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  • Auch der SPIEGEL plagiiert [Update]

    geschrieben am 28. Februar 2011 von Spiegelfechter

    In der aktuellen Print-Ausgabe hat sich der SPIEGEL diesmal die BILD-Zeitung vorgenommen. Ein wichtiges Thema, ein gar nicht mal schlecht geschriebener Artikel, der online noch nicht zur Verfügung steht. Selbstverständlich erhebt sich der SPIEGEL allerdings auch dieses Mal – wie eigentlich immer, wenn es um das Thema Medien geht – in den Olymp der Unangreifbarkeit. Von der Boulevardisierung des SPIEGEL ist im Artikel selbstverständlich nichts zu lesen. Auch über die prächtige Zusammenarbeit des Dreigstirns BILD-SPIEGEL-FAZ, die unter der Ägide Stefan Aust seltsame Blüten getrieben hat, erfährt der Leser nichts. Von Selbstkritik, wie so oft, keine Spur. Der BILD wird – vollkommen zu Recht – vorgeworfen, die Sarrazin-Debatte populistisch verstärkt zu haben. Dass der SPIEGEL sogar einen Vorabdruck des Sarrazin-Buches veröffentlichte, wird im Artikel nur dezent am Rande erwähnt.

    Bei seinem aktuellen Titelbild bedient sich der SPIEGEL schamlos beim kreativen Werk anderer Menschen. Die Idee, das Rot im BILD-Logo durch Streichholzköpfe darzustellen, ist zweifelsohne genial, suggeriert dies doch in einer anschaulichen Form die Gefahr, die durch dieses Blatt ausgeht. Die Idee kam allerdings nicht dem SPIEGEL, sondern dem Hamburger Künstler Gürsoy Dogtas. Dogtas präsentierte das Werk im Jahre 2008 in Berlin als ein Teil der Künstlerpublikation Matt Magazine #4 in Berlin dem Publikum. Überflüssig zu erwähnen, dass der SPIEGEL Dogtas weder kontaktiert noch gefragt hat, ob man sich an seiner Vorlage bedienen kann. In der Print-Ausgabe fehlt auch jeglicher Hinweis auf den Künstler, dem zweifelsohne die Urheberschaft für dieses Werk zusteht.

    Es ist schon peinlich, dass die Verleger auf der einen Seite ihre eigenen Inhalte über das Leistungsschutzrecht in nur noch grotesk zu nennender Art und Weise schützen wollen und sich gleichzeitig bei jeder sich bietender Gelegenheit schamlos am geistigen Werk anderer bedienen.

    Jens Berger

    Bildnachweis: Matt Magazine/Guersoy Dogtas

    Video: Hier wird das Originalkunstwerk von Gürsoy Dogtas auf der Ausstellung entzündet:

    Update: Soeben erhielt ich eine Mail vom SPIEGEL:

    “Wir legen großen Wert auf die Feststellung, dass uns nicht bekannt war, dass und wie Sie sich künstlerisch mit diesem Motiv auseinandergesetzt haben. Auch intensive Recherchen im Internet vor Veröffentlichung (jetzt auch unter der von Ihnen angegebenen Web-Adresse) zeigen dieses Motiv nicht, auch keinerlei Hinweise darauf, dass es diese Kunstaktion von Ihnen im Jahre 2008 in Berlin-Kreuzberg gab.

    Uns war weder Ihre Aktion in Kreuzberg bekannt, noch war ein Mitglied der Titelredaktion dort anwesend, noch haben unsere Recherchen vorab ergeben, dass es dieses Motiv bereits gab. Wie hätte der SPIEGEL denn Kenntnis von Ihrem inzwischen offensichtlich verbrannten Werk erlangen können? Seien Sie versichert: wenn wir von Ihrer Aktion gewusst hätten, hätten wir sicher ein anderes Titelbild gewählt.

    Hier handelt es sich offenbar um eine sog. „Doppelschöpfung“—wir sind beide, völlig unabhängig voneinander, auf dasselbe Motiv gekommen.

    Offenbar hatten wir beide die gleiche zündende Idee. Der SPIEGEL-Titel ist hier in der Redaktion entstanden, im Übrigen angelehnt an eine andere, nicht veröffentlichte SPIEGEL-Titelproduktion aus dem Jahre 2004, mit einem anderen Motiv. Hier nun für das BILD-Motiv von Ihrem „geistigem Eigentum“ zu sprechen, ist nur insoweit zutreffend, als sowohl Ihnen als auch uns gleiche Rechte an dieser Gestaltung zustehen.

    Wenn wir uns von Motiven (aus der Kunstgeschichte) inspirieren lassen – was durchaus vorkommt – weisen wir in der sog. „Hausmitteilung“ auf der Seite 3 explizit darauf hin—und hätten Sie definitiv vorher kontaktiert. Ein Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit: Das Titelbild von Heft 2/2011 mit der Titelzeile „Die Unersättlichen“ zitiert die berühmte Radierung „Das Gerücht“ von A.Paul Weber—und wir haben in besagter Hausmitteilung ausdrücklich darauf hingewiesen.

    Bei allem Verständnis dafür, dass Sie meinen, im Recht zu sein: es wäre richtig und angemessen gewesen, erst unsere Antwort abzuwarten anstatt uns zu beschuldigen, „mal wieder die Rechte des geistigen Eigentums” zu verletzen.”

    69 Kommentare Print This Post
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    69 Kommentare:

    1. happy aua schrieb am 28. Februar 2011 at 12:54 - Permalink

      Wer hätte das gedacht dass hier mal ernsthaft jagd auf raubkopierer gemacht wird.

      • Spiegelfechter schrieb am 28. Februar 2011 at 12:56 - Permalink

        Ich finde es einfach unfair. Hier der “kleine Künstler”, dort das große Verlagshaus, das sich keinen Zacken aus der Krone brechen würde, wenn es den Namen des Künstlers nennen würde und auch sicher eine ausreichende Portokasse hat, um ihm eine kleine Anerkennung zukommen zu lassen.

    2. Nic schrieb am 28. Februar 2011 at 13:01 - Permalink

      Danke, Jens, für den Artikel. Ich hab mir den Spiegel heute ausnahmsweise einmal gekauft um genau diesen Artikel zu lesen, der sich mit der BILD befasst. Und ich finde den Angriff berechtigt und richtig; aber meine ebenfalls, dass der Spiegel in einem Glashaus sitzt – insbesondere, was den Vorabdruck des Sarrazin-Buches betrifft.
      Seriöser Journalismus geht anders.

      • lupe schrieb am 28. Februar 2011 at 13:49 - Permalink

        Seriöser Journalismus geht anders

        Wie denn?

        • Mir schrieb am 28. Februar 2011 at 15:56 - Permalink

          Das weiss leider Niemand.
          Es gab einmal eine hundertköpfige Kommission, welche nach Beispielen suchte um den Begriff zu definieren, aber nach zehn Jahren der Recherche in Zeitungsarchiven beging dann auch der letzte der Wackeren Helden Harakiri mit seinem Rotstift.

        • Thrombophlebitis schrieb am 28. Februar 2011 at 21:29 - Permalink

          Wie früher der “Spiegel” himself?

    3. Chris schrieb am 28. Februar 2011 at 13:03 - Permalink

      Naja, also ein Plagiat bei einem Bild – ich weiß nicht recht. Sicherlich ist es an das Original angelehnt, aber es ist eben nicht ohne Hinweis kopiert worden. Von einem Plagiat kann man hier nicht sprechen. Ich kann es ja verstehen das man auch mal Jagd auf den Spiegel machen will, das sollte man meiner Meinung nach jedoch besser machen und nicht plump hier von einem “Bildplagiat” sprechen.

      • Lago schrieb am 28. Februar 2011 at 13:13 - Permalink

        Was heißt denn hier “kopiert”? Wenn Guttenbergs Ghostwriter statt Copy+Paste die Originalartikel allesamt abgetippt hätte, wären dass dann plötzlich keine Plagiate mehr?

        Natürlich handelt es sich um ein Plagiat. Bei dem Bild (eigentlich: der Skulptur) handelt es sich um eine äußerst originäre Idee. Diese völlig ohne Hinweis – von einer Anfrage bei dem Erfinder mal ganz abgesehen – zu übernehmen, ist Plagiarismus reinster Form.

      • HHarlekin schrieb am 28. Februar 2011 at 13:26 - Permalink

        Det jeht so: Een Grafiker nimmt det Orijinal als Vorlage, und baut een Bild, det aussieht wie dette uffn Spiejel-Titel, det aba nur noch so ähnlich aussieht, wie det Orijinal.
        Preisfrage: Es dette nu plajiiert oda nich?
        Bei aller berechtigter Kritik an Wikipedia: Das Online-Wörterbuch hilft doch manchmal weiter:(Zitat)”Ein Plagiat (von lat. plagium, „Menschenraub“) ist die Vorlage fremden geistigen Eigentums bzw. eines fremden Werkes als eigenes Werk oder als Teil eines eigenen Werkes. Dies kann sich auf eine wortwörtliche Übernahme, eine Bearbeitung, oder auch die Darstellung von Ideen oder Argumenten beziehen.”

        D. h.: Geistiger Diebstahl ist geistiger Diebstahl ist geistiger Diebstahl.

        Fazi: Der Spiegelfechter hat absolut recht.

        Grüße

    4. daMax schrieb am 28. Februar 2011 at 13:13 - Permalink

      Mwahahhaa! Sehr schön.

    5. Sebo schrieb am 28. Februar 2011 at 13:24 - Permalink

      Der Artikel ist, wie eigentlich jede Spiegel-Titelgeschichte, schon seit Samstag oder so online verfügbar. Man muss nur auf den richtigen Seiten suchen.

    6. Zahnwart schrieb am 28. Februar 2011 at 13:30 - Permalink

      Was ich bemerkenswerter finde als das wohl eher als Adaption denn als Plagiat zu bezeichnende Titelbild: dass der Spiegel mehr oder weniger die gesamte Recherche das Bildblog machen lässt, dieses aber (falls ich es nicht übersehen habe) im gesamten Artikel nicht wenigstens einmal erwähnt.

      • Sebo schrieb am 28. Februar 2011 at 13:35 - Permalink

        Die Volltextsuche sagt auch nein: http://www.scribd.com/doc/49613172/Spiegel-Im-Namen-des-Volkes

        • Spiegelfechter schrieb am 28. Februar 2011 at 13:48 - Permalink

          ja, das kann ich aber doch nicht verlinken ;-)

      • HHarlekin schrieb am 28. Februar 2011 at 13:45 - Permalink

        “…wohl eher als Adaption denn als Plagiat zu bezeichnende Titelbild:…”

        Das eine schließt das andere nicht aus: Eine “Adaption” (Anpassung) im künstlerischen Sinne kann durchaus auf einer geklauten Vorlage beruhen, nämlich dann, wenn z. B. in diesem Fall der Spiegel es versäumte, sich die Rechte zu sichern. Dann ist auch eine “Adaption” ein Plagiat.

        Haben die etwa auch den Bildblog “adaptiert” ohne zu fragen?

        Ich werds mal nachlesen.

        Grüße

    7. Elbarto schrieb am 28. Februar 2011 at 13:38 - Permalink

      Bei dem Spiegel Artikel hat doch wahrscheinlich BildBlog als Quelle und Inspiration gedient, oder?

    8. Kowalski schrieb am 28. Februar 2011 at 13:51 - Permalink

      Ich denke mal, dass in absehbarer Zeit die Blöd-Zeitung mit dem Vorwurf des plagiierens gegen den SPIEGEL, unter Hinweis auf das aktuelle Titelbild und unter Berufung auf den Spiegelfechter, antworten wird.

      Möge die Schlammschlacht beginnen.

    9. Jannis Kucharz schrieb am 28. Februar 2011 at 14:22 - Permalink

      Also in meiner Version gibt es sehr wohl einen Hinweis auf den eigenen Vorabdruck, zwar dezent in Klammern aber erwähnt. http://i.imgur.com/kKGLi.png
      Und auch im Diekmann Interview kommt es nochmal zur Sprache.

      • Spiegelfechter schrieb am 28. Februar 2011 at 14:27 - Permalink

        Stimmt – ich hatte das im Zug nur quergelesen ;-)

        Ich habe es korrigiert. Danke.

    10. Dirk schrieb am 28. Februar 2011 at 14:25 - Permalink

      Ich bin nicht so ganz davon überzeugt, dass dies ein Plagiat ist. In meinem Kopf schwirrt dabei eine Analogie zu meinem Fachbereich (der Informatik), wo man stets Softwarepatente fordert, d.h. ich müsste anfragen, ob ich einen Quelltext so auch benutzen darf, selbst wenn ich ihn völlig selbstständig geschrieben habe, er aber die gleiche Funktionalität hat. Ich lehne dies entschieden ab.
      Genauso ist es doch auch hier, im Endeffekt müsste dann jeder, der ein Foto mit Streichhölzern als “Pixel” anfertigen möchte, vorher den Künstler fragen. Auch bin ich mir über die Schöpfungshöhe nicht sicher – ich finde es jetzt kein großes Kunstwerk oder eine allzu großartige Idee, Striechhölzer so zu benutzen.

      Unabhängig davon hätte ich es trotzdem besser gefunden, wenn der Spiegel den Künstler gefragt hätte und eventuell seine Fotos genutzt hätte, statt es selber nachzubauen. Aber verpflichtet sind sie meiner Meinung nach nicht dazu.

      • Spiegelfechter schrieb am 28. Februar 2011 at 14:28 - Permalink

        ich finde es jetzt kein großes Kunstwerk oder eine allzu großartige Idee, Striechhölzer so zu benutzen.

        Na ja, wenn das keine Schöpfungshöhe ist, dann besitzt darstellende Kunst wohl allgemein keine Schöpfungshöhe ;-)

    11. Carsten Penkella (Guttmensch) schrieb am 28. Februar 2011 at 15:10 - Permalink

      Der Spiegel war von Anfang an eine Kopie des amerikanischen Nachrichtenmagazins Time.

    12. Christian Blessing schrieb am 28. Februar 2011 at 15:19 - Permalink

      Okay, in dem Sinne einer Adapion des Bilds (wenn dies auch die Tatsache eines Plagiats darstellt), gebe ich meinen Nachrednern recht. Doch muss man sich, wie oben auch schon einmal erwähnt wurde, überlegen, ob nicht dann jegliche Darstellung einer Marke/Schriftzug mit der gleichen Technik nicht sofort ein Plagiat ist.

      @Carsten Penkella: Der Spiegel war von Anfang an eine Kopie der Time? Und Europa war von Anfang an die Kopie der USA in Anbetracht auf den Staatenbund (ja ich weiß, die EU ist nicht direkt vergleichbar als System sui generis)? Die Worte Plagiat, Fälschung und Kopie in allen Ehren, irgendwann sollten wir aufhören diese Begriffe wie die sprichwörtliche Sau durchs Dorf zu treiben, der Spiegel mag zur Zeit sich sehr dem schreiberischen Niveau der Bild angleichen, doch sprechen wir hier weiterhin vom Spiegel und nicht von einem Plagiats- und Kopiemagazin.

      • Thrombophlebitis schrieb am 28. Februar 2011 at 21:49 - Permalink

        Und China ist keine Kopie weil China im großen Stil kopiert, was sonst keiner macht. Jawoll, gefällt mir. Und den Chinesen erst ;)

    13. Truvor schrieb am 28. Februar 2011 at 15:55 - Permalink

      Spiegel, Bild & Co. sind wie Ratten, die sich gegenseitig aufzufressen versuchen.
      Wie mies !
      Eine Demokratie, die solche Medien hat, ist eine kranke Demokratie.

    14. na sowas schrieb am 28. Februar 2011 at 15:58 - Permalink

      Bei seinem aktuellen Titelbild bedient sich der SPIEGEL schamlos beim kreativen Werk anderer Menschen.

      Bad artists copy. Good artists steal.
      Pablo Picasso Elmyr de Hory

      • na sowas schrieb am 28. Februar 2011 at 18:29 - Permalink

        Update
        Manchmal sind Gestaltungen in der Kunst so banane, dass sich Doppelschöpfungen nicht vermeiden lassen.

        • Thrombophlebitis schrieb am 28. Februar 2011 at 21:54 - Permalink

          Obsolet. Siehe mein Kommentar 21.

    15. HHarlekin schrieb am 28. Februar 2011 at 16:54 - Permalink

      Ich versuchs einfach mal – man möge korrigierend eingreifen, wenn ich sachlich falsch liegen sollte.

      Als jemand, der in künstlerischer Arbeit nicht völlig unerfahren, wenngleich kein Jurist, ist, denke ich dazu Folgendes:

      Ein bildender Künstler (Dogtas) hat ein Bild zu BILD gestaltet, und ein großes Nachrichten-(Naja…)Magazin hat eine Titelseite gestaltet, die fast exakt so aussieht, wie das Bild des Künstlers.
      Und schon haben wir den 1. Punkt: Die frappierende Ähnlichkeit.
      Nächster Punkt: Der Werkstoff – Streichhölzer.
      Es ist natürlich mitnichten so, daß alle Künstler und Kunsthandwerker nunmehr ein Plagiat erschaffen, wenn sie Streichhölzer künstlerisch verwenden (sie also die Rechte dessen verletzen würden, der erstmals Streichhölzer in einem künstlerischen Werk eingesetzt hat). Hier gehts um den nahezu bzw. exakt identischen Einsatz der Streichhölzer zur Bildgestaltung, und das wäre Punkt 2.
      (Ich lasse mal dahingestellt, ob die Streichhölzer auf dem Spiegel-Titel fotografiert oder grafisch erzeugt wurden)
      Der 3. mE erhebliche Punkt ist die Bild-Aussage (Die ich teile): BILD als BRANDSTIFTER!

      Jeder der 3 vorgenannten Punkte mag für sich genommen sonstwie herstellbar sein, aber die Tatsache, daß sie hier für jedermann ersichtlich gemeinsam auftreten, spricht dafür, daß, wenn der Spiegel sich nicht der Abdruckrechte versichert hat, es sich um Ideenklau und ein Plagiat handeln könnte, oder andersherum gesagt:
      Woran soll man bitteschön ein Plagiat erkennen, wenn nicht an den offensichtlichen Punkten? In einer juristischen Auseinandersetzung würden diese Aspekte mit Sicherheit begutachtet werden.
      (Woran hat man Guttis Plagiate erkannt? Richtig, an gleichlautenden Worten)

      Ich bin, wie gesagt, kein Jurist, aber wäre ich der Künstler, hätte ich zur Erörterung der Sachlage bereits mit meinem Anwalt telefoniert.

      Grüße

    16. egal schrieb am 28. Februar 2011 at 17:32 - Permalink

      Die Behauptung des Spiegels, es handele sich um eine Doppelschöpfung, finde ich nicht unplausibel. Vom Brandstifter zum Streichholz ist es nicht besonders weit. Kann man zwar auch anders sehen, es ist allerdings Spiegelniveau, apodiktisch Plagiat zu schreien und nicht vorsichtig den Plagiatsverdacht zu äußern.

      Kann es sein, SF, dass du gerade wie deine etablierten Kollegen den Schritt vom Journalisten zum Aktivisten machst? Soll mir zwar Recht sein, aber die Qualität der Artikel leidet. Schon der “Guttenberg bedankt sich bei der BILD” – Artikel baute einen sehr schweren Vorwurf auf unsicherer Faktenlage auf. Sah für mich aus wie der von den NDS vielgescholtene Kamagnenjournalismus.

      • egal schrieb am 28. Februar 2011 at 17:37 - Permalink

        Zur Klarstellung:
        DER SPEICHEL ist ein neoliberales, sozialdarwinistisches Hetzblatt. Man kann ihn in Grund und Boden verdammen. Aber bitte mit mehr Butter bei die Fische.

      • Schierke-Nee-Sama schrieb am 28. Februar 2011 at 17:39 - Permalink

        Er findet dies wie ich, wohl einfach etwas unrealistisch.
        Und der bildblog hat doch dargelegt, dies sei nicht das erste mal ?

        • HHarlekin schrieb am 28. Februar 2011 at 17:54 - Permalink

          Ja, völlig unplausibel ist die Darstellung des Spiegel nicht.
          Das können wir glauben. Oder es lassen.

          Und richtig: Bildblog hat nachgewiesen, daß die Spiegel-Redaktion sich auch mal gerne außerhäusig “inspirieren” lässt.
          Ich erlaube mir, bis zum Tatsachenbeweis, den Vorgang weiterhin als zumindest dubios zu betrachten, da es zahlreiche Idee-Möglichkeiten gegeben hätte, BILD und Brandstifterei in Einklang zu bringen (Diekmann mit Benzinkanister, Bildredakteure mit Zapfpistole und Feuerzeug oder Streichhölzern, Deutschland in Flammen, und ein grinsender Diekmann darüber…etc…)
          Mir sind es der Zufälle zuviel. Dennoch ist es möglich, daß der Spiegel die Wahrheit sagt.
          Bildblog verweist auf diese Seite der “Inspiration”:

          http://www.sueddeutsche.de/kultur/spiegel-und-atlantic-das-prinzip-copy-amp-paste-1.597994

          Grüße

      • Thrombophlebitis schrieb am 28. Februar 2011 at 21:58 - Permalink

        Obsolet. Siehe meinen Kommentar 21.

    17. Theo schrieb am 28. Februar 2011 at 18:12 - Permalink

      HHarlekin:
      Der Spiegel muss in der Sache keinen “Tatsachenbeweis” erbringen. Es gibt da keine Umkehr der Beweislast. Vielleicht ist die “Plagiat”-Geschichte in diesem Blog doch etwas zu schnell veröffentlicht worden. Man hätte m.E. eine Reaktion der Hamburger abwarten können.

    18. genova schrieb am 28. Februar 2011 at 18:39 - Permalink

      Aha, den Artikel lese ich jetzt erst. Es handelt sich also tatsächlich um Kunst beim aktuellen Titel.

      Wie auch immer diese Copyrightgeschichte ausgeht: Dass der Spiegel im aktuellen Heft keine Kritik an den zweifelhaften Praktiken unter Aust übt, ist doch klar. Dafür ist ja, unter anderem, der Spiegelfechter da.

    19. Ko-Mike schrieb am 28. Februar 2011 at 20:33 - Permalink

      Den Begriff des Plagiats würde ich hier nur umgangssprachlich anwenden, da dieser rechtlich nicht in der Form verwendet wird, wie einige hier zu glauben scheinen. Ich möchte hier besonders auf einen Punkt aufmerksam machen (auch im Zusammenhang mit Guttenberg wichtig): das bewusste Handeln

      Der Bundesgerichtshof entschied 1960, dass bei einem Plagiat bewusstes Handeln vorliegen müsse. Das Oberlandesgericht Köln urteilte 2002 jedoch, dass dem allgemeinen Sprachgebrauch zufolge jede Nachahmung einer fremden Leistung ein Plagiat sei.

      Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Plagiat
      Man muss den Begriff des Plagiats ein wenig differenzierter sehen und sich von diesem distanzieren, will man rechtlich argumentieren. Grundlage der Rechtssprechung ist in erster Linie das Urheberrecht. Dazu können je nach dem noch weitere Rechtsfolgen kommen.
      Soweit mir bekannt ist, muss nicht zwangsweise ein bewusstes Handeln vorliegen um das Urheberrecht zu verletzen. Bei längeren übereinstimmenden Textpassagen wird dies i.d.R. angenommen, da es fraglich ist, ob hier ein unbewusstes Handeln vorliegt.
      Das Urheberrecht schützt aber auch geistiges Eigentum – sprich: die Idee. Hier ist ein “geistiger Diebstahl” manchmal schwieriger nachzuweisen – die Aussage des SPIEGELs oben ist dafür eine typische Argumentation der Verteidigung: Man hatte eben zufällig die gleiche Idee.
      Dennoch kann das Urheberrecht verletzt sein! Denn eine Urheberrechtsverletzung liegt – soweit mir bekannt – auch dann vor, wenn unbewusst gehandelt wurde.
      Um es griffig zu formulieren: Haben mehrere Personen/Parteien die gleiche Idee, so ist derjenige im Recht, der die Idee als erstes hatte (da muss der tatsächliche Urheber noch nicht einmal schon veröffentlicht haben – wobei es in diesem Fall besonders schwierig wird bzw. könnte hier eindeutig ein “geistiger Diebstahl” vorliegen).
      Die Aussage des SPIEGELs wäre demnach nicht ausreichend. Der Urheber des Werkes könnte eine Unterlassung erwirken.
      Warum ist das so? Der Verfasser/ vermeintliche Schöpfer/etc. eines Werkes hat vorab zu prüfen, ob sein Werk das Urheberrecht anderer berührt (übrigens ist gesetzliche Grundlage dafür die “Mündigkeit des Bürgers”). Das dies nicht immer einfach ist, steht auf einem anderen Blatt.
      Handelt es sich tatsächlich um ein Versehen, einigt man sich i.d.R. außergerichtlich (meist auf Unterlassungserklärung und evtl. Schadensersatz – oder alternativ einer Beteiligung des Urhebers an der Veröffentlichung z.B. Nennung des Namens, Einnahmenbeteiligung etc. ).

      • Ko-Mike schrieb am 28. Februar 2011 at 21:02 - Permalink

        Nachtrag:

        Mir ist jetzt der rechtlich richtige Begriff im Falle des unbewussten Handelns eingefallen. Es handelt sich um: unbewusste Entlehnung !!!
        Einfach danach in einer geeigneten Suchmaschine ;) schauen. Evtl. auch “Urheberrechtsverletzung unbewusst” als Schlagwörter verwenden.

        oder gleich hier schauen…
        http://books.google.de/books?id=-sG_PnXgAwgC&pg=PA440&lpg=PA440&dq=Urheberrechtsverletzung+unbewusst&source=bl&ots=inkkxSrsSV&sig=cukr-1hSd4PqIUQxJjdeuJAFag0&hl=de&ei=QftrTeiPLcPJswb2wfXeDA&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=2&ved=0CCIQ6AEwAQ#v=onepage&q&f=false

        Ich bin nicht sicher, ob ich diesen Link hier erwähnen darf, Herr Berger – wenn nicht, dann löschen. Dann gilt der Hinweis zu folgendem “Büchlein”:

        Gunda Dreyer,Jost Kotthoff,Astrid Meckel
        “Urheberrecht” 2., neu bearbeitete Auflage (2009)
        C.F. Müller
        auf Seite 440 nachschlagen ;)
        (etwaige Rechtsfolgen werden auch erklärt)

        Dem SPIEGEL (und auch Guttenberg) dürfte die Rechtslage bekannt sein.
        @SPIEGEL-Redaktion (da sie ja offensichtlich hier mitlesen): Oder was meinen Sie???

    20. Bonny schrieb am 28. Februar 2011 at 20:58 - Permalink

      Irgendwie liest sich die email des spiegels ziemlich merkwürdig. An wen richtet die sich? An den Spiegelfechter oder den Künstler?

    21. Thrombophlebitis schrieb am 28. Februar 2011 at 21:10 - Permalink

      Die recherchieren aber auf eine beschissene Art und Weise beim “Spiegel”. Waren da wieder diese Praktikanten am Werk oder was?

      Ich habe ´mal, weil mir gerade langweilig war (obwohl es hier viel interessantes zu lesen gibt ;) ) nach “rote fläche mit streichhölzern” gegoogled und folgendes SOFORT auf der ersten Seite gefunden:

      Susan Winter: Untitled (Ausschnitt)
      100 x 100 cm, 50.000 Teile, 2009

      Dabei handelt es sich also um eine Ausstellung, die im November 2009 stattfand und das Kunstwerk der Künstlerin Susan Winter zeigte, also nach Gürsoy Dogtas´ Komposition.

      Hier handelt es sich offenbar um eine sog. „Doppelschöpfung“—wir sind beide, völlig unabhängig voneinander, auf dasselbe Motiv gekommen.

      Dann handelt es sich um mindestens einer “Dreifachschöpfung”, in Anführungszeichen weil der Praktikant, die von mir verlinkte Seite ohne Probleme hätte finden müssen. Also eventuell doch eine Zweifachschöpfung aber der Spiegel hatte damit nichts zu tun.

      So schlecht bezahlt, also gar nicht, kann kein Praktikant sein. Oder er/sie hat sich gedacht: “Für lau sollen die das selber machen, die Deppen”. Somit ist es eine weitere Lüge. Mein Leben ist schon ziemlich abgelebt aber mir tun die jungen Leute leid, denen ständig Höchstleistung abgefordert wird aber jeden Tag von Lügnern regiert und “informiert” und nicht zuletzt auch ausgebeutet werden.

      Ich kenne mich mit Kunst ja überhaupt nicht aus, aber vielleicht gibt ja das Anzünden des Kunstwerks dem selbigen eine eigenständige, künstlerische Note. Außerdem hat er das ja schon 2008 gemacht. Dann liegt Gürsoy Dogtas eindeutig vorn.

      Hätte der “Spiegel” in der Mail nichts über Recherche geschrieben, sondern nur über die Zweifachschöpfung, dann wäre das ganze halb so schlimm, finde ich. Aber so verhalten sie sich wie der hochpeinlich Geborene, na ihr wißt schon …

      • na sowas schrieb am 28. Februar 2011 at 23:54 - Permalink

        Ha… was heißt hier schon “Dreifachschöpfung”? Obsolet!
        Ich erhöhe auf “Vierfachschöpfung”!
        Ich habe ´mal, weil mir gerade langweilig war, und Du Dich in Kunst ja nicht auskennst nach “SPAX” gegoogled.
        Wenn dies jetzt der Uecker liest… tsss… tsss… tsss…

        Dieser Kommentar wurde nicht von Adolf Würth bezahlt!

        • Thrombophlebitis schrieb am 1. März 2011 at 12:52 - Permalink

          OK. Ich kann nichts mehr setzen. Ich steige aus ;-)

          Ich habe trotzdem gewonnen! Und zwar an Erkenntnis durch Deinen Kommentar. Weder Uecker noch Adolf Würth kannte ich bisher. Sehr passende, wenn auch makabre Analogie.

          • na sowas schrieb am 1. März 2011 at 14:10 - Permalink

            @Thrombophlebitis

            …wenn auch makabre Analogie.

            Da bist wohl Du bei “uecker-witt funeral home” gelandet, Sorry war nicht meine Absicht. Ich bessere nach:
            Günther Uecker (* 13. März 1930 in Wendorf, Mecklenburg) ist ein deutscher Maler und Objektkünstler von internationalem Rang. Bekannt wurde er vor allem mit seinen reliefartigen Nagelbildern.
            …hmmm, solltest Du gerade in Kapstadt sein und Dich langweilen:
            03.02. — 06.03.2011 | District Six Museum, Kapstadt
            Günther Uecker
            Der geschundene Mensch [via ifa.de]

            und Adolf Würth …noch nie ‘n Akkuschrauber in der Hand gehabt??? ๏̯͡๏

            • Thrombophlebitis schrieb am 1. März 2011 at 22:46 - Permalink

              Meine Güte! Jetzt oute ich mich als der mit der makabren Analogie.

              OK. Ich erkläre einmal den Hergang zu meiner Schlussfolgerung:

              Wie gesagt, ich habe keine Ahnung von Kunst. Als erstes SPAX angeklickt und gesehen: Aha! Mit Schrauben dargestellte menschliche Gesichterreliefs (sogar sehr schön gemacht).
              Dann nach Uecker geguckt: Der macht´s auch mit Schrauben, nicht so schön aber na ja.
              Und jetzt kommt mein fauxpas: Ich googlete nach Adolf Würth und überflog die Angaben der Fundseiten. Was weiß ich, warum ich Kunst und nicht Schrauben im Kopf hatte, als ich den Google-Fundsatz “Adolf Würth (im Hintergrund) bei einer Vermessung in den Räumlichkeiten der …” an achter Stelle fand. Prima: Der Vermisst irgend etwas in Räumlichkeiten, also wahrscheinlich ein Künstler.

              Nein, ein Künstler war das nicht. Er war ein Anthropologe, ein ZIGEUNERGESICHTSVERMESSER, ein Nazi und ein vorbereitender Mörder. In Wikipedia findet sich ein Bild, wie er das Gesicht eines Menschen vermisst. Das hat in meinem Kopf sofort die Verbindung zu SPAX hergestellt. Anstatt Schraube-Schraube hat´s bei mir Gesicht-Gesicht gemacht und das war´s.

              Ich bin froh über Deine Aufklärung und bedanke mich dafür. Und ich entschuldige mich für meine schlechten Gedanken. Ich hatte vor, Dich in Zukunft kritischer zu lesen. Das ist jetzt zum Glück hinfällig geworden.

      • carlo schrieb am 1. März 2011 at 00:46 - Permalink

        aber vielleicht gibt ja das Anzünden des Kunstwerks dem selbigen eine eigenständige, künstlerische Note.

        Ja! Gürsoy Dogtas Schöpfung hat eine eigenständige künstlerische Note. Ein großartiges gestalterisches Werk für das danach folgende ‘Happening’. Sowas bleibt auch nicht unbekannt.
        Ich gehe auch davon aus, daß der Spiegel die Idee zugetragen bekam und einfach abgekupfert hat. “Zweifachschöpfung”, ein schlechter Joke oder besser eine billige Schutzbehauptung, aber was sollen sie den auch sonst dazu sagen?
        Das Gegenteil vielleicht?;-)

        • Ko-Mike schrieb am 1. März 2011 at 01:25 - Permalink

          Auch hierzu empfehle ich dem einen oder anderen das von mir oben (#19 zweiter Kommentar) erwähnte “Büchlein” ;)… gleiche Seite, nächstes Unterkapitel (SPIEGEL hatte es ja auch angesprochen):
          “Doppelschöpfung” – Punkt 9
          Dort heißt es sinngemäß:
          Eine unbewusst/zufällig weitgehende Übereinstimmung zweier (bzw. mehrerer) Werke ist in Hinlbick auf künstlerische Vielfalt fast ausgeschlossen!
          (siehe auch weitere Erklärungen zum Thema Beweislast etc. – WICHTIG!!!)

          @SPIEGEL-Redaktion: Was sind Ihre gewichtigen Gründe, die den Schluss erklären, es handle sich hier um eine Doppelschöpfung? Wie könne Sie den Anschein entkräften, dass es sich hier um eine Urheberrechtsverletzung handelt?
          Fragen über Fragen. Denn ich persönlich erkenne in Ihrer Aussage keine klare Plausibilität.

    22. spider schrieb am 28. Februar 2011 at 22:05 - Permalink

      Hehe. Da möchte man den netten Herrn Redakteur glatt fragen: “Spiegelst Du noch oder guttest Du schon?”

      :-)

    23. HHarlekin schrieb am 28. Februar 2011 at 22:37 - Permalink

      Noch so eine außerhäusige “Inspiration” des Spiegels.
      Nein, kein Plagiat. Natürlich nicht, sagt der Spiegel.

      http://meedia.de/background/meedia-blogs/stefan-winterbauer/stefan-winterbauer-post/article/ein-spiegel-cover–das-es-so-hnlich-schon-einmal-gab—schon-wieder_100012097.html?tx_ttnewsbackPid=1692%23formular

      Grüße

    24. bismodo schrieb am 28. Februar 2011 at 22:42 - Permalink

      Bevor das auch auf FAZ-online wieder im Hintergrund verschwindet:

      “Eine Person in Fußnoten”
      (http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~EC66FBF3DF17542E8B68E58589F4872B2~ATpl~Ecommon~Scontent.html)

      Darin trägt der Autor Marcus Jauer in Zitaten zusammen, wie sich zwei Jahre lang die “seriösen” Zeitungen bemüht haben, dem Lügenbaron die Jubelperser zu machen. Köstlich und lesenswert.

      (Habe vorhin mal versucht, den link im Forum von SPON unterzukriegen. Hat nicht geklappt… schliesslich ist bei der Lobhudelei auch der Spiegel kräftig dabei gewesen)

      • Ko-Mike schrieb am 28. Februar 2011 at 22:53 - Permalink

        Wunderbar! :)

    25. Dr. TF schrieb am 28. Februar 2011 at 23:30 - Permalink

      Der Spiegel ist die Bildzeitung derer, die glauben intelligenter zu sein. Punkt.

    26. Christian Edom schrieb am 28. Februar 2011 at 23:48 - Permalink

      Ich würde sagen, dass Motiv hat einfach eine Ähnlichkeit mit dem Foto auf Seite 133 im SPIEGEL, auf dem Kai Diekmann vor einem einem teilweise vergleichbaren Motiv zu sehen ist, welches an der Wand hängt.

      • f.luebberding schrieb am 1. März 2011 at 08:12 - Permalink

        Das ist mir auch aufgefallen.

      • Spiegelfechter schrieb am 1. März 2011 at 09:15 - Permalink

        Kunststück, alle drei Motive haben nun einmal eine Ähnlichkeit mit dem BILD-Logo ;-)

        • f.luebberding schrieb am 1. März 2011 at 09:40 - Permalink

          Dann hat der Spiegel das BILD Logo plagiiert – oder nicht doch zitiert … ?

    27. Tom schrieb am 1. März 2011 at 02:42 - Permalink

      wir sollten uns nicht zu tode schützen!
      google bildersuche > “matches art” und der geneigte sucher findet dutzende motive aus streichhölzern; mal rot, mal abgebrannt, mal ein “$” mal “love”… ich frage mich, inwieweit die idee – zweifellos recht originell – dennoch ausreichend gestaltungshöhe hat, dass überhaupt ein “schutz” über ein urheberrecht an genau *diesem* objekt hinaus griffe. das konzept “bild aus streichhölzern” ist nicht schutzwürdig.

      diese schutzdebatten lassen mir die eine ganz kleine aber drückend wichtige frage ausser acht: wie lange dauert es, bis ich nichts mehr sagen, schreiben oder bildhaft darstellen kann, ohne dass ich sofort halb im knast stehe.

      wie schon in #19 zu lesen, sollte ein urheber prüfen, gibts das schon etc. – klar und wenn ich trotz zumutbaren aufwands nichts finde, mach ichs einfach. wenn jemand meint, ich hätte kopiert, wird er sich melden. wenn wir uns nicht so einigen können, klärt eben ein anwalt.

    28. brainOnaut schrieb am 1. März 2011 at 05:22 - Permalink

      passiert tatsächlich schon mal, mir selbst ist das in den ´80gern passiert, als ich ne kleine karikatur von gorbatschow in ner winzigen szene-zeitung veröffentlicht habe…keine woche später sah ich die selbe thematik in der SZ.
      gorbatschow schob bei mir mit anstrengung und erfolglos den sowjetischen dinosaurier in richtung zukunft, bei der SZ wars der russisch-sowjetische bär…
      kein witz.
      die thematik mit den streichhölzern ist wirklich irre naheligend auch weil das motiv grafisch einfach ist und dabei maximalen effekt erzielt.
      ich will hier nicht den spiegel verteidigen, aber m. e. scheint das tatsächlich zufall zu sein.
      BTW, schaun wa mal wie sich das ehemalige so unter dem neuen-alten einzelchefredakteur noch so entwickelt, meine stille hoffnung is ja, dasses möglicherweise wieder ein * ohne das ehemalige wird…

    29. unbequemer schrieb am 1. März 2011 at 07:11 - Permalink

      Plagiat – in manchen Aspekten durchaus möglich, ohne kopiert zu haben.

      Beispiel: Programmierung – eine Aufgabe – 28 Teilnehmer, jeder für sich an einem PC, und hinterher durchaus identische Lösungen. Ohne abgekupfert zu haben.

      Geistiges Eigentum – meines Erachtens nur so lange, so lange es “gedacht” wird. Sobald es geschrieben oder gesagt wurde, ist es kein Eigentum mehr. Nur die Gier oder die Eitelkeit will dann als Urheber Rechte in Anspruch nehmen,

      Wie ist das mit dem Satz des Pythagoras? OK, schon lange her, aber als er diesen Satz “entdeckte”, hätte er da nun die Rechte an dieser Erkenntnis? Hätte nach heutiger Sicht niemand mehr diese Formel ohne “Tantiemen” nutzen dürfen.

      DAS zeigt meines Erachtens schon die Blasiertheit vom Menschen, wenn sie etwas von sich gegeben haben und dafür dann noch Rechte an diesem allgemein zugänglichen “Fakten” in Anspruch nehmen.

      Wie lächerlich das wirkt: wenn ich nun diesen Beitrag als mein geistiges Eigentum bezeichne und auf “Nutzungsentschädigung” bestehe, wenn nun jemand ebenfalls Kritik an dem “Recht auf geistigem Eigentum” übt.

      Also, wer auf sein “geistiges Eigentum” besteht, sollte es für sich behalten. Nur dann ist es noch sein Eigentum. Wenn ich “reales Eigentum” auf den Sperrmüll stelle, also öffentlich mache, kann ich auch nicht mehr einen Anspruch darauf erheben. Und Städte, die dann den Sperrmüllsuchern erklären, das sein nun eben Eigentum des Entsorgers … lächerlich.

    30. Michael Haller schrieb am 1. März 2011 at 10:44 - Permalink

      D

      ie Idee, das Rot im BILD-Logo durch Streichholzköpfe darzustellen, ist zweifelsohne genial, suggeriert dies doch in einer anschaulichen Form die Gefahr, die durch dieses Blatt ausgeht. Die Idee kam allerdings nicht dem SPIEGEL, sondern dem Hamburger Künstler Gürsoy Dogtas.

      Lieber Herr Berger und zahlreiche Kommentatoren,
      woher wissen Sie, dass das Spiegel-Cover das Plagiat einer Arbeit von Dogtas ist? Die frappante Ähnlichkeit der beiden Einfälle ist kein Nachweis für Plagiat! Haben Sie einen Beleg dafür (z. B., dass die Arbeit von Dogtas per Video oder Foto in den vergangenen Monaten allgemein zugänglich war?). Leider bietet Ihr Text eine Reihe Falschbehauptungen bzw. Unterstellungen. Grundsätzlicher gefragt: Teilen Sie mit mir die zu den Grundlagen des Journalismus zu rechnende Auffassung, dass sich veröffentlichte Meinungen nicht auf Vorurteile, sondern auf Sachverhalte stützen sollten? Medienkritik ist dringend erforderlich. Doch Vorurteilsbestätigungsgerede haben wir schon genug.
      MfG
      MHaller

      • Ko-Mike schrieb am 1. März 2011 at 12:08 - Permalink

        Herr Haller,
        Sie schrieben….

        Die frappante Ähnlichkeit der beiden Einfälle ist kein Nachweis für Plagiat!

        Die “frappente Ähnlichkeit” ist aber ausreichend dafür, dass man die These aufstellen kann, es handle sich hier um eine Entlehnung – wenn auch eine unbewusste. Der SPIEGEL behauptet es sei eine Doppelschöpfung. Es besteht zwar die Möglichkeit, dass der SPIEGEL recht hat, jedoch ist es in diesem Fall hier äußerst unwahrscheinlich (da nicht nur die Machart – also die Streichhölzer – des Werkes, sondern auch das Motiv übereinstimmen). Und die Aussage des SPIEGELs begründet diese Behauptung – nach meiner Auffassung – nicht ausreichend (dies muss er hier auch nicht tun, evtl. jedoch an anderer Stelle – wäre hier aber vllt. angebracht, um die öffentliche Behauptung zu entkräften). Desweiteren spricht der SPIEGEL nur von der Übereinstimmung des Motivs und einer “zündenden Idee”.
        Es fehlt die genaue Schilderung – sprich: Wie konnte es zu einer Doppelschöpfung laut SPIEGEL kommen?

        Edit:
        Setzt man die Streichhölzer als Einheit. So scheint es auch in den Maßen eine annähernde Übereinstimmung zu geben (ich mach mir jetzt aber nicht die Mühe jedes einzelne zu zählen ;) ).

    31. daniel jens schrieb am 1. März 2011 at 10:57 - Permalink

      In der Medienszene von Berlin-Kreuzberg schwirren soviele Spiegel-Redakteure herum, dass man die Redakteure von anderen Medien fast schon aufwendig suchen muss. Deshalb ist die “Doppelschöpfung” ungefähr so wahrscheinlich wie eine “Jungfrauengeburt”.

      Trotzdem wäre eine Vorab-Konfrontation des Spiegels mit dem Plagiatsverdacht unter Einräumung einer Spiegel-typischen kurzen Frist für die Antwort sinnvoll gewesen. Schon allein wegen der dann wahrscheinlich weniger gelackten Schutzdarstellungen.

    32. dogtasfan schrieb am 1. März 2011 at 11:45 - Permalink

      Jedenfalls hat Herr Dogtas seine 15 Minuten Fame, die ihm herzlich vergönnt seien. Künstler, mach das beste draus! Ist besser als ein Doktortitel, der kann ja wieder aberkannt werden. Dogtas wäre nicht der erste und bestimmt nicht der letzte ‘Künstler’ der sich mit einem ‘Skandal’ etabliert.

    33. Frank schrieb am 1. März 2011 at 19:51 - Permalink

      Was ich an diversen Medienkritiken im Internet immer so erfrischend finde, ist die primäre Diskussion über dieses “wer wen was wohl geklaut haben könnte” oder das “haha, die sind ja auch nicht besser”. Dass derweil Brandstifter und selbsternannte Feuerlöscher weiter mit ihren pseudojournalistischen Machwerken erfolgreich als Rattenfänger unterwegs sind, bleibt offenbar Nebensache.

    34. Vince schrieb am 1. März 2011 at 20:27 - Permalink

      Die ganze Plagiatitis kommt mir vor wie ein Wettbewerb im Scheisse schmeissen. Alle sitzen so balb bis zum Hals in AA. Noch wird kräftig geworfen. Gutti hats wohl zu sehr gestunken. Medien wie Spiegel oder Bild oder Focus, egal wen man da von den Großen nennt, die stinken schon seit sehr langer Zeit und sind das gewohnt, daher produzieren sie in Pagiate und Halbwahrheiten am Fließband. Dem Leser fällts schon nicht mehr auf da er in Wirklichkeit die Fähigkeit zu differenzieren längst verloren hat.


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