Trinkwasser – die nicht privatisierbare Ressource
geschrieben am 22. März 2011 von Spiegelfechter
In vielen Ländern der Welt ist sauberes Trinkwasser Luxus. Bakterien, Arsen und andere unerwünschte Inhaltsstoffe sind dort die Regel. Die WHO schätzt, dass täglich 6.000 Kinder an Krankheiten sterben, die durch verschmutztes Trinkwasser verursacht werden. In Industriestaaten und vielen Schwellenländern ist Wasser eine begehrte Handelsware. Nicht etwa das Wasser selbst, sondern die Dienstleistungen rund um das Wasser sind sehr profitabel. Dabei verbietet der gesunde Menschenverstand eigentlich jegliche Privatisierung der Handelsware Wasser. Die Trinkwasserversorgung ist ein natürliches Monopol, das sich nicht für einen Wettbewerb im Markt eignet und Trinkwasser ist ein elementares Lebensgut. Wie Konzerne gigantische Gewinne mit der Ressource Wasser machen, zeigt der Dokumentarfilm „Water Makes Money“, der am heutigen Abend um 20.15 auf arte ausgestrahlt wird. Die Filmemacher wagen einen Blick hinter die Kulissen des französischen Multis Veolia, der auch auf dem deutschen Markt sehr aktiv ist. Von Jens Berger
Die Versorgung mit Trinkwasser ist eigentlich kein geeignetes Geschäftsfeld für renditeorientierte Konzerne. Um einen Haushalt mit Trinkwasser zu versorgen, sind immense Investitionen in das Verteilungsnetz notwendig. Die laufenden Einnahmen sind verhältnismäßig gering, sodass sich der Neubau eines Wasserversorgungsnetzes aufgrund des sehr langen Abschreibungszeitraums erst nach vielen Jahrzehnten rentiert. In der heutigen Zeit, in der sich Investitionen möglichst schnell rentieren müssen und der Blick auf die Quartalszahlen wichtiger erscheint als langfristige Strategien, sollten solche Geschäftszweige für „modern aufgestellte“ Unternehmen eigentlich unattraktiv sein. Aus diesem Grund haben sich renditeorientierte Wasserversorger auch auf die Betreuung von bereits vorhandenen Wasserversorgungsnetzen verlegt. Diese Netze sind in der Regel vom Steuerzahler finanziert worden und größtenteils bereits abgeschrieben. Der Betreiber hat lediglich für den ordnungsgemäßen Betrieb und die Pflege der Infrastruktur zu sorgen.
Für einen privaten Betreiber ist es natürlich verlockend, auf der einen Seite das Geld der Endkunden zu kassieren, und auf der anderen Seite die notwendigen Investitionen für den Erhalt und die Pflege der Infrastruktur zurückzufahren. Strenggenommen kassieren diese Betreiber Geld für eine Dienstleistung, die sie gar nicht erbringen. Betrachtet man nur den Zeithorizont der nächsten Quartale oder Geschäftsjahre, ist eine vorbildliche Pflege des Trinkwassernetzes betriebswirtschaftlich nun einmal kontraproduktiv. Erst in der langfristigen Betrachtung rentieren sich diese Investitionen.
Warum privatisieren Kommunen eigentlich ihre Wasserversorgung? In den meisten Fällen geht es schlichtweg darum, die öffentlichen Kassen zu sanieren. Ein kompletter Verkauf der öffentlichen Infrastruktur kommt nur sehr selten vor – nicht, weil die öffentliche Hand dies ablehnt, sondern weil die privaten Dienstleistungskonzerne gar kein Interesse daran haben. Nur wenn die Kommunen noch im Boot sind, sind sie erpressbar. Je nach Privatisierungsmodell bekommen die Kommunen stattdessen meist eine einmalige oder jährliche Konzessionsgebühr. Dieses Geld können die chronisch unterfinanzierten Stadtkämmerer sehr gut gebrauchen. Natürlich zahlt im Endeffekt der Bürger dieses Geld über seine Wasserrechnung. Grob vereinfacht sanieren die Kommunen also ihre Kassen bei einer Privatisierung auf Kosten der Bürger. Die privaten Wasserversorger sind Handlanger bei dieser Umverteilung und lassen sich ihre Dienste fürstlich bezahlen.
Die Privatisierung der Wasserversorgung ist jedoch mehr als eine kreative Sonderabgabe, da die privaten Wasserversorger nur dann hohe Konzessionsgebühren zahlen, wenn die Vergabeverträge sie nicht zu stabilen Wasserpreisen und verbindlichen Investitionszusagen verpflichten.
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Alle Welt spricht über Libyen und Japan und worüber schreibst du? Trinkwasser. Dafür liebe ich den Blog. =)
Obwohl mich dann doch schon interessieren würde ob du was zur aktuellen Lage in Libyen schreibst. Ich tue mich persönlich schwer damit die Luftangriffe gut zu heißen.
Heute ist Weltwassertag ;-)
Zum Thema Libyen habe ich noch keine klare Meinung.
Und ich dachte, weil das deltablog-de darüber schrieb … xD
… ^^ xD
Ich auch nicht. Vielleicht hilft wieder ein offener Thread ;-)
yep, den richte ich morgen ein ;-)
Diese ehrliche Zurückhaltung gefällt mir wesentlich besser als das arrogante und besserwisserische Urteil von Joschka Fischer in der Süddeutschen “Deutsche Außenpolitik – eine Farce“.
Joschka Fischer hat mit seiner Beschreibung der Lage aber völlig Recht.
Das ist nicht “arrogant und besserwisserisch”, sondern – völlig unabhängig davon, wie man zum Krieg steht – sachlich richtig. Außerdem wird der sich doch wohl eine Meinung erlauben dürfen. ^^
@Sukram71
Der Herr Fischer darf natürlich eine Meinung haben, aber er sollte sich mal nicht so sehr über die Kurzsichtigkeit von Frau Merkel und Herrn Westerwelle echauffieren, oder hat er selbst eine Kristallkugel, in der er die Zukunft sieht? Wie geht es denn weiter, wenn das Anti-Gaddafi-Bündnis nun den Status Quo mittels Luftschläge einfriert. Mehr ist da wohl ohne massives Eingreifen mit Bodentruppen nicht drin. Benghasi erinnert mich dann irgend wie an das kleine gallische Dorf.
Wird es überlebensfähig sein? Die Bodenschätze des Landes kontrolliert weiter der Gaddafi-Clan. Und dafür verpulvern die Allierten im wahrsten Sinne des Wortes Millionen von Dollars und Euros. Wo ist da die Weitsicht?
Dann wollen wir derer gedenken die Wasser predigen und Wein saufen !
Und wie man Eigentum an den Grundressourcen der Erde erwerben kann ist mir schleierhaft .. wie man ein dermaßen hohes Erpresserpotential in gewinnerwirtschaftende Hände geben kann schon gar nicht ..aber das hatten wir ja schon alles.Das es in Südamerika Menschen gibt die ein drittel ihres Einkommens nur für sauberes Trinkwasser ausgeben müssen sei nur nebenbei erwähnt.
Wann endlich privatisiert der Papst die Kirche !
Das stimmt wohl nicht mehr:
Im Hauptberuf macht Berger Öffentlichkeitsarbeit für einen Wasserversorger…
Oh. Na da bin ich mal gespannt, was Jens dazu sagt, falls er was dazu sagt. Vielleicht ist/war das ja ein öffentlicher Wasserversorger.
Es war eine seltsame Zwitterform, privatrechtlich mit kommunalen und privaten Gesellschaftern, wobei die Kommunen aber zum Glück die Mehrheit der Anteile hielten.
Das stimmte schon zu dem Zeitpunkt nicht mehr, an dem der SPIEGEL dies geschrieben hat. Beim Recherchieren ist der SPIEGEL nun einmal nicht so korrekt, wie er es gerne wäre. Den Job habe ich schon 2007 hingeschmissen, weil er mir zu langweilig und wenig fordernd war.
“in gegenseitigem Einverständnis”, wie man so schön sagt, oder? ;-)
Nö ;-)
Auch wenn Du es nicht glauben wirst – das war eine lupenreine Kündigung auf mein Bestreben hin.
doch, glaub ich Dir. Ist auch gar nicht wichtig.
Vielleicht wurden Libyen und Gaddhafi “nur” des Wassers wegen angegriffen?
Quelle
Das GMR-Projekt ist idT verrückt und größenwahnsinnig. Mit der heutigen Technik lässt sich Trinkwasser ohne weiteres mit leichtem finanziellen Aufwand aus Meerwasser aufbereiten. Israel, Spanien und die Golfstaaten sind da gute Beispiele. Für großflächigen Ackerbau ist diese Aufbereitungsart allerdings zu teuer. Wenn Gadaffi aber meint, die Wüste mit nicht-regenerativen(!!!) fossilen Grundwasservorkommen begrünen zu können, so ist das idT ein weiterer Beleg für seine Verrücktheit.
Und genau darum geht es!
Nun ja, ich kenne Menschen und Projekte, die verrückter und größenwahnsinniger sind als Gaddafi und sein GMMRP-Projekt (
).
Ach ja, “internationale Experten” meinten vor 30 Jahren ebenso, die Ölreserven seien in 30 bis 50 Jahren verbraucht. ;-)
Stellt sich nur die Frage, ob es überhaupt sinnvoll sein kann, die Wüste zu “begrünen”. Ich bin da dezidiert anderer Meinung.
Das mag sein, wenn man die gigantisches Kosten von GMMRP auf einen Kubikmeter Wasser umlegt, wird jedes Kilogramm Fleisch und jede Ackerfrucht aus der “begrünten Wüste” übrigens unbezahlbar. Für mich ist das eine irrwitzige Subventionierung, die ökologisch komplett unsinnig ist.
Das hängt natürlich von vielen Faktoren ab. Wenn man das Wasser wirklich nur als Trink- und nicht als Nutzwasser verwenden würde, käme das mit den 250 Jahren wohl schon hin. Der Grenznutzen von 30 bis 50 Jahren Ackerbau und Viehzucht in der Wüste erschließt sich mir jedoch nicht.
“Nachhaltig” ist sein Plan jedenfalls sicher nicht. Aber Gaddafi interessiert wohl nur, was zu seinen Lebzeiten in Libyen passiert. Und dass weiterhin er derjenige ist, der das bestimmt. Und nicht das Volk. Sonst hätte er, gerade als “Revolutionsführer”, ja schon zu Beginn der Proteste sagen können; Ok, liebes Volk, ich sehe es gibt Unmut und ihr wollt Reformen, also stelle mich mich einer Wahl. Aber er wollte wohl lieber, dass sein Sohn ihm nachfolgt. Daraus wird nun wohl nix mehr.
VIVE LA FRANCE
Dass “nicht-regeneratives fossiles Grundwasser” keine weitreichende Lösung ist, sondern nur für ca. 50 Jahre reicht und eher nur für die eigene Versorgung, hat aber auch Gaddafi gewarnt, entnehme ich Berichten (auf Phoenix? 3sat?). Ob die Meerwasserentsalzung so geringen Aufwand erfordert, ist aber auch fraglich; Israel jedenfalls entzieht den Palästinensern Grundwasser und tröstet sie mit energieaufwendigen Entsalzungsanlagen; die eigenen Bauern erhalten hochsubventioniertes Wasser und exportieren es mit Erdbeeren o.dgl. nach Europa.
http://libyen.com/Wirtschaft/Great-Man-Made-River-Projekt
Experten sagen voraus, dass die libysche Bevölkerung bei einem täglichen Wasserverbrauch von 6 Millionen Kubikmetern pro Tag für über 50 Jahre versorgt sein wird.
http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2010-12/libyen-wasser?page=all&print=true
“Das Projekt wird für unsere Generation den Mindestbedarf an Wasser decken”, bilanziert Agrarminister El Gaood.
Unter dem Strich jedoch erwies sich das gigantische Röhrensystem auf eigenem Boden als die billigste Lösung. Die Produktionskosten für einen Kubikmeter Wasser gibt der Minister heute mit knapp 25 Eurocent an, zehnmal weniger als durch eine ölbetriebene Meerwasserentsalzungsanlage.
Man kann sich alles schönrechnen. 2,50 Euro für einen Kubikmeter ist kompletter Unfug. Moderne RO-Systeme in der hier zu projektierenden Größenordnung liefern das Wasser für rund 0,50 Eurocent den Kubikmeter. Für Trinkwasser und normale Nutzwasseranwendungen ist das ok. Die Wüste kann man damit nicht begrünen – aber das kann man mit Wasser für 25 Cent je Kubik auch nicht.
Es geht mir um die schon projektierte Begrenzung, zunächst zeitlich; von “ganz Nordafrika” ist da auch keine Rede, wohl auch nicht ganz Libyen. Aber bei extrem geringer Anbaufläche diese etwas zu erweitern, um nicht mehr 2/3 der Lebensmittel importieren zu müssen, wäre schon ein verständliches Bemühen – verständlicher, als der Export von Jordanwasser via Erdbeeren oder Grundwasser aus dem ariden Almeria via Salat.
Warum soll es “verständlich” sein, wenn ein Staat den eigenen Anbau von Agrargütern zu Preisen subventioniert, mit denen er über Jahrzehnte sämtliche Nahrungsmittelimporte finanzieren könnte?
Wer sagt das, Jens?
Garantierst Du dem lybischen Volk (Grund-)Nahrungsmittel zum heutigen Preis..?
Was werden die Lybier machen, wenn sich der Preis für den Sack Getreide aufgrund von globalen Dürre-Perioden, Verfeuerung & Nahrungsmittel-Spekulation verdoppelt hat?
NIEMAND garantiert den Entwicklungs-Ländern bezahlbare Lebensmittel-Preise, oder täusch ich mich da? Und selbst wenn, die Lybier müssen schließlich auch von etwas Leben – einer Arbeit nachgehen, nicht?
Bildung & Sozialwesen etc. ist eine Sache, die unter Ghaddafi scheinbar gar nicht so schlecht gestellt war …ohne die Förderung des Agrar-Anbaus wird aber in keinem Land die Arbeitslosigkeit auf Dauer zu bewältigen sein – es sei denn man gestaltet die finanzielle Rahmen-Gesetzgebung sehr anleger-/investmentfreundlich zur Finanz-Oase um. – wie Bermuda, Bahrein oder die Schweiz..^^
Nö, garantieren die Libyer mir Öl zum heutigen Preis?
Zahlen, was sonst. Getreide lässt sich dort ohnehin nicht anbauen. Sollen wir hier den Harz beheizen, weil der Kaffeepreis sich verdoppeln könnte?
Nö, aber so hoch wie der Preis für subventionierte Agrargüter aus der Wüste ist, kann der Weltmarktpreis für Lebensmittel gar nicht sein. Wenn der Kubikmeter 25 Cent kostet (was ich nicht glaube, weil das nicht ordentlich kalkuliert ist), dann würde in einem Kilo Rindfleisch rund 5 Euro Wasserkosten. Das ist ökonomisch unwirtschaftlich und ökologisch Wahnsinn.
Es geht hier nicht um Geld – das sind im Endeffekt doch nur bunte Papierscheinchen. Es geht um Ernaehrungssicherheit, und fuer ein Land wie Libyen ist es sehr vernuenftig, sich soweit es geht selbst zu versorgen, wenn das technisch (laengerfristig) machbar ist.
Warum wohl haben wir eine EU-Agrarpolitik (die sicher nicht perfekt ist und viele falsche Anreize setzt), die garantiert, dass es weiterhin ausreichend Landwirtschaft bei uns gibt? Weil wir nicht erpressbar und abhaengig sein wollen auf einem so elementaren Gebiet. Aber wenn andere Staaten das machen wollen, sprechen wir von Effizienz der Weltmaerkte und “ueberzeugen” sie, ihre Maerkte zu oeffnen…
Und der Vergleich mit Luxusguetern wie Kaffee und Oel ist m.E. ziemlich unpassend – wir reden hier von Grundnahrungsmitteln.
Wenn Du das sagst ;-)
Ach jeh, Vergleiche sind das. Sicher werden Agrargüter in der EU massiv subventioniert, aber im Vergleich zum libyschen GMMR ist das (pro Produkteinheit) wirklich Kleinkrams.
Blödsinn. Weil Bauern Wähler sind.
Kaffee ist für mich ein Grundnahrungsmittel und Öl ist für unsere Gesellschaft genau so wichtig wie Brot.
Solange der Staat souverän ist und seine eigene Währung kontrolliert, ist dass bei der dort bestehenden Arbeitslosigkeit natürlich sinnvoller als der Ist Zustand.
Dass es möglicherweise sinnvollere Verwendung des freihandelsbedingten Menschen Ausschusses aka. Arbeitslosen gibt, würde ich allerdings nicht bestreiten ;)
Ich bin auch (schon länger Zeit) der Meinung, dass Wasser und die Wasserversorung nicht in private Hände gehört. Aber ebenso: die Energieversorgung, die Bodenschätze, Polizei und Strafvollzug (es werden immer mehr Aufgaben, zwecks Kostensenkung, an private Sicherheitsfirmen “geoutsourct”), sowie Krankenkassen. Dem zu erwartenden Einwand, dass staatliche Institutionen träge und weniger effizient als Privatfirmen sind, würde ich antworten, dass dafür die zu anrichtenden Schäden bei Staatsbetrieben nicht so massiv auftreten können.
Ganz meine Meinung
“Der Staat ist ein schlechter Unternehmer”. Mit diesem Killerargument hat man in den in den 80iger und 90iger Jahren alles privatisiert, was nicht “bis drei auf den Bäumen war”. Man konnte schon früh erkennen, dass die Privatisierungen mehr schaden als nützen. Man hatte nämlich schlicht und ergreifend übersehen, dass staatliche Betriebe gemeinwohlorientierte Aufgaben über den eigentlichen Geschäftszweck hinaus erfüllten. Natürlich – wenn man Gemeinwohl als überflüssig ansieht, dann kann auch der Staat ein “besserer Unternehmer” sein.
Mittlerweile erkennen einige Menschen, welche Nachteile ein schwacher Staat für jeden von uns hat. Produkte und Leistungen der Daseinsvorsorge gehören nicht in private Hände! Wir wissen, dass die Ernährung nicht in private Hände gehört! Wir sehen und hören es täglich! Hungernde und verdurstende Menschen müssen nicht sein! Und was machen wir? Wir verballern Nahrungsmittel für Kraftstoffe!
Sehe ich auch so. Das Gemeinwesen/wohl gehört in staatliche Hand.
Es liegen schon länger Pläne in den Schubladen, nach denen sogar die Gerichtsvollzieher (!) privatisiert werden sollen.
Ja, es ist bizarr. Als nächstes, schlage ich vor, noch das Ehrenamt, die Landesverteidigung, die Polizei, Lebensmittelkontrollen und die dritte Gewalt zu privatisieren. Glaubt man den Privatisierern, gehen wir dann himmlischen Zeiten entgegen, und zahlen, dass ist ihnen das wichtigste, so gut wie keine Steuern mehr. Bzw. die Steuerbehörde wird einfach auch privatisiert.
Zweifel bleiben hier wohl angebracht.
Gerichtsvollzieher: s. schwarz-gelbe Koalitionsvereinbarung.
Wasserprivatisierung: vor Jahren ein 2teiliger Artikel zum Beispiel Tansania in der “jungen Welt”: ein frz. Konzern übernimmt und kriegt hohe Subventionen, investiert nichts, sperrt mit hohen Gebühren die arme Bevölkerung aus. Drastische Konflikte hat das auch schon in Südafrika verursacht. Solche Verteuerung (für die arme Bevölkerung) wird von den internationalen Wasserkonferenzen als Lösung verkauft (und von Banken als tolle Anlage propagiert)!
Vor nicht allzu langer Zeit gab es einen tollen Film eines schweizer Filmemachers über das Thema Nahrung auf der Erde.
Ganz am Schluß des Streifens kam der (damalige?) Aufsichtsratsvorsitzende des Multikonzerns NESTLÈ zu Wort. Dort kündigte er an, sich mit aller Macht für die Privatisierung der Trinkwasserversorgung auf diesem Planeten einzusetzen – denn mit diesem Geschäftsfeld könne man ja Unmengen Geld verdienen.
Solchen Banditen MUSS das Handwerk gelegt werden, bevor man mit Hilfe neoliberaler Politik in eine Sackgasse kommt, aus der es kein Entrinnen gibt.
Wenn ich mir dann da gewissenlose Lügner und Halunken wie Brüderle, Lindner, Homburger, Mappus oder Gönner in Entscheidungspositionen vorstelle, kommt mir das kalte Grausen…
“We feed the world” nennt sich der beschriebene Film. Sehenswert, Jean Ziegler sagt darin auch ein paar sehr wahre Worte.
Da bin ich genau derselben Meinung. Ich würde so zusammenfassen:
Jede Aufgabe, die einen Bezug zu Menschenrechten hat oder dazu gebraucht werden kann, das Wohlergehen der gesamten nationalen Volkswirtschaft zu gefährden, sollte staatlich organisiert sein.
Ich denke, dass genau das die originäre Aufgabe eines Staates ist.
Ob das heutige BGH-Urteil gegen die Deutsche Bank manchen Kommunen helfen kann, ihre hirnrissigerweise privatisierte Wasserversorgung einigermaßen günstig zurückzubekommen, oder zumindest einen Teil der abgezockten Gelder? Diese Zins-Swaps sind zwar keine Cross-Border-Leasinggeschäfte, aber vielleicht gibt es ja starke Analogien. Auskenner vor?
Ich habe das mit großem Interesse verfolgt. Nicht zuletzt wegen der kaum verhohlenen Drohung des DB-Anwalts, die genaugenommen nichts anderes als eine Rechtssprechung nach Kassenlage der DB forderte.
Ich gehe allerdings davon aus, dass aus dem Urteil noch ein Esser/Ackermann werden wird.
Betrachtet man nur den Geldverkehr, dann gleicht es einer Kreditaufnahme zu unverschämt hohen Zinsen – besser wäre es dann wohl die zukünftigen Einnahmen direkt für einen Kredit zu verpfänden.
Man darf aber auch nicht vergessen, dass die chronisch klammen Kommunen sich durch die Bundespolitik (Steuerpolitik der letzten Dekaden) geradezu zu solchen verzweifelten Maßnahmen gezwungen sahen, um ihrem Auftrag für die notwendige Erhaltung der Infrastruktur (je nach Priorität) nachkommen -, Zinszahlungen bedienen – oder einfach einen tragbaren Haushalt verabschieden zu können. Siehe Berlin.
Wasser ist ja nicht das einzige Problem – kommunaler Wohnraum, die Bahn bzw. die Verkehrsinfrastruktur, Energieversorgung und das meiste des PPP-Unsinns.
Langfristige Investitionen und politische Einflussnahme werden auf dem Altar kurzfristiger und temporärer finanzieller Erholung geopfert.
Die Probleme sind ja schon seit den 90`er Jahren bekannt, es hat sich nur kein ausreichender Widerstand gefunden.
“”Dabei verbietet der gesunde Menschenverstand eigentlich jegliche Privatisierung der Handelsware Wasser.”"
Kapitalismus und gesunder Menschenverstand.
Das ist wie Feuer und Wasser.
Aber keiner da zum löschen.
Und wir wissen doch.
Privare heisst berauben.
[Link gelöscht/sf]
Mfg
hat eine längere Vorgeschichte.
Ich habe natürlich nicht die Zeit zu prüfen was hier steht. Und von daher kann ich auch nicht wissen, wie das Gegenmodell der staatlichen Wasserversorgung insgesamt aussieht und ob es tatsächlich “preiswerter” oder besser ist. Aber gefühlsmäßig würde ich mal sagen, das das so ist. Aber interessant wäre natürlich ein Für und Wider, aber vielleicht gibt es das bei diesem Thema nicht.
Wie gesagt das Ganze ist fachlich zu anspruchsvoll als das ich mitreden könnte. Mal sehen ob der ein oder andere fachlich orientierte Kommentar zusätzliche Klärung bringt.
Ich schrieb ja schon mal es gibt für solche Privatisierungen oder Regulierungen den Ausspruch:
Manchmal ist es aber bei diesen Deregulierungen so, dass der Endkunde weniger bezahlt oder nicht mehr bezahlen muß (zwar) für weniger Leistung, dafür aber die Arbeiter und Angestellten in der Zuhälterwirtschaft zu Prostituierten werden.
Wie man das insgesamt hinkriegt ist also schwierig zu beurteilen, aber man sollte Zuhälterei und Prostitution vielleicht möglichst auf das Rotlichtviertel beschränkt halten
Vor einiger Zeit las ich einen Kriminalroman, von dem es im Klappentext bereits hieß: “In diesem Krimi ist verdammt wenig erfunden.” Da Werbelinks verpönt sind möge der geneigte Leser “Wolfgang Schorlau” und “Fremde Wasser” in die Suchmaschine seiner Wahl eingeben. Lesenswert.
Der Wahre Grund…….WASSER & NAHRUNG
Über Libyens “Weltwunder”, das GMMRP: Great Man Made River-Projekt. Pipelines zur Wasserversorgung der libyschen Städte und landwirtschaftlicher Nutzflächen.
http://www.youtube.com/watch?v=VzS-ILtCk80
http://libyen.com/Wirtschaft/Great-Man-Made-River-Projekt
ja, Blödsinn. Darauf habe ich schon in Kommentar #2 geantwortet.
Lol, mit der VT wirst du dich wohl die nächsten 2 Tage rumschlagen müssen. Das liegt an deinem Publikum. Merke: “Schulspeisung ist wichtiger als Demokratie, und der große Friedensfürst Gaddafi muss an der Macht bleiben”.
Sind nun einfach alle kritischen Berichte, welche ein einigermassen zusammenhängendes Denken voraussetzen, Verschwörungstheorien ? Ich glaube, wir sollten den Begriff “Verschwörungstheorie” einmal genauer anschauen. Wenn nur die Hälfte aller VT’s stimmt, ist es schon schlimm genug (es stimmen sicher mehr als 50 %). Ich gehe sogar noch weiter: Nichts ist wie es scheint.
Nun, wer sagt mir, dass du “echt” bist? Vielleicht will mich hier ja gerade ein Geheimdienst manipulieren. Oder eine außerirdische Echsenrasse. Vorsichtshalber glaube ich dir daher nicht.
Achtung, in diesem Post ist eine geheime codierte Botschaft von Aldebaran 5 versteckt. Außerdem steht dieser Post in genau diesen Worten auch auf einer alten Tontafel der Maya, die letztes Jahr im Dschungel entdeckt wurde. Zufall???
@Büerger (oben)
Nach welchen Kriterien gehst Du vor, wenn Du etwas glaubst ? Oder glaubst Du vorsichtshalber gar nichts ? Glaube ich eher nicht. Glaubst Du etwas, wenn Du es im TV siehst ? Denk daran: Nichts ist wie es scheint.
Sehe ich genauso.. ;)
Insbesondere der Punkt der Finanzierbarkeit:
“finanzierbar ist eigentlich “alles”, wie uns die politik jeden tag eindrucksvoll beweist. ob ein gerät alltagsgerecht ist, bleibt die frage.”
“Und wenn ich heute noch einen Baum pflanzte, so würde er trotzdem untergehen..!”
Georg Schramm – wenn ich mich nicht täusche..woher auch immer der den hat ;)
achja – nochwas:
Versteht doch endlich dass VT & Authentizität sich nicht grundlegend ausschließen;
Ich bin vielleicht der beste, lebende Beweis :)
bei attac, piratenpartei, bildungsstreik, Freigeld…aktiv & auch noch zu einem kleinen Grad ein VT’ler, wenn ich etwa an die Prophezeihungen von Gerald Celente (trendsresearch.com) oder Enthüllungs-Journalisten wie Gerhard Wisnewski & Manfred Petritsch …ernst nehme;
Nicht nur die Nachdenkseiten, Jens Berger & einige weitere links-intellektuelle blogs sowie sozial-liberale Stiftungen können interessante und unabhängige Artikel erstellen und diese publizieren; das Netz kennt noch mehr ‘grass-roots’ informations-blogs wie Radio Utopie und und und..
@Bürger(VT-Kreischer)
Ja, ja. VT. Bläääh, SPIEGEL-les. Es gab auf der Welt noch niemals Verschwörungen. Es gibt keine unredlichen Menschen, die nur an ihren eigenen Vorteil denken. Das ist eine VT.
Nee – wie diese VT-Kreischer in ihrer überheblichen, Kuhartigen Blödheit nerven. Fast so, wie die richtigen VT-Spinner, deren Agieren eine Aufklärung der zutreffenden und wahrscheinlichen VTs erschwert.
Zur Information und Meinungsbildung ….
The Great Man-Made River in Libya: Does it Make Sense?
by
Daniel P. Loucks
Department of Civil and Environmental Engineering
Cornell University
November 5, 2004
4:35 pm
102 Thomas Building
The Pennsylvania State University
Department of Civil and Environmental Engineering
College of Engineering
University Park, PA 16802
http://www.hoerstel.ch/hoerstel/News/Eintrage/2011/3/20_Libyen__Sollte_ein_historisch_wichtiges_Wasserprojekt_gestoppt_werden_files/Harleman04.pdf
Grundsätzlich kann man zum Thema vielleicht doch weitergehende allgemeine Überlegungen anstellen, als ich vorhin vermutete.
Normalerweise privatisiert der Staat ja nicht ohne irgendeine Not. Wenn er erstmal angefangen hat, ja dann macht er das natürlich auch als Ausfluß des “neoliberalen” Dogmas, aber man muß Not und Dogma möglichst voneinander zu trennen versuchen.
Also vermute ich mal beim Outsourcen der Wasserversorgung, bzw. für deren Durchführung durch Private liegt zunächst auch Not beim Staat. Zuwenig Geld um das selbst durchzuführen, weil eben zu wenig Einnahmen, oder die Einnahmen versickern irgendwo bei überbezahlten Staatsdienern. Aber ist nur so ein Grundgedanke. Weiß jetzt nicht ob der im Artikel nicht auch angesprochen wird.
Würde also der Staat es ordnungsgemäß durchführen würde es eben auch mehr Steuern kosten. Und dann ist die Frage, warum hat der Staat eigentlich so wenig Geld. Nur weil er zu wenig einnimmt oder weil er irgendwo auch viel zu viel sinnlos verschleudert? Man darf solche Themen nicht isoliert sehen!
guter Artikel, ich werde mir heute Abend auch den Film auf Arte ansehen.
Offtopic zu den Nachdenkseiten:
Könnte man da nicht auch im Blocksatz veröffentlichen? Nach dem “Weiter auf den Nachdenkseiten” sehnen sich meine Augen immer nach dem Spiegelfechter-Layout zurück.
Jens, kennst du den apparat “ecoloblue”? Der bereitet trinkwasser aus der luftfeuchtigkeit auf. 30 liter pro tag macht der kleinste apparat. in verbindung mit sonnenenergie könnte das vllt. alle wasserprobleme der welt lösen. http://www.ecoloblue.com/
@#3 andre h.
gesundheitssystem staatlich? naja, eine grundversorgung und für notfälle ist ok aber es muss auch die private option dazu geben. ich habe keine lust dass mir der staat vorschreibt welche (und ob) ich pillen nehmen soll die er en gros beim pharmariesen eingeklüngelt hat. das derzeitige kassensystem wird mittelfristig kollabieren, da ineffizient, anfällig für korruption und nicht mehr bezahlbar. was dann kommt, keine ahnung.
Es gibt ja auch noch andere Staaten. Man sollte sich das beste staatliche G.-System weltweit anschauen, und davon lernen. Zweiklassenmedizin können wir uns nicht leisten. Selbst wenn ich mir die erste Klasse leisten könnte. Ich will es nicht, es ist barbarisch. Dass das DE-Gesundheitssystem so ein wirrer Ideologiefleckenteppich ist, verdanken wir unseren weitsichtigen und “unideologischen” Politikern, und den Bürgern, die jeden Schmarren glauben und wählen, wenn er nur von flotten Guido (Klaus, Claudia, Karl Theodeor, …) kommt.
http://www.luftentfeuchter-info.de/
geht aber nur, wenn die luft – wie gesagt – feucht ist. Alle Wasserprobleme der Welt liegen aber nicht in humiden Gebieten wie bei uns.
Man sollte aber tunlichst vermeiden, das als Trinkwasser zu benutzen, da man so im besten Fall langfristig einen Mineralstoffmangel bekommt :-).
die Mineralien gibts im Jahresabo von Monsanto ;-)
Du hast es lieber, dass die Pharmaindustrie dir das teuerste Produkt aufschwatzt, dass nicht besser wirken muss als das billigste Generika, das die gesetzliche Krankenkasse dir bezahlt. Seit wann zwingt dich “der Staat” dazu Pillen zu schlucken? Ein staatliches System muss zwingend klüngeln, das liegt nicht am Einfluss von FDP und Co. und am mangelnden Interesse der Wähler und Medien. Soso. GKK sind also ineffizient, soso. Private Kassen verhindern also Finanzierungsprobleme bei den Gesetzlichen, das ist aber interessant.
Hörst dich wie ein FDP-Wähler an, der über die Qualität von staatlichen Leistungen lästert, nachdem neoliberale Regierungen diese kaputt gemacht haben… *kopfschüttel*
Kleine Info: Private Kassen können nicht effizienter arbeiten. Das Vielfache von dem was sie durch Dumpinglöhne einsparen geht über Dividenden an die Aktionäre. Für Einzelpersonen können Private Kassen nur billiger sein, weil
a) sie asozial sind und die ökonomisch Schwachen nicht mitversorgen.
b) bestimmte Gruppen (alte, chronisch kranke) sehr viel zahlen müssen.
c) sie nur einen Bruchteil der Leistungen der Gesetzlichen erbringen.
OT: Jens, ich hätte mir mehr Einzelbeispiele gewünscht. z.B. über die Berliner Wasserbetriebe. Da war ja jetzt viel Bewegung.
Ich will einfach nur die freie Wahl. Ich will nicht gezwungen werden in eine Kasse einzutreten nur weil ich so und so viel oder wenig verdiene. Ich will nicht dass meine GesKK Bewerbungsseminare, Hochglanzmagazine und anderen fachfremden Mumpitz anbietet. Ich will keine Quartalszuzahlungen, Leistungszuzahlung, Arzneimittlzuzahlungen usw. wegen eines maroden Systems. Wozu bin ich denn zwangsversichert wenn immer weniger erstattet wird? Optimal wäre ein staatliches System wo man bei Beschwerden einfach ins Krankenhaus geht, Perso vorzeigt und fertig, finanziert durch Steuern, nicht umständlich erhobene Beiträge = weniger Verwaltungskosten. Das für Notfälle und Grundversorgung. Ist vllt. nicht billig, aber das sollte sich ein Staat gönnen. Dafür kann er weniger Krieg führen und Euros, Banken etc. retten. Extras und alternative Medizin (was die KKs ja oft ablehnen) kann man privat versichern, wenn man will. In der Schule Unterricht über Prävention und gesunde Lebensweise – das ist die halbe Miete. Zusätzlich private Versicherungen für Ausland, Luxusbehandlung etc. sofern gewünscht. Ich hab nichts gegen eine staatliche gesundhieitsversorgung solange sie funktioniert, effizient ist und ohne viel bürokratie und unnötige kosten auskommt. Das ist derzeit aber nicht der Fall. Ich bin kein FDP-Wähler. Ich wähle keine der korrupten Kartellparteien mehr.
BINGO !
Diese Geräte scheinen mir zu “überzüchtet” zu sein. Wenn ich mir anschaue, was so ein Gerät mit 5 Kubikmeter Nennleistung so kostet und wie aufwändig das verarbeitet ist, zweifele ich mal stark daran, dass an damit die Wasserprobleme der Welt lösen kann.
Eine sinnvolle Lösung müßte Low-Tech sein und ohne Ingenieursstudium und teure Verbrauchs-/Ersatzteile zu betreiben sein. Simple Lösungen, wei z.B. Nebelfänger sind da m.E. schon sinnvoller – natürlich nur dort, wo sie eingesetzt werden können. Und auch absolute Low-Tech-Lösungen wie das Sodis-Verfahren sind sehr sinnvolle Alternativen.
@spiegelfechter
danke für deine antwort. na gut, alle wasserprobleme der welt lösen war vllt. etwas zu hoch gegriffen. aber irgendwie fasziniert mich der gedanke, man könnte solche geräte mit solarzellen im tiefsten afrika aufstellen.
finanzierbar ist eigentlich “alles”, wie uns die politik jeden tag eindrucksvoll beweist. ob ein gerät alltagsgerecht ist, bleibt die frage.
@oliver mark
angeblich sollen die dinger überall funktionieren, auch in der wüste, nur dort halt entsprechend weniger produzieren (30%).
Das Problem ist nicht, das solche Geräte nicht finanzierbar wären. Im Gegenteil. Die europäische Entwicklungshilfe liebt solche High-Tech-Lösungen. Das läuft dann nach dem folgenden Motto:
Deutschland überweist dem Niger eine Millionen Euro für ein Wasserprojekt, wenn der Niger unterschreibt, dass er deutsche Unternehmen dafür beauftragt. Das Geld fließt also nach D zurück, die deutschen Techniker kommen nach Afrika und setzen den “Negern” einen super modernen Brunnen mit einer super modernen Wasseraufbereitungsanlage vor die Nase und verschwinden wieder. Um den Brunnen in Betrieb zu nehmen, muss Personal geschult werden. Daran scheitert es meistens schon. Und wenn man den Brunnen in Betrieb nimmt, so fällt er meist nach wenigen Monaten wegen Schäden aus. Ersatzteile gibt es nur aus D und sie sind unbezahlbar und den Techniker aus Germany kann man sich eh nicht leisten. Die tollen Projekte werden dann meist in der Art entsorgt, wie die Burgen und Stadtmauern im Spätmittelalter – sie werden ausgeschlachtet.
Ich sehe keinen Grund, warum dies bei den High-Tech-Luftentfeuchtern anders sein sollte.
Das ist leider die traurige Realität, ich wünschte mir auch es wäre anders.
Kann mir mal jemand erklären, wie man das quantitative Problem Wasserknappheit + Überbevölkerung + den Wunsch nach energiefressenden Helferlein qualitativ/politisch angehen sollte?
Zusätzliches Handikap: Auch noch demokratisch / mehrheitsbestimmt.
Für Linke: Auch noch mit konkurrenzfähiger Wirtschaft.
Diesen Wahn von grünen Wüsten sehe ich immer, wenn ich aus dem naturgrünen Südostasien über den knochentrockenen Iran fliege und in Dubai grünt es, Süßwasserpools, aircon, volle Läden. Die tauschen Öl in Wasser und Wohlstand um mit dem schlechtmöglichsten Wirkungsgrad und Nutzen weltweit und sind auch noch stolz darauf.
Gegen deren Energieverbruch pro Kopf sind wir Extremsparer.
In diese Wüsten passen nur Beduinen mit einem Lebensstil wie vor 1000 Jahren.
Gar nicht. Bestimmte Gegenden der Welt können sich nun einmal nicht autark auf einem derart hohen Niveau selbst ernähren.
Kann immer wieder nur sagen, auch vor dem Hintergrund der letzten Wahlen (Sachsen-Anhalt), dass die Menschen nicht klüger werden. Sie wählen weiter freiwillig ihre Henker!
Die CDU hat nur 33 Prozent bekommen.
Die Linke ist zweitstärkste Partei noch vor der SPD. (zusammen 45 %)
Die Grünen sind mit 7 Prozent im Landtag und die FDP ist raus geflogen.
Was für ein Ergebnis müsste sein, damit du das nicht schreibst? ^^
Hier scheint wohl jemand vergessen zu haben, dass die Verhältnisse trotzdem die selben bleiben. Es bleibt doch alles beim Alten ?!
Nur weil die Speichellecker von der SPD erneut den Steigbügelhalter für das schwarze Gesindel geben – statt ENDLICH einen Politikwechsel zu versuchen !
Erst Thüringen mit dieser widerlichen Kreatur Matschie, dann das saarländische Jamaica-Experiment und jetzt Sachsen Anhalt…wann trauen sich die sogenannten “Sozialdemokraten” mal aus der Schockstarre ?
Ach, wenn die Leute in Sachsen-Anhalt eine große Koalition wollen, dann weiß ich nicht was dagegen sprechen sollte.
So was man hört, waren CDU/SPD dort auch nicht so völlig ohne Erfolg. Und deshalb will die SPD das wohl auch.
Außerdem ist das eh weit weg, ich kann die Politik dort nicht beurteilen und auf mich in NRW hat das keinen Einfluss.
Einen großen “Politikwechsel” können die in Sachsen-Anhalt jedenfalls nicht einleiten und der Spielraum in Sachsen-Anhalt ist begrenzt. Da kann dort regieren wer will. Deshalb würde ich mich nicht aufregen. ^^
Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz nächste Woche ist da 10 mal wichtiger. Auch und gerade für die Bundespolitik.
Vielleicht gibt es dann Neuwahlen und das fürchterliche Elend hat dann hoffentlich endlich ein Ende!
doch alles Käse – da ändert sich auf lange Sicht NULL, solange Schwarz an Bord ist..!!
Vielleicht kurzfristig ein paar notgedrungene Zugeständnisse an den Pöbel, das wars.
Es gibt keine ernst zu nehmende Reform bzw. Innovation mit der CDU!
Mag ja sein, aber in Sachen-Anhalt kann man eh keine “ernst zu nehmende Reform bzw. Innovation” machen. Das ist schließlich nur ein Bundesland, irgendwo in Weitweitweg, und nicht die Bundesregierung. ;)
“nur”? 33 von 50% der Wahlberechtigten haben korrupte Verbrecher gewählt! 50% der Wahlberechtigten haben die Wahl von korrupten Verbrechern billigend in Kauf genommen.
Diese 50% skandieren jetzt wahrscheinlich:”Ist ja sowieso egal, was ich wähle …”.
Nein. Sie hätten ddp, Die Grauen Panther oder meinetwegen die Pissrinnenschützer wählen können, denn dadurch hätten sie im Idealfall die tatsächliche Macht der CDU-Bande schwächen können. Im schlimmsten Fall hätten sie sich sagen können, dass sie es wenigstens versucht und den korrupten Verbrechern keinen Persilschein ausgestellt haben.
Das sind also nur 16,5 Prozent … ^^
Richtig. Plus die 50% “ich hab nichts dagegen”-Bürger, denn sie haben die Dominanz der 16% erst möglich gemacht.
exakt.
Aber das ist diesen Pennern völlig wurst, dass sie von korrupten Verbrechern regiert werden. Noch schlimmer sind allerdings die Konsorten, die rumkrähen, aber dann nicht wählen gehen…
Ist es nicht eher so, dass 100% all derer, die wählten, korrupten Verbrechern ihre Stimme gaben? Ich wüsste jedenfalls keinen ‘Spitzenpolitiker’, auf den diese meine persönliche Einschätzung nicht zutrifft.
Zum Trost könnt ihr ja ein paar motivierende Lieder singen. xD
Leider ist das so. 16 Jahre Kohl waren doch der beste Beweis.
Bei jeder Wahl dachte man – so, nu isses gut mit dem Dicken. Und ? Nix da – diese Trottel haben ihn immer noch gewählt !! Wie blöd muss man eigentlich sein ?
Es ist schlichtweg unfassbar, dass mehr als jeder dritte Wahlberechtigte ein kompletter Vollidiot zu sein scheint, oder Masochist. WAS MUSS DENN NOCH PASSIEREN damit MerkelSchäubleKauderMissfelderBosbachMappusWesterwelleBrüderleLindnerNiebelHomburgerSteinmeyerNahlesFriedrichDobrindtSeehofer auf den politischen Pluto geschossen werden und nie wieder öffentlich geistigen Sondermüll absondern dürfen ??????
Darum ging es in Sachsen-Anhalt aber doch gar nicht. ^^
Vielleicht ist der CDU-Typ dort ja ein durchaus netter kompetenter Mann, der für Sachen-Anhalt (also dort) jetzt nicht soo schlecht ist. Keine Ahnung. Aber man kann doch nicht alles so über einen Kamm scheren.
Der Artikel ist so irreführend, dass er die Realität auf den Kopf stellt. Man mag Privatisierungen (und Wettbewerb – was nicht dasselbe ist) ablehnend gegenüber stehen, aber wenn man ehrlicherweise die Fakten sieht, kann man nicht ernsthaft bestreiten wie segensreich selbst simple Wasserprivatisierungen waren. Allein die Erfolge bei privatisierter Wasserversorgung rechtfertigen es von Staatsgläubigkeit abzurücken; sie zeigen staatliche Ineffizienz und Misswirtschaft sowie massive Verbesserungen für die Ärmsten durch private Akteure.
Privatisierung und Wettbewerb ist zu unterscheiden sowie die Situation in Entwicklungsländern von der der entwickelten Welt. Fehlender Zugang zu Wasser – idR gar zu unsauberem Wasser – war und ist die Regel, wenn private Akteure fehlen. Das liegt in Entwicklungsländern sowohl (aber eher weniger) an staatlicher Ineffizienz als an fehlenden Voraussetzungen – strukturellen, kulturellen und finanziellen. Die Erfolge von Privatisierungen sind eindrucksvoll belegt: http://en.wikipedia.org/wiki/Water_privatization#Impact_of_privatization Massive Ausweitung des Wasserzugangs, Verbesserung der Qualität, dramatischer Rückgang der (Kinder-)Sterblichkeit als Effekte. Millionen von armen Menschen verdanken Wasserprivatisierungen ihr Leben, ihre Gesundheit und ihre verbesserte Lebensqualität. Gegenbeispiel Kuba: marode Systeme, verseuchtes Wasser – http://www.welthungerhilfe.de/357.html Oder Nordirland – staatliche Versorgung, marodes System, Wasser-Notstand.
Preise: Nicht mal überall sind Preise gestiegen, und wenn, dann zunächst unvermeidbar: staatliche Wasserversorgung ist idR subventioniert und hat massive Investitionsstaus – in Quantität und Qualität. Mit Ausweitung der Versorgung vergrößert sich die Abnehmerzahl und Preise können sich anpassen und sinken. Wenn Subventionen wegfallen und Preise selbst nur auf Kostendeckung steigen – können Bürger finanziell überfordert sein. Das ist kein Argument gegen Privatisierung, das liegt an der generellen schlechten wirtschaftlichen Situation, die kein adäquates Einkommen sichert. Wasserpreise sind nicht zu hoch, sondern Einkommen ist zu gering. Wie bei Nahrungsmitteln geht ein höherer Anteil vom Einkommen weg im Vergleich zu uns. Bolivien wurde als Beispiel genannt für Preiserhöhungen und Proteste – Preiserhöhungen resultierten bei weitem nicht primär aus Profitaufschlägen, sondern vertraglichen Verpflichtungen wie die Übernahme massiver Schulden aus der nicht-kostengedeckten vorangegangenen staatlichen Wasserversorgung. Ähnlich wie bei den Protesten am Anfang des Jahres in Bolivien durch die drastischen Benzinpreiserhöhungen nach Wegfall der Subventionierung. (Zur Erinnerung: Bolivien ist ‘sozialistisch’.)
England – Völlig falsch dargestellt im Artikel. Das marode System resultiert aus jahrzehntelangem staatlichen Sanierungsstau. In “10 Jahren” fällt private Wasserversorgung nicht auf “Entwicklungslandniveau”. Massive Investitionen haben Leitungsverluste reduziert. Investitionen gingen nicht zurück – du beziehst dich auf die linke PSIRU-Studie, verlinkt in wikipedia, die zumindest irreführend zusammengefasst ist. Darin beklagt man – unbenommen – “unzureichende” Investitionen und eine Reduzierung bei urspr. geplanten! Investitionen beim größten Wasserversorger Thames Water in 1996 (?!) von 350 Mio Pfund. Nun, das war/ist nicht mal 0,5% sämtlicher Investitionen in den letzten 20 Jahren seit Privatisierung. England hat immer noch Sanierungsbedarf, insb. auch durch die Bevölkerungsexplosion in London.
Daseinsvorsorge – Käme jemand auf die Idee die Nahrungsmittelproduktion zu verstaatlichen? Warum dann bei Wasser? Ja, Wasserversorgung hat Monopolcharakter. In entwickelten Staaten mit Infrastruktur spielt Privatisierung keine so entscheidende Rolle mehr als in Entwicklungsländern. Bei uns kommt es drauf an staatliche Ineffizienzen abzubauen (siehe etwa Nordirland). Kartellüberwachung, Einhaltung und Kontrolle der Verpflichtungen, Transparenz und Haftung sind entscheidend – je schlechter das arrangiert ist, umso monopollastiger wird die Ausgestaltung (wie bei der Berliner S-Bahn) und umso mehr schludern Private – die Überwachung liegt nun mal leider in bürokratischer Hand. Geheimverträge wie evtl. in Berlin sind absurd und was evtl. in Frankreich los war, sieht man im Film.
Ja, die Welt ist nicht schwarz und weiss. Danke für Deinen Beitrag.
Und auf welche Zahlen bemessen sich diese “Erfolge”? Auf Quartals- und Jahresergebnisse? Natürlich lässt sich mit einem natürlichen Monopol Geld verdienen. Die entscheidenden Fragen berührt das jedoch nicht. Auch in Deutschland ist die Investitionsquote von Zweckverbänden und kommunalen Versorgern wesentlich höher als bei privaten Dienstleistern. Auch in Deutschland sind die Wasserpreise bei den Privaten höher als bei den Kommunalen. Richtig ist – Zweckverbände haben keine Gewinnerzielungsabsicht, daher(!) können sie auch keine Rendite vorweisen und daher(!) haben sie auch eine gute Investitionsquote und geringer Preise. Ist das kein “Erfolg”?
Ach was. Sogar in den entlegendsten Dörfern Indiens ist die Wasserföderung, -aufbereitung und -verteilung eine kommunale Tätigkeit. Das Engagement privater Konzerne ist eine sehr junge Entwicklung.
Eben – da stehen fast nur negative Dinge.
Aha? Wo denn?
Genau so wie in den “nicht-sozialistischen” Ländern der Dritten Welt, in denen sich die Privaten eine blutige Nase geholt haben.
Und in Schottland funktioniert die staatliche Versorgung bestens. In Deutschland haben die wohl beste Wasserversorgung der ganzen Welt, daran konnten auch die Privatisierungen (die relativ rar sind) auch nichts ändern. Was willst Du also sagen?
Das ist auf Mitteleuropa bezogen blanker Unfug.
Falsch. Die Wasserpreise sind dann “zu hoch”, wenn die Rendite oder die Verwaltungsgebühren “zu hoch” sind. Es handelt sich hier schließlich um ein Monopol.
Nein, weil es dort kein natürliches Monopol gibt.
Aha ;-)
Nun, die haben zwar keine Gewinnerzielungsabsicht, aber eine Mittelabflußabsicht. Mit dem marktwirtschaftlichen “Ergebnis” was der normalsterbliche private Unternehmer erreichen muss um zu überleben, hat das Ganze auch gar nix mehr zu tun. Und Geld ausgeben sollten diese kommunalen Versorger doch noch zumindest können. Zumindest wird daran deren persönliche Zielvereinbarung gemessen.
Also keineswegs der Weisheit letzter Schluß. Dieses ganze kommunale System ist nicht wegen der bösen Privatfirmen am Boden, sondern weil die jahrzehntelang zuvor die Kohle mit vollen Händen aus dem Fenster geschaufelt haben ohne Sinn und Verstand. Erst als “das System” merkte, dass es so nicht mehr weitergeht (“Gebietsreformen”, usw.), hat sich die Idee entwickelt hoheitlich abtrennbare Leistungen an Dritte zu vergeben und sowohl das interne Know How (d.h. teure und ausgebildete aber uneffektive Beamte) als auch den Bearbeitungsaufwand (z.B. Reduktion der kommunal erforderlichen Infrastruktur wie Liegenschaften, usw.) zu reduzieren. Außerdem konnten die so weitere Finanzmittel aufbringen indem sie ihre “Familienjuwelen” stückweise verhökert haben.
Denn bezahlt wurde die Verwaltung der Kommunen stets durch die Steuern der Leute die – im wörtlichen Sinne – gearbeitet haben.
So, und heute sind es eben die – zweifelsfrei – zu frei agierenden Dritten, die den Kommunalen ihren Profitzwang aufdrücken. Und die Politik ist entweder zu korrupt oder finanziell zu unbeweglich um sinnvolle Aufgaben in öffentlicher Hand “planwirtschaftlich” zu übernehmen.
Da muss man selbstverständlich ein paar Schritte zurück zur Verhältnismässigkeit machen.
Viele Stadtwerke haben so etwas, bei Zweckverbänden ist das normalerweise nicht der Fall. Aber auch bei den Stadtwerken geschieht dies ausschließlich auf konkreten Wunsch des Eigners, also meist der Kommunen.
Natürlich nicht, schließlich handelt es sich hier um Monopole bei einem Gut, das zudem eine sehr geringe Preiselastizität in der Nachfrage aufweist. Eine solch komfortable Lage hat kein normalsterblicher privater Unternehmer.
Natürlich. Vor allem lokale Unternehmen wissen das zu schätzen, da sie in der Regel bevorzugt beauftragt werden.
So etwas kam sicher vor. Betrachte das aber mal volkswirtschaftlich. Wohin ging denn diese Kohle? Auf Offshore-Konten? Wurde es für internationale Expansionsphantasien ausgegeben? Nein, das Geld blieb meist in der Region. Volkswirtschaftlich ist das alles unproblematisch.
Letzteres war der Grund. Alle anderen Punkte lassen sich beispielsweise auch über das Konstrukt eines Wasserverbandes lösen.
Muss ja so sein, immerhin sind 90% der deutschen Wasserversorger kommunal. http://de.wikipedia.org/wiki/Siedlungswasserwirtschaft_in_Deutschland
Versuch beispielsweise mal in Baden-Württemberger Süden ein Erschließungsgebiet zu errichten, in dem Du einen Wettbewerber mit dem Zweckverband Bodenseewasserversorgung hast.
Du findest keinen. Das sind Monopolisten. Und zwar Monopolisten die von den Gemeinden für die Du erschliesst vorgegeben werden.
Böse Kommunale! Auch alle korrupt…oder in dem Falle nicht?
Natürlich liegen dort Monopole vor. Was denn auch sonst?
Auf die Höhe der Provisionen der beteiligten Vermittler.
@Oliver Mark, danke!
@spiegelfechter
Zur wikipedia-Darstellung, “da stehen fast nur negative Dinge” … das ist falsch. Im Gegenteil, der Darstellung wird vorgeworfen zu positiv zu sein. Der Einleitungssatz “impact on … is controversial” ist irreführend – eine Kontroverse wird nicht belegt, man erwähnt nur eine (pseudo)-kritische ‘linke’ Vergleichsstudie, die selbst aber auch nichts Negatives nachweist. Sie bezieht sich nur auf Wasserzugang, ohne auf Preise etc. einzugehen und kommt quasi zum “Ergebnis”, dass die Erfolge der Private Sector Participation auch vom Public Sector hätten erreicht werden können – ein linker Unfug … hätte, wäre, können. Die kleinen Fortschritte des Public Sectors werden dann auch noch mit Konkurrenzdruck durch Private relativiert.
Die grundsätzliche Kosten-Ineffizienz staatlicher Wasserversorgung ist belegt (Grundsatz = Regel mit Ausnahmevorbehalt). Staatliche Versorger erbringen die gleiche Leistung nur mit höheren Kosten (und nein, nicht wegen der Löhne) und mehr Arbeitskräften (was auf diesem Blog natürlich positiv ins Gewicht fällt). Zur Hand habe ich etwa die detaillierte Effizienz-Untersuchung der Reason Foundation 1996 – Restructuring America’s Water Industry – Comparing Investor-Owned and Government Water Systems http://reason.org/files/0b4ab41ed21ba3e16dbac550019e26ab.pdf, oder Maryland Tax Eduction Foundation 2008 für Washington Suburban Sanitary Commission, Water Utility Privatization. Für Deutschland und EU weiß ich nicht – da gibts viel zu berücksichtigen wie Qualitätsstandards. Selbst Deutschland hat/te EU-weit die höchsten Trinkwasserpreise wie man nach googlen findet – insb. weil Gemeinden bei der Preisfestsetzung ordentlich zulangen, soweit Wasserwerke nicht privatisiert.
Du willst den Mythos aufrechterhalten, dass Daseinsvorsorge in staatlicher Hand genauso effizient und immer mindestens genauso billig/teuer ist. Das traf idR nie und trifft nicht zu. Insb. Wasser ist nicht zwingend ein natürliches Monopol – das kann verschieden organisiert und reguliert werden. Private Wasserversorgung kann, aber muss nicht, unterm Strich teurer sein. Sie wird teurer, wenn Effizienzreserven geringer sind als Gewinne – eine gleiche Leistung unterstellt, wobei Effizienz und Output natürlich auch fließend sind. Und Effizienzreserven gibt es nunmal, auch wenn linkes statisches Denken das nicht wahrhaben will. Wie hoch die Reserven in Deutschland sind, ich weiß es nicht – ich plädiere für Deutschland nicht per se für Privatisierung – zumal Privatisierung ja eher haushaltstechnische Gründe hat. Wenn wir für unser Geld eine angemessene Gegenleistung bekommen, okay.
Von wem? Zeige mir da doch bitte mal eine Studie, die sich auf Deutschland bezieht.
Du kennst die Benchmarks des BDEW (ehemals BGW)? In jedem Bundesland haben die kommunalen Versorger vergleichsweise günstigere Preise als ihre private Konkurrenz.
Bei den US-Versorgern (egal ob privat oder kommunal) kann man m.E. nicht von “Leistung” sprechen. Was dort als Trinkwasser durch die Leitungen fließt, dürfte in D oftmals nicht als Nutzwasser genutzt werden.
Ganz genau! Und das ist gut so!
Da vergleicht man Äpfel mit Birnen. In vielen Ländern wird Wasser massiv staatlich subventioniert – direkt (Italien, Spanien) und indirekt (Frankreich, Belgien, Großbritannien, wo die öffentliche Hand viele Aufgaben der Wasserversorger direkt finanziert). Außerdem muss man dabei die Kostenstruktur vergleichen. Wasserversorger haben einen Fixkostenanteil von rund 85% bis 95%. Die Deutschen sind nun aber dummerweise Weltmeister im Wassersparen und da müssen diese Fixkosten auf den Wasserpreis umgelegt werden. Es ist richtig, dass das deutsche Wasser pro Kubikmeter am teuersten ist. Die Kosten, die ein Haushalt für die Wasserversorgung entrichten muss (und das ist relevant) sind in vielen Ländern (u.a. Frankreich, GB, DK, NL und Belgien) höher.
Stimmt. Die staatliche Hand ist hier preiswerter.
Unfug. Es kann keinen Wettbewerb im Markt geben. Es kann aber einen Wettbewerb um den Markt geben. Aber das ist aus den genannten Gründen nur dann sinnvoll, wenn der Konzessionär eine Nachschußpflicht nach dem Ende der Konzessionszeit hat. Aber dann – siehe Artikel – will plötzlich kein privater Konzern an den Ausschreibungen teilnehmen. Warum wohl?
wow .. da versucht aber jemand, Privatisierungen von Wasser hochzuhalten.
Ich arbeite mich an dem überwiegend Falschen nicht ab, auf der anderen Seite hast Du auch ein paar gute Punkte aufgeführt.
Aber:
Das ist ja mal der Knaller. Erweiterung der Kapazitäten wird zu “Sanierungsbedarf” … nicht schlecht.
Und das ganze: Du schreibst also, weil die potentielle Kundenzahl “explodiert” ist, habe die Privatwirtschaft Probleme? Wow … wir haben mehr Kunden, dem sind wir nicht gewachsen … Hilfe!! …
made may day.
…das traurige ist ja, dass die Wähler der SPD schon öfters angeboten haben, eine linke Koalition zu führen. Stattdessen klammern sie sich als Juniorpartner an die CDU. So gibt es eigentlich keinen Grund mehr, sie zu wählen. Außer man findet CDU gut, mag aber das Personal nicht so sehr.
Es gibt übrigens schon einige Gründe, die dafür sprechen, dass die Wasserversorgung privatisiert wird, man sollte staatliche Infrastrukturen nicht unbedingt in den Himmel loben. Private Wasserversorger stellen etwa einen Controller an, der feststellt, dass irgendwo Wasser verschwendet wird. Bei staatlichen Anstalten bin ich nicht so sicher, ob das zwingend gemacht werden muss, da es ein Budget unabhängig von Produkt und Leistung gibt. Außerdem versuchen Private, Personal zu sparen, um das Geschäftsmodell auf die Produkt-Kunden-Beziehung zu verschlanken. Bei den KKS fände ich das etwa ziemlich wünschenswert, da ich es ärgerlich finde, dass der Großteil der Beiträge eben nicht in der Behandlung der Kranken, sondern in der Speisung der Beamten und Bürokraten landet.
Allerdings hat ein privates System etliche Nachteile. Vergoldetes Wasser für die Reichen, Spülwasser für die Armen (wenn überhaupt, da es einer ja bezahlen muss), oder vielleicht geht ein großer Batzen der Erträge doch nicht in die Produkt-Kunden-Beziehung, sondern auf die Konten der Aktionäre, die damit eigentlich überhaupt nichts zu tun haben. Oder Wasserleitungen in arme Gegenden werden kurzerhand gekappt, weil sie sich nicht lohnen…
tschuldige für das wirre Statement. Kann mich auch nicht ganz entscheiden, was besser ist. Wettbewerb an sich ist schon gut, in diesem System läuft aber viel zu viel falsch.
Hier gibts ja noch nicht mal Wettbewerb…
Thema Wasservergeudung: In England Verluste von 30-40% durch marode Leitungen, in D ca. 2-3%.
Mag sein, dass es in oeffentlichen Einrichtungen ein paar MitarbeiterInnen “zu viel” gibt (die ansonsten ev. arbeitslos waeren…aber das nur am Rande.) – aber erstens ist das in Privatunternehmen auch so, und zweitens wird das durch den Renditezwang mehr als wettgemacht. Die Ineffizienz des US-Gesundheitssystems z.B. ist geradezu legendaer.
(Und was war nochmal in Berlin Ursache fuer das “S-Bahn-Chaos”? Die Entlassung “ueberzaehliger” Wartungsteams in Erwartung des Boersengangs.)
Gruss
smukster
Gegen Privatisierung bedarf es eigentlich nur eines Arguments:
Die höchstmögliche Privatisierung ist eine Übertragung des gesamten Staatswesens in privates Eigentum.
Diesen Zustand bezeichnet man gemeinhin auch als Diktatur.
Das gilt für alle Diktatoren, von Adolf Hitler bis Zine el-Abidine Ben Ali
- si alle waren große “Privatisierer”.
Wer Staatseigentum verkauft, sei es aus Eigennutz oder Parteiräson, gibt damit in gewissem Ausmaß die Kontrolle über etwas ab, worüber per Definition in einem demokratischen Staat die Mehrheit zu gebieten hätte.
Das sehe ich ähnlich. Privatisierung hat auch etwas von Demokratie. Beide Begriffe tönen vordergründig positiv. Die letzte Konsequenz beider Begriffe ist aber eine Konzern-Diktatur. Und diese wiederum ist letztlich Faschismus.
Quatsch, es geht um demokratische Kontrolle von Ressourcen. Ein Punkt, der viel zu oft völlig untergeht in der ganzen Diskussion.
@spiegelfechter
“Bestimmte Gegenden der Welt können sich nun einmal nicht autark auf einem derart hohen Niveau selbst ernähren.”
Das wollte ich hören. Deshalb (unmenschlich aber natürlich) zugespitzt:
Soll man (schwangere) Wüstenfrauen vor dem Hungertod retten durch gelegentliche gratis Lebensmittellieferungen? Wer hilft, ist verantwortlich für deren 5 Kinder, deren 10 Kinder, deren 20 Kinder ….
Ganz übel wurde mir zum TV-80zigsten von Böhm, der sich mit deutschen Spenden in Äthiopien wichtig machte. Man zeigte Einheimische, die durch geile Diesel-tiefpumpen endlich mal ausgiebig duschen können. Die Zuschauer waren kräftig am Klatschen. Nicht gezeigt wurde der dadurch abgesackte Grundwasserspiegel in den umliegenden Dörfern.
Beim Wasser wird so schön deutlich, dass wir ein quantitatives Problem haben, welches zu viele Klugscheisser durch zu viele qualitative Maßnahmen lösen wollen.
Bei Deiner Logik wird mir auch gleich übel: “Wer hilft, ist verantwortlich für deren 5 Kinder, deren 10 Kinder…”
Ich habs deshalb vor 25 Jahren einfach mal so ausgedrückt: Es gibt Gegenden, die man halt den Tieren überlassen muß. Ich hatte keine Ahnung mehr ob es noch anders geht. Zuvor hatte ich immer gesagt ich sei überzeugt davon, dass man den Hunger besiegen könnte.
Nun wird diese Äußerung nicht veröffentlicht werden oder gerade doch, um zu zeigen was für ein böser Mensch ich doch bin. In der Tat ich bin Humanist aber kein Gutmensch.
Die Antwort von Spiegelfechter ist nicht so eindeutig wie sie aussieht. Nicht autark überleben heißt vielleicht mit Hilfe doch, aber auf welchem Niveau und wie sieht der Vorschlag dazu aus?
Was Interessantes, was ich vor kurzem hörte bei “Wissen vor Acht”: Man soll Wasser haltbar machen können wenn man es in der Flasche in die Sonne stellt. Ich meine irgendwie so war das. Und irgendwelche Probleme wären gelöst. Aber Yogeshwar meinte: wenn man es so machen würde könne man nichts verdienen. Ich weiß es leider nicht mehr genauer.
@André
Von der Überbevölkerung in zu trockenen Gegenden hattest Du aber gehört oder?
Hören wir praktikable Vorschläge von Dir, wie Du jenen Kindern mehr Wasser zur Verfügung stellst deren Eltern Du retten möchtest?
Wie war’s zum Beispiel mit dem “Marshallplan” ? Nach Deiner Logik hätte es den nicht gebraucht, oder ?
Ich bin einfach der Meinung, man sollte bei einer Hilfe – wo es um die Rettung vor dem Tode geht – keine solchen strategischen oder ideologischen Überlegungen anstellen, wenigstens bei Menschen nicht. Bei Tieren sieht das schon anders aus. Aber auch Wüstenfrauen sind Menschen. Ausserdem finde ich das Wort “Überbevölkerung” relativ heikel.
Weiß das auch der diensthabende Gesetzgeber?
Worin liegt eigentlich die Logik des Neoliberalismus? Erst wenn 99% zu Hungerlöhnen dahinsiechen ist echter Fortschritt erreicht? Oder ist der Neoliberalismus ein proaktives Programm zur Bekämpfung der Überbevölkerung? Ich verstehe das grundlegende Motiv des Neoliberalismus noch immer nicht.
Zunaechst einmal eine ideologische Kopfgeburt: Rechnerisch moeglich, leider aber nur unter voellig realitaetsfernen Bedingungen.
Dafuer wurde aber frueh erkannt, dass seine Umsetzung eine enorme Reichtums- und damit Machtverschiebung bedeutet: weg von den “normalen” Menschen, weg von den (damals sehr starken) Gewerkschaften, hin zu einer kleinen Oberschicht.
Insofern kann mensch es vornehmlich als ein anti-demokratisches Projekt gegen die Entwicklung in den 50er-70er Jahren sehen.
Ach so. Was bei mir vor allem hängenbleibt: Rechnerisch moeglich, leider aber nur unter voellig realitaetsfernen Bedingungen.
Demnach sind Neoliberallalas nicht bösartig, sondern einfach nur naiv? Deswegen wollen diese Leute auch ein möglichst schlechtes, selektives Bildungssystem, damit andere sie nicht durchschauen? Aber das wäre schon wieder boshaft.
Wie man es dreht und wendet, irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass diese Leute eine möglichst starke Hierarchie implementieren wollen. Eine kleine, mächtige, herrschende Klasse und eine breite Masse an verarmter, ungebildeter Unterschicht.
@André
Der Marshallplan war gut – aber nicht wegen des Wassers, daran mangelt es in BRD nicht.
Das “Heikle” an den gutgemeinten “menschlichen” Kategorien, die Du Dir zusammen mit der Mehrheit so schön vorstellst ist, dass die Natur demgegenüber nur quantitativ funktioniert, was am Beispiel Wasser so schön bergbachklar wird.
Der “böse” Bauer, der den überzähligen Katzennachwuchs ertränkt handelt verantwortlicher als der der Taubenfütterer in der Innenstadt.
Die Überbevölkerung kann man sicherlich nicht objektivieren, jedoch schauen, inwieweit ein Land mit wenig Stress seine Bevölkerung ernähren kann. Ich kann nicht erkennen, wieso die Erde mit immer mehr Menschen schöner wird. Im Gegenteil: Die meisten neuen Probleme sind eine Folge der Enge.
Ich lief gerade wieder an so einem herzerreissenden Plakat mit einem kleinen Orang Utan vorbei – darunter die Kontonummer. Menschenskinder – der Kleine benötigt weder Geld noch Menschen, sondern einfach nur Platz.
@klaus59
en passanthttp://overpopulationisamyth.com/overpopulation-the-making-of-a-myth
http://ngm.nationalgeographic.com/2011/01/seven-billion/kunzig-text
debunkedIch weiß nicht ob es schon gepostet wurde, aber heute abend von 20:15-21:30 sendet arte genau zu diesem Thema eine Reportage.
Steht im ersten Absatz des Artikels. *g*
Danach kommt “Flaschenwahn statt Wasserhahn”. Scheint auch sehenswert zu sein. Danach zum ZDF wechseln und “Neues aus der Anstalt” schauen. Obwohl die letzten beiden Ausgaben sehr sehr schwach waren.
Zu “Neues aus der Anstalt”: ich mag Herrn Pelzigs Talk-Runden sehr; Spontanität ist seine Stärke. Als Teil eines Schauspieler-Duos scheint er nicht so geeignet ….
Mist, das hatte ich schon wieder vergessen, als ich am Ende des Artikels angelangt war :)
Ich weiß nicht ob der Kommentar zu den Wasserflaschen in der Sonne der 3. Welt veröffentlicht ist.
Aber ich meine es muß so sein, dass das Wasser in der Flasche in der Sonne keimfrei wird. Es muß nicht keimfrei sein. Nur so kann es einen Sinn ergeben, Aber ich weiß es halt nicht mehr genau. Ich war völlig überrascht weil ich das Gegenteil erwartet hätte. Ich weiß auch nicht mehr, warum es nicht realisiert wird. Nur das es angeblich keine Gewinne abwirft ist mir noch in Erinnerung.
@na sowas
Ich verstehe die Kernausage der beiden links nicht. Wie lautet Deine These zur Bevölkerungsvermehrung?
Aus dem ersten link:
“Given an average four person family, every family would have a 66′ x 66′ plot of land, which would comfortably provide a single family home and yard — and all of them fit on a landmass the size of Texas. Admittedly, it’d basically be one massive subdivision, but Texas is a tiny portion of the inhabitable Earth.”
Demnach passen wir alle rein in Texas – soll das ein Witz sein? Die Amis hatten dort die Indianer und sich selbst umgebracht, als es noch der fast menschenleere wilde Westen war.
Also ich habe mal gehört dass die gesamte Menschheit (zu dem Zeitpunkt) übereinandergestapelt ins Loch Ness passt.
Ja so war das:
Das Problem dieser Diskussion besteht darin, dass die meisten hier dazu neigen, nach einer einfachen Kernthese zu suchen. Die gibts aber nicht. Für Cochabamba gilt etwa, dass es in der Post-Bechtel Zeit mit dem kommunalen Wasserversorger ebenfalls Ärger gab: Bestimmte Gebiete wurden nicht angeschlossen, Korruption, etc. In Caracas werden Teile der Bevölkerung wassermässig mit Kanistern von Lastwagen versorgt, was a) auf eine Rationierung hinausläuft und b) viel Benzin verbraucht.
In Chile gibts öffentliche und private Versorger. Mit dem regional-staatlichen Elektrizitätsversorger gibts mehr Ärger als mit dem Wasserversorger. Thema sind z.T. auftauchende und nicht nachvollziehbare etwas überzogene Rechnungen. Noch mehr Probleme gibts mit dem privaten VTR, der Kabelfernsehen, Internet und Festnetz-Telefonie liefert. Der Ärger entsteht etwa dadurch, dass nach 2 Tagen nicht bezahlter Rechnung einfach mal abgeschaltet wird. Fürs wieder anschalten setzts eine Gebühr. Oder man kann plötzlich nicht aus dem Ausland anrufen. Allerdings sind die nach Beschwerden an die richtigen Leute stets erfolgreich bemüht, die Dinge wieder in Ordnung zu bringen. Dies dürfte natürlich weniger höflich aber bestimmt kämpferischen Personen schwerer fallen.
Die Probleme der Chilenen mit ihren Versorgungsunternehmen gibts eine sehr informative Webseite (http://www.reclamos.cl). Man sieht dort, dass etwa die staatliche Bank BancoEstado ziemlich oben bei den Beschwerden dabei ist.
Letztlich seh ich die Existenz einer vernünftigen Regulierung wichtiger für Qualität und Preis der Versorgungsleistung als ob sich die Versorger in staatlicher oder privater Hand befindet. Hier finden zumindest in Chile Verbesserungen statt, allerdings kann sich das wegen mir ruhig ein wenig schneller Richtung ähnlichen Bedingungen wie in Deutschland bewegen.
Habe mir den Film auf ARTE nun angesehen. Mit PPP (Public Private Partnership) wird versucht, eine Zusammenarbeit von Öffentlichen mit Privaten vorzutäuschen, wobei die Öffentlichen natürlich den Kürzeren ziehen. Natürlich gibt es bei staatliche Strukturen Misswirtschaft und Korruption, aber der Schaden kann nie so gross werden wie bei Privaten. Die Privaten sind das grössere Übel; die kriminelle Energie ist grösser. Beispiele gibt es viele.
Dies hier gilt auch für den Atomstrom-Artikel:
Plusminus ist ja eine ziemlich gute Sendung und da wird gesagt, daß die Sache mit den erneuerbaren Energien weder technisch noch kostenmäßig im geringsten geklärt ist.. Eigentlich wie bei der Endlagerung der Brennstäbe.
Aber die Grünen machen mal. Alles nachhaltig?
Nein: So wie es die Grünen usw. treiben ist es unverantwortlich, wie alles was die Politik so treibt. Auch beim Euro, auch grade auf Plusminus bezüglich Nordirland usw.
@ Axel
Axel, auch die Frage der Schadens”regulierung” bei einem Atomunfall ist “weder technisch noch kostenmäßig im geringsten geklärt”.
Ich vermute mal, Du wohnst nicht (wie wir) im Einzugsbereich von drei Uralt-Atommeilern. Ein “Störfall” von diesem Ausmaß im Raum Frankfurt (Biblis) oder Philipsburg (Karlsruhe – Heidelberg – Mannheim – Ludwigshafen/BASF) dann ist Deutschland Geschichte. Ist mir wirklich schleierhaft, wie man ein solches Risiko auch nur ansatzweise eingehen kann. Dann doch lieber mehr für den Strom bezahlen.
Zum Thema Privatisierung: Lies doch einfach mal den Brief der Helios-Ärzte an ihre Geschäftsleitung. Das sind doch keine Radikalinskis und keine Spinner.
Peleo mir ging es nicht um die Atomkraft sondern darum, das man vielleicht die Alternativen rational untersuchen sollte, Soweit ich höre sind die Alternativen propagiert aber niemand weiß ob sie praktikabel sind und zu welchen Kosten. Das ist verantwortungslos. So arbeite ich nicht!
Die Kosten sind kein Problem?
Nun meine Eltern hatten vor 7 Jahren 60 Euro Stromkosten. Mittlerweile habe ich den HT-Verbrauch für sie mehr als halbiert. Leider hat sich der NT-Verbrauch aufgrund besonderer Umstände mehr als verdoppelt. Das interessiert die RWE nicht!
Der Preis liegt jetzt 111 Euro. Wenn ich nicht die neuesten Elektrogeräte für sie besorgt hätte, dann wären es jetzt 160 Euro. Bei der Rente der beiden ist das nicht unerheblich. Also auch Kosten sind nicht vernachlässigbar.
Ich bin gerne bereit in Gänze über die Kerntechnologie zu diskutieren, aber ich will die Alternativen durchgerechnet haben und nicht von irgendwelchen Politschwätzern propagiert haben.
Übrigens hier wird immer von Lobbys gesprochen. Von wem wohl werden die Grünen “geschmiert”? Ja von Solarenergieproduzenten. Also so einfach ist die Welt nun mal nicht.
Ich würde es ja akzeptieren, wenn man die Kernkraft nicht will, Abet bitte dann sachlich und nicht opportunistisch und wendehälsisch. Und ansonsten bitte die Alternative ausrechnen. Schließlich sind wir eine Industriegesellschaft die auf den Strom angewiesen ist und die konkurrenzfähig bleiben muß. Weitere Arbeitslosigkeit nutzt auch nichts, Ob verstrahlt oder arbeitslos was macht das für einen Unterschied?
Und woher wird der Strom kommen wenn die deutschen Meiler abgeschaltet sind? Ausländischer Atomstrom?
Und denk mal drüber nach, warum will Deutschland wieder vorangehen und warum werden die Japaner und alle anderen weiter auf Kernkraft setzen und ausbauen? Deutschland will raus, obwohl Japan für die deutschen Kraftwerke keinerlei neue Hinweise gebracht hat. Also hätte man immer schon raus gemußt. Also müßte Merkel zurücktreten, weil sie verantwortungslos gehandelt hat, wie sie durch ihr jetziges Handeln zugegeben hat.
Die deutsche Position ist lächerlich.
Deinen Hinweis lese ich morgen.
Zu Überbevölkerung:
Meine Güte, schon wieder, auch hier (SF), Überbev. sei das Problem…
Was soll der Unfug? Wie wärs zur Abwechslung mal mit: Ausreichend zu essen, Bildung, medizinischer Versorgung, politischer Teilhabe, Zukunftsperspektiven?
Überbevölkerung ist nicht das wirkliche Problem, wird aber gerne instrumentalisiert (Stammtisch)!
Zu Privat vs. Staat:
Wie “Buerger” schon gesagt hat (Nr. 16)…
Wirklich von Bedeutung ist lediglich, dass die Gemeinschaft angemessen versorgt wird – die Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern MUSS sich endlich, einzig und allein, am Wohl von Mensch und Natur orientieren.
(Mag sein, dass Staat schwerfällig war/ ist. Das muss und wird sich ändern. Dass bei Privaten Kosten steigen/ Qualität sinkt, liegt auf der Hand, da Gewinnorientiert. Sorry, aber: So schwer?)
Gruß
Einen hab ich noch! – ein ‘Produktmanager’ redet, zuständig für den 2,4 Milliarden Euro schweren ‘Pictet Water’ Fonds.
Schoener Artikel, danke!
An einer Stelle wuerde ich widersprechen:
(ich weiss nicht, ob es in der Disk schon angemerkt wurde, hab einen Teil gelesen)
Wie soll das praktisch aussehen? Dafuer muessten alle Kalkulationen und Vorgaenge im Versorgungsunternehmen der Kommune bekannt sein. “Vollstaendige und symmetrische Information” – glaubt da irgendwer dran? Freiwillig wird das Unternehmen die Informationen nicht rausruecken, also bedeutet es einen enormen Kontrollaufwand (faktisch doppelte Arbeit) und ist m.W. auch rechtlich sehr schwierig oder gar unmoeglich. Ganz abgesehen davon, dass es ein staendiger Kampf waere mit entsprechenden Kosten…
Auch das also m.E. graue Theorie, bestenfalls.
So theoretisch ist das gar nicht. Wenn die Kommune sich beispielsweise an einem privaten Wasserversorger beteiligt, kriegt sie als Gesellschafter natürlich auch Einblick in alle Akten. Zur Not bestimmt die Kommune halt einen zweiten Geschäftsführer. Aber – siehe Artikel – daran haben die Privaten nun einmal kein Interesse. Warum wohl?
hrm, also ich erinnere mich da an gewisse Kurpfälzische Energie und Wasserversorger in deren Aufsichtsräten gewisse Bürgermeister und Stadträte sitzen, die auch alle Einblick haben.
Oder an gewisse Kurpfälzische städtische Wohnungsbauunternehmen deren “einblickende” Gemeinderäte genauso wie bei erstem Beispiel nicht mal ansatzweise kapieren, was die mit den Zahlen anfangen sollen, aber trotzdem “entlasten”.
Und weisst Du was: ich kenne sogar gewisse Süddeutsche Versicherungen und deren Tochterunternehmen in denen Wirtschaftsprüfer nicht mal ansatzweise verstanden haben was für Prozesse sie da eigentlich prüfen sollten.
Der Film war sehr gut und aufschlußreich und was Suez und Veolia da mit Kommunen abziehen ist ne starke Nummer.
Am schlimmsten ist aber doch wohl, dass die verantwortlichen Verwaltungsmenschen nicht in der Lage sind in ausreichender Härte und Kompetenz gegen so ein Betrugsverhalten vorzugehen.
@29 Bewußt atmen
“Zu Überbevölkerung:
Meine Güte, schon wieder, auch hier (SF), Überbev. sei das Problem…
Was soll der Unfug? Wie wärs zur Abwechslung mal mit: Ausreichend zu essen,…”
Sobald alle ausreichend zu essen haben überdenke ich meine These bzgl. Übervölkerung.
Aber nicht nur billig fordern, sondern Du arbeitest daran und setzt das auch umgehend um; denn täglich verhungern sehr viele.
Entgegen Deiner These der Instrumentalisierung wird die Überbevölkerung von Leuten benutzt, die aufgrund zunehmender Enge uns in immer eingeschränktere Veraltensweisen pressen und abkassieren wollen. Wir müssen angeblich nur besser sozialisiert werden, um auf diesem Planeten auch 10, 20 oder mehr Mrd. zu ertragen. Mir graut vor diesem engen Tokio, wo die Leute in der Metro wie “richtig sozialisierte” Sardinen stehen. An Essen und Deinen sonstigen Forderungen mangelt es dort nicht – also alles bestens? Ich will mehr Freiheit und Platz auch für Tiere als dieses bei zunehmender Bevölkerung möglich ist.
Das Wasserproblem beweist den Irrweg zu mehr Bevölkerung.
Also zumindest Deutsche gibt es viel zu viele. Das wird auch in der Diskussion hier wieder deutlich. Hier sollten nicht mehr Einwohner leben, als mit biologischem Landbau und ohne importierten Phosphat-Dünger ernährt werden können. Alles andere ist auf Dauer unverträglich.
http://www.lateinamerikanachrichten.de/index.php?/artikel/349.html
Evtl. kann mal ein Blick über die Grenze helfen – zum Entwicklungsstaat Uruguay in Südamerika….?
Klar ist da auch nicht alles Gold, aber die hatten auch schon als erstes Land der Welt das Frauenwahlrecht. Auch sonst recht interessant.
diese Voraus-Setzung ist wohl Teil des Problems
“Commodification of water”
http://www.oikoumene.org/en/activities/ewn-home/resources-and-links/seven-weeks-for-water/week-3.html
“Flow-Water Privatization”
http://www.youtube.com/watch?v=DAdA6FIODyY
“In Historic Vote, UN Declares Water a Fundamental Human Right”
http://www.democracynow.org/seo/2010/7/29/in_historic_vote_un_declares_access
Kommodizifierung ist ein anderes Wort für Raub
Hallo,
der Film in ARTE war sehr gut gemacht.
Leider zeigt er Politiker, gemessen am Ergebnis, genau wie sie sind; zu oft korrupt und/oder dumm.
Über Abfall und das Duale System wurde auch von ARTE einmal eine Sendung gebracht – mit ähnlichem Ergebnis und “natürlich” auch zu finmanziellen Lasten der Bürger.
@shitop
“…..ohne importierten Phosphat-Dünger ernährt werden können. Alles andere ist auf Dauer unverträglich.”
Ich will mir weder den Dünger noch Lebensart aufzwängen lassen und das geht nur bei weniger Menschen wie z.B. vor 200 Jahren. Wieso ist es mit 10 Mrd schöner als mit 2 Mrd.?
Zum Wasser: Bei 2 Mrd. gut verteilt hat sich das Problem verdünnisiert.
@spiegelfechter
Zunächst – deine Bemerkung, dass nach BDEW-Untersuchungen kommunale Versorger vlgw. bessere Tarife hätten, war offensichtlich eine Behauptung ins Blaue hinein. Solche Feststellungen gibt es meines Wissens und eingehender Recherche nicht. Zweitens, Wasserstandards in den USA spielen bei Effizienzvergleichen keine Rolle. Über Qualität und Standards kann man streiten – im usaerklärt-Blog gibt es etwa einen schönen Beitrag “Fluoride im Trinkwasser” mit den unterschiedlichen internationalen Vorstellungen. Daneben gibt es natürlich US-Regulierungen und Gesundheitsbehörden, Vorschriften werden nicht eingehalten (insb. auch von kommunalen Versorgern) und wenig Sanktionen. Weil der Link so kurz ist: http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=486 – interessehalber. (Und um noch weiter abzuschweifen … im Unesco-Wasserqualitätsranking [was weniger Trinkwasser, sondern allgemeine Qualität von Grundwasser, industrielle Verunreinigung betrifft] sind wir abgeschlagen im Mittelfeld und mit das schlechteste EU-Land; während die USA weit vorne rangiert.)
Drittens, was man bei Wasserpreis-Vergleichen berücksichtigen muss, ist klar, das hab ich auch angedeutet. Effizienzuntersuchungen für Deutschland gibt es scheinbar nicht – und ob es sich in Deutschland lohnt Wasserversorgungen (nur) zu privatisieren, weiß ich nicht, wie ich sagte. Meine eigentliche Kritik bestand und besteht an a) deiner prinzipiellen Kritik an Wasserprivatisierung, die auf falschen empirischen und theoretischen Annahmen beruht und b) an deinem Beharren, dass staatliche Versorgung immer effizienter und günstiger ist.
Zum Monopol … (ich sprach bewusst vom ‘Monopolcharakter’) … Du begründest die “Nichtprivatisierbarkeit” von Wasserversorgung mit einer widerlegten Argumentation. Den gleichen Einschlag könnte man haben / und hatte man hinsichtlich Strom, Telefon, TV, Post und Eisenbahn. Wie kann man nur existenzielle Grundlagen wie Strom, Information, Kommunikation und Transport entstaatlichen? Alles ging, und es gab ggf. eine Zeit vor der Verstaatlichung, in der die Realität die (später aufgekommene) Annahme von natürlichen Monopolen schon widerlegt hatte. Heute herrscht in den USA ein ausgedünntes erbärmliches Eisenbahnnetz – dank der Interstate Commerce Commission in 1887. Zuvor gab es florierenden Wettbewerb mit großem Schienennetz. Vernichtet durch staatliche Monopolisierung, nachdem etablierte Eisenbahnunternehmer die Politik instrumentalisierten – zuvor gab es schon Kartellabsprachen, um Preise hochzuhalten. Heute aber gilt Eisenbahnverkehr wegen der vermeintlichen “Leitungsgebundenheit” als natürliches Monopol. Strom, Telefon und Post – keine Monopole, obwohl zuvor als solche eisern verteidigt und obwohl es vor Verstaatlichung Wettbewerber gab. Heute dürfte es nur wenige geben, die die Re-Liberalisierung dieser Branchen bereuen. Wasser – auch hier gab es teils vor der Verstaatlichung private Wettbewerber. Ich bin kein Experte für die Geschichte der Wasserversorgung. Es mag sein, dass sich die Situation anders, komplizierter gestaltet als bei Energieversorgung – und das wäre ein Argument, das ziehen könnte. Oder dass es schlicht gesellschaftlich nicht wünschenswert ist den Aufwand hinzunehmen, den konkurrierende Wasserversorger verursachen. Oder dasselbe bei Eisenbahnen, weil Deutschland nunmal als zu klein erscheint. Meinetwegen. Aber bitte nicht die Mär, dass Wasserversorgung und Schienenverkehr wegen der (vermeintlichen) Leitungsgebundenheit einen Wettbewerb ausschließt. “Ein Hauptargument dafür, dass man die Marktkräfte wirken lassen sollte, ist die wirkliche Schwierigkeit, sich das Ergebnis vorstellen zu können.” (Milton Friedman)
Ich hab wieder so viel geschrieben und bin noch nicht fertig (!). Ich poste erstmal das.
Fortsetzung.
Zu deiner prinzipiellen Verteufelung von Wasserprivatisierung … der Erfolg privatisierter Versorgung in Entwicklungsländern ist ein Fakt. Es mag vereinzelt Ausnahmen geben – natürlich, es gibt immer Besonderheiten – und wie oben gesagt, Bolivien eignet sich nicht als Negativbeispiel. Zur Effizienz, da wiederhole ich, dass es hier eher einen Unterschied macht, ob wir von einem Entwicklungsland reden oder einem Industriestaat. Wasserprivatisierung in Entwicklungsländern war notwendig und hilfreich. Effizienz von private vs. public ist hier an Bedeutung nachrangig, da der public sector es schlicht nicht geschafft hatte seine vermeintliche Effizienz bei Versorgungsausweitungen unter Beweis zu stellen. Es gibt gleichwohl Effizienzuntesuchungen aus 2003 / 2006 für Afrika und Argentinien: private sector ist effizienter. Ich tipp die Titel jetzt nicht ab.
Für entwickelte Staaten kann es durchaus sein, dass sich Effizienz angleicht – in einer Momentaufnahme. Und selbst wenn es Reserven gibt, können sie von Gewinnaufschlägen aufgezehrt werden. Hatte ich erwähnt. (Ich plädiere nicht! per se für Privatisierungen. Müsste ich darüber abstimmen, ich würde gegenwärtig vermutlich auch gegen Privatisierung stimmen.) Dass die “staatliche Hand” per se aber preiswerter sei – so wie du zumindest den Eindruck erweckst – ist Unfug. Monopole sind grundsätzlich ineffizient und teuer – man denke an Telekommunikation – was hier nach Öffnung in Bewegung gekommen ist und wie vorteilhaft es war – Erfolge, die keine staatliche Versorgung zustande gebracht hätte. Das wäre bei Post genauso, würde man es zulassen. Eisenbahnverkehr war vor Monopolisierung günstiger. Staatliche Gesundheitsversorgung – ineffizient, aber ich will hier kein neues Fass öffnen – und wer die USA ins Spiel bringen will, die haben kein staatliches Zwangssystem, aber auch kein freies Gesundheitssystem. Und wo ich bei der Bahn war, DB … um auf Austrian zu reden … ein staatliches Monopol wurde durch ein privates ersetzt. Persönlich habe ich nie auf der Bahn-Privatisierung beharrt. Solange man nicht wirklich ein Monopol brechen kann oder will, kann man sich Privatisierungen praktisch, zumindest in manchen Bereichen, auch gleich sparen.
Nun ich hab tatsächlich mal ein Projekt gehabt wo man den Kommunalkredit “preiswerter” gerechnet hat als die PPP Variante. Das schöne ist: es war tatsächlich so! Ich war froh dass wir das kommunale Gebäude über die klassische Einzelvergabe und nem guten Planerteam in allen Rahmenbedingungen gebaut haben.
edit: lustigerweise haben ausgerechnet die Grünen (sic!) sich bis spät in die Vergabephase für eine PPP Variante und deren nochmalige Überprüfung eingesetzt.
Eins weiss ich: mit nem guten Team brauchst Du kein PPP, wenn Du die Kohle beisammen hast. Manche Kommunen treibens aber deswegen soweit, weil sie ganz einfach kein Know-How besitzen. Der Markt ist riesig, immerhin ist wenigstens der Staat noch Investor. Auch wenn gewisse Zeitgeiste das gerne anders hätten.
Bei nem PPP Generalunternehmer hätte ich die ganze Zeit nur Ärger mit Nachträgen und Rechtsanwälten gehabt.
Beim Bahnthema sollte man noch zwischen Netz und Betrieb unterscheiden. Ich meine die bauliche Infrastruktur sollte stets öffentlich bleiben. Bei den Zügen sieht das vielleicht ein wenig anders aus. Immerhin gibt es genügend Strecken die sich für eine Holding wie die Bahn in Summe nicht so rechnen und Wettbewerb an sich kann in dem Falle nicht schaden.
Du warst bei der Bahn? Erzähl doch mal ;-)
@Oliver Mark
“Bei der Bahn” im Sinne von: gedanklich im Text, nicht beruflich.
Wo bei ‘bloßer’ Privatisierung noch kein Wettbewerb entsteht, mit all den möglichen Nebenfolgen, wird bei PPP die Verantwortlichkeit verwässert – auch eine Form von Ineffizienz + eine Gefahr begründet in dieser künstlichen Verwaltungs-/Privatisierungsform. Man stiehlt sich aus der Verantwortung.
@smukster, untendrunter
Du schreibst teils als ob du meine Postings nicht gelesen hast. Du behauptest Eisenbahn, Strom und Post seien natürliche Monopole. Nein, das sind künstliche Monopole. Wir haben nur ein kurzes Gedächtnis. Bahn, Energie und Post wurden erst durch Monopolisierung zum Monopol. Vorher gab es Wettbewerb und verschiedene Netze (gleichfalls bei Wasser). Oder auch Bildung! Das ist alles für die USA schön belegt in manchen Untersuchungen. Für Europa mag es ggf. im Einzelfall nur dann nicht zutreffen, weil der Staat schon eher seine Finger ins Spiel brachte. Ob Wasserversorgung aus tatsächlichen und praktischen Gründen Wettbewerb weniger wahrscheinlich macht – mag sein, man weiß es nicht.
Wasserprivatisierung, in #15 hab ich auf den entsprechenden wiki-Eintrag verlinkt. Private Versorger haben Millionen von Menschen Zugang zu Wasser verschafft, Qualität verbessert, Sterblichkeitsraten gingen zurück usw. Verdammt nochmal, das kann man nicht wegleugnen. Pauschale Unterstellungen von Ausbeutungen und was auch immer, sind haltlos, und werden seriöserweise auch nicht ernsthaft gebracht.
Qualität / Umwelt. Ein Hauptgrund für meine liberale/libertäre Grundeinstellung ist die Effektivität der Verantwortung für Mensch und Umwelt in einer freien Gesellschaft. Wohl fast jeder, der sich früh Gedanken um Zusammenleben und Umwelt macht, landet bei links und grün – da bin ich keine Ausnahme. Bis die Einsicht kommt, wie die Dinge auf der Welt laufen, und dass einfaches Wunschdenken keine Probleme löst. Solidarität und Umweltschutz ist eine gesellschaftliche Aufgabe, und Verantwortung ist die Kehrseite von Freiheit. In einer freien Gesellschaft kommt kein Anbieter mit mieser Qualität und Gesundheitsgefährdung durch. Entscheidungsfindung für Standards und Kontrolle ist ein gesellschaftlicher Prozess. Kein Staat, keine Regierung, keine Gesundheitsbehörde legt das fest, sondern wir alle – und wie (“demokratische”) Kontrolle organisiert wird, darauf hat letztlich auch keine Behörde einen Monopolanspruch. Das äußerste Mittel, wie eine Gesellschaft auf Gefahren für Mensch und Umwelt reagieren kann, ist das Verbot. Völlig im Einklang mit freiheitlichen Prinzipien. Was ins Wasser kommt, und wo und wie man es gewinnt, bestimmt die Gemeinschaft. In USA ist die Wasserversorgung ein Desaster – es gibt Vorschriften und Standards, über die man streitet und streiten kann, es gibt Missachtung und mangelnde Kontrolle + Durchsetzung. Im kleinen Deutschland sieht’s meinetwegen besser aus. In Kuba ist’s ne Katastrophe. Schuld an der Misere sind doch erkennbar nicht evtl. gewinnorientierte private Akteure, die machen was sie wollen. Es ist die komplexe Organisation, die dahinter steckt. Was bringen uns anonyme Behörden, die uns die Verantwortung abnehmen, und am Ende versagen. Wir verlassen uns von A bis Z blind auf uns Unbekannte, die Dinge für uns entscheiden und zu kontrollieren behaupten. Wir haben in voller Staatsgläubigkeit unsere Verantwortung abgegeben.
Hallo TF,
wo gab es parallele Wasser- oder Bahnnetze?
Ehrlich gesagt glaube ich, das Problem ist ein anderes: Du weisst nicht, was “natuerliches Monopol” bedeutet.
Es bedeutet naemlich NICHT, dass es nur als Monopol moeglich ist, sondern dass es (wg. hoher Grundkosten z.B. fuer Netz) als Monopol stets effizienter ist.
Wasser ist wie gesagt noch monopolistischer. (was ist der Unterschied zwischen “tatsaechlichen” und “praktischen”?)
Der Part ueber Qualitaet/ Umwelt ist interessant. Wie aus einem neoklassischen VWL-Lehrbuch abgetippt…und daher auch mit genau dessen Schwaechen behaftet.
Die Argumentation setzt bestimmte Dinge stillschweigend voraus, die leider in der Realitaet nicht anzutreffen sind:
- ebenbuertige rationale Akteure
- vollstaendige symmetrische Information
- gleiches transparentes Recht fuer Alle
- vollstaendige Konkurrenz
- Unabhaengigkeit der Politik
Das fuehrt zu falschen Schluessen:
1. “Effektivität der Verantwortung für Mensch und Umwelt in einer freien Gesellschaft.”
Schoene Idee, aber die Verantwortung hoert bei einer gewissen oekonomischen Macht meist auf – Bankenrettung noch in Erinnerung? Chemieunfaelle wie Bhopal?
2. “In einer freien Gesellschaft kommt kein Anbieter mit mieser Qualität und Gesundheitsgefährdung durch.”
Schoen waers. Warum gab es dann Tepco so lange? “Adverse selection”, mal gehoert?
3. “Was ins Wasser kommt, und wo und wie man es gewinnt, bestimmt die Gemeinschaft. ”
Bin ich auch dafuer, aber erzaehl das mal einem privaten Versorger, und er verklagt Dich.
Uebrigens stuetzt sich die wiki-Quelle auf einen einzigen Autor, der das verteidigt…sorry aber das ist mir nicht serioes genug. Auch wenn ich nicht weiss, wer das ist und warum er das meint.
“Solidarität und Umweltschutz ist eine gesellschaftliche Aufgabe, und Verantwortung ist die Kehrseite von Freiheit. Entscheidungsfindung für Standards und Kontrolle ist ein gesellschaftlicher Prozess. Kein Staat, keine Regierung, keine Gesundheitsbehörde legt das fest, sondern wir alle – und wie (“demokratische”) Kontrolle organisiert wird, darauf hat letztlich auch keine Behörde einen Monopolanspruch. Was bringen uns anonyme Behörden, die uns die Verantwortung abnehmen, und am Ende versagen.”
Das zitiere ich, weil ich es sehr gut finde, kann ich 100% unterschreiben. Deshalb bin ich auch nicht fuer Daseinsvorsorge durch zentralistische staatliche Behoerden, sondern fuer deren dezentrale Organisation mit demokratischer Beteiligung der BuergerInnen wie der Angestellten (also der stakeholder).
Voraussetzung dafuer ist aber, dass Privatunternehmen rausgehalten werden, denn sonst wird es voellig intransparent.
“Wir verlassen uns von A bis Z blind auf uns Unbekannte, die Dinge für uns entscheiden und zu kontrollieren behaupten.”
Nein, nicht von A bis Z. Aber vielleicht zu sehr.
Kann nicht auf alles antworten, sorry ist mir zu viel.
1. Fuer Frankreich gibt es vergleichende Untersuchungen, die klar belegen, dass Private teurer sind. Fuer D weiss ich es nicht.
2. Wieso die Wasserstandards unerheblich sein sollen, kapiere wer will. Ich will das jeden Tag trinken!
3. Klar hat D schlechtes Grundwasser bei hoher Bevoelkerungsdichte und 150 Jahren chemischer Industrie. Wir reden aber nun mal ueber Leitungswasser hier.
4. Effizienz ist nett, Qualitaet ist wichtiger.
5. Richtig, es kann Wettbewerb AUF der Schiene geben – das Netz selber ist jedoch ein natuerliches Monopol. Gleiches gilt fuer Post und Strom (3 verschiedene Brieftraeger in jedem Dorf? Wohl kaum. Und es gibt auch keine 3 Stromnetze in Deiner Stadt, der Anschluss ist immer vom Monopolisten.) und netzgebundene Kommunikation. Bei Privatisierung ist auch hier eine Vernachlaessigung des Netzes zu beobachten, Bsp. Stromausfall im Muensterland.
6. Beim Wasser ist es aus 2 Gruenden anders: Erstens machen die Netzkosten wie geschrieben einen Grossteil der Gesamtkosten aus. Und zweitens koennen eben nicht mehrere Wettbewerber Wasser im selben Netz bereitstellen, da sich verschiedene Waesser nicht so einfach mischen lassen.
7. Wieso “vermeintliche Leitungsgebundenheit”? Kann mir Eisenbahn und Wasser ohne Netz nur schwer vorstellen.
8. Die Zerstoerung des Nahverkehrs in den USA durch die Autoindustrie ist Dir aber schon bekannt, oder?
9. “Wasserprivatisierung in Entwicklungsländern war notwendig und hilfreich.” – dafuer fehlt nach wie vor jeder Beleg. Insbesondere: Wo haben Private die Kosten fuer ein komplett neues Netz auf sich genommen?
10. Dass die staatliche Hand billiger oder teurer ist, ist nur eine der Fragen, die zu stellen sind, und m.E. nicht einmal die wichtigste. Es geht auch um Qualitaet (s.o.), Arbeitsplaetze in der Region, Umwelt- und soziale Aspekte und nicht zuletzt um demokratische Kontrolle ueber elementar wichtige Dinge.
11. Schade, dass Du nicht auf die theoretische Seite eingehst, die fast interessanter ist. Volkswirtschaftlich ist staatlich sicherlich guenstiger, da keine Gewinne erwirtschaftet werden muessen. Und eine Expansion gibt es zumindest in den IL auch nicht.
ps. danke fuer das esoterische Friedmanzitat!
Hallo smurkster,
als Antwort zu deinem anderen Posting obendrüber, in Kurzform.
Konkurrierende Eisenbahn-, Strom- und Wassernetze gab es teils in USA und England im 19. Jh. im Zuge der industriellen Revolution. Ich sprach von (nicht-existierenden) natürlichen Monopolen im korrekten Sinn. Soweit ich ersehe ist zumindest für Elektrizität/Strom und Eisenbahn relativ gesichert, dass sie sich nicht als natürliche Monopole herausstellten, siehe etwa DiLorenzo: http://www.vforvoluntary.com/wiki/TheMythOfNaturalMonopoly Auch Wasser wird ausdrücklich erwähnt. Manches mag eine Frage der Perspektive sein und bedarf vllt. genauerer Untersuchung. In der Lehre gibt es jdf. kein einziges (eindeutiges) Beispiel für ein natürliches Monopol.
Wasserprivatisierung – schau genau hin, wo ist da nur eine Quelle? Es gibt daneben World-Bank-Ergebnisse und zahlreiche Untersuchungen über Effizienz, Auswirkungen auf Kindersterblichkeit usw.
Mit homo oeconomicus und vollständiger Konkurrenz hatte ich nichts im Sinn bei meinen Vorstellungen. (Dass hinter der Neoklassik diese Modelle so sturr und starr stecken wie oft unterstellt, halte ich für einen Mythos. Wirtschaft funktioniert und Fortschritt entsteht durch das Streben nach Transparenz/Rationalität bei gleichzeitig immer bestehender Intransparenz. Wirtschaft ist dynamisch und das muss sie sein. Im übrigen, ein ähnliches Bild bei der Mär vom angeblich zerstörerischen Zinseszins. Im eigentlichen Kapital-ismus, in einem freien Geldsystem – anders als das gegenwärtig bestehende – ist der Zinseszins a) ein Non-Problem und b) funktioniert Marktwirtschaft gerade deswegen, weil das Zinseszins-System theoretisch und! praktisch nicht aufgeht / nicht aufgehen kann.)
Bankenrettung, Bhopal, Tepco – das sind keine Beispiele eines freien Systems. Indien hatte und hat keine freie Marktwirtschaft. Bhopal geschah, weil dies ausgenutzt wurde. Zur Finanzkrise und Bankenrettung kam es, weil wir ein künstliches Geld- und Finanzsystem haben. Too Big To Fail ist eine Folge daraus. Und es waren nichtsdestotrotz Freie-Marktverfechter, die Banken nicht gerettet hätten. Tepco, Atomkraft oder BP’s Tiefseebohrungen – kein Ergebnis eines freien Marktes. Politikabhängigkeit? Dann entmachte die Politik! Unternehmer sind wettbewerbsfeindlich und instrumentalisieren Politik. Und das können sie, weil die Macht nicht in Konsumentenhand, sondern bei Politik liegt. Korruption korrespondiert mit Politikeinfluss. Je größer der Einfluss der Politik, je unfreier die Wirtschaft, umso korrupter das System. Verbraucher kann man schlecht korrumpieren.
Auch bei Tepco und BP lag das Übel in der Entkopplung von Handlung und Verantwortung. In einer freien Gesellschaft gäbe es vermutlich keine Atomkraft und Tiefseebohrungen – die sind staatlich begründet. Ein freies System könnte die Verantwortung und Haftung nicht tragen: http://freitum.blogspot.com/2011/03/der-markt-und-die-atomkraft.html Wie kam es zur Atomkraft? Durch die Anmaßung des Staates von (gut gemeinter) Energiepolitik. Wer entschied über den Bau von Kernkraftwerken? Die Bürger? Theoretisch ja, praktisch nein. Das waren Volksvertreter über das Parteiensystem, die für uns entschieden, vermeintlich in unserem Sinne zu unserem Wohle. Sie subventionierten und regulierten/pulverisierten die Haftung – und das konnten sie, weil sie die Macht über Energieversorgung hatten, was hieß Marktgesetze außer Kraft zu setzen. Der Bürger war an all dem unbeteiligt. Er wurde nicht sonderlich mit diesen Fragen behelligt. Er musste nie konkret zustimmen … und hätte er was zu entscheiden gehabt, er hätte sich – was jahrzehntelange Umfragen zeigen – zu 2/3 für Atomkraft ausgesprochen – aber auch nur deswegen, weil die eigentlichen Fragen von Verantwortung und Haftung verwässert, delegiert wurden und verschwanden. Wer von den Befürwortern macht sich Gedanken über Kosten und Haftung? Keiner. Niemand fühlt sich verantwortlich. Die Sensibilität ist verschwunden, Verantwortung beim Staat abgeladen. Das sähe ganz anders aus, wenn Bürger konkret entscheiden müssten, wenn die Politik keinen Einfluss mehr hätte, wenn die tatsächlichen Kosten auf den Tisch kämen und direkt getragen werden müssten, und das ganze Ausmaß jedem klar wird: dass Atomkraft sauteuer ist und daneben eine Zustimmung zu ihr einen Haftungsverzicht für potentiell apokalytische Zustände bedeutet – falls Kraftwerkbetreiber, absurderweise, überhaupt ernsthaft auf die Idee kämen Kernkraft durchsetzen zu wollen. Insofern erscheint es als nahezu ausgeschlossen, dass es bei freiem Markt Kernkraft gäbe.
Keine Privatunternehmen bei Daseinsvorsorge? – ich denke du gehst von falschen Voraussetzungen aus. Es ist paradox: du willst mit Verstaatlichung die Zustände verhindern, die man zuvor erst mit Regulierung provozierte. Der Staat hat künstliche Monopole geschaffen – keiner bereut heute die Liberalisierung der Telekommunikation. Monopolisierung kann missbraucht werden. Wettbewerb = Profiterzielung + Bedürfnisbefriedigung. Letzteres haben wir heute bei Gesundheit, Energie, Wasser, Post, Eisenbahn, selbst Bildung etc. nicht, weil kein Wettbewerb herrscht, obwohl er könnte. Knackt man die Monopole und zieht die Verantwortung/Freiheit für Daseinsvorsorge wieder dezentral und lokal auf die Ebene der Betroffenen zurück, braucht man wenig Sorgen zu haben, dass es zu solchen Auswüchsen kommt, die man derzeit beklagt. Nimm dem Bürger nicht die Verantwortung ab, lass nicht die Politik für ihn entscheiden, handeln und überwachen, nimm das Haftungsprinzip wieder ernst. Nimm Gesundheit – Privatisierung ist nicht die Wurzel des Übels. Die fundamentale Ursache liegt in der Tatsache, dass der Staat sich in die Gesundheitsversorgung einmischt und von A bis Z alles auf den Kopf stellt. Unterstellt die im 15%-Rendite-Beitrag beschriebenen Krankenhauszustände sind korrekt – ein freier Markt würde sowas nicht tolerieren. Unser staatliches Gesundheitswesen ist von Grund auf rettungslos verdorben – Preise und Leistungen werden entkoppelt und zentral festgelegt, der Patient erfährt nicht woran er leidet, was die Behandlung kostet und lässt sich die teuerste unnötigste Behandlung aufschwatzen, weil er’s ohnehin nicht direkt zahlen muss und Krankenkassen nicht sachlich prüfen können. Ärzte und Krankenhäuser werden durch Regulierung rationiert und selbst unter diesen wenigen kann der Patient dann nicht frei wählen, das richtet sich nach Maßgabe der Krankenkassen. Niemand hat den Anreiz besser zu werden, schon niemand muss gut sein. Die einzige Freiheit in diesem Zwangssystem ist die zu betrügen und andere für sich entscheiden zu lassen. Entmachte den Staat in der Daseinsvorsorge!
Hier mal ein sinnvoller Link. ;-)
Water Makes Money
http://www.watermakesmoney.com/
Und hier ein Link zum Film.
http://rutube.ru/tracks/4062057.html
mFG
Die Doku war wirklich sehr sehenswert und hat auf eindrucksvolle Weise den Wahnsinn und die Verstrickungen mit der Politik der PPPs gezeigt. Der Münchener OB kam ja sehr vernünftig rüber und hat die Abzocke mit den PPPs gut erkannt.
Die Geschäftsmodelle von Veolia und Co. gehören verboten und die Konzerne zerschlagen.
Ach Klaus152,
Angesichts weltweiten Hungers und Armut dient die hohe Bevölkerung stets als Totschlagargument (i.S.v. “der Neger schnackselt halt gerne” (Zitat, Fussnote, Quelle…)).
So lassen sich bequem strukturelle, MENSCHENGEMACHTE Ursachen kaschieren.
Gruß
Die gesamte Grundversorgung gehört in staatliche Hände um das Zocken mit den lebensnotwendigen Ressourcen zu verhindern und jedem Teil der Bevölkerung die Grundlage für eine Existenz in diesem System zu ermöglichen. Alles andere ist nicht nur Raubbau, sondern Kapitalverbrechen auf das es leider keine Todesstrafe mehr gibt.
@40 Bewußt atmen
Bei “ach Klaus” hast Du hoffentlich ganz ausgeatmet – das ist gesund.
Ja, das meiste ist menschengemacht, die Überbevölkerung etwa nicht?
Die Frage, ob man das den Problemen zugrunde liegende menschliche Verhalten mit “Gut Zureden” ändern kann beantworte ich wie folgt:
Nein, daraus wird mittelfristig nichts und wir haben keine Zeit darauf zu warten. Deshalb soll die notwendige Gewaltanwendung zur Änderung nicht von der Natur kommen oder selbsternannten Besserwissern, sondern Richtung weniger Nachkommenschaft. Das geht von der Einstellung zur Förderung von mehr Geburten (auch bei uns) zu finanziellen Anreizen zur Sterilisation nach dem ersten Kind (insbesondere in Hungergegenden).
Das ist gewissermaßen auch Gewalt?
Ja; denn wir haben nur die Wahl, welcher Gewalt wir uns aussetzen. Bei 15-20 Mrd. haben wir gar keinen Handlungsspielraum mehr und schon allein um Wasser wird es Mord & Totschlag geben. Quantitative Probleme sollten zuerst quantitativ angegangen werden.
Jedoch nutzen die Weltverbesserer die sich zuspitzenden Mengen- und Qualitätsprobleme, um Lösungen anzubieten, die huckepack (schön versteckt) ihre Ideologie transportieren.
@Tobias Fuentes
du solltest wenigstens die Eier haben, dir den Beitrag auf ARTE mit offenen Augen und Ohren anzugucken! Er läuft am 31. 3. noch einmal, um 14:45 Uhr
“Water Makes Money – Wie private Konzerne aus Wasser Geld machen”
Diese Dokumentation widerlegt kühl und unaufgeregt jede deiner Behauptungen Punkt für Punkt. Von ALLEM, was du hier vertrittst, nehmen inzwischen mehr und mehr Kommunen wieder Abstand, hierzulande und im Ausland. Andere sind gar nicht erst drauf reingefallen bzw hatten nicht so korrupte Vertreter wie viele andere.
Ich unterstelle deinen Ergüssen nichts als wahrheitswidrige Lobby-isterei. Was heisst, dass du genau weisst, wo – und für wen – du lügst. Sonst könntest du hier nicht derartig haargenau falsche Behauptungen in die Welt setzen, wo gerade der Betrug des PPP-Systems zutage tritt
bismodo,
wie kann eine Doku über ein französisches Unternehmen und vornehmlich franz. Verhältnisse (unterstellt, es sei alles korrekt wiedergegeben) “widerlegt” haben, was ich “behauptete”? Natürlich kann sie das nicht. Hast du es nötig, von einem Fall ausgehend die sonstige Faktenlage zu ignorieren? Tendenziös zu pauschalieren und ignorieren? Ja, leider habt ihr es nötig. Und weil mich das stört, vertrödel ich meine Zeit es aus meiner Sicht richtigzurücken. Jeder, der nicht eurer Meinung ist, ist ein Lobbyist? Meine Güte, überleg mal wie eindimensional und paranoid dein Weltbild (geworden) ist. Du unterstellst mir ‘falsche Behauptungen’ und bist nicht in der Lage zu begründen – wie immer. Du hast meine Postings bestenfalls auch nur überflogen. Weder hab ich Wasserprivatisierung bei uns oder PPP glorifiziert. Es gibt verdammt nochmal nicht nur den guten Staat und die bösen Unternehmer. Aber was reg ich mich auf … du hast keine Ahnung, worüber ich rede und ich hab wenig Hoffnung, dass Pauschalisten wie du es jemals wissen wollen und werden.
Veolia + Suez Lyonnaise des Eaux sind zwei französische, aber weltweit operierende Unternehmen, die u.a. auch hierzulande expandiert haben und es weiter zu tun versuchen, gesetzt sie finden Politiker vor, die korrupt genug sind, sich mit ihnen immer noch einzulassen (in F ist ihnen im Zuge der Wieder-Entprivatisierung durch viele Kommunen ja inzwischen schon gerichtlich etwas die Flügel gestutzt worden; leider trifft das in D noch nicht zu. In Ländern mit grosser Armut ist die Privatisierung des Wassers zu einer weiteren Lebensbedrohung für die Allgemeinheit geworden)
Das wird alles sehr gut in der ARTE-Dokumentation dargelegt
[“Water Makes Money – Wie private Konzerne aus Wasser Geld machen” Wiederholung auf ARTE: 31.3. um 14:45 Uhr]
Ich hab die Doku gesehen und dass was du behauptest, wurde nicht dargelegt. Der Erfolg der Wasserprivatisierung in Entwicklungsländern ist umfangreich belegt, es gibt keine! gegenteilige Darstellung, was auch absurd wäre. Es ist reiner vulgär-linker Populismus, der pauschal das Gegenteil behauptet.