Asklepios – ein Heiler auf Abwegen
geschrieben am 27. April 2009 von Spiegelfechter
Asklepios, so lautet der Name des griechischen Gottes der Heilkunst. Er wurde vom Göttervater Zeus durch einen Blitz erschlagen, da dieser befürchtete, dass dank Asklepios’ Heilkunst kein Mensch mehr sterben müsse. Asklepios ist aber auch der Name eines großen deutschen Klinikbetreibers. Die Asklepios-Klinken machen allerdings weniger durch ihre Heilkunst von sich reden. Das Geschäftsmodell des Klinikbetreibers ist es vielmehr, öffentliche Krankenhäuser zu Dumpingpreisen zu übernehmen und durch Sparmaßnahmen auf dem Rücken von Personal und Patienten rentabel zu machen. Hätten es die Asklepios-Gründer also mit der griechischen Mythologie ernst genommen, hätten sie dem Konzern den Namen Hermes geben müssen, des Gottes der Händler, der sich in einer Nebentätigkeit auch um die Diebe kümmert. Bei den Heilern, also den Ärzten und dem Pflegepersonal, das für die Asklepios-Kliniken arbeitet, hat ihr Arbeitgeber einen denkbar schlechten Ruf. Der Konflikt zwischen Arbeitnehmerinteressen und Rentabilitätszielen ist allerdings keine bedauernswerte Ausnahme, sondern Geschäftsziel ? ohne eine ?Optimierung der Fallkosten?, die bei einem Krankenhaus hauptsächlich über die Senkung der Personalkosten zu erreichen ist, würde das Asklepios-Modell nicht funktionieren.
Seit diesem Wochenende macht Asklepios erneut negative Schlagzeilen. Wie jetzt bekannt wurde, hatte man bei einer Routineuntersuchung in der Hamburger Zentrale des Konzerns mehrere verwanzte Telefone entdeckt. Neben der Geschäftsführung wurden auch die Pressestelle und der Gesamtbetriebsrat mit abgehört. Wer zu diesen Stasi-Methoden griff, ist zwar unbekannt, aber die Vermutung, dass die Lauscher in der Konzernzentrale in Königsstein im Taunus sitzen, ist kaum von der Hand zu weisen. Die Geschäftsführung in Hamburg steht mit den Besitzern im Clinch, Pressekontakte werden bei Asklepios seit jeher argwöhnisch beäugt und der Betriebsrat gilt den Königssteinern als Feind im eigenen Hause. Zur Aufklärung hat man die ?neutralen? Unternehmensprüfer von Ernst & Young engagiert ? wobei gerade eben diese Prüfungsgesellschaft in Bezug auf Asklepios alles anders als neutral ist. Bernard Broermann, der vemeintliche Alleinbesitzer der Asklepios-Kliniken, war vor seinem Krankenhaus-Engagement Mitarbeiter bei den Vorgängern von Ernst & Young, die ihn auch immer wieder direkt und indirekt als Kapitalgeber auf seinem Expansionskurs begleitet haben. Ernst & Young und assoziierte Unternehmen traten auch mehrfach im Vorfeld von Krankenhausprivatisierungen als ?neutrale? Wirtschaftsgutachter auf ? die Expertisen sagten der öffentlichen Hand in allen Fällen hohe zukünftige Belastungen voraus und Asklepios bot sich als ?kostensparende? Alternative an. Wenn Ernst & Young nun die Spitzelvorgänge untersucht, ist kaum anzunehmen, dass etwas ?Unerfreuliches? für Broermann und Co. dabei herauskommen wird.
Asklepios erblickte im Jahre 1984 das Licht der Welt. Woher Unternehmensgründer Broermann das Kapital für seine sagenhaften Geschäftspläne nahm, darüber kann nur spekuliert werden. Private Geldgeber aus dem Umfeld von Ernst & Young gab es zu Genüge und sein Geschäftsmodell benötigt relativ wenig Eigenkapital. Mit den ?richtigen? Wirtschaftlichkeitsgutachten von Ernst & Young im Hintergrund sind Krankenhäuser in Deutschland zu Discountpreisen zu haben. Meist musste Asklepios nur geringe Summen für den Kauf der Häuser aufbringen, dafür aber den Kommunen die Übernahme von Investitionen und Schulden zusagen. Diese Kosten werden dann aus dem Cash-Flow übernommen, womit man Steuern spart und die Betriebskennzahlen drückt, mit denen man dann die unliebsamen Personalentscheidungen begründet. Heute verbucht Asklepios einen Jahresumsatz von 2,3 Mrd. Euro. Man betreibt 110 Krankenhäuser mit 21.000 Betten und beschäftigt 36.000 Mitarbeiter, einen Großteil davon in Deutschland.
Krankenhäuser sind für private Investoren rentabel. Auch für die Asklepios-Kliniken, die aufgrund der kleingliedrigen Strukturen keine wirtschaftlichen Kennzahlen veröffentlichen müssen. Gemessen an Konkurrenzunternehmen, die publikationspflichtig sind, kann man bei Asklepios von einer Eigenkapitalrendite von rund 15% und einer EBITDA-Rentabilität von rund 10% ausgehen ? dies wäre ein Gewinn von 230 Mio. Euro pro Jahr. In einer Investorenschrift rühmt sich Asklepios für seine, ?im Vergleich zur Gesamtwirtschaft überdurchschnittlichen operativen Ertragskraft?, die von einer Rating-Agentur mit der Investment-Grade-Bewertung BBB belohnt wurde. Das Geschäft rund um die Gesundheit ist sehr rentabel, nur hält man solche Informationen als Betreiber natürlich gerne geheim. Wie sonst könnte man die Mitarbeiter davon überzeugen, Lohnkürzungen hinzunehmen? Wie sonst könnte man den Staat überzeugen, immer mehr Geld in Klinken zu pumpen? Wie sonst könnte man Kommunen überzeugen, ihre Krankenhäuser zu Discountpreisen zu verschleudern?
Personalkosten spielen im Gesundheitssystem eine große Rolle ? Pflege ist nun einmal Handarbeit und lässt sich schlecht rationalisieren. Klinikkonzerne wie Asklepios sind jedoch Experten auf dem Gebiet der Lohnsenkungen. Was man ausgliedern kann, wird ausgegliedert ? Apotheke, Putzdienste, Küche und der technische Bereich fallen der Privatisierung meist zuerst zum Opfer. Die gleiche Arbeit wird dann oft von den gleichen Mitarbeitern außerhalb des Tarifs erledigt. Lohnkürzungen bis zu 30%, bei gleichzeitiger Verlängerung der Arbeitszeit, Kürzung der Urlaubstage und der Zusatzleistungen sind die Regel. Die Mitarbeiter arbeiten dann formal für konzerneigene Leiharbeitsfirmen und können bei Bedarf jederzeit ohne große Diskussion mit dem Betriebsrat gekündigt werden. Auch examinierte Pflegekräfte werden von Asklepios in Tochterfirmen wie der “Asklepios medi top Pflegedienste & Service GmbH” unter Umgehung der geltenden Tarifverträge als Zeitarbeiter beschäftigt ? hiervon sind besonders Neueinstellungen betroffen. So entsteht in allen Asklepios-Häusern eine Zweiklassen-Arbeitnehmerschaft ? wobei allerdings die Inhaber von Altverträgen ohne Schulterzucken ausgedünnt werden, sobald es die Rahmenverträge mit der Kommune gestatten.
Dies ist das Asklepios-Modell ? nach der Privatisierung wird meist die Bettenzahl erhöht und gleichzeitig Personal abgebaut. Stellen werden nicht neu besetzt und Zeitverträge werden nicht erneuert. Mit weniger Personal werden dann mehr Patienten versorgt. Obwohl die Fallzahlen steigen und der Arbeitsdruck beständig wächst, nimmt der Personalschlüssel kontinuierlich ab. Natürlich sorgt die permanente Unterbesetzung für Frust beim Personal und führt zu einer qualitativ schlechteren Patientenversorgung. Mitarbeiter von Asklepios, die mit Journalisten nur inkognito sprechen, berichten von eingekoteten Patienten, die ungewaschen auf der Station eingewiesen werden; von Nachtschichten auf Stationen, auf denen nur noch eine einzige Pflegekraft schwer Kranke und frisch Operierte betreut; von Arzthelferinnen aus Zeitarbeitsfirmen, die anstelle von ausgebildeten Kräften als Leiharbeitskräfte direkt in der Notaufnahme eingesetzt werden.
Um weiter Kosten zu senken, greift Asklepios gerne auf schlecht ausgebildetes Personal zurück, das wesentlich preiswerter zu haben ist. Zeitverträge von examinierten Krankenpflegern werden dabei nicht mehr verlängert und deren Stellen werden mit ?Gesundheitsassistenten? besetzt ? dies sind meist Arbeitslose, die nach einem halbjährigen Schnelllehrgang auf die Patienten losgelassen werden. In der Theorie sind diese Servicekräfte nur für Tätigkeiten vorgesehen, die keine besondere Ausbildung erfordern. In der Praxis zählt dies bei einer chronischen Unterbesetzung natürlich wenig ? examinierte Kräfte und Gesundheitsassistenten ergänzen sich nicht, sie verdrängen einander. In einigen Häusern führt dies dazu, dass kein einziger ausgebildeter Pfleger nach Abschluss seiner dreijährigen hochqualifizierten Ausbildung übernommen wird ? dafür stellt man allerdings günstigere Gesundheitsassistenten ein. Examinierte Kräfte müssen dafür immer mehr Arbeiten der Ärzte übernehmen, wie die Abnahme von Blut oder das Legen von Zugängen. Dafür bleiben dann andere Bereiche liegen. Wenn man nicht mehr genügend Zeit hat, alle Patienten zu füttern, so werden halt Magensonden oder venöse Zugänge gelegt ? das geht schneller, als mit der Hand zu füttern.
Ein Unternehmen wie Asklepios hat gute Gründe, sein Personal zu überwachen ? viele Mitarbeiter sind in die innere Emigration gegangen, viele Mitarbeiter haben allerdings auch eine tief verwurzelte Wut auf die Unternehmensführung. Unternehmensgründer Broermann beschrieb seine Philosophie in einem internen Schreiben folgendermaßen: ?Diese Philosophie [?] geht [?] einher mit 100-prozentiger Loyalität gegenüber dem Unternehmen. Jeder Missbrauch des Vertrauens ist daher mit voller Härte zu ahnden [?] Mitarbeiter wollen Führung?. 100% Loyalität gegenüber einem Arbeitgeber zu empfinden, der Arbeitsplätze streichen will, den Lohn kürzt, die Arbeitszeit erhöht und bereits Billigarbeiter im Ärmel hat, die einen jederzeit ersetzen können, wäre ungewöhnlich. Die volle Härte ihres Arbeitsgebers fürchten indes viele Asklepios-Mitarbeiter. Da mag es kaum verwundern, dass Betriebsfeiern ausfallen müssen, da sich kein einziger Mitarbeiter in die Teilnehmerliste eintragen will, Betriebspsychologen von den Mitarbeitern keine Auskunft mehr erhalten und ?anonyme? Qualitätsstudien von den Mitarbeitern nicht ausgefüllt werden. Wenn ein solches Unternehmen schon seine eigenen Führungskräfte abhören lässt, ist ihm auch einiges mehr zuzutrauen.
Das Geschäft mit der Gesundheit hat mit Heilen nur noch wenig zu tun ? es ist ein Geschäft wie jedes andere auch, nur dass es stärker als andere Geschäfte auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen wird. Nicht Heilung, sondern betriebswirtschaftliche Kennzahlen stehen im Mittelpunkt. Wenn man aus dem Gesundheitssystem etwas von Qualitätsmanagement oder Qualitätstransparenz hört, so geht es doch meist eigentlich um Stückkosten- und Prozessoptimierung, Begriffe, die aus der Betriebswirtschaftslehre stammen. Asklepios ist dabei beileibe kein Einzelfall ? auch die Konkurrenten Helios oder Rhön-Klinikum arbeiten nach dem gleichen Modell. Leidtragende sind dabei all diejenigen, die in einem solchen Krankenhaus arbeiten oder dort als Patient auf Heilung hoffen ? also wir alle. Die Renditeziele einiger Weniger stehen in Konkurrenz zum Allgemeinwohl. Der griechische Gott Asklepios wurde von Göttervater Zeus mit einem Blitz erschlagen – doch im heutigen Gesundheitssystem gibt es keinen Göttervater mehr.
Jens Berger
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Ich war letztens in einer Paracelsus-Klinik. Dabei düfte es sich um ein ähnliches Geschäftsmodell handeln, jedenfalls ist es eine Kette mit (laut Website) “40 Einrichtungen” in Deutschland. In meinem Fall konnte ich mich allerdings nicht beklagen. Das Pflegepersonal war sehr freundlich, wirkte wenig gestresst und das Essen passte auch. Meinen behandelnden Arzt habe ich zwar nicht wirklich viel zu Gesicht bekommen, aber ich unterstelle mal, dass man viel mehr in unserem System auch nicht mehr erwarten kann. Er war auf jeden Fall sehr freundlich. Vielleicht ist das ein schönes Gegenbeispiel dafür, dass es auch anders funktionieren kann? Ich weiss es ehrlich gesagt nicht, denn die anderen 39 Einrichtungen kenne ich natürlich nicht. Es war zugegebenermassen auch eine recht kleine Klinik mit nur 100 Betten.
Kann ich bestätigen, dass die Qualität dieser Häuser sehr zu wünschen übrig lässt. So wurde mein Vater mit Diagnostik Herzinfarkt eingeliefert. Der einliefernde Arzt wollte jedoch den Rettungsdienst ein wenig entlasten und ist somit privat eingeliefert worden.
Eine Frage nach einer Stunde ergab, wie lang es denn noch dauern würde, kam die lapidare Antwort, dass sie auch noch Notfälle hätten. Nunja, ich denke, gerade bei einem Herzinfarkt zählt letztlich jede Minute und dass sowas letztlich ein Notfall ist.
Geschlagene zwei Stunden dauerte es, bis dass ein Arzt sich den Fall ansah. Und nach einer weiteren Stunde wurde er dann aufgenommen.
Wie sich herausstellte, war der Infarkt wahrscheinlich schon früher.
Ein anderer wurde mit Hirnschlagverdacht ins Krankenhaus eingeliefert und hat nach eigenen Angaben mehr als fünf Stunden warten müssen um dann nach Hause gehen zu dürfen.
Einem Bekannten haben sie die Hüfte durch Bakterien versaut. Jetzt nach einem elenden Kampf mit dem Rententräger bekommt er eine Arbeitsunfähigkeitsrente.
Einem anderen Bekannten haben sie den Bruch der Hand nicht nicht richtig versorgt. Er ist dann nach Braunschweig gegangen, wo ihm dann die Hand noch einmal gebrochen wurde und diesmal den Bruch richtig versorgt.
Meinem Onkel wurde ein Bruch auch nicht richtig versorgt. Nach einem neuen Brechen wuchs der Knochen abermals nicht richtig zusammen.
Sry, aber ich kann jedem nur raten, um die Häuser von Asklepios einen weiten Bogen zu spannen.
Super Artikel Jens, sehr sehr wichtiges Thema, dass mittlerweile alle gesellschaftlichen Arbeitsbereiche durchzieht.
Wir haben die groteske Situation flächendeckender Überwachung zum Wohl es Profits des privaten Eigentümers in fast allen Unternehmen: von der Miniklitsche bis zum Großkonzern, vom atheistischen Kulturverkäufer bis zum christlichen Krankenhaus, wo dessen Mitarbeiter für die Profitmaximierung, noch mit biblischer Begründung und Auslegung (!) zusätzlichem Druck unterworfen werden.
Mitarbeiter, Angestellte, Arbeiter, kurz die Arbeitnehmer, die nur ihre Ware Arbeitskraft verkaufen können, werden einem unheimlichen System permanenter Überwachung und der Drohung mit dem Verlust ihrer bürgerlichen Existenz unterworfen. Was sich mit diesen Methoden für Charakere und Eigenschaften bei den Menschen herausbilden, ist unheimlich. Niemand traut niemanden: Eifersucht, Neid, pures Gegeneinander sind absolute Normalität im Arbeitsleben. Die Klugen halten, wenn möglich, die Fresse und trennen diese Welten, die eigentlich untrennbar für den Menschen zusammen gehören, mit dreifachen Charaktermasken und stimmen, wie du geschildert hast, mit den Füßen ab, indem sie sich dem zusätzlich erwürgenden Betriebsklima über Betriebsfeiern, zu entziehen versuchen.
Dazu kommt die staatliche Überwachung, die den Kreis den bürgerlichen Meinungs, Informations- und Redensfreiheit zusätzlich einschränkt und kontrolliert.
Tja, auf der anderen Seite werden Milliarden Euro der Pharmaindustrie in den Anus gesteckt, die in Deutschland im Vergleich zu direkten europäischen Nachbarn oft viel höhere Preise für die gleichen Medikamente verlangen, weil das hier gewollt ist bzw. die Medikamentenzulassung hier nicht vom Preis abhängig gemacht wird.
Aber diese Ausbeutung von Mitarbeitern kommt natürlich wie immer fast allen zu Gute, durch geringere Krankenkassenbeiträge. In New York bezahlt man wohl um die 900 Dollar pro Monat für eine Krankenversicherung. Sicherlich zu viel, aber Frage bleibt, wie man die zwangsläufig immer höheren Kosten wieder reinholen kann.
Ich wäre da ja für indirekte Steuern auf Alkohol und ungesundes Essen, was man ja vermeiden könnte und der Kasten Bier für 6 Euro ist nun wirklich die Einladung zum Alkoholismus. Außerdem sollten Fettleibige höhere Krankenkassenbeiträge zahlen. In Japan müssen die Arbeitgeber(!) seit neustem ab einem bestimmten Bauchumfang doppelte Beiträge zahlen. Das Fitnessstudio bezahlt dann natürlich der Arbeitgeber zu gerne und wenn durch berufsbedingte Krankheiten hier auch noch höhere Beitrage fällig werden würden, würden die Arbeitgeber auch mehr auf die Gesundheit der Mitarbeiter achten.
Auch sehe ich nicht ein, dass ich mit meinen ungefährlichen Hobbys die Sportverletzungen anderer Leute zahlen soll. Wer nicht auf seinen Körper achtet oder ihm Gefahren aussetzt, sollte mehr zahlen. Außerdem bietet die teure Schulmedizin für die meisten Massenleiden wie Neurodermitis oder Migräne überhaupt keine Heilmöglichkeiten sondern nur teure Symptombekämpfung, währen alternative Medizin nicht nur mehr Wirkung zeigt, sondern auch deutlich preiswerter sein kann. Homöopathische Medizin kostet einen Witz an Herstellungskosten selbst in Deutschland und hat mir einige Male wundersam geholfen.
Aber bei den Betonköpfen und Lobbyisten in der Regierung wird man wohl bloß auf die Idee kommen, den KK-Beitrag zu erhöhen. Das Dümmste wurde ja schon eingeführt: http://www.youtube.com/watch?v=yfYnHYPsT4o
PS: Seit Volker Pispers habe ich gerafft, warum meine (ehemalige) Krankenkasse mich so rausgeekelt hat. Ich war seit 2003 nicht mehr beim Arzt und da auch nur wegen einer Lappalie. Seit dem Gesundheitsfond bin ich für die KK als Gesunder nur Aufwandsfaktor, ein Kropf am Hals. Dümmer geht nimmer.
@Anindo
Quark – was meinst Du, wo die 15% Eigenkapitalrendite herkommen?
Was ist “ungesundes” Essen?
Blödsinn
Kranke sollen mehr Beiträge bezahlen? Was hat dass dann noch mit einem Sozialsystem zu tun?
Toll – und wir haben nur noch normkonforme Idealmenschen. Ich würde solche Ideen als faschistoid bezeichnen.
Deutlich preiswerter ja – deutlich wirksamer jein. Über Placebo-Wirkung geht das selten hinaus. Kostet wenig, hilf nicht, schadet aber auch nicht – das ist summa summarum schon ok.
Ja – über die Wirkung von Placebos gibt es leider immer noch viel zu wenige Studien. Ich sehe hier durchaus einen Markt.
Super Idee 4, nur wieso forderst du mit deiner sozialdarwinistische Sichtweise nicht sofort und konsequent:
Wer krank wird, gehört und wird erschossen? Diese Konsquenz aus der Ablehnung des Versicherungsprinzip reduziert dann sogar die Kosten des Fitnesscenters auf Null.
@SP
“Quark – was meinst Du, wo die 15% Eigenkapitalrendite herkommen? ”
Das war mehr ironisch gemeint, aber wenn wir uns auf eine überalternde Gesellschaft einstellen dürfen (wir haben schon längst eine), dann muss die Kostenfrage geklärt werden.
“Was ist ?ungesundes? Essen?”
Eigentlich etwa 90% des Sortimentes eines jeden Supermarktes, weshalb man mit wenigen Prozenten hier viel rausschlagen und andererseits die Beiträge senken könnte. Aber die Frage, wo es anfängt und aufhört ist sicherlich berechtigt und nicht einfach zu klären. Vielleicht wäre es einfacher zu definieren, welche Lebensmittel unbedenklich sind.
“Blödsinn”
Was? Der Kasten Bier für 6 Euro? Gibt es bei Plus in der Export-Version mit 5,4% Alkohol. Billiger kann eine Sucht kaum sein.
“Kranke sollen mehr Beiträge bezahlen? Was hat dass dann noch mit einem Sozialsystem zu tun?”
Kranke, die sich selber in die Situation gebracht haben, sind selber schuld und sollten auch mehr zahlen. Ich habe ja nichts gegen chronisch oder anfällig Kranke gesagt.
“Toll – und wir haben nur noch normkonforme Idealmenschen. Ich würde solche Ideen als faschistoid bezeichnen.”
Den Bauchumfang würde ich auch nicht als Maßstab nehmen, aber für den Fettanteil am Körper und damit vielen anderen Wehwechen ist man oft selber verantwortlich. Ein finanzielle Anreiz zur gesunden Ernährungsweise und mehr Bewegung würde vielen Menschen vielleicht mal einen Anstoß geben, was am gegenwärtigen Zustand zu ändern. Wenn das der Arbeitgeber zahlt, um so besser.
“Deutlich preiswerter ja – deutlich wirksamer jein. Über Placebo-Wirkung geht das selten hinaus. Kostet wenig, hilf nicht, schadet aber auch nicht – das ist summa summarum schon ok..”
In dem Bereich hast du wohl keinerlei Ahnung oder gar Erfahrung. Ich wurde z. B. durch Homöopathie mehrmals in wenigen Minuten von starkem Fieber und Übelkeit geheilt, obwohl ich keineswegs daran geglaubt habe. Übrigens eine deutsche Erfindung.
Akupunktur ist bei Migräne das mit Abstand wirkungsvollste Mittel und es gibt sicherlich viele Beispiele in der Richtung. Die Schulmedizin ist gut zum Aufschneiden und zusammenflicken. In den meisten Bereichen kann sie keinerlei Erfolge vorweisen, aber fette Umsätze.
Alternative Medizin, vor allem Homöopathie funktioniert übrigens auch bei Tieren. So viel zum Placebo-Effekt.
@Anindo
Das habe ich nicht erkannt – wie auch, da der Rest Deines Kommentars ebenfalls “ironieverdächtig” ist.
So so – ich frage lieber nicht, auf was Du dieses Urteils begründest.
Tja, da wäre ich ja auch mal gespannt ;-)
Und Bier ist gleich Sucht – klar *rolleyes*
Und wo fängt das an und wo hört das auf? Keine Kostenübernahme mehr für Schwangere? Für AIDS-Kranke? Für Depressive? Für Unfallopfer? Wofür sollen die Kassen dann eigentlich noch zahlen?
Doch hast Du. Natürlich ist Fettleibigkeit in vielen Fällen chronisch und “anfällig”, wie Du es nennst.
Und? Warum auch nicht? Wer bestimmt, wie ein Mensch auszusehen hat? Du?
Oh doch – es gibt auch Fallkontrollstudien und Vergleichsstudien zuhauf, die dies bestätigen. Aber Esoterikern kann man mit Wissenschaft nicht kommen, das weiß ich schon ;-)
Auch bei Tieren kann man den Placebo-Effekt nachweisen – kein Problem.
Die Esoterikbranche ist auch nicht eben schlecht im Abzocken, aber dieses Fass mache ich lieber nicht auf ;-)
“In dem Bereich hast du wohl keinerlei Ahnung oder gar Erfahrung. Ich wurde z. B. durch Homöopathie mehrmals in wenigen Minuten von starkem Fieber und Übelkeit geheilt, obwohl ich keineswegs daran geglaubt habe. ”
made my day – sagt man da im englischen dazu.
Die Wirksamkeit von Medikamenten wird übrigens durch randomisierte Doppelblindstudien getest und nicht über Einzelfall-Beschreibungen.
Und in diesen Studien war die Homöopathie nicht besser als ein Placebo. Wie soll sie auch wirken? Es is ja vollkommen absurd einen Wirkstoff soweit zu verdünnen, das kaum ein einziges Molekül des Wirkstoffs noch vorhanden ist.
Hier mal 2 tolle Angebote aus dem Homö-Shop:
http://www.remedia.at/homoeopathie/Panthera-pardus-Urin/a4403.html
http://www.remedia.at/homoeopathie/Uranium.html?arzneinr=4372
@Anindo
90% der Lebensmittel in einem Supermarkt sollen ungesund sein? Das ist jawohl nicht dein ernst? Einzelne Lebensmittel per se als gesund oder ungesund zu bezeichnen geht vielleicht bei einigen Extrembeispielen, aber ganz sicher nicht bei der breiten Masse (=90%) der Produkte. In aller Regel gilt bei der Ernährung, dass die Menge und evtl. die Einseitigkeit selbiger über deren Wert für deine Gesundheit entscheidet.
Zum Thema Fettleibigkeit und höhere Mitgliedsbeiträge für die Krankenkassen: Wo willst du denn bitte sehr damit aufhören? Welcher Mensch hat in seinem Leben bitte sehr nicht irgend eine regelmäßige Tätigkeit, die ihn in eine bestimmte Risikogruppe für Krankeit xyz einordnen läßt?
Ich hoffe ernsthaft, dass das von dir gewünschte System nie eingeführt wird.
Und ich soll ich deinen fettbetriebenen Herzkasper bezahlen, weil du nicht willens oder in der Lage bist, hin und wieder die Sportschuhe zu schnüren?
@Rossi:
Ich habe in letzter Zeit meine Ernährung aufgrund von Fettleibigkeit umgestellt. Gesunde Nahrung lässt sich sehr einfach definieren:
1. Proteinquellen mit geringem Fett-Anteil.
2. Kohlenhydratquellen mit geringem Zuckeranteil.
Lässt sich beides damit begründen, dass beide, selbst wenn sie nicht direkt zur Fettleibigkeit führen, sie doch helfen den Körper dorthin zu bewegen UND, was wichtiger ist, beides dazu führt, dass der Fettanteil des Körpers steigt, wenn nicht mit genügeng Protein zum Muskelaufbau entgegengehalten wird.
Ein Durchschnittsmensch verbraucht am Tag grob 2600 kcal. Für eine gesunde (nicht optimale, das ist schwerer) Ernährung sollten ~33% davon von Protein stammen. 1g Protein hat 4 kcal, womit rund 210g Protein am Tag in den Körper gehen sollten. Für eine komplett ausgeglichene Ernährung würde der Rest von ~210g Kohlenhydrate (4kcal per g) und ~100g (9kcal per g) Fett abgedeckt werden.
Mit diesen Kennzahlen im Kopf mach dich mal auf den Weg in den Supermarkt und schau dir mal die Produkte dort an. Du wirst feststellen dass der Grossteil (auch wenn nicht 90%) des Inhaltes eine Supermarkt absolut unbrauchbar für die tägliche Ernährung ist.
Muss aber zustimmen dass der Rest den er geschrieben hat recht hahnebüchen ist.
@SP
Tja, aus deinen Kommentaren kann ich nur schließen, dass es bei Dumping-Löhnen bleibt oder der Krankenkassenbeitrag erhöht werden muss. Weil andere Alternative hast du nicht!
Wir leben nicht im Sozialismus. Wer nichts richtiges lernt, kriegt gar keinen oder einen schlecht bezahlten Job. Schlimm genug, aber warum sollte im Gesundheitswesen überhaupt keine Selbstverantwortung Einzug halten bzw. der alte Stalinismus? Schau dir die Menschen doch mal an! Ein gewisses Maß an Eigenverantwortung kann man auch im Gesundheits- bzw. Krankheitswesen erwarten. Sicherlich sollte dies nicht gegen chronisch Kranke bzw. gesundheitlich Benachteiligte wirken, aber gegen Menschen, die ihren Körper nicht achten. Alkohol wird in fast jedem Land außer Deutschland deutlich höher besteuert. Ich bin selber Alkoholiker und bin gerne bereit dafür mehr Geld auszugeben, wenn das in was sinnvolles fließt.
Was unsere Discounter betrifft, sind die meisten Nahrungsmittel wenig sättigend, aber voller Kalorienfallen, selbst wenn “light” drauf steht. Was nicht versteuert werden sollte wäre Gemüse und Obst, Grundnahrungsmittel wie Brot, Nudeln und Reis usw. Auf alles andere würde ich eine höhere Mehrwertssteuer aufschlagen und dafür die Arbeitnehmer-Abgaben reduzieren. Wir leben eh im Land der billigsten Lebensmittel. Da wären 5% mehr für Konsum und dafür mehr Netto in der Tasche eine arbeitsfördernde Maßnahme.
Ich bin eh der Ansicht, die Lohnsteuer größtenteils auf die Mehrwertssteuer aufzuschlagen, weil es in dieser Zeit völlig schizophren ist mir als Durchschnittsverdiener (fast auf den Euro genau) noch jeden Monat über 350 Euro Lohnsteuer neben den anderen Abgaben direkt abzuknöpfen. Das ist Fiskalpolitik der 80er und es wäre viel ökologischer und ökonomischer, wenn dieser Beitrag auf den Konsum veranschlagt werden würde, den auch Menschen zahlen, die eh genug Geld haben. Auch billigste Importe aus China & Co. würden so einen Beitrag zum Erhalt der “noch” sozialeren Marktwirtschaft beitragen, während “Made in Germany” preiswerter produziert werden könnte. Eine Win-Win-Situation.
Und was die Alternativ-Medizin betifft, kann ich eine schöne und wahre Story erzählen: Da kriegt ein Marokkaner vom Arzt erzählt, er hätte nur noch drei Monate zu leben, weil die Leber hinüber ist. Der macht sich auf nach Marokko, besucht einen Heiler, der diesem ein sicherlich nicht von Bayer produziertes Medikament verschreibt. Nach einigen Wochen kehrt der Marokkaner zurück und lässt seine Leberwerte testen mit dem Ergebnis: die sind völlig im grünen Bereich. Diese Geschichte habe ich von seiner Tochter erfahren, eine ähnliche Story auch anderer Quelle. Fakt ist: Schulmedizin ist teuer und kann längst nicht alles (nicht mal die Hälfte).
Was Homöopathie betrifft: wenn du wirklich krank zum Arzt gehst (weil dich Leute quasi da hinzerren) und du gesund wieder heraus kommst, hast du eine andere Einstellung zu dieser Medizin. In Indien ist der homöopathische Arzt nur halb so teuer, obwohl er Medikamente aus Deutschland benutzt. Mein Wunderheiler hat mir immer einen Cocktail aus mehreren Medikamenten verabreicht (er wusste selbst nicht, was ich habe) plus eine Akupressur der Hand. Keine Ahnung, was da mehr geholfen hat, aber die Wirkung war phänomenal.
Und was die Alternativ-Medizin betifft, kann ich eine schöne und wahre Story erzählen: geht ein 7 jähriges Mädchen, dass Diabetis hat zum Naturheilkunderler. Der sagt: aaach, das ist ohne Insulin heilbar. Mädchen stirbt.
Nochmal: Wirkungen werden nicht an Einzelfällen festgemacht.
Und das es vollkommen egal ist, ob dein “Wunderheiler” weiß welche Krankheit du hast ist nur logisch. Da wie gesagt die “Mittel” keinerlei Wirkstoffe mehr enthalten ist es auch egal welche man nimmt, den Placebo-Effekt hat man halt immer. ;)
@ SF 5 und 8: Jens, jetzt drehst Du aber wirklich durch. Ich finde ja Deinen Artikel ausgezeichnet und wichtig, aber gerade wenn es um Fettleibigkeit und andere Süchte geht, dann darf man meiner Meinung nach durchaus nach Einzelfällen entscheiden.
Klar gibt es Leute, die normal essen und trotzdem zunehmen – Wasser im Körper, Drüsenprobleme, besonders gute Nahrungsverwerter… Möglichkeiten gibt es da viele. Aber wenn jetzt jemand *frisst*, und ich meine damit sich 4 bis 6 Brötchen oder mehr allein zum Frühstück reinpfeift und irgendwann kaum noch gehen kann, dann sollte nicht allein die Allgemeinheit dafür zahlen, sodern der “Kranke” wenigstens einen erhöhten Eigenanteil tragen.
Das Gleiche gilt für Raucher. Oder stimmt das alles nicht, dass Rauchen schädlich für die Gesundheit ist? Wie steht’s mit Alkoholikern? Klar, ich bin absolut dafür, dass denen der komplette Satz Therapien bezahlt wird (inklusive Psychotherapie, was ja insgesamt ein Mehrfaches der Krankenkassenbeiträge kostet, insofern gehen Deine Ausfälle von wegen “Wofür sollen die Kassen dann eigentlich noch zahlen?” ins Leere), damit die aus ihrer Sucht herauskommen. Aber wer therapieresistent ist, soll das nicht ausschließlich auf Kosten der Öffentlichkeit ausleben.
Bei Autoversicherungen geht das ja auch, und da meckert niemand. Seine eigene Gesundheit sollte einem aber mehr am Herzen liegen als ein Haufen Blech, also sollte schon zu Recht gefordert werden, dass die Menschen sich wenigstens an grundlegende Regeln halten. 7 Tage die Woche Burger fressen und Cola saufen ist ungesund, das wirst ja wohl selbst Du einsehen (womit wir einen cleveren Bogen zu dem Durchschnitts-Ami geschlagen hätten, das nur nebebei.
Nein, also wenn Du Dich wirklich hinstellst und in Frage stellst, was ungesundes Essen ist und ob es sowas gibt, machst Du Dich, Deine Argumentation und letztlich Deinen eigenen Artikel unglaubwürdig. Sieh mal, es ist wirklich eine wichtige Arbeit, die Du hier leistest, und ich schicke regelmäßig Artikel von Dir in meinem Bekanntenkreis weiter. Aber wenn die Leute Deine Kommentare lesen (und bis auf einen sind sie durch die Bank Menschen, die ihren Körper in Schuss halten, schon aus Eigeninteresse), dann ist der Fall für sie erledigt.
Und was die Homöopathie betrifft, da kann ich Dir sagen, dass Deine fundamentalistische Meinung sehr nach “Schulmedizin ist das einzig Wahre” klingt. So gesehen dürfte ja auch Akkupunktur nicht helfen, was sie aber tut. Und meine Kinder haben beide als Säuglinge Chamomilla-Globuli zur Beruhigung bekommen. Bei Babys wirkt noch ein Placebo, oder hast Du da anderslautende Studien?
@9 Christian: ist es für Dich vorstellbar, dass homöopathisches Medikament nicht gleich homöopathisches Medikament ist? genauso wie Medikamente von Pharmakonzernen nicht alle gleich (wirksam) sind? Sicher, Du findest sicher Hokuspokus-Medizin im Überfluss, wenn Du danach suchst. Aber dann schau Dir mal die Negativliste für Medikamente an. Noch Fragen? Oder alles nur böse Einzelfälle?
@14: Damit hat sich der Heilkundler strafbar gemacht. Bei dem Studium lernt man nämlich auch, wann man die Leute zum Schulmediziner überweisen *muss*. Er hat dagegen verstoßen, müsste jetzt eigentlich vor Gericht und würde bestraft. Wenn das nicht der Fall ist, hast Du den Fall entweder erfunden oder Du hast so einiges an Informationen unterschlagen.
@ 13 Anindo: Kann ich gerade bei Schüssler-Salzen bestätigen. Die meisten Leute glauben so lange nicht an ihre Wirkung, bis sie feststellen, dass sie helfen. Wie gesagt, auch Globuli für Neugeborene sind eine feine Sache (obwohl es zum Beispiel bei Osanit Kinder zu geben scheint, die partout nicht darauf anspringen, während es bei anderen Kindern bestens wirkt).
Dass wir uns nicht falsch verstehen: ich benutze im Sommer einen Cortison-Nasenspray und Anti-Histaminika gegen die Allergien, bin also offen für beide Seiten. Aber ich sehe eben auch, dass es auf beiden Seiten Parteien gibt, die das Beste ihrer Kunden wollen: ihr Geld.
Allgemein ist die Krankenversorgung in Deutschland inzwischen nicht mehr als ein Witz, aber 2013 fallen bei mir in der Region 2 Krankenhäuser weg, damit wird dann eine Stadt mit abgerundet 50000 Einwohner kein eigenes Krankenhaus haben und eine Stadt mit 35000 Einwohnern wird auch ihr Krankenhaus verliehren, also ausgleich, wird ein Krankenhaus in einer Stadt mit grob 26000 Einwohnern wo zwischen den zwei oben erwähnten Städten liegt gebaut, nicht zu vergessen ist das das neue Krankenhaus fast 40% weniger Patienten aufnehmen kann…… dabei sind die Krankenhäuse rdie geschlossen werden sollen, zum Teil schon an ihren Kapazitätsgrenzen, es ist einfach toll, ohne jetzt kleinere Städt und Gemeinden mitzuzählen, muss das Krankenhaus mit 111000 Einwohnern zurecht kommen mit den ganzen kleinen Städen und Gemeinden werden es sogar locker 130000 wenn nicht mehr……. zustände wie es sie sonst nur in dritte Welt Ländern hat…….
@Christian Walde:
Es ging um gesund bzw. ungesund. Fett und Zucker sind primär nicht ungesund. Es macht die Menge und natürlich ist auch wichtig wieviel kcal du am Tag umsetzt. Das kann individuell nunmal sehr unterschiedlich sein. Eine Tüte Chips in der Woche würde wohl kaum jemand als ungesund bezeichnen, 2 Tüten am Tag aber wohl. Ist nun die Tüte Chips, die man im Supermarkt kaufen kann, pauschal deiner Gesundheit abträglich?
Worauf ich hinnaus will ist schlichtweg nur, dass eine gesunde Ernährung ein sehr komplexes Thema ist und sich nicht mal eben auf einzelne Produkte runterbrechen läßt. Schlussendlich zählt die Summe dessen, was du über deine gesamte Lebensspanne zu dir nimmst und natürlich auch deine individuelle Veranlagung bzw. dein Umfeld.
Zum Thema Supermarkt: Zumindest in den Supermärkten, in denen ich einkaufe, habe ich ein riesen Angebot an nicht bzw. nur sehr gering veredelten Lebensmitteln. Es liegt in deiner Entscheidung die Fertigpizza aus dem Tiefkühlfach mit Pseudoschinken zu kaufen oder das ganze selbst zu erzeugen = kochen/backen.
@Anindo
Doch, Du findest sie hier
Dieser Satz ist von vorne bis hinten Unfug ;-)
Eben nicht – das ist es ja. Ein Einkommensmillionär kann sein Einkommen kaum verkonsumieren; das wird schwer. Über eine Erhöhung der Konsumsteuern und eine Entlastung im Eingangsteuerbereich ließe sich sicherlich reden, wenn man dafür sorgt, dass Leute, die keine EKSteuern zahlen (Studenten, Rentner, Hartz-IV Empfänger) einen Ausgleich erhalten.
Hallelujah! Solche Geschichten gibt es zuhauf ;-)
Ich habe ja gar nicht gegen Homöpathie – sie ist günstig und nutzt den Placebo-Effekt aus. Wenn sie von verantwortungsvollen Therapeuten betrieben wird, die ihre Patienten bei ernsten Erkrankungen zum Schulmediziner schicken, habe ich gar kein Problem damit. Ich mag nur nicht diesen Esohumbug, der versucht aus dem Placebo-Effekt etwas mythisches zu machen.
@ 18 Neu hier: Meinst Du Meißen? Bin letztes Wochenende mit meiner blutenden Freundin ziellos durch Meißen gefahren und habe feststellen müssen, dass 2 von 3 Krankenhäusern dicht sind. Andererseits… solche Geschichten wird es in Deutschland laundab-landauf zuhauf geben. :(
@SF: ?Toll – und wir haben nur noch normkonforme Idealmenschen. Ich würde solche Ideen als faschistoid bezeichnen.? Das muss ich noch loswerden: Zwischen normkonform und fettleibig, nikotingelb oder Delirium tremens gibt es doch eine gewisse Bandbreite, oder nicht?
Nachdem ich wahrscheinlich dank Homöophathie selbst vor einem Blinddarmdurchbruch bewahrt wurde, kann ich nur den Hut ziehen. Die Schulmedizin hat mich durch Aufschneiden auch schon vor dem Tode bewahrt, aber ich habe in meinem Leben noch keine Pille genommen, die irgendwas geheilt hat. Ich denke, es liegt daran, dass die Pharmakonzerne gerne Geld verdienen und wirklich wirksame Medikamente da eher im Safe verschwinden. Heilende Arzneien sind das Gegenteil von stetigen Umsätzen. Wenn man einem Migräne-Patienten im Laufe seines Leidens vielleicht 100000 Euro an scherzstillenden Medikamenten verkaufen kann, wird man ihm bestimmt kein 100-Euro-Heilmittel verkaufen wollen.
@Netzbummler
Und warum “frisst” er? Warum säuft jemand? Warum hat jemand Depressionen? Warum hat jemand Autoagressionen? Warum treibt sich jemand durch Stress zum Herzinfarkt? Wo willst Du die Grenze ziehen?
Willst Du wirklich eine Gesinnungspolzei, die entscheidet, was “normal” ist und was nicht, was “gesellschaftlich konform” ist und was nicht, wer aufgrund seiner Lebenseinstellung sanktioniert werden muss und wer nicht. Wenn das Deine Einschätzung ist, wundere ich mich doch stark, dass Du meinen Blog gut findest.
Aber natürlich – nur das Rauchen sehr gut für die Sozialkassen ist, da jeder Raucher die Rentenkassen statistisch entlastet. Mehrer Studien haben auch ergeben, dass Raucher aufgrund ihres Frühablebens auch das Gesundheitssystem entlasten. Sollen denn nun Nichtraucher sanktioniert werden, da sie mehr Kosten produzieren?
Autoversicherungen sind auch keine Sozialversicherungen! Wenn ich sehe, was hier so geschrieben wird, bin ich heilfroh, dass die Verfassungsväter hier einen Riegel davor geschoben haben.
7 Tage Radiesschen fressen und Mate-Tee trinken ist aber auch ungesund. Die Welt ist nicht so einfach, wie man denken mag.
Blödsinn – lies Dir beispielsweise mal ein Buch von Udo Pollmer durch, der Dir da vielleicht die Augen öffnet. Du klingst so, wie jemand, der einen Teilbereich der Medienmanipulation hinteblickt hat und bei anderen Bereichen keinem Zugang zu neutralen Informationen hat. Es gibt kaum ein so nebulöses Gebiet, auf dem so viele Unwahrheiten mittlerweile “Common Sense” sind, wir bei den Ernährungswissenschaften.
Auf solche Leser kann ich gerne verzichten; gar kein Problem ;-)
Die Leute sollten lieber ihren Kopf in Schuss halten, als ihren Körper.
Schon klar ;-)
Natürlich, Placebos helfen in einem gewissen Maße. Ich kann auch nichts dafür, dass Du anscheinend nicht verstehst, was ich schreibe.
Natürlich wirken Placebos bei Babies, wie kommst Du auf das Gegenteil? Ich rate Dir ganz einfach, Dich einmal mit dem Themen auseinanderzusetzen. Zum Einstieg wäre die Wikipedia zu empfehlen.
Du weiß, was homöpatische “Medikamente” sind?
@Rossi:
Das Problem ist aber dass heutzutage der Mensch in Richtung ungesunde Ernährung gedrängt wird. Ich habe neben den Inhaltsstoffen auch die Preise meiner Nahrungsmittel beobachtet. Meine Ausgaben haben sich seit dem Umstieg konkret verdoppelt und das obwohl der Kaloriengehalt um ein Drittel gesunken ist und ich sehr preisbewusst einkaufe. Ich will mir nicht vorstellen wie das in einer Familie aussieht wo man tatsächlich jeden Euro umdrehen muss. Da kommt das bestimmt öfters vor, dass zur Tiefkühlpizza gegriffen wird gerade weil sie das Billigste ist.
Auch wenn ich nicht der Meinung bin, dass es sinnvoll ist Nahrung an sich teurer zu machen, sollte der Staat dran arbeiten diese Diskrepanz zu verringern. Das würde sich deutlich in der Gesundheit des Staates niederschlagen.
@SF: Lach mal nicht über den Satz mit den Kalorienfallen. Der stimmt komplett. Es gibt viele Produkte die als “Light”, “Fett-arm” oder “Zucker-frei” beworben werden. Letztendlich steckt dahinter aber nur: Weniger Gewicht bei gleichen Kalorien; wenig Fett, dafür mehr Zucker; wenig Zucker, dafür mehr Fett.
Addendum: Und so komplex ist die Ernährungswissenschaft wirklich nicht. Im Notfall braucht man sich nur fragen: Was hätte ich in der Steinzeit gegessen? Darauf ist der menschliche Körper nämlich immer noch geeicht.
@Christian Walde
Das ist nicht falsch. Vor allem wird heute immer vergessen, dass der Mensch so etwas hochkomplexes wie den Appetit mit auf den Weg bekommen hat. Über den Appetit signalisiert der Körper dem Kopf, was er braucht. Wenn er Fette braucht, hat man Appetit auch Chips – daran ist nichts, aber auch gar nichts, ungesund. Ungesund ist es allerdings, den Körper zu “bescheißen” – z.B. durch Süßstoffe, die (indirekt) die größten Dickmacher der Nation sind, da der Körper sich natürlich nicht bescheißen lässt.
@Christian:
Da widerspreche ich dir auch nicht. Allerdings muss es nach meiner Erfahrung keineswegs teurer sein. Man muss halt nur ein wenig mehr Zeit dafür investieren.
Das einige Produkte auf denen light steht nicht unbedingt light sind ist ein alter Hut, aber wenn auf dem einfachen Quark light steht dann hat er halt statt 40 nur 28 Prozent Fett, und bitte gesundde ernährung ist nicht einfach Kalorien zählen und Proteinen hinterherjagen so wie es einige hier zu glauben scheinen, man braucht Vitamine, Mineralstoffe, Fette, Elektrolyte, Aminosäuren, Flavonoide und so weiter…. es ist sogar wichtig in welcher Kombination man was isst, so ist ja schon längst bekannt, das Chili und Schokolade, ein viel grösseres Glücksgefühl beim Verköstiger erzeugen kann, als einfach nur Schokolade…..
was mir gerade noch einfällt ist die Internetseite:
http://www.abgespeist.de
dort werden einige der schwarzen Schafe unter den light und Bio Produkten aufgeführt….
“ist es für Dich vorstellbar, dass homöopathisches Medikament nicht gleich homöopathisches Medikament ist? genauso wie Medikamente von Pharmakonzernen nicht alle gleich (wirksam) sind? Sicher, Du findest sicher Hokuspokus-Medizin im Überfluss, wenn Du danach suchst. Aber dann schau Dir mal die Negativliste für Medikamente an. Noch Fragen? Oder alles nur böse Einzelfälle?”
Ein homöopathisches “Medikament” in hoher Verdünnung enthält kein Molekül des “Wirkstoffs” mehr. Deswegen sind solche hochverdünnten Mischungen nichts weiter als gewöhnliches Wasser/Alkohol und damit gleich.
Das dies bei Medikamenten nicht zutrifft ist logisch.
Zu den letzten Fragen: typische Ablenkungen der Esoteriker. Es geht hier nicht um die Verfehlungen der Schulmedizin! Diese gibt es und sind unbestritten. Die Pharamlobby ist wohl neben der Autolobby eine der einflußreichsten, die wir in Dtl. haben.
Das hat nichts aber auch gar nichts mit dem nicht vorhanden Nachweis der Wirksamkeit der Homöopathie zu tun.
Das Vorhandensein des Placebo-Effekts bestreitet auch kein Arzt. Im Gegenteil, dieser Effekt müßte noch viel intensiver erforscht werden um ihn nutzbarer zu machen. Warum man aber daherum eine “Theorie” aus dem 19. Jhd. baut, die wissenschaftlich unssinnig ist, ist mir unverständlich.
@
Der Naturheilkundler wurde zu 7.500 Euro Geldstrafe wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.
Und ja, das ist ein Einzelfall.
@27: Kalorien sind das wichtigste weil sie das Gewicht bestimmten und Macro-Split is relevant weil er die Körperzusammensetzung bestimmt. Die anderen genannten Sachen sind auch Faktoren, aber solange man sich an halbwegs natürliche Nahrungsmittel hält, ist ihre Bedeutung vernachlässigbar klein.
Nachtrag: Nur mal ein Beispiel für Ernährung die Kalorien streng kontrolliert, auf Protein konzentriert is und trotzdem lecker, füllend und mehr mit Vitaminen und anderen Mikronährstoffen angereichert ist als was der durchschnittliche Deutsche zu sich nimmer: http://s5.tinypic.com/2exqxwp.jpg
@Christian Walde
Noch nicht einmal diese Binse ist 100% korrekt. Wie “Kalorien” im Stoffwechsel eingesetzt werden, hängt von vielen Faktoren ab, z.B. diversen Hormonregelkreisläufen wie Cortisol. Auch gibt es “lebenszyklische” Schwankungen – der Jüngling ist bei normaler Ernährung nun einmal “schlanker”, als der Mann in besten Jahren, auch wenn beide das gleiche Input-Out-Verhältnis haben. Es ist wirklich nicht so einfach ;-)
Aber dieses Fass wollte ich nun wirklich nicht aufmachen, zumal es nichts mit dem Artikel zu tun hat.
moin
an alle, die hier viel von der diskriminierung adipoeser halten: ich arbeite, mit kurzen unterbrechungen, seid 28 jahren. ich zahle meine steuern und bin seid jeher in der gesetzlichen krankenkasse versichert, obwohl ich mich auch haette privat versichern koennen. 1989 hab ich ca. 90 kg bei etwa 2 m groesse gewogen. mitte 2008 hatte ich 226 kg anliegen. ich habe unter sehr hohen bluthochdruck, diabetes mellitus 2, schlafapnoe, reflux und massiven gelenk und rueckenbeschwerden gelitten. mal abgesehen von den fast vollstaendigen verlust von lebensqualitaet (kein kino, kein eiscaffee, keine kneipe, keine passenden klamotten, etc…), hatte ich panische angst, nicht mehr aus dem bett zu kommen und meine arbeiten zu verlieren. (was ich alles versucht habe um abzunehmen, lass ich hier mal aussen vor!)
nach sehr reiflicher ueberlegung und einem langen kampf mit der krankenkasse stand mein entschluss fest, mich schwer verstuemmeln zu lassen! dezember 2008 hab ich mir den grossteil des magens entfernen lassen. der kuemmerliche rest fasst nur noch etwa 200 ml. die op hat ca 8000 ? gekostet, plus nachsorge. bis heute habe ich fast 40 kg (muss 100 schaffen) abgenommen. der blutdruck ist heute ohne medis besser, als vorher mit. die diabetis ist weg. kein einziger reflux-anfall seid der op. kein ploetzliches aufwachen, wegen atemstillstand. deutlich besserer schlaf und kein “kopf auf die tastatur knallen” tagsueber.
ich haette mir die op privat nicht leisten koennen. da seid anfang 2008 selbstzahler auch fuer etwaige notfaelle selber aufkommen muessen, ist das risiko bei einer so schweren op unkalkulierbar. 1 woche intensiv und man kann sich vom familiensilber trennen!
an alle, die hier viel von der diskriminierung adipoeser halten: ich bin froh (wenn alles klappt), in einem jahr wieder normal zu sein. es kommern zwar noch schmerzhafte zeiten auf mich zu (wiederherstellungs-op), aber das ist mir ein normales leben wert. was fuer kosten auf das system zugekommen waeren, wenn ich mich nicht haette verstuemmeln lassen und ein pflegefall mit ueber 200 kg geworden waere, moegen andere ausrechnen. wer mich jetzt fuer einen widerlichen schmarotzer haelt, muss selbst damit klarkommen.
btw. es ist genug geld im system, die verteilung ist das problem. wo der haken ist, hat jens hier schon mehrfach hervorragend analysiert!
@SF: Du sprichst vom Aussehen, ich sagte ‘Gewicht’ und meine damit die rein physikalischen Grösseneinheit. ;)
@DDD: Bedeutet das mit dem Magen nicht, dass letztendlich die Hälfte der Nahrung die du zu dir nimmst am Ende wieder rauskommt? Trotzdem, viel Erfolg. :)
@das dicke ding
Danke für deinen Beitrag. Was mir da noch fehlt, ist die irre Definition von Adipositas. Sogar ich bin laut Definition mit meinen 90 Kilo bei 1,78 kurz vor der Adipositas. Und dass ich mich auch ja nicht “normal” finde, nennt man diesen Zustand Präadipositas. Nun, das ist lächerlich – ich habe Konfektionsgröße 50 und außer einem klitzekleinen Bauchansatz bin ich auch alles andere als “dick”. Jeder Kraftsportler wäre nach den Definitionen “fettsüchtig”.
Was mich weiterhin stört, ist die nicht vorhandene Korrelation zwischen Übergewicht (im Bereich von unter 20 Kg) und Krankheiten. Ich habe die Zahlen jetzt nicht parat, aber großangelegte Studien in mehreren Ländern weisen (unabhängig voneinander) je nach Altersgruppe die höchste Lebenserwartung und die geringsten Kosten bei leicht Übergewichtigen aus – bei Frauen über 50 Jahren haben sogar stark Übergewichtige (10 Kg) die höchste Lebenserwartung. Hier wird abseits der Datenlage ein Populismus betrieben, der mE nicht hinnehmbar ist.
Jens,
Deinen Blog lese ich mit Vergnügen… ne, das ist das falsche Wort, mit Erschrecken sehr gerne. Er ist so ziemlich die einzige “Nachrichtenseite”, die ich ansteuere. Tageszeitung lese icn nicht, Spiegel Online und Co. sind bei mir ein rotes Tuch. Normalerweise kann ich mich 1:1 in dem wiederfinden, was Du schreibst.
Aber nicht hier. Das heißt, im Artikel schon, aber nicht in Deinen Kommentaren. Was Du über die Homöopathie schreibst, ist einfach Blödsinn. Natürlich belegen “wissenschaftliche Studien” meist einen Placebo-Effekt. Ein homöopathisches Medikament ist aber nicht wissenschaftlich. Jedenfalls nicht wissenschaftlich erklärbar. Klar, Du kommst mir gleich mit Esoterik. Ich kann mich an eine GEO vom letzten Jahr erinnern (die finde ich bestimmt nicht, wenn ich sie suche…), in der homöopathische Medikamente “getestet” wurden. Das blieb nicht beim Placebo-Effekt. Wenn ich mich recht entsinne, gab es sehr wohl Unterschiede zwischen einem Placebo und einem homöopathischen Mittel. Das ging soweit, daß GEO versuchte zu erklären, warum die extrem verdünnten Wirkstoffe doch irgendwie wirksam sein könnten.
Das Problem, das die meisten Menschen haben ist, daß sie an die Homöopathie schulmedizinisch herangehen. Leider machen das auch viele Heilpraktiker so und ziehen damit die öffentliche Meinung herunter. Gibt man homöopathische Mittel ohne Verstand wie ein alloopathisches, so kann es wirken oder auch nicht. Gibt man es falsch, kann es sogar schaden.
Meine Freundin und ich haben das Glück, an eine “richtige” Heilpraktikerin gekommen zu sein. Die ganze Behandlung unterscheidet sich grundlegend von der Schulmedizin. Angefangen hat das mit einer umfangreichen Anamnese und die Behandlung beschränkt sich auch nicht auf die Gabe eines Mittels und “fertig”. Der Zustand des Patienten wird weiterverfolgt und es wird mit homöopathischen Mitteln unterstützend eingewirkt. Wenn ich Dir jetzt noch erzähle, daß zu dieser Behandlung auch “Handauflegen” gehört, drehst Du bestimmt völlig ab.
Ich sage Dir nur eins: meine Freundin und ich schwimmen nicht im Geld. Es ist nicht so, daß wir am Hungertuch nagen aber ich bin Student und sie ist seit letztem Jahr mit ihrer Ausbildung fertig. Die Behandlung fing vor ca. zwei Jahren an. Wir zahlen die Kosten alle komplett selbst, die Krankenkasse übernimmt das nicht. Und das würden wir garantiert nicht tun wenn wir nicht wüssten, daß uns das hilft.
Angefangen hat das dadurch, daß meine Freundin eines Tages mit hochgelegten Beinen schreiend auf dem Boden lag und sich nicht mehr bewegen konnte. Die Rückenschmerzen, die sie fast schon ihr Leben lang hatte, hatten sich extrem verstärkt. Ich also in der Not erstmal einen Rückenspezialisten angerufen, der natürlich nur Privatpatienten nahm. Als meine Freundin sich wieder halbwegs bewegen konnte, ist sie zu einem Orthopäden gegangen, der einen guten Ruf hatte. Dieser Orthopäde schlug vor, ihr die Nervenstränge im Rücken zu durchtrennen, welche die Schmerzen zum Gehirn weiterleiten. Sie war zu dem Zeitpunkt 22!
Im Nachhinein bin ich unglaublich froh, daß ihr damaliger Ausbildungschef bei eben dieser Heilpraktikerin war und dem bei einem ähnlichen Leiden geholfen wurde. Meine Freundin ist da also hin und ihr ging es nach der ersten Sitzung (Handauflegen…) deutlich besser. Die Schmerzen, die sie fast ein Leben lang begleiteten, waren weg! Bis vor, hm, drei Jahren hätte ich das, was ich da eben geschrieben habe, auch nicht geglaubt. Du musst es nicht glauben. Ich kann Dir aber versichern, daß es genau so war.
Vor diesem Erlebnis war ich ehrlich gesagt auch extrem skeptisch (komme aus einer wissenschaftlich orientierten Ingenieursfamilie) aber ich war offen für neues. Und nachdem ich auch selbst immer wieder aufs neue (trotz Skepsis) kennenlernte, daß da wohl mehr dahintersteckt, kann ich Dir von mir aus versichern, daß das eben nicht nur Placebo ist.
Um vorschnellen Urteilen vorzubeugen: die Behandlung ist noch nicht abgeschlossen. Meiner Freundin geht es zwar jetzt viel besser als davor aber es kommen immer wieder irgendwelche Dinge hoch, welche verarbeitet werden müssen. Auch ich fühle mich deutlich besser, hatte vor der Behandlung ebenfalls mit Rückenschmerzen zu kämpfen (bin ziemlich groß).
Die homöopathischen Mittel bekommen wir übrigens nicht regelmäßig (schlucken sie das zwei Mal am Tag für 3 Monate…) sondern nur in Situationen, in denen die Wirkungsweise mit den da aufkommenden Symptomen übereinstimmt. Und nur ein einziges Mal!
Behandelt werden allerdings nicht die Symptome sondern die Verursacher. Das kann von vergorener Milch bis zu einem traumatischen Erlebnis in der Kindheit reichen.
Wenn ich sowas irgendwelchen anderen Menschen erzähle, kann ich direkt sehen, wie sie einen “ja klar…”-Ausdruck im Gesicht bekommen. Man ist einfach durch die Berichterstattung in den Medien und der allumfassenden Pharmapropaganda schon dermaßen eingenommen, daß man nicht glauben kann, daß es außerhalb ausgetretener Pfade noch andere Wege gibt.
Und gerade Du, der eigentlich alles kritisch hinterfragt, was in den Medien gerade wieder durchgekaut wird, gerade Du solltest doch vieleicht mal hinterfragen ob das, was Dir die Pharmaindustrie mit nachgeschalteten Medien sowie irgendwelche wissenschaftlichen Studien über alternative Heilmethoden verklickern nicht in irgendeine Richtung gefärbt ist. Pharmaunternehmen sind auch nur kapitalistisch orientiert und warum sollte man eine Studie in Auftrag geben die beweist, daß die alloopathischen Medikamente nicht wirksamer sind als die homöopathischen? Damit würde man sich ja ins eigene Fleisch schneiden.
Wie Du so schön in Deinem eigenen Artikel geschrieben hast: “Das Geschäft mit der Gesundheit hat mit Heilen nur noch wenig zu tun”. Und das hört nicht bei der Führung von Krankenhäusern auf.
@SF: Du redest da vom BMI, der eins komplett übersieht: Körperfett-Prozentanteil. Diese “Übergewichtigen” mit der hohen Lebenserwartung haben diese nicht weil sie mehr Fett rumschleppen, sondern weil sie das Gewicht aufgrund von mehr Muskelmasse haben, da sie allgemein einen gesunderen Lebenswandel haben der sich durch das ganze Leben gezogen hat.
Was ich bei all der Begeisterung fuer die alternative Medizin nie so richtig verstanden habe ist, warum man da nicht einfach die Doppelblindtests wie in der Schulmedizin macht.
Nachdem diese die Wirksamkeit eines Verfahrens gezeigt haben, wære es auch keine “alternative” Medizin mehr, sondern schlicht Medizin. Nicht umsonst sind solche Tests vorgeschrieben, wenn ein Medikament zugelassen werden soll.
Warum møchte man einen solchen Nachweis nicht? Dazu passt dann auch die Idee, die Pharmaindustrie wuerde Medikamente in ihren Safes aufbewahren:
Das tut sie sicher nicht. Die Entscheidung, welche Medikamente auf den Markt kommen (kønnten), wird nicht am Ende der jahrelangen, suendhaft teuren klinischen Testphasen beschlossen, sondern viel, viel frueher, wenn sich die Firma entscheidet, wo sich die Forschung oder der Zukauf von Fremdfirmen lohnt.
Da geht keiner mit einem schlechten Gewissen ins Bett, weil sie Medikamente zurueckhalten -unrentable Substanzen werden gar nicht erst entwickelt.
Zu dem Artikel bleibt nur zu sagen, dass unser Gesundheitssystem an vielen Stellen krankt, ihm aber “einfach” geholfen werden kønnte – mit Transparenz. Man muss das halt nur wollen.
@Christian Walde
Die Studien haben da nicht differenziert, aber bei der Gruppe der Frauen über 50 kann ich mir nicht so recht vorstellen, dass es sich hier um 10kg Muskelmasse handelt ;-)
@Knilch
Der GEO-Artikel würde mich idT interessieren – ich tippe mal auf einen fehlerhaften Versuchsaufbau, der sich nicht an einer Doppelblindstudie orientiert. Ich beziehe mich oben u.a. auf die große Vergleichsstudie von Egger et. al., die 2005 im Lancet publiziert wurde.
Wenn ich davon rede, dass “Alternativmediziner” die Wirksamkeit beweisen müssen und Du entgegnest mir, dies sei “schulmedizinisch”, so muss ich kontern, dass der wissenschaftliche Nachweis der Wirksamkeit von Heilmethoden nichst schulmedizinisches an sich hat, sondern zum normalen wissenschaftlichen Handwerk gehört. Letzendlich ist das wie mit der Religion – wenn man etwas nicht beweisen kann, bleibt der Glauben. Damit habe ich kein Problem. Man muß es nur sagen.
@Florian: warum es keine Doppelblindtests gibt? Ich dachte, das ginge aus meinem Beitrag hervor. Ein “richtiger” Heilpraktiker verabreicht die Mittel nicht schulmedizinisch à la: wird schon wirken. Vor der Gabe eines Medikaments steht die Anamnese, also die Aufnahme der kompletten Krankheitsgeschichte und noch mehr. Noch dazu wird das Medikament passend zu den Symptomen ausgewählt (deswegen “Homo” = “gleich”) und nicht eines, welches die Symptome unterdrückt/bekämpft (wie in der Schulmedizin). Wie willst Du sowas testen?
Homöopathie funktioniert ganzheitlich, da kann man nicht einfach ein Element (wie das Mittel) herausgreifen und dieses dann wissenschaftlich testen. Wenn man das so will, hat man Homöopathie nicht verstanden und die Ergebnisse der “Studien” sprechen dann ja auch für sich.
Wie schon vorher geschrieben: es gibt Heilpraktiker, die schulmedizinisch arbeiten, teilweise normale Ärzte die nebenbei noch “Naturheilkunde machen”. Das hat mit der wirklichen Homöopathie aber gerade mal so den Namen gemein.
Und bevor mir noch einer unlautere Absichten unterstellt: ich bin selbst kein Heilpraktiker, habe den Namen “meiner” Heilpraktikerin nie genannt, habe keinerlei kommerzielle Absichten und habe doch nichts besseres zu tun als mitten in der Nacht ellenlange Beiträge zu schreiben, welche sich mit alternativen Heilmethoden befassen.
@Jens: auf einen Teil Deines Beitrages bin ich in meinem Beitrag eins weiter oben ja schon eingegangen. Was, wenn ich jetzt behaupte, daß der wissenschaftliche Ansatz zum Test einer Heilmethode bei der Homöopathie einfach der falsche Ansatz ist? Denn wie schon geschrieben: es wird das Mittel verabreicht, welches zu den aufgetretenen Symptomen passt. Und das nicht einfach mal nebenbei sondern nach umfassenden Gesprächen.
Um mal Eckwerte zu nennen: nach meinem Autounfall habe ich den behandelnden Orthopäden (Knieschmerzen) insgesamt bei zwei Besuchen maximal 10 Minuten lang gesehen. Die erste Anamnese bei der Heilpraktikerin dauerte 3 Stunden. Da fühlt man sich als Mensch einfach auch ernstgenommen und nicht als “Ware”, welche ursächlich Geld bringen muß.
In den zehn Minuten hat der Orthopäde aber garantiert weit mehr an mir verdient als den Betrag, den ich meiner Heilpraktikerin überwies. Geldschneiderei ist es also auch nicht.
Seinen Zinkverband, den er mir anlegte, entfernte ich noch am gleichen Abend weil er mich extrem behinderte und der Rest der Behandlung ging über die Heilpraktikerin. Bei dem Orthopäden war ich auch nur wegen der Versicherung…
@32 Christian Walde
der magen hatte vorher ein fast 10x hoeheres fassungsvermoegen. d.h. ich kann nur noch miniportionen essen. wenn ich nicht gut kaue oder zu schnell esse, faengts an zu druecken und wenn ichs total uebertreibe kommt es wieder raus. der vorteil dieser methode ist, das das verdauungssystem intakt bleibt und man alles essen kann. man kann sich selbst aber auch reinlegen, wenn man kohlehydrate in fluessiger form zu sich nimmt, da sie durchgehen. tatsache ist, das der aggressive hunger stark gemildert wird und die not, grosse mengen essen zu muessen, nicht mehr da ist. die lebensqualitaet wird in bezug auf das essen, nicht gemindert. bloederweise wird der magen sich im laufe der jahre aber wieder ausdehnen. dieses zu verhindern, wird gerade erforscht. vielleicht gibt es ja in ein paar jahren eine impfung oder einen hirnchip, um suchtprobleme zu loesen. die faelle morbider adipositas werden bis dahin aber definitiv zunehmen.
@jens
bei faellen wie mir, ist der bmi kein thema. wenn man sich die geschichte des bmi anschaut, wird einem klar, wem er nutzt. die diaet-industrie hat natuerlich nix damit zu tun! ;-)
@Knilch
Ich verstehe Deine Argumenation natürlich. Nur kann die Aussage so natürlich immer nur vage bleiben, da keine Placebo-Kontrollprobe möglich ist. Insofern kann dann auch meine Annahme, es handele sich um einen Placebo-Effekt weder verifiziert, noch falifiziert werden. Wissenschaftlich argumentiert, kann die Homöopathie demnach ihre eigene Wirksamkeit nicht belegen, da dazu Verifizierbarkeit und Falsifizierbarkeit gehören.
Verstehe mich nicht falsch – ich habe nichts gegen Homoöpathie, auch wenn ich die Meinung vertrete, es handele sich hierbei um wirksame Placebos. Daran ist nichts auszusetzen. Es benötigt daher keinen Wirksamkeitsbeweis auf Prozeßebene, da die Homöpathie ihre Wirksamkeit als Fach ja unter Beweis gestellt hat – eben in Höhe des Placebo-Effektes. Betrachtet man das gute Preis-/Leistungsverhältnis, so ist die Homöopathie sicher als Ergänzung zur Schulmedizin sinnvoll. Aber eben auch nur als Ergänzung und nicht als Konkurrenz oder gar Ersatz.
Wissenschaftlich gesehen hast Du absolut Recht. Einen wissenschaftlichen Wirkungsnachweis der Homöopathie wird es höchstwahrscheinlich nie geben. Wenn Du dann automatisch davon ausgehst, daß es eine reine Placebomedizin ist, so liegt das eben an Deiner Einstellung nur das zu glauben, was wissenschaftlich belegbar ist.
Das steht Dir natürlich völlig offen, nur tust Du der Homöopathie damit ganz einfach unrecht. Vor drei Jahren hätte ich Dir vorbehaltlos zugestimmt aber in der Zwischenzeit nicht mehr. Das, was ich erlebt habe, geht über Placebo sehr deutlich hinaus. Meiner bescheidenen Meinung nach wirkt die Homöopathie in ihrer Gesamtheit (und nur so sollte man sie betrachten) an mir und meiner Freundin bei weitem “nachweisbarer” als die Schulmedizin.
Die Schulmedizin behandelt Symptome, die Homöopathie behandelt die Ursache. Und sag’ es nicht weiter: bei uns beiden ist die Homöopathie bei weitem keine Ergänzung zur Schulmedizin. Wir haben kein einziges alloopathisches Medikament mehr im Haus und zu einem Arzt gehen wir ebenfalls nicht. Und ich mache mich jetzt mal angreifbar: geimpft wurden wir seit Beginn der heilpraktischen Behandlung nicht mehr.
Belassen wir es dabei: aus Deiner wissenschaftlichen Warte heraus klingt das ganze wie Hokuspokus und Esoterik, möglicherweise Glaube. Für mich ist es weit mehr, es ist eine neue Lebenseinstellung. Unter anderem hat es mir dabei geholfen, mehr auf meinen Körper zu achten und mit ihm statt gegen ihn zu handeln.
Ach ja: ich komme übrigens aus dem Osten, bin nicht getauft und war daher nie in der Kirche. Mit “Religion” und “Glauben” kann ich persönlich nichts anfangen :).
naturheilkunde und Homöopathie sollten strickt getrennt werden. es gibt in der natur genügend mittel die sehr gut wirken.
das haupt problem der Homöopathie ist die potenzierung, da wird es absolut lächerlich udn ganz klar aberglaube. d6 (1zu1000.000) ist wenn es von einer hoch wirksamen substanz kommt möglicherweise ncoh wirksam, alles darüber hinnaus aber definitiv nicht.
Nicht schlecht … ein sehr, äh, beherzter Artikel zur Pflegeindustrie, und dann solch, äh, lebhafte Diskussionen …
Die Idee, Schädigungen am gesunden Volkskörper zu sanktionieren, ist natürlich ganz im Sinne des modernen, autoritativen Staates, und somit begrüßenswert. Hierbei gibt es allerdings eine Reihe von praktischen Problemen. Nicht einmal die Versicherungen haben es bis heute geschafft, ein sinnvolles Modell für die Selbstschädigungswirkung von Kunden zu entwickeln. Und die leben eigentlich davon.
Die Vorstellung, man könnte mal eben fix die Güte und Schlechte von Dingen und Handlungen berechnen, diese mit einem Preis, einer Steuer, einer Gebühr oder Strafe versehen, und alles würde gut, nun, äh, nein.
Leider sind die Humanwissenschaften jeglicher Couleur weit davon entfernt, irgendwelche qualitativen oder gar quantitativen Aussagen darüber zu machen, was “gesund” sein könnte. Insbesondere dann nicht, wenn die “Schuldhaftigkeit” daneben ebenfalls noch berücksichtigt werden müsste.
Bis heute ist völlig unbekannt, welche Faktoren etwa tatsächlich wie auf die Gewichtsregulation wirken. Von einem metaphysischen Begriff wie gesunder Ernährung mal ganz zu schweigen. Daneben gäbe es praktisch keine zwei Menschen, für die dieselbe Ernährung “gesund” wäre.
Ob Alkohol individuell bzw. gesamtgesellschaftlich nützlich oder schädlich ist: Wir wissen es nicht. Beim Rauchen ist die Vermutung dahingehend, dass es individuell statistisch gesehen eher schädlich ist, allerdings hängt das von der konkreten Bewertungsmatrix ab. Ist die berufliche Funktionsfähigkeit dank Zigaretten höher zu bewerten als der früher einsetzende Leistungsverlust im mittleren Alter? Kommt drauf an, was man macht …
Und, um das Maß menschlichen und “wissenschaftlichen” Unwissens voll zu machen: Wir haben auch keine Ahnung von den menschlichen Krankheiten, noch weniger von der menschlichen Gesundheit. Die “Schulmedizin” basiert genauso wie jede andere erfolgreiche Medizin dieses Planeten primär auf persönlicher Erfahrung und Selbstüberschätzung des Praktizierenden, welches sich in Form eines wunderbaren Placeboeffektes niederschlägt.
Das ist übrigens der wesentliche Grund, weshalb die katastrophale Pflegesituation an Krankenhäusern so schwerwiegend ist: Wäre ein Mediziner tatsächlich ein Wissenschaftler, der weiß, was er tut, spielte es keine Rolle, wie er seinen Untersuchungs- und Manipulationsgegenstand behandelt, solange er die richtige Methode wählt.
Dummerweise ist das nicht der Fall. Schlechte Betreuung durch überfordertes Personal führt zu einer fehlenden Entrückung des Patienten, und dies zum Scheitern der wichtigsten, teilweise einzigen Methode der Medizin: Der Selbstheilungskraft des menschlichen Körpers und Geistes.
“Das steht Dir natürlich völlig offen, nur tust Du der Homöopathie damit ganz einfach unrecht. Vor drei Jahren hätte ich Dir vorbehaltlos zugestimmt aber in der Zwischenzeit nicht mehr. Das, was ich erlebt habe, geht über Placebo sehr deutlich hinaus. Meiner bescheidenen Meinung nach wirkt die Homöopathie in ihrer Gesamtheit (und nur so sollte man sie betrachten) an mir und meiner Freundin bei weitem ?nachweisbarer? als die Schulmedizin.”
Wenn du behauptest, man kann die Homöopathie nicht gegen Schulmedizin in Studien testen, wie kannst du dann behaupten dass ihre Wirkung über Placebo hinausgeht, wenn du nichtmal eine Kontrollgruppe hast, die Placebos nimmt? Du kannst doch gar nicht wissen, wie hoch die Placobe Wirkung überhaupt ist.
Das sich Homöopathen in ihre eigene kleine Welt zurückziehen ist auch typisch. “Ja ihr mit eurer Wissenschaft braucht bei uns nichts anzufangen, dass kann nicht klappen”. Sehr gerne genutzt auch zur Verteidigung anderer Aberglaube/Esoterik/Religion. ;)
Dennnoch eine Frage: wie um alles in der Welt soll ein “Medikament” wirken, in der sich kein Molekül das angeblichen Wirkstoffs befindet?
Klar hilft Homöopathie mindestens so gut wie ein von der Schulmedizin verabreichtes Placebo, besonders wenn es von einem “kompetenten” Heilpraktiker angewandt wird. Das drumherum läßt den Patienten einfach viel stärker an die Wirkung glauben, man entspannt sich (was gerade bei Migräne z.B. schon helfen kann, einen festen regelmäßigen Entspannungstermin zu haben). Darin den Glauben an die/Willen zur Heilung beim Patienten durch eine wohlwollende angenehme Umgebung zu stärken sind gute Heilpraktiker ganz groß und die meisten schulmedizinischen Einrichtungen ziemlich klein.
Die Atmosphäre bei dem Schulmediziner/Alternativpraktiker bei dem ich neulich mal war ist auch viel lockerer/fröhlicher als beim nur “normalen” Mediziner. In dieser Hinsicht kann die Schulmedizin sicher was lernen -> Patch Adams.
Das ganze Towabo, die mystische Story dahinter gehört mit zur Unterhaltung, es glaubt sich viel besser an die Wirkung wenn man eine schön einfach verständliche romantisierte Pseudoerklärung hat. Um die schlüssig zu finden oder daran zu glauben bedarf es auch keiner religiösen Vorkenntnis, glauben braucht man nicht üben oder lernen – zumal jeder dies oder jenes einfach glaubt, denn wirklich wissen tun wir das wenigste. Wirklich religiöse Menschen betrachten ihre Religion im Übrigen durchaus als Lebenseinstellung ;)
@Knilch:
Sowas wie ne ausführliche Anamnese gibt es in der Schulmedizin auch. Dieses ganze ‘wir durchstrahlen dich mal und gucken in dich rein – bitte jetzt den Schlüssel ablegen weil der ihnen sonst die Hosen zerfetzt und unseren schönen teuren Tunnel kaputt macht’ Getue dauert auch gerne mal länger als drei Stunden und dient dazu die Ursachen für die vorher festgestellten Symptome zu finden.
Es gibt allerdings durchaus Fälle in denen sich aus schulmedizinischer Sicht die Suche nach Ursachen erst mal nicht lohnt oder bekannt ist dass es nichts gibt was die Krankheit heilt, dann wird halt auf den Symptomen rumgeschlagen. Inwiefern das im Einzelfall sinnvoll ist bzw. sinnvoll betrieben wird ist ein anderes Blatt.
Die Nicht-Impfungen machen dich im übrigen überhaupt nicht angreifbar, wieso auch?
Seit den Schul-Zwangsimpfungen und vor Jahren das letzte mal für nen Urlaub bin ich schon ewig nicht mehr geimpft worden oder bei einem Arzt wegen was anderem als Fleischwunden/zu ziehenden Zähnen o.ä. vorstellig geworden. Ich glaube – nur nicht daran dass mir irgendwer gegen einen Obolus regelmäßig zu meinem Glück verhilft – sondern an mein glorreiches Immunsystem. Und mir geht es mindestens so gut wie den Leut aus meiner Bekanntschaft die dauernd zum Doc oder zum Alternativdoc laufen – oder schon als Kinder verpäppelt wurden und sich jetzt mit Allergien rumschlagen.
Wenn mich mal Malaria erwischt wird mir das allerdings auch nur bedingt helfen, und ich werd artig mal beim Doc vorbeischauen, da ich weiß wofür mein Glaube taugt und wofür nicht.
Natürlich gibt es in beiden Bereichen Leut die nur auf das Geld der Kunden schielen oder es halt machen weil’s ihr Job ist. Andere machen es wirklich aus Überzeugung – klar wirken die auch besser, weil’s einfach psychologisch viel besser wirkt von jemandem behandelt zu werden der motiviert und überzeugt die Zaubervorstellung gibt als einer der nur da hockt den Hasen mürrisch aus dem Hut zieht und dabei vergisst den Hut vorher vom Hasenkäfig zu nehmen.
Ansonsten seh ich das ziemlich genauso wie Jens, ich hab nix dagegen, in vielen Fällen ist es durchaus nützlich und nett. Ich seh es nur ganz gern realistisch.
@Knilch: sehr schöne Beiträge, kann ich nur zustimmen. Meine Schwiegermutter hat Heilpraktikerin studiert, daher weiß ich, dass eines der ersten Dinge für HP ist, dass sie lernen, wann sie einen Patienten zum Schulmediziner schicken.
Das, was Deine Freundin durchgemacht hat, hat ein Freund von mir erlebt. Hat 40 Jahre lang gegen seinen Körper gesündigt, war stolz darauf, dass er, wenn er Bewegung braucht, auf den Balkon eine Rauchen geht. Dann kam der Rücken, und er hat Höllenqualen erlitten. Hat sich durch die Therapien gekämpft, geht jetzt zum Fitnesstraining und Joggen und ist fit wie ein Turnschuh. Schon deswegen kann ich Jens’ Ausfälle gegen Kritik an Adipösen nicht nachvollziehen. Die eigene Lebensqualität sollte es einem Wert sein.
@SF: Das mit der Homöopathie/Akkupunktur ist schon ein stückweit ein Pawlowscher Reflex bei Dir, was? Hast Du mal schlechte Erfahrungen gemacht? Gerade was AP betrifft, so weiß man mittlerweile, warum die funktioniert. Anregung bestimmter Nervenknoten, was weiß ich. Jedenfalls bezahlen die Krankenkassen das nicht zum Spaß.
“Auf solche Leser kann ich gerne verzichten; gar kein Problem ;-)”
Das ist Dein Standardsatz, wenn jemand nicht Deiner Meinung ist, habe ich mittlerweile feststellen können. Schade. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich, so kommt das ein bisschen rüber. Das *genau das* die Leute sind, die Du überzeugen musst, weil sie eben den Teil der Bevölkerung darstellen, der sich aufklären möchte, kommt Dir nicht in den Sinn? Jens, zwischen “Ich hechele jedem Leser hinterher und begebe mich damit auf das Niveau des Spiegels, den ich fechte” und “Ich versuche, möglichst viele Menschen zu erreichen” liegen doch Welten.
“7 Tage Radiesschen fressen und Mate-Tee trinken ist aber auch ungesund. Die Welt ist nicht so einfach, wie man denken mag.” Von einem Extrem ins Andere. Schade.
Sag’ mal, wie war das mit den Zitat-Anführungszeichen? [Quote] [/Quote] ?
“Und warum ?frisst? er? Warum säuft jemand? Warum hat jemand Depressionen? Warum hat jemand Autoagressionen?”
Genau deswegen habe ich ja auch geschrieben, dass die Kassen umfassende Therapien bezahlen sollten, auch ohne Kampf. Dass man manchmal selbst in einem Teufelskreis steckt, aus dem man nicht mehr herauskommt, weiß ich aus eigener Erfahrung. Meine Familie hat mir da zum Glück herausgeholfen, als ich tief drin steckte.
“nur das Rauchen sehr gut für die Sozialkassen ist, da jeder Raucher die Rentenkassen statistisch entlastet. Mehrer Studien haben auch ergeben, dass Raucher aufgrund ihres Frühablebens auch das Gesundheitssystem entlasten. Sollen denn nun Nichtraucher sanktioniert werden, da sie mehr Kosten produzieren?”
Was ist mit den Folgeschäden für Nichtraucher, also Passivrauchen? Oder Kinder aus einem Raucherhaushalt, zählen die etwa nichts? Oder die Lebensqualität des Rauchers (gern auch des Fettleibigen)? Hier eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufstellen zu wollen, finde ich zynisch. Manchmal drehst und wendest Du Deine Argumente, wie sie Dir belieben. Schade.
“Wenn das Deine Einschätzung ist, wundere ich mich doch stark, dass Du meinen Blog gut findest.”
Ich bin in meiner Weltanschauung nicht festgelegt. Nicht alles, was links ist, ist gut, nicht alles, was rechts ist, ist schlecht. Als rechts-linker konservativ-liberaler Grüner mit Wertschätzung von Lebensqualität ist Dein Blog für mich eine Informationsquelle unter vielen, und ich schätze hoch, dass Du gut und flüssig schreibst. Es gibt mMn. zuviele Blogs, die an einen nöligen Prostestsong erinnern und es ihren Lesern nicht leicht machen, den transportierten Positionen etwas abzugewinnen.
Warum sollten denn Alkohol und Zigaretten ungesund sein?
Oma Meume hat geraucht wie ein Schlot und gesoffen wie ein Loch – und ist damit über 90 geworden!
(Soviel zum Thema “Wirksamkeitsnachweis via Anekdote”).
;-)
Ich bin gerade äusserst amüsiert. Ihr Leute gebt vor SF wertzuschätzen weil er Dinge hinterfragt, nachforscht und nur harte Fakten akzeptiert. Dann entrüstet ihr euch wenn er im Nebenbei die Meinung äussert, dass er etwas nicht als Fakt akzeptieren kann, dass sich nach eurer eigenen Aussage unmöglich in der Form von harten Fakten erfassen lässt.
Das ist wirklich ein geistiger Spagat der Extraklasse. :D
@ 49 Christian Walde: Oder man sieht es eben genau gegenteilig. Schließlich ist auch Jens nicht davor gefeit, eine vorgefasste Meinung zu haben. Vorurteile sind etwas zutiefst Menschliches, davon ist niemand ausgenommen.
Und ja, seinen Sachverstand, seine Rechercheleistungen und seinen Ehrgeiz, die Menschen wachzurütteln, schätze ich durchaus. Seine Selbstbeschränkung auf einen kleinen Kreis von Menschen, die seine Meinung ohnehin schon teilen (?Auf solche Leser kann ich gerne verzichten; gar kein Problem ;-)?), heiße ich wiederum nicht gut.
@ 48 Flusskiesel: Gegenbeispiel: meine Oma ist ein Stehaufmännchen, ist trotz Krankheiten und Rückschlägen dieser Tage 91 geworden und ist geistig und gesundheitlich so gut beieinander, wie man es sich bei einer 91jährigen nur wünschen kann. Sie hat nie übertrieben gesund gelebt, sich ihre Gesundheit aber auch nie bewusst kaputt gemacht.
Ihr etwas jüngerer Bruder, der bei der Armee das Rauchen und Saufen gelernt hat und exzessiv zelebriert hat, ist dagegen mit nicht einmal 70 qualvoll krepiert. Schon mit 50 konnte er keinen Kilometer zu Fuß mehr gehen, wegen Raucherbeinen. Dass er seinen selbstzerstörerischen Lebensstil so lange durchgehalten hat, ist den gleichen guten Genen zu verdanken, die auch meiner Oma zu ihrem langen Leben verholfen haben (und 90 zu werden ist auch in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich).
Es gibt immer Ausnahmen, die eine solche Tortur für den eigenen Körper erstaunlich lange durchhalten, aber der Durchschnittsmensch verkürzt sein Leben nunmal drastisch, wenn er eine Schachtel am Tag wegzieht, eine Flasche Hochprozentigen leermacht oder so viel Essen wie eine vierköpfige Familie in sich hineinstopft.
Über eine “gesunde” Lebensführung läßt sich trefflich streiten.
Das Hauptproblem dabei ist, daß im Grunde niemand genau weiß, wie eine optimale Lebensführung aussieht. Die herrschende Meinung muß nicht unbedingt richtig sein.
Ich bin zum Beispiel ein “Dicker”. In meiner Jugend habe ich extrem Sport betrieben und so meinen Stoffwechsel der Belastung angepaßt (täglich bis zu 6 Stunden Training). Nach vielen Versuchen fand ich heraus, daß ich ein sogenannter Hypoglykämiker bin, etwas was mein Internist dann auch bestätigte. Ich gehöre zu den Menschen, die zuviel Insulin als Antwort auf Kohlenhydrate in der Nahrung produzieren. Im Sport ist das ideal, da ich unglaublich schnell Muskelmasse zulegen kann. Ohne die sportliche Belastung ist das ein Fluch, da ich nur eine Portion Nudeln anzusehen brauche, um zuzunehmen. Unter sportlicher Belastung versteht mein Körper 2-4 Stunden intensive Training täglich, was ich aus beruflichen Gründen nicht schaffe.
Ich mußte er fas Vierzig werden, um die o.g. Zusammenhänge zu erkennen. Ärzte haben mir jahrelang etwas von eine fettreduzierten Diät erzählt, was ich auch brav befolgt habe. Das Ergebnis ging gegen Null, ich nahm zwar ab, aber nach kurzer Zeit regelte sich mein Gewicht wieder auf die alten Werte ein. Erst als ich anfing, meine täglichen Kohlenhydrate auf etwa 100g zu beschränken, wurde es besser. Nur ist das leichter gesagt als getan, denn es gibt kaum preiswerte Nahrung ohne Kohlenhydrate. Ein anderer Punkt, der bei mir festgestellt wurde, ist die Ballaststoffverwertung. Mein Darm ist in der Lage, Ballaststoffe auch teilweise zu verwerten, er wandelt sie in Alkohole um. Ich bin also ein extrem guter Futterverwerter! In einer Welt, wo ich jeden Tag 10 Stunden hart arbeiten muß, wäre das ideal. In meiner Welt der Computer und Schreibtische ist das ein echter Fluch.
Es gibt übrigens kaum Ärzte, die die genannten Zusammenhänge kennen. Adipositas ist auch heute noch ein Bereich, in dem die meisten Wissenschaftler und Ärzte im Grunde Scharlatanerie betreiben, ganze einfach weil es kaum gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse gibt.
Daher bin ich sehr vorsichtig, hier allgemeingültige Vorschläge zu machen.
Um aber wieder zum Thema zu kommen, Krankenhäuser nach rein betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten zu führen, ruiniert das Gesundheitswesen. Wir brauchen hier hochqualifiziertes, hochmotiviertes Personal, das sich intensiv um kranke Menschen kümmert. Solange diese Faktoren nicht in die betriebswirtschaftliche Gleichung eingehen, könnte es vorteilhafter sein, Krankenhäuser öffentlich zu betreiben. Es wird heute viel zu viel Geld in der Verwaltung verschwendet, da muß der Rotstift angesetzt werden.
Vor einiger Zeit hatte ich einen Bericht über einen Hausarzt gelesen, der sein ganzes Personal entlassen hatte, seine Praxis mit Hilfe von Computern und Software optimiert hat und seine Praxis sehr erfolgreich allein führt:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,301626,00.html
Das ist vielleicht nicht das Universalbeispiel, aber es sollte doch zu denken geben. Denn die Kosten entstehen an den Schnittstellen: Patient -> Arzt -> Krankenkasse -> Gesundheitsfond – > Kassenärztliche Vereinigung -> Arzt -> Patient. An jeder Schnittstelle werden Verwaltungkosten verbraucht!
@50:
Genau, das meinte ich:
Anekdoten reichen zur Wirksamkeitsbestimmung einer Therapie (welcher Art auch immer) nicht aus.
Es wird immer jemanden geben, bei dem eine Therapie nicht anschlägt, genauso wie es immer Menschen gibt, die trotz “ungesundem Leben” uralt werden.
Es gibt ja auch Krebskranke, die von jetzt auf gleich völlig gesund werden (auch wenn das wohl sehr selten vorkommt)!
Daraus dann gleich etwas für alle Menschen abzuleiten ist unsinnig.
Seltsam finde ich dabei auch die Sache mit der “gesunden” Ernährung. Da werden bestimmte “Ernährungspyramiden” empfohlen, obwohl die Wirkung einer solchen Ernährung nicht empirisch nachgewiesen ist.
Auch die Einteilung der Menschen in bestimmte BMI-Klassen ist einfach willkürlich.
Zum BMI hier etwas:
http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/nano/news/44978/index.html
@52: Du, mir ist eigentlich völlig Wurscht, was diese oder jene Ernährungspyramide sagt. Ich brauche auch keine Wissenschaftler und Nährwerttabellen, um darauf zu kommen, dass es gesund sein könnte, täglich Gemüse zu essen. Ich meine, sehen wir das doch mal sachlich und schauen uns die Leute in unserem – gern auch weiteren – Bekanntenkreis an, die übergewichtig sind. Was esen die? Wieviel essen die? Wieviel bewegen die sich?
Ich sag’s nochmal, man kann täglich Fast Food zu sich nehmen. Burger, Pommes rot-weiß, Currywurscht, solche Sachen halt. Dazu jeden Tag ‘ne Maß Bier. Wie sieht man dann in spätestens 20 Jahren aus? Richtig, im 15. Monat schwanger. Ist das gesund? Nicht unbedingt. Der Rücken leidet, die Gelenke nutzen sich stärker ab, die Füße tun weh, und das Bindegewebe wird lädiert. Außerdem freut sich die Pumpe, und – was in meinen Augen noch wichtiger ist – man kommt keine Treppe mehr hoch, ohne dass man keucht, schwitzt und rot anläuft.
Ich sage doch nun wirklich nicht, dass jeder Mensch einen Diätplan einhalten soll, wo auf die Kilokalorie genau festgelegt ist, was man zu sich nehmen darf. Ich bin *nicht* dafür, dass man sich massiven Ernährungszwängen aussetzt, so wie das z.B. Fitnessfanatiker machen. Aber gibt es denn nicht einen Unterschied zwischen dem *Versuch*, sich ausgewogen zu ernähren, und blindem, dumpfen In-sich-hinein-Fressen, ohne an die Konsequenzen zu denken?
@53:
Danke für die Klarstellung!
Es ist meiner Meinung nach nur unmöglich, für alle Menschen feste Regeln vorzuschreiben – und die wären ja notwendig, wenn man z.B. die Krankenkassenbeiträge davon abhängig machen wollte.
Wobei ich durchaus gerne mal empirische Daten darüber hätte, wie gesund denn “Gemüse” ist.
Welches Gemüse?
Wie zubereitet? usw.
Bei allem, was mit Ernährung zu tun hat, habe ich immer das Gefühl, dass da nur Allgemeinplätze und schwammige Meinungen hervorgekramt werden und uns das dann als “Ernährungswissenschaft” (sic!) verkauft wird.
Außerdem:
Der Deutsche isst nicht – er ernährt sich! ;-)
@43 Knilch
Schön aufgesagt ;-)
Das ist fein – ich war in den letzen 20 Jahren auch nur rund fünf mal beim Arzt, und dass auch nur um mir einen “gelben Schein” zu holen. Ich bin halt gesund, das hat mit Homöopathie und dem ganzen Tschi-Tschi nichts zu tun.
Sollte bei Dir irgendwann einmal ein Bein brechen, das Kreuzband reißen oder der Bilnddarm durchbrechen, so solltest Du Dein wohlfeiles Gebrüll aber hinten anstellen und lieber zum Schulmedizinier marschieren ;-)
Dabei können wir es gerne belassen. Zum xten mal: Wenn jemand sagt – ich glaube an Gott, das hilft mir und tut mir gut, so habe ich gar kein Problem damit. Wenn jemand aber sagt, Gott hat dies und das gemacht und das ist nachweisbar(!), so muss ich intervenieren.
*g*
Das ist mir schon klar – für das Ersatzreligionen ist diese Aussage ganz normal.
@Netzbummler
Und es will nicht in Deinen Kopf hineien, dass jeder Mensch eine andere Vorstellung von Glück hat? Ich mache Euch springfidelen Hüpfbojen keine Vorschriften und ihr lasst mich zufrieden in der Sonne relaxen und mein Weizen mit Schweinsbraten genießen. Bist Du etwa neidisch? Anders kann mich mir Deine angespannte Verkniffenheit kaum erklären.
Ne, die Krankenkassen bezahlen das aus den Gründen, die ich hier bereits mehrfach dargelegt habe – was auch vollkommen richtig ist. Das hat aber nichts mit den Wirkschemata zu tun.
Keineswegs – Du kannst gerne in der Sache gegen meine Artikel kommentieren, aber wenn Du die persönliche Schiene fahren willst,. wirst Du von mir nun einmal nur ein freundliches Winke-Winke zu sehen bekommen.
Nein, weil ich kein Sendungsbewusstsein habe. Ich will niemanden überzeugen und Dich schon mal gar nicht. Im Gegenteil – wenn ich mir diese verquarste Diskussion hier anschaue, würde ich mir fast wünschen, der Blog hätte gar keine Kommentarspalte.
Klar – aber ich weiß nicht warum ich deshalb nun faschistoiden Träumen von einer Ächtung unästhetischen Lebens zustimmen soll, oder die quasi-religiösen Glaubensbekenntnisse von Esoterikern nicht hinterfragen dürfte. Im Gegenteil – das erwartet der Leser von mir.
Peanuts
Keinesfalls – ich finde Deine selbsteherrliche Art nun einmal zum Kotzen. Du sprichst von Lebensqualität? Wer hat Dich dazu mandatiert? Ich nicht! Wenn es nicht in Deinen Kopf will, das beispielsweise für mich eine Zigarre sehrwohl Lebensqualität sein kann und nicht jedermann, der vermeintlich zu viel wiegt (wer legt das überhaupt fest?) unbedingt schlank sein will, so kann ich da auch nichts für.
@50 Christian Walde
Ich finde es auch immer wieder bemerkenswert, was für eine skuriler Mist bei einigen meiner Leser doch im Kopfe herumspuckt ;-)
Tja, wer sich nicht mehr über miesteste Arbeitsbedingungen, den Wahnsinn im ökonomisierten Dauerzustand im Gesundheitswesen, die Milliarden Verbandsfunktionäre, die Ökonomisierung der Gesundheit nachdenken will und diese auf eine Stufe mit Autoversicherungen stellt, von der Klassengesellschaft der Ernährung nichts wissen will, für den wird der “Fette” zum ganz persönlichen Terroristen.
Das ist das Fressen von Fastfood schon eine Form von Widerstand und Klassenbewußtsein.
Auch wenn ich mich wiederhole: Danke für den Artikel, SF.
Ich denke, dass für die Befriedigung der essentiellen Bedürfnisse des Menschen, wie eben die Gesundheitsversorgung, der marktwirtschaftliche Ansatz eben nicht die besten Ergebnisse liefert. Um eine akzeptable Gesamtwohlfahrt zu erreichen, müsste es Qualitätsstandards geben, deren Einhaltung regelmäßig überprüft werden (kann).
AK
@name
*lol*
Da gehst Du aber etwas zu weit ;-)
@60 AK
Das bin ich mit Dir 100% einer Meinung. Leider scheint der Zug abgefahren zu sein. Asklepios-Chef Broermann unkte jüngst im Handelsblatt, dass er für 2010 viele neue Akquisitionen vorhat. Dann sind die Staatssäckel dank Finanzkrise und Bankenrettung leer und er kommt als weißer Ritter und entsorgt dem Staat seine “teuren” Krankenhäuser.
Nun denn, ich finde Deine Kommentare zwar ziemlich engstirnig aber wenigstens weiß ich jetzt, wie ich Dich einordnen kann.
Warum Du immer in die Bresche “Religion” einschlagen musst, verstehe ich nicht. Genau das gleiche könnte ich von Dir mit Deinem “Glauben” an die Schulmedizin ebenfalls schreiben. Nur, weil etwas wissenschaftlich erklärbar ist heißt es nicht, daß es nicht trotzdem religiöse Züge annehmen kann. Scientology lässt grüßen. Und so, wie Du hier Dich hier über vor allem meine Meinung lächerlich machst, spricht das schon Bände.
Auf das Beispiel mit meiner Freundin bist Du natürlich gar nicht eingegangen. Auch nicht, daß es eben nicht nur die unwirksamen Placebos sind, welche verabreicht werden, sondern auch noch voodoomäßiges Handauflegen, das ihr hauptsächlich geholfen hat. Die Schulmedizin war bei ihr einfach ratlos, warum gibt es nicht ein Gesetz, das einen Schulmediziner in so einem Fall zwingt, einen zur Alternativmedizin zu schicken? So, wie es anscheinend andersherum ist?
Aber Deiner Meinung nach sind das trotzdem nur beliebige Einzelfälle, die durch Zufall und Zauberei immer wieder mal auftreten können. Komisch nur, daß bis jetzt jeder, der hier über die Homöopathie geschrieben hat, so einen Fall berichten konnte.
Naja, ich bin raus, und zwar aus diesem Blog. Ich hätte kein Problem mit einer anderen Meinung aber so, wie Du immer wieder auf die gleiche Stelle eindrischst und wie mit Scheuklappen alles ablehnst, was nicht sein kann und nicht wissenschaftlich erklärbar ist, lässt es mich zweifeln, ob nicht diese Deine Einstellung nicht auch auf andere Artikel von Dir abfärbt.
Ich renne übrigens auch nicht andauernd zur Heilpraktikerin, auch wenn das möglicherweise anders klang. Ich bin zwar seit zwei Jahren bei ihr in Behandlung aber melde mich nur, falls sich “was tut”. Und die Rückenschmerzen, die ich immer hatte, habe ich mir weggeträumt.
Zugegeben Jens, ja, aber weisst du, man vernimmt aus der Ernährungsecke immer nur ich ich und ich, und die Frage, warum ein Teil genau auf diese Form von Ernährung angewiesen ist, weil anderes nicht finanzierbar ist, diese wird sich gar nicht gestellt. Das eigene “ich” bildet sich da nur ein, es wäre der Mittelpunkt der Erde ;)
Ach ja, zu der Sache, die hier zum Krieg zwischen Schulmedizin und alternativen Methoden ausartet, könnte ich selbst einen meiner kräutersammmelnden, katholischen Urgroßväter anführen, den die Skepsis des Kaiserreichs, die Skepsis vor der Medizin, vor Impfungen, die Millionen Tote durch die Spanische Grippe, auch in diese Ecke trieb, und der dachte, er hätte eine Variante für sich gefunden, die gegen die Mächtigen steht. Fast wie ein doppeltes Plazebo ;)
Danke Jens für diesen Artikel,
aus dem näheren Umfeld kenne ich einige Krankenpfleger. Die Personalmangel in kommunal betriebenen KH ist mittlerweile schon ein rießen Problem.
Wie das ganze aussieht wenn diese KH auch noch Gewinn erwirtschaften müssen mag ich mir gar nicht vorstellen.
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SF:
Das bin ich mit Dir 100% einer Meinung. Leider scheint der Zug abgefahren zu sein. Asklepios-Chef Broermann unkte jüngst im Handelsblatt, dass er für 2010 viele neue Akquisitionen vorhat. Dann sind die Staatssäckel dank Finanzkrise und Bankenrettung leer und er kommt als weißer Ritter und entsorgt dem Staat seine ?teuren? Krankenhäuser.
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Ja das erzeugt ein sehr mulmiges Gefühl im Magen. Ich erfreue mich eigentlich guter Gesundheit (übrigens auch 178/90 ;-) ), allerdings hat es mich letzte Jahr auch mal erwischt. Verschleppter Blinddarmdurchbruch, harte Bauchdecke… naja bin zum Glück dann doch zum Arzt gegangen und wenige Stunden später in einem OP eines sehr guten (staatlichen) Krankenhaus gelandet. Wenn ich mir überlege, dass es möglichweise Zufall gewesen, dass es eben kein KH mit minimaler Personaldecke und gestresstem Personal, welches dafür gesorgt hat, dass ich diese Zeilen schreiben kann *schauder*.
Ich hoffe einfach, dass die schlechten Beispiele privatisierter, ökonomisierter Grundbedürfnisse(Wasser, Transport, Strom) die wir in USA/UK bewundern dürfen, abschreckend genug für deutsche Michels sind. Jeder kann ja dazu beitragen, sein Umfeld darüber zu informieren.
AK
@Netzbummler
“Gerade was AP betrifft, so weiß man mittlerweile, warum die funktioniert. Anregung bestimmter Nervenknoten, was weiß ich.”
Die AP ist wirksam. In manchen Studien sogar wirksamer als konventionelle Behandlung. Deswegen wird das von den Krankenkassen bezahlt und ist vollkommen in Ordnung.
Das Problem ist nur, dass die AP genauso wirksam ist wie eine Scheinakupunktur.
Es ist vollkommen egal, wo man die Nadeln setzt. Man baucht keinen 4000 Jahre alte chinesiche Yin-Yang-Energie-Meridian-Felder-Hokuspokus dazu.
@Netzbummler
Du atmest. Lass das; es führt zum Tod. Ich sehe es nicht ein, dass ich Krankenversicherungsbeiträge bezahle, um Deine gesundheitsgefährdende Bequemlichkeit in der Stadt wohnen zu wollen zu bezahlen.
Du berührst Türklinken und gehst auf öffentliche Toiletten. Lass das; ich sehe es nicht ein, dass ich Krankenversicherungsbeiträge bezahle, um Deine gesundheitsgefährdende Bequemlichkeit zu bezahlen.
Willst du wirklich, dass ich mir darüber Gedanken mache, was ich allees für Dich zahlen muss? Du kannst mir glauben, dass ein Großteil Deiner vergangenen und zukünftigen Krankheiten vermeidbar gewesen wäre oder sein wird, wenn Du Deine Gewohnheiten und Dein Verhalten änderst.
Da ich im Gegensatz zu Dir weiss, was das Wort “Solidargemeinschaft” bedeutet, zahle ich gerne für Deine Probleme. Und das, obwohl Leute wie du die schlimmsten volkswirtschaftlichen und individuellen Probleme mit ihrer Selbstgerechtigkeit erst erzeugen.
Zurück zum Thema:
Nehmen wir unlogischerweise einfach mal an, Dein antisoziales Konzept bringt wider Erwarten effektiv eine Ersparnis. Gerade das diskutierte “Geschäftsmodell” sorgt doch dann dafür, dass genau diese Ersparnis weder bei den Patienten, noch bei der Infrastruktur und auch nicht bei den Arbeitskräften, sondern ausschließlich bei der jeweiligen Holding ankommt.
Wenn das Geld sowieso weg ist, könnte ja auch der schlimmste Sozialdarwinist einfach mal etwas sozial denken, oder?
@SF
Tja, das ist natürlich etwas eindimensional gedacht. “Optimal” wäre: Bildgebendes Verfahren der sog. Schulmedizin nutzen, und z.B. bei einem “einfachen” Bruch auf eine der alten Alternativmedizinen zurückgreifen, z.B. TCM. Die ist bei der Behandlung von solchen Brüchen wesentlich “besser” (hier: weniger invasiv, schnellere Heilung, höhere spätere Belastbarkeit des Knochens).
Problematisch an solch metaparadigmatischen Behandlungsschemata ist natürlich, dass man (a) die einzelnen Kompetenzen der verschiedenen Medizinen kennen müsste und (b) “Du kannst nicht mehreren Göttern dienen”, sprich: Für “uns” monotheistisch geprägte Europäer ist der Glaube an Eine Wahrheit zu wichtig, Abweichungen davon behindern den Placebo-Effekt.
Zum Sozialdarwinismus:
Der kommt mir hier mal wieder viel zu schlecht weg. Nähme man den Sozialdarwinismus ernst, dann wäre die graduelle Euthanasie, mit welcher er hier teilweise gleichgesetzt wird, eigentlich das Gegenteil davon. In der Natur gibt es nun einmal niemanden, der Steuern auf bestimmte Verhaltensweisen erhebt oder Metriken für das Allgemeinwohl erstellt.
Was bedeutet denn Fitness im Darwinismus? Eigentlich doch dies: Ich nehme mir ein Individuum, schaue mir seine “Konfiguration” an, verglichen mit der anderer Individuen seiner Spezies und fremder Spezies, warte 10000 Jahre und schaue dann nach, wie sich die Merkmale seiner Konfiguration gegenüber denen anderer verteilt. Fitness ist also ganz deutlich eine a posteriori-Definition.
Im Falle des Sozialdarwinismus bedeutete dies z.B. dass alle Menschen einen “Fitnessabschlag” auf ein Sperrkonto einzahlen, und nach 10000 Jahren wird dann geschaut, welche damaligen Verhaltensweisen statistisch die erfolgreichsten waren, und der Fitnessabschlag wird entsprechend z.B. auf die Erben verteilt.
Aber natürlich – nur das Rauchen sehr gut für die Sozialkassen ist, da jeder Raucher die Rentenkassen statistisch entlastet. Mehrer Studien haben auch ergeben, dass Raucher aufgrund ihres Frühablebens auch das Gesundheitssystem entlasten. Sollen denn nun Nichtraucher sanktioniert werden, da sie mehr Kosten produzieren?
SF, mit der Aussage bin ich nicht ganz einverstanden. Nur ein Einzelfall, betrifft mich aber persönlich. Meine Frau, Raucherin seit dem 14. Lebensjahr. Mit 50 an Lungenkrebs erkrankt und mit 51 Rentnerin.
Die Behandlungskosten wie z.B. Chemo verursachen astronomische Kosten.
Nur meine gesetzlich vorgeschriebenen Zuzahlungen für 2008 betrugen ca. 1100 Euro.
Die Chemo der Hauptkostentreiber hat aber erst im letzten Quartal 2008 begonnen.
Ein Riesengeschäft für Ärzte, Apotheken und Pharmaindustrie.
Ein Verlustgeschäft für den Erkranken und den Kranken- und Rentenkassen.
Mein Fazit, keine Entlastung der Renten- und Krankenkassen.
Aus Statistiken lese ich das heraus, was ich lesen will.
Klaus
@Knilch
Du argumentierst mit dem einschlägigen Slogan “wer heilt, hat recht” – das ist ok, aber eben nicht wissenschaftlich ;-)
Mich erinnert die Diskussion (und hier kommt wieder der Glauben) an die Diskussion über die Wissenschaft und Gott. Muss der Gläubige dem Wissenschaftler mit wissenschaftlichen Mitteln beweisen, dass es Gott gibt? Oder muss der Wisseschaftler beweisen, dass es keinen Gott gibt? Beides ist unmöglich, darum bin ich ja auch Agnostiker ;-)
Sicher, das könntest Du.
Ich mache Deine Meinung ganz sicher nicht lächerlich, wenn ich sie in die Glaubensecke verorte. Ich habe Respekt vor dem Glauben, dass ist keineswegs despektierlich gemeint.
Nein, weil Einzelbeispiele hier einfach keine Klärung bringen. Wie Christian schon angemerkt hat, gibt es sogar Spontanheilungen von “unheilbaren” Krebsarten. Es gibt sogar (nachgewiesen) Fälle von religiösen “Wunderheilungen”. Das kann aber nicht heißen, dass hiermit “bewiesen” ist, dass die vermeintliche Heilungsmethode damit belegt werden kann.
Einige vom Hören-Sagen, ja. Aber das allles gehört – ob Du es hören willst oder nicht – zum Placebo-Effekt. Sogar der weiße Kittel des Schulmediziners löst bereits einen Placebo aus, wenn man daran “glaubt”, dies ist kein Alleinstellungsmerkmal der alternativen Methoden.
Dann ist ja gut – ich brauche keine engstirnigen Leser, die keine andere Meinung dulden ;-)
Mit jedem Artikel über Israel, Rauchen, Verschwörungstheorien, liberale Werte oder Gesundheit verliere ich einige Leser – das ist nicht schlimm, denn diejenigen, die über bleiben, sind es, auf die es ankommt.
@Klaus von Floda
OK – da sind wir wieder bei der Frage Einzelbeobachtung gegen Gesamtbeobachtung.
Die Studien, auf die ich mich beziehe, sind hier genannt und hier zu lesen.
Mehr kann und will ich zu dem Thema nicht sagen ;-)
Ich kann es mir nicht verkneifen…
Ausgerechnet die Verfechter von alternativen Heilmethoden reden von “wirkungslosen Placebos”. Der Effekt ist klar nachgewiesen. Das hat eine ganze Reihe von Konsequenzen, die gegen die herkömmliche Schulmedizin sprechen, und den Nachweis liefern, daß es eine klare Rückkopplung zwischen Psyche und Körper gibt.
Die Esoteriker sind unbelehrbar – Argumente, die die eigenen Einsichten unterstützen, werden abgelehnt, nur um die eigene Glaubenslehre von der “Wirksamkeit” reinen Wassers (= Homöopathie) nicht in Frage stellen zu müssen.
etwa 90% der gesundheitskosten fallen in den letzten lebensjahren an! vielleicht sollte der geneigt sozialdarwinist dort ansetzen und die konsumgeplagten normbuerger bis dahin das bischen genuss, was ihnen noch bleibt, zugestehen!
@bojenberg
Da fällt mir spontan Soylent Green ein ;-)
@68 schwitzig: Du, klar weiß ich, was eine Solidargemeinschaft ist, und ich zahle ja auch für die Wehwehchen, die Du hast, vergiss das bitte nicht. Und ich beschwere mich auch nicht. Krank werden kann jeder, sich die Knochen brechen auch. Für angeborene Sachen kann niemand was, auch nicht die Eltern. Bestimmte Berufe machen einen kränker als andere, und die KV ist dafür da, um das alles abzufedern.
Nur: bedeutet das auch, dass die Gemeinschaft auch die Exzesse einzelner subventionieren soll? Der Jens soll gern in der Sonne liegend sein Bierchen zischen, das ist doch völlig okay. Und bei 90 Kilo bei 1,78 m hat er nicht viel mehr auf den Rippen als ich (75 bis 80 Kilo bei 1,75 m). Nur scheint mir, dass hier vielfach vergessen wird, was Fettleibigkeit ist. Keine Ahnung, was die offizielle Definition ist, aber schaut Euch doch mal die Menschen mit 200 Kilo und mehr an.
Ich glaube noch nicht einmal, dass diese Leute sich damit wirklich wohl fühlen. Es fehlt nur die innere Stärke, dem Fresstrieb Einhalt zu gebieten. Das ist manchmal wirklich schwer, und ich bin in dieser Hinsicht auch nicht konsequent, aber meine Vernunft sagt mir: wenn ich die Zügel vollends entgleiten lasse, dann gibt es bald kein Zurück mehr. Und ich will am Leben teilhaben und nicht vom extra verstärkten Bett der Elefantenklasse aus aus dem Fenster zusehen, wie das Leben an mir vorbei zieht.
Das ist es, was ich meine: zwischen “Leben genießen” und “jeden in eine ideale Norm-Form pressen” liegen Welten. Warum sollen nur diese beiden Extreme möglich sein?
@ 57 SF: “Wenn es nicht in Deinen Kopf will, das beispielsweise für mich eine Zigarre sehrwohl Lebensqualität sein kann und nicht jedermann, der vermeintlich zu viel wiegt (wer legt das überhaupt fest?) unbedingt schlank sein will, so kann ich da auch nichts für.”
Ich glaube langsam, ich habe einen wunden Punkt bei Dir getroffen. *Eine Zigarette* ist nicht eine oder zwei *Schachteln* am Tag. “Zu viel wiegen” (wenn wir jetzt mal der Einfachheit halber den BMI nehmen, an dem ich mich noch nie orientiert habe) heißt auch nicht, dass man sich kaum noch aus eigener Kraft fortbewegen kann. “Trinken” oder “zuviel Trinken”… seltsam, das ist völlig untergegangen. Schonmal einen Alkoholiker erlebt, der von seinem Pegel runter war? So richtig mit Turkey, wie man ihn sonst nur bei Junkies sehen kann? Erschreckend.
Ich möchte noch einmal klarstellen: ich gönne jedem sein Bierchen, ich gönne jedem sein Kippchen (sofern ich von dem Rauch nicht belästigt werde), und wenn jemand sich genießerisch einen Schokoriegel im Mund zergehen lässt, dann wünsche ich ihm einen guten Appetit. Ich heiße es ausdrücklich gut, das Leben zu genießen – wir haben ja nur das eine. Aber ich kann *Exzesse* nicht gut heißen. Dass ich damit nicht allein stehe, beruhigt mich.
@ 55 Flusskiesel: In meinem Falle konsumieren ich und die meinen Obst und Gemüse aus heimischen Landen, weil wir kein gutes Gefühl dabei haben, wenn das Zeug quer über den Globus geschippert wird. Für Fleisch gilt das auch. Das Grünzeug wird meist kurz angedünstet, da es knackig noch am besten schmeckt. Dass es dabei noch am gesündesten ist, ist ein angenehmer Nebeneffekt.
Ich muss gerade an Asiaten denken, bei denen Fettleibigkeit kaum verbreitet ist. Wieso wohl?
@Netzbummler
Exzesse zu Lasten der Solidargemeinschaft kann ich auch nicht gutheißen – aber ich halte Sanktionierungen die willkürlich (z.B. nach BMI) ausgesprocheen werden, für grundfalsch. Warum versucht man es nicht mit einem Anreiz? Warum sagt man Menschen, die idT fettsüchtig sind, passt auf, wenn ihr dies und das macht und dabei auch wirklich Gewicht verliert, kriegt ihr eine Prämie von uns. Das wäre mE ok, keine Sanktionierung, kein Zwang, sondern Freiwilligkeit und Anreize.
@ 78 SF: Endlich verstehen wir uns. Ja, das ist eine gute Möglichkeit, um Menschen dazu zu bewegen, ihren A… hochzukriegen. Geld ist eine unglaublich starke Triebfeder, sei es nun als Belohnung oder als Strafe.
Da fällt mir ein: meine KV hatte mir angeboten, dass ich am Ende des Jahres Geld zurückkriege, wenn ich das Jahr über nur selten beim Arzt bin. Das ist schonmal eine Möglichkeit. Eine andere Möglichkeit ist das, was Du oben schon angesprochen hast. Viele KV machen das sogar, also die Prämien für Leute, die freiwillig an Kursen und Kuren mitmachen. Logisch, auf Dauer kommt das billiger.
P.S.: Den BMI als Grundlage für *irgendwas* zu nehmen halte ich auch für Unfug. Schließlich berücksichtigt das weder den berühmten “starken Knochenbau”, noch andere Körperbautypen (z.B. ektomorphe Menschen können leicht als untergewichtig gelten).
P.P.S.: Kann schon sein, dass ich etwas sehr strikt rüberkomme mit meinen Kommentaren, aber ich habe und hatte zahlreiche seeehr kaputte Typen in meiner Verwandschaft, die zum größten Teil vor ihrer Zeit abgetreten sind. Schwerstalkoholiker, Schwerstraucher, extrem Übergewichtige… und nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das Leben ihrer Familien war die Hölle. Das prägt.
@sf
manchmal muss ich dich doch bedauern. Da schreibst du wieder mal einen tollen und wichtigen Artikel und dann musst du dir diesen Mist in den Kommentaren antun.
Ergänzend zum Artikel würde ich gerne noch sagen, dass diese Krankenhausbetreiberkonzerne mit der Zeit unser Gesundheitswesen zugrunde richten werden. Sie betreiben Personalabbau, Lohndumping, Qualitätsreduzierung nur zu dem Zweck einen größeren shareholder value zu erzielen. Mit ihrer zunehmenden Marktmacht und Lobby bestimmen sie aber auch mit, wie hoch die Preise im System sind, und die sind schon seit langer Zeit fallend. Das ist kein Zufall, denn es spielt den Betreiberkonzernen in die Hände. Diesen Preisverfall können sich auf Dauer nur Einrichtungen leisten, die das Geschäftsmodell von Asklepios und Konsorten mitmachen. Die kommunalen und konfessionellen Träger von Krankenhäusern werden über Kurz oder Lang nicht mehr mithalten können und dann werden die großen privaten Betreiber noch viel schneller und billiger an Krankenhäuser kommen. Spätestens wenn die Mehrheit der Krankenhäuser in privater Trägerschaft ist, wird der Preisverfall gestoppt werden. Dann haben diese Konzerne ihr Ziel erreicht und sie werden die Preise genau so nach oben diktieren, wie sie jetzt dabei sind die Preise nach unten zu diktieren.
Das Krankenhauswesen ist ein Bereich, in dem man den Kapitalismus wirklich nicht ungestört sein Unwesen treiben lassen sollte.
@Netzbummler:
- Menschen, die wegen eines Übergewichts von über 200 Kilo nicht mehr laufen können sind krank.
- Alkoholiker sind per Definition krank.
- Raucher, die vom Nikotin abhängig sind, sind per Definition krank.
Es handelt sich bei den Extremen (die Du ja auch direkt ansprichst) um Krankheiten!
Den Menschen muss man helfen – und sie nicht bestrafen, weil sie sich nicht wohlgefällig verhalten!
Sonst könnte man auch einem psychisch Kranken sagen: “Reiß Dich mal zusammen! Dann geht das schon wieder!”
Hier ein interessantes Fundstück aus dem heutigen Guardian…
So gehts Mitarbeitern, die auf Zustände wie bei Asklepios aufmerksam machen:
http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2009/apr/28/nurse-exposing-cruelty-nhs
AK
@Sf
Mit anderen Worten, wir kommen vom Paradies in die Hölle, wenn wir im Gesundheitswesen das privatwirtschaftliche Rechnen anfangen. Will Ver.di uns sagen.
@AK #82
Das ist eben ein Beispiel skandalöser Zustände aus dem staatlichen Gesundheitssystem. Was nur zeigt, dass die Ver.di-Propaganda vielleicht doch nicht so zutreffend ist.
Vielleicht wäre es auch mal interessant, nach Evaluationen von Asklepios-Kliniken zu recherchieren. Sicher gibt es da Licht und Schatten.
Ein letztes Mal ;).
@Michael, 74: diese “unwirksamen Placebos” waren ironisch/zynisch gemeint. Wie überhaupt der ganze Beitrag.
Und weil mir gerade wieder etwas zum Thema eingefallen ist, ihr wolltet ja einen Doppelblindtest oder sowas. Nun ja, meine Freundin hat letztes Jahr ein Mittel genommen (zwei Tropfen in einem Glas mit Wasser aufgelöst, davon ein Teelöffel), hat das Glas ausgespült und auf die Spüle gestellt.
Da ich was trinken wollte, nahm ich just dieses Glas ohne etwas davon zu ahnen, daß sie es benutzt hatte, füllte Leitungswasser ein und trank. Zu diesem Zeitpunkt war ich absolut fit und fühlte mich gut.
Wenige Minuten später bekam ich Kopfschmerzen, ich wurde matt, tierisch müde und musste mich hinlegen. Falsches Mittel zur falschen Zeit.
Für mich persönlich war das genug des Beweises, wissenschaftlich ist es natürlich nicht.
Und mal zum Thema zurück: da dieses Gebaren (Unternehmen aufkaufen, Kosten senken, Personal entlassen) mittlerweile Usus ist, wundert es mich eigentlich gar nicht, daß auch das Gesundheitswesen nicht davon ausgenommen ist.
Unsere “Führer” spielen dann wieder die Politik der drei Affen und überlassen das Feld gewinnorientierten Unternehmen. Nachher ist das Geschrei wieder groß und keiner will es gewesen sein.
SF hat ja schon in einem vorherigen Artikel hinter vorgehaltener Hand zum Aufstand aufgerufen. Warum nicht jetzt? Warum nicht was tun?
Guter Artikel,
eins scheint der Autor leider zu übersehen.
Hermes rettete Asklepois vor dem Tod, aus dem Bauch seiner toten Mutter.
Der Gott der Diebe und der Halunken, sozusagen auch der Gott sämtlicher moderner “Kleinkrimineller” ist komischerweise der Lebensretter der Heilkunst.
Interessanter Beitrag, doch leider fehlt der letzte Absatz:
Diese Firma operiert ebenso wie die Gangsterbanker und Heuschreckenabsahner im legalen Rahmen, den deutsche Politiker geschaffen haben. Es besteht kein Grund zur Sorge, das Wohl des Großkapitals ist der Volksvertreter höchstes Ziel. Dafür werden lebenslang arbeitende Mitbürger, deren Arbeitskraft als entbehrlich erachtet wurde, mit einem monatlichen Pensum abgespeist, welches Deutsche-Bank-Zocker Ackermann etwa pro Stunde in den Hintern geblasen bekommt. Schließlich darf von ihnen Solidarität und Opferbereitschaft erwartet werden, wenn die ernste Lage dies erfordert. Aufgrund latenten chronischen Zeitmangels kann die Kapitalseite daran leider nicht partizipieren.
@Knilch, 84:
Kein Wunder, Wasser hat ja schließlich ein “Gedächtnis”.
Vermutlich hat es sich da gerade an Froschkot erinnert.
Also diese bescheuerten Schwachmaten und ihre penetrante Anmache, gegenüber jeglicher Erkenntniss die über ihren Horizont hinausreicht…….
Beispiele wo man hinsieht
Geradezu lächerlich wie einige Menschen “Wissenschaftsgläubig” sind, obwohl sie wahrscheinlich nicht mal die Spur von Wissenschaft verstehen, und dann lächerliche Anmachen starten nur weil sie sich von der “Götter” in Weiss Gläubigkeit bestätigt fühlen, und wissen das ihnen der Mob zujubeln wird, wenn sie weitere Steine werfen……
Im gleichen Zuge sich dann wahrscheinlich als “atheisten” preisen und der Mode entsprechend jegliche Gläubigkeit verurteilen.
In dem Fall scheint es auch Mobbing in einem Blog zu geben, erstaunt bin.
Thor sollte dich mal mit seinem Hammer beglücken.
@Thor
*g* You made may day ;-)
Der Mob
@Schachspieler
Immer Ruhe mit den wilden Pferden. Niemand möchte Euch Euren Glauben nehmen – aber benehmt Euch bitte auch nicht wie aufgebrachte Taliban, wenn man sich darüber lustig macht ;-)
Langer rede kurzer sinn, treffender kann man euch “scientologen” ja nicht beschreiben:
http://traumperlentaucher.blueblog.ch/erinnerungen/die-weisheit-der-dakota-indianer.html
Musst halt auch mal sehen das du oft auf toten Pferden reitest, und die “gängigen” Praktiken als Lösungsmittel vorschlägst.
Oder beweis du mir das “Chemotherapie” kein Placebo ist.
Falsifizieren nennt sich sowas.
Lies dir mal “GEOWISSEN” Nr.42 durch.
Da sind aber einige diesmal etwas vom Thema abgekommen. Thema ist doch die McDonaldisierung oder Lidlisierung des Krankenhauswesens. Da droht wirklich noch viel Ungemach.
Ich habe meinen Zivi in einer Klinik gemacht und das war teilweise eine fast traumatische Erfahrung. Hut ab, vor der Arbeit der Krankenschwestern! Viele zerbrechen auch an dem Job und an den Nebenwirkungen des Schichtdienstes (Vereinsamung…). Eine Etage unter unserer Station gab es immer wieder Schreie, wie aus einem schlechten Horrorfilm, eine Schwester hatte versucht sich mit Insulin umzubringen, war entdeckt worden, halbes Gehirn schon tot, dämmerte nun offensichtlich in einer Art Daueralbtraum dahin. Auf einer anderen Station versuchte sich eine Pflegekraft mit Benzol umzubringen, überlebte und bekam Knochenkrebs.
Es ist nicht lustig, was in unserem Gesundheitswesen so abgeht. Und leider gilt: schlimmer, geht immer!
@Gebintit
Die McDonaldiesierung vom Gesundheitswesen ist vom Spiegelfechter ja recht gut beschrieben worden.
Ist einer der vielen Gründe warum ich hier lese und schreibe, weil der Spiegelfechter einer der wenigen ist, die sie öffentlich macht.
Das eine Problem , das Dauerthema , scheint recht gut hervorzugehen in diesem Artikel.
Die “neoliberalisierung” als Problem in jeglichem Lebensbereich.
Das zweite Problem , dem kaum Beachtung geschenkt wird, die “scientolisierung” jeglicher Lebensbereiche, ist diesesmal herausgebrochen, und zurecht weiter diskutiert worden.
Der Neoliberalismus , lebt schlussendlich von der “Scientolisierung”.
Wenn ich jetzt Verschwörungstheoretiker wäre, könnte ich weitere “Schlüsse” ziehen.
Und ja, wir sind nicht nur “Wirtschaftlich” auf dem falschen Dampfer.
Sondern auch in sonstigen Lebensbereichen haben wir so etwas wie ein Kulturversagen.
Wir wollen wissenschaftlich sein, aber nicht zu wissenschaftlich.
Wir wollen Thesen ausbreiten, aber ja nicht gegen die neuesten Erkenntnisse der “laborgötter” verstossen.
Der Mainstream der “Scientologen” ist einer der verheerendsten, neben dem “Neoliberalen”.
@91
Genau darum geht es,um die miesen Arbeitsbedingungen und die miesen Löhne, die überall herrschen, und die die Menschen und ihre Mitmenschen kaputt machen.
http://de.indymedia.org/2009/04/248540.shtml
http://www.jenseits-des-helfersyndroms.de/
@name
Finde es eine Scheiss Idee, seine GEN-Probe an die verhörungstechnisch, krimanalistisch versierten “Neoliberalisten” zu schicken.
Oder ist das DNA- Erbgut nicht datenrechntlich geschützt?
@94 Naja, du hast schon recht, mit dem Hinweis auf die Gefahr einer DNA Speicherung. Diese Gefahr besteht tatsächlich. Es gibt ja tatsächlich schon die Fälle, wo nur bei Tatbeständen wie der Beleidigung und ff. ermittelungstechnisch die DNA erfasst wird, und eine Eingriffbefugnis in der StPO durch den Staat besteht.
Vielleicht gibt es ja chemische Möglichkeiten, die DNA vorher unbrauchbar zu machen, sie zu verunreinigen oder ähnliches. Genaues weiss ich nicht.
Interessant wäre auch, ob so eine Aktion unter den Schutz des Versammlungsrechts fällt.
@Gebitinit
Ich finde es überhaupt seltsam, dass ein renditeorientiertes Unternehmen staatlich bezahlte “Zivis” zugeteilt bekommt, die ja letztendlich nur normale Arbeitskräfte verdrängen.
@Schachspieler
*rolleyes*
Jo, dann bin ich halt ab jetzt ein “Scientologe”. Manchmal möchte ich wissen, was meine Leser eigentlich so rauchen ;-)
Meine Frau war Krankenschwester in einer Psychiatrie, jetzt ist sie Gott sei Dank in Rente.
Schon zu ihrer Zeit (vor 7 Jahren) wurden ältere Mitarbeiter erbarmungslos rausgemobbt, um für preiswertere Jüngere Platz zu machen. Originalzitat einer Stationsleitung von damals zu meiner Frau: “Was soll ich mit den alten Gäulen, wenn ich junge Stuten haben kann!”
Einem Mitarbeiter der Nachtschicht, der von einem Patienten angegriffen wurde, wurde auf die Frage, warum man nicht eine zweite Person einteilt, mitgeteilt, er solle sich doch nicht so anstellen, schließlich erhielte er 60,-EUR Gefahrenzulage!
An den einfachsten Ausstattungen wurde gespart, Reparaturen hinausgezögert. Das besserte sich ein wenig, als während der Schicht meiner Frau eine Ärztin von einem Patienten regelrecht ausgeweidet wurde (das fand im Landeskrankenhaus Hannover statt). Alle Anwesenden waren damals traumatisiert. Und das Ganze konnte nur passieren, weil die Ärztin nicht an den Alarmknopf kommen konnte (es war schlicht und einfach keiner da!).
Auf Grund des Schocks wurden damals dann einige Änderungen eingeführt. Aber inzwischen habe ich mir sagen lassen, sind die Zustände schlimmer als zuvor.
In einer privaten Altenpflege lag ein Heimbewohner fast einen ganzen Tag tot im Bett. Die leitende Pflegekraft war eine Russin, die vollkommen überfordert war. Andere Pflegekräfte waren ebenfalls ungelernte Aushilfskräfte.
Ich kenne viele Krankenschwestern und -pfleger. Die meisten tun wirklich ihr Bestes für die Patienten, aber es reicht eben nicht. In den letzten Jahren wurden ca. 70.000 Pflegekräfte abgebaut. Und erst jetzt, wo die vorhandenen Kräfte es nicht mehr schaffen, da sie vollkommen überlastet sind, fängt man langsam an, wieder neue auszubilden und einzustellen. Ich könnte ja viel verstehen, wenn das Geld wirklich so knapp wäre. Nur geht viel Geld in den Bürokratien verloren, welches eigentlich zu Gunsten von Patienten und den am Menschen arbeitenden Mitarbeitern ausgegeben werden sollte. Manchmal wünsche ich mir, daß ein Taicho Ohno sich einmal das Gesundheitswesen vorgenommen hätte. Seine Vorstellung von Perfektion und schlanken Prozessen hätte höchstwahrscheinlich 80% aller Beschäftigten in den Verwaltungen des Gesundheitswesen ihres aktuellen Jobs enthoben und sie am Menschen arbeiten lassen.
Eine relativ einfache Lösung für diese Probleme wäre die Veröffentlichung der Qualitätsindizes der Krankenhäuser und eine davon abhängige Bezahlung. Das Bundesgesundheitsministerim führt für alle Krankenhäuser Aufzeichnungen über die dort geleistete Arbeit. Diese Daten, verbunden mit einer Patienten- und Mitarbeiterbewertung, sollten nicht unter Verschluß bleiben, sondern als Grundlage der Entlohnung der Krankenhäuser verwendet werden. Ein Krankenhaus, daß schlechte Bewertungen erhält, wird einfach schlechter bezahlt. Dann würden solche Albträume für Patienten und Pflegepersonal schnell der Vergangenheit angehören. Aber unsere liebe Frau Schmidt traut sich nicht, wirklich wirksamen Maßnahmen einzuleiten. Und die anderen Abgeordneten, die sich im Bundestag mit dem Gesundheitswesen auseinandertsetzen, haben oft direkte Verbindungen zu den Anbietern (sitzen beispielsweise in den Aufsichtsräten der Rhön-Kliniken).
Nach ein Wort zu dem Thema Adipositas.
Es ist immer leicht, über Menschen zu urteilen, deren Problematiken man nicht kennt. Viele dicke Menschen sind keineswegs so undiszipliniert, wie sie immer dargestellt werden. Auch solche Unterstellungen, wie diese Menschen fressen den ganzen Tag Fast-/Junkfood, sind im Grunde unverschämte Frechheiten.
Allerdings wurde ich von diesen dünnen Spaghettimonstern im Sportstudio auch schon beneidet. Im Gegensatz zu denen konnte ich nämlich innerhalb von 6 Monaten über 20kg Muskemasse aufbauen (ohne Steroide oder andere Chemie!), während die mit jedem halben Kilo kämpfen müssen. Ich konnte 20 Wiederholungen Kniebeugen mit 180kg auf dem Rücken machen (bei einem Körpergewicht von 155kg), bei einer Bestleistung von 285kg. Ich bin dann aus dem Sportstudio rausgeflogen, weil ich mit über 600kg 45° Beinpressen gemacht hatte :-). Ein Belastungs-EKG mußte damals bei einer Leistung von 300W abgebrochen werden, weil mein Puls nicht über 135 ging. Meine Blutwerte, vor allem die Leberwerte wie auch Triglyceride und Cholesterine liegen in Idealbereichen ( nach heutigen medizinischen Erkenntnissen ). Soviel zur Gesundheit und Leistungsfähigkeit eines “Dicken”.
@gerhardq
Ich kann diese Erfahrungen auch aus dem persönlichem Umfeld berichten. Meine jetzige Lebensgefährtin arbeitet in diesem Bereich – genau so wie die beiden davor ;-)
Die Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern, zu denen ich persönliche Erfahrungen habe, haben sich in den letzten Jahren, nach der Privatisierung, massivst(!) verschlechtert. Der Personalschlüßel wurde massiv zurückgefahren, die Gesundheitsassistenten ersetzten zum Teil das normale Personal, die Schichten wurden verlängert etc. pp. und auf die glücklichen Inhaber von Altverträgen wird förmlich Jagd gemacht. Rückenschmerzen? Ab zum Betriebsarzt, der muss feststellen, ob sie überhaupt noch hier arbeiten können. Migräne? Sind sie überhaupt Nachtschichten zu machen? Schwanger? Tut uns leid, ihren Job auf der Intensivstation können sie nicht mehr wahrnehmen und wir haben auch keine Alternativen im Angebot … warten sie mal – doch, in einer Schwesterklinik in 80km Entfernung. Was, sie haben kein Auto und auf dem Lande ist der ÖPNV bei Schichtarbeit nicht zu nutzen? Das ist natürlich Pech, ihr Pech. Von diesen Beispielen könnte ich noch etliche aufzählen :-(
Danke für den sehr guten Kommentar und diese Ergänzung gerhardq!
@Spiegelfechter
Das mit dem “Scientologen” musste sein, konnte ich mir nicht verkneifen.
Speziell nachdem du Knilch in die “Esoterikecke” gedrängt hast dürftest du nicht so sensibel sein :-)
Wer austeilt muss auch einstecken können.
PS: Ist es Datenrechtlich gefährlich seinen Dealer in einem Blog zu outen ?
@Schachspieler
If it walks like a duck and quacks like a duck, you can be reasonably sure it is a duck … aber lassen wir das ;-)
Ich bin doch gar nicht sensibel und habe Dir doch nur ein freundliches *rolleyes* zurückgeschickt. Wenn Du meinst, das sei an der oberen Ecke meiner “Eskalationsskala” hast Du Dich aber gehörig getäuscht ;-)
Unbedingt! Dieses Blog wird vom BKA überwacht und Du kannst Dir sicher sein, dass innerhalb weniger Minuten die Handschellen klicken würden, wenn Du hier Deinen Dealer outest ;-)
If it walk like a scientist, if it talk like a scientist, so it must be a scientologist.
Aber wenn du wirklich meinst, so können wir das wie Männer regeln…..
Wir treffen uns draussen vor der Tür.
(Kannst auch den Thor mitbringen wenn du magst)
Falls du meinen Zivildienst meinst, der fand an einer Uni-Klinik statt, also nix privat. Vermutlich waren die Arbeitsbedingungen, verglichen mit heute, damals (1989) sogar noch relativ gut und die tragischen Selbstmordversuche eine zufällige Häufung. Ich glaube auch nicht, dass ich als Zivi normale Arbeitskräfte ersetzt habe, das war eher eine unterstützende Ergänzung, die bei einer an Rendite orientierten Personalpolitik einfach gestrichen worden wäre.
@ #1, Rossi
War letztes Jahr für eine OP in einer Münchner Paracelsus-Klinik und kann Deine Erfahrungen nur bestätigen. Ein kompetentes Team, das sich durchaus noch Zeit genommen hat und das Essen war auch okay. Meinen Doc habe ich allerdings öfter gesehen, da er ein niedergelassener Arzt ist, der dort Belegbetten hat. Ist m.W. der beste “Arschologe” (Zitat) Münchens und ich würde ihm jederzeit wieder meinen A*** anvertrauen ;-)
Gute Nacht
hannilein
@ #31, “dickes ding”
Du hast meinen tiefempfundenen Respekt! (auf Scheiße wie “Mitgefühl” etc. wirst Du sicher zurecht verzichten.) Du hast am eigenen Leib (und das soll keine Anspielung sein) erfahren, was Adipositas an persönlichen Problemen gesundheitlicher wie sozialer Natur mit sich bringt und Dich somit zum Handeln entschlossen. Da auch ich immer wieder (wenn auch nicht in diesem Ausmaß) mit meinem Übergewicht kämpfe, weil es mir auf Herz und Hüftgelenke schlägt, finde ich Deinen Schritt sehr mutig und folgerichtig.
Ich wünsche Dir da viel Erfolg und alles Liebe, damit auch Du wieder mehr Lebensqualität zurückgewinnst.
hannilein
@ #103, schachspieler
Nee, die Lektorin kommt mit :-P Wundere Dich dann aber bitte nicht, wenn Dir dann – statt einer zarten Fee – ein Zwei-Zentner-Kerl von entsprechender Größe gegenübersteht ;-) Einer muß ja auf meinen kleinen Jens aufpassen … :-D
hannilein
P.s.: Schach spiele ich ebenfalls und bin auch da satisfaktionsfähig ;-)
Danke für den, mal wieder, hervorragenden Artikel. Leider war es mir zu mühselig die kompletten 100 Kommentare nach lesenswertem zu durchforsten, auch wenn bestimmt einiges dabei war.
@ SF 96
Die Zivi’s sehe ich nicht als Problem, die können ohnehin nur unqualifizierte Arbeiten übernehmen… Viel schlimmer schaut es da mit den 1-Euro-Jobbern aus, werden vor allem in den Bereichen Bettenzentrale, Küche, Reinigungspersonal und Transportdienst eingesetzt. Eigentlich sollte dies ja die Wiedereingliederung in die Arbeitswelt gewährleisten, Widereingliederung wäre der passendere Begriff. Da habe ich Leute kennen gelernt die fit und zuverlässig sind, aber nicht übernommen wurden da geringe Personalkosten eben wichtiger als qualifiziertes Personal sind und bereits seit mehreren Jahren dieselbe Runde machen – Schulung – Transportdienst – Schulung – Transpordienst usw.
zum eigentlichen Thema:
Dr. Döllein hatte sich dazu bereits vor einem Jahr in einem öffentlichen Brief ausführlich geäußert, ich weiß nicht ob der Link schon gepostet wurde:
http://www.pelastop.de/sonst/gesundheitssystem/
Absolut lesenswert!
Grüße,
ehLe
Also ich hab als Zivi in einem privaten Altenpflegeheim gearbeitet, und da wurde ich zumindest quasi als volle Fachkraft eingesetzt. (Das lag zum Teil allerdings daran, dass ich meist diejenige Person mit der größten Erfahrung auf “meiner” Station war.) Hier ist natürlich die Kompetenzmigration geringer als in der Krankenpflege, weil sie Stufe “Pflegefachkraft übernimmt Arzttätigkeit” teilweise wegfällt, der Bereich darunter bleibt aber gleich: FSJler, Azubis und ungelernte übernehmen die Aufgaben der Fachkräfte. (Und die Aufgaben der Hilfskräfte fällt einfach weg …)
Sehr interessanter Beitrag. Vielleicht könnte man die Diskussion um Glaubens-/Wissensansätze verschiedener Behandlungsstrategien erleichtern, indem man sie etwas weniger abstrakt betrachtet.
Worum geht es denn eigentlich? Vor allem doch um die Verteilung begrenzt vorhandenen Geldes/Ressourcen. Das heisst, es sitzen irgendwo in Deutschland ein paar Leute zusammen ( “Gemeinsamer Bundesausschuss” ) und müssen entscheiden, welche Medikamente, Vorsorgeprogramme, Operationen im jeweiligen Fall bezahlt werden können. Wichtig daran finde ich die Betonung auf den Zwang zur Regelung, denn es kann offensichtlich weder alles bezahlt werden noch die Entscheidung darüber komplett den Beteiligten (Patienten, Ärzte, Pharma) überlassen werden. Dass dies zu drastischen Ungerechtigkeiten und vielen sehr traurigen Einzelfällen führen muss, ist ebenso bitter wie unausweichlich. Um dieses Problem plakativ auf den Punkt zu bringen, wäge z.B. man die monatlichen Lebenserhaltungskosten bei einem Frühchen (100,000 ? ) gegen eine Alternative ab, meinetwegen die monatliche Schmerzmittelmenge vieler schwerstkranker Palliativpatienten. Diese Überlegungen müssen leider Gottes von irgendwelchen (sofern ihnen das noch in der Form bewusst ist) bemitleidenswerten Herrschaften getroffen werden. Ohne derartige allgemeine Richtlinien wären Krankenkassen schlichtweg nicht zu finanzieren. Natürlich würde ich als Arzt immer die maximale Strategie für jeden einzelnen meiner Patienten – sofern ich sie für indiziert halte – befürworten und von den Kassen bezahlen lassen – natürlich würden die allermeisten Patienten das wollen ( bitte jetzt nicht die “Ärzteabzocke”- Keule, das ist ein anderes zu diskutierendes Thema )
Und das ist es, was ich den Verfechtern von Homöopathie und Co sagen möchte: Im Endeffekt geht es nicht um einen Absolutheitsanspruch der Schulmedizin. Es muss – und kann oft – nicht “bewiesen” werden, ob die eine oder andere Therapie heilt. Die Frage ist, ob möglichst vielen Menschen geholfen wird, ob die Gesellschaft es sich leisten will, den Behandlungsansatz allgemein zu bezahlen. Die einzige sinnvolle Möglichkeit, die Option zu ermitteln, mit der ich möglichst viele Menschen erreiche, ist eine Studie. Geschichten von Einzelfällen mögen ihre Berechtigung für das Abwägen persönlicher Entscheidungen haben, aber es ist einfach nicht sinnvoll, sie in die Argumentation um volkswirtschaftliche Ressourcenverteilung einzubringen.
Noch einmal kurz: Es muss nicht darüber gestritten werden, was wem hilft, sondern nur, mit welchem Mittel wir den meisten Menschen helfen. Meiner Meinung nach kann das auch gerne Placebo ( in welcher Form auch immer ) sein, das ist immerhin billig. Aus dem Grund ist auch die Diskussion um Homöopathie kontraproduktiv, denn je mehr daran gezweifelt wird, desto mehr wirkt der Noncebo-Effekt. :-)
Vielleicht kann die Diskussion mit diesem Ansatz ein wenig an Hitze verlieren, immerhin scheint bis jetzt Godwins law noch nicht gegriffen zu haben.
Moin,
die Sache mit dem Lob für den Artikel spare ich mir mal. Du weißt, dass du gut bist.
Ich lese deinen Blog sehr gerne. Auch wegen den vielen Kommentaren. Hier mal ein Lob an deine regelmäßigen Leser und Kommentatoren: die Diskussionen hier sind auf einem angenehmen hohen und noch (für mich) verständlichen Niveau. Das findet man nicht oft.
Die ganze Diskussion zu diesem Artikel hier ist aber ganz schön abgedriftet…
In einer gerechten Welt wären die Betreiber wie Asklepios enteignet und wegen Körpervereltzung, unterlassener Hilfeleistung u.ä. in x-tausend Fällen angeklagt.
Momentan krankt unsere Gesellschaft einfach an einer überbwlisierung und alles muss nach diesem Schema erfasst und bewertet werden. Und Shareholder-Value geht über alles! Einfach zum kotzen!
Gerade in Bereichen der öffentlichen Daseinsvorsorge und vor allem im Gesundheitswesen ist dies jedoch ein grober Verstoß gegen die Würde des Menschen. Ob wir wohl jemals erleben werden, dass die dafür Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden? ;-)
In einigen Beiträgen wurde mal wieder das zu teure Gesundheitssystem als großes Übel hervorgeholt. Ein Poster hat es aber erfasst: es ist genug Geld da, nur die Verteilung ist falsch. Dabei ist eine anständige Reform des Gesundheitswesens keine komplexe Sache. Man müsse dazu lediglich die unsolidarischen Auswüchse – gemeint sind hier die Privaten KV und die BMG – abtrennen der Patient würde wieder genesen.
Ideen für eine sinnvolle Gesundheitsreform gibt es jede Menge, nur scheitert deren Umsetzung an den finanzstarken Profiteuren dieses Systems. Hier wäre einfach mehr direkte Demokratie gefragt. Nur so kann der Filz überwunden werden.
Naja, von Gesundheit scheint ihr ja alle nicht viel zu verstehen………..
@Schachspieler: Was Du meinst, ist nicht Scientology, sondern Szientismus, also die Verabsolutierung und Ideologisierung des Wissenschaftlichkeitsanspruchs. Das gibt es in der Tat, aber ich finde, mit Jens haust Du da auf den falschen.
Diese Art Ideologisierung geht unter anderem auf Popper, den krankhaft eitlen Sparphilosophen zurück, der in einem Fernsehinterview (wo sonst?) den Anspruch erhob, die “Unwissenschaftlichkeit” von Marxismus und Psychoanalyse, jeweils eine Nemesis des Spiesserbewusstseins, “bewiesen” zu haben (die Frage, wie viele Fehlschlüsse diese Behauptung enthält, is left as an exercise to the reader .. *g*).
Auch sonst ist es verbreitet, nach “hard science” zu rufen, “richtiger Wissenschaft”, um Gottes Willen nichts unexaktes oder unmessbares.
Das ist eine menschliche Schwäche. Umgekehrt ist aber Kritik am Szientismus kein Freibrief zum Schwafeln. Popper war ein Idiot, und sein Falsifikationskriterium ist für wissenschaftliche Grosstheorien seit Kuhn falsifiziert. Für erfahrungswissenschaftliche Detailuntersuchungen ist und bleibt es ein unverzichtbares Qualitätskriterium.
Wie Tucholsky schon wusste: So verschieden ist es im menschlichen Leben.
Nur so als Anmerkung.
Hallo,
Ich arbeite selbst in der Asklepios Klinik Barmbek, und bekomme jeden Tag die schlampigen und chaotischen Zustände in diesem “Krankenhaus” mit und bin entsetzt. Vorallem das Transportwesen ist unglaublich schlecht besetzt. Der Bericht ist keinesfalls übertrieben, ich kenne das alles aus eigener Erfahrung!
Mit infektiösen Patienten wird viel zu schlampig umgegangen, vorallem mit MRSA.
Krankenhäuser gehören in die Hand der Öffentlichkeit, nicht in Händen von Geld- und Machtsüchtigen Kapitalisten.
Und nicht nur, dass sich die Medizin weitmöglichst von der Idee des Heilens von Leiden entfernt, nein, auch die ökonomischen Antriebe erweisen sich nach und nach als falsch, wie wohl alles, wo Privatisierung als Allheilmittel angepriesen wird.
Heute verweisen die Nachdenkseiten auf einen weiteren Mißstand in dieser Farce.
Einmal mehr zeigt sich, dass die Privatisierung ein Rattenrennen in die verkehrte Richtung ist. Nicht nur, dass sich der Service, hier die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung, eine staatliche Hoheitsaufgabe, verschlechtert, nein, auch die Rechenkünste der vorantreibenden “Staatsdiener” erweisen sich einmal mehr als falsch.
“Ein finanzieller Mega-Flop – Hamburg zahlt für Krankenhäuser drauf
Die Privatisierung der Hamburger Krankenhäuser entwickelt sich für die Stadt immer mehr zum finanziellen Desaster: An den neuen Klinikbetreiber Asklepios AG sind bisher exakt 108,4 Millionen Euro aus dem Stadtsäckel geflossen. Im Gegenzug hat Asklepios bisher lediglich 19,2 Millionen Euro des Kaufpreises von 318,6 Millionen Euro direkt an die Stadt überwiesen. Dies geht aus einer Kleinen Anfrage des SPD-Abgeordneten Martin Schäfer hervor. Der damalige CDU-Finanzsenator Wolfgang Peiner hatte den Deal mit Asklepios eingefädelt. Der Mitbewerber Helios schied überraschend aus. Der damalige CDU-Senat hatte den Verkauf von 74,9 Prozent der Anteile am LBK sogar gegen einen Volksentscheid durchgeboxt.
Quelle:
http://www.mopo.de/2009/20090512/hamburg/politik/ein_finanzieller_mega_flop.html
Anmerkung M.M.: (Nachdenkseiten) Der Volksentscheid war damals leider noch nicht verbindlich in Hamburg. Ole von Beust zeigte aber mit dem Verkauf gegen den Volksentscheid ganz klar sein Verständnis gegenüber direkter Demokratie.”