Der Lichtstrahl aus dem Osten
geschrieben am 06. Juni 2009 von Spiegelfechter
Setzt sich Magna durch, hat bei Opel zukünftig die Russland-Connection das Sagen
“
Beam”, so lautet der Name des Zukunftskonzepts für Opel, mit dem der österreichisch-kanadische Magna-Eigner Frank Stronach die Herzen der deutschen Politik gewinnen konnte. Wenn deutsche Politiker vor die Mikrofone der Journalisten treten, sprechen sie dann auch am liebsten von einer deutsch-österreichisch-kanadischen Kooperation. Das verwundert, sieht das Konzept “Beam” doch lediglich eine 20%-Beteiligung von Magna vor. Die neuen starken Männer im Hintergrund von Opel sind die russischen Banker der staatlich kontrollierten Sberbank. Zusammen mit dem russischen Automobilproduzenten GAZ sind sie vor allem an der Technologie der Rüsselsheimer interessiert. Ob der Deal mit der Russland-Connection für Opel ein Glücksfall ist, wird sich noch herausstellen. Besonders problematisch könnte sich die Zusammenarbeit für die in den deutschen Werken beschäftigten Opelaner herausstellen. Aber davon will die deutsche Politik nichts wissen.
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Analytisch sauberer letzter Absatz.
Hier geht es um:
1.) Das Überleben der Regierung bei der nächsten Wahl
2.) Technologietransfer nach Osten
3.) ein nur zeitversetztes Zerschlagen von OPEL
Eventuell wird also in Rußland irgendwann weitergeopelt, gerne auch unter anderer Marke. Favorit aber sicherlich die Zerschlagung nach der Bundestagswahl.
“sein Scherflein ins Trockene”
Das ist entweder vertippt oder ich verstehe den Witz nicht.
Spitze, dieser Artikel !!!
Dabei sollte man berücksichtigen, daß GM sich immer noch die Opel-Patente und andere Rechte gesichert hat und dafür Lizenzgebühren in Milliardenhöhe verlangt. Der andere Punkt ist, daß die Hardware, d.h. Fabriken, Gebäude und Maschinen, im Grunde immer noch bei GM und der amerikanischen Regierung gehört.
Aus meiner Sicht ist das Ganze nichts weiter als ein gigantischen Wahlkampfmanöver der aktuellen großen Koalition um die Wiederwahl zu sichern. Eine Insolvenz würde diese Sachverhalte ans Tageslicht bringen, daher muß das mit aller Gewalt verhindert werden.
Die einzigen, die wirklich ein Risiko für Opel eingehen, sind die Bundesregierung in ihre grenzenlosen Naivität und die Opelaner. Weder Magna noch GM noch die US-Regierung gehen ein wirkliches wirtschaftliches Risiko ein.
Wir sollten in Deutschland langsam einmal begreifen, daß die Insolvenz im Grunde ein guter Vorgang ist. Eine Insolvenz erlaubt es nämlich, überkommene oder fehlerhafte Wirtschaftselemente (Firmen, Privatpersonen) effektiv zu entfernen oder diese neu zu strukturieren, so daß sie lebensfähiger sind.
Das gilt im Grunde für alle Unternehmen, die zur Zeit in Schieflage geraten. Es kümmert sich hier niemand, wenn der Laden um die Ecke Pleite macht, warum sollte das bei großen Unternehmen anders sein. Es wäre die Aufgabe der Gesellschaft und Politik, die Folgen auch großer Pleiten für die Allgemeinheit und den einzelnen abzumildern. Das darf aber nicht heißen, daß deshalb wirtschaftliche Zombies, eine bessere Bezeichnung wäre Vampire, wie Opel, Arcandor, HRE, etc. am Leben erhalten werden müssen. Wir brauchen den Paradigmenwechsel, nämlich das Pleiten etwas Gutes sind. Sie zeigen, was nicht oder nicht richtig funktioniert und ermöglichen uns, das zu ändern. Kostolany hat mal so schön sinngemäß gesagt, daß sich niemand Spekulant bezeichnen kann, der nicht mindesten dreimal in seinem Leben Pleite gewesen ist.
Opel ohne die kostenfreie Übertragung der ganzen Patente ist im Grunde nichts weiter als ein weiteres schwarzes Loch für deutsche Steuergelder. Wir haben uns in Deutschland schon immer ökonomischen Unsinn geleistet, wie der Kohlebergbau, unsere Atomindustrie, den der Steuerzahler teuer bezahlen mußte. Es ist fraglich, ob wir uns diesen Wahnsinn weiter leisten können. Die wahrscheinlichste Prognose meinerseits ist, daß die Sozialkosten des Einzelnen weiter steigen werden und die Mehrwertsteuer deutlich erhöht wird. Im Gegenzug werden die Steuern auf Kapital und Erbschaft, der Körperschaften und der Spitzensteuersatz gesenkt. Schließlich brauchen die Leistungsträger weitere monitäre Vorteile: Leistung (der Reichen) muß sich wieder richtig lohnen.
Beruhten nicht der Moskvitsch und der Wolga (der war übrigens zwar etwas klobig, aber kein schlechtes Auto) auf Opel-Vorbildern? Aber mal im Ernst, erst einmal muss die russische Wirtschaft wieder auf die Beine kommen, und die hat es härter erwischt, als ich dachte. Bis dahin dürfte es für die meisten Opelaner zu spät sein.
@aquadraht
Vielleicht könnte Opel ja auch mit einem neuen “Opel Oligarch” an alte Erfolge anknüpfen ;-)
Für die Opelaner ist es besonders wichtig, einen finanziell potenten Hintermann zu haben – das ist die Sberbank zweifelsohne. Zweifel bestehen allerdings, ob die Sberbank Milliarden aufbringen wird, um deutsche Arbeitsplätze zu sichern. Hier hat die russische Regierung die Entscheidnugshoheit – für die Merkelin nicht eben wünschenswert.
die Patente und Wekre wurden doch schon an Opel übertragen:
http://www.faz.net/s/RubCE844206AD5543959580E21EDC440854/Doc~EC25A79F1FFD24EDE91D799A0076214EA~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Dass die Opelsache in auch nur halbwegs trockenen Tüchern wäre, glaub ich allerdings nicht. Die mMn wahrscheinlichere Variante beschreibt Jürgen Hoff heute morgen auf Duckhome:
http://www.duckhome.de/tb/archives/6647-Opel-und-Arcandor.html#extended
Die Russen kommen, jawohl ;)
Ich muss ernsthaft laut darüber lachen, dass einige nicht einmal das einfache Einmaleins der kapitalistischen Automobilindustrie begriffen haben.
4.000.000 verkaufte Einheiten sichern das Überleben eines Automobilkonzerns: all anderen Konzerne sind früher oder später nicht mehr überlebensfähig.
Diese Garantie hätte Fiat bei Opel geben können, und wäre zu einem ernsthaften Konkurrenten für VW/Porsche in Europa aufgestiegen. Die deutsche Politik hat nicht heimlich den Russen eine wichtige Technologie verkauft, sondern VW vor einer ernsthaften Konkurrenz auf dem Weltmarkt bewahrt.
Ach ja, den Unsinn das Opel über Patente frei verfügen kann, stimmt überhaupt nicht:
Opel zahlt weiterhin Lizenzgebühren für die Patente an GM noch ein paar schicke Jahre in Milliardenhöhe. Das GM weiterhin über ein solides Polster bei Opel verfügt und Europa nicht als direkten Absatzmarkt aufgibt, spricht im übrigen auch eine deutliche kapitalistische Sprache.
Die deutsche Politik hat von Anfang bei Opel an nur im Sinne von VW und Porsche gehandelt. Die Losung aus dem Wirtschaftsministerium “Es darf keinen weiteren Konkurrenten für VW” auf dem Weltmarkt und in Europa geben, scheint ja sogar billig aufgegangen zu sein. Roland Koch war der einzige, der aus purem Eigeninteresse für Hessen, mit dem Fiatkonzept klare Bilder gesehen hat.
Alle andern Behauptungen wie die Russen, GAZ, Manga und China BAIC waren bunte Nebelkerzen aus dem Hause Pierch und Porsche, die der einfachen Mathematik der kaptialistischen Automobilproduktion nicht gerecht wird.
Die milliardenschweren Eigentümerfamilien bei VW/Porsche schweigen seit Wochen wie eine Armada von Friedhöfen über diese politische Inszenierung aus dem Kanzleramt und lachen darüber, wie billig sie einen Konkurrenten über ihre eigenen politischen Vertreter losgeworden sind.
name: Du könntest Recht haben. Allerdings ist China für Opel verboten. Ausserdem schade, Opiat wäre doch ein netter Markenname gewesen.
@name
bringst du auch einen Beleg, dass Opel weiterhin Patentgebühren bezahlt?
@aqudraht Opiat klingt wirklich nach Jugend, Kraft und hat sogar den historischen, leider etwas zynischen Bezug zur Geschichte Chinas. Perfekt wäre dieser Markenname, wenn die afgahnischen Bauern direkt an so einer Marke mitbeteiligt wären. Mit einem Opiat auf Asienreise von Achmeds Opiumfeld durch die Weiten Chinas klingt sogar romantisch ;)
Schlimm ist das ganze für die Mitarbeiter bei Opel, die von allen Seiten verschauckelt werden. :(
Das darüberhinaus die Frage, wie die Mobilität der Zukunft unter ökologischen Gesichtspunkten aussehen muss, nicht gestellt wird, ist ein weiteres Themengebiet.
@JMK
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,628699,00.html
Und das ist nur derjenige Teil, der schon “veröffentlicht” wurde.
Zu den Patenten und Lizenzen:
http://www.ftd.de/unternehmen/autoindustrie/:Rettung-des-Autobauers-Auf-Opel-rollen-Milliardenlasten-zu/523082.html?nv=cd-topnews
Und zu den Russen:
http://de.rian.ru/business/20090605/121889408.html
Das Ganze ist oberfaul!
@gerhardq
Danke für die Links!
okay, das wusste ich nicht.
Es ist schon überraschend, wie locker die politiker Opel abgegeben haben. Bis zuletzt war der name Sberbank nicht gefallen. Ein erstaunlicher sinneswandel, wenn man bedenkt dass bis vor kurzem jede russische Investition als eine art stratagiesche kriegsführung gesehen wurde.
Ob die arbeitsplätze hierzulande wegfallen oder nicht wird man ja in der zukunft sehen.
Danke für einen tollen Artikel Jens!
Das Bild von dem Oligarchen ist ja richtig geil!
@name
deine Analyse könnte sogar sehr gut zutreffen
Mhhh… für den Erhalt des Standortes Westeuropa für OPEL go East spricht die Qualitätssicherung. Auch moderne Werke garantieren noch keine gut produzierten Fahrzeuge für den kritischen Markt in Westeuropa. Zudem hat Russland mit seinen weiten Einöden ganz andere kriterien was die Haltbarkeit/Einsetzbarkeit von Fahrzeugen angeht. Ob sich “Mütterchen Frost” mit feinfühliger Elektronik versteht – zumindest eine Fragezeichen. Spräche also für zwei OPEL Linien. Eine West und eine Ost.
Was die Mehrheiten angeht…. liest sich auf Sicht wie Verstaatlichung auf Russisch. Nastrovje. ;-)
Die Beteiligung der Sberbank halte ich zu einem erheblichen Teil für einen erratischen Entschluss von Putin. Es besteht objektiv kein Grund, auf verschlungenen Wegen Autokonzerne nach Russland zu locken. Es gibt bereits westliche Automobilwerke in Russland, unter anderem VW und Toyota; Renault ist beim Hersteller von Lada dabei, Daimler bei Kamaz, usw. Sberbank-Chef Gref ließ sich auch gar nicht besonders enthusiastisch vernehmen über den Opel-Deal. Der wollte lieber andere Projekte verfolgen.
Auf der deutschen innenpolitischen Szene ist der entscheidende Termin ohnehin nur der 27. September. Danach kann Opel schrittweise abgewickelt werden. Die automobile Entwicklung Russlands hängt da nicht dran.
@andi #2
Das ist der nicht versiegende Strom sprachlicher Kreativität bei Jens.
@name #9
Koch war von Anfang an für Magna. Das macht ihn kein bisschen besser als die anderen Wählerarschkriecher.
Opel ist ja wohl der neue Holzmann.
Daran besteht wohl kein Zweifel mehr.
Die Herren (und Dame) im berliner Politcomedyschuppen interessiert an Opel nach meiner Ansicht nur die Publicity fuer die Wahl. Darueber, was mir Opel ab September geschieht, duerften die keinen Gedanken verschwenden. Von einer “Strategie” ganz zu schweigen.
Die anderen deutschen Autobauer, die auch ueber besseren Zugang zu den politischen Hinterzimmern verfuegen duerften, sind jedenfalls sind sicher froh, dass der Schwarze Peter an der GM-Tochter haengen bleibt.
Allerdings duerften in diesem Spiel noch andere Karten von der gleichen Sorte im Umlauf sein. Mal schauen wieviel in fuenf Jahren noch vom Autostandort Deutschland uebrig ist.
@2:
Sein Scherflein ins Trockene bringen bedeutet soviel wie die Beute/Gut etc. in Sicherheit bringen.
@Karl Heinrich:
Das stimmt so nicht direkt. Koch ging es von Anfang an ernsthaft darum, die vielen Arbeitsplätze in Hessen zu erhalten. Diese sind Teil seiner eigenen Machtbasis in Hessen.
Fiat war auch aus seiner Sicht solang Favorit, bis aus Teilen der IG Metal und der SPD, dieser Konkurrent aus unserös gebrandmarkt wurde, und Magna in den Vordergrund geschoben wurde.
Und dem Spiegel hat ganz aktuell jemand nun direkt interne Unterlagen aus dem hessischen Wirtschaftsministerium, mit dem Fazit, Magna ist auch nur ein Scheininvesteror, verkauft und zugespielt.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,628897,00.html
@Karl Heinrich
Die mögen ja alle vor Ort sein, aber keiner davon gehört ihm.
Falls sich wirklich erweisen sollte, dass dahinter Interessen des Wettbewerbs von VW stand, dem diese Konstruktion die Berliner ihren Segen gaben – dann gute Nacht Demokratie im September.
Was mich immer noch ein wenig positiv stimmt, ist die Haltung des OPEL Betriebsrates. Üblicherweise würde ich diesen nicht für so Betriebsblind halten, dass er sich so verkaufen läßt.
@Phil
Äh, nein. Das “Scherflein” ist die im Sinne der Redewendung eingedeutschte Variante des Obolus, beide muss man leisten bzw. beitragen. Scherf und Obolus bezeichnen jeweils niedrigwertige Münzen.
Die trocken zu haltende Geldanlage wären allerdings Schafe, nicht Münzen. Schafe sind zwar “spritzwassergeschützt” und können schwimmen, gehen dabei aber gerne mal verlustig.
Edit: Anscheinend ist Jens nicht der einzige, der die beiden Redewendungen gerne einmal remixed: http://www.heinrich-tischner.de/22-sp/9sp-ecke/artikel/2007/07-08-14.htm
@22 name
Auch bei Koch ist davon auszugehen, dass er nur Flagge zeigen wollte, damit man ihm keine Vorwuerfe machen kann, er kuemmere sich nicht.
Wie herzlich gleichgueltig ihm sein Wahlvolk ist hat er in vergangenen Jahren deutlich gezeigt.
Und dass grosse Spruche in Hessen ein vollwertiger, wenn nicht gar mehrwertiger Ersatz fuer sinnvolle Politik sind, ist mittlerweile auch nur noch zu leugnen, wenn man es einfach nicht wahrhaben will.
@Goldener Reiter
Naja, dass er seine eigenes Bundesland deindustriealisiert und dem industriepolitischen Erdboden gleichmacht, würde ich ihm, trotz seiner Vergangenheit, nicht unterstellen. Ein hessisches Meck Pomm ist sicher nicht in seinem Interesse.
@Lago, 24:
Ah, wieder was neues gelernt, danke.
@Karl Heinrich:
“Die Beteiligung der Sberbank halte ich zu einem erheblichen Teil für einen erratischen Entschluss von Putin.”
Um was gehts denn da im Hintergrund? SPD-Interessen wahren, die deutsche Linke langfristig mehr an die, äh, Russland zu binden für wenig Geld?
Oder einfach nur ein wenig mitmischen, weils eh nichts kostet, da der deutsche Steuerzahler alles zahlt?
Obwohl Amerikaner sehr harte Verhandler sein können, rechne ich nicht damit, dass es größere Probleme mit den Patenten gibt.
Technologie ist aus meiner Sicht etwas deutlich flüchtigeres als es hier dargestellt sind. Diese Aktiva bestehen eher auf funktionierenden Teams von Ingenieuren als auf kopierbaren Plänen. Rußlands Fähigkeiten zur Ausbildung von eigenen Ingeniören hat stark gelitten, zumindest erzählen mir das befreundete russische Immigranten. Insbesondere auch in Folge der Massenabwanderung des in Technologie und Ausbildung stark vertretenen Bevölkerungssegment der russischen Juden.
Deshalb sehe ich für die Entwicklungs-Abteilungen keine großen Probleme. Für die Opel-Werke ist ohnehin seit Jahren immer wieder mal eng. Die Produktion verschiebt sich halt in Schwellenländer. Dort sind ja auch die größten Wachstumsmärkte.
Ich empfinde übrigens die Bildauswahl auf diesen Blog als sehr problematisch.
@26 name
Nein, dass er aktive Deindustrialisierungspolitik betreibt, traue ich ihm auch nicht zu. Genausowenig wie ich ihm Politik im Interesse des Volkes zutraue. Er wurschtelt halt einfach vor sich hin, versucht dabei nicht allzu schlecht auszusehen und an der Macht zu bleiben, so lange es geht. Die Folgen seines Handelns fuer die Normalbuerger (ob nun gut oder schlecht) geht nicht in seine Kalkulation ein. Die schleichende Deindustrialisierung ist einfach nur die Folge von Dummheit und blinder Selbstsucht.
Wenn Opel noch einer einheimischen Familiendynastie gehoeren wuerde, dann tate er sicher etwas zur Rettung des Unternehmens. Aber auch in dem Fall duerfte der einfache Fliessbandarbeiter der Dumme sein, und wieder auf Lohn verzichten.
Koch ist, wie so ziemlich jeder Unionspolitiker, vor allem ein Blender (womit ich nicht unterschlagen will, dass diese Sorte in anderen Parteien ebenso verbreitet ist). Leider kommt dass beim selbstverschuldet unmuendigen Waehler an.
Gut ist aber, das Du das Beispiel Mecklenburg-Vorpommern erwaehnst. Im Osten war es ja genauso. Die Wiedervereinigungspolitik der Union hat dort auch zur Verscherbelung der Industrie und zur Verarmung gefuehrt. Damals hatte man die DDR-Planwirtschaft als willkommenen Suendenbock. Bei Opel, und dem was noch kommen wird, wird man die Verantwortung wahlweise auf die Globalisierung oder/und die ueberhoehten Lohnkosten in Deutschland schieben.
@29
Aber Goldener Reiter
Die Deindustriealisierung der ehemaligen DDR über die Treuhand erfolgte als Marktbereinigung und Konkurrenzbeseitigung für die bundesdeutschen Industriestandorte durch die bundesdeutschen Vertretern von CDU und SPD!
Koch mag alles sein, er mag auch alle anderen die Zeche zahlen, aber eines weiß er ganz genau: wenn Hessen wieder das Land der Bauern wird, dann ist er politisch tot. Es bestehen innerhalb der westlichen Bundesländer, deren Industrien und deren Vertreter völlig entgegengesetzte Interessen und Konkurrenzen. Wenn Niedersachsens CDU Chef Hurra mit VW brüllt, brüllt Koch in diese Richtung noch lange nicht.
“… kommentierte er seine Aufgabe mit den launischen Worten”
Du meinst sicher die launi_g_en Worte, oder?
Sonst guter Artikel. :-)
VW und Opel sind wirklich keine direkten Konkurrenten, die Sache ist doch die, derkenige wo kein Geld für einen VW hat, der kauft sich einen Opel so einfach, selbst wenn Opel wegfallen würde, würden die potetiellen Opel-Kunden nicht massenweise auf VW umsteigen, da VW immernoch zu teuer ist, wer Beweise dafür sehen will, soll doch einfach mal bei seinem örtlichem VW Händler vorbeischauen, also ich als Student kann mir keinen Polo leisten, obwohl ich nebenbei arbeite pi-pa-po…. Ich fahre ein anderes Auto welches genau sollte irrelevant sein….. Im Bekanntenkreis habe ich so verrückte, und einer von denen hat einen Polo für 17000€ gekauft, naja ist zwar schon anderthalb Jahre her, aber trotzdem 17000€ einen Opel Insignia bekommt man mit der selben Ausstattung für ca 23000€, VW und Opel spielen in ganz verschiedenen Preisklassen und sollte Opel wegfallen, wären da immernoch genug Autohersteller die ein besseres Preis-Leistungsverhältnis als VW bieten würden.
Wer glaubt das der Wind aber nur aus der östlichen Richtung wehen wird liegt meiner Ansicht nach vollkommen falsch, Gouverment Motors ( GM ) wird ja auch 35% der Anteile halten, alleine das sehe ich eigentlich schon als Risikofaktor für Russland, da die Amerikaner “normalerweise” keine Möglichkeit auslassen, den Russen eine reinzuwürgen, dazu kommt noch für die Russen das sie eigentlich mit Opel praktisch so oder so nicht wirklich als Gewinner darstehen, ausser es läuft alles 100 prozentig über die Bühne, aber selbst dann werden die Russen bestimmt nicht erwähnt, sollte aber nach der Übernahme irgendetwas schief gehen, wird der schwarze Peter den Russen zugeschoben, die bis jetzt wirklich in den Massenmedien nicht erwähnt worden sind, desweiteren sehen die Russen in den Deutschen Freunde, wenn Werke geschlossen werden dann ausserhalb Deutschlands hier könnte man sich das nicht erlauben……
Natürlich will auch GAZ von dem Deal profitieren, aber warum sollten eigentlich die Autos für den russichen Markt nicht zumindest zum Teil in Russland gebaut werden, BMW hat ja auch Werke in Amerika der Z4 wird glaube ich dort zusammen geschraubt…
der Jetta von VW wird fleißig in Mexico zusammen getüttelt, Merceds hat ein Werk in China, aber wehe der opel wird in Russland gebaut, woher kommt eigentlich die Russenphobie?
Wenn ich es jetzt richtig im Kopf habe, dann hat Russland im Jahr 2008 mehr Geld in die Schweiz als in Deutschland “investiert”, was für mich erschreckend ist, weil was können die Schweizer was wir nicht können, warum bekommen die das Geld und nicht wir?
Nur weil man hier, angst vor den Russen hat, dürfen Firmen russisches Geld nicht annehmen?
Falls ich mich irgendwo irren sollte lasse ich mich gerne belehren, die Ferien sind ja wieder zu ende, jetzt muss ich ja auch wieder den Prof’s zuhören………
@33 Totaler Unsinn
VW hat eigene Billigmarken hoher Qualität mit Skoda und Seat, die im Preissegment von Opel liegen und die Konkurrenzprodukte zu Opel sind. Punkt.
@34 also siehst du den Seat Exeo als Konkurrenten für den Insignia? Sicherlich nicht……
das Fahrzeug wird Seat in die Knie zwingen…..
und Skoda irrelevant, dafür ist der Absatz von Skoda viel zu gering und darüber hinaus noch rückläufig, also bitte vorsichtig mit dem Unsinn… den du gerade verbreitest….
Au weia NEU, du hast überhaupt keine Ahnung.
Wieviele Fahrzeuge setzen die VW Töchter Skoda (gerade Skoda ist der Konkurrent für Opel) und Seat allein (!) Deutschland ab, Preisfrage, und die ist super billig ?
Du kannst, wenn du noch genauer werden willst, die VW Tochter Audi gleich auch noch mit ins Boot der Bewertung holen.
Preisfrage zwei, welcher Konzern ballert in welchem Zeitabstand, wieviele und welche Modelle auf die Märkte, und was bringt Opel dagegen?
@name schonmal was von Preissegment gehört, du veruschst Opel also mit Audi zu vergleichen, was dürfen wir als nächstes erwarten, das der Dacia Logan gegen den Porsche Panamere konkurriert…….
Opel mit Audi vergleichen….. Pfiff Abseits…..
@31 name
Dein Koch-Idealismus in allen Ehren, Glaeubigkeit ist aus christlicher Sicht ja etwas positives.
Wenn Du aber seinen Politikstil der letzten Jahre kritisch verfolgt hast, solltest Du eigentlich mitbekommen haben, dass er kaltschnaeuzig genug ist, seine Politik als das genaue Gegenteil von dem len, was sie wirklich ist.
Das beste Beispiel ist seine “Kompetenz” in der Inneren Sicherheit (erst massenweise Stellen fuer Polizisten, Staatsanwaelte und Richter streichen und sich dann als Beschuetzer vor “Auslaenderkriminalitaet” darstellen), aber wer etwa genauer nachschaut findet noch mehr.
Daher kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass er bei Opel nach dem gleichen Muster vorgeht: Sich medienwirksam als grosser Retter aufspielen und nacher, wenns schiefgegangen ist, anderen die Schuld zu weisen.
Ein Politiker, der ein wirkliches Interesse an Opel, oder zumindest dem Wohlergehen der Arbeiter hat, muesste eigentlich als erstes nach staatlicher Intervention/Beteiligung rufen.
Aber: Wenn das dann tatsaechlich durchgefuehrt wird, hat man auch Verantwortung.
Verantwortung fuer Opel und die dortigen Arbeitsplaetze will aber keiner Uebernehmen, also wird wieder ein auslaendisches Unternehmen auserkohren, dass die Abwicklung des Betriebs uebernehmen wird.
Um nichts anderes geht es derzeit bei den Ruesselsheimern: Geordnete Abwicklung.
Und wenn die Opel-Arbeiter dann auf der Strasse sitzen, an wen werden sie sich in ihrer Not wenden?
Richtig, an den tapferen Ritter Roland, der schon vorher so treu fuer sie einstand.
@Goldener Reiter
Du scheinst es wirklich nicht zu begreifen oder erfassen zu können, oder sollte ich lieber fragen, wo warst Du, als Heinrich Lummer noch Politik gemacht hat?
Die CDU Innenminister und Mininsterpräsidenten haben schon immer auf Law and Order in der Innenpolitik gesetzt. Schon immer, seit dem Bestehen der BRD.Das ist doch nichts Neues oder irgendwas Besonderes. Sie haben auf diesem Themenfeld schon immer wie ihr Vorbild Thatcher gelogen, dass die Bretter brachen. Was den tatsächlichen Bereich für das alte Thema: zu wenig Beamte im judikativen und exekutiven Bereich betrifft, lässt sicher streiten, Hessen so schlecht personell und finanziell ausgestattet ist: gegenüber Berlin oder andere östliche Bundesländer ist das aber niemals der Fall.
Aber Eines haben Sie jedoch nie getan: ihre eigenen Industrien im eigenen Bundesland gezielt ruiniert.
Wenn du Roland Koch beurteilen willst, dann tue das bitte ohne irgendwelche dummen Vorurteile, sonst verstehst du letztlich nämlich nichts und am Ende steht nur “Koch böse böse da” und du begreifst die wirklichen Machtkämpfe überhaupt nicht, die ausgetragen werden.
Koch hat genau erkannt, wenn Opel an VW geht, macht VW alle Zulieferer in Hessen platt, und daran hat selbst ein Roland Koch kein Interesse, der keine Chance mehr hat, in der Bundespolitik irgend einen wichtigen Posten zu besetzen.
Zu MeckPom, da wird die Deindustrialisierung gerade beendet. Die größeren Werften haben am Freitag Insolvenz angemeldet(alle mit russischer Beteiligung). Vor einem Jahr wurde deren Beteiligung noch gefeiert.
@39 name
Geziehltes Lesen ist offensichtlich das, was man Dir anraten sollte!
Ich zitiere mich mal selbst:
Ich habe den Eindruck, es geht Dir ausschliesslich ums Rechthaben (manch einer braucht das ja fuers Ego), daher:
Ja, Du hast Recht!
Koch hat nicht die Absicht, die Industrie seines Bundeslandes geziehlt zu ruinieren!
Nur: Opel ist nicht zu retten! Auch nicht fuer Koch! Trotzdem versucht er, aus der Misere noch politisches Kapital zu schlagen!
Und bevor ich mich jetzt auch noch in weiter in Deinen streitsuechtigen Ton verirre, verweise ich einmal an meinen Vorkommentator whamburg.
Wenn Du (der die Machtkaempfe ja so gut versteh) Argumente hast, gehe ich auf die gerne ein, ansonsten ist mir fuer weiteres die Tastatur zu schade.
Aber Reiterchen, Opel wäre in einem Verbund mit Fiat definitiv rettbar, nur sind in Deutschland die Eigentümerfamilien von Porsche und Piech so mächtig und politisch aus Berlin, auch aus Kreisen der eigenen CDU durch (Merkel/Wulff) und auch aus den Kreisen der IG Metall Manager, die von VW kommen, protektioniert, dass selbst ein Ministerpräsident Koch keine Chance hat seine ureigensten Landesinteressen, gegen die politischen Vertreter in Berlin durchzustetzen.
Aus Berlin wird es keinen Weltmarktkonkurrenten zu VW geben. Das ist die Losung aus Berlin. Opel wäre problemlos, bei einem entsprechenden politischen Willen rettbar gewesen. Wer anderes in den Raum behauptet, lügt.
Deine Behauptungen, die im Kern nur vom Urteil des “bösen bösen Kochs” gestützt werden wollen, sind gelinde geschrieben, sehr eigentümlich.
@name
Oh wie schoen, jetzt bin ich schon Dein “Reiterchen”, Du holdes naemchen.
LOL.
Du bestaetigst meine Ansichten ueber Dich ja sehr bereitwillig :)
Aber was solls:
1. Koch beurteile ich nach dem was ich in seiner Amtszeit von ihm gesehen habe, und das ist nicht viel. Wieso Du ihm in der Wirtschaftspolitik so viel Vorschussvertrauen entgegenbringst ist mir rational nicht nachvollziehbar. Insbesondere, da Du ihm ja im Bereich “Innenpolitik” auch nicht so unkritisch gegenueberstehen scheinst. Bei Koch ist entschieden davon auszugehen, dass ihn “Landesinteressen” nur insoweit interessieren, als sie mit seinen Karriereinteressen uebereinstimmen. Wieso er im Bereich “Wirtschaft” etwas leisten soll, wenn Blenden auch reicht, kannst Du nicht begruenden.
Damit besitzt deine Politikesoterik keine Relevanz.
2. Die derzeite wirtschaftliche Grosswetterlage beurteilst Du als kurz- bis mittelfristige Erscheinung. Da macht auch das Geplaenkel, das Du oben mit “Neu hier”, ueber die Modellpaletten der einzelnen Hersteller (und wer wem direkt Konkurrenz macht) gefuehrt hast Sinn. Gleichzeitig bietet sich da aber keine gemeinsame Diskussionsgrundlage mit mir, da ich (aus Gruenden die mit Opel nichts zu tun haben) von einer langen und schweren Krise ausgehe.
Bei Deiner Grundannahme ist Opel sicherlich als “rettbar” anzusehen, da sich das Unternehmen ohnehin nicht in Schwierigkeiten befindet und nur der Eigentuemer wechselt. Vor dem Hintergrund einer langen Depressionsphase (mit erheblichen Auswirkungen auf die Kfz-Nachfrage) ist Opel aber nur mit massiver, direkter staatlicher Rueckendeckung zu halten. Das ist aber weder populaer, noch den innerdeutschen Konkurrenzfirmen (und deren Arbeitern) vermittelbar. Vor diesem Hintergrund ist fuer mich die Schlussfolgerung die, dass hier nur nach einem Abwickler gesucht wird. Insbesondere hat auch Fiat kein Interesse daran eine Tochterfirma zu erwerben, die ihm dann Konkurrenz macht.
Schon klar Reiterchen…Wenn ich allein deinen letzten Satz und die dortige substanzlose, nur quatschende, Behauptung lesen muss, wird mir nur übel. Jemand, der sich ernsthaft für das Thema interessiert, und ein wenig Basiswissen, ein klein klein wenig, vorweisen kann, bringt so einen Quatsch wie “Opel ist für Fiat Konkurrent” nicht, weil er allein begreift, für wen und für was FIAT steht.
Sinnlos..bleibt mal fein bei deinem Niveau “Koch böse böse” , da biste gut aufgehoben, und was ich wie beurteile, weisst du doch überhaupt nicht. Deinen Unsinn, den Du als neu hier verkaufst und nicht einmal einordnen, geschweige denn bewerten kannst, spricht doch für sich. Da ist das politisch ökonomisches Basiswissen, null und minus null.
Das merkst du gar nicht, was ?
genau @ name ich bin der goldene Reiter und Berlusconi ist der Klon von Mussolini……
deshalb dürfen wir denen Opel nicht überlassen…..
da ist der Beweis: “http://www.appletreeblog.com/wp-content/2009/05/berlusconi-mussolini.jpg”
tut mir leid aber bei so viel Paranoia
und bevor ich es vergesse @name die russische/ sovjetische Autoindustrie hat sich auch von Fiat helfen lassen, mit welchem Ergebnis………….
apropos deutsch-russische Beziehungen
“Die deutsche Presse ist die bösartigste überhaupt”
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/965320/
Interessant ist auch das Sperrfeuer dieses belgischen Hedge-Fonds RHJ.
Das kam mir gleich so komisch vor.
Der Hedgefonds is nu wirklich gut verdratet, Lord Jacob Rothschild sitzt da mit drin und wenn man mal “Rothschild Atticus Deutsche Börse”, “Rothschild Atticus Andre” oder auch “Rothschild Sky” googelt, dann wird einem schnell klar, dass das eine der Heuschrecken ist, die Sperrfeuer gegen Magna/die Russen eröffnen.
Ach ja, schmeißt die Amis raus oder lasst Opel wirklich pleite gehen und in Einzelteilen versteigern, Magna/Sherbank können Opel ja auch in Einzelteilen aufkaufen.
Das Verhalten der Ami-Manager scheint übrigens auch zu wünschen übrig lassen.
Es gibt übrigens auch Gerüchte, dass Opel auf Kosten deutscher Steuergelder saniert werden soll und dann kauft GM den Laden zurück.