Wachsender Widerstand gegen die GEMA
geschrieben am 24. Juni 2009 von Spiegelfechter
Die öffentliche Petition gegen die Geschäftspraktiken der GEMA ist ein durchschlagender Erfolg
Die intransparenten Gebührenerhebungs- und Verteilungspraktiken der Rechteverwertungsgesellschaft GEMA gefährden nach Ansicht der Kritiker die kulturelle Vielfalt im Lande. Die GEMA-Richtlinien führen bereits heute oft dazu, dass viele Kleinveranstalter, die Konzerte mit Nachwuchstalenten anbieten, mehr Geld an die GEMA abführen, als sie bei diesen Veranstaltungen einnehmen. Von den GEMA-Abgaben der Kleinen profitieren derweil vor allem Rechteverwalter und Musiker, die dank ihrer hervorragenden Verkaufszahlen auf diese Quersubventionierung gar nicht angewiesen wären.
Dies hat zur Folge, dass das kulturelle Angebot ohne Not verödet, obgleich die Kultur in den Sonntagsreden der Politik doch ein unverzichtbarer Teil unserer Gesellschaft ist. Die GEMA reagiert auf dieses Problem auf ihre ganz eigene Art und Weise – sie erhöht die Abgaben für Konzertveranstalter, so dass diese sich, nach Angaben der Veranstalter, um bis zu 600% erhöhen wird. Um die Geschäftspraktiken der GEMA im Sinne der Allgemeinheit zu reformieren, hat sich nun die Wirtin und Konzertveranstalterin [extern] Monika Bestle mit einer [extern] öffentlichen Petition an den deutschen Bundestag gewendet. Gestern hat die Petition die magische Grenze von 50.000 Mitzeichnern überschritten. Der Petitionsausschuss des Bundestages wird sich nun in einer öffentlichen Ausschusssitzung mit dem Thema befassen müssen.
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Die Frage wird sein, wen das von unseren Lobbyvertretern in Berlin das Interessiert. Wenn ich mir die Gebührenpolitik der GEZ vor Augen führe, kann ich mir jetzt schon denken, was zum Schluss bei einer “Reform”herauskommt.
Wer aus unserer Hauptstadt sollte den noch soviel Realismus und Volksnähe haben, nachdem er/sie sich durch sämtliche Jugendkader oder Regionalverbände unserer Parteien ge-”a.schkrocht” ist um auf das veränderte Medienverhalten der Republik in angemessener Form zu reagieren?
Die GEMA wird in Kürze übrigens auch Gebühren auf USB-Sticks und andere Flashspeicher erheben – der GEZ kann man entgehen. Der GEMA nicht.
Dass unsere glorreiche Bundesregierung Petitionen praktisch ignoriert ist dort wohl noch nich angekommen.
Was ja nicht bedeutet, das “der Bürger” aufhören sollte die Politik mit Petitionen zu “nerven”. Soll sich ja später kein “Volksvertreter” damit herausreden können, er/sie hätte nicht gewusst das sich gegen eine Entscheidung Wiederstand geregt hätte.
An dieser Stelle sind auch die Medien gefragt, die aufgefordert sind auf Petitionen entsprechend hinzuweisen.
Ich bezweifel auch stark, dass durch eine Petition sich da irgendwas bewegen kann, habe aber dennoch mitgezeichnet.
Es profitieren einfach zu viele Lobbyisten und Beamten von den Verwaltungsgebühren, als dass man sich davon trennen möchte. Ob das ganze noch Sinn macht interessiert keinen.
@eastwood welche Medien meinst du? Die gleichgeschaltete Bande, die sich mit Frau Merkel regelmässig zum Kaffeekränzchen trifft a.k.a Madame Springer und die Mohn Sekte? Glaub ich jetzt irgendwie nicht, dass die Themen aufgreifen, die wirklich relevant wären.
Die Gema kritisiere ich schon seit Jahren, da ich selbst auch einer von den kleineren Musikern bin und unter denen (und auch den Veranstaltern) ist diese “Geschäftspraktik” schon lange bekannt, ich finde es schön, dass das Netz dafür sorgt, dass diese Diskussion mal in der Breite geführt wird. Danke dafür erst mal an alle, die sich beteiligen. Ist das vielleicht auch ein Grund, der Zensurpartei, dafür zu sorgen, dass das Netz die Klappe hält (halten muss)? Wer weiss?
Zu den Petitionen sei gesagt, die sind gut, die erzeugen Aufmerksamkeit und wenigstens ein bisschen mediales Randinteresse, also sollte man diesen Weg ruhig weitergehen. Es gibt allerdings auch Petitionen, die gar nicht erst zu gelassen werden, weil ihr Inhalt und die Diskussion darüber unerwünscht ist. Beispiel gefällig? http://tinyurl.com/phaxaq die Petition würde auch meine Großmutter unterzeichnen.
Dass die GEMA an Rohlingen und Brennern mitverdient, wusste ich schon. Das meiste Andere ist mir neu. Wie ist die Gema denn organisiert? “Muss” jeder Musiker ihr beitreten? Muss man Gebühren für Konzerte zahlen, auch wenn man nicht Mitglied ist und nicht geschützte Lieder singt? Sind dort nur “Deutsche” organisiert?
OT:
Erinnert an den Grünen Punkt ;)
SF, hast du mal nen Artikel über den Grünen Punkt geschieben? Würde mich interessieren.
@Kalle wenn dich das Thema interessiert, darüber könnte ich dir Romane erzählen (hab bloß leider grade nicht so viel Zeit) ich bin als Veranstalter und als Musiker von dem Gema Umverteilungssystem betroffen aber gute Beiträge zu dieser Bande gibts hier:
http://guitarrockblog.blogspot.com/2009/04/youtube-vs-gema-oder-die-neuen-sklaven.html
oder hier
http://magnetic-music.com/aktion/sklaven-der-gema.html
und wen wunderts, dass die Gema sich weigert das Urheberrecht von Leuten zu schützen die unter Creative Commons veröffentlichen?
Eher wahnsinnige Systeme wie die GEZ-Geschichte oder die GEMA sind zu Zeiten der Globalisierung, Stichwort Internet, neuen Herausforderungen gestellt.
Hier müssen sie dann ihr wahres Gesicht zeigen, wollen sie nicht den neuen Gegebenheiten zum Opfer fallen.
Wusste gar nicht, dass die GEMA schon so weit pathologisiert ist, danke für diesen Artikel!
Transparenz ist das Zauberwort. Als langjähriger Musiker habe ich allen Grund gehabt, mich mit der Gema auseinanderzusetzen. Von 10 EUR, die ein Veranstalter ausgeben muss, wenn er einen GEMA-Künstler engagiert, kommen, wenn es gut geht 50 Cent nach 2 Jahren beim Künstler an. Die GEMA ist ein aufgeblasener, völlig undurchschaubarer Moloch, der ähnlich einem Schnellballsystem von unten nach oben die Gelder anhand total grotesker Bewertungsformeln verteilt. Urheberrechtsschutz ist eine wichtige Angelegenheit, aber ob ein Monstrum wie die GEMA hierfür die richtige Institution ist, darf getrost angezweifelt werden.
solange sich gemamitgliedschaft und creative commons lebenslang ausschließen, kann ich die gema als gangbaren weg nicht ernst nehmen. egal wie ehrenhaft ich ihre geschichte finde, das modell ist für die heutige zeit völlig untauglich.
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