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  • Persönliche Nachwehen der Atomkraft

    geschrieben am 02. April 2011 von Stefan Sasse

    von Stefan Sasse

    Ich muss zugeben, vor Fukushima war Atomkraft für mich kein wirklich großes Thema. Ich war prinzipiell dagegen, aber in der Materie nicht firm genug, um die Argumente gegen den Atomausstieg – keine Möglichkeit, den Atomstrom zu ersetzen – wirklich gegenprüfen zu können. Deswegen befasste sich mein “Grundsätzliches”-Artikel auch hauptsächlich mit den finanziellen Umständen und dem Lobbying. Die Möglichkeit eines Super-GAUs war auf meinem Radar vor Fukushima einfach nicht vorhanden, ich gebe das gerne zu. Und so sehr ich es hasse, in solchen Fällen auf den allgemeinen Entsetzenszug aufzuspringen und “ab heute wird alles anders” zu rufen: in dem Fall tue ich es. Fukushima ist eine Wegmarke in der Geschichte moderner Technologien, die einen Urglauben in die Beherrschbarkeit der Technik nachhaltig erschüttert hat und wohl zu einer noch kaum abschätzbaren Umorientierung führen wird – ähnlich wie der Untergang der unsinkbaren, alle Widrigkeiten beherrschenden, “Titanic” eingangs des 20. Jahrhunderts es für die Zeitgenossen tat.

    Der Ausstieg aus der Atomenergie ist so schnell wie möglich zu vollziehen. Die Gründe dafür sollten jedem klar sein. Nicht nur belasten wir uns seit fünf Jahrzehnten mit einer stetig wachsenden Menge Mülls, der noch tausende von Jahren strahlen wird und von dem niemand weiß, wo man ihn lagern soll. Eine in den USA eingesetzte Kommission kam nun auch zu dem Schluss, dass es keine Möglichkeit gibt, selbst im Falle eines geeigneten Lagerorts nachfolgende Generationen sicher zu warnen – wenn unsere Schilder einmal nicht mehr gelesen oder verstanden werden, können immer noch Leute auf den Müll stoßen, ohne zu wissen und zu verstehen, wo das Problem damit liegt. Das kann in zehntausend Jahren der Fall sein, es ist völlig unabsehbar. Atomenergie ist ein Verbrechen an all jenen, die nach uns kommen, das zeigt der Müll deutlich.

    Das Risiko ist aber auch für die jetzige Generation eigentlich unzumutbar. Statistisch, darauf hat Urban Priol ätzend hingewiesen, ereignet sich etwa alle 20, 25 Jahre ein Super-GAU. Mit zunehmenden Alter der Meiler steigt die Wahrscheinlichkeit hierfür sogar eher noch an. Nun ist es in der Tat äußerst unwahrscheinlich, dass eine Serie von technischen Pannen hierzulande zu einem Super-GAU führt, oder gar dass ein Flugzeug auf einen Meiler stürzt. Aber die gegen Erdbeben der Stärke 8 sicheren Fukushima-Meiler haben auch dort alle denken lassen, dass es extrem unwahrscheinlich sei, dass etwas passiere. Dann aber kam das Erdbeben Stufe 9, unvorhersehbar und mit fatalen Folgen. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass das hierzulande nicht passieren könnte. Andernfalls würden kaum so viele Menschen Lotto spielen.

    Würde beispielsweise der Meiler Neckarwestheim eine ähnliche Entwicklung nehmen wie Fukushima, und müsste eine Zone von rund 40 Kilometern evakuiert werden, beträfe dies die Hälfte von Baden-Württemberg inklusive der Landeshauptstadt Stuttgart. Würde eine echte Kernschmelze mit Explosionen und allem drum und dran nach dem Vorbild Tschernobyl stattfinden, wäre Baden-Württemberg danach für die nächsten paar tausend Jahre eine radioaktive Sperrzone und alle angrenzenden Länder könnten sicher sein, dass sie ihren Teil abbekommen würden. Allein die Vorstellung ist so grausig, dass man den Abschaltknopf gar nicht schnell genug suchen kann.

    Die Gegenargumente sind hinreichend bekannt, aber sie überzeugen noch weniger als ehedem. Die regenerativen Energiequellen können so viel Strom nicht bereitstellen? Dann brauchen wir eben mehr oder bessere davon. Die Leitungen verschandeln die Landschaft? Dann baut sie eben unterirdisch. Ja, das ist teurer. Im Zweifel stellt noch ein Gas- oder Kohlekraftwerk hin. Wenn dort etwas schiefgeht, sind die Folgen bei weitem nicht so dramatisch. Die Kosten dieses Energiewandels können eigentlich kein Argument mehr sein. Und ja, bei einem solchen Ausstieg würde es zu schwerwiegenden Verwerfungen in der Wirtschaftslandschaft kommen, weil plötzlich einige riesige Stromkonzerne ihre Geschäftsgrundlage verlören. Ihre Aktien würden massiv einbrechen. Damit muss man leben.

    Denn Geld ist ultimativ ersetzbar. Vielleicht steigen die Strompreise durch diesen Ausstieg ein wenig; vermutlich aber müssten sie das gar nicht, wenn man die Macht endlich aus den Händen der Stromkonzerne nähme. Wenn die wirtschaftlichen Konsequenzen aus dem Ausstieg für selbige zu massiv wären, blieben immer noch die Zerschlagung und Dezentralisierung; es würde dem Wettbewerb ohnehin nur gut tun. Das Kartellrecht gibt die Möglichkeiten dafür ohnehin. Geld ist ersetzbar. Ein verstrahltes Land ist es nicht. Der Ausstieg muss kommen, besser heute als morgen, für uns, unsere Kinder, und die Nachfahren in tausend Jahren. Die Atomenergie war ein historischer Irrweg, für den wir bereits teuer bezahlt haben. Sorgen wir dafür, dass die Kosten nicht noch weiter steigen.

    Stefan Sasse

    102 Kommentare Print This Post
    von Stefan Sasse Ich muss zugeben, vor Fukushima war Atomkraft für mich kein wirklich großes Thema. Ich war prinzipiell dagegen, aber in der Materie nicht firm genug, um die Argumente gegen den Atomausstieg – keine Möglichkeit, den Atomstrom zu ersetzen – wirklich gegenprüfen zu können. Deswegen befasste sich mein “Grundsätzliches”-Artikel auch hauptsächlich mit den finanziellen ...
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    102 Kommentare:

    1. Bernd Henneberg schrieb am 2. April 2011 at 10:42 - Permalink

      Da wird um Sicherheit herumsalbadert, ohne sich darum zu kümmern das es nie wieder Sicherheit geben wird! Es wird niemals ein sicheres Endlager geben auf dieser Welt. Und damit ist alles über die “Nutzung ” der Atomkraft gesagt. Sie ist unsicher und unbezahlbar. Da reden unendlich viele Leute über den Millardennutzen den die Atomverbrecher heute einfahren. Über die “Unendlicharden” der nächsten Million Jahre die die Lagerung des Atomdrecks kosten wird, schweigen alle – nicht nur die Atomverbrecher! Und leider verstehen dies nicht einmal die Atomgegner. Sonst gäbe es schon lange eine ATOM-RAF!

    2. gerhardq schrieb am 2. April 2011 at 11:00 - Permalink

      Angenommen, alle AKWs würden in Deutschland heute abgestellt werden.
      Dann wären die Wirtschaft und die Menschen gezwungen, sich an diese neue Situation anzupassen. Daß dabei vielleicht ein oder zwei Energiekonzerne Pleite machen ist normaler wirtschaftlicher Ablauf. Unser Staat rettet sowieso viel zu viele Großkonzerne vor der nötigen Pleite. Es mag hart klingen, aber Leben ist Anpassung und wirtschaftliches Leben ist wirtschaftliches Anpassen. Wer das nicht kann oder will, stirbt aus. Wenn wir eine freie Marktwirtschaft haben wollen, dann aber bitte richtig – mit allen Konsequenzen. Zur Zeit haben wir in D eine feudale Marktwirtschaft, bei der der Untertan die Risiken trägt und der Kapitaleigner den Gewinn.

      Eine Form der staatlichen Subvention im Bereich Kernkraft ist besonders pervers (im Bereich Banken übrigens auch), die Absicherung im Falle eines Unfalls oder des wirtschaftlichen Versagens. Wenn in diesem Land ein wirklicher Leistungsträger, ein klein- oder mittelständischer Betrieb, pleite geht, dann hat die Politik dafür noch nicht einmal ein Achselzucken übrig. Wenn es um einen Großkonzern geht, der für das Gemeinwohl relativ gesehen deutlich weniger tut, dann werden alle möglichen Hilfsmaßnahmen eingeleitet.

      Wir sollten ganz einfach die Atomkonzerne ihre Risiken selbst absichern und tragen lassen. Es darf kein Atomkraftwerk mehr ohne Haftpflichtversicherung an das Netz. Diese Versicherung muß sowohl das aktuelle Risiko wie auch mögliche Folgerisiken abdecken und muß bei einem nicht verbundenen Versicherer abgeschlossen werden. Nicht verbunden heißt, daß keine anteilsmäßige Verflechtung direkt oder indirekt vorhanden sein darf. Nicht wie beim TÜV-Süd, dessen Anteilseigner u.a. die Atomkonzerne sind. Hier kann und wird keine neutrale Prüfung stattfinden!
      Wenn Biblis einen GAU hat, dann dürfte der Schaden einige hundert Milliarden Euro betragen – dieses Risiko muß vom Profiteur abgesichert und im Ernstfall ersetzt werden. Wenn desweiteren bei der Endlagerung ein Schaden auftritt ( Asse läßt grüßen), dann muß auch hier der Profiteuer diesen ersetzen. Es ist im Grunde nur eine einfache Versicherungsfrage. Nur dadurch, daß die Betreiber von AKWs hier gegenüber der Restwirtschaft dramatsich bevorzugt werden, ist ein AKW überhaupt rentabel.

      Ich selbst bin ein Fan der dezentralen Energieversorgung. Wenn durch einen einfach Leistungsausfall ganze Landstriche ohne Strom sind, dann ist das in einer moderne Industriewirtschaft wie in Deutschland eigentlich untragbar. Wir müssen von der Trennung von Anbieter und Verbraucher wegkommen, eine Stromkunde eines Energiekonzerns muß sowohl Strom einspeisen wie auch entnehmen können. Erst wenn sich dieser Paradigmenwechsel auch in den Köpfen verankert hat, dann können wir auch ohne gigantische Großkraftwerke mit miserablen Wirkungsgrad auskommen. Wenn wir ein intelligentes Netz haben, dann kann ich mit meiner Heizung bei Bedarf Strom erzeugen und verkaufen. Dann ist es für mich nur noch eine Frage des Preises. Das Stromnetz sorgt als Smartgrid mit einbauter Schwarmintelligenz dafür, daß die Werte wie Spannung und Frequenz konstant bleiben. Wenn Leistungsspitzen erforderlich sind, dann programmiere ich meine Hausheizung darauf, bei einem entsprechenden Abnahmepreis Strom in das öffentliche Netz zu liefern. Andererseits, wenn der Strom gerade im Überfluß vorhanden ist, dann nutze ich diesen aus dem Netz.

      Der Nachteil dieser Lösung liegt darin, daß es gut für den Verbraucher ist. Die Konzerne haben dann vielleicht noch die Netzhoheit, aber sie bestimmen nicht mehr, wer den Strom im Netz einspeist. Damit verlieren sie Macht und Einfluß. Die Anfänge dazu sehen wir doch schon bei den aktuellen Photovoltaikanlagen. Obwohl die Energieversorgungsunternehmen eigentlich verpflichtet sind, diese zu genehmigen, bauen sie gern Hürden auf, z.B. neue, angeblich erforderliche Trafostationen oder hinausschieben der Einspeisung.

      Die Politik will wenige Akteure und viele Zahler. Sie hat kein Interesse an einer Vielfalt, da dann auch Macht und Einfluß verloren gehen, die Korruption wird schwieriger und die Zahl der Ansprechpartner größer. Energiepolitsch setzten Scharz-Gelb, wie auch Schwarz-Rot vorher, auf zentralisierte Planwirtschaft, sie haben den Kommunismus des Kalten Krieges im Grunde nie verlassen.

      • Sven K. schrieb am 4. April 2011 at 17:49 - Permalink

        @ gerhardq: Ich kann Ihre Meinung da nur teilen ! Besonders was die Trennung von Anbieter und Verbraucher an geht.
        “Erst wenn sich dieser Paradigmenwechsel auch in den Köpfen verankert hat, dann können wir auch ohne gigantische Großkraftwerke mit miserablen Wirkungsgrad auskommen. Wenn wir ein intelligentes Netz haben, dann kann ich mit meiner Heizung bei Bedarf Strom erzeugen und verkaufen. Dann ist es für mich nur noch eine Frage des Preises.” – sehr gut geschrieben !!!

    3. Systemfrager schrieb am 2. April 2011 at 11:26 - Permalink

      @ gerhardq

      Die Politik will wenige Akteure und viele Zahler. Sie hat kein Interesse an einer Vielfalt, da dann auch Macht und Einfluß verloren gehen, die Korruption wird schwieriger und die Zahl der Ansprechpartner größer.

      Anders gesagt:

      Die Wirtschaftskapitäne wollen keine Konkurrenz. Sie haben kein Interesse an Vielfalt, an einer großen Zahl der Anbieter, dann lässt sich der Konsummarkt nicht erpressen. Die Atomenergie kann nicht anders als nur als ein quasi-natürliches Monopol funktionieren, die alternativen Energien können Konkurrenz schaffen

      Das war eines der wichtigsten Argumente des letzten ehrlichen und nicht korrupten Sozialdemokraten, Hermann Scheer, der vor wenigen Monaten gestorben ist.

    4. michael schrieb am 2. April 2011 at 11:41 - Permalink

      Hm, also ich würde sowohl von Befürwortern als auch von Gegnern gerne eine detailierte Kosten-Nutzen-Rechnung sehen. Alles andere ist mir irgendwie zu schwammig. Es ist ja durchaus möglich, dass sich Atomenergie trotz 25-jähriger Unfälle lohnt. Bei einen Flugzeugabsturz sterben auch mehr Menschen als bei einen Autounfall, trotzdem ist Fliegen sicherer.

      Beim Müll ist das Kind nun schon in den Brunnen gefallen. Ob man die bisher angefallene Menge oder hundert mal so viel irgendwie halbwegs sicher unterbringen muss ist kein so großer Unterschied. Nicht die Menge des Mülls sondern dass er überhaupt existiert ist das Problem. (Relativ gesehen fällt durch Atomenergie eher wenig Müll an.) Außerdem gibt es neue Reaktoren für welche der Müll hervorragender Brennstoff ist – wenn man es denn wagt muss ein Großteil des Mülls kein Problem für die nächsten paar tausend Jahre sein.

      • gerhardq schrieb am 2. April 2011 at 11:49 - Permalink

        Es ist ja durchaus möglich, dass sich Atomenergie trotz 25-jähriger Unfälle lohnt.

        Bevor wir darüber diskutieren, sollten wir den Betriff “lohnt” definieren!

        Es stellt hier nämlich auch die Frage, für wen lohnt sich die Atomenergie?
        Für mich z.B. zur Zeit überhaupt nicht, ich zahle ca. 0,20€/kWh für Strom (inkl. aller Nebenkosten und MwSt!).

      • Systemfrager schrieb am 2. April 2011 at 11:58 - Permalink

        Es ist ja durchaus möglich, dass sich Atomenergie trotz 25-jähriger Unfälle lohnt.

        Aber natürlich lohnt sie sich! Und ob! Diejenigen, die große Aktienpakete besitzen, haben schon längst ihre Wohnungen auf mehreren Lokationen in der Welt. Diejenigen die jetzt in Japan obdachlos sind und krepieren, das ist nur das einfache Volk.

      • HHarlekin schrieb am 2. April 2011 at 12:19 - Permalink

        Hm, also ich würde sowohl von Befürwortern als auch von Gegnern gerne eine detailierte Kosten-Nutzen-Rechnung sehen. Alles andere ist mir irgendwie zu schwammig. Es ist ja durchaus möglich, dass sich Atomenergie trotz 25-jähriger Unfälle lohnt. Bei einen Flugzeugabsturz sterben auch mehr Menschen als bei einen Autounfall, trotzdem ist Fliegen sicherer.

        Ist das dein Ernst? War der 1. April nicht gestern? Na gut, spielen wir diesen zynischen Gedanken mal durch: Du setzt also furchtbare Autounfälle (mehrere Tote) und Flugzeugabstürze (hunderte Tote) in Relation zum GAU bzw. SUPERGAU (Tausende Tote, verstrahlte, vergiftete Menschen, verödete Landstriche, Unbewohnbarkeit etc… , kannst du nicht lesen? Stefan Sasse hats doch deutlich beschrieben!). Dann habe ich für deine KOSTEN/NUTZEN-Rechnung noch ein paar Bedingungen:

        1. Was kostet ein Menschenleben in Euro und Cent?
        2. Wie berechnet man Strahlenerkrankungen für die Betroffenen in Euro und
        Cent, und wie hoch sind die Beträge?
        3. Wie berechnet man Vergiftungen von Menschen, die verstrahlte Lebensmittel
        zu sich genommen haben?
        (Liste beliebig fortführbar, z. B.: Kosten der verseuchten Landstriche, Flora, Fauna…etc…)

        Beim Müll ist das Kind nun schon in den Brunnen gefallen. Ob man die bisher angefallene Menge oder hundert mal so viel irgendwie halbwegs sicher unterbringen muss ist kein so großer Unterschied. Nicht die Menge des Mülls sondern dass er überhaupt existiert ist das Problem. (Relativ gesehen fällt durch Atomenergie eher wenig Müll an.)

        Ach so, weil schon ein bischen Strahl-Müll da ist, kommts sowieso nicht mehr darauf an, wenn es noch mehr wird? Ist DAS der zwingend notwendige Schluß?

        Reicht das an menschenverachtendem Zynismus?
        Bitte Sasses Artikel NOCHMAL lesen!
        Unfassbar.

        Mannmannmann, bei solchen Texten wird mir die Milch im Kaffee sauer.

        Lieber Stefan Sasse,
        danke für diesen Artikel.

        Grüße

        • michael schrieb am 2. April 2011 at 14:17 - Permalink

          Du setzt also furchtbare Autounfälle (mehrere Tote) und Flugzeugabstürze (hunderte Tote) in Relation zum GAU bzw. SUPERGAU (Tausende Tote, verstrahlte, vergiftete Menschen, verödete Landstriche, Unbewohnbarkeit etc… , kannst du nicht lesen?

          Da habe ich mich wohl unklar ausgedrückt. Es geht mir auf gar keinen Fall darum die beiden schrecklichen Unfälle welche es bisher bei der Erzeugung von Atomenergie gab in irgendeiner Form mit Auto- oder Flugzeugunfällen zu vergleichen. Das ist, wie du richtig sagst, natürlich völlig absurd. Mir ging es darum, anhand eines Beispiels zu verdeutlichen, dass einzelne Ereignisse nicht abschließend darüber Aufschluss geben können wie gefährlich oder sicher eine Technologie ist. Die durchschnittliche Anzahl der Toten je Auto- und Flugzeugunfall reicht nicht aus um zu beurteilen wie sicher Autos und Flugzeuge sind, mein Verdacht ist, dass es bei der Energieerzeugung ähnlich ist.

          Ein mögliches Problem der Atomenergie ist, dass es zu wenig Daten gibt um wirklich gute Vergleiche anzustellen. Tschernobyl, zum Beispiel, ist (wenig überraschend) miserabel dokumentiert, von ein paar dutzend Toten bis zu ein paar (zehn-)tausend Toten findet man da alles in der einschlägigen Wissenschaftsliteratur.

          Dann habe ich für deine KOSTEN/NUTZEN-Rechnung noch ein paar Bedingungen: […]

          Das ist tatsächlich keine einfache Sache bei der es wohl keine eine richtige Lösung gibt, allerdings würde die Diskussion so auf festeren Beinen stehen. Ich denke mir eben immer: „Und was heißt das in Zahlen?“ Das meinte ich mit „irgendwie zu schwammig“. Das ist jetzt eher so allgemein eine Macke von mir und hat mit Atomenergie an sich eher wenig zu tun.

          Die Frage wie man mit den Verlust von Menschenleben umgeht ist durchaus eine Interessante. Man muss Menschenleben ja nicht in Euro-Preise umrechnen, das meinte ich mit Kosten-Nutzen-Rechnung gar nicht, es würde schon reichen, wenn man zum Beispiel die Toten per KWh nach Energieträger berechnet. Wie man das in einer abschließenden Kosten-Nutzen-Analyse dann gewichtet (und damit einen Menschenleben eben doch einen Preis zuweist – aber zum Glück ist „unendlich“ eine mögliche Antwort) ist nochmals eine andere Frage über die man sich herrlich streiten kann.

          Ich bin mir nicht so sicher, dass Atomenergie dabei miserabel abschneidet, ich weiß es aber schlicht nicht. Alle Studien die ich bisher dazu gefunden habe fand ich wenig befriedigend. (Atomenergie war jeweils am sichersten oder mit am sichersten was die Anzahl der Toten angeht, mit großem Abstand vor allem vor fossilen Energieträgern – Förderung und Luftverschmutzung sind bei diesen das Problem – und ungefähr gleichauf mit erneuerbaren Energien, aber bei den Zahlen der Toten durch Atomenergie hat man sich jeweils immer an den niedrigsten Schätzungen orientiert.)

          Dieses vorgehen lässt sich beliebig auf andere Faktoren übertragen – wenn erstmal Zahlen feststehen kann man sich immer noch über die Gewichtung streiten.

          Ach so, weil schon ein bischen Strahl-Müll da ist, kommts sowieso nicht mehr darauf an, wenn es noch mehr wird? Ist DAS der zwingend notwendige Schluß?

          Bei hohen Fixkosten und niedrigen variablen Kosten kann das durchaus der Fall sein, ja.

          • brainOnaut schrieb am 2. April 2011 at 15:27 - Permalink

            nix für ungut michael, aber du hörst dich an wien BWLer, der null emotionale intelligenz besitzt.
            es geht hier nicht mehr um gegenrechnungen! diese technologie hat das potenzial, die ökospäre für die gesamte menscheit, jetzt und in zukunft auf dauer unbewohnbar zu machen.
            und wer nach fukushima immer noch denkt, die “probleme” seien in den griff zu bekommen, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.
            ehrlich gesagt, frage ich mich was es da noch zu diskutieren gibt…

            • André H. schrieb am 2. April 2011 at 15:46 - Permalink

              Ich bin mal gespannt, wie lange es dauert, bis das Argument “CO2-freie Energieform”, ergo umweltfreundlich, wieder thematisiert wird. War nicht GREENPEACE letztlich deswegen pro Atomstrom ?

            • michael schrieb am 2. April 2011 at 16:42 - Permalink

              Ich würde an das Problem gerne rational rangehen. Das ist alles. Wenn Atomenergie tatsächlich grosse Landstriche für immer unbewohnbar macht sind das ganz erhebliche Kosten. Nur hätte ich das eben nicht einfach.so dahin gesagt sondern in Zahlen. Ich weiß nicht so recht was an einer solchen Beurteilung so schlimm ist.

              Andererseits hänge ich auch nicht sonderlich an der Atomenergie. Es ist das gute Recht der Gesellschaft und der Politik sich gegen Atomenergie zu entscheiden und die Meinung ist derzeit eindeutig. Ein Politiker der sich heute ernsthaft hinstellt und sagt „Wir machen weiter mit der Atomenergie und basta!“ kann nicht ernst genommen werden und macht sich lächerlich. Es geht darum Menschen zu überzeugen und dazu ist keiner der Atom-Befürworter derzeit in der Lage.

              Ich glaube, dass der Umstieg auf erneuerbare Energien zwar schwer aber dennoch machbar ist, mein einziger Zweifel ist ob Atomenergie nicht dennoch sicher genug ist um sie weiter zu verwenden. Das ist aber nicht tragisch wenn man in Deutschland auf Atomenergie verzichten will, glaube ich zumindest nicht.

              Ich vermisse eben die Rationalität in der Debatte (auf beiden Seiten), das ist alles.

              und wer nach fukushima immer noch denkt, die “probleme” seien in den griff zu bekommen, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

              Das ist zum Beispiel so ein problematischer Satz. Ich will auf gar keinen Fall darüber spekulieren wie Fukushima ausgeht – da kann noch viel schlimmes passieren – aber meine Frage wäre an dieser Stelle eben was genau man in Fukushima nicht im Griff hatte. Perfekte Sicherheit gibt es nicht, vielleicht ist es ja hinnehmbar, dass unter bestimmten Umständen bestimmte Probleme nicht mehr zu kontrollieren sind. Vielleicht auch nicht, das kommt drauf an.

            • Nils schrieb am 2. April 2011 at 17:35 - Permalink

              @brainout:
              Ich muss Michael zustimmen.
              Dass etwas “schreckliches” nicht in zahlen Quantifizierbar sein soll ist doch lächerlich. Wenn man etwas objektiv oder wissenschaftlich beurteilen möchte, kommt man nicht darum.
              Vielleicht hat das nichts mit fehlender emotionaler Intelligenz von BWLern zu tun, sondern mit fehlender Intelligenz bei Geisteswissenschaftlern? ;)

              Auch wenn es sehr negativ besetzt ist (für mich auch) Zusammenhänge in Geldwerten auszudrücken, finde ich es trotzdem sinnvoll. Was am Ende als günstigere(->) richtige Entscheidung herauskommt wird dabei maßgeblich dadurch bestimmt was du für Kosten/Werte für alle beteiligten Komponenten einsetzt. Hier kannst du dann auch reinschreiben, dass Menschnenleben und unverstrahlte Landschaften dein “teuerestes Gut” sind.

              @Michael:
              Ich habe den Verdacht, es gibt jemand der solche Rechnungen angestellt hat. Zwar nicht nach den Maßstäben die ich hier grade beschrieben habe, aber immerhin. Die Versicherer! Hier stand doch auch mal irgendwo/wann, dass AKW-Betreiber nur begrenzt haften und die keiner Versichern will. Das sagt doch eigentlich schon alles^^

              Ich bin jedenfalls der Meinung, wenn man Anschubfinanzierung, Marktmonopolisierung(?), Atommüll, Rückbau nach Betriebsende, Endlagerung und Sicherheitskosten (auch für die Endlagerung, auf Ewig) mit einbezieht Atomkraft schon bei unfallfreiem Betrieb teuerer als sich irgendwer eingestehen will.
              Wenn sich mit Endlagerung etwas beschäftigt merkt man auch erstmal um was für Dimensionen es da geht, z.B. bei der angeforderten geologischen Stabilität über Millionen von Jahren (deswegen kommt das in Salzstöcke). Wer traut sich, politische Stablität über millionen Jahre zu garantieren? Vllt wirds ja im nächsten Krieg angegriffen/ausgebuddelt. Aber hey, wir haben ja schon über 60 Jahre kein Krieg gehabt :-P.

            • Reaktorphysiker schrieb am 3. April 2011 at 02:28 - Permalink

              Zwar bin ich generell wie michael und Nils der Meinung, dass die Kernenergie einem daten-/faktenbasierten, nüchternen Vergleich mit anderen Zivilisationsrisiken (und im speziellen anderen Energieträgern) zugänglich sein sollte, jedoch muss man gerade bei der Kernenergie ein paar Besonderheiten bedenken.

              1)
              Mal angenommen, zwei verschiedene Energieträger verursachen im langfristigen Mittel gleich viele Todesfälle und Kranheitsfälle, der eine jedoch in sehr seltenen Einzelereignissen jeweils riesige Opferzahlen, der andere in häufigen Ereignissen jeweils sehr kleine Opferzahlen (es ist nicht schwer zu erraten, dass ersterer die Kernenergie sein soll, letzterer ein beliebiger anderer Energieträger, vielleicht Kohle). Eine Gemeinschaft wird fast sicher den Energieträger mit vielen einzelnen Schadensereignissen und jeweils relativ geringen Schäden bevorzugen, und zwar völlig zu recht. Dieser stellt nämlich nur für den einzelnen ein wirkliches Risiko dar, nicht für die Gemeinschaft – diese kann nämlich, so zynisch das klingt (und ist), die kleinen Ereignisse als Kosten fest einplanen und dafür sorgen, dass diese in Versicherungspreise (Krankenversicherung, Haftpflicht etc.) einkalkuliert werden. Die sehr seltenen, aber riesigen Schadensereignisse sind auch für eine Volkswirtschaft ein Risiko, und das umso mehr, je eher ein solch riesiges Schadensereignis mit anderen volkswirtschaftlich relevanten Katastrophen gemeinsam auftritt – wie jetzt in Japan.

              2)
              Vielen Zivilisationsrisiken kann man sich, seinen persönlichen Präferenzen und Ängsten entsprechend, ganz oder zumindest vorübergehend entziehen: wer Platzangst hat, arbeitet nicht im Steinkohlebergwerk; wer Flugangst hat, fliegt eben nicht. Wenn aber wie bei der Kernenergie die Risiken fast ausschließlich externe Risiken sind und sich diese auf große Gebiete erstrecken, gibt es keine Rückzugsräume mehr. Einem Risiko setzt man sich hier nicht als Folge einer individuellen Entscheidung aus, sondern wird ihm als Folge einer kollektiven Entscheidung zwangsläufig und dauerhaft ausgesetzt.

              3)
              Auf welche Gebiete sich Unfallrisiken erstrecken, lässt sich im Fall der Kernenergie vorab nicht genau sagen – die Risiken sind geographisch nicht einzugrenzen. Das ist besonders dann ein Problem, wenn sich ein Unfall (wie jetzt in Fukushima) in “Zeitlupe” abspielt. In einer Phase der Ungewissheit machen sich dann auch sehr viele Menschen große Sorgen, obwohl sie am Ende vielleicht gar nicht betroffen sind. Dieser psychische Stress und seine Folgen müssen auch in die Schadensbilanz eingehen (dies gilt ebenso für langfristige Evakuierungen; zu den landwirtschaftlichen, industriellen und infrastrukturellen Verlusten kommen soziale Folgen, das Auseinanderbrechen von Freundeskreisen, Brüche in Lebensläufen, Verluste von ideellen Werten – Stichwort Heimatverbundenheit).

              Aus den genannten Gründen (dies ist nicht als abschließende Auflistung zu verstehen), reicht es nicht aus, einfach Todes- oder Krankheitsfälle pro kWh oder GWa (im langfristigen Mittel) zu vergleichen – da müsste die Kernenergie m.E. schon um mindestens eine Größenordnung (Zehnerpotenz) besser abschneiden, damit überhaupt diskutabel ist, ob die anderen genannten Nachteile dadurch aufgewogen werden.

          • M. Böttcher schrieb am 2. April 2011 at 19:51 - Permalink

            Du willst Zahlen? Verschaffe dir doch welche. Es gibt derzeit 17 KKW in Deutschland. Tun wir einmal so, als wären die so verteilt, dass jeder Landstrich der Republik das gleiche Risiko tragen würde durch einen GAU unbewohnbar zu werden. Tun wir weiterhin so, als würde ein GAU nur auf dem Gebiet der BRD wirken, Nachbarländer also nicht betroffen sein. Nehmen wir weiter an, dass bei einem GAU kein einziger Mensch stirbt oder “verstrahlt” wird. D.h., man kann sich in der Betrachtung auf Sachschäden und die wirtschaftlichen Folgen (totaler Produktionsausfall im betroffenen Gebiet, neue Infrastruktur zur Umfahrung der Region, Sicherung derselben, Umsiedlung der dort lebenden Menschen usw.) beschränken. Unter der Annahme, dass nach einem Unfall um das betreffende KKW ein Kreis mit 50km Radius unbewohnbar und unbenutzbar würde, wären bei einem GAU ca. 2% der Fläche der BRD betroffen. Man berechne also den mittleren Wert eines Quadratkilometers BRD inkl. der gesamten Infrastruktur und den Nutztieren, sowie den mittleren wirtschaftlichen Nutzen für z. B. 100 Jahre (auch wenn die Gegend nat. weit darüber hinaus nicht betretbar/nutzbar wird) und multipliziere das mit 7.850 (betroffene Quadratkilometer bei 50km Radius). Das ergäbe sicher schon eine ansehnliche Versicherungssumme je KKW, die vermutlich mindestens das einhundertfache des bisher für alle KKW zusammen garantierten Summe ergibt. Da es äußerst unwahrscheinlich ist, dass keine Menschen zu Schaden kommen, kann man den Betrag im Prinzip nach eigenen Wünschen “Pi mal Daumen” hochsetzen. Addiert man dann noch einen realistischen Betrag für die sogn. Endlagerung des Atommülls, mehrere hundert Milliarden halte ich für angemessen, und fordert je KKW eine Hinterlegung von mind. 10% als Sicherheit der so ermittelten Gesamtversicherungssumme, so hat man es m. E. nicht mehr nötig KKW abzuschalten bzw. diese politisch zu fordern, weil jede EVU sicher dutzende Möglichkeiten findet elektische Energie deutlich preiswerter zu produzieren. Blöd ist dann nur noch, dass uns auch abgeschalteten KKW noch sehr lange beschäftigen und Geld kosten werden.

      • illum schrieb am 2. April 2011 at 18:54 - Permalink

        Im übrigen kann man den Müll auch gut als Rohstoff gebrauchen, denn aus abgereichertem Uran lassen sich wunderbar Panzerbrechende Waffen herstellen.

        Soll mal jemand sagen, es gäbe keine weitere Verwendung dafür…..

        • Bernd Henneberg schrieb am 2. April 2011 at 19:06 - Permalink

          Speziell mit einer Panzerfaust mit uranangereicherter Spitze könnte man jedes Kontrollzentrum eines AKW’s zerstören. Damit würden 1. das gesamte Personal ausfallen, bis zur nächsten Schicht, 2. wären sämtliche Leitungen zu den Pumpen, auch zu den Notfalleinrichtungen erst mal gestört. Was dann kommt kann sich jeder selbst ausmalen

    5. Heldentasse schrieb am 2. April 2011 at 11:46 - Permalink

      Ich war prinzipiell dagegen, aber in der Materie nicht firm genug, um die Argumente gegen den Atomausstieg – keine Möglichkeit, den Atomstrom zu ersetzen – wirklich gegenprüfen zu können.

      “Schnellmerker” wussten schon wenige Jahre nachdem die US- amerikanischen A-Bomben Hiroshima und Nagasaki zerstörten um die längerfristigen negativen Auswirkungen von radioaktiven Spaltprodukten auf Umwelt und Menschen. “Schlafmützen” hätten spätestens nach Tschernobyl wach werden können. Diese Katastrophe war der ultimative empirische Beweis das auch die zivile Atomkraftnutzung nicht beherrschbar ist!
      Es gibt/ gab bis heute daneben aber auch viel (wissenschaftliche) Grundlagenforschung über die biologischen Wirkungen von Strahlung und neutrale Risikobewertungen zur zivilen Atomkraftnutzung (,einschließlich des wohl nicht lösbaren Endlagerproblems).

      Entschuldigen Sie bitte Herr Sasse, aber erst heute (anlässlich des Super-GAUs in Japan) objektiv zu bemerken (und dies auch so zu schreiben), dass die Menschheit mit der Atomkraft die Büchse der Pandora aufgemacht ist zwar ehrlich aber für Leser auch irritierend, gerade weil Journalisten eine besondere Verantwortung haben.

      Ansonsten kann ich aber die Kernaussagen des Artikel voll nachvollziehen, und bedanke mich für die klare und gute Ansage!

      • Thomas schrieb am 2. April 2011 at 13:31 - Permalink

        Ich kann den Autor da gut nachvollziehen… Hiroshima, Nagasaki und Tschernobyl kannte ich bisher nur flüchtig aus Geschichtsbüchern von der Schule. Ich habe mich bis vor kurzem nie damit beschäftigt, wie ein Kernreaktor eigentlich funktioniert, wie Kernspaltung abläuft und welche Nebenprodukte dabei entstehen, wie lange was strahlt und wie sich ein Super-GAU auf das Land und alles Leben drum herum auswirkt.

        Ich kannte das alles nur grob aus dem Geschichtsunterricht. Stefan Sasse beschreibt das sehr gut:

        Ich war prinzipiell dagegen, aber in der Materie nicht firm genug, um die Argumente gegen den Atomausstieg – keine Möglichkeit, den Atomstrom zu ersetzen – wirklich gegenprüfen zu können.

        Fukushima war jetzt für mich und scheinbar auch einige Andere der Anlass, sich mal eingehend mit der Materie Atomkraft auseinanderzusetzen und dabei zu realisieren, wie wahnwitzig der Einsatz dieser Technologie eigentlich ist und wie alle Pro-Argumente bei genauerer Betrachtung einfach nur verpuffen und teilweise schlicht gelogen sind.

      • Stefan Sasse schrieb am 2. April 2011 at 13:35 - Permalink

        Entschuldigen Sie bitte Herr Sasse, aber erst heute (anlässlich des Super-GAUs in Japan) objektiv zu bemerken (und dies auch so zu schreiben), dass die Menschheit mit der Atomkraft die Büchse der Pandora aufgemacht ist zwar ehrlich aber für Leser auch irritierend, gerade weil Journalisten eine besondere Verantwortung haben.

        Besser spät als nie, oder? ^^ Oder wäre es dir lieber, wenn ich à la Spiegel einfach eine 180° Wende hinlege und so tue als hätte ich es schon immer gesagt? ^^

        • Sukram71 schrieb am 2. April 2011 at 14:13 - Permalink

          Nun der Spiegel hat zwar oft auch auf die hohen Kosten der erneuerbaren Energien hingewiesen, aber der hat auch schon immer vor den Risiken und den Folgen der Atomkraft gewarnt. ^^

          Aber selbst die Grünen hatten ja einen Atomkompromiss ausgehandelt, der die AKWs noch bis ca. 2020 laufen lässt. Eigentlich war das Thema geklärt und deshalb musste man sich auch nicht so viel Kopf darum machen. – Bis diese Volltrottel von schwarz/gelb diesen Konsens in die Tonne getreten haben und Fukushima explodiert ist.

          Das mindeste was in Deutschland für alle AKWs nötig ist, ist ein besserer Schutz, gegen Wasserstoffexplosionen. Es kann ja wohl nicht sein, dass es, wie in Fukushima, möglicherweise noch nicht mal ne Notluke gibt, um Wasserstoff abzulassen. Selbst wenn dann die Umgebung verstrahlt wird, ist das immer noch besser …

        • Heldentasse schrieb am 2. April 2011 at 16:47 - Permalink

          Besser spät als nie, oder? ^^ Oder wäre es dir lieber, wenn ich à la Spiegel einfach eine 180° Wende hinlege und so tue als hätte ich es schon immer gesagt? ^^

          Das was im Siegel steht empfinde ich oft, und nicht nur in Sachen Atomkraft, als unehrlich und nicht authentisch, ganz im Gegensatz zu Deinem Artikel. Die Frage hinter meiner vielleicht zu provokanten Aussage ist die, warum können Menschen auch wenn es um “Leben und Tod” geht so stark verdrängen und indoktriniert werden, warum zeigen (augenscheinlich) auch viele ehrliche Wächter (im Sinne der vierten Gewalt) die gleichen Tendenzen? Und vor allem, wo lauert der nächste Geist den wir nicht mehr in die Flasche zurück bekommen? (Ich persönlich tippe da mal auf die möglichen Auswirkungen der militärischen und zivilen Gentechnik)

          • Bonsaibäumchen schrieb am 3. April 2011 at 15:32 - Permalink

            Volltreffer.
            Mehr braucht man nicht zu sagen.
            Gentechnik ist eigentlich nocht viel gefährlicher als Atomenergie.

            Aber mach das erstmal dem einfachen Bürger wirklich bergreiflich.
            Nur zur Anmerkung ich meine nicht das es grundsätzlich zu verteufeln sei,
            ich glaube nur das wir einige Jahrzehnte zu früh diese Technik wirtschaftlich nutzen.

            Zumal Wirtschaftlich genutzte Techniken IMMER mehr Risiken bergen als in der Forschung…

            • Sukram71 schrieb am 4. April 2011 at 11:07 - Permalink

              Gentechnik ist eigentlich nocht viel gefährlicher als Atomenergie.

              Da muss man erstmal zwischen “roter” und “grüner” Gentechnik unterscheiden. So pauschal kann man das nicht sagen.

              Im medizinischen Bereich (rot) würde ich ziemlich weit gehen.
              Weil dort hat z. B. die gentechnische preiswerte Herstellung von Medikamenten und die Gentechnik generell viele medizinische Vorteile für den Menschen.
              Selbst irgendwelche Horror-Visionen von geklonten, gentechnisch veränderten Kindern sind keine Horrorgestalten, sondern auch Menschen wie z. B. Kinder aus der Retorte oder Waisenkinder.
              Merkwürdigerweise wird hier aber am meisten Panik verbreitet. Bei der Beschränkung auf den Menschen, hat man die Sache aber ja noch halbwegs unter Kontrolle. Da sehe ich selbst im Missbrauchsfall keine völlig unlösbaren Probleme.

              Aber bei der “grünen” Gentechnik in der Landwirtschaft hat man kaum etwas unter Kontrolle, wenn es erstmal aussäht ist.
              Und wenn ich mir das Essen auf dem Tisch anschaue, wüsste ich wirklich nicht, was es dort für den Endverbraucher zu verbessern gäbe. Wir tragen ausschließlich das Risiko und haben überhaupt keinen Nutzen davon.

            • Sukram71 schrieb am 4. April 2011 at 11:25 - Permalink

              Aber bei der roten Gentechnik im medizinischen Bereich, wird ein riesen Zirkus veranstaltet, mit endlosen Diskussionen, Ethik-Kommissionen und Wichtigtuerei von allen Seiten.

              Die grüne Gentechnik in der Landwirtschaft, mit völlig unkontrollierbaren Verbreitungswegen bei Planzen und Tieren und null Nutzen für den Verbraucher, wird dagegen mehr oder weniger durch gewunken.

              Ich kanns einfach überhaupt nicht verstehen …
              Die Leute sind alle völlig bekloppt. ^^

            • Bonsaibäumchen schrieb am 4. April 2011 at 16:48 - Permalink

              Vollkommen richtig.
              Wobei ich bei der Roten Gentechnik dennoch vorsichtig wäre.
              Mir kommt da immer der Film “Die Purpurnen Flüsse” in den Sinn. ( der Versuch eine “Überrasse” zu züchten ( auch das Thema Eugenik sollte da nicht vergessen werden) ).
              Genetisch nicht nur “reparierte” (Genfehler) Menschen, sondern bewusst verbesserte Menschen da komme ich doch ins grübeln. Ich finde das einfach gefährlich. Viel zu leicht könnten sich Strukturen bilden in denen Wunderkinder/Genies/Arbeiter/Putzen etc gezüchtet werden. Ich glaube das dies ganz neue gesellschaftliche Probleme verursachen könnte.

              Bei der grünen Gentechnik hast du aber das Problem bestens dargestellt. Von mir aus kann man das in irgendwelchen abgeschotteten Gewächshäusern/Hydroponischen Frarmen/Bunkern einsetzen. Aber niemals in der Natur. Da wir die Konsequenzen einfach nicht vorhersehen können. Das ist einfach nicht berechenbar. Und da kommt auch gleich Monsanto ins Spiel die eigentlich genau das gleiche machen wie die Atomlobby. Stehts davon predigen alles sei absolut ungefährlich.

              Ich bin also prinzipiell dafür die Gentechnik zu nutzen wo sie wirklich notwendig ist. Zb. um eine Bakterium zu entwickeln das Radioaktivität abbaut oder um Genfehler bei Menschen zu verhindern/reparieren.
              Nicht jedoch um den Ertrag von Nutzpflanzen zu beeinflussen oder sie gegen Schädlinge etc Immun zu machen. Da die Natur dann meist darauf reagiert wir jedoch nicht vorhersehen können wie sie reagieren wird.
              Und die Nutzung dieser Gentechnik sollte möglichst immer in einem geschlossenen System geschehen. Damit die Umwelt davon nicht direkt betroffen ist.

            • Sukram71 schrieb am 5. April 2011 at 08:34 - Permalink

              Viel zu leicht könnten sich Strukturen bilden in denen Wunderkinder/Genies/Arbeiter/Putzen etc gezüchtet werden. Ich glaube das dies ganz neue gesellschaftliche Probleme verursachen könnte.

              Ja, das könnte erhebliche Probleme verursachen, aber wenigstens wäre es auf eine Spezies beschränkt deren Fortpflanzungsmethoden man genau kennt und die ihr Tun bewusst kontrollieren kann.
              Das wäre zwar schlimm, aber, im Gegensatz zu Pflanzen und Tieren, alles noch im Bereich von “händelbar”.

              Selbst 16-jährige Laien sehen ja häufig schon Lehrfilme, in denen die menschliche Fortpflanzung ausführlich im Detail erläutert wird. ;)

        • Barnockel schrieb am 3. April 2011 at 00:55 - Permalink

          Heldentasse schrieb:

          dass die Menschheit mit der Atomkraft die Büchse der Pandora aufgemacht ist zwar ehrlich aber für Leser auch irritierend, gerade weil Journalisten eine besondere Verantwortung haben.

          Die Verantwortung für AKWs liegt in Wirklichkeit bei der Politik: Diese hat die entsprechenden unverantwortichen Entscheidungen gefällt. Nicht jeder Journalist kann auf allen Gebieten Experte sein. Diese Irritation, die alle halbwegs aufmerksamen und ehrlichen Zeitgenossen teilen, wurde durch den Artikel nur besser bewußt gemacht. Und worin besteht besagte Irritation? In dem unbeschreiblichen Ausmaß, mit dem die Politik diesbezüglich einen selbst zum Narren gehalten hat.

          Die objektiven Gefahren von AKWs sind ja schließlich seit Jahrzehnten nur durch Lügen oder Dummheit zu verneinen. Und selbst ohne Havarien zerstört die Nuklearwirtschaft die Demonkratie, man lese den “Atomstaat” von Jungk (1977).

          Stefan Sasse schrieb:

          Besser spät als nie, oder?

          So ist es.

          • Heldentasse schrieb am 3. April 2011 at 11:09 - Permalink

            @Barnockel
            Deine Betrachtungen sind IMO 100% korrekt, wobei sich die Verantwortung der Journalisten daraus ergibt, dass gerade sie (wenn es denn das einfache Volk halt mangels Fachwissen nicht kann) die Politik kritisch überwachen müssen. Durch die Informationen der (unabhängigen) vierten Gewalt ist eine “richtige” Demokratie erst möglich!

    6. Geistschreiber schrieb am 2. April 2011 at 11:50 - Permalink

      An und für sich stimme ich dem Inhalt des Artikels zu. Es ist richtig, dass Atomkraft heute nicht beherrschbar und die Risiken durch einen Unfall zu groß sind.
      Es ist doch aber zu bedenken, dass eben weil Atomkraft einen grossen Einfluss hat, auch im Falle eines GAUs oder SuperGAUs, eine gemeinsame europäische Politik hier wichtig wäre.
      Was nützt es, wenn Deutschland komplett aus der Atomenergie aussteigt, während alle Nachbarländer fleißig weiter auf Atomkraft setzen (und das werden sie), weiterhin Müll produzieren, der vermutlich zum Teil sogar hier gelagert werden würde.
      Ich finde, die Politik ist hier in der Tat gefragt. Alte Meiler um des Wählers Willen abzuschalten hilft jedoch niemandem, hier wird doch nur darauf gewartet bis sich die Wogen glätten um dann weiter fröhlich zu subventionieren.

      gerdhardq, du hast hier einen schönen Ansatz vorgelegt wie ich finde, auch wenn ich deiner Idee nicht hunderprozentig folgen kann (soviele Einfamilienhäuser gibt es in Deutschland sicher nicht). Eine visionäre Idee muss her, Kernfusion, erneuerbare, saubere Stromerzeugung. Davon würden langfristig auch ändere Länder profitieren können…

      Nur leider sehe ich diesen Fortschritt nicht wirklich, nicht mit dieser Regierung, nicht solange wir brav unsere Stromrechnung bezahlen und nur mit alten Ansteckern aus den 80ern rumlaufen, um mal ein bißchen zu protestieren. Vielleicht eröffnet das gesteigerte Interesse an “Öko”-Strom ja einen Weg aus der Krise, die wir eigentlich selber noch gar nicht haben…

      • Heldentasse schrieb am 2. April 2011 at 12:06 - Permalink

        Eine visionäre Idee muss her, Kernfusion, erneuerbare, saubere Stromerzeugung.

        Oh wei, es ist erstens noch gar nicht klar ob die zivile Kernfusion überhaupt wirtschaftlich und technisch beherrschbar ist, klar ist aber leider:
        - Das die Forschung daran zig Milliarden verschlingt, die man womöglich besser einsetzen könnte (analog zur Atomkraft)
        - Es wird noch Jahrzehnt dauern bis ein Ergebnis vorliegt
        - Wenn es funktioniert, dann nur mit großen zentralen Kraftwerken (analog AKWs)
        - Ohne radioaktive Belastungen geht es nicht ab, weil die eingesetzten Materialien durch Neutronenbeschuss langsam aber sicher zu Strahlenquellen werden (teilweise analog zur Atomkraft)

        Mir persönlich sind es z.Z. zu viele Analogien zur AKW Technologie, aus der “wir” ja aktuell aussteigen wollen.

        • RobotroniX1962 schrieb am 2. April 2011 at 18:22 - Permalink

          Ergänzend dazu:
          Auch bei FKW ala ITER ist das Problem des “Station Blackout Accident” gegeben. Nur das diesmal ein Plasma erzeugt wird, was 100 Mio °C warm wird. Das FKW könnte total zerlegt werden, obwohl das Restrisiko hierfür sehr klein ist. Das ist dann ein typischer Fall um zum Hörer zu greifen und die 112 zu wählen. Aber im günstigsten Fall sprechen wir halt danach alle lediglich für eine gewisse Zeit eine Oktave höher.
          Und auch bei FKW wird wieder nur heißer Dampf erzeugt, also nach dem Dampfmaschinenprinzip.

          Amüsanterweise: beim ITER hatte man vergessen, dass Cadarache in einer Erdbebenzone liegt!

          Wenn es wirklich so schlecht um unsere Erde steht, gehört es sich, dass man genau so die Kräfte bündelt wie damals, als man sich anschickte, sie total zu zerstören.
          Aber im Moment habe ich noch keine Info zu “Manhattan II”.

          • Heldentasse schrieb am 3. April 2011 at 11:25 - Permalink

            @RobotroniX1962

            Wenn es wirklich so schlecht um unsere Erde steht, gehört es sich, dass man genau so die Kräfte bündelt wie damals, als man sich anschickte, sie total zu zerstören.
            Aber im Moment habe ich noch keine Info zu “Manhattan II”.

            Das eigentliche Drama der Menschheit ist, dass unser Planet so reich ist das er vermutlich auf Dauer 8*10^9 Menschen (ver)tragen könnte, nur was steht dem entgegen? In meinen Augen auf keinen Fall die Technologie sondern die entsprechende geistige Einstellung der Mehrheiten.
            Ich behaupte, die wichtigsten Technologien zum Überleben der Menschheit gibt es schon, so werden nur nicht richtig eingesetzt weil wir uns falsch organisieren (Wirtschaftlich und politisch) und den falschen “Lebenskonzepten” hinter her laufen!

            2004: Das 30-Jahre-Update
            Die Abbildung zeigt den Standardlauf von World3 mit den für fünf Teilsysteme repräsentativen Größen: Bevölkerung, Nicht Erneuerbare Ressourcen, Industrieoutput, Nahrungsmittel und Umweltbelastung.

            Im Jahr 2004 veröffentlichten die Autoren das 30-Jahre-Update. Darin brachten sie die verwendeten Daten auf den neuesten Stand, nahmen leichte Veränderungen an ihrem Computermodell World3 vor und errechneten anhand verschiedener Szenarien mögliche Entwicklungen ausgehend vom Jahr 2002 bis zum Jahr 2100. In den meisten der errechneten Szenarien ergibt sich ein Überschreiten der Wachstumsgrenzen und ein anschließender Kollaps („overshoot and collapse“) bis spätestens 2100. Fortführung des „business as usual“ der letzten 30 Jahre führe zum Kollaps ab dem Jahr 2030.

            Auch bei energischem Umsetzen von Umweltschutz- und Effizienzstandards kann diese Tendenz oft nur abgemildert, aber nicht mehr verhindert werden. Erst die Simulation einer überaus ambitionierten Mischung aus Einschränkung des Konsums, Kontrolle des Bevölkerungswachstums, Reduktion des Schadstoffausstoßes und zahlreichen weiteren Maßnahmen ergibt eine nachhaltige Gesellschaft bei knapp 8 Mrd. Menschen.

            Quelle

      • gerhardq schrieb am 2. April 2011 at 12:14 - Permalink

        Wenn wir in Deutschland es schaffen, mit Hilfe der Smartgrids unsere Energieversorgung zu stabilisieren und zu sichern, dann sind wir ein Vorbild für unsere Nachbarn. Es geht nicht nur um Einfamilienhäuser, sondern um jede vorstellbare Energiequelle, mit der sich elektrischer Strom erzeugen läßt! Das können Blockheizkraftwerke in Häusern sein, Kraftwerke von Industrieunternehmen, Kleinwasserkraftwerke in Bächen, Solaranlagen mit Sterlingmotoren, Photovoltaik, Biogas, (Mini)Windkraftanlagen, Automotoren, etc.. Wir haben Energie in Hülle und Fülle, es muß nicht immer das Großkraftwerk sein, daß nicht regelbar ist. 100 Haushalte mit durchschnittlich 500kW liefern 50MW an Strom – oder 10.000 Haushalte mit 5kW. Je mehr kleine Anbieter darin sind, umso feiner läßt sich das Netz regulieren!
        Wir haben dann bewiesen, daß es geht und niemand kann dann mehr behaupten, daß das nur bei unterindustriealisierten Nationen möglich ist! Deutschland als eine der stärksten Wirtschaftsnationen dieser Welt hat dann eine wesentliche Vorbildfunktion. Vor allem sind wir dann aber Vorbild für die aufstrebenden Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien! Denn, egal wie sehr andere Länder auf Atomenergie setzen, daß Problem der Entsorgung bleibt. Auch wenn es gelingt, die Radioaktivität durch technische Maßnahmen gezielt abzubauen, so wird dadurch wahrscheinlich die Energiebilanz negativ.

        Ich glaube auch, daß wir in Zukunft (vorausgesetzt, es wird nicht durch die herrschenden Konzerne verhindert) unsere Energie u.a. aus der kalten Fusion beziehen werden. Ich habe so eine ungefähre Ahnung, wie das funktionieren könnte (obwohl ich kein Physiker bin). Aber vielleicht haben wir Physiker unter unseren Lesern:
        Ich vermute, daß die Energie zum Zünden des Fusionsprozesses im Kristallgitter aus dem Casimireffekt herrührt. Das Kristallgitter ist so eng, daß die entstehende Nullpunktenergie ausreicht, die Abstoßungskräfte der Deuteriumkerne zu überwinden. Die Nullpunktenergie fungiert hier als Katalysator.
        Wenn das so stimmt, dann bedeutet das, daß wir nur noch entsprechende Kristallstrukturen suchen müssen, die einerseits den richtigen Abstand haben und andereseits für Deuterium oder sogar Lithium durchlässig sind, so daß eine Minimalkonzentration hergestellt werden kann. Hier könnte man vielleicht mit Resonanzeffekten arbeiten.

        Übrigens bin ich der festen Überzeugung, daß, sofern der o.g. Effekt zutrifft, niemand hierauf ein Patent erhalten darf! Diese Technik muß ein Allgemeingut sein!

        • Heldentasse schrieb am 2. April 2011 at 12:41 - Permalink

          Kalte Fusion wäre ja sehr schön, aber mir fehlt der Glaube, obwohl es ja scheinbar aktuell schon gelungen sein soll. Aber irgendwie kommt es mir spanisch vor:
          Kalte Fusion in der Black Box?

        • schub schrieb am 3. April 2011 at 12:32 - Permalink

          Frage:
          Mit welcher Technologie soll ein Haushalt 50 KW Leistung zur Verfügung stellen?
          Der durchschnittliche Leistungsaufnahme eines Ein-Familienhaushaltes beträgt ca. 2 KW.

          Photovoltaik – 1 m² ca 1 KWp (also peak – maximale Leistung bei voller Sonneneinstrahlung – wie oft das in Deutschland so ist, und auch vorhergesagt werden kann lasse ich mal offen)

          Eigenes Windkraftwerk ?
          BioGasanlage?
          Eigener Generator?

          Bitte hier einige Vorschläge.

          Kalte Fusion – vielleicht, aber nicht kurz- und auch nicht Mittelfristig, daür sind wir in der Forschung einfach noch nicht weit genug.

          Gruß,

          • gerhardq schrieb am 3. April 2011 at 13:58 - Permalink

            Wow, welch ein Haushalt!
            Wir brauchen pro Jahr 4500kWh mit 2 Personen an Strom und etwa 15000kWh an Gas, insgesamt also 19.500kWh an Energie pro Jahr. Spitzenleistung Strom liegt bei etwa 6kW, aber nur dann, wenn Waschmaschine und Trocker laufen und gekocht wird. Diese Leistung wird in der Regel gegen Mittag abgerufen.

            Leider sind wir nur Mieter, so daß wir weder Solaranlage noch Photovoltaik installieren können. Wir haben eine Süddachfläche von etwa 90m², was heute eine Dachleistung von etwa 10kWp, etwa 10kWH pro Jahr, bedeutet. Wir könnten also im Sommer Mittags bei Sonne problemlos unseren ganzen Haushalt vom Dach auch bei Spitzenbedarf elektrisch versorgen

            Das Hauptproblem besteht nach wie vor in der Speicherung. Ich werde demnächst mal ausprobieren, ob die Zerlegung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff bei Überschuß und die Zusammenführung beider Gase mit Hilfe einer einfachen alkalischen Brennstoffzelle ein möglicher Lösungsansatz wäre. Wenn es bei mir im Hausgebrauch funktioniert, dann müßte es sich auch industriell umsetzen lassen.
            Ein weiterer Ansatz wäre die elektrolytische Zerlegung von Wasser und die Erzeugung von Methan, indem man beispielsweise das Kohlendioxid konventioneller Kraftwerke nutzt. Methan läßt sich wunderbar als Heizgas einsetzen und das Speicherproblem ist auch gelöst.
            Der Wirkungsgrad der Speicherlösungen braucht doch gar nicht hoch sein, da die eingesetzte Energie sonst sowieso nicht genutzt wird. Es wäre nur eine Verknüpfung von Elektroleitungen und Gasleitungen erforderlich. Dann kann man beispielsweise den in der Nord- und Ostsee erzeugten Strom zusammen mit einem Kohlekraftwerk in Methan umwandeln und dann in die Erdgaspipelines (z.B. die Jamalpipeline) einspeisen.
            Wir haben schon vorhandene Energietransportwege von Nord nach Süd in Form von Gaspipelines in Deutschland! Wir brauchen keine neuen Hochspannungstrassen. Wenn ich davon ausgehe, daß im normalen Stromnetz ungefähr 40% der ursprünglichen Energie als Verluste auftreten, was spricht dann gegen eine der o.g. Lösungen.
            Dann lohnt sich übrigens auch der Betrieb von Gaskraftwerken.

            Die Energiefrage ist nur eine Frage des Wollens, der Kreativität und Intelligenz.

      • Lago schrieb am 2. April 2011 at 14:09 - Permalink

        Das schöne an der irdischen Kernfusionstechnik ist ja, dass sie schon immer die Technik der Zukunft war, ist und sein wird. Es gilt die Invariante, dass zu jedem beliebigen Zeitpunkt t die Kernfusion in 50 Jahren verfügbar sein wird.

        • gerhardq schrieb am 2. April 2011 at 14:26 - Permalink

          Wir reden von unterschiedlichen Typen der Kernfusion.
          Meine Vorstellung ist der kleine häusliche Fusionsgenerator, basierend auf kalter Fusion, in jedem Haushalt. Es bedeutet im Grunde, daß wir Energie fast umsonst bekommen! Mir ist klar, daß das das Ende jeder konventionellen Wirtschaft bedeuten kann. Aber es wird langsam mal wieder Zeit für etwas Neues, schließlich könnten wir am Beginn des sechsten Kondratjew-Zyklus stehen.

          Das, was angeblich immer innerhalb der nächsten fünfzig Jahre als Fusiongenerator verfügbar sein soll, ist ein riesiges Kraftwerk, wahrscheinlich als Tokamak oder Stelleratro. Das wäre der ideale Ersatz für ein Atomkraftwerk, viel Leistung, riesiger Aufwand, hohe Betriebskosten und natürlich zentralisiert. Es wäre nichts weiter als der Nachfolger heutiger Atomkraftwerke!

          • Barnockel schrieb am 3. April 2011 at 01:03 - Permalink

            Kalte Fusion ist sehr schlechte Science Fiction, so eine Haaresbreite vor dem Perpetuum mobile.

    7. Falko schrieb am 2. April 2011 at 11:51 - Permalink

      Danke! Stimme dem Artikel vollumfänglich zu.

      Allen ein sonniges Wochenende.

    8. Bernd schrieb am 2. April 2011 at 12:15 - Permalink

      Ähnlich wie in dem Artikel angesprochen, war auch ich ein “Zauderer” weil ich bisher vor allem die Möglichkeit eines großen Unfalls nicht wirklich ernst genommen habe.
      Chernobyl wurde von mir mehr als ein “Bedienfehler” und fast bewußt verschuldeter Unfall angesehen bei dem ich mir suicher war dass sowas bei uns nicht vorkommen kann.
      Aber in Japan war ich von Anfang an entsetzt, dass die (zwar spärlichem) Meldungen eigentlich fast sofort eine Kernschmelze zumindest vermuten ließen. Allein die Tatsache, das man eigentlich von Anfang an nicht wußte ob eine Schmelze eingetreten ist oder nicht reichte mir um meine Einstellung zu Kernkraftwerken wirklich völlig zu verändern.
      Von der Haltung dass es ein unangenehmes aber dennoch notwendiges Übel ist bin ich völlig abgekommen und schließe mich denjenigen an die einen wirklich ernsthaften raschen Ausstieg fordern.
      Mich ärgert das derzeitige politische Hick-Hack enorm. Rot Grün hat es in seiner Verantwortungszeit geschafft, MIT der Atomlobby zu einem von allen Seiten akzeptierten Ausstiegsszenarieo zu kommen. Dass die letztes Jahr dann gekippt wurde war wie nun eigentlich die Regierung zugeben müsste definitiv ein Fehler. So was einzugestehen tut weh – aber solange dies nicht gemacht wird glaube ich der Regierung ihren derzeit so stark propagierten “Sinneswandel” überhaupt nicht,
      Aber wenn eine Wahl nach der anderen verloren wird, wird sich dieses Problem von alleine lösen – dauert zwar etwas länger aber was die Energiefrage betrifft haben sich die “grünen” Vorstellungen nun doch als wirklich notwendig erwiesen.
      Und ich kann mich von den Angstszenarien nicht beeindrucken lassen. Soll Strom eben teurer werden – die Zeiten in denen alles immer billiger als eigentlich wirklich möglich zur Verfügung gestellt werden muss gehen langsam zu Ende.
      Ohne einzelne Zahlen genau zu kennen kann man definitiv aussagen, dass Atomstrom NICHT so kostengünstig ist wie er immer dargestellt wird.
      Und die alternativen Möglichkeiten – vor allem Windkraft – sind eben auch nicht mehr so teuer wie vor 20 Jahren sondern inzwischen eine wirklich praktikable und insgesamt ökonomisch vertretbare Lösung.
      Manchmal hat man das Gefühl, dass die Atomlobby noch immer 50 Jahre zurück ist. Damals war Atomstrom eine Lösung – aber nur weil man eben die Folgen noch gar nicht wirklich abschätzen konnte und weil eben Vieles, was heute als Sicherheitseinrichtng selbstverständlich ist damals gar nicht vorhersehbar war.
      Hoffen wie also, dass es wieder einmal das Volk ist, dass den nötigen Druck erzeugt um hier eien Wende in der Atompolitik zu schaffen und dass Fukushima auch bei den nächsten Wahlen nicht vergessen wird.
      Der Ausstieg wird kein leichter Weg sein – aber ohen einen wirklichen Willen zum Ausstieg wird sich ja nei etwas ändern.

    9. schub schrieb am 2. April 2011 at 12:20 - Permalink

      Moin zusammen,

      Jeder in Deutschland will “sauberen” Strom.
      Die dafür aus technischer Sicht notwendige Änderung der Infrastruktur will irgendwie niemand.

      Beispiele – ohne Wertung und auf die Einzelheiten einzugehen:

      - Hochspannungstrasse durch Thüringen – mehrere Studien zeigen, dass diese Trasse notwendig ist, in Mecklenburg Vorpommern wird Windenergie “produziert” die “verteilt werden muss” – btw: man kann Energie nicht produzieren…

      - Pumpspeicherkraftwerk im Schwarzwald – aus technischer Sicht gut geeignet, da hinreichend Höhenunterschied und auch Abnehmer vor Ort sind

      - In Bayern und Baden-Würtemberg haben es Windparkbauer sehr schwer gegen Bürgerinitiativen anzukommen, die keine “Landschaftsverspargelung” wollen

      - In Niedersachsen und Nordreinwestfalen haben sich mehrere Interessensgemeinschaften gegründet, die grundsätzlich gegen die Gasborungen und das dabei verwendete Fracking sind (Erdgas könnte als “sauberste” fossile Energie die Brücke bis zur vollständigen Substitution durch Erneuerbare dienen)

      - Die Anbindung von Meereswindparks an Land muss “irgendwie” erfolgen. Das dafür notwendige Verlegen von Leitungen durch das Watt wird abgelehnt.

      - das moderne und verhältnismäßige Kohlekraftwerk Datteln wird von den Leuten dort abgelehnt – dafür könnte man 2 uralt Dreckschleudern vom Netz nehmen

      - CCS wird abgelehnt, obwohl es einige Regionen gibt die dafür geeignet erscheinen – könnte den CO2 Ausstoß in Deutschland mittelfristig drastisch reduzieren

      im folgenden einige Punkte – eher technischer Natur – ohne Wertung

      - unterirdisch verlegte Leitungen verlangen auch, dass darüber Schneisen (ca. 30m) breit in die Fauna geschlagen werden

      - unsere Nachbarstaaten betreiben ebenfalls Atomkraftwerke (Frankreich 70 %, Schweiz 40 %, Tschechien … ) – ein GAU / Super-GAU dort hätte ebenfalls miese Folgen für Deutschland

      - es gibt kein “deutsches Stromnetz” und keine “deutsche Stromversorgung” mehr,
      Strom der in Deutschland nicht produziert wird wird halt in anderen Teilen Europas erzeugt, dann erfolgt dort die Wertschöpfung -> das Risiko trägt ganz Europa – da sollte man sich nichts vormachen

      - für eine wirkliche strukturelle Änderung der europäischen Energieversorgung muss das gesamte europäische Verbundnetz homogen umgestaltet werden -> in allen Ländern ein “deutscher Sonderweg” würde nicht funktionieren!!

      - in der Atomtechnik befinden wir uns aus Forschungssicht immer noch am Anfang – allerdings werden sämtlich Forschungsanstrengungen in Deutschland unterbunden.

      Grundsätzlich bin ich auch für die sofortige Abschaltung von Atommeilern -> solange kein Verwertungskonzept für abgebrannte Brennstäbe vorliegt sollten wir keinen weiteren Atommüll produzieren.
      Allerdings sollte das für ganz Europa gelten!!

      Was ich mit meinen Beispielen und Punkten zeigen wollte, ist die Tatsache dass es keine isolierte Lösung geben kann. Der fehelende “Atomstrom” muss substituiert werden, und dafür sind Eingriffe notwendig die vielerorts abgelehnt werden.

      Hier muss ein Umdenken erfolgen!!

      Gruß,

      schub

      • Stefan Sasse schrieb am 2. April 2011 at 13:37 - Permalink

        Stimme ich dir absolut zu.

      • Sukram71 schrieb am 2. April 2011 at 14:34 - Permalink

        Dann bleibt wohl nur, dass die Politik die Gesetze so ändert, dass solche Projekte schneller und leichter auch gegen den Widerstand der ansässigen Bevölkerung vorangetrieben werden können.

        Selbst wenn für unterirdische Leitungen Schneisen geschlagen werden müssen (lächerlich) und selbst wenn man Strommasten durch Teile des Nationalpark Wattenmeer legt (nicht zu ändern).
        Sonst wird das nix mit dem Strom aus erneuerbaren Energien

        Nur die Sache mit Bürgerbefragungen und mehr “direkter Demokratie”, kann und sollte man dann wohl auch besser etwas, äh, zeitlich strecken. ;-)

        • midrow schrieb am 2. April 2011 at 19:25 - Permalink

          Dann bleibt wohl nur, dass die Politik die Gesetze so ändert, dass solche Projekte schneller und leichter auch gegen den Widerstand der ansässigen Bevölkerung vorangetrieben werden können.

          Genau das hätten die großen Energiekonzerne (und andere) gerne!

          Das (Rückzugs-?)”Argument” der Atomkraft-Befürworter ist zurzeit der Leitungsbau. (Seht Euch nur mal die letzte Illner-Sendung mit dem – wie üblich – intellektuell tiefer gelegten Kauder an!) Also: Vorsicht!

          Nur die Sache mit Bürgerbefragungen und mehr “direkter Demokratie”, kann und sollte man dann wohl auch besser etwas, äh, zeitlich strecken. ;-)

          Bei einem Zielkonflikt muss man nicht unbedingt eines der Ziele “beerdigen”! Fast die Hälfte der deutschen Kernreaktoren ist nun schon abgeschaltet … und außer dass andere Kraftwerke stärker oder länger ausgelastet werden, ist nix passiert. (Dies ist übrigens der “Argumentations-GAU” der Befürworter der “Brückentechnologie”.) Es besteht kein Grund zur Hektik, und erst recht keiner, sich von den Energiekonzernen übertölpeln zu lassen.

          Die nicht nur ökologischste sondern auch sozialste Form der Erzeugung von Energie ist die dezentrale (s. gerhardq). Das Bauen von Riesentrassen ist wieder die alte Denke … die der Konzerne.

          • Sukram71 schrieb am 2. April 2011 at 22:57 - Permalink

            Ich fürchte einfach, wenn man die Anwohner (Oder wen sonst? Besser die Leute, die es nicht betrifft?) darüber abstimmen lässt, ob in ihrer Nachbarschaft hässliche Strommasten oder Windräder gebaut werden sollen und/oder wenn jeder wegen jedem Feldhamster langjährige Prozesse dagegen führen kann, wird das mit dem Atomausstieg und Strom aus Wind/Sonne/Zwischenspeicher vor dem Jahr 2100 nichts werden … ;-)

            Man kann auch kaum wegen jedes Pump-Speicher-Wasserkraftwerk und jeden Windpark eine langwierige Schlichtung ala S21 abhalten.
            Aber da kann ich mich natürlich auch irren. (Glaube ich aber nicht :))

            Wenn die Progressiven direkte Demokratie einführen, profetieren davon oft die Konservativen. Fürchte ich.

            • midrow schrieb am 3. April 2011 at 20:27 - Permalink

              Man kann auch kaum wegen jedes Pump-Speicher-Wasserkraftwerk und jeden Windpark eine langwierige Schlichtung ala S21 abhalten.

              Wer sagt denn, dass es eine “Schlichtung” geben soll?

              Auf Einwände muss nicht nur ein Rechtsstaat, sondern auch ein sozialer Staat immer eingehen … nicht allein deshalb, weil sie sich am Ende als objektiv richtig herausstellen können (was sie sehr häufig tun)!

              Wenn die Progressiven direkte Demokratie einführen, profetieren davon oft die Konservativen. Fürchte ich.

              Und das kann ein Grund sein, das System so zu belassen, wie es jetzt ist, und keine Änderungen anzustreben?

            • Sukram71 schrieb am 4. April 2011 at 12:49 - Permalink

              Auf Einwände muss nicht nur ein Rechtsstaat, sondern auch ein sozialer Staat immer eingehen …

              Schon völlig richtig.

              nicht allein deshalb, weil sie sich am Ende als objektiv richtig herausstellen können (was sie sehr häufig tun)!

              Dass Strommasten, Windräder, Geothermie, Staudämme bzw. Wasserkraftwerke ein erheblicher Eingriff in die Natur sind und (auch je nach Empfindlichkeit und Geschmack) die Landschaft erheblich verschandeln und mitunter geschützte Tiere gefährden, ist fast immer objektiv richtig.

              Trotzdem muss das gebaut werden. ^^
              Dafür muss man das auch durchsetzen können.

              Und wenn wir bis 2017 (also in nur 6 Jahren!) aus der Atomkraft aussteigen wollen, dann müssen wir jetzt sofort damit anfangen, sonst ist der Zeitraum für Planung und Bau viel zu knapp.

      • midrow schrieb am 2. April 2011 at 19:49 - Permalink

        Die dafür aus technischer Sicht notwendige Änderung der Infrastruktur will irgendwie niemand.

        Niemand ist Quatsch! Und wie jeder Konflikt ist auch dieser mit den bisher entwickelten (und in Zukunft weiter zu entwickelnden) Methoden zu lösen.

        - Hochspannungstrasse durch Thüringen – mehrere Studien zeigen, dass diese Trasse notwendig ist, in Mecklenburg Vorpommern wird Windenergie “produziert” die “verteilt werden muss”

        Welche Studien? Von den Energiekonzernen?

        - Pumpspeicherkraftwerk im Schwarzwald – aus technischer Sicht gut geeignet, da hinreichend Höhenunterschied und auch Abnehmer vor Ort sind

        Aber natürlich soll auch hier nicht der ganze Schwarzwald mit Pumpspeicherkraftwerken zugebaut werden. Es muss auch hier eine sozial verträgliche Lösung gefunden werden!

        - In Bayern und Baden-Würtemberg haben es Windparkbauer sehr schwer gegen Bürgerinitiativen anzukommen, die keine “Landschaftsverspargelung” wollen

        Das war politisch gewollt … und wurde daher behördlicherseits unterstützt.

        - In Niedersachsen und Nordreinwestfalen haben sich mehrere Interessensgemeinschaften gegründet, die grundsätzlich gegen die Gasborungen und das dabei verwendete Fracking sind

        Die Atomenergie mit einer nicht ganz so gefährlichen aber ebenfalls Umwelt zerstörenden Technologie ersetzen?

        - CCS wird abgelehnt, obwohl es einige Regionen gibt die dafür geeignet erscheinen – könnte den CO2 Ausstoß in Deutschland mittelfristig drastisch reduzieren

        Erscheinen ist das richtige Wort. CSS ist höchst fragwürdig. Zurzeit gibt es nicht einen Grund, es zu propagieren.

        - unsere Nachbarstaaten betreiben ebenfalls Atomkraftwerke (Frankreich 70 %, Schweiz 40 %, Tschechien … ) – ein GAU / Super-GAU dort hätte ebenfalls miese Folgen für Deutschland

        Und? Sollen wir deshalb aufhören zu denken … und zu handeln?

        - für eine wirkliche strukturelle Änderung der europäischen Energieversorgung muss das gesamte europäische Verbundnetz homogen umgestaltet werden

        Warum homogen?

        - in der Atomtechnik befinden wir uns aus Forschungssicht immer noch am Anfang – allerdings werden sämtlich Forschungsanstrengungen in Deutschland unterbunden.

        Weitere Forschungen wären nur dann sinnvoll, wenn zu erkennen wäre, dass sie z.B. dazu führten, dass kein Atommüll übrigbleibt, wofür es aber nicht den geringsten physikalischen Hinweis gibt.

        Grundsätzlich bin ich auch für die sofortige Abschaltung von Atommeilern -> solange kein Verwertungskonzept für abgebrannte Brennstäbe vorliegt sollten wir keinen weiteren Atommüll produzieren.
        Allerdings sollte das für ganz Europa gelten!!

        Der letzte Satz ist der Lieblingssatz aller, die nichts ändern wollen. Siehe Merkel, Brüderle, Schäuble & Co. bzgl. der Finanztransaktionssteuer (Tobinsteuer) …

        Was ich mit meinen Beispielen und Punkten zeigen wollte, ist die Tatsache dass es keine isolierte Lösung geben kann.

        Das hast Du aber mitnichten gezeigt!

        Der fehelende “Atomstrom” muss substituiert werden, und dafür sind Eingriffe notwendig die vielerorts abgelehnt werden.

        Eingriffe? Schon die Wortwahl ist verräterisch!

        • schub schrieb am 3. April 2011 at 10:45 - Permalink

          @ midrow

          Moin,

          mit Deiner Antwort hast Du gezeigt, dass Du nicht wirklich Ahnung von Energietechnik hast -> bist immer erstmal grundsätzlich dagegen oder?
          Ein bisschen Blasphemie:
          Deine Argumente scheinen direkt aus Deiner kleinen bunten Welt zu kommen, in welcher der Strom wahrscheinlich auch einfach so aus der Steckdose kommt.

          JA verdammt es ist wichtig eine gesamteuropäische Lösung herbei zuführen.
          - Wenn bei uns nicht ausreichend Strom zur Verfügung gestellt wird, dann wird das halt in anderen europäischen erfolgen – auf den ersten Blick keine Folgen für Deutschland.
          Somit wird es für die Betreiber verschiedenster Kraftwerke in anderen europäischen Ländern wirtschaftlich lohnender dort Ihre Kraftwerke am Netz zu lassen, oder gar neue zu bauen.

          Nein, ganz Europa kommt nicht ohne Atomstrom bzw. dessen Substitution aus!!

          - Es ist grundsätzlich egal, welche Studien zeigen, dass Nord-Süd Hochspannungstrassen notwendig sind.
          Wenn 47 % des deutschen Stromverbrauchs bis 2020 über regenerative Energien erzeugt werden sollen, dann werden davon ca. 50 % in Nord- und Ostsee produziert.
          Da wohnt aber keiner, bis auf Hamburg gibt es dort keine Verbraucher. Irgendwie MUSST Du die Energie in den Ruhrpott und nach Bayern und Baden-Würtemberg bringen.

          - Im Schwarzwald soll EIN Pumpspeicherkraftwerk gebaut werden, ähnlich wie es im Thüringer Wald mit Goldisthal bereits exisitiert – und nein, dieses wollen verschiedene Ortsverbände nicht!

          - Du hast Recht Gasbohrungen und Fracking ist gefährlich, aber Deutschland hat einen hohen Gasverbrauch und der wird steigen.
          Das Gas muss irgendwo herkommen -> wenn es in Deutschland nicht gefördert wird (was nebenbei Arbeitsplätze und Steuern einbringt, in Niedersachsen war das nicht wenig in den letzten 40 Jahren), dann wird es woanders gefördert, auf ebenso gefährliche Art und Weise.
          Ganz ehrlich -> dann lieber in Deutschland, mit deutscher Aufsichtsbehörde (Bergamt) und deutscher Umwelt- und Sicherheitskultur. -> JA, die ist bedeutend weiter entwickelt als in anderen Ländern.
          - Zur Info:
          In 3 – 4 km Tiefe befindet sich allerhand “Mist” unter der Erde, giftige Gase (H2S), radioaktive Substanzen, giftige Flüssigkeiten.
          Technisch sind wir in der Lage dort nach Erdgas zu bohren, dieses herauszuholen und die unerwünschten Materialien drin zu lassen oder wieder zu verpressen. Das wird (auch in Deutschland) seit 40 Jahren so gemacht -> 70% der Erdgasförderung basieren darauf.
          Ja, es gibt noch Fragen zu klären, aber “Leute wie Du” lehnen so etwas erstmal grundsätzlich ab -> warum?


          - Warum muss das Europäische Verbundnetz homogen ausgebaut werden ?

          Ein vollständige Antwort würde den Rahmen hier sprengen, jedoch kann ich Dir versichern, dass die kleinen Stromtierchen (Elektronen) die bei Dir aus der Steckdose kommen sich nach gewissen physikalischen Gesetzen bewegen. Inhomogenitäten mögen diese gar nicht und sind auch aus betriebs- und Sicherheitstechnischer Sicht nicht erwünscht.


          Weitere Forschungen wären nur dann sinnvoll, wenn zu erkennen wäre, dass sie z.B. dazu führten, dass kein Atommüll übrigbleibt, wofür es aber nicht den geringsten physikalischen Hinweis gibt.

          - und das weist Du woher?
          Nach derzeitigem Forschungsstand würden Atomreaktoren der 4. Generation so gut wie keinen radioaktiven Müll mehr produzieren.
          Es gibt Forschungsergebnisse und verschiedene Experimente, die andeuten, dass eine Aufbereitung von schon existierendem Atommüll möglich ist -> weitere Forschung ist notwendig, wird jedoch unterbunden.

          In meinem ersten Statement habe ich technische Argumente gebracht -> OHNE Wertung ->Du hast politisch dagegen argumentiert, ohne meine technischen Argumente zu widerlegen.

          Dagegen sein ist immer am einfachsten!!!

          Ich empfehle Dir dringend eine Grundlagenvorlesung in elektrischer Energietechnik zu besuchen.

          Gruß,

          • Bernd Henneberg schrieb am 3. April 2011 at 11:11 - Permalink

            @schub:
            1. Zitat: Nein, ganz Europa kommt nicht ohne Atomstrom bzw. dessen Substitution aus!!

            Allein diese Aussage zeigt, daß hier einer spricht, der die verlogene Energiepolitik der letzten 50 Jahre voll in sich aufgenommen hat und sich noch nie eigene Gedanken über die Energieversorgung der Welt gemacht hat.
            2. Zitat:JA verdammt es ist wichtig eine gesamteuropäische Lösung herbei zuführen.
            - Wenn bei uns nicht ausreichend Strom zur Verfügung gestellt wird, dann wird das halt in anderen europäischen erfolgen – auf den ersten Blick keine Folgen für Deutschland.

            Woher kommt denn diese Weisheit, daß in Deutschland nicht genügend Strom erzeugt wird? Doch nur von den Leuten, die die Besitzer der Atomkraftwerke sind. Und, daß diese Leute z. B. letztes Jahr jede Menge in Deutschland erzeugten Strom in andere Länder verkauft haben, zu Preisen, die ihnen sicherlich keinen Verlust beschert haben, ist dir wahrscheinlich auch nicht aufgefallen. Die genauen Zahlen hält das Statistische Bundesamt jederzeit abrufbereit vor.
            3. Zitat: Nach derzeitigem Forschungsstand würden Atomreaktoren der 4. Generation so gut wie keinen radioaktiven Müll mehr produzieren.

            Und die Erde ist eine Scheibe und wir brauchen dem Atommüll nur ‘nen Schubs geben, dann fliegt er über den Rand und verschwindet irgendwo. Und die CDU/CSU ist eine christliche Partei. Na danke!

            • schub schrieb am 3. April 2011 at 11:38 - Permalink

              OK,

              Energiepolitik ist verlogen, Kraftwerksbetreiber sind üble Kapitalisten, die allesamt die Umwelt zerstören und sich bereichern und Industrie ist ja ganz grundsätzlich was böses!!

              Aber kannst Du lesen??

              Ich schrieb:
              Nein, ganz Europa kommt nicht ohne Atomstrom bzw. dessen Substitution aus!!

              OHNE dessen SUBSTITUTION. Mit anderen Worten, 31% der europäischen Stromversorgung erfolgt durch Atomkraftwerke -> wenn wir ALLE Atomkraftkwerke in Europa ausschalten, sollte für diese Ersatz geschaffen werden. Durch welche Kraftwerksart auch immer (Wind, Solar, Kohle, Gas…etc.)

              Kleiner Hinweis, die Welt besteht nicht nur aus Deutschland und kleinen deutschen Problemchen…
              Auch Dir empfehle ich dringend eine Grundlagenvorlesung in elektrischer Energietechnik.
              Und, wenn Du einmal in einer Lehreinrichtung bist, besuch doch die Veranstaltung “Lesen und verstehen von ganzen Sätzen”

              Aber Schulen sind wahrscheinlich auch alle verlogen…

              Gruß,

          • smukster schrieb am 3. April 2011 at 15:52 - Permalink

            In vielen technischen Dingen wuerde ich Dir zustimmen, an ein paar Stellen jedoch nicht:

            1. Gasverbrauch wird steigen – warum? Gas mag sauberer sein als Kohle, ist aber dennoch mittelfristig zu klimaschaedlich – wozu also hier Geld investieren statt in Alternativen wie Geothermie und Einsparung?
            (das richtet sich nicht gegen vorhandene Kraftwerke als “Bruecke”, sondern gegen Neubauten!)

            2. Datteln mag besser sein als aeltere KoKWs – dennoch gilt hier das gleiche, wozu sich festlegen mit einer so langfristigen Investition?

            3. CCS – selbst wenn es funktioniert und langfristig sicher ist (Letzteres glaube ich nicht, das verspricht auch nicht einmal die Lobby), reicht die Kapazitaet kaum fuer das in Zementfabriken usw. stofflich anfallende Co2. Fuer Co2 aus Kraftwerken fehlt einfach der Platz im Untergrund.

            4. Dass “Atomreaktoren der 4. Generation so gut wie keinen radioaktiven Müll mehr produzieren”, klingt mir wie die Versprechen der Fusionsforschung. Weisser Elefant?

            Was mir hier fehlt, wie fast ueberall, ist die Frage nach dem Gesamtverbrauch an Energie: Wer sagt denn, dass der konstant bleiben oder steigen muss?
            Wo bleibt eine rationale Betrachtung der Einsparpotentiale?
            Wie hoch diese genau sind, weiss ich auch nicht, wenn da jemensch serioese Daten haette…

            Gruesse
            smukster

          • midrow schrieb am 3. April 2011 at 20:56 - Permalink

            mit Deiner Antwort hast Du gezeigt, dass Du nicht wirklich Ahnung von Energietechnik hast

            Vor der Sache kommt also das Persönliche … Meine Erfahrung sagt mir, dass dann die Qualität der Argumente zur Sache phänomenal sein werden. ;-)

            Somit wird es für die Betreiber verschiedenster Kraftwerke in anderen europäischen Ländern wirtschaftlich lohnender dort Ihre Kraftwerke am Netz zu lassen, oder gar neue zu bauen.

            Die übliche eindimensionale Sichtweise: Die Lage wird in eine Formel mit nur einer Variablen gepresst. Ergebnis: Eine “alternativlose” Handlungsanweisung …

            Nein, ganz Europa kommt nicht ohne Atomstrom bzw. dessen Substitution aus!!

            Endlich mal nicht nur ne Behauptung, sondern der Beweis! ;-)

            Wenn 47 % des deutschen Stromverbrauchs bis 2020 über regenerative Energien erzeugt werden sollen, dann werden davon ca. 50 % in Nord- und Ostsee produziert.

            Kannst Du dafür mal Quellen nennen?

            Da wohnt aber keiner, bis auf Hamburg gibt es dort keine Verbraucher. Irgendwie MUSST Du die Energie in den Ruhrpott und nach Bayern und Baden-Würtemberg bringen.

            Wie kommt die Energie der jetzigen Großkrartwerke (nicht nur Atom-) zurzeit in den Süden?

            - Im Schwarzwald soll EIN Pumpspeicherkraftwerk gebaut werden, ähnlich wie es im Thüringer Wald mit Goldisthal bereits exisitiert – und nein, dieses wollen verschiedene Ortsverbände nicht!

            Ein Beispiel für Kritik. Also sollte man die Einwände prüfen … und am Ende ist der Wille der Ortverbände sehr gut begründet … und die Planer haben (wie so häufig) ne Menge übersehen (s. z.B. S21) – bewusst oder unbewusst!

            - Du hast Recht Gasbohrungen und Fracking ist gefährlich, aber Deutschland hat einen hohen Gasverbrauch und der wird steigen.

            Aber Deutschland hat einen hohen Energieverbrauch und der wird steigen, also ist Atomenergie trotz Gefährlichkeit gerechtfertigt?
            Das Standard-”Argument”!

            was nebenbei Arbeitsplätze und Steuern einbringt

            Standard-”Argument” Nr. 2, an beliebig vielen Stellen einsetzbar … und zum Abschalten des Nachdenkens gedacht.

            Ganz ehrlich -> dann lieber in Deutschland, mit deutscher Aufsichtsbehörde (Bergamt) und deutscher Umwelt- und Sicherheitskultur. -> JA, die ist bedeutend weiter entwickelt als in anderen Ländern.

            Und wieder höre ich: “Aber die dt. Kernkraftwerke sind die sichersten.” Ständige Wiederholung führt dazu, dass das viele glauben. Man sollte das vielleicht mal irgendwann versuchen nachzuweisen …

            Ein vollständige Antwort würde den Rahmen hier sprengen

            Es reichen ein paar Links. Das Web ist ja so gedacht, dass nicht überall das Gleiche nochmal geschrieben werden muss!

            jedoch kann ich Dir versichern, dass die kleinen Stromtierchen (Elektronen) die bei Dir aus der Steckdose kommen

            Als Physiker weiß ich sogar, dass sie da auch wieder reingehen!

            Nach derzeitigem Forschungsstand würden Atomreaktoren der 4. Generation so gut wie keinen radioaktiven Müll mehr produzieren.

            Das ist mir neu – aber man kann ja nicht alles wissen!
            Neugierig bin ich aber auch hier auf mehrere Links …

            Dagegen sein ist immer am einfachsten!!!

            Erinnert mich an die CDU/FDP-Kampagne gegen die Grünen: “Die Dagegen-Partei!” Und dabei bin ich gar nicht Grünen-Wähler …

            Ich empfehle Dir dringend eine Grundlagenvorlesung in elektrischer Energietechnik zu besuchen.

            Habe ich schon gemacht … aber da habe ich wohl geschlafen! ;-)

    10. Ko-Mike schrieb am 2. April 2011 at 14:50 - Permalink

      Gut gesagt, Herr Sasse. Aber wie nun weiter?

      @gerhardq: Ich bin voll deiner Meinung. Immer wieder rede ich von der dezentralen Energieversorgung. Aber wie nun weiter?

      Ich höre und rede oft selbst davon: Ein Umdenken muss her!
      Aber ich finde, die Zeit ist reif für’s Handeln! Und ich meine hier nicht die Anti-Atom-Propapaganda-Scheiße. Hat das je wirklich etwas gebracht? Ein großes Umdenken? Nix hat’s gebracht. Selbst die Grünen waren an der Macht. Und? Für’n Arsch.
      Dieses Anti-Irgendwas geht mir echt auf den S… Die ganze Politik ist ein Chamäleon! Man weiß nie, woran man ist. Heute so, morgen so – Hauptsache das Volk in den A… gef… Oder warum glaubt ihr, gibt es keine wirklichen massiven Reformen, die umgesetzt werden? Es gibt noch nicht einmal Pläne dafür. Alles Betrug. Und die Demos sind vielmehr quengelnde Schrei-Kinder in Gestalt von Erwachsenen, die es noch nicht begriffen haben, dass man sich den Lolli einfach holen muss, wenn man ihn haben will, anstatt blöd herumzustehen und dämlich zu jammern.
      Wenn ich ein Haus bauen will, stell ich mich auch nicht hin und schrei: Ich will ein Haus! Ich will ein Haus! *heul, heul* Ich will ein Haus, sonst mach ich Revolution. *heul*
      Wenn ich ein Haus bauen will, dann brauche ich Geld, damit ich mir Stein und Putz kaufen kann. Usw.
      Alles klar? Sorry, musste raus.

      • gerhardq schrieb am 2. April 2011 at 15:54 - Permalink

        Wenn ich hier in Bayern durch das Ländle fahre, dann sehe ich auf sehr vielen Dächern Photovoltaik- oder Solaranlagen. Obwohl es hier wohl primär um den Ertrag geht, kann man doch sagen, daß das Umdenken schon begonnen hat. Es gibt viele kleine Anbieter, die Energieversorgung fängt schon an, sich zu dezentralisieren. Dann haben wir da noch die vielen Stadtwerke, die eigene Kraftwerke besitzen. Und eines müßte auch klar sein, die Politik und die Wirtschaft waren von dem Erfolg des EEG vollkommen überrascht. Keiner hatte damit gerechnet.

        Wir können nicht erwarten, daß die neue Welt quasi auf Knopfdruck da ist, wir müssen sie schaffen und ich bin dabei. Ich arbeite beispielsweise für ein Unternehmen, das sich auf internetbasierende Vertriebssoftware für Photovoltaik- und Windkraftanbieter spezialisiert hat.

    11. Arnold Schulz schrieb am 2. April 2011 at 16:06 - Permalink

      Okay, das klingt jetzt oberlehrerhaft. Aber mich graust es, wenn da nonchalant mit falschen Zahlen operiert wird.

      Ein Kreis mit Radius 40km hat eine Fläche von ca 5.000 qkm. Das ist nicht die Hälfte von Baden-Württemberg (ca. 35.750 qkm).

      • Stefan Sasse schrieb am 2. April 2011 at 18:01 - Permalink

        Das “halb BW” bezog sich auch weniger auf die Gesamtfläche als auf die besiedelte Fläche und die Einwohner. Schau mal welche Städte in diesem Kreis lägen!

        • Arnold Schulz schrieb am 2. April 2011 at 20:19 - Permalink

          So gesehen hast Du sicherlich recht – der Sprung von der Fläche zur Population hat mich überfordert.

          Meine beiden Wohnsitze liegen übrigens in der genannten Hälfte, bin also im Fall der Fälle doppelt gekniffen.

          • brandubh schrieb am 3. April 2011 at 10:05 - Permalink

            Wenn man in Nordrhein-Westfalen lebt,. wundert man sich, dass es “da unten” so große Agglomerationen gibt.

            Heilbronn und der ihn umgebende Landkreis Heilbronn haben 450.000 Einwohner. Die südlich anschließende Region Stuttgart 2,7 Mio.

            Im Radius von 40 km von Neckarwestheim leben etwa 1,5 Mio. Menschen.

            Ein Kreis mit einem Radius von 40 km hat übrigens eine Fläche von 1257 qkm.
            Das sind 3,6% der Fläche Baden-Württembergs.
            Ein Kreis mit einem Radius von 100 km hat eine Fläche von etwa 7854 qkm, etwa 22.4% der Fläche Baden-Württembergs.

            • Arnold Schulz schrieb am 3. April 2011 at 15:03 - Permalink

              Tja, mir im Ländle haben halt schon früh auf die fortschrittliche Technologie gesetzt. Mir sind halt einfach clever.
              Ojeh…

              Denke, du haste jetzt beim Kreis den Durchmesser mit dem Radius verwechselt. Es gilt immer noch: A = r^2 * Pi

              Gruß vom Oberlehrer

            • brandubh schrieb am 3. April 2011 at 22:19 - Permalink

              Stimmt!
              Da kommt man ganz durcheinander.
              Ein Kreis mit einem Radius von 40 km sind 5026 qkm, also 14% BW.

    12. Granado schrieb am 2. April 2011 at 16:49 - Permalink

      Eine in den USA eingesetzte Kommission kam nun auch zu dem Schluss, dass es keine Möglichkeit gibt, selbst im Falle eines geeigneten Lagerorts nachfolgende Generationen sicher zu warnen…

      Meinst du das Bechtel-Projekt Atomsemiotik 1981ff? Dazu schon “Und in alle Ewigkeit: Kommunikation über 10.000 Jahre: Wie sagen wir unsern Kindeskindern wo der Atommüll liegt?”, in: Zeitschrift für Semiotik 3/1984, mit teilweise abstrusen Vorstellungen von Technikfreaks über Gesellschaft.

      • Heldentasse schrieb am 2. April 2011 at 18:23 - Permalink

        Die vorgestellten Ideen zeigen unsere eigene totale Hilflosigkeit, aber immerhin sind sie kreativ und besser als nichts. D.h. z.B. bei dieser Atomreligion mit einer Priesterkaste sehe ich schon die Chancen einige Jahrtausende (womöglich aber nicht die geforderten 1/4 Mio.) Jahre die zukünftigen Menschen vom “graben” in Atomendlagerbereichen abzuhalten.

        Achtung Satire: Wäre das nicht mal eine sinnvolle Aufgabe für die katholische Kirche? Die haben ja schon sehr erfolgreich dauerhafte Dogmen generiert. ;-)

        P.S.: Wenn das Energieproblem gelöst würde (sehr kleine Chance), könnte man das Zeugs evtl. in die Sonne schießen oder durch Neutronenbehandlung unschädlich machen. Die Physik gibt da theoretisch schon was her.

        • Granado schrieb am 2. April 2011 at 19:14 - Permalink

          Atomreligion mit einer Priesterkaste

          Das meinte ich z.B. mit abstrusen Vorstellungen, wie Gesellschaft (und Kultur) funktioniere. Auch die katholische Kirche hat noch nicht 10.000 Jahre geschafft – und kontinuierlich waren die Dogmen jetzt schon nicht (man sollte die Propaganda nicht mit der (Geistes-)Geschichte verwechseln)! Der (vorige?) Papst hat sich zu Luther bekannt in puncto Gnade/Werk; Unfehlbarkeit des Papstes gilt erst seit 1870; mit Verlust der aristotelischen Physik hat seit Galilei die Transsubstantiation der Hostie (Abendmahl) Schwierigkeiten bekommen; Zölibat galt nicht in früheren Jahrhunderten… Vergnügliches zur Dogmengeschichte auch bei J.L. Borges zu finden. Die Zeitschrift weist ja darauf hin, dass bis jetzt keine Sprache über 10.000 Jahre erkennbar geblieben ist – darum z.B. die Idee der “Atomkatze”. Wie “Tabu” funktioniert, hatten die Beiträge jedenfalls keine Ahnung – Stammtischexperten.

        • Granado schrieb am 2. April 2011 at 19:20 - Permalink

          Zum Bearbeiten kommt man nicht mehr ans Ende des Fensters!

          besser als nichts

          – heißt: Weitermachen mit Atommüll, irgendwann wird uns schon irgendwas einfallen?! Jetzt ist es nichts!

          • Heldentasse schrieb am 3. April 2011 at 10:26 - Permalink

            @Granado

            – heißt: Weitermachen mit Atommüll, irgendwann wird uns schon irgendwas einfallen?! Jetzt ist es nichts!

            Da 50 Jahre Atomwirtschaft Fakten geschaffen haben, heißt es bestenfalls “Schadensbegrenzung” in dem man:
            1. Alle schnellst möglich die AKW abschaltet
            2. Somit bestenfalls keinen neuen Atommüll mehr produziert
            3. Sich unter rein wissenschaftlichen Prinzipien darauf einig wie der alte Atommüll möglichst risikoarm gelagert werden kann, wobei das wohl eine “never ending story” wird, weil wir heute zwar entsorgen müssen aber die sichere Technologie dafür nicht haben

            Gerade der letzte Punkt wird leider aber gezwungenermassen dazu führen, dass auf eine sehr lange Sicht eine gewisse Atomwirtschaft/ Forschung evtl. sogar mit neuen Forschungsreaktoren weiter betrieben werden muss.

            Die Atomkraftnutzung ist wahrlich ein modernes Äquivalent zur “Büchse der Pandora” :-(((

        • Musenrössle schrieb am 2. April 2011 at 19:51 - Permalink

          @Heldentasse:
          “in die Sonne schießen” wird immer wieder gerne als mögliche Lösung genannt, ist aber leider ausgeschlossen, da:
          1.viel zu teuer
          und vor allem:
          2.viel zu gefährlich!

          Bei der bekannten ‘Zuverlässigkeit’ von Trägerraketen würde uns da alle paar Tage eine Rakete mit Plutonium, Uran und anderen strahlenden Nettigkeiten “auf den Kopf fallen” mit entsprechender Verstrahlung großer Landstriche auf hunderttausende von Jahren.

          Eine todsicherere Methode unsere Erde für Menschen auf Dauer unbewohnbar zu machen.

          Den Atommüll durch Bestrahlung unschädlich – oder zumindest weniger schädlich – zu machen ist eine in der Theorie tolle Idee, die in der Praxis aber leider extrem kompliziert ist darum nicht wirklich funktioniert und dazu noch zusätzliche große Risiken birgt.

          Darum wurden entsprechende Versuche auch von fast allen Ländern die das mal probiert hatten wieder eingestellt.

          Japan in seiner naiven Technikgläubigkeit probiert es noch und man darf gespannt sein wann es dabei den nächsten schweren Unfall gibt…

          • brainOnaut schrieb am 3. April 2011 at 00:17 - Permalink

            “in die sonne schiessen”, da denkt der moderne, frank schätzing-gestählte leser *hrmph* natürlich an eine magnetic railgun…
            der energieaufwand, den müll in die sonne zu “schiessen” dürfte jedenfalls beträchtlich sein…ich halts durchaus für ne option…ultraharte, “un”zerstörbare, irre teure projektile, total wenich nutzlast 1/2wegs hohe abschussfrequenz (dollet technologieprojekt, könn n dann die ex-funtionäre der IAEO leiten, bei der masse an material dauert dat n paar jahrzehntchn, so drei, vier vielleicht aber auch 10 oder 20, na die rücklagen dafür reichen wohl dann nich…)
            und transmutation? im labor funktionierts jedenfalls (bla)…
            wird uns wohl noch ne weile begleiten, der scheiss.

          • Heldentasse schrieb am 3. April 2011 at 10:54 - Permalink

            @Musenrössle

            “in die Sonne schießen” wird immer wieder gerne als mögliche Lösung genannt, ist aber leider ausgeschlossen, da:
            1.viel zu teuer
            und vor allem:
            2.viel zu gefährlich!

            Das mit “in die Sonne scheißen” ist wohl eher ein populärer Arbeitstitel weil:
            1. Mit der heutigen Technologie viel zu gefährlich, wie Du geschrieben hast
            2. Die Sonne zu erreichen d.h. da was “rein schießen” gar nicht so einfach sein dürfte, weil die Erde sich mit ca. 30km/s um die Sonne bewegt und das ist ein mehrfaches der normalen Fluchtgeschwindigkeit der Erde

            Weil heute ja Sonntag ist, ein evtl. nicht ganz so spinnerter Gedanke zum entsorgen von Atommüll im Weltraum:
            Stufe 1: Mit einem Weltraumlift das Zeug in den Erdorbit schaffen
            Stufe 2: Von da aus weiter mit Raketenkraft in einen geeigneten Lagrangepunkt

            Der Transport wäre relativ billig und da diese L-Punkte stabil sind wird der Müll da (vielleicht) auch einige tausend Jahre in Ruhe vor sich hin strahlen können.

    13. Benjamin schrieb am 2. April 2011 at 19:35 - Permalink

      weil plötzlich einige riesige Stromkonzerne ihre Geschäftsgrundlage verlören

      Na hoffentlich!

    14. Horst schrieb am 2. April 2011 at 20:22 - Permalink

      Eine weitere Idee, wie man das Leitungs- und zum Teil lösen kann:

      http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/1311244/

      Ein Teil der Infrastruktur ist vorhanden, die Techniken für Gas werden jetzt schon benutzt…

    15. brandubh schrieb am 3. April 2011 at 00:47 - Permalink

      Kiew (Agglomeration: ca. 3 Mio. Einwohner) liegt nur 110 km Luftlinie von Tschernobyl entfernt.

      Baden-Würtemberg hat eine Fläche, die in etwa einem Rechteck von 140 km x 250 km entspricht.

    16. Juliane schrieb am 3. April 2011 at 11:30 - Permalink

      Danke für diesen Artikel, Stefan !
      Zur Ergänzung möchte ich auf dieses Interview hinweisen:
      http://www.ausgestrahlt.de/hintergrundinfos/energiewende/artikel/99f9d02cb2/das-potenzial-wird-unterschaetzt.html

    17. Christian Walde schrieb am 3. April 2011 at 16:03 - Permalink

      > Würde eine echte Kernschmelze mit Explosionen und allem drum und dran nach dem Vorbild Tschernobyl stattfinden

      Ein Vorfall nach dem Bild Tschernobyl kann in Deutschland gar nicht stattfinden, da hierzulande:
      1. Keine Experimente im laufendem Betrieb ausgeführt werden.
      2. Kein Graphit, sondern Wasser zur Reaktionsermöglichung eingesetzt wird, womit der Reaktor nicht mit leicht brennbarem Kohlenstoff gefüllt ist.
      (Es gäbe noch mehr, aber das sind die zwei Hauptfaktoren.)

      Daher mal ne ganz persönlich Frage an den Spiegelfechter: Warum gibst du hier die Niederschriften von Leuten wieder, die sich angeblich zur Materie gebildet haben, aber trotzdem Kommentare von sich geben die entweder pure Ignoranz oder böswilliger Sensationalismus sind?

      Edit: Ich seh grade dass der Autor dieses Artikels künftig öfter hier schreiben soll und das nicht nur als Gast. Bedeutet das, das in Zukunft hier nicht mehr die von dir gewohnte ausführliche Quellen- und Faktenprüfung geschehen wird? Es wäre schade wenn ich eine vertrauenswürdige Nachrichtenquelle weniger habe.

      • brainOnaut schrieb am 3. April 2011 at 18:24 - Permalink

        “Ein Vorfall nach dem Bild Tschernobyl kann in Deutschland gar nicht stattfinden,..”

        da lehnt sich einer ganz aber ganz schön aus dem fenster mit seiner böswilligen korinthenkackerei…

        da fragt sich wirklich, wer hier ignorant ist.

        ich hab die schnauze so dermassen voll von solchen sinnlosen, dummen, ignoranten und zynischen kommentaren von leuten die im brustton der überzeugung nicht in der lage sind über ihr ego hinaus irgendetwas wahrzunehmen.

        “Es wäre schade wenn ich eine vertrauenswürdige Nachrichtenquelle weniger habe..”
        hörst du dir auch mal zu?

        • Christian Walde schrieb am 3. April 2011 at 18:44 - Permalink

          Ich denke nicht dass du erwartest dass ich deine Ad hominems grossartig kommentiere.

          > da fragt sich wirklich, wer hier ignorant ist.

          Hierzu jedoch, falls du Fakten anbringen kannst die mir deiner Meinung nach fehlen: Nur zu. Ich höre gerne zu, belese mich, lasse mich überzeugen wenn die Dinge schlüssig sind und kann zugeben wenn ich falsch liege.

          • brainOnaut schrieb am 3. April 2011 at 19:00 - Permalink

            deine argumentation war keine und hatte offenkundig nur den zweck, deinen negativen senf zu dem genannten artikel abzugeben.
            war meine beobachtung. über was du argumentieren willst, erschliesst sich mir nicht…
            und falls es um die sicherheit deutscher AKWs gehen sollte, und was oder was nicht passieren könnte, ist m. e. in den letzten 40 jahren nun wirklich alles gesagt worden.
            also, welche fakten? dasses in nem deutschen AKW zur kernschmelze mit austritt kommen kann? wie NICHT GANZ GENAU in tchernobyl aber ähnlich? oder was?

            • Christian Walde schrieb am 3. April 2011 at 19:32 - Permalink

              Meine Argumentation war mehr Mittel zum Zweck um den Hauptpunkt deutlich zu machen den ich am Ende beschreiben werde. Erstmal zur Argumentation selber:

              In dem Artikel werden zwei Vorkommnisse als möglich betrachtet:
              1. Wasserstoffexplosion im Kerninnern, die es schafft den Kern selber freizulegen.
              2. Großbrand im nun offenem Kerninnern der radioaktives Material in die obersten Atmosphärenschichten schleudert und über einen ganzen Kontinent verteilt.

              Meines Wissens nach sind diese beiden Fakten alleine in Deutschland nicht reproduzierbar.

              Punkt 1 geschah in Tschernobyl da der Reaktor selber keine nennenswerte Versiegelung hatte und vom Kraftwerksbetreiber mittels eines Experimentes direkt provoziert wurde. In Deutschland würde aufgrund legaler Folgen niemand so etwas auch nur wagen und selbst wenn eine Wasserstoffexplosion passieren würde, wären die Chancen dass der Reaktormantel durchbrochen würde sehr schmal, da diese tatsächlich auf Hochdrucksituationen ausgelegt sind.

              Punkt 2 geschah ausschließlich weil massive Mengen an Graphit (quasi Presskohle) im Kerninneren vorhanden waren und bei der Explosion entflammt sind. Dies ist in deutschen Kraftwerken schlicht nicht gegeben. Bei einer “normalen” Kernschmelze geht der Kram nur soweit runter wie er kann und das wars.

              Leider bedeutet dies auch: Die weit grössere Gefahr wäre dass der Reaktortreibstoff den Grundwasserspiegel verseucht und das Material damit verbreitet. Ich habe stellenweise gelesen dass deutsche Kraftwerke keinen Kernschmelzefänger haben der soetwas verhindern könnte. Von daher stimme ich einer Abschaltung deutscher Kraftwerke sogar zu und habe auch nur bewusst diesen einen Punkt angekreidet.

              Mich stört nur der Vergleich mit Tschernobyl der offensichtlich bewusst gewählt ist um sensationelle Bilder wie Explosionen und Todeswolken in den Köpfen der Menschen zu verursachen. Ich habe nichts dagegen Leute über Gefahren aufzuklären und bewusst zu machen, aber dann doch bitte auch mit gründlicher Nachforschung und Belegung.

              —

              Soweit dazu: Worum es mir hierbei aber wirklich ging: Ich bin es vom Spiegelfechter gewohnt dass solch starke Aussagen gutdurchdacht, nachgeforscht, geprüft und mit Links belegt werden auf denen ich nachlesen kann wie sich die Aussage begründet und unter Umständen noch was dazu lernen kann. Im obigen Artikel fehlt dies vollkommen.

              Dies sieht für mich nach einer Verweichung der Werte des Spiegelfechters und einer freiwilligen Qualitätsverringerung aus, was mich besorgt.

            • André H. schrieb am 3. April 2011 at 20:10 - Permalink

              @ Chr. Walde

              Und dann ist es eben einfach ein anderer Grund, weswegen ein AKW einen Super-GAU hervorruft.
              Und dann ist da noch die Sache mit dem “schwarzen Schwan “.
              In Schweden gab es vor 2 Jahren einen beinahe-GAU. Bei allen Atom-Unfällen war der Grund ein anderer. Im Nachhinein ist man immer überrascht, dass man nicht an diesen Grund gedacht hatte. Beim nächsten Mal ist es vielleicht ein Terroranschlag.

            • Christian Walde schrieb am 3. April 2011 at 20:16 - Permalink

              @André H.

              Wie ich oben schon sagte:

              “Von daher stimme ich einer Abschaltung deutscher Kraftwerke sogar zu und habe auch nur bewusst diesen einen Punkt angekreidet.”

              Es ging mir hier mehr um die journalistische Integrität.

        • .flac schrieb am 3. April 2011 at 18:53 - Permalink

          Naja, es macht eben tatsächlich keinen Sinn, einen Vorfall “nach dem Vorbild von Tschernobyl” als realistisches Szenario darzustellen, weil die Reaktoren fundamental anders aufgebaut sind. Da zeigt man nur seine eigene Unkenntnis.

          Das heißt aber natürlich nicht, dass auf andere Art und Weise nicht trotzdem ein ähnlich großes Unglück passieren kann. Insofern bin ich dieses Argument in Diskussionen auch schon leid.

    18. .flac schrieb am 3. April 2011 at 18:44 - Permalink

      Ich finde den Artikel auch nicht sonderlich gelungen, da er fast keine Information enthält. Das einzige, was man erfährt, ist dass Stefan wegen Fukushima sofort aus der Kernenergie aussteigen will.

      Wie das von statten gehen soll und was das für Auswirkungen hat, wird nicht erklärt, man erhält als Begründung lediglich ein Bauchgefühl, dass das mit den Erneuerbaren Energien doch schon irgendwie hinhauen müsste.

      Sorry, aber schreib doch einfach über Themen, wo du dich besser auskennst. ;-)

    19. brainOnaut schrieb am 3. April 2011 at 18:47 - Permalink

      die RWE-knalltüte grossmann hats auch noch nicht begriffen bzw. wärmt alte lügenscheisse auf (der mann ist ja sowas von offen in seiner arroganz, man glaubt es kaum);
      http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE73201F20110403
      “Er wünsche sich, dass die Überprüfung der Reaktoren europaweit “möglichst uniform” verlaufe, sagte Großmann am Sonntag im Deutschlandfunk. Es sei nicht sachgerecht, wenn hierzulande Kraftwerke wegen unerreichbar hoher Standards stillgelegt würden, während dann Strom aus ausländischen Kraftwerken importiert werden müsse, die den deutschen Sicherheitsanforderungen nicht genügten.”
      sachgerecht. alter.

    20. beauregard schrieb am 3. April 2011 at 19:31 - Permalink

      ABSCHALTEN würde (und wird hoffentlich) einer revolution nicht nur auf dem energieSektor gleichkommen.
      die einzige(n) alternative(n) hat hermann scheer in mehreren publikationen hinreichend beschrieben. und genau das ist es, was der ATOM-Mafia angst macht.
      und diese angst, mit strom kein geld mehr verdienen zu können, wird auch jetzt schon wieder den menschen über die üblichen verdächtigen, als ihre eigene angst verkauft…

    21. brainOnaut schrieb am 3. April 2011 at 20:46 - Permalink

      @ Chr. Walde
      “Ich habe stellenweise gelesen dass deutsche Kraftwerke keinen Kernschmelzefänger haben der soetwas verhindern könnte. Von daher stimme ich einer Abschaltung deutscher Kraftwerke sogar zu und habe auch nur bewusst diesen einen Punkt angekreidet.”
      verstehe…
      kein aktives AKW hat einen “Kernschmelzefänger”…
      sorry, du hast es immer noch nicht begriffen: wieviel “sicherheit” du auch in diese technologie steckst, es wird zwangsläufig immer wieder zum verheerendem unfall kommen, die folgen eines solchen “unfalls” sind nicht zu kompensieren, durch nichts.
      ich bin es leid.

      • Christian Walde schrieb am 3. April 2011 at 20:53 - Permalink

        Deswegen ist es gerechtfertigt als Journalist Falschaussagen zu tätigen und Quellenbelegung komplett in den Wind zu schmeissen?

        PS: Es mag sein dass du meinen Kommentar dort falsch gelesen hast. Mit “nur diesen einen Punkt angekreidet” meinte ich dass ich nur den Chernobyl-Vergleich im Artikel oben angekreidet hatte; nicht den ganzen Artikel.

        • brainOnaut schrieb am 4. April 2011 at 03:28 - Permalink

          ganz wie du meinst.
          ich nenns technische korinthenkackerei in nem nichttechnischem blog zu nem thema, in dem der vergleich (und ganz besonders in diesem speziellem fall) mit chernobyl absolut gerechtfertigt ist, da die folgen die gleichen wären und selbstverständlich auch einem siedewasserreaktor der druckbehälter explodieren kann.
          ne falschaussage seh ich hier nicht. höchstens ne vereinfachung.
          ps. der titel des artikels ist dir wohl nicht aufgefallen?

    22. Truvor schrieb am 4. April 2011 at 16:44 - Permalink

      Zum Thema: http://www.badnews.org.ru/news/fukusima_bzdec_kotjonku/2011-04-04-7462

    23. Axel schrieb am 4. April 2011 at 18:58 - Permalink

      Ich lese gerade: RWE: Atomstrom aus Frankreich und Tschechien füllt Lücke. 3000 MW aus Frankreich, 2000 MW aus Tschechien. Das Bundesumweltministerium hat dementiert.

      Deutschland will übrigens u. U. die Schweiz verklagen damit die abschaltet. Wieso verklagen sie Frankreich und Tschechien nicht?

      Wer sagt nun die Wahrheit, denn Sozialisten sind das ja nach Ansicht diese Blogs beim Bundesumweltministerium ja auch nicht.

      • Howie Munson schrieb am 4. April 2011 at 19:22 - Permalink

        nö, 66% der “Lücke” werden NICHT durch Stromimporte gedeckt….

        ******Seit (…) Mitte März würden täglich netto rund 50 Gigawattstunden Strom eingeführt(…)
        Für sieben Atomkraftwerke war nach dem Erdbeben in Japan ein dreimonatiger Produktionsstopp verhängt worden ,(…) Laut BDEW fehlen dadurch 120 Gigawattstunden Stromerzeugung pro Tag. Weitere 30 Gigawattstunden entfielen dem Verband zufolge durch die Abschaltung des Atomkraftwerks Grafenrheinfeld, das am vorletzten Wochenende für einen planmäßigen Brennelementewechsel heruntergefahren wurde.***** http://www.ftd.de/politik/deutschland/:energieversorger-deutschland-importiert-nach-akw-ende-mehr-strom/60034814.html

        Und Krümmel läuft auch seit zwei Jahren nicht…

        BTW: in den 90er waren wir auch Stromimporteur
        http://de.wikipedia.org/wiki/Energiemarkt#Entwicklung_der_Stromhandelsbilanz
        1995 39,7 34,9 -4,8

      • Sukram71 schrieb am 5. April 2011 at 14:43 - Permalink

        Offenbar findet schon immer ein ständiger Stromaustausch innerhalb der EU statt. Weil es ja ein Stromnetz ist. Auch weil der Strom an der Strombörse gehandelt wird.
        Wenn Atomstrom aus französischen abgeschriebenen AKWs billiger ist, wird der importiert. Nicht weil das nötig wäre, sondern weil der billig ist.

        Deshalb kann man im Prinzip immer sagen: Wir importieren (Atom-)Strom.
        Das war immer so und wird wohl auch so blieben.

        Nur exportieren wir jetzt halt (logischerweise) etwas weniger.

        Und je nach Gesamtmaßstab (ganz Deutschland oder einzelne Bundesländer) verschiebt sich das Verhältnis von Import und Export vermutlich erneut.

        Je nach politischem Interesse kann man dort ganz unterschiedliche Dinge behaupten und herauslesen.
        Ich würde das erstmal als Propaganda der Atomindustrie abtun. ^^

      • Sukram71 schrieb am 5. April 2011 at 15:02 - Permalink

        Weil wir können ja nicht unsere ganzen alten abgeschriebenen AKWs nur deshalb weiter laufen lassen, weil der Strom rechnerisch so billig ist, dass die Stromanbieter dann keinen billigen französischen Atomstrom importieren. ^^

        Klar – ginge alles nur nach dem Preis, müssten wir alle Altmeiler noch bis 2050 laufen lassen. Und welcher Strom genutzt bzw. importiert wird, richtet sich dank der Strombörse wohl nicht zuletzt nach dem Preis.

        Da können die AKW-Betreiber natürlich bequem argumentieren … :)
        und behaupten, jetzt würde mehr Atomstrom importiert.

      • Sukram71 schrieb am 5. April 2011 at 15:40 - Permalink

        Hier wird das auch schön erklärt. Hab ich gerade gefunden.

        (Diese Deppen von der FDP interessieren mich einfach gar nicht. *gähn*)

    24. Axel schrieb am 4. April 2011 at 21:46 - Permalink

      Jetzt in “Fakt” (ARD); Naturschützer wollen keine erneuerbaren Energien! Na denn!

    25. Axel schrieb am 4. April 2011 at 22:03 - Permalink

      Eine Billerbecker Bürgerin meint das man demnächst zwischen zwei Magnetfeldern leben würde und es sei nicht geklärt was passiert, wenn die sich treffen.

      Vielleicht sollte man mal die Physik fragen. Ansonsten: es kann natürlich immer sein, dass man noch nicht alles weiß. Wer weiß, vielleicht hat die Bürgerin der theoretischen Physik ein Problem formuliert.

    26. Truvor schrieb am 5. April 2011 at 03:57 - Permalink

      http://www.community.livejournal.com/aftershock_1/101272.html

    27. Granado schrieb am 5. April 2011 at 20:44 - Permalink

      http://www.fr-online.de/panorama/spezials/japans-katastrophe/die-nuklear-nomaden/-/8118568/8299710/-/view/printVersion/-/index.html
      Japans Katastrophe – 4 | 4 | 2011
      Frankfurter Rundschau
      Wartung von AKW
      Die Nuklear-Nomaden
      Von Annika Joeres
      …
      Dabei arbeiten nahezu alle internationalen Energiekonzerne mit billigen Subfirmen und Leiharbeitern, um ihre Atomkraftwerke zu warten. Der französische Staatskonzern EDF beschäftigt in den 59 Kernkraftwerken des Landes 20.000 Leiharbeiter und somit so viele wie Festangestellte. Ein bislang wenig diskutiertes Risiko. Besonders bei dem gefährlichen Austausch der Brennstäbe würden die “Nuklear-Nomaden” eingesetzt. “Wir verstehen unser Handwerk”, sagt Gewerkschafter Andrade. “Aber natürlich haben wir nicht dieselbe Ausbildung und die kontinuierliche Praxis wie die Festangestellten.”
      …
      http://www.fr-online.de/panorama/spezials/japans-katastrophe/die-nuklear-nomaden/-/8118568/8299710/-/index.html

    28. Truvor schrieb am 6. April 2011 at 14:40 - Permalink

      Zum Thema: http://www.interfax.ru/society/txt.asp?id=184394


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