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  • Wasser!

    geschrieben am 24. März 2009 von Spiegelfechter

    Am Wochenende ging in Istanbul das fünfte Welt-Wasser-Forum zu Ende. 20.000 Experten aus aller Welt tagten dort unter der Ägide des Weltwasserrates, einem Think-Tank, dessen Träger neben der UN und nationalen Regierungen auch die großen Wasserdienstleister und die Weltbank sind. Die Ergebnisse waren mager, wie bei allen Welt-Wasser-Foren zuvor. Die beim ersten Welt-Wasser-Forum 2000 verabschiedete Definition, Wasser sei ein ?grundlegendes Bedürfnis? und kein Menschenrecht, gilt weiterhin und Rahmenbedingungen, künftige Konflikte rund um das Wasser zu vermeiden, wurden nicht gesetzt. Hochkonjunktur hatten auch im Umfeld dieses Forums wieder einmal NGOs, die weit verbreitete Wissensdefizite über das hochemotionale Thema ?Wasser? für PR in eigener Sache zu nutzen wissen.

    Das Gegenteil von gut ist gut gemeint

    Das Thema ?Wasser? ist in den letzten Jahren zu einem Spielball zwischen den Interessen der Wirtschaft und den weltanschaulichen Interessen einiger Globalisierungsgegner geworden. Das verwundert nicht, schließlich lässt sich mit ?dem blauen Gold? Geld verdienen und Wasserknappheit ist ein Thema, das die Welt noch lange beschäftigen wird. Lösungen sind nicht immer einfach, an Ansätzen mangelt es jedoch nicht. Allerdings sind diese Ansätze nur selten durchdacht. Auch im Umfeld des Welt-Wasser-Forums tauchte wieder das indifferente Rauschen des kritischen Weltgewissens auf. Das äußert sich dann beispielsweise folgendermaßen: ?Kommst du aus Indien und bist Vegetarier, brauchst du nur 2.500 Liter. Kommst du aus den USA oder vielen europäischen Staaten und bist kein Vegetarier, verbrauchst du doppelt so viel Wasser? ? so ein Sprecher einer NGO in Istanbul. Das klingt natürlich einleuchtend ? die Industriestaaten verbrauchen natürlich den Großteil der Rohstoffreserven, warum sollte das beim Wasser anders sein? So einleuchtend dieser aber Satz klingt, so falsch ist er.

    Wasser ist, anders als Kohle oder Erdöl, keine endliche, sondern eine regenerative Ressource. Wasser kann nicht verbraucht, sondern nur genutzt werden. Wenn ein Düsseldorfer sich eine Wassersparspülung auf seinem stillen Örtchen installiert, hilft dies dem Inder keinen Jota. Der natürliche Wasserkreislauf sorgt dafür, dass genutztes Wasser über Versickerung oder Verdunstung dem Kreislauf wieder zugeführt wird. In Deutschland wird beispielsweise lediglich 3% des verfügbaren Wasserangebotes durch die öffentliche Wasserversorgung genutzt. Fast 80% des Dargebots werden gar nicht genutzt. Der größte Nutzer sind Wärmekraftwerke, die fast 14% des Wassers nutzen. Diese Nutzung ist aber kein Verbrauch. Das Wasser wird an einer Stelle eines Flusses entnommen und an einer anderen Stelle dem Fluss wieder zugeführt ? die kleine Differenzmenge verdunstet und bleibt somit ebenfalls Teil des Wasserkreislaufs.

    Auch bei der Tierzucht und der landwirtschaftlichen Produktion der Futtermittel, die das Gros des ?Wasserverbrauchs? bei der Tierzucht ausmacht, wird kein Wasser verbraucht. Bei der Beregnung der Felder – egal ob natürlich oder künstlich ? geht der absolute Großteil des Wassers ins Erdreich, wo er den Grundwasserstock füllt, der andernorts wieder abgezapft wird. Auch das Wasser, das die Zuchttiere trinken, geht in diversen Formen wieder in den Kreislauf zurück. In Regionen, in denen das Wasserdargebot größer als die Wassernutzung ist, stellt weder die Viehzucht noch der Ackerbau, oder die Nutzung als Kühl- oder Nutzwasser für die Energieerzeugung oder die Industrie ein ökologisches Problem dar. Die 5.000 Liter, die ein Europäer dem NGO-Sprecher zufolge ?verbrauchen? soll, sind noch nicht einmal die Nutzung des Wassers, sondern schlichtweg das Angebot an nutzbarem Wasser. Einem Deutschen stehen pro Tag 6.273 Liter Wasser zur Verfügung, von denen er allerdings nur 127 Liter nutzt.

    Virtuelles Wasser

    In einem wasserreichen Land wie Deutschland braucht also niemand ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn er ein Rumpsteak deutscher Herkunft isst. Ganz anders sieht es jedoch aus, wenn man hierzulande Rosen aus Kenia, Orangen aus Südspanien oder Zitronen aus Israel kauft. In Gebieten mit Wasserknappheit steht die landwirtschaftliche Produktion in Konkurrenz zur Trinkwasserversorgung, und vielerorts wird dem Kreislauf zu viel Wasser entnommen. Dem globalen Kreislauf kann man freilich nicht mehr entnehmen, als in ihn zurückfließt ? regional ist dies allerdings möglich. Wenn beispielsweise in Südspanien Zitrusfrüchte angebaut werden, so wird dort mehr Wasser für die künstliche Beregnung verwendet, als auf natürlichem Wege in das regionale Wasserdargebot zurückfließt. Ein großer Teil dieses Wassers verdunstet und regnet sich nicht über Südspanien, sondern anderswo ab ? zum Beispiel in Deutschland oder den Alpen. Die Folge ist ein rapide sinkender Grundwasserspiegel und eine schleichende Desertifikation. Es ist daher ökologisch unsinnig, in Regionen mit einem zu geringen natürlichen Wasserdargebot wasserintensive Landwirtschaft zu betreiben.

    Ein Ausweg aus diesem Dilemma ist der Handel mit virtuellem Wasser. Nur ist dies häufig wirtschaftlich kontraproduktiv. Mais aus dem wasserreichen mittleren Westen der USA hat beispielsweise einen exzellenten ökologischen Fingerprint. Für die Produktion einer Tonne Mais benötigt man dort nur 489 m³ Wasser ? und dies in einer Region, in der das Wasserdargebot wesentlich größer als die Nutzung ist. Um die gleiche Menge Mais in Indien zu produzieren, benötigt man 1.927 m³ Wasser ? die fünffache Menge. Ferner sind große Teile Indiens von Wasserknappheit gekennzeichnet. Amerikanischen Mais nach Indien oder Afrika zu exportieren ist also ökologisch sinnvoll, wenn man sich auf die Wasserbilanz bezieht. Ähnlich verhält es sich mit beinahe allen agrarwirtschaftlichen Produkten Mittel- und Osteuropas und weiten Teilen der USA und Kanadas. Globalisierungsgegner stehen hier freilich vor einem Dilemma ? der Handel mit virtuellem Wasser ist zwar ökologisch sinnvoll, für die wasserarmen Entwicklungsländer jedoch ist er ökonomisch katastrophal, da weite Teile der eigenen Wirtschaft ausgelagert werden. Problematischer als die Eigenversorgung ist indes der Export von Gütern aus wasserarmen in wasserreiche Regionen. Ägyptische Erdbeeren auf deutschen Esstischen sind eine Sünde wider die Natur und die Nachhaltigkeit.

    Trinkwasser ? Handelsware oder Grundrecht?

    In vielen Ländern der Welt ist sauberes Trinkwasser ein Luxus. Bakterien, Arsen und andere unerwünschte Inhaltsstoffe sind dort die Regel und die WHO schätzt, dass täglich 6.000 Kinder an Krankheiten sterben, die durch verschmutztes Trinkwasser verursacht werden. In Industriestaaten und vielen Schwellenländern ist Wasser eine begehrte Handelsware. Nicht etwa das Wasser selbst, sondern die Dienstleistungen rund um das Wasser können profitabel sein. Allerdings eignet sich Trinkwasser denkbar schlecht für die moderne renditeorientierte Wirtschaft. Um einen Haushalt mit Trinkwasser zu versorgen, sind immense Investitionen in das Verteilungsnetz notwendig. Die Einnahmen sind verhältnismäßig gering, so dass sich der Neubau eines Wasserversorgungsnetzes aufgrund des sehr langen Abschreibungszeitraums kaum rentiert. Eine derart langfristige Bindung von Investitionskapital ist heutzutage nicht eben populär. Darum haben sich renditeorientierte Wasserversorger auf die Betreuung von Wasserversorgungsnetzen verlegt. Meist hat der Steuerzahler diese Netze finanziert, die dann von privaten Unternehmen renditeorientiert betrieben werden. Da Investitionen in die Erhaltung des Netzes Geld kosten, hat der Betreiber oft kein Interesse an einer vorbildlichen Pflege des Netzes. Nötige Investitionen werden so auch schon häufiger nach hinten verschoben. Betreiberverträge, die nach bestimmten Perioden neu ausgeschrieben werden, sind in diesem Zusammenhang besonders problematisch. Der Betreiber hat kein Interesse daran, Investitionen zu tätigen, deren Abschreibungsperiode länger als die vertragliche Nutzungsperiode ist. Wenn diese Investitionen unterbleiben, sinkt das Interesse der Privatwirtschaft am Betrieb des Netzes allerdings rapide, so dass bei der nächsten Ausschreibung öfters die Kommune wieder den Zuschlag erhält und vor einem Berg nötiger Investitionen steht. Solche Dummheiten sind allerdings hausgemacht.

    Sackgasse Privatisierung

    Wer sich ein Bild von falscher Privatisierung machen will, der sollte sich die Erfahrungen Großbritanniens zu Gemüte führen. Dort wurde Ende der 80er Jahre die Wasserversorgung radikal privatisiert. In der Folge stiegen die Wasserpreise inflationsbereinigt binnen zehn Jahren um 46%. Die Gewinne der Versorger stiegen im gleichen Zeitraum um 142%, einige Unternehmen zahlten ein Viertel der Einnahmen direkt als Dividende an die Aktionäre aus. Gespart wurde allerdings an den Investitionen ins Versorgungsnetz. Nach 10 Jahren privater Bewirtschaftung hatten einige britische Städte ein maroderes Netz als die meisten Drittweltstaaten ? in London war das Netz derart heruntergewirtschaftet, dass die Leitungsverluste sich auf 40% summierten, was, neben immensen Schäden durch das auslaufende Wasser, dazu führte, dass ganze Teile Londons nicht mehr mit dem nötigen Wasserdruck versorgt werden konnten. Die Regierung erließ daraufhin neue Gesetze, die den Raubbau am ?blauen Gold? erschwerten und Investitionen in das Netz gesetzlich vorschrieben. Die Privaten verließen daraufhin größtenteils das Spielfeld und die milliardenschweren Investitionen mussten vom Steuerzahler getätigt werden.

    Auch in vielen Schwellenländern schlugen internationale Wassermultis auf diese Art und Weise zu. Generell sind Schwellen- und vor allem Entwicklungsländer aber weniger interessant für diese Konzerne. Die Bereitschaft, für Wasser hohe Summen zu bezahlen, ist vielerorts nicht vorhanden. Einem großen Teil der Bevölkerung fehlt es auch schlichtweg am nötigen Geld. Investitionen in Entwicklungsländern haben sich daher auch häufig als Fehlinvestitionen herausgestellt. Als Beispiel hierfür eignet sich Bolivien. Die Weltbank sorgte dort dafür, dass in der Provinz Cochabamba, die von 1,5 Mio. Menschen bewohnt wird, die Wasserversorgung privatisiert wird. Den Zuschlag erhielt das US-Unternehmen Bechtel. Flankiert von Gesetzen, die die Eigenversorgung verboten, führte Bechtels Politik dazu, dass ärmere Familien bis zu einem Drittel ihres Einkommens für Wasser bezahlen sollten. Es kam in der Folge zu gewalttätigen Protesten und die Regierung musste nachgeben. Man widerrief den Vertrag mit Bechtel und wurde daraufhin auf 25 Mio. US$ Schadensersatz verklagt. In der Hauptstadt La Paz erhielt der französische Wassermulti Suez den Zuschlag. Für einen Anschluss an das Wassernetz verlangte Suez rund vier Monatsgehälter. Die Anzahl der Kunden nahm ab, und da Suez vertraglich 12% Rendite zugesichert worden sind, mussten die Preise erhöht werden. Auch in La Paz kam es zu Unruhen und auch Suez verlor die Konzession. Die Ausflüge westlicher Multis in Entwicklungsländer haben sich meist für niemanden gelohnt ? nicht für die Multis, nicht für die Regierungen und schon gar nicht für die Bevölkerung.

    Krieg ums blaue Gold?

    In einigen Regionen der Welt birgt das Thema Wasser ein gehöriges Konfliktpotential. Von den zehn Anrainerstaaten des Nils verfügt beispielsweise lediglich Ägypten über ausreichende Wasserentnahmerechte. Äthiopien, in dem der ?blaue Nil? entspringt, hat gar kein Entnahmerecht für das Wasser. Auch im wasserarmen Nahen Osten bestehen Wasserkonflikte. Die Türkei streitet sich mit Syrien und dem Irak um das Wasser von Euphrat und Tigris und staut 50% des Wassers des Euphrat im Attatürk-Staudamm. Syrien bezieht 90% seines Oberflächenwassers aus den Nachbarstaaten, der Irak 60%. Israel verweigert den Palästinensern im Westjordanland Förderrechte für das dortige Wasser, und zwischen Syrien und Israel tobt ein Streit um die Wasserquellen der Golan-Höhen. Wenn Israel die Golan-Höhen räumen sollte, liegen drei der vier Quellen auf syrischem Gebiet und die vierte Quelle im geräumten Südlibanon. Das Schicksal der Jaffa-Orangen läge dann in den Händen der Syrer ? daran hat Israel verständlicherweise kein Interesse. Israel ist allerdings in punkto Trinkwasserversorgung in der glücklichen Lage, über High-Tech zu verfügen. Mit dem Ashkelon-Projekt betreibt Israel eine der modernsten Seewasserentsalzungsanlagen. Das Projekt ist auf eine Jahresleistung von 110 Mio. m³ ausgelegt, wobei das entsalzte Trinkwasser mit 0,52 US$/m³ sehr preiswert ist ? für die wasserintensive Landwirtschaft ist dies allerdings zu teuer.

    Müssen wir nun alle Vegetarier werden?

    Wasserknappheit ist vielmehr ein finanzielles Problem als ein natürliches. Küstenanrainer können Seewasser mit fortschrittlichen Entsalzungsanlagen in Trinkwasser umwandeln ? da diese Technik sehr energieintensiv ist, ist sie allerdings auch sehr teuer. Normalerweise werden diese Großanlagen mit Kohle oder Erdöl betrieben. In China sind allerdings auch bereits atomare Entsalzungsanlagen projektiert und solare Entsalzungsanlagen sind vor allem für den Nahen Osten und Nordafrika ökologisch unproblematische Alternativen. Staaten, die sich fortschrittliche Entsalzungsanlagen und die nötige Versorgungsinfrastruktur leisten können, werden auch bei fortschreitendem Klimawandel keine Wasserkrisen durchleiden müssen ? für intensiven Ackerbau wird dies allerdings nicht reichen. Auch im ?Dust-Belt? Nordafrikas, den Dürreregionen Chinas und den Hochlagen Südamerikas ist die Landwirtschaft hauptverantwortlich für Wasserknappheit. Hier könnte der Handel mit virtuellem Wasser Linderung schaffen. Wenn die Futtermittel für Rinder im chinesischen Binnenland beispielsweise aus wasserreichen Regionen importiert werden, können auch die Chinesen ihr Rumpsteak essen, ohne gleich ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Aber das klingt natürlich nicht so sexy für NGOs.

    Jens Berger

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    50 Kommentare:

    1. Die Erklaerung schrieb am 24. März 2009 um 21:39 - Permalink

      Gute Zusammenfassung! Kurios ist, daß man in Deutschland durchs konditionierte Wassersparen oft sogar noch die Wasserrechnung erhöht, weil die Kanalisation nicht mehr richtig durchgespült wird und dann aufwendig durch Einsatzfahrzeuge der Wasserwerke nachgeholfen werden muß. Das kommt natürlich auf die Rechnung oben drauf.

      Hier auch einmal ein interessanter Link von Foodwatch zu Uran in deutschem Wasser

      http://www.foodwatch.de/kampagnen__themen/mineralwasser/index_ger.html

      Mit dem Thema rund ums Wasser kann man ganze Blogs füllen!

    2. Spiegelfechter schrieb am 24. März 2009 um 21:51 - Permalink

      @Die Erklärung

      Yep, mit dem Thema kann man idT Blogs füllen – für mehr als einen kleinen Einblick reicht es hier nicht.

      Zur Situation in D ist folgender Artikel sehr interessant.

      Wer tief in Materie (WV in D) einsteigen will, dem sei dieses Buch empfohlen, das es auch in jeder Uni-Bibliothek geben müsste.

    3. Dorian schrieb am 24. März 2009 um 22:38 - Permalink

      Zum Thema “Privatisierung öffentlicher Güter und Gemeinschaftseigentum” ist sehenswert (über google video oder über youtube findet man es):

      TITEL: “Der große Ausverkauf”

      Vier Beispiele für misslungene Privatisierungen staatlicher Dienstleistungen, die allesamt durch die Privatisierung qualitativ schlechter und quantitativ teurer wurden, mit teils dramatischen Folgen.

      Es geht um die Privatisierung von Wasser in Bolivien, wogegen sich die Bauern erfolgreich gewehrt haben, obwohl die boliv. Regierung die amerikanische Firma gegen die Aufständischen unterstützt hat (!) und bietet außerdem nette Hintergründe zur Privatisierungspolitik amerikanischer Unternehmen im Ausland.
      Das amerikanische Unternehmen wollte bolivianischen Bauern allen Ernstes verbieten, REGENWASSER zu verwenden, also das Regenwassersammeln verbieten. Als könnte man den Regen privatisieren …

      Des weiteren geht es um die Stromversorgung in Soweto, Südafrika, die den armen und ärmsten Bewohnern auch gerne mal gekappt wird, wenn die nicht zahlen können, wogegen diese sich wehren. Wieder steht da über ein Holdinggeflecht eine amerikanische Firma dahinter. Was mir nicht klar ist, ist, wie eine alte Frau, die alleine in einem 2-Zimmer-Haus lebt, eine Stromrechnung von fast hundert Euro in einem Monat erzeugen kann??? Ach ja, und das Prepaid-System für Strom wird auch kritisiert.

      Dann geht es um die Privatisierung des ehemals rein staatlichen indonesischen Gesundheitssektors mit der Folge, dass Arme sich eine Behandlung nicht mehr leisten können.

      Und auch die Privatisierung der ehemaligen staatlichen British Rail (Eisenbahn) wird gezeigt, bei der es anscheinend wichtiger ist, den Angestellten neue Uniformen zu geben, anstatt Service und Infrastruktur zu verbessern. Die letzten größeren Zugunglücke in GB sind anscheinend auf mangelnde Wartungsarbeiten der damals privatisierten Schienengesellschaft zurückzuführen, die ausschließlich ihren Investoren gute Rendite zahlen wollte und deshalb bewusst und wissentlich eine zerbrochene Schiene unrepariert gelassen hat (=> 4 Tote, 8 Verletzte beim Zugunglück). In der Folge wurde diese Schienengesellschaft übrigens wieder verstaatlicht!

      Und dann kommen noch aufschlussreiche Informationen über die Weltbank und den Internationalen Währungsfonds zu Tage, die die Privatisierung öffentlicher staatlicher Infrastruktur vorantreiben, indem sie dies zur Bedingung für Kredite machen.
      .
      .
      .
      bei google video oder auch bei youtube

      oder hier:
      http://video.google.de/videosearch?q=%22Der+gro%C3%9Fe+Aussverkauf%22&emb=0&aq=f#

      Man kann nur sagen, dass schlicht nicht alles privatisiert werden darf, denn es macht einfach keinen Sinn, wenn Dienstleistungen schlechter und teurer werden, nur damit ein paar Direktoren, Manager und Vorstandsvorsitzende und ein paar Aktionäre mehr Geld verdienen.
      Man sollte NICHT alles dem Kapitalismus überlassen, der freie Markt organisiert eben nicht alles am besten, denn bestimmte Güter gehören allen Menschen.
      Überdies ist es fragwürdig, staatliche Unternehmen zu verkaufen: Staatliche Unternehmen wurden mit Steuergeldern aufgebaut und gehören den Bürgern. Wenn diese Unternehmen also an die Börse gebracht werden und die Bürger die Aktien dieses Unternehmens kaufen “dürfen”, dann kaufen sie praktisch Anteile eines Unternehmens, das ihnen sowieso schon gehört.
      Das ist doch Unsinn. Wer bezahlt denn für etwas, was einem schon gehört?
      (Bzw. einige wenige sehr reiche Bürger kaufen i.d.R. den Löwenanteil.)

      Auch die zunehmende Privatisierung der Krankenversorgung sollte man in Deutschland mit Argwohn beobachten. Ist medizinische Versorgung in unserem Land nicht ein Grundrecht? Und sind wir nicht reich genug, eine recht gute medizin. Versorgung für alle bereitzustellen?

      Grüße und Danke an den Spiegelfechter.

    4. superguppi schrieb am 24. März 2009 um 22:46 - Permalink

      http://www.jungewelt.de/2009/03-21/044.php?sstr=gaunerst%FCck

      Gaunerstück um Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe

      Der Artikel zeigt sehr schön, dass die Linken in Berlin genauso neoliberal sind wie SPD/FDP/CDU/GRÜNE.

      Wirtschaftssenator Wolf hat wahrscheinlich schon einen Aufsichtsratsposten bei Veola oder RWE in Aussicht.

    5. wobble schrieb am 24. März 2009 um 23:09 - Permalink

      yup, sehr interessant:

      Obwohl Wasser eine erneuerbare Ressource ist, beträgt der Grundpreis hier im bundesweiten Durchschnitt nur 10 %; für Abwasser wird in der Regel gar kein Grundpreis erhoben. Je geringer der Grundpreisanteil, desto höher aber die Sparanreize. Zugleich wird beim Bürger der Eindruck erweckt, der Einsparung von Wasser und Abwasser würde eine entsprechende Kostenreduzierung gegenüberstehen. Dies ist aber ein Trugschluß: Bei Wasserver- und Abwasserentsorgung beträgt der Fixkostenanteil etwa 80 bis 90 %.

      Also: Ich wär ja dafür das umzudrehen: 80% Grundtarif! Wir haben doch auch flatrate Internet, wieso also nicht Flatrate-Wasser? Oder vlt. son kram wie x m³ Wasser frei pro Monat. Danach zahlt man drauf.

    6. Olaf schrieb am 25. März 2009 um 00:01 - Permalink

      Wasser mag ja regenerativ sein, aber wo denn? Zu einem nicht geringen Teil sicher nicht für von Austrocknung betroffene Länder oder Gebiete. Der Handel mit virtuellem Wasser mag eine Lösung sein, aber erzähl das dem 70-jährigen Fischer am Aralsee. Und wenn Spanien mehr Wasser für den Export verbraucht, als für die Einheimischen, kann etwas nicht stimmen. Das Auslegen schwarzer Folie ist da nur ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein, um das verdunstende Wasser auch zu behalten.

      Wenn einem Deutschen über 6000l Wasser zur Verfügung stehen, warum müssen Maschinen die “unterlasteten” Rohre auf Vordermann bringen, wenn es den Versorgern doch ein leichtes sein sollte, die passende Menge Wasser zu erbringen.

      Und Vegetarier sein, schadet bekanntlich ja nicht! Der Regenwald wird’s auf jeden Fall danken.

      EDIT: Wer die Möglichkeit hat, sollte sich mal die Fluter-Ausgabe 23 vom Juni 2007 ansehen. In einer Umweltbibliothek findet man diese sicherlich.

    7. Karl Heinrich schrieb am 25. März 2009 um 00:02 - Permalink

      @Sf

      Die beim ersten Welt-Wasser-Forum 2000 verabschiedete Definition, Wasser sei ein ?grundlegendes Bedürfnis? und kein Menschenrecht, gilt weiterhin

      Das ist aber auch gut so. Denn bei einem Recht muss man ja immer fragen, wer es einem gewähren soll. Beim Recht auf körperliche Unversehrtheit oder dem Recht auf Meinungsfreiheit ist das klar: Jeder muss es jedem gewähren. Aber beim Recht auf Wasser ist das völlig unklar. Wer hat für wessen Wasser zu sorgen?

      Die Ausflüge westlicher Multis in Entwicklungsländer haben sich meist für niemanden gelohnt ? nicht für die Multis, nicht für die Regierungen und schon gar nicht für die Bevölkerung.

      Das hört man öfters. Das heißt also, nach dem Abgang der Multis war die Wasserversorgung wieder prima?

      können auch die Chinesen ihr Rumpsteak essen, ohne gleich ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Aber das klingt natürlich nicht so sexy für NGOs.

      Wohl wahr.

    8. Spiegelfechter schrieb am 25. März 2009 um 00:45 - Permalink

      @Olaf

      Wasser mag ja regenerativ sein, aber wo denn? Zu einem nicht geringen Teil sicher nicht für von Austrocknung betroffene Länder oder Gebiete.

      Ja – das habe ich auch geschrieben.

      Wenn einem Deutschen über 6000l Wasser zur Verfügung stehen, warum müssen Maschinen die ?unterlasteten? Rohre auf Vordermann bringen, wenn es den Versorgern doch ein leichtes sein sollte, die passende Menge Wasser zu erbringen.

      Es ist den Versorgern ein leichtes – aber sie können ja nicht mehr einspeisen, als abgenommen wird. Das sollte doch logisch sein.

      Und Vegetarier sein, schadet bekanntlich ja nicht! Der Regenwald wird?s auf jeden Fall danken.

      Das ist wohl eher eine lebensanschauliche Frage – jedem Tierchen, sein Pläsierchen. Ich bevorzuge das Rumpsteak ;-)

    9. Spiegelfechter schrieb am 25. März 2009 um 00:47 - Permalink

      @wobble

      Also: Ich wär ja dafür das umzudrehen: 80% Grundtarif! Wir haben doch auch flatrate Internet, wieso also nicht Flatrate-Wasser? Oder vlt. son kram wie x m³ Wasser frei pro Monat. Danach zahlt man drauf.

      Die WVU denken über solche Modelle nach – bislang ist die Position allerdings, dass dies zwar wünschenswert ist, aber politisch nicht umsetzbar ist. In D sind falsche Argumente über das Wasser einfach zu weit verbreitet.

    10. Spiegelfechter schrieb am 25. März 2009 um 00:49 - Permalink

      @Karl-Heinrich

      Jeder muss es jedem gewähren. Aber beim Recht auf Wasser ist das völlig unklar. Wer hat für wessen Wasser zu sorgen?

      Darum geht es nicht – wenn Wasser ein Menschenrecht wäre, könnten Regierungen z.B. nicht die Eigenversorgung verbieten ohne eine bezahlbare Alternative zu bieten.

      Das hört man öfters. Das heißt also, nach dem Abgang der Multis war die Wasserversorgung wieder prima?

      Zum Teil ja – zum Teil eindeutig nein.

    11. COPOKA schrieb am 25. März 2009 um 02:37 - Permalink

      Noch ein interessanter Aspekt zum Wasserverbrauch in wasserarmen Regionen sind in die Mode gekommene Golfplätze: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23209/1.html und http://www.sueddeutsche.de/wissen/182/307137/text/
      «Ungeachtet der Knappheit seien allein in Spanien und der Türkei mehr als 400 neue Golfplätze in Planung. Der Wasserbedarf eines einzigen 18-Loch-Golfplatzes reiche aus, um eine Stadt mit 15.000 Einwohnern zu versorgen.»

      Im Übrigen, an der Stelle, wo Du über das Ashkelon-Projekt und Kosten für das entsalzte(!) Trinkwasser schreibst, kann ich nur seufzen – ich Zahle für jeden verbrauchten m³ Wasser ca. 7 Euro. Die Hälfte davon sind Abwasserkosten. Sogar für das Regenwasser, das angeblich vom Dach direkt in den Kanal fließt, werden extra 50 Euro im Jahr berechnet.

      Es ist schon irre, was da alles veranstaltet wird.

    12. name schrieb am 25. März 2009 um 08:43 - Permalink

      Du wirst unheimlich Jens, mit deinen Artikeln ;) Danke für diesen!

      Hast die Reportage von 2008, “Wasser ist leben” gesehen ?

      Gruß

    13. Ernst schrieb am 25. März 2009 um 10:07 - Permalink

      Danke mal an alle für die interessanten Links. Könnte glaub ich den ganzen Tag damit verbringen.
      Aber ein grundlegender Gedanke stellt sich mir beim Lesen der Beiträgen: müsste es nicht egal sein ob ich das Wasser spare oder nicht, solange es im System bleibt? Und des Weiteren ist es nicht wieder eine Frage der Verteilung des Wassers?

    14. Spiegelfechter schrieb am 25. März 2009 um 10:09 - Permalink

      @name

      Du wirst unheimlich Jens, mit deinen Artikeln ;) Danke für diesen!

      Gerne lieber “name” – das Thema ist halt mein Leib&Magen-Thema, wie Du ja weißt ;-)

      Hast die Reportage von 2008, ?Wasser ist leben? gesehen ?

      Leider nein – ich weiß, Du hattest sie im Forum verlinkt, aber ich hatte den Link zu spät gesehen :-(

      Gruß

    15. Spiegelfechter schrieb am 25. März 2009 um 10:17 - Permalink

      @Ernst

      Aber ein grundlegender Gedanke stellt sich mir beim Lesen der Beiträgen: müsste es nicht egal sein ob ich das Wasser spare oder nicht, solange es im System bleibt?

      Grundsätzlich – ja. Es kommt natürlich darauf an, was Dein Versorger mit dem Wasser macht. Wenn es Grundwasser ist, muss es mit Elektrizität gepumpt werden. Die meisten Versorger bereiten das Wasser auch chemisch und/oder mechanisch auf – auch das kostet einen gewissen Einsatz nicht regenerativer Energien. Das ist aber weniger, als man denken mag und solange man nicht übertreibt, ist eine gute Auslastung des Systems ökologisch sinnvoller als eine rigide Sparpolitik. Die Aufbereitung eines m³ Wassers, als von 1.000 Liter, kostet übrigens – inkl. aller Kosten, außer Gewinn/Rendite – je nach WVU 2 bis 9 Cent/m³. Eine “Flatrate” von 100m³ pro Kopf und 20 Cent/m² plus der landesspezifischen Wasserentnahmegebühren (eine Art Steuer auf Wasser) könnte also ein mögliches Modell sein.

      Und des Weiteren ist es nicht wieder eine Frage der Verteilung des Wassers?

    16. mason schrieb am 25. März 2009 um 10:19 - Permalink

      Eine Sache, die mir noch nicht klar ist: Wie steht’s denn um den Energieverbrauch, der fuer die Wasseraufbereitung benoetigt wird, laesst sich das in kWh/l quantifizieren (fuer eine normale Klaeranlage)? Denn wenn das sehr hoch ist wuerde es ja doch wieder Sinn machen Wasser zu sparen, auch in wasserreichen Regionen.

      [Edit: Der SF wird mir unheimlich, beantwortet meine Fragen bevor ich sie gestellt habe ;)]

    17. Spiegelfechter schrieb am 25. März 2009 um 10:38 - Permalink

      @mason

      Wie steht?s denn um den Energieverbrauch, der fuer die Wasseraufbereitung benoetigt wird, laesst sich das in kWh/l quantifizieren (fuer eine normale Klaeranlage)?

      Bei der Abwasserbehandlung muss ich passen – da weiß ich nur, dass der Energieverbrauch pro m³ mit sinkendem Verschmutzungsgrad rapide abnimmt. Bei der der Wasserversorgung hängt dies von vielen Faktoren ab. Ich kann hier keine Klarzahlen posten (Betriebsinterna von einem Unternehmen, für das ich früher mal tätig war), aber der interne Kalkulationsschlüssel der Energiekosten liegt bei unter einem drittel Cent pro Kubikmeter – da kannst Du Dir den Energieeinsatz ungefähr ausrechnen. Bei kleinen Versorgern könnte der Energieeinsatz allerdings höher sein; aber nicht wesentlich.

    18. Totontli schrieb am 25. März 2009 um 10:45 - Permalink

      Als Ergänzung zu den Golfplätzen von @COPOKA:
      Erwin Wagenhofer hat in seinem Film “Let’s make money” schön dargestellt, wie diese Golfplätze in Spanien einen enormen Wasserverbrauch aufweisen. Diese Golfplätze hängen eng mit der spanischen Immobilienblase zusammen: Mit einem Golfplatz konnte man den Immobilien-Anlegern noch ein paar Prozent höhere Renditen auf die Immobilienanlage versprechen. Der Wasserverbrauch spielte da erst einmal keine Rolle.

    19. Neu hier schrieb am 25. März 2009 um 10:50 - Permalink

      Was mich erstaunt, ist das unsere Verantwortlichen, so verantwortungslos handeln, wie z.B. im Fall Baden Würrtemberg, da wurde da das Wassernetz ja auch zu einem Grossteil an einen amerikanischen Investor verhöckert in der Hoffnung, dass sich das ganze nach 20 Jahren schon irgendwie rentieren wird…. naja das erst was der Investor gemacht hat ist nicht das er die Lecks geflickt hat, sondern an der Preisschraube gedreht hat, was eigentlich nicht anders zu erwarten war…. Ich frage mich immernoch, wieso man etwas was man besitzt und nutzt für lau abgeben soll um es anschließend teuer zu pachten… demjenigen der die Idee hatte gehört der Hals umgedreht, zweimal.
      Oder der ganze Quatscch mit dem Border Cross Leasing der Kläranlagen…. da ist die Stadt Schorndorf schön auf die schnauze gefallen, so schnell werden die keine Geschäfte mit dem Amis mehr machen, machen wollen…….

    20. Robert schrieb am 25. März 2009 um 12:03 - Permalink

      Super wie immer!
      Wahrheiten auf den Punkt gebracht.
      Wollte nur anmerken, dass BAUMWOLLE ganz besonders problematisch ist und fast alle der aufgeführten Länder mit Problemen (und solche die es nicht sind) auch große Baumwollproduzenten sind.
      2.000-6.000 Liter Wasser für ein Tshirt…

    21. Hadik schrieb am 25. März 2009 um 12:37 - Permalink

      würd mich noch interessieren ob du was über beigemengte Zusatzstoffe im Trinkwasser weißt, wie z.b.: Fluor

      siehe auch hier: http://www.fluoridealert.org/50-reasons.htm

    22. Spiegelfechter schrieb am 25. März 2009 um 14:02 - Permalink

      @Hadik

      Fluorzugaben sind sehr kritisch zu bewerten, in Deutschland ist dies aber (zum Glück) kein Thema, da dies hierzulande nicht praktiziert wird.

    23. Spiegelfechter schrieb am 25. März 2009 um 14:04 - Permalink

      @Robert

      Wollte nur anmerken, dass BAUMWOLLE ganz besonders problematisch ist

      Stimmt – aber da haben wir ja auch wieder das Problem. Sag mal jemanden, dass T-Shirts, die aus den kleinen süßen Polyestern gemacht wurden, ökologisch sinnvoll sind ;-)

      Die Wirtschaft der Herstellerländer ist allerdings auch ein Thema – einfache Lösungen gibt es hier nun einmal nicht.

    24. Spiegelfechter schrieb am 25. März 2009 um 14:08 - Permalink

      @neu hier

      Ba-Wü nimmt auch bei der Förderung von ökologisch komplett unsinnigen Regenwassernutzungsanlagen leider eine Spitzenreiterposition ein. Seltsam, fragt dort niemand mal beim Technologiezentrum Wasser gleich um die Ecke in Karlsruhe nach? ;-)

    25. Hadik schrieb am 25. März 2009 um 14:35 - Permalink

      Fluorzugaben sind sehr kritisch zu bewerten, in Deutschland ist dies aber (zum Glück) kein Thema, da dies hierzulande nicht praktiziert wird.

      ich weiß, in Österreich auch nicht, wir sind aber anständige Menschen und wollen das Niemand mit diesem Mist vergiftet wird oder?

      Dr. Klebow behauptet sogar, dass dieses Fluor negative Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit haben kann (genau wie der Gen-Mais)

      und falls dies stimmt, muss man die Leute doch darüber aufklären

    26. 7schläfer schrieb am 25. März 2009 um 14:36 - Permalink

      Immer wieder ein heißes politisches Thema…. besonders die Erwähnung der Trinkwasseversorgung Londons finde ich interessant: England hat ja auch andere Bereiche privatisiert, so zum Beispiel auch das Eisenbahnwesen. Die Folgen waren ähnlich katastrophal: abkassieren ja, investieren nein. Englische Eisenbahner waren auf das deutsche Eisenbahnwesen (das war 2000) neidisch, und dass obwohl es schon zu dem Zeitpunkt ziemlich herabgewirtschaftet war.

      Wäre denn eine Verstaatlichung der Trinkwasserversorgung nicht besser, zahlt am Ende die Zeche eh der Steuerzahler?

    27. Culatello schrieb am 25. März 2009 um 16:10 - Permalink

      Toller Artikel, vielen Dank!

      Eine Frage habe ich aber noch. Jens, du schreibst:

      ****Mais aus dem wasserreichen mittleren Westen der USA hat beispielsweise einen exzellenten ökologischen Fingerprint. Für die Produktion einer Tonne Mais benötigt man dort nur 489 m³ Wasser ? und dies in einer Region, in der das Wasserdargebot wesentlich größer als die Nutzung ist. Um die gleiche Menge Mais in Indien zu produzieren, benötigt man 1.927 m³ Wasser ? die fünffache Menge.****

      Warum ist das so? Nur durch die größere Verdunstung (und das anderweitige Abregnen) kann sich doch nicht sooo ein großer Unterschied im Wasserverbrauch ergeben.

    28. Spiegelfechter schrieb am 25. März 2009 um 16:51 - Permalink

      @Culatello

      Doch – dies und die Bodenqualität sind dafür verantwortlich. Guter Mutterboden muss – bezogen auf die Ausbeute – mit wesentlich weniger Wasser beregnet werden, als schlechter, da er die Feuchtigkeit viel besser speichert.

    29. name schrieb am 25. März 2009 um 17:10 - Permalink

      ;) Jens, ich suche die Reportage auch noch immer. Sie war kurzfristig in einzelnen Teilen auch noch bei Youtube, aber dann war sie dort auch weg….

      Vielleicht hat sie ja einer von den Lesenden hier aufgezeichnet oder ähnliches. “Wasser ist Leben” war der Titel von Irena Salina. Eine Rückmeldung wäre prima, bestimmt für alle hier.

      http://www.tvspielfilm.de/news-und-specials/r/report/dokumentation/doku-wasser-ist-leben,3515332,ApplicationArticle.html

      Danke @All

    30. Lemmy Caution schrieb am 25. März 2009 um 18:07 - Permalink

      Bezüglich privater Investoren in die öffentliche Infrastruktur wie etwa Wasserversorgung existiert in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern das komplizierte Problem, dass die Verwaltungen da kulturell zur Zeit einfach (noch) nicht in der Lage sind, für einen vernünftigen Regulierungsrahmen zu sorgen oder ihn durchzusetzen. Diese Mentalität hat sich in Jahren gebildet, in denen die von irgendwelchen oft drittklassigen Beamten (Kolonialbeamte) verwaltet wurden oder es gab dauernd Bürgerkriege.
      Das ist jetzt kein hochmütiger Lemmy-Talk, sondern einfach die Erfahrung eines Mannes, der die chilenisch-bolivianische und die chilenisch-peruanische Grenze überquert hat. In dem 2x auftauchenden Land gabs weniger Bürgerkriege.
      Erschwert wurde dieses Dilemma durch die Überschätzung des Marktes als eine Art Zweck nach dem letztlich einfachen Sieg über den Kommunismus, der aber natürlich nie einen ernstzunehmenden Gegner darstellte oder jemals darstellen wird. Der Markt ist aber kein Zweck sondern oft aber nicht immer ein effektives Mittel.
      Ausländische Unternehmen müssen nicht schlecht sein, wenn ein effektiver Regulierungsrahmen besteht. In Chile sind eine Menge Töchter europäischer Versorgungsunternehmen am Start und ich weiß ungefähr, was die für Gas, Wasser und Strom zahlen. Nämlich weniger wie ich. Die Qualität der Versorgung ist auch wirklich gut. Wir haben ja auch gewisse Probleme mit Stromversorgern. Dabei agieren die deutschen auch nicht unbedingt korrekter als der schwedische.

    31. Der Schachspieler schrieb am 25. März 2009 um 23:39 - Permalink

      Guter Artikel,

      die Handhabung mit dem virtuellen Wasser finde ich nicht schlecht.
      Wenn es gerecht verteilt werden könnte.

      Als Ergänzung für die ganzen “Naturwissenschaftler” ne Pflichlektüre:

      http://www.youtube.com/watch?v=zHMqPJl-d3o

    32. COPOKA schrieb am 26. März 2009 um 01:41 - Permalink

      @SF, #15

      Die Aufbereitung eines m³ Wassers, als von 1.000 Liter, kostet übrigens – inkl. aller Kosten, außer Gewinn/Rendite – je nach WVU 2 bis 9 Cent/m³.

      Na ja, man hätte sich schon denken können, wenn sogar Entsalzung nur 25 $cent/m³ kostet. Das ist aber, wie ich schätze, Kosten für reine Aufbereitung ohne [Fix?]Kosten für das Versorgungsnetz. Aber alles in allem sind Preise über ein Euro/m² kaum zu gerechtfertigen, oder?
      Ich meine, wenn man die Fixkosten d. Verbrauch auftreiben möchte.

    33. Maenz schrieb am 26. März 2009 um 09:28 - Permalink

      Hallo Jens,

      in deinen Überlegungen hast du leider den Klimawandel nur einmal erwähnt, dabei wäre Klimaschutz gerade bei den Überlegungen zum Transport von Nahrungs- und Futtermitteln mit zu berücksichtigen. Wenn jemand tatsächlich auf einen Handel mit virtuellem Wasser setzt, müssen auch Zertifikate für CO2-Äquivalente berücksichtigt werden, die dem Anreiz zum Transport von wasserreichen in wasserarme Gebiete entgegenwirken.

      Dein Kommentar zum Vegetarismus erscheint mir seltsam:

      Das ist wohl eher eine lebensanschauliche Frage – jedem Tierchen, sein Pläsierchen. Ich bevorzuge das Rumpsteak ;-)

      Es ist eben nicht nur eine lebens- oder weltanschauliche Frage, sondern hat ganz reale Auswirkungen, ob man Fleisch ißt oder nicht: Der Energieverbrauch in der Fleischherstellung ist im Gegensatz zur Pflanzenherstellung um ein Vielfaches höher: Im besten Fall um das Vierfache (bei Huhn), im schlechtesten Fall – nämlich gerade beim Rindfleisch (also beim Rumpsteak) – um das 54-fache (!). (Quelle: http://www.news.cornell.edu/releases/Aug97/livestock.hrs.html)
      Dazu kommt natürlich der höhere Flächenverbrauch (Stichwort Regenwaldabholzung), der Treibhausgasausstoß (Massentierhaltung – also nicht die gesamte Landwirtschaft – ist für 18% aller Treibhausgasemissionen verantwortlich; Quelle: ftp://ftp.fao.org/docrep/fao/010/a0701e/a0701e00.pdf), der Wasserverbrauch usw.

      Ich will niemandem sein Steak verbieten – aber jeder Fleischkonsument sollte die Folgen seines Handelns bedenken. Durch Fleischkonsum entstehen höhere externalisierte Kosten; die Folgen sind also nicht durch den Konsumentenpreis abgedeckt.

      Es wäre interessant zu wissen, wie hoch diese Kosten sind, ähnlich wie man für Flugreisen grob berechnen kann, wie hoch die Kosten für Klimaschutzmaßnahmen sind, die den Treibhaugasausstoß ausgleichen können.

    34. 7schläfer schrieb am 26. März 2009 um 09:33 - Permalink

      @33

      Du weißt aber schon, dass eine vegetarische Ernährung eine Mangelernährung ist? Man tut sich und seinem Körper damit nämlich keinen Gefallen; von den zusätzlichen Gesundheitskosten mal ganz zu schweigen.

    35. Spiegelfechter schrieb am 26. März 2009 um 09:59 - Permalink

      @Maenz

      in deinen Überlegungen hast du leider den Klimawandel nur einmal erwähnt, dabei wäre Klimaschutz gerade bei den Überlegungen zum Transport von Nahrungs- und Futtermitteln mit zu berücksichtigen. Wenn jemand tatsächlich auf einen Handel mit virtuellem Wasser setzt, müssen auch Zertifikate für CO2-Äquivalente berücksichtigt werden, die dem Anreiz zum Transport von wasserreichen in wasserarme Gebiete entgegenwirken.

      Da stellt sich nur die Frage, was das alles soll und was man bezwecken will. Um der Desertifikation ganzer Landstriche entgegenzuwirken, ist es alle Male sinnvoller, Rindfleisch aus den USA per Kühlcontainerschiff nach Afrika zu transportieren. Du kannst (wenn Du das kannst) ja gerne mal ausrechnen, wie groß die desertifizierende Wirkung einer Überfahrt eines Containerschiffes mit rund 100.000 Tonnen Fleisch an Bord ist. Wenn Du da auf eine Zahl kommen solltest, dann vergleiche sie bitte mir der direkten Entnahme von 1.500.000.000.000 Liter Wasser in einer Region, die von Desertifikation bedroht ist – diese Menge wäre nämlich nötig, um 100.000 Tonnen Rindfleisch zu produzieren. Ich mag das jetzt nicht ausrechnen, aber das Missverhältnis ist erdrückend – in diesem Falle wäre der Transport eindeutig umweltfreundlicher.

      Ich will niemandem sein Steak verbieten – aber jeder Fleischkonsument sollte die Folgen seines Handelns bedenken. Durch Fleischkonsum entstehen höhere externalisierte Kosten; die Folgen sind also nicht durch den Konsumentenpreis abgedeckt.

      Das ist sicher richtig – letztendlich muss ein jeder abwägen, wie das mit seinem Gewissen vereinbaren kann. Ich habe da persönlich nun einmal keine großen Probleme.

      Es wäre interessant zu wissen, wie hoch diese Kosten sind, ähnlich wie man für Flugreisen grob berechnen kann, wie hoch die Kosten für Klimaschutzmaßnahmen sind, die den Treibhaugasausstoß ausgleichen können.

    36. Spiegelfechter schrieb am 26. März 2009 um 10:23 - Permalink

      @COPOKA

      Na ja, man hätte sich schon denken können, wenn sogar Entsalzung nur 25 $cent/m³ kostet.

      Jein – zunächst einmal sind es 52 Cent/m³ und das ist natürlich auch nur bei einer gigantischen High-Tech-Anlage zu realisieren. Andere Anlagen (in Spanien, Arabien, China etc. pp.) haben (teilweise wesentlich) höhere Betriebskosten.

      Das ist aber, wie ich schätze, Kosten für reine Aufbereitung ohne [Fix?]Kosten für das Versorgungsnetz. Aber alles in allem sind Preise über ein Euro/m² kaum zu gerechtfertigen, oder?

      Yep – das sind reine Aufbereitungskosten (inkl. Abschreibung, Arbeit etc. pp.) aber ohne(!) den Transport, also ohne die Netzkosten. Es ging ja um die Preispolitik (Flatrate). Wie hoch ein Wasserpreis sein dürfte, hängt von vielen Faktoren ab. Wie ist die Bodenbeschaffenheit? Welche Höhenlinien gibt es im Versorgungsgebiet (im Idealfall liegt die Quelle oder Talsperre auf einem Berg, so dass man mit dem Transport sogar noch Geld verdienen kann, in dem man über Laufwasserkraftwerke Strom produziert, im schlimmsten Falle muss das Wasser aus einer Senke mit Stromeinsatz hochgepumpt werden). Auch die Größe des Versorgers hat Auswirkungen auf den Preis – je kleiner, desto teurer. Steuern und Abgaben kommen auch noch hinzu und es spielt natürlich auch eine Rolle, ob im Versorgungsgebiet auch Großabnehmer sind.

      Im Endeffekt können dann Endpreise von rund 70 Cent (wie bei einigen norddeutschen Wasserverbänden) bis zu rund 2 Euro durchaus “normal” sein, ohne dass ich jetzt von Abzocke schreiben würde. Leider wird da auch sehr viel Populismus betrieben. Alle Anbieter über den Preis zu vergleichen und so zwischen schwarz und weiß trennen zu wollen (wie es der SPIEGEL mal gemacht hat) ist nicht sinnvoll. Ein hessischer Versorger, der das Wasser aus Karstgestein holen muss und über eine hüglige weiträumige und spärlich besiedelte Fläche transportiert muss einen wesentlich höheren Preis nehmen, als beispielsweise die Stadtwerke München, denen das Wasser quasi ins Haus fließt.

    37. Sebastian schrieb am 26. März 2009 um 11:00 - Permalink

      Was ich hier noch vermisse ist die Verschmutzung von Wasser. Ich kann mit nur einem Lieter Wasserverbrauch tausende Lieter Wasser “verbrauchen” indem ich das Wasser sehr stark verunreinige mit Dingen die sich vielleicht nich so einfach durch eine Kläranlage beseitigen lassen…. Das Wasser ist dann zwar noch da, aber unbrauchtbar!!!

    38. Spiegelfechter schrieb am 26. März 2009 um 11:03 - Permalink

      @Sebastian

      Richtig – das Thema ist sehr facettenreich. Auch bei Wasserverschmutzung muss man aber trennen. Wasser, das in Kläranlagen geht, ist kein potentielles Trinkwasser. Bis dieses Wasser über Verdunstung, Regen oder Versickerung ins Grundwasser einmal Trinkwasser wird, ist noch ein langer Weg und sehr viele Schadstoffe werden auf natürlichem Wege abgetrennt. Ein komplexes Thema.

    39. Vogel schrieb am 26. März 2009 um 21:56 - Permalink

      @Jens
      ich ess` auch gerne das Rumpsteak oder überhaupt `n richtig gutes Stück Fleisch (wir können ja `mal Rezepte tauschen). Die Frage ist: Wie oft? Ich bin noch in der “Sonntagsbratenzeit” groß geworden, den Rest gab`s am Montag und einmal die Woche noch Bratwurst oder `n Stück Leber, das war`s. Ach ja: Und samstags war Badetag und Wäschewechsel für die kommende Woche! Kaum glaublich, was der Mensch alles aushalten kann ;-)
      Du weist: Für 1 kg Rindfleisch, z. B., braucht man das Energieäquivalent von 7 kg pflanzlicher Nahrung (plus Flächenverbrauch) – es iss imho nich okeh, jeden Tag “Fleisch zu fressen” – einmal die Woche reicht für mich, dann schmeckt`s auch noch besser. Und wie man aus neuesten Untersuchungen betreffend rotes Fleisch (Rind & Schwein) weiß, auch nich “so” gesund (USA, 500.000 Menschen über 10 Jahre untersucht)!
      Und dass der Aralsee austrocknet – mit all den Begleiterscheinungen für Land und Leute dort – hat auch damit zu tun, dass wir zu oft die Wäsche wechseln. Wer macht sich denn heute noch so dreckig, dass er jeden Tag duschen und die Wäsche wechseln muss? Das kann ja nur ein richtiges Ferkel sein ;-)
      Trotzdem: Guter Artikel, hat mir auch noch `n paar neue Infos und Einsichten zum Thema gebracht – Danke!

      Beste Grüße
      Vogel

    40. laolu schrieb am 26. März 2009 um 23:17 - Permalink

      Vielen Dank für den Artikel — für mich sehr aufschlußreich. Ich hab’s — auch den vorherigen Artikel “dysfunktionales Duo” — ins Chinesische übersetzt und hoffe, daß wenigstens meine Freunde nicht zum Opfer der “sexy” propagierenden NGOs werden ?-)

    41. Robert schrieb am 27. März 2009 um 07:15 - Permalink

      @ Spiegelfechter:
      “Stimmt – aber da haben wir ja auch wieder das Problem. Sag mal jemanden, dass T-Shirts, die aus den kleinen süßen Polyestern gemacht wurden, ökologisch sinnvoll sind ;-)

      Die Wirtschaft der Herstellerländer ist allerdings auch ein Thema – einfache Lösungen gibt es hier nun einmal nicht.”

      zugegeben: Polyester ist eine schlechte Alternative, auch wenn es dort beim Wasser viel besser aussieht. Auch gibt es keine einfachen Lösungen, aber es gibt sie: z.B. HANF!

      Hanf benötigt keine Bewässerung, keine Düngung und keine Pestizide. Gäbe es moderne Ernte- und Verarbeitungsmethoden könnte Hanf sogar billiger sein als Baumwolle.
      Ich will hier keine Werbung machen, aber ich schick Dir gerne persönlich ein Tshirt oder Hemd um Dich davon zu überzeugen dass Hanf sogar angenehmer zu tragen ist als BW.

      http://www.broeckers.com/hanffeld.htm
      http://www.kirstenbrodde.de/?p=370

    42. Martin schrieb am 27. März 2009 um 15:03 - Permalink

      EcoloBlue ist eine Firma, die ein Gerät herstellt, das Wasser aus der Atmosphäre zieht und filtert. Der kleinste Apparat kostet ca. 1000 USD und produziert ca. 30 l pro Tag reinsten Trinkwassers. Die größten Geräte schaffen 5000 Liter und mehr am Tag. Wenn man das mit effizienten Solaranlagen kombiniert kann man das auch im hintersten Kaff in Afrika installieren und das war’s dann mit dem Thema “Wassermangel”. Leute, wir sind nicht umsonst auf dem “blauen Planeten”. Es gibt genug Wasser für alle und das muss nicht immer aus dem Boden kommen.

      http://www.ecoloblue.com/en/ecoloblue

    43. COPOKA schrieb am 27. März 2009 um 20:00 - Permalink

      @Vogel, #39

      Ach ja: Und samstags war Badetag und Wäschewechsel für die kommende Woche! Kaum glaublich, was der Mensch alles aushalten kann ;-)

      Jens ist junger :)
      Ich glaub’s nicht, dass er das auch miterlebt hat.

      Und dass der Aralsee austrocknet – mit all den Begleiterscheinungen für Land und Leute dort – hat auch damit zu tun, dass wir zu oft die Wäsche wechseln.

      ??? Meinst du, dass wir zu viel Sachen aus der Baumwolle beansprucht haben, oder wie?
      Ich erinnere mich noch an Propagandafilme dazu aus meiner Kindheit. Da sollten angeblich die Wüsten aufblühen und die ganzen Landstriche mit dem Wasser in Paradies verwandelt werden. Praktisch wurden diese Landstriche mit Defolianten (üblich bei Baumwollanbau) in Mondlandschaften verwandelt.

    44. COPOKA schrieb am 27. März 2009 um 20:03 - Permalink

      @ Martin, 42 :)

      EcoloBlue
      “Each gallon of water uses, on average, $0.20 cents of electricity to produce.”

      Hmm, kWh-Angaben wären da schon hilfreicher gewesen. Keine Ahnung was eine kWh im Amiland kostet. Ich denke jedoch, dass es auch stark von der Luftfeuchtigkeit abhängt.
      Ich hab’ schon über was ähnliches gelesen (oder im TV gesehen), da war allerdings ein stationärer Schrank für Draußen. Durchaus interessant für trockene ländliche Regionen.

      “That’s about $1.00 for every five gallons of water! Compare that to the $10 or $12 it costs per 5 gallons from a water delivery service.”

      Na ja, für’n Kasten Sprudel zahlt man hierzulande auch ‘ne Menge :))

    45. Spiegelfechter schrieb am 28. März 2009 um 11:40 - Permalink

      @Martin

      Oh – da gibt es aber noch weitaus besser Konzept. Mir gefällt zum Beispiel die solare Destillation sehr gut, die ein Bekannter von mir für Entwicklungsländer konzipiert hat. Und auch die Low-Tech-Variante Sodis, die – bis auf die Schulung – sogar umsonst ist, überzeugt mich.

    46. Spiegelfechter schrieb am 28. März 2009 um 11:43 - Permalink

      @COPOKA

      Na ja, für?n Kasten Sprudel zahlt man hierzulande auch ?ne Menge :))

      Klar – aber hier geht es dann ums Einsatzgebiet. Solche Preise eignen sich dann für abgelegene Grundstücke, die von Bewohnern mit einem OECD-Einkommen bewohnt werden. Für Entwicklungsländer ist das deutlich zu teuer.

    47. Spiegelfechter schrieb am 28. März 2009 um 11:52 - Permalink

      @Vogel

      ich ess` auch gerne das Rumpsteak oder überhaupt `n richtig gutes Stück Fleisch (wir können ja `mal Rezepte tauschen). Die Frage ist: Wie oft? Ich bin noch in der ?Sonntagsbratenzeit? groß geworden, den Rest gab`s am Montag und einmal die Woche noch Bratwurst oder `n Stück Leber, das war`s. Ach ja: Und samstags war Badetag und Wäschewechsel für die kommende Woche! Kaum glaublich, was der Mensch alles aushalten kann ;-)

      Ah watt ;-)
      Jeder, der “gerne” ein Rumpsteak isst und nicht zu den Besserverdienern gehört. ist schon alleine durch materielle Gründe gezwungen, nicht mehrfach pro Woche eine schönes Steak zu essen. Der Genießer kauft nämlich kein wässriges Angebotsfleisch, sondern das Steak von glücklichen Rind aus guter Zucht und das kostet nun einmal ;-)

      Und wie man aus neuesten Untersuchungen betreffend rotes Fleisch (Rind & Schwein) weiß, auch nich ?so? gesund (USA, 500.000 Menschen über 10 Jahre untersucht)!

      Da halte ich es mit Udo Pollmer – glaub nie(!) einer ernährungswissenschaftlichen Studie, erst recht nicht, wenn sie vor etwas warnt ;-)

      Und dass der Aralsee austrocknet – mit all den Begleiterscheinungen für Land und Leute dort – hat auch damit zu tun, dass wir zu oft die Wäsche wechseln.

      Das ist – mit Verlaub – Quatsch. Ich habe noch nie ein kasachisches Steak gegessen und ich könnte auch den ganzen Tag auf meinem Hof das C-Rohr aufdrehen, ohne dass dies auch nur irgendetwas mit dem Aral-See zu tun haben könnte.

      Wer macht sich denn heute noch so dreckig, dass er jeden Tag duschen und die Wäsche wechseln muss? Das kann ja nur ein richtiges Ferkel sein ;-)

      Das ist vollkommen wurscht – ok, wer warm duscht verbraucht Heizenergie, was nicht unbedingt umweltfreundlich ist, aber die Wasser-Komponente hat keine(!) ökologisch negativen Auswirkungen … nicht hier und schon gar nicht am Aral-See ;-)

    48. COPOKA schrieb am 28. März 2009 um 20:17 - Permalink

      @SF, #46

      Was du wahrscheinlich übersehen hast, EcoloBlue ist nicht für Destillation, sondern für Wassergewinnung aus der Luft bzw. Luftfeuchtigkeit.
      Aber für die Wüstenregionen wäre es absolut ungeeignet – zu viel Energieverbrauch. Es sei denn, man bastelt eine geeignete Solarzelle drauf und hat damit ein typisches Spielzeug für verwöhnte Westeuropäer – wozu einfach, wenn’s so kompliziert gehen kann ;))
      In trockenen Gebieten und gar in den Wüsten könnte das Wasser wesentlich einfacher mit einer Schale und einem Stück PET-Folie – so um 1..2 m², direkt aus dem Boden gewonnen werden. Möglicherweise nicht so viel wie in einer stationären Anlage, aber mehr als genug um nicht zu verdursten.

    49. baba schrieb am 10. April 2009 um 19:55 - Permalink

      “Wassersparen ist kein Unsinn”

      Ein Artikel aus dem Rundbrief des dt. Naturschutzrings:
      http://www.dnr.de/publikationen/drb/artikel.php?id=233&archiv=t

      (z.B.: ‘Die Bürger sind nicht zuständig für die Planungsfehler der Leitungsbetreiber’ und
      ‘In die Leitungssysteme eingespeistes Grundwasser geht der Region verloren’)

      Für jedes Gewissen gibt es scheinbar die passende wissenschaftliche Beruhigungspille.

      @ Spiegelfechter..
      Interessant, der Artikel den Du in (2) verlinkt hast. Und auch interessant dass es Dir so leicht fällt das Fazit des Autors (dessen Buch Du auch empfiehlst) unter den Tisch fallen zu lassen.. Du machst aus “Fleisch sparen statt Wasser sparen” – “Futtermittel importieren und Wasser sparen”? Da ist mir die Lösung von Herrn Leist um einiges einleuchtender.

      Und ganz und gar nicht sexy ist dann doch vor allem der Gedanke, dass wir uns darum sorgen wie wir jetzt am besten noch alle Chinesen mit leckerm Steak versorgen (auch ne Art von nachholender Entwicklung), wenn es so viel ökologischer und wassersparender wäre so weit wie möglich auf Fleisch zu verzichten.

      Und da noch niemand Kommentar (34) widersprochen hat.. Vegetarismus = Mangelernährung? Das ist (zum Glück) und erwiesenermaßen Blödsinn.


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