Bild: Im Namen des Volkes gegen dessen Interessen
geschrieben am 08. April 2011 von Spiegelfechter
Das Mysterium „Bild“ beschäftigte schon Generationen von Medienkritikern, auch die Nachdenkseiten haben ihre Kampagnen gegen den Sozialstaat, gegen Transfer-Empfänger und Minderheiten analysiert. Nun haben sich auch Hans-Jürgen Arlt und Wolfgang Storz im Auftrag der Otto-Brenner-Stiftung (OBS) an die Aufgabe herangewagt, Deutschlands größte Tageszeitungzu analysieren. In ihrer Studie »Drucksache „Bild“ – Eine Marke und ihre Mägde« gelingt es den beiden Autoren, die Bild ein Stück weit zu entmystifizieren und einen Blick auf einige ihrer Wirkmechanismen zu werfen. Auch wenn noch viele Fragen offen bleiben, so stellt die aktuelle OBS-Studie eine wertvolle Hilfe für all diejenigen dar, die sich ein genaueres Bild von der Bild machen wollen.
Wer würde der Aussage widersprechen, dass die Bild-Zeitung das am stärksten polarisierende Medium der Republik ist? Wahrscheinlich niemand – und genau in der Polarisierung besteht der große Erfolg der Bild-Zeitung. Doch streng genommen ist diese Aussage falsch – zum Polarisieren gehört nämlich nicht nur eine große Gegnerschaft, sondern auch eine große Anhängerschaft. Die Bild ist zwar Deutschlands auflagenstärkste Tageszeitung, öffentlich bekennende Anhänger sind jedoch eher Mangelware. Bild stützt sich vielmehr auf eine von ihr selbst ernannte „schweigende Mehrheit“.
Die wohl überraschendste These des Medienwissenschaftlers Hans-Jürgen Arlt und des Publizisten Wolfgang Storz ist, dass es sich bei der Bild gar nicht um ein journalistisches Produkt handelt. Um journalistischen Mindeststandards zu genügen, müsste die Bild nicht nur journalistisch arbeiten, sondern zunächst einmal überhaupt den Vorsatz haben, den Leser zu informieren. Das ist bei der Bild aber gerade nicht der Fall. Die Bild bildet die Realität nicht ab, sie versucht die Wirklichkeit nach ihrer Weltsicht zu formen, und wenn ihr das nicht gelingt, beschreibt sie eben eine Scheinrealität. Was nicht in das Raster der Bild-Meinung passt, wird ignoriert. Statements werden nicht rezipiert, sondern selbst produziert. Diese Charakterisierung mag in abgeschwächter Form auf viele Medien zutreffen, in einer derartigen Konzentration ist sie jedoch nur bei der Bild-Zeitung zu finden. Die Bild ist demnach eher ein PR-Organ in eigener Mission, nicht „Fakt“, sondern „Fiktion“. Der fehlende Wahrheitsanspruch und die mangelnde Übereinstimmung mit der Realität werden dabei nicht nur billigend in Kauf genommen, sondern sind geradezu Grundpfeiler der Blatt-Strategie.
Die „Pleite-Griechen“-Kampagne
Um die Methodik der Bild-Zeitung zu sezieren, untersuchten Arlt und Storz exemplarisch die Bild-Berichterstattung während der Euro- und Griechenland-Krise. In den Monaten März bis Mai 2010 erzählte die Bild-Zeitung ihren Lesern eine von Anfang an „durchgestylte“, dramaturgisch aufbereitete Fiktion, die mit der Realität nur ansatzweise etwas zu tun hatte und mit ökonomischer Rationalität schon gar nicht, die aber wegen ihrer emotionalen Stilblüten nationales Interesse hervorrief. Das Drehbuch war denkbar einfach, von Stereotypen durchzogen und appellierte dabei nicht nur an altbekannte Ressentiments, sondern auch an niedrigste Instinkte.
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Zu Beginn meines Studiums trampte ich ziemlich viel quer durch die Republik. Und unterhielt mich dabei mit unterschiedlichsten Leuten: Soldaten, Vertretern, Lastwagenfahrern. Wer halt so durch die Lande zuckelt und gerne ein wenig Zerstreuung am Straßenrand aufsammelt. Fast alle hatten eine Bild auf der Rückbank liegen, fast alle machten früher oder später einen Spruch: “Schau mal, was ich mir hier für einen Dreck gekauft habe!” Die Leute wussten also sehr wohl die Qualität diese Druckerzeugnisses einzuordnen, allerdings zogen sie eigenartige Schlüsse daraus: Nicht, dass sie die Bild künftig nicht mehr kaufen würden, sondern “Die Bild ist schlechter Journalismus – Die Bild ist auch nicht anders als andere Medien – Irgendeine Form von Journalismus muss man ja kaufen, um mitreden zu können – Also kaufe ich zähneknirschend weiter die Bild.”
Bild ist ursächlich mit dafür verantwortlich, dass die Leute meinen Berufsstand verachten. Deswegen bin ich ihr am allerbösesten, nicht weil sie eine andere politische Meinung vertreten als ich.
Die Bild hat doch nichts gegen Zahnwaerter
Ein Hoch auf die Deutsche Liedkunst.
Musste auch spontan an DÄ denken.
Gut, dass es diese Studie gibt, aber schade, dass diese Aufklärungsarbeit immer wieder von vorne beginnen muss. Wallraff hat schon in den Siebzigern ausführlichst dargelegt, um was für eine Scheiß-Zeitung, produziert von Kriminellen, es sich hier handelt. Das war damals auch ein größeres Thema, wenn ich nicht irre. Es gab Diskussionsrunden im TV dazu und es war als halbwegs gebildeter Mensch schlicht rufschädigend, sich mit der Bild erwischen zu lassen.
Dreißig Jahre später ist diese Zeitung allgemein anerkannt. Und selbst jemand wie Gregor Gysi macht für sie Werbung.
Andererseits ist Bild Abbild der Gesellschaft. Die Anti-Griechen-Kampagne ist auf einem ähnlichen Level angesiedelt wie die Anti-Arme-Menschen-Kampagne von Westerwelle vom vergangenen Jahr. Der war immerhin Vizekanzler.
Diese Schoiße gab’s schon immer und wird es immer geben.
“Iss alles Psychologie” ;-)
Hmm, das würde ich diesem Artikel aber auch vorwerfen. Hätte wesentlich mehr Beispiele vertragen können.
Besonders im Griechenland-Teil. Das wird nur erwähnt, dass “wir uns unsere” Hilfe verzinsen lassen. Da wird nicht erwähnt, dass “wir” das doppelte an Zinsen weitergegeben haben, das wir selbst zahlen müssen. Im Lichte des zu erwartenden Schuldenschnitts erscheinen die Hilfen dann auch wieder anders.
Argumente gegen all diese Punkte werden nichtmal im Nebensatz erwähnt. Mir ist zum Beispiel immer noch nicht klar, welchen Einfluss die Finanzkrise, die Wirtschaftskrise, die Ratingargenturen, das innereuropäische Wirtschaftsungleichgewicht und die “Korruptheit und Ausgabefreude” der Griechen in Relation zueinander auf die Schuldenkrise der Griechen hatten. So ist klar, dass die Erklärung der Bild zu simpel ist, aber ist sie tatsächlich grundlegend falsch oder ignoriert sie einfach Tatsachen, die < 10% Beitrag am Gesamtzustand hatten?
Davon abgesehen ;) : Ich finde die Entwicklung anderer Medien erschreckend. Dass die Bild bei "seriösen" Medien seit einiger Zeit als zitierbare Quelle gilt…*kopfschüttel*
Dass ihre Leser sie selbst nicht ernst nehemen sollen, ist mir allerdings neu. Zumindest ein kleiner Hoffnungsschimmer.
Sicher, dann wäre der Artikel aber schon fast im Buch-Format und würde den Rahmen sprengen. Außerdem geht es im Artikel um die OBS-Studie und nicht um eine Generalabrechnung mit der Bild.
Natürlich nicht, ich setzte mal ganz einfach voraus, dass die Leser dies wissen.
Das zu erläutern, gehört sicher nicht in einen Artikel über die Bild.
Doch, es werden im Text einerseits Fakten und der Einfluss der Spekulanten dargestellt (S. 13-15) und mehrfach auch auf die vereinfachte Darstellung à la “die Griechen” und “wir (tollen, fleißigen, sparsamen) Deutschen” hingewiesen (z.B. S. 17).
Außerdem wird offengelegt, wie BILD kampagnenartig alleine “die Griechen” als die Schuldigen hinstellt, dem aber selbst (am Rande, natürlich ohne klare Herstellung eines Zusammenhangs) in einem Beitrag widerspricht, wo die Spekulanten dann doch als die “Sünder” dargestellt werden (finde die Stelle gerade nicht).
Ganz abgesehen davon, geht es ja auch darum, wie die Vorwürfe (ob nun berechtigt oder nicht) anhand absurdester Zusammenhänge hergestellt werden.
Jaja, der Mensch “in seiner Psyche erwischt”: Wie mit anderen Worten beschrieben: Die B*** holt sehr viele Menschen dort ab, wo sie stehen! Und zeichnet eine “Wirklichkeit” wie sehr viele Menschen sie (träumen) gerne hätten …
Gottseidank nimmt die Auflage ab … aber es gibt ja noch das Online-Medium und die Nachahmer wie Express, B.Z., sowie die Vorbilder – z. B. die MoPo, älter als B*** – usw.
Also: Alles normal??
Ein anderer Punkt wäre noch, dass viele Menschen Bild kaufen und lesen, um ihre eigenen kleingeistigen Vourteile und Ressentiments gedruckt bestätigt zu kommen.
Leider Full ACK. So sinnse!
“… kein einziges Mal erwähnt, dass es sich bei den „Griechenland-Hilfen“ der EU nicht um ein Geschenk, sondern um Kredite handelt, die – ordentlich verzinst – auch wieder zurückgezahlt werden müssen”
Theoretisch schon. Werden sie aber nicht. Wetten, dass es weitere für uns sehr teure Erleichterungen (eine Laufzeitstreckung von 3 auf 7 1/2 Jahre gab es ja bereits) und auch einen Schuldenschnitt geben wird? Da fällt mir ein, von der letzten Wette fehlt mir noch der Gewinn :)
Als naiver junger Kerl dachte ich immer, dass doch wohl keiner so blöd ist, diesen Käse ernst zu nehmen.
Als ich dann durch Arbeit / Studium mit mehr unterschiedlichen Menschen in Kontakt kam, merkte ich, dass es eine doch nicht kleine Gruppe von Menschen gibt, die diesen Schwachsinn für bare Münze nehmen und die Meinung sogar aneignen. (Sinngemäß: “Die Bild ist zwar Mist, aber recht haben die schon”.)
Viele informieren sich morgens über bild.de und posaunen die neuesten Weisheiten dann ungefiltert in die Gegend, wodurch wieder andere Leichtgläubige beeinflusst werden usw. usw. Das Problem ist einfach die Unwissenheit / das Desinteresse vieler Leute, vor allem auch über Zusammenhänge.
Wenn man es einfach vorgesetzt bekommt, kann man es auch einfach weitergeben und glaubt es verstanden zu haben. Diese Mund-zu-Mund-Propagande trägt viel mehr zur “Meinungsbildung” bei, als man es an sinkenden Verkaufszahlen (welche wohl hauptsächlich wegen der Internetpräsenz sinken) ablesen könnte.
Das verwirrt: Der Bild wird zwar weder ihr Inhalt, noch ihr Anspruch auf den Status eines Leitmediums abgekauft, aber solange die Bild sich selber als eben solches Leitmedium zelebriert, wird sie noch als solche wahrgenommen.
Trotz erschreckender Auflagenzahl habe ich im persönlichen Umfeld noch keinerlei Scheu, sich auf Bild zu berufen, feststellen können. Bei Themen wie z.B. der Diskussion um die Unterstützung für Griechenland war die hysterische Aufregung der Marke “Warum wir?” durchaus salonfähig. Einigen sind ja die Finanzhilfe, die an einkommensschwächere Bundesländer gezahlt werden, bereits nicht verständlich.
Die schwindende Auflagenzahl ist jedenfalls ein Problem, dass viele Zeitungsredaktionen plagt. Daher bin ich skeptisch, ob dies auf einfach auf ein “Aufwachen der Leser” liegt. Gerade Bild-Lesern traue ich zu, dass sie sich mit dem Online-Angebot zufrieden geben (Man verliert ja objektiv gesehen eh nicht viel dabei) oder ganz einfach ohne Print- oder Online-Medium sich eine Meinung bilden (spart Zeit).
Die Bild bleibt für mich jedenfalls beunruhigend.
Der deutsche Bürger lebt in einer Phantasie-Welt, er glaubt meistens nur das, was ihm die Märchen-Medien nachrichten, vorgaukeln und vormachen. Etwas, was nicht in der Zeitung steht oder im Fernsehen zu sehen gibt, dieses Etwas hat es auch nie gegeben. Kühe oder Schafe sind vermutlich intelligenter, Schweine sowieso.
Im Durchschnitt liest der BuBüdel seine Bild, sieht seine Tagesschau,, glaubt sich informiert – und so voll und ganz „informiert” durch zensierte und desinformierende Medien geht er dann alle vier Jahre wählen.
Die System-Medien, die selbsternannten “Qualitätsmedien” lügen uns den ganzen Tag an, gaukeln uns eine Scheinwelt vor, verheimlichen die Wahrheit, verdrehen, manipulieren und zensieren das, was wirklich passiert, schützen das Böse auf der Welt und zerstören das Gute.
Noch etwas: Seit einigen Monaten beobachte ich intensiv das Treiben der “Moderatoren” auf Welt Online. Hier stelle ich immer wieder fest wie täglich Tausende Kommentare der Zensur zum Opfer fallen. Wohl gemerkt, der Hauptteil dieser Kommentare ist weder beleidigend, noch verstößt er gegen Welt Onlines Netiquette oder gar gegen geltendes Recht. Es sind eben Tatsachen und Zusammenhänge dabei, die der lesende BuBüdel auf gar keinen Fall erfahren darf.
Mathias Döpfner, der Vorstandschef der Axel Springer AG, in eigenen Worten (22.09.2010, Zeit-Matinee):
Döpfner stellte desweiteren klar:
.
Mit Blick auf die Aktivität der “Moderatoren” bei Welt Online müsste die Axel Springer AG demnach ihre Aktivitäten in der Bundesrepublik Deutschland einstellen.
Ich lese zugegebenermaßen auch die WO, was da aber in den Kommentaren los ist, lässt mir Tag für Tag die Haare zu Berge stehen.
Man müsste meinen, dass es nur noch rechte Verschwörungstheoretiker gibt.
Dazu wird dann auch noch Sarrazin wie ein Prophet geadelt, ständig dazu aufgerufen, endlich auf die Straße zu gehen (beides meist mit Comment-Ratings im Verhältnis von ~ 50:1) oder wie letztens gesehen dann auch noch Kommentare wie “Ein Kreuz bei REP ist an der richtigen Stelle” mit 90:90 bewertet.
Meist werden Dreizeiler mit möglichst radikalen und simplifizierten Aussagen besonders hoch bewertet. Die sehr wenigen Comments, die sich noch irgendwie differenziert mit einem Thema beschäftigen und deswegen nicht immer direkt zu einem klaren, radikalen Standpunkt kommen, werden dahingegen sofort “down geratet”.
Man kann anhand der Ratings förmlich den Tenor eines schreierischen “Ja, genau, der hat was schlechtes gegen die Eliten gesagt, wir müssen uns wehren!” raushören. Echt perfide und ekelig. Und mit ein Grund, warum gemäßigte Blogs wie diese mich wieder daran erinnern, dass es auch noch differenziertere Meinungen geben kann als einerseits das PC Geheuchle der einen und das Hexenverbrennungs-Geschrei der anderen.
Solange die “linken Verschwörungstheoretiker” nicht gänzlich von der Bildoberfläche verschwinden, ist doch alles in Ordnung, oder? ;-)
Es ist ja inzwischen bekannt, dass Springer sich gegen “die Achse des Bösen” positioniert hat und zu dieser Achse gehört eben auch der Islam, der jeden Tag mehr oder weniger durch den Kakao gezogen werden muss. Wenn ein Blatt wie Welt Online ein Artikel eines Daniel Pipes mit dem Titel “Barack Obama sollte den Iran bombardieren” veröffentlicht, der im Grunde genommen nichts anderes als Volksverhetzung war, werde ich hellhörig.
Man munkelt ja auch, dass Welt Onlines Kommentarbereiche zu PIpifantens Auffangbecken mutiert ist und dort gezielt Gegenpropaganda betrieben wird. So soll der Eindruck entstehen, dass die Autoren nicht alleine sind und die Leserschaft, bis auf wenige Ausnahmen, voll hinter ihnen steht.
Bei Sarrazin sind die NPD-Anhänger regelrecht Shizophren. Mit Vorliebe zitiere ich dann deren Parteiprogramm und stelle es Sarrazins Aussagen gegenüber. Ich meine natürlich nicht jene, die sich auf Ausländer beziehen, sondern all die anderen Gemeinheiten gegen die deutsche Unterschicht. Natürlich kann man keine ordentliche Diskussion mit derartigen Individuen erwarten, ein Spass ist es mir trotzdem den neuen Superhelden an ihren eigenen Ansprüchen zu demontieren, denn die NPD spielt sich ja auch gerne als Sprachrohr des kleinen (deutschen) Mannes auf, ganz im Gegensatz zu Sarrazin.
Also was soll denn an dieser Erkenntnis überraschend sein? Schon vor über 30 Jahren wurde im Rahmen der damaligen “Bild lügt”-Kampagne gezeigt, dass Bild keinerlei journalistischen Standards genügt und eigentlich auch nicht als Zeitung bezeichnet werden kann.
Nun gut, es ist vielleicht ja ganz nett, aktuelle Bild-Kampagnen zu analysieren und ihre Wirkmechanismen aufzuzeigen, aber ein wirklicher Erkenntnisgewinn ist aus der Studie nicht zu ziehen, außer vielleicht, dass sich seit mehr als dreißig Jahren absolut nichts geändert hat.
Die Wiederholung ist die Mutter aller Weisheit.
@Herr Lazaro
*zustimm*
“Nun gut, es ist vielleicht ja ganz nett, aktuelle Bild-Kampagnen zu analysieren und ihre Wirkmechanismen aufzuzeigen, aber ein wirklicher Erkenntnisgewinn ist aus der Studie nicht zu ziehen, außer vielleicht, dass sich seit mehr als dreißig Jahren absolut nichts geändert hat.”
Sagen wir, seit über fuffzich Jahren hat sich nix geändert ;-)
Aber das ist ja auch nicht der Punkt. Wenn ich z. B. heute jemand Jüngerem erklären will, wes Geistes Kind BILD ist, ist es gut, dies auch mit konkretem Material tun zu können. Da ist es zwar ganz nett, darauf hinzuweisen, daß BLÖD schon in den 70ern ein menschenverachtendes Drecksblatt war, und das auch belegen zu können, aber hilfreicher ist für heute eben auch heutiges Material. Deswegen sind der Artikel und die aktuelle Untersuchung auch wirklich hilfreich.
BILD ist ein glattes Verbrechen, für das es leider keinen Paragraphen im StGB gibt, und das muß man immer wieder sagen, und wieder, und wieder. und wenns es dieses Drecksblatt in fuffzich Jahren immer noch gibt, und sich nicht in einen Hort humanistischer Ideale verwandelt hat, sondern weiterhin etwa zu fröhlichen Menschenjagden aufruft und “Guttis for Kanzler” produziert, werden sich auch dann (hoffentlich) noch Leute finden, die darauf öffentlich hinweisen,
und wieder und wieder und immer weiter…usw… solange, es BILD gibt.
Da die Diekmanns dieser Welt ja nicht aufhören, ihre Sch…e zu produzieren, kann die Antwort doch nicht sein, dazu in Zukunft mit der Begründung zu schweigen, das sei alles schonmal irgendwann gesagt worden, und deshalb nichts Neues. Darüber freuen würden sich nur die Diekmanns…
Grüße
Volle Zustimmung. Es ist immer wieder befremdlich, dass Menschen offenbar immer davon ausgehen, dass alle anderen a) genau so alt sind wie sie selbst und b) exakt zu den selben Einsichten gekommen sind.
Natürlich ist es sinnvoll aufzuzeigen, wie die BILD hier und heute manipuliert, verfälscht und lügt. Mit historischen Verweisen auf Verfehlungen der BILD vor 30 Jahren wird man (verständlicher Weise) kaum einen jungen Menschen zum Nachdenken über die heutigen Machenschaften dieses Drecksblatts anregen. Dazu braucht es halbwegs aktuelle Vorfälle und da es diese ja nun auch in Hülle und Fülle gibt, ist es weiterhin richtig und wichtig, die Mechanismen des Kampagnen”journalismus” der BILD an diesen Beispielen zu verdeutlichen.
Die Alt68er & sonstige ältere Semester dürfen dann gerne weg hören/gucken denn die wissen das ja schon seit Benno Ohnesorg & Co. aber stellt doch diesen Erkenntnisprozess einer jüngeren Generation nicht als irrelevant hin, bloß weil ihr ihn schon hinter Euch habt…..
Stimmt. Hatte ich auch nicht bedacht.
Damals gab es immer wieder Berichte von “gebildeten” Leuten, die mal in die normale Arbeitswelt reingerochen hatten – und so fertig waren, dass sie auch nur noch BILD lesen wollten. Der Stress ist heute ja eher größer geworden, sollte man nicht übersehen.
“”öffentlich bekennende Anhänger sind jedoch eher Mangelware. Bild stützt sich vielmehr auf eine von ihr selbst ernannte „schweigende Mehrheit“.”"
War in Nazideutschland nicht anders.
Keiner war bei den Nazis.
Und die schweigende Mehrheit würde auch heute Minderheiten in KZ’S werfen.
Legitimer Nachfolger vom Stürmer.
Und ich dachte,dieses Land wär entnazifiziert.
Und in Wirklichkeit haben sie die letzten Jahre dieses Land entsolidarisiert.
Und die letzten Jahrzehnte dieses Land entkommunisiert.(Kommunisten ausgemerzt)
mFG
@leslie: Sie liefern ein schönes Beispiel dafür, dass es möglich ist, das geistige und moralische Niveau der Bildzeitung zu unterbieten.
@C. Penkella (Bildleser)
Sie liefern ein schönes Beispiel dafür, dass es unmöglich ist, das geistige und moralische Niveau der Bildzeitung zu unterbieten.
Entnazifiziert? Es müsste heißen “entdiotisiert”.
Doch Idioten sterben nicht aus, für Nachschub ist in jeder Generation gesorgt.
Ach komm.. das kannst du doch nicht ernst meinen.
Der Völkische beobachter
@Andreas Perl: Sogar Leslie lässt sich übertrumpfen.
Eigentlich machen das doch alle Zeitungen so, dass sie ihren eigenen Standpunkt in die Berichterstattung einfliessen lassen, und die Wirklichkeit so darstellen, wie sie sie sehen. Und Kampagnen kennt man auch von anderen Zeitungen (bzw. Zeitschriften, der SPIEGEL sei hier mal als Beispiel angeführt).
Der große Unterschied ist, dass die BILD gar nicht erst versucht, das zu verstecken. Die BILD-Zeitung betreibt ganz offen Meinungsmache auf Boulevard-Niveau. Und das war schon immer so. Was ist also jetzt die neue/erschreckende/erhellende Erkenntnis?
Wenn es natürlich um die Frage geht, was man dagegen tun kann:
Wahrscheinlich sollte man die BILD-Zeitung einfach ignorieren. Und wenn das nicht hilft, dann gilt wohl das selbe wie für die Lokführer: Man muss sich mit ihrer Marktmacht arrangieren, ob man will oder nicht. Dann hat es seine Berechtigung.
Ein Leitsatz der BILD könnte sein: Kritik schadet nicht, Kritik macht populär.
Mit der BILD ist es, als würde man versuchen einen überzeugten Rechtspopulisten zu kritisieren, dieser sei doch auch kein Neo-Nazi, er vertrete nur die Interessen des deutschen Volkes und seine Aussagen seien doch die Wahrheit und somit ganz ok.
Die BILD hat vermutlich etwa gleich viele “versteckte” Anhänger, wie es Deutsche gibt, die latent (!) zumindest nicht gerade abgeneigt sind gegenüber einigem (neo)national(sozialistisch)em Gedankengut – der normale Bürger, der normale Leser.
Hoppla! Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!
Bei einigen “Artikeln” der BILD hätte ich mir eine intensive Prüfung von Seiten des BVerfG gewünscht. Warum geschah dies nicht? Warum darf diese Hetzpropaganda frei “herumlaufen”? BILD denunzierte und diffamierte des öfteren mit groß angelegten Aufmachungen – schlicht und einfach:
Und dies tut sie bis heute ungehindert.
Dass Legislative und Judikative sich scheuen dagegen vorzugehen und noch nicht einmal ein nachhaltige Prüfung veranlassen, zeigt in welchem Zeitgeist Deutschland und die deutsche Politik steht.
Komischerweise sind die, die am meisten auf die BILD schimpfen auch die, die am meisten von ihr abschreiben:
VorBILD
In diesem Müllblatt stehen Dinge, die es wert sind, abgeschrieben zu werden?????
Findet jedenfalls die Süddeutsche, welche in diesem Blog auch des öfteren zitiert wird. Und das völlig ironiefrei.
und wo zitiert da die SZ die BIld?
http://www.suedwatch.de/blog/?p=5129
oder da?
http://www.suedwatch.de/blog/?p=5014
und bei hat eher die Bild abgeschrieben bzw. es war wohl eine allgemeine Agenturmeldung
http://www.focus.de/panorama/vermischtes/neuseeland-schweigeminute-fuer-die-erdbebenopfer_aid_604548.html
http://de.news.yahoo.com/17/20110301/tpl-schweigeminute-fuer-erdbebenopfer-in-4dcee4f.html
Beides VOR der Bildmeldung laut Zeitstempel online….
und die zahlen 1933, 1918 und 1867 hatte die bild auch nicht im Text… müssen also von woanders herstammen… womöglcih selbst recherchiert entgegen der Vermutung des Blogschreibers…
Als Beweis für “die SZ hat garantiert in diesen Fällen die Bild zitiert” taugt die Kategorie jedenfalls nicht.
EDIT: BTW: “scheinbar” und “offenbar” werden sowieso oft fälschlicherweise synonym zu “anscheinend” verwendet, nicht nur bei Bild und SZ… (leider)
Lieber Howie Munson,
unsere Kategorie “VorBILD” zeigt weniger die Fälle auf, in denen die SZ nur von der BILD abgeschrieben hat, auch wenn das nicht gerade selten vorkommt. Diese Kategorie zeigt vielmehr die Fälle auf, in denen die SZ die gleiche Art von Boulevard und Sensationsgier zeigt.
Die BILD ist aber beliebte Referenz für die SZ. Ein paar Beispiele:
http://www.sueddeutsche.de/politik/krise-der-liberalen-fdp-ringt-um-den-neuanfang-1.1083389
http://www.sueddeutsche.de/politik/bundeswehr-koalition-bereitet-mandat-fuer-libyen-einsatz-vor-1.1082713
http://www.sueddeutsche.de/politik/personaldebatte-bei-der-linke-gysi-liebaeugelt-mit-lafontaine-1.1081960
Und manchmal dient ein BILD-Artikel auch direkt als Vorlage:
http://www.suedwatch.de/blog/?p=4997
Was das über Qualität und Anspruch des jeweiligen Mediums aussagt, dürfen Sie sich gerne selbst zusammenreimen. Sich aber auf das hohe Ross der SZ zu setzen und abfällig auf die BILD herabzusehen, ist sicher nicht angebracht.
Schöne Grüße von http://www.suedwatch.de
Jaspis
Der BILD-Journalismus verfängt. Ökonomischen “Analphabeten” kann die Zeitung alles verkaufen.
Die Tatsache, dass der Großteil der Menschen nicht in der Lage ist, die Komplexität mancher Sachverhalte zu durchdenken, macht es der BILD also sehr einfach.
Sie ist in dieser Hinsicht tatsächlich Volkes Stimme!
Auch sollte man keine falschen Schlüsse ziehen, wenn mancher BILD-Zeitungsleser sich dafür entschuldigt, das Saublatt zu lesen. Es gibt nämlich viele Leute, die sagen das, was man hören will und nicht das, was sie denken.
Ich denke, dass ein sehr wichtiger Faktor die Zeitersparnis ist. Wenn ich schnell und einfach wissen will, was so passiert, dann überfliege ich die Überschriften und habe einen Überblick. Und solange man sich nicht näher mit Themen beschäftigen will/kann, ist das die schnellste Herangehensweise. Dass man dann allerdings nicht umfassend informiert sein kann ist klar und wohl oft auch so gewünscht. Zur Not nimmt man eben die offensichtliche(?) Beeinflussung in Kauf.
Man lernt nie aus über seine Mitmenschen.
Da wird einem einiges klar!
Hehe, war klar, dass so eine Antwort kommt…
Aber mal im ernst: Ich persönlich lese keine BILD. Ich lese im Großen und Ganzen überhaupt keine Zeitungen mehr. Denn ich hab in letzter Zeit zu oft in der Zeitung nur Sachen finden können, die ich am Vortag schon im Internet gelesen hatte. Also lohnt sich Zeitunglesen für mich einfach nicht. Auch nicht die BILD.
Nunja, andere Länder, andere Titten; die Engländer haben die Sun (nackte Weiber gibt es da auf Seite 3;), die Türken die Hürriyet und die Amis haben Fox.
Macht es aber nicht wirklich besser :/
Irgendwie ist hier wohl ein BILD-Revival was? Und ich finde, das wird immer sehr unökonomisch gesehen sowie analysiert und dafür ständig mystisch soziologisch aufgeplustert. Noch in den 60er Jahren hatte die SPD-eigene (Boulevard)Presse eine höhere Auflage als die BILD. Allein die ehemals in SPD Besitz befindliche Neue Hannoversche war grösser. Von MOPO Hamburg u.a. mal ganz zu schweigen. Die Stärke der BILD entstand in der Schwäche der SPD-”Journalisten”. Die Partei nutzte nämlich jahrzehntelang ihr Presseimperium, um abgehalfterte Funktionäre als Chefredakteure zu parken. Entsprechen “spannend”, handwerklich unterirdisch etc. entwickelten sich diese Blätter. In diese Lücke passte sich schlicht die BILD.
Dazu kam und kommt (!!!) die simple Vertriebskraft des Springerverlages der gemeinsam mit Bauer letztlich entscheidet. Welche Zeitung an welcher Tankstelle, welchem Kiosk vorn auf der Theke liegt. Da kommt schlicht keiner vorbei.
Seid 40 Jahren verfolge ich diese akademische “BILD Analyse” von Psychologen, Soziologen etc.pp. – die keine Ahnung vom realen VERLAGSwesen und der herrschenden Vertriebssystematik haben. Es ist immer das gleiche sich wiederholende kratzen am Schein der Oberfläche. So wie wenn man das Auftreten eines Tsunamis nicht mit einem Erdbeben erklären würde, sondern mit dem Rülspen eines Pottwals. Einfach krotten langweilig und das Finanzkapital incl. ihrer hohen Dienerinnen Friede Springer und Liz Mohn lachen sich kaputt.
So positiv war mein “Bild”-Bild bisher gar nicht. Aber wenn dem so ist, dann: Weiter so!
Dass “die BILD” ein Hetzblatt der übelsten Sorte ist, ist in der Tat keine neue Erkenntnis. Dass ein Medium eine Weltsicht haben kann, nach der es die Realität zu formen trachte, ist allerdings was neues.
Jaja, es wird zwar gg. Mitte auf den Punkt gebracht, wessen Sprachrohr das Schmierblatt ist, nur ist die Einleitung etwas verwirrend. Bei dem Thema darf man sich nicht genieren, Ross und Reiter bei Namen nennen.
Im Übrigen, was hier als “Weltsicht der BILD” umschrieben wird, hat Hegel einmal abstraktes Denken genannt. Das ist jene Art der Wahrnehmung und Partizipation an der Realität, der sich minderbemittelter und argloser Teil unseres Geschlechts – also die “demokratische” Mehrheit – im Alltag bedient. Die Macher und Herausgeber des Blattes wie auch gewisser TV-Sender bedienen sich ganz bewusst und gezielt dieser “völkischen” Art der Reflektion um ihre Guckerschaft zu umgarnen und in ihrer Ignoranz und Obskurität zu bestärken. Je dümmer die “demokratische” Mehrheit, desto leichter lässt sie sich im Interesse der Macher lenken. Massenverdummung wurde nicht erst vom Joseph Goebbels erfunden, es ist schon immer ein Machtinstrument gewesen und bleibt es weiterhin, weil es wirkt.
Massenverdummung ist also die adäquateste Art eine bereits dumme Masse zu behandeln.
Finde ich nicht. Der SPIEGEL ist mindestens genauso manipulativ, geht halt nur subtiler vor und spricht eine andere Zielgruppe an.
Ballermann666 (nomen est omen), bei aller berechtigten Kritik an manchen SPIEGEL-Artikeln, so manipulativ wie die BILD ist er lange nicht. Beim SPIEGEL findet man durchaus noch journalistische Recherche, die etwas wert ist und es werden Dinge durchaus auch mal von verschiedenen Seiten betrachtet.
Während die BILD hauptsächlich diffuse Gefühle im Bauch anspricht, zielt der SPIEGEL doch eher auf den Kopf. Man sollte die Unterschiede nicht weg-relativieren und BILD verharmlosen.
Die BILD ist wirklich eine wichtige Stütze des neoliberalen Kapitalfeudalismus. Und ich bin kein linker Verschwörungstheoretiker! Die Griechenlandkrise zeigte dies besonders deutlich, wie von der mangelnden Solidarität der geldraffenden Eliten abgelenkt wird. Das schlecht gebildete arbeitende Volk kommt gar nicht auf die Idee, fehlende Steuereinnahmen in Griechenland als Problem zu erkennen und zu benennen, Schuld hat einzig und allein ein unfähiger Staat. Nicht dass der unschuldig wäre, die vereinfachenden monokausalen Erklärungen der BILD haben aber System, da sie immer den Fokus weg von den raffenden Geldeliten schieben und Volkes Zorn statt dessen auf einen anderen Sündenbock lenken.
Natürlich haben die monokausalen, vereinfachenden Erklärungen bei der BILD System, denn eben wegen diesen Vereinfachungen wird sie ja gekauft. Wer sich nicht groß mit einem Thema auseinandersetzen will, bekommt in der BILD eben Thema und Meinung gleich als Paket geliefert und kann sich mit anderen Dingen beschäftigen.
Solange es Leute gibt, die einfache Antworten haben wollen, wird es auch so etwas wie die BILD geben. Und nebenbei gesagt, mit der ganzen “Die da oben”-”Wir hier unten”-Systematik könnte man die BILD auch überzeugend als Vorkämpferin der etatistischen Umverteilungs-Maschinerie sehen. Da passen Big Business und Big Government wieder sehr gut zusammen ;-)
BILD nutzt auch eine wenn man so will eine menschliche “Schwäche” aus, deren Grundlagen m.E. hier (Ist ein Leben ohne Vorurteile und Feindbilder möglich?) sehr gut beschrieben werden.
Bei genauerer Betrachtung ist BILD (leider) auch ein Bestandteil unserer Kultur und spiegelt die menschliche Unvollkommenheit deutlich wieder. Ob unsere Gesellschaft ohne BILD besser wäre? Ich habe da so meine Zweifel, weil dann andere Medien dann die Lücke mit “gemeinen/ niederen” Inhalten füllen würden.
Ein mögliches Fazit:
(Selbe Quelle wie oben)
Von der Zeitung Blick (hier in der Schweiz heisst die BILD eben Blick) bekam ich jeweils schmutzige Finger; muss wohl an der Druckerschwärze gelegen haben – wegen den grossen und fetten Überschriften.
Hallo, ich versuche jetzt schon zum 3. Mal gebintit zu antworten, die Beiträge erscheinen aber nicht. Was mache ich falsch?
edit:
Im Hauptstrang klappt es auch nicht.
Darf man hier keine tinyurl-Links setzen?
gut, dass es angesprochen wird.
es ist alles ganz einfach, man kann es in 2 Sätzen Schreiben. Nimm Springer u.a. beim eigenen Wort (google: springer+grundsätze), schau auf ihre Ziele und denke nach, ob diese Ziele Gut oder Schlecht sind. Mach es so mit allen, die für die Gesellschaft sprechen wollen und huch, was hast Du nur für Zombis gewählt und regest dich jetzt auf….. Ach du interessierst dich gar nicht für das Allgemeinwohl, sondern nur für dich? Wie wärs mal mit nachdenken?
Moin.
Hat jemand mal darüber nachgedacht, warum die Postille “Bild” heißt? Ganz einfach: weil sie eine Kundschaft anspricht, die nur “Bild” kann. Weil Texte verstehen ist zu schwierig. Deswegen ist ein “Bild”-Text für den Text-Schreiberling eine echte Herausforderung. Denn er muss das Thema herunterbrechen auf eben Bilder-Niveau. Wer jetzt der Meinung ist, ich würde die B.- Leserschaft für blöd erklären, dem empfehle ich 12 Monate auf einer Berufsschule in Sachen Politik und Wirtschaftslehre. Springer hat vor Jahrzehnten begriffen, dass das intellektuelle Niveau bei den meisten Kriegsheimkehrern – und ihren Nachkommen – unterirdisch ist, und das Niveau bedient er seitdem.
gruß f
Schon in den 60er Jahren kursierte ein Spott-Gedicht: (Quelle: mehrfach im Netz, einfach googeln):
Die Bildzeitung “1
Willst du das Zeitgeschehen erfassen, dich bestens unterrichten lassen, dann kauf dir statt ´ner Chesterfield lieber ‘ne 10 Pf. Bild. Meuchelmord im Schneegestöber, Rattengift in Gänseleber, Flugzeugabsturz, dreizehn Tote, Rabe war der Unglücksbote Achtzehn tote, Zug entgleist, Adenauer abgereist, Gattenmord im Ehebett, Verbrennungstod im Nierenfett, Schwein ertrank im Bodensee, Einbruchsdiebstahl im WC.
Bäcker fiel in Jauchengrube, Untermieter totgeschlagen, Täter floh im Kinderwagen.
Zweieinhalb Millionen Leser von der Donau bis zur Weser Väter, Mütter, Greis und Knabe warten auf die Bildausgabe.
Hund bis Kind aus Eifersucht, Raubmörder ergriff die Flucht, Maurer fiel in Mischmaschine, Keilerei in Werkskantine. Greis ein Auge ausgeschlagen ,Kennedy hat was am Magen. Polizei verfolgt Sadist, Bauernbursche warf mit Mist, Mäusegift im Kuchenteich, Angeklagter wurde weich. Riesensumme unterschlagen, Kronjuwel im Mantelkragen. Über Grace und Rainer ,die sich zanken, sieht man Monacos Thron schon wanken. Große Konferenz bei Nasser, in der Milch war zu viel Wasser Großalarm bei Polizei, Huhn legt zwei Pfund schweres Ei. Bardot im Herzen großes Loch. Margaret kriegt Toni doch. Hat der Leser das erfahren, schlägt es ihm gleich auf den Magen.
Diese Dinge die passieren bringen ihn zum phantasieren. Hinter Zäunen, Häusern, Mauern sieht er Mörder die da lauern und mit Messer, Dolch, Pistole ihn ins Reich der Träume holen.
Doch am nächsten Morgen dann, schafft er die Bild sich wieder an. Denn er will nun mal nicht ruh´n, will was für die Bildung1 tun. Und er glaubt er wird gescheiter, doch von neuem geht es weiter.
Kind im Walde ausgesetzt, Amokläufer wird gehetzt. Liebespärchen nicht mehr sicher, aus dem Grabe kam Gekicher. Explosion im großen Werk, BH geklaut und nicht gemerkt. Überfall auf alte Frau,im Bundestag ist groß Radau. Flugzeugunglück in der Nacht. Schnaps aus Rübenkraut gemacht. Drohbrief an die Tür geklebt. Nach dem Tod nochmal gelebt. Faruk nicht mehr aktuell. Ehedrama im Tunnel. Englands Frauen sind gut dran, Kinder kriegen ohne Mann. Von der Zeitung tropft das B l u t, aber trotzdem, BILD ist gut !!!!!! .“