de.wikipedia.org/wiki/Ritterorden_vom_Heiligen_Grab_zu_Jerusalem
Sein Urgroßvater Georg Enoch war einer der Totschläger der bayerischen Räterrepublik von Kurt Eisner und danach am Kapp Putsch gegen die Weimarer Republik beteiligt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Enoch_Freiherr_von_und_zu_Guttenberg
Das alles sollte man schon wissen, wenn einem dieses grauenvolle Lachen über den Weg laufen sollte…
Das einzige was die Arbeiter bei Opel von diesem erwarten können, ist die spätere Verschacherung der eigenen Produktionskapazitäten an die deutsch europäische Konkurrenz. Die bürgerlich deutschen Eliten fahren seit dem Ausbruch der Systemkrise eine extrem aggressive ökonomische Politik gegen die innereuropäischen Konkurrenten auf der einen und gegen die Vereinigten Staaten auf der anderen Seite, und ich wette, man wird aus deren Sicht alles daran setzen, die amerikanische Konkurrenz GM Opel aus Europa zu verdrängen.
Die Amerikaner haben ja mit einer neuen Billion auf die Politik der europäischen Eliten geantwortet.
http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/anleihen_devisen/:Notenpresse-Fed-Anleihekauf-peitscht-Dollar-nach-unten/489441.html
Das ist Wirtschaftskrieg hoch fünf, was da abläuft.
@name
Rudert da nicht vielmehr ein Ertrinkender wie wild mit den Armen?
Die kaufen selbst ihre Staatsanleihen auf!?
Wie lange wird man noch gute Ware gegen Dollar tauschen?
@40
Ich halte das für ein Signal auf und an die europäische Politik, die jahrzehntelang direkt vom Wunder aus dem Nichts profitiert hat. Man konnte in den letzten Monaten direkt vernehmen, wie sehr die amerikanischen Eliten, um eine gemeinsame Aktion gebettelt haben und man sich in Europa einbildete, man könnte die Krise schadlos zum eigenen Vorteil und zur Marktbereinigung nutzen.
Die FED zwingt eigentlich jetzt, die EZB zu ähnlichen Maßnahmen….Das wird ein Kreislauf, der mit Revolten endet.
Was das alles dazu für die chinesischen, russischen und arabischen Devisenreserven bedeutet, und für gesellschaftlich einzelnen Gruppen, kann sich auch jeder ausmalen und was viel wichtiger ist, die zweite direkte militärische Option bleibt den Vereinigten Staaten ja immer noch.
Versteh das einer …
Die Chinesen werden jedenfalls schon nervös und wollen von den Amis Garantien.
Und die Araber wollen verständlicherweise nun mehr Dollar für ihr Öl …
Schon spannend, diese Experimente mit der Weltwirtschaft!
Im Fernsehn wurde im Interview mit Kanidat 1 (Karl-Theodor) angedeutet, dass es wohl private Interessenten für Opel gibt, die aber ungenannt bleiben wollen. (Vorausgesetzt die Politik würde das mit GM und der US-Regierung geregelt kriegen.)
Vielleicht wäre es eine Alternative, dass z. B. ein anderer großer Autohersteller Opel (und ein Teil der Patente) auch mit Staatszuschüssen übernimmt, erstmal weiterführt und später “geordnet verkleinert” bzw. teilweise integriert und teilweise abwickelt.
Das hätte für alle Seiten den Vorteil, dass Opel erstmal (über die Wahl) gerettet wäre, die Opelaner nicht sofort auf der Straße stünden, die Politik sich feiern könnte und der private Investor sich die Sahnestücke von Opel krallen könnte.
Oder ist das völlig unrealistisch?
Vielleicht macht die Politik mit einem andern großen Hersteller nen Deal:
Rettet uns Opel und die Arbeitsplätze über die Wahl und nehmt euch dann von Opel, was ihr brauchen könnt, am Steuergeld soll nicht scheitern.
Für die Opel-Beschäftigten wäre das vielleicht auch nicht das Schlechteste.
So wird es wohl laufen Sukram,
wie andere schon geschrieben haben wäre es am sinnvollsten, die Zulieferer würden sich zusammenschließen und Opel übernehmen. Das würde mit wenig Reibungsverlusten gehen und die Welt wäre sogar ein Stück gerechter geworden. Allein mir fehlt der Glaube. Dazu fehlen die Mittel, Einigkeit und die Kreditlinien. Und das missglückte Schäffler-Experiment wirkt da auch eher abschreckend.
Eher sorgt wieder Merz dafür, dass Opel über seine Kanzlei an eine Heuschrecke verscherbelt wird, wie seinerzeit heimlich still und leise die IKB. Natürlich erst, nachdem der Staat ausgeholfen hat.
Siehe aber auch die von @39 name zitierten Beziehungen unseres Klavier spielenden Inszenators von und zu. Finde ich sehr interessant.
Was da wirklich im Hintergrund läuft würde ich gerne mal wissen. Aber wie schon gesagt, man wird Opel und andere versuchen mindestens bis Oktober nicht ganz untergehen zu lassen. Warum muss ich jetzt nur an Holzmann denken???
Der “Deutsche Kadavergehorsam ist leider gültig”, anstatt Verbesserungen, wie auch immer, zu erreichen, schlagen sich die Deutschen gegenseitig tot. Im Westen nichts neues……
@Fried Fertig
Wie groß Holzmann auch immer war. Im Vergleich zu Opel / Vauxhal war das vom Effekt her eine Bretterbude, die umfiel.
Ein adverbienstarker Artikel von jens, aber nichts desorweniger hochinteressant. Richtig, Baron ist eine gute wette für einen künftigen BuKanzler. Wahrscheinlich ist er nicht nur rhetorisch gut sondern möglicherweise auch wesentlich intelligenter als die letzten Amtsinhaber. “Schau mer mal”, wie eine andere Gallionsfigur aus Bayern sagen würde.
Irgendwann gab es einmal Borgward, und ob Isabella geiler als Kapitän ist, das ist eine ganz andere Frage. Meine eltern waren mit Alt-Kanzler Helmut Schmidt auf einer Ebene und fuhren Rekord. Bei den Modellen irgendwo in den anfangs-60ern bis Früh-70ern war immer so eine Art benzingestank in der Karre so dass mir regelmässig schlecht wurde. Zeecks meiner sensibleren Schwester wurden eigens in den “großzügigen Ablageflächen” (azitat von wahrscheinlich “Auto Motor und Sport”) damals noch recht neumodische Plastiktüten bevorratet. Besser gestellte Zeitgenossen meier Eltern fuhren den Diplomat. der Palstiktütenfrei benutzt werden konnte und dem ich damals gegen BMW und Benz al Junior-Passagier bevorzugt habe.
Die Sentimentalität ist damit bereinigt, wenngleich “Doktorwagen” noch gewisse Emotionen hervorruft. Nein, so alt bin ich nicht, nur der Name hat einen angenehmen Geruch. Jenseits all dessen hat Opel wenig anzubieten was nicht durch Ford DE, Peugeot-CSA, oder Toyota abgedeckt wird.
Darüber fehlt mir die internationale Komponente. Die Briten machen wegen Vauxhall noch keine Astalten und auch in Australien – Mitsubishi schloss da letztes Jahr die Pforten – ist noch nicht die geringste Panik bezüglich der Trafditionsmarke “Holden”, die dieser Tage vornehmlich Opel Designs – oft mit Yankee Motoren – zusammnschweisst. Ein übernationales Vorgehen der GM-Kinder wäre da angebracht, findet aber nicht statt.
Opel ist eine Traditionsmarke. Nicht mehr, und nicht weniger. Wie AEG und viele andere. Wer vermisst denn noch die Möglichkeit eine AEG Waschmaschine zu kaufen?
Das wichtige an der ganzen Saga ist, GM wurde über die Jahzehnte hinweg so “big”, dass es “too big to fail” wurde. Wahrscheinlich waren auch die Dinosaurier too big to fail, aber passiert ist es halt trotzdem.
Das Leben muss weiter gehen. Wenn Opel dass grösste Opfer in unserem Lande in diesen extrem unglücksseligen Tagen bleiben sollte, dann nichts wie auf in die Kirche zum grossen Kerzenanzüden.
*klatsch*
Der Markt ist Übersättigt!
Auf zu anderen Ufern.
Wenn man bedenkt wo wir heute schon sein könnten ohne die gierige Ölindustrie..
Was wollt ihr bloss anfangen mit noch mehr Autos?
Keine Geld für eine neue Karre, und dann noch “Abwrackprämie” für das fahrtüchtige alte.
Wie würde Obelix sagen:
Die spinnen die Römer.
Zurzeit ist es angesagt, zurückzulehnen und den “bescheuerten” zugucken wie sie gegen sämtliche Regeln des “Hausverstandes” verstossen.
Wie lange muss man den studieren bis man die Zusammenhänge nicht mehr erkennt?
Jeder hat ein Auto, oder zwei , oder drei, den Armen will man keins schenken weil sie keine Kohle haben, und weil man an die Umwelt denkt.
Wieso in aller Welt brauchen wir unbedingt mehr Autos?
Soll mir bitte einer ne logische Antwort geben, so für den dummen Durchschnittsaassi.
Einfach lächerlich zum 1.. Der Markt ist nicht satt, es fahren reichlich Altkarren durch die Gegend. Das zum ersten, was belegen soll, daß es fernab von überfüllten Konten auch solche Kunden gibt, denen ein Neuwagen/Jahreswagen zu teuer ist und deshalb im Laden stehen bleiben muß.
Einfach lächerlich zum 2. Der Markt erwartet Verbrauchs.- und Umweltvernünftige Fahrzeuge mit Antrieben ohne Benzin, Diesel oder Gas. Sobald sich hier endlich bezahlbare wie Alltagstauglich Angebot auftun, wird die Nachfrage aus den heutigen Neuwagen Altfahrzeuge werden lassen.
Ideolgie ist ja was Feines aber nicht die erste Wahl als Berater. ;-)
Einer der Kommentatoren hat ja ausgerechnet was der Staat pro Opel Mitarbeit investiert und meinte das ist okay. Find ich nicht. Es ist nicht Aufgabe vom Staat die Opel Gehälter zu zahlen.
Da wird gerade so viel Geld gedruckt. Man muss sich doch langsam schon Sorgen ums sein Geld machen. Irgenwann rächt sich das durch eine Inflation. Okay noch sind wir eher in der Deflation. Aber der Spieß wird sich noch umdrehen in ein oder zwei Jahren.
@Max
Falls Du mich meinst. Wenn es gelänge, das bleibt bis auf weiteres spekulativ, Opel für die nächsten 30-50 Jahre zu retten und es bei den ca 3 Milliarden bleibt bei möglichst Konstanter Belegschaft, dann sind 3 Milliarden in der Tat ein Klacks bezogen auf die Laufzeit der Rettung. Das kommt durch Steuern, Sozialabgaben und nicht bezahlter Sozialtransfer locker wieder mehrfach in die Staatskassen. Im Gegensatz zu den Steuermilliarden bei den Banken.
Nachtrag zu meinem obigen Beitrag zur Kurzarbeit
Gerade bekommen, Auszug aus einem Newsletter von Haufe, die damit natürlich ihre Seminare und Software verkaufen wollen. Dennoch, die ersten Zeilen lasse ich mal wirken:
Nein, können sie nicht. Und jeder der bis 18 zählen kann, kann sich ausrechnen wann die Kündigungswelle den richtig großen Schub bekommt. Nach der Wahl und ganz sicher in der ersten Hälfte 2010. Oder glaubt jemand ernsthaft, dass bis dahin auch nur annähernd die gleichen Produktionskapazitäten gebraucht werden?
@ 30 – Spiegelfechter
Die Madame von der Leyen ist ein Beispiel dafür, wie im Zusammenspiel von willfährigen Medien und politischen Selbstdarstellern der Bevölkerung ein angeblicher “Erfolg” vorgegaukelt wird, wo überhaupt kein Erfolg vorliegt. Die NachDenkSeiten zeigten dies kürzlich exemplarisch am behaupteten, tatsächlich jedoch nicht eingetretenen Anstieg der Geburtenzahlen in 2008.
Überschirft des NachDenkSeiten-Beitrags: “Nur wenn wir die Glaubwürdigkeit unserer Hauptmedien und des Führungspersonals erschüttern, wird die Politik besser. Beispiel Geburtenrate.”
http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=3816
@49 Der Schachspieler
Wir brauchen auch nicht mehr Autos, da hast Du vollkommen recht.
Aber, wir brauchen bessere Autos!
Autos, die
a. deutlich weniger Sprit verbrauchen
und
b. energieaermer hergestellt werden
(vor allem b ist ein wichtiger Faktor, der oft unterschlagen wird!)
Ich bin zwar fuer solche Technologien kein Fachman, habe aber schon oefter gehoert, dass es solche Moeglichkeiten gibt. Was man zumindest machen kann: Kleinwagen ohne technischen Schnickschnack (wie automatische Fensterheber) bauen und anbieten.
Von unseren ach so grossartigen Herstellern macht das aber keiner, nicht einmal “Volks”-Wagen. Die sind zu sehr auf ihren Ruf/Markenwert bedacht.
Wenn unsere Staatsfuehrung nun auch unwillig ist, da Aenderungen zu erzwingen, dann werden sich natuerlich irgendwann die Marktkraefte durchsetzen: Es wird keine deutschen Autobauer mehr geben. So abwegig ist diese Befuerchtung nicht, Grossbritannien war schliesslich auch einmal weltweit fuehrend in der Stahlproduktion.
Damals vor vielen Jahren…
Weitermachen, wie bisher, also ueberdimensionierte Spritschlucker bauen, dass werden wir nicht mehr lange durchhalten.
Die einzige Wahl, die bleibt: Entweder moderne Kleinwagen (durchaus auch in geringerem Umfang als jetzt) zu bauen, oder gar keine Arbeitsplaetze in der Automobilindustrie zu haben.
Da Regierungsaemter aber zunehmend mit fotogenen Models und nicht mehr mit verantwortungsbewussten Fachleuten besetzt werden, laeuft es wohl auf letzteres heraus.
@SF
Am besten gefiel mir der zitierte Satz. Perfekt auf den Punkt gebracht. Ich mag nachvollziehbare Logik :-).
@56 Schwitzg
Schon richtig, blos erzähl das mal nem Beschäftigten in der Opel-Zulieferindustrie …
Ich weis nicht, ob die sich in gleicher Weise für solche Logik begeistern können.
Schon nur aufgrund der “Kollateralschäden” in der Umstellungsphase.
@Schwitzig #56
Selbst wenn es stimmen würde verlieren ca 30.000 ihren Arbeitsplatz in den Werken, ein paar hundert in den Opelhäusern samt Werkstatt und das ganze mal 2 bis 3, weil an den Standorten durch Kaufkraftverlust zeitverzögert ihren Job verlieren. Macht in Summa ca ca 60.000 Erwerbslose, die bei den anderen Werken anderer Hersteller keinen neuen Job bekommen. Nehmen wir nur diese 60.000 als Grundlage und nehmen das mal im Mittel 12.000 an Transferleistungen im Jahr (das ist sehr preiswert gerechnet), so landen wir bei 720 Millionen Euro an direkten Kosten für den Steuerzahler. Betrachtet man nun, das diese 60.000 als Steuerzahler und Sozialabgabenzahler selber ausfallen so sind wir bei Einnahmeverlusten plus Transferzahlungen im ersten Jahr bereits bei mehr als 1 Milliarde Euro. Man kann also von einem Zeitraum von 3-4 Jahren ausgehen, in dem der Staat (Steuerzahler) “lieber” die Erwerbslosigkeit der Beschäftigten zahlt, als den Laden jetzt versuchen zu retten. Danach wird es mit Sicherheit teurer. Beim Faktor 3 (90.000) wird es nicht biliger bzw. erreicht man die ca 3 Milliarden schneller.
Selbst grobe über den Daumenberechnungen sollten zur Logik passen. ;-)
Außerdem:
Wenn Opel von der Bildfläche verschwindet, werden vermutlich *sehr wohl* weniger Autos verkauft, als wie wenn Opel weiter existieren würde.
Weil wenn mehr Autos angeboten werden, dann werden schon alleine durch das Angebot mehr Autos verkauft. (Weil die Verfügbarkeit und Gelegenheit da ist.)
Weil insgesamt gesehen mehr Werbung für Autos gemacht wird.
Weil die Opel-Fans ansonsten erstmal ihren alten Opel weiterfahren.
Weil die Opel-Beschäftigten und deren Zulieferer dann kein Geld mehr haben, um Autos zu kaufen.
Weil durch eine Opel-Pleite die Verunsicherung in der Bevölkerung ggf. noch weiter wächst und die Leute noch mehr ihr Geld zusammen halten.
Außerdem sind die Zulieferer auf spezielle Opel-Teile spezialisiert und müssen sich erst teuer umstellen (technisch und vertraglich), wenn das überhaupt so ohne weiteres geht.
@58: Pro Job, der bei einem Automobilhersteller vernichtet wird, kann man locker von 10-20 Jobs ausgehen, die draussen vernichtet werden. Bei der hohen Spezialisierung, Lean-Production etc. wird in den Werken das Auto nur noch montiert, die meisten Teile kommen von Zulieferern.
Die Anzahl der direkten produktiven Arbeitnehmer (pro produktivem Arbeitnehmer kann man dann noch 2-3 “unproduktive” rechnen – also der Wasserkopf, Buchhaltung, Entwicklung, Wartung, Instandhaltung etc.) dürfte heutzutage um den Faktor 10 kleiner sein als vor 20 Jahren, als noch nicht jedes Teil irgendwo auf der Welt (Europa, Afrika, Südamerika, Asien) gefertigt und zum Standort transportiert wurde. Natürlich war das am Anfang mal ganz billig aber inzwischen ist es teurer, als damals die deutschen Arbeitnehmer. Dank Treibstoff/Transport-kosten und Menschen, die nicht immer für 1 Euro am Tag arbeiten, die irgendwann mal mehr wollen + natürlich die ganzen Tochtergesellschaften des (GM-)Konzerns, die mitverdienen wollen/sollen und somit Gewinne, die in Deutschland erzielt werden, gezielt aus dem Werk ziehen.
Verkehrte, globalisierte Welt.
gruß
Systemrelevant. Frau VERWALTUNGSCHEFIN Merkel ist ja der Überzeugung dass es keine systemrelevanten Industrieunternehmen gibt . Daswird sich erst dann herrausstellen wenn ein Betieb pleite geht. An OPEL hängt eine ganze Latte an Arbeitsplätzen, meiner Meinung nach nicht abzuschätzen. Gerade auch die total aufgeblähten technischen Abteilungen bei den großen Zulieferern der ersten Reihe sind betroffen. Bei einem Kollaps kommt das psychologische Moment unkontrollierbar hinzu. Ausserdem eine kleine Message an diejenigen die OPEL pleite sehen wollen. Wenn man nicht selbst davon betroffen ist, also als bequemer Beobachter, ist es ja ganz einfach dies zu verlangen, besitzt sogar einen bestimmten Unterhaltungswert.
Wenn ich dieses Feintuning dann zum Anlaß für neue Überschlagsrechnung nehmen darf
wäre unter der Annahme, dass diese Jobs alle in D verloren gingen noch grausamer für Fraktion, die Opel das Geld zur möglichen Rettung nicht geben wollen. Wieviele von der 10-20 fachen Menge ausserhalb von Opel siehst Du in D verloren gehen?
Kleiner Nachtrag zum Ende der Automobilindustrie. (Das ist satirisch gemeint. ;-))
@57 Sukram
Einige meiner Freunde sind in der Zulieferbranche tätig und die sehen das mit einer gewissen Gelassenheit, da die allermeisten Firmen für viele Hersteller tätig sind. Problematischer ist da die Frage der Patente und der Entwicklung, die mit Rüsselsheim zusammen gemacht wird. Da sind enge technische, logistische und auch personelle Verflechtungen – Leute von GM sitzen beispielsweise hier im Harz, während Harzer in Rüsselsheim sind. Da wird es idT eine unruhige Übergangsphase geben.
@61 georg
Systemrelevant heißt ja nicht, dass es gewisse Konflikte im Falle einer Liquidierung gibt, sondern dass das System als Ganzes in Gefahr ist. Bei Banken ist dies nun einmal der Fall und in der Industrie gibt es so etwas nicht. Das ist leider Fakt und das beste Argument, den Finanzsektor von Grund auf neu zu ordnen, so dass ein systemischer Fehler minimiert werden kann.
Unter den Premissen Sparkassen, Landesbanken (für den Mittelstand) und verstaatlichte Banken wegen Misswirtschaft ist die Relevanz der Systemrelevanz von Banken durchaus relativierbar im Bezug auf die eine oder andere Privatbank. ;-)
Dem Faktum, das ganze Industriebe nicht systemrelvant sind begrüssen wir mit dem Umstand das ganze Industriezweige in D oder sogar Europa an sich nicht mehr vorkommen.
Was ist aus VW sicht relevant für eine Industrienation? Das Fehlen von Kernindustrieen sicher nicht, oder?
@ SF: HERVORRAGENDER ARTIKEL!!!!!!!!
KLARTEXT!!!!!
Genau für solche Artikel LIEBE ich diesen Blog. :-))))))))))))))))))))))))))
Guttenberg ist eine Witzfigur, sein offensichtlicher Mangel an Sachkompetenz (herrjee, der Junge hat Politik und Jura studiert, bräuchte aber mindestens ein Diplom in Volkswirtschaft, eher einen Doktortitel) könnte allerdings auch Methode haben.
So einen fachlich inkompetenten Polit-Hengst kann man u.U. gut ausmanövrieren bzw. rauskanten, indem man seine wirtschaftspolitische Inkompetenz dann mal herausstellen wird und dann auch seinen Adelstitel schlicht negativ interpretieren wird.
Vielleicht ist gerade DAS beabsichtigt: Guttenberg die Kartoffeln aus dem Feuer holen lassen und ihn dann loswerden, sobald man ihn nicht mehr braucht bzw. ein kompetenter Nachfolger für ihn gefunden ist. Glos war nicht soviel schlechter, hat es nur schlechter verstanden, sich gut zu präsentieren.
Präsentieren kann Guttenberg nu wirklich gut und deshalb hat er vermutlich auch den Job.
Außerdem, wenn man schon Roland Berger beauftragt, Opel zu “sanieren” bzw. “abzuwickeln”, dann dürfte klar sein, dass diese Kartoffel so heiß ist, dass sogar Guttenberg nicht zu nah dran darf, vermutlich um die Partei nicht zu beschädigen.
Was wird es Roland Berger stören, wenn Opel kaputt geht. Berger ist Manager, dem kann es egal sein, wie sein Ruf in der Öffentlichkeit ist.
Bergers Nominierung kann man daher getrost als das AUS für Opel betrachten. Da wurde einer für einen eigentlich staatlichen Job nominiert, der sich aber jeder staatlichen und demokratischen-öffentlichen Kontrolle entziehen kann, solange er sich nur annähernd an die Gesetze hält.
Noch ein Punkt:
Das Ingenieurswissen, das in den “menschlichen Ressourcen” steckt (sprich: die deutschen Ingenieure bei Opel) verlieren dann auch ihre Arbeitsplätze, und wenn die in D nix neues finden, gehen die bestimmt schnell mal eben in die USA – denn wenn GM gerettet werden wird (und momentan sieht es danach aus), dann werden die auch weiterhin ihre Produkte von irgendwem entwicklen lassen müssen, selber können sie es ja anscheinend nicht (mehr).
Ergo würde es durchaus Sinn machen, eine verkleinerte Versio von Opel zu erhalten, um personelle Kompetenzressourcen in Deutschland zu halten.
Die Patente – ja mei, die laufen irgendwann sowieso aus.
Und wenn deutsche Ingenieure mit dem Fachwissen, das sie haben, dieselben oder ähnliche Patente nochmal entwicklen, dann können uns die Amis aber mal ger* ha*en.
Ob Opel überlebt oder nicht, ist eine Frage.
Eine andere wichtige Frage ist schlicht: wie halten wir das Know-How hier im Lande?
Sollte Opel in Deutschland “abgewickelt” werden, dürften vorsichtigen Schätzungen meinerseits mindestens ne Viertelmillion Menschen direkt und indirekt betroffen sein. Sicher werden sich einige Firmen ein paar Sahnestückchen herauspicken aber die Produktion eines Kfz ist heutzutage beliebig austauschbar und von daher wird kaum jemand diese übernehmen. Die Lohnbuchhaltung wurde bei Opel schon lange ausgelagert (das Lieblingswort bei Opel seit 20 Jahren) und die Leute bekamen Änderungskündigungen, arbeiten also heute zum Großteil schon billiger als noch vor 10 Jahren. Die Entwicklungsabteilung ist gut aber ohne Patente nur halbsoviel wert, hier werden, wenn überhaupt, vielleicht 30-50% abgeworben werden. Beibt noch der technische Entwicklungsbereich, Rennsport, Presseabteilung und ganz viele AT-Angestellte (Betriebsleiter aufwärts).
Dürften also bei einer Schließung wegfallen:
- Produktion (Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern, Eisenach – bis auf Rüsselsheim alles ohnehin strukturschwache Gebiete) – also Roh-(Karosserie-bau) inkl. Pressen, Schweißen, Lackiererei, Montage
- Inspektion / QA
- Instandhaltung + Reparatur (Intern + Extern)
- Wartung (Intern + Extern)
- Maschinen + Anlagenbau
- Lagerung von Teilen, Autos, Ersatzteilen
- Entwicklung
- Entwicklung extern (Zulieferteile, Continental, Bosch usw.)
- Verwaltung
- Lohnbuchhaltung
- technische Entwicklung
- Zulieferer aus der ganzen Welt
- Logistik (Bahn, LKW, Flugzeug)
- Verkauf (Opelhändler weltweit, Opel-Werkstätten, Opel Fleet Management, GMAC Rüsselsheim Bank für Finanzierung + Leasing)
- Anlagen- und Maschinen-bauer (Extern)
- Kleidung (externer Dienstleister)
- sonstige externe Dienstleister
- Motorsport und Presseabteilungen
Und natürlich verlieren in dem Fall zehntausende Familien ggf. den Einzigen Erwerbstätigen, es hängen tausende von gebauten Häusern und die Kredite an den Jobs, sonstige Verpflichtungen, die nicht mehr erfüllt werden können (Mieten, Finanzierung von Haushaltsausrüstung, Fahrzeugen, Hobbies aller Personen im Haushalt usw.).
Die Schließung eines solchen Unternehmens wird Deutschland schwer treffen. Egal ob VW, Opel, Mercedes etc.
gruß, Frank
@MisterL
Danke für den sehr interessanten Link aus der FTD, zu den “deutschen” Konzernfamilien im Automobilbereich, die schon lange stiften gegangen sind und gewerkschaftsfrei die Ware Arbeitskraft der amerikanischen Arbeiter billig in eigenem Interesse verwerten, um diese vergegenständlichte Ware dann hier den deutschen Arbeiter anzudrehen. So bewußt und mit einem solchen Inhalt getränkt, ist das nationale Befinden deutscher Konzerneigner.
Das vermeintliche “deutsche” Ingenieurwissen gehört im Zweifel sowieso nur irgendwelchen privaten Eignern, die Deutschland brüllen, und ihre eigenen Konten meinen. Soviel Klassenerkenntnis besitzen selbst noch die Ingenieure bei Opel.
Die politische Lösung wird im Fall Opel sicher eine deutsch nationalisierte sein, eine, die die amerikanische Konkurrenz GM aus Europa drängt, dabei gleichzeitig Opel dichtmachen wird und dessen Produktionskapazitäten deutschen Konzernen überlässt, gleichgültig, ob diese noch in Deutschland produzieren oder nicht, wenn nicht irgendein anderes Wunder passiert.
Bei VW und BMW steht man irgendwann nur vor dem Problem, dass man selbst keine deutschen Arbeiter mehr finden wird, die sich dann die mit der Arbeitskraft amerikanischer Arbeiter produzierten “deutschen” Autos leisten können. Die nächste Runde in diesem Spiel übertreffen dann nur noch die Inder und die Chinesen.
Aus Sicht der Arbeiter bei Opel wäre es vielleicht das Beste, wenn GM überlebt und als strategischer Brückenkopf der amerikanischen Automobilindustrie in Europa wenigstens noch für ein gewissenes Zeitfenster Lohn und Brot bringt, um sich bewusst zu werden, das weder das deutsche noch das amerikanische Kapital ein Segen für diese ist.
Als letzte theoretische, nach aktueller Gesetzeslage “rechtswidrige”, Variante bliebe noch eine Besetzung aller Betriebsteile durch die Arbeiter bei Opel selbst, um selbstbestimmt eine Produktion in eigenem Interesse zu entwerfen.
In diesem Fall hätten sie natürlich den deutschen Staat, die deutsche Konkurrenz und auch die amerikanischen Eigentümer als Todfeinde gewonnen.
Hier eine Werbeschrift aus dem Spiegel für den Menschenfreund Karl-Theodor (ein steter Kämpfer gegen die Wirtschaftslobby. Ja sowas gibts auch in der CSU). Ein Prachtkerl! Schon lustig, was für Blüten diese Art von “Journalismus” entstehen lässt.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,614568,00.html
@name
Keine Ursache. Das mit dem Link. Ob es der Inhalt die Medienaufmerksamkeit bekommt, die er verdient ist mehr als fraglich. Ich bin ja selbst hier im Blog erstaunt, wie wenig Beachtung er findet. Immerhin sagt er aus, dass die deutsche Automobilewirtschaftselite samt Zulieferer im Süden der USA neue Werke erichten und ausbauen, weil es dort auch wegen dem Fehlen der “geliebten” Gewerkschaften so billig ist zu produzieren.
Erstaunlich, dass das im SF Blog und von seinen Kommentatoren in der Breite so verschlafen wird. ;-)
Etwas zum Anfüttern… ;-)
Hihi, das is wirklich gut.
Zitat Wikipedia:
” Ab 1994 war er in die Leitung der familieneigenen Münchener Beteiligungsgesellschaft Guttenberg GmbH eingebunden, deren Aufgabe die Verwaltung des eigenen Vermögens war. Später war Freiherr von und zu Guttenberg deren geschäftsführender Gesellschafter.[3]Von 1996 bis 2002 gehörte er dem Aufsichtsrat der Rhön-Klinikum AG an, von der seine Familie 26,5% der Stammaktien hielt. Im März 2002 verkaufte er diese Anteile an die HypoVereinsbank, kurz bevor er die politische Laufbahn einschlug[4]. ”
http://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Theodor_zu_Guttenberg
Und natürlich das Zapp-Video, in dem Journalisten festgestellt haben, dass besagte “Wirtschaftserfahrung” Guttenbergs auf der Leitung einer Firma mit 3 Angestellten beruhte, und diese Firma hat auch nur das eigene Vermögen verwaltet, welches vor der Polit-Karriere dann verkauft wurde.
http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/media/zapp3162.html
Mei mei, hatte die CDU/CSU nicht irgendwen mit wenigstens ein bischen Wirtschaftskompetenz? Jura und Politik sind ja nu wirklich nicht so berauschend für einen WIRTSCHAFTSminister.
Wollen wir hoffen, dass er die Sache mit Opel nicht zu sehr verbockt, nicht dass alle Kohle in die USA fließt.
Leider kommt es mir aber wirklich so vor, als sei Guttenberg nur ein Blender, den die CDU/CSU aber gerade deshalb bei Bedarf auch schnell wieder absägen kann.
Heißt das nicht, dass Guttenberg brav parieren muss???
Der Link aus der FTD illustrierte ja ganz schön, was der Automobilstandort D noch wert ist. :-(((
Also Opel doch nicht retten, gelle? Und lieber irgendwelche Rettungssummen an die Opelaner verteilen, als in Opel zu investieren, oder wie?
Wir konnten doch mal Autos bauen. ???
@misterL
Wenn sich dein Rationalismus aus dieser optimierten Zusammenstellung nährt, dann tust du mir leid:
Transportmittel
Transportmittel benötigt mann und Frau heutzutage um von Punkt A nach Punkt B zu kommen.
Und wir Realisten finden es unabdingbar ein techinsches Gefährt zu verwenden das sich auf dem neuesten “humanistischen” Stand befindet.
Und zwar unsere Automobile. Kfz
Kraftfahrzeug, ja wir lieben es.
Unser Kraftfahrzeug ist uns das allerliebste Transportmittel, und schon das Wort Kraft sagt alles über unser Gefährt aus.
Es braucht Kraft und zwar unbändig viel Kraft.
Unsere Automobile sind das beste Fortbewegungsmittel das wir Deutschen und ausdenken können.
Es verbraucht nur Energie für lächerliche 100 Pferdestärken.
Was sind schon 100 Pferdestärken, die braucht doch jeder um von Punkt A nach Punkt B zu kommen.
Wir haben uns weiterentwickelt, wir brauchen nur 100 Pferdestärken anstatt wir früher nur 2 Pferdestärken um von Punkt A nach Punkt B zu kommen.
Wir entwickeln uns immer weiter und wir sind Inovativ.
Weil wir unser Kraftfahrzeug so gerne Kraftfahrzeug nennen verbrauchen wir nicht nur 100 Pferdestärken um von Punkt A nach Punkt B zu kommen.
Sondern wir schleppen auch gerne 1 Tonne Stahl und Kunststoff durch die Gegend.
Und wir sind rational und sehr stolz darauf das wir zuzüglich zu unseren 100PS Energie auch noch 1 Tonne von wichtigen und teuren Reccourcen verwenden.
Weil nur damit zeugen wir von Qualität.
Ja so ist es herrlich, ich will von Punkt A nach Punkt B.
Also warum nicht gleich rational denken und 100 PS Energie verschwenden, und zugleich eine Tonne von Eisenerz und Öl mit uns durch die Gegend schleppen, sondern unserer Erhabenheit gleich die Krone aufsetzen und zugleich KRAFTFAHRZEUGE zu bauen die nicht nur minimium 100PS reine Energie verschwenden, und zugleich ne Tonne Stahl durch die Gegend befördern, sondern es auch schaffen für Minimum 5 personen ausgestattet zu sein.
Jaaaa, soviel haben wir uns weiterentwickelt,
In diesem Zusammenhang sprechen wir von IDEAL:
Von PUNKT A NACH PUNKT B und zwar so billig wie möglich, so energiesparend wie möglich, so sinnvoll wie möglich.
Seit wann weiss die Technik nicht mehr wie sie das Optimum auszurechen und zu konstruiren hat?
Nicht die Arbeiter bei Opel rauswerfen, sondern die unnützen Konstrukteure die es nicht schaffen ein technisch optimiertes Produkt zu entwerfen.
In diesem Zusammenhang ist das Ideal, die “best” mögliche Option.
Alles andere zeugt vom Versagen der Konstrukteure.
Um die “unnützen” Patente trauern braucht niemand, es zeugt schon von Qualität dieser wenn sich der “technisch” versierte US Staaat ddafür interressiert.
Es müssen wirklich sehr gute “innovationen” sein das sie GM für wertvoll empfindet, sieht man ja an der Innovation die GM an den Tag legt.
DAS ist lächerlich.
@65 SF
Das kann man wohl weder allgemein, noch im speziellen Fall Deutschlands sagen.
Die “Banken” sind letztlich nur Dienstleiter, die den Unternehmen Liquiditaet verschaffen. Das koennen Unternehmen aber (mit etwas hoeherem Aufwand) aber notfalls auch alleine (Wechsel). Dazu braucht man nur die notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen.
Und was in Deutschland an Banken versagt hat, sind ohnehin “nur” die Privatbanken und die (nach privatwirtschaftlichen Grundsaetzen missgewirtschafteten) Landesbanken. Sparkassen und Volksbanken sind von der Finanzkrise vergleichsweise wenig betroffen.
Das die Privatbanken so “systemrelevant” sind ist ein Mythos!
Mit der realwirtschaftlichen Sektor, insbesondere den deutschen Schluesselindustrien Auto- und Maschinenbau sieht das schon anders aus. Deren Leistung und Nachfrage ist nicht so einfach substituierbar. Auch was allein die direkt abhaengigen Beschaeftigten angeht, liegt da in Deutschland eine ganz andere Groessenordnung vor, als bei den Privatbanken.
Bei den Beschaeftigten muss man zudem an die “Verwendungsalternativen” denken:
Einen ehemaligen Mitarbeiter einer Privatbank kann man notfalls auch bei einem Autobauer unterbringen (Buchhaltung usw.), einen Mechaniker bei Opel kann man demgegenueber nicht so einfach bei der Deutschen Bank sinnvoll beschaeftigen.
Was ich damit sagen will:
Die Beschaeftigten der Privatbanken kann man im Notfall schneller und flexibler in eine neue Verwendung ueberfuehren, als das bei vielen Autobauern der Fall ist.
Im Ernstfall kann es natuerlich sein, dass sich das dann auf “gewisse Konflikte” beschraenkt, denkbar ist aber auch, dass daraus ein arbeitsloses Massenheer erwaechst.
Und mal plakativ:
In dem Fall ist ein Heer aus gefeuerten kaufmaennischen Angestellten mit ihren Aktenordnern wesentlich weniger “systemgefaehrdend”, als ein Armeekorps wuetender Automechaniker mit Schweissbrennern ;)
Hat Scholz meinen Beitrag # 22 gelesen oder kommt es nun auch in den Mainstreammedien an?
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/28/0,3672,7538908,00.html
Nur eine der weiteren tickenden Zeitbomben deren Zünder meiner Ansicht nach jetzt schon kaum noch zu entschärfen sind. Wie gesagt, 2010 und 2011 wird dies auch die gesunden Unternehmen mit Milliardenbeträgen belasten. Selbst wenn Opel nicht fällt.
@Schachspieler
Es geht weniger um das was schöner wäre, sonern mehr um das, was ist. Das was ist, ist das es lächerlich ist (erscheint) zu glauben, die Automobilindustrie sei dem Ende geweiht. Das ist weit gefehlt. .)
Sie muß sich ändern, aber das ist kein Fehler.
Wirtschaftspolitik als Comedy. Auch nicht schlecht.
@misterL
Die Deutschen Automobilbauer haben die Technologien die notwendig wären um einen Quantensprung zu wagen schon seit Jahrzehnten in der Schublade.
Ich persöhnlich weiss mit Sicherheit das Mercedes der deutsche Marktführer, seit mindestens 1995 den Hybridantrieb erforscht hat.
Um dann zuzusehen wie sich Toyota auf dem Markt breit macht.
Die Realität die heutzutage von den Automobilbauern präsentiert wird ist eine “historische”.
Aufrechterhalten durch die Kopulation mit der Ölindustrie.
Alles andere ist Augenwischerei und sollte dementsprechend bestraft werden.
Der Markt hat schon mit der “gerechten” Strafe angefangen, er wird nur durch den “Steuerzahler” davon abgehalten.
In dieser Hinsicht hätte der “freie” Markt schon dafür gesorgt das sich die richtigen Technologien weiterentwickeln, wurde ja leider seit ewigen Zeiten verhindert.
Das lächerliche sind nicht die “sinnvollen” idealistischen Ideen, die das Automobil seit Jahrzehnten versuchen durch verbesserte Technologien weiterzuentwickeln, das lächerliche ist der derzeitige Entwicklungsstand, der dann auch noch als einzig mögliche Option präsentiert wird.
Irgendwann in der technischen Entwicklung haben es die verantwortlichen zugelassen , nicht mehr von Fortschritt zu träumen und sich weiterzuentwickeln, sondern sich vom goldenen Glied der Öl-Lobby gangbangen zu lassen.
Ja und heute spricht man dann von Realität.
Die richtige Relität ist die die versucht das Ideal zu erfassen und zu verwirklichen , und nicht die inpotente, schulterzuckende, geldempfangende Realität der angesehnen Versager, die dann durch die “fehlgeleiteten” objektiven Medien als “Innovatoren” verkauft werden.
Ich weiss ja nicht inwieweit du die Industrie wirklich aus dem Innenleben geschnuppert hast, wirst aber nirgendwo Konstrukteure finden, die so etwas wie “Entwickler” darstellen.
Der Geist der Entwicklung hat sich an das Geld verkauft, und steht somit still.
Wenn jemand förderbar wäre in dieser Hinsicht, dann sind es die Japaner.
Nichts für Ungut, Gruss
Ich finde das amüsant. Da erwarten scheinbar Menschen, daß ein Minister in seinem Ministerium Sachkompetenz hätte – genau das Gegenteil wird aber seid Jahrzehnten praktiziert.
Sachkompetenz ist in der Politik nicht zwingend erforderlich, manchmal ist sie sogar hinderlich. Gesetze werden von Lobbies (von Privatfirmen bezahlten Mitarbeitern der Regierung) verfasst und die Kasperl im Kabinett werden dann nur noch geschult, wie sie die Gesetze verkaufen sollen.
Das ist alles so verlogen, es ist zum Kotzen.
Bald sind Wahlen, geht alle wählen! Und zeigt ihnen, was wir mit uns nicht mehr machen lassen…
gruß, Frank
Ich erinnere mich noch gut,als Hartz4 vor der einführung stand,und viele Opelaner das begrüssten,das es den Faulen Arbeitslosen an den Kragen geht.
Das sie damit ihren eigenen Werteverlust hofierten,ist leider vielen,heute immer noch nicht klar.
Gerade Hartz4 und die 1.-Euro-Jobs haben Lohndumping erst ermöglicht.
Aber hauptsache,den Faulen wird in den Arsch getreten,……nun,….wer tritt jetzt wem in den Arsch?
Durch die Aushöhlung unserer Solidarität, Arbeiter und Erwerbslose als Gegner zu kreieren,hat erfolg!
Die Konzerne schrieben Gewinne wie nie zuvor.
Die ARbeiter haben ausser malochen nichts davon bekommen.
UND?….was haben sie dazugelernt?
GARNICHTS!!!!
Ich gönne jedem Opelaner,der sich für HARTZ4 ausgesprochen hat,das er auch das bekommt,was er anderen so gegönnt hat.
Ohne Sozialabbau,ohne Schröder/Clement,und eine etwas langsamere moderate art,Europa zu vereinen,sowie ein Sozialstandart der auch den namen SOZIAL verdient,gäbe es diese Krise hier in Europa nicht.
Der Euro hätte erst zuim Schluss eingeführt werden sollen,so als KRÖNUNG des GANZEN.
Aber die Konzerne/Machthaber wollten sofort die riesen Profite,und Billiglohnsklaven.
Das Pferd von hinten aufzäumen musste ja in die Hose gehen.
Und nicht nur OPEL geht es dreckig,sondern allen Arbeitern in Europa.
Die GIER,und die EU-ERWEITERUNG hat alles PLATT gemacht,der grosse ENDKNALL,steht uns noch bevor,und dann werden wir alle sicher kein BARGELD mehr sehen.
Dann gibt es erst mal Lebensmittelbezugsscheine für die einfachen Bürger.
Ach so ja;…..OPEL RETTEN?
NEIN! Sorry.
@Schachspieler
Ich möchte Dir ja soweit ich das einschätzen kann zustimmen. Allerdings unterliegt alles einem “Grundirrtum”:
Der “freie” Markt hat sich lange Jahre dafür entschieden dicke Kisten haben zu wollen und falls der “freie” Marktteilnehmer für seine drei bis vierköpfige Familie etwas anderes haben wollte gab es Alibikisten a la Lupo 3L, der ersthaft allenfals für zwei ohne grossen Einkauf reichte.
Wir können OPEL absaufen lassen. OK, dann aber Bitte nicht mit dem Hinweis auf Verschwendung von Steuergeldern. Die Kosten der Erwerbslosigkeit für ein paar Zehn.- oder hundertausend Erwerbslose ist in jeder Hinsicht teurer.
Auch wenn OPEL abgesoffen sein wird, wird Audi oder BMW oder Mercedes weiter auf die Premiumklasse setzen und Fahrzeuge bauen, die noch schneller bei 250 km/h abriegeln. Das hat miteinander nichts zun tun. Vielleicht werden diese dann in den USA produziert für den europäischen Markt, weil man hierzulande als Nebeneffekt damit die Gewerkschaften weiter schwächen kann.
Irgendwo lass ich kürzlich, das Audi plant, seine Palette auf 40 Modelle zu erweitern. Lass mich Satire machen. Das wird nach dem Q75, Q5 noch ein Q3 werden als RS mit Allrad und 300 PS mit 8 Zylinder TDI und Stoffdach. Und Tausende werden sabbern. Sollte es einen A1 geben mit 55 PS wird er eine Randnotiz werden.
@misterL
Was der “freie” Markt will, wird schlussendlich von den “freien” Medien bestimmt.
Verhalten im Falle von staatlichen Rettungsmaßnahmen (HRE, Opel usw) :
Rettungsplan:
http://ptrace.fefe.de/flucht-und-rettungsplan.jpg
Sehr guter Artikel. Klare Gedanken in klare Worte zusammengefasst.
Falls sich derartige Stimmen nicht bald gehäuft im Blätterwald wieder finden, wovon auszugehen ist, bleibt zur Verbreitung solcher Zusammenhänge immer noch die alte gute Technik der Flugblätter. Geschwister Scholl und so.
So erreicht man u.U. mehr Leser/innen als durch moderne IT, vor allem dann, wenn eine große Leserschaft Blogs immer noch als Randphenomen betrachten, sie in die Heimwerkerecke stellen und statt dessen den Märchen der “Qualitätspresse” in BILD, FTD, FAZ, SpOn, Zeit, … und wie sie alle heißen, lauschen. Die Mehrheit glaubt noch immer an “unabhängigen” Journalismus. Und das in einer MedienKonzernWelt, in der sich kaum jemand dafür interessiert, wem die meisten Journaillen gehören. Mit vermeintlicher Vielfalt wird dem Leser schwarz/braun farbig geschmiert. Kleine Verlage wie Der Freitag erreichen letztendlich doch keine Massen. Freie Presse mit dem Potenzial die Massen zu erreichen findet sich am ehesten noch im Netz. Deshalb muss mit Zensurmaßnahmen und dem Todschlagargument Kinderpornografie nun auch die letzte Bastion des freien Wortes zu Fall gebracht werden. Man erinnere sich nur an die bundesweite Beschlagnahme von TOR-Exit-Nodes, an ISPs als verlängerter Arm des BKAs, an die Datenspionage bei der Bahn, bei Siemens & Co., an den Hackerpragraphen usw. Sollte ein Normalo auf die Idee kommen, die IT der bekannten Firma zu hacken, die im Auftrag der Bahn u.a. die Daten ausgewertet hat, wird er sich schnell vor Gericht wiederfinden. Bislang sehe ich aber keinen einzigen der Saubermänner aus den Reihen der Varntwortlichen bei oben genannten Skandalen vor Gericht sitzen.
Das neueste Schauspiel, die HDJ, DHJ, oder wie auch immer der braune Haufen geheißen haben mag, zu verbieten, aber die NPD frei walten zu lassen, ist auch eine solche Nebelkerze.
Und die ZeitungsLeser glauben wieder an den lieben Onkel und der lieben Tante aus der christlich-sozial-demokratischen-seifenoper-schow.
Ich sach nur,
Gute Nacht Deutschland