Der Krieg, der keiner sein darf
geschrieben am 24. Juni 2009 von Spiegelfechter
?When I see a bird that walks like a duck and swims like a duck and quacks like a duck, I call that bird a duck? ? von James Whitcomb Riley und seiner simplen Logik könnte sich auch so mancher Politiker in Berlin eine Scheibe abschneiden. Vor allem im Verteidigungsministerium spricht man dann, wenn in Afghanistan wieder einmal deutsche Soldaten im Kampf gefallen sind, meist von tragischen Unfällen oder feigen Anschlägen von Terroristen, bei denen deutsche Soldaten getötet wurden. Deutsche Soldaten fallen nicht im Kampf. Sie kämpfen auch nicht, sondern sie bauen Kindergärten, Strassen und Brunnen. Folgerichtig führt Deutschland in Afghanistan auch keinen Krieg, sondern eine ?Stablisierungsmission?. Bundeswehrtruppen sind keine Besatzer, sie sind Befreier. So will es zumindest Verteidigungsminister Franz-Josef Jung. Deutlichere Worte für die deutsche Afghanistan-Mission findet da ein Bundeswehrangehöriger, der vom Wehrbeauftragten Reinhold Robbe mit den Worten zitiert wird: ?Wir bauen hier im Moment keine Brücken und bohren keine Brunnen. Wir befinden uns hier im Krieg?. Sein oberster Dienstherr in Berlin sieht dies freilich anders, aber worauf Jung seine abstruse Semantik baut, ist nicht ersichtlich. Der Bundeswehreinsatz in Afghanistan erfüllt alle Kriterien eines Krieges.
Im Hauptquartier der ISAF-Mission der NATO vergeht in letzter Zeit kaum ein Tag, an dem die Flagge nicht auf Halbmast weht, weil ein Soldat der westlichen Koalition im Kampf gefallen ist. Allein die britische Armee hat seit Beginn des Jahres 130 Gefallene zu beklagen. Jeden zweiten Tag stirbt ein britischer Soldat in Afghanistan im Kampfeinsatz. Die Zahl der deutschen Soldaten, die in Afghanistan ihr Leben lassen mussten, hat mit sich mit dem jüngsten Vorfall in der Region Kundus, bei dem drei Soldaten fielen, auf 35 erhöht, wobei fast jeder Beobachter davon ausgeht, dass sich diese Zahl in den nächsten Monaten drastisch erhöhen wird. Die Region Kundus ist zum Kriegsgebiet geworden und deutsche Soldaten gehören dabei zu einer der beiden Kriegsparteien. Heute haben es die deutschen Soldaten nicht nur mit Sprengfallen und Selbstmordattentätern zu tun ? die Taliban haben aufgerüstet und greifen die NATO-Truppen frontal an. Bundeswehrsoldaten sprechen ? halb anerkennend, halb verstört ? mittlerweile von ?offenen Gefechten?.
Alleine für die erste Juniwoche verzeichnete die Statistik der ISAF 400 Angriffe auf ihre Soldaten. Obgleich die NATO die ISAF-Truppen seit dem Jahr 2003 von damals 5.000 auf heute 61.000 Mann aufgestockt hat, hat die Intensität des Widerstands in den letzen Monaten ein bisher nicht gekanntes Ausmaß erreicht. Die Mahner haben recht behalten und naive Politiker wurden Lügen gestraft ? von ziviler Aufbauhilfe und der Ausbildung afghanischer Regierungstruppen ist kaum mehr die Rede. Der Afghanistaneinsatz der NATO ist in einer Sackgasse angekommen. Die Befriedung des Landes ist ferner denn je und nun droht der Konflikt auch auf die Atommacht Pakistan überzugreifen. Wie Goethes Zauberlehrling ist die NATO in einer Situation angekommen, bei der sie die Geister, die sie rief, nicht mehr loswerden kann. Aber der helfende Meister ist, anders als beim Zauberlehrling, nirgends in Sicht. Mit seiner Strategie, den Fokus vom Irak auf den Hindukusch zu verlagern, könnte US-Präsident Obama die NATO in eine neue ?Mission Impossible? manövrieren. Wie würde der Bundestag entscheiden, wenn die USA Deutschland förmlich bitten würden, die amerikanischen Truppen in den Südprovinzen Afghanistans, die nun in Pakistan gebraucht werden, zu ersetzen? Hat Deutschland überhaupt den Mut, sich ? wie weiland 2003 Kanzler Schröder ? gegen seine Verbündeten und zu stellen und eine einseitige ?Exit-Strategie? auszuarbeiten?
Nach Sicht der Großkoalitionäre wird der deutsche Afghanistaneinsatz noch zwischen zwei Jahren (Steinmeier) und zehn Jahren (Jung) fortgeführt werden müssen. Doch derlei Zahlen haben keinen Wert, da sie explizit an die ?Erfolge? des Einsatzes gekoppelt sind. Erfolge sind allerdings auf breiter Flur nicht auszumachen. Deutschland verfügt nicht nur nicht über eine ?Exit-Strategie? ? überhaupt existiert unter den NATO-Partnern noch nicht einmal eine realistische Strategie, wie man auf die geänderte Gemengelage reagieren soll. Das westliche Militärbündnis droht eher kopf- und planlos in den Wirren am Hindukusch zu versinken. Die Zahl der Besatzungstruppen hat bereits fast das Niveau der sowjetischen Besatzer in den 1980er Jahren erreicht. Die Sowjetunion verließ nach zehn Jahren das Land ? die NATO-Staaten führen nun seit acht Jahren Krieg in Afghanistan.

Wenn eine Nation Krieg führt, kann sie sich natürlich nicht bei den ersten Verlusten aus dem Staub machen. Aber ein Abzug aus Afghanistan wäre keine Feigheit vor dem Feind. Dass die Bundeswehr in dieser Truppenstärke nicht ewig am Hindukusch bleiben kann, ist auch der Bundesregierung klar. Längst geht es eigentlich nur mehr darum, sich zurückzuziehen, ohne das Gesicht zu verlieren. Bis sich eine Gelegenheit findet, den Kriegseinsatz zu beenden, muss die Regierung allerdings in aller Klarheit Farbe bekennen, was der ?Staatsbürger in Uniform? eigentlich so fern der Heimat macht. Wer den Krieg nicht beim Namen nennt, täuscht nicht nur die Bevölkerung ? er verhöhnt auch die Bundeswehrsoldaten, die am Hindukusch tagtäglich um ihr Leben bangen müssen. Berufssoldaten müssen damit rechnen, von ihrem Land in einen Krieg geschickt zu werden, aus dem sie vielleicht nur im Zinksarg zurückkehren. Wer sein höchstes Gut ? sein Leben ? für sein Land gibt, hat allerdings verdient, dass die Demokratie, für die er sein Leben opfert, offen und ehrlich die Argumente für und wider diesen Kriegseinsatz diskutiert.
Der NATO-Einsatz in Afghanistan ist eine direkte Folge der Anschläge auf das World Trade Center, da das westliche Bündnis den Terrorakt als Angriff auf einen seiner Verbündeten interpretiert. Die Anschläge von New York wurden allerdings nicht von afghanischen Freischärlern, sondern von saudischen Koranschülern ausgeführt. Nach dem momentanen Erkenntnisstand waren auch die Hintermänner und die Finanziers Saudis. Wenn Afghanistan nun aber bei den Anschlägen nur eine untergeordnete Rolle gespielt hat, ist der ganze Kriegseinsatz der NATO weder mit ihren Statuten noch mit dem deutschen Grundgesetz zu vereinbaren. Die Öffentlichkeit und die Bundeswehr haben eine Erklärung verdient, wofür deutsche Soldaten sterben und wofür sie im Namen der Bundesrepublik töten. Über die Zahl der von deutscher Hand getöteten afghanischen Freischärler und die Zahl der ermordeten Zivilisten gibt es wohlweislich keine ISAF-Statistik. Deutschland führt in Afghanistan Krieg ? warum fällt dieser Satz deutschen Politikern so schwer? Anstatt das Kind beim Namen zu nennen, führt man in Berlin lieber wieder Tapferkeitsmedallien für deutsche Soldaten ein ? erstmals seit 1945.
Zu diesem Thema auch:
Lutz Herden: Das Vokabular holt auf
Peter Scholl Latour: Raus aus Afghanistan
Jens Berger
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“Deutschland führt in Afghanistan Krieg ? warum fällt dieser Satz deutschen Politikern so schwer?”
Das liegt an den u.a. auch in den Bildungssystemen gelehrten Meinungen, dass es keinen gerechten Krieg gibt und geben kann.
Insofern wird die Massnahme der Bevölkerung folgerichtigerweise als Polizeimassnahme verkauft oder wenn das nicht mehr geht als Verteidigung Deutschlands – am Hindukusch.
Hintergrund hier sind die beiden verlorenen Weltkriege, die, wie viele Soziologen feststellen, grundsätzlich eine pazifistische Einstellung fördern.
Dummerweise ist der Pazifismus selbst nicht frei von ehtischer Problematik.
Sicher raus kommt man aus der Sache wohl nur, wenn man die LINKE wählt (und die gewinnt). :)
Schwer zu sagen, ob dieser Krieg gerecht ist, man folgt halt der These “Kommst du nicht zu ihnen, kommen die zu dir!”.
man hätte nur scholl latours reiseberichte aus afghanistan lesen müssen, in denen er schilderte, wie die russen in diesem land den krieg verloren, dann wüsste man, dass die nato keine chance hat den krieg heutzutage zu gewinnen. leider sind politiker in der heutigen zeit “expertenresistent”
@tilman
Ja – man sollte dem “großen alten Mann” des Journalismus öfters mal zuhören. Leider wirkt er auch in der aktuellen Medienwelt heute wie ein anachronistischer Dinosaurier. Das ist sehr schade.
Mittlerweile werden auch Kriege geführt ohne diese gewinnen zu wollen; man kann das als Zivilisationsmerkmal verstehen.
PSL liegt gelegentlich, aber selten, mal falsch, vgl. auch:
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=13933
Wäre natürlich sehr schön, wenn uns PSL noch lange erhalten bleibt.
Im zweiten Weltkrieg wollte man ja auch nur den Osten von der slawischen rasse befreien…. Da hat ja uch am anfang niemand von Krieg gesprochen….
mein Gott, die führen dort unten Krieg, und im moment sogar nicht gerade erfolgriech….
Zitat Spiegelfechter im Artikel:
“…nun droht der Konflikt auch auf die Atommacht Pakistan überzugreifen.”
Laut einer sehenswerten ZDF-Dokumentation vom 22.04. diesen jahres
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/Pakistan_am_Abgrund/228/618626
ist der Krieg bereits übergesprungen.
Nur sind in Pakistan (noch) keine NATO-Truppen in die Kampfhandlungen verwickelt.
Daher ist die mediale Aufmerksamkeit dort eher mäßig und der dort geführte Krieg zwischen Taliban und pakistanischen Regierungstruppen wird hier kaum zur Kenntnis genommen, obwohl sich die Kampfhandlungen beinahe über den gesamten Norden/Nord-Osten des Landes erstrecken.
Söldner oder Soldaten ?
Die bürgerliche Gewalt, die sich in ihren materiellen Austauschverhältnissen und juristischen Verträgen manifestiert, hat zu einer kompletten Privatisierung und Ökonomisierung der bürgerlichen Gesellschaft geführt, die auch die militärische Kriegsführung und Kriegsführenden diesen Gesetzen unterworfen hat.
Sind die kriegsführenden deutschen Soldaten der BW überhaupt noch juristisch Soldaten, oder vielmehr moderne Söldner, deren einziges Motiv materieller Natur ist, dessen materielle Grundlage der bürgerlich kriegsführende Staat ausdrücklich garantiert?
Er garantiert und erkennt diese Motive nicht nur im Allgemeinen über Besoldungsgruppen, sondern im besonderen Fall, wie dem imperialen Krieg in Afgahnistan, der im Kern ein geostrategischer Krieg gegen China und Russland auf dem terrestrischen Flugzeugträger Afghanistan ist, über spezifische Sonderzulagen wie dem Auslandsverwendungszuschlag direkt an, die von einem ökonomischen Umfeld der Unsicherheit zusätzlich geprägt ist.
http://www.deutsches-wehrrecht.de/Verordnungen/AuslVZV_2009.pdf
Diese Ökonomisierung des imperialen Krieges, führt zu einem ökonomisierten Kriegsbewußtsein bei den Vertretern der kriegsführenden bürgerlichen Staaten, welches nicht nur entscheidend für Sieg oder Niederlage ist, sondern welches permanent auf die Strukturen und Beziehungen in den Heimatländern zurückwirkt. Dieses Bewußtsein erschafft eine eigene Kultur mit eigenen Idealen und Wertvorstellungen.
@name:
Ist weiss jetzt nicht wie Marxisten und Antiimperialisten die Sache im Detail sehen, aber “Söldner” sind die bundesdeutschen Soldaten in Afghanistan nicht.
Vielleicht sind eher die Sicherheitsleute gemeint, die dort auch zum Einsatz kommen?
Ein “ökonomisiertes Kriegsbewußtsein” ist insofern schwer zu erkennen, da es in A nicht um Ressourcen geht. Oder hat sich da jetzt etwas gefunden? :)
Nein Horscht, du täuscht dich, die einzige Motivlage für deutsche Soldaten an den heutigen Kriegen im Ausland, ist für fast alle nur noch das Geld und die materielle Sicherheit. Und bekanntlich ist juristisch ein Söldner, wer an Feindseligkeiten vor allem aus Streben nach persönlichem Gewinn teilnimmt.
Was dieses neue Kriegsbewußtsein anrichtet, ist selbst der Bundeswehrführung bewußt, und als motivierendes Kriegshindernis benannt worden.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,630849,00.html
Die geostrategischen Besonderheiten Afghanistans scheinen dir auch nicht so bekannt und geläufig zu sein. Kannst dich ja ganz in Ruhe mal fragen und damit ausführlich beschäftigen, welche Rolle der modernisierte Militärstütz- und Luftwaffenstützpunkt Bagram eigentlich militärisch zukünftig spielen soll.
@ horscht, #1:
Und genau das ist meines Erachtens der Denkfehler, denn erst durch unser Engagement werden dort vermutlich einige Leute “motiviert”, den Krieg auch zu uns nachhause zu bringen. Wundern würde mich das jedenfalls nicht.
Ich finde es auch hochgradig albern, wenn jedesmal eine erneute Diskussion aufkommt, wenn (mal wieder) Soldaten in Afghanistan gefallen sind.
Entweder man entscheidet sich zu solchen Einsätzen, oder man lässt es bleiben. Wenn man sich aber dazu entscheidet, dann müssen Verluste einfach einkalkuliert und auch akzeptiert werden.
Natürlich kann man irgendwann entscheiden, dass die Verluste zu hoch und nicht zu rechtfertigen sind, aber 30 Tote in 8 Kriegsjahren sind keine Verluste, das ist statistisches Rauschen.
@hannilein:
Mag sein, dass das falsch ist. Anderseits sind schon welche gekommen (bevor “wir” gekommen sind, oder? – Ja, ich weiss, kann man so oda so sehen :).
Ich enthalte mich des Urteils.
Die These der reziproken Motivation der sog. Gotteskrieger teile ich allerdings nicht.
@ 8 Horscht
Finde die Argumentation von Name nicht schlecht. Auch wenn es aus unserer Sozialisierung heraus schwer vorstellbar ist, muss man doch die Tatsachen anerkennen. Wenn die BW aus SOldaten besteht, dann könnte man ja auch die Taliban als Soldaten betrachten. Auch die Taliban kämpfen nicht ausschließlich für ihren Glauben, viele von ihnen werden auch ganz materielle Gründe haben. Ein “Soldat”, der sich verpflichtet, weil er Geld machen will, was sicher auch nicht ganz selten ist, der ist ja eigentlich, wie Name schon sagt, ein Söldner. Letztlich wäre der einzige nennenswerte Unterschied, dass die BW für einen International anerkannten Staat arbeitet, während die Taliban auf kein offiziell anerkanntes Staatsgebilde zurückgreifen können. Da sie aber faktisch ähnliche Strukturen aufbauen, wenn auch auf einem wesentlich primitiveren Niveau, ist auch diese Unterscheidung nur künstlich. Ich weiß, der Gedankengang ist ungewöhnlich. Aber was ist der Unterschied zwischen einem Taliban, einem BW-Soldaten, einem Wallensteinschen Söldner? Alle arbeiten letztlich für Geld, alle töten MEnschen.
Die einem im Namen Gottes, die anderen im Namen des Staates.
Also entweder wir bezeichnen sowohl die Bundeswehr als auch die Taliban als Soldaten, oder wir lassen das für beide weg. Wobei ich den Taliban naturgemäß noch eher eine Überzeugung für ihre Sache zubilligen würde.
Letztlich ist es doch eher eine kosmetische Angelegenheit, wie bei einem “Freiheitskämpfer” und einem “Terroristen”.
@ Hannilein
Dem kann ich nur zustimmen. Ich möchte gar nicht wissen, wieviele “Home grown terrorists” uns dieser Krieg bringen wird (oder schon gebracht hat).
Nachtrag:
Das verlinkte video ist nicht die Doku, die ich meinte (hab die jetzt auf die Schnelle auch nicht leider gefunden) sondern “nur” ein 3-Minuten-Beitrag der Nachrichten, allerdings zum selben Thema und mit dem selben Titel (“Pakistan am Abgrund”).
Leider haben unsere Politiker nicht die Erfahrung, die Peter Scholl-Latour eben hat, vor allem auch aus dem Indochina-Krieg. Ob gerecht oder nicht, dieser Krieg ist nicht zu gewinnen. Im Deutschland-Funk kam mal eine für Pazifisten erschreckend nüchtern-kühle Erörterung westlicher Militärs des Problems, dass wegen der ungleichen Geburtenraten und Kulturen, sich der Gegner ein Vielfaches an Menschenverlusten erlauben kann. Gegen dieses Problem hilft auch, nach wie vor, die technische Überlegenheit nicht. Zehn gefallene Taliban sind zehn Märtyrer, mit vielen Brüdern, ein gefallener Bundeswehrsoldat ist (Gott sei Dank!) ein großes Problem für die Politik und erst recht für die Familien, deren einzige Kinder es oft waren/sind. Versucht man die eigenen Verluste durch Technik und Feuerkraft zu minimieren, so führt dies zu den bekannten “Kollateralschäden” (ausgelöschte Hochzeitsgesellschaften etc.), die nur neue Feinde schaffen. Mission impossible. Traurig, dass hier Menschen für die Ignoranz einiger Politiker mit ihrem Leben zahlen müssen!
Drogenindustrie /VT
Über die Motivation der einzelnen Soldaten möchte ich nicht urteilen. Ich war zur Zeit des KFOR-Einsatzes als Wehrpflichtiger beim Bund und damals konnte man sich für 6 Monate KFOR freiwillig melden. Als Sold gab es mit allen Zusclägen ca 6000 DM pro Monat. Ob und wie das versteuert werden musste, weiß ich nicht. Trotzdem klingen 6000 DM pro Monat gut, wenn man für Kost und Logis nicht aufkommen muss. Ein finanzieller Anreitz war also schon da. Allerdings wurde uns auch immer erzählt, dass wir da Frieden schützen würden und beim Aufbau helfen und auch sonst ganz tolle Burschen swären. Ich nehme nicht an, dass das heute anders ist.
@krapp:
“Alle arbeiten letztlich für Geld, alle töten MEnschen.”
Ich glaube es geht überhaupt nicht ums Geld.
Klar, die Individuen mögen teilweise money-driven sein, aber wir beobachten hier schon eine Auseinandersetzung der Systeme.
“Tapferkeitsmedaillien” werden letztlich nur die Natur dieses Konflikts in seiner Klarheit vorbereiten, letztlich wird es dann irgendwann ausgesprochen werden.
Äh, also, gibt es einen gerechten Krieg?
Sag mal was, lieber SPIEGELFECHTER.
@16
Pauschal gilt direkt für den Dienst in Afgahnistan die Regel: Wehrsold nach Besoldungsgruppe pro Monat + 110 Euro pro Tag Auslandsverwendungszuschlag, welcher steuerfrei bezahlt wird.
Den Verdienst pro Soldat je nach Dienstgrad und Besoldungsgruppe lässt sich damit gut feststellen. Zynisch könnte man grob für Afghanistan von 4000 Euro aufwärts Söldnern ausgehen, steuerfrei.
@ horscht, #12
Ich wüßte jetzt nicht, daß es vor 2001 (iirc sogar erst später) islamistische Anschlagsversuche in der BRD gegeben hat. Hingegen kann ich mir weiter gut vorstellen, daß ein afghanischer Bürger, der seine Familie bei einem NATO-Angriff als “Kollateralschaden” verloren hat, auf Rache sinnt und sich den Taliban anschließt, so wie es weiland auch schon analog in Vietnam mit dem Viet Kong geschah, nur daß die dort nicht versucht haben, den Krieg auch auf das Territorium des Gegners zu tragen.
@ Max, #13:
“Home grown terrorism” ist sicher ein Thema, aber bei dem von mir eben genannten Beispiel (s. Absatz f. horscht) würde ich lieber von “induziertem Terrorismus” o.ä. reden, denn diese Leute kommen dann nicht aus Deutschland, sondern vielleicht nach D.
Buschgeld hat schon so manchen in den Dreck getrieben.
Hier sollte man in der Tat demokratische Grundlagen schaffen, die dann auch breit kommuniziert werden.
Dennoch, so richtig viel Spass wird das den Begünstigten nicht machen.
@hannilein:
Es ist schwer hier Ursache und Wirkung klar zu benennen, man begnügt sich demzufolge meist mit dem was ist.
Exzellenter Artikel Jens.
Schluss mit diesem Angriffskrieg. Raus mit deutschen Soldaten aus Afghanistan. Fremdbefriedung funktioniert nicht, wenn die Bevölkerung dagegen ist und/oder darunter leiden. Die müssen ihr Land selbst – mit humanitärer Hilfe – wieder in Ordnung bringen. Daß irgendeine Weltmacht wie die USA oder Russland Afghanistan erfolgreich kontrollieren kann, wurde die letzten 30 Jahre erfolgreich widerlegt.
Diese vielen, widerlichen Lügen von Jung oder dem Beauftragten der Bundeswehr im Bundestag – ich kann sie alle nicht mehr hören. Es geht nur um Geld und Macht, die Menschen in Afghanistan sind nur die Bauern im großen Schachspiel der NATO/USA/CIA und Macht/Geld.
gruß
Selbst wenn, was würde das für dich ändern?
Die Taliban würden doch nicht mit geringerer Wahrscheinlichkeit auf die pakistanischen Atomwaffen zugreifen, wenn die Bundeswehr aus Afghanistan abzöge!
Wie immer bei Geschichten aus dem Antiimpi-Milieu kommt die Bevölkerung nur als Opfer von bösen Deutschen vor. Was sie selber so sagt, nämlich dass sie vor den Taliban viel mehr Angst als vor ISAF-Soldaten hat, das wird natürlich nicht erwähnt.
Vielen Dank für diesen Beitrag. Bin gespannt wann diese Ansicht auch in den breiten Medien zu finden sein wird …
Welche Talibs denn Karl Heinrich, die im ISI, in der pakistianischen Regierung, im pakistanischen Militär, welche sowieso schon die Verfügungsgewalt über die Atomwaffen besitzen, und welche jährlich mit Militärhilfen in Höhe von 5 Milliarden Dollar von den Vereinigten Staaten finanziert werden, damit sie unabhängig von ihrer religiösen Ausrichtung, weiterhin dienstbar sind?
Keine Ahnung besitzen, aber Taliban brüllen. Der Krieg, der in Pakistan geführt wird,ist ein innersozialer Krieg, und kein religiöser.
http://www.freitag.de/2007/46/07460701.php
Da schreibt und schreibt ein ehemaliger Staatssekretär des Bundesverteidigungsministeriums Jahr für Jahr, Artikel für Artikel, meistens in einer vor kurzer Zeit noch als “links” geltenden Wochenschrift nämlich “Freitag” – oh wie lang ist das her? – und niemand hört ihm zu. Da wird dieser Mann abgelichtet im Bundestag mit dieser aus der Uckermark, auf den hinteren Rängen versteht sich, sitzend und niemand nimmt es wahr.
Warum wohl? Willy Wimmer, ein Exot, ein Außenseiter? Nein!!!!
Da scheibt er im “Freitag” über den Krieg gegen die Paschtunen. Wen interessiert das?
Wahrheiten, soweit sie es sein können, interessieren niemanden.
Jetzt durften wieder drei Bundeswehrsoldaten ins Gras beissen, schon regt sich so ein Unbehagen, solch innerer Widerstand in den Medien, dort wo immer die Keule am Stärksten und Zielgerichtesten geschwungen wurde.
Diese Heuchler, diese Ahnungslosen, die, die es schon immer gewußt haben,wollten, aber nie wußten und nie wissen werden, schreiben, posausen und posaunen ins Land hinaus, aber, und das ist so wichtig, bleiben bei der Stange, genauer gesagt bei der FAHNE. Sie versuchen diese hochzuhalten, wo der Aufwind- Auftrieb fehlt.
Niemand weiß eigentlich warum und mit welchem Ziel. Nicht einmal das Hintertürchen eines Rückzuges, der nicht allzu plamabel dargestellt werden kann, läßt sich erkennen.
Hilflosigkeit und RÜCKSICHTSLOSIGKEIT gegenüber den dort eingesetzten, verheizten Kräften wird deutlicher denn je.
Und die FEIGHEIT hier dem großen Bruder Obama, aber auch sich selbst gegenüber einzugestehen, hier haben wir uns in eine DEAD-END-STREET manöveriert und die notwendigen Konsequenzen daraus zu ziehen, ist sowas von erbärmlich, dass eigentlich niemand mehr über dieses Thema schreiben sollte, sondern nur ein Gang nach draussen die eigentlich richtige Antwort wäre.
Ich gebe zu, obwohl nie Pazifist, dieses überfordert diese Gesellschaft, egal wo diese sozialen Wurzeln zu orten sind.
Denn, selbst wenn dieses Parteiensystem in diesem Punkt Alternativen aufzeigt, warum sollte eine Bundestagswahl, nur getragen von diesem Thema, das Ergebnis zeitigen, welches eine Antwort wäre, auf dieses unverantwotliche Handeln dieser politischen Klasse .
@ Horscht, #17:
Kann er leider im Moment nicht, werter Horscht, denn “Il Cheffe” ist gerade schwer “becheftigt” ;-)
Gruß
hannilein
@ H.H.Schmidt, #25:
Gewichtige und richtige Worte. Wimmer lese ich seit Jahren interessiert, und das nicht nur beim Freitag. Der Mann legt den Finger in die Wunde und spricht viel Wahres und Schmerzhaftes offen aus. Schade nur, daß er nur so wenig Gehör findet.
Gruß
hannilein
@hannilein:
Mit Dir?
PS: Hier wird auch geeiert: http://www.welt.de/politik/article3990584/Das-schwere-Wortgefecht-um-den-Begriff-Krieg.html
Hier noch eine Doku (BBC) über den Krieg in Afghanistan, die einen sehr guten Eindruck von der Situation am Boden gibt: Jack – A Soldier?s Story (http://www.youtube.com/watch?v=azMHQskYaU4). Es grenzt teilweise schon ans Skurrile, wenn man sich anschaut was eigentlich erreicht werden soll, und was tatsächlich passiert?
Auch aus dieser Doku ist folgender, hmm, komischer (?) Ausschnitt: Fighting alongside stoned Soldiers (http://www.youtube.com/watch?v=Kc8w0IX4UQc)
(hatte Probleme mit dem url-tag…)
@ 28 Horscht
Vorsicht, so spricht man nicht mir einer Dame ;- )
Noch für Horscht u. Max Krapp, zum Punkt “Homegrown terrorism”:
Ich wage übrigens nicht mir vorzustellen, wie diese Diskussion angeheizt werden würde, käme es in Deutschland im Zusammenhang mit Afghanistan zu vergleichbbaren Anschlägen wie in Madrid oder London. Noch sind die Bundesbürger der Mission am Hindukusch wohl mehrheitlich eher abgeneigt (habe jetzt keine Umfragezahlen parat), aber ich kann mir gut vorstellen, wie dann ein Teil der Leute nach Vergeltung schreien wird, während andererseits die Friedensbewegung wieder Zulauf erhalten könnte. Bisher hat die ganze Diskussion ja eher auf kleiner Flamme vor sich hingeköchelt, aber ein großer Anschlag würde sicherlich zu einer Polarisierung führen. Oder wie seht Ihr das?
Gruß
babe
Danke für die Zustimmung, bezogen auf Willy Wimmer.
Leider gibt es diese Typen in der heutigen Politik nicht (kaum) mehr. Solch “Charakterschweine”, die es wagen ihre persönliche, fundierte Sichtweise der Öffentlichkeit vorzuwerfen.
Allein das Ende einer politischen Karriere kann ja nicht die Triebfeder solchen Handelns sein.
Da muss schon mehr dahinterstecken.
Ja es sind Söldner! Es wird niemand gezwungen am Auslandseinsatz teilzunehmen. Ein Kumpel von mir verweigert sich bisher auch erfolgreich dagegen. Wer nicht mit runter geht darf dann hier in Dtl. eine AGA nach der anderen “schieben”. Es ist wirklich das Geld was den Antrieb für viele darstellt am Einsatz teilzunehmen. Wenn es das Geld nicht ist dann vlt noch etwas Abenteuerlust, Probleme im eigenen Leben und/oder die Suche nach Anerkennung. Sie wollen zeigen das sie zu den Löwen gehören und sich oder anderen etwas Beweisen. Insofern ist erstmal jeder der fällt, so traurig das auch ist selbst Schuld. OK eine Teilschuld trägt die Bundesregierung die erst eine Gelegenheit zum “Getötet werden” offeriert. Allerdings gibt es da Verpflichtungen gegenüber NATO etc. wo man sicherlich nicht einfach ohne Konsequenzen sagen kann: “Ich bin dann mal weg!”
@ Horscht u. Max, #28 + 29
Nee, Horscht – Jens ist bloß immer noch im Umzugsstress.
Und für Euch beide: Die Dame ist ein Herr, und zwar einer im “reiferen Alter” ;-) Nur, damit Ihr mir da nicht auf irgendwelche dummen Gedanken kommt :-D
Gruß
hannilein (das entstand übrigens aus meinem ursprünglichen Nick “Hannibal Lektor” ;-)
@ 33 hannilein
Ups, da lag ich wohl daneben.
Aber das schließt ja Horschts Anmerkung nicht aus, sind ja schließlich eine tolerante Gesellschaft ;- )
[Anm.d.L.: Laß das bloß nicht den Cheffe hören - der ist da ganz und gar nicht "experimentierfreudig" *g*/ha]
@30
Sehe das ähnlich. Die Polarisierung wird zunehmen. Natürlich wird man die Sicherheitsgesetze noch weiter verschärfen, wie auch die schon vorhandene Diskriminierung von MUslimen (Oder die Diskriminierung dessen, was für die meisten LEute muslimisch aussieht oder klingt).
Das wir eventuell mit solchen Home grown terrorists (Klingt eher nach home grown weed, oder ,- ) rechnen müssen, halte ich für wahrscheinlich. Es gibt genug junge und wütende Männer, die auf der Suche nach Identität und Halt sind, und das einzige, was sie finden, ist Ablehnung und Hass. Bin selbst noch ein recht junger KErl, und ne Mordwut habe ich auch. Spätestens, seit mich ein gewisser Bundesminister als Kinderpornographiebefürworter abgestempelt hat. Leider werden die LEute, wie auch bei el Masri, nicht auf die Ursache schauen, sondern ihre Vorurteile bestätigt sehen. Und das kann ganz böse Folgen haben…
Mit Gruß zurück,
Max
P.S.
Die Verwechslung der Geschlechter geht auf den Spitznamen einer guten Bekannten von mir zurück.
Nun, man hat sich entschieden: 80% der Deutschen sind gegen diesen Krieg und dennoch wird er geführt. Zum Wohle der Rüstungsindustrie übrigens.
Daher ist es auch nicht albern, wenn die Entscheidungen des “Pöbels” ignoriert werden, um einer kleinen Nutznießerschar ganz tief in den verdreckten Arsch zu kriechen. Es ist eher albern, dass unsere Politkasper immer noch nicht Bekanntschaft mit Knästen gemacht haben. Da gehören sie hin; mit anschließender Sicherheitsverwahrung.
ist doch schön, so viel Vernunft in diesem Forum zu lesen. Wer sich durch das SpOn-Forum des gleichen Themas quält, krümmt sich vor Entsetzen, wie dort diskutiert wird.
@ 36 J. Berger (Interessante Namensgebung)
Wer sich mit Hunden einlässt, muss auch mit Flöhen rechnen ;- )
Denn wo SpOn draufsteht, da ist nämlich auch SpOn drin…
[Anm.d.L.: Trefflich gesagt! So kurz konnte ich das nicht ;-) ]
@37 ich heiße J. Berger. Als ich mich hier das erste Mal eingeloggt hatte, wußte ich zwar, daß ich beim Spiegelfechter bin, aber nicht , daß der Jens Berger heißt.
Zum Thema Söldner, oder nicht Söldner:
Zum Unterschied zwischen Soldat und Söldner:
Demnach würde ich nicht von Söldner sprechen, das würde ja im Extrem heißen, dass auch, z.B., ein Warlord einen solchen Soldaten kaufen könnte. Denn einem Söldner ist es letztlich egal, für wen er arbeitet, Hauptsache die Knete stimmt. Das sehe ich nicht so, für mich sind es Soldaten, die im einen oder anderen Fall vielleicht sogar glauben, einer guten Sache zu dienen. Jedenfalls entlässt der Sold an sich, so hoch er auch sein mag, nicht die Politik oder Gesellschaft aus der Verantwortung!
@ 22 – Karl Heinrich
Zu der von Ihnen vermuteten Einstellung der afghanischen Bevölkerung zum Krieg der ausländischen Interventionsmächte schreiben Sie:
“Was sie selber so sagt, nämlich dass sie vor den Taliban viel mehr Angst als vor ISAF-Soldaten hat, das wird natürlich nicht erwähnt.”
Dann machen wir mal die Probe:
1.) Interview mit der Revolutionären Vereinigung der Frauen Afghanistans:
Die unabhängige Frauenorganisation Revolutionäre Vereinigung der Frauen Afghanistans (RAWA) wurde 1977 gegründet. Sie kämpft für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit in Afghanistan. RAWA stellte sich sowohl gegen die sowjetische Invasion und Besetzung Afghanistans von 1979 ? 1989, als auch gegen die darauf folgenden Regierungen der Mujahedeen und der Taliban, sie unterhielten im Untergrund Schulen für afghanische Mädchen, veröffentlichten eine Zeitschrift und starteten humanitäre Projekte.
Mariam Rawi ist ein Mitglied von RAWAs Komitee für Auslandsbeziehungen. Sie beantwortet hier Fragen von Peace News zur derzeitigen von den USA angeführten Besetzung Afghanistans.
http://zmag.de/artikel/interview-mit-der-revolutionaeren-vereinigung-der-frauen-afghanistans
2.) Die USA haben den Fundamentalismus nach Afghanistan zurückgebracht:
Der folgende Text ist eine Aufzeichnung der Rede von Malalai Dschoja, Mitglied des afghanischen Parlaments, gehalten an der Universität Los Angeles am 10. April.
alalai Dschoja ist die jüngste und freimütigste Parlamentarierin Afghanistans. Sie hat die Kriegsherren, die von den USA unterstützt werden und das afghanische Parlament beherrschen, offen angegriffen. Seitdem erhielt sie eine ununterbrochene Folge von Morddrohungen. Mit 28 Jahren hat Malalai bereits vier Mordversuche überlebt. Die filmische Dokumentation über sie, ?Enemies of Happiness?, gewann den Preis der Großen Jury auf dem Sundance.
http://zmag.de/artikel/die-usa-haben-den-fundamentalismus-nach-afghanistan-zuruckgebracht
@39 Solche Soldaten werden ja auch gekauft: nichts anderes sind privatwirtschaftlich ausgerichtete Unternehmen wie ehemals Blackwater, welches nach der Namensumbenennung heute unter Xe / Sii firmiert.
Scheinbar sind die Angebote und die selbst erschaffene Nachfrage militärischer Leistungen der staatlichen Armeen und die Angebote der direkt privaten Anbieter militärischer Leistungen getrennt, tatsächlich ist diese Form inhaltlich nichts weiter als eine globale Arbeitteilung, wie sie sonst völlig “normal” für den globalen Markt zwischen und innerhalb von Weltkonzernen sind.
Ist die US Army letzlich heute mehr als das militärische Leistungsangebot des erdölbasierenden Finanzkaptials und dessen Konzernvertreter (Stichwort Irakkrieg)? Dient dieses Leistungsangebot heute allen staatlichen Bürgern in gleicher Weise und wen ja, in welcher genau? Gilt gleiches nicht auch für deutsche Gegenstück in gleicher Qualität?
Für die Auslandseinsätze der BW gilt das finanzielle Eigeninteresse bei fast allen Soldaten als alleinige Motivation, samt der garantierten späteren staatlichen Führsorge und Absicherung.
Was soll daran so schlimm sein, wenn ab und an mal ein Bundeswehrsoldat stirbt? Die hatten wenigstens die Wahl ob sie sich dem Risiko aussetzen wollen oder nicht. Die meisten sind doch nur kranke rechte Waffenfanatiker, ich weiß das ist sehr polemisch.
Viel schlimmer ist, dass da in Massen Zivilisten umgebracht werden, die einen Scheiß dafür können. Das ist schlimm/furchtbar/schrecklich und darüber sollte angemessen berichtet werden. Statt über 3 tote Berufsmörder!
@321meins
Das ist nicht polemisch, das ist ziemlich dämlich. Aber das ist ja das Schöne an so einer “Meinung” – jeder hat eine ;-)
“Die Anschläge von New York wurden allerdings nicht von afghanischen Freischärlern, sondern von saudischen Koranschülern ausgeführt. Nach dem momentanen Erkenntnisstand waren auch die Hintermänner und die Finanziers Saudis.”
Welche Hintermänner denn? Bin Ladens Alk Heida? Oder die Exporteure des saudischen Wahabismus, also die besten Geschäfts- “Freunde” des Westens und speziell des Bush- Clans? Was ist der Unterschied zwischen den “Taliban” und jenen “Mudjarhedin” mit denen 007 und Rambo einst Seite an Seite kämpften um den Hindukusch von den Russen zu befreien? Wo ist eigentlich die Nord- Allianz abgeblieben, welche die “Talibanherrschaft” als aktive Bodentruppe der NATO schon im Frühjahr 2002 praktisch beendete? Das ganze Bild vom Krieg gegen den “internationalen ischlamischtischen Terrorischmusch” hängt so schief wie das nämliche in einem bestimmten Loriot- Sketch… -und die Integrität des Westens sieht mittlerweile aus wie der Salon in jenem Sketch! (Loriot “Das Bild hängt schief” -zu finden bei You Tube)
@hannilein:
Würde eher auf starken Abreisedrang tippen, die spanische Variante so zu sagen.
Ist eher Angstbeissertum was da in Afghanistan läuft, eine Position der Stärke ist nicht erkennbar, wenn man den Vorgang nicht einmal namentlich korrekt bezeichnen will oder kann (hier mag es juristische/verfassungsgebene Einschränkungen geben, keine Ahnung), also was er darstellt.
Die BW ist halt seit jeher gewohnt und trainiert so lange herumzustehen bis die richtige Armee kommt, ist vielleicht auch besser so.
@ J. Berger, #37
Tscha, das ist wohl leider der “bundesdeutsche Alltag”, wenn ich mal so sagen darf. Obwohl Der Spiegel bei einigen Leuten immer noch als “intellektuell” gilt, spiegelt er doch längst vor allem eines wider: bundesdeutsche Befindlichkeiten und mangelnde Kritikfähigkeit. Hier, im Hause Deines “Namensvetters” wird tatsächlich noch gelegentlich nachgedacht und reflektiert, auch wenn ich mir mehr intelligente und fundierte Kritiker wünschen würde, da nur so ein Diskurs stattfinden kann.
Enjoy!
hannilein
@ 321meins, #43:
Da gebe ich Dir vollkommen recht. Allerdings gibt es abseits des “medialen Mainstreams” auch diverse kleinere Publikationen und “E-Postillen”, die seit Jahr und Tag nicht müde werden, die ganze Problematik im Bewußtsein der Öffentlichkeit zu halten (oder besser: sie erst dort hinzubringen). Mir persönlich bspw. ist das ein wichtiges Anliegen und ich habe mich sehr gefreut, als Jens gestern mal wieder was “Nicht-Triviales” dazu schrieb. Auch Herdens Artikel im Freitag freute mich, da auch er imo den richtigen Fragen nachgeht.
Das nennt sich in der Branche nun mal “aktueller Anlaß” und ist auch nicht schön, aber wenn Du damit ein solch wichtiges Thema mal wieder einer breiteren Öffentlichkeit vor Augen halten kannst und die richtigen Fragen aufwirfst, ist es imho gerechtfertigt.
Weißt Du – es muß sich (nach acht Jahren Krieg) endlich was bewegen, und ich denke, wir sind uns da fast alle einig, nur sind Medien wie der Spiegelfechter halt nicht “Meinungsführer”, sondern ein ganz kleiner Teil von “Gegenöffentlichkeit” und “Aufklärung 2.0″. Der SF kann folglich nur mahnen und auch dieses – meist vergessene – Thema regelmäßig wieder in den Fokus seiner Leser rücken.
Gruß
hannilein
@ Horscht, #46:
Gratuliere ;-) Du hinterläßt mich mit mehr Fragen als Antworten :-D
Wer ist bei Dir der “Angstbeisser” und was meinst Du mit “richtige Armee”?
Fragen über Fragen
hannilein
Nun, die Handlungen der BW in Afghanistan begründen auf Aussagen bzgl. einer “bedingungslosen Solidarität” eines Ex-Bundeskanzlers. Insofern darf die Entsendung der Truppen als Angsthandlung verstanden werden, Angst vor dem Islamismus, Angst in Verdacht zu kommen nicht bündnisfähig zu sein und Angst vor den Aufgaben vor Ort. Wir haben hier eigentlich keinen Angstbeisser, sondern eher einen Angstjobber (falls es so etwas gibt).
Die “richtige Armee” ist im Zweifel immer die US-Armee, allerdings haben auch andere Armeen Kompetenz.
Die schnelle und ehrlose Abreise wäre im Krisenfall unter diesen Umständen plausibel, oder? BTW, Prognosen sind immer etwas, nunja, du weisst schon…
Dennoch: Jens wird sehen, wie die Bundesregierung dann auf einmal “den Mut” aufbringen wird “eine einseitige Exit-Strategie” im Eiltempo zu entwickeln und umzusetzen.
Das Problem der Bundeswehr in Afganistan ist ja nicht nur, dass es dort keine Exitstrategie gibt sondern der ganze Einsatz als reines Alibi geführt wird. Würde man dort wirklich einen Erfolg wollen und herbeiführen, müsste man mit deutlich höherem Einsatz an die Sache gehen, nicht nur von der Präsenz, aber vor allem auch durch wirtschaftliche Hilfe und Aufbau.
Für die Bundesregierung besteht das einzige Ziel darin die Bündnispflichten zu erfüllen und zwar soweit das es nicht zu viel kostet. Das dann solch verschwurbelten Sätze bei rauskommen “Deutschland wird am Hindukusch verteidigt” ist nicht verwunderlich. Es geht ja nicht um Afganistan an sich.
Also raus aus Afghanistan und das Land den Fundis überlassen ? Die Menschen dort im Stich lassen, allen voran Frauen und Mädchen die auf eine bessere Zukunft hoffen ?
Damit die BW dann zuhause alle ihre Klamotten so lange kaputtwarten kann um darauf zu warten dass irgendwann ein Panzer an der Grenze auftaucht ?
Volle Zustimmung zum Artikel!
Die Mehrheit der Deutschen unterstützt diesen Krieg nicht. Die Bundeswehr hat in Afghanistan nichts verloren. Sollen Brücken oder Schulen gebaut werden, ist das Technische Hilfswerk zuständig.
Auf weiter Flur herrscht die übliche Propaganda der Machthaber, wenn Krieg als Friedenseinsatz verharmlost wird.
Deutschland führt Krieg gegen ein Land, von dem es nie angegriffen worden ist.
So sieht die Wahrheit aus!
Schluss mit dem Krieg, raus aus Afghanistan!
@Spiegelfechter
Excellent gefochtener Artikel!
Nicht nur zur gut herausgearbeiteter Problematik- die bei dem wenigen Platz eines Blogs immer schwieriger wird, je länger dieser “Konflikt” andauert – möchte ich meinen Respekt aussprechen. Es war auch ein “Fest”, dem nachfolgenden Diskurs zu folgen, bei dem sich großteils doch eher intelligente und versierte Nach-Denker als Leser zeigen. Es freut einen immer wieder so etwas vorzufinden!
‘Soldaten’ und ‘Söldner’ sind zwei Seiten der selben Medaille unter dem Zeichen der weltweit umgesetzten Kriegsökonomie
http://www.imi-online.de/download/KG-April09-Soeldner.pdf
@SF
“Wer sein höchstes Gut ? sein Leben ? für sein Land gibt, hat allerdings verdient, dass die Demokratie, für die er sein Leben opfert, offen und ehrlich die Argumente für und wider diesen Kriegseinsatz diskutiert.”
Heroische Worte, aber die BW Soldaten opfern ihr Leben nicht für die Demokratie. Oder ist die in irgendeiner Weise in Gefahr?
Wenn ja, dann wird sie wohl kaum von den Afghanen bedroht, sondern von genau den Politikern (und deren Hintermännern), die einen verfassungswidrigen Angriffskrieg führen. Wollten die Soldaten tatsächlich die Demokratie schützen, dann müssten sie wohl zum Reichstag marschieren und dort die Kriegstreiber bekämpfen.
Die Soldaten opfern freiwillig ihr Leben für Politiker wie Merkel, Struck, Jung, Steinmeier, u.a. Leuten, die Vorteile an einem Krieg haben und dafür haben diese Soldaten nun wirklich keinen Respekt verdient. Respekt kann sich nur der Soldat verdienen, der sein Gehirn benutzt und sich diesem Irrsinn verweigert!
So weit ich weiß ist ein Grund den Afghanistan-Einsatz nicht als “Krieg” zu bezeichnen darin begründet, dass Versicherungen bei Schäden im Kriegsfall nicht zahlen.
@ Horscht 1
Die Meinnung, dass es keinen gerechten Krieg geben kann wird nicht durch Bildungssysteme geschaffen, sondern resultiert aus dem (anscheinend nur noch bei wenigen vorhandenem) gesunden Menschenverstand. Ein Mann wie Traven könnte dir das vielleicht genauer erklären ;)
@ Neu hier 5
Ja – Richtig. Momentan sogar nicht gerade erfolgreich. Und was soll ich sagen? Nennt mich ruhig Vaterlandsverräter, aber ich finde es eigentlich nur gerecht, dass wir dort unten nicht gerade erfolgreich sind.
@DJ Doena
Eben nicht! Man entscheidet sich nicht für entweder oder, sondern lässt es einfach bleiben! Und mir könnten die deutschen Verluste nicht egaler sein (auch wenn mich der Lektor für diese nicht existierende Steigerung wahrscheinlich köpfen wird) angesichts der unverhältnismäßig hohen Verluste der afghanischen Zivilbevölkerung – denn diese haben sich nicht freiwillig erklärt in diesem Kriege mitzuwirken! Also rede bitte nicht von statistischem Rauschen.
@ Max Krapp 13
In der Tat, der Gedankengang ist ungewöhnlich, wird dadurch aber nicht absurd. Vielmehr ist die Ungewöhnlichkeit des Gedankenganges absurd, da doch beide Parteien der Meinung sind für ihre (ihrer Meinung nach) legitimierten Freiheiten zu kämpfen.
@ Kalle 16
Meines Wissens ist es heute nicht anders, die Hand voll Leute die ich kenne, die lieber den Wehr- als den Zivildienst geleistet haben, sind (obwohl ich diesen bisher immer eine ausgeprägte Intelligenz unterstellt habe) allesamt davon überzeugt, dass eine deutsche Armee lediglich dem Frieden und der Freiheit aller Völker unserer Welt dienen würde…
@ Horscht 17
Auch wenn ich nicht der Spiegelfechter bin – NEIN – es kann keinen gerechten Krieg geben. Ich würde mich nichteinmal als besonders pazifistisch bezeichenen, aber allein die Ungerechtigkeit die gewissen Opfern des Krieges widerfährt kann nur ungrecht sein und das Gefühl von Ungerechtigkeit schüren, ganz abgesehen von den tausend anderen Aspekten der ungerechtigkeit des Krieges – gerade in einer Zeit in der wir uns zunehmend als “Erdenbürger” und nicht als “Europäer” oder “Deutsche” bezeichnen…
@ lektor 19
Ich sehe das ähnlich. Das der Krieg auf das Territorium des Gegners getragen wird, wird damit zusammen hängen, dass es kein spezifisches Territorium für diesen Krieg gibt, es gibt nicht einmal ein Volk, oder einen Staat der diesen Krieg seitens der Taliban führt, und genau daraus resultieren z.B. Terroranschläge die wir für so furchtbar feige und ungerecht erachten, es gibt nunmal gar keine Möglichkeit eines offenen Kampfes.
@ Karl Heinrich 22
In erster Linie würde es bedeuten, dass uns unsere Regierung ziemlich dreist belügt?! Und da sehe ich mal wieder des Spiegelfechters Ziel erfüllt, solche Lügen aufzudecken (bzw. in einem Fall wie diesem, wo bereits jeder halbwegs intelligente Mensch die Aussagen gewisser Politker als Lügen entlarvt hat, auf diese hinzuweisen).
Tjaja, die Bevölkerung hat vielmehr Angst vor der von unseres gleichen ausgebildeten Taliban als vor der ISAF. Fraglich ist allerdings ob ein Grund zur Angst ohne die Einmischung der ISAF überhaupt bestehen würde.
@ Frau Lektorin (ich halte an dieser Anrede trotz besseren Wissens fest) 31
das hört sich ja fast nach cia-hollywood an^^
@ J. Berger 39
Oh mein Gott, verwirrt mich nicht mit Tatsachen!
@ Gebintit 40
Ich kann zwar deine Argumentation nachvollziehen, würde dieser aber Trotzdem widersprechen: Auch wenn wohl der großteil der deutschen Soldaten der (möglicherweise falschen) Überzeugung sind einer guten Sache zu dienen, würde ich nicht von vaterländischer Motivation sprechen. Zwar besteht eine ideologische Motivation, diese bezieht sich jedoch nicht aufs Vaterland, sondern auf einen abstrakten Weltstaat. Daher bräuchte man m.E. entweder ein neues Wort, oder man sollte die Definition der Wikipedia überarbeiten… Mit deinem Schluss gehe ich vollkommen d’accord.
Ich entschuldige mich im voraus dafür nicht anständig zitiert zu haben, sowie für mein ausgesprochen ausgeprägtes Halbwissen auf so ziemlich jedem Bereich, wobei ich mich ganz bewusste recht Vage ausgedrückt habe… Wie der werte Spiegelfechter schon geschroben hat (obwohl dieses Wort wohl nix mit “schreiben” zu tun hat, es klingt in diesem Zusammenhang einfach zu schön): Jeder hat eine Meinung. Und um meinen Sancho Pansalismus vollends auszuführen, würd ich gern noch Voltaire zitieren, lass es dann aber doch lieber bleiben…
Liebe Grüße!
@57
‘So weit ich weiß ist ein Grund den Afghanistan-Einsatz nicht als ?Krieg? zu bezeichnen darin begründet, dass Versicherungen bei Schäden im Kriegsfall nicht zahlen.’
Koenntest Du das bitte noch ein bisschen ausfuehren? Welche Schaeden sind gemeint?
@59
Naja, Schäden, gegen die man sich bspw. versichern kann: Invalidität, Verlust von Körperteilen (Finger, Hände, Ohren, etc.), Tod… unsere “Vermögensberater” haben ja Versicherungen für (fast) alles Erdenkliche, nur für Schäden, die in, bzw. durch, einem(n) Krieg entstehen, kommen sie in der Regel nicht auf.
Danke Salvo für den sehr sehr guten Link! Diesen kann man nur jedem zu lesen empfehlen.
Gerade der interessante Umstand wie der “Abzug” der britischen Armee aus dem Irak, dessen Aufgabe nun britische Söldnertruppen einfach direkt übernommen haben, zeigt die Richtung auf, wie die Arbeitsteilung zwischen staatlichen Soldaten und privaten Söldnern die juristische Trennlinie immer mehr verwischt, sich gegenseitig bedingt, und sich gegenseitig verändert.
@ehLe:
Schon klar, aber die Leute haben jeweils ihren eigenen “gesunden Menschenverstand”, haben ja auch ein anders genutztes Gedächtnis und eine andere Art der Auffassung.
Mich hatte ja auch eher diejenige Sicht des Meisters (oder Hannileins :–) interessiert, man will ja als Nutzer hier einordnen. So gut es geht. BTW, was sagt denn die LINKE hierzu?
[Anm.d.L.: hannilein hat nur selten eine Sicht/Meinung, weil sie sich eine solche meist nicht leisten kann *g*]
@ ehLe, #58:
Vorab: Die Lektorin ist eigentlich nie für etwas gram ;-)
“Gesunder Menschenverstand” ist so eine Sache … Wie kann der ohne Sozialisierung (also auch Bildung) zustande kommen? B. Traven? War das nicht Ret Marut? Von dem lese ich gerade Fragmente anläßlich meiner Studien zur Bayerischen Revolution 1918/19.
D’accord.
Die Lektorin hält nichts vom Köpfen, soviel sei verraten ;-) “Bleibenlassen” wäre natürlich imo das Beste gewesen, aber wir stecken mittlerweile völlig drin im Sumpf und jeder Tag kostet neue Opfer. Deine Kritik an Doena (dem ich gerne selber was auf seinen Einwurf geantwortet hätte, wenn er mich denn nicht so zum Verstummen gebracht hätte) ist m.E. völlig berechtigt, nur kreidet Dir die Lektorin das “unverhältnismäßig” an: gibt es denn auch “verhältnismäßige” Verluste unter Zivilisten? Und auch die Trennung zwischen “Kombattanten” und “Nicht-Kombattanten” mag mir nicht so recht gefallen, denn: sind das nicht alles auch Menschen?
Da möchte ich Dir doppelt widersprechen ;-) Erstens ist das imo keine wirkliche Frage des “Territoriums” (“wir” sind in “deren” T. gewaltsam eingedrungen und haben dort Verwüstungen angerichtet, was – gemäß der menschlichen Natur – wahrscheinlich Rachegefühle erzeugen dürfte) ist, wohl schon Tatsache oder unmittelbar bevorstehend. Nicht, daß ich das begrüße – denn ich will nicht den letzten Grennie über den Khyber-Paß flüchten sehen, aber ich kann die Leute dort verstehen (“verstehen” nicht im Sinne von “billigen”) und weiß, daß es von Anfang an falsch war, sich dort einmischen zu wollen. Als die Taliban damals die Buddha-Statuen sprengen wollten, dachte ich auch im ersten Moment “Diese Barbaren”, aber mir wurde auch gleichzeitig bewußt, daß sich hier nur die Frage “Kulturgut versus Menschenrecht” stellte, weshalb ich mich nicht dem Kanon der Entrüsteten zugesellte ;-)
Jens bemüht(!) sich, das so nach Kräften zu tun und dies findet meine volle Unterstützung. Sonst würde ich hier nicht unentgeltlich arbeiten ;-)
Das kannst Du halten wie Du willst :-D Mich freut’s, wenn ich hier mal “meine feminine Seite ausleben” kann; außerdem finde ich die Vorstellung einer LektorIN auch viel prickelnder ;-)
Ja, Jens mag dieses Wort (erinnert an “verschroben”, nicht wahr?) und ich lasse es ihm außerhalb der Artikel auch durchgehen :-) Hübsch finde ich auch Deinen “Sancho Pansalismus” und wüßte nur zu gerne, welches Voltaire-Zitat Du uns vorenthalten hast.
Boah, ey … langes reply-Posting; Du machst die Lektorin echt fettisch :-D
Liebe Grüße
hannilein
P.s.: Neben der reply-Schreiberei für Dich habe ich gerade mit einem alten Freund das Konzept des “politischen Stammtisches” neu aufgelegt, da uns alte Herren langsam wieder der Aktionismus überkommt ;-)
Completely “off topic”:
Erst kackt Skype mit einem kryptischen “… korrumpiert” ab, dann erzählte mir H & B EDV was von “avcenter.exe” cannot be found or has been modified or destroyed.”, als ich mal vorsichtshalber Antivir laufen lassen wollte :-( Zu allem Überfluß schifft (=regnet) es hier in München ohne Ende und hannilein ist folglich schwer vergnatzt!
Wollte ich nur mal gesagt haben ;-)
hannilein
P.s.: Dann frühstücke ich halt endlich mal, gehe einkaufen und schließe den Zweitrechner an :-D
@momo #41
Wie bitte? Sollen denn diese “revolutionären Frauen” auch die Schülerinnen derjenigen Mädchenschulen vertreten, auf die die Taliban jüngstens Säure- und Giftgas-Anschläge verübt haben?
Da find ich die diversen Umfragen unter der afghanischen Bevölkerung relevanter.
Das ist doch grotesk. Der war doch vorher da. Mit Stadion-Exekutionen und allem zipp und zapp.
Es ist schon bezeichnend, wie sehr die Afghanistan-Abzieher immer nur auf dem Antiimpi-Mist herumreiten, statt mal Perspektiven für die vom Brutaloislamismus Gepeinigten aufzuzeigen. Mullah Omar und Konsorten sind unausgesprochen die antikolonialistischen Helden unserer Völkischen. Da sind sich NPD und Linkspartei mal wieder total einig.
Der deutsche Rückzug würde, in meinen Augen, einen sehr großen Imageschaden zur Folge haben. Deutschland ist ein Teil der Nato und bei einer einseitigen Rückzug müsste man auch über einen Austritt aus der Nato nachdenken.
Ich finde es peinlich genug, dass es dem “größten Mitlitärbündnis der Geschichte” mit so einer hoch entwickelten Infrastruktur nicht gelingt sich aus dem Dilemma zu befreien.
Rückzug Deutschlands würde die Motivation der Taliban und auch anderen terrorischtischen Gruppierungen noch mehr stärken.
Die deutsche Beteiligung an sich war schon von Anfang an falsch. Aber Rückzug (wenn es bald und einseitig geschieht) ist der falsche Weg.
> Als die Taliban damals die Buddha-Statuen sprengen wollten, dachte ich auch im ersten Moment ?Diese Barbaren?, aber mir wurde auch gleichzeitig bewußt, daß sich hier nur die Frage ?Kulturgut versus Menschenrecht? stellte, weshalb ich mich nicht dem Kanon der Entrüsteten zugesellte
Denke mal, dass Lektoren besser keine Sacharbeit leisten sollten; die teilweise geübte Indifferenz machts eher noch schlechter.
“Unentgeltlich” findet übrigens nie eine Kooperationshandlung statt, die Vergütung muss keine monetäre sein.
H. bewirbt sich hiermit als “klassischer” Moderator. ;)
Am 3.4. hat Marc THÖRNER diese Sendung auf WDR5 gebracht. (Alles, was ich bisher von ihm gehört habe, war sehr, sehr gut. Der Mann beschönigt nichts und weiss, wovon er redet)
“Rückkehr der Taliban? – Die Bundeswehr in Nordafghanistan” – (live-stream unter dem Text)
http://www.wdr5.de/sendungen/neugier-genuegt/sendungsdetailseite.html?tx_wdr5ppfe_pi1%5BshowUid%5D=3355994&tx_wdr5ppfe_pi1%5BbeitragsUid%5D=19110&cHash=1975826364
(20 Min. mit kurzer Einleitung des Moderators, Sendemanuskript bei WDR5.de)
(hoffe, der link tut’s)
“Mullah Omar und Konsorten sind unausgesprochen die antikolonialistischen Helden unserer Völkischen. Da sind sich NPD und Linkspartei mal wieder total einig.”
wer die Leiden der historischen Opfer der deutschen Verbrechen instrumentalisiert, um die heutige politischen Gegner zu diskreditieren, drückt eigentlich nur aus, dass er Wesentliches mit den historischen Tätern gemein hat – dagegen hilft auch keine noch so offen zur Schau getragene Broder-Gefolgschaft
@bismodo
Sehr guter Bericht! Er zeigt, dass ein Bleiben viel schändlicher ist, als ein Abzug. Siehe auch Deutschlandfunk.
@Karl Heinrich
Ich dachte auch mal, dass diese himmelschreienden Menschenrechtsverletzungen eine militärische Intervention rechtfertigen und so dachten und denken auch viele GRÜNE. Leider ist das naiv und der Bericht von Marc Thörner zeigt die ganze Problematik auf. Finden die Menschenrechtsverletzungen bei Abwesenheit der Bundeswehr statt, so ist man wenigstens nicht ein Komplize! Und mal ehrlich, vorausgesetzt wir würden als gute Ritter auf der ganzen Welt die Bösen jagen, die BW wäre heillos überfordert. Wo hört man auf, wo fängt man an? Schon merkwürdig, dass dies alles angeblich verfassungsgemäß ist.
Nicht so defätistische Aussagen Herr Reichsheini, immerhin wird unsere Wahabitenfraktion Porsche retten, liefert Erdöl in Massen, kauft unsere deutsche Wehrtechnik, hat einen wunderbaren König mit einer ebensolchen Königsfamilie und baut für unsere schwertätig leistenden Multimillionäre Inseln. Ob sie dabei Frauen wie Sklaven halten, anderen die Köpfe abschlagen, die Bauarbeiter, die den Reichtum erwirtschaften, für ihre Leistungen nicht bezahlen, steht nicht zur Debatte, solange deutsche Konzerne dort Profite erwirtschaften.
Darüberhinaus haben genau diese demokratischen Freunde schon einmal die rote Flut in Afgahnistan besiegt, und wir waren stolz darauf, wie sie die Frauen, Mädchen, die Lehrer, Lehrerinnen und Kinder für die westliche Freiheit massakrierten. Diese Leistung muss man heute auch noch als eine solche anerkennen.
Im übrigen dürfte selbst Ihnen bekannt sein, dass der moderne und demokratisch eingeführte Verfügungsfickzwang für Frauen und Mädchen, die Verdinglichung menschlichen Lebens, durch unseren afghanischen Verbündeten eine herorische Leistung darstellt, auf die wir selbst stolz sein müssen. Dieser Verfügungszwang kommt unmittelbar und direkt der Motivation unserer dortigen Truppen zu Gute, und wird daher, seit den gleichen guten Erfahrungen ähnlicher Institutionen im Kosovo, von uns milititärisch unterstützt. Die Weitsicht der Grünen, die historischen Erfahrungen der deutschen Wehrmacht mit ihren Wehrmachtsbordellen für unsere heutigen Freiheitmissionen unmittelbar zu nutzen, ist da lobenswert zu erwähnen.
Sie wissen selbst, gegen den Russen und den Chinesen darf man nicht zimperlich sein.
@salvo #69
Ja, schön, dass du das jetzt einmal sagen konntest. Aber mit dem Bezug auf Herrn B. sprichst du einen wesentlichen Aspekt an: Ich bin wie er der Ansicht, dass sich die deutsche Linke insofern vom Projekt Aufklärung verabschiedet hat, als sie jedem, wirklich jedem Schurken hinterher rennt, wenn es nur gegen die US of A oder Israel geht. (Hitler’s späte Rache sozusagen.) Das zeigt sich in dieser Afghanistan-Debatte eben auch.
Ich könnte einen Standpunkt akzeptieren (wenn auch nicht teilen) “Das rechtfertigt unsere Toten nicht.” Aber diese Negierung des Islamofaschismus, diese Umkehrung der Aggressionsverhältnisse – nur weil man damit mal wieder Anti-NATO sein kann, das ist grausam.
@Gebintit #70
Die Bw ist ja auch nicht vor Ort als Folge der Menschenrechtsverletzungen, sondern als Folge des Ausbaus Afghanistans zur Terrorbasis. Das eine hat nur mit dem anderen zu tun. – Wir wollen es allerdings auch nicht zu hoch hängen, die Rolle Deutschlands ist ja nun wirklich bemerkenswert klein. Insofern wird die ach so gut gesonnene deutsche Linke ohnehin nicht ihren Sympathieträgern zum Erfolg verhelfen können.
> Aber diese Negierung des Islamofaschismus, diese Umkehrung der Aggressionsverhältnisse – nur weil man damit mal wieder Anti-NATO sein kann, das ist grausam.
Muss keine Umkehrung sein, Äquidistanz mag vorliegen, schwer zu schreiben wie das der Sacharbeit nützt, wohl eher nicht.
Tiefpunkte sind dafür da gesetzt zu werden.
@Karl Heinrich
So musste das Bundesverfassungsgericht argumentieren. Mit dem Menschenrechtsargument und dem Wiederaufbau wird aber politisch um Sympathien für den Einsatz geworben. Und einige GRÜNE haben sich dadurch “fangen” lassen.
Aber selbst unter der verfassungsgemäßen Annahme, wir würden uns in Afghanistan engagieren, weil dort die Basen für Angreifer auf Nato-Staaten ausgebaut würden, wäre die Mission zum Scheitern verurteilt und das aus Gründen, die es schon im Vietnam-Krieg gab:
1. Technik und Feuerkraft ersetzt keine halbherzig kämpfenden Menschen, die nur möglichst schnell mit heiler Haut wieder nach Hause wollen.
2. Wie in Vietnam hat auch hier der Gegner Rückzugsmöglichkeiten, wo man ihn nicht mehr kriegt (Nordwesten von Pakistan).
3. Wie einst in Vietnam geht man Allianzen mit antidemokratischen Kräften und leider auch Verbrechern ein.
4. Wie einst in Vietnam trampelt man, wie ein Elefant im Porzellanladen, auf fremden Kulturen herum.
Dabei zeigt doch gerade der Fall Vietnam, dass ohne Einmischung sich viele Dinge sogar im Sinne des Westens selber regeln können. So bekriegte sich ironischerweise die vietnam. Befreiungsarmee bald nach ihrem Sieg mit China und sie besiegten bekanntlich die Steinzeitkommunisten in Kambodscha. Heute ist Vietnam ein relativ westlich geprägtes Land.
Der Versuch, die Welt militärisch im Sinne des Westens zu gestalten, ist auch aus meiner Sicht imperialistisch und noch dazu dumm! Denn der Westen scheint aus seinen Fehlern nicht zu lernen.
Statt militärisch, sollte man versuchen die Dinge über die Wirtschaft und Diplomatie zu beeinflussen. Mit einem Handel, der sich an ethischen Grundsätzen orientiert, könnte viel mehr erreicht werden, als durch militärische Intervention. Selbst hegemonial betrachtet, ist die Außenpolitik Chinas viel klüger als die der NATO.
@Gebi:
“Wehrwölfe” und “Kamikazis” sollen auch nicht ganz ohne gewesen sein.
Haben aber dennoch verkackt.
In V wollte man den Sieg seinerzeit pol. nicht, die Kommunisten hat man dann hacken lassen.
Und klar, zu gewinnen ist nicht alles, aber schaut die Alternative besser aus?
Fragen über Fragen, gell Hannilein. ;)
Mit Islamofaschismus grüßt die antideutsche Broderssuperliga für ganz Armselige, fern jeglicher Realität, schon seit Jahren. Alles nichts Neues, aus der dämlichsten Propagandakiste, die je verkauft wurde.
Wer hat Angst vom Islamofaschisten, wa Reichsheini, oder sollte man in deinen Kategorien bleiben, wo nur “Deutschland sucht den Superantisemiten und den Superislamofaschisten” als allgemeines Motto gilt, weil man von den Realitäten nichts wissen will? ;)
der oben verlinkte Beitrag von Marc Thörner zeigt doch eindruchsvoll, in welchem Maße die vermeintlichen Agenten der Aufklärung den ‘Islamofaschismus’ fördern
andererseits gilt wohl Mark Thomas Einsicht
?All of the data in the world is useless if you cannot see, refuse to see, or cannot accept what it is trying to tell you.?
@ 65 – Karl Heinrich:
1.) Sie schreiben:
“Wie bitte? Sollen denn diese ?revolutionären Frauen? auch die Schülerinnen derjenigen Mädchenschulen vertreten, auf die die Taliban jüngstens Säure- und Giftgas-Anschläge verübt haben?” …
… oder jene Frauen, die von der mit “dem Westen” verbündeten Nordallianz vergwaltigt werden?
Bei dem Wort “Revolutionär” brennen bei Ihnen wahrscheinlich sämtliche Sicherungen durch. Das Wort “Revolutionär” wird von Ihnen wohl nur dann akzeptiert, wenn es beispielsweise im Gewande der “Internet-Revolution” daherkommt.
2.) Sie zitieren die Überschrift des von mir verlinkten Artikels:
“Die USA haben den Fundamentalismus nach Afghanistan zurückgebracht”
und schreiben:
“Das ist doch grotesk. Der war doch vorher da.”
Da haben Sie recht, allerdings in einem ganz anderen Sinne, als Sie uns hier glauben machen möchten.
Ich zitiere aus Jürgen Roths im November 2001 erschienenen Buch ?Netzwerke des Terrors? (Seite 7f):
?Gleichzeitig werden die vielen Widersprüche beschrieben, die zeigen, daß Terrorismus (wie die mit ihnen verbundenen Mafiosi) nicht immer, aber viel zu häufig, politisch instrumentalisiert wurden.
Ein gutes, nein das beste Beispiel für diese Widersprüche zeigt sich gerade jetzt in Afghanistan. Es ist so banal, daß man es nicht mehr wiederholen möchte: Einst hatte die amerikanische CIA die islamistischen Fundamentalisten (und auch die Taliban) mit Waffen und Geld zu dem gemacht, was sie heute sind. Als Legitimation dafür wurde der Öffentlichkeit gegenüber der Einmarsch sowjetischer Truppen in Afghanistan, am 24. Dezember 1979, genannt. Erst danach, Mitte 1980, hätte die CIA begonnen, die Mudschaheddin, die gegen diese sowjetischen Besatzer kämpften, zu unterstützen.
Das ist nur ein Teil der Wahrheit.
In Wirklichkeit unterschrieb bereits am 3. Juli 1979 US-Präsident Jimmy Carter eine Direktive, wonach die Gegner des pro-sowjetischen Regimes in Kabul unterstützt werden sollten. ?Und am gleichen Tag schrieb ich eine Note an den Präsidenten, in der ich erklärte, daß nach meiner Meinung diese Hilfe eine sowjetische Militärintervention provozieren würde.? Dies erklärte Zbigniew Brzezinski, Nationaler Sicherheitsberater in Carters Regierung, in einem Interview mit der französischen Zeitung Nouvel Observateur.
Der Journalist fragte nach: ?Als die Sowjets ihre Intervention mit dem heimlichen Engagement der USA in Afghanistan rechtfertigten, nahm ihnen das damals niemand ab. Bereuen Sie heute irgendetwas??
?Bereuen was? Die geheime Operation war eine hervorragende Idee. Sie hatte dazu geführt, daß die Russen in die afghanische Falle gelaufen sind. Und Sie verlangen von mir, daß ich das bereue??”
So das Zitat aus Thomas Roths Buch.
Das Ziel der US-Regierung bestand darin, der Sowjetunion die Schmach eines ?russischen Vietnam? zu bereiten. Und dafür war Brzezinski damals und heute kein Preis zu hoch:
- zwischen 1 und 1,5 Millionen im Zeitraum 1979 bis 1989 getöteten Afghanen,
- 5 Millionen in Ausland flüchtende Afghanen zwischen 1979 und 1989,
- unzählige Kriegsverwundete,
- die Zerstörungen in der afghanischen Infrastruktur.
Was jedoch am allermeisten wiegt: Nach dem sowjetischen Abzug im Jahre 1989 ist Afghanistan in keinster Weise zur Ruhe gekommen. Die für die afghanische Bevölkerung gleichermaßen verheerenden Taliban und Nordallianzler treiben ihr verheerendes Spiel um die Macht im Lande. Afghanistan ist eine der entscheidenden Ursachen für den heutigen Terrorismus.
Ich möchte nochmals auf die US-Unterstützung der Islamisten im Zeitraum 1979 bis 1989 zurückkommen: Hier wurden von der auf Carter folgenden Reagan-Administration die radikalsten und brutalsten afhghanischen Widerstandsgruppen unterstützt. An den gemäßigten Widerstandsgruppen zeigte die Reagan-Administration keinerlei Interesse.
Der in den USA an der Columbia University lehrende Professor Mahmood Mamdani hat zu der verheerenden US-Politik gegenüber der muslimischen Welt ein Buch geschrieben: ?Guter Moslem, böser Moslem – Amerika und die Wurzeln des Terrors?. Darin heißt es zur finanziellen US-Unterstützung der islamistischen afghanischen Gruppen unter Reagan:
?Nachdem Präsident Reagan im März 1985 die Direktive 166 zur nationalen Sicherheit herausgegeben hatte, wurde der afghanische Dschihad zur umfangreichsten verdeckten Operation in der Geschichte der CIA. Allein im Steuerjahr 1987 belief sich laut einer Schätzung die geheime amerikanische Militärhilfe zugunsten der Mudschaheddin auf 660 Millionen Dollar – mehr als die gesamte amerikanische Finanzhilfe für die Contras in Nicaragua. Steve Galster, der feststellte, daß diese Summe ?selbst das übertraf, was Pakistan von Washington erhielt?, errechnete, gestützt auf die Unterlagen des Nationalen Sicherheitsarchivs, daß der Kongress insgesamt ?annähernd drei Milliarden Dollar an geheimer Unterstützung für die Mudschaheddin? bewilligt hat, ?mehr als für alle anderen verdeckten CIA-Operationen der achtziger Jahre zusammen.
Neben diesen Finanzhilfen von außen erschlossen sich die Mudschaheddin durch den Drogenhandel weitere Gelder. Die CIA kontrollierte dieses Geschäft und organisierte es zentral.?
Das von Professor Mandani veröffentlichte Buch zeigt die ganze Verlogenheit der in der westlichen Politik und in den westlichen Medien geführten Terrrorismus-Debatte. Unseren ?Eliten? kann man nur zurufen: ?Bedenken Sie, daß in der Hand mit dem ausgestreckten Zeigefinger zur gleichen Zeit drei Finger auf Sie selbst zurückzeigen!?
Die von westlichen Politikern und Medien vorgeschobenen Motive für den heutigen Afghanistan-Krieg sind nicht überzeugend. Die Rechte der Frauen interessieren diese Herrschaften einen feuchten Kehricht (im westlichen Klienten-Staat Saudi-Ararbien beispielsweise gäbe es für diese Herrschaften ein sehr reichhaltiges Betätigungsfeld).
Aufschlussreich: Der heutige afghanische Präsident Karsai hatte früher für einen US-Energiekonzern gearbeitet. Ein Schelm, der Böses denkt …
Wenn Herr Jung sich weigert, im Fall des Af.-Einsatzes der Bundeswehr von “Krieg” zu sprechen, dann finde ich das sehr beachtlich, sehr respektabel und auch richtig, zumal er den Einsatz ja nicht verharmlost – im Gegensatz zu vielen seiner Kabinettskollegen.
Er hat Recht: Der Alltag des Bundeswehrsoldaten ist nicht von Kriegsführung und Kampf geprägt.
Er hat Recht: Aufbauleistungen und nicht-kämpferische Sicherungsaufgaben stehen im Vordergrund.
Er hat Recht: Die Bundeswehr tritt in Afghanistan deutlich ziviler auf als andere Armeen – und genau so soll es auch sein.
Er hat Recht: Auf diese Weise, mit einer nicht nur verbalen Umgehung des Wortes vom Krieg, grenzt er den Einsatz der Bundeswehr mental und tatsächlich (!) von den typischen Einsatzstrategien der USA ab.
Er hat Recht: Das zu laut lärmende Wort vom Krieg würde die Soldaten gefährden.
Er hat Recht: Sinn des Einsatzes ist nicht der Krieg – sondern Hilfe beim Aufbau eines Landes.
Herr Jung hat Recht.
@79 – John Dean
Werden wir durch unsere Medien vollständig und objektiv über die Rolle Deutschlands und der NATO in Afghanistan informiert?
Der resignative Wechsel des renommierten ehemaligen ZDF-Journalisten Ulrich Tilgner zum schweizerischen Fernsehen läßt erhebliche Zweifel aufkommen:
“”Da wird es einem zu viel?: Ulrich Tilgner kritisiert das ZDF, Berichte aus Afghanistan und Marietta Slomka als Peking-Touristin”
http://www.tagesspiegel.de/medien-news/art15532,2568375
Der mehrfach von Ulrich Tilgner erhobene Vorwurf gegen die hiesige Medien-Berichterstattung, speziell zu Afghanistan: Die hiesigen Medien produzierten wegen Rücksichten auf die deutsche Außenpolitik und auf NATO-Interessen zunehmend ein unrealistisches und verzerrtes Afghanistan-Bild.
@John Dean
Klingt nach einem hoffnungslosen Fall. So naiv und vor allem uninformiert wie Du, ist ja noch nicht einmal die BILD-Zeitung ;-)
Zeit für ein kleines Realitäts-Update – vielleicht bemühst Du Dich einmal O-Töne von Bundeswehrangehörigen zur Kenntnis zu nehmen.
@ Spiegelfechter
Verstehe mich bitte nicht falsch. Ich sehe den Af.-Einsatz insgesamt keineswegs als gelungen oder günstig an. Es ist für mich zunächst nur eine rhetorische Frage: Was genau geschieht (bzw.: was wird besser, was wird schlechter), wenn man das Einsatzziel im Af.-Einsatz der Bundeswehr “Krieg” nennt?
Wenn es darum geht, die Öffentlichkeit zu unterrichten, über die tatsächliche Lage in Af., dann wäre das Wort von “Krieg” zutreffender als die Alternative, die ich verteidige. Andererseits: Über die Lage in Af. kann sich die Öffentlichkeit genauso gut unterrichten, ob Herr Jung den Einsatz nun “Krieg” nennt, oder eben anders. Herr Jung, das muss man ihm im Vergleich zu Gute halten, nennt durchaus allerhand negative Aspekte des Af.-Einsatzes.
(und: natürlich zu wenig)
Aber diese, für einen Verteidigungsminister unseres Landes durchaus beachtliche Offenheit gibt seinen Argumenten Gewicht – und sein Hauptargument zum Wort über den “Krieg” ist garnicht die tatsächliche Lage, bzw. die Frage, ob diese mit dem Wort vom Krieg besser dargestellt wird. Sein Ansatzpunkt ist vielmehr die Frage, ob das Wort vom “Krieg” oder “Kriegseinsatz” die Lage verbessert bzw. verschlechtert.
Er möchte signalisieren, auch der Taliban und anderen Kräften in Af.: Wir, als Bundeswehr, sehen unsere Aufgabe nicht darin, in Af. Krieg zu führen. Und eben genau diese Aussage ist: gut. Das ist mein Punkt. Es ist auch gut, sich in seinen Methoden, und folglich auch in seiner Wortwahl, von den USA und GB abzugrenzen.
Unabhängig davon, wie der Af-Einsatz benannt wird (immerhin eine Frage, an der einige Menschenleben hängen dürften!) – es bleibt ein Riesenmanko, dass die deutsche Politik noch immer kein Abzugsszenario für den Af-Einsatz entwickelt hat – und es zunehmend normal findet, dass in diesem Teil Asiens dauerhaft deutsche Truppen eingesetzt werden – und zwar nicht nur zur Freude der Bevölkerung.
Ach – das ist immerhin ein Punkt: Das Verhältnis der Bevölkerung zur Bundeswehr ist – so sagen es meine afghanischen Bekannten – garnicht mal so übel. Man kann zwar sagen, dass der Wunsch größer ist, dass die Bundeswehr abzieht. Aber zu keinem Preis möchte die Bevölkerung, dass dann an Stelle der Bundeswehr die Armeen der USA und GB stärker zum Einsatz kommen.
Man könnte diesen Zusammenhang, trotz aller – gravierenden – Probleme so formulieren: Der Einsatz der Bundeswehr in Af. ist scheiße. Der Abzug der Bundeswehr wäre aber in der gegenwärtigen Lage doppelt scheiße. In gewisser Weise hilft der Bundeswehreinsatz, afghanisches Leben zu schützen.
Das wird jedenfalls in Afghanistan so gesehen – deshalb, weil die Alternativen zur Bundeswehr nicht so prickelnd sind.
Im Übrigen habe ich den Eindruck, unabhängig von der Frage, wie man den Bundeswehr-Einsatz benennt, dass der ganze Einsatz gerade kippt. Und zwar auf eine Weise, die einen Rückzug aus Afghanistan, trotz der oben genannten Aspekte, zunehmend plausibel und notwendig erscheinen lässt.
Dazu kommt halt das umfassende Versagen beim Aufbauen ziviler Strukturen. Solange keine Idee besteht zur Frage, wie man das besser hinbekommt, spricht eigentlich auch nicht viel dafür, den Einsatz fortzusetzen.
(tja: Und doch finde ich es gut, dass Herr Jung das K-Wort vermeidet)
http://www.osama-derfilm.de/index.htm
lohnt sich.
Ich denke, Deutschland ist in der Pflicht dort zu bleiben und sein Engagement zu verstärken. Ein Abziehen ist Wegsehen.
Wie sollte in Afghanistan verfahren werden?
Zur Beantwortung dieser Frage müsste ich ein Experte für diese Region sein – der ich nicht bin. Mein letztes Gespräch mit einem großen Freund des Af-Einsatzes, dem Rüstungslobbyisten Kahrs, war diesbezüglich noch frustrierender. Der Herr Kahrs war – wo ich mich selbst schon in der Af-Frage für ziemlich orientierungslos halte – noch desorientierter und eigentlich, trotz manchen Spezialswissens, sogar ahnungsloser als ich es bin. Und so einer ist dann einer der großen Meinungsmacher bei diesem Thema…
Naja, mal davon abgesehen, dass meine Begeisterung über Herrn Kahrs ohnehin stark ausbaufähig ist. Richtig die Kinnlade fiel bei mir runter, als er ausgerechnet mich fragte, wie und an welcher Stelle die Einsatztaktik der Bundeswehr und der begleitenden Ziviloperationen geändert werden soll.
Ich gab ihm sogar einen Rat (und hatte nachfolgend den Eindruck, dass er ihn sogar beherzigte), nämlich, dass man die Idee der Militarisierung der Aufbauhilfsleistungen u.ä. nicht weiter verfolgen solle – auch, weil dadurch das Risiko der zivilen Aufbauhelfer (wenn diese dann Teil eines Bundeswehreinsatzes sind) sogar noch anwächst.
(aus dem Nähkästchen geplaudert)
Im Übrigen sagte ich ihm, was ich auch hier sage: Mir fehlt es an Wissen über Tatsachen und Zusammenhänge, um zum Af.-Einsatz – auch in seiner grundsätzlichen Berechtigung – eine qualitativ wertvolle Meinung zu äußern. Ich persönlich verlasse mich Recht stark auf meine afghanischen Kontakte (u.a. über afghanische Auto-Export-Firmen, die ich gut kenne). Leider ergibt sich dadurch kein klares, eindeutiges Bild, außer vielleicht, dass die Lage ziemlich beschissen ist.
Vielleicht (ich vermute das) wäre es eine gute Idee, die Bevölkerung in den einzelnen Provinzen über den weiteren Verbleib der Bundeswehr abstimmen zu lassen. Ich glaube (abgesehen davon, dass das kaum durchführbar sein wird…) tatsächlich, dass das ein guter Ansatz sein könnte – und sei es, um daraus die Berechtigung für einen Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan zu ziehen.
Aus Gründen des “Krieges gegen den Terror” rechtfertigt sich der Bundeswehr-Einsatz jedenfalls nicht – da gilt eher schon das Gegenteil.
Aber hey: Ihr seid die Experten! Ihr habt euch deutlich mehr Gedanken gemacht! Ich habe nur eine harmlose Einzelmeinung zum Thema und bin überdies der Auffassung, dass meine Meinung nicht allzu viel taugt, deshalb, weil mir die Grundlagen eines vernünftigen Abwägens fehlen – und das sogar in ziemlich krassen Ausmaß.
Glückliche! Manchen von euch geht es an dieser Stelle wirklich viel besser, und sei es, dass ihr euch durch vielhunderte Seiten von Dossiers und Akten gewühlt habt. Das ist kein Spott – ich meine das so.
(Wenn man die durchschnittliche, sorry, Ahnungslosigkeit im Bundestag in Fragen des Afghanistan-Einsatzes in Rechnung stellt, ist es allerdings sehr verwunderlich, mit welcher großen Überzeugung man dort diesen Einsatz zu unterstützen bereit ist. Vielleicht ist es ja so, dass die parlamentarische Politik in militärischen Fragen umso handlungsfähiger ist, desto ahnungsloser sie tatsächlich ist.)
Das dachte ich 2004 auch noch. Nach einem Realitäts-Update wirst du selbst Wegsehen für besser halten, als Komplizenschaft mit Elementen, die man vorgibt zu bekämpfen. Das Hin- oder Wegsehen hängt auch weniger von der Bundeswehr mit ihrem nach der Tierwelt benannten Kriegsgerät ab, als von unseren Medien und dem Auslandsinteresse der Bevölkerung.
Noch ein Nachtrag zu der Tierwelt, die für die Bundeswehr ihren Dienst tut und die man als Reaktion auf die gefallenen Soldaten nun verstärken will, für mich liest sich das fast wie eine Realsatire (Zeit-Online):
DBwV-Sprecher Wilfried Stolze fordert: Statt dem Fuchs oder Dingo sollte man besser Marder einsetzen. SPD-Experte Hans-Peter Bartels fordert gar fliegende Tiger als Unterstützung aus der Luft.
Fliegende Tiger! Die scheinen mir von der Tierwelt genauso viel Ahnung zu haben wie von den Menschen in Afghanistan!
@ Horscht, #67 u. #75:
Zunächst: Leider hat mir der Cheffe ultimativ untersagt, einfach einen Kurzkommentar zu Euren Kommentaren hinzu zu setzen, weshalb ich jetzt für jeden kleinen Satz einen eigenen Post aufmachen muß :-( Dient m.E. nicht der Übersichtlichkeit (gelesen, Jens?).
Die Lektorin leistet weder “Sacharbeit” im eigentlichen Sinne (das macht der Autor), noch übt sich sich in “Indifferenz”. Kritischer Abstand zu Themen, die einen auch persönlich “anrühren”, halte ich für treffender. Kurzum: inhaltlich quatsche ich Jens nicht rein und er würde das auch nie zulassen, aber hin und wieder werfe ich eine Frage auf … ;-)
Hmm …? Ich krieg vom Cheffe immer die Prügel – zählt das auch als Vergütung? *lol*
Ernsthaft: Außer für meine Freunde mache ich schon lange nichts mehr gratis. Irgendwann ist es nämlich einfach zuviel geworden …
“Moderator”? Ich weiß gar nicht, daß Jens einen solchen beschäftigt ;-) Aber vielleicht ist ja ein Plätzchen als “Counter” frei – Menschen statt Maschinen :-D
Lieber “Horscht” – ist das Leben denn nicht voll davon? Viele – zuviele – Menschen haben dann schnell Antworten parat, sogar mehr, als Fragen gestellt wurden. Ich habe nur wenige [Fragen], dafür aber unbeantwortete.
Und jetzt ziehe ich mich wieder in mein asylum ignorantiae zurück und treibe Nabelschau ;-)
Dir einen ganz persönlichen Gruß aus München
“hannilein”
@Horscht.
?Deutschland führt in Afghanistan Krieg ? warum fällt dieser Satz deutschen Politikern so schwer??
Ganz einfach. Man wird dadurch vergleichbar, bleibt kaum noch unterscheidbar und die dann folgende Frage: “Was sollen wir dann da unten?” nicht mehr beantwortbar im Sinn von bleiben.
@ Jürgen
Der Film ist das schlimmste was man sich tun kann. Genauso wie die Filme von Samira Makhmalbaf greift der Regisseur in erster Linie die, von den Medien zusammengesetzte, Vorstellung der Europäer von Afghanistan auf und stellt das in vielen Punkten extrem übertrieben dar. Sowas sehen die Menschen hier halt gerne und das bringt dann automatisch Geld. Das Haben Makhmalbaf und Barmak gut erkannt.
Die meisten denken immernoch, dass die Taliban die Probleme nach Afghanistan gebracht haben. Als die Taliban Herat eingenommen hatten war ich Zeuge und ich habe deren Gesetzte miterlebt und hatte auch direkten Kontakt zu den Kämpfern.
Natürlich waren die Taliban schlimm, aber die Afghanen sind sehr abgehärtet. Auch wenn die Europäer immer alles besser wissen, für viele die unter den brutalen, extrem korrupten Herrschaft der Nordallianz gelitten hatten, waren die Taliban eine Bereicherung.
Ich will auf keinen Fall behaupten, dass die Taliban perfekt waren, aber wie sie hier dargestllt werden ist einfach zu übertrieben. Es sollte jedem bewusst sein, dass Afghanistan viel schlimmere Zeiten und viel schlimmere Regimes durchstehen musste.
rip michael jackson
Um “transwarp” zu ergänzen: RIP Farah Fawcett!
Mit der bin ich in den Siebzigern quasi aufgewachsen. Nicht, daß ich sie für eine große Schauspielerin gehalten habe, aber ich bin erschüttert, daß sie – trotz der bekannten Krankheit – doch so plötzlich von uns ging.
Auch einen letzten Gruß an Michael Jackson; zwar habe ich den Kommerzrummel um ihn stets gehasst, aber er war in meinen Augen ein guter Musiker und “ein echter Künstler”. Gibt mir zusätzlich zu denken, daß er kaum älter war als ich …
Und jetzt werde ich mir zum Gedenken “Black or white” anhören – meine Lieblingsnummer von “Jacko”.
Traurig
hannilein
@64, hannilein:
Du solltest Deiner Rechner mittels eines Linux-Live-Systems mal checken. Ein Scan von einem möglicherweise infizierten Rechners eben von diesen kann unter Umständen nicht erfolgreich sein, da es Techniken gibt, die die Malware versteckt (rootkit).
Die Soldaten sind auch nicht “gefallen”,sie wurden abgeknallt wie Hasen.
@ Phil, #93:
Danke für den Tipp! Was für eine Distri würdest Du mir empfehlen und ist da schon ein geeigneter Scanner drin enthalten?
Gruß
hannilein
P.s.: Du kannst mir die Antwort gerne auch an ha(at)spiegelfechter.com mailen.
@Hannilein:
Knoppicillin macht’s einfach. Aber unbedingt nach dem Bootvorgang via Internet aktuelle Virendefinitionen nachladen, sonst …
Ansonsten ein Knoppix, dann kommt aber “Handarbeit” auf Dich zu.
In beiden Fällen gilt: bei “Befund” am besten den Rechner platt machen und entweder das letzte Image zurückspielen oder gleich neu machen.
Heutige Viren laden so viel Müll nach, da hilft ein Virenscanner auch nicht mehr bei der Reinigung.
(So einen traurigen Fall habe ich gerade unter’m Hammer, heut morgen hat mir Knoppicillin den Befund ausgespuckt: Verseucht. Heut abend wird das gute Stück neu eingerichtet. Dann kann die Besitzerin wieder mit gutem Gewissen Onlinebanking etc. betreiben …)
Falls Du meine Mailadresse “sehen” kannst, kannst Du mir schreiben, falls Du weitere Fragen (z.B. zu Linux) hast. ;-) Ansonsten so: jesusrettet at yahoo punkt de
Was den Beitrag von John Dean angeht, wo er meint, es wäre besser, wenn man nicht “Krieg” sagt:
Früher hat man statt “Vergewaltigung” auch gerne mal “Notzucht” gesagt. Das Delikt an sich wurde dadurch kein Stück besser. In meinen Augen eher noch widerlicher, da noch die Heuchelei dazukam. Sorry, das ist nicht persönlich gemeint.
Die Bundeswehr hat da unten in meinen Augen nichts verloren. Am deutschen Wesen muß die Welt nicht genesen.
“Feigheit vor dem Freund” (P. Scholl-Latour), prägnanter kann man den Grund für die Präsenz unserer Truppen in Afghanistan nicht ausdrücken!
Manchmal kann es sinnvoll sein nicht vom “Krieg” zu sprechen, um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen. Damit würde man “die Taliban” vielleicht noch aufstacheln und Propaganda-Munition liefern. Ist doch klar, wenn der böse Westen schon von “Krieg” redet, fällt es leicht zu rekrutieren.
Außerdem ist z. B. meine Brille versichert, wenn die kaputt geht.
“Krieg” (und Atomkraftunfälle) sind aber ausdrücklich davon ausgenommen. Gleiches gilt für Lebensversicherungen. Es kann (könnte) auch versicherungtechnische Gründe haben.
Und es ist natürlich ein böses Wort, dass ein Politiker versucht zu vermeiden.
Im Kosovo-Krieg kam dieser Vorwurf (Politiker vermeiden das Wort “Krieg”) im Fernsehn. Ab diesem Tag hat jeder Poltiker vom “Krieg” im Kosovo gesprochen. Das weiß ich noch genau.
Es kann also durchaus auch sinnvolle Gründe haben, nicht von “Krieg” zu reden.
Ich finde den Vorwurf zu einfach.
Wenn man (Spiegelfechter) recherchieren will, dann könnte man ja mal nachforschen, ob das Versicherungsargument trägt.
Reden die Politiker ständig offiziell von “Krieg” zählt bestimmt automatisch jeder Verkehrsunfall dort zum Krieg und die Lebensversicherung zahlt nicht. Weil “Krieg” in fast allen Versicherungsbedingungen ausgeschlossen ist.
Vermeidet die Politik aber das Wort “Krieg” und spricht von “Friedenseinsatz”, kommt es vielleicht drauf an, ob es Feindeinwirkung gab und die Versicherung muss ggf. zahlen. Vielleicht laufen auch noch Gerichtsprozesse deswegen, bei denen es genau auf solche Feinheiten ankommt. (Wir sind ja in Deutschland.)
Das kann ich mir gut vorstellen. Es wäre schön das genau zu wissen.
Sonst ist der ganze Vorwurf ja eventuell nur reine Polemik.
@Sukram
Bei manchen privaten Zusatzversicherungen mag dies eine Rolle spielen, dies ist aber offenbar von Versicherung zu Versicherung verschieden. Oft sind Krisengebiete in denen Kriegshandlungen vorkommen generell ausgeschlossen. Siehe Diskussion hier.
Nach § 80 Soldatenversorgungsgesetz
… wird selbstverständlich auch bei einer Wehrdienstbeschädigung im Verlaufe von Kriegshandlungen gezahlt. Dass sich der Bund selbst bei irgendwelchen Privaten rückversichert hat, halte ich für unwahrscheinlich. Das zahlen vermutlich mal wieder wir, die Steuerzahler. Und uns fragt ja keiner, unter welchen Umständen wir zu zahlen bereit sind ;-)
@Gebintit
Mir gehts aber um die private Lebensversicherung der Soldaten, die die Frau ausgezahlt bekommt, wenn der Mann in Afghanistan z. B. bei nem Autounfall gestorben ist. Oder die private Berufsunfähigkeitsversicherung der Soldaten.
Wenn nur ein Teil der Soldaten Probleme mit der Lebensversicherung hätte, dann wäre es schon gerechtfertigt, als Politiker offiziell das Wort “Krieg” zu vermeiden, wenn es nicht unbedingt nötig ist.
Aber es kann ja auch sein, dass ich da falsch liege.
Wer diesen aktuellen FAZ-Artikel liest, versteht vielleicht etwas besser, warum ich – und andere – es eigentlich ganz okay finden, wenn Herr Jung nicht von “Krieg” spricht. Am neuen Wort vom Krieg hängt auch das Gelechze von Rüstungslobbyisten nach neuer Kriegsausrüstung für den Afghanistan-Einsatz.
Das kostet Geld.
Ich meine, es ist es so: Wenn sich die Bundeswahr in Afghanistan offiziell zur Kriegspartei erklärt, dann wird sie nicht nur von Verbündeten stärker genötigt, ihre teils sehr defensive Taktik zu ändern (allein das ist bereits scheiße genug), sondern die Bundeswehr wird auch deutlich stärker von Afghanen als Aggressor betrachtet.
Das kostet Leben.
@ Phil und Flying Circus, #93 + 96
Noch recht herzlichen Dank für Eure Tipps. Habe jetzt im Forum (weil es ja “off topic” ist) einen eigenen Thread gestartet und werde da meine Erfahrungen der kommenden Tage reinschreiben und evtl. auch noch weitere Fragen.
http://www.spiegelfechter.com/wordpress/sf-forum/sonstiges/rootkit-scannen-mit-knoppicillin/page-1/post-237#p237
(Habe nämlich noch nie ein Siemens DSL-Modem unter Linux konfiguriert; mit meiner Fritzbox ging das früher automatisch).
@ Flying Circus: Ein besonderes “dankeschön” an Dich. Sollte ich nicht weiterkommen, werde ich gerne Dein freundliches Angebot annehmen und Dich kurz anmailen.
Beste Grüße
hannilein
@Sukram71
Soll sich die Wortwahl unserer Politiker am Kleingedruckten von Versicherungs-Policen orientieren? Willkommen in der Bananenrepublik!
@John Dean
Der FAZ-Artikel zeigt vor allem, wie sich militärisch geführte Konflikte verselbständigen. Irgenwann weiß man gar nicht mehr – ist ja schon heute schwierig zu erklären – warum man eigentlich dort kämpft. Aber man weiß, dass man mit Panzerhaubitzen oder fliegenden Tigern den Feind besser bekämpfen könnte. Ein bisschen Krieg ist genau so schwierig wie ein bisschen schwanger. Entweder ganz oder gar nicht. In diesem Fall gar nicht!!! Statt über die Wehrtechnik sollten sich unsere gewählten Volksvertreter mal Gedanken über die Ziele des Einsatzes machen, oder noch besser über die Alternativen. In meinem Beruf wird man zur Zeit ständig mit Evaluationen genervt, sollen sie doch mal ganz nüchtern diesen teueren Einsatz evaluieren. Selbst wenn name recht hat und es in Wahrheit nur um die Vorherrschaft in einem geostrategisch wichtigen Raum geht, wäre das Ganze doch ein ziemlicher Rohrkrepierer. Wenn wir eines fernen Tages dann dieses Land wieder verlassen, dann wird es vermutlich in einem ähnlichen Zustand sein, wie Somalia heute: zersplittert, anarchisch, regiert von kriminellen Warlords und/oder radikalen Islamisten.
Gute Nacht!
@104
Die Russen sind in Afgahnistan damals hauptsächlich aus einem militärstrategischen Grund einmarschiert: um die Reduzierung des Zeitfensters durch die Aufstellung von möglichen Mittel-und Langstreckenraketen in Afghanistan zu verhindern, um einen atomaren oder konventionellen Enthauptungsschlag von dort ohne Reaktionsmöglichkeiten zu vermeiden.
Das war der eigentliche Grund für den Krieg und Einmarsch. Heute gilt gleiches immer noch, mit der militärtechnischen Besonderheit, dass neben der Raketentechnik, die Luftwaffe eine ebensolche, gleiche strategische Bedeutung für Enthauptungsschläge geniesst.
@Gebintit #74
Ja, den Vergleich mit Vietnam hört man öfter – “Obama’s Vietnam”. Wie seinerzeit im Irak auch – “Bush’s Vietnam”.
Ich hab nie viel gehalten von der Hybris des Kommunismus, aber vor diesem Vergleich muss man die Vietcong wirklich in Schutz nehmen. Die Taliban sind für niemanden Hoffnungsträger. Und außerhalb des Paschtunen-Gebiets sind sie nicht wirklich eine militärische Herausforderung. Zurecht sehen sie ihre einzige Chance in der Erregung von öffentlichem Interesse in Europa. Klappt ja – wie man sieht – auch in gewissem Ausmaß.
@Momo #78
Ach was, aber ‘revolutionär’ im Zusammenhang mit afghanischen Frauen ist doch ein zynischer Witz.
Du machst dir unnötig viel Mühe um triviale Fakten. Dass die USA die Mujaheddin im Kampf gegen die sowjetische Besatzung gefördert haben, bestreitet ja kein Mensch. Aber das kann doch nicht als Freibrief für Taliban und al Qaida interpretiert werden.
@hannilein:
Es scheint zumindest geklärt zu sein, warum der BVM den Krieg in Afghanistan nicht Krieg nennt: Er darf es nicht, der Verteidigungsfalls ist gesetzlich strikt geregelt.
Nennt er die Sache Krieg, dann ist diese nicht mehr von der Verfassung gedeckt.
Beste Grüße, Horscht
@Horscht, #107:
Danke. Ist das Deine persönliche Einschätzung oder hast Du da was zum Nachlesen für uns? Ich gehe ja mit dem von Dir Gesagten sehr d’accord, aber die Meinung eines (oder mehrerer) Staatsrechtler(s) dazu fände ich noch interessanter.
Wenn Berlin endlich die Rabulistik auf-, und zugeben muß, daß dort KRIEG unter unserer Beteiligung herrscht, hätte eine Klage vor dem höchsten Gericht (die ich in diesem Fall auch gerne selber initiieren würde) m.E. gute Chancen. “Wir” haben Truppen dort, die kämpfen, töten und fallen – was ist dies anderes als Krieg?
Danke für Deine Anmerkung und: “Stark bleiben!”
LiGru
hannilein
Meine anderweitigen Debatten mit juristischen Kräften sollen hier nicht verlinkt werden, aber ruhig mal selbst dementsprechend im Web mit den angebotenen Suchwörtern recherchieren.
Zudem noch: Neben den jur. Aspekten ist der Jung vermutlich auch angewiesen worden hier nicht im Wahlkampfjahr öffentliche Diskussionen auszulösen.
BTW, als ältere honorige Dame – so die alte Vorstellung – warst Du mir lieber, zurzeit sehe ich Dich geistig in Berlin auf diesen Paraden. ;)
Beste Grüße!
PS: Diese Romanfigur soll auch nicht ganz pflegeleicht sein, hmm, wird mir doch langsam ein wenig ungemütlich hier.
PPS: Nicht zufällig JVA-festverdrahtet, expliziter Nichtvegetarier und aus Fernsehen und Film bekannt; IT-Fachmann?
@ Horscht, #109:
Da würde ich mich aber freuen, wenn Du mir die einfach mal mailst, wenn es denn da “zur Sache geht” ;-) Du erreichst mich ganz simpel unter ha(at)spiegelfechter.com.
“Ältere honorige Dame”? Das stelle ich mir amüsant vor – so eine Mischung aus Erika Fuchs und Astrid Lindgren vielleicht? *gg* Klar kokettiere ich hier damit ein wenig, aber es gibt imho auch echt zu wenig weibliche Spiegelfechter-Leserinnen ;-)
Auf Paraden jeglicher Art passe ich jedenfalls nicht und auch – trotz gewissser “Vielseitigkeit” – nicht zum Christopher Street-Day und ähnlichen Veranstaltungen :-D
Welche “Romanfigur” meinst Du übrigens und warum wird Dir “ungemütlich”? Ich bin eine gesunde(?) Mischung aus dem Schwejk, Marvin und Käpt’n Iglo, äh … Nemo :-D
No need to worry ;-)
Dein “PPS”: Nein, ich bin nicht Kimble, nicht Last Windbeutel oder sonst ein Popanz der Medienfabrik, selbst wenn ich tatsächlich schon in Film und Fernsehen aufgetaucht bin *gg* – nein, ich bin einfach “Euer hannilein” (und manch anderer) und es reicht mir völlig, daß meine Freunde mich kennen – als alter Punkrocker halte ich so gar nichts von “Prominenz” und Lobhudelei.
Gute Nacht, lieber Horscht!
Dein hannilein
P.s.: Und “hannilein” hört gerade, was sie immer gerne hört – Beatsteaks, Alannah Myles und Big Country (wegen der “Weite” und weil Stu ein Freund war)
@106 – Karl Heinrich
Sie schreiben:
“Du machst dir unnötig viel Mühe um triviale Fakten. Dass die USA die Mujaheddin im Kampf gegen die sowjetische Besatzung gefördert haben, bestreitet ja kein Mensch.”
Die USA haben die Mujaheddin nicht nur im Kampf gegen die sowjetischen Besatzer gefördert. Viel schlimmer ist, daß die USA mit ihrer Außenpolitik den sowjetischen Einmarsch in Afghanistan bewußt provoziert haben (und danach Krokodilstränen wegen der bösen Sowjets vergossen hatten). Die USA tragen somit einen erheblichen Teil an Mitverantwortung für das bis heute anhaltende Leid sowie für den Tot unzähliger Afghanen.
Kürzlich behauptete beispielsweise irgendein dahergelaufener “Außenpolitiker” aus den Regierungsparteien auf Phönix, Afghanen seien für “9/11″ verantwortlich. Ich denke, man kann viele Fakten nicht oft genug wiederholen. Denn mittlerweile werden in unseren Medien Lügen als Wahrheiten und Wahrheiten als Lüge verkauft.
Es ist erschreckend, wie viel Propaganda mittlerweile von unseren Medien unters Volk getragen wird. Da wirkt der selbstgerechte Fingerzeig Richtung iranischer Medien nur noch heuchlerisch.
“Viel schlimmer ist, daß die USA mit ihrer Außenpolitik den sowjetischen Einmarsch in Afghanistan bewußt provoziert haben …”
Jimmy Carter war ja sowíeso der Kriegshetzer schlechthin, LOL.
Uijuijui, diese Antiimperialisten…
“Die Anschläge von New York wurden allerdings nicht von afghanischen Freischärlern, sondern von saudischen Koranschülern ausgeführt. Nach dem momentanen Erkenntnisstand waren auch die Hintermänner und die Finanziers Saudis.”
“Wenn Afghanistan nun aber bei den Anschlägen nur eine untergeordnete Rolle gespielt hat, ist der ganze Kriegseinsatz der NATO weder mit ihren Statuten noch mit dem deutschen Grundgesetz zu vereinbaren.”
Das ist spätestens seit der “Geburt” der “offiziellen Version” von 9/11 bekannt und steht seit 2004 sogar im offiziellen 9/11 Commission Report. Nein nein, nicht dass der Afghanistan-Einsatz nicht zu rechtfertigen sei. Sondern dass die designierten Attentäter Saudis und Ägypter waren, aber keine Afghanen.
Na gut, eine Einschränkung: Laut Commission Report (S. 571) ist die Frage der Finanziers von 9/11 “von unwesentlicher Bedeutung” (das steht da so drin!). Auch hat man davon abgesehen, das lupenreindemokratische Könighaus Saud zu bombardieren oder zu stürzen (aber die bösen Taliban…! die bösen Mullahs im Iran…!).
Bei 9/11 ging es von Anfang an darum einen Grund für den Einmarsch in AFG zu haben. Abfallprodukte waren Irak (2003), Freifahrtscheine für Stasi 2.0 (in D und USA usw.), Verkauf von Militaria und Polizeistaatstechnologie, politischer Paradigmenwechsel uvm.
Die Hijacker… Ach ja, das waren die Typen, die in Gebäude WTC 7 reingeflogen sind und deren Pässe durch die Explosionen auf die Straße vor den Towers fielen.
Zum Thema 9/11 empfehle ich die Studien und Bücher von Professor David Ray Griffin, der den Commision Report wissenschaftlich sauber auseinandergenommen hat.
Interessant auch, was die Professoren Stephen Jones und Niels Harrit zu sagen haben. Auch Richard Gage von http://www.ae911truth.org
Irgendwann wird auch unser Spiegelfechter den 9/11-Inside Job anerkennen müssen. Seinen vergangenen Texten und Kommentaren zum Thema sei dann verziehen. Wir sind ja nicht nachtragend. Schließlich sitzen wir alle im selben Boot, Jens.
Nichts für ungut und weiterhin viel Erfolg.
@ 113
“Irgendwann wird auch unser Spiegelfechter den 9/11-Inside Job anerkennen müssen. Seinen vergangenen Texten und Kommentaren zum Thema sei dann verziehen. Wir sind ja nicht nachtragend. Schließlich sitzen wir alle im selben Boot, Jens.”
Wie gnädig! Ich bin sicher, Jens Berger wird euch sehr dankbar sein….
Was macht Ihr aber eigentlich mit denjenigen, denen Ihr ihre Kommentare und Texte nicht verzeiht? An die Wand stellen?
Oder seid Ihr da auch nicht nachtragend?
wenn die B-Regierung den Afghanistan-Einsatz offiziell als “Krieg” bezeichnet, wenn also D. offiziell im Krieg ist/wäre – würde dann hier nicht “Kriegsrecht” gelten? gibt es sowas überhaupt? und wenn ja, was würde es bedeuten, welche Auswirkungen hätte es?
@115 Tim
Siehe hier http://de.wikipedia.org/wiki/Verteidigungsfall und hier http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Notstandsgesetz
Soweit sind wir “hier” aber erstmal nicht. Hoffe ich doch. :)
Und darum eiert der Jung ja auch so schrecklich herum.
Wie sich sowas schon liest:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,633326,00.html
“Verteidigungsminister Jung prüft Waffeneinsatz von Bundeswehrsoldaten”
“Soldaten im Einsatz in Afghanistan dürfen nicht schlechter dastehen als ein Soldat auf Wache im Inland”
Anscheinend gilt es die Rechtslage anzupassen, im Nachhinein hätte gekniffen werden sollen. Wir haben jetzt bereits ca. 35 tote BW-Soldaten.
Ich habe jetzt nicht alle comments gelesen, verspüre aber den starken Drang mich zu äußern.
Ich habe neulich in einem Beitrag auf Phoenix mehrere Interviews mit Bundewehrsoldaten gesehen.
DAS ist doch die Gruppe die befragt werden müsste und auf die gehört werden müsste, wenn es um eine Bewertung der Lage vor Ort geht. Wenn dort (in den Interviews) gesagt wird die afgahnische Bevölkerung (zumindest 90% davon) befürworten den Einsatz der Deutschen Truppen und sind dankbar für die Hilfe und wenn die Soldaten bereit sind das Risiko für den nötigen Wiederaufbau zu tragen, dann sollten sie da bleiben. Aber dann muss man die Bevölkerung Deutschlands darauf vorbereiten das es mehr Verluste geben wird. Und man muss feststellen woran die restlichen 10% der afgahnischen Bevölkerung Anstoß nehmen…
Ein Einsatz zur Unterstützung und zum Wiederaufbau finde ich unterstützenswert auch wenn ich die Bundeswehr sonst nicht besonders mag.
Das ist natürlich keine Rechtfertigung für einen Kriegseinsatz oder eine Lösung der angesprochenen Sinn-Frage, aber ist es nicht richtig Ländern zu helfen die In Not sind? Ist das nicht der Sinn?
Ich denke ja.
Landen in Auslandseinsätzen desweiteren nicht sowieso diejenigen Soldaten die sich bereiterklärt haben weltweit eingesetzt zu werden? – Nach meinem Wissen auch hier: ja.
Sie wissen also um das Risiko und das es auch einmal härter zugehen kann.
Natürlich soll niemand “verheizt” werden, aber eine Hilfsmission zum Wiederaufbau der Infrastruktur und eines funktionierenden Staatswesens unter Befürwortung und Schutz der Bevölkerung sehe ich unkritisch.