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  • Iran, Information Overkill und die Medien

    geschrieben am 18. Juni 2009 von Spiegelfechter

    Bei den Unruhen in Iran spielen Twitter und soziale Netzwerke eine Schlüsselrolle

    Als die Iraner 1979 den Schah stürzten, nutzten sie Tonbandkassetten für ihre Zwecke. Die Bänder, auf denen die Revolutionsführer aus dem Exil ihre Mitteilungen an das iranische Volk aufzeichneten, wurden von Sympathisanten ins Land geschmuggelt und unter das Volk gebracht. Die Tonbandkassetten von heute heißen Twitter und Facebook. Im Unterschied zu 1979 werden diese Medien aber nicht nur zur Information und Koordination im Lande genutzt.

    In einem Staat mit beschnittener Pressefreiheit dienen sie auch als Lautsprecher für Nachrichten an den Rest der Welt. Wer jedoch im digitalen Gezwitscher verlässliche Informationen sucht, wird nur all zu oft enttäuscht. Echte Informationen aus erster Hand, weitergegebene Gerüchte und gezielte Desinformationen sind kaum zu unterscheiden. Dennoch räumen auch etablierte Medien Informationen aus sozialen Netzwerken einen immer breiteren Raum ein und übernehmen häufiger auch ungeprüft Informationen. Objektivität und Neutralität bleiben dabei auf der Strecke und der Medienkonsument weiß nachher nur noch, dass er trotz des Information-Overkill eigentlich nichts weiß.

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    Bei den Unruhen in Iran spielen Twitter und soziale Netzwerke eine Schlüsselrolle Als die Iraner 1979 den Schah stürzten, nutzten sie Tonbandkassetten für ihre Zwecke. Die Bänder, auf denen die Revolutionsführer aus dem Exil ihre Mitteilungen an das iranische Volk aufzeichneten, wurden von Sympathisanten ins Land geschmuggelt und unter das Volk gebracht. Die Tonbandkassetten von ...
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    1. Die Medien und der Iran: Kommt bald der “Befreiungskrieg”?

    177 Kommentare:

    1. Alexander Tetzlaf schrieb am 18. Juni 2009 at 10:55 - Permalink

      Ich glaube in dieser Angelegenheit erfahren wir eine immense Manipulation nicht nur seitens unserer ?freien? systemhörigen Presse.

      Ein souveräner Staat, der sich dem westlichen Prinzip der Gier entzieht, darf eben partout nicht demokratisch sein.

      Vielleicht sollte der IRAN ja sogar dankbar sein, dass die Imperialisten keinen Militärputsch initiieren.

    2. John Dean schrieb am 18. Juni 2009 at 11:25 - Permalink

      Informationskanäle und die Blindheit

      Vor dem Hintergrund, dass die Medien im Iran (dank Diktatur) nicht regulär arbeiten können, müssen eben andere Arbeitsweisen genutzt werden. Sicherlich haben anonymisierte, unprofessionelle und parteiliche Twitter- und Youtube-Beiträge viele Nachteile.

      Geschenkt.

      Das berechtigt aber längst noch nicht zur Aussage, dass sich daraus nur ein “Nicht-Wissen” ergeben würde und jegliche Twitter- und Youtube-Information stets und immer unzuverlässig sei. Spiegelfechter, hast du in Youtube die Bilder von der Großdemo in Isfahan gesehen? Oder in den übrigen 20 größten Städten im Iran?

      Schade. Es hätte dich informiert.

      Mit anderen Worten: Ein medienkompetentes Verhalten (kompetent auch gegenüber Twitter, Youtube, Facebook u.ä.) bedarf mehr Neugierde, mehr Interesse und vor allem mehr Sorgfalt – als sie mit einer anti-aufklärerischen, totalen (!) Abwertung dieser Informationskanäle einher geht.

      Seien wir lieber froh darüber, dass man sich über die Vorgänge im Iran auf dem Wege von Twitter und Youtube ein Stück weit informieren können – deutlich weiter, als es den Machthabern lieb ist!

    3. John Dean schrieb am 18. Juni 2009 at 11:31 - Permalink

      [*hihi* - Ich sehe gerade, dass ein Kommentator, der seine Webseite "das Denken" nennt, die iranische autoritäre Staatsform, die in nicht wenigen Aspekten wie eine Diktatur verhält, für eine prima Demokratie hält. Er kritisiert hierzulande die "systemhörige Presse", und sieht die brutalen Einschränkungen der Presse- und Meinungsfreiheit im Iran nicht, und noch weniger die massiv größere Systemhörigkeit der dortigen Medien. Stattdessen bewundert er die Gierfreiheit des dortigen politischen und gesellschaftlichen Systems. Vermutlich hat er nie davon gehört, zumal es ihn nicht interessiert, dass die Bassij-Milizen massiv korrupt und giergetrieben sind, so sehr sogar, dass sie inzwischen eine ernsthafte Bedrohung des Wirtschaftslebens im Iran sind. Vielleicht ist es ja so, dass "Denken" wenig taugt, wenn dieses mit notorischer Blindheit verbunden wird. Eieiei - was es nicht alles gibt...]

    4. Spiegelfechter schrieb am 18. Juni 2009 at 11:46 - Permalink

      @John Dean

      Das berechtigt aber längst noch nicht zur Aussage, dass sich daraus nur ein ?Nicht-Wissen? ergeben würde und jegliche Twitter- und Youtube-Information stets und immer unzuverlässig sei.

      Letzteres sage ich auch nicht. Ob man das Risiko des “Nicht-Wissens” eingeht, liegt im Auge des Betrachters. Für Personen, denen es nicht so wichtig ist, ob eine Nachricht, ein Bild oder ein Video “echt” ist, spielt dies idT eine untergeordnete Rolle. Ich denke da anders.

      Spiegelfechter, hast du in Youtube die Bilder von der Großdemo in Isfahan gesehen? Oder in den übrigen 20 größten Städten im Iran?

      *g*

      Meinst Du z.B. dieses Bild:

      Schön, dieses Bild hat z.B. der User Parsa hier gestern gepostet. Im Diskussionbereich überschlagen sich auch die Solidaritätsbekundungen. Dumm nur, dass das Bild mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bereits am 9. Juni bei einer Wahlkundgebung Mussawis entstanden ist.

      Von dieser Veranstaltung stammt (gesichert) dieses Bild:

      Das ist genau der(!) Punkt, den ich meine. In diesem Falle liegt sicher keine boswillige Manipulationsabsicht vor – dennoch ist es manipulativ, zu behaupten, das Bild wäre erst gestern oder vorgestern entstanden.

      Schade. Es hätte dich informiert.

      Oder desinformiert – das hängt vom Betrachtungswinkel ab.

      Mit anderen Worten: Ein medienkompetentes Verhalten (kompetent auch gegenüber Twitter, Youtube, Facebook u.ä.) bedarf mehr Neugierde, mehr Interesse und vor allem mehr Sorgfalt – als sie mit einer anti-aufklärerischen, totalen (!) Abwertung dieser Informationskanäle einher geht.

      Du sagst es ;-)

      Aber niemand – auch ich nicht – hat immer diese Kompetenz, wie denn auch? Wer Falschinformationen verbreitet, macht sich zum Instrument. Punkt.

      Seien wir lieber froh darüber, dass man sich über die Vorgänge im Iran auf dem Wege von Twitter und Youtube ein Stück weit informieren können – deutlich weiter, als es den Machthabern lieb ist!

      Natürlich – kein Widerspruch

    5. John Dean schrieb am 18. Juni 2009 at 12:03 - Permalink

      Sehr hübsch, leider nicht ganz genau zu datieren (jedenfalls: kurz vor der Wahl) ist dieser Videoclip aus Isfahan: Da wird Ahmadinedschad doch tatsächlich aus eine Moschee vertrieben. Lauter bärtige, tief islamisch empfindende Männer hatten da wohl keinen Bock auf diesen großen Demokraten.

      Wenn Ahamdinedschad nicht einmal in einer der Hauptmoscheen von Isfahan willkommen ist: Mit wessen Stimmen hat er seinen großen Wahlsieg in Isfahan realisiert?

      Sehr schön sind auch Youtube-Clips aus der Ubahn in Teheran. Da beginnen spontan Sprechchöre gegen Ahmadinedschad, und zufällig da stehende alte Mütterchen, junge Frauen und die übrigen Passanten machen begeistert mit.

      Hat jemand Interesse?

      (der Spiegelfechter vermutlich nicht – denn er mag diesen Informationskanal in Sachen Iran mangels Zuverlässigkeit halt überhaupt nicht)

      Zum Abschluss meiner abweichlerischen Auffassungen habe ich noch drei gute Fragen an den Spiegelfechter:

      1. Wie es es möglich, dass die Teheraner Anhängerschaft von Mussawi angeblich nur im Norden und bei “den Reichen” beheimatet sein soll – wenn sogar nach den offiziellen – und m. E. im Regimesinn verfälschten Zahlen eher von einem Gleichstand zwischen Mussawi- und Ahamdinedschad gesprochen werden muss? Wäre es hier möglich, dass der Spiegelfechter mit seiner Einschätzung ein Stück weit daneben lag?

      2. Stinkt es nicht zum Himmel, dass das iranische Innenministerium für die rund 400.000 amerikanischen Iraner, die bekanntlich stark in Gegnerschaft zu Ahmedinedschad stehen, sowohl deutlich zu wenig Wahlzettel als auch deutlich zu wenige Abstimmorte organisiert hat? Ist es vor dem Hintergrund derartiger Praktiken nicht auch denkbar, dass das iranische Innenministerium, das von Ahmadinedschad-Anhängern dominiert wird, generell in dieser Weise und Zielrichtung handelt?

      3. Ist es nicht merkwürdig, dass es in einigen Provinzen des Irans, nach den offiziellen Zahlen, eine Wahlbeteiligung von über 99 Prozent gegeben haben soll? Und: An was genau erinnert das? An eine Demokratie?

    6. Alexander Tetzlaf schrieb am 18. Juni 2009 at 12:07 - Permalink

      Werter John Dean,

      aber warum anderswo kritisieren, was bei uns selbst in keinster Weise gewährleistet ist.

      Wäre das nicht doppelzüngig?

    7. John Dean schrieb am 18. Juni 2009 at 12:12 - Permalink

      @ Spiegelfechter (Antwort 4)

      Ja – die Sache mit dem Bild musste hinterfragt werden. Umso eindeutiger ist aber das Youtube-Video in Antwort 3, das ich gepostet habe. Bislang haben es die Medien nicht entdeckt – meine iranischen Genossen haben mich darauf aufmerksam gemacht.

      Diese Großdemo in Isfahan fand eindeutig nach der Wahl statt. Es gab also, anders als es dir bekannt war, mindestens eine große Massendemonstration in Isfahan gegen die Wahlfälschungen.

      Insofern: Auch für Dich bietet Youtube gute und valide Informationen, sogar solche, wo du dein Urteil – teils – revidieren musst.

      Marg bar dictator!

      (Spiegelfechter, die Sprechchöre in diesem Video – s.o. – sind sehr interessant, übrigens. Frag mal z. B. Parsa, ob er sie dir übersetzt.)

    8. Spiegelfechter schrieb am 18. Juni 2009 at 12:40 - Permalink

      @John Dean

      Ich kann ja Deinen Enthusiasmus verstehen, aber Du schießt mit Deinen Schnellschüßen ein wenig über das Ziel hinaus.

      Sehr hübsch, leider nicht ganz genau zu datieren (jedenfalls: kurz vor der Wahl) ist dieser Videoclip aus Isfahan: Da wird Ahmadinedschad doch tatsächlich aus eine Moschee vertrieben. Lauter bärtige, tief islamisch empfindende Männer hatten da wohl keinen Bock auf diesen großen Demokraten.

      In diesem kurzen Satz sind gleich mehrere Fehler:

      - Das Video stammt nicht aus Isfahan, sondern aus der Sharif-Universität in Teheran.
      - MA wird nicht aus einer Moschee verjagdt, sondern beim Verlassen der Moschee von Demonstranten empfangen
      - Die Demonstranten sind nicht eben Männer mit langen Bärten, sondern mE typische Studenten

      Wenn Ahamdinedschad nicht einmal in einer der Hauptmoscheen von Isfahan willkommen ist: Mit wessen Stimmen hat er seinen großen Wahlsieg in Isfahan realisiert?

      Wenn MA nicht einmal auf dem Campus der Sharif-Universität in Teheran willkommen ist, was hat das mit Isfahan zu tun?

      Du siehst – die Welt ist komplexer, als es Twitter und Youtube vermuten lassen und man sollte jegliche Information genau(!) überprüfen.

      1. Wie es es möglich, dass die Teheraner Anhängerschaft von Mussawi angeblich nur im Norden und bei ?den Reichen? beheimatet sein soll – wenn sogar nach den offiziellen – und m. E. im Regimesinn verfälschten Zahlen eher von einem Gleichstand zwischen Mussawi- und Ahamdinedschad gesprochen werden muss? Wäre es hier möglich, dass der Spiegelfechter mit seiner Einschätzung ein Stück weit daneben lag?

      Alles ist möglich – da wir keine(!) verlässlichen Zahlen haben, ist das aber Spekulatius.

      2. Stinkt es nicht zum Himmel, dass das iranische Innenministerium für die rund 400.000 amerikanischen Iraner, die bekanntlich stark in Gegnerschaft zu Ahmedinedschad stehen, sowohl deutlich zu wenig Wahlzettel als auch deutlich zu wenige Abstimmorte organisiert hat? Ist es vor dem Hintergrund derartiger Praktiken nicht auch denkbar, dass das iranische Innenministerium, das von Ahmadinedschad-Anhängern dominiert wird, generell in dieser Weise und Zielrichtung handelt?

      Natürlich ist das denkbar, es ist sogar wahrscheinlich – das streite ich aber an keinem Punkt ab.

      3. Ist es nicht merkwürdig, dass es in einigen Provinzen des Irans, nach den offiziellen Zahlen, eine Wahlbeteiligung von über 99 Prozent gegeben haben soll? Und: An was genau erinnert das? An eine Demokratie?

      Welche offiziellen Zahlen sind das? Schick doch mal einen Link rüber.

    9. Spiegelfechter schrieb am 18. Juni 2009 at 12:45 - Permalink

      @John Dean

      Nachtrag:

      Bislang haben es die Medien nicht entdeckt – meine iranischen Genossen haben mich darauf aufmerksam gemacht.

      Vielleicht solltest Du auch mal den Wahrheitsgehalt dessen prüfen, was Dir Deine iranischen Genossen so schicken.

    10. AK schrieb am 18. Juni 2009 at 12:47 - Permalink

      Ich glaube nicht, dass irgendjemand bestreitet, dass viele Menschen im Iran auf die Straße gehen und protestieren. Auch heute soll es ja wieder eine Demo geben, zu der Mussawi direkt aufgerufen hat.
      Für mich gibt es dann aber trotzdem Zweifel. Wie hoch ist denn der Mobilisierungsgrad der Anhänger von Mussawi und Ahmadinedschad? Wenn das schon 90% der “Grünen” sind, die man auf der Straße sieht, ist das sicherlich nicht die Mehrheit der Bevölkerung. Für mich ist es plausibel, dass Ahmadinedschad gewonnen hat, wenn auch garantiert nicht mit >60%. Wahlbetrug hat sicherlich stattgefunden und Chameni hat ihn (IMO voreilig) abgesegnet. Deshalb ist es verständlich, dass die Menschen wütend sind und demonstrieren. Traurig ist nur, das ist meine persönliche Meinung, dass diese Menschen die schmutzige Arbeit für Mussawi/Rafsanschani machen, während letztere mit Chameni einen faulen Kompromiss aushandeln.
      Disclaimer: Meine Sympathie für Ahmadinedschad strebt gegen null und Mussawi ist für mich eine Marionette Rafsandschanis, nur um Unterstellungen von Zealots vorzubeugen, die hier vermehrt unterwegs sind.

      AK

    11. John Dean schrieb am 18. Juni 2009 at 13:04 - Permalink

      @ Alexander Tetzlaf

      Verzeihen Sie mir bitte meine drastischen Worte, aber Ihre Auffassung, dass in unserem Land “in keinster Weise” Meinungs- und Medienfreiheit verwirklicht ist, halte ich für abseitig und völlig übergeschnappt, zumal im Vergleich zu den Verhältnissen im Iran.

      Sorry, sicherlich gibt es bei uns viel zu kritisieren, aber, das ist bei uns ein ganz anderes Level an Presse- und Meinungsfreiheit. Bei uns darf man sich z. B. in Blogs frei äußern. Man kann seine eigenen Zeitungen gründen. Im Iran darf man all das nicht (und tut es mitunter trotzdem, trotz eines sehr großen Risikos). Bei unseren Medien ist das Meinungsspektrum, jedenfalls nach meinem Geschmack, zu stark verengt und hat m. E. einen einen zentristisch-rechtsliberalen Zuschnitt. Es gibt eine Bedrohung des sich im Internet äußernden Normalbürgers durch Wirtschaftsinteressen – z. B. mit dem Abmahnknüppel und dem von der blöden Zypries geduldeten Missbrauch des Wettbewerbsrechts zum Zweck der Unterdrückung von Kritik. Aber immerhin: Bei uns gibt es eine ganze Menge von Alternativen zum Mainstream. Wer das leugnet, ist nicht bei Trost.

      Im Iran herrscht hingegen eine Gleichschaltung der Medien. Wie in einer Diktatur halt. Das Thema sind nicht wir und unsere Verhältnisse, sondern das Thema ist im Moment der Iran (haben Sie es gemerkt?). Es ist da eben eine gute Frage, wie demokratisch der Iran ist.

      Meine Sichtweise ist diese: Der Iran ist, zumal von seiner Bevölkerung her, deutlich demokratischer, als es im deutschen Medienmainstream dargestellt wird. Die Vorgänge im iranischen Parlament sind, so nenne ich das, halbdemokratischer Natur. Es gibt, und das kann man schätzen, einen beachtlichen Demokratieanspruch im Iran – teils verwirklicht sich dieser auch. Gleichzeitig gibt es aber brutale, faschistische Einschränkungen der demokratischen Freiheiten im Iran, sowie furchtbare Praktiken zur Unterdrückung von Opposition.

      Ahmadinedschad ist kein Demokrat. Auch sind die Wahlen nicht demokratisch verlaufen, sondern – so würde ich es nennen – teildemokratisch, und zudem wurde die Wahl vom Regime umfangreich manipuliert. Nur: In welchem Ausmaß?

      Nun, das muss man halt schätzen, um zu einer Einschätzung zu gelangen, und die verfügbaren Informationen darüber so präzise und ausgewogen gewichten, wie es nur möglich ist.

      Wer sich mit dem Thema ausführlicher beschäftigt hat, und immer noch davon ausgeht, dass es keine massiven Wahlfälschungen im Iran gab, der hat m. E. nicht alle Gurken im Glas. Oder er war sehr nachlässig bei seiner Meinungsbildung.

      Vielleicht ist der Stimmenanteil von Ahamdinedschad “nur” um 5 Millionen Stimmen übertrieben worden. Ich weiß es nicht. Vielleicht war fiel die Manipulation doch deutlich größer aus und Ahamdinedschad hat dann nur 10 bis 13 Millionen Stimmen geholt. In Teheran schätze ich die tatsächlichen Verhältnisse als 25% zu 65% ein (zu Gunsten Mussawis), jedenfalls von dem aus betrachtet, was mir bekannt ist. In vielen größeren Städten Irans verhält es sich ähnlich – die “grüne Welle” war mitnichten (die verfügbaren Bilder mögen ein wenig darüber täuschen) nur eine Angelegenheit iranischer Wohlstandsbürger.

      Das lässt sich belegen.

      Die Rezai-Zahlen sind, nachdem ich sie mir näher betrachtet habe, mindestens so getürkt, wie es die Zahlen des Innen-Ministeriums sind. Am Ende bleibt nur die Abwägung. Da kann man sich natürlich auch verweigern und zum Beispiel einfach behaupten, dass die Wahlen im Iran “demokratisch” gewesen seien und das Wahlergebnis keine starken Indizien einer Manipulation aufweise.

      Es ist nur keine gute Idee. Hinweise auf Wahlmanipulationen reiche ich – Interesse vorausgesetzt – gerne nach.

    12. Gebintit schrieb am 18. Juni 2009 at 13:08 - Permalink

      Grundsätzlich finde ich es interessant und auch berechtigt, hier im Blog kritisch auf eine (natürlich) etwas einseitige und tendenzielle Information durch unsere Medien hinzuweisen. Auch die Kritik an Twitter und eine zu naiv-unkritische Übernahme dieser Informationen ist wichtig und berechtigt. Was mir an deinen Iran-Berichten nicht gefällt kann ich an einem Satz festmachen:

      So sympathisch einem die Ziele der Demonstranten auch sind, sie vertreten Partikularinteressen und es ist aus der Außenperspektive nur sehr schwer zu beurteilen, ob die Demonstranten nicht selbst Marionetten in einem Ränkespiel hinter den Kulissen sind.

      Ich sehe darin die Sichtweise von dir (und noch radikaler von einigen Kommentatoren hier im Blog), dass diese Personen, die für Werte kämpfen, die wir im Westen (Gott sei Dank) für fundamental halten, im Iran nicht mehrheitsfähig sind. Das kann ja sein, deshalb kann ich es trotztdem nicht akzeptieren, wenn sie im Stil einer Diktatur brutal unterdrückt werden.
      Einige hier betrachten Auslandspolitik als Schachspiel zwischen dem Westen und seinen Konkurrenten. Bekanntlich gibt es hier im Blog viele, die “dem Westen” sehr kritisch gegenüberstehen, dagegen ist ja nichts einzuwenden, ich finde es sogar sehr erfrischend. Man sollte aber nicht vorschnell den Feind des Feindes als Freund betrachten und massive Verstöße gegen Menschenrechte (und Rechtstaatlichkeit) relativierend beschönigen, nur weil sie eben von einem Lager kommen, das einem eher gefällt als das andere.

    13. John Dean schrieb am 18. Juni 2009 at 13:12 - Permalink

      @ Spiegelfechter (Antwort 9)

      Hast Du es denn auf den Wahrheitsgehalt geprüft?

      Eben nicht! Es interessiert Dich womöglich auch nicht! Deshalb, weil es deiner Meinung, die Du dir bereits gebildet hast, zuwider läuft. Was genau gefällt dir denn an dem Video nicht? Sind es dir zu wenige Demonstranten? Erscheint dir der Zeitpunkt zweifelhaft (obwohl die Sprechchöre da keinen Zweifel zulassen)?

      Was genau gefällt Dir nicht?

    14. Karsten Bier schrieb am 18. Juni 2009 at 13:18 - Permalink

      Zu 12 Gebintit:

      Man sollte aber nicht vorschnell den Feind des Feindes als Freund betrachten und massive Verstöße gegen Menschenrechte (und Rechtstaatlichkeit) relativierend beschönigen, nur weil sie eben von einem Lager kommen, das einem eher gefällt als das andere.

      Wer macht das? Ich habe nicht alle Posts zum Thema gelesen. Hast du da ein Beispiel (oder auch mehrere)?

    15. Spiegelfechter schrieb am 18. Juni 2009 at 13:19 - Permalink

      @John Dean

      Hast Du es denn auf den Wahrheitsgehalt geprüft?

      Ich habe zumindest eine zweite Quelle gefunden – was übrigens keine 10 Sek. dauerte -, die mir relativ verlässlich erscheint und wertvolle Zusatzinformationen gibt.

      Eben nicht! Es interessiert Dich womöglich auch nicht! Deshalb, weil es deiner Meinung, die Du dir bereits gebildet hast, zuwider läuft. Was genau gefällt dir denn an dem Video nicht? Sind es dir zu wenige Demonstranten? Erscheint dir der Zeitpunkt zweifelhaft (obwohl die Sprechchöre da keinen Zweifel zulassen)?

      Nein – Herrgott nochmal. Mir passt Dein laxes Verhältnis zu Quellen nicht. Du zitiertst, verlinkst wie der junge Heiland und machst Dir nicht einmal die Mühe, offensichtliche Falschinformationen zu hinterfragen.

      Was genau gefällt Dir nicht?

      Verstehe es doch endlich – niemand(!) hier mag Ahmadinedschad. Natürlich gehören auch miene Sympathien den Demonstranten. Aber naiv “Marg bar dictator!” gröhlen und Enten verbreiten ist nun mal nicht mein Ding.

    16. Spiegelfechter schrieb am 18. Juni 2009 at 13:24 - Permalink

      @Gebintit

      Ich sehe darin die Sichtweise von dir (und noch radikaler von einigen Kommentatoren hier im Blog), dass diese Personen, die für Werte kämpfen, die wir im Westen (Gott sei Dank) für fundamental halten, im Iran nicht mehrheitsfähig sind.

      Das glaube ich nicht einmal – weltliche Freiheiten werden vielleicht sogar mehrheitsfähig, solange sie nicht mit religiösen Vorbehalten kollidieren.

      Das kann ja sein, deshalb kann ich es trotztdem nicht akzeptieren, wenn sie im Stil einer Diktatur brutal unterdrückt werden.

      Das tut auch niemand.

      Einige hier betrachten Auslandspolitik als Schachspiel zwischen dem Westen und seinen Konkurrenten.

      Bei den aktuellen Geschehnissen hat der “Westen” auch nur eine ziemlich ratlose Zuschauerposition. Darum geht es nicht.

      Bekanntlich gibt es hier im Blog viele, die ?dem Westen? sehr kritisch gegenüberstehen, dagegen ist ja nichts einzuwenden, ich finde es sogar sehr erfrischend. Man sollte aber nicht vorschnell den Feind des Feindes als Freund betrachten und massive Verstöße gegen Menschenrechte (und Rechtstaatlichkeit) relativierend beschönigen, nur weil sie eben von einem Lager kommen, das einem eher gefällt als das andere.

      Meine Worte. Der Umkehrschluß ist aber auch nicht korrekkt. Nur weil die Demonstranten für Menschenrechte auf die Straße gehen, heißt das noch lange nicht, dass ein Präsident Mussawi die Position der Menschenrechte stärken könnte, selbst wenn er dies wollte.

    17. John Dean schrieb am 18. Juni 2009 at 13:28 - Permalink

      @ Spiegelfechter (Antwort 8)

      Ich entspreche Deiner Bitte gerne.

      Die von dir gewünschten offiziellen Zahlen findet man ->aufbereitet hier (Google-Spreadsheet) (ich könnte Dir auch die Tabellen vom iranischen Innenministerium geben bzw. verlinken – ohne Sprachkenntnisse nützen die nur nicht sehr viel).

      So, und dann schaue Dir die Werte für die Provinz Mazandaran (Wahlbeteiligung 99,43 Prozent und immerhin fast 1,3 Mio Stimmen für Ahmadinedschad), Kuwait (iranians abroad – eine dort recht freie und westlich orientierte iranische Community soll zu Ahmadi-Fans mutiert sein), und in Yazd (Wahlbeteiligung 99,11 Prozent) an. Ist das nicht reichlich merkwürdig? Gerade dort, wo es keine besonders ausgeprägte Wahleuphorie gegeben hat (sagen meine iranischen Genossen), dort steigt die Wahlbeteiligung auf nie da gewesene 99 Prozent und höher? Die Ergebnisse in Gilan, Kerman und Azerbeidschan (wo Ahamdinedschad normaler Weise kaum eine Schnitte bekommt, bekommt er diesmal fast 2 Millionen Stimmen) sind ebenfalls ziemlich seltsam. Nirgendwo soll es Hochburgen von Karroubi geben, fast nirgendwo entscheiden sich Iraner gemäß ihrer ethnischen Präferenzen.

      Stinkt das alles nicht zum Himmel? Seit wann beteiligen sich in demokratischen Wahlen über 99 Prozent der Wähler? Wie ist das überhaupt möglich?

    18. Spiegelfechter schrieb am 18. Juni 2009 at 13:43 - Permalink

      @John Dean

      Stinkt das alles nicht zum Himmel? Seit wann beteiligen sich in demokratischen Wahlen über 99 Prozent der Wähler? Wie ist das überhaupt möglich?

      Man kennt so etwas z.B. aus Tschetschenien während der russischen Präsidentschafts- und Dumawahlen. So etwas nennt sich wohl vorauseilender Gehorsam einiger Provinzfürsten. Natürlich ist das ein Indiz auf Fälschungen. Aber es behauptet ja auch niemand(!), dass es keine Fälschungen gab. Russland ist da ein gutes Beispiel – natürlich wurde bei den Präsidentschaftswahlen an einigen Orten die Ergebnisse gefälscht. Dennoch käme niemand auf die Idee, zu behaupten Medewdjew wäre nur durch Wahlbetrug an die Macht gekommen. Wie dies bei MA aussieht, ist unklar – nichts Genaues weiß man nicht.

    19. Helferlein schrieb am 18. Juni 2009 at 14:02 - Permalink

      Vielleicht ist es nicht allen bekannt, aber die Medien waren schon vor der Wahl davon überzeugt, das HA die Wahl gewinnt. Und sie haben schon vor der Wahl die Propagandamaschine angeschmissen und von Wahlfälschung geschrieben.

      Interessanter ist doch ein Vergleich des Medienrummels mit der Wahl in Kenia. Da wird man schnell feststellen, für wen diese so genannte “freie Presse” arbeitet. Ein Tip: Um Demokratie geht es denen nicht!

      Interessanter ist doch eigentlich die neue politische Entwicklung:

      Das so genannte Bürgertum und die Unterschicht sind die wirklichen Gegner bei den Wahlen. Nur das hier natürlich das Bildungsbürgertum ungleich besser gestellt ist. Der Bauer und der Bettler hat keinen PC und vor allem keine Kenntnisse diesen zu bedienen.

      Und im Erntfall kümmert sich dieses Bürgertum einen Scheiß um Demokratie. Das letzte Beispiel ist wohl Thailand – und redet da jemand drüber? Nein, denn die verarmten Massen haben kein gesponsertes Handy.

      In Venezuele hat dieses Bürgertum in gleicher Weise versucht sich die Macht zu erhalten. Nur hier konnte das Militär die Landbevölkerung und die Armen beschützen. Chavez hat die neue Art der Volksverdummung erkannt. Jeder Venezuelaner wird demnächst ein Handy bekommen. ;-)

    20. markus schrieb am 18. Juni 2009 at 14:21 - Permalink

      mal was grundsätzliches … warum füttert ihr den troll ? hier geht es doch offensichtlich um kritik an der praxis westlicher medien informationen aus quellen zu nehmen die offensichtlich unsicher sind. nichts anderes. das wahlergebnis oder sein zustandekommen interessiert für den artikel nicht die bohne! das kann doch so schwer nicht zu verstehen sein!!!!!111einself

      war hier nicht irgendwo schon ein thread offen, wo man über beweggründe und legitimität des protests diskutieren konnte? die zustände mit verblendeten missionaren in eigener sache sind ja schlimmer als zu Zeiten des Gazakriegs!

      btt: und ja der ganze social networkkram ist einfach nicht verlässlich. man kann das zwar als grobe richtschnur nehmen um eine grobe vorstellung von dem zu bekommen was da gerade passiert, aber mehr nicht. wie schnell ist ein entsprechender acc erstellt und man kann beliebige totenmeldungen raushauen, oder “grobe schätzungen” der teilnehmerzahlen usw.
      Das diese “quellen” atm unsere einzigen sind ist leider so. das mindeste wäre permanent darauf hinzuweisen, dass man eigentlich nichts weiß und man nur ein paar gerüchte aufgeschnappt hat. macht aber auch keiner.

    21. salvo schrieb am 18. Juni 2009 at 14:59 - Permalink

      ich finde, all jene, die Jens ob seiner Skepsis angreifen, sollten sich erstmal beruhigen und das reflektieren, worum es jens eigentlich geht: Im Grunde reflektiert er die grundsätzliche unreflektierte Asymmetrie, die sich im Verhöltnis zum breiten Zugang zu den neuen Medien äußert: Diese Medien sind zum Einen für alle jene, die sich ihrer bedienen können und dürfen, einen relativ leicht einzusetzendes Mittel, um gegen Herrschaft zu agieren, auf der anderen Seite sind sie aber, eben auf Grund der selben Charakteristiken, ein mächtiges manipulatives Herrschaftsmittel. Nun ist es eigentlich für jeden sich dieses Widerspruchs bewußten kritischen Menschen nahe liegend, das zu thematisieren – und nichts Anderes tut Jens in seinen Beiträgen. Das läuft eben dem emotional begründeten Impetus zuwieder, sich unkritisch an den Aktionen einer vermeintlich gerechten Sache zu beteiligen. Jens stellt die durchaus richtige Fragen, weil er sich mit diesen Medien kritisch auseinandersetzt (im gegensatz zu seinen Kritikern): Wer bedient sich dieser Mittel und in welchem Interesse werden sie eingesetzt?

      Was Jens Berger mE sehr gut herausgestellt hat, ist zB, dass sie primär für den Kampf nach ‘außen’, also als Propagandamittel, eingesetzt werden, um die Meinungsbildung in den ‘westlichen Demokratien’ zu beeinflussen, weniger für den inneren Kampf

      Mich persönlich haben die Arbeiten Jens dazu jedenfalls geholfen, neigte ich selbst am Anfang ja auch eher dazu, unkritisch der medial verbreiteten Begeisterung der ‘Umstürzler’ zu folgen. Aber auch das aggressive Auftreten von Vertretern dieser ‘Bewegung’ hat mich ‘wach werden’ lassen, die im selben Augenblick ‘Freiheit’ schreien, wie sie sie dem Nächsten nehmen, der sich nicht sofort von ihnen einnehmen läßt.

    22. John Dean schrieb am 18. Juni 2009 at 15:03 - Permalink

      @ markus

      Du findest, dass ich ein “Troll” bin?? Ach komm, Du kannst es doch nur nicht ertragen, wenn jemand nicht deiner Meinung ist. Das Wort “Troll” bedeutet, du Super-Demokrat, im Grunde sowas wie “Halts Maul!”. Man sollte sich sowas nur für absolute Notfälle aufsparen – ein solcher Notfall bin ich nicht.

      Aber im Gegensatz zu dir hält Jens inhaltlichen Widerspruch ganz gut aus.

      @ Spiegelfechter

      Leider hat mein Notebook gerade einige technische Probleme. Die Antwort, die ich posten wollte, blieb absturzbedingt jetzt schon das zweite Mal im Computernirvana hängen.

      (hrmpf!!!)

      Deine Zweifel an dem “Moschee-Zwischenfall” finde ich beachtlich, teils auch sehr überzeugend, allerdings ist die Angelegenheit m. E. trotzdem ziemlich interessant. Ich werde das mal mit ein paar Iranern genauer besprechen und zu analysieren versuchen. Vielleicht ist es ja doch mehr als eine Inszenierung von Mussawi-Anhängern.

      Wichtiger finde ich aber dies:

      Wir reden, was die Großdemo in Isfahan betrifft, bislang leider aneinander vorbei. Woher willst du wissen, dass das hier eine Ente ist? Die Sprechchöre, die du für “naiv” hälst, geben einen guten Hinweis auf den Zeitpunkt dieser Großdemo. Meines Wissens ist z. B. das “Marg bar dictator!” erst nach den Wahlen aufgekommen. Die Demo ist jedenfalls, anders als das fehl gedeutete Bild, keine Wahlkundgebung.

      Und ich meine, dass es in der Nähe der Universität Isfahan so aussieht, wie in diesem Video gezeigt. Woher nimmst Du deine Zweifel? Falls das Video das zeigt, was ich meine, ist es doch ziemlich relevant.

      Was dein Argument mit den russischen Wahlen betrifft: Kaum jemand geht im Fall der russischen Wahlen davon aus, dass das “demokratische Wahlen” seien. Wahlmanipulation in Russland überraschen nicht. Wenn es eben sehr starke Hinweise auf Wahlmanipulationen im Iran gibt, dann ist das bedeutsam, und zwar besonders für diejenigen, welche den Wahlsieg von Ahmadinedschad für regulär halten.

      Oder?

      Im Übrigen könntest du in Bezug auf meine Links gerne etwas weniger genervt reagieren. So schlimm ist es ja nun auch nicht, wenn man – in Teilen – seinen Standpunkt revidieren muss. Ganz im Gegenteil. Ich bin ja auch (meistens…) dankbar, wenn mir jemand nachvollziehbar zeigt, dass ich falsch lag oder einem Irrtum verfallen bin.

      P.S.

      Vielleicht zeigen die Vorfälle im Iran – sowie die notwendige wie besondere Funktion von Twitter/Youtube/Facebook – im Zusammenhang mit der iranischen Informationssperre auch Folgendes:

      Wie wichtig es ist, solche Quellen zu diskutieren!

      (These: Da sind wir Blogger eventuell strukturell besser dran als die klassischen Medien)

      Die von Regierungen und Think Tanks oft goutierten und unterstützten Methoden des cyber war und des Propagandakriegs beinhalten die Gefahr, dass die Social-network-Medien mit Propaganda geflutet werden – und echte Informationen untergehen.

      Umso mehr kommt es auf uns an.

    23. salvo schrieb am 18. Juni 2009 at 15:14 - Permalink

      “Das so genannte Bürgertum und die Unterschicht sind die wirklichen Gegner bei den Wahlen. Nur das hier natürlich das Bildungsbürgertum ungleich besser gestellt ist. Der Bauer und der Bettler hat keinen PC und vor allem keine Kenntnisse diesen zu bedienen.”

      das ist auch ein Punkt, der thematisiert werden sollte: Die Legitimität des Widerstands wird sozusagen vorausgesetzt, weil er ja einem unrechtmäßigen Regime gilt. Wen dieser Widerstand wirklich repräsentiert, gerade in einem Land wie den Iran, wo große Teile der Bevölkerung eben keinen massenhaften Zugang zu den neuen Medien haben, gerät in den Hintergrund. Das bedeutet natürlich nicht, dass der Widerstand an sich inlegitim sei, sondern dass die Frage offen ist, wen er repräsentiert und welchen Partikularinteressen er dient.

    24. Spiegelfechter schrieb am 18. Juni 2009 at 15:21 - Permalink

      @John Dean

      Wir reden, was die Großdemo in Isfahan betrifft, bislang leider aneinander vorbei. Woher willst du wissen, dass das hier eine Ente ist?

      *seufz*

      Warum sollte ich der Meinung sein, dies sei eine Ente? Es ist steht außer Zweifel, dass zehntausende Iraner momentan auf den Strassen demonstrieren. Ich bin doch kein VT-Heini ;-)

      Was dein Argument mit den russischen Wahlen betrifft: Kaum jemand geht im Fall der russischen Wahlen davon aus, dass das ?demokratische Wahlen? seien.

      Nun ja – sie sind sicher nicht “lupenrein” demokratisch, aber doch demokratischer als in viele anderen Staaten der Welt, die zu “unseren” besten Freunden zählen.

      Wahlmanipulation in Russland überraschen nicht. Wenn es eben sehr starke Hinweise auf Wahlmanipulationen im Iran gibt, dann ist das bedeutsam, und zwar besonders für diejenigen, welche den Wahlsieg von Ahmadinedschad für regulär halten.

      Oder?

      Ich habe nie einen Zweifel daran gehegt, dass es Manipulationen gab – das kannst Du auch in jedem meiner Texte lesen. Ich verstehe also die Diskussion nicht. Ich sage lediglich, dass es nicht auszuschließen ist, dass MA die Wahlen tatsählich gewonnen hat. Auch Putin und Medwedjew haben – auch ohne die Manipulationen – ihre Wahlen ganz sicher gewonnen. Das bloße Vorhandensein von Manipulationen ist noch kein Beweis dafür, dass MA nicht die Mehrheit der Stimmen bekommen hat, auch wenn es sicher nicht 63% waren.

      Im Übrigen könntest du in Bezug auf meine Links gerne etwas weniger genervt reagieren. So schlimm ist es ja nun auch nicht, wenn man – in Teilen – seinen Standpunkt revidieren muss. Ganz im Gegenteil. Ich bin ja auch (meistens?) dankbar, wenn mir jemand nachvollziehbar zeigt, dass ich falsch lag oder einem Irrtum verfallen bin.

      In meinem Artikel geht es darum, dass Informationen über Twitter etc. pp. sehr genau(!) überprüft werden müssen, da sie die Gefahr beinhalten, Falschinformationen zu verbreiten. Du postet nun munter genau diese “bedenklichen” Quellen, so hättest Du den Artikel gar nicht gelesen – da kann man schon ein wenig genervt sein. Ist ja nicht persönlich gemeint.

    25. markus schrieb am 18. Juni 2009 at 15:44 - Permalink

      @ john, schön das du den hint mitbekommen hast.

      btw … meine meinung zu dem thema Iran und Wahlausgang habe ich hier noch an keiner stelle kund getan. meine meinung ist in diesem fall auch völlig belanglos, mir geht es eher darum, dass du hier permanent versuchst die diskussion auf die legitimität der wahlen und des protests zu lenken. die frage ist durchaus legitim, aber meiner meinung nach hier an der falschen stelle. dein vorwurf mir passe der inhalt deines posts nicht geht auch mal massiv am inhalt meines posts vorbei ;). es geht nicht um das was sondern um das wo.

      so, schönen tag noch.

    26. John Dean schrieb am 18. Juni 2009 at 16:11 - Permalink

      Tja, Spiegelfechter, aber ich habe auch Youtube-Quellen gepostet, die einen informationellen Mehrwert bieten. Ist doch nicht unspannend, oder? Insofern passt es doch zur Diskussion, sogar bestens, erst Recht unsere teils sehr unterschiedlichen Bewertungen von Quellen. Deine zentrale Aussage zu Twitter/Youtube & Co lautet:

      Objektivität und Neutralität bleiben dabei auf der Strecke und der Medienkonsument weiß nachher nur noch, dass er trotz des Information-Overkill eigentlich nichts weiß.

      Die Gefahr besteht.

      Und doch geht Dein Urteil zu weit. Es zeigt sich (m. E. auch in unserer Diskussion), dass diese neuen Informationskanäle

      1. notwendig sind
      2. gerade im Fall von Zensur notwendig sind
      3. ergänzende, wichtige Informationen bieten

      Gerade Punkt 3 ist wiegt schwer. Und – insofern liegen wir ja nicht weit auseinander – es ist bei diesen neuen Informationskanälen sehr viel wichtiger geworden, die Informationen kritisch zu betrachten und abzuwägen.

      (auch ich muss das noch lernen…)

      Für mich war das schon lehrreich, dass dieser “Moschee-Zwischenfall” sich vermutlich anders darstellt, als ich im ersten Moment meinte. Aber genau darum, weil man sich schnell täuschen kann bzw. schnell täuschen lassen kann, ist doch das Gespräch und der Austausch umso wichtiger.

      Ohne Twitter/Youtube/Handy-Userbeiträge für BBC Persia u.ä. würden wir doch kaum noch irgendeine zuverlässige Information aus dem Iran erhalten! Insofern ließe sich hier – ausreichende Quellenkritik natürlich voraus gesetzt – sogar tendenziell das Gegenteil Deiner These (s.o.) über den mangelhaften Wert von Twitter & Co behaupten.

      Noch nie war es so wichtig wie heute! Und wir müssen vermutlich noch nach Strategien suchen, um die wichtigen und zuverlässigen Informationen von den übrigen zu trennen.

      Eine Methode dazu ist die offene Diskussion über Quellen in Blogs.

    27. John Dean schrieb am 18. Juni 2009 at 16:24 - Permalink

      @ salvo

      Das bedeutet natürlich nicht, dass der Widerstand an sich inlegitim sei, sondern dass die Frage offen ist, wen er repräsentiert und welchen Partikularinteressen er dient.

      An der Stelle taucht ein Aspekt auf, in Zusammenhang mit Twitter & Co, den ich für sehr bedeutsam halte:

      Wenn man einmal davon ausgeht, dass das Twittern und Youtuben vor allem von Vertretern des iranischen Bildungsbürgertums und anderer Wohlstandsschichten vorgenommen wird, dann beinhalten die Youtube- & Twitter-Berichte (neben dem Problem des Propagandakrieges) das Problem, dass der iranische Widerstand von einer eher einseitigen bzw. partikularen Perspektive dargestellt wird.

      Ein konkretes Beispiel: In Teheran lebt in Norden nur ein kleiner Teil (!) der Mussawi-Wähler.

      (das lässt sich mit Leichtigkeit beweisen)

      Die Berichte aus Teheran über Demonstrationen u.ä. (per Youtube/Twitter/Facebook u.ä.) erhalten wir allerdings bevorzugt aus den technisch weit besser ausgestatteten Bevölkerungskreisen in Norden Teherans.

      So: Und plötzlich denken wir, dass es fast nur im Norden Teherans viele Mussawi-Anhänger gibt. Weit gefehlt! Sogar die amtlichen Auszählungen besagen, dass hinter Mussawi die Hälfte Teherans steht. Manipulationen voraus gesetzt, müssten es sogar noch mehr sein. Es ist in jedem Fall also anders, als man es beim Betrachten der Youtube-Videos meinen könnte.

      Was sind das für Wähler, was denken sie, wie fühlen sie, was bewegt sie? Sind es Arme (ein guter Anteil muss wohl darunter sein – sonst hätte Mussawi in Teheran nicht so viele Stimmen), und warum wählt ein Teil der Armen Mussawi?

      Das Blöde daran ist: Diese Fragen lassen sich, strukturell bedingt, über Youtube/Twitter & Co wohl kaum beantworten.

      @ markus

      Qualis autem homo ipse esset, talem esse eius orationem.

    28. Parsa Kakashanian schrieb am 18. Juni 2009 at 16:24 - Permalink

      @ salvo

      “Die Legitimität des Widerstands wird sozusagen vorausgesetzt, weil er ja einem unrechtmäßigen Regime gilt. Wen dieser Widerstand wirklich repräsentiert, gerade in einem Land wie den Iran, wo große Teile der Bevölkerung eben keinen massenhaften Zugang zu den neuen Medien haben, gerät in den Hintergrund.”

      Angesichts der Tatsache, dass es als sicher gelten kann, dass die Wahlen gefälscht worden sind, ist es schwierig zu sagen, ob Mousavi bzw. die Freiheitsbewegung nur für eine Bevölkerungsschicht spricht.

      Die Annahme, Ahmadi wäre der Favorit der Armen ist ja bereits widerlegt worden, bzw. es handelt sich dabei nur um eine Annahme, solange wir nicht konkrete Zahlen oder Materialien haben.

      Generell gilt, dass Revolutionen und Aufstände NIEMALS von ALLEN Menschen aktiv getragen werden. Der Familienvater, der jeden Pfennig braucht, kann nicht seine Arbeit vernachlässigen, um sich an Protesten zu beteiligen. Der Bauer auf dem Land hat vielleicht gar keine Möglichkeit, an Protesten teilzunehmen, weil diese allein aufgrund der Menschenmasse in den Städten konzentriert sind.

      Es ist demnach immer eine kleine Gruppe, die zumeist unter Berufung auf die große Masse, Agent einer Revolution ist. Die Iranische Revolution von 1979 war exemplarisch für eine sehr breit angelegte Volksrevolution. Die Deutsche Revolution von 1918 hat auch sehr viele Menschen ergriffen – jedoch signifikante Volksschichten zum Gegner gehabt (anders als die Iranische Revolution).

      Legitimität ergibt sich aus meines Erachtens aus zwei Aspekten. Erstens natürlich eine gewisse Massenmobilisierung, die es vermag die Macht des Staatsapparats zu brechen. Zweitens eine Ziel-Legitimität, die sich daraus ergibt, welche Werte und Überzeugungen gegen eine bestehende Gesellschaftsordnung ins Feld geführt werden. Wenn auf der einen Seite Freiheit, Gleichberechtigung, Meinungsfreiheit und Menschenrechte stehen und auf der anderen Autokratie, Meinungsbeschränkung, Nichtanerkennung von elementaren Menschenrechten – dann ist klar, welche Seite Legitimität genießt, und welche nicht.

      Im übrigen ist es zu Anfang einer Revolution oder eines Umsturzes logischerweise nie abzusehen wie er/sie endet. Die Iranische Revolution von 1979 war als Revolution erfolgreich, wurde dann jedoch nach Sturz des Ancien Régime von einer einzigen Gruppe usurpiert, die eine Gesellschaftsordnung durchdrückte, die gemessen an Maßstäben wie den universellen Menschenrechten nicht sehr progressiv war – obwohl auch sie progressive Elemente aufwies, v.a. im Vergleich mit dem Ancien Régime.

      Die Interessen der einzelnen revolutions-machenden, bzw. antirevolutionären Gruppen sind natürlich vorhanden. Und es kann gut sein, dass die Neue Ordnung auch Gruppen benachteiligt. Auch hier gilt es nicht nur Interesse gleichrangig gegen Interesse zu stellen, und eine simple mathematische Abwägung vorzunehmen, sondern zu erkennen, dass die Vorherrschaft der Interessen mancher Gruppen für die Gesamtgesellschaft progressivere Auswirkungen haben als die Vorherrschaft der Interessen anderer Gruppen. Der Übergang zum Kapitalismus bedeutete zwar zuerst eine Verelendung breiter Schichten der Bevölkerung, d.h. macht vielleicht die kapitalistische Gesellschaftsordnung illegitim, aber nicht den Übergang zu ihr, da sie selbst einen Fortschritt gegenüber der weitaus unfreieren feudalen Ordnung darstellte.

      Sprich: es wäre für Iran insgesamt besser wenn sich nach einem Umsturz, von dem wir nicht wissen, ob er erfolgen wird, die sog. Gucci-Gesellschaft durchsetzt. Wiewohl auch hier natürlich eine Art Gesellschaftsvertrag ausgehandelt werden würde, der die Interessen anderer Gruppen ebenso berücksichtigt.

    29. Parsa Kakashanian schrieb am 18. Juni 2009 at 16:37 - Permalink

      Generell nochmal zur “Zuverlässigkeit” der Informationen, die wir über YouTube/Twitter/Facebook etc.. bekommen. Die stellen leider gegenwärtig die einzigen Nachrichten dar, die wir überhaupt bekommen. Und dies liegt natürlich am Regime, das dabei ist alle ausländischen Reporter/Journalisten auszuweisen.

      Da wir wissen, dass die Presse ein Machtinstrument ist, finde ich es geradezu notwendig, dass sich die Presse in demokratischen Staaten mit der Protestbewegung solidarisiert. Es gibt hier natürlich den Propaganda-Effekt. Und die Propaganda der lügnerischen Staatspresse Irans muss ausgeglichen werden durch eine Freie Presse, die diese Propaganda gnadenlos in Frage stellt, und eben den Informationen der Protestbewegung ein Stück weit Vertrauen entgegenbringt.

      Wenn dies nicht getan wird, dann hat das Regime in der Propagandaschlacht bereits gewonnen. Es wäre fast so, als würden wir im Westen sagen: wo wir nichts mehr sehen und nichts hören, da kann auch nichts sein. Eine fatale Konsequenz. Und eine, die unschuldige Leben zum Opfer hat.

    30. salvo schrieb am 18. Juni 2009 at 16:40 - Permalink

      @Parsa

      Deine theoretischen Ausführungen zur Legitimität von ‘Revolutionen’ mögen ja plausibel sein. Es geht hier aber nicht um einen theoretischen Diskurs. Dass Du als Angehöriger der iranischen Intelligenz in der Lage bist, diskursiv Dein ‘revolutionäres’ Handeln zu legitimieren, bezweifle ich nicht.

    31. Spiegelfechter schrieb am 18. Juni 2009 at 16:41 - Permalink

      @Parsa

      Also verkürzt – Du willst den Gegner mit seinen eigenen Mitteln schlagen? Für einen Aktivisten ist das ok, für einen Journalisten darf das so nicht sein! Jeder Journalist darf (und soll) in Kommentaren seine Meinung zum Besten geben. Aber in der Nachrichtenberichterstattung muß(!) strenge Neutralität gelten. Ansonsten machst Du aus der westlichen Presse ein Pendant zu iranischen Staatspresse, das nur unter einen anderen Fahne segelt.

    32. Alexander Tetzlaf schrieb am 18. Juni 2009 at 16:44 - Permalink

      Tatsächlich gibt es Pressefreiheit ?nur frei ist die Presse nicht, weshalb im Resultat das gleiche herauskommt. Mit dem Unterschied, dass man anderswo weiß, wogegen man aufbegehrt, bei uns aber zu viele die Notwendigkeit nicht erkennen können.

      Aber warum sollten wir kritisch sein?

      Unsere Presse ist doch frei? Unsere Meinung ist doch frei? Wir haben doch Demokratie?

      Nein. Nein und Nein.

      Das eine wie das andere wird hier als Feigenblatt missbraucht.

      Frei ist hier nichts.

      Womit ich nicht behauptet habe, im IRAN wäre es freier, was ich allerdings nicht weiß.

      Und Sie ebenfalls nicht.

    33. Parsa Kakashanian schrieb am 18. Juni 2009 at 16:54 - Permalink

      @ SF

      “Also verkürzt – Du willst den Gegner mit seinen eigenen Mitteln schlagen?”

      Nein, ich will, dass die Presse erkennt, dass hier David gegen Goliath kämpft. Die Reaktion auf ein Aussperren aller ausländischen Pressevertreter kann doch nicht sein, ab jetzt nur noch die Bilder des staatlichen Propaganda-Apparats zu senden und die Opposition mangels zuverlässiger Quellen gar nicht mehr zu Wort kommen zu lassen????

      Wenn ich die Lügen der einen sende, oder drucke (wie die Wahlergebnisse des Innenministeriums!), dann kann ich doch nicht die “unzuverlässigen Quellen” der anderen (die mit viel größerer Wahrscheinlichkeit KEINE Lügen sind) auslassen!

      Ihr Fehler in ihren Artikeln besteht darin, die Presse zu beschuldigen, sie würde unbestätigte Nachrichten aus unzuverlässigen Quellen übernehmen, aber sie weisen gleichzeitig nicht darauf hin, dass die offizielle iranische Seite noch viel fragwürdiger ist. Wenn Sie jetzt das Fazit ziehen, gar nicht mehr zu schreiben, weil ja eh alles nur Propaganda ist, dann arbeiten Sie der Diktatur zu. Die will ja Ruhe.

      Fragen Sie sich doch, warum sie aus der Freiheitsbewegung nur “unzuverlässige Informationen” bekommen? Ist das die Schuld dieser Gucci-Twitterer (böse Propagandisten), oder die Schuld des Regimes, das andere Infos nicht mehr passieren lässt?

    34. Spiegelfechter schrieb am 18. Juni 2009 at 17:07 - Permalink

      @Parsa

      Nein, ich will, dass die Presse erkennt, dass hier David gegen Goliath kämpft.

      Aber in der Presse war doch nie etwas anderslautendes zu lesen.

      Wenn ich die Lügen der einen sende, oder drucke (wie die Wahlergebnisse des Innenministeriums!), dann kann ich doch nicht die ?unzuverlässigen Quellen? der anderen (die mit viel größerer Wahrscheinlichkeit KEINE Lügen sind) auslassen!

      Doch, leider ja. Die offiziellen Ergebnisse haben Nachrichtenwert – das heißt aber keinesfalls(!), dass man sie unkommentiert nennen sollte. Natürlich kann (und muß) man auf Unregelmäßigkeiten hinweisen.

      Die offensichtlich gefaketen Alternativergebnisse haben hingegen nur als Meldung Nachrichtenwert, um diie Skurilität der Auseinandersetzung zu offenbaren.

      Ihr Fehler in ihren Artikeln besteht darin, die Presse zu beschuldigen, sie würde unbestätigte Nachrichten aus unzuverlässigen Quellen übernehmen, aber sie weisen gleichzeitig nicht darauf hin, dass die offizielle iranische Seite noch viel fragwürdiger ist.

      Was für ein lausiges Argument. Bin ich Iraner? Ist es an mir die iranische Presse zu kritisieren? Dass die Staatspresse dort außerhalb jeglicher seriöser Kategorien arbeitet, ist hinlänglich bekannt. Wir machen hier doch keinen Wettkampf zwischen den Systemen?

      Wenn Sie jetzt das Fazit ziehen, gar nicht mehr zu schreiben, weil ja eh alles nur Propaganda ist, dann arbeiten Sie der Diktatur zu. Die will ja Ruhe.

      Das sagt auch gar keiner. Ich wundere mich immer wieder, wie ein gescheiter Mensch Texte mutwilig(!) derart mißverstehen kann.

      Allgemein sei gesagt, dass Sie sich und der iranischen Opposition hier mit ihrem krawalligen Auftreten sicher keinen Gefallen tun.

    35. Parsa Kakashanian schrieb am 18. Juni 2009 at 17:28 - Permalink

      @ SF

      “Doch, leider ja. Die offiziellen Ergebnisse haben Nachrichtenwert – das heißt aber keinesfalls(!), dass man sie unkommentiert nennen sollte.”

      Das “Doch, leider ja” offenbart leider, leider – ob Sie das nun wollen oder nicht – , dass Sie das Propagandaspiel der Diktatur mitspielen. Die hat ihnen erfolgreich den Informationshahn abgedreht und nun vermelden sie fleißig, was Ihnen an Propaganda vorgesetzt wird. Bravourös!

      “Bin ich Iraner? Ist es an mir die iranische Presse zu kritisieren?”

      Hängt die Möglichkeit zur Kritik an der Nationalität? Die Nationalität ist völlig irrelevant. Wenn Sie solche rhetorischen Fragen formulieren, dann sagen Sie doch: stopp! Innere Angelegenheit – da darf ich mich nicht einmischen! So argumentiert die Diktatur, gerade deshalb wird die ausländische Presse ja des Landes verwiesen.
      Wenn die Menschenrechte beschnitten werden und Demonstranten geschlagen, verhaftet und umgebracht – dann sind wir alle Iraner. Dann haben Sie nicht nur das Recht zu kritisieren, sondern die verdammte Pflicht.

      “Allgemein sei gesagt, dass Sie sich und der iranischen Opposition hier mit ihrem krawalligen Auftreten sicher keinen Gefallen tun.”

      Dieses Argument ist sehr schwach. Sie sollten die Bewertung einer Bewegung nicht am Auftreten einer einzigen, in diesem Falle relativ irrelevanten Person, die Ihnen vielleicht persönlich unsympathisch ist, festmachen, sondern daran, ob Sie die Ziele dieser Menschen teilen. Das hat nichts mit persönlicher Sympathie zu tun, wohl eber mit gesundem Menschenverstand.

    36. John Dean schrieb am 18. Juni 2009 at 17:31 - Permalink

      Es ist eben ein Problem, dass sich die Presse auf die Spielregeln einer Diktatur einlassen würde, wenn sie das Umgehen von Zensur nicht zu einem zentralen ihrer Anliegen macht. Wie soll das gehen, eine “neutrale” Presse, wenn ein Regime alle Informationskanäle schließt oder zu steuern versucht?

      Aufgabe von Presse ist nicht nur die gewissenhafte Berichterstattung, sondern auch, sich an die Seite von Schwachen und Unterdrückten zu stellen. In einer Zensur-Sondersituation, wie sie vom iranischen Regime verursacht wurde, genügt es nicht mehr, 100-prozentige Quellensicherheit zu verlangen.

      Das ist ein Dilemma.

      Aber ein Dilemma wäre auch, ein größeres sogar, wenn die Zensur überwindenden Informationen aus Youtube/Twitter/Facebook & Co ungenutzt blieben. Man muss den Maßstab der Quellensicherheit – leider – dem Umständen anpassen.

      Oder gibt es dazu eine presse-ethisch einwandfreie Alternative? Lässt sich das Dilemma auf eine befriedigende Weise auflösen? Sollte nur das berichtet werden, was professionelle Berichterstatter mit professionellen Maßstäben gefunden und im Idealfall direkt vor Ort erkundet haben?

      Das geht nur leider nicht. Es ist eine Sondersituation, auf die noch passende Antworten zu suchen sind – aber das Ausblenden “iranischer Amateur-Nachrichten” (so nenne ich das mal), gehört m. E. zu den schlechteren unter allen Möglichkeiten.

      Insofern habe ich mich hier auch gegen die sehr weit reichende Diskreditierung der Informationen aus Youtube/Twitter & Co gewandt.

      Meine Beispiele mögen sowohl für die Gefahren, wie auch für den Nutzen dieser neuen Medien stehen, und so, wie ich es erst noch lernen muss, damit umzugehen, muss eben auch die Presse lernen, wie sie in dieser Situation mit “social media” umgeht.

      Ausparen sollte sie dies aber alles nicht, anderenfalls spielt sie, unwissentlich und unabsichtlich, das Informationsspiel des Regimes mit. Im Übrigen finde ich, dass Menschenrechte, Freiheit, Selbstbestimmung keine partikularen Interessen sind.

    37. Spiegelfechter schrieb am 18. Juni 2009 at 17:35 - Permalink

      @Parsa

      Die hat ihnen erfolgreich den Informationshahn abgedreht und nun vermelden sie fleißig, was Ihnen an Propaganda vorgesetzt wird. Bravourös!

      Genau – Du hast recht und ich hab meine Ruhe *rolleyes*

      Hängt die Möglichkeit zur Kritik an der Nationalität? Die Nationalität ist völlig irrelevant. Wenn Sie solche rhetorischen Fragen formulieren, dann sagen Sie doch: stopp! Innere Angelegenheit – da darf ich mich nicht einmischen! So argumentiert die Diktatur, gerade deshalb wird die ausländische Presse ja des Landes verwiesen.

      Quark – Deine Argumentation zeugt nicht eben von geistlicher Reife. Man kann an sich sehr wohl höhere Ansprüche stellen, als an seinen Kontrahenten. Nur weil die iranische Presse ohne Zweifel indisuktabel ist, heißt das noch lange nicht, dass auch die deutsche Presse hier für Waffengleichheit sorgen sollte, und ihre Qualitätsstandards senkt.

      Wenn die Menschenrechte beschnitten werden und Demonstranten geschlagen, verhaftet und umgebracht – dann sind wir alle Iraner.

      … und Uighuren, und Palästinenser, und Saudis, und Ägypter, und Venezoelaner, und Georgier, und Tibeter, und … ich weiß schon gar nicht, was ich alles sein soll.

      Dann haben Sie nicht nur das Recht zu kritisieren, sondern die verdammte Pflicht.

      Aber das mache ich doch auch *rolleyes*

      EOD

    38. Parsa Kakashanian schrieb am 18. Juni 2009 at 17:35 - Permalink

      @ John Dean

      Meine Rede, meine Rede…

    39. Spiegelfechter schrieb am 18. Juni 2009 at 17:37 - Permalink

      @John Dean

      Das ist ein Dilemma.

      Das muss es ja nicht sein – ich nenne ja im Artikel die durchaus löblichen Beispiele Guardian und NYT, die da ihren Weg gefunden haben. Es darf aber nicht so aussehen, wie in den Beispielen, die ich auch nenne. Da gibt es einen Mittellweg.

    40. Parsa Kakashanian schrieb am 18. Juni 2009 at 17:42 - Permalink

      @ SF

      “und ich hab meine Ruhe *rolleyes*”

      Genau das will ich ja nicht ;-)

      “Nur weil die iranische Presse ohne Zweifel indisuktabel ist, heißt das noch lange nicht, dass auch die deutsche Presse hier für Waffengleichheit sorgen sollte, und ihre Qualitätsstandards senkt.”

      Die deutsche Presse soll der WAHRHEITS-Findung dienen. Und das tut sie nicht, indem sie die staatliche Propaganda wiederkäut, sondern indem sie der Opposition aus ihrer unverschuldeten Informationsisolation hilft – sprich: ihr eine Stimme verleiht, auch wenn diese aus “unzuverlässigen Quellen” stammt.

      “ich weiß schon gar nicht, was ich alles sein soll.”

      Ich war es nicht, der mit dieser unsäglichen Nationalitätsdebatte angefangen hat. Du sollst Mensch sein und in jedem Mitmenschen – gleich welcher Nationalität – Deinen Nächsten erkennen.

    41. name schrieb am 18. Juni 2009 at 18:04 - Permalink

      Du sollst doch nur von Parsa und dessen Minderheitenmeinung assimiliert werden, und dabei auf alles Logische, alle Interessensgesetze, alle bunten, mit Sonderprogrammen finanzierten Revolutionen vergessen, mehr verlangt er von dir nicht Jens ;)

    42. Gebintit schrieb am 18. Juni 2009 at 18:08 - Permalink

      @Karsten Bier #14 und SF #16
      Ich habe auch nicht alle Postings gelesen und gestehe, dass ich kein Beispiel finden konnte, in dem jemand explizit und plump schreibt: Ahma… und das blutige Unterdrücken von Protesten nach den Wahlen sei legitim, da die Protestler eh nur Marionetten eines (kapitalistischen) Westens seien. Das Gefühl hatte ich aber. Vielleicht bin ich da sehr sensibel und lese bisweilen zwischen den Zeilen, vielleicht war ich hier überempfindlich.
      Ich möchte ja nur darum bitten, dass man nicht auf eine einseitige Berichterstattung pro Protestler mit einer einseitigen Berichterstattung contra Protestler reagiert.
      Aus Gründen, die in erster Linie die Herrschenden im Iran zu verantworten haben, ist es bekanntlich im Moment sehr schwer, sich ein einigermaßen verlässliches und differenziertes Bild von der Situation im Iran zu machen. Da sollte man auch sehr vorsichtig sein, Protestler pauschal als Marionetten oder Gucci-Demonstranten zu bezeichnen, die hier die Unversehrtheit ihres Lebens auf das Spiel setzen. Es wird mir nicht ausreichend betont, dass diese Methoden der Repression absolut inakzeptabel sind, völlig unabhängig von den Zielen der Unterdrücker, oder pro- bzw. antiwestlichen Interessen. Es spielt für mich auch keine Rolle, ob ein Opfer dieser Repression einer Minderheit oder einer Mehrheit angehört. Menschenrechtsverstöße sind Menschenrechtsverstöße, da sollte man nichts relativieren!
      Abschließend noch zu der SF-Aussage:

      Nur weil die Demonstranten für Menschenrechte auf die Straße gehen, heißt das noch lange nicht, dass ein Präsident Mussawi die Position der Menschenrechte stärken könnte, selbst wenn er dies wollte.

      Um Mussawi geht es mir hier primär doch gar nicht, es geht um die Leute, die wieder einmal das Gefühl hatten verarscht worden zu sein und ihren Ärger auf die Straße tragen wollen. Es geht um Protest und um die Art und Weise, wie ein Regime mit einem solchen Protest umgeht.
      Wir genießen hier in Deutschland sehr viele Freiheiten, wir können z.B. einen Steinbrück mit Schweinerüssel auf einem Blog publizieren und sollten keinen Zweifel daran aufkommen lassen, dass wir auch anderen Menschen diese Freiheiten gönnen.

    43. hausen schrieb am 18. Juni 2009 at 18:11 - Permalink

      Die deutsche Presse soll der WAHRHEITS-Findung dienen. Und das tut sie nicht, indem sie die staatliche Propaganda wiederkäut, sondern indem sie der Opposition aus ihrer unverschuldeten Informationsisolation hilft – sprich: ihr eine Stimme verleiht, auch wenn diese aus ?unzuverlässigen Quellen? stammt.

      Das macht im Sinne der Wahrheit keinen Sinn, damit ersetzt die Presse nur die unzuverlässigen (und damit Propagandaverdächtige) Informationen der einen mit der anderen Seite. Du drehst dich im Kreis. Dass das Regime böse ist, diktatorisch, unterdrückt, zensiert, spielt da keine Rolle.

    44. salvo schrieb am 18. Juni 2009 at 18:13 - Permalink

      “Aufgabe von Presse ist nicht nur die gewissenhafte Berichterstattung, sondern auch, sich an die Seite von Schwachen und Unterdrückten zu stellen.”

      ungeachtet der Frage, ob das wirklich ‘Aufgabe’ der Presse sein kann, meines Erachtens nicht (aber meine Meinung ist unbedeutend) – diese Aufgabe, die Stimme der Schwachen und Unterdrückten zu sein, würden dann hierzulande Bertelsmann, Springer & Co übernehmen?
      Und merkst Du denn nicht, dass eine Parteinahme für die ‘Schwachen und Unterdrückten”, allgemein legitimierte Definition vorausgesetzt, die eigentliche Aufgabe der ‘Presse’, eine ‘gewissenhafte Berichterstattung’, ad absurdum führen würde?

      “Ich möchte ja nur darum bitten, dass man nicht auf eine einseitige Berichterstattung pro Protestler mit einer einseitigen Berichterstattung contra Protestler reagiert.”

      das tut hier auch keiner, es geht nur um die Informationen, die in von den hiesigen Medien den ‘Protestlern’ zugeschrieben werden und unkritisch als Träger von ‘Wahrheit’ verbreitet werden, wobei jeder kritische Geist wissen sollte, dass es dem medialen Mainstrem primär nicht um die Interessen und Rechte der zweifellos unterdrückten Iraner geht, sondern um die machtpolitischen und wirtschaftlichen der eigenen Eliten

    45. Parsa Kakashanian schrieb am 18. Juni 2009 at 18:21 - Permalink

      @ Gebintit

      “Wir genießen hier in Deutschland sehr viele Freiheiten, wir können z.B. einen Steinbrück mit Schweinerüssel auf einem Blog publizieren und sollten keinen Zweifel daran aufkommen lassen, dass wir auch anderen Menschen diese Freiheiten gönnen.”

      Danke für dieses Statement! Bei all dem Rumgejammere wie schlimm doch die Springerpresse ist, und Hartz4 und was nicht alles in diesem doch so schlimmen Deutschland vergessen die Leute völlig, was es heisst in ner Diktatur zu leben!

      Ich kassiere doch lieber meinungsfrei Hartz4 in D’land anstatt mich im Evin-Gefängnis dafür foltern zu lassen, dass ich in ner Zeitung geschrieben hab, Frauen hätten das Recht selbst zu entscheiden, was sie anziehen.

      Wer nicht in der Lage ist eine Demokratie von einer islamistischen Diktatur zu unterscheiden, der tut mir irgendwie leid. Grad ist in Evin ja wenig Platz, aber wenn wieder mehr da ist, kann man vielleicht Selbstfindungstripps in Ahmadis Reich unternehmen.

    46. Karsten Bier schrieb am 18. Juni 2009 at 18:24 - Permalink

      Zu 43 Gebintit:

      Ich kann mich auch an keinen Post erinnern, der zwischen den Zeilen etwas ähnliches andeutete.

      SF hat nun mehrfach und ausdrücklich betont, dass seine Sympathien auch bei den Demonstranten liegen. Das gilt auch für mich und für wohl so ziemlich alle hier.

      Darum geht es in den Artikeln aber nicht. Es geht um die kritiklose Übernahme ungesicherter Informationen aus fragwürdigen Quellen durch die sog. Qualitätsmedien. Das findet inzwischen sehr häufig statt und ist in einer Demokratie _sehr_gefährlich_. Und ich bin SF daher sehr dankbar, dass er das thematisiert. Das ist _wichtig_!

      Bitte versucht doch mal, diesen Aspekt zu sehen. Denn darum geht es und nicht um das Nachplärren von Regimepositionen. Die Diskussion hier lenkt total von dieser Sache ab, was ich sehr schade finde.

    47. Parsa Kakashanian schrieb am 18. Juni 2009 at 18:26 - Permalink

      @ salvo

      “wobei jeder kritische Geist wissen sollte, dass es dem medialen Mainstrem primär nicht um die Interessen und Rechte der zweifellos unterdrückten Iraner geht, sondern um die machtpolitischen und wirtschaftlichen der eigenen Eliten”

      Ey, sorry, Alter!? Da mag ja global gesehen was dran sein, dass die MainstreamPresse hier das bestehende System stützt. Aber glaubst Du hinter jedem Journalisten/Reporter von Spiegel/Zeit/FAZ/Süddeutsche/FR/taz sitzt der Erzkapitalist mit der Pistole und sagt: schreib die Revolte hoch, damit ich da investieren kann???Die Journaille in unserem Land ist doch noch n bissken freier. Aber gut, nach dieser kruden Argumentation wissen wir ja, warum Junge Welt und Neues Deutschland – unsere gute sozialistische Volkspresse – so gut wie nix über Iran berichten. Die wissen auch noch von vor-89, dass alle Information staatlich zertifiziert sein muss…

    48. Parsa Kakashanian schrieb am 18. Juni 2009 at 18:31 - Permalink

      @hausen/43

      “Das macht im Sinne der Wahrheit keinen Sinn, damit ersetzt die Presse nur die unzuverlässigen (und damit Propagandaverdächtige) Informationen der einen mit der anderen Seite.”

      Diese Phrase zeigt ja eindeutig, dass Du Äquidistanz wahrst zwischen Diktatur und Freiheitsbewegung. Aber wie der Spiegelfechter schon schrieb: Die Propaganda der Regierung hat Nachrichtenwert. Die “unzuverlässige und propagandaverdächtige Information” (O-Ton hausen) der Freiheitsbewegung dagegen nicht. Somit findet bei Euren Kriteria nur die eine Seite statt. Damit dient ihr den Interessen der Diktatur.

    49. salvo schrieb am 18. Juni 2009 at 18:37 - Permalink

      ?Wir genießen hier in Deutschland sehr viele Freiheiten, wir können z.B. einen Steinbrück mit Schweinerüssel auf einem Blog publizieren und sollten keinen Zweifel daran aufkommen lassen, dass wir auch anderen Menschen diese Freiheiten gönnen.?

      das Gewissen soll also die kritische Auseinandersetzung mit medial vermittelten Informationen ersetzen? Wenn ich diese Frage zunächst mal bejahe, frage ich mich, wie wir, die wir ja Tag für Tag das Privileg haben, diese ‘Freiheiten’ auszuleben, ertragen können, dass Tag für Tag alle 4 Sekunden an Mensch an Hunger stirbt? Und da frage ich mich, wo sind denn die Aktivisten, die Blogger, die jetzt zum gemeinsamen Kampf gegen das personifizierte Böse aufrufen und jede kritische Distanz über Bord werfen wollen? Welche Stimme geben wir denn diesen Menschen? So viel zur Spannung Gewissen und Medien

    50. name schrieb am 18. Juni 2009 at 18:39 - Permalink

      Falsch Parsa, wenn du ein wenig Ahnung hättest, wüsstest du schon, dass hinter Spon die Milliardäre von Bertelsmann stehen, und die Chefredakteure, die Interessen und Meinungen ihre Eigentümer und Verleger durchsetzen.

      Daher gab es die Woche auch das Baruti Grunewaldinterview aus der Millionärsoppositionellen Ecke bei Spon und eben einen kämpferischen offenen Brief als Nachschlag. Die gleichen Yuppies, die mit ihren 6000 Eurokleidchen sich auf Bällen in Berlin sonnen, brüllen Freiheit für Ihr Yuppiekleidchen, und das auch im Iran.

    51. salvo schrieb am 18. Juni 2009 at 18:41 - Permalink

      @Parsa

      ja Parsa, Sie haben recht, nicht trotz, sondern wegen Ihrer Arroganz und aggressiven Rechthaberei , belassen wir es dabei

    52. hausen schrieb am 18. Juni 2009 at 18:42 - Permalink

      Hey, jetzt wirds aber wirklich frech!

      Die ?unzuverlässige und propagandaverdächtige Information? (O-Ton hausen) der Freiheitsbewegung dagegen nicht.

      Was soll das? Du meinst wohl du kannst alles nach deinem Gusto herumdrehen, und hast dann noch die Eier O-Ton dahinter zu schreiben…. Ist das Absicht oder fehlt dir einfach die innere Ruhe ein Argument zu verstehen, aufzunehmen und beantworten?

      In meinem Post sage ich, dass es auf journalistischer Ebene nicht der Wahrheitsfindung dient, unzuverlässige Quellen (e.g. Twitter) in den Stand von fundierten Quellen zu erheben, nur weil kein Zugang zu fundierten Quellen besteht.

    53. Gebintit schrieb am 18. Juni 2009 at 18:54 - Permalink

      @Karsten B und Salvo
      Jetzt werde ich aber zu radikal ausgelegt. Ich sage doch nicht, dass hier keine Kritik am Umgang unserer Mainstream-Presse mit schwer verifizierbaren Twitter-Quellen erlaubt wäre. Ich bin dem Spiegelfechter auch ausdrücklich dankbar dafür, dass er sich die Mühe macht, hier mal wieder gegen den Strom zu schwimmen (ist ja anstrengend und auf Dauer ermüdend!). Fände ich seine Betrachtungen nicht interessant, würde ich sie nicht lesen, so viel Zeit habe ich auch nicht. Ich bin auch kein Missionar irgendwelcher Ansichten, nehme aber gerne meine geschätzte Freiheit in diesem Blog war, mein Unwohlsein über Formulierungen zu äußern, die – vorsichtig ausgedrückt – Menschen durch Pauschalisierung beleidigen könnten, die für ihren Protest gegen subjektiv erlebtes Unrecht sehr viel (!) riskieren.

    54. OAlexander schrieb am 18. Juni 2009 at 19:06 - Permalink

      Das Problem im Allgemeinen bleibt, dass die westliche Presse auf breitester Ebene in der Angelegenheit der iranischen Wahlen sich erneut zur Propagandaschlampe denigriert – wie dies eben auch vor knapp einem Jahr im Georgienkonflikt der Fall war. Für viele Iraner gab es handfeste Gründe (Gehaltserhöhungen, Kredite, …) sich für Ahmadinejad zu entscheiden und es ist durchaus plausibel anzunehmen, dass dieser die Wahl demokratisch gewonnen hat – die Gegner Rafsandjani/Moussavi sind nicht gerade volkstümlich. Ob das Wahlergebnis etwas zu stark “gepflegt” wurde, das ist eine andere Sache.

      Vor diesem Hintergrund ist es dann aber auch zulässig die gegenwärtigen Demonstrationen als illegitime Umsturzbewegung anzusehen und die Reaktion der iranischen Regierung gegen diese als angemessen einzuschätzen. Auch nach deutschem Recht hat die Polizei die Aufgabe unangemeldete Demonstrationen aufzulösen und wohl auch das Recht die Drahtzieher zu verhaften.

      Was die Twitterei anbelangt, das ist schlicht und einfach belangloses Hörensagen solange da nicht im Einzelfall nachrecherchiert wird. English wird in Iran übrigens nur von sehr wenigen gesprochen.

      Wie auch immer, der Westen pflegt das Feindbild, erlebt so etwas wie Schadenfreude, und die Nethanjahu-Liebermann “Friedensinitiative”, eine schallende Ohrfeige für St. Obama, ist auch rasch aus den Nachrichten verschwunden.

    55. Gebintit schrieb am 18. Juni 2009 at 19:21 - Permalink

      @54
      Vielen Dank OAlexander, jetzt kann ich ja doch noch ein Posting zitieren, das explizit und unverblümt die Niederschlagung der Protestler als legitim bezeichnet.

      Auch nach deutschem Recht hat die Polizei die Aufgabe unangemeldete Demonstrationen aufzulösen und wohl auch das Recht die Drahtzieher zu verhaften.

      Iran = Deutschland. Aha!?
      Diese paramilitärischen Milizen sind bei uns aber nicht mehr üblich, oder? Sowas wie einst die SA?

    56. Spiegelfechter schrieb am 18. Juni 2009 at 19:35 - Permalink

      @Parsa

      Die deutsche Presse soll der WAHRHEITS-Findung dienen. Und das tut sie nicht, indem sie die staatliche Propaganda wiederkäut,

      … das tut sie aber auch nicht, wenn sie die Propaganda der anderen Seite wiederkäut …

      sondern indem sie der Opposition aus ihrer unverschuldeten Informationsisolation hilft – sprich: ihr eine Stimme verleiht, auch wenn diese aus ?unzuverlässigen Quellen? stammt.

      Das macht sie doch – wo ist Dein Problem?

    57. AK schrieb am 18. Juni 2009 at 19:56 - Permalink

      Das Problem scheint Schwarz/Weiss-Denken zu sein…

    58. Max Krapp schrieb am 18. Juni 2009 at 20:12 - Permalink

      @ 54 Gebintit

      “Diese paramilitärischen Milizen sind bei uns aber nicht mehr üblich, oder? Sowas wie einst die SA?”

      JAAAAAAAAAAAAAAAAA, endlich, ein Nazivergleich.
      Wie lange ich darauf warten musste. Hatte ja schon die Befürchtung, dass diese Debatte seriöser werden könnte, als die vorherige. Puh, gerade nochmal gutgegangen.

      Jetzt ist Ihre ZEit, Parsa Kakashanian, bringen Sie es zuende. Erledigen Sie diese Debatte mit einem Genickschuß.
      Ahmadinedschad, der Diktator.
      Hitler, der Diktator.
      Kommen Sie, daraus lässt sich doch was machen.
      Sie beleidigen und unterstellen ja schon seit gefühlten 500000 Posts nahezu alle Anwesenden. Warum also überhaupt noch den Versuch unternehmen, das Ganze mit Niveau zu führen?
      Ich meine, was haben Logik und gute Argumentation schon einem ordentlichen Hitlervergleich entgegenzusetzen?

      Danke, Godwin!

    59. OAlexander schrieb am 18. Juni 2009 at 20:18 - Permalink

      @ Gebintit / 55

      Diese paramilitärischen Milizen sind bei uns aber nicht mehr üblich, oder? Sowas wie einst die SA?

      Die Struktur des iranischen Sicherheitsapparates ist mir relativ egal. Tatsache bleibt, unangemeldete Demonstrationen werden auch im Westen von den zuständigen Sicherheitskräften mit Nachdruck aufgelöst. Die Methodik ist hier wie dort oft wenig zimperlich; ob das gut ist, das ist eine andere Diskussion.

      Tatsache ist, dass bei Meinungsunterschieden bezüglich des Wahlausganges immer zuerst der Rechtsweg angesagt ist. Moussawi sollte das wissen. In einer Zeit in der ihm das gepasst hat war der vormalige Ministerpräsident, wie auch sein Finanzier Raffsandjani, ja auch staatstragend. Jetzt wird er in den westlichen Medien zum Freiheitshelden stilisiert. In der diesmal mit dem Farbkode “Grün” – schön islamisch – ausgestatteten Revolution halten die Demonstranten wieder alle artig englischsprachige Schildchen hoch. Soll ich bei der nächsten Demo bei der ich teilnehme mein Schildchen nun auch in Chinesisch, Arabisch oder Russisch abfassen? Scheint alles spontan nach gut geplanten Schema abzulaufen.

      Das die “Freiheitsbewegung” eigentlich nur einem verpassten Wahlsieg nachtrauert, ansonsten substantiell mit Freiheit und Demokratie wenig zu tun hat ist noch dazu eine ganz andere Sache.

      Wie immer in solchen Situationen empfiehlt es sich, das ganze auch mal aus der Warte der Gegenpartei zu sehen – und auch darüber nachzudenken, wer denn das ganze finanziert.

      In der Nachbetrachtung kann es durchaus möglich sein, dass Mannschaft Moussawi der Demokratisierung Irans durch ihr Verhalten nach der Wahl anhaltenden Schaden zugefügt hat.

    60. Cain Bishop schrieb am 18. Juni 2009 at 20:27 - Permalink

      Youtube Gezwitscher befriedigt einer Seits die Gier nach schockierenden live News beim Publikum, in der sagen wir einmal, westlichen Welt. Sensationslust und die Unruhe, die die meisten das Interesse an Hintergrund Beitregen gering werden läßt. Hätte N24 einen Reporter mit Mumm, trieb es auch die Zuschauer an ihren Bildschirm.

      Viel wichtiger ist der Propaganda-Wert “der Generation Twitter” Es liefert der iranischen Straße die wichtige Aufmerksamkeit und Sympathien in der westlichen Welt. Sogar die Piratenbucht hat schon umgeflaggt. Im Internet-Zeitalter kommt die Flaschenpost eben immer an. Egal was für eine Flasche man zur Hand hat. Egal womit man den Korken abdichtet. Und es ist auch egal, ob man die Botschaft ins Meer, einen Fluss oder den Gulli wirft.

    61. Gebintit schrieb am 18. Juni 2009 at 21:03 - Permalink

      @OAlexander #59

      Die Struktur des iranischen Sicherheitsapparates ist mir relativ egal.

      Klar, diesen Luxus kann man sich in Deutschland erlauben!

      Tatsache ist, dass bei Meinungsunterschieden bezüglich des Wahlausganges immer zuerst der Rechtsweg angesagt ist.

      “Der unterlegene Präsidentschaftskandidat Mir-Hossein Mussawi hatte am Sonntag beim Wächterrat die Annullierung der Abstimmung beantragt.” (www.tagesschau.de). Dies ist der offizielle Weg!

      Dass die ?Freiheitsbewegung? eigentlich nur einem verpassten Wahlsieg nachtrauert, ansonsten substantiell mit Freiheit und Demokratie wenig zu tun hat ist noch dazu eine ganz andere Sache.

      Du warst dabei in Teheran oder in einer anderen Stadt, oder woher weißt du das so genau?

      Wie immer in solchen Situationen empfiehlt es sich, das ganze auch mal aus der Warte der Gegenpartei zu sehen – und auch darüber nachzudenken, wer denn das ganze finanziert.

      Ah, du spielst auf die Unterstellung an, der Rafsanjani-Clan hätte die Proteste finanziert. Das Geld hätte er ja. So kann man natürlich rechtfertigen, die paramilitärische iranische SA von der Leine zu lassen. Wer mag schon von korrupten alten Eliten gekaufte Protestler, schlagt sie tot!

      Wie gut, dass wir hier bequem und ruhig vor unseren Computer-Bildschirmen sitzen und es extrem unwahrscheinlich ist, dass plötzlich irgendwelche Paramilitärs an unsere Tür klopfen.

    62. Björn schrieb am 18. Juni 2009 at 21:04 - Permalink

      Nur ein paar Anmerkungen:

      @Alexander Tetzlaf
      “Ein souveräner Staat, der sich dem westlichen Prinzip der Gier entzieht, darf eben partout nicht demokratisch sein.”
      Welcher Staat entzieht sich denn dem Prinzip der Gier? Der Iran etwa? Das soll doch wohl ein schlechter Scherz sein, oder? Wäre schön, wenn du das mal mit Quellen belegen könntest, wie es in dieser Diskussion ja auch von anderen gefordert wird.

      “Tatsächlich gibt es Pressefreiheit ?nur frei ist die Presse nicht, weshalb im Resultat das gleiche herauskommt.”
      Mit anderen Worten: Demokratie=Diktatur oder Aktuelle Kamera=Tagesschau. Wenn du das glaubst, musst du dich an einer Diskussion darüber, nach welchen Standards Informationen aus sozialen Netzwerken in die Berichterstattung von Medien einfließen sollten, doch gar nicht erst beteiligen.

      @Jens

      “Dabei ist es verständlich, dass westliche Nachrichtenkonsumenten sich eher auf die Seite der reformhungrigen Generation Twitter stellen. Bilder von attraktiven, modisch gestylten, jungen Männern und Frauen mit Mussawi-Plakaten, die auch in der eigenen Nachbarschaft leben könnten, wirken nun einmal sympathischer, als Bilder von bärtigen Männern mit abgetragenen Anzügen, die Ahmadinedschad unterstützen.”
      Mit Verlaub: Ob dadurch jetzt entscheidend unser Blick auf den Konflikt geprägt wird? Ich bezweifle es sehr. Den gesamten gestrigen Abend erzählte ARD-Korrespondent Mezger, der ja auch nicht ganz unwichtig sein dürfte, in diversen Live-Schalten, dass viele eben jener bärtigen Männer eher auf der Seite M.s stehen. Ähnliches habe ich auch in der Süddeutschen und dem Tagesspiegel gelesen.

      “In Teheran hat eine technisch versierte, westlich orientierte Gruppe es geschafft, mittels westlicher Technologie im Westen die Deutungshoheit zu erlangen”

      Technisch versiert dürfte der größte Teil der iranischen Jugend und damit der iranischen Bevölkerung sein. Und Englisch ist auch ziemlich weit verbreitet ebenso wie “westliche Orientierung”. Das finde ich als Beweis dafür, dass die Proteste möglicherweise nur bei einer kleinen “Gruppe” der Bevölkerung Rückhalt finden, ein bisschen dürftig.

    63. Parsa Kakashanian schrieb am 18. Juni 2009 at 21:10 - Permalink

      @ hausen

      Frech ist hier gar nix.

      “In meinem Post sage ich, dass es auf journalistischer Ebene nicht der Wahrheitsfindung dient, unzuverlässige Quellen (e.g. Twitter) in den Stand von fundierten Quellen zu erheben, nur weil kein Zugang zu fundierten Quellen besteht”

      Aha. Und wenn die Regierung Sie anlügt, dann ist das “fundiert”. Aber wenn irgendein Blogger, der da versucht halbwegs Kontakt mit der Außenwelt zu halten, von ner Demo berichtet, und andere das auch tun, dann ist das “nicht fundiert”? Wenn Sie was anderes meinen, dann drücken Sie sich klarer aus.

    64. Parsa Kakashanian schrieb am 18. Juni 2009 at 21:17 - Permalink

      @name

      “Daher gab es die Woche auch das Baruti Grunewaldinterview aus der Millionärsoppositionellen Ecke bei Spon und eben einen kämpferischen offenen Brief als Nachschlag. Die gleichen Yuppies, die mit ihren 6000 Eurokleidchen sich auf Bällen in Berlin sonnen, brüllen Freiheit für Ihr Yuppiekleidchen, und das auch im Iran.”

      Ich kann ja nix für ihren Hass auf Herrn Barati. Aber entwertet es die Freiheit, und den Ruf nach Demokratie und Menschenrechten irgendwie, nur weil Millionäre das unterstützen? Ich weiß nicht, was Sie für ein Mensch sind, aber ich bewerte Menschen nach dem, was sie von sich geben, und nicht nachdem wie sie aussehen, was sie anhaben, oder wieviel Geld sie auf dem Konto haben.

    65. Parsa Kakashanian schrieb am 18. Juni 2009 at 21:25 - Permalink

      [Der Beitrag wurde auf Antrag eines Benutzers wegen beleidigender Äußerungen gelöscht/ha]

    66. name schrieb am 18. Juni 2009 at 21:35 - Permalink

      Ach Parsa, ein altes indianisches Sprichwort rät, man solle nicht den Reden, sondern den Handlungen der Menschen folgen, wenn man sie beurteilen will.

      Und, ich habe schon zu viele Zungen sprechen hören, die jeden, in dessen Namen sie sprachen und die sie vorgaben zu vertreten, niemals etwas zu tun hatten. Die Grundwaldelite, welche bei Spon tanzen darf, hat weder was mit Menschen in Berlin, noch mit den verarmten Iranern zu tun und denen geht es im Zweifel nur um den Austausch der aktuellen Fleischtopfinhaber, an deren Stelle, sie sich selbst setzen mögen.

      Eine alte Analyse, aber immer noch aktuell

      http://www.bpb.de/publikationen/Z5IXQF,4,0,Ein_Vierteljahrhundert_Islamische_Republik_Iran.html#art4

    67. hausen schrieb am 18. Juni 2009 at 21:42 - Permalink

      @Parsa

      Aha. Und wenn die Regierung Sie anlügt, dann ist das ?fundiert?.

      Nein. Wo habe ich das behauptet?

      Aber wenn irgendein Blogger, der da versucht halbwegs Kontakt mit der Außenwelt zu halten, von ner Demo berichtet, und andere das auch tun, dann ist das ?nicht fundiert??

      Nein, nicht automatisch.

      Argh. Die offiziellen iranischen Quellen werden doch in den Medien nicht als zuverlässig eingestuft, sondern unter Vorbehalt und im Kontext möglicher Manipulation genannt. Das ist ja auch korrekt. Es geht lediglich darum, diesen Kontext (Quelle, Überprüfbarkeit usw) genauso bei inoffiziellen Quellen herzustellen. Meine Aussage ist auch andersherum gültig, erstze einfach Twitter mit IRNA. Wenn aber Medien Twittermeldungen unreflektiert als “News” weitergeben, haben wir ein Problem.

      Das meine ich allgemein, nicht nur auf den Iran bezogen. Der Umgang der etablierten Medien mit den neuen Phänomen Twitter/Blogs ist meiner lesart auch das eigentliche Thema des Artikels.

      Mir aufgrund dieses allgemeingültigen Statements Sympathie mit Diktatoren und die Denunziation der im Iran demonstrierenden Menschen anzudichten, empfinde ich sehr wohl als frech. Versuch doch lieber mal klarer zu argumentieren, anstatt persöhnliche Angriffe zu fahren.

    68. salvo schrieb am 18. Juni 2009 at 21:50 - Permalink

      “Man muss Sie bezeichnen, als das, was Sie sind: ein dummer Faschist.”

      na ja, zumindest die Untoleranz gegenüber Andersdenkenden teilen Sie ja auch mit einem ‘Faschisten’

      so und damit verabschiede ich mich vom Thema, denn Eines haben die ‘Freiheitskämpder’ hier erreicht, dass ich mich jetzt lieber wieder anderen Aspekten meiner Lebenswelt widme

      p.s.

      der zu erwartenden kommenden Unhöflichkeit begegne ich vorsorglich mit vaafanculo :-)

      bonne nuit

    69. Parsa Kakashanian schrieb am 18. Juni 2009 at 21:57 - Permalink

      @ namen

      Ich kenne Herrn Barati nicht, und er ist mir auch egal. Wenn er die Leute im Iran unterstützt, dann finde ich das löblich. Und wenn er im Iran investieren will, dann soll er das tun. Wenn dafür die Regierung weg muss, dann soll er daran arbeiten, dass sie wegkommt. Ist doch toll wenn sich seine persönlichen Interessen so mit dem Allgemeinwohl decken. Ich sehe nachwievor kein Problem!? Zumal wir ja gar nicht in der Lage sind, zu beurteilen, was ihn antreibt.

      @ Hausen

      Ich finde, die deutschen Medien machen einen guten Job. Ich nehme davon aus pseudolinke Zeitungen wie Neues Deutschland und Junge Welt, die entweder nicht berichten, oder dümmlich Regierungspropaganda wiederkäuen. Dies kann ich bei den Mainstreammedien nicht erkennen. Da gab es durchaus Kommentare, die meinten, Ahmadis Sieg wäre tatsächlich rechtens. Aber als die Leute auf die Straßen gingen, da gab es dann eben auch die Sympathie, die ich von einem demokratischen Medium für Menschen in einem Untedrückerstaat erwarte.

    70. Parsa Kakashanian schrieb am 18. Juni 2009 at 22:03 - Permalink

      @ salvo

      Beleidigungen sind nicht meine Sache, aber da Sie angefangen haben: va te faire foutre, espèce de connard!

      Et la tolérance ne s’exerce pas envers des individus qui soutiennent l’usage de la violence contre des manifestants complètement innocents. Là il faut bien faire la différence et appeler les fascistes par leur nom.

    71. Karl Heinrich schrieb am 18. Juni 2009 at 22:04 - Permalink

      Ein Twitter-Gerücht besagt, dass der Spiegelfechter dazu ausersehen ist, für Ahmadinejad in den finalen Stunden seiner Herrschaft den Comical Ali zu geben und auf ein Hotel-Dach zu steigen, um der Weltpresse zu verkünden, dass es gar keine Opposition gäbe.

      Nee, Quatsch, das Endspiel läuft im Iran wohl noch nicht, da hat Jens recht. Aber es ist schon toll, wie im Handumdrehen die Fragilität der Machtbasis des Regimes klar gemacht worden ist.

      Und das finde ich insofern gut, als das Prestige des Iran bei den Terrorbrigaden, die es außerhalb des Landes steuert, erheblich angekratzt sein dürfte. Hamas und Konsorten müssen sich jetzt vor Augen halten, unter Umständen ganz plötzlich allein dazustehen.

    72. salvo schrieb am 18. Juni 2009 at 22:15 - Permalink

      “Beleidigungen sind nicht meine Sache”

      LOL

    73. name schrieb am 18. Juni 2009 at 22:28 - Permalink

      Gute Übersetzung eines Interview auch auf indymedia

      http://de.indymedia.org/2009/06/253771.shtml

      Danke Salvo @Original ;)

    74. salvo schrieb am 18. Juni 2009 at 22:37 - Permalink

      @73

      das Original

      http://archivio.unita.it/v2/carta/showoldpdf.asp?anno=2009&mese=06&file=16EST11a

    75. Gebintit schrieb am 18. Juni 2009 at 23:00 - Permalink

      @KH

      Aber es ist schon toll, wie im Handumdrehen die Fragilität der Machtbasis des Regimes klar gemacht worden ist.

      Auch diese Freude kann ich nicht teilen. Der Umsturz könnte in eine Richtung erfolgen, die dir gar nicht passt. Der Wolf holt sich ein paar fette Gänse und ist am Ende mächtiger als vorher. Und die Opposition ist einmal mehr ins Messer gelaufen …
      Das fiese Grinsen sollte man Ahma… überlassen. Er wird auf die die Mao Tse-tung-Weisheit “Die Macht kommt aus den Gewehrläufen” setzen und ich fürchte, seine Chancen stehen nicht so schlecht …
      Gute Nacht!

    76. name schrieb am 18. Juni 2009 at 23:02 - Permalink

      Der Aspekt der sozialen Frage, der direkten sozialen Absicherung im Iran, kurz der sozialen Rechte, die Sozialstruktur und deren Veränderung wird viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wer wen aus welchen Interessen unterstützt.

      Es ist ja hier schon mal angeklungen: im Vergleich zu den Restkandidaten ist MA wirklich ein eher “linker” Kandidat, dem die entscheidene soziale Frage der verlorenen “grünen Revolution” und der soziale Ausgleich immer noch wichtig ist, im Vergleich zum Rest.

      http://de.indymedia.org/2009/06/253771.shtml

      “?Da ich von Beruf Historikerin bin, ziehe ich es vor keine Hypothesen über zukünftige Szenarien anzustellen. Eine Sache erscheint mir allerdings klar: Das Wahlergebnis kann man nicht nur mit Manipulationen erklären. Während Mussawis Wahlkampf drei Wochen dauerte, lief jener von Ahmadinedschad über mehr als drei Jahre, während derer er überall Geld verteilt hat, wobei er die Renten um 50% und die Lehrergehälter um 30% anhob. Außerdem sind 22 Millionen Bürger mehr als zuvor in den Genuss von kostenloser Gesundheitsversorgung gekommen. Das alles hat ihm Stimmen eingebracht, auch wenn er damit die Zunahme von Inflation und Arbeitslosigkeit provoziert hat. Die Proteste sind ehrlich, aber es existiert auch ein anderer Iran, außerhalb der Hauptstadt, der häufig nicht berücksichtigt wird. Es gibt vier Millionen Nomaden, deren Wahlentscheidung keine individuelle Angelegenheit ist. Und wenn Du siehst, wie der Präsident sich die Schuhe schmutzig macht, um in die Dörfer zu kommen und dort Deinen Clan-Chefs die Hände zu schütteln, dann genügt das, um Dir zu sagen, wen Du wählst.?

    77. Spiegelfechter schrieb am 18. Juni 2009 at 23:17 - Permalink

      @Karl-Heinrich

      Ein Twitter-Gerücht besagt, dass der Spiegelfechter dazu ausersehen ist, für Ahmadinejad in den finalen Stunden seiner Herrschaft den Comical Ali zu geben und auf ein Hotel-Dach zu steigen, um der Weltpresse zu verkünden, dass es gar keine Opposition gäbe.

      *lol*

      You made my day ;-)

      Wäre ich eine Frau, ich würde an den Wahlen zur Miss Verstanden teilnehmen ;-)

    78. leslie schrieb am 18. Juni 2009 at 23:22 - Permalink

      Na,wer kann sich noch an das Putininerwiev in der ARD erinnern…
      Der Krawattenfressende Sackarschwilli wird wohl immer in Erinnerung bleiben… :-))

      http://www.fileuploadx.de/538524
      Dort gibts die komplett gespeicherte Webseite mit 500 Kommentaren…

      Soviel zur Berichterstattung der Medien…

      Bei den Arbeitslosenzahlen manipulieren sie ja auch mächtig,
      damit uns immer eine Arbeitslosenzahl von 3,5 Mille vorgegaukelt werden kann..
      In Wirklichkeit haben wir die 10 Mille knapp voll.
      http://www.scharf-links.de/43.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=5541&tx_ttnews%5BbackPid%5D=56&cHash=5af879656d

      Mlg

    79. Parsa Kakashanian schrieb am 18. Juni 2009 at 23:27 - Permalink

      “im Vergleich zu den Restkandidaten ist MA wirklich ein eher ?linker? Kandidat, dem die entscheidene soziale Frage der verlorenen ?grünen Revolution? und der soziale Ausgleich immer noch wichtig ist, im Vergleich zum Rest.”

      Wenn sich “links” so definiert, dann war auch ein Diktator wie Hitler “links”. Der hat mit seiner auf Pump finanzierten Wirtschaftspolitik, samt der Ausbeutung der Juden und der Großaufträge (Autobahnen, Aufrüstung) auch eine Politik für den “kleinen Mann” gemacht. Und siehe da, die Deutschen hätten ihn in wahrscheinlich jeder Wahl bis 1945 freiwillig wiedergewählt.
      Es hat nichts mit “links” zu tun, wenn soziale Errungenschaften mit Freiheitsrechten aufgewogen werden. Das ist die originäre Politik der Faschisten des 20. Jahrhunderts. Alle faschistischen Staaten haben so ihre Massenbasis gefüttert.

      Die “sozialen Wohltaten” von denen die Autorin spricht hat sie leider etwas in die Höhe gehoben. Effektiv stehen die iranischen Massen heute nicht viel besser da als vor 4 Jahren. Der Präsident hat zwar die Provinzen besucht, aber damit erreicht man auch nicht jeden Wähler und außerdem sind auch die Leute in Iran, die fast alle Westmedien konsumieren, nicht völlig blöd.

      Rafsanjani ist verhasst, aber es soll doch keine denken, Ahmadi wäre nicht korrupt. Er hat die Mullahs ersetzt durch seine eigenen Leute von den Garden oder aus dem Geheimdienst. Die sind zumeist noch unfähiger, aber das das Ende der Korruption gekommen sein soll, das glaubt doch kein Iraner.

      Es bleibt dabei: die massive Zustimmung, die Ahmadi in einigen Provinzen, gerade im Westen Irans bekommen hat, da wo ihn vor 4 Jahren noch keine auch nur anschauen wollte, ist einfach verdächtig. Den Menschen in Lorestan geht es heute nicht besser als damals. Warum sollten sie nicht denjenigen wählen, von dem sie wissen, dass er sich seit jahren schon für sie einsetzt? So haben Iraner in den Provinzen immer gewählt. Eine Durchbrechung dieses Musters kann stattgefunden haben, aber bestimmt nicht in allen Provinzen.

    80. Spiegelfechter schrieb am 18. Juni 2009 at 23:29 - Permalink

      @name und Salvo

      Danke für den Link – das IV ist idT interessant und bestätigt ja auch meine Grundvermutung. Dennoch halte ich einige der Hinweise auf Manipulationen (nicht der Wahl, sondern der finalen Ergebnissliste) für seht überzeugend. Ich kann mir da selbst noch keinen Reim darauf machen. Einerseits halte ich es für wahrscheinlich, das MA zumindest in einem zweiten Wahlgang gewonnen hätte, andererseits sind die Ergebnisse nicht koscher. Habt Ihr da eine Ideè? – zum Spekulieren sind natürlich alle Leser eingeladen ;-)

    81. Karl Heinrich schrieb am 18. Juni 2009 at 23:39 - Permalink

      @name #76

      Ja, Ahmadinejad hat die Staatseinnahmen der Boomzeit – abgesehen vom Atomprogramm – in Sozialprogrammen verplempert. Und damit geriet der Iran immer tiefer in die Rohstofffalle: Zu geringe Investitionen, um die Wirtschaft zu entwickeln und ihre Abhängigkeit vom Gas- und Öl-Weltmarkt zu vermindern. Und damit zu wenig Jobs für gut ausgebildete junge Leute. Dafür muss er jetzt den Preis zahlen.

    82. salvo schrieb am 18. Juni 2009 at 23:39 - Permalink

      @Jens

      also, mich interessiert im Moment eher das

      http://ak-zensur.de/2009/06/gesetz-und-kritik.html

      wenn ich aber beim Herumwühlen auf etwas Interessantes stoße, werde ich das posten

      bonne nuit

    83. name schrieb am 19. Juni 2009 at 00:11 - Permalink

      Jens, ich teile da von Anfang an deine Einschätzung: Es gab sicher Manipulationen, aber der Umfang wird nicht denjenigen Zahlen entsprechen, die vom im oppositionellen Umfeld verbreitet werden.

      Irgendwer hatte interessanterweise die These erwähnt, dass allein diese eigentlich am Ergebnis belanglose Wahlmanipulation, einen entscheidenen Ausschlag auf die unmittelbar aktuelle politische Entwicklung im Iran mit dem Argument “Einmal Betrug, immer Betrug” haben kann. Das Argument würde ich sogar teilen, und darin liegt auch die große Gefahr, die besteht, wenn jetzt irgendwer unbedingt vielleicht “Tote” produzieren muss oder will oder ähnliches.

      @Parsa

      Faschismus, ist und war eine bürgerlich kapitalistische Herrschaft mit imperialen Charakter des Finanzkapitals. All das trifft auf MA und den Iran nicht zu, und deine Sichtweise über den “Faschismus” ist diejenige Sichtweise, welche heute von den bürgerlichen neoliberalen Rechten wie Götz Aly, den Kindern der alten deutschen Faschisten, so verkauft wird, um ihren eigenen Anteil historisch auszulöschen. Deren einfache ahistorische Formel lautet nur “Soziale Rechte sind faschistisch”. Karl Heinrich beweisst mal genau wieder diese bürgerliche Sichtweise sofort ;) (Kommentar 81) Das ist fast unglaublich …

      Der Iran hat 10 Jahre Krieg geführt Karl Heinrich, ein Krieg, der Ihm von “Uns” aufgezwungen wurde, und der “Uns” Profite geschafften hat.

    84. Parsa Kakashanian schrieb am 19. Juni 2009 at 00:36 - Permalink

      @ name

      Ich teile die Einschätzung nicht. Diese Einschätzung beruht faktisch auch nur auf dieser einen amerikanischen Umfrage, die tatsächlich alle zitieren, die meinen, Ahmadi hat legal – und auch in diesem Umfang – gewonnen.

      Dass er auch so gewonnen haben könnte, habe ich vor der Wahl als im Bereich des Möglichen angesehen. Allerdings frage ich mich, warum manipulieren, v.a. warum so plump manipulieren und diese ganzen Unstimmigkeiten produzieren, wenn es doch zu 51%, 52% gereicht hätte. Es gab vor der Wahl keine revolutionäre Situation. Ich war selbst noch im Sommer in Iran, und musste immer wieder feststellen: die Leute regen sich auf, aber Mut etwas zu unternehmen, hatte keiner. Hätte Ahmadi knapp gewonnen, wären alle frustriert nach Hause gegangen, hätten über die Dummheit der Leute gewettert, und Schluss wär’s gewesen. So aber hat sich das Regime richtig Ärger eingebrockt.

      “Faschismus, ist und war eine bürgerlich kapitalistische Herrschaft mit imperialen Charakter des Finanzkapitals.”

      Nicht jeder Faschismus ist imperial. Francos Spanien oder Salazars Portugal waren nicht imperial. Aber es stimmt, dass die ruinöse Wirtschaftspolitik Staaten wie Deutschland oder Italien dazu gebracht haben, imperial zu werden (dies war ja auch ideologisch mehr als gewollt). Auch bei Ahmadi und Iran sehen wir ja diese Tendenz. Größenwahnsinnig ist er sowieso. Und einmischen tut sich der Iran auch überall. Ganz zu schweigen von der Finanzierung der Terrorvereinigungen wie Hamas und Hizbollah.
      “Bürgerlich” im eigentliche Sinne ist Ahmadis Herrschaft zwar nicht. Aber er schafft sich sein eigenes, allerdings staatsalimentiertes Bürgertum. Bereits jetzt kontrollieren die Revolutionsgarden den Großteil des Überseehandels. Sie haben in den vergangenen 4 Jahren wichtige Positionen besetzt. Und Ahmadis Herrschaft ist für diese Leute von herausragender Bedeutung. Gäbe es in Iran eine ordentliche Privatwirtschaft, dann würden diese Leute doch schnell untergehen.

      ?Soziale Rechte sind faschistisch?.

      Das ist eine Reduktion, die ich ähnlich wie Sie ablehne. Nur weil Kleptokraten oder Faschisten wie Ahmadi eine Brot- und Spiele-Politik betreiben, ist Sozialpolitik nicht automatisch faschistisch. Ich habe mich aber dagegen gewehrt, dass Ahmadis Politik als “links” bezeichnet wurde. Links ist für mich nicht, bürgerliche Freiheitsrechte gegen “soziale Rechte” aufzuwiegen. So nach dem Motto, ihr dürft nicht mehr eure Meinung sagen, aber ihr habt jetzt genug zu fressen. Dieser gefärhlichen Reduktion ist der real existierende Sozialismus aufgesessen, der seine besondere Perversion im Stalinismus erreicht hat. Wenn sowas “links” ist, dann ist links nicht mehr progressiv.
      An dieser Ähnlichkeit von Faschismus und Sozialismus wird sich auch Götz Aly aufgehängt haben. Nur sind soziale Rechte in einer Demokratie was völlig anderes, und es ist illegitim diesen Kampf nun gegen die Sozialdemokratie auszutragen.

    85. John Dean schrieb am 19. Juni 2009 at 00:36 - Permalink

      Auch, wenn es evtl. zu sehr OT ist:

      Weiß jemand Näheres zu den sagenhaften “Sozialprogrammen” des Ahmadinedschad?

      Mein Kenntnisstand ist wie folgt:

      * Seine Benzin-Subventionen kamen eher Vermögenden zu Gute. (der Liter zu 6 Eurocent)
      * Die Gelder für Aufrüstung, Revolutionsgarden und Bassij-Milizen sind nicht sozial.
      * Unter A. wurden viele Gelder für diktaturtragende Kräfte aufgewendet
      * Das Atomprogramm ist extrem teuer und eine immense Ressourcenvernichtung
      * Die korrupten Importlizenzen für eigene Leute wirken nicht sehr sozial
      * Grundnahrungsmittel wie Brot werden subventioniert – jedoch unter A. abnehmend
      * Die Lebenshaltungskosten sind massiv gestiegen
      * Die Zahl der Arbeitskämpfe in Iran hat stark zugenommen
      * Die Ölindustrie wurde befriedet, indem die Arbeiter “Gerechtigkeitsanteile” erhielten
      * Die Arbeit iranischer Gewerkschaften wird von Ahamdinedschad brutal behindert
      * A. versprach eine Reichensteuer zur Finanzierung sozialer Projekte. Fail.
      * Staatliche Angestellte und Rentner erhielten für den Hausbau im Jahr 2008 755 Mio Eur
      * Die Arbeitslosigkeit liegt unverändert zum Jahr 2005 bei über 30 Prozent
      * Staatliche Angestellte und Arbeiter erlebten bedeutende Einkommenszuwächse
      * Die iranische Wirtschaft wurde militarisiert bzw. Milizen erhielten Betriebe geschenkt
      * Die Pasdaran (Revolutionswächter) erhielte milliardenschwere Aufträge von A.
      * Die Pasdaran erhielten das Privileg, Waren steuerfrei zu importieren – was in der Folge der einheimischen Produktion schadete
      * Die Ablösung der mafiösen Führung der Privatbank Parsian misslang A.
      * Jede iranische Familie erhielt umgerechnet rund 230 Euro pro Jahr geschenkt – immerhin rund einen dreifachen Durchschnittsmonatslohn
      * Aus Einnahmen der staatlichen National Iranian Oil Company wurde ein 1,3 Milliarden Dollar umfassender Gesundheitsfond geschaffen.
      * Ein sehr großer Teil der iranischen Öleinnahmen wurde bei europäischen Banken deponiert
      * Der Sozialabbau der Jahre vor 2005 wurde, immerhin, gestoppt

      Wo aber sind die sagenhaften Sozialprogramme von Ahmadinedschad?

      P.S.
      Warum hat Präsident Ahmadinedschad seine Haare so auffällig gescheitelt? ? Das geschieht, damit das Haar auch wirklich in zwei Teile geformt ist: Auf der einen Seite finden die männlichen Läuse Platz, auf der anderen die weiblichen.

    86. Parsa Kakashanian schrieb am 19. Juni 2009 at 00:45 - Permalink

      Achja, bezüglich Ahmadis erstaunlicher Popularität in der iranischen Provinz hier mal ein Artikel des Christian Science Monitor von VOR der Wahl. Es geht um einen Besuch Mousavis in der Provinzstadt Birjand in Süd-Khorasan, eine Provinz, die Ahmadi mit vermeintlich 75% klar gewonnen hat.

      http://www.csmonitor.com/2009/0606/p06s04-wome.html

    87. Parsa Kakashanian schrieb am 19. Juni 2009 at 00:51 - Permalink

      @ John Dean

      *HaHa* Waren Sie im Iran? Den Witz mit den Läusen erzählen die Leute sich da tatsächlich!

    88. ppp schrieb am 19. Juni 2009 at 00:59 - Permalink

      “Dass er auch so gewonnen haben könnte, habe ich vor der Wahl als im Bereich des Möglichen angesehen. Allerdings frage ich mich, warum manipulieren, v.a. warum so plump manipulieren und diese ganzen Unstimmigkeiten produzieren, wenn es doch zu 51%, 52% gereicht hätte.”

      Weil MA mal einfach kein politisches Genie ist sondern ein ziemlicher Hanswurst. Obwohl er eigentlich ganz gut wegkommen könnte, da vielmehr der Oberayatolla jetzt in der Klemme sitzt, weil er das Land nicht mehr zusammenhalten kann. Jede Schwächung der Geistlichen Führung bietet MA und dem Militär Chancen sich von den andauernden Vetorechten und Grundsatzfestlegungen dieser zu befreien, sozusagen das Primat der Politik über die Religion zu gewinnen. Der Iran würde dann sozusagen ein “normaler” nicht-wirklich-demokratischer Staat werden, wie es ihn im Nahen Osten und Zentralasien ja fast nur gibt – aber eben kein Ayatolla-Staat mehr wie seit 1979.

    89. name schrieb am 19. Juni 2009 at 01:09 - Permalink

      @85

      Dafür das MA ein “Externer” ist, der nicht aus dem unmittelbaren Machtkartell stammt und mächtige innenpolitische Feinde hat, hat er ziehmlich viel in einem verdammt kurzen Zeitfenster unter Kriegsdrohungen und Kriegserfahrung im Nachbarland (!) sozial erreichen können. Diese Leistung muss man erstmal anerkennen, und nicht zynisch über die Schwierigkeiten hinwegsehen. (Bankablösung : teil der mächtigen innenpolitischen Feinde MA)

      Das schlimme an den 1000 Prozent Revolutionären ist, dass sie nicht verstehen wollen, unter welchen Bedinungen das alles stattfindet.

      Die Kriegsdrohung gegen den Iran war und ist immer noch eine reale Gefahr. Dazu kommen die Lasten des erst 1989 beendenten Krieges, ohne Wiederaufbauhilfe von irgend einem dritten Staat.

    90. John Dean schrieb am 19. Juni 2009 at 01:26 - Permalink

      @ Spiegelfechter

      Ich hoffe, Du wirst diesen Link sehr mögen. Es hält sich ja das Gerücht (wenn ich das richtig sehe, auch bei Dir!), dass einfache Arbeiter eine besondere Affinität zu Ahmadinedschad hätten. Da gibt es als durchaus brauchbares Gegenargument eine Umfrage, veröffentlicht von ILNA (Irans labor news agency) vom 20.März 2009, bei der bei Mitgliedern der größten Gewerkschaft im Iran, und zwar noch deutlich vor Beginn der Grünen Welle, folgende Präferenzen festgestellt wurden:

      * 62.2 Prozent der Befragten sagten, dass sie an den Wahlen teil nehmen möchten
      * 57.3 Prozent der Arbeiter glauben, dass sich die Arbeitsbedingungen im Vergleich zur Vorgängerregierung Khatami unter Ahmadenidschad verschlechtert haben
      * 52 Prozent möchten Mussawi ihre Stimme geben
      * 36 Prozent sind für Ahmadinedschad
      * 8 Prozent sind für Karroubi

      Oder ist das wieder eine “Ente”?

    91. baghali schrieb am 19. Juni 2009 at 03:27 - Permalink

      Quelle: http://www.aussenpolitikforum.net/viewtopic.php?p=40963#40963

      Es sieht mehr folgendermaßen aus……

      der westen handelt nach allen prinzipien
      der westen arbeitet nach allen varianten
      es werden alle akteure benutzt
      der westen unterstützt alle gleichzeitig
      der westen gibt der westlichen bevölkerung nur ein bild welches es braucht
      der westen handelt genau so mit dem ahmadinejad lager
      wie es genau so mit dem rafsanjani lager arbeitet
      zusätzlich nutzen sie die mojahedin für ihre zwecke um zusätzlich den iran zu destabilisieren

      wie so oft, teile und herrsche, bringe alle akteure gegeneinander auf

      das ahmadinejad lager verkaufe ich im westen als böse
      das rafsanjani lager verkaufe ich als reformbar, und kreiere mit einem moussavi eine obama figur der ich zusätzlich noch eine “farbe” verleihe nämlich grün
      zusätzlich nutze ich die mojahedin aus um das land von innen zu destabilisieren, man sponsort sie, dafür bringen sie unruhen
      das khamenei lager welches viel zu schwach ist verhält sich opportunistisch wie ein chamäleon, weil es sich anpassen muss

      man versucht also im iran einen staatsstreich anzuzetteln, der indirekt und mit jeder menge kontaktpersonen im tiefen inneren des system verstrickt und vollzogen werden soll
      dies führt dazu, das die unterschiedlichen lager gegeneinander sich ausspielen “müssen!”, dass sogar 12 sepah generäle festgenommen werden müssen…
      das ahmadi-lager ist halt dasjenige das am wenigstens spurt, deswegen wäre es entgegenkommend, dieses durch ein anderes auszutauschen, dies geht nur mittels der hilfe der iranischen bevölkerung, deswegen die situation im iran

      Ziel soll es sein eine grüne revolution im inneren des systems zu machen, eine “innere revolution”

      Der Nutzen für das iranische Volk? Es zahlt dafür drauf, aber gewinnt auch, denn egal welches Lager sich durchsetzt, diesmal müssen sie mehr Reformen durchlassen, das iranische Volk hat schon zu viel darunter gelitten, diesmal bringt man das Regime zum ersten Mal richtig ins wackeln.

      Ein Beweis das der Prozess der Freiheit nur langsam voran schreiten kann. Passiert es zu schnell, passiert das gleiche wie 1979 oder aber der Iran zerfällt in Bürgerkrieg und einzelnen Staaten, wo sich die restliche Weltgemeinschaft bedienen kann, und sich ein Stück vom Kuchen nehmen kann.
      Die Türken und Araber lauern nur so im Hintergrund.

      *Freitag*

      Heute ist Freitag, Feiertag im Iran, mal sehn was passieren wird!

    92. XBS 23C4 schrieb am 19. Juni 2009 at 06:19 - Permalink

      Ein sehr aufschlußreicher meiner Meinung nach ziemlich objektiver Text über die politische Landschaft in Iran ist bereits kurz vor den Wahlen erschienen und macht deutlich worums da geht und wer mit wem und wieso:
      http://www.krisis.org/2009/unter-dem-allgemeinen-besten-der-iranische-praesident-und-seine-institutionellen-verflechtungen

    93. endur schrieb am 19. Juni 2009 at 07:34 - Permalink

      Da ich komischerweise im Telepolisforum nach der Zustimmung zu den neuen Nutzungsedingungen keine Schreibrechte mehr habe, aber eh semiofftopic was schreiben wollte, dann halt hier ;)

      Mail einer Bekannten eines Bekannten (wie das schon wieder klingt! Ahauaha) aus dem Iran:

      E-Mail aus dem Iran (Namen aus verständlichen Gründen weggelassen):

      “Ihr Lieben überall auf der Welt,

      weil ich langsam (endlich! ;-)) doch von mehreren Seiten besorgte Anfragen über die Lage hier bekomme,
      schicke ich jetzt einfach mal eine Rundmail an euch alle. Die Grundfakten dürften ja aus dem Fernsehen hinreichend bekannt sein.
      Ich habe mich bisher erfolgreich aus allen Straßenkämpfen herausgehalten, fürchte mich aber davor beim Nachhausekommen eine eingetretene Tür und abmontierte Satellitenschüssel vorzufinden. Vor viel mehr braucht man als zurückhaltender Ausländer keine Angst zu haben…

      (Name zensiert) und ich haben wie immer viel Arbeit, nach dem Heimfahren abends kann man derzeit aber auch kaum etwas unternehmen, weil es nicht ratsam ist im Dunkeln unterwegs zu sein (lustigerweise ist das in Deutschland normalerweise ja öfter kritisch als hier…). Das führt dazu dass wir nichts machen als schlafen, arbeiten, essen, fernsehen bis wir wieder ins Bett gehen.
      Gestern wurde BBC World abgeschaltet, das bis dahin unsere beste Informationsquelle war. Auch die Handynetze sind entweder zusammengebrochen oder werden sogar richtig ausgeschaltet, SMS geht seit Donnerstag nicht und die Internetzensur nimmt zu.
      Ich habe gestern nach einigem Basteln geschafft, einen Proxy zu installieren, sodass ich jetzt über Mexiko ins Internet gehe.
      Funktioniert besser als erwartet!

      Und ich muss ehrlich sagen, dass ich froh bin, diese Zeit hier zu erleben. Die Stimmung ist unvergleichlich.

      Das Volk begreift, dass es eine ernstzunehmende Macht ist, es erwacht ein Zusammengehörigkeitsgefühl und eine unglaubliche Hoffnung liegt in der Luft.
      Wenn mir iranische Freunde mit strahlenden Augen von der Millionen-Demo am Montag erzählen ? zu der sie alle trotz inoffiziellem Schießbefehl gegangen sind! -, wenn die Fußballnationalmannschaft solidarisch mit grünen Armbändern spielt, oder man abends ab 10 Uhr von allen Balkonen und Hausdächern stundenlange ?Allah-u Akbar? (Gott ist groß)-Rufe hört, dann hat man wirklich das Gefühl Zeuge von etwas ganz großem zu sein.

      Niemand kann mehr absehen, wie es hier weiter geht, aber es ist eindeutig ein bedeutender Moment iranischer Geschichte.
      Von den negativen Gefühlen am Anfang ist nichts mehr zu spüren, es herrscht (zumindest in Teheran) eine Art nationaler Euphorie und Hoffnung.

      Angst ist zur Zeit eher zweitrangig, wenn auch einige der kursierenden Gerüchte über die Zahlen der Toten und Verletzten und der Vorgehensweise der Bassiji furchteinflössend sein könnten…

      Es bleibt nur zu hoffen, dass es hier so weitgehend friedlich bleibt wie bisher. ”

      Gefällt mir irgendwie, das.

    94. Realist schrieb am 19. Juni 2009 at 09:33 - Permalink

      Ich denke schon, dass ich richtig damit liege, wenn ich die Werteneutralen Beiträge vom Spiegelfechter zur Wahl im Iran, folgendermaßen interpretiere:
      Egal welcher der Kandidaten nun an der Macht ist und kommt, es werden primär die Interessen bestimmten Schichten und Interessengruppen vertreten und diesen zum Vorteil gereichen. Die über den Tisch gezogenen sind und bleiben wie immer die Mehrheiten der Bevölkerung.
      Irgendwelche Informationen aus dem Internet, der Presse sind meist polarisiert ausgerichtet, mit extremer Vorsicht zu konsumieren.

      Alle die hier schreiben sind keine Iraner, welche ständig dort leben. Sich also nicht im Entferntesten ein Urteil erlauben können und sollten.
      So wie hier aber zum Teil argumentiert wird von so manchem User , kann einem regelrecht Übel werden. Es ist für mich bei manchem Beitrag hier nur hohles, nichts sagendes Geschwätz von Wichtigtuern und Gelangweilten. Ekel erregende Zeitgenossen ala Lemmy C, Parsa Kakashanian oder wie auch immer der/die sich nennen mögen, sind dann das I Tüpfelchen und lenken die Diskussionen durch gezielte Provokationen endgültig in eine Schmuddelecke.
      Da hilft nur eins: schnell wegklicken.

      @ Spiegelfechter
      Ich bin kein Freund von Schmeichelei aber das will ich einmal kund tun:
      Ihre Beiträge sind mir immer wieder eine Freude, zu lesen. Sachlich fundiert und Werteneutral.
      Danke!

    95. John Dean schrieb am 19. Juni 2009 at 10:42 - Permalink

      @ Realist

      Alle die hier schreiben, sind keine Iraner, welche ständig dort leben.

      Das ist richtig. Ja, eigentlich kaum erstaunlich…

      Sich also nicht im Entferntesten ein Urteil erlauben können und sollten.

      Oh, ein echter Super-Demokrat? Oder ist er womöglich nur etwas zu pedantisch? Sorry, man darf sich also niemals über Auslandsthemen unterhalten – und mit Exil-Iranern darf man man sich auch nicht austauschen? OMG, was sind wir doch für schlimme Menschen, Herr “Realist”! Wenn man Ihr Argument weiter durchdenkt, dann dürfen sich z. B. nur Schüler und Lehrer sich zu Schulthemen äußern, und überhaupt, wenn ein Regime eine umfassende Zensur verhängt, dann müssen sich auch alle dran halten…

      Ordnung muss sein! ;-)

      @ Spiegelfechter

      Ausgehend von Deiner (für mich zunächst: als hart empfundenen) Kritik an meinem Umgang mit Quellen, habe ich versucht meine Youtube-”Hauptquelle” zu checken.

      Vielleicht solltest Du auch mal den Wahrheitsgehalt dessen prüfen, was Dir Deine iranischen Genossen so schicken.

      Meine Täuschung in Youtube

      Peinliches Ergebnis für mich (allerdings noch nicht ganz abgesichert): Das von mir für sehr spannend gehaltene Video (siehe Kommentar Nr. 2) zeigt gar keine Großdemo in Isfahan, sondern einen Aufmarsch in Richtung Azadi-Platz, Teheran. Für mich ist das der absolute Oberhammer – ich versuche das noch im Laufe des Tages abzusichern, aber es sieht schon sehr stark danach aus. Uninteressant ist das Video damit zwar nicht, zumal die Sprechchöre der Teheraner Studenten interessant sind, aber dieser Vorgang (falsche Ortsangabe) zeigt halt die starke Missbrauchbarkeit von “social Media” im Propagandakrieg. Für mich ist das gerade äußerst instruktiv. Echt der Hammer, jedenfalls für mich. Ich finde auch einige Hinweise darauf, dass ziemlich vieles, was sich über “social media” verbreitet – von interesssierten US-Kreisen (sorry to have said this) orchestriert ist. Das bedeutet allerdings noch nicht, dass es im Iran keine vor-revolutionäre Stimmung gegen das Regime gibt – das wäre m. E. ein voreiliger Schluss aus dieser Beobachtung.

      (und meine neuen Erkenntnisse passen doch stark zum Thema: Zuverlässigkeit von Youtube/Twitter-Medien, oder?)

      Dann ist mir noch etwas anderes aufgefallen – noch mal etwas ganz Queres: Auch reine Propaganda-Medien können einen Informationswert haben! Vorausgesetzt, man betrachtet sie entsprechend kritisch.

      (was ich gerade zu lernen versuche)

      Propaganda als Erkenntnis-Lieferant

      Von extremen Ahamdinedschad-Fans habe ich einen eigentlich ganz nett gemachten Werbefilm über die Aufmarsch-Orte von Ahamdinedschad, und dort gibt es ein hübsches Gegenstück zum Großaufmarsch der Mussawi-Fans in Isfahan (das Bild aus Deinem Kommentar Nr. 4) – und zwar genau am gleichen Ort, sogar etwa die gleiche Anzahl von Demonstranten, nur eben sind das diesmal eindeutig Pro-Ahamdinedschad-Demonstranten. In anderen Orten ergibt sich ein sehr ähnliches Bild: Die zwei Kandidaten hatten jeweils sehr großen und ähnlichen Zulauf zu den öffentlichen Veranstaltungen.

      Man kann also eventuell sagen, mit aller Vorsicht bezüglich dieser Wertung, jedenfalls außerhalb Teherans, dass Ahamdinedschad einen sehr ähnlichen Zulauf zu seinen Wahlkampf-Veranstaltungen hatte, verglichen mit Mussawi während des Wahlkampfes (“Grüne Welle”).

      Allerdings ist mir beim Sichten von Ahmadinedschad-Propaganda-Medien noch etwas aufgefallen, ein Eindruck, den ich noch stärker im Detail belegen müsste (u.a. mit Bild-Analysen): Es gab auf vielen Bildern des Ahmadinedschad-Lagers Hinweise darauf, dass sie ihre Demonstranten in zahlreichen Bussen selbst zum Ort der Veranstaltung gebracht haben! Die Wahlkampf-Veranstaltungen von Ahmadinedschad wirkten zumal, von Seiten der Besucher, etwas überzogen formuliert, wie eine Mischung aus Zwangsbesuch, KP-Parteitag, Jubel-Persern sowie Obama-Vorwahlkampf, und jedenfalls ziemlich stark inszeniert (z. B. waren sehr viele Besucher sehr umfangreich mit Wahlkampfmitteln ausgestattet – und wirkten recht oft nicht eben wie ortsnahe Besucher). Aber wie gesagt, das ist zunächst nur ein erster Eindruck, und ich müsste dies genauer belegen (falls Interesse daran besteht, mache ich das auch).

      Was ist da los?

      Insofern, und frisch verunsichert an allen Fronten, stellt sich für mich nun erst Recht die Frage: Was ist da los im Iran?

      Immerhin, kritische Haltung vorausgesetzt, helfen mir sowohl die (oft im Propagandakrieg deformierten) “Social Media”, als auch reine Propagandamedien der jeweiligen Parteiungen- aber eben nur ein Stück weit. Die umfassende Zensur seitens des iranischen Regimes ist – so sehe ich das im Moment – leider nicht durch Twitter & Co zu kompensieren.

      Deans vorläufiges Fazit

      Man findet in den Social Media zum Iran viele interessante Details, auch echte und wertvolle Informationen – aber ein umfassendes und ausgewogenes Bild kann man sich damit nicht machen.

    96. John Dean schrieb am 19. Juni 2009 at 11:00 - Permalink

      @ XBS 23C4 | Kommentar Nr. 92

      Der Text von Attila Steinberger in der Krisis ist sehr aufschlussreich, wirklich großartig. Danke für deinen Tipp!

    97. Spiegelfechter schrieb am 19. Juni 2009 at 11:07 - Permalink

      @John Dean

      Oder ist das wieder eine ?Ente??

      Eine Ente ist das sicher nicht – inwieweit die Umfrageergebnisse seriös sind, mag ich allerdings nicht einzuschätzen. ILNA ist bekannt dafür, der “Reformbewegung” nahezustehen. Nichts Genaues weiß man nicht.

    98. OAlexander schrieb am 19. Juni 2009 at 11:42 - Permalink

      @ Parsa Kakashanian am 18. Juni 2009 um 21:25 / # 65

      Abgesehen davon, dass Sie wie so viele keine Ahnung vom Iran, was ja entschuldbar ist, haben Sie tatsächlich die hässliche Fratze der Diktatur zu ihrer eigenen gemacht.

      Sie erdreisten sich tatsächlich hier eine illegitimen, diktatorische Regierung zu verteidigen. Jeder hat die Bilder aus Iran gesehen. Menschen werden geschlagen, Menschen werden verhaftet, Menschen werden umgebracht.

      So jemand wie Sie hat den Konsens der Demokraten verlassen. Man muss Sie bezeichnen, als das, was Sie sind: ein dummer Faschist. Und es ist in der Tat ekelhaft, mit solchen Leuten zu diskutieren.

      Ich verteidige hier keine illegitime Diktatur, sondern stelle fest, dass die offizielle Opposition, welche derzeit die Demonstrationen anführt, also die Gruppe um Rafsandjani und Moussawi deren Partei Sie egriffen haben, bislang keine besseren Qualitäten aufgezeigt hat. Beide standen innerhalb des von Ihnen als illegitim bezeichneten Regimes in der Verantwortung und haben in jener Zeit treu dessen Sache gedient. Sie haben beide nicht die Chance genutzt sich als Demokraten auszuweisen und als Verteidiger von Menschen- und Bürgerrechten aufzutreten. Das Gegenteil ist der Fall.

      Wenn jemand Behauptungen von Wahlmanipulationen in der gegebenen Grössenordnung aufstellt verlange ich beispielsweise zumindest starke anekdotische Beweise, ansonsten sind diese Behauptungen nicht mehr als Hörensagen, unbelegte Anschuldigungen.

      Wichtiger Hinweis

      Darüberhinaus erfüllt ihr letzter Absatz den juristischen Tatbestand der Beleidigung. Diese muss ich mir auch nicht im “anonymen” Umfeld des Internets gefallen lassen. Ich nehme an, die betreffende Äusserung geschah spontan und unüberlegt. Ich gebe ihnen daher die Gelegenheit an dieser Stelle 1.) ihre Äusserung öffentlich zurückzunehemen, 2.) sich formell zu entschuldigen und 3.) den Betreiber der Website zu bitten die betreffenden Äusserungen zu entfernen.

    99. Spiegelfechter schrieb am 19. Juni 2009 at 11:55 - Permalink

      @John Dean

      Für mich ist das der absolute Oberhammer – ich versuche das noch im Laufe des Tages abzusichern, aber es sieht schon sehr stark danach aus. Uninteressant ist das Video damit zwar nicht, zumal die Sprechchöre der Teheraner Studenten interessant sind,

      … ja, aber es sagt auch niemand, dass es keine wütenden Studenten gäbe. Ich habe im letzten Jahr schon x Videos auf Youtube gesehen, auf denen Studenten MA ganz offen anfeinden. So doll ist der Nachrichtenwert dieses Videos für mich daher auch nicht, was aber nichts mit dem Video an sich zu tun hat. Für diejenigen, die Iran für eine Diktatur ohne jegliche Opposition halten, mag das Video einen neuen Einblick vermitteln.

      aber dieser Vorgang (falsche Ortsangabe) zeigt halt die starke Missbrauchbarkeit von ?social Media? im Propagandakrieg.

      Nun ja – das ist eher eine Petitesse, da gibt es schlimmeres.

      Ich finde auch einige Hinweise darauf, dass ziemlich vieles, was sich über ?social media? verbreitet – von interesssierten US-Kreisen (sorry to have said this) orchestriert ist. Das bedeutet allerdings noch nicht, dass es im Iran keine vor-revolutionäre Stimmung gegen das Regime gibt – das wäre m. E. ein voreiliger Schluss aus dieser Beobachtung.

      Ganz klar! Ich sehe hier auch weniger “interessierte US-Kreise” als Problem, sondern v.a. die Expats, die auch in der Vergangenheit mit harten Bandagen kämpften und nicht so viel von Meinungsfreiheit halten, wie sie vorgeben.

      (und meine neuen Erkenntnisse passen doch stark zum Thema: Zuverlässigkeit von Youtube/Twitter-Medien, oder?)

      Absolut – würde ich den Artikel heute nochmal schreiben, hätte ich ein Beispiel mehr. Derlei gibt es allerdings hunderte – wenn ich Zeit hätte, könnte ich sie mal zusammenstellen. Aber das lass´ ich lieber, sonst gibt hier wieder eine Hasswelle gegen mich, ich würde MA verteidigen ;-)

      Dann ist mir noch etwas anderes aufgefallen – noch mal etwas ganz Queres: Auch reine Propaganda-Medien können einen Informationswert haben! Vorausgesetzt, man betrachtet sie entsprechend kritisch.

      Absolut – da sind uns (Wessis) übrigens ältere DDR-Intellektuelle voraus, die das feine Spiel mit der Pressezensur recht gut beherrschten und zwischen den Zeilen mehr regimekritisches unterbringen konnten, als mancher Leitartikler aus dem Westen, der oft das Breitschwert dem Florett vorzog.

      Allerdings ist mir beim Sichten von Ahmadinedschad-Propaganda-Medien noch etwas aufgefallen, ein Eindruck, den ich noch stärker im Detail belegen müsste (u.a. mit Bild-Analysen): Es gab auf vielen Bildern des Ahmadinedschad-Lagers Hinweise darauf, dass sie ihre Demonstranten in zahlreichen Bussen selbst zum Ort der Veranstaltung gebracht haben!

      Das halte ich für sehr gut möglich – bei anderen farbigen Revoultionen war dies interessanterweise die Strategie der Regimegegner.

      Die Wahlkampf-Veranstaltungen von Ahmadinedschad wirkten zumal, von Seiten der Besucher, etwas überzogen formuliert, wie eine Mischung aus Zwangsbesuch, KP-Parteitag, Jubel-Persern sowie Obama-Vorwahlkampf, und jedenfalls ziemlich stark inszeniert (z. B. waren sehr viele Besucher sehr umfangreich mit Wahlkampfmitteln ausgestattet – und wirkten recht oft nicht eben wie ortsnahe Besucher). Aber wie gesagt, das ist zunächst nur ein erster Eindruck, und ich müsste dies genauer belegen (falls Interesse daran besteht, mache ich das auch).

      Ich würde das auch nicht überbewerten – ohne hier einen Vergleich ziehen zu wollen: Demonstrieren CDU-Anhänger? Und wenn ja, wie sieht das aus?

      Man findet in den Social Media zum Iran viele interessante Details, auch echte und wertvolle Informationen – aber ein umfassendes und ausgewogenes Bild kann man sich damit nicht machen.

      Genau das sagt mein Artikel ;-)

    100. gebintit schrieb am 19. Juni 2009 at 12:18 - Permalink

      Dennoch halte ich einige der Hinweise auf Manipulationen (nicht der Wahl, sondern der finalen Ergebnissliste) für seht überzeugend. Ich kann mir da selbst noch keinen Reim darauf machen. Einerseits halte ich es für wahrscheinlich, das MA zumindest in einem zweiten Wahlgang gewonnen hätte, andererseits sind die Ergebnisse nicht koscher. Habt Ihr da eine Idee? – zum Spekulieren sind natürlich alle Leser eingeladen ;-)

      Gehört es nicht einfach zu diesem dritten Weg des Irans, zu dieser “religiösen Demokratie”, dass das Volk zwar mitbestimmen darf, jederzeit aber die Hüter des wahren Glaubens, die Revolutionsgarden, noch ihr Schwert auf die von Gott bestimmte Waagschale legen können. Schlichtweg eine Machtdemonstration. Und wenn dies in eine Destabilisierung des Irans führen sollte, warum sollte die “Achse” MA-Chamenei diese fürchten, wo sie doch faktisch Militär, Innenministerium und Paramilitärs kontrollieren, also die Waffengewalt? Die politischen Gegner werden als gekauft, korrupt und noch schlimmer, als zionistische, westliche Marionetten gebrandmarkt und sind damit vogelfrei. Möglicherweise droht sogar ein Putsch von oben: als Kontrollelemente des politischen Systems gedachte Elemente wie der Expertenrat werden de fakto entmachtet. Die Eliminierung des Rafsanjani-Clans würde sich auch wirtschaftlich lohnen, die Pfründe könnten neu verteilt werden. Mit der Wahlprovokation hat man Rafsanjani und seine Anhänger aus der Reserve gelockt, rhetorisch ist die Eliminierung seines Clans ja schon vorbereitet. Die anderen korrupten Mitglieder des Expertenrats werden eingeschüchtert sein und kapieren, dass sie ihre Pfründe behalten, wenn sie das schmutzige Spiel mitspielen.

    101. salvo schrieb am 19. Juni 2009 at 12:21 - Permalink

      “bsolut – würde ich den Artikel heute nochmal schreiben, hätte ich ein Beispiel mehr. Derlei gibt es allerdings hunderte – wenn ich Zeit hätte, könnte ich sie mal zusammenstellen. Aber das lass´ ich lieber, sonst gibt hier wieder eine Hasswelle gegen mich, ich würde MA verteidigen”

      ja, das ist etwas, was mich wirklich wütend macht, wenn Du Dich jetzt von solchen Leuten auch noch einschüchtern läßt, dann hätten die ihr Ziel erreicht. Was ich auch nicht verstehe, Deinem Anspruch auf Offenheit und Toleranz in allen Ehren, ist, dass Du es gestattest, wie Kommentatoren wegen Ihrer Meinungsäußerung wüst beleidigt werden. Ich könnte mir vorstellen, dass jene, die an einer sachlichen Auseinandersetzung interessiert sind, sich mehr und mehr zurückziehen. Und damit hätten jene ihr Ziel doppelt erreicht: Dich zum Schweigen zu bringen und jede Auseinanderstzung, die ihren Interessen widerspricht, zu verunmöglichen.

    102. Parsa Kakashanian schrieb am 19. Juni 2009 at 12:24 - Permalink

      [gelöscht/SF]

    103. Frank Schenk schrieb am 19. Juni 2009 at 12:34 - Permalink

      …dass er trotz des Information-Overkill eigentlich nichts weiß.

      Das ist der Punkt.

      Dank Propaganda von allen Seiten, der völlig gesteuerten und total abhängigen Presse und Medien (IN DEUTSCHLAND!) sowie einer gesunden Skepsis gegenüber dem gezwitschere könnte ich nicht weniger wissen, wenn der Iran auf Alpha Centauri wäre.

      Ist aber auch egal, eine Erneuerung/Revolution muss von Innen kommen, was passiert, wenn sowas von aussen (CIA und andere Auslandsgeheimdienste lassen grüssen) initiiert wird, konnte man in den vergangenen 50 Jahren wunderbar sehen. Aus dem Konfliktgebiet wurde ein Dampfkochtopf mit 1000 Bar Innendruck und irgendwann fliegt uns alles um die Ohren.

      Ich hoffe, daß das Volk in Iran das bekommt, was es will. Was das ist, können wir alle nicht beurteilen.

      gruß, Frank

    104. Spiegelfechter schrieb am 19. Juni 2009 at 12:36 - Permalink

      @Parsa

      Jetzt reicht es – ab sofort stehst Du auf der Moderationsliste. Dass heißt, dass ich jeden Beitrag von Dir erst freischalten muss. Wer hier trotz mehrfacher Warnung derart beleidigend herumpöbelt, hat sein Recht auf freie Diskussionsteilnahme verspielt.

    105. Horscht schrieb am 19. Juni 2009 at 12:41 - Permalink

      Womit dann so zu sagen heimische Zustände für Parsa hergestellt sind, SCNR, MFG Horrscht

    106. salvo schrieb am 19. Juni 2009 at 12:53 - Permalink

      “Womit dann so zu sagen heimische Zustände für Parsa hergestellt sind”

      also die Gleichsetzung dieses Blogs mit der iranischen staatlichen Unterdrückung ist mehr als geschmacklos. ME berechtigen jene ‘hemischen Zustände” niemanden, hier oder anderswo Recht und Würde Anderer mit Füßen zu treten

    107. Spiegelfechter schrieb am 19. Juni 2009 at 12:55 - Permalink

      @Horscht

      Keinesfalls – auch in Deutschland ist es durchausüblich, Gäste, die pöbeln und andere Gäste beleidigen, des Hauses zu verweisen. Außerdem hat er ja weiter Rederecht, nur halt unter der Auflage der Moderation. Und wie Du mich kennst, heißt das nicht, dass ich politisch “unbequeme” Inhalte filtere, sondern lediglich persönliche Aussetzer.

    108. Horscht schrieb am 19. Juni 2009 at 12:59 - Permalink

      Darum stand da ja auch “so zu sagen” und “SCNR”.
      Parsas Furor kann ich übrigens teilen, hatte ihm abgeraten sich hier zu exponieren; aber, jo mei, so sind sie halt die Idealisten.
      Und wie dem jetzt auch genau gewesen ist, die iranische Führung hat weiter an Legitimation verloren, denke mal, dass man sich darauf einigen kann.

      PS: Das Kommunikations- und Moderationsverhalten des werten SPIEGELFECHTER sollte nicht in Frage gestellt werden, das ist vermutlich OK, sonst würde Horrrscht hier auch nicht lesen.

    109. Realist schrieb am 19. Juni 2009 at 14:08 - Permalink

      @ 95 John Dean.
      Ihre sarkastischen Zeilen können Sie stecken lassen?
      Eine Antwort auf diese dümmlichen Worthülsen erwarten Sie nicht wirklich, stimmts!
      Eben! Sehe ich auch so. ;-)

    110. Parsa Kahkashanian schrieb am 19. Juni 2009 at 14:36 - Permalink

      Ich kann nicht wirklich verstehen, warum ich hier zensiert werde, aber jemand, der das Abschlachten und Schlagen der friedlichen Demonstranten im Iran als legitim bezeichnet, nicht? Der Oberste Führer, dieser alte Trottel, hat heute ja auch rumgelogen, die Demonstranten hätten die Bassij angegriffen, und nicht umgekehrt!? Insofern ist dies hier natürlich bezeichnend. Nicht derjenige, der die Gewalt rechtfertigt wird gesperrt, sondern derjenige, der sie ablehnt.

    111. Helferlein schrieb am 19. Juni 2009 at 15:11 - Permalink

      Wieso können die Diskutanten nicht einfach ihre Meinung posten und müssen persönlich werden?

      Das Ergebnis solchen Handelns besteht in der Hauptsache aus Wiederholungen. Meinungen sollte man nicht kommentieren nur Fakten. Und an John Dean kann man erkennen, dass das auch die einzige Methode ist Wirkung zu erzielen.

      Und daher noch ein kleiner Beitrag zum Thema:

      Ein Land hat heute nur drei Möglichkeiten sich vor Amerika bzw. die WTO und Weltbank zu schützen:

      1. Es ist ein Land ohne Rohstoffe und ist auch geopolitisch unwichtig.
      2. Es unterwirft sich dem Schutzschirm Rußlands oder Chinas.
      3. Es baut eine eigene Atombombe.

      PS: Wieviele selbst hier noch glauben, es gäbe eine objektive Presse im sogenannten Westen erstaunt mich. Die Presse hier ist bis auf maximal 0,5 Prozent gleichgeschaltet. Man braucht sich dazu nur die Berichte über Chavez oder HA anzuschauen. Pure Propaganda.

      Und zu unserem tollen Informationsrechten kann ich nur sagen, ihr sprecht von einem mir unbekannten Land. Alle wichtigen Information sind hier (ich spreche von D) geheim. Selbst die Verträge, die eine Kommune 100 Jahre in Haftung nehmen, ganz zu schweigen von dem, was in den Banken wirklich vor sich gegangen ist. Aber die hiesige Propaganda wirkt, dass muss ich neidvoll anerkennen. ;-)

    112. Spiegelfechter schrieb am 19. Juni 2009 at 15:18 - Permalink

      @Parsa

      Nicht derjenige, der die Gewalt rechtfertigt wird gesperrt, sondern derjenige, der sie ablehnt.

      Nein – derjenige, der offensichtlich keine gute Kinderstube genossen hat und sich nicht an zivilisierte Kommunikationsregeln halten will, wird zur Ordnung gerufen. So einfach ist. Dies hier ist ein moderierter Blog und keine Kasperbude.

    113. Kati schrieb am 19. Juni 2009 at 16:01 - Permalink

      @Parsa: Es nervt langsam ziemlich. Willst du wirklich so tun, als würdest du nicht verstehen, dass deine ständigen Beleidigungen eine halbwegs respektvolle Diskussion verhindern? Dann wärest du dümmer, als man annehmen könnte. Du bist jetzt von verschiedenen Leuten mehrfach gebeten worden, dich zu mäßigen und hast alle diesbezüglichen Hinweise ignoriert und sogar noch nachgelegt. Ich an Jens’ Stelle hätte schon überlegt, ob ich dich nicht ganz rausschmeiße und dass du jetzt noch jammerst, dass du zensiert würdest… ganz schlechter Stil, Parsa. Hör auf, uns für dumm zu verkaufen (“Beleidigungen sind nicht mein Ding”…), entschuldige dich für dein schlechtes Benehmen und reiß dich endlich zusammen. Ist ja peinlich, dir zuzugucken.

      Kati

    114. Morris Behm schrieb am 19. Juni 2009 at 16:28 - Permalink

      Als alter Internethaudegen habe ich 2 Cent für Parsa: Man kann in Foren nur äußerst selten sehr unfreundlich sein und sich dann gleichzeitig auch noch gegen die Meinungsmehrheit stellen. Das wird nur selten gemocht. Außerdem wirst du hier nicht zensiert, sondern moderiert. Deine Meinung bleibt frei. Manche teilen sie sogar.

    115. Max Krapp schrieb am 19. Juni 2009 at 17:29 - Permalink

      @ 110 Parsa Kahkashanian

      Sie können mir gerne glauben, dass niemand, der einen Blog leitet, der so stark auf die freie Debatte ausgelegt ist, wie dieser hier, gerne den Wachhund spielt. Das gilt auch und insbesondere für den SF. Auf anderen Blogs wären Sie mit Ihrer beleidigenden Art schon lange vorher geflogen. Jens BErger hat Ihnen erstaunliche Freiheiten gelassen, und Sie auch mehrfach verwarnt. Da Sie nicht hören wollten, werden Sie nun die Konsequenzen tragen müssen. Sehen Sie es doch mal als eine Art Schutz vor sich selbst.
      Letztlich sind nämlich SIe selbst für Ihr Tun verantwortlich, das sollte nichts neues für Sie sein. Man kann die Position der Iranischen Opposition auch ohne Unterstellungen und Beleidigungen vertreten, wie nicht zuletzt John Dean und andere hier zeigen.
      Denn wenn Ihr BEitrag zu dieser Debatte nur aus Provokation besteht, dann wäre es eigentlich besser, keinen Beitrag leisten.

    116. bismodo schrieb am 19. Juni 2009 at 18:45 - Permalink

      Zur sog. Presse- und Informationsfreiheit hierzulande…

      1. Beispiel – EU:
      ich erinnere an die (von Medienseite) unbedingt verhinderte Diskussion um den EU-Reform-Vertrag und seine umformulierte Fassung (Lissabon-Vertrag). Hat eine Bevölkerung beim Volksentscheid: ‘Nein’ gesagt, strotzt die “Berichterstattung” über die Gründe nur so vor Abfälligkeiten und Unterstellungen; Kritiker des Vertrags werden unterschiedslos als Europagegner denunziert, …wobei nie auf den Vertrag selbst, auf Informationen über den INHALT des Vertrags eingegangen wird. Es wird einfach nur behauptet, das, was kritisiert werde, stehe da gar nicht drin.
      Dabei krempelt der Vertrag dermassen Grundlegendes (laut Vertrag)unwiderruflich um, verpflichtet und setzt Recht auf solch vielen Gebieten, dass die Tatsache, eine breite und vertiefte Diskussion zu verhindern, einem (multinationalen) Staatsstreich das Wort redet.

      2. Beispiel – heute:
      http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57556 (nur heute frei abrufbar)
      Da wird etwas (ein paar Bröckchen aus einem BND-Papier) gezielt von Regierungsseite lanciert, doch der eigentliche Bericht vorenthalten. Das Thema betrifft uns alle, das zählt aber keineswegs.
      Warum das ganze? Warum so? Das bleibt offen.
      Sollen wir schon mal mit dem Gedanken an einen Weltkrieg vertraut gemacht werden? Diesmal ohne das Alibi-Schreckgespenst Islamismus?

      Spekulationen scheinen jedenfalls hocherwünscht zu sein; ich nehme an, jeder Art

    117. Kati schrieb am 19. Juni 2009 at 19:05 - Permalink

      Ach, selbst wenn sie den Bericht veröffentlichen würden – die sind doch total unglaubwürdig. Sie wollen eine geostrategische Debatte? Wie soll man sich das vorstellen?

      Diese Dummköpfe, die bei uns die Politik machen, sollen sich Gedanken machen über die Entwicklungen in 10, 15, 20 Jahren machen und intelligente Strategien entwickeln? Die gleichen Leute, die Deutschland in den letzten 20 Jahren Neoliberalismus gründlich in den Boden gerammt haben? Die die Zeichen der Zeit nicht mal jetzt erkennen, wo sie die Früchte ihrer Politik ernten?

      Die Jungs vom BND scheinen auch nicht besonders helle zu sein, wenn sie hoffen, dass dabei was vernünftiges rauskommt.

    118. OAlexander schrieb am 19. Juni 2009 at 20:20 - Permalink

      @ bismodo / # 116

      Das die quasi Gleichschaltung der Westlichen Presse ein zumindest für die Westliche Welt größeres Problem ist als die Diadochenkämpfe in Iran unterschreibe ich vollends. Dies ist kein einzig deutsches Problem. Die herausragende Funktion der Spiegelfechter-Website besteht eben genau darin, dass Jens Berger eben genau dies mit genau den selben Stilmitteln, welche die Establishment-Presse verwendet, höchst elegant herauszustellen vermag.

      Pressemässig erleben wir nicht mehr den so vielgepriesenen “Wettstreit der Ideen”, sondern vielmehr den verzweifelten Lebenskampf einer Idee, die in jener Form pervertiert, oder schlicht und einfach nicht mehr überlebensfähig ist.

      Die Parteinahme in Iran, hier stehen sich was traditionelle Westliche Werte anbelangt zwei gleichermassen schwachbrüstige Parteien gegenüber ist ebenso verfehlt wie viele andere auf Massenpsychose abstellende Berichterstattungen wie eben die von dir angeschnittene EU-Verfassungsfrage, oder die von mir vorhergehend erwähnte Georgien-Berichterstattung. Die Behandlung Israels ist ein weiteres Thema zu welchem Meinungsvielfalt nicht zulässig erscheint. Ich persönlich sympathisiere auch mit niederländischen Politikern die sich die Zukunft ihres Landes anders vorstellen als die einer Nation in der die Frauen mit Kopftüchern rumlaufen. Als Atheist finde ich die Christen schlimm genug – und auch deren andauernde Beweihräucherung durch die Presse. Ich verweise hier auf das durch die UN festgelegte Selbstbestimmungsrecht der Völker.

      Ich sehe keine Grundlegenden Unterschiede mehr zu DDR-Presse, abgesehen davon dass eine andere Interessenlage abgesichert wird.

      @ Jens Berger
      Ich bitte Sie, umgehendst die mich beleidigenden Äusserungen von “Parsa Kakashanian” vom 18. Juni 2009 um 21:25 (Beitrag #65) zu entfernen. Ich bedauere die Umstände und bedanke mich für ihre Mühewaltung.
      [Ist hiermit geschehen./ha]

    119. John Dean schrieb am 19. Juni 2009 at 20:29 - Permalink

      Ist “german-foreign-policy” nicht eine VT-Sekte, und noch abgedrehter als La Rouche & Co?

      Ein kleiner Bericht aus dem Iran

      Eine Genossin, die aus der Provinz Azerbeidschan (Iran) stammt, berichtete mir Folgendes: Ihre Tanten und Onkel – aber angeblich ganz Azerbeidschan inklusive aller Städte – sind massiv in Aufruhr. In den Straßen finden Kämpfe statt, zwischen der Bevölkerung und den Bassij-Milizen, die meisten Normalbürger trauen sich nicht auf die Straße. Die Empörung über den Wahlbetrug teilen in dieser Provinz allerdings alle, sogar die wenigen Anhänger von Ahamdinedschad, die er dort hat. Das Handy-Netz ist seit einigen Tagen fast vollständig abgeschaltet, und die Bevölkerung versucht über Satelliten-Telefone (u.ä.) Bilder und Informationen der Welt zugänglich zu machen. Über Handy sei es angeblich so gut wie unmöglich geworden, Bilder und Aufnahmen aus den Iran heraus zu bringen. Und ja: Dieses Anliegen wird von breiten Bevölkerungsteilen (angeblich sogar: der ganzen Bevölkerung) geteilt. Man möchte, dass die Welt von den Vorgängen erfährt. Die iranische Bevölkerung spricht im Allgemeinen sehr gut Englisch, teils, weil sich Englisch als zweite Fremdsprache wählen lässt, aber auch, weil es im Iran viele private Institute gebe, wo sich Englisch lernen lässt – und auch dies sei nicht etwa eine Marotte der bildungsbürgerlichen Schichten, sondern besonders in der Jugend ein allgemeines Anliegen. Die englische Sprache gilt vielen als Widerstand gegen das Mullah-Regime. Man wünscht sich für den Sonnabend Solidaritätskundgebungen im Westen – es sei leichter, z. B. BBC im Iran zu empfangen, als Nachrichten nach außen zu geben. Die Solidarität der Welt wird sehnlichst gewünscht.

    120. Horscht schrieb am 19. Juni 2009 at 21:41 - Permalink

      @OAlexander:
      http://www.spiegelfechter.com/wordpress/517/israelkritik-verboten#comment-39918
      zur Erinnerung: A bisserl rechts issa scho, gell.

    121. COPOKA schrieb am 20. Juni 2009 at 00:06 - Permalink

      @bismodo, #116

      2. Beispiel – heute:
      http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57556 (nur heute frei abrufbar)

      Der Artikel von Andreas Rinke, auf den sich g-f-p beruft, ist hier http://www.internationalepolitik.de/ip/archiv/jahrgang-2009/juni2009/download/1de4c5c895544ea4c5c11dead40c9140bad38173817/original_ip_06_rinke.pdf im Original nachzulesen (pdf. ca. 500K).

    122. Gebintit schrieb am 20. Juni 2009 at 00:17 - Permalink

      Bei den vielen Vergleichen, die hier schon zwischen dem Iran und Deutschland gezogen wurden, muss ich – nachdem ich mir die Rede von Chamenei angeschaut habe – mal betonen, wie froh ich bin, dass mein politisches Oberhaupt nicht ein solcher Patriarch ist, der mir von der Kanzel herab (in einem Gotteshaus!) sagt, wie es politisch weiterzugehen hat (“Meine lieben Kinder, geht doch nicht mehr auf die Straße, das ist doch nicht gut!”). Mich gruselt es einfach nur, wenn ich das sehe. Da werde ich lieber die nächsten 4 Jahrzehnte von der die das Merkel regiert!
      Wer sich noch mehr gruseln will, kann noch den Blog von Ahmadinejad anschauen: http://www.ahmadinejad.ir/ : ein Mumienblog, so tot wie der Ötzi (“Frozen Fritz”).

    123. Karl Heinrich schrieb am 20. Juni 2009 at 00:24 - Permalink

      @name #83

      Deren einfache ahistorische Formel lautet nur ?Soziale Rechte sind faschistisch?. Karl Heinrich beweisst mal genau wieder diese bürgerliche Sichtweise sofort ;)

      Damit hat das nichts zu tun. Das Problem ist ein allgemeines bei Rohstoffländern: Zunehmende Einnahmen führen nicht zu steigender Produktivität, oft sogar zu fallender (das wird Dutch Disease genannt).

      Wie auch im Falle Iran zu beobachten ist, tragen dazu Politiker bei, die Ihre Unterstützerbasis gewinnen, indem sie Rohstoffgewinne als soziale Wohltaten ausschütten. Weil das zu Lasten der Investitionen geht, wirkt es sich direkt zum Nachteil jüngerer Generationen aus.

    124. John Dean schrieb am 20. Juni 2009 at 00:38 - Permalink

      Das Blog von Ahmadenidschad ist nun wirklich Weltklasse.

      Helping the oppressed

      But if in our view, “government” would be a (…) duty to ensure the rights of common people (…) and helping the oppressed.

      Nachdem er diesen Satz gepostet hatte, wuchs und schwoll seine Nase so sehr an, dass er von nun an seine Tastatur nicht mehr mit den Händen erreichen vermochte. Oder aber, das landesweite Einprügeln auf die demonstrierende Bevölkerung durch seine Bassij-Milizen hält er für einen Ausdruck des für ihn so zentralen “helping the oppressed“.

    125. Karl Heinrich schrieb am 20. Juni 2009 at 00:53 - Permalink

      Der folgende Fund bei (gottseibeiuns) Broder zeigt übrigens, wie nahe sich Ahmadinejads Islamismus und die europäischen (‘linken’ und ‘rechten’) Völkischen mit ihrer Anti-’Dekadenz’ stehen: http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/alldeutsche_fuer_ahmadinejad/

      (Das Zitat mit den Discomiezen ist deshalb besonders perfide, weil ja Tanzen im Iran schon mal per se auf dem Index steht.)

    126. John Dean schrieb am 20. Juni 2009 at 09:19 - Permalink

      @ Karl Heinrich

      Auch die Vereinten Europäischen Linken, denen seit der Wahl im Iran nichts eingefallen ist, haben die Sprache wiedergefunden. (…) Das ist es, was das rechte und das linke Pack verbindet: Achtung vor einem Despoten.

      Stimmt das? Sind die sehr sonderbaren Fundstücke von Broder überhaupt relevant – oder nur hochgradig seltsam? Karl, was ist Ihre Auffassung? Stehen sich “die” deutschen Linken, NPD (beide zusammen: “Alldeutsche”), und die Islamisten Irans tatsächlich politisch nahe (Broder-These)? Oder sind das einfach nur frech formulierte, aber bereits völlig verbroderte Hetzformeln des politisch-intellektuell stets (!) unzulänglichen Gottseibeiuns? Inwieweit steht ausgerechnet ein Jürgen Elsässer, der politisch völlig isoliert ist, für “die” Linken?

      Ich kapiere das nicht. Überhaupt: Welchen Erkenntnisgewinn kann man finden, wenn man diesen Broderdreck liest? Oh, ja: Es gibt Leute, die extrem merkwürdige politische Ideen haben. Das ist nicht neu. Ich bin mir nur nicht sicher, ob Broder mehr Gurken im Glas hat als diese Spinner.

    127. Kati schrieb am 20. Juni 2009 at 09:27 - Permalink

      Ach, Karl-Heinrich mit dem deutschen Namen… Es ist nicht “Gott-sei-bei-uns”-Broder, sondern “Gott-lass-Hirn-vom-Himmel-fallen”-Broder. Ich verstehe nicht, wie Leute, die ernst genommen werden wollen, immer wieder mit diesem armen, alten Mann ankommen können, aber vielleicht bin ich dazu einfach noch nicht senil genug. Broder erklärt den Iran? Ungefähr so, wie er uns vorher den Irak erklärt hat?

      Naja, lassen wir ihn, er kann ja in seinem Alter und mit seiner Einstellung auch nichts Neues mehr anfangen. Was ich eigentlich posten wollte, weil’s so schön das Selbstverständnis weiter Teile der Qualitätsmedien wiedergibt (passt aber auch ganz gut zum Megafon Broder):

      “I think there are a lot of critics who think that . . . . if we did not stand up [in the run-up to the war] and say ‘this is bogus, and you’re a liar, and why are you doing this,’ that we didn’t do our job. I respectfully disagree. It’s not our role” — NBC News’ David Gregory, thereafter promoted to host Meet the Press”
      http://www.salon.com/opinion/greenwald/

      Tja. Zuhören, aufschreiben, wiedergeben. Stenografen. Hofberichterstatter. Das ist ihr Job. Ganz egal, wie interessengeleitet, wie verlogen und wie offensichtlich falsch das Gerede von den MVW war, von der wahnsinnigen Bedrohung, die Saddam darstellte und all das andere Kriegsgetrommel, mit denen unsere freien Medien uns kriegsreif hämmern wollten. Das sind die Journalisten, die angeblich unsere Stimme sein sollen. Und solange das so ist, kommt der “westliche” Journalismus nicht aus der Krise, ist größtenteils journalistisch wertlos und taugt höchstens noch als Indikator für die aktuellen Hobbies der Spindoktoren. Wie Broders neuester Erguss wahrscheinlich auch wieder. Vielleicht kriegt er ihn ja im Spiegel unter, die nehmen fast alles inzwischen und so hätte er noch ein kleines Handgeld verdient, mit dem er sich eine Bauchbinde oder Stützstrümpfe kaufen könnte.

      Oder ein Buch über den Iran. :)

    128. hannilein schrieb am 20. Juni 2009 at 11:34 - Permalink

      @ John Dean, # 119:

      Ist ?german-foreign-policy? nicht eine VT-Sekte, und noch abgedrehter als La Rouche & Co?

      Wie kommst Du darauf? Hast Du Belege für diese Annahme?

      Gruß
      hannilein

    129. name schrieb am 20. Juni 2009 at 11:49 - Permalink

      @128

      Dean ist noch zu jung, um Quellen bewerten und einordnen zu können.

      dann lieber doch, tanzen ;)

      http://www.myspace.com/skarabaeusberlin

    130. Kati schrieb am 20. Juni 2009 at 12:00 - Permalink

      @129: Mensch, nun lasst ihn doch. Er ist noch ganz fasziniert von der Erkenntnis, dass YouTube und Twitter keine Quellen sind.

    131. Geheimrätin schrieb am 20. Juni 2009 at 12:18 - Permalink

      Hey, Danke Name 129

      bin schon am tanzen, like it! :-)

    132. hannilein schrieb am 20. Juni 2009 at 12:23 - Permalink

      @ name, #129:

      Dean ist noch zu jung, um Quellen bewerten und einordnen zu können.

      Worauf gründet sich diese Deine Einschätzung? Ehrlich gesagt hätte ich lieber von John Dean eine klare Aussage, wie er zu seiner verklausulierten Behauptung (und nichts anderes ist es, solange er keine Fakten vorlegt) kommt, daß GFP eine “VT-Sekte” sei. Ich habe mich letztes Jahr kurzzeitig mit GFP und deren Hintergründen beschäftigt, da ich im Netz auf jemanden stieß, der ziemlich üble Sachen über den Betreiber verbreitete und werde zu gegebener Zeit dazu vielleicht mal einen Artikel schreiben.

      Danke übrigens für den Link zu “Skarabäus”: Hat mir den Morgen versüßt. (Ja, ich mag Two Tone/Bluebeat und auch Ethno ;-)

      Gruß
      hannilein

    133. hannilein schrieb am 20. Juni 2009 at 12:32 - Permalink

      @ kati, #130

      Hihihi, Broder ist Dir zu alt, Dean zu jung – was ist denn das richtige Alter für Dich? *g*

      Tja, das alte, leidige Quellenthema; ich würde Twitter, Indymedia & Co. nicht generell ausschließen wollen, denn letztendlich stellt sich doch immer nur eine Frage: Wie belastbar ist die Quelle, ist die Aussage verifizierbar? Diese Frage stellt sich m.E. aber auch, wenn Du mit den klassischen Medien “arbeitest”. Da pauschalisierst Du nach meinem Gefühl (welches mich natürlich trügen kann) gerade und ich fände es gut, wenn Du dieser Frage einen “second thought” widmen würdest.

      Gruß
      hannilein

    134. hannilein schrieb am 20. Juni 2009 at 12:45 - Permalink

      @ geheimrätin, #131

      … bin schon am tanzen, like it! :-)

      Fein, dann sind wir ja schon zwei und können zusammen eine kesse Sohle aufs Parkett legen ;-)

      Daß Du in Deinem Blog anscheinend gerne mit Sprache spielst, gefällt mir, nur würde ich Dir gerne zu Deinem “About” ein, zwei Korrekturvorschläge zukommen lassen. Die Lektorin kann halt nicht aus ihrer Haut :-D

      Gruß
      hannilein

    135. Geheimrätin schrieb am 20. Juni 2009 at 12:53 - Permalink

      Hannilein, dich schickt der Himmel! Wenn du wüsstest wie sehnlichst ich mir einen Lektor gewünscht habe!!! Also nur zu! Gib mir den Lektor!

      was die VT-Sekten betrifft, da bin ich gespannt auf deinen Artikel. Habe Gerüchte diesbezügelich auch über das worldsocialistic dingens gehört, weiss aber nicht was dran ist. Von der Mitwirkung ehemaliger VPMler bei zeitfragen haben die meisten ja sicher schon gehört

      Ich denke jede informationsquelle sollte immer von der eigenen inneren Wahrheitsinstanz geprüft werden. und unter Hinzuziehung diverser Alternativquellen selbstverständlich…

      Bin jedenfalls froh dass es Spiegelfechter u. sowas gibt

      greetz

    136. Geheimrätin schrieb am 20. Juni 2009 at 13:00 - Permalink

      sorry, poste meinen commetar nochmal, denn der wurde nicht freigeschalten obwohl ich doch vorhin problemlos posten konnte. Also wenn evtl. doppelpostings bitte löschen

      Hannilein, dich schickt der Himmel! Wenn du wüsstest wie sehnlichst ich mir einen Lektor gewünscht habe!!! Also nur zu! Gib mir den Lektor!

      was die VT-Sekten betrifft, da bin ich gespannt auf deinen Artikel. Habe Gerüchte diesbezügelich auch über das worldsocialistic dingens gehört, weiss aber nicht was dran ist. Von der Mitwirkung ehemaliger VPMler bei zeitfragen haben die meisten ja sicher schon gehört

      Ich denke jede informationsquelle sollte immer von der eigenen inneren Wahrheitsinstanz geprüft werden. und unter Hinzuziehung diverser Alternativquellen selbstverständlich?

      Bin jedenfalls froh dass es Spiegelfechter u. sowas gibt

      greetz

    137. Antenne schrieb am 20. Juni 2009 at 13:02 - Permalink

      @Hannilein, bitte mal nachsehen, mein Kommentar wurde plötzlich nicht freigeschalten

      Geheimrätin

      habs 2 mal versucht und erst unter Antenne klappt das posten wieder…

    138. Antenne schrieb am 20. Juni 2009 at 13:11 - Permalink

      poste es eben unter Antenne nochmal, falls der geheimrätliche Post doch noch aftauchen sollte, bitte löschen!

      Hannilein, dich schickt der Himmel! Wenn du wüsstest wie sehnlichst ich mir einen Lektor gewünscht habe!!! Also nur zu! Gib mir den Lektor!

      was die VT-Sekten betrifft, da bin ich gespannt auf deinen Artikel. Habe Gerüchte diesbezügelich auch über das worldsocialistic dingens gehört, weiss aber nicht was dran ist. Von der Mitwirkung ehemaliger VPMler bei zeitfragen haben die meisten ja sicher schon gehört

      Ich denke jede informationsquelle sollte immer von der eigenen inneren Wahrheitsinstanz geprüft werden. und unter Hinzuziehung diverser Alternativquellen selbstverständlich?

      Bin jedenfalls froh dass es Spiegelfechter u. sowas gibt

      greetz
      Geheimrätin

    139. Antenne schrieb am 20. Juni 2009 at 13:13 - Permalink

      nun habe ich den kommetar nochmal unter Antenne gepostet, wieder fehlanzeige, wurde nicht freigeschaltet? Wollt ihr mich verarschen ?

      langsam reichts mir, sowas passiert mir seit geraumer zeit ständig!

    140. Antenne schrieb am 20. Juni 2009 at 13:14 - Permalink

      ok, geht ja doch! Also, bitte bitte löschen, sonst buchte die mich hier bald doch noch ein ;-

    141. hannilein schrieb am 20. Juni 2009 at 13:28 - Permalink

      @ geheimrätin/antenne, #135-137

      Liebe Geheimrätin, verstehe selber noch nicht, warum Du anscheinend in der Moderation gelandet bist, da der technische Krams eigentlich die Aufgabe von Jens ist. Habe eben nachgesehen und festgestellt, daß da Beiträge von Dir zur Freischaltung anstanden und sie natürlich (inkl. Doublette) sofort freigegeben.
      Jens ist zur Zeit leider anschlußbedingt ziemlich unpäßlich (er arbeitet nur in Teilzeit von einem “Notzugang” aus), weshalb ich mal den Job mehr schlecht als recht übernehme.

      Daß Du hier anscheinend unter einem Doppelaccount antrittst, finde ich interessant, aber ich habe keine Ahnung, wie Jens das so handhabt und was dazu in seinen Benutzerbedingungen steht ;-)

      Wenn Du ein Lektorat wünschst, wende Dich doch bitte per Mail an den “Cheffe” (also Jens) – der leitet das dann an mich weiter. Mehr als das “About” mache ich aber unentgeltlich nicht, denn ich habe genug um die Ohren und übernehme solche Aufgaben nur für enge Freunde.

      Achja: Meine eigene Mailaddy beim SF ist nach über zwei Jahren auch in Arbeit, aber bis dahin möchte ich aus hoffentlich verständlichen Gründen nicht eine meiner anderen Mailaddies öffentlich preisgeben.

      Ich wünsche Dir einen schönen Samstag
      hannilein

    142. hannilein schrieb am 20. Juni 2009 at 13:36 - Permalink

      @ antenne, #139

      Was willst Du denn gelöscht haben? Es wurde von mir praktisch alles freigeschaltet (Mail fände ich in solchen Fällen sinnvoller als Doppel- oder Dreifach-Postings), da auch ich – wie Jens – für Transparenz und Offenheit bin. (Und das sagt einer, der sich hinter tausend Namen und Masken versteckt ;-)

      Da ich ja noch keine hochoffiziöse SF-Mailaddy habe, werde ich Dir gleich eine Mail von einem meiner anderen Accounts senden, damit Du Dich direkt an mich wenden kannst (remember Jens’ aktuelle Zugangsprobleme?).

      Gruß
      hannilein

    143. Antenne schrieb am 20. Juni 2009 at 13:48 - Permalink

      Liebes Hannilein
      du hast ja mit dem Lektorat angefangen, nicht ich! ;-) Und Geld hab ich leider keins, also bitte ich dich, wenn du was von mir zu lesen kriegst, mach es wie der werte Herr Geheimrat:

      “Wer die Augen offen hält, dem wird im Leben manches glücken. Doch noch besser geht es dem, der versteht, eins zuzudrücken. ”

      Merkwürdigerweise wurden in letzter Zeit Kommentare von “Geheimrätin” in diversen Blogs nicht freigeschaltet.(bzw. gingen erst gar nich durch!) Als ich dann unter Antenne postete gins.

      So auch heute hier. (bis auf den 2.Post, der mit der Wiederholung des Inhalts des ersten, der wurde dann auch auch pötzlich auf mod gestellt…..)

      Habe das schonmal erlebt unter einem anderen Namen, den ich dann eben mit meinem Titel “Geheimrätin” ausgetauscht habe…hach ja, sorry, bin heute etwas nervlich angeschlagen glaub ich..

      Wegen dem About werde ich mich gerne melden, ansonsten, Sonnenbrille auf und durch!

    144. hannilein schrieb am 20. Juni 2009 at 13:49 - Permalink

      @ geheimrätin, #136

      Sorry, hatte verschlampt, daß Du ja auch was zu GFP und “Zeitfragen” geschrieben hattest. Ja, ich habe mich mit beiden beschäftigt, da auch mir natürlich die bekannten Gerüchte zu Ohren gekommen sind. Ich möchte mich aber – so Zeit vorhanden – gerne noch näher mit denen beschäftigen, da dort ja auch diverse “renommierte” Autoren publizieren und ich somit nicht einfach sagen kann: “Rechte Spinner/Psychosekte, danke, das war’s!”

      Es ist schwer, im Informationsdschungel den Überblick zu behalten, aber wem sag ich das ;-)

      Gruß
      hannilein

    145. Antenne schrieb am 20. Juni 2009 at 13:57 - Permalink

      so ist es Hannlein, und wie es rechte Spinner gibt so auch Linke, manchmal findet man auch beide Aspekte in einer Person, die ab und an sogar noch renomiert ist und manchesmal sogar auch noch ein Recht hat, während sie einenem ein anderes mal dann wieder Sand in die Augen streut und das bewusst;-)

    146. aquadraht schrieb am 20. Juni 2009 at 14:08 - Permalink

      @125 Karl-heinrich: Ich finde die Aufforderung zum Klosetttieftauchen in der achgut-Kloake eine Frechheit. Ich muss nicht an jedem Klo riechen, um zu wissen, was Scheisse ist. Wenn Du durch einen unwahrscheinlichen Zufall bei Broder ein Argument gefunden hast, teile es bitte mit. Bei allem Dissens hat Dein Wort mehr Gewicht als die Fäkalien aus Broders Abtritt.

    147. hannilein schrieb am 20. Juni 2009 at 14:10 - Permalink

      @ antenne, 142 + 144

      Auch dazu bekommst Du Post von mir, da ich derlei nicht unbedingt für den Gegenstand “öffentlicher Diskussion” halte, auch wenn diese Art von “Privatdiskurs” sicherlich ein paar Leser ansprechen und auch Transparenz aufzeigen dürfte ;-)

      Gruß
      hannilein

      P.s.: Erste Post hast Du schon von mir bekommen :-D

    148. Kati schrieb am 20. Juni 2009 at 15:26 - Permalink

      Sooo meinte ich das auch wieder nicht. :) Und J. Dean ist, glaube ich, so jung und unerfahren gar nicht (weswegen ich seine Überraschung über die Unzuverlässigkeit von Twitter etwas überraschend fand) und Broder leidet hauptsächlich an geistiger Vergreisung und das schon seit mehr als 10 Jahren. Hat nix mit’m Alter zu tun bei ihm.

      Aber zum Thema: Ich hatte schon den “Edit”-Button gesucht, Scripte zugelassen und so, aber der FF3 zeigt mal wieder keinen und dann habe ich mich “versurft” und nicht mehr dran gedacht. Eigentlich hätte da stehen müssen: “…keine zuverlässige Quelle…”.

      und mit unzuverlässig ist nicht falsch gemeint. Bis es andere Hinweise oder Beweise gibt, ist es einfach nur ein unbestätigtes Gerücht von unbekannten Personen.

      Viele Grüße, K.

    149. Kati schrieb am 20. Juni 2009 at 15:29 - Permalink

      Der Kommentar ging @n Hannilein (#133)

    150. Horscht schrieb am 20. Juni 2009 at 15:41 - Permalink

      Ein Broder-Zitat generiert hier 15 Broder-Verweise?

      PS: Jetzt 17 :–)

    151. hannilein schrieb am 20. Juni 2009 at 15:45 - Permalink

      @ Kati, #147 + 148

      Daß Dein Kommentar vor allem mir galt ist schon klar ;-)

      Schön, daß Du das doch auch nicht so am Alter festmachst. Auch ich halte Dean nicht für so einen “Jungspund”, denn er weiß imo recht genau, was er kommuniziert, weshalb ich eben gerne von ihm Auskunft hätte. Daß Broder trotz erwiesener Eloquenz eigentlich eher peinlich ist (ich habe ihm anderswo schon Härteres vorgeworfen), darüber müssen wir uns wohl nicht verständigen. Ich respektiere ihn ob seiner Beredsamkeit und seines Engagements, aber ich mag ihn nicht und halte einige seiner Ansichten für falsch bis kriminell.

      Was das “edit” anbetrifft: Soll ich da was für Dich ändern? WordPress gibt nämlich m.W. nicht soviel her und es bleibt damit wohl an Jens oder mir hängen, die Sachen glattzustellen.

      Liebe Grüße
      hannilein

    152. Kati schrieb am 20. Juni 2009 at 16:41 - Permalink

      @Hannilein:

      Nee, nicht nötig, glaube ich. Erhöht den Schwierigkeitsgrad für flüchtige Leser :) Ich glaube auch, das liegt eher an meinen FF-Einstellungen, weil ich bei manchen Blogs nicht mal die Kommentare lesen kann – irgendwas muss ich verpfuscht haben. … ooooder die stümpern schon mit ihren Zensurlisten rum und machen uns das Internet kaputt. ;)

      Mich würde jetzt allerdings auch interessieren, ob Dean fundiertere Informationen hat, als seine lapidar dahingeworfene Frage erkennen lässt, weil mir die Seite zwar nicht gerade links-alternativ erscheint, aber durchaus fundierte Texte da zu lesen sind. Und überhaupt – rechts? Kommt mir nicht so vor, aber ich warte erst mal, bis Dean seine Infos rauslässt.

      LG, Kati

    153. Gebintit schrieb am 20. Juni 2009 at 17:03 - Permalink

      Etwas OT, aber zu der Diskussion um Browser und Blogs:
      ich schätze da ein Feature von Google-Chrome ( http://code.google.com/intl/de-DE/chromium/ ) sehr, das ich von anderen Browsern nicht kenne: Es lassen sich damit alle Formular-Eingabefenster größer ziehen. Dazu muss man nur auf die Fenster-Ecke rechts unten gehen und mit gedrückter Maustaste kann man dann das Fenster vergrößern. Das erleichtert die Eingabe längerer Texte enorm. Kennt jemand ein FF-Plugin, das dem FF diese Fähigkeit verleiht?

    154. Kati schrieb am 20. Juni 2009 at 17:42 - Permalink

      @Gebintit: Dafür gibt’s beim FF eine Erweiterung:

      http://www.erweiterungen.de/detail/Resizeable_Textarea/03e748072d0e0b37b83a4f1aca074fdf

      Auch ganz nützlich: http://www.erweiterungen.de/detail/BBCode/03e748072d0e0b37b83a4f1aca074fdf (ich vergess’ nur immer, was ich wo benutzen kann…).

    155. Gebintit schrieb am 20. Juni 2009 at 19:06 - Permalink

      @Kati
      Schon installiert, funktioniert klasse! Vielen Dank!
      Auch das zweite Add-On ist klasse!

    156. Kati schrieb am 20. Juni 2009 at 19:15 - Permalink

      Gerne! :)

      Gruß, K.

    157. Blockpartei schrieb am 20. Juni 2009 at 19:36 - Permalink

      Sinnloses Gechatte! Kaum sind Frauen am Werk, werden hier themenfremde Befindlichkeiten ausgetauscht. Allerhand!

    158. Kati schrieb am 20. Juni 2009 at 20:00 - Permalink

      He, das Thema ist “Information overkill”. Wir sind voll on topic!

      ;)

      Nee, stimmt schon, sorry.

      Um nicht wieder off topic zu sein, hier ein Link zum Thema, ein Interview von Al Jazeera English mit einer iranischen Bloggerin, die auch twittert:

      Al Jazeera English – Focus – Q&A: Tweeting from Tehran
      http://english.aljazeera.net/focus/2009/06/2009620111022959219.html

    159. Blockpartei schrieb am 20. Juni 2009 at 22:31 - Permalink

      ;)

    160. Gebintit schrieb am 20. Juni 2009 at 22:47 - Permalink

      Da ich dank Kati meinen FF aufgerüstet habe möchte ich zum Thema “Information-Overkill” auch nochmals beitragen ;). Interessant ist, z.B., was das Handelsblatt zum Thema Bassidschi schreibt:

      Die paramilitärischen Milizen der ?Bassidschi? zählen mehr als zwölf Millionen Mitglieder. Sie sind der freiwillige Arm der Revolutionsgarden. Ihre zentrale Aufgabe ist es, gegen Oppositionelle vorzugehen. Die ?Bassidschi? tragen oft Zivilkleidung und Helm. Gelegentlich sind sie mit Stöcken bewaffnet. In den vergangenen Tagen patrouillierten sie durch Teheran, stoppten Autos und knüppelten Demonstranten nieder.

      Bei rund 73 Millionen Einwohnern (Volkszählung 2006) wäre das eine gewaltige Zahl (rund 6% der Bev. !) an Paramilitärs auf die sich MA und die anderen Konservativen stützen können. Hinzu kommen 120 000 Revolutionsgarden, Polizei, etc. . Ein Umsturz durch Gewalt ist also genau so unwahrscheinlich wie ein Umsturz durch Wahlen in dieser “religiösen Demokratie”. Da aber das Märtyrertum im Iran so hoch angesehen ist, wird es sicher in den nächsten Tagen noch viele Tote geben.
      Das Al Jazeera-Interview habe ich gelesen. Richtig ist, dass der Wandel im Iran seine Zeit braucht. Sicher ist aber auch, dass viele junge Leute nach den Geschehnissen der letzten Tage in die innere oder äußere Emigration flüchten werden. Es ist auch zu befürchten, dass das Regime die Daumenschrauben noch mehr anzieht und die Freiheiten weiter beschränkt. Das wird sich auch wirtschaftlich negativ auswirken, die Abhängigkeit von den Einnahmen aus den Bodenschätzen wird zunehmen, die Profite daraus zunehmend den Regime-Treuen zufließen, die “Ausnutzung” des Humankapitals wird dagegen unter der Intellektuellen-Repression leiden.

    161. markus schrieb am 20. Juni 2009 at 23:34 - Permalink

      @ gebintit

      die flucht in innere und äußere immigration hat doch schon stattgefunden. die äußere idr schon um 79, aus der Zeit stammen zumindest alle migrantengeschichten aus meinem umfeld. mit der aktuellen repressionswelle könnte natürlich auch die zahl der ausreise”willigen” wieder steigen.
      die innere immigration lässt sich vieleicht am besten am drogenkonsum der iranischen Jugend ablesen. valides zahlenmaterial habe ich gerade nicht zur hand, daher nenne ich lieber gar keine zahlen. fest steht jedoch, dass sich opium dort zu einer volksdroge entwickelt hat und es gerade unter den jungen menschen eine hohe zahl von abhängigen gibt.

    162. OAlexander schrieb am 21. Juni 2009 at 07:06 - Permalink

      @ Horscht – 19. Juni 2009 um 21:41

      @OAlexander:
      http://www.spiegelfechter.com/wordpress/517/israelkritik-verboten#comment-39918
      zur Erinnerung: A bisserl rechts issa scho, gell.

      Das Vollzitat von mir dort lautet:

      Ich bin der festen Überzeugung, dass die Bundesrepublik Deutschland den Zuzug von allen Ausländern, auch von solchen mit etwaigen bestehenden Familienbeziehungen in Deutschland, unterbinden sollte, welcher geeignet ist den deutsch-christlichen Charakter unseres Landes zu gefährden.

      Sinnentsprechend ist das die offizielle Politik des Staates Israel. Wenn man das so in Deutschland zu offiziellen Politik machen würde, gäbe es einen weltweiten Aufstand.

      Was dein Verweis auf dieses Zitat im Kontext hier soll, erschliesst sich mir nicht.

    163. markus schrieb am 21. Juni 2009 at 11:02 - Permalink

      mal btt … manche medien scheinen hier mitzulesen oder haben doch den schuss gehört ;)

      in einem aktuellen artikel der SZ wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich beim verwendeten Bild um twittercontent handelt.
      Insgesamt muss ich die “medien” in diesem Konflikt auch etwas in Schutz nehmen. Die Berichterstattung wirkt deutlich objektiver als z.B. im Georgienkrieg. damals wurde russland ja sehr schnell vorverurteilt und massive manipulation betrieben ( man erinnere sich nur an das aus “redaktionellen Gründen” gekürzte Interview mit Putin)
      im fall Iran, hat man sich erstaunlicherweise recht artig zurückgehalten und beim Thema Wahlfälschungen brav den Konjuktiv genutzt. Letzteres halte ich auch für richtig, solange es keine handfesten Beweise gibt, die den Verdacht erhärten.

      http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/politik/314/472835/text/

    164. Gebintit schrieb am 21. Juni 2009 at 12:09 - Permalink

      Nachtrag (Berichtigung) zu meinem Kommentar #160

      12 Millionen Paramilitärs bei 73 Millionen Einwohner sind natürlich mehr als 6 Prozent. Es wären über 16 Prozent. Das kann ich kaum glauben, in bestimmten Altersgruppen (Jugendliche, junge Erwachsene) müsste mind. jeder Dritte oder so dieser Gruppe angehören. Die vom Handelsblatt genannte Zahl erscheint mir nicht ganz glaubhaft. Weitere Zahlen aus dem Net:

      11 Millionen (März 2005), laut Kommandeur M. Hejazi, Quelle: Forenartikel nach Auslandsjournal
      “Sie zählen im harten Kern rund 90 000, insgesamt aber bis zu einer Million Mitglieder.” Welt
      “Nach offiziellen Angaben zählt die Basidji heute 12,5 Millionen Mitglieder, darunter fünf Millionen Frauen. Westliche Schätzungen belaufen sich auf etwa eine Million.” DiePresse.com
      “Die staatliche Nachrichtenagentur IRNA bezifferte die Anzahl der Basidsch anlässlich eines Besuches von Revolutionsführer Ali Chamenei am 26. November 2007 mit 12,5 Millionen, darunter 5 Millionen Frauen. Eine Studie aus dem Jahre 2005 des Center for Strategic and International Studies in Washington, beschreibt 90.000 aktive ?Vollzeit?-Basidsch, 300.000 Reservisten sowie die Möglichkeit, bis zu einer Million zu mobilisieren.” Wikipedia

      Die 12 Millionen sind also vermutlich Propaganda, die tatsächliche Anzahl wohl um Faktor 10 kleiner. Einen Eindruck von den Basidschi gibt diese Auslandreportage ZDF – Basidschi.

    165. Horscht schrieb am 21. Juni 2009 at 12:41 - Permalink

      @Alexander:
      Nun, wer, wie du, stramm rechts ist kann schon mal mit einem aneinandergeraten, der von dir möglicherweise nach Hause geschickt werden würde, wenn du könntest wie du wolltest.
      Zumal, seien wir ehrlich, die beiden Vorwürfe nicht schwerwiegend waren, Dummheit bspw. darf und muss oft unterstellt werden und das andere Kampfwort ist semantisch so unscharf, dass zumindest einige hierin keine Invektive entdecken können.
      Wer hart austeilt sollte auch einstecken können.

    166. baghali schrieb am 21. Juni 2009 at 14:32 - Permalink

      Dass das iranische Volk Freiheit und Gerechtigkeit will und braucht ist unumstritten. Die Frage ist nur zu welchen Preis. Shah-Anhänger die sich bei türkistan-now tummeln, wünschen sich nur so schnell wie möglich ein Systemwechsel herbei. Die Frage ist nur zu welchem Preis. Zu dem Preis von 79, als man die Menschen aufgrund ihren guten Glaubens hatte ausnutzen können, und mit schneller Hilfe der Engländer einen Ersatz brachte. Diesmal darf das iranische Volk nicht so naiv wie 1979 sein. Freiheit kommt nur von innen, und das auch nur langsam, es ist ein langer schwieriger Prozess. Der Iran ist nicht bereit für eine Revolution oder ein Systemwechsel. Auch ist es ein ungünstiger Zeitpunkt dafür. Der Westen würde noch mehr seine Hände ins Spiel setzen, ungeachtet auf das iranische Volk. Die Demonstrationen und Protest sind gut, diesmal ist das Regime für mehr Reformen gezwungen. Das Volk muss nur kapieren, das alles eine große Farce ist und das hinter Moussavi, ganz andere Mächte stehen. Rafsanjani und der Westen verstehen sich Prima. Der Iran wird mit Hilfe von Mojahedin Leuten destabilisiert. Manche Iraner sind so dumm und verstehen einfach nicht, dass der Westen mit allen Akteueren zusammenarbeitet, verhandelt und sich das beste nimmt um zu profitieren. Diese “gutgläubigkeit” von Iranern gegenüber den Westen, die ihnen glauben lässt, das hier im Westen Demokratie oder Freiheit herrschen würde, ist ein weiterer Beweis wie naiv die Menschen noch auf dieser Erde sind, und die wahre Politik nicht verstanden haben. Ein weiteres Problem von den Webbloggern der kritischen Seite wie der eines Freeman oder Spiegelfecht ist, dass sie Ahmadinejad zu sehr als guten Menschen sehen, auch dieser gehört natürlich gewissen Machenschaften an und ist bei weitem kein Mensch der einer Familie angehört, dessen Sohn man als Schwiegersohn hätte haben wollen. Das Ahmadi-Lager ist auch korrupt aber arbeitet auf einer anderen Art und Weise. Momentan ist es der kleinere Übel im Iran. Und darum geht es, dies zu unterscheiden! Wir brauchen keinen Moussavi mit seiner “grünen Revolution” der tief im Arsch eines Landesverräters wie Rafsanjani stitzt um damit “westliche” Werte, oder Demokratie zu bekommen. Der Iran braucht iranische Werte, eine iranische Demokratie. Und nicht alle Iraner im Iran wollen eine Abschaffung der islamischen Republik, für die Iraner spielt die Religion und die moralischen Werte immer noch eine hohe Bedeutung. Natürlich gibt es unterschiedliche Meinung, der eine ist für ein säkulares System, der andere für eine Theokratie usw… Nimmt diese “bache susul”, die Exil-Iraner die im Aussland sind, nicht ernst, sie sind keine Repräsentanten des iranischen Volkes. Der Iran versucht mit der Achse der SCO einen Gegenpart zum Westen zu stabilisieren. Die Menschen sind geblendet vom Westen, und sehen nicht welch negative Energie sich vom Zionismus verbreitet. Ahmadinejads Wirtschaftspolitik ist zu kritisieren und in keinster Weise zu tolerieren, aber der Westen ist genau so eine Diktatur mit eingeschränkter Freiheit, nur mit besserer Wirtschaft. Die Menschen erkennen das nicht, und die Iraner müssen verstehen, dass sie in dem größeren Gefängniss sitzen als die Europäer, und sich aufgrund der aktuellen weltpolitischen Situation nur langsam in ein kleineres begehen dürfen. Klug vorran gehen und nicht nochmal voreilig einen Fehler wie damals machen.

      http://www.aussenpolitikforum.net

      Man verhaftet im Iran, Anhänger des Rafsanjani Lagers. Man säubert sozusagen seinen innenpolitischen Feind aus. Einige flüchten sogar ins Ausland. Für den Westen wird es demnach immer schwieriger im Iran Einfluss zu nehmen. Fals die Proteste im Iran sich nicht durchsetzen, dann wird man auf vieles verzichten müssen, wenn man demnächst mit dem Ahmadi-Lager verhandelt. Wie sich die Lage für das Volk verbessern wird, ist abzuwarten, noch mehr Inflation und schlechte Wirtschaftspolitik dürfen sie nicht zulassen.

    167. OAlexander schrieb am 21. Juni 2009 at 14:53 - Permalink

      @ Horscht am 21. Juni 2009 um 12:41

      Mit meinem Kommentar (s. # 162) wollte ich an jener Stelle ausführen, wie sich die offizielle israelische Politik auf deutsch lesen würde – ohne das zu verbalisieren. Meine persönliche Meinung ist das wirklich nicht. Der Reaktion nach, nehme ich mal an die meisten haben das geschnallt. Du scheinbar nicht. Und gerade DU solltest daher niemanden Dummheit unterstellen – und mich auch nicht als “stramm rechts” bezeichnen.

      Dass das andere “Kampfwort” – nennen wir es beim Namen: “Faschist” – angeblich “semantisch so unscharf [ist], dass zumindest einige hierin keine Invektive entdecken können.” scheint bezeichnend für die geistige Welt zu sein, in der Du Dich bewegst, eine Welt in der die Worte offensichtlich nicht mehr die Bedeutung haben die sie für den Rest haben.

      Dein Beitrag strotzt vor Unverschämtheit. Trotz der linkischen Formulierung stellt er nichts anderes als eine Wiederholung der persönlichen Beleidigung von “Parsa Kakashanian” (#65) dar.

    168. Horscht schrieb am 21. Juni 2009 at 16:36 - Permalink

      Abschliessend für mich, lieber OAlexander, drei Anmerkungen:
      - Das Werturteil Deine Person betreffend ist nicht übernommen worden, wird auch nicht geteilt; Mutmassungen führen schnell zu Projektionen und sind deshalb dosiert zu verwenden.
      - Dieses Werturteil ist nur dann justiziabel, wenn es unbegründet vorgetragen wird, ansonsten ist es zulässige Meinungsäusserung. Davon unabhängig kann der geschätzte Blogmaster und Journalist hier natürlich machen was er will, no prob.
      - Wer mit pointierten Äusserungen in Erscheinung tritt muss mit harter Kritik rechnen, sollte diese m.E. dann auch locker einstecken können. Beispiel: Wer sich dem Vorschlag A. anschliesst die jüdische Bevölkerung nach Europa umzusiedeln, muss damit rechnen bspw. als antisemitisch gekennzeichnet zu werden.

      Also, mach Dich mal locker, ist ja gut, dass Du Dich vom Zitat distanzierst, der Rest ist Debattenkultur und da kann man eben dieser oder jener Meinung sein, was man braucht bekommt man aucht. ;–)

    169. OAlexander schrieb am 21. Juni 2009 at 17:24 - Permalink

      @ Horscht

      Ein Antisemiti wäre für die Überführung der Juden nach der Mongolei oder so wo, aber bestimmt nicht nach Europa, oder?

      Ansonsten, Friede Freude Eierkuchen. Einstweilen. ;)

    170. Horscht schrieb am 21. Juni 2009 at 18:11 - Permalink

      Letztlich wissen nur Antisemiten wofür sie sind.

      So, muss jetzt aber wirkllich wieder auf den Acker, Ohren steif halten, H.

    171. momen schrieb am 23. Juni 2009 at 02:30 - Permalink

      - opel gerettet
      - wirtschaftskriese zu ende
      - afghanistan-einsatz fast vorbei
      - zahl der arbeitslosen sinkt
      - merkel wieder bei sinnen

      danke musawi :)

    172. salvo schrieb am 23. Juni 2009 at 10:21 - Permalink

      sehr gute Medienkritik

      Iran: Die Medienrevolution

      “Da gibt es zum einen Bilder von Polizisten, die vorsichtig und in spürbarer Sympathie die Demonstranten aller Alters- und Bevölkerungsschichten gewähren lassen, es gibt aber auch Bilder wie das der am gestrigen Samstag vor laufender Kamera erschossenen jungen Frau namens Neda, die bereits zur Ikone der Protestbewegung stilisiert wird. Das sind furchtbare und verstörende Bilder. Eine junge Frau wird auf offener Straße erschossen, laut Berichten ist einer der beiden Männer, die sie auffangen, ihr Vater. Ein Schuss ins Herz, Onlinequellen zufolge abgefeuert von einem Mitglied der Basidji-Milizen, die bereits Mitte der 90er Jahre brutal Studentenproteste niedergeschlagen haben.

      Noch erschütternder aber als das Bild an sich ist die Reaktion der Medien darauf: Während der Muslim Markt die Szene gänzlich ignoriert, weil sie offenbar nicht genehm ist, ebenso wie alle weiteren Dokumentierungen der Proteste, schlachtet der Spiegel das Ereignis mit der schieren Lust am medienwirksamen Event aus, das Auflage und Klickzahlen in die Höhe treibt. In den Social Networks wird Neda zum Fanal der Brutalität des Regimes und zur weiteren Bestätigung der Aktionen für ? ja, für wen eigentlich?”

      http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=13933

    173. name schrieb am 23. Juni 2009 at 12:21 - Permalink

      Salvo, danke für den Link!

      Es sind die Methoden von William Hearst, die derzeit Hochkonjunktur haben, und die mit einem riesigen Aufwand, dem Image einer Revolution und dem Verkauf von Helden durchgepeitscht werden. Diese tote junge Frau, wird nachträglich noch tausendmal von denjenigen zertreten und benutzt, von denjenigen, die sonst alle soziale Bestrebungen hassen, sie verächtlich machen und gezielt ignorieren.

      Interessante Diskussionen samt polemische Anfälle von dem “Linken” mit dem Irrenbonus, und dem direkt anderen “linken” Counterpart hier:

      http://juergenelsaesser.wordpress.com/2009/06/22/iran-its-the-economy-stupid/

      http://www.trend.infopartisan.net/trd0609/t640609.html

      (es ist einfach, interessant zu lesen, mehr nicht)

      Vieles, von den ökonomischen Hintergründen, die dort benannt werden, hat Jens hier schon seit Ewigkeiten sehr genau detailliert verfolgt und dargestellt.

    174. Horscht schrieb am 23. Juni 2009 at 12:54 - Permalink

      @salvo:
      Sehr solider Kommentar, der triffts ziemlich genau.
      Hätte ich gar nicht erwartet in “so einem” Medium. :)
      LG, Horscht

    175. Gebintit schrieb am 23. Juni 2009 at 18:11 - Permalink

      “Game over!”, denkt man sich nun wohl nicht nur in der Tagesschau (23.6.09), denn die Sorge, um die vom Sicherheitsapparat niedergewalzten Protestler, ist schon der Sorge um ausgelassene Geschäfte mit dem Iran gewichen (Geschäfte auf Sparflamme). Und das Handelsblatt berichtet, dass der Iran mit westlicher Überwachungstechnik arbeitet, aber wen überrascht das schon. Ärgerlich wäre es, wenn die Chinesen das Geschäft machen würden. Schon wieder Business as usual! So schlecht finde ich unsere Medien übrigens gar nicht, es könnte schlimmer sein!

    176. COPOKA schrieb am 2. Juli 2009 at 02:11 - Permalink

      Noch eine aktuelle Zusammenfassung zu der Geschichte – ?Operation Ajax 2? und ihr Fiasko: http://www.hintergrund.de/20090626415/politik/welt/iran-das-scheitern-des-?grünen?-putsches.html

      M.E. durchaus lesenswert.


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