Deutsche Kinderhilfe – der Versuch eines konservativen Rollbacks
geschrieben am 14. Mai 2009 von Spiegelfechter
Wer kennt diese Situation nicht: Man schlendert durch die Fußgängerzone und wird von einer mit Kugelschreiber und Unterschriftenliste bewaffneten, jungen hübschen Frau angesprochen – „Mögen Sie Kinder?“, oder „Sind sie für mehr Kinderschutz?“. Da selbst der stieseligste Griesgram in einer solchen Situation vor den Ohren der Passanten nicht sagen würde, dass er Kinder nicht mag, oder dass ihm der Kinderschutz eigentlich ausreicht, haben Organisationen mit dieser Überfalltaktik auch sehr häufig Erfolg. Im besten Falle verliert der Passant nur seine Unterschrift, in vielen Fällen wird er allerdings gleich Mitglied eines Vereins, dessen Hintergrund er nicht einmal kennt.
Der Kampf für Internetsperren
Einer dieser Vereine ist die „Deutsche Kinderhilfe e.V.“ und eben dieser Verein holt nun zum großen Schlag auf die erfolgreiche ePetition gegen die Einführung von Netzsperren aus. Bis dato haben rund 80.000 Bürger die Petition gezeichnet, die sich gegen das – im Kern wirkungslose – Gesetz richtet, mit dem Wirtschaftsminister zu Guttenberg und Familienministerin von der Leyen unter dem Deckmäntelchen des „Kinderschutzes“ einen Grundstein zur Internetzensur in Deutschland legen wollen. Die „Deutsche Kinderhilfe“ steht als einziger Kinderschutzverein voll hinter dem Gesetzesvorhaben und will nun eine großangelegte Unterschriftensammlung einholen, die dann medienwirksam gegen die Petition ins Spiel gebracht werden kann. Zu diesem Zweck wollen die Unterschriftensammler an diesem Wochenende in und vor den Fußballstadien der Bundesliga auf Stimmenfang gehen.
Der Erfolg dieser Aktion scheint vorprogrammiert, wenn die Petition am 16. Juni ausläuft, könnte es der „Deutschen Kinderhilfe“ gelingen, zeitgleich ganze Säcke von Unterschriftenlisten medienwirksam vor dem Familienministerium abzugeben. Bei Otto Normalmedienkonsument bliebe dann der Eindruck hängen, ein paar Internetfreaks sind dagegen und ganz viele Kinderschützer sind dafür, dann muss das Gesetz ja eigentlich gut sein. Kinderporno gegen Kinderschutz – der Spin wirkt. Für wen sich Otto Normalmedienkonsument entscheiden wird, ist klar. Er wird ja auch nie erfahren, wer die „Deutsche Kinderhilfe“ eigentlich ist, welche Ziele sie verfolgt, mit welchen Tricks die Unterzeichner gewonnen wurden und welche Hintergründe beim Gesetz eigentlich eine Rolle spielen.
Die dubiose Herkunft der Kinderhilfe
Die „Deutsche Kinderhilfe“ wurde im Jahre 2000 in personeller und organisatorischer Nähe zur 3 W GmbH gegründet, einem Anbieter von „Mehrwertprogrammen“ und „Kundenkarten“. In Zusammenarbeit mit der 3 W GmbH bietet die „Deutsche Kinderhilfe“ ihren Förderern dann auch das „Mehrwertprogramm“ myfam an, mit dem unter anderem Zeitschriftenabonnements vertrieben werden. Die Verbindung von myfam und der „Deutschen Kinderhilfe“ wird auch wegen „nicht hinreichender Transparenz“ vom NRW-Landesbeauftragten für Datenschutz überprüft. Es sei nicht erkennbar, wer die persönlichen Daten verwaltet und was mit ihnen geschehe.
Der tiefe Fall in die Unseriösität
Diese Verquickung von Vereins- und wirtschaftlichen Interessen ließen dann auch die Experten an der Gemeinnützigkeit der „Deutschen Kinderhilfe“ zweifeln. Als erstes reagierte die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion des Landes Rheinland-Pfalz. Dort wollte man mehreren dubiosen Vereinen verbieten, unter dem Schirm der Gemeinnützigkeit Spenden zu sammeln. Um einem Verbot zuvorzukommen, stellte die „Deutsche Kinderhilfe“ im Juni 2007 ihre Aktivitäten in den rheinland-pfälzischen Fußgängerzonen ein. Ein Jahr später schloss der Dachverband „Deutscher Spendenrat e.V.“ die „Deutsche Kinderhilfe“ aus seinen Reihen aus. Im Vorfeld hatte die „Deutsche Kinderhilfe“ mit Massenabmahnungen erfolglos versucht, ihre Gegner mundtot zu machen. Der darauf folgende Versuch, beim DZI das Spendensiegel zu bekommen, schlug ebenfalls fehl. Spendenexperte Christoph Müllerleile wirft der „selbsternannten Kinderlobby“ derweil vor, „dass sie von Anfang an darauf ausgerichtet war, kommerziell zu wirtschaften. Dabei [sei] ein solches Organ eigentlich überflüssig, weil es sehr viele gute Fürsprecher für Kinderangelegenheiten gibt.“
Nachdem die „Deutsche Kinderhilfe“ es nicht schaffte, sich mit einem seriösen Umfeld zu schmücken, wechselte sie die Vereinsstrategie. Nicht mehr die Projektarbeit, sondern Lobbying und PR-Arbeit rückten nun in den Fokus. Und diese Lobby- und PR-Arbeit hat es in sich. Die „Deutsche Kinderhilfe“ will sich als Gegenpart zu den „etablierten Versorgungstöpfen der großen Wohlfahrtsverbände“ (Eigenwerbung) positionieren. Dabei wirken die politischen Handlungsempfehlungen der Kinderhilfe wie aus der Feder konservativer Familienpolitiker.
Konservative Propaganda
Die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ hat eine sehr eingeschränkte Definition der Marktwirtschaft, die ideologisch eingefärbt und von Interessenverbänden bezahlt ist. So wie die INSM die „Soziale Marktwirtschaft“ für politische Propagandazwecke gekidnappt hat, nutzt die „Deutsche Kinderhilfe“ das Thema „Kinderschutz“ für politische Zwecke. Seit dem Ausschluss aus dem Spendenrat hat die Kinderhilfe auf diesem Gebiet richtig Gas gegeben. In Pressemitteilungen bezieht sie zu allerlei Themen Stellung:
- „Die Deutsche Kinderhilfe fordert die Bundesjustizministerin auf, auch in Deutschland endlich die gesetzlichen Weichen zur Einführung einer Sexualstraftäterdatei zu stellen“ – eine Forderung aus den Reihen der CDU.
- „Die Therapieverweigerung eines Sexualstraftäters muss zwangsläufig die Prüfung der Sicherungsverwahrung nach sich ziehen!“ – eine Forderung aus den Reihen der CDU.
- „Die Deutsche Kinderhilfe begrüßt die gestrige Ankündigung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Sabine Bätzing, durch einen Mix an Aufklärung, Vorbeugung und gesetzlichen Maßnahmen den massiven Alkohol- und Tabakmissbrauch offensiver zu bekämpfen.“ – eine Forderung aus den Reihen der CDU.
- Kinderarmut, wie sie von großen Verbänden und Politik dargestellt wird, existiert so nicht in Deutschland und es drängt sich der Verdacht auf, dass hier ein Thema „wahlkampfreif“ geschossen werden soll, um bestehende Strukturen zu stärken und einen mutigen Umbau der Sozialsysteme zu verhindern. Die Deutsche Kinderhilfe fordert von der Politik eine grundlegende Reform der Familienförderung: die Hartz-Reformen haben gezeigt, dass auch gegen gesellschaftliche Widerstände von Verbänden der Umbau eines reinen Transfersystems hin zu einem solchen, in dem auch gefordert wird, möglich ist.“ – hier geht die Kinderhilfe sogar über die Forderungen der CDU-Mehrheit hinaus.
- „Mit Unverständnis und Fassungslosigkeit reagiert die Deutsche Kinderhilfe auf die Ankündigung der SPD, den vorliegenden Entwurf des Kind,erschutzgesetzes kippen zu wollen. Den Referentenentwurf dieses Gesetzes hatte die Deutsche Kinderhilfe sachverständig begleitet. Nun kritisiert die SPD-Bundestagsfraktion, der Gesetzentwurf tendiere dazu, die Jugendämter zu Melde- und Kontrollbehörden umzubauen. Präventive und fördernde Ansätze würden dagegen fast völlig fehlen.“ – auch das wird die CDU gerne hören.
- „Mit Bedauern hat die Deutsche Kinderhilfe Direkt auf die Ankündigung des Bundesfamilienministeriums reagiert, den Gesetzentwurf zum Einsatz jugendlicher Testkäufer von Alkohol, Zigaretten und Gewaltvideos zurückzuziehen. Der Einsatz von Kindern als Testkäufer könne „ein effektiver Beitrag zum Kinderschutz in Deutschland. [...] Der Vorschlag von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) sei ‚gut und praxistauglich‘“ – Frau von der Leyen und die Kinderhilfe Schulter an Schulter.
„Die Deutsche Kinderhilfe spricht sich mit Nachdruck für die Unterstützung gewerblich geführter Kitas aus. ‚Es ist nur gut, wenn wir endlich auch in diesem Bereich Wettbewerb bekommen‘“ – eine profitorientierte Kinderbetreuung ist ein Bereich, der auch vielen „Reformern“ in der CDU aus dem Herzen spricht.
Die „Deutsche Kinderhilfe“ wirkt eher wie eine konservative Vorfeldorganisation der CDU, denn wie ein gemeinnütziger Verein, dem es um das Wohl der Kinder geht. Leider wird sie in den Medien immer wieder als neutrale Rückendeckung für CDU-Positionen zitiert. So war es auch die Kinderhilfe, die dem pöbelnden JU-Vorsitzenden Philipp Mißfelder Schützenhilfe gab, als dieser Hartz IV-Empfänger pauschal als Alkohol- und Tabaksüchtige verhöhnte. So überrascht es auch nicht, dass die Kinderhilfe als einziger Verein von der Leyens Internetsperrphantasien begrüßt.
Denn sie wissen nicht, was sie tun
In den nächsten Wochen werden sicher Tausende die argumentativ inhaltsleere Unterschriftenliste der „Deutschen Kinderhilfe“ unterschreiben. Gegen Kinderpornographie ist jeder und da macht man auch gerne sein Kreuz an der richtigen Stelle. Hintergründe interessieren da wenig und auch weiterhin wird in den Medien die „Deutsche Kinderhilfe“ als neutrale Instanz zitiert werden. Dass sie eher eine PR-Agentur für konservatives Ideengut ist, die gegen die klassisch „sozial“ ausgerichteten Wohlfahrtsverbände positioniert wird, interessiert da wenig.
Zum diesem Thema in den Blogs:
Chris von fixmbr: Deutsche Kinderhilfe – Jetzt wird’s schmutzig #zensursula
Don Dahlmann: Kinderhilfe gegen ePetition – Ein paar Hintergründe
Markus Beckedahl auf netzpolitk.org: Deutsche Kinderhilfe für Zensursula
Linktipp:
Da auf den Seiten des Bundestags nicht alles mit rechten Dingen zugeht, haben Interessierte ein alternatives Forum gegründet.
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Kommentare
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Super dieser Artikel und immer schön weiterverbreiten, dass der “Verein” “Deutsche Kinderhilfe e.V.” nur ein Haufen voller Lobbyisten ist, der nicht das Wohl des Kindes im Auge hat.
Vor Fußballstadien wollen sie also ihre Schäflein einfangen? Nun, das kann schön in die Hose gehen, denn zumindest der Großteil der Fankurven ist so gar nicht auf den Kopf gefallen, was die Internetwelt angeht.
Ich zumindest werde einen Teil dazu beitragen und “meinen” Verein Hannover 96 mal in einer E-Mail über diesen Blog und die Absichten der Deutschen Kinderhilfe in Kenntnis setzen. Vielleicht hilft’s ja was..
Hier wären dann wohl auch die Vereine und Fanclubs gefragt, die Stadiengänger auf ihren Seiten darüber zu informieren, was für Leute da demnächst vor den Stadien anzutreffen sind.
@Sebastian
Ja – aber wer stellt sich schon gerne ins Rampenlicht, um gegen die “Kinderhilfe” und gegen “ein Gesetz gegen Kinderpornographie” Partei zu ergreifen? Die Symbolik ist klar auf Uschis Seite.
Das heißt doch wohl folgendes: Artikel 1000 fach drucken und am Wochenende vors Fußballstadion. Das wird ein Spass…
Mein Tipp:
Diesen Artikel ausdrucken, und an die Passanten am Stand verteilen. Ich freu mich jetzt schon auf das Gespräch mit den freundlichen Mitarbeiterinnen der „Deutschen Kinderhilfe“.
Zusätzlich könnte man Gruppen wie das Bündnis Aktiver Fußballfans http://www.aktive-fans.de/ , die Clubs selbst oder die lokalen organisierten Fanszenen kontaktieren (je nachdem, wie die so drauf sind). Der holzschnittartigen Argumentation der Kinderhilfe, die übrigens auf ihrer Website nicht gerade mit großer Transparenz punkten kann, ist zwar schwer etwas entgegenzusetzen, ein Versuch sollte es aber allemal Wert sein.
Wahnsinn!
Wenn man das so liest haben wir diese Leute bereits einen Schritt zuviel gehen lassen! Meiner Meinung hilft jetzt nur noch brachiales Absäbeln! Protest am besten Piratenpartei , damit diese gelenkte Lobby-Pseudo-Demokratie wieder auf die Beine kommt!
boah ist mir schlecht…
@ Margareth Gorges,
Dein Tipp hat was für sich und könnte Erfolgversprechend sein.
Wer kann mir einen Tipp gebe, wie ich herausfinde wo und wann diese Brut ihr Unwesen treibt?
@ Spiegelfechter,
Danke für diesen aufklärenden Artikel.
Liebe Grüße
Margitta
Vielen Dank. Warnung wird gleich mal weiterverbreitet, hrhr
Klasse Artikel, grade noch einen passenden im Handelsblatt gelehsen. :
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/pr-schlacht-um-kinderporno-sperren;2277768
Die Kinderhilfe dürfte es aber schwer haben, wenn schon so in den Mainstream Medien über sie berichtet wird:
“Argwöhnlisch betrachte man die Aktivitäten der Deutschen Kinderhilfe. Sie war im vergangenen Jahr durch Recherchen der “Welt” ins Gerede gekommen.”
Krass, kann ich da nur sagen, wer schützt uns vor den “Kinderschützern“?
Ein wenig tröstlich ist nur der Umstand, dass selbst die konservative Welt über diesen dubiosen Verein aufklärt, wie Joerg schon ausgeführt hat.
Man kann diese Aufklärung gar nicht genug verbreiten! Danke Spiegelfechter! Vielleicht wird diese schäbige Kampagne doch noch ein Bumerang für die vons und zu und hintenrum der Politik.
Pressekontakt
Deutsche Kinderhilfe e.V.
Berlin
Ansprechpartner: Frau Julia Gliszewska
http://209.85.129.132/search?q=cache:7DzUoplY40oJ:www.xing.com/profile/Julia_Gliszewska+Julia+Gliszewska&cd=1&hl=en&ct=clnk&client=firefox-a
Jens! Danke & Danke!
das ist alles kaum zu glauben, aber seitdem der erste Golfkrieg mit der PR Kinderlüge begonnen wurde, um Kriegsbegeisterung und Abscheu zu erzeugen, muss man aus dieser Ecke alles erwarten.
Wenn ich ein paar von den Gestalten hier rumrennen sehe…
@transwarp
Danke für die Info – NA DANN SOLLTEN WIR ALLE DOCH MAL DER PRESSESPRECHERIN EINEM MAIL SCHREIBEN – mit diesem Artikel dazu.
AUF GEHTS !
Pressekontakt
Deutsche Kinderhilfe e.V.
Berlin
Ansprechpartner: Frau Julia Gliszewska
Leider gab es durchaus andere Vereine welche die Internetsperre befürworten:
http://www.savethechildren.de/germany/presse/pressemeldungen/20.02.2009.pdf
gliszewska(at)kinderhilfe.de
@Sven
Danke – repariert
Wundert mich aber schon, dass keiner der großen Offline-Medien diese Story aufgreift. Die Fakten liegen ja mehr oder weniger auf dem Tisch, man müsste die Quellen nurnoch mal sauber recherchieren udn dann zum Druck freigeben! ;-)
@18 Gerne
Mea culpa für den schlechten Stil:
17 habe ich editiert (nachdem Jens 18 gepostet hat) dort stand:
Der Link “alternatives Forum” am Ende des Artikels funzt nicht.
Zum Spaß haben unten links einfach mal auf “Weitere Informationen” klicken:
http://www.politiker-stopp.de/index.html
So, ich habe eben die Eintracht Braunschweig bezüglich dieser Lobbyvereinigung angeschrieben mit Hinweis auf den Artikel vom Handelsblatt und vom Jens sowie die beiden Artikel von fixmbr.de.
Ich hoffe, das hat Erfolg, zumindest dieser dubiosen Lobbyvereinigung ein wenig Sand ins Getriebe zu streuen.
Muss ich in diesen Tagen immer wieder dran denken:
“Wissen Sie, als ich ein kleiner Junge war, habe ich ein paar Worte aufgeschnappt: ‘Mit dem ersten Glied ist die Kette geschmiedet. Wenn die erste Rede zensiert, der erste Gedanke verboten, die erste Freiheit verweigert wird, dann sind wir alle unwiderruflich gefesselt’. [...] Schurken, die ihre Schnurrbärte zwirbeln, sind leicht zu erkennen, aber diejenigen, die sich in gute Taten kleiden, sind hervorragend getarnt. [...] Wachsamkeit ist der Preis, den wir kontinuierlich zahlen müssen.”
(Jean-Luc Picard)
“Leider gab es durchaus andere Vereine welche die Internetsperre befürworten” und nicht nur die von (16) Spencer erwähnte.
Schon im Sommer 2008 sind andere Kinderhilfswerke, darunter die “Innocence in Danger” von der BKA eingebunden worden:
http://www.innocenceindanger.de/index.php?id=743
Zitat von ihrer Homepage: “Access Blocking – Kooperation mit dem BKA
In 2008 wurde die inhaltliche Kooperation mit dem Bundeskriminalamt intensiviert. Unter anderem lud der Präsident des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke, Innocence in Danger ein, auf der jährlichen Pressekonferenz am 27.08.2008 in Berlin ein Statement zum Thema „Kinderpornographie“ abzugeben.
Angesichts der steigenden Zahlen – z.B. der Anstieg bei der Verschaffung von Kinderpornographie im Internet von 111 % von 2006 auf 2007 – und der immer brutaleren Gewalt gegen immer kleinere Kinder, forderte das BKA gemeinsam mit „Dunkelziffer e.V.“ aus Hamburg und „Innocence in Danger“ eine gesetzliche Verankerung des „Access Blocking“ von Internetseiten mit illegalem Inhalt – insbesondere Kinderpornographie!
Im November 2008 hat sich die Bundesfamilienministerin, Ursula von der Leyen, dieser Forderung angeschlossen und treibt seit dem eine allseits verbindliche Regelung voran.” – Zitat Ende
Präsidentin des Vereins ist eine gewisse Stephanie Freifrau zu Guttenberg…
In Deutschland klebt das Herz für Kinder am Kofferraum. Kinder lassen sich benutzen um alles mögliche zu verkaufen, auch irgendwie ein Missbrauch.
Eigentlich schon längst bekannt und trotzdem ein intessanter Artikel, der mit einer alten Legende auch in der veröffentlichten Meinung aufräumt.
http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/4145/grosser_lauschangriff_im_kalten_krieg.html
Das soetwas gesperrt wird, ist begrüßenswert, dennoch denke ich das es als Einladung gilt. Wer einmal Blut geleckt hat… wird schnell süchtig und dann wird Internet-gesperrt was das zeug hält.
Mail ist raus an Werder Bremen mit Hinweis auf die Artikel bei welt.de, Handelsblatt und hier. Mal sehen, was bei rumkommt… bisschen kurzfristig ist es ja schon, aber vllt packen sie es ja auf die Vereinswebseite, und morgen vormittag gucken noch paar Leute drauf…
Super Artikel!! Danke für die Info – obgleich diese Meldungen nur noch größere Sorgen für die Zukunft bei mir aufkommen lassen…
Sehr interessant ist auch der Partner der Deutschen Kinderhilfe PRGS.
Dort unter Public Affairs:
Es versetzt Ihre Rechtsabteilung in die Lage, die Gesetzgebung in Land, Bund und Europa mitzugestalten.
Adresse:
PRGS GmbH – Unternehmensberatung für Politik- und Krisenmanagement
Haus der Bundespressekonferenz
So so, stellt sich nur noch die Frage wie die Partnerschaft aussieht.
Einige Partner der Kinderhilfe kann man ja anschreiben, ob die wirklich dahinterstehen, 80000 Menschen als KiPo-Unterstützer abzustempeln.
Dankeschön an den Spiegelfechter dafür sich die Mühe zu machen, diese Zusammenhänge zu recherchieren und in diesem Artikel offenzulegen.
Ich kann nur hoffen, dass möglichst viele Menschen diesen Artikel lesen.
Wie steht eigentlich der Deutsche Kinderschutzbund zu der ganzen Sache?!
Wär es nicht mal eine Möglichkeit diesen zu kontaktieren?
@paranoid
die Propaganda scheint zu fruchten. Der Kinderschutzbund sollte dringend aufgeklärt werden!
Der Deutsche Kinderschutzbund will mit anderen Organisationen eine Stellungnahme für die Einrichtung von Internetsperren mitsamt weiteren Forderungen abgeben
Sieh an: Die besagte Pressemitteilung der Deutschen Zensurhilfe, die direkten Bezug auf die ePetition nahm, ist offenbar entfernt worden.
gibts kein update? auf der seite der kinderhilfe hat sich ja was getan, und andere blogs ham shcon drauf reagiert…
die seite der deutschen kinderhilfe wurde heute gehackt und stattdessen “erscheint eine Todesanzeige für Artikel 5(1) des Grundgesetzes.”
hier zu sehen http://nix.over-blog.de/article-31338121.html
die homepage ist natürlich nicht mehr zu erreichen ;)
@35ich finde mit solchen Aktionen kommen wir nicht weiter. Ganz im Gegenteil. Statt immer nur gegen die Zensur Stellung zu beziehen, sollte viel deutlicher der Kinderschutz hervorgehoben werden. Der nämlich nur gewährleistet wird wenn Ki Po Seiten vom Netz genommen und die Betreiber verhaftet werden! Und nicht mit irgendwelchen Sperren die die Betreiber und User noch warnen.
ich wollte die aktion auch gar nicht gutheißen, dass das denen eher in die karten spielt ist klar
@All
Sehr Empfehlenswertes zu Fr. vdL von Twister: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30290/1.html
und ein Sahnehäubchen dazu aus dem Forum: http://www.heise.de/tp/foren/forum-159035/msg-16747067/read/
Bitte dem Thread folgen :))
Ich verurteile den Hackangriff zutiefst; nichts anderes als Wasser auf den Mühlen derjenigen, die Gegner des Gesetzentwurfs als “Internetliebhaber, Blogger, im Grunde also eine Minderheit (Überstetzung: “Freaks”) hinstellen. Als ich sah, dass die Pressemitteilung mit Seitenhieb auf die ePetition entfernt wurde, freute ich mich noch, weil es wirkte, als sei auf Seiten der Zensurhilfe jemand nervös geworden, und dann das. Jetzt können sie mit dem Finger auf die Unterzeichner zeigen und “Kriminelle!” rufen.
Herzlichen Dank.
Zum heutigen WamS-Artikel muss man glaube ich nicht mehr viel sagen. Ich kann gar nicht so viel fressen wie ich kotzen möchte. “[...] 84 Prozent für Kontrolle [...]” Da fällt mir wieder ein schönes Zitat ein: “So geht die Freiheit zu Grunde – mit donnerndem Applaus.”
Ganz schön was los im Netz wegen unserer Zensursel v.d. Laien!!!
Wir erleben aktuell gerade einen Paradigmenwechsel. Bis jetzt galt bei kriminellen
Handlungen in Deutschland das Verursacherprinzip. Mit der potentiellen Verfolgung aller Internetnutzer, wird die Unschuldsvermutung nachhaltig unterlaufen. Die Partei die im Moment mit viel “Heißer Luft” und ihren alten Fön, viel Freude unters Volk bringt, bekommt schon mal kalte Füße:
Öffentliche Anhörung im Deutschen Bundestag am 27. Mai 2009 (pdf). Es wird direkt Bezug genommen auf die Petition, es heißt man wolle die durch sie repräsentierten Bedenken und Gegenargumente in das Gesetzgebungsverfahren einbeziehen.
Na, dann sollten wir uns mal alle den 27. Mai frei halten!!!
Selbst wenn nur 10% der Mitzeichner zur Anhörung kommen, wird das ein richtig großes Event – Man sieht sich zur Wahrheitsfindung!!
was denkt ihr wäre das ergebnis bei folgender frage gewesen?
sind sie dafür, dass das bka ohne irgendeine art der kontrolle und ohne richterliche autorisation internetseiten sperren kann?
gruss,
mika
@Knuddelbacke: Ja das wäre wirklich großartig, wenn jetzt noch sehr viele Menschen zu dieser Anhörung erscheinen würden.
Wollen wir hoffen, dass es sachlich zugehen wird und es endlich die Diskussion geben wird, die so zwingend notwendig ist.
Aber ich habe da so meine Bedenken. Nunja.. abwarten :)
Es kann gut sein, dass unser aller Ursula von den Leyen wirklich glaubt, im World Wide Web, also dem Teil des Internets, der über einen sogenannten Web- Browser aufgerufen werden kann, finden sich einfach mal so zugängliche kinderporno- Inhalte. Die natürlich auch kommerziell vermarktet werden, also eine reale Millionen- Industrie. Nun es kann gut sein, dass unsere Familienministerin das wirklich glaubt, vieles jedoch spricht dagegen.
Nun bedient sie sich der Deutschen Kinderhilfe, einfach großes Kino wie manche Leute mit ihrem Auftrag “dem Wohle des deutschen Volkes dienen , Schaden von ihm abwenden usw.” umgehen. Bewegung kommt ganz natürlich in die Sache, wenn sich der Staat die Sicht der Fanatiker zu eigen macht. Biedere Zeitgenossen (das sind die meisten) sind dann geneigt, die genannte Gefahr tatsächlich zu erkennen und auch ernst zu nehmen.
Wenn sich der Staat darum kümmert, muss ja wohl etwas dran sein, da schaue ich doch mal etwas genauer hin.
Oweia, Ursula es werden immer mehr die dir auf den Zahn fühlen wollen – Petition – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten – 84663 Mitstreiter!!!
Gibt es eigentlich irgendwoher genauere Informationen über die Wege, wie dieses “pornographische Material” verbreitet wird ?
Es gibt ja auf wikileaks.com diesen anonymen Brief von jemandem der in dieser “Branche” gearbeitet hat. Er geht davon aus, dass der Handel mit KiPo hauptsächlich in privaten Kreisen stattfindet.
Außerdem sagt er, dass die Misshandlungen hauptsächlich im familiären Umfeld stattfinden.
Leider kann man jetzt auch nicht unbedingt feststellen ob diese Informationen richtig sind.
Gibt es weitere Briefe von Leuten aus dieser Szene (damit man die Infos vergleichen kann) ? Die Informationen aus “Kinderschutz”-Vereinen sind ja wahrscheinlich nicht ganz wahr.
grüße,
Glücklich ist, wer ein einfaches Weltbild hat und sich nicht die Mühe zu machen braucht, Argumente kritisch abzuwägen: Man könnte womöglich zu der Auffassung kommen, dass die Familienministerin wider besseren Wissens lügt, wenn sie Ermittlungen gegen 12000 Bürger (”Aktion Himmel”, 2007) als großen Erfolg verkauft und gleichzeitig verschweigt, dass praktisch alle Ermittlungsverfahren schon nach kurzer Zeit wieder eingestellt wurden – es fehlte schlichtweg, man “Höre und Staune” am Anfangsverdacht. Man könnte auch zu der Auffassung kommen, dass die deutsche Kinderhilfe eine seriöse Vereinigung ist, die in der Vergangenheit nicht in Skandale verwickelt war und heute schamlose Demagogie betreibt. Man könnte auch leicht übersehen, dass zwischen Wirtschaftsminister, Familienministerin und der Frau des Wirtschaftsministers ein dubioses Netzwerk gespannt ist, in dem sich gegenseitig das Wort zum Thema “Kinderschutz” erteilt wird.
Der Rollback läuft, Spiegelfechter lag erschreckend richtig:
DPA Meldung von heute 13:06: “Mehrheit für Internet-Sperre von Kinderpornos”
Mir ist jetzt schon schlecht, wenn ich an die Titelseite meiner lokal “Zeitung” morgen denke; am Anfang der “Von der Leyen”-Kampagne haben die zweidrittel der Titelseite mit diesem Stoppschild zugeklatscht. Und sind auch sonst immer willens und bereit das desinformierte Stimmvieh abzufischen und davon gibt es schrecklich viel.
Knüppel aus dem Sack aber das geht ganz klar ganz entschieden zu weit.
Und die unglaubwürdigste Geschichte des Monats, wenn nicht des Jahres, kommt heute von der Times: Islamische Terroristen benutzen Kinderporno-Webseiten zur Kommunikation Also es tut mir leid, das glauben sie ja wohl selber nicht. Was für ein Mega-Bullshit. Die aller, aller LETZTE Webseite, die ich als auf Unauffälligkeit Bedachter Terrorist nutzen würde, wäre wohl Kiddy- Pornogr…. ich schreibe es nicht aus… Ich schäme mich für so manch einen Staatslenker. Aber eins ist sicher das Netz ist nicht geeignet Lügen zu verbreiten wie es der Fernseher jeden Tag tut.
Wenn Frau Leyen wirklich glaubt, dass man “zufällig” auf solchen Seiten landen kann, dann wäre es doch angebracht, dass sie einen Bundestagspraktikanten und einen Kameramann acht Stunden gibt, in der der Kameramann den Praktikanten filmt, wie dieser zufällig auf solch einer Seite landet.
Kann selbstverständlich auch diese “Deutsche Kinderhilfe” sein, die diesen Versuch durchführt.
Guckt mal:
“Canadian cop’s beer clue leads to jail for U.S. pedophile”
http://www.theprovince.com/news/Canadian+detective+beer+knowledge+leads+jail+pedophile/1599924/story.html
So macht man das. Suchen, sehen, ermitteln, festnehmen, vor Gericht stellen. Natürlich kann man das auch machen wie die Ursula: Vorhang drüber und sich selbst auf die Schulter klopfen, was für eine Heldin man doch sei, während die Kinder entweder weiter vergewaltigt werden und/oder die Server weiterhin online sind. Wenn man sich mal überlegt, was die von der Leyen et al da eigentlich treiben, dann ist es wirklich erstaunlich, dass die Zensur-Gegner es sind, die sich als heimliche Förderer der Pädophilen beschimpfen lassen müssen und nicht diejenigen, die alberne Stoppschilder aufstellen und antidemokratische Zensur-Infrastruktur finanzieren und durchsetzen wollen…
@King Balance, #43
Es sind mittlerweile fast paar Tsd mehr, aber hast du schon auch das da gesehen: http://www.heise.de/newsticker/meldung/138074
Bei ‘demokratischer’ Mehrheit kommt es leider nie an, was die Sache ist.
@50
Wollte es auch grad posten.
Die Frageformulierung ließ aber auch kaum ein anderes Ergebnis zu.
Aber warum dient ein erwiesenermßen dubioser Verein als berufene Quelle?
Deutsche Kinderhilfe fragt um – Ergebnisse wie auf SED-Parteitag
http://www.piratenpartei.de/node/751
kennt ihr den vorwurf es würde sich bei den unterzeichnern um eine minderheit handeln?
ich freue mich auf die zeit, wenn die heutigen 16 jährigen aktiv am politischen leben teilnehmen.
für diese generation wird das internet ein medium sein, wie es große tageszeitungen für die heute älteren sind.
und dann könnte eine solche petition hunderttausende stimmen erhalten.
vielleicht ist es ja das, was die regierenden fürchten.
gruss,
mika
Damit (in)direkt zusammenhängend und evtl. auch schon bekannt:
Du bist Terrorist
Ich möchte hier mal kurz auf den Verin MOGIS – Missbrauchsopfer gegen Internetsperren hinweisen. Ist schon ziemlich interessant, wenn sogar die Opfer sexuellen Kindesmissbrauchs gegen die Sperren sind. (Sorry, falls es schon mal irgendwo genannt wurde)
http://mogis.wordpress.com/
Bei mir im Blog fand sich folgender Link:
http://tinyurl.com/kinderhilfe-kurth
Der führt zu einem offenen Brief des grünen MdB Markus Kurth an den geschäftsführenden Vorstandsvorsitzenden der Kinderhilfe in Sachen Kinderarmut.
now I’ll be tuned..