Ein Land im Abwrackwahn
geschrieben am 30. März 2009 von Spiegelfechter
600.000 bewilligte Subventionsschecks in Höhe von je 2.500 Euro reichen womöglich nicht aus. 7,4 Millionen Deutsche sind es nun noch, die seit über einem Jahr ein Automobil besitzen, das älter als 9 Jahre ist. Seit heute hat die Regierung nicht nur die Kappungsgrenze für die Abwrackprämie abgeschafft und die Frist erst einmal bis zum Jahresende verlängert, man hat die Antragsabwicklung auch in das Internet verlagert. Pünktlich zur Umstellung brachen dann auch prompt die Server des zuständigen Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zusammen. Das ganze Land befindet sich in einem kollektiven Abwrackwahn und die Politik hat nicht den Mut, eine sinnlose Subvention zu streichen. Die Abwrackprämie droht nun eine stetige Einrichtung zu werden.
Die französische Regierung verschickte Konsumschecks in Höhe von 200 Euro an Geringverdiener. Die britische Regierung senkte die Mehrwertsteuer. Halb Europa versucht, mit Konsum die Auswirkungen der Finanzkrise zu mildern. Deutschland hingegen ist im Wahlkampf und der Michel hält nicht viel von staatlich subventioniertem Konsum auf Pump – Geringverdiener und Hartz-IV Empfänger kaufen sich eh nur Zigaretten und Alkohol und wer nicht raucht oder säuft, der trägt das Geld in den nächsten Media-Markt, um sich einen neuen Flachbild-Fernseher oder ähnlichen Firlefanz zu kaufen. Solch unvernünftige Handlungen dürfen natürlich nicht auch noch subventioniert werden. Wenn es allerdings um so etwas Handfestes wie ein Automobil geht, ist das etwas anderes. Das weiß in Deutschland jeder Jungspund. So unmöglich es für ihn ist, den Großeltern 200 Euro für eine neue Grafikkarte aus den Rippen zu leiern – schließlich will man das „Killerspiel“ Counter-Strike ja auch in Ultra High Definition zocken –, so einfach ist es, bei Erreichen der Volljährigkeit 5.000 Euro von Opas Sparbuch für einen tiefergelegten Renn-Polo zu bekommen. Da hat der Bube wenigstens etwas Handfestes.
Deutschland ist ein Autoland. Franzosen und Italiener können ja gerne einen auf Dolce Vita machen, teure Schuhe kaufen, gut essen gehen oder den Tag im Bistro vertrödeln. Zum deutschen Wesen gehört nun einmal das Auto. Das Stereotyp des deutschen Kleinbürgers ist auch erst dann perfekt, wenn er samstäglich vor seinem Reihenhaus die neuwertige automobile Habseligkeit aus Chrom und Stahl waschen und auf Hochglanz polieren darf. Gerade im Wahlkampf ist es für eine echte Volkspartei notwendig, den Michel in der Krise zu beruhigen und ihm seinen Traum vom Neuwagen näher zu bringen – koste es, was es wolle. Wenn die Regentin und der Kandidat sich einen Wettbewerb liefern, wer von ihnen der bessere Autokanzler sein könnte, freut sich nicht nur der Michel, sondern auch der Automobillobbyist. Und wenn es der Automobilbranche gut geht, geht es Deutschland gut. Dieses Credo saugt ein guter Deutscher bereits mit der Muttermilch ein.
Die Automobilbranche hat jahrelang über ihre Verhältnisse produziert. Die Welt kaufte auf Pump und Deutschland lieferte. Nun sind die Banken klamm und die Kredite sitzen nicht mehr so locker. Die Finanzkrise hat vielen potentiellen Autokäufern auch die Lust am Konsum verhagelt. Anders als in Deutschland gilt der Kauf eines Neuwagens zum Preis eines ganzen Jahresgehalts nämlich nicht überall als löbliche und vernünftige Tat. Für ein Autoland wie Deutschland ist diese Entwicklung höchst unerfreulich. Wie aber schafft man es, dass die Automobilbranche weiterhin über ihre Verhältnisse produzieren kann? Ganz einfach – man subventioniert den Kauf von Neuwagen mit Steuergeldern! Aber nur dann, wenn der Käufer sein altes Gefährt verschrottet. Wenn die ganzen Gebrauchtwagen günstig den Markt überschwemmen, könnten ja andere potentielle Käufer sich entschließen, einen günstigeren Gebrauchtwagen zu kaufen und das ist natürlich nicht erwünscht, wenn man die Automobilbranche stärken will. Schrotthändler schätzen, dass rund jeder dritte Wagen, für dessen Verschrottung 2.500 Euro aus dem Steuersäckel bezahlt werden, auf dem Gebrauchtwagenmarkt mehr als diese Summe einbringen würde. Aber wen interessiert so etwas? Einige Mitarbeiter auf dem Schrottplatz werden freilich feuchte Augen bekommen – da müssen sie nun Autos verschrotten, die sie liebend gerne selbst fahren würden.

Um der wahnsinnigen Vernichtung von Werten ein ökologisches Antlitz aufzupfropfen, erfand die Politik den Namen „Umweltprämie“. Wer nun seinen 3-Liter Polo verschrottet, um sich ein automobiles Ungetüm wie den Porsche Cayenne zu kaufen, bekommt 2.500 Euro „Umweltprämie“ – manchmal ist die Realität absurder, als es jede Satire je sein könnte. Wenn ein Neuwagen auf Hochglanz poliert einen glücklichen Käufer findet, hat er die Umwelt bereits mit rund 20% des lebenslangen Primärenergieverbrauchs und fast der Hälfte der CO2-Äquivalente belastet. Um 1,5 Tonnen Stahl in automobiler Pracht glitzern zu lassen, sind nun einmal Rohstoffe und Energie von Nöten. Je länger ein solches Automobil genutzt wird, desto sinnvoller ist dies für die Ökobilanz, solange es sich nicht um einen äußerst durstigen Spritfresser handelt. An der „Umweltprämie“ ist so ziemlich nichts ökologisch sinnvoll. Dass der Volksmund aus der Umwelt- eine Abwrackprämie machte, ist nur allzu verständlich.
Volkswirtschaft hat etwas unheimliches – konjunkturelle Kennzahlen, wie das Bruttosozialprodukt, sind eine rein quantitative Aussage. Wenn man alle Automobile in Deutschland auf einen Schlag wegzaubern würde, so hätte dies einen konjunkturell belebenden Effekt. Die Deutschen müssten sich schließlich neue Automobile kaufen, wodurch auch das Bruttosozialprodukt steigen würde. Konjunkturelle Kennzahlen sagen nun einmal nichts über Lebensqualität aus. Wenn ein Bundesbürger also einen fahrbereiten Wagen, der in einem guten Zustand ist, verschrottet und sich ein neues Auto kauft, so ist dies in der Tat zunächst einmal konjunkturell belebend. Der bittere Kater wird jedoch folgen. 600.000 Abwracker – bei einem Preis von 15.000 Euro pro Neuwagen sind dies immerhin 9 Milliarden Euro, die da zusammenkommen. Da Spitzen- und Besserverdiener selten eigene Automobile fahren, und wenn, dann meist solche, die jünger als neun Jahre sind, dürfte das Gros der Abwracker den mittleren und unteren Einkommensschichten zugehörig sein. Da in diesen Schichten nur sehr selten größere frei verfügbare Geldsummen vorhanden sind, werden die meisten Abwracker ihre neuen Lieblinge über Kredite finanzieren. Der Autokauf auf Pump, der international durch die Finanzkrise rückläufig ist, wird so im Lande der Automobilbauer neu befeuert. Gute Zeiten für Inkassounternehmen – man mag sich gar nicht vorstellen, wieviele Arbeitslose in spe die Raten nicht werden bedienen können. Glücklicherweise hat die Regierung wenigstens Hartz-IV Empfänger vor so viel Unvernunft geschützt und ihnen die Abwrackprämie vorenthalten.
Wenn nun die Abwracker 12.500 Euro fremdfinanzieren lassen, so müssen sie – bei marktüblichen Zinsen und vierjähriger Laufzeit – jeden Monat rund 300 Euro tilgen. Da jeder Euro nur einmal ausgeben werden kann, müssen die stolzen Neuwagenbesitzer das Geld natürlich an anderer Stelle einsparen. Gastronomen, Einzelhändler und Handwerker werden ob der Abwrackprämie noch jubilieren. Aber auch für die Automobilbranche ist dies nur ein Strohfeuer, das den Zeitpunkt des bösen Erwachens lediglich aufschiebt. Wer in nächster Zeit ein Auto kaufen wollte und Anspruch auf die Abwrackprämie hat, der hat in vielen Fällen den Kauf vorgezogen. Sobald diese Bestellungen abgearbeitet sind, wird die Zahl der Neuanmeldungen merklich zurückgehen. Sollte die Weltkonjunktur nicht überraschend drehen, so wird dies am Ende des Jahres 2009 mitten in einer konjunkturellen Abschwungphase geschehen. Vom Ausland wird kein Impuls erfolgen und der inländische Markt wird dann erst einmal gesättigt sein. Düstere Zeiten für die deutsche Automobilbranche stehen somit vor der Tür. Ob dann wieder Milliardenspritzen aus Steuergeldern zu erwarten sind, ist ungewiss – im September wird gewählt und dann ist die Zeit der Wahlkampfgeschenke erst einmal wieder vorbei.
Dann wird nicht nur in Wolfsburg, sondern vor allem in Fernost der Katzenjammer einsetzen. Zwar profitiert VW am meisten von der Abwrackprämie – der Konzern hat rund 238.500 Kaufverträge mit Abwrackbonus abschließen können –, aber die Marken Hyundai, Suzuki und Daihatsu konnten, finanziert vom deutschen Steuerzahler, die größten Umsatzsteigerungen erzielen. Wenig bis gar nicht konnten die deutschen Luxuswagenproduzenten vom Abwrackwahn profitieren. BMW verkaufte gerade einmal 4.000 Autos mit Abwrackbonus, Mercedes 1.633 und Porsche wohl kein einziges.
Unter der Abwrackprämie leiden vor allem die Geringverdiener und Zeitgenossen, die ihr Geld lieber für andere Dinge ausgeben. Wer heute einen Gebrauchtwagen im unteren Preissegment sucht, guckt allzu oft in die Röhre. Der Markt ist größtenteils leergefegt, da viele potentielle Neuzugänge stattdessen in der Schrottpresse landen. Hier entfaltet die Abwrackprämie auch ihre unsoziale Komponente. Während es absolut vernünftig ist, Hartz-IV Empfänger nicht steuerlich subventioniert in eine Schuldenfalle tappen zu lassen, ist es unsozial, das Angebotssegment künstlich leerzuräumen, das für Geringverdiener und Hartz-IV Empfänger in Frage kommt. Natürlich könnte man dies politisch ausgleichen – aber das ist natürlich nicht opportun. Wenn der deutsche Staat seinen Bürgern Geld schenkt, verhält er sich nun einmal wie deutsche Großeltern.
Jens Berger
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Kommentare
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Auch wenn ich von dem Irrsinn profitiert habe, es bleibt ein Irrsinn. Vor allem die Bezeichnung Umweltprämie ist schon ein Hohn. Es wird zwar wohl kaum einer einen 3-Liter-Polo verschrotten lassen und sich einen Cayenne kaufen, auch wenn dies nicht den Bedingungen für die Prämie widersprechen würde, aber man darf ja nicht vergessen, dass bei der Produktion eines Autos die Umwelt schon gewaltig belastet wird. Laut einem Artikel auf focus.de (Unausgegorener Aktionismus) werden ca. 6,4 Tonnen CO2 beim Bau eines Mercedes 200 Kompressor freigesetzt. Dies entspricht bei üblicher Kilometerleistung und Verbrauch – laut Quelle – der Freisetzung von ca. 4 Jahren Betrieb des Wagens.
Wenn schon Subvention, so frage ich mich, warum sie das über eine Prämie und nicht über eine Mehrwertsteuer-Absenkung machen. Bei dem Prämienmodell profitieren prozentual die Käufer am meisten, die Autos unter 10.000 Euro kaufen. Solche Autos werden bekanntlich kaum in Deutschland produziert.
Furchtbar! Anstelle die Mehrwertsteuer zu senken so ein Schmarrn!
Siehe gerne auch http://www.ftd.de/meinung/kommentare/:Gastkommentar-Abwracken-macht-arm/493091.html?p=1
ein weiteres Problem ist auch, dass vorwiegend nur kleine günstige Autos verkauft werden, an welchen die Automobilhersteller kaum was verdienen, wer sagt den, dass derjenige der sich heute ein Auto für 9000€ kauft weil er die Abwrackprämie kassieren will, nicht in einem Jahr wenn die Finanzikrise (möglicherweise) Schnee von gestern ist, sich ein Auto für 25000€ kaufen würde auch ohne Abwrackprämie.
Das Problem ist doch das, dass jeder jetzt mit einem popeligem Auto ausgestattet wird und dieses Auto einfach mindestens 3 Jahre fahren wird, wenn nicht länger denn wie wird der Gebrauchtwagenmarkt aussehen wenn er in ein paar Jährchen von abertausenden kleinen quitsche Autos überschwemmt wird, da wird sich der ein oder andere auch überlegen, das kleine Auto noch länger zu fahren, da er ja auf dem Gebrauchtwagenmarkt nix mehr für seine Kiste bekommt……
>>Der Markt ist größtenteils leergefegt, da viele potentielle Neuzugänge stattdessen in der Schrottpresse landen. Hier entfaltet die Abwrackprämie auch ihre unsoziale Komponente.
Du sagt es, lieber Spiegelfechter. Seit jede Schrottkarre wieder 2,5TE wert ist, kann ich als Student mir die Idee mit dem Auto endgültig abschmincken. Angie und Prickel sind echt meine Helden.
Ja, und an anderer Stelle dafür das:
http://ivarmagazin.wordpress.com/2009/03/30/armutszeugnis/
Klare Prioritäten eben.
So richtig einfallsreich halte ich die Abwrackprämie nun auch nicht.
Aber ein über neunjähriges Auto nun hochzustilisieren halte ich auch für Blödsinn. Mein Auto ist jetzt 12 Jahre alt. 7 Jahre lang war es ein Garagenauto mit am Ende 42TKM auf’m Tacho. Jetzt nach 12 sind es 128TKM und es quietscht und knarrt an allen Enden. Bremsen sind zwar astrein, aber ABS ist total ausgefallen, ich weiß nicht, ob der TÜV das im Dezember durchgehen lässt. Stoßdämpfer sind auch fast runter, im nächsten Winter brauche ich neue Winterreifen. Dann musste ich bisher so alle 2 Jahre einen Teil des Auspuffs austauschen lassen wegen kompletter Durchrostung.
Ich hab vor 5 Jahren 7T€ für das Auto bezahlt und müsste wahrscheinlich allein in diesem Jahr weitere 1-2T€ hineinstecken, um ihn durch den TÜV zu bekommen.
Von meiner Warte stellt sich also durchaus die betriebswirtschaftliche Rechung, wie lange es sich noch lohnt, dieses Auto zu halten und welchen Preis ich auch auf einem unbeeinflussten Zweitwagenmarkt dafür bekommen würde.
“Schrotthändler schätzen, dass rund jeder dritte Wagen, für dessen Verschrottung 2.500 Euro aus dem Steuersäckel bezahlt werden, auf dem Gebrauchtwagenmarkt mehr als diese Summe einbringen würde.”
Die Kanzlerin hätte Dosenpfand-Ministerin bleiben sollen.
Aber nicht mal dazu reicht’s!
Das tolle an der Abwrackprämie ist, daß ein Großteil der Deutschen mit einem neuen Auto über den Abgrund fahren können. Auch die Theorie ist bewiesen: Autos kaufen Autos. ^^
Über den Rest der pervertierten Gesellschaft fällt mir eh schon lange nix mehr ein. Bloß nicht die Binnenwirtschaft ankurbeln indem man zum Beispiel den Bedürftigen etwas abgibt. Dann lieber Autos, die ja auch alle in Deutschland gebaut werden.
Subventionierte Umweltverschmutzung, ist das nicht auch ein Straftatbestand?
Schon süß, die Erklärung der Bafa zu der Nichterreichbarkeit des Servers: “Es gibt irgendwo im Internet einen Engpass, den wir versuchen, ausfindig zu machen.”. Auch dort sind offensichtlich richtige Profis am Werk, so wie in Hessen beim Mathe-Abitur, oder in Baden-Württemberg bei der Polizei, oder in Köln bei den Verkehrsbetrieben … .
Dazu kommt, dass viele Kleinwagen nur im Ausland gefertigt werden und Autoteilezulieferer in Deutschland von dem (Klein)wagenboom nichts haben.
Die Bezeichnung “Umweltprämie” ist eine gelungene Anwendung von Neusprech. Bis zum plötzlichen Auftauchen der zweite Stufe (hat die eigentlich irgend jemand gefordert?) wusste ich nicht einmal von dieser offiziellen Bezeichnung. Marketing vor Inhalt, Form vor Funktion…
Das Debakel beim Online-Service zeigt auch schön das verrückte Ausschreibungsrecht, welches es Kleinstunternehmen ermöglicht solche Projekte binnen Wochenfrist hochzuziehen. Preis vor Leistung. Traurig das so etwas an einem Qualitätsstandort passieren kann, ohne das Konsequenzen gezogen werden (siehe auch die Plattform für die Online-Petition). Es dauert wohl noch lange, bis das Internet und Qualitativ hochwertige Software vom Staatsapparat überhaupt zur Kenntnis genommen und später dann auch Verstanden wird.
Im Heise-Forum gibt es technisch plausible Mutmaßungen über die Gründe für den Ausfall: Schlichte Inkompetenz!
Hoffentlich ist der Wahlkampf bald vorbei, das ist ja nicht mehr auszuhalten!
@Sf
Damit hast du natürlich recht, allerdings ist das kein Spezifikum der Abwrackprämie, sondern Eigenschaft des keynesianischen Impulses per se. Wichtig ist bei solchen Maßnahmen das Timing, aber auch der Effekt für die Stimmung. Autokaufende Konsumentenschichten sind weniger ängstlich, was in Deutschland immer ein Faktor ist.
Abgesehen von der eigentlichen Anschaffung ist außerdem der Punkt, dass die 2.500 im Kreislauf sind. Die hat der Staat ja zunächst einmal hervorgezaubert. (Wobei man davon in der buchhalterischen Sicht wieder den Schrottwert abziehen muss.)
Die kleinen Leuts kaufen alle den Dacia Logan oder so.
http://www.welt.de/motor/article2116018/Billigauto_Dacia_Sandero_kostet_7500_Euro.html
Da schauen die deutschen Autohersteller natürlich in die Röhre.
Letztlich ist also und das zum wiederholten Male, eine gewisse Kopflosigkeit zu beobachten, bei unserer so viel- und wechselköpfigen Regierung in dieser Krise.
Über das Für und Wider der Abwrackprämie, im Vergleich mit anderen Konzepten, um der Krise in großem Maße zu begegnen, kann man ja diskutieren.
Dagegen indiskutabel ist aber wohl die Tatsache, dass diese abgewrackte “Umweltprämie” vielleicht so manchem Autokäufer für den Moment das tolle Gefühl gibt, wieder ein “guter” Deutscher zu sein, weil im Besitz eines neuen Autos, aber letztlich den deutschen Autobauern gar nicht weiterhilft. Vorallem nicht Opel, die es ja noch am nötigsten hätten.
Diese nun auch noch zu verlängern…, also ich weiß wirklich nicht wem damit geholfen werden soll.
Gerade weil ich dem Inhalt des Textes so zustimme und er genau das sagt, was ich denke, stört mich die Anführung eines Porsche Cayenne als Ersatz für den 3liter Polo… da weiter unten im Text erwähnt wird das Porsche keinen Umweltprämienantrag erhalten hat…
Es ist alles ganz schlimmer Schwachsinn und man hätte zumindest eine Regelung einführen müssen, die Deutsche Autos bevorzugt oder laut der das neue Auto besonders “sauber” sein muß zumindestens Schadstoffarmer.
Ein Hybridauto verbraucht aufgrund der komplizierten Herstellung mehr in der Herstellung als ein normaler Wagen und hat daher eine viel schlechtere Ökobilanz, nur um mal auf eine andere Problematik unserer Augenwischerpolitik hinzuweisen!
@Duke
“Gerade weil ich dem Inhalt des Textes so zustimme und genau das sagt, was ich denke, stört mich die Anführung eines Porsche Cayenne als ersatz für den 3liter Polo… da weiter unten im Text erwähnt wird das Porsche keinen Umweltprämienantrag erhalten hat.”
Aber es würde gehen, darum geht es ja…..
und wegen der Ökobilanz, da sind auch Wasserstoffautos ganz weit hinten, denn wenn ein normales Auto für 100km/h sagen wir mal 8 Liter Benzin frisste würde, würde man für das Wasserstoffauto 25 bis 30 Liter Benzin aufwenden müssen um die Energie zu erbringen, um den benötigten Wasserstoff zu gewinnen/erzeugen.
@15
Keine gute Idee für ein Exportland. Noch dazu absolut EU-inkompatibel. In Frankreich haben deutsche Hersteller von der Abwrackprämie profitiert. Wie ja Deutschland derzeit überhaupt einen free ride auf den Konjunkturprogrammen anderer Länder hinlegt.
Ich habe heute abend beim Zappen im TV einen kurzen Bericht dazu gesehen, darunter eine Kameraeinstellung wie ein blitzblanker Golf 4 auf der Ladefläche eines Abschleppers seinen wohl letzten Weg antrat. Ich musste brutal flennen.
Mein kleiner Golf zwo hat jetzt 245-tausend (!) Kilometer, und im Gegensatz zu der Laube von DJ Doena klappert da nichts. Mein Beileid übrigens. Opel? Der TÜV-Mensch letztes Jahr hatte ein dezentes Leuchten in den Augen und im April schenke ich der kleinen Rennsemmel ein paar neue Sommerschlappen. Nein, der ist nicht getunt, ich hab ihn einfach nur ganz furchtbar liep ;-)
Kann mir mal jemand erklären warum ein halb so altes Modell des gleichen Herstellers zu Konservendosen verarbeitet werden muss? Man rechnet sich ja sowieso lieber garnicht aus wie hoch der Wertverfall eines Neuwagens ist, und dann einen verschrotten der keine zehn Jahre alt ist? Wie bekloppt sind diese Menschen? Da fahr ich das Teil doch lieber solange bis sich größere Teile bei Erschütterung von selbst ablösen …
Man man, Deutschland deine Rindviecher.
Nicht alles ist so wie es scheint im Globalisierten Dorf der Passat wird in Belgien,der z3 in den USA, Volvo unter anderen in den Niederlanden….
LeeHongDaDong/14:
“… weiß wirklich nicht wem damit geholfen werden soll”?
Na, den Politikern natürlich, im Sommer und Herbst stehen Wahlen an. Alles andere ist im besten Falle sekundär bzw. toleriertes Beiwerk.
Na, Herr Berger, da haben sie Ihren vorletzten Absatz aber aus einem Spiegel-Artikel kopiert, und das auch noch ohne die Quelle anzugeben. ts, ts.
Aber viel wichtiger: Ist Ihnen aufgefallen, dass in besagtem Spiegel-Artikel die Zuwächse deutscher Hersteller in absoluten Zahlen, die der japanischen dagegen in Prozentsätzen angegeben werden? Ein Schelm, wer da Böses denkt.
Nichts desto trotz kommen mir auch die Tränen, wenn ich an den Gebrauchtwagenmarkt denke.
“Glücklicherweise hat die Regierung wenigstens Hartz-IV Empfänger vor so viel Unvernunft geschützt und ihnen die Abwrackprämie vorenthalten.”
Stünden denn sonst die Banken schon wieder Schlange, um Verhartzten einen entsprechenden Kredit zu gewähren? Das Thema ist sicher eher ‘akademisch’ als von tatsächlicher Relevanz, aber ich kann mir als reelles Szenario eigentlich nur den Fall vorstellen, dass ein HartzIV-Empfänger, der insbesondere für den Fall einer Arbeitsaufnahme, für die er zB im ‘ländlichen Raum’ auf ein Auto angewiesen wäre, sein ‘Schonvermögen’ angreift, um für eben diesen Fall für die nächsten Jahre gewappnet zu sein. Warum sollte ihm in diesem Falle die ‘zweckgebundene Einmalzahlung’ vorenthalten bleiben? Mal abgesehen von der Frage, wie wahrscheinlich es ist, dass ein jetzt bereits Verhartzter, zudem in einem Alter, der ein entsprechendes Schonvermögen überhaupt zulässt, in den nächsten Jahren ‘Arbeit’ findet…
Aber es ist doch schön, dass sich die Regierung auch HartzIV-Empfängern gegenüber mal ‘fürsorglich’ zeigt… :rolleyes:
Nun erleben wir mal ein Stück Politik zum wohlfühlen und zum verbessern unserer großen,glanzvollen Habe und nun meckern wir auch wieder rum!
Der Deutsche ist und bleibt ein ewiges Nörgelvieh ;-)
Lassen wir doch mal die Statistik,in diesem Zusammenhang außer Acht.Und denken doch mal an Mutti und Vati und ihre erste Urlaubsfahrt mit dem neuen Gefährt. Da geht doch was ab.Und wie! Wie geschmiert!
Das Leben ist schön – dank Abwrackprämie gleich noch mehr!!
@Plasma
Ich kenne das – mein kleiner Smart hat nun auch schon über 200K Kilometer auf dem Buckel – 160K davon von mir ;-)
Nun könnte ich den 3,5 Liter Smart Diesel gegen eine niegelnagelneue S-Klasse von Mercedes eintauschen und bekäme auch noch eine Umweltprämie! Hurra! Die Große Koalition versteht schon was vom Regieren, das muss man ihr ja lassen ;-)
@Tim
Was heißt kopiert? Ich habe die Zahlen idT aus dem SPIEGEL, der sie vom Bafa hat. Ich denke, da kann man sich die Quellangabe getrost sparen.
Nicht unbedingt, da ja auch ohne Abwrackprämie Autos gekauft werden. Es ist eine Sache, dass VW die meisten Auto mit Abwrackprämie verkauft – isoliert ist diese Aussage aber nicht sonderlich wertvoll, da VW auch ohne Abwrackprämie die meisten Autos verkauft. Und hier kommen die Prozente ins Spiel – die höchsten Zuwachsraten durch die Abwrackprämie haben die Kleinwagenhersteller aus Fernost. Es kommt halt darauf an, was man mit den Zahlen sagen will und da haben die SPIEGEL-Autoren mE schon die richtigen Zahlen herausgesucht.
@Peinhard
Klar, mein Zitat war bewusst polemisch gewählt. Die Regierung hätte sich viel Ärger von links sparen können, wenn sie ganz einfach die Abwrackprämie für Hartzer gewährt hätte. Wie Du sehr richtig schreibst, wäre sie eh nur in Einzelfällen in Anspruch genommen worden. Aber alleine die Tatsache, dass man sich nicht einmal um solche Dinge schert, sagt einiges über das Selbstverständnis der GröKaZ aus.
@22 & 26
steht da nicht noch ein Gerichtsurteil aus, und hat da ein Richter nicht schon inoffiziell angekündigt, dass der Ausschluß der Hartz IVler rechtswidrig sei?
“Aber alleine die Tatsache, dass man sich nicht einmal um solche Dinge schert, sagt einiges über das Selbstverständnis der GröKaZ aus.”
Wer sagt, dass man (sich?) nicht schert…? Das ist doch nur die konsequente Fortführung der Ausgrenzung, die ‘Hartzern’ widerfährt – ‘Und ihr bleibt mal wieder aussen vor’ lautet die Botschaft, und so ist sie ja auch angekommen… von wegen ‘ungeschoren’… ;)
Wenn mich nicht alles täuscht, dürfen HartzIVer von der Prämie profitieren, ein Betroffener hat erfolgreich dagegen geklagt und auch von unseren Politikern gab es Stimmen die Prämie für HartzIVer zu gewähren, siehe Presse die letzten Tage.
Und ob ein HartzIVer sich die Karre auf Pump oder von seinem Schonvermögen finanziert, muss jeder selber wissen. Neuwagen werden heute alle finanziert, wer den den vollen Betrag sofort begleicht gilt als Exot, habe ich selber letztes Jahr erlebt.
@sf
Schreib das doch bitte mal an Frau Nahles (SPD). Die hat dafür eine schon recht merkwürdig, auffallende Meinung. Aber sowas soll ja heutzutage heilbar sein.
Ein gelungener Artikel….der gelesen werden sollte! Auch beim ADAC.
Resultat des kühnen Vorstosses der Regierung:
Die alltägliche Verschrottung von Altwagen wird so teuer, sodaß es sich lohnt ihn wieder reparieren zu lassen.
Danke….. und Bravo den großen Denkern der Bundesregierung.
Die australische Regierung zahlt jedem Steuerzahler 470 Euros. Die Rentner bleiben halt bei 140 Euros die Woche. So wird das anderswo gehandhabt. Die AbwrackUmweltprämie ist aber mit viel, viel Sicherheitsabstand auf der hyperidiotischeren Seite.
Die anorexischen Hirne unserer gegenwärtigen Politikergeneration sind wahrlich schaudrig. Jegliche wirtschaftliche orthodoxie verlangt, dass in Rezessionszeiten Geld dorthinbewegt wird, so dass die Effizienz der Gesamtwirtschaft zunimmt oder zumindest ideell als positiv erachtete Ziele erreicht werden. Dass man aber brauchbare Wirtschaftsgüter einfach vernichtet und dafür auch noch scharf bezahlt ist jenseits einer rationalen Vorstellungskraft. Man könnte die Altkisten wenigsten noch aufkaufen und irgendwo nach sonstwo exportieren, zumindest Teile, oder so etwas. Die Überflussgesellschaft geht nobel mit einem weiteren Exzess zu Grunde.
Wie die Sache auch immer ist, 9 Milliarden spielen in der heutigen Wirtschaft wo die Billiarde/Trillion dass Mass der Dinge ist nicht mehr unbedingt die grosse Rolle. Bald werden wir alle in den Supermarkt gehen und nachdem wir ein paar Semmeln, Eier und Butter gekauft haben wird es für den Billiarde-Euroschein nur noch wenige Milliarden Wechselgeld geben. Da kann man dann auf dem Heimweg aus Nostalgiegründen vielleicht auch noch eine Tageszeitung erweben.
X – Doppelpost vernichtet.
Die Bundesregierung handelt: Die Verschrottung von Altwagen kostet günstigenfalls wie bei uns etwa 200 €. (eben gerade abgefragt!)
Dafür kann ich die Karre aber wieder reparieren lassen.
Bravo….und Danke an die große Weisheit der heiligen Angela.
(Führ uns zum Tunnel, am Ende es Lichts!)
@Peinhard
“Wer sagt, dass man (sich?) nicht schert…? Das ist doch nur die konsequente Fortführung der Ausgrenzung, die ‘Hartzern’ widerfährt – ‘Und ihr bleibt mal wieder aussen vor’ lautet die Botschaft, und so ist sie ja auch angekommen… von wegen ‘ungeschoren’… ;)”
Gut vor allem die Formulierung ‘ungeschoren’. Den Schäfchen wird nach der Wahl das Fell über die Ohren gezogen, weil ihre Wolle zu wenig Rendite abwirft.
Genau darum geht es, richtig erkannt, das ist ein Phänomen, das ich inzwischen als Sozialrassismus bezeichne. Guter Artikel von Twister zum Thema:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29856/1.html
Auch interessant, gestern in Freiburg: Das Land wird zum Polizeistaat. Müssen die wegen 2000 Demonstranten Angst um ihre schöne Nato haben.
Aber es gibt Hoffnung: Ferkel bei Opel heftig beklatscht. Sollen die Opelaner sich lieber mit den Taktiken der Betriebsbesetzung beschäftigen, – für das Grauen nach der Wahl.
Welcome im Businessfaschismus! Ich habe mich immer gefragt, wie sich freie, solidarische Menschen am 31. Januar 1933 fühlten. Die Beantwortung dieser Frage wird mir immer unheimlich realer.
In Mannheim bekommt man ab 1.Mai eine Abwrackprämie für Fahrräder. Als nächstes dann Abwrackprämie für Häuser? Wie wär’s?
Häuser? Nee, lieber für herumstehende Bahnwaggons!
Die wahrscheinlich gerade so eben fürs Schiebedach oder die Nebelscheinwerfer reichen würde, möglicherweise auch noch für den beleuchteten Aschenbecher …
Naja, was auch immer. Wir leben halt in Absurdistan.
Nicht zu vergessen -
etliche Steuerzahler, die z.B. kein Auto oder eines jünger 9 Jahre haben, finanzieren jetzt das Auto ihres Nachbarn mit!
Also der Niedriglöhner, der gerade mal so in die Steuerklasse rutscht, beteiligt sich am Auto des Mitbürgers, der (als Beispiel) das fünffache von ihm verdient !!!
Auch eine Form der Solidarität !!!
Natürlich ist die ganze Aktion eine Nummer, die das System noch eine Weile rund laufen lässt.
Für den Staat rechnet sich die Subvention aber allein schon aus dem einfachen Grund: er generiert Umsatz, der schon bei der MwSt bei Fahrzeugen ab 13 Tsd. aufkommensneutral ist. Reden wir nicht von den Gewinnsteuern bei den Banken, falls finanziert wird, der Vermeidung von Kurzarbeit, Entlassungen usw.
Und nicht zu vergesssen, wir stehen vor der Wahl!
Eine Abwrachprämie gibt es momentan hier in Italien auch. Man bekommt bis 3.000 Euro “Ecoincentivi” vom Staat beim Kauf eines Neuwagens mit Elektro- oder Gasantrieb und 1.500 Euro für Diesel oder Benziner, die unter 130-140gCO2/km ausstoßen. Man muss auch seinen Altwagen der Schadsstoffklassen 0-2 verschrotten. 500-600 Euro gibt es wenn man seinen Wagen mit Gasantrieb umrüstet.
Irgendwie ist die Lösung hier in Italien deutlich intelligenter, man bekäme kein Geld wenn man seinen Smart gegen einen Porsche tauscht oder seinen 3Liter-Lupo gegen einen anderen umweltfreundlichen Kleinwagen.
Habe mir gerade einen Ford Fusion gekauft für die Frau, weil ihr das Modell am besten gefiel und der wird zwar nicht gefördert (159gCO2/km), aber Ford gab über 5.500 Euro Rabatte, so dass der Wagen sogar noch deutlich preiswerter ist als in Köln gekauft!
Sehr guter Blog übrigens, ich freue mich hier immer über neue Artikel mit frech formulierten Wahrheiten….
Saluti da Roma!
Für Mindestlöhne, Bildung und Umwelt/Klimaschutz ist all die Jahre kein Geld übrig und dann weden auf einmal Milliarden in eine ultra-umweltschädigende Industrie gepumpt. Warum werden eigentlich nicht Menschen steuerlich begünstigt, die keine C02-Schleuder in der Garage haben?
Wie kann es überhaupt sein, daß ein ehemaliger Verkehrsminister (Mathias Wissmann) heute Präsident des VDA ist und unverfroren rücksichtslose Lobbyarbeit betreiben darf?
Wenn man dann sein Auto auf dem Schrottplatz abwrackt, sollte einem der Händler eigentlich freundlich sämtliche Schadstoffe inklusive der vielen Tonnen CO2 und Ruß überreichen (“Hier, das gehört ja Ihnen”), die darf man dann im heimischen Wohnzimmer endlagern. Zudem werden ja hier tatsächlich reale Werte vernichtet; selbst wenn jedes Auto nur einen Wert von 1000 Euro hat, gehen zum Schluß mindestens 600000 mal 1000 Euro durch die Presse. Die sind aber alle mal erarbeitet worden. Ein Volk, das sich selbst freudestrahlend um die Früchte der eigenen Produktivität bringt, hat ja wohl nicht mehr alle Tassen im Schrank.
Eine Firma wie Opel bedarf auch keineswegs bedingloser Rettungspakete, diese Industrie (und viele andere auch) braucht die Pistole auf die Brust gesetzt: Transformation in nachhaltige Produktions/Receyclingketten oder Untergang in kürzester Zeit. Man müßte die Herren Ingeneure ultimativ zur Entwicklung ganz neuer, umweltfreundlicher Vehikel zwingen – so wie etwa das Rocket-Bike aus Berlin. Selbst dann stellt sich noch die Frage, ob das Fahrrad in der Stadt und der (dann zu restaurierende) ÖPV über Land nicht doch die bessere Lösung wären.
Am Ende wird es “Zurück auf Start” heißen. Dann ist für Mindestlöhne, Bildung und Umwelt/Klimaschutz erst recht kein Geld mehr da; alles draufgegangen an die dummen Bürger, die mit verqueren Wirtschaftlichkeitsrechnungen ihren falschen Lebensstil (“der neue Kleinwagen lohnt sich doch schon”) rechtfertigen und die (und vor allem deren Kinder) werden auch am Ende garantiert von den kommenden Krisen zuerst erwischt.
Die Korruptlinge aus den oberen Etagen sitzen noch ein paar Tage länger vor dem vollen Teller.
“Ein Volk, das sich selbst freudestrahlend um die Früchte der eigenen Produktivität bringt, hat ja wohl nicht mehr alle Tassen im Schrank.”
Ein wahres Wort – auch ganz ohne ‘Abwrackprämie’… :D
Eine gelungene Glosse.
Im Übrigen: Mercedes braucht sich nicht mit der Tevatur der Verträge für einzelnen Autos abzumühen, denn der Laden gehört bald ganz den Öllscheichs. Das ist Geschäftssinn, denn dieses Geld kommt auch nachdem Deutschland kaputtgespart sein- und der Arbeitsmarkt noch Attraktiver wird als derzeit in manche ehemaligen Ostblockländern.
Hut ab!
Hmm, nachdem ich in den letzten zwei Jahren soviele Kommentare geschrieben habe, war jetzt Nr. 41 doch der entscheidende Anschub mit einem eigenen Blog anzufangen….
kabelbrand.blogspot.com
“Was heißt kopiert? Ich habe die Zahlen idT aus dem SPIEGEL, der sie vom Bafa hat. Ich denke, da kann man sich die Quellangabe getrost sparen.”
War auch nicht böse gemeint, aber mir kam auch mind. eine Formulierung aus diesem Absatz doch irgendwie sehr bekannt vor. ;-)
“Es kommt halt darauf an, was man mit den Zahlen sagen will und da haben die SPIEGEL-Autoren mE schon die richtigen Zahlen herausgesucht.”
Ja, allerdings. Und was die Spiegel-Autoren sagen wollten war ja recht eindeutig…
Aber wenn man die Zuwachsraten vergleichen will, dann muss man schon beide entweder in absoluten Zahlen oder beide in Prozentsätzen angeben.
Entscheidend ist hier wohl sowieso eher die Erkenntnis, dass von den deutschen Herstellern wohl nur VW die Kundenwünsche bedienen kann (Golf und Polo ausverkauft – der eigentliche Skandal ist, dass gleichzeitig Kurzarbeit angemeldet wird) und ansonsten nur auswärtige Hersteller.
Verdacht:
Nach dem Debakel um die HRE, welche sich ja immer mehr als Fass ohne Boden entpuppt, wollten die Politiker wohl die deutsche Automobilindustrie diesmal nicht direkt subventionieren, sprich, nicht direkt Geld überweisen und machen es daher über die Abwrackprämie: scheinbar sinnvoll, scheinbar Wettbewerb, scheinbar sozial, scheinbar für alle, dabei wird nur die mittlere Einkommensschicht subventioniert.
Wer sich vorher die Anschaffung eines Porsche ernsthaft überlegte, lässt sich von 2.500€ mehr oder weniger nicht vom Kauf abhalten. Ganz abgesehen davon, dass es unwahrscheinlich ist, dass diese Klientel 9 Jahre alte Autos fährt…
Wer sich vorher die Anschaffung eines Autos aus dem unteren bis mittleren Segment, sprich Kleinwagen bis Familienkutsche, überlegte, für den kommt die Abwrackprämie wie gelegen.
Wer sich vorher aus Geldknappheit die Anschaffung eines kleinen Gebrauchtwagens überlegte, der kriegt keinen Cent.
Wer sich mit der Anschaffung eines Opfels beschäftigte, wird das jetzt tunlichst sein lassen, denn wer ein Auto fährt, dessen Firma (bald) nicht mehr existiert(en wird), kriegt keine Ersatzteile.
Dass von so einem Programm in erster Linie VW profitiert, dürfte klar sein.
Wenn man denen bzw. der BELEGSCHAFT von VW UND OPEL, das Geld direkt überwiesen hätte, wäre das nicht nur umweltfreundlicher sondern auch sozialer gewesen.
Alternativ hätte man das Geld auch gleich in die hartzIV-Bezüge stecken können, denn das ist ja, wo in naher Zukunft eine Menge Ex-Opelaner und Ex-VWler und Leiharbeiter sein werden.
Ausbau der Infrastruktur wäre eigentlich auch mal sinnvoll, ich denke da so an Sportstätten, Schulen, Schwimmbäder, Aufforstung von Naherholungsgebieten etc., allerdings nicht noch mehr Autobahnen bitte.
Auch das Schienennetz der Bahn soll ja angeblich Renovierungsbedarf in Millionenhöhe haben, weil Mehdorn sich da zurückgehalten hatte, weil er das Netz nicht bezahlen wollte, solange er sich nicht sicher war, ob er es denn kriegen würde… . Bahnprivatisierung hinausschieben und Schienen reparieren.
eieiei, das war mit abstand der schlechteste artikel seitdem ich spiegelfechter besuche.
schade, das thema wäre ganz interessant gewesen
Bei den von DJ Doena genannten Reparaturkosten tränen einen ja die Augen! Ich hab mir vor Jahren einen kleinen Suzuki (nach 10 Jahren mit deutschen Autos) für schlappe 200 Euro gekauft. Mittlerweile hat er 320.000 km runter. Für den TÜV braucht er wohl 2 neue Reifen und Bremsbeläge. Unverschämt so ein Verschleiß ;)
mal ne “rechtliche” Frage wegen der Abwrackpräme:
Wer bekommt die 100 oder 200 euro für die 1 Tonne Stahl?
Der Abwracker oder der Schrotthändler?
Diese “paar” Euros für den Stahl wären eigentlich dann Geld das dem Steuerzahler gehört ?
Könnte man nicht für hundert euro ein Fahrrad kaufen ?
Ein Umweltfreundliches Fortbewegungsmittel, für die “untere” Sozialschicht……..
Oder wenigstens “Kinderfahrräder” für die kleinen, damit sie wenigstens ein vernünftiges Spielzeug haben.
Laut ADAC stimmt das so nicht, leider habe ich das Magazin schon weggeschmissen in dem das stand, aber um die Ersatzteile muss man sich wohl keine Sorgen machen (auch nicht wegen den Garantien).
Wenn wir diese Regierung abwracken, käme die Prämie uns allen zugute!
Tja, das Hauptargument fehlt bisher wohl noch. 75% aller deutschen Autos werden exportiert. Wenn der Export wegbricht, wird man mit dieser Drecks-Prämie höchstens deutsche Autohäuser subventionieren, aber keinesfalls Automarken retten können.
Welche Ansicht ich als Rad- und Bahnfahrer von dieser CO2-Prämie habe, der als Durchschnittsverdiener (fast auf den Euro) jeden Monat fast 400 Euro Lohnsteuer und 150 Euro für mein Bahn-Ticket zahlt, kann man sich wohl denken.
Wer die Automobilindustrie stützen will, sollte lieber nachts Autos in Brand setzen. Das ginge weitestgehend ohne Steuergelder und Lust hätte schon, aus ganz anderen Gründen…
EILMELDUNG
Gerade wurde bekannt gegeben, dass die Umweltprämie per Notverordnung nur noch für neue PKW gewährt werden soll, die weniger als 9 Liter Benzin oder 6 Liter Diesel im Drittelmix verbrauchen.
Außerdem wird sie auf Motorräder und Fahrräder erweitert. Die neuen Bedingungen hierzu werden gerade in einem hochkarätig besetzten Fachkräfteausschuss erarbeitet, dem auch der ehemalige Verteidigungsminister Rudolf Scharping sowie die Führungscrew der “Hells Angels” angehört. Angedacht wird bei Fahrrädern die Koppelung der Anrechnung für Alträder an einen Verrostungsgrad von nicht unter 20 % der Fläche, sowie bei Motorrädern an einen seit mindestens 12 Monaten bestehenden und amtlicherseits eingetragenen Lautstärkepegel von nicht unter 120 Dezibel.
Damit sollen mehrfache Effekte erzielt und auch auch Entlastungen bei Krankenversicherungen, sowie Umsatzsteigerungen bei Kautschukindustrie, Kraftfahrzeughandwerk, Kadaverentsorgung und Kanzlerinnenumfragewerten ereicht werden.
Nähere Angaben sollen im Verlauf des 1. Aprils veröffentlicht werden.
Übrigens, der Typ auf dem Bild mit den zwei Rolls-Royces hätte keine Abwrackprämie bekommen, da die Kisten alle recht allt sind. Allerdings, wenn er die Roller zum Verschrotten bringt kriegt er die 2.500,–
Perfekt auf den Punkt gebracht Jens.
In Deutschland braucht man für jeden Mist nen Schein. Ne Frisöse darf ohne Meisterschein keinen Azubi ausbilden. Die Firmen hätten gerne 20jährige, promovierte oder wenigstens diplomierte Mitarbeiter mit 40 Jahren Berufserfahrung, ohne wenigstens ne Gesundheitsbescheinigung, nem Gewerbeschein und einer Abnahme durch das Gesundheitsamt kann man keinen Dönerladen aufmachen aber Politiker müssen nicht nachweisen, daß sie geeignet oder wenigstens lebensfähig sind und selbständig denken können…
gruß, Frank
“Man müßte die Herren Ingenieure ultimativ zur Entwicklung ganz neuer, umweltfreundlicher Vehikel zwingen – so wie etwa das Rocket-Bike aus Berlin. Selbst dann stellt sich noch die Frage, ob das Fahrrad in der Stadt und der (dann zu restaurierende) ÖPV über Land nicht doch die bessere Lösung wären.”
Das sind sie mit Sicherheit – aber ‘der Markt’ stellt genau diese Fragen so nicht. Er fragt nur ‘welches Auterl hätten’s denn gern?’, während ‘die Öffentlichkeit’ durch das Ergebnis zur Bereitstellung entsprechender Infrastruktur gezwungen wird und damit gleichzeitig auch wieder nur diese Frage forciert. Die ‘autoförmige Umwelt’ erzwingt sich sozusagen selbst. Nur zaghaft findet eine gewisse ‘Rückeroberung’ von (vorwiegend städtischen) Lebensräumen statt, unterm Strich wird immer noch weit mehr Fläche in Verkehrsfläche verwandelt als umgekehrt.
Ich muss da immer an Willem Zwo denken, als Beispiel für seine sagenhafte Dummheit wird gern sein Ausspruch zitiert, er halte das Automobil für eine vorübergehende Erscheinung, er glaube an das Pferd. Es ist an uns, entweder noch rechtzeitig intelligente Lösungen zu finden – oder vielleicht tatsächlich auf Pferd, Esel und Ochs zurückzufallen… der ‘motorisierte Individualverkehr’ scheint mir jedenfalls eine ‘Dinosauriertechnologie’ zu sein. Und zwar durchaus nicht nur auf die Antriebstechnik bezogen.
Danke für diesen Artikel! Perfekt und “zynisch” auf den Punkt gebracht. Sämtliche VWL-Professoren der Republik dürften angesichts dieser Prämie die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Meiner tut es jedenfalls.
Wenn das nicht Stoff für eine neue TV-Serie ist, natürlich bei den Privaten, wo eigentlich fast jeder Schrott läuft, würde ja auch vom Thema her wunderbar zusammen passen….
ich sehe es schon vor mir….
“Die Abwracker!”
…….da wünschte sich man doch noch eine Abwrackprämie für alte, ausgediente Politiker…!
@Peinhard
Sorry….Peinhard, aber ich kann es nicht oft genug lesen.
Dürfen Schrotthändler die Wagen denn weiterverkaufen, oder sind die verpflichtet die zu verschrotten? Weil wenn die Wagen noch was Wert sind, dann wäre das doch sinnvoll.
Ich weiß, sicher ne dumme Frage … :)
(Ich meine, soweit sichergestellt ist, dass die Prämie dann nicht noch mal kassiert wird. Aber müsste sich doch regeln lassen.)
EDIT: vergesst es … :)
Die “Umweltpämie”: Klarer Fall von gut gedacht und schlecht gemacht …
Aber warum wird sie fortgetzt? Weil sie faktisch kostenneutral ist. Bei einem Neuwagen für ca 15000 € beträgt alleine der MWSt Anteil 2850 Euro …
Aber generell halte ich die Abwrackprämie für eine schnell wirkende Konjunkturmaßnahme. Und deshalb nicht für schädlich. Dass dabei Marktverzerrungen auftreten, muss man wohl in Kauf nehmen. Ich finde es auch dämlich, dass ich mir im Moment wohl kein neues Auto kaufen kann. Das mache ich besser, wenn der ganze Rummel vorbei ist.
Von Konsumgutscheinen würde sicher am ehesten der Einzelhandel profitieren. Der ist von der Krise aber bisher kaum betroffen.
Eine Senkung der Mehrwertsteuer würden die Unternehmen zum großen Teil behalten und nicht an die Kunden weitergeben. Weil die wissen ja alle ganz genau, dass die Kunden ihre Produkte auch zum hohen Preis kaufen.
Für einen großen Fehler halte ich die Grenze von 9 Jahren. Eine Grenze von 15 oder gar 20 Jahren wäre wesentlich sinnvoller gewesen. Mein 23 Jahre alter Golf ist jetzt entgültig zusammengebrochen. Ich wäre froh über ein 9 Jahre altes Auto.
Die gibt’s jetzt nur noch im handlichen Super-Kompakt-Format – der freundliche Schrotthändler macht dir sicher gern auch noch ‘nen Griff dran… :(
@63 cyberdroid
Ich auch……diese Regierung muß sich fragen lassen Kann denn Schwachsinn Sünde sein?
Außer Dillemmata bringt sie ja nichts mehr fertig.
Sorry! Wo ist der Kaiser?
Ich halte die Abwrackprämie für das einzige antizyklische (keynesianische) Element des Konjunkturpakets. Man kann sicher die Einseitigkeit angreifen, aber IMHO ist der große Widerstand dagegen eine typisch neoliberale Kampagne (Abschaffung von Subventionen und man will lieber das Geld in Steuersenkungen für Unternehmer stecken).
Ich habe deinen Artikel zum Anlass genommen, eine Entgegnung auf meinem Blog zu verfassen, um zu zeigen, dass die Prämie eigentlich eher für neoliberale Kräfte ein Dorn im Auge ist.
Lieber “Bibelblicker” Stefan,
mit Verlaub, Du wirst Dich spätestens im nächsten Jahr, auf jeden Fall nach der Wahl, noch gewaltig wundern. 1,2 Millionen Anträge Stand heute, 3 Milliarden satt 1,5 und kein Ende in Sicht. Zahlst Du das oder die Kirche? Absolut vernünftige Fahrzeuge werden vorzeitig auf den Müll geworfen, nächstes Jahr herrscht Mangel an bezahlbaren Gebrauchtwagen und Neuwagen stehen erneut auf Halde – aber noch länger.
Pervers bleibt pervers weil ohne Sinn und Verstand. Aber so leicht wie derzeit ließen sich Schwachsinnsprämien nie durchsetzen. Viel Spaß beim promoten derselben.
Der Artikel hat zwei Ansätzte.
Der eine strozt voller Hassattacken gegen den automoblien Spiessbürger im Reihenhaus mit dem Lederlöappen am Chrom und der ander versucht sich sachlich an der Abwrackprämie.
Zum ersten. Der Reihenhauspappi hat eher einen gehobenen Mittelklasse Audi, BMW, Volkswagen oder ein SUV und das als Firmenwagen, der von irgendeiner Waschstrasse notgewaschen wird als das der Pappi das selber macht. Weil es tendenziell ein Firmenvertriebswagen ist hat der Reihenhauspappi also auch nicht direkt etwas mit dem Abwrackprämie zu tun. Es ist vielleicht seine Frau, deren Zweitwagen im alter von 9 Jahren angekommen ist oder der Drittwagen, den nun der Sohn oder die Tochter lenken darf. Wer auch immer das Altvehikel fährt, das schon länger kein Waschwasser mehr gesehen hat – das Bild (Jens seines) ist altbacken und verkehrt.
Zum zweiten. Als wir auch Gucktour waren in den Autohäusern dieser Stadt (keines unserer Fahrzeuge hat 9 Jahre auf dem Buckel) sahen wir volle Läden. Vor allem Familien mit Kindern auf der Suche nach neuem Ersatz für zu klein gewordene Alt-Fahrzeuge. Wenn dort Subventionen helfen, soll es mir recht sein.
Teil 3a der fehlt (oder ich habe ihn überlesen) ist die Bugwelle jetzt und was kommt hinter einer Bugwelle? Eben, ein Wellental. Das ist der Kern des Problems der Abwrackprämie. Bei mehr als 1 Millionen Anträgen werden ja wohl auch 1 Millionen neue Fahrzeuge verkauft worden sein. Fahrzeuge, die wahrscheinlich erste später und deutlich verteilter als Nachfrage in der Wirtschaft in Erscheinung treten würden. Nun kommen sie als Bugwelle daher und werden wohl ein paar Jahre weitere Nachfrage ausbleiben lassen. Das Problem wird das folgende Wellental werden. Das erleben wird dann je nach Auslauf der Prämie (es gibt ja neue Diskussionen darum über wie hoch und wie lange) Ende 2009 / Anfang bis Mitte 2010.
Teil 3b Die Abrwackprämie befürchte ich am Ende ist die Fortsetzung der Blasenwirtschaft übertragen in die Realwirtschaft.
@67 Fried Fertig
Dafür werden dann nächstes Jahr die auf Halde stehenden Autos billiger. Und die Leute die diese kaufen, weil sie jetzt wegen dem Rummel und mangels ganz altem Auto keine Prämie kriegen, verkaufen dann ihre Gebrauchten.
Die 3 Milliarden Prämie sind jetzt im Wirtschaftskreislauf wirken als Konjunkturhilfe auch in anderen Bereichen.
Andere Maßnahmen hätten auch Nachteile und würden auch irgendwann auslaufen.
Und ob die ähnlich wirksam wären, weniger kosten und deutschen Unternehmen mehr zugute kämen, halte ich für fraglich.
Die Abwrackprämie ist höchstes zu wirksam (und zu einseitig). Und das wirft man ihr ja vor.
Und ich denke auch nicht, dass sich viele Leute wegen nem Autokauf verschulden. Man kauft (bei Verstand) keine Autos auf Kredit. Erst recht nicht in diesen Zeiten. Die meisten gehen sicher an ihr Sparbuch, oder kriegen Geld vom Opa. Wie z. B. die zwei Azubinen, die eben bei mir im Büro waren. Die waren eben gerade sehr begeistert. :)
Außerdem ist es im Grunde gut, dass die alten unsicheren Stinker von der Straße kommen.
In einem Land wo 4 Mio. Menschen jeden Monat gerade so mit ihrem Dasein (denn Leben ist das nicht) über die Runden kommen ist diese Art von Politik ein weiteres Beispiel für den Kerngedanke dieser Gesellschaft. Autos, nichts weiter als eine Ansammlung von Plaste und Metall und leblos werden über die Menschen gestellt. Nahrungsmittelgutscheine wie in Frankreich wird es mit dieser kranken Elite und ihrem Troß willfähriger Mitläufer natürlich nicht geben.
Halte dem Esel die Möhre vors Maul und er rennt. Der Vergleich hinkt, ich weiß, der Esel ist wenigstens gutmütig.
Ich will auch Umweltprämie.
Ich fahre seit 8 Jahren nicht mehr Auto.
Ich fahre Rad und PNV.
Mein Rad ist ca. 15 Jahre alt und müsste mal ersetzt werden. Dann fahr ich noch weniger ÖPNV und bin somit noch umweltschonender und spare der Gesellschaft die Subventionen, die pro Fahrgast in den ÖPNV fließen. Ich verbrauche keinen Sprit und peste die Luft nicth mit Abgas und Lärm voll (mit Ausnahme dessen, was mein Körper als Reste seiner Energieumwamdlung der Mitwelt zumutet, von mir aus mag das gegenrechnen,wer will.)
2500 Euro sind da eigentlich zu wenig. Ich verspreche auch, bei soviel Förderung bei einem deutschen Qualitätshersteller zu kaufen anstatt bei einem asiatischen Großmarktlieferanten.
Kurz: Alle, die diesem Wahnsinn von “Umweltprämie” mit der offiziellen Begründung zugestimmt haben, gehören meines Erachtens wegen erwiesener Unzurechnungsfähigkeit ihrer Ämter enthoben.
Man kann diese Idioten einfach nicht mehr ernst nehmen. Leider haben sie gefährliche Werkzeuge in Händen. Und benutzen sie sie in ihrem Wahn.
Was macht man im normalen Leben mit offenkundig Unzurechungsfähgen, die eine Gefahr für sich und die Allgemeinheit darstellen?
Warum macht man das nicht auch mit diesen Leuten?
Wer hat die eigentlich gewählt?
Und ausgerechnet der FDP fliegen die Sympathien zu.
Vielleicht gehört das ganze deutsche Volk in die Klappse.
Seit mehr als 10 Jahren fahre ich mit dem Fahrrad zur Arbeit, erledige mit dem Velo meine Einkäufe und benutze sehr gerne die öffentlichen Verkehrsmittel. Außerdem engagiere ich mich ehrenamtlich im Umwelt- und Naturschutz. Und nun muss ich mit ansehen, wie alle, die früh morgens allein in ihrem >= 9 Jahren alten Auto zur Arbeit fahren, mir nichts dir nichts 2.500 Öcken einstecken, um morgen dann mit einem neuen Dacia, wieder alleine darin sitzend zur Arbeit fahren. Apropo, es sind genau diese Leute, die eine Umgehungsstrasse wollen, die ein wertvolles Stück Wald in unserer Gegend zerschneiden und stark beeinträchtigen wird. Und genau diese Leute, mit ihren 3 Kindern, deren Namen hinten auf ihrer Windschutzscheibe steht, mit irgendwelch komischen Karikaturen ihres Genvermächtnisses, bauen in ihrem Wohngebiet SpeedBumbs und brettern, sobald sie ihr Viertel verlassen haben mit 50 durch die andere 30er Zone. Irgendwie habe ich es es satt, dass immer genau diese selbstsüchtige, egoistische Gilde für ihr ja ach so soziales Verhalten belohnt wird.
Als ich das zum ersten Mal gehört habe mit der “Abwrackprämie” (kurze Zeit vorher waren Gutscheine (“500,-EUR”) wie in den Zwanzigern in der Diskussion), also dass die genannte Prämie wirklich kommt, konnte ich es kaum glauben.
Ärgerlicherweise habe ich einen alten Vectra kurze Zeit vorher verschrotten lassen.
Zurzeit lauert die Abwrackprämie in verschiedenen Formen in der pol. Diskussion, die lieben Zähnchen des Wahlvolks bspw. könnten nachgebessert werden. Auch Elektrogeräte sollten m.E. ausgetauscht werden können, Plasma-TVs, Satelitenanlagen oder Kühlschränke. Der Sommer kommt ja langsam. Paradiesische Zustände, ich glaube ich wähle dieses Mal christsozialdemokratisch.
Ich habe noch eine alte Stereoanlage im Keller und möchte diese abwracken… Wohin muss ich mich denn da wenden?
Tach, Jens
nix besseres zum Thema gehört, gelesen oder gesehen. Chapeau!
Das Verhältnis der Menschen zum Auto ist hier in der BRD tatsächlich ein pathologisches!
Beste Grüße
Vogel
Hi Jens,
bin`s noch`mal. Hab` versucht rauszukriegen, wieviel % der Nutzer der Abwrackprämie einen Autoneukauf finanzieren. Bin nur auf eine Statistik beim StatBuA gestoßen: “8% der Haushalte haben eine Autofinanzierung!” – dess iss natürlich nich ergiebig. Hast Du (oder jemand anders, der hier mit liest) aussagekräftigeres statistisches Material?
Meine Frage: Wieviel % der Nutzer der Abwarackprämie finanzieren Ihren Neukauf? Wieviel % davon stammen aus den unteren EK-Gruppen (EK < als Durchschnitt, also < als 2.500 €/mtl.)?
Danke im Voraus!
Beste Grüße
Vogel
@76 Vogel
Das kann man vermutlich schon alleine deswegen schwer rauskriegen, weil es oft ratsam ist, den dicken Rabatt für Barzahlung beim Autokauf mitzunehmen und stattdessen das Geld von seiner Haus-Bank zu leihen. Das ist manchmal/oft selbst bei 0%-Finanzierungskosten der Autobank günstiger.
Nen Auto auf Kredit zu kaufen finde ich nicht klug. Das fährt man dann besoffen zu Schrott und steht dann da ohne Auto, mit riesen Schulden und in diesen Zeiten nachher sogar ohne Job. Wenn man das Geld nicht hat, dann kauft man ein gebrauchtes Auto. Natürlich eines das jünger als 10 Jahre ist. So denken sicher viele.
(Themenwechsel:)
Außerdem muss man bei der Umweltbilanz berücksichtigen, dass die alten Autos ja verschrottet werden und nicht wie sonst weiter rum fahren. Da ist vielleicht sogar ein neues großes Auto umweltschonender als ein neuer Kleinwagen plus ein alter Kleinwagen, der noch irgendwo rumfährt.
Das mit der Auto-Prämie ist schon ein bisschen der Wahnsinn, besonders die letzte Erhöhung. Nur ich möchte mal konstruktive Alternativvorschäge hören, deren Mittelpunkt und Hauptzweck die Konjunkturförderung in gebeutelten Bereichen ist. (Nicht Umweltaspekte und auch nicht Soziales.)
@Shukram 71
Schade! Ich bin aus vielen Gründen gegen die “Abfuckprämie” aber das Argument “dann haben die Leute die nächsten Jahre ca. 300 € mtl. am Bein und kaufen nix anderes mehr” iss dann mehr Vermutung als Gewissheit. Auf jeden Fall iss dieser Aspekt dann nich mehr so klar …
Wer bietet mehr Info?
Kurzschluss! Berücksichtigt man die Gesamtenergie/-umweltbilanz so stellt man leider fest, das eine oder andere Auto wird zu früh (!!) verschrottet.
Moral: Zu schnell, nich genug nachgedacht, (weitgehend) bedingungslos – iss nie gut!
Beste Grüße
Vogel
LOL! Jetzt macht auch der neu gebackene Messias unserer Regentin nach: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,618322,00.html
Wenn es kein endgültiger Beweis für die Ratlosigkeit der Weltlenker ist …
PS. Ach ha, noch ein Häppchen zum Thema Ratlosigkeit: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/forschungundgesellschaft/932839/
Nich zu fassen! `Mal sehn, ob und wenn ja, welche Rahmenbedingungen Obama setzt.
Vogel
@ Vogel, 78
Also – sorry – das verstehe ich nicht ganz.
Wenn man ein mind. 10 Jahres altes Auto verschrottet und durch ein sparsameres Neues ersetzt, dann ist das doch umweltfreundlicher, als wenn man das noch 3 Jahre fährt, dann verkauft und sich ein neues Auto kauft. Weil dann fahren doch das neue und das alte Auto (also 2 statt 1) in der Gegend rum.
Und nur weil sich die Energie für die Herstellung des Autos bei längerer Nutzung auf mehr Jahre verteilt, ist es doch nicht umweltfreudlicher länger mit ner alten Dreckschleuder rumzufahren und die dann auch noch an andere zu verkaufen. Das ist doch nur ein statistischer Effekt und das alte Auto wurde schon gebaut und das neue Auto muss ja so oder so gebaut werden, wenn es nicht eh schon auf Halde stand.
Anders (Extrembeispiel):
Nehmen wir an, es gäbe den großen Druchbruch bei Wasserstoff-Autos. Dann wäre es doch umweltfreundlich alle Autos schnell darauf umzustellen und die alten Benzin-Autos zu verschrotten, statt die woanders weiter rumfahren zu lassen. Gesamt-Energiebilanz inklusive Herstellung hin oder her.
@Shukram71
Grundsätzlich gilt: Am Anfang und am Ende stehen Energie- und Materialaufwand – ich denke, das weißt Du auch. Das Basismodell damals wog z. B. 1200 kg – wegen der “zeitgemäßen” Ausstattung wiegt das Basismodell heute ca. 1300 kg, dazu noch mehr “moderne Werkstoffe” … (sprich: sowohl mehr Material- als auch Energieinput) Hat das alte Auto noch relativ wenig gelaufen, z. B. 90 Tkm (die Verschrotter wundern sich, quer durch alle Medien kannst Du die Info bekommen, das jedes 3. “Schrottauto” als Gebrauchtwagen mehr bringen würde als nur 2,5 T€) bringen die bspw. 0,3 l %km während der durchschnittlichen Haltedauer von 67 Monate (http://www.kfz-berlin-brandenburg.de/verband/zahlenfakten/index_20070605135054.html – Beispiel Sachsen, ab S. 17 ff, da musst Du Dich `n bisschen durchackern – btw: dort heißt es auch, dass Neuwagen zu ca. 22 % finanziert werden, mehr als jeder 5. (!)) keinen individuellen positiven Effekt. Das kannst Du auch auf die Gesamtlebensdauer beider Fahrzeuge hochrechnen und kommst auf am Ende zu einem vergleichbaren Ergebnis. Fazit: 1. Altes Auto so lange fahren, bis sich der Umstieg in jedem Fall lohnt! 2. Umdenken findet statt: Neues Modell immer etwas größer, etwas schwerer usw. iss passe, downsizing iss in, bessere Spartechniken kjommen noch …
Im übrigen: In der Technikdiskussion kann man sich verlieren, sie führen bestens Falls zum Sieg in einzelnen Schlachten. Den Kriegsgewinn bringen nur die Verhaltensänderungen! Und da stehen wir noch ganz am Anfang!
Beste Grüße
Vogel
@Vogel
Sukram ist Markus rückwärts (ohne h)
Ich bin doch keine Schuhcreme :)
Kein Jahr ist es her, als sich alle an den Tankstellen verwundert die Augen gerieben haben und befürchten mussten, zukünftig die flexible Mobilität nicht mehr bezahlen zu können. Alternative Antriebsarten wurden diskutiert und die Abhängigkeit vom Öl allenthalben kritisiert. In der Zwischenzeit hat das Preisniveau an den Zapfstellen dank der Weltwirtschaftskrise ausreichend korrigiert, um jetzt dem normalen Lohnempfänger Subventionen anzudienen, die Dienstwagennutzern privilegiert seit Jahrzehnten zugestanden werden.
Das erinnert mich alles sehr an die Kohlesubvention. Künstlich wird eine Schlüsselindustrie am Leben erhalten und die damit verbundenen Wählergruppen milde gestimmt. Was hat das Ganze mit Umwelt zu tun? Wo sind zukunftsfähige Investitionen. Wir hinterlassen einen Schuldenberg, den nachfolgende Generationen abtragen dürfen. Damit diese das überhaupt bewerkstelligen können, berauben wir sie um ein Schuljahr und stellen in Aussicht, dass alle bis 67 oder 70 arbeiten dürfen.
Als Krönung stellt sich Ursula van der Leyen vor nicht einmal 6 Wochen hin und verkündet einen Babyboom, der schon nach 3 Tagen als Falschmeldung entlarvt wird. In der Mainstream-Presse wurde dies hingegen erst in der letzten Woche entdeckt. Das wäre etwa so, als würde Winterkorn neue Absatzrekorde für VW vortragen, um dann zu merken, dass er sich doch in einer Wirtschaftskrise historischen Ausmaßes befindet. Wenn im Familienministerium noch nicht einmal die Grundregeln der Mathematik beherrscht werden, wie sollen diese dann die Zukunft unseres Landes regulieren?
Eine Gesellschaft die Mobilität und eine Flexibilisierung erwartet und dann Kindergartenkonzepte von 8-17 Uhr anbietet. Eine Ganztagsschule, die so weit von einer Flächendeckung entfernt ist wie die Erde von der Sonne. Kinderkrippen und Kindergärten, die in vielleicht 5 Jahren endlich ausreichend vorhanden sind. Eine Familienpolitik (Etat 2008 für das Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: 6,19 Mrd.), die uns genauso viel wert ist, wie die Verschrottung von Altautos (5 Mrd.), ist für ein entwickeltes Land ein Armutszeugnis. Wo ist der Aufschrei in der Bevölkerung?
Bei mir kann sich die Partei um meine Stimme bewerben, die ein schlüssiges Zukunftsmodell für Deutschland und damit meine Kinder aufzeigt. Energiepolitik, Verkehrsinfrastruktur und die Zukunft unserer Gesellschaft (Familien) sind die Kernprobleme die noch nicht oder nur rudimentär angepackt wurden. Verstaatlichung von Industrien und Banken sind allesamt Nebensächlichkeiten. Dass ein ungezügelter Kapitalismus nicht die Lösung vorgenannter Probleme ist, dürfte jedem Bürger einleuchten. Der Markt lebt im jetzt und seinem schnellen Profitstreben und hat durch Zügellosigkeit gezeigt, dass er es nicht kann. Die gesellschaftlichen Profite und dafür ist einzig die Politik das Regulativ werden immer erst in der Zukunft eingefahren. Ich erwarte von der Politik, dass sie frei von der Einflussnahmen von Interessenverbänden, dieser Verantwortung für die Menschen wieder gerecht wird. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
markuSHi Sukram – Tschulldige, schraiben iss schnon schwehr, lehsen wohl noch mähr! :-) (huch, das raimt sich!)Frohe Oktern
Vogel
Ich finde es interessant, dass du auch von anderen Ländern geschrieben hast. Denn bisher war mir nicht bekannt, dass beispielsweise Frankreich sogar einen Konsumgutschein herausgegeben hat! 200 Euro finde ich, sind eine ganz ordentliche Summe-vor allem für Familien mit Kindern.
Aber den 100 Euro Bonus, den wir bekommen haben für unser Kind, fand ich auch ganz nett ;-)
Die Abwrackprämie werde ich übrigens auch in Anspruch nehmen.
Hier weitere Artikel zu diesem Thema:
http://www.von-allem-ein-bischen.de/?p=261
http://www.notzeiten.de/?p=196
Also ich bin ja mal gespannt wie sich das nächstes Jahr alles entwickelt. Dieses Jahr werden Auto, also Kleinwagen, zu Hauf verkauft und was ist dann nächstes Jahr? Sicher hat man da noch ein bisschen Zeit sich was zu überlegen, aber es wird bestimmt nicht gut gehen für Autoteilelieferer, Autofirmen und alle anderen die noch beteiligt sind.
Ich bin ebenfalls der Meinung, dass dieses Problem der geringen Nachfrage nur verlagert wurde! Nächstes Jahr erlebend die Auto-Händler und Hersteller wahrscheinlich die größte Flaute. Jetzt profitieren die Kleinwagenhersteller, wobei die meisten ausländische Hersteller sind, aber im Premium-Segment hat sich nicht viel getan. Das ist auch verständlich, denn kaum ein Premiumkunde fährt ein altes Auto, welches er zum Abwracken nutzen kann. In diesem Segment wird sich meiner Meinung nach auch nicht allzuviel ändern, aber die Kleinwagenhändler und Hersteller werden in den nächsten Jahren stark zu kämpfen haben.
Unglaublich mit dieser Abwrackprämie..Ich meine die Idee ist ja gut aber will nicht wissen wieviele Leute die gar keine Absicht hatten irgendein Auto zu kaufen sich deswegen wahrscheinlich auch verschuldet haben…