Bad Banks – der finale Rettungsakt
geschrieben am 21. April 2009 von Spiegelfechter
Wie soll der Staat sicherstellen, dass das Bankensystem seine Kernaufgaben fortführen kann, ohne den Steuerzahler auf unkalkulierbaren Risiken in dreistelliger Milliardenhöhe sitzen zu lassen? Um diese Frage zu erörtern, trafen sich gestern Vertreter der Regierung, der Bundesbank und des Bankenrettungsfonds Soffin zu einem Spitzengespräch in Berlin. Grundlage für den Gesetzesentwurf, der nun binnen zwei Wochen von einer Arbeitsgruppe durchgepeitscht werden soll, ist ein Konzeptpapier des Finanzministeriums. Es sieht die Gründung staatlich abgesicherter Bad Banks vor, in die jedes Finanzinstitut Finanzmüll auslagern kann.
Das Verlustpotential der faulen Papiere, das in den Bilanzen deutscher Banken versteckt ist, schätzt das Finanzministerium auf gigantische 853 Mrd. Euro. Wie hoch letztendlich der Verlust für den Steuerzahler wird, ist nicht zu beziffern. Die Endabrechnung wird kommen, soviel ist gewiss ? Steinbrücks Konzept dezentraler Finanzmüllhalden verschafft dem Bankensektor lediglich mehr Zeit, indem dieser seine Risiken an den Steuerzahler auslagern darf. Das böse Erwachen für die Staatskasse wird in einigen Jahren kommen, denn dann wird der Schlussstrich gezogen.
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Was für den Terroristen (ähm… Bürger) der Kredit ist, nennt sich wohl jetzt Bad Banks und ist nichts anderes als ein Ratenkredit, der vom Bürger, dem Bürgen, bezahlt werden muss. So können die Finanzcasinos (Börsen) auch an neues Spielgeld bereits im vorraus rankommen.
Natürlich ist das Good Bank Modell wesentlich besser, denn Bad Bank brauchen wir keine, von denen haben wir bereits mehr als genug.
Der Bankrott ist ein ganz normaler Bestandteil der Marktwirtschaft. Firmen, die schlecht wirtschaften können eben Pleite gehen. Das ist normal und sollte auch für Banken gelten.
Wenn es systemwichtig ist, kann man bankrotte Banken verstaatlichen, und wenn nach 10, 20 oder 30 Jahren von den Schweinepapieren was übrig bleibt kriegen die vormaligen Aktionäre halt noch was raus. Aber eben erst dann.
Wieso ich als Normalbürger Investoren und Firmenbesitzer, aka. Aktionäre subventionieren soll, erschliesst sich mir nicht. Dass man den Sparbuchbesitzer aber schützt ist gut, da es quasi nur eine Rückversicherung der Bürger untereinander ist, wenn man mal davon ausgeht das der Staat die Bürger repräsentiert.
Wenn ich als Normalbürger bankrott gehe, dann laufen mir die Gläubiger dreissig Jahre erbarmungslos nach und nehmen mir ab der Dritt-Unterhose alles ab wo sie ihre Finger hinbekommen. Und nach 30 Jahren verlängern sie ihren Titel um weitere 30 Jahre.
Wie üblich wird die Bundesregierung ihr vollstes Vertrauen in die Arbeit “unabhängiger” Rechtsanwaltskanzleien setzen:
http://rsw.beck.de/rsw/shop/extern_redirect.asp?sessionid=C79DBCCDDC5549FC962EC46D14130380&EXTURL=http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/125/1612547.pdf
Interessant sind die Antworten auf die Frage 7 und 15:
7. “Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung konkret getroffen, um mög-
liche oder reale Interessenkonflikte der mandatierten Beratungsinstitutio-
nen im Rahmen der Finanzmarktgesetzgebung auszuschließen?”
15.”Wann und in welchem Umfang haben Beratungsinstitutionen, die durch
die Bundesregierung im Rahmen des Finanzmarktstabilisierungsgesetzes,
respektive zum Finanzmarktstabilisierungsergänzungsgesetz beauftragt
waren/sind, in der Vergangenheit den Investor J. C. Flowers & Co. L.L.C.
oder die Hypo Real Estate Holding AG beraten?
Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung konkret ergriffen, um ein-
schlägige Informationen vollumfänglich zu erhalten?”
Die Antwort lautet in beiden Fällen:
“Es ist Verpflichtung der Auftragnehmer, die Einhaltung standesrechtlicher und gesetzlicher Vorgaben zu gewährleisten.”
Ist das nicht ein Urvertrauen in die Seriösität von Anwalten? Übrigens, was passiert, wenn die standesrechtlichen und gesetzlichen Vorgaben nicht eingehalten werden???
Wir können davon ausgehen, daß die Idee der Bad-Bank und deren Verwirklichung von Anwaltskanzleien “begleitet” wird, deren Unabhängigkeit nicht nachgeprüft wurde und die nicht über eine Ausschreibung ermittelt wurden. Das bedeutet, daß wir als Steuerzahler wahrscheinlich für die Schulden der Zocker aufkommen werden! Natürlich werden die dazu notwendigen Gesetze unter Mithilfe von externen Beratern erstellt, die ein Musterbeispiel an Neutralität und Gesetzestreue darstellen. Wir als Bürger können den Regierenden natürlich voll vertrauen, daß die “toxischen Papiere” mit Sicherheit zu unseren Lasten aus den Bankbilanzen entfernt werden.
Ein sehr guter Artikel mit viel Inhalt (Situation, Bad-Bank, Good-Bank) der gut erklärt wird.
Im Gegensatz zu anderen (TP-)Artikeln zum Thema (Zombies) geradezu eine Wohltat.
Wenn man das so ließt, wäre ein Good-Bank vielleicht die bessere Lösung.
Allerdings ist es vielleicht auch so, dass die Enteignung der Bank-Aktionäre auf “marktgerechte Art und Weise” sicher auch viel Porzellan zerschlagen würde.
“Wie soll der Staat sicherstellen, dass das Bankensystem seine Kernaufgaben fortführen kann,”
Ich komme nicht umhin, dir zu unterstellen, dass deine Hauptsorge ist, wie das Bankensystem wieder funktionieren kann. Und das finde ich total absurd: “Die Banken haben uns in die Scheiße gerissen, also müssen wir die Banken retten.” Da bist du ganz auf der Linie der Kanzlerin.
Mal angenommen, die Banken werden auf Kosten der kleinen Leute gerettet (die sind übrigens seit Jahren in der finanziellen Krise und keinen schert es, by the way). Was denkst du denn, was die dann machen? Genau das Gleiche wie bisher. Nicht Geldversorgung sondern 25% Umsatzrendite (hat Ackermann gerade wieder als Ziel erkündet). Banken sind priavte Wirtschaftssubjekte, die haben im Kapitalismus per definitionem private also egoistische Motive. Die haben nicht den Zweck, die Menschheit mit Geld zu versorgen, schon gar nicht jene, die Geld am dringensten bräuchten. Dass die Banken nicht die Gesellschaft versorgen, sondern umgekehrt die Gesellschaft dafür hernehmen, die Zins- und Vermögensansprüche der Banken zu “versorgen”, kann man doch gerade eindrucksvoll studieren. Und da soll man diese Vögel auch noch retten???
Luebberding hat es wohl auf den Punkt gebracht: Der ‘Kapitalismus’ wird nur noch simuliert, und der so genannte Steuerzahler, also konkret wir, tragen schon eine ganze Weile die Kosten dieser Simulation
“In Wirklichkeit ist dieses Bankensystem eine leere Hülle. Der Kapitalismus als ein System autonom handelnder Akteure wird nur noch simuliert. Die Verantwortung für die Aufrechterhaltung der volkswirtschaftlichen Kreisläufe hat der Staat übernommen. Er bewahrt die wegbrechenden Einkommen vor dem völlig freien Fall und sichert die Kreditversorgung der Unternehmen – auf welchen Umwegen auch immer. Allein der Staat hat den Kollaps bisher verhindert.”
http://www.weissgarnix.de/?p=2051#more-2051
@r.surfer
Natürlich – ohne Bankensystem würde die Wirtschaft vollends kollabieren und die Folgen will ich natürlich nicht erleben wollen. Die Frage ist vielmehr, wie man “das” Bankensystem so ordnen kann, dass es für die Allgemeinheit keine Bedrohung mehr darstellt.
Nein – ich will nicht *die* Banken retten, sondern ein funktionales Bankensystem sicherstellen.
Unfug – was ist mit dem Sparkassensystem, den Volksbanken oder der KfW?
@salvo
Ja – da kann man Luebberding nur zustimmen
Es ist ja ein bewährtes System, auf Sand zu bauen, warum sollten wir davon abweichen ?
Neben einer Bad Bank richten wir dann für jeden noch einen Bad Bürger ein, für den man Schulden aufnehmen kann, ohne ans morgen zu denken und dann gucken wir in ein paar Jahren mal, ob diese Idiotie dafür gesorgt hat, dass sich all diese Schulden zauberhafterweise in Luft aufgelöst haben.
Es wird auch immer davon ausgegangen, dass es günstiger ist, Banken zu retten, um deren systemischen Funktionen aufrecht erhalten zu können, aber spitzes Nachrechnen legt nahe, dass wir uns langsam einem Level an verbranntem Geld nähern, wo man die ach so wichtigen Kredite für die Wirtschaft gleich mehrmals selbst hätte gewähren können. Oder einen ganzen neuen Banksektor gründen.
@Thomas R.
Die Idee mit dem “Bad Bürger” gefällt mir ganz ausgezeichnet. Ich schreibe mal einen Brief an Steinbrück ;-)
“Unfug – was ist mit dem Sparkassensystem, den Volksbanken oder der KfW?”
Ich bin verwundert. Ist dir etwa entgangen, dass die öffentlich-rechtlichen Banken munter mitmischen bei allen Dingen, von Kreditgeschäften bis zum Derivatehandel??? Schon mal was von der HSH Nordbank gehört?
Auch die Sparkasse ist nicht selbstlos, sondern verlangt ordentlich Zinsen und zwar marktübliche. Kann ich ein Lied von singen.
@r.surfer
Das ist mir freilich nicht entgangen – meine Kritik an den Landesbanken ist auch diversen Artikeln zu entnehmen. Dennoch sind sie dadurch keine privaten Banken und Sparkassen und Volksbanken haben sich zum Glück weitestgehend aus diesem Geschäft herausgehalten.
Ja ;-)
Ja und? Sollen die Sparkassen etwa Verluste als Unternehmensziel ausgeben, damit Du Gewinne machen kannst?
p.s., weil derzeit das Wort ‘Steuerzahler’ so arg strapaziert wird.
Wie findest Du dieses Bild, ich finde, es ist tatsächlich tausend Worte wert :-)
http://ataxingmatter.blogs.com/tax/
vielleicht kannst Du was damit anfangen
Die Installation von BadBank(s) wird der erste Schritt zur nächsten Kreditblase sein. Was sollte die Bankster davon abhalten, einfach so weiter zu zocken? Ich sehe da gar nix. Der schmierige Joe wird dann bald wieder 25% Eigenkapitalrendite fordern.
@salvo
Sehr schön ;-)
Aber mE ist das eher auf US-Verhältnisse gemünzt, wo der Widerstand gegen Steuern und Staat vor allem von den rechten Gruppierungen und der Milizszene ausgeübt wird, die ja auch enge Verbindungen zum VT-Millieu hat, mit dem ich mich ja bereits mehrfach angelegt habe. Ein neuer Artikel von Nick Abbe zu diesem Thema ist übrigens in Arbeit.
@Jens
ich finde, man kann es allgemein auch auf ‘unsere’ Verhältnisse anwenden, auch wenn Du recht hast mit dem Verweis auf den US-Bezug. Der Widerstand gegen ‘Steuer und Staat’ kommt ja bei uns aus der ‘Mitte der Gesellschaft’ :-)
Die Banken- bzw. Finanzlobby darf sich ihre Rettungsgesetze ganz offensichtlich selbst schreiben. Das Finanzmarktstabilisierungsgesetz hat ja auch schon Freshfields (Top-Anwaltskanzlei der ganz großen Banken) mindestens mitgeschrieben, wenn nicht sogar in großen Teilen komplett formuliert. Report München hatte vor 2 Tagen da einen ganz interessanten Bericht:
In meinen Augen ist das der ganz große Reibach der Finanzindustrie.
@Marktbeobachter
Das ist nicht einmal nötig – die Arbeitsgruppe “Bad Banks” wird von Jörg Assmussen geleitet, der ja nun wahrlich kein Unbekannter ist.
@Jens
Sag mal, kriegst du eigentlich Geld von der Sparkassenlobby ;-) ?
Also, zu den “armen” Sparkassen, die auf ihre Gewinne verzichten müssten, würde ich von ihnen Gewinne verlangen (welche Gewinne eigentlich, davon hab ich nie geredet und ich bin ja auch kein Unternehmen oder eine Bank?):
Die Stadtsparkasse Hamburg nimmt z.B. “humane” 13,5% für den Dispo, für die Überziehung über die Dispositionslinie hinaus 17,5%. 2005 haben die Sparkasse u.a. dank solcher Geschäftspraktiken 2,3 Mrd. GEWINN gemacht. Von wegen, die müssten ihre hohen Zinsen nur erheben, um Kosten zu decken. Jetzt in der Krise sind die GEWINNE ca. um 50% gesunken, so genau weiß das keiner, aber die Krise ist ja auch eine Ausnahmesituation.
Jetzt zum Thema “Zocken”: Ich zitiere den Tagesspiegel:
“So schritt der 27-köpfige Verwaltungsrat der Nassauischen Sparkasse (Naspa) nicht ein, als der Vorstand ein milliardenschweres Kapitalmarktgeschäft über seine irische Tochter aufbaute ? bei einem Eigenkapital von 251 Millionen Euro. Mittlerweile wurde das 4,2 Milliarden Euro schwere Wertpapierportfolio vom regionalen Stützungsfonds übernommen. Die potenziellen Verluste dürften sich auf einen dreistelligen Millionenbetrag summieren. Im Verwaltungsrat der Naspa sitzen unter anderem neun Bürgermeister und Landräte, sechs Abgeordnete und neun Bankkaufleute.
In Schleswig-Holstein ist vor wenigen Wochen die Sparkasse Südholstein zum Stützungsfall geworden, da das Institut die Risiken aus der Finanzmarktkrise nicht mehr allein schultern kann. Der 21-köpfige Verwaltungsrat besteht unter anderem aus acht Vertretern des öffentlichen Dienstes und sieben Sparkassenmitarbeitern.”
P.S. Sparkassen haben übrigens im Schnitt eine Kernkapitalquote von lediglich 7-8%. D. h. sie drehen ein ganz schön großes Kreditrad mit relativ wenig eigenem Geld. Wenn’s schief geht, müssen dann andere zahlen.
Aktuelle Zahlen der Sparkassen von 2008:
Unter dem Strich ergibt sich ein vorläufiges Ergebnis vor Steuern in Höhe von 2,5 Milliarden Euro, nach Steuern beträgt der Jahresüberschuss rund 1,3 Milliarden Euro; im Jahr 2007 hatte es noch bei 1,7 Milliarden Euro gelegen.
http://www.biallo.de/finanzen/Geldanlage_Fonds/sparkassen-ziehen-bilanz-mehr-einlagen-weniger-gewinn.php
@all
Zum Thema auch ein durchaus lesenwerter Kommentar von Sarah Wagenknecht:
Brandstifter als Feuerwehr
Zum geplanten Gesetz über “Bad Banks” erklärt das Mitglied des
Parteivorstandes Sahra Wagenknecht (MdEP):
Es zeigt sich mal wieder, was Versprechen von Leuten wie Peer
Steinbrück wert sind. Keine paar Monate hat sein anfangs so vehementes
“Nein” zu einer staatlich organisierten Bad Bank gehalten. Jetzt hat
sich die Bankerlobby um die Herren Ackermann und Blessing wieder einmal
durchgesetzt: Die Bad Banks kommen und der Steuerzahler kann blechen.
Noch vor der Sommerpause soll ein entsprechendes Gesetz erarbeitet
werden ? von einer Arbeitsgruppe, die ausgerechnet von
Finanzstaatsekretär Jörg Asmussen geleitet wird. Dabei ist gerade
Asmussen mitverantwortlich für die Entstehung des Banken-Giftmülls,
der nun auf Staatskosten entsorgt werden soll. Er hat nicht nur die
Kreditverpackungsindustrie massiv gefördert, sondern auch durch eine
laxe Bankenregulierung dazu beigetragen, dass flächendeckend
?Schattenbanken? in Steueroasen gegründet wurden, deren riskante
Geschäfte nicht in den Bilanzen aufgeführt werden mussten.
Wer die Brandstifter von einst zu Feuerwehrleuten von heute macht, geht
das Risiko ein, dass aus einem Feuer ein Flächenbrand wird. Denn die
Steuergelder, die heute verschwendet werden, um die größten Zocker
freizukaufen, werden fehlen, wenn es darum geht, die steigende
Massenarbeitslosigkeit zu bekämpfen. Schon jetzt werden die Weichen in
die falsche Richtung gestellt: Während die Bundesregierung Forderungen
nach einem neuen Konjunkturprogramm und wirksamen Maßnahmen zur
Stärkung der Massenkaufkraft rigoros abschmettert, sollen weitere
Milliarden in den schwarzen Löchern des Interbankenmarkts versenkt
werden. Sollte es nicht gelingen, die neoliberalen Brandstifter durch
massiven öffentlichen Druck von den wichtigen Schaltstellen in Politik
und Wirtschaft zu entfernen, werden am Ende die Beschäftigten, die
Arbeitslosen, Rentner und Rentnerinnen für die horrenden Verluste der
Banken und Finanzinvestoren bluten müssen.
am meisten stört mich, dass in keinster Weise eine Grundsatzdiskussion über das Geldsystem an sich aufkommt
Wer die Geschichte von Wörgl anno 1932/33 noch nicht kennt, sollte dies schleunigst nachlesen.
Das von vielen Experten suggerierte System des “fließenden Geldes”, in dem Geld, wenn es nicht fließt einen negativ Zins aufgebrummt bekommt (somit an Wert verliert) scheint mir persönlich um längen besser als jetzige.
Natürlich würde dies auch eine Unterbindung der Finanzschmarotzerei beinhalten und genau deswegen wird es nie soweit kommen.
nur 1,3… die tun mir fast Leid, fast…
@r.sufer
Schön wär´s – die könnten mir wenigstens mal die Kontoführungsgebühren erlassen ;-)
Nö – aber wenn Du kostenlos Geld geliehen bekommst und es als Festgeld der Sparkasse oder jeden anderen Bank gibst, machst Du Gewinne. Das kann natürlich nicht im Sinne einer ÖR-Anstallt sein ;-)
Die Gewinne der Sparkassen füllen die kommunalen Kassen. In Großstädten mag das nicht so relevant sein, aber hier auf dem Lande trägt das Sparkassensystem so zu einer erheblichen Verbesserung der desolaten Steuersituation der Kommunen bei.
Das Dispo-Zinsen ein Ding der Frechheit sind, darüber müssen wir nicht reden – da hast Du recht.
Natürlich haben einzelne Sparkassen auch Mist gemacht, gar keine Frage.
@Hadik
Das gibt es doch – es nennt sich Inflation und wird von der EZB iHv 2% angestrebt.
@Kommentar Sarah Wagenknecht
Treffender Kommentar von Wagenknecht! Das schlimme ist, das das alles bekannt ist – also die Verursacher der Krise und ihre politischen Steigbügelhalter – diese aber völlig ungestört und ganz öffentlich, einfach weiter wie bisher machen und Staat und Steuerzahler zugunsten weniger Profiteure belasten. Da kommt man sich doch ziemlich machtlos vor, wenn man das so als gewöhnlicher Bürger mit ansieht.
Wählen wird wohl kaum ausreichen, um die Plutokraten von den Schaltstellen der Macht zu entfernen, aber alle anderen Möglichkeiten sind leider noch utopischer. Ziemlich deprimierend, so sehenden Auges auf den Abgrund zuzuschlittern….
Ist doch alles wunderbar. In das eh schon kaputte System werden immer weiter massive virtuelle Geldbeträge gepumpt bis der ganze Mist hoffentlich bald komplett zusammenbricht.
Nur was dann? Wieder mal ein Krieg? So einfallslos, wie die Menschheit ist, traue ich ihr das zu.
Eine alternative Lösungsidee (wie hier schon einmal angemerkt) wäre sowas (dauert 40 Min.):
http://www.global-change-2009.com/index.php/de
Falls nicht gewollt, kann der Link auch einfach entfernt werden.
ja, es gilt wohl auch hier das, was William Black über die Maßnahmen der US-Regierung gesagt hat
“We have failed bankers giving advice to failed regulators on how to deal with failed assets. How can it result in anything but failure?”
http://jessescrossroadscafe.blogspot.com/2009/04/crisis-of-our-democracy-corruption-in.html
Willem Buiters Good Bank
http://blogs.ft.com/maverecon/2009/02/how-to-set-up-a-new-good-bank/
Bad Banks? Bullshit!
In den hintersten Ecken der Tresore von Bad Banks sollte die verantwortliche Politikerkaste mitsamt den renditegeilen Bankern weggesperrt werden und zwar für immer!
“Giftmüll” gehört schlicht und einfach gegen Kostenübernahme des Verursachers in der nächsten Müllverbrennungsanlage verbrannt.
Man stelle sich das einmal vor: der Steuerzahler soll nun auch noch für diesen Dreck der Banken zahlen, in Haftung genommen werden. Perverser geht’s nimmer!
Die Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft gehören vor Gericht gestellt!
Aber immerhin gibt es eine ausgleichende Gerechtigkeit: Honecker, ein gebürtigter Wessi hat den Karren “Sozialismus” in der DDR in Dreck gefahren. Die Dame aus der Uckermark, die sich gerne auf “schwäbische Hausfrauen” bezieht, macht das Gleiche nun mit der Schindmähre “Kapitalismus”.
Der Kapitalismus lässt sich seinen Untergang was kosten, der stellt selbst den Untergang des Sozialismus locker in den Schatten.
Was von den Verantwortlichen bisher zur Rettung des Kapitalismus unternommen wurde, ist nichts als Kurpfuscherei gewesen, wie nicht anders zu erwarten, wenn sich Brandstifter als Retter aufspielen.
Überlassen wir unsere Zukunft nicht solchen Leuten!
Sie verkaufen uns in immer währende Zinsknechtschaft.
Die Aktionäre und Gläubiger der Banken haben in erster Linie den angerichteten Schaden zu tragen.
Ganz gewiss nicht hat der Steuerzahler für unkalkulierbare Risiken einzustehen!
Wickeln wir den Kapitalismus mit seiner Schuldenwirtschaft ab, so wie wir den Sozialismus abgewickelt haben.
angestrebt durch indirekte Maßnahmen…
bei diesem System wird Infla- u. Deflation durch den Geldfluss ausgeglichen
viel mehr gefällt mir, dass in Zeiten der Krise, sich dieses System schon bewährt hat und erst durch die Finanzverbrecher aka Zentralbank, unter Androhung eines Einmarsches des Bundesheeres unterbunden wurde
da gabs ja auch vor kurzem den Bericht über diese Regionalwährungen in den USA, die durch Lebensmittel gedeckt sind
finde ich auch gut, muss ja nicht unbedingt Gold oder Silber sein, etwas mit Wert reicht ja schon, alles noch besser als bunt bedrucktes Klopapier auszuteilen und zu behaupten es hätte den oder den Wert
ich bin ja froh, dass hier in Österreich es diese Diskussion noch nicht gibt, wenn die ernsthaft glauben, sie könnten den Durchschnittsbürger “rupfen” um die Dummheit von ein paar wenigen auszugleichen, würden sie samt Parlament brennen (gehört sowieso Saniert ;) )
@hadik
Nein nein, das ist ausdrücklich so gewollt
@otti: Das Merkel ist in Hamburg geboren! 2 cents only
Es würde mich wirklich nicht wundern, wenn sich irgendwann mal jemand unter Berufung auf Art. 20 GG mit schwerem Gerät zu Herrn Asmussen oder einem seiner Spießgesellen aufmacht.
Was außer einem Gefühl der absoluten Ohnmacht bleibt einem da noch, wenn man mitansehen muss, wie “unsere Eliten” sich über alles Hinwegsetzen, was noch als gesunder Menschenverstand und vor allem als sinnvoll für die MEHRHEIT der Bevölkerung durchgeht?
Das Erschütternde ist eben, dass überwiegend Menschen, die eindeutig psychopathische Tendenzen aufweisen, die nötigen krankhaften Formen von Gier, Machthunger und Gewissenlosigkeit aufweisen, die erforderlich sind um “nach oben” zu kommen. Wenn man da nicht ist, kann man nichts ändern, aber ein anständiger Mensch wird da eben auch so gut wie nie hinkommen.
Finanzkapitalismus kennt keine Menschlichkeit.
Angst und Tränen verbreitet er.
Kindertränen.
Lautlos und still.
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/739576?inPopup=true
Den Menschen muss geholfen werden, nicht den Finanzkapitalisten.
Finanzkapitalismus zerstört Menschen und Gesellschaften.
Er wuchert wie Krebs.
Er breitet sich aus, befällt nach und nach alles. Auch bisher gesunde Teile (s. von der Finanz- zur Wirtschaftskrise).
Finanzkapitalismus, aufgebaut auf einer Verschuldungsorgie´und angereichert mit Verbriefungen und Derivaten, ist tödlich.
Wie war das noch mal mit dem erst kürzlich von der Regierung gespannten ‘Rettungsschirm’ von ca. einer halben Billion Euro?
Hat der nicht geholfen?
Nix war’s!
Und nix wird’s.
Ich fand Hamburg schon immer Scheisse und jetzt weiss ich auch warum. 1954 hat Hamburg offensichtlich unter Umgehung aller Embargos etwas der vorgenannten Art in die DDR exportiert …
Guter Artikel mit einem Foto, das mal richtig gut zum Thema paßt :-)
Frage: gibt es einen Link zur Rede von Sarah Wagenknecht?
Zweite Frage: Gibt es irgendwo im Netz eine Quelle, die über die Rolle der Anwaltskanzlei Freshfields – außer den hier schon bei @3 und @17 verlinkten Quellen – berichtet?
Ansonsten ein manueller Trackback auf meinen etwas ausführlicheren Kommentar (der allerdings auch nichts Neues bringt).
@Michael
Yep: hier
Ich beginne mich eigentlich mit der Finanzkrise so richtig anzufreunden.
Was gestern noch Humbug war , und vorgespielte Demokratie, ist heutzutage etwas normales und selbstverständliches. Sogar so normal, das nicht mal mehr die Demokratie vorgespielt werden muss.
Wäre gespannt wie sich ein Volksbegehren gegen die Bad Bank auswirken würde, oder ob die Masse schon genug “gerade” gefeilt worden ist.
Ja wir wissen das wir nicht am grossen Rad drehen können, und ja wir wissen das “die da oben” es so machen werden wie sie es wollen.
Darum seid ihr und ich alle unten, und könnt nur Kommentare abgeben im grossen Spiel.
Wenigstens geniesst man in den westlichen Ländern noch die Freiheit der Kommentarebene.
Da scheint einer noch Angst bekommen zu haben das sich nach den Wahlen in Deutschland ein Bad Bank Modell nicht mehr umsetzen lassen wird, und nun versucht man es in Windeseile mit den strammforcierten loyalen Lobbisten durchzusetzen.
Die Zwergnatur der einzelnen “Wirtschaftler” zeigt sich deutlich in ihrem Tunnelblick für das materielle Gut.
Ja wir haben es geschafft , und endlich haben wir es gerafft, es ist das Geld und die Banken.
Nein, nicht unser verkümmertes materialistisches Bewusstsein und unsere lächerliche Fixierung auf die materiellen Werte ist das Übel des Zeitgeistes.
Nein , es ist das Geld und die Banken lol
Wer suchet der findet, die Frage ist nur wann man anfängt bei sich selber zu suchen .
Ist denn irgendeiner noch fähig , sich im Geiste über die materielle Ebene zu heben, und wenigstens zu versuchen ein Gedankenmodell zu kreiren, das nicht materialistisch ist?
Zeigt doch mit dem Finger nicht auf Steinbrück, wenn ihr selbst das Geld als wichtigstes Gut empfindet.
Es scheint schon bei gewissen Individuen die Einsicht zu fruchten, das nicht die Finanzkrise das Problem ist , sondern die fehlenden philosophischen und sozialistischen Ideen.
Die Linke fordert nur Arbeitsplätze, und die faire Verteilung von Material, sieht aber nicht das sie nur “materialistische” Arbeitsplätze im Auge hat.
Mir gehen immer weiter die Augen auf, und von hier unten sehe ich nur die “da oben” die sich links und rechts entlang der Machtspirale an die materiellen Güter klammern.
Ich habe es schon öfters gesagt, und ich wiederhole mich gerne:
Wenn ihr kein Geld mehr habt, dann müsst ihr mit einem anderen Mittel handeln.
Die Lösung des grössten kapitalistischen Problems liegt nicht in der Umverteilung von Geld.
Das grösste kapitalistische und kommunistische Problem ist die Umverteilung von “dümmlichem Geist”.
Und dümmlicher Geist ist nicht kleiner IQ, sondern fast im Gegensetz die “materialistische” Beschränktheit jeglicher Intelligenz.
Fangt doch mal an eure Zeit richtig zu analysieren, und stellt fest das nur die Zeit zählt.
Kann mir jemand helfen ?
@37
> Kann mir jemand helfen ?
Klar: momentan läuft im Fernsehn HSV ./. Bremen. Spannendes Spiel, und wesentlich einfacher zu durchschauen als Nimzowitsch ./. Tarkowski.
Du solltest Dich mal ein Weilchen zurückziehen und über Deinen Nick nachdenken…
SCR
(@Jens: Danke für den Link. Ich beteilige mich mal – im Rahmen meiner bescheidenden Möglichkeiten – an dessen Verbreitung).
Vielen Dank für den Artikel!
Da schwillt einem wirklich der Kamm. Ich bin gewiss nicht neoliberal, aber wenn man schon Jahre lang der Wirtschaft freien Lauf ließ, warum soll sie nun der Staat, wo sie sich in die Sch… manövriert haben retten? Dann zieht doch euren neoliberalen Käse konsequent durch! Survival of the fittest! Auf den umgestürzten Riesen wachsen dann neue Pflänzchen. War eh alles viel zu groß! Toxische Papiere bekommt man doch nicht wie die Masern. Oder wurden die Banken mit vorgehaltener Waffe gezwungen, toxische Papiere anzunehmen? Und vor allem, wenn das alles mit Steuermitteln finanziert werden soll, kann man dann wenigstens Einblick in diese ominösen Giftpapiere bekommen, damit man wenigstens weiß, für was das Geld ausgegeben wird, das für so viele anderen wichtigen Dinge vorher angeblich nicht da war?
Wenn Steinbrück das Bad-Bank-System durchdrückt, werden ich NIE wieder SPD wählen, ich schwörs!
@schwitzig:
“Ich fand Hamburg schon immer Scheisse und jetzt weiss ich auch warum.”
Das kann ich nicht ändern, ich weiß auch nicht warum die diese Stadt nach mir benannt haben. ;-)
@Gebintit: Du kannst einen drauf lassen, dass den Banken die Staatsknete kandiert rückwärtig eingeblasen wird! Danach zocken die weiter, als wär nix gewesen.
Ein Bild sagt mehr als tausend Wörter:
http://www.forexhowto.com/wp-content/uploads/2008/10/cartoon.gif
Was mich amüsiert ist – da es doch “immer” schon hiess, es sei kein Geld mehr da, man müsse sparen – wieviel Geld jetzt auf einmal mobilisiert werden kann: Abwrackprämie, die Banken bekommens reingestopft (sind anscheinend alle “systemrelevant” – das Konzept der Bad Bank ist übrigens ein etwas zweifelhaftes und risikobeladenes) und Hinz und Kunz der Wirtschaftsszene stehen an und betteln um Nettocash.
Mal schauen, wie sich der Schuldenstand in den nächsten Jahren so auswirken wird, bspw. wenn jeder zweite Euro der Staatseinnahmen in der Tilgung und im Zins verschwinden wird.
@Spiegelfechter
Ich bin auch für einen Systemwechsel. Und einen Austausch des Personals der Banken. Und deren Verstaatlichung.
Aber es ist nicht zappenduster.
Selbst für eine 1 Billion Euro sind die zu tragenden Zinslasten der öffentlichen Hand 30 Milliarden jährlich.
Und sie werden real dank Inflation von Jahr zu Jahr weniger.
Unser Wirtschaftssystem hat ganz gravierende realwirtschaftliche Probleme, die im nicht funktionierenden Währungssystem begründet liegen.
So etwas wie Wettbewerbsfähigkeit von Nationen gibt es bei einem funktionierenden Währungssytem eigentlich gar nicht, da jeder Produktivitätsvorsprung oder Sozialdumping durch steigende Wechselkurse auf das Vorniveau nivelliert wird.
deutlicher kann das wohl nicht auf den Punkt gebracht werden
“Der Neoliberalismus ist durch die Finanz- und Wirtschaftskrise nicht am Ende, im Gegenteil: Er zeigt sein wahres Gesicht und festigt seine Macht. Seine fundamentalistische Kritik am Staat bedeutete keineswegs eine allgemeine Staatskritik, sondern die Kritik am demokratischen, sozialen und Rechtsstaat. In Wirklichkeit hat gerade die neoliberal ausgerichtete Ökonomie wie keine andere auf staatlich abgesichertes Unrecht und auf die Gewinngarantie des autoritären Staates gesetzt. Dies gilt auch und insbesondere dort, wo scheinbar das Gegenteil gepredigt und umgesetzt wurde wie bei der Privatisierung öffentlicher Unternehmen und öffentlicher Dienstleistungen. Deshalb stellen die historisch beispiellosen Bankenrettungsmaßnahmen keine Veränderung, sondern eine Bestätigung der neoliberalen Doktrin dar: Der Staat garantiert die Existenz und die Gewinne der Banken, gerade dann, wenn sie bankrott sind. Damit übernimmt er die Maximen der Krisenverursacher ohne wesentliche Korrekturen noch direkter als zuvor.”
http://www.jungewelt.de/2009/04-23/021.php?print=1
Die ‘soziale’ Forderung des von der Erbschaftssteuer befreiten Reichtums: Steuererhöhungen und Inflation.
http://www.stimme.de/hohenlohe/wirtschaft/Wuerth-Kuenzelsau-Kurzarbeit-Adolf-Wuerth-GmbH-Co-KG;art17654,1513501
Psssst: nicht weitersagen!!!!
Bei der Deutschen Bank ist angeblich alles “sauber”. Das große Geldhaus hätte keinen Bedarf für eine “Bad Bank” – berichten unabhängige Insider der Szene.
Gibt es außer den Sparkassen denn noch Banken, die nicht schon Bad Banks sind? Deine Subhead “Müll sucht Eimer” fasst eigentlich alles Wesentliche des ‘Rettungskonzeptes’ in drei Worten zusammen …
@Knuddelbacke
Und aus genau diesem Grund hatte der Chef höchstpersönlich schon mal im Februar 2003 nach einer ?Bad Bank? gefragt!??? ;-)
Die eigentliche Frage die sich mir stellt: Wo bleibt bei dem ?Bad Bank?-Szenario unserer Volks(Zer)treter eigentlich der sorgenvolle Hinweis auf die zu jedem Verdummungshype beschworenen ?kommenden Generationen??
@Spiegelfechter
Danke für diesen wieder einmal sehr aufschlussreichen Artikel.
mfg
ein Beitrag von Buiter, den man wahrscheinlich auch auf die Situation in Deutschland anwenden kann
“As a result I now expect a clean bill of health for the banks from the Stress Tests. For most banks this will turn out to be incorrect before the end of the year. At that point, the de facto insolvency of much of the US border-crossing banking system will become so self-evident, that even the joint and several obfuscation of banks and Treasury will be unable to deny the obvious. There still will be no fiscal resources available to sanitise the banks? balance sheets by purchasing or guaranteeing the old toxic assets and new bad assets.
At that point, only the ?good bank solution?, which requires either a serious hair cut for unsecured creditors or a mandatory conversion of debt into equity will be viable, simply because the bad bank solution requires additional public money which isn?t there. (You creating a new good bank out of the assets of the old bank and the insured deposits and counterparty claims on the old bank, leaving the unsecured creditors of the old bank with a claim on the equity in the new good bank; a bad bank requires funds to buy the toxic and bad assets from the old bank and addition resources to capitalise the bad bank).”
http://blogs.ft.com/maverecon/2009/04/ruminations-on-banking/#more-1366
@whamburg
Super Cartoon! :-), bringt es wirklich auf den Punkt!
Allerdings springen unsere Banker nicht aus dem Fenster (japanische Sitte), sondern jetten nach Berlin und heulen so lange den Staatssekretären mit Einfluss die Ohren voll, bis die versprechen, dass sie all ihre Sorgen bei Vater Staat abladen können.
@40 whamburg
Das Cartoon ist wirklich klasse – aber über die ganze Hamburg-Basherei unterhalten wir uns dann noch später :-)
Noch ein Cartoon für Freunde des schwarzen Humors: Bankrott
Oder Sch…, oder Noch eine ….
Ich habe eigentlich nur eine Frage, und die hätte ich doch gerne geklärt:
Wieso diskutierte man bereits 2003, also vor 6 Jahren, über eine “Bad Bank”? Die Krise kam doch vollkommen-unerwartet-konnte-niemand-vorhersehen-hätte-man-sich-nicht-träumen-lassen über uns, entnahm ich den Medien und den Statements von CDU und SPD, Sinn und Asmussen. 2003. Unter Gerhard “Brioni” Schröder, mit Bürochef – Steinmeier, auch genannt “der Rächer der Enterbten”.
http://www.handelsblatt.com/archiv/bad-bank-sorgt-fuer-aufregung;606003
@postgrün
Murmeltiertag? Wirklich interessant, dieser über sechs Jahre alte Artikel!
Zitat aus dem Handelsblatt-Artikel: “Nach Informationen des Handelsblatts schlug der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Josef Ackermann, in der hochrangigen Runde die Gründung einer Auffanggesellschaft vor. Diese Kreditwerkstatt wird auch als Bad Bank bezeichnet und soll dazu dienen, die Kredite Not leidender Banken zu bündeln, als Wertpapier zu verpacken und wieder zu verkaufen. Zur Entlastung solle der Staat für die Risiken einstehen und eine Garantie abgeben, hieß es weiter.”
Bohrend wie eine Zecke, dieser Ackermann. Bald hat er sein Ziel wohl erreicht … und über sechs Jahre füllten sich unsere Musterbanker die Taschen, wohl wissend, wie viel Sch… sie in ihren Tresoren hatten.
@Gebintit #53
Gähn, wie langweilig. Da war doch schon mal ein Beitrag mit Link zum Handelsblatt. Ich meine von mir. ;-) Viel spannender finde ich die Tatsache, das ein Heer best bezahlter Journalisten “Aufklärer” unterwegs sind. Jeden Stein nach Neuigkeiten umdrehen, aber keiner im Jahr 2003 landet und “dumme” Fragen stellt.
@54
Gratulation, hatte ich nicht gesehen. Naja, aber – langweilig? Wirkt auf mich langsam eher oberfaul, wie ein Politthriller. Tja, und warum fragt niemand der “Profis” danach? Ich bekomme langsam den Verdacht, dass da wirklich was faul ist, aber im Falle einer umfassenden Aufklärung weder SPD / Grüne (regierten damals) noch CDU (wussten dann auch Bescheid) profitieren würde, und auch nicht die FDP, sondern die böse, schlimme linke Populistenpartei, die schon immer das forderte, was plötzlich alle wollen. Da halten die angeschlossenen Medien und Parteibuchjournalisten lieber still. Im Superwahljahr. Es wäre ein Skandal, der die gesamte politische Landschaft erschüttern würde wie ein Erdbeben. Und das bei den ganzen aktuellen “Die sozialen Unruhen stehen vor der Tür”-Panikmeldungen
(Vorbehalt: Das sind jetzt nur wüste, verschwörungstheoretische, Spekulationen von mir, einem politischen Laien mit Hang zur Dramatik und zum Film Noir, und einer gepflegten Abneigung gegen die “Elite” und die Apologeten des “weiter so”. Im Zweifelsfall also einfach gar nicht ernstnehmen, lieber ein fröhliches Liedchen pfeifen, den Fernseher anmachen, morgen scheint auch wieder die Sonne, alles ist ok. Et kütt wie et kütt, ävver et hätt noch immer joot jejange usw.)
Aber mal ernsthaft: In welchem Zusammenhang diskutierte man 2003 eine Bad Bank? Hat es was mit der aktuellen Krise zu tun, oder sieht es nur für mich als Laien so aus? SF, bitte übernehmen.
@postgrün
Nix für Ungut. Man ist ja vergesslich. ;-) Ich habe mir mal ein PDF vom Handelsblattarchiv gezogen bevor es dort im Datenmülleimer landet und der Nachwelt ein Dokument fehlt. Wäre die Linke pfiffig, würde sie sich die Rechte am Artikel erwerben und als Wahlplakat umgewandelt nutzen. Es könnte ggf. bewirken, dass bei fortschreitender Entwicklung der Wirtschaftskrise am Arbeitsmarkt in der Tat es auch in D kurz mal unruhig würde. Am zum Glück ist die Linke in D nicht pfiffig. ;-)
btw
interessante Einblicke
“Only 53% of American adults believe capitalism is better than socialism.
The latest Rasmussen Reports national telephone survey found that 20% disagree and say socialism is better. Twenty-seven percent (27%) are not sure which is better….
Republicans – by an 11-to-1 margin – favor capitalism. Democrats are much more closely divided: Just 39% say capitalism is better while 30% prefer socialism.”
http://gregmankiw.blogspot.com/
Simon Johnson nennt die Gründe der Krise und die zwei Hauptproblemen, vor denen wohl nicht nur die usa stehen
“Looking just at the financial crisis (and leaving aside some problems of the larger economy), we face at least two major, interrelated problems. The first is a desperately ill banking sector that threatens to choke off any incipient recovery that the fiscal stimulus might generate. The second is a political balance of power that gives the financial sector a veto over public policy, even as that sector loses popular support.”
http://forestpolicy.typepad.com/economics/2009/03/us-oligarchs-and-their-minions.html#more
@salvo
läßt es sich nicht auf
reduzieren? Immerhin wäre mit einer anderen Willensausrichtung von Politik der Versuch gemacht worden, die Kreditnehmer zu schützen und damit ggf. auch den Werteverfall ihrer Hütten begrenzt, einfach weil schon mal weniger den Markt fluten würden wegen Wegfall der Situation verkaufen müssen statt das an sich marode System vorm innerern Absturz zu schützen auf Teufel komm raus, dass dann weniger zusammengebrochen wäre, weil die Kredite eben nicht in Massen geplatzt wären?
ich hatte das oben schon gepostet, da es aber aus irgend welchen Gründe nicht freigeschaltet wurde, tue ich es nochmals – ich finde das sehr interessant
“Only 53% of American adults believe capitalism is better than socialism.
The latest Rasmussen Reports national telephone survey found that 20% disagree and say socialism is better. Twenty-seven percent (27%) are not sure which is better….
Republicans – by an 11-to-1 margin – favor capitalism. Democrats are much more closely divided: Just 39% say capitalism is better while 30% prefer socialism.”
http://gregmankiw.blogspot.com/
ok, ich gebs auf, aus irgend welchen Gründen mag Jens Links auf den Blog von Greg Mankiw nicht freischalten, bitte, Jens solltest Du doch den ersten Post freischalten wollen, entferne den zweiten :-)
@salvo
Interessante Daten. Allerdings, haben Amerikaner das selbe Verständnis von Kapitalismus und Soziailismus wie wir im alten Europa? Selbst hier “kennen” wir ja Kommentatoren, die die alte (ich bin geneigt echte zu schreiben) Sozialdemokratie und die soziale Marktwirtschaft der alten Bonner Republik heuer für Sozialismus halten bzw. verkaufen. ;-)
@MisterL
Im Zusammenhang mit dem Internet und unserer modernen beschleunigten Welt sprach der SPIEGEL mal von Informationssmog, das Wort gefiel mir auf Anhieb. Sorry, wenn ich Informationen jetzt erst entdecke, die du schon lange kennst.
Da ich Biologe und kein studierter Ökonom bin, würde es mich interessieren, was die Experten von dem Zusammenhang der “Krise des deutschen Bankensektors” mit der Euro-Einführung halten? Dieser wird in einem Buch von Katharine und Philip Nölling (2003) angesprochen, auf das mich ein Link vom Bad-Bank-Wikipedia-Artikel geführt hat.
Ist ja schon auffällig, dass es seit Einführung des Euros mit den deutschen Banken bergab geht, sie waren doch in den 90ern noch recht angesehen. In letzter Zeit mehren sich ja, – wegen der zunehmenden volkswirtschaftlichen Divergenzen im Euro-Raum, die Stimmen von Ökonomen, die ein Ende des Euros sehen. Vielleicht mal ein Thema für den Spiegelfechter, ich würde mich freuen!
Übrigens gefällt mir der Begriff Zombie-Bank noch besser als Bad Bank, so nennt der Harvard-Professor Ferguson, laut Wikipedia, diese Banken, die mehr tot, als lebendig sind. Und wenn wir nicht aufpassen, haben wir bald einen Zombie-Staat!
Jetzt weiß ich endlich was ein Euphemismus iss!
Beste Grüße
Vogel