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  • Stoppt die Finanzrowdys!

    geschrieben am 28. April 2009 von Spiegelfechter

    Joseph Ackermann präsentiert einen fragwürdigen Milliardengewinn und verspricht mitten in der Krise, die irrsinnige Jagd nach der 25-Prozent-Rendite fortzusetzen

    Joseph Ackermann, der in Bankerkreisen ?Joe? genannt wird, hat es wahrlich nicht einfach. Da präsentiert er der missgünstigen Meute hervorragende Quartalszahlen und erklärt sich dann auch noch bereit, seinen Job drei Jahre länger als geplant auszuüben, und was ist der Dank? Die Politik schäumt vor Wut. Die gleichen Sprüche, für die ihm noch vor wenigen Monaten Politik und Finanzwelt die Füße küssten, wirken heute hohl und anachronistisch. Der Zauber, der den obersten Finanzmagier der Nation umwehte, ist verschwunden. Die Welt befindet sich in einer Krise, Deutschland ist im Wahlkampf und ?Joe? gilt als Untoter einer zerstörten Bankenwelt.

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    Joseph Ackermann präsentiert einen fragwürdigen Milliardengewinn und verspricht mitten in der Krise, die irrsinnige Jagd nach der 25-Prozent-Rendite fortzusetzen Joseph Ackermann, der in Bankerkreisen ?Joe? genannt wird, hat es wahrlich nicht einfach. Da präsentiert er der missgünstigen Meute hervorragende Quartalszahlen und erklärt sich dann auch noch bereit, seinen Job drei Jahre länger als geplant auszuüben, ...
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    1. Nichts wichtiges zur Zeit « Das Weltgeschehen aus Sicht von Nomadenseele

    21 Kommentare:

    1. ppp schrieb am 28. April 2009 at 20:22 - Permalink

      Tja, da kann man mal sehen, was so der Unterschied zwischen ner Landesbank und so’nem Investmentriesen wie der DB ist. Beide sind eigentlich pleite und haben sich verzockt.
      Die DB hat aber eben wirklich “fähige” Leute in ihren Büros, die in der Lage sind geschickt anderen faule Kredite aufzuschwatzen, Bilanzen zu aufzupolieren und aufgeblasenen Schmalspurpolitikern wie Steinbrück Steuergeld aus der Tasche zu ziehen. Wer sitzt dagegen in den Landesbanken – z.B. CSU-Provinzclowns, entsprechend gehen diese Institute auch zuerst flöten. Ist aber nur ne Frage der Zeit bis auch die DB fällt.

    2. Karl Heinrich schrieb am 28. April 2009 at 21:02 - Permalink

      Nun ja, die 25 Prozent Eigenkapitalrentabilität posaunt Ackermann natürlich gerade deshalb immer wieder heraus, weil er weiß, dass er damit die Politiker ärgern kann. Die wissen natürlich auch genau (wollen es aber nicht sagen), dass das so irre gar nicht ist: Selbst wenn die Eigenkapitalquote der DB – wie neusterdings – mit 10 Prozent angesetzt wird, dann braucht man für eine Rendite von 25 Prozent bei 3 Prozent Fremdkapitalzins nur eine Gesamtkapitalrentabilität (Gewinn vor Zinsen also) von 5,2 Prozent. Das kann sich ja durchaus ergeben bei der allgemeinen hektischen Nachfrage nach Refinanzierung zu Niedrigzinsen.

    3. Gebintit schrieb am 28. April 2009 at 21:07 - Permalink

      Ohne die 9,1 Milliarden Euro amerikanischer Steuergelder, die alleine vom verstaatlichten US-Versicherungskonzern AIG an die Deutschbanker flossen, wäre aus dem Quartalsgewinn von 1,8 Milliarden Euro ein Quartalsverlust von 7,3 Milliarden Euro geworden.

      Verrückte Welt, wenn das so stimmt!

    4. Spiegelfechter schrieb am 28. April 2009 at 21:48 - Permalink

      @Karl-Heinrich

      Klar – das stimmt. Aber da muß man sich nun einmal ordungspolitische Gedanken, da kein “normales” Unternehmen mit den Hebel-Renditen solcher Banken mithalten kann – das verzehrt den Wettbewerb. Außerdem birgt ein Hebel nun einmal Risiko; kein Problem, wenn das Risiko nicht auf den Staat ausgelagert wird, was aber geschieht.

    5. Spiegelfechter schrieb am 28. April 2009 at 21:52 - Permalink

      @Gebitinit

      Das stimmt, dafür stehe ich ja mit meinem Namen ;-)

      Wenn die AIG wirklich konkurs gegangen wäre, hätte die DB die Papiere beinahe zu 100% abschreiben müssen, da kaum Konkursmaße vorhanden gewesen wäre. Ob diese Verluste voll innerhalb eines Quartals abgeschrieben worden wären, ist natürlich nicht sicher, was aber nichts an der Aussage ändert.

    6. transwarp schrieb am 28. April 2009 at 22:41 - Permalink

      http://www.tagesschau.de/wirtschaft/aig158.html hmm dezember 2008, passt das noch ins quartal?

      goldman sachs hat auch nen bischen was bekommen.. Haben die nicht auch nen uebeaschungsgewinn gemeldet?

    7. Spiegelfechter schrieb am 29. April 2009 at 00:01 - Permalink

      @transwarp

      Das kommt darauf an, wann die DB die Ausfälle abgeschrieben hätte. Ich schätze mal, im Falle einer Insolvenz und einer folgenden Konkursantrages der AIG wäre die Buchung in diesem Quartal vorgenommen wurden – aber bei der buchhalterischen Finesse der Deutschbanker? Wer weiß?

    8. COPOKA schrieb am 29. April 2009 at 01:46 - Permalink

      Ach Jens, ich wundere mich immerwieder, dass du dich darüber ernsthaft empörst und dabei noch zu menschlicher Vernunft ¹) appellierst.

      Man kann es als Kasinokapitalismus, Neoliberalismus oder gar als totale geistige Umnachtung bezeichnen, im Grunde ist es nur noch ein nächstfälliges menschenverachtende System, in dem Menschen in ihrer “demokratischen Mehrheit” sich selbst und ihre Artgenossen gewohnheitsgemäß lediglich als Mittel zum Zweck betrachten. Für die Gewerbetreibenden sind es sowohl ihre Kundschaft als auch die Belegschaft. Für die Asklepios-Menagerie sind es die Patienten samt dem Personal. Für die Politiker, Staatslenker und allerlei Elendsverwalter sind es die Bürger. Und für Ackermanns sind es alle zusammen samt umtriebigen Politikern, die weder fähig noch willig sind etwas daran zu ändern und lediglich darauf erpicht sind, ihre eigene und/oder korporative Gunst ihres Parteienklüngels im Auge zu behalten. Aber selbst die hochintelligenten Soziopathen vom ackermans Schlage, die Rudelführer so zu sagen, wie auch ihre hochrangige Lakaien aus der Politik sind auch nur die Getriebenen, die es sehr wohl wissen, dass sie als erste von der hinterher laufenden Herde zertrampelt werden, wenn sie nachgeben oder umfallen. Von daher können sie gar nichts anderes als “Weiter so!” und ähnl. Durchhalteparole vertonen womit sie auch durchaus ehrlich sind. Die sind nun mal Profiteure und Günstlinge dieses selbstläufigen Finanztotalitarismus, dem mittlerweile alle Facetten des sozialen Lebens bis zu so genannten Eliten heillos unterworfen und auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind. Wodurch denn sonst kann sich das aus den Fugen geratene System noch am Leben erhalten? Es ist zwar alles höchst bedauerlich, aber das ist nun mal so und es ist sinnlos sich darüber aufzuregen.

      Wie jedes totalitäre System ist es zwar von Menschen geschaffen, hat sich jedoch längst jeglicher Kontrolle entzogen. Das mediale Gekreische um mehr Kontrolle kommt zwar gut bei der Wählerschaft an, ist aber an sich genau so lächerlich wie die anvisierte Anhaltung oder gar die Umkehrung der Erderwärmung – eine armeselige Regenmachershow. Das gegenwärtige System kann dann und erst dann “menschlicher” gestaltet werden, wenn es wie jedes totalitäre System in sich zusammenbricht um ein etwas anderes und möglicherweise sogar ein wenig “besseres” System daraus entstehen zu lassen. Was jetzt “die Retter” veranstalten ist nur eine Selbsterhaltungsveranstaltung um das Unvermeidliche über die Wahlen hinaus rauszuzögern, danach kommt die Kulmination und fängt erst die wirklich relevante Gestaltungsphase an. Vermutlich mit noch so’ner Scheißagenda und neuen “sozialen Reformen”, um irgendwas “anzukurbeln” und irgendwelche “Werte” zu retten – alles wie gehabt.

      1) Vernunft oder s.g. gesunder Menschenverstand ist laut A. Einstein die Summe der Vorurteile, die man bis zu seinem 18. Lebensjahr angesammelt hat.

    9. r.surfer schrieb am 29. April 2009 at 08:58 - Permalink

      Mal eine “technische” Frage:

      Wenn die DB im 1. Quartal einen Gewinn erwirtschaftet hat, der 25% ihres Eigenkapitals entspricht, bedeutet das dann auf das Jahr berechnet einen Gewinn von 4*25%, also eine Verdoppelung des Eigenkapitals?

      Oder sind die 25% bereits auf das Gesamtjahr hochgerechnet?

    10. r.surfer schrieb am 29. April 2009 at 09:05 - Permalink

      Nach http://www.capital.de/unternehmen/100015841.html liegt der Hebel bei der Deutschen Bank übrigens bei 1:62, Zitat:

      “Die Relation vom Eigenkapital zur Bilanzsumme lag zuletzt bei mageren 1,6 Prozent. (…) Diese Verhältniszahl drückt den Sicherheitspuffer einer Bank aus. Sie zeigt, wie viel Masse mit dem Eigenkapital bewegt wird.”

      Diese Kapitalquote ist selber aber spekulativ, da für iher Berechnung auch Wertpapiere als Vermögen gerechnet werden, deren Werthaftigkeit nur vermutet werden kann:

      “Renommierte Risikospezialisten halten die Fixierung auf die Kernkapitalquote für gefährlich. Der Züricher Banken-Professor Hans Geiger, ein Freund und Weggefährte von Josef Ackermann, nennt die Kennziffer ein “Schönwetterprodukt”, das den Krisentest nicht bestanden habe. So kam auch die Hypo Real Estate auf 9,3 Prozent Kernkapitalquote, bevor sie Probleme bekam. Die Kernkapitalquote wird nach sehr komplizierten Regeln erstellt, wobei die Kredite und Vermögenswerte der Bank mit Risikogewichten beurteilt werden.”

      Kurz gesagt lauert in jedem Bankgeschäft der Totalverlust, kann man ja auch grad massenhaft beobachten, wie sich ein Totalverlust an den nächsten reiht.

    11. whamburg schrieb am 29. April 2009 at 09:43 - Permalink

      Dazu fällt mir nur der ein: Was ist der Unterschied zwischen Bankern und Terroristen?
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      Terroristen haben Sympathisanten!

    12. Spiegelfechter schrieb am 29. April 2009 at 10:15 - Permalink

      @r.surfer

      Oder sind die 25% bereits auf das Gesamtjahr hochgerechnet?

      Ja – das sind sie

    13. Spiegelfechter schrieb am 29. April 2009 at 10:18 - Permalink

      @COPOKA

      Ja ich weiß, ich bin ein hoffnungslos verlorener Humanist ;-)

    14. 1000Sunny schrieb am 29. April 2009 at 13:50 - Permalink

      Ich finde Acker-Man wirklich gut. Er hält der Politik (und damit den Bürgern) doch den Spiegel vor.
      Aus dem Artikel ist jetzt (für mich) nicht hervorgegangen, wer denn nun die Finanzrowdys eigentlich sind – wer sie stoppen soll und was passieren soll, sobald sie den Stillstand erreicht haben?

    15. Frank Schenk schrieb am 29. April 2009 at 15:20 - Permalink

      Unglaubwürdig hat keine weitere Steigerungsform. Es gibt nicht “den Unglaubwürdigsten”, zuviele würden sich um diesen Stuhl reißen. Aber fleissig Sand in die Augen der Menschen streuen…

      gruß

    16. COPOKA schrieb am 29. April 2009 at 15:33 - Permalink

      @FS

      Ja ich weiß, ich bin ein hoffnungslos verlorener Humanist ;-)

      … und unverbesserlicher Optimist ;)
      Wobei auch bei Dir in letzter Zeit immer öfters eine Verzweiflung in Kommentaren herauszuhören ist.

    17. Michael schrieb am 29. April 2009 at 18:21 - Permalink

      Manuelles Trackback
      [...]Soso, da hat es die Deutsche Bank doch tatsächlich geschafft, mal wieder eine positive Meldung zu prodzieren: 1,8 Mrd. Euro Gewinn im letzten Quartal, das ist doch schon mal gar nicht schlecht, da kann man dem Herrn Ackermann nur gratulieren, nicht wahr. – Aber ein bißchen komisch ist das schon, daß die meisten Gewinne ausgerechnet im Bereich des Investment-Banking gemacht wurden, oder nicht? Ist es denn nicht genau dieses Gebiet, in dem sich die Blase überhaut erst gebildet hatte, von deren Platzen uns gerade die Ohren dröhnen? Oder hab’ ich das bloß geträumt?[...]

    18. Gebintit schrieb am 29. April 2009 at 21:02 - Permalink

      @SF

      Das stimmt, dafür stehe ich ja mit meinem Namen ;-)

      Daran, dass du gut recherchiert hast, hatte ich keine Zweifel. Ich kann nur nicht glauben, dass die Amerikaner so nett sind und mit dem Geld ihrer Steuerzahler, zumindest indirekt, die Deutsche Bank in die Gewinnzone hieven. Wir haben doch kein Erdöl ;)
      Oder ist dies der Dank dafür, dass wir ihnen so viele “toxische Papiere” abgenommen haben. Deutsche Steuerzahler finanzieren Amis ihr Häuschen und dafür subventionieren amerikanische Steuerzahlen unsere Großbanken. Und wie war das noch bei dem Cross-Border-Leasing?
      Ist diese Welt verrückt, oder ist sie es nicht?

    19. Spiegelfechter schrieb am 29. April 2009 at 21:05 - Permalink

      @Gebintit

      Das hat ja nichts mit Nettigkeit zu tun – die AIG ist definitiv systemrelevant und wenn man sie denn rettet, kann natürlich nicht “ausländische” Schulden nicht bedienen – auch (oder gerade) die Deutschbanker haben gute Anwälte ;-)

    20. Heute mal satirischer Ansatz. schrieb am 29. April 2009 at 23:44 - Permalink

      Als diejenige Macht, die Wasser und Öl voneinander zu scheiden mag, eignet sich Ackermann wirklich gut. Denn an ihm zeigt sich ja sehr deutlich, wie wenig sich die Politik getraut – oder sollte man besser sagen: wie wenig die Politik gewillt ist – der Finanzwirtschaft Zügel anzulegen. Wenigstens hat unsere Politikerkaste noch genug Hirn, sich nicht zum eigenen Schaden das Wasser…. bzw. lukrative Posten in der Wirtschaft, abzugraben, immerhin.

      Und natürlich ist es schon fast schön, zu sehen, wie still und schweigsam fast die gesamte obere deutsche Politikerkaste ist, wann immer Ackermann samt seiner 25-%-Renditeforderung in den Medien hochschwemmt wird. Für solche Fälle sind unsere Politiker wirklich gut dressiert, da kommt nicht ein Mucks von den Sitzathleten aus dem Parlaverment.
      So mancher Lehrer könnte von Ackermann und Presse lernen, wie man ein vermutlich zerebral aktives Publikum ohne Leine mit Knebel an der Leine führt. Moderne Didaktik sagt eben genau dies auch aus: versuche nicht, jemanden zu zwingen, irgendetwas zu tun, sondern gestalte die Umstände so, dass derjenige sich aus Eigeninteresse motiviert fühlt, ein gewünschtes Verhalten an den Tag zu legen.
      Tiere lassen sich mit kleinen Leckerli und Peitsche motivieren, durch den Reifen zu springen. Den Menschentieren hingegen muss man einfach nur die Reifen hinlegen, durchspringen tun sie von ganz alleine.

      __________oooo_d°n°b_oooo__________satire


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