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  • Schwarz-gelber Schwanengesang?

    geschrieben am 02. März 2011 von Spiegelfechter

    Zum Zustand der Koalition am Tag nach dem Abgang von zu Guttenberg

    ein Gastartikel von Frank Benedikt

    Karl-Theodor zu Guttenberg hat endlich die Konsequenzen gezogen und ist nach einem unwürdigen Rückzugsgefecht, wie auch hier gefordert, zurückgetreten. Der “Lügenbaron” hat zuletzt wohl eingesehen, daß angesichts einer zunehmend erdrückenden Beweislast in der Plagiatsaffäre seine Stellung nicht mehr haltbar war. Zu viele Stellen, an denen er offenkundig plagiiert hat, tauchten auf, in der Union begann sein Rückhalt zu erodieren und schließlich wandte sich sogar sein Doktorvater von ihm ab. Time to say guttbye!

    Zwar ist der Minister nicht etwa über Kundus oder die Gorch-Fock-Affäre gestolpert, sondern über eine “Schummelei”, wie es selbst Teile der Presse beschönigend nannten, aber dies ist einerlei – der “Shooting Star” der deutschen Politlandschaft, die “Lichtgestalt”, wird jetzt für eine Weile zur Zwischenlagerung ins Abklingbecken nach Bayern müssen. Eine Wiederaufarbeitung scheint zwar von Teilen der Union gewünscht, aber der Fall Kasper sollte gezeigt haben, daß selbst Politiker mit Betrug nicht so einfach durchkommen. Zudem dürfte selbst dem “schwarzen Ritter” langsam aufgegangen sein, daß er da nicht einfach nur ein Kavaliersdelikt begangen hat. Die Presse ist interessanterweise geteilter Meinung – während Heribert Prantl in der SZ ein Comeback für möglich hält, sehen Fischer/Gebauer beim SpOn eher die Möglichkeit, daß sich zu Guttenberg, wie weiland Friedrich Merz, ganz aus der Politik zurückziehen könnte. Sein Abgeordnetenmandat hat er jedenfalls bereits zurückgegeben. Wie es auch kommen mag – sicher ist, daß der scheidende Verteidigungsminister, der ja zuletzt nur noch ein “Selbstverteidigungsminister” war, in dieser Legislaturperiode keine Rolle mehr in der Bundespolitik spielen wird.

    Was bleibt, ist das politische Tagesgeschäft, denn wenn nun auch noch ein wenig um die Nachfolge zu Guttenbergs gerungen und gefeilscht werden dürfte, heißt es doch: “The show must go on!” Angela Merkel und ihre Regierungsriege stehen dieses Jahr vor 6 Landtagswahlen (drei davon alleine diesen Monat) und zunehmend personellen wie politischen Problemen. Wo Prantl noch eine Chance für ein Atemholen der Union sieht, zeichnet sich eher ab, daß aus “Angela, der Stoischen” bald “Angela, die Gehetzte” werden könnte. Die Zahl der Probleme ist Legion und eines davon heißt Afghanistan. Mittlerweile stehen deutsche Truppen im zehnten Jahr am Hindukusch, töten und werden getötet, und ein Ende ist nicht in Sicht. Zudem ist ihr ja soeben der zuständige Minister abhanden gekommen, dessen Abgang entgegen seiner Aussage alles andere als ein bestelltes Haus hinterläßt. Die Affären “Feldpost” und “Gorch Fock” harren weiter ihrer Klärung, die Bundeswehr bekommt  im Zuge ihrer Reform offensichtlich ein Freiwilligenproblem und ihr Umbau zu einer Interventionsarme verlangt dringend nach einer Prüfung auf Verfassungskonformität.

    Außer im verteidigungspolitischen Ressort warten aber auch jede Menge andere Herausfordungen auf Schwarz-Gelb und die uckermärkische Anführerin: Zwar hat man sich, wie kaum anders zu erwarten, mit den Erfindern bei Hartz IV auf einen faulen Kompromiss geeignet, aber der grundsätzlichen Ungerechtigkeit, die von Millionen ALG-II-Empfängern auch so empfunden wird und sich in einer wachsenden Flut von Klagen manifestiert, ist damit nicht entgegnet und die nötige Diskussion über ein BGE bzw. “Bürgergeld” (Unionsmodell) steht weiter aus. Auch bei der Gesundheitsreform erwartet die Regierung kein Schaulaufen: Die Ärzte sind bereits mißgestimmt und die Patienten werden es, mit weiterer einseitiger Belastung durch Philipp Röslers Zusatzbeiträge und die angedachte Kopfpauschale, zunehmend auch werden. Letztlich dürfte noch der Unmut der Bürger, die mehrheitlich für einen Ausstieg waren und sind, über die Verlängerung der Laufzeiten für die bestehenden AKWs hinzukommen. Bereits 2010 hat sich gezeigt, daß dieses Thema auch wieder Massen auf die Straße bewegen kann und 2011 könnten es noch mehr Menschen werden, die gegen den faulen Kompromiss mit der Atomindustrie ihre Stimme erheben.

    Als wäre es mit den Sachproblemen nicht genug, verzeichnet die Koalition eine zunehmend dünner werdende Personaldecke: Bei der Union wurden führende Köpfe teils schon zeitig “weggebissen” bzw.  gingen aus eigenem Entscheid (z.B. Friedrich Merz, Roland Koch) oder aber nahmen mehr oder minder gezwungen ihren Hut, wie jetzt zu Guttenberg und vor ihm Franz Josef Jung und Horst Köhler. Bei der FDP sieht es noch düsterer aus: Außer einem recht derangierten Vorsitzenden Westerwelle (Insiderspott: “Gesterwelle”), der vor der Causa Guttenberg bereits zum Rücktritt reif schien, hat sie nur einen “Selbstversorger” Dirk Niebel, einen “Wirtschafts”minister Brüderle, dem der Ruf der Trinkfreudigkeit anhaftet, und den “Jungspund” Rösler zu bieten. Damit kann sie wahrhaftig “keinen Staat machen”. Sollte Westerwelle doch noch über seine eigenen Beine stolpern, was angesichts seiner ebenso geistlosen wie abgeschmackten Worte von der “spätrömischen Dekadenz” nicht eben unwahrscheinlich scheint, hätte nicht nur die FDP ein Problem.

    Es ist noch nicht einmal “Halbzeit” für diese Koalition, aber sie kommt doch schon recht zerrupft daher. Noch nie hatte eine Regierung der Nachkriegszeit einen solchen Aderlaß zu verzeichnen und sah dabei auch noch so schlecht aus. Hätte zu Guttenberg, von Merkel wohl gleichermaßen geschätzt wie gefürchtet, sich bis Herbst gehalten, hätte eine Kabinettsumbildung eine (und wohl die einzige) Möglichkeit für die Kanzlerin dargestellt, diese Koalition über die Zeit zu retten. So aber ist der Freiherr zurück in die politische Reserve getreten und ein – eventuell – folgender weiterer Ministersturz dürfte das vorzeitige Aus für die Regierung bedeuten.
    “Reserve hat Ruh”, Angela Merkel nicht.

    Frank Benedikt

    85 Kommentare Print This Post
    Zum Zustand der Koalition am Tag nach dem Abgang von zu Guttenberg ein Gastartikel von Frank Benedikt Karl-Theodor zu Guttenberg hat endlich die Konsequenzen gezogen und ist nach einem unwürdigen Rückzugsgefecht, wie auch hier gefordert, zurückgetreten. Der "Lügenbaron" hat zuletzt wohl eingesehen, daß angesichts einer zunehmend erdrückenden Beweislast in der Plagiatsaffäre seine Stellung nicht mehr haltbar ...
    Tags: CDU FDP Schwarz-Gelb
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    85 Kommentare:

    1. rumpel schrieb am 2. März 2011 at 14:45 - Permalink

      Lindner fehlt bei der Aufzählung. Egal was man von ihm halten mag ist er in der FDP ein absolutes Schwergewicht mit hervorragenden Zukunftsaussichten – keine Ahnung warum, is aber so…

      • Frank Benedikt schrieb am 2. März 2011 at 19:56 - Permalink

        Lindner? Der gehört doch auch zur “jungen, gesichtslosen Garde”.

        • rumpel schrieb am 2. März 2011 at 23:24 - Permalink

          ja und? gehts darum?

    2. wehner schrieb am 2. März 2011 at 15:21 - Permalink

      Die Koalition hat doch eine stabile Mehrheit, wieso sollte sie dann eine schnelles Ende haben?

      Ministerwechsel oder verlorene Landtagswahlen ändern daran doch nix und motivieren weder CDU noch FDP zu Neuwahlen.
      Eine andere Mehrheit im Bundestag sehe ich gerade nicht und für eine Große Koaltion wird die SPD wohl kaum zur Verfügung stehen.

      • Elbarto schrieb am 2. März 2011 at 15:44 - Permalink

        Die werden bis zur nächsten Bundestagswahl weiter so rumeiern. Die Koalition wird nicht zerbrechen.

        Westerwelle zB ist doch durch die Hamburgwahl gestärkt worden. Wie die da 6%irgendwas erreicht haben, ist mir schleierhaft.

        • Mikadozappler schrieb am 2. März 2011 at 20:12 - Permalink

          Aufgrund einer Wahlbeteiligung von 57%. Sprich alle FDP Sympa.. und Mitlgieder reichen bereits aus für 6,x%. Deshalb haben die Piraten auch 2,x Prozent. Bei einer solch geringen Beteiligung noch von Demokratie zu sprechen halte ich eh für Schizo….

      • Uli schrieb am 2. März 2011 at 16:05 - Permalink

        Ich halte das Zerbrechen der schwarz/gelben Koalition auch für einen Wunschtraum. Die Union hat hierfür überhaupt keinen Grund und eine starke Opposition ist auch nicht in Sicht.

      • Frank Benedikt schrieb am 2. März 2011 at 20:00 - Permalink

        Warte mal die nächsten Wahlen ab … Der innneparteiliche Führungsstreit wird sich dann zunehmend auch öffentlich manifestieren. Rot-Grün (was ich selbst auch nicht für viel besser halte) wird langsam wieder eine Option in den Augen des Wählers und zumindest Schwarz-Rot ist heutzutage stets drin.

        • wehner schrieb am 3. März 2011 at 09:57 - Permalink

          Führungsstreitigkeiten gabs in jeder Koalition. Dass die an Bundesregiereungen beteiligten Parteien Wähler verlieren und bei dann anstehenden Landtagswahlen einen auf den Deckel bekommen, ist und war ebenfalls normal.
          Wer Entscheidungen zu treffen hat, macht sich halt selten bei Allen beliebt, da ist es in der Opposition leichter.
          Schwarz-gelb ist ja nicht die erste Koalitio, der das so geht. Wenn das ein Maßstab wäre, hätte es in der Vergangenheit laufend Regierungswechsel, Neuwahlen o.ä. geben müssen.

    3. Herm schrieb am 2. März 2011 at 15:34 - Permalink

      >Sein Abgeordnetenmandat hat er jedenfalls bereits zurückgegeben.

      Laut Spiegel Online hat er sein Bundestagsmandat noch nicht zurückgegeben.
      http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,748465,00.html (von heute, letzter Absatz)

      Ein Rückzug vom Rückzug ist also durchaus möglich. Ein “heimlich still und leise” drin sitzen bleiben halte ich allerdings für ausgeschlossen. Weder heimlich, noch still oder leise waren jemals Guttenbergs Art.

      • Lordi schrieb am 2. März 2011 at 21:26 - Permalink

        Gibt es denn eine verlässliche Quelle das KTG tatsächlich das Mandat zurückgegeben hat?

        Ich konnte außer einer Ankündigung nichts finden. Aber das wäre ja nichts Neues. Viel schnelle heiße Luft – dann laaaaaaaaaaaaaaaaaaaaange nichts

        • Thrombophlebitis schrieb am 3. März 2011 at 18:50 - Permalink

          Ich habe auch nichts gefunden. Aber ich würde sagen, gesetzt den Fall richtig informiert zu sein, dass er erst staatsanwaltlich belangt werden kann, wenn er seine Immunität als Bundestagsmitglied abgelegt hat. Er wäre noch gespaltener in seiner Persönlichkeit, als ich eh schon geglaubt habe und seiner selbst Spinnefeind, wenn er das täte.

          Meine Theorie: Er bleibt Mitglied des Bundestages, irgendwo als camouflage in den hinteren Reihen des Reichstages muksmäuschenstill getarnt (um erst einmal Kundus, Rehabilitation Kommand. Gorch Fock, Feldpost, Kommision Uni Bayreuth, was hat´s mit den 650000 Euro Überweisung Klinikum-> Uni auf sich, … vergessen zu machen) und schiebt sich dann irgendwie nach vorn. Bis er wieder das Schwiegermutterglück geworden ist, welcher er einmal war.

      • Frank Benedikt schrieb am 3. März 2011 at 19:21 - Permalink

        Über die Rückgabe des Bundestagsmandates war bereits gestern zu lesen. Heute hat es u.a. auch Reuters gemeldet: http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE72202B20110303

        Auch interessant: Schlechte Stimmung in der Union: http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE72208520110303

        • Lennard schrieb am 3. März 2011 at 19:39 - Permalink

          Und unser neuer Innenminister hat heute gleich mal demonstrativ (und vor Kameras) dem Bundespräsidenten widersprochen. Mal schauen wie sich das weiter entwickelt. Die Landtagswahlen dürften spannend werden.

    4. Ko-Mike schrieb am 2. März 2011 at 15:36 - Permalink

      Schreckensmeldung: De Maiziere wird neuer Verteidigungsminister!? Oh Gott! Ich fürchte die “Bundeswehr im Innern” wird kommen.

      • Elbarto schrieb am 2. März 2011 at 15:40 - Permalink

        Und ein mir bislang unbekannter CSU Mann soll Innenminister werden. Hauhauha

        • Lennard schrieb am 2. März 2011 at 16:15 - Permalink

          So unbekannt ist er eigentlich nicht. Oder ich bin zu gut informiert.
          Auf jeden Fall wird’s aber ordentlich Stress mit der FDP geben. Es sei denn Friedrich frisst noch Tonnen von Kreide.

          Eine meiner absoluten Worst-Case-Besetzungen für die Position des Innenministers.
          *schauder*

        • Salomon schrieb am 2. März 2011 at 17:04 - Permalink

          Jeder CSU-Landesgruppenchef wurde später Bundesminister (mit einer Ausnahme direkt danach – Richard Stücklen wurde nach seinem ersten Abgang Postminister und nach dem zweiten Abgang Bundestagsvizepräsident).

          Nun eben auch Hans-Peter Friedrich.

          Es ist also ratsam auch Friedrichs Nachfolger im Auge zu behalten.

      • Hustenstorch schrieb am 2. März 2011 at 15:58 - Permalink

        Na wenn der so weiter macht wie in Sachsen, dann ist das Verteidigungsministerium bald das erste papierlose Ministerium. Und die Hersteller von Schreddermaschinen freuen sich über neue Großaufträge.

      • Spiegelfechter schrieb am 2. März 2011 at 17:06 - Permalink

        Die Personalie de Maiziere sehe ich sehr gelassen. Was soll das mit “Bundeswehr im Inneren” zu tun haben? Das ist doch Quark. Die Personalie Friedrich finde ich viel(!!!) bedrohlicher. Der Mann ist m.E. als Innenminister eine glatte Fehlbesetzung.

        • Carsten Penkella (Guttmensch) schrieb am 2. März 2011 at 17:14 - Permalink

          Was ist bedrohlich an Herrn Friedrich? Der hat ja sogar Herrn Seehofer mehrfach Paroli geboten.

          • Spiegelfechter schrieb am 2. März 2011 at 17:22 - Permalink

            a) er gilt als Hardliner (v.a. beim Thema Netzsperren)
            b) er ist unerfahren
            c) er ist als Landesgruppenchef der CSU der Partei verpflichtet und die CSU ist sicher nicht innenpolitisch als liberale Partei bekannt.

            • Carsten Penkella (Guttmensch) schrieb am 2. März 2011 at 17:30 - Permalink

              a) Netzsperren sind dem Normalbürger egal.
              b) Das schreibt die SZ, die den Rücktritt Guttenbergs anschob, über Friedrich:

              1998 zieht der Oberfranke Friedrich in den Bundestag ein. Er weiß, wie das Berliner Geschäft funktioniert, ist in der Hauptstadtpolitik gut vernetzt. Friedrich beerbt Peter Ramsauer als Landesgruppenchef nach der Bundestagswahl 2009, die der CSU das schlechteste Ergebnis seit 1949 beschert, und Peter Ramsauer trotzdem den Posten des Verkehrsministers einbringt. Friedrich ist für diesen Posten ebenfalls im Gespräch, nachdem er sich in den Koalitionsverhandlungen profiliert hat. Die Entscheidung fällt dann aber doch für Ramsauer. Als Wadlbeißer von Amts wegen erreicht er allerdings nie Ramsauers Niveau: Der 53-Jährige gilt eher als Mann ruhiger, freundlicher Worte. Er setzt auf Kommunikation statt auf Provokation.

              c) Er ist der CSU genauso verpflichtet wie Gabriel der FDP, Trittin den Grünen, Bartsch der Linkspartei, Rösler der FDP und Kauder der CDU.

            • Spiegelfechter schrieb am 2. März 2011 at 17:34 - Permalink

              ja? und?

          • Kalle schrieb am 3. März 2011 at 08:40 - Permalink

            Ja, hat Seehofer “Paroli geboten” als dieser zaghaft anmerkte, dass die Rente mit 67 vielleicht doch keine so gute Idee war. Toll…

        • Lazarus09 schrieb am 2. März 2011 at 17:51 - Permalink

          Das grade macht ihn zum “Richtigen” treuer Parteisoldat ;-) mit ” echter” Doktorarbeit ..zwar kein Reisser weil x-Fach behandelt aber naja .. ;-) mir klingt das unverfroren wer behaupte der Baron hätte abgekupfert noch in den Ohren im zusammenhang der vehementen verteidigung seiner Durchlaucht ..ein ganz Linientreuer denn wer sich im Internet informiert ist “leichtgläubig” seiner Meinung nach.. Meiner Meinung nach ist er hinterfurzig, durch die Verteidigung hatt er sich als treuer Kamerad dagestellt…mit Blick auf die Nachfolge..naja sei’s drum

        • Carsten Penkella (Guttmensch) schrieb am 2. März 2011 at 17:53 - Permalink

          Wer wäre denn als Bundesinnenminister keine Fehlbesetzung?

          • Lazarus09 schrieb am 2. März 2011 at 17:56 - Permalink

            Da wird’s schwierig … aus bekannten Gründen

          • Spiegelfechter schrieb am 2. März 2011 at 17:56 - Permalink

            Och ich hatte an de Maiziere wenig auszusetzen.

            • schwitzig schrieb am 2. März 2011 at 20:05 - Permalink

              Terror-de-Maiziere?

            • Ko-Mike schrieb am 2. März 2011 at 20:06 - Permalink

              @SF
              Da gehen unsere Meinungen hier weit auseinander – auch in Bezug auf die Bundeswehr (Ich sehe das Thema nicht ganz vom Tisch – da wird wieder gebastelt werden). Aber na ja, lassen wir uns von unseren “Politikern” überraschen… (zynismus-off)

            • Ko-Mike schrieb am 2. März 2011 at 23:55 - Permalink

              Und da passiert es auch schon: “Terroranschlag am Frankfurter Flughafen.”

            • Stefan K. schrieb am 3. März 2011 at 00:20 - Permalink

              Ich Einiges!

              Wenn ich im S-Bahnhof Alexanderplatz um die Ecke biege und unversehens vor mit Maschinenpistolen bewaffneten und schwarz gekleideten Polizisten stehe, frage ich mich schon wer von dem Spiel mit der Angst am meisten profitiert.

        • Sebastianus schrieb am 3. März 2011 at 03:21 - Permalink

          Die Personalie de Maiziere sehe ich in der Tat auch sehr gelassen. Er wird ohnehin nur die Reformen fortsetzen (müssen), die Guttenberg begonnen hat. Wobei diese sogenannten Reformen in eine bedenkliche Richtung weisen:

          Freiherr und Kriegsfürst

      • schwitzig schrieb am 2. März 2011 at 17:08 - Permalink

        Ich fürchte die “Bundeswehr im Innern” wird kommen.

        Die kommt sowieso, egal wer von den Korrupten gerade schauspielert.

      • Truvor schrieb am 2. März 2011 at 21:37 - Permalink

        @ Ko-Mike

        “De Maiziere wird neuer Verteidigungsminister!?”

        Die Bundeswehr wird bestimmt keinen Unterschied merken.

        PS. Ich hoffe De Maiziere ist (dieses Mal) sauber (Mama ließ ihn bestimmt überprüfen).
        Eine zweite Plagiat-Geschichte könnte sich die Regierung, aber auch Deutschland, kaum leisten.
        Obwohl ?
        Von solchen “Politikern” kann man alles erwarten.
        Sie sind immer für eine “angenehme” Überraschung gut :-(

      • Kaspersky schrieb am 5. März 2011 at 09:02 - Permalink

        Ich würde es so sagen: Thomas de Maizière war seit 1982/83 der am wenigsten schlechte Innenminister den wir hatten. Meinetwegen auch seit 1993, über Rudolf Seiters fällt mir auch nicht so furchtbar viel undemokratisches ein.

        Nach Kanther, Schily und Schäuble wird man vielleicht auch schnell zur Lichtgestalt.

    5. carlo schrieb am 2. März 2011 at 15:38 - Permalink

      Die Affären “Feldpost” und “Gorch Fock” harren weiter ihrer Klärung, die Bundeswehr bekommt im Zuge ihrer Reform offensichtlich ein Freiwilligenproblem und ihr Umbau zu einer Interventionsarme verlangt dringend nach einer Prüfung auf Verfassungskonformität.

      Irgendwie kann und will ich als alter Antimilitarist, eine weniger klammheimliche Freude darüber, nicht verhehlen. Immerhin sei zur Ehrenrettung des “Freiherren” gesagt, daß seine Bilanz sich sehen läßt. Der Bundeswehr hat er ein sattes Fiasko beschert, Beförderungslinien durchkreuzt und darüber hinaus nebenbei das bürgerliche Bildungsideal kräftig angescheuert. Meinetwegen hätte er das fortsetzen können.;-)

      • lebowski schrieb am 2. März 2011 at 19:04 - Permalink

        Yep! Gutti war einer von uns, er wußte es nur nicht.

        • carlo schrieb am 2. März 2011 at 20:43 - Permalink

          Recht hast Du! Woher sollte er das auch wissen? Antimilitarismus wird an deutschen Hochschulen nicht gelehrt, promovieren kann man darin auch nicht. Es bleibt das Bild vom geistig armen irrenden Aristokraten…..bitte etwas Mitleid..;-)

    6. Shitop schrieb am 2. März 2011 at 16:19 - Permalink

      Was die Rückkehr des Freiherrn angeht, bin ich ziemlich skeptisch, ob ihm die Zeit dazu ausreicht. Die Zeit, die notwendig ist, um die Amnesie der öffentlichen Erinnerung zu sichern. Wäre alles Relevante nur auf den Seiten der ÖR-Anstalten veröffentlicht, würde das Vergessen ja nach 7 Tagen beginnen. Zum Glück ist dies jedoch nicht so. Zudem ist nicht auszuschließen, dass noch deutlich bevor das öffentliche Vergessen einsetzt, Nordafrika in Berlin angekommen ist. Da ich kein Schwarzseher bin, will ich die Wortspiele an dieser Stelle beenden.

      • Lazarus09 schrieb am 2. März 2011 at 16:33 - Permalink

        Die Halbwertzeit der Wählerdemenz liegt bei 1,5 Jahren ..nach 3 Jahren hat der seinen Persilschein ;-)
        Nordafrika erreicht Berlin …. Muhaha.. mit was willst du denn den Michel wecken das der aus den Hüften kommt ?
        Alle bisherigen Folterinstrumente sind stumpf … und es waren nicht wenig ;-)

    7. Timchen schrieb am 2. März 2011 at 17:11 - Permalink

      Die Ent-Täuschung bei den Guttenberg-Fans ist nun natürlich sehr groß – kein Wunder, die Täuschung war ja auch enorm…

      man hielt KTG doch tatsächlich für einen Politiker, dabei war er nur ein Popstar, der vom Umbau der Bundeswehr zur grundgesetzwidrigen Intervetions-Berufsarmee ablenken sollte

      die Fans werden schnell einen neuen Volksverführer anhimmeln, darin sind die Deutschen gut…

      • Netti schrieb am 2. März 2011 at 18:25 - Permalink

        “Ent-Täuschung” ist linguistisch spannend! War mir noch nie aufgefallen, wie viel Hintersinn in diesem Wort steckt… das werde ich künftig vorsichtiger verwenden…

        • Frank Benedikt schrieb am 2. März 2011 at 20:02 - Permalink

          Was? Das ist doch ein “Klassiker” und besagt ja genau das :-)

    8. Carsten Penkella (Guttmensch) schrieb am 2. März 2011 at 17:12 - Permalink

      Bis 2013 regiert Schwarz-Gelb im Bund. Dann wird wieder gewählt. Wöchentliche Schwanengesänge im Stil von Frank Benedikt sind nutzlos.

      • Frank Benedikt schrieb am 2. März 2011 at 20:09 - Permalink

        Und wie “Carsten Penkella” im dunklen Wald zu pfeifen, um die Furcht zu vertreiben, nutzt erst recht nichts ;-)

    9. Dieter Carstensen schrieb am 2. März 2011 at 17:30 - Permalink

      In der Natur gibt es nur weisse, oder schwarze Schwäne.

      Gelb-schwarze habe ich noch nie gesehen, vielleicht liegt es an der Brille, lieber Frank Benedikt?

      Wie schon der Verhaltensforscher Konrad Lorenz nach gewiesen hat. gibt es auch merkwürdige Schwäne, siehe hier:

      http://biolernen.de/BIO_AB/PDF/trauerschwan.htm

      Die schwarz-gelben Schwäne versanken meist in den Fluten und wurden nie wieder gesehen …

      Dauert manchmal ein bißchen, bis sie untergehen, aber dann richtig.

      Das Volk sagt dann: “Gutti, gutti” – *fg*

      • Frank Benedikt schrieb am 2. März 2011 at 20:11 - Permalink

        Lieber Dieter Carstensen – wenden Sie sich vertrauensvoll an einen Optiker in Ihrer Nähe ;-) Ansonsten hätte ich auch noch Frösche mit Badehose im Angebot … *lol*

        • Dieter Carstensen schrieb am 3. März 2011 at 06:51 - Permalink

          Lieber Frank Benedikt,

          lustige Antwort, ggg:)

          Dazu fällt mit ein Witz ein:

          Der Frosch schwimmt in einer roten Badehose über den Schwanenteich und singt ständig “Ich bin ein Schwan, ich bin ein Schwan ♫ ♫ ♫”

          Irgendwann sind die Schwäne entnervt und schicken einen der ihren zu dem Frosch.

          “Ey Frosch”, sagt der Schwan, “warum grölst Du die ganze Zeit ich bin ein Schwan, ich bin ein Schwan und warum diese rote Badehose?”

          Der Frosch lupft die Badehose, der Schwan guckt und sagt:

          “Ach Du lieber mein Schwan”
          Tja – und die Moral von der Geschicht? Gutti hatte keine rote Badehose nicht … *fies grins*

          M.f.G.

          DC

    10. Crescendo schrieb am 2. März 2011 at 17:39 - Permalink

      schon mal auf diversen Pro Guttenberg Facebook Sites gewesen??

      Da rotten sich zehntausende zu einem Protestmarsch für kommenden Samstag zusammen,….irgendwie kriege ich düstere Ahnungen, was hier bald abgeht.

      • Carsten Penkella (Guttmensch) schrieb am 2. März 2011 at 17:51 - Permalink

        Das Internet ist weder rechts noch links. Jeder kann sich dort zusammenrotten.

        • Crescendo schrieb am 2. März 2011 at 17:57 - Permalink

          wenn sich das aber auf die Strasse verlagert wird es m.E. brenzlig, vor allem wenn´s frenetisch Pro Guttenberg ist.

          Vlt sollten einige von euch mal von dem von mir hochgeschätzten intellektuellen Elfenbeinturm herab steigen,, und wahrnehmen, was sich hier gerade anbahnt

          • Netti schrieb am 2. März 2011 at 18:27 - Permalink

            Ich würde das nicht überschätzen… das gibt ein bisschen Gequieke und Gekreische, und dann geht man Prosecco trinken.

            (Als Frau DARF ich sowas Chauvinistisches schreiben :-))

      • carlo schrieb am 2. März 2011 at 19:58 - Permalink

        Da rotten sich zehntausende zu einem Protestmarsch für kommenden Samstag zusammen,….irgendwie kriege ich düstere Ahnungen, was hier bald abgeht.

        Wo ist denn das Problem? Laß die Deppen doch marschieren, möglichst nur im Kreis herum. Weil’s der Guttenberg geschafft hat die Bundeswehr, die Regierung selbst, als wie auch den albernen bürgerlichen Überbau zu blockieren gehört ihm höhere Weihe.
        Wenn er denn, wie oft behauptet, die letzte Hoffnung der Christenunion
        abbildet, dann lassen wir ihn doch weitermachen. Er schafft das, was ‘wir’ in 40 Jahren nicht einmal ansatzweise fertig gebracht haben, in wenigen Wochen.
        Soll er doch eine zweite Chance bekommen, so weiter zu fuhrwerken.
        Für Hochstapelei war er wohl zu dumm, aber mit seinem Personalausweis gings ja auch ohne…;-)

      • Frank Benedikt schrieb am 2. März 2011 at 20:13 - Permalink

        Die werden alle zum Abschied leise ‘Servus’ sagen und einen letzten auf “Gutti” trinken. Das wars dann auch schon. EIn paar Jahre später hätte ihn vielleicht niemand mehr stoppen können …

        • carlo schrieb am 2. März 2011 at 20:28 - Permalink

          Ach Frank….Du Schwarzseher, der Guttenberg hätte wohl nichts anderes als ein gutbürgerlich geistiges Trümmerfeld hinterlassen, aber und das wäre sein Verdienst, es auch für jeden sichtbar gemacht, hinterlassen. Danach könnt es ja anders weitergehen.

          Ein paar Jahre später hätte ihn vielleicht niemand mehr stoppen können …

          Aber bitte doch……jeder “katholische Geistliche” hält ihn an der Pforte auf…..mach aus dem Dilettanten keinen Popanz!

      • na sowas schrieb am 2. März 2011 at 21:34 - Permalink

        @Crescendo

        schon mal auf diversen Pro Guttenberg Facebook Sites gewesen??

        Diesen froZ möchte ich Dir auf keinen Fall vorenthalten:
        “Normalerweise meide ich Facebook völlig, aber heute habe ich mich mal über Wgnx auf der Facebook-Seite “Wir wollen Guttenberg zurück” umgeschaut. Das ist komisch, aber auch… ziemlich irritierend. Die Leute dort feiern weniger den zG selbst. Ich habe kein einziges verständliches Argument gelesen, weshalb der zG für die deutsche Politik so unverzichtbar sei. Sie feiern dort eigentlich ihren eigenen Führerkult.” Weiterlesen → froZ 2. März 2011, 02:02 | #9
        Guttenbergs Iden des März | Rhetorik-Blog
        [via http://www.reden-fuer-eine-neue-welt.de

        • Dietrich schrieb am 3. März 2011 at 16:23 - Permalink

          Ich teile die düsteren Ahnungen von Crescendo.
          Die Vorstellung, dass mehrere 100 000 förmlich auf den Knien liegen und darum betteln weiterhin belogen und betrogen zu werden, verursacht eine ekelhafte Gänsehaut.
          Etwas beruhigt hat mich allerdings die erstaunliche Tatsache, dass wenigstens aus der Sicht unseres neutralen Nachbarn, schon am 20.2. die wesentlichen Parallelen erkannt werden konnten.

          http://www.schweizmagazin.ch/panorama/6090-Die-Hitler-Guttenberg-Parallelen.html

      • brainOnaut schrieb am 2. März 2011 at 21:37 - Permalink

        ach ne du meinst guttis volk will seinen neuen *adligen* adolf?
        ich glaub an diese facebookscheisse nich, die, die echt sind werden unter garantie am samstag ihren hintern bis maximal zum einschaltknopfs ihrer glotze bewegen können, die fakeaccounts hingegen werden per twitter freudig berichten, daß sich 150.000 vorm kanzleramt versammeln, während der rbb berichtet, daß sich ca. 35 pro-gutti demonstranten eingefunden haben.

        • carlo schrieb am 2. März 2011 at 22:48 - Permalink

          @na sowas
          Der Gutti als Führer?! Nur weil ihn laut rbb geschätzte 35 Debile umtanzen? Wenn er’s denn deshalb für die Bild-Gemeinde werden soll, von mir aus! Des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Hoffentlich schreibt er wenigstens dann seine Tagebücher selbst!
          Aber sein Song sollte dann doch richtigerweise so anfangen:
          Ist alles gar nicht meines, war alles nur PR……..(einfach selber weiter schreiben…)

          • marvin schrieb am 3. März 2011 at 02:07 - Permalink

            Natürlich der Gutti als Führer.
            Unglaublich, was da in alten Fotos auf versteckten Layern schlummert:
            http://tinypic.com/r/vq18ps/7
            ;-)

        • na sowas schrieb am 2. März 2011 at 23:04 - Permalink

          @brainOnaut
          Wie ich’s mit facebook halte → #comment-103663 ;-) .~

          • carlo schrieb am 2. März 2011 at 23:52 - Permalink

            @ na sowas
            Schreib Du doch mal ne gute Doktorarbeit über Dummheit, geistige Insuffizienz, “höhere Herkunft”, die daraus wohl resultierende elitäre Arroganz, und die Folgeschäden. Nehm Dir mal deutsche Politiker vor, die “in höheren Weihen gedient” haben. Bei den Angelsachsen gibts das als Anregung: Guiness Book of more Military Blunders, leider dürfte die Urschrift nur noch antiquarisch zu erhalten sein. Du wärst jedenfalls der erste in Deutschland, der zu dieser unbequemen Angelegenheit promoviert.
            Merke: Helden sind entweder tot oder ein einsamer “Gebirgsjäger aus Mittenwald, der erbrochenes fraß um zu überleben, aber lassen wir
            das……;-)Viel Spass bei der englischen Lektüre………

            • carlo schrieb am 3. März 2011 at 00:13 - Permalink

              Nachtrag: Doktorarbeit titelt: Der tiefere Sinn der Unterwerfung, oder so ähnlich…;-)

        • brainOnaut schrieb am 5. März 2011 at 16:53 - Permalink

          na, für berlin lag ich ja gar nich so schlecht: 50 guttis, die sich in der hedonistischen internationalen verloren haben (grins)…

          • Frank Benedikt schrieb am 5. März 2011 at 17:35 - Permalink

            … er ist nett und sieht gut aus …

            Muahahar! Das könnte aus einem Song der Ärzte stammen ;-)

            … diese linke Presse, ne, FAZ und Welt und so …

            Hätte nur noch gefehlt, daß er BILD auch zur “Linkspresse” rechnet …

            YMMD!

    11. R_Winter schrieb am 2. März 2011 at 17:52 - Permalink

      Die Vielzahlen der Baustellen sind für Merkel auch ein Wahl taktischer Vorteil. Hier werden ihre Kritiker zerteilt und der Wahlbürger ist in der Masse an Harmonie interessiert. Die Auflagen starken Printmedien und das Fernsehen sind ein getreuer Merkel-Partner und mit Harmonie lässt sich die Auflagen und die Zuschauerzahl (siehe das Abendprogramm ARD/ZDF jeden Sonnabend) halten.

      Auch bei der Gesundheitsreform erwartet die Regierung kein Schaulaufen: Die Ärzte sind bereits mißgestimmt

      Die 148.000 niedergelassenen Ärzte (zu über 70% hatten sie FDP bei der letzten Bundestagswahl gewählt) sind nur vordergründig missgestimmt, denn sie haben ihr Einkommen kräftig steigern können. Die Krankenhäuser ebenfalls, da sie die Wirtschaftlichkeit vor den medizinischen Erfordernissen setzen. Die Verweildauer richtet sich nur noch nach der Fallpauschale der KK.

      20 Mill. Rentner werden von allen Parteien ruhig gehalten, sitzen stumpfsinnig vor der Glotze und werden von den Pensionsempfängern belächelt – auch von allen Abgeordneten.

      Die “Baustellen-Theorie” greift nach Guttenberg nicht mehr.

      • aeroween schrieb am 2. März 2011 at 21:20 - Permalink

        Lieber Herr Winter,

        bisher bin ich ich sehr häufig mit Ihren Kommentaren dacor´ – leider “geht Ihnen hier ein bischen der Gaul durch”: DIE Krankenhäuser gibt es so gar nicht, die Ihre Einkommen steigern, weil sie die Patienten eher entlassen müssen. Die Fallpauschale heißt heutzutage “DRG”, und wird von einem Bundesinstitut jährlich neu festgesetzt. Bleibt der Patient länger im Krankenhaus als was die DRG vorsieht bekommt das Krankenhaus dafür einfach kein Geld mehr. In unserem Haus bedeutet dieses allein ein Stellenabbau von 380 auf ca 330 Pflegepersonen. Im gleichem Zeitraum sind die Gehälter der Ärzte stark gestiegen, ja. Aber deswegen hat das Krankenhaus leider nicht mehr Gewinn gemacht. Im Gegenteil. Outsourcing und Personalabbau sind an der Tagesordnung. Und es ist ein schwerer Abwehrkampf – um jede Stelle wird gekämpft, dieses kann ich Ihnen als Betriebsrat versichern.

        Herr Benedikt, diese Regierung wird uns leider nicht den Gefallen tun und in sich zusammenfallen. Und wenn Frau Merkel noch 10x die Regierung umbilden müsste, sie würde nicht auf den Gedanken kommen, Neuwahlen auszurufen. NEIN. Hier bin ich wirklich hoffnungslos. Aber es gibt ja genügend Wahlen dieses Jahr, um gewisse Veränderungen herbeizuführen. Nun, sollten die Schwaben dieses Jahr tatsächlich einmal weniger schwarz wählen, wäre das schon ein großer Schritt in die richtige Richtung! Wir werden sehen.

    12. Horst Schmidt schrieb am 2. März 2011 at 17:59 - Permalink

      Es ist doch gar nicht so lange her, da wurden alle Totenglocken für den “Neoliberalismus” geläutet. Die Botschaft des “Untergangs des Kapitalismus” leuchtete am Horizont.
      Und?

      Also, die Merkel stürzt erst dann, wenn sie nicht mehr gewählt wird. Vom Souverän versteht sich. Die CDU/CSU stürzt niemals eine/n an der Macht befindliche/n Kanzlerin/Kanzler. Warum auch. Blöd sind die, die die Macht wollen, weil sie etwas zu verlieren haben oder es auch nur glauben, nicht.

      Doch was kommt dann? Wir haben noch Zeit, doch die Aussicht stimmt einen nicht positiv, sondern läßt einen bei genauer, ernsthafter Analyse erschaudern.

    13. GrauGrün schrieb am 2. März 2011 at 18:04 - Permalink

      Die Person Guttenberg wird sich so schnell nicht in Luft auflösen. Es gibt leider zuviele Verblendete in diesem Land, die ewig gestrig und verbohrt dem “Heiland” ihre Stimme geben wollen, weil “er” ja so gute Arbeit leistete….tsss

      Abgesehen von den bestimmt noch weitergehenden Diskussionen in der Medienwelt sehe ich den IM / BVM De Maiziere als eine Art Bedrohung – abseits der Netzsperrendiskussion – an, auch wenn er mal wieder sagte, die Sperren kommen nicht. Dem Politiker ist kein Wort zu glauben. Die Zusammenlegung der Behörden zur Superpolizei ist mir noch im Gedächtnis, in Verbindung mit der Bundeswehr im Inneren und der Cyberabwehr sehe ich diesen Staat mehr bedroht durch diese Halunken aus Berlin, als durch einen Sandalisten mit Koran in der Hand.

    14. na sowas schrieb am 2. März 2011 at 18:07 - Permalink

      …die Bundeswehr bekommt im Zuge ihrer Reform offensichtlich ein Freiwilligenproblem und ihr Umbau zu einer Interventionsarme verlangt dringend nach einer Prüfung auf Verfassungskonformität.

      Herr de Maizière soll das jetzt Eure Lösung sein?

      Qui sait si l'inconnu qui dort sous l'Arche immense,
      Mêlant sa gloire épique aux orgueils du passé,
      N'est pas cet étranger devenu fils de France Allemagne
      Non par le sang reçu mais par le sang versé ? [source]

      …
      Herr de Maizière:
      Es gehört zur Doppelzüngigkeit verschiedener westlicher Staaten, die Söldnerpraxis in Libyen – so es sie gibt – zu verurteilen und sich selbst ungeniert ihrer zu bedienen. Allen voran die USA und Großbritannien. Doch auch die Bundesregierung hätte Grund zur Selbstkritik. Am 4. Dezember 1989 hat die UN-Generalversammlung eine »Internationale Konvention gegen die Anwerbung, den Einsatz, die Finanzierung und die Ausbildung von Söldnern« verabschiedet. Am 20. Dezember 1990 wurde das Dokument von der Bundesregierung unterzeichnet. Doch bis jetzt liegt noch kein Gesetzentwurf vor, mit dem das Parlament die Konvention ratifizieren könnte.
      Anti-Söldner-Konvention »nicht prioritär« – trotz Libyen?

    15. M. Boettcher schrieb am 2. März 2011 at 18:50 - Permalink

      Totgesagte leben lange. Auflösungserscheinungen hin oder her, in Deutschland ist es eher ungewöhnlich, dass eine Regierung aufgibt, nur weil es an geeignetem Personal fehlt. Zumal schon die derzeitigen Akteure zeigen, dass in Deutschland wirklich jeder Minister werden kann, vorausgesetzt, er hat zur richtigen Zeit das richtige Parteibuch, die richtige religiöse Überzeugung, eine Proporz gerechte regionale Herkunft und ggf. das richtige Geschlecht. Kompetenz ist jedenfalls kein Kriterium. OK, 2005 hat die Regierung Schröder aus freien Stücken und ohne echte Not vorzeitig aufgegeben. Aber dabei ging es den Neoliberalen in der SPD vor allem um die Fortsetzung/Sicherung ihrer Arbeitnehmer feindlichen Politik. Neuwahlen vor 2013 würden m. E. gar nichts bringen. Einmal, weil die Unterschiede in der Politik von CDU/CSU/FDP/SPD und Bündnis90/Die Gurken nur marginal sind, zum anderen, weil die Rechten in der SPD eher gegen die eigenen Leute agieren (siehe Simonis, Ypsilanti), als dass ein Linker/eine Linke die Richtlinien der Politik bestimmt. Wenn sich aber an der Politik nichts ändert, – Wahlen wären bekanntlich verboten, wäre das anders, – kann man sich das vorzeitige Ende einer Regierung eigentlich nicht herbei wünschen. Außer zusätzlicher Geldverschwendung wäre damit nämlich rein gar nichts gewonnen.

      • Kalle schrieb am 3. März 2011 at 09:08 - Permalink

        Naja, zumindest beim Gesundheitssystem und bei Atompolitik war Rot/Grün nicht ganz so schlimm.
        Neuwahlen jetzt mit einem Sieg für Rot/Grün würde sie vor einen ganz anderen Anspruch stellen. In 2-3 Jahren hat das Wahlvieh schon wieder alles vergessen. Sollte Rot/Grün da gewinnen, würden sie das meiste einfach nur minimal gemäßigter fortsetzen (Rot/Schwarz, Schwarz/Grün, Schwarz/Grün/Gelb, etc sowieso). Aber jetzt müsste Rot/Grün tatsächlich einiges wieder zurücknehmen, um nich sofort wieder in der Wählergunst zu fallen.
        Aber die Regierung wird nicht fallen, die haben die Krise doch so “gut” verwaltet. Haben das Schwein in ein Lügentütü gesteckt und nennen es Aufschwung XXL. Und angeblich sieht kaum ein Medium das Schwein…

    16. Lazarus09 schrieb am 2. März 2011 at 21:09 - Permalink

      http://www.faz.net/s/Rub3DFC0DABC5664C30AC70700DD10A965D/Doc~E144AB8B9F77040C782CC5916EF4CA47D~ATpl~Ecommon~Scontent.html?nwl_rheinmain

      Ohne Kommentar …

    17. baumbaron schrieb am 3. März 2011 at 10:33 - Permalink

      Man merkt wie schwierig es wird, den Neokonservatismus und den bürgerlichen Wertkonservatismus in einem Boot zu halten. Ersterer allein auf Nützlichkeit ausgerichtet, jederzeit bereit jeden gesellschaftlichen Wert dafür über Bord zu werfen, sprungbereit dafür, eine Gesellschaft freier, emanzipierter Bürger neoliberalen Positionen zu opfern. Der andere unter Wertverlust leidend, zu echter Mitmenschlichkeit fähig, gesellschaftlichen Fairplay verpflichtet. Das ist eine Sollbruchstelle, an der soviel Klebstoff notwendig ist, dass dafür trotz aller jüdischer Vermächtnisse mittelfristig das Geld nicht reichen wird. Um das zu sparen, wurde der Gegelte erfunden: innen neoliberal, antisozial, reaktionär-transatlantisch, dann ein feiner Anzug und darüber gutgelaunt, smart, schön, sexy – eben anbetungswürdig. Dass dieses von “Bild” aufgeblasene Etwas als konservative Blend- und Manipulationsgranate nun erstmal entschärft ist, ärgert natürlich “die Seehofers” in diesem Lande und zeigt, wie sehr sie wahre Konservative eigentlich inzwischen dickhaben. Was haben diese “Seehofers”, diese “Scharnagels” & Co geätzt, wenn sich einer erlaubt hat Gehorsam als ‘Sekundärtugend’ zu bezeichnen mit der man auch ein KZ betreiben kann. Jetzt sind sie bereit jede, aber auch jede ‘Primärtugend’ über Bord zu werfen, wenn es darum geht, eine oberfränkischem, adlige Aufblaspuppe zu retten. Soweit kann man kommen mit seinen Werten. Mit diesem schleichenden Gift ist den Konservativen noch viel Spaß zu wünschen.

      • Granado schrieb am 3. März 2011 at 13:41 - Permalink

        1867 hieß das:
        Die englische Hochkirche z.B. verzeiht eher den Angriff auf 38 von ihren 39 Glaubensartikeln als auf 1/39 ihres Geldeinkommens. Heutzutage ist der Atheismus selbst eine leichte Sünde, verglichen mit der Kritik überlieferter Eigentumsverhältnisse.

        • Lazarus09 schrieb am 3. März 2011 at 14:42 - Permalink

          That’s it

    18. Sukram71 schrieb am 3. März 2011 at 14:01 - Permalink

      Ich finde es jetzt so langweilig. :-(

      Unser KT zu Guttenberg hätten noch eine Woche durchhalten und kurz vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg zurück treten sollen. Und erst nach dem endgültigen Urteil der Uni und einer weiteren Erosion der Solidarität durch die CDU. Dann wäre Merkel vielleicht mit gegangen.

      Das wäre lustig geworden. :D

    19. Thrombophlebitis schrieb am 3. März 2011 at 18:24 - Permalink

      Wow! Toller, informativer Beitrag und voll von triefenden Zusammenhängen.

      Vielen Dank dafür, Frank Benedikt.

      … denn wenn nun auch noch ein wenig um die Nachfolge zu Guttenbergs gerungen und gefeilscht werden dürfte …

      Aber nur weil das keiner machen will, oder?

      Also ich würde das auf keinen Fall machen wollen, unter den gegebenen Umständen.

    20. Totschka schrieb am 3. März 2011 at 18:46 - Permalink

      Tja, ich denke, den Gutti sehen wir irgendwann wieder in der Politik auftauchen. Da bin ich ziemlich sicher.
      Anno 2002 stolperte der olivgrüne Neocon Cem Özdemir über die Bonusmeilen-und-Privatkredit-Affäre, zog sich aus der Politik zurück, besuchte danach diverse Seminare in USA und ließ sich 2004 in die Wiederaufbereitungsanlage Europaparlament wählen. Seither dreht er mit US-amerikanischer Zielvorgabe ein ziemlich großes Rad und tanzt willig nach deren Pfeife (Beispiel Wikileaks).
      Seit geraumer Zeit gibt es kaum ein politisches Thema in den Medien, in denen der “säkulare Muslim” (O-Ton Özdemir) nicht zu Wort kommt. Nicht verwunderlich, ist er doch seit 2008 auch wieder als Parteivorsitzender tauglich.

      Die Chancen für Gutti stehen also eher besser…

      * * *
      Irgendwo habe ich gelesen, dass die zehntausenden Gutti-Anbeter auf Fakebook & Co. überwiegend virtuell sind, um es mal diplomatisch auszudrücken. Von einer Zusammenrottung zu einem wüsten Protestmarsch würde ich da eher nicht sprechen wollen.

    21. Dr. Christian Weilmeier schrieb am 3. März 2011 at 22:47 - Permalink

      Wir erlebten einen Sieg des wortgestützten Internets gegen die Bildermacht der Boulevardpresse.

      http://citizenseurope.wordpress.com/2011/03/03/internet-gegen-boulevard-presse/

    22. Granado schrieb am 6. März 2011 at 20:10 - Permalink

      Kabinettskarussell: H.P. Friedrich als I(nnen)M(inister), Islam, Matussek im Spiegel
      erhält als Kommentar:
      Die Existenz irgendeiner Gottheit, ist eine Tatsache, die sich auch aus der Historie nirgends belegen lässt.


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